nr. 250 (Elftes Blatt 187. Jahrgang Samstag, 2. Oktober 1057 Lrlchemi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Statt ff urt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Uuiver-IStrdruckerei 8. Lange in Siehe«. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schuistrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 m m Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpfi Mengenabschlüsse Staffel B Des deutschen Volkes Erntedank. Gegen der Scholle. Von Curt Hohel. im die die Ein eisernes Schicksal hat uns schon einmal auf diese unbedingte Zusammengehörigkeit und diese grundlegende Macht des Bauerntums im Staate §ewiesen: damals, als wir mit der ganzen Welt im 'riege standen. Damals aber waren wir noch nicht reif zur Tat, die Not war zu groß dazu. Heute aber haben wir uns zu dieser Tat durchgekämpft. Heute stehen wir wieder im Ringen mit einer noch Ungeordneten Welt. Nicht im Waffenkampf, aber Wirtschastsringen. Und nun baut der Führer neue Ordnung mit eherner Folgerichtigkeit auf, Ordnung, die sich auf die Scholle gründet. Wir Fahren wir landauf und landab in unserem Deutschland — von Ostpreußen herab nach Bayern und dann durch Franken nach Hessen und hinauf ins Niedersächsische: allenthalben, in Schwaben und Baden, in Thüringen und am Rhein, in Pommern und Schlesien, überall strotzt das Land unserer Vater in bäuerlicher Fülle, in der Schönheit des Landbaues, in dem Stolze und der Würde und Freiheit des Bauern. Als wir in diesem goldenen Sommer vom Schwarzwalde herauffuhren durchs Donautal, da strömte es in unser verstädtertes Herz hinein wie ein mächtiger Zauber: das waren die Auen der Hohenstaufenzeit, das waren die Aecker der Borfahren, dort in Franken oben, da hatten sie geackert und geerntet und dort war dein Name heimisch unter den Landleuten, da kannten sie dich als einen der Ihren und du trankst mit ihnen den Wein und das Bier und feiertest ihre Feste. Und so geht es jedem anderen auch, der hierzulande bauernbürtig ist. Und dann kommst du hinauf nach Ostpreußen, und wieder ist es deutsche Bauernkraft, die dich anheimelt: da steht auf dem sauer hochgebrachten und erarbeiteten Acker nahe am Dünensand der Hafer mannshoch, und der Roggen hat kräftige volle Aehren. Aufgereckt steht der Bauer davor, und seine Augen strahlen in die der Bäuerin hinein: Da können wir stolz drauf sein!... Und der Stadtmensch steht dabei und suhlt sich ein wenig klein und hilflos vor diesem mächtigen Stolze, aber es ist ja doch dasselbe Land und dasselbe Erbe, und die Vorväter waren auch von diesem Holze und Stolze. Und so ist auch der Stadtmensch ftoh mit den Bauern, an deren Tische er teilhaben darf und deren Freude er mitfreuen darf. Das ist unser neues Erleben des Landes und des Bauern: wir sind alle Heimkehrer, und unsere Sinne sind ganz neu und ganz jung geöffnet dem Segen oer Erde. Wir erleben etwas, das heute noch nicht ganz bewußt wird, und das ist auch gut unb notwendig so Wir erleben die Verjüngung eines ganzen Volkes. Ein verstädtertes Volk strebt plötzlich z u - rück aufs Land. Das ist eine einfache Lebenstatsache in Deutschland. Wir setzen andere Völker damit oft in Verwunderung: wir werden bäuerischer und derber, wir befreien uns stürmisch und haben eine Freude an der Einfachheit. Eine elementare Bewegung zur Scholle hin hat unser Volk erfaßt und läßt es sich wandeln Wir sind ja immer ein bäuerisches Volk gewesen: aber wir wollten es nicht wahrhaben, und es setzte im vorigen Jahrhundert eine gefährliche Wendung zur Stadt ein. Weite Bezirke des Ostens blieben unter» bevölkert, der Nachwuchs suchte die Stadt, verstädterte und ging dem Lande und der ländlichen Fruchtbarkeit verloren. Heute stehen wir sorgenvoll vor dieser Tatsache und unsere Hoffnung in dieser Hinsicht ist auch die Rückwendung im Herzen der Deutschen. Das Gefühl fliegt voraus: das muß so sein. Noch werden unsere jungen Stadtmenschen keine „Bauern , nur weil sie wieder sich um Bäuerisches kümmern. So schnell geht das nicht! Es werden gewiß auch Umwege und Irrwege gegangen. Aber darauf kommt es nicht an. Es kommt auf die Sehnsucht an. Es kommt darauf an, daß Bauerntum nicht mehr mißachtet ist, daß der Städter sich nicht besser und überlegen dünkt vor dem Bauern. Es kommt darauf an, daß die Jugend wieder Freude am bäuerischen Schaffen hat und daß sie die schwere Arbeit des Ackerbaues liebt. Das ist der Sinn der nattonalsozialistischen Hinwendung zum Acker, zur Scholle, zur (Erbe. Und der Bauer? — Gewiß widerstrebt es ihm, sich umworben zu sehen. Gewiß widersttebt ihm diese oft ungeschickte, übereifrige „Heimkehr" der anderen. Denn Bauerntum ist Wachstum. Aber er spürt doch schon, daß er anderes Ansehen genießt, daß er geehrt wird, daß er Hilfe und Antrieb findet. Gewaltig steht die deutsche Bauernschaft geeint da im Reiche Adolf Hitlers. Gewaltig sind die Anstrengungen, die ihr helfen. Ihr Rang ist im umfassenden Plane deutschen Aufbaus als oberster bestimmt. Es ist nicht mehr eine Wirtschaftsorganisation und Interessenvertretung der „Landwirtschaft", in die er sich einreiht — nein, es ist die .geschlossene Standesftont einer neuen Ordnung, die sich auf Blut und Scholle gründet. Der Bauer ist Richtmaß, und auf ihn gründet sich das Reich in allen seinen Ordnungen, auf ihn und den Arbeiter und Soldaten. Der Bauer aber ist der Nährst a n d , und ohne ihn können die beiden anderen nicht leben. Das ist nun wieder ganz klar und gewiß. müssen wieder sorgsam umgehen mit dem Korn, wir müssen haushalten mit dem Unsrigen und sorgen, daß der Acker trägt und das Richtige und Notwendige hervorbringt. Wir sind wieder vor eine Not und Notwendigkeit gestellt. Und wir erfüllen sie nun. Wieder ist ein Erntejahr um, wieder treten wir als ganzes Volk zum Erntedank an. Wieder wenden sich unsere Blicke zu jenem Bückeberg im Weserland, wo der Führer zu seinen Bauern spricht und mit ihnen dankt dem Herrn der Geschicke für Segen der Heimaterde. Es war kein leichtes Jahr. Die Welt ringsum ist verworrener als je. Aber der Glaube in uns ist fester denn je, daß wir standhalten, wenn unser Acker Frucht trägt und wenn unser Bauer das Letzte aus ihm herausholt. Der Plan ist groß, der ihn dazu auffordert, er fetzt jeden von uns ein in ein gewaltiges Werk der Freiheit. Vor mehr als einem Jahrhundert war der Ruf: Bauernbefreiung! Heute ist er: Freiheit durch Bauerntum! Nahrungsfreihett des geeinten Volks! So treten wir alle innerlich zum Bückeberg wie an einen großen Altar des Volksheiligtums, des Ackers unseres heiligen täglichen Brotes. Und unser Gebet ist hier der alte Ruf: Herr, mach uns frei! <8? <\ ’S£S?s 1 ÄW Ludwig Richter: Erntetanz. Den Maler und Zeichner Adrian Ludwig Richter aus Dresden, der von 1803 bis 1884 gelebt hat, und dessen Erntetanz-Bild wir hier wiedergeben, hat ein Kunsthistoriker als den „lieben und bescheidenen Klassiker des Kindlichen" bezeichnet: das trifft den Wesenskern des Menschen und Künstlers genauer, als wenn man ihn — ein wenig obenhin — einen Romantiker nennt, der er gewiß auch gewesen ist. Von Richters Gemälden, welche die romantischen Züge am ausgeprägtesten spiegeln, ist eigentlich nur die immer wieder abgebildete „Ueber- fahrt am Schreckenstein" wirklich volkstümlich geworden. Volkstümlich und volksnah im schönsten Sinne des Wortes ist dagegen fast alles, was uns Ludwig Richter als Zeichner und Illustrator hinterlassen hat. Die Märchen von Bechstein und Musäus, Hebels alemannische Gedichte und Gotthelfs Erzählungen, Robert Reinicks Geschichten und Gustav Nieritzens Dolkskalender, Klaus Groth und Oliver Goldsmith, Schillers „Glocke", Goethe und „Des Knaben Wunderhorn" hat er bebildert, mit feiner Phantasie und seinem Zeichenstift begleitet. Auf diesen Blättern finden wir alle Eigenschaften, die uns zuerst in den Sinn kommen, wenn Ludwig Richters Name genannt wird und unsere Erinnerung und Vorstellung anregt: jene Kindlichkeit, von der schon die Rede war, die unschuldige Frömmigkeit, die Schlichtheit, Heiterkeit und Reinheit des Herzens; unb wenn wir Ludwig Richters Kunst als eine ganz und gar deutsche Kunst empfinden, so wohl vornehmlich um derentwillen, was uns so unverhohlen und unbezweifelbar aus allen oder fast allen seinen Bildern anspricht und heimatlich umfängt: das deutsche Gemüt. Dies ist ein Begriff, der leicht einen unschönen Beiklang oder Nebensinn von Pseudoromantik und Biedermeierei bekommen kann, aber wer sich mit offenem Blick und empfänglichem Herzen in die Welt vertieft, die Ludwig Richter auf ungezählten Blättern umschrieben und abgebildet hat, der kann nicht mißverstehen, was hier gemeint ist. Es ist eine völlig deutsche Welt schlechthin, die da vor uns ersteht mit Mutter und Kind, mit Haus und Familie, mit Dorf und Landschaft, mit Dornröschen und Rotkäppchen und den sieben Schwaben, mit Schlachtfest und Brotbacken und Weinprobe, mit Christmarkt und Weihnachtsmusik, vom Turm geblasen. Wir würden es vermissen, wenn das Dankgebet der Schnitter, die Aehrenlese und der Erntetanz fehlten, den wir hier abbilden. Und wenn man nach dem Besonderen fragt, das unser Bild bezeichnet, so ist es dies: man braucht es nicht zu erklären oder zu deuten; es spricht aus sich selbst, es bedarf keiner Worte. Die Gewänder der Menschen, die da versammelt sind, kommen uns altmodisch vor, aber die Großen und die Kinder, die Musikanten, die Trinker und die Tanzenden, sie leben alle aus dem nämlichen Gefühl der Freude und der Dankbarkeit, das auch uns, nach hundert Jahren, am Erntedanktag bewegt. Hans Thyriot. Gruß aus einem Dorf. Von Heinrich Aerkanlen. Du lieber Freund in der großen Stadt — ich weiß, diese wenigen Worte schon stürzen dich in leise Unruhe. Sei nicht böse drum. Du möchtest fort zum Dienst. Die Straßenbahn trifft eher eine Sekunde zu früh denn zu spät an der Haltestelle ein. Es eilt alles so. Auch daß ich mit der Hand und nicht mit der Maschine schreibe, ist schlimm. Einigen wir uns, und du behältst deine gute Laune: lies nicht weiter, steck den Brief ein, saufe zur Straßenbahn. Aber vergiß nicht, dir dein Brot für die Frühstückspause mitzunehmen Kann sein, wenn du ißt — daß du einen Augenblick Ruhe hast für mich. Was ich eigentlich will? — O — nichts. Nimm dir nur Zeit für jeden Bissen, den du jetzt ißt. Denke daran, es ist Brot. Schmeckst du die Erde und die Sonne darin, den Regen zur Nacht und den guten Wind? Du schüttelst den Kopf und beißt mit deinen gesunden Zähnen von neuem hinein in das dunkle Brot. Was will er eigentlich? Wozu diesen Aufwand? Wozu diesen Bries mit Absätzen darin, als schreibe ein Doktor seine Medizin auf: dreimal täglich einen Eßlöffel voll. Tobe dich ruhig aus. Denn jetzt kommt d i e Ri n d e deines Brotes an die Reihe. Die muß besonders gut gekaut werden. Darin ist zu Erde, Sonne, Regen und Wind noch das heilige Feuer des Herdes eingefangen. Nein, brauchst dich nicht zu ärgern. Ich bin nicht im Urlaub, den du schon hinter dir hast. Es regnet auch nicht, daß ich die Zeit totschlagen müßte mit Betrachtungen, wie sie die Dichter anzustellen pflegen, wenn sie abwechselnd von sich selber den verwehenden Traumgestalten ihres Herzens nacheilen. Einzig nur: ich mache auch eine Pause — genau wie du. Und diese Pause widme ich den Gedanken um den Bauern, um das Korn, um das Brot. Du hast es jetzt ent)gültig satt? Willst dir die karge Zeit der Ruhe nicht fortstehlen lassen von einem, der besser täte, zu handeln statt zu reden? Lies nicht weiter — wir treffen uns wieder am Spätnachmittag, wenn du zurückfährst nach Haufe. Die Abendzeitung ist heraus. Der Mann an der Ecke kommt dir einen Schritt entgegen und der Groschen in deiner Tasche für die Zeitung und den Mann auch. Und jetzt brennen dir die neuesten Meldungen in der Hand. Aber du greifft doch wieder nach meinem Brief. Absatz drei — dieser Pedant! Der Pedant kommt nämlich auch von der Arbeit heim. Er hat einen guten Weg getan. Grünen Grashüpfern ist er behutsam ausgewichen, den Grillen hat er zugehört. Den Grillen ausgerechnet — höhnst du? Und vergißt in der Eile, daß es doch einen Sinn haben muß, wenn irgendwo unablässig Musik gemacht wird von einem unsichtbaren Orchester. Das Heu hat geduftet wie süßer Wein. Es war berauschend. Sprich kein Wort jetzt zu diesem „Rausch", jedes wäre zu billig. Der Bauer, der das Heu zusammenrechte, sprach auch kein Wort. Das Hemd klebte ihm naß auf dem Rücken, er hatte feine Blicke überall: auf den Himmel, auf den Buben und das Mädchen, die ihm halfen, auf die Frau, die das duftende Gras bündelte und auf mich. Ich habe den Blick ausgehalten und erwidert. Ich habe in ein Buch geschaut, das jeder kennt und nur mancher lieft. Dann kam ich an das Kartoffelfeld. Als wir im Frühjahr zusammen hier entlang gingen, lagen die Furchen da gleich ausgestreckten Händen. Jetzt zeigen sie Risse und Narben und Borken, die verkrustet sind. Doch halten sie in ihren Händen die Frucht. Der Weg ist ausgefahren hier. Der künstliche Schrott ist längst ausgespült von vielen Wintern, Steine blicken durch. Steine, wie sie wohl auf dem Acker selbst gelegen haben und in mühsamer Arbeit fortgeschafft wurden. Jetzt denken die Menschen in der Bahn, du hieltest einen Liebesbrief in Händen, sie lächeln ein wenig hinter dir her, weil du in deiner Versunkenheit beinahe eine Haltestelle weiter gefahren wärst. ♦ Ja — die Tage dunkeln rasch. Ich merke es wie du, da ich vom Felde heimkam, in mein Dorf, darinnen die Holzstöße geschichtet stehen für den langen Winter. Noch einmal ist die Herbstsonne weich und lockend wie ein letztes Märchen. Hier und dort steht eine Stalltür offen und — wir sagten so, als wir Kinder waren — es riecht nach Kuh. Warm und gesund. Und die Häuser sahen mich neugierig und sehr erstaunt an: was will der bei uns, dessen Schritt stockend und ungewohnt scheint, anders als der Schritt der Männer, die in unseren Mauern wohnen? So ein Haus in der Stadt, nicht wahr — eins wie das andere. Aber in einem Dorf — da ist jedes Haus anders als fein Nachbar. Die hat fein Baumeister mit Maß und Zirkel errichtet, die find gewachsen wie ein Baum, Ring um Ring, aus dem Wissen der Vorderen, abgeneigt aller Glätte. Sie lieben die kleinen Gärten, die Ställe für das Pferd und die Kuh, die Scheuer für die Frucht des Sommers; sie sind dem Kleinvieh gut, dem wachen Hund: sie hatten das Ackergerät und wissen um das Herrentum des Bauern, der das Rückgrat deiner steinernen (Straften ist, lieber Freund in der groften Stadt. Die Zeit des Abendbrotes ist gekommen, und du willst endlich deine Ruhe haben. Die neuesten Meldungen in deiner Tasche versengen dir vor Ungeduld die Laune, das Radio wartet, die Tanzmusik — vielleicht auch Theater oder ein Buch. Laß aut sein — über mein Dorf geht die Abendglocke. Die Bäume halten still, dieweilen die Sterne aufziehen. Und die Mägde winden den Erntekranz und denken an die Fahrt zum Bückeberg. Der Führer wird seine Bauern grüßen, wie er die Arbeiter und Soldaten gearüftt hat. Es ist eine Truppe in drei starken Marschsäulen: Bauern, Arbeiter und Soldaten. Wir — du und ich — sollten uns da mit einreihen. Wir stehen allein sonst in unseren Mauern aus Stein. Essen das Brot, ohne zu wissen, woher es kommt. Leben und erleben eine Technik unter und über der Erde, ohne zu ahnen, wer sie geschaffen hat und täglich schafft. Lassen uns selbstsicher und ruhig den Schutz gefallen, den eine Wehr Tag und Nacht im selbstverständlichen Postengang für uns geht. * Ich bin noch einmal um mein Dorf gegangen. Es schläft schon im Schoß des Tales und unter dem Schutz der dunklen Bergrücken. Der Mond hält die silbernen Sterne, eine funkelnde Spange am Himmel. Ein Stück Brot will ich noch essen. Gesegnet der, dem eine liebe Hand es bereitet zur Nacht, die weiß um Erde und Sonne, Regen und Wind und um das heilige Feuer des Herdes. Was ich eigentlich will? Ja — das Geheimnis ist das: wir in der Stadt errennen alles, die auf dem Dorf erwarten alles. Und wir wissen so wenig von der Arbeit und dem Leben des Bauern. Laß uns gemeinsam auf Posten ziehen! Dein Heinrich Zerkaulen. DerCr-everbun-en, dem Himmelnahe... Oie Lebenswelt der deutschen Bäuerin. 23on Josefa Berens-Totenohl. Don der Lebenswelt der Bäuerin zu sprechen ist nicht ganz leicht für einen Menschen, der selber aus dieser Welt stammt, und der einen großen Teil seines eigenen Lebens in ihr verbrachte, das heißt: der in ihrer Arbeit stand, der ihren Atem atmete und der auch nachher mitten in dieser Welt blieb, wenn ihn die Aufgabe seines Lebens auch andere Wege führte. Das gilt von meinem Weg und Leben. Ich habe aus meiner bäuerlichen Welt heraus Gestalten geschaffen und an ihnen diese Welt aufgezeigt. Das ergab sich einfach so. Das war wie Die Arbeit an der Scholle selber. Aber in einem Aufsatz von dieser Welt auszusagen, so auszusagen, daß die bäuerliche Welt darin aufsteht, das ist schwer. Erst recht gilt das vom Leben der Frau auf dem Hofe. Freilich, man kann ihr Wirken und Schaffen vom frühen Morgen bis zum späten Abend beschreiben und viele Zeilen damit füllen. Die Bäuerin aber würde sich darüber wundern und fragen: Warum? Sie würde es nicht verstehen, wie man solches in den Mittelpunkt rückt. Was einfach selbstverständlich ist, darüber redet man nicht. Der Tag und das Jahr und die Menschen, die hindurchgehen durch diese Zeitspanne, sie alle stehen unter dem einzigen naturgegebenen Gesetz: dem des täglichen Brotes, dies Wort im weitesten und größten Sinne genommen. Es ist nicht ein Brotverdienen, es ist ein Brotschaffen, ein Brotschaffen für viele. Heute wissen wir, daß die vielen unser Volk sind. Der Erde verbunden, dem Himmel nahe! Das ist die Linie des Bauern. Das ist die Linie hundertmal mehr der Bäuerin, der Gesellin seiner Arbeit und seines Lebens, der Mutter seiner Kinder, der Betreuerin aller auf dem Hofe. Das gilt von der Frau, die dem größeren Hofe vorzustehen hat, wie von der Kleinbäuerin. Das Wesen dieser beiden Frauen ist dasselbe. Verschieden ist um ein Weniges die Art ihrer Pflichten. Von beiden müssen wir hier sprechen. Die Welt der Bäuerin des größeren Hofes ist ausschließlich das Haus, darunter Wohnung, Stallungen, Hof und Garten verstanden. Diese Frau hat Leute genug zur Hand, die eingespannt sind in den vielfältigen Dienst zwischen Saat und Ernte in Feld und Garten, zwischen Morgen und Abend in der Arbeit für Menschen und Vieh. Die Bäuerin legt selber mit Hand an, aber sie hat eigentlich die ganze Arbeit mehr zu führen als selber zu tun. Die Leute und ihre Aufgabe ruhen gleichsam in ihrer Hand und vor allem in ihrer Sorge, der beides anvertraut ist, die Arbeit und das Wohlergehen derer, die sie leisten. Die Frau sucht die Leute und wählt sie aus, alle Wünsche und Nöte der einzelnen aber schlagen bei ihr an, und sie muß für Recht und Unrecht einstehen. Sie hat die Leute einzugliedern in die Gemeinschaft auf dem Hofe und jeden an seiner Stelle zu halten. Sie hat dafür zu sorgen, daß jeder sein gesundes Leben hat, und wird einer krank, so beginnt erst recht ihre Pflicht. Die Frau ist Erzieherin der fangen Menschen auf dem Hofe, und bei denen, die in reifen Jahren stehen, bestimmt doch wieder die Frau den Ton, in welchem das Gemeinschaftsleben dort vor sich gehen muß. Es ist ein anderes, das Gemeinschaftsleben auf einem Hof und das in einer Fabrik. Diese erzieht Arbeitskameraden, der Hof formt die Lebensgemeinschaft, in deren Mitte immer „die Frau" steht. Daß ich von dem gesunden Hof spreche, der seinen festen Boden hat und dessen Wurzeln in ebenso festem Geschlechterboden verklammert sind, ist klar. In diesem Boden nun hat die Frau die feinen Fäden der Vergangenheit zu erfühlen und sie weiterzuspinnen ins Kommende, sie, die selber aus der eigenen Sippe herausgelöst wurde und in die des Mannes eintrat. Es ist ihr auferlegt, zu tragen und zu bewahren, was als Lebens- und Kraftstrom aus der Vergangenheit herauswirkt in den neuen Tag und in das gegenwärtige Leben auf dem Hofe. Man merkt es bald, ob sich eine junge Frau der Sippe des Mannes einzufügen vermag, ob sie dieser Sippe neues Wachstum zubringt, oder ob sie vielleicht die Linie des Hofes umbiegt nach ihrer Richtung, oder ob sie wegen eigener Unzulänglichkeit eine Lücke bleiben wird. Es ist durchaus möglich und bedeutet keineswegs immer einen Schaden, wenn die neue Bäuerin, beseelt von einer starken eigenpersönlichen Kraft, die lange Linie einer Bauernsippe plötzlich nach anderer Richtung hinüberzwingt. Datz. kann durchaus eine Bereicherung oder Erneuerung der Geschlechterfolge sein, und man kann beobachten, daß in solchem Falle für einen Hof etwas wie eine neue Zeitrechnung anhebt. Man spricht von dieser Frau und ihrer Zeit, wenn man die Geschehnisse und Schicksale des Hofes berichtet, und es ist schon eine große Ehre dabei. Es ist mit Höfen wie mit Königreichen, daß immer einmal zwischen starken schöpferischen Männern auch ebensolche Frauen stehen. Diese sind vereinzelt, überglänzen dann aber viele, viele Zwischenglieder. Diese Frauen, ausgerüstet mit großer Kraft, haben ihre Wurzeln allemal in gutem Erdreich der eigenen gesunden Geschlechter- reihe. Indem wir von der Pflicht der Bäuerin an dem Leben der Sippe sprechen und damit zugleich von ihrer Pflicht am Leben des Volkes, so steht inmitten dieser Pflicht die eigene Nachkommenschaft, das Kind. Ihm wird natürlich in unvergleichlich höherem Maße all die Sorge zuteil, die an sich schon jedem Glied, das unter dem gemeinsamen Dache lebt, zugewandt werden muß. Es ist auf dem deutschen Bauernhöfe noch immer so, daß dort viele Kinder aufwachsen, und es ist noch immer so, und wo es anders war, wird es doch wieder so fein, daß der älteste Sohn den Hof erbt. Die andern Kinder müssen ins Leben. Die Töchter werden meist wieder Bäuerinnen auf andern Höfen. Die Söhne heiraten auf Höfe, denen Söhne fehlen, oder sie werden Siedler, oder sie erringen sich irgendwo im bewegten Leben in der Stadt einen achtbaren Platz und tragen ihren ungebrochenen Kraftstrom herüber in den großen Verbrauch der Kräfte daselbst, der sich nur erneuern kann aus dem unaufhörlichen Zustrom vom Lande. Das ist die lebendige und ordnungsmäßige Regelung des Volkslebens an sich. Wir müssen nun noch ein besonderes Wort über das Leben der Kleinbäuerin anfügen. In vielem steht sie unter dem Gesetz des eben Gesagten, und gerade der letzte Gedanke berührt sie sehr stark. Gerade ihre Söhne liefern der Stadt besonders wertvollen Zuwachs an Kraft, da sie, an härteste Arbeit gewöhnt, einfach in ihren Bedürfnissen, allen Schwierigkeiten und Entbehrungen des Lebens gewachfen sind, wenn solche über die Städte und ihre Arbeiterschaft kommen. Ihre Töchter sind an Arbeit gewöhnt und wissen sich auch mit geringen Mitteln einzurichten und dem Arbeitsmann in der Stadt ein Heim zu schaffen, in welchem noch die Gesetze des ländlichen Lebens nachwirken und für Kind und Mann Segen schaffen. Wenn ich von Entbehrungen, von Härte des Lebens spreche, so darf man diese Worte in bestimmtem Sinne durchaus auf die Bäuerin des kleinen Hofes anwenden, und das ganz besonders in Gegenden, die kargen Boden haben und damit wenig ertragreich sind. Diese kleinen Höfe erlauben wenig oder gar keine Hilfskräfte. Während die Frau des größeren Besitztums einen Stab Dienstleute um sich hat, der es ihr zum Beispiel gestattet, in Tagen der Krankheit oder sonstiger Behinderung auch ihre eigenen Arbeiten auf andere Schultern zu legen, so wartet auf dem kleinen Hofe alles auf die Frau. Fehlt sie, dann ist keiner an ihrer Stelle. Die Frau ist dem Manne Gehilfin und Knecht. Sie ist Magd und Mutter. Wenn sie mit dem Mann vom Felde heimkommt, beginnt ihre Hausarbeit für den Abend, für das Abendbrot und die Derforgung ihrer Familie, wie für die vielfache Arbeit in Haus und Stall. Bis in die Nächte hinein geht die Arbeit, und mit der frühesten Morgenstunde beginnt sie neu. Aus dem Munde einer solchen Frau hörte ich einmal folgendes Wort, das sie so einfach dahinsagte, als erzählte sie mir zufällig: „Ich habe mich immer aufs Wochenbett gefreut, dann bekam ich meinen Flickenschrank leer'. Diese Bäuerin hatte neun Kinder. Das letzte wurde drei Wochen nach dem Begräbnis des Bauern geboren. Die Frau hat ihre Kinder im bestem Sinne allein großgezogen, indem sie an den Arbeitsplatz des Bauern einen Knecht setzte, der zuverlässig war. Der älteste Sohn wurde ihr Nachfolger. Dieses harte Leben der Frau auf dem kleinen Hofe wird gelebt ohne Klage, als Gegebenheit. Schlimm ist es, wenn Krankheiten eintreten. Dann wird von der Bäuerin das Letzte verlangt, und sie gibt es her, nicht mit großer Geste. Froh ist eine solche Frau schon, wenn ihre Kraft durchhält, bis sie einige Hilfe an den Kindern hat. Sie freut sich, wenn das älteste Kind ein Mädchen ist, obschon sie dem Bauern den Stammhalter schon gern gönnt, denn bas Mädchen wird ihre erste Magd, hilft arbeiten, es betreut die nachfolgenden Kinder und ist neben der Mutter deren Erzieherin. Darin unterscheidet sich das Leben der Frau auf dem kleinen Hofe von dem der andern Bauersfrau, daß ihr Kreis enger, ihr tagtägliches Leben härter ist. Es ist keine Seltenheit, auf dem Lande hoffende Frauen in sengender Sonnenglut hinter der Sense des Mannes gebückt zu sehen, wie sie das Korn abnehmen und in Garben binden. Diese Frauen stehen an ihrem Platze bis zur Erschöpfung. So sehen wir auf dem Lande viele vorzeitig gealterte Frauen und krummgearbeitete Mütter. Wir sehen frühes Siechtum, schweigend getragene Schicksale, daß wir, wenn wir ihnen unversehens begegnen, erschrocken still sind. Alltagsheldentum steht vor uns. uns. Wenn ich nun so viel von der Bäuerin spreche und vom Bauern schweige, so heißt das nicht, als stehe er nicht als erster über dem Hof. lieber den Bauern anders als in bezug auf die Frau zu sprechen, ist hier nicht meine Aufgabe. Da aber auch sein Leben hart ist, karg und schwer zu bewegen wie die Erdscholle, so darf man darüber nicht verwundert fein, wenn im Bauernhaus der Umgangs» ton ebenso schwingt, wenn sich die Menschen nicht anders begegnen als die Dinge es fordern, wenn sie alles Weichere und Tiefere zurückdrängen, in heimliche Räume der Seele. Es scheint dann dem Fremden, als fei wenig inneres Leben, als fei nur geringes Zueinanderfühlen der Menschen vorhanden, weil kein Mund darüber redet. Dem ist aber nicht so. Zärtlich z. B. ist die Bäuerin mit ihren Tieren, die ihre Freunde sind. Das gilt besonders von der Frau des kleinen Hofes, die mit den weni- gen Tieren viel enger lebt, als die vom größeren Hof. Ihnen sagt sie Kosenamen und warme Worte, die sich nicht sehr viel unterscheiden von der Sprache, die sie mit dem kleinen Kinde führt. Ge- gen Erwachsene aber ist alle Rede verschlossen. Da wird es kaum geschehen, daß die Kinder je eine Zärtlichkeit der Eltern wahrzunehmen bekommen. Es wird nur das Notwendige gesprochen. In Kernsätzen spricht der Bauer, und wenn es mit weniger geht, ist es ihm noch lieber. Wenigstens gilt das von unserm Volksstamm, dem westfälischen. Wir bedürfen der vielen Worte nicht. Wir nehmen auch die Natur, so sehr wir sie lieben, nicht romantisch. RUHL Seilersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen l897D H Wir sind in ihr, sind ein Stück von ihr, leiden an ihr und werden von ihr gesegnet. So fügt sich auch die bäuerliche Lebensgemeinschaft in ihre Gesetze, und sie weiß es nicht anders. Es ist der Acker, aus dem Früchte wachsen, und wieder ist es am tiefsten und unverlierbarsten die Frau und Mutter auf dem Hof, die hofft und sich hingibt, damit der Himmel mit feinem Licht und seiner Wärme, seinem Regen und seinen Stürmen allem Leben seinen Segen gebe. Aus diesem namenlosen Kreis des Bauerntums ragen dann Einzelne heraus, die berufen sind, Zeugnis abzulegen von dem starken und tiefen Leden, das sich birgt in Verborgenheit, bas mit harten Händen und rauhen Gebärden am Werk ist: treu der Erde, dem Himmel nah. Menaue. Das vierte Neubauerndorf im Hess. Ried. NSG. Am Sonntag legt Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger Den Grundstein zu dem vierten Erbhöfedorf im Hessischen Ried, das fett der nationalsozialistischen Regierungszeit geschaffen wird. Das neue Dorf, dessen Häuser ebenfalls im alemannischen Stil gebaut werden, umfaßt 3 0 Bauern st eilen mit je 50 Morgen Land, von denen 18 Morgen um das Haus herum liegen. Hessenaue ist ebenso weitläufig gebaut wie Allmendfeld, seine Häuser sind allerdings in ihrem Wirtschaftsraum etwas größer. Im Untergeschoß des Wohnhauses sind drei Zimmer, eine Wohnküche und eine große Vorratskammer eingerichtet, der obere Stock kann zu vier Zimmern ausgebaut werden. Durch eine Brandmauer getrennt liegen unter dem gleichen Dach die Ställe und die Scheuer. Das neue Dorf Hessenaue setzt sich aus Teilen der Gemarkungen Geinsheim, Astheim, Trebur und Kornsand zusammen. Es entsteht auf dem Gelände, das 1925 bis 1929 vom Astheimer-Erfelder Ent- wässerungsverband bearbeitet worden war, wodurch die Gemeinden in Millionenschulden gestürzt wurden, von denen noch nicht einmal die Zinsen gezahlt werden konnten. Um diesen Verband zu sanieren, wurde die neue Siedlung durchgeführt, ohne die neuen Siedler zu belasten. Für das neue Dorf wird fiskalischer Boden, größerer Privatbesitz und Allmendbesitz sowie noch anderes Land der Gemeinden besiedelt, um die Schuldenlast aus den damaligen Jahren hinwegzubekommen. In dem neuen Dorf errichtet der Kreis Groß-Gerau e i n Schulhaus, in dem auch die Räume für die Bürgermeisterei und die Ortsgruppe der NSDAP, untergebracht sind. Gegenüber der Schule werden zwei Fachwerkbauten errichtet, in die der weibliche Arbeitsdienst zieht, der für jeden Siedler eine Maid als Siedlerhilfe abstellt. Im Hessischen Ried sind damit bisher insgesamt 117 neue entweder fertige oder noch im Bau befindliche Erbhöfe erstellt worden, von denen allein seit April 1937 59 Bauernhöfe in 150 Arbeitstagen gebaut wurden. Am Tage der Grundsteinlegung für Hessenaue wird der Gauleiter auch den Erbhöfeweiler Worms-Rosengarten einweihen, der bereits von einigen Familien bezogen ist. Es liegen bereits die Pläne für ein weiteres Neubauerndorf am Kammerhof bei Leeheim vor. Abendlicher Erntegarten. Von Johannes Linke. Voll Klarheit wie ein seltner Traum Lag das Gebirg ins Abendgold ergossen. Die Blätter rührten sich im dunklen Baum. Ich hielt mich an die höchsten Leitersprossen Und schaute in den auferblauten Raum. Voll Klarheit wie ein reiner Blick Hielt Berg um Berg die weite Sicht umfriedet. Leise fiel eine Frucht im Reifeglück, Als wie vom eignen süßen Saft ermüdet Zum Grunde ihres Auferstehns zurück. Voll Klarheit wie ein tiefes Wort Umhegten Hang und Täler, Wälder, Matten Den Erntegarten als ein guter Hort. Ich schwang mH aus dem vollen Blätterschatten Und trug den schweren Korb durchs Leuchten fort. Oreiklang der Ernte. Von Mar6 Stahl. Wahrscheinlich würde man sich nicht so der Ernte freuen, wenn nicht jenes Gramm Wehmut dabei wäre, das erst der Freude den wahren Adel verleiht. Es hebt das Erntedankfest weit über banale Lustigkeit hinaus, es gibt ihm bei aller Ausgelassenheit Tiefe und Würde und der Strom des Ueberflusses treibt den nachdenkenden Menschen nicht zu Uebermut und Schwelgerei, sondern ruft ihm die leise Ahnung des Todes wach, der Halm, Korn und Erde ergriffen hat. 211tc Volksmärchen berichten davon, wie es den Ruchlosen ging, die das heilige Brot in den Schmutz trafen oder die das Getreide lieber in den Speichern verfaulen ließen, als es den Hungernden zu geben. Sie wurden von der Erde verschlungen, von Sturmfluten fortgespült, im Kerker von Mäusen gefressen. Darum ist es symbolisch, daß man am Tage des Erntefestes mit vollen Händen Trank und Speisen allen gibt, denen, die gearbeitet haben und denen, die darum bitten. Jeder, der das Korn seines Ackers glücklich hereingebracht hat in den Scheunen, fühlt sich veranlaßt, einen Teil davon freudig zu verschenken. Er möchte ein Opfer bringen, um sich den Segen des Himmels auch ferner zu sichern. Kein Fest kann man mit fo guten Gewissen feiern, wie dieses. Es ist wirklich das Ausruhen nach getaner Arbeit, denn nicht nur die Ernte, sondern alles Pflügen, Säen und Ackern, alle Arbeit des ganzen Jahres ist damit eingeschlossen. Man flicht einen Kranz aus Aehren: den Erntekranz! Und auch das ist symbolisch. Der Mensch, der Natur entfremdet, ist lange entwöhnt, Kränze zu winden. Er tut es nur außer dieser zu zwei Gelegenheiten: zu Hochzeit und Begräbnis, zu Anfang und Ende. So liegt auch in diesem Kranz der Anfang und das Ende des Daseins beschlossen. Der heutige Mensch wünscht etwas Lebendiges inmitten der Ueppigkeit der Technik, er fühlt sich beinahe überflüssig in der sinvoll funktionierenden Maschinerie, die sein Leben regiert und bestimmt. Darum stürzt er sich heute um so lieber in den Taumel eines Festes, der die Krönung eines lebendigen Vorgangs ist, wie Wachsen, Blühen und Ernten. Sein Jubel ist der Jubel darüber, daß diese so selbstverständlich und primittv erscheinenden Dinge auch von den kompliziertesten Maschinen nicht nachgemacht werden können. Und wenn ihm auch dieser Gedanke nicht klar bewußt ist, so wirft er sich doch mit der Hingabe an dieses Fest der allmächtigen Natur noch einmal an die Brust. Alles das klingt aus dem Brummen der Bässe, dem Tirilieren der Klarinetten, dem Schmettern der Hörner, dem feierlichen Schlag der großen Pauke. In einem uralten Ritus wirbelt der Schnitter im Tanz über die Tenne, stampft vor Freude den Boden, wirft seine Tänzerin in die Luft, trinkt reichlich Bier und Wein, ißt Braten und Kuchen im Vollgefühl seines lebendigen Daseins, das sich ihm noch einmal offenbart in der Fülle Der geborgenen Ernte und in zahllosen frohen Gesichtern, die sich ebenfalls ihres warmen Lebens freuen, das uns nur für kurze Zeit geschenkt ist und das wir nützen sollen. * Korn, Wein und Obst bilden den schönen Dreiklang der Ernte. Die süße Frucht der Bäume gefeilt sich gern zu den reich mit Korn gesegneten Landstrichen, an Wegrainen und Straßenrändern breiten sich die gewaltigen Laubkronen noch früchteschwer über das schon abgeerntete Feld. Das Obst braucht etwas längere Zeit, ehe es von der hauchzarten, rosigen Blüte zum grünen, winzigen Fruchtknoten weiter zum saftstrotzenden Apfel wird. Seine Verwandlung ist viel augenfälliger, bunter und lustvoller. Der Obstbaum ist auch ohne den Nutzen schon ein herrlicher Baum, schön anzusehen für das Auge, sowohl in dem phantastischen Flor seiner Millionen Blüten, wie unter der Last seiner bunten Früchte. Die Hand, die den Apfel vom Baum pflückt, empfängt ihn wie ein Geschenk von oben. Jeder Apfel vom großen Baum ist eine Kostbarkeit für sich in Form und Farbe. Er prangt in allen Farben des Sonnenuntergangs von goto bis rot, gestreift und geflammt oder erinnert an das zarte, helle Grün des herbstlichen Abendhimmels oder an das wachsbleiche Licht kurz vor der Morgendämmerung. Kein Maler könnte ihn so schön malen, wie er wirklich ist. mit allem Saft, aller Frische, mit der ganzen Plastik seiner wohlproportionierten Buntheit. Wunderbar ist dieje Erntezeit in den Gebieten am Bodensee, an der Bergstraße oder im Kaiserstuhl, wenn die schwanken Leitern hoch in die Kronen der Bäume hinauf streben, auf denen die Pflücker stehen und Korb auf Korb herunterreichen, jeder wie Stück heruntergefallenen Himmels anzusehen. Lastwagen auf Lastwagen führt tonnenweise den Segen fort und wunderbar ist der Duft der Obst- speicher, dessen Zartheit kein noch so kunstvoll gemischtes Parfüm erreichen kann. Sichtbar ruht der Segen des Himmels auf den Landstrichen, wenn Baum an Baum, von vielen Stangen gestützt, fast anzusehen wie ein Haus, in üppiger Fülle dasteht. Man wünschte sich die Palette niederländischer Maler, um alle die Tönungen vom tiefften Blau der Pflaumen bis zum roten Samt der Pfirsiche zur golbgrünen Seide der Muskatellerbirnen zu probieren, um festzustellen, daß man sie nicht wiedergeben kann. Aber das lieblichste und das freudigste ist die Weinernte. Nichts kommt der Harmonie der Weinberge gleich, die im schimmerndem Graugrün sich sanft unter dem Herbsthimmel hinstrecken. Ein strenges Gesetz bewacht die Zeit der Reife. Wächter patrouillieren durch Die Rebhügel, befugt, auf jeden zu schießen, der Mine macht, das Mysterium der Vollendung der Trauben zu stören. Nicht einmal der Besitzer des Weinberges darf sich dem Weinstock nahen, den er in unablässiger harter Ar- beit gepflegt, vom Unkraut befreit, gegen Krankheit geschützt hat. Der großen Reife geht eine klösterliche Stille vorauf, vor der großen Ausgelassenheit der Winzerfeste herrscht andachtsvolle Sammlung, man naht dem Wein als dem göttlichen Trank, dem besondere Ehren erwiesen werden müssen. Die Weinernte ist ein lyrisches Fest. Die Arbeit vorher im Weinberg war hart, desto heiterer ist der Schluß, man singt und lacht dabei, eilt mit den Kufen aus dem Rücken den Weinberg hinaus und hinunter. Die Kornernte gestattet kein Aufsehen, keine Rast, sie ist viel ernster und schweigsamer. Frohsinn quillt aus dem Wein. Er ist die herrliche Ergänzung zum ersten, notwendigen Brot. Er ist mit seinem Feuer, seinem Duft, seinem berauschenden Uebermut das Quentchen Freude im Leben, das der Mensch braucht, um den großen, schweren Ernst Des Lebens mit Fassung zu tragen. ©er verkannte Schottenrock. Wie unbekannt die Art und das Aussehen des englischen Gegners im Anfang des Weltkrieges den deutschen Soldaten im allgemeinen gewesen ist, zeigt eine luftige Episode, die in „Reclams Universum'' nach den Berichten Walter B l o e m s , Der damals Hauptmann und Kompanieführer war, wiedererzählt wird. Die Husaren hatten einen verwundeten englischen Oberst und einen Major gefangen genommen. Der Oberst trug ein kurzes Khakijäck- chen, ein blaues Schulbubenmützchen mit zwei langen schwarzen Seidenbändern, ein blau und schwarz tariertes Plisseeröckchen, unterhalb dessen bis zu Den kurzen Söckchen, Das aus Den gelben Schnürschuhen hervorlugte, Die muskulösen haarigen Beine nackt geblieben waren. Er war also ein Hochländer. Als Die beiDen Gefangenen fortgebracht waren, trat der Sotoat Niestrawski aus seiner Kompanie an Bloem heran. „Sein pfiffiges Gesicht bebte vor Entrüstung", erzählt Bloem weiter. „Herr Hauptmann, Det is Doch eene Lerneinheit: Det haben Doch nid) unsre Husaren getan —!" „Was Denn, mein Junge — " „Haben verflüchtige SchweinehunDe Doch wahrhaftig ihrem eigenen Oberst die Buxen ausgewogen!" Ich lachte Tränen. „Aber nein, mein Guter, solche Schubjäcker sind die Tommys doch nicht. Das wirst du wohl nächstens noch öfter erleben: der Oberst ist von einem Hochländerregiment, das ist ein Schotte — dies tarierte Ballettröckchen, die Söckchen und dazwischen die nackten Beine, das ist bei diesen schottischen Regimentern die vor- schriftsmäßige Uniform!" Niestrawski glotzte mich einen Augenblick lang verständnislos an; bann überzog ein breites, verschmitztes Lächeln seine bart- umfransten Wangen, und prustend trat er in die Kolonne zurück, erzählte halblaut den erwartungsvollen Kameraden: „Hauptmann hat jroßartigen Witz jemacht, jroßartigen Witz; hat jesagt, bei schot- tische Engländer is nackigte Beine Uniform!" Und die ganze Kompanie schüttelte sich vor Lachen über den jroßartigen Witz ihres Häuptlings." OasprogrammdesErntedanktageslSA? Bückeberg, 1. Okt (DRB.1 Das Programm des diesjährigen Erntedonktages sieht folgende Veranstaltungen vor: Samstag, 2. Oktober, 16 Uhr: Empfang der Abordnungen des Reichsnährstandes durch Reichsminister Dr Goebbels namens der Reichsregierung in der Mafchfee-Gaststätte Hannover. Nachmittags treffen die ersten Sonderzüge aus allen Teilen des Reiches ein Die Teil- nehmer werden, soweit sie bis Sonntag früh vor 5 Uhr eintreffen, in Privat- und Massenguortieren untergebracht. Sonntag, 3. Oktober: Ab 7 Uhr Abmarsch von den Quartieren zum Bückeberg. Von 9 bis 11 Uhr konzertieren sechs vereinigte Musikkorps der Wehrmacht. Abwechselnd wird ein Massen- chor von 15000 Sängern Chöre und Volkslieder zu Gehör bringen. Um 10 Uhr marschieren 3000 Teilnehmer in bäuerlichen Trachten, 90 Abordnungen des Landjahrs und 60 Erntehelfer der Deutschen Studentenschaft längs des Mittelweges auf. Um 11 Uhr marschie- ren Fahnen und Feldzeichen der Bewegung zum Aufstellungsplatz auf der unteren Tribüne. Dazu spielt der SA -Musikzug der 621.» Gruppe Niedersachsen den Marsch „7 0 Millio- ne n — ein Schlag" Die ausmarschierten Sänger singen diesen Marsch mit. Um 11.30 Uhr marschieren die Ehrenkompanien der Wehrmacht auf. Gegen 12 Uhr frifff der Führer am Vückeberg ein. Eine Batterie feuert 21 Schuß Salut. Nachdem der Führer die Front der Ehrenkompanien der Wehrmacht und der Ehrenformationen der Gliederungen der Bewegung abgeschritten hat, begibt er sich auf dem Mittelweg zur oberen Tribüne Dort überreicht ihm eine Abordnung des Gaues Ostpreußen eine Erntekrone und dem Reichs- bouernführer einen Erntekranz. Beim Eintreffen des Führers auf der oberen Tribüne blasen Fan- farenbläfer der Wehrmacht die Führer- Fanfare Dann beginnt die große Schauübung der Wehrmacht, die gegen 13 Uhr beendet ist Der Führer begibt sich daraus wieder zur unteren Tribüne, wo zuerst Reichsminister Dr Goebbels und dann Reichsbauernführer Darrs kurze Ansprachen halten Um 13.45 Uhr spricht der Führer. nach Beendigung der Rede Abschuß von F a l l - schirm-Fahnen- Bomben. Die Kundgebung ist beendet. Von 16 Uhr veranstaltet die NSG „Kraft durch Freude" in Hameln, Tündern und Emmerthal D o l k s f e st e bis zur Abfahrt des letzten Sonder- zuges. Am Abend des 3. Oktober werden die Ehrenabordnungen des Reichsnährstandes vom Führer in der Kaiserpfalz zu Goslar empfangen. Nach dem Empfang wird das Iägerbataillon Goslar den Jäger -Zapfen st reich spielen Danach werden von den Bergen rund um Goslar große Holzstöße abgebrannt. „70 Millionen - ein Schlag/' Bückeberg, 1. Okt. (DNB) Neben den vielen bekannten Marschliedern der Bewegung wird in Zukunft der von Peter Kreuder komponierte Marsch „7 0 Millionen — ein Schla g"^ bevorzugt bei feierlichen Anlässen, insbesondere beim Einmarsch der Fahnen, gespielt werden. So wird auch bei dem Einmarsch der Fahnen aus dem Bückeberg am kommenden Sonntag um 11 Uhr dieser zündende Marsch, der sich in allen Gauen unseres deutschen Vaterlandes wachsender Beliebtheit erfreut, von dem Musikzug der SA.-Gruppe Niedersachsen mit Unterstützung von 15 000 Sängern zu Gehör gebracht werden Die letzten Vorbereitungen aus dem Vückeberg. Oie Generalprobe der Wehrmacht. Bad Pyrmont, 1. Okt. (DNB.) Das große Geschehen der letzten Woche hat den Blick etwas abgelenkt von den Vorbereitungen zu dem Erntedankfest des deutschen Volkes, das Sonntag wieder auf dem Bückeberg im schönen Weserbergland feierlich begangen wird Umfangreich sind die Vorbereitungen auf dem Festplatz selbst und in seiner weitesten Umgebung. Riesige Erntekränze, prächtiger Blumen- und Fahnenschmuck zieren bereits Städte und Dörfer Große Zeltstädte sind am Fuße des Berges erstanden, um die Hunderttausende aufzunehmen, die aus allen Gauen des Reiches hier zusammenströmen. 230 Sonderzüge sind angemeldet, darunter viele Urlau- verzüge, die die Volksgenossen zu einem mehrtägigen Besuch ins Weserbergland bringen. Die ersten Sonderzüge sind bereits in Hameln und in Bad Pyrmont eingelaufen. Volkstums- und Trachtengruppen kommen in großer Zahl Die NS.-Gememschaft „Kraft durch Freude" hat für die Volksfeste in Hameln zwei große Freilichtbühnen und zahlreiche Zeltstädte errichtet. Zum ersten Male werden an dem Staatsakt Sänger aktiv teilnehmen Am Samstagnachmittag findet auf dem Berg die große Generalprobe eines gewaltigen Sängerchores unter Leitung von Kapellmeister Stenzel vom Deutschlandsender statt. 1500 Politische Leiter sind aufgeboten, um die Son- derzuasteilnehmer auf kürzestem Wege in ihre Quartiere oder auf den Aufmarschplatz zu bringen Freitag pilgerten schon viele Tausende zum Bücke- berg, um der Generalprobe der Wehrmacht beizuwohnen Infanterie Kavallerie, Artillerie, Kraftradschützen, Panzerwagen, Panzerabwehr, leichte und schwere Flakartillerie, Iagd- unb Sturzkampfstaffeln, insgesamt mehr als 10 000 Mann nhmen an dieser Schauübung teil. Bei prachtvollem sonnigen Herbstwetter wickelte sich der spannende Kampf um das von Pionieren erbaute „Bückedorf" unter lebhafter Teilnahme der Zuschauer ab. Nach Beendigung der Probe hielt die Organisationsleitung, die hier schon seit Wochen an der Arbeit ist. eine Schlußbesprechung ab, in der festgestellt werden konnte, daß alles getan ist, um den reibungslosen Ablauf der großen Kundgebung sicherzustellen, daß vor allem aber auch für die Heranbringung und Verpflegung sowie für den Abtransport der vielen hunderttaufend Volksgenossen in jeder Hinsicht Sorge getragen wird. Die Reichsbahn hat außer den 1200 Eisenbahnern, die für die Begleitung der Sonderzüge erforderlich sind, noch 1300 Beamte auf den umliegenden Bahnhöfen eingesetzt. Die Reichspost hat ein großes Fernmeldenetz für die Organisationsleitung bereitgestellt, das den An- und Abmarsch der Hunderttausende regelt. Zahlreiche Lautsprecher sorgen dafür, daß jeder Festteilnehmer die Rede des Führers und des Reichsbauernführers hören wird, durch den Rundfunk wird jeder deutsche Volksgenosse die Feierstunde miterleben An verschiedenen Stellen der Weser sind die Pioniere noch damit beschäftigt, eine Anzahl von Pontonbrücken über den Fluß zu legen, um den Wagen- und Fußgängerverkehr zu beschleunigen. Der Festplatz ist weiter umgestaltet worden, so daß der Ort jetzt in ganzer Neigung nach unten abfällt und dadurch jedem Teilnehmer die Möglichkeit bietet, nicht nur die Hebungen der Wehrmacht genau zu verfolgen, sondern auch den Führer deutlich zu sehen, wenn er den Weg durch die Bauern- und Landarbeitergruppen hindurch nehmen wird Diplomaten als Ehrengäste ans dem Vöckebero. Berlin, 1. Okt. (DNB.) Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda hat auch in diesem Jahre die fremden Missionschefs mit ihren Damen als seine Ehrengäste zur Teilnahme an der feierlichen Begehung des Erntedanktages au dem Bückeberg am 3. d. M. eingeladen Dieser Einladung werden nachstehende Missionschefs Folge leisten: Die Botschafter der Türkei, von Japan, Italien und Brasilien, die Gesandten von Griechenland, Finnland, Uruguay, des Irak, von Lettland, Jugoslawien, Ungarn, Belgien, Estland, Bolivien, der Niederlande, von Bulgarien und Guatemala; ferner die Geschäftsträger der Vereinigten Staaten, von Großbritannien, Polen. Südafrika. Columbien, Litauen, Dominika, Iran, Venezuela, der Schweiz, von Rumänien und Luxemburg. Die Diplomaten verlassen Berlin in einem Sonderzug am Sonntagmorgen und kehren am gleichen Tage abends nach Berlin zurück Sie werden vom Ches des Protokolls Gesandten von Bülow-Schwante begleitet. Ferner nehmen Staatssekretär von Mackensen und Ministerial- I rat Dr. Ott an der Fahrt teil. Die Aeubtldmtg deutschen Vauerntums. 3300 neue Bauernhöfe, 10000 Landzulagen im Jahre 1936. Berlin, 1. Okt. (DNB.) Die Neubildung deutschen Bauerntums ist im Jahre 1936 durch E r - rlchtung von 3300 neuen Bauernhöfen mit 60 000 Hektar Gesamtfläche und dutch Abgabe von über 10 000 Landzulage n Mit einer Gesamtfläche von 22 000 Hektar weiter gefördert worden. Insgesamt wurden rund 82 000 Hektar zu Siedlungszwecken neu erworben oder bereitgestellt. Diese Fläche ist um 15 000 Hektar größer als im Durchschnitt der Jahre 1919 bis 1932. Sie bleibt allerdings hinter dem Siedlungsergebnis der Jahre 1933, 1934 und 1935 zurück, ba im Jahre 1936 andere staatspolitische Ausgaben, hinter denen die Neubildung deutschen Bauerntums zuruckzu- treten hatte, vordringlicher durchgeführt werden mußten. Der Grundsatz, jedem neuen Bauernhof durch ausreichende Flächenzuteilung eine gesicherte Wirtschaftsgrundlage zu geben, hat im Jahre 1936 zu einer weiteren V e r g r o ße rung der Neubauernhöfe geführt Im Ge- samtdurchfchnitt entfiel 1936 auf einen Neubauernhof eine Fläche von 18,2 Hektar In den Jahren von 1919 bis 1932 war eine Neusiedlerstelle durch- schnittlich nur 10,5 Hektar groß Mit der Durchsetzung der neuen Richtlinien stieg öie Fläche eines Hofes auf durchschnittlich 12,3 Hektar im Jahre 1933, 15 Hektar im Jahre 1934 und 17.5 Hektar im Jahre 1935 1936 wurde demnach mit 18,2 Hektar Oer bisher höchste Gesamtdurchschniti erreicht Auch bei der zur Vergrößerung und wirtschaft' lichen Festigung bestehender landwirtschaftlicher Kleinbetriebe durchgeführten Anliegersiedlung wurde die dem einzelnen Anlieger zugeteilte Fläche vergrößert. Im Reichsdurchschnitt war 1936 eine Landzulage 2 Hektar groß. Im Vorjahr entfielen auf eine Landzulage durchschnittlich 1,8 Hektar und im Durchschnitt der Jahre 1919 bis 1932 nur 1,5 Hektar. Die insgesamt in diesem Jahr an Landzulagen verteilte Fläche von 22 000 Hektar ist mehr als doppelt so groß wie die im Durchschnitt der Jahre 1919 -bis 1932 jährlich im Wege der Anliegersiedlung verteilten Flächen In dem genannten Zeitraum wurden durchschnittlich in jedem Jahr nur 6900 Landzulagen mit durchschnittlich 2000 Hektar verteilt Der am 1. Januar 1937 für die Neubildung deutschen Bauerntums bei den Siedlungsgesellschaften vorhandene Landvorrat belief sich auf 101 000 Hektar. ________________________________ Hauptjchriftleiter: Ur Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder Dr Fr W Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für Öen Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A VIII. 37: 9090 Druck und Verlag Brühlfche Universitätsdruckere' R Lange K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugs, preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr mit der Illustrierten 15 Ps mehr Einzelverkaufs- vreie 10 P' und Samstags 15 Pf mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1 Juni 1935 gültig. ■■cnn I 1 W ß^nun^ißn Sp^zin^Bcimp^fß^ ifb& £ct&egfzw/-, Beu? in Bete onvern nur Zeugnis- abjchriften Dem Bs- werbungsjchreiben beilegen i — Lichtbilder unoBewerbungSunter- lagen müssen zur Be» meidung von Verlusten aus Der Rückseite Hamen und Änschriit oeS Bewerbers tragen! w S«MßeMe SHiies-liiiei für grösieren Haushalt sofort gesucht. 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P (Member of Parliament) auf seiner Visitenkarte ganz besonders stolz ist, Anspruch darauf, als ehrenwertes Mitglied dieses Hauses angesprochen und behandelt zu werden. Er gehört also, kurz gesagt, einem Kreis an, der sich, so meinen wir und mit uns sicher auch mancher gute Brite, aus den besten Männern der Nation zusammensetzt. Wenn wir auch schon seit geraumer Zeit leise Zweifel hegen, ob wirklich im Unterhaus die Elite des englischen Volkes zusammengeschlossen ist, so dürfen wir heute die Feststellung treffen, daß davon, soweit der oben erwähnte Mr. Barnes in Frage kommt, keine Rede mehr sein kann. Denn dieser Herr hat es für richtig gehalten, in einer öffentlichen Kundgebung in Eastham bei der Behandlung der deutsch-italienischen Zusammenarbeit Ausdrücke zu gebrauchen, die jedem gesitteten Menschen die Schamröte ins Gesicht treibt. Er hat sich benommen, daß einem die Worte fehlen, um dieses Verhalten richtig zu kennzeichnen. Wenn er den Führer und den Duce mit Gangsters, mit den oerabscheu- unswürdigsten Elementen der Chikagoer Unterwelt, auf eine Stufe stellt, dann kann man nur den Verfall der guten Sitten in England bedauern. Wenn aber einer von den Besten der britischen Nation dieses unglaubliche Verhalten an den Tag legt, so muß man sich fragen, wie es um diese Nation selbst bestellt ist. Wir sind weit davon entfernt, verallgemeinern zu wollen, wir können aber nicht umhin festzustellen, daß das englische Volk selbst die Schuld daran trägt, wenn auf seinem Boden fremde Staatsoberhäupter und Staatsmänner in geradezu unbeschreiblicher Weise beleidigt werden können. Es hat bis heute nichts getan, um jenen Elementen das Handwerk zu legen, die in Wort und Schrift Deutschland schmähen und sich obendrein noch überheblich hinstellen und uns Anstandsregeln beibringen und Derhaltungsmaß- nahmen erteilen wollen. Ein Ruhmesblatt in der englischen Geschichte sind die Jahre seit 1933 nicht. Sie haben Ausschreitungen gesehen, die geradezu erschütternd sind. Und jetzt erkühnt sich ein Parlamentsmitglied, den Führer und den Duce in der unflätigsten Weise anzugreifen, in einer Tonort, wie sie nur unter dem Abschaum der Menschheit üblich ist. Fürwahr, in England haben Sitten Platz gegriffen, die wir trotz allem, was wir bisher erlebten, für unmöglich hielten Was uns im Augenblick interessiert, ist, ob England diese Zierde des britischen Unterhauses so zurechtweisen wird, daß auch allen anderen Schimpf- und Hetzaposteln an der Themse die Luft wegbleiben wird Wird man drüben das unerhörte Verhalten des Arbeiterpartei- lers Barnes einfach übersehen, dann sind wir leider genötigt, das als eine Billigung dieses Kaschemmen- tones zu betrachten, womit dann die Situation für uns hinreichend geklärt wäre. D. S. Erpresser. Nachdem Frankreich und England auf der Konferenz von Nyon, zu der man sich ein Dutzend Staaten als dekorative Statisten bestellt hatte, die sowjetrussischen Kriegstransporte auf jener west- östlichen Mittelmeerstraße gesichert hatten, um die England sonst einen solchen Aufwand an Besorgnis treibt, haben die beiden Westmächte jetzt eine „Kollektivaktion" gegen Italien unternommen. Dieser neue Schritt läuft darauf hinaus, die Italiener — nicht etwa die Sowjetrussen! — zur Zurückziehung ihrer Freiwilligen aus Spanien zu zwingen, und zwar mit der doppelten Drohung, daß man im Fall einer italienischen Ablehnung erstens den Völkerbundsrat einberufen und zweitens die französische Pyrenäengrenze dem ungehinderten Waffen- und Menschenimport nach Rotspanien öffnen werde. Dabei ist als besonders bemerkenswert hervorzuheben, daß England für diese Grenzöffnung bereits seine Zustimmung in Paris angekündigt hat. Entscheidend an der französisch-englischen Aktion ist die Tatsache-, daß das sowjetrussische Heer in Spanien in Stärke van etwa 50 000 bis 60 000 Mann überhaupt nicht erwähnt, sondern ausschließlich von den Freiwilligen I t a - l i e n s gesprochen wird und daß damit die sowjet- russische Kriegführung in Spanien nunmehr in aller Form die englisch-französische Billigung erhält! Das Ganze wird in der sattsam bekannten Genfer Manier als „Völkerbundsmaßnahmen" aufgezogen. Es ist noch nichts darüber bekannt, wie sich die übrigen etwa 50 Dölkerbundsstaaten zu diesem neuen englisch-französisch-sowjetrussischen Versuch stellen werden, das Prestige des Völkerbundes nach der schweren Niederlage im anti-italienischen Sanktionskrieg mit einem neuen Skandal größten Ausmaßes zu belasten. Man braucht sich gewiß nicht darum zu sorgen, daß Italien nicht die richtige Antwort auf eine „freundschaftliche Einladung" finden würde, die im Ton eines Ultimatums mit einem Vierteldutzend Bedingungen vorgebracht wird und die gleichzeitig auf Grund der engen englisch-französisch-sowjet- russifchen Zusammenarbeit die Fernhaltung bfr Freiwilligen-Diskussion aus dem Londoner „Nicht- einmischungs"-Ausschuß zum Ziele hat. Für die Umwelt ist bestimmend lediglich die Tatsache, daß England und Frankreich selbst vor einer offenen Unterstützung des sowjetrusstschen Eroberungskrieges in Spanien unter Anwendung von schärfsten politischen Druckversuchen gegenüber Italien nicht zurückschrecken, wenn es gilt, in der Südwestecke ' Europas den Sowjets eine Angriffsbasis mit dem Ziel der gemeinsamen Niederhaltung der beiden europäischen Ordnungsstaaten zu verschaffen. Auch dies also nennt man in der westlichen Diplomatie „Nichteinmischung", von der der englische Landwirtschaftsminister soeben in einer öffentlichen Rede behaupten konnte, sie habe sich „ein Jahr lang aufrechterhalten" lassen, ohne daß er von seinen Zuhörern ausgelacht wurde. B- R- Der Regierungswechsel in Ankara. Der Rücktritt des türkischen Ministerpräsidenten Ismet Jnönü und seine Ersetzung durch den gegenwärtigen Wirtschaftsminister Celal Bayar hat in der europäischen Öffentlichkeit großes Aufsehen erregt. Denn Ismet Jnönü ist einer der ältesten und aktivsten Mitkämpfer des Präsidenten Atatürk, des Schöpfers der neuen Türkei, und leitete feit 1925 ununterbrochen das Kabinett von 3m Dienste der NG-Dolkswohlfahrt. Vereidigung von NG -Schwestern des Gaues Hessen-Nassau. LPD. Darmstadt, 1. Oft Im Saalbau fand die feierliche Vereidigung von 48 neuen NS. - Schwestern des Gaues Hessen-Nassau durch Gauleiter Sprenger statt. Nach Begrüßungsworten des Gauamtsleiters Bürgermeister Haug umriß Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d die ebenso schwere wie hohe volkspolitische Aufgabe, die sich die NS.-Schwestern gesetzt haben, und der sie mit ihrem Schwur in Treue und Glauben zum Führer unerschütterlich dienen wollen. Die Generaloberin der NS.-Schwesternschaft, Käte Böttger, gab ihrer Freude Ausdruck, gerade am heutigen Tage in Darmstadt weilen zu können, wo sie vor genau 19 Jahren ihr erstes Examen als Säuglingsschwester abgelegt habe. In klaren Worten umriß die Rednerin kurz die Arbeit von damals und zeichnete das Bild der NS.-Schwester von heute und der Zukunft. Ihr müßt, so rief die Generaloberin den jungen NS.-Schwestern zu, wirklich die „Mutter des Dorfes" werden, die wie eine Flamme leuchtet und erwärmt. Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink begrüßte die jungen Schwestern im Führerorden der deutschen Frauenarbeit und sprach den NS.-Schwestern an Hand der Eidesformel in Herz und Gewissen, sie schloß mit der Mahnung: Es gibt ein Volk auf dieser Erde, das mußt du über alles lieben / Es gibt ein Volk auf dieser Erde, das ist dir fest ins Herz geschrieben / Es gibt ein Volk auf dieser Erde, von dem kannst du dich niemals trennen / Du kannst nur eins und das allein: dich glühend für dies Volk verbrennen. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger unterstrich, daß die braunen Schwestern gerade im Gau Hessen-Nassau schon eine Tradition haben, denn der Wille, eine NS.-Schwesternschaft zu schassen, sei so alt wie der Gau selbst. Trotzdem kommen wir, so sagte der Gauleiter, nur langsam vorwärts. Bisher haben wir erst zwei Krankenhäuser im Gau mit NS.-Schwestern besetzt Vergegenwärtige man sich die Zahl der übrigen Krankenhäuser, dann erkenne man die Größe der Aufgabe. Das Ziel bleibe: Jeder Gemeinde ihre Schwester und alle Krankenhäuser besetzt von NS. - Schwestern. Der Gauleiter verwies auf das Aufgabengebiet der NS.-Schwester und knüpfte daran die Mahnung, lebensfroh und lebensbejahend zu bleiben, dann würden sie ihre Aufgabe recht erfüllen im Dienste an unferm Volk. Der Gauleiter sprach dann die Eidesformel vor und verpflichtete die Schwestern durch Handschlag, di" Generaloberin heftete ihnen die Brosche an. Mit dem von Gauamtsleiter Haug ausgebrachten Sieg-Heil auf den Führer und den deutschen Hymnen schloß die Feierstunde. Das Zakob-Sprenger-Haus der ASV. Viele Tausende von Volksgenossen und Abordnungen her Gliederungen der Partei nahmen vor dem NSV.-Verwaltungsgebäude, dem früheren Main-Neckar-Bahnhof, Aufstellung. Gauamtsleiter Haug dankte allen, die es ermöglicht haben, daß die NSV.-Verwaltung des Gaues dieses schöne und ausreichende Heim erhalten habe, der Reichsbahnverwaltung, die mit großem Entgegenkommen das Gebäude überlassen habe, sowie den Leitern des Umbaues, vor allem aber Gauleiter Sprenger, der die NSV.-Arbeit stark fördere. Oberbürgermeister W a m b o l d t dankte dem Gauleiter für die Verlegung der Gauamtsleitung der NSV. Hessen-Nassau nach Darmstadt. Gauleiter Sprenger unterstrich, daß die Städte im Kranz um Rhein-Main als gleichberechtigt angesehen werden. Keine könne das Gefühl haben, daß ihr etwas genommen würde, sondern daß ihnen allen im Reiche Adolf Hitlers noch gegeben werde. Darum erfülle es ihn mit besonderer Genugtuung, daß Darmstadt, das in der Notzeit mit andern hessischen Städten so ungeheuer gelitten habe, sichtbar beteiligt sei im Rahmen der Partei. Die NSV. habe eine der schwersten, aber auch herrlichsten Ausgaben zu erfüllen, nämlich Betreuer des Volkes zu sein, die Kameradschaft praktisch zu üben und zu pflegen. Nachdem der Gauleiter Pg. Haug für seine schöpferische Arbeit in der NSV. seinen Dank ausgesprochen hatte, erklärte er sein Einverständnis, daß dies Haus seinen Namen trage, womit jedoch die Verpflichtung verbunden sei, daß die Arbeit, die in diesem Haus geleistet werde, stets sein und bleiben müsse der praktische Ausdruck des Willens unseres Führers, wie er im Rahmen der Aufgaben der NSV. gestellt ist. Während sich die Fahnen hoben, fiel die Hülle von der Inschrift des Gebäudes, das in goldenen Lettern kündt „Jakob-Sprenger-Haus" und darunter „NSV.". Im schön hergerichteten Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes fand dann für die Ehrengäste und Amtsträger, Helfer und Helferinnen eine musikalisch umrahmte Feier statt. Dabei umriß der Leiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt H i l - genfeld die Aufgaben der NSV. und des Winterhilfswerks. Im Vordergrund stand die Bedeutung des Hilfswerks Mutter und Kind für die Zukunft der Nation. Wir stehen hier erst am Anfang. Die Säuglingssterblichkeit haben wir schon auf 6,55 v. H. gesenkt, aber wir wollen in wenigen Jahren schon mindestens 4 bis 3,5 v. H. erreichen. Das Winterhilfswerk wird in Erweiterung feiner Arbeit auf fürsorgerischem Gebiet weiter ausgebaut werden. Wir haben die Absicht, alle deutschen Gemeinden mit einer NS. -Schwesternstation zu versehen, so daß mindestens auf 3000 Menschen eine Schwester kommt. Mit der Errichtung von Kindergärten auf ,dem Lande wollen wir der Bäuerin und ihren Mägden Entlastung für andere Arbeit bringen. Mütterverschickung, Kinder-Landverschickung, Schulzahnpflege usw. stehen als Ausgaben vor uns. Denken wir dazu an die 600 000 Schwachsinnigen und ungefähr 800 000 tuberkulosekranken Menschen, die infolge von Fehlern der Vergangenheit betreut werden müssen, dann tritt uns die Größe der Aufgabe vor Augen. Die NSV. hat jetzt die Zahl von acht Millionen Mitgliedern überschritten. Hier drückt sich die Opferbereitschaft deutscher Männer und Frauen sichtbar aus. Es ist keine Arbeit der Schwäche und des Mitleids, sondern eine Arbeit der Kraft und des Dienstes an der Nation. Wenn wir uns so einsetzen für die Nation, sind wir wahr- bei ^U^ne-vMem fCC3enlot • (Reumanns (perg^ilfe unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ihres herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen heilstoffen zu- fammengefeht.-Zu haben in denklpotheken für R2H. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. X______________________ hafte Sozialisten der Tat und erfüllen den Wunsch des Führers, Garanten des sozialistischen Willens der NSDAP, zu sein. Gauleiter Sprenger gab der Erwartung Ausdruck, daß alle Volksgenossen, die irgendwie dazu in der Lage sind, als Mitglied in das wunderbare Werk der NSV. eintreten. Demnächst werde im Gau eine große Werbeaktion für die NSV. durchgeführt, damit Hessen-Nassau stets an der Spitze marschiere. Gauleiter Sprenger, Hauptamtsleiter Hilgenfeld, die Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink, Staatsrat Reiner, Gaupropagandaleiter Stöhr, sowie zahlreiche Gauamtsleiter der NSV. aus dem Reich unternahmen mittags eine Besichtigungsfahrt durch die Mütterheime Alsbach, Schönberg und Lindenfels, sowie zum Knabenübungslager Rimdidim. Nachmittags wurde die Schweinemast-Musteranstalt des Ernährungs-Hilfswerks in Darmstadt an die NSV. übergeben. Nach Fertigstellung der in Bau befindlichen oder projektierten Anlagen in Hessen- Nassau werden alljährlich 20000 Sch weine gemästet werden können. Der Reinerlös der verkauften Schweine wird dem Hilfswerk Mutter und Kind zugeführt. Ankara. Die türkischen Kommentare, die das sensationelle Ereignis begleiteten, lassen bis jetzt den eigentlichen Grund des Regierungswechsels nicht klar erkennen, Sie widersprechen sich vielfach, indem sie einerseits behaupten, Ismet Jnönü sei wegen seiner außenpolitischen Bindung an Mos- t a u abberufen worden, und andererseits die Lage so darstellen, als ob die Bevölkerung aus grundsätzlichen Erwägungen allmählich an die Führung neuer Männer gewöhnt werden müsse. Außerdem sei die politische Lage so weit konsolidiert, daß man nun mit verstärkten Kräften an den inneren Ausbau der Türkei gehen könnte, und dazu wäre ein Wirtschaftsfachmann an leitender Stelle gerade recht. Wie dem auch sei, jedenfalls hat sich der zurück- getretene Ministerpräsident um das Land und um die türkische Revolution so hohe Verdienste erworben, daß es wenig wahrscheinlich ist, daß man ihn wegen einer bloßen Meinungsverschiedenheit in die Wüste geschickt hat. Nach hervorragenden Leistungen im Weltkrieg wurde General Ismet neben Kemal Pascha einer der wichtigsten Führer der nationalistischen türkischen Bewegung in Kleinasien. Er organisierte dann als Generalstabschef die neue türkische Armee und schlug mit ihr 1921 und 1922 die in Kleinasien eingedrungenen Griechen aufs Haupt. Aber auch als Diplomat zeichnete er sich schon frühzeitig aus. Seiner Zähigkeit und Geschicklichkeit hat die Türkei den Lau - sanner.Friedensvertrag von 1922 zu verdanken, in dem der neue Staat von allen einschränkenden Bestimmungen mit Ausnahme der entmilitarisierten Dardanellenzone befreit wurde. Ismet wurde darauf zum Ministerpräsiden- t e n gewählt und hat seitdem, mit einer kurzen Unterbrechung im Jahre 1925, dies Amt dauernd bekleidet. Als die Türkei nach dem Weltkriege ihren Neuaufbau begann, waren politische Freunde knapp. Ismet aber glaubte, ohne eine kräftige Rückendeckung nicht auszukommen und wandte sich deshalb nach Moskau, an das die Türkei noch heute durch einen langfristigen Freundschafts- und Handelsvertrag gebunden ist. Später suchte Ismet diese einseitige Orientierung dadurch auszugleichen, daß er mit den B a l k a n v ö l k e r n in nähere Beziehungen trat. Die Frucht dieser Bemühungen war der Bälkanpakt von 1934, durch den die Sicherheit der bestehenden Grenzen von Jugoslawien, Griechenland, Rumänien und der Türkei im europäischen Südosten garantiert wurde. Einen neuen Abschnitt der türkischen Außenpolitik leitete der von Italien siegreich durchgeführte abessinische Krieg ein. Ismet suchte der neuen Machtkonstellation im Mittelmeer dadurch zu begegnen, daß er einerseits mit ben Engländern, anderseits aber auch mit den Italienern eine Annäherung fand. Dieser Sicherung nach her europäischen und sowjetrussischen Seite hin entsprach die friedliche Ausdehnung der türkischen Einflußzone auch nach Süden über die mohammedanische Welt, die im vorderasiatischen Pakt Gestalt gewann. Das politische Lebenswerk Ismet Jnönüs wird durch seine Abberufung nicht im geringsten geschmälert. Ev. Ausnahmezustand in Brasilien. Neu York, l.Okt. (DNB.) Das brasilianische Kriegsministerium gab bekannt, daß der Generalstab eine Geheimkorrespondenz der Komintern auffing, die die brasilianischen Kommunisten anwies, einen A u f st a n d für den 27. Oktober vorzubereiten. Die Anweisungen gingen dahin, alle Regierungsbeamte, besonders die Offiziere, die die kommunistische Bewegung bekämpften, zu beseitigen. Kriegsschiffe sollten torpediert, Mili- tärflugftlder, Flugzeuge, Kasernen und öffentliche Gebäude durch Dynamit zerstört werden. Präsident Vargas hat den Ausnahmezustand erklärt, um die Komintern-Agenten gründlich bekämpfen zu können. Neuer Oberbefehlshaber der Roten Flotte. Moskau, 1. Okt. (DNB.) Der Armeekommissar zweiten Ranges Smirnow ist zum st e l l v e r - tretenden Kriegskommissar ernannt Zuspitzung i Oer Schlag gegen den London,!. Okt. (DNB.) Eine Verlautbarung des englischen Kolonialministeriums gibt bekannt, daß das arabische Hochkomitee und alle nationalarabischen Ausschüsse in Palästina als ungesetzlich verboten wurden. Fünf Personen sollen aus Palästina ausgewiesen werden. Zwei von ihnen, der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. C h a l d i, und der Sekretär des Arabischen Hochkomitees seien bereits verhaftet worden. Der Großmufti von Jerusalem, Fuad, sei seines Amtes als Präsident des Obersten Mohammedanischen Rates enthoben worden. Der Groß-Mufti, welcher bisher alle Macht innerhalb der arabischen Bewegung in religiöser, politischer und finanzieller Hinsicht als gleichzeitiges Haupt von Kirche, Gerichten, Vermögensverwaltung auf sich vereinigte, bleibt nunmehr nur noch Mufti von Jerusalem, also religiöser Vorsteher des mohammedanischen Kirchenwesens nur in der Stadt Jerusalem mit einem kleinen Monatseinkommen von wenigen Pfund. Somit dürfte sein Einfluß gebrochen sein. Es ist noch unklar, ob der D b e r ft e Moslemische Rat ebenfalls aufgelöst werden wird, oder unter einem neuen Leiter fortbesteht. Ein solcher dürfte aber unter den Arabern schwer zu finden fein. Vielleicht wird die mohammedanische Vermögensverwaltung mit ihrem riesigen Vermögen unter britische Kontrolle gestellt. Freitag früh traf in Haifa das englische Schlachtschiff „Sussex" ein und am Samstag kommt in Austausch mit bisher in Jerusalem stationierten Truppenteilen das Black Watch-Regiment, dem ein besonderer Ruf vorausgeht, nach Jerusalem. Hunderte von Soldaten umgeben die heiligen Stätten,. wo anläßlich des mohammedanischen Feiertages, unter der Führung des Großmufti Tausende von Arabern zu den traditionellen Freitagsgebeten versammelt sind. Die Erregung in der ganzen Stadt ist sehr groß, da man Zusammenstöße befürchtet, wenn die Gläubigen das Gebiet der Großen Moschee verlassen. Die „Time s" hebt hervor, daß in der jüngsten worden. Er verdankt seine Karriere wohl in erster Linie der Beseitigung der Tuchatschewski-Gruppe. Zur selben Zeit, als die früheren Armeeführer erschossen wurden, erhielt Smirnow seine Ernennung zum Ches der politischen Verwaltung der Roten Armee als Nachfolger des ebenfalls angeschuldigten und durch Selbstmord geendeten Armeekommissars ©umarmt Don großer Bedeutung ist die Absetzung des Oberkommandierenden der Roten Flotte, O r» l o w. Bis jetzt schien im Strudel der Verhaftungen der Oberste Kommandostab der Flotte noch intakt geblieben zu sein. Gerüchte meldeten zwar schon vor Monaten, daß gegen den bisherigen Chef der roten Pazifikflotte Viktorow eine Untersuchung im Gange sei. Inzwischen wurde er jedoch zum Nachfolger Orlows bestimmt. „Flottenflagg- mann ersten Ranges" (Großadmiral) Orlow gehörte zu der kleinen Anzahl der sowjetischen Militärs, die als Offiziere bereits in der zaristischen Flotte gedient hatten. n Palästina. »roßmusti von Jerusalem. Zeit verschiedene gemäßigte Araber von Terroristen getötet oder angegriffen wurden. Alle diese Männer seien Gegner des Mufti gewesen. „Daily Telegraph" meldet, man halte es in Jerusalem für richtig, daß die Regierung den Mufti nicht verhaftet und ausgewiesen habe, weil er sonst in den Augen seiner Anhänger nur zum Märtyrer gestempelt worden wäre. Der sozialdemokratische „Daily Herald" glaubt, daß Damaskus jetzt zum Mittelpunkt der arabischen Organisationen werden dürfte. „Daily Mail" sagt, das englische Kabinett habe mit seinen Anweisungen erkennen lassen, daß die britische Autorität unter allen llmftän- den aufrechterhalten werden müsse. Oer Führer eröffnet am Dienstag das WHW. 1937/38. Berlin, 1. Off. (DNB.) Das Winterhilfswerk 1937/38 wird am Dienstag, dem 5. Oktober, durch den Führer und Reichskanzler in der Deutfchlandhalle eröffnet Die Kundgebung wird durch den stellvertretenden Gauleiter und Staatsrat G ö r l i h e r eingeleitet. Reichsminifter Dr. Goebbels erstattet dann den Rechenschaftsbericht des abgeschlossenen Dinterhilfswerkes 1936/37. Alle deutschen Sender werden die Veranstaltung übertragen. Oie Hindenburg-Spende bringt 425000 RM. zur Verteilung. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Die Hindenburg» Spende nimmt auch den bevorstehenden 9 0. Geburtstag Hindenburgs zum Anlaß, um, wie regelmäßig seit 1927, zum 2. Oktober notleidenden Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Veteranen zu helfen. Es kommen 425 000 RM. zur Ausschüttung, die in Beträgen von durchweg 150 R M. ausgezahlt werden. Bon dem Ergebnis der zur Zeit im Gang befindlichen Sammlung wird es abhängen, ob die bisherige Unterstützungstätigkeit der von Hindenburg geschaffenen Stiftung fortgesetzt werden kann. Bis zum 30. September nehmen die Postämter, Banken und Sparkassen Beiträge zur Hindenburg-Spende an. Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 2. Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 befördert: Im Heer: zu Generalleutnanten: die Generalmajore Freiherr Geyer v. Schweppe n b u r g , Militärattache bei der deutschen Botschaft in London und den deutschen Gesandtschaften in Brüssel und im Haag; Busch, Kommandeur der 23. Division; Friderici, Militärattache bei der deutschen Gesandtschaft in Budapest und Sofia; v. Stülpnagel, Kommandeur der 30. Division; zu Generalmajoren: die Obersten: D e n e ck e, Kommandeur der H.-Dienststelle 2; Brand, Kommandant von Königsberg (Pr.); Ott d. Gen.-St., Militärattache bei der deutschen Botschaft in Tokio; Freiherr v. Waldenfels, Kommandeur des Infanterie-Regiments 53; Clößner, Kommandeur des Infanterie-Regiments 14; Richter, Kommandeur des Infanterie-Regiments 75; Theisen, Inspekteur der Nebentruppen und für Gasabwehr; Thiemann, Höh. Fi. Offz. 3; Beh- schnitt, Kommandeur des Infanterie-Regiments 15; Felber, Chef des Generalstabes des III. Armeekorps; Reinhard, zur Bert. d. Ob. d. H. Mit dem 30. September 1937 sind aus dem aktiven Wehrdienst ausgeschieden: General der Artillerie Grün, Inspekteur der Artillerie; die Generalleutnante: F e s m a n n , Kommandeur der 3. Panzerdivision mit dem Charakter als General der Panzertruppen; v. Boehm-Bezing, Kommandant von Breslau; Heinemann, Kommandeur der Artillerieschule; die Generalmajore: Sieglin, Kommandeur der Heeresdienststelle 5; v. Dufay, Höh. Kao. Offz. 4; Generalveterinär: Dr. Thieme, Gruppenveterinär 2; Oberstveterinär Dr. Zoeger, Dioisionsoeterinär der 16. Division. Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 befördert: In der Kriegsmarine: zu Vizeadmiralen: den charakterisierten Vizeadmiral Lindau, Inspekteur der Wehrersatzinspektion Elbing; die Konteradmirale: Götting, Inspekteur der Torpedoinspektion, zugleich Inspekteur der Marinenachrichteninfpektion; v. Nord eck, Oberwerftdirektor der Marinewerft Wilhelmshaven; S t o b w a s s e r, Chef des Erprobungskommandos für Kriegsschiffneubauten; zu Konteradmiralen: die Kapitäne zur See: Mootz, Chef des Stabes des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine; Großmann, Inspekteur der Marineartillerie; Lüt- jens, Führer der Torpedoboote; Sch nie wind, Chef des Marinewehramtes. Inder Luftwaffe: zum General der Flakartillerie: den Generalleutnant Rüdel, Inspekteur der Flakartillerie und des Luftschutzes; den Charakter als General der Flieger erhält: der Generalleutnant v. Witzendor ff, Abteilungschef im Reichsluftfahrtministerium. Verbot der Ausbildung des theologischen Nachwuchses durch die „Bekennende Kirche". Berlin, 30. Sept. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern hat folgenden Erlaß herausgegeben: „Die von den Organen der sogenannten B e - kennenden Kirche seit langem gezeigte Haltung, unter Mißachtung der vom Staate geschaffenen Einrichtungen, den theologischen Nachwuchs durch eigene Organisation auszubilden und zu prüfen, enthält eine bewußte Zuwiderhandlung gegen die Fünfte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der deutschen evangelischen Kirche vom 2. Dezember 1935 und ist geeignet, das Ansehen und Wohl des Staates zu gefährden. Im Einvernehmen mit dem Reichs- und preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und dem Reichs- und preußischen Minister für die kirchlichen Angelegenheiten ordne ich daher an: Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 werden die von den Organen der sogenannten Bekennenden Kirchen errichteten Ersatzhochschulen, Arbeitsgemeinschaften und die Lehr-, Studenten- und Prüfungsämter a u f g e l ö st und sämtliche von ihnen veranstalteten theologischen Kurse und Freizeiten verboten." Die Fünfte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche bestimmt: „Soweit auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 und der Durchführungsverordnungen bei der Deutschen Evangelischen Kirche und den Landeskirchen Organe der Kirchen- Leitung gebildet find, ist die Ausübung kirchen- regimentucher und kirchenbehördlicher Befugnisse durch kirchliche Vereinigungen oder Gruppen unzulässig. Zu den gemäß Absatz 1 unzulässigen Handlungen gehören insbesondere die Besetzung von Pfarrstellen, die Berufung von geisllichen Hilfskräften, die Prüfung und Ordination von Kandidaten der evangelischen Landeskirchen, die Visitation in den Kirchengemeinden, die Anordnung von Kanzelabkündigungen, die Erhebung und Verwaltung von Kirchensteuern und Umlagen, die Ausschreibung von Kollekten und Sammlungen im Zusammenhang mit kirchengemeindlichen Veranstaltungen sowie die Berufung von Synoden. Die Freiheit der kirchlichen Verkündigung und die Pflege der religiösen Gemeinschaft in kirchlichen Vereinigungen und Gruppen wird nicht berührt. Oer Wallfahrtsort Covadonga von den Nationalen besetzt. Salamanca, 2. Okt. (DNB. Funkspruch.) Im nationalen Heeresbericht heißt es: In Asturien besetzten unsere Truppen das Dorf El Labra, ferner die feindlichen Stellungen zwischen Leranze und Ribadesella auf dem rechten Ufer des Sella-Flusses. Ein heftiger Kampf entbrannte um den Wallfahrtsort Covadonga. Nach erbittertem Widerstand der Bolschewisten gelang es den nationalen Truppen, das Kreuz von Covadonga, die Basilika, das Kloster Covadonga und schließlich das Dorf selbst zu besetzen. In Leon setzte eine unserer Kolonnen ihren Vormarsch bis zur Linie La Brana—Arregleres—Tolibia fort. Der Gegner hat das Dorf Tolibia-Abajo vor seiner Flucht i n Brand ge st eckt. Eine andere Kolonne besetzte die Berge im Norden von Tarna sowie im Norden von Majada Vega. Andere Streitkräfte marschieren auf Pena Agujas und das Lago-Gebirge zu. halle über die besonderen Aufgaben der Ausländsdeutschen und der Auslandsorganisation. Die Blätter heben hervor, daß Gauleiter Bohle seinem Wunsche nach Verständigung mit Eng- land Ausdruck gegeben und gleichzeitig betont hat, daß die Auslandsorganisation keine Spitzel- organisation ist. Unter freudiger Anteilnahme der Bevölkerung der Städte Karlsruhe und Durlach wurde die neue Reichsautobahn st recke Bruchsal — Karlsruhe durch Generalinspektor Dr. Todt dem Verkehr übergeben. Eine befördere Note erhielt das Ereignis durch die Anwesenheit von über 200 englischen Straßenbaufachleuten und Parlamentariern. * Das Schulschiff „Deutschland" trat seine 170tägige Reise an über Teneriffa, Santos, San Francisko, Rio Grande do Sul und Pernambuco. Etwa Mitte März wird es in Bremerhaven zurück; erwartet. * Reichserziehungsminister Rust feierte seinen 5 4. Geburtstag. Außer den Spitzen von Partei und Staat sandten der Führer und Ministerpräsident Göring ihre herzlichen Glückwünsche. Ein Musikzug der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Potsdam-Neuzelle und eine Abordnung von Jungen und Mädchen des Landjahres gaben der Verbundenheit der Jugend mit dem Reichserziehungsminister Ausdruck. Der Reichsstudentenführer überbrachte die Wünsche der studentischen Jugend. Der Präsident des Danziger Senats empfing die polnischen Abgeordneten Budzynski und Lendzion. Präsident Greiser sicherte zu, daß die von ihnen vorgebrachten Beschwerden hinsichtlich der Lage der polnischen Minderheit in Danzig einer wohlwollenden Prüfung unterzogen und für den Fall, daß sie sich als berechtigt Herausstellen sollten, a b g e st e l l t werden würden. Am Jahrestage der Ernennung von General Franco zum Staatschef wurde in der Kathedrale in Salamanca ein feierliches Tedeum abgehalten, an dem auch der deutsche und der italienische Botschafter teilnahmen. Nach der Feier wurde ein Geben k st e i n zu Ehren Francos enthüllt. Auch in den Kasernen wurden kurze Feiern abgehalten. ♦ Der Chef des Generalstabes der italienischen Armee, Marschall B a d o g l i o , ist aus Deutschland kommend zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Budapest eingetroffen. Am Bahnhof hatte sich Honvedminister General Roeder eingefunden. Zum Empfang erschien auch die Tochter des Marschalls. * Präsident Roosevelt stattete an Bord des Zerstörers „Phelps" einen kurzen Freundschaftsbesuch in Kanada ab. Bei seinem Eintreffen in der Hauptstadt Britisch-Columbiens, Victoria, wurde er von den Küstenbatterien mit einem Ehrensalut von 21 Schuß begrüßt. * Der neue amerikanische 10 000-Tonnen-Kreuzer „Brooklyn" wurde in Dienst gestellt. Er ist mit 15 15-cm-Geschützen ausgerüstet. In dem rechteckigen Heck des Kreuzers sind Flugzeughallen eingebaut. Aus aller Well. Tagung des Reichsverbandes für deutsche Jugendherberge. Die diesjährige Tagung des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen findet vom 1. bis 5. Oktober in der Jugendherberge Aschberg bei Klingenthal im Vogtland statt. Die Tagung wurde durch Obergebietsführer Rod-atz eröffnet. Es nehmen an ihr alle verantwortlichen Mitarbeiter des Jugend-Herbergwerks und die Abteilungsleiter und Leiterinnen aus allen Gebieten der Hitler-Jugend und des BDM. teil. Die Tagung dient der einheitlichen Ausrichtung aller Mitarbeiter. Sie ist um so wichtiger, als das gewaltige Ansteigen der Großfahrten des Jugendherbergswerks vor neue wichtige Aufgaben stellt. 70 Jahre Kavallerieschule Hannover. Ihr 70jähriges Bestehen beging am 1. Oktober die eng mit dem deutschen Pferdesport verbundene Kavallerieschule Hannover, die sich aus dem am 1. Oktober 1867 in Hannover neu eingerichteten Militär-Reitinstitut entwickelt hat. In früheren Jahren wurden neben der eigentlichen Reitausbildung der Offiziere und Unteroffiziere besonders das Jagd- und Rennreiten gepflegt, bis nach dem Weltkriege die heutige Kavallerieschule entstand, die durch zahllose Erfolge ihrer Reiter und Pferde auf allen Gebieten des Reit- und Fahrsports Weltruf erlangte. Zwölf Jahre Zuchthaus für einen Gattenmörder. Vor dem Trierer Schwurgericht stand der 38jäh- rige Peter Behr aus Trier unter der Anklage, in der Nacht zum 6. Juli d. I. seine Ehefrau auf dem Nachhausewege ermordet zu haben. Der Angeklagte war zum zweitenmal verheiratet. Die Vernehmung ergab das Bild einer zerrütteten Ehe, die Frau kümmerte sich wenig um den Mann und betrog ihn fortgesetzt. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Totschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenrechtsverlust. Ärilisches Verkehrsflugzeug in Griechenland abgeflürzt. *Ein britisches Verkehrsflugzeug ist in der Nähe von Alt-Phaleron in Griechenland in die See g e ft ü r 3 t und untergegangen. Soweit bisher fest- gestellt ist, sind vier Insassen getötet und sechs verletzt worden. Die britische Luftfahrtgesellschaft Imperial Airways teilt dazu mit, daß es sich um das zwischen Aegypten und England verkehrende Flugboot „Pourtier" handelt. Die dritte Reichsfinanzschule eröffnet. Wachsendes Steueraufkommen zeigt Deutschlands gesunde Finanzlage. Meersburg (Bodensee), 1. Okt. (DNB.) Hier wurde durch Staatssekretär Reinhardt die dritte Reichsfinanzschule eröffnet. 400 Beamte aus allen Gauen werden in jeweils drei Monate dauernden Kursen geschult. Mit dem 1. Oktober haben bereits 400 Lehrgangsteilnehmer in der neuen Reichsfinanzschule ihren Einzug gehalten. Reinhardt legte dar, welche Leistungen mit den Reichsfinanzen in den letzten vier Jahren vollbracht wurden. Das Steueraufkommen sei in den letzten Jahren bedeutend gestiegen, es werde im Rechnungsjahr 1937/38 um mindestens 2,5 Milliarden höher sein als 1936/37. Man könne damit rechnen, daß Deutschland in diesem Jahre ein Steueraufkommen von 14 Milliarden Mark erreicht gegenüber 6,6 Milliarden im Jahre 1934. In dieser Entwicklung sviegele sich der große Aufstieg der deutschen Wirtschaft und die Verbesserung der sozialen Lage der Schaffenden in Deutschland wider. Trotz der noch bevorstehenden Aufgaben des Reiches werde unter allen Umständen daran festgehalten, daß der Haushalt des Reiches im Gleichgewicht bleibe. Seit Uebernahme der Macht sei das Reich noch kein einzigesmal in Kassenschwierigkeiten gewesen. Das Reichsfinanzministerium trage sich mit fein en ©teuerer- Höhungsplänen. Alle Maßnahmen gingen nur darauf hinaus, eine Gleichmäßigkeit in der Besteuerung herbeizuführen im Rahmen der bestehenden Steuergesetze. Einer Verfeinerung der Veranlagungs- und Erhebungstechnik diene auch die Einrichtung der drei Reichsfinanzschulen. Seit August 1933 sind bereits über 800 000 Ehestandsdarlehen im Betrage von mehr als 500 Millionen Mark gewährt worden. Außerdem werden rund 200 000 Ehestandsdarlehen jährlich weiter gewährt werden. Ab 1. Oktober werden Darlehen auch dann gewährt, wenn die künftige Ehefrau nicht aus ihrem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Den verheirateten Ehefrauen, die bereits ein Ehestandsdarlehen erhalten haben, ist es erlaubt, während des zweiten Vierjahresplanes wieder einem Erwerb nachzugehen. Gegenwärtig werden durchschnittlich rund 10 Millionen Mark monatlich als Kinderbeihilfe gewährt. Seit Oktober 1935 sind rund 500 000 einmalige Beihilfen gewährt worden im Durchschnittsbetrage von je 340 Mark. Außerdem wurden seit August 1936 laufend Kinderbeihilfen für Sozialversicherungspftichtige gewährt, deren Verdienst 185 Mark monatlich nicht überstieg. Ab 1. Oktober wurde die Grenze für den Arbeitslohn von 185 Mark auf 2 0 0 Mark er- höht. Außerdem werden laufend Kinderbeihilfen für das fünfte und jedes weitere Kind auch an kinderreiche Handwerker, Landwirte usw. gewährt, deren steuerliches Einkommen 2100 Mark jährlich nicht übersteigt. Eine Reichsfamilienkasse soll später den kindereichen Familien zugute kommen. Vier Wochen in der Zitadelle von Chotan Oie Besatzung des Pamir-Flugzeugs D-ANOY berichtet. Kabul, 1. Okt. (DNB.) Am 27. September war das seit vier Wochen vermißte Lufthansaflug- zeug D-ANOY „Rudolf von Thüna" und seine Besatzung, die aus dem Direktor der Deutschen Lufthansa, Freiherrn von G a b l e n z , dem Flugkapitän U n t u ch t und dem Oberfunkermaschinisten Kirchhoff bestand, unversehrt in Kabul (Afghanistan) gelandet, wo sie mit großem Jubel begrüßt wurden. Nach einer gründlichen Durchsicht der Maschine wurde am Freitag der Rückflug angetreten, und man rechnet mit ihrem Eintreffen in Berlin für Sonntag, 3. Oktober, wo auf dem Flughafen Tempelhof ein feierlicher Empfang stattfinden wird. Heber ihre Erlebnisse während ihrer Gefangenschaft haben sie in Kabul eingehend berichtet. Nachdem sie Ende August das Pamir-Gebirge auf dem Wege über den Wakhan-Paß zum erstenmal überflogen hatten, waren sie am 30. August von Anschi (China) zum Rückflug nach Kabul gestartet. Nach etwa achtstündigem glatten Flugverlauf bemerkte die Besatzung ein Nachlassen der Leistung des linken Motors des breimotorigen Flugzeuges und besonders starken Oeloerbrauch. Die Besatzung entschloß sich, bei der Oase Lob, etwa 30 Kilometer östlich der Stadt Chotan, eine Zwischenlandung vorzunehmen. In Inständiger Arbeit gelang es, die Motorstörung zu beheben. Als die D-ÄNOY zum Start rollte, um den Flug nach Kabul fortzusetzen, bekam das Flugzeug plötzlich Gewehr- feuer durch herbeikommende Soldaten, wobei die Maschine mehrere Treffer erhielt. Freiherr von Gab lenz mußte daraufhin den Start abbrechen. Die Besatzung wurde gefangen genommen und gefesselt auf Pferden ins Gefängnis von Lob gebracht. Später wurden die Gefangenen in die Zitadelle von Chotan übergeführt, wo man sie zahlreichen Verhören unterwarf. Der Kommandant nahm den Fliegern die Pässe ab und sandte sie nach Jarkand, von wo er weitere Instruktionen erbat. Die Besatzung der D-ANOY mürbe bei schlechter Behandlung wochenlang festgehalten. Inzwischen brachen in Chotan Unruhen aus, die Zitadelle wurde von Aufständischen belagert und nach schweren Kämpfen eingenommen. Der neue Kommandant stellte Herrn von G a b- lenz und seine Kameraden vor die Wahl, entweder innerhalb von 24 Stunden mit der D — ANOY abzufliegen ober auf Pferden über den Karakorum-Paß nach Indien abgeschoben zu werden. Die Besatzung entschloß sich für bas erstere. Sie wurde zum Notlandeplatz zurückgebracht, wo es ihr nach acht Stunden angestrengtester Arbeit gelang, die drei Motoren ihrer Ju 52, die vier Wochen ohne Schutz im Freien gestanden hatte, wieder in Gang zu setzen. Am 27. September erfolgte der Start zum Weiterflug nach Kabul. Trotz schlechtesten Wetters erreichte die D — ANOY nach fünfeinhalbstündigem Fluge ihr Ziel, nachdem abermals bas Pamir-Gebirge überflogen war. Freiherr von Gablenz unb seine Kameraden betonten, daß sie die friedliche Bevölkerung in angenehmer Erinnerung behalten hätten, jeboch mit äußerst gemischten Gefühlen an die Soldateska zurückdenken. Frankreichs Finanzkalamität. Meinungsverschiedenheiten im Kabinett ChautempS. Paris, 2. Okt. (DNB. Funkspruch.) In Vorbereitung des heutigen Ministerrates haben den ganzen Freitag über Besprechungen stattgefunden, um eine Einigung zwischen den Forderungen des Ministerpräsidenten und der scharfen Opposition der sozialdemokratischen Minister zu finden. Die wichtigsten Fragen wird man jedoch bis nach den Kantonalwahlen o f f e n l a s s e n unb vorläufig nur eine Uebergangstöfung suchen. Ausgangspunkt ber Schwierigkeiten ist biß Finanzlage unb bas weitere Abgleiten ber französischen Währung. Ministerpräsident Chaufemps hatte im engen Einvernehmen mit den anderen radikal- sozialen Ministern seinen sozialdemokratischen Kabinettskollegen Vorschläge unterbreitet, die eine bessere Verteidigung des Franken, eine geschmeidigere Gestaltung ber 40-Stundenwoche zwecks Erhöhung der Erzeugung, die Wiederherstellung ber Ruhe und Ordnung in Frankreich und im Ueberfeegebiet und schließlich bas strikte Verbot ber Besetzung von Betrieben ermöglichen sollten. Der Ministerpräsident soll die Einführung einer 5V2 tägigen Arbeitswoche nach englischem Muster gefordert haben. Die sozialdemokratischen Minister sollen unter dem Druck des roten Gewerkschaftsbonzen I 0 uhaux, der an den Besprechungen teilnahme, es abgelehnt haben, in irgendeiner Form die 40-Stundenwoche anzutasten, solange der Untersuchungsausschuß seine Arbeiten über den Stand der Erzeugung nicht abgeschlossen hat. Auch in der Frage der Wiederherstellung der Ordnung in Nordafrika soll man sich in sozialdemokratischen Kreisen gegen die Absicht gewandt haben, den Staatsminister Sarr aut mit der Leitung ber zu treffenden Maßnahmen zu beauftragen. Die „Epoque", oit bereits von einer Kabinettskrise spricht, will wissen, daß Finanzminister Bonnet vor wenigen Tagen seinen Rücktritt angeboten habe, da er es angesichts ber Lage für unmöglich halte, ben Franken zu verteidigen. Man befürchtet, daß es zu einem offenen Bruch zwischen Sozialdemokraten und Radikalsozialen kommen werde. Kleine politische Nachrichten. Gauleiter Bohle stattete als Chef der Auslandsorganisation im englischen Außenamt dem ständigen Staatssekretär des Außenamts Sir Robert Vansittart einen Besuch ab. Anschließend hatte der Gauleiter eine Unterredung mit Winston Churchill und sprach abends auf dem Ernte- dankfest der deutschen Kolonie in der Porchester- ACHTEN SIE AUF DIE SCHUTZMARKE« DAS SCHACHBRETT! r ll n n t* ib n h Kunst und Wissenschaft. Professor Emge Slellvertrelender Präsident der ' Akademie für Deutsches Recht. Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, hat den Professor Dr. Carl August Emge von der Universität Berlin, zum Stellvertretenden Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht berufen. Professor Emge tritt an die Stelle von Geheimrat Professor Dr. Kisch, der aus gesundheitlichen Rücksichten seine Entlassung aus seiner arbeitsreichen Tätigkeit erbitten mußte. Prof. Emge, am 21. April 1886 in Hanau a. M. geboren, habilitierte sich 1916 als Privatdozent an der Universität Gießen, wo er 1922 zum Extraordinarius in der juristischen Fakultät ernannt wurde und gleichzeitig die venia legendi für Philosophie an der Universität Jena erhielt. 1931 übernahm Professor Emge die wissenschaftliche Leitung des Nietzsche-Archivs in Weimar, seit einigen Jahren lehrt er als Nachfolger Rud. Stamm- le r 3 Philosophie des Rechts in Berlin. Emges zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten befassen sich mit rechtsphilosophischen, juristischen und soziologischen Problemen. Wetterbericht des Reichswetlerdienstes, Ausgabeork Frankfurt. Die hohe Nebeldecke, die schon seit Tagen über Mitteldeutschland lag, hat sich west- und südwärts ausgedehnt, so daß heute früh, abgesehen von den Berggipfeln, nur noch der äußere Norden und Süden des Reiches heiteres Wetter zeigt. Die Luftdruckverteilung über Europa und die Entwicklung der Wetterlage läßt jedoch wieder Besserung und Aufreihen der hohen Nebeldecke erwarten. Aussichten für Sonntag: Morgens vielfach nebelig, tagsüber im wesentlichen freundliches Wetter, östliche und südliche Winde. Aussichten für Montag: Abgesehen von nördlichen Winden im wesentlichen freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 1. Oktober: mittags 18,3 Grad Celsius, abends 8,9 Grad; am 2. Oktober: morgens 7,5 Grad. Maximum 18,3 Grad, Minimum heute nacht 5,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Oktober: abends 11,7 Grad; am 2. Oktober: morgens 9,7 Grad. — Sonnenscheindauer 7,9 Stunden. Macdonald, sichert sich diesen Adlatus, und als Macdonald als Führer der Opposition die Hauptstädte Europas besucht, da findet man die Mosleys immer an feiner Seite. 1929 wird Macdonald Premier, und der jüngste Minister dieses ersten sozialistischen Kabinetts ist Mosley. Die Genossen der Labour Party wissen, was sie an diesem fähigen Mann haben, und alle glauben, daß der Nachfolger Macdonalds einmal nur Mosley fein kann. Welche Aussichten für den jungen Minister! Welche Aussichten aber auch für die Arbeiterpartei! Doch die Genossen haben sich in diesem Aristokraten verrechnet. Er beugt sich nicht ohne weiteres der Parteidoktrin und will seinen Plan zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit verwirklicht scheu. Darüber kommt es zum Krach, zum Rücktritt des Sozialministers Mosley und dem Austritt des Mitgliedes der Arbeiterpartei. Das war im Jahre 1930. Mosley hat wieder einmal einer großen Karriere selbst den Boden entzogen. Was nun? Die Neugründung einer „Neuen Partei" ist ohne Erfolg. Um Mosley wird es still. Die Brücken zum öffentlichen Leben scheinen vollends abgebrochen. Aber die Zeit dient der Besinnung. Denn diese Zeit ist auch für England erfüllt von dem Geschehen auf dem Festland, wo ein Mann wie Adolf Hitler aus echtem sozialistischem Geist um das deutsche Volk ringt, wo ein Mann wie Mussolini dem Risorgimento die Bestandswerte der Carta di Lavoro gibt. Das steht vor dem Blickfeld Mosleys, der durch Festlandsreisen seine Kenntnisse dieser Entwicklungen zu vertiefen sucht. Das Jahr 1932 neigt sich dem Ende zu, als in den Straßen Londons die ersten „Blackshirts" erscheinen und die Oeffentlichkeit durch die Gründung der British Union o f Fascists überrascht wird. Das ist der „neue Streich" Mosleys, und selbst diejenigen, die den „jungen Mann" bis jetzt noch aus überkommenem Gefühl der Verbundenheit oder gar des Mitleids vieles nachsahen, wenden sich von ihm ab. Aber verwest eilen Tausende aus allen Volksschichten zu den Versammlungen, und von Tag zu Tag wächst die Zahl der Anhänger der Schwarzhemden. Hun- üerttausende stehen bereits in ihren Reihen, doch auch heute noch schweigt die englische Presse die Bewegung tot, und die Politiker bezeichnen Mosley als einen „ehrgeizigen politischen Wirrkopf". Doch diejenigen Ausländer, die ihn kennengelernt haben, berichten von ihm als einem Mann, der sehr klar und politisch konsequent zu denken vermag, vor allem aber einen reinen Glauben an sein Werk in sich trägt. London, Oktober 1937. Durch die Londoner Albert-Hall brausen Wellen der Begeisterung. Da steht ein Redner auf der Tribüne, der hinreißend zu sprechen vermag. Vielleicht hat nur der alte Walliser in seinen besten Jahren eine solche Kraft der Sprache besessen. Aber was diesen Redner des Tages von Lloyd George unterscheidet, sieht man auf den ersten Blick. Das ist ein faszinierendes Aeußere Noch jung ist das Gesicht, aber beherrscht sind die Züge. Sie verraten den englischen Aristokraten. Auch dann, wenn die Stimme leidenschaftlich durch die Halle schwingt, bleibt die Haltung die gleiche. Eine Persönlichkeit steht da oben, das ist der Gesamteindruck. Das ist es auch, was ihn heraushebt unter den Tausenden, die gleich ihm das schwarze Hemd, die schwarze lange Hose und darum den breiten schwarzen Ledergürtel tragen. Und doch ist er nur einer von den Hunderttausenden, die sich in Old-England als Schrittmacher einer neuen Epoche fühlen. Jetzt hebt sich die Stimme des Redners, und mit eindrucksvoller Geste zeichnet er ein Bild des echten, zähen Briten, dessen Unternehmergeist und Forscherdrang ihn über die ganze Welt zur Herrschaft rief. Und vulkanisch empörend ist der Ausbruch, in dem die Anklage über die Schwäche der gegenwärtigen politischen Generation im Raume steht. Ob der Redner dann wieder seine Stimme bis zum Plaudertön sinken läßt, ob er sie wieder steigert, er spielt mit seinem Organ, als sei es eine technische Klaviatur. Ein Redner von größtem Format, der die Demagogie haßt und den Willen zur Ehrlichkeit vor sich selbst und seinem Volk in jeder Phase gestaltet. Was Wunder, daß seine Anhänger darob in Begeisterung geraten und auch diejenigen im Jubel mitreißen, die nur aus Neu gier gekommen sind, den Mann zu sehen, der es wagt, wider ein System scheinbar für ewige Zeiten festgefügter Anschauungen und Vorstellungen Front zu machen. Und als der Jubel verklungen ist, erheben sich die Tausende und stimmen in ein Lied ein, dessen wuchtigschwere Marschrhythmen aufhorchen lassen. Englands Schwarzhemden haben die Melodie unseres Horst-Wessel-Liedes übernommen und singen auf diese Weise ihr Kampflied, das auch inhaltlich dem Lied der deutschen Revolution vieles entnommen hat und dessen Refrain lautet: „Seht, über Mosley und der britische Faschismus Don unserem tbg.-Korrespondenien. alle Straßen weben faschistische Banner, Triumphfahnen eines mieoergeborenen Volkes." Während sich die Halle leert, stauen sich draußen schon wieder die Anhänger, die den Mann noch einmal sehen wollen, den sie als ihren „Leader", ihren Führer bezeichnen: Sir Oswald Mos- l e y. Wenig später sitzt dieser bereits wieder in der Sloane Square. Hier ist die Zentrale der englischen faschistischen Bewegung. Es ist ein Haus, das auf den ersten Blick nicht sehr einladend aussieht. Es hat den Namen „Schwarzes Haus" auch äußerlich verdient, so sehr lastet auf seiner Front der Staub der Weltstadt London. Im Innern herrscht betonte Einfachheit bis zur Dürftigkeit, und über die breiten Korridore des ehemaligen Pensionats hallen die Marschschritte der faschistischen Bereitschaften, der Geschäftsträger dieser noch jungen Bewegung, für die Mosley eine glänzende Karriere aufgab, ja selbst seinen in sechs Generationen zu höchsten Ehren gelangten Namen der Verachtung eines großen Teiles der Gesellschaft preisgab. Es sind schon über anderthalb Jahrzehnte her, das Mosley in die Oeffentlichkeit trat. Der junge Aristokrat, eben als Flieger aus dem großen Kriege heimgekehrt und noch leidend an dem Absturz, der die Verkürzung eines Beines zur Folge hatte, sitzt bereits mit 23 Jahren im Unterhaus, natürlich da, wo Leute seines Herkommens ihren Platz fürs Leben behalten, in der Konservativen Partei. Doch er trägt die Spuren des großen Krieges nicht nur äußerlich, er fühlt dieses Erlebnis des Dölkerringens als Verpflichtung in sich. Was Wunder, daß er schon bald in der Enge des volitischen Horizontes seiner Partei au ersticken droht. Er wendet kurzerhand seinen Melsgenossen den Rücken und tritt nach einem Studium der sozialen Fragen der Labour-Party bei. Die Arbeiterpartei ist natürlich stzhr stolz auf solche „Konvertiten". Sie sind ein Aushängeschild, das man gut gebrauchen kann, weil sie vor allem in der Londoner Gesellschaft eine Rolle spielen, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß Mosleys Frau eine Tochter des berühmten Außenministers und Vizekönigs von Indien, Lord Curzon, ist und als solche über weitreichende Beziehungen verfügt. Der Füyrer der englischen Arbeiterpartei, Ramsay ^TAUEIN AN B EKLEI DUNGS STOFF ; 40 000 Kml (Uw Uwftwg (Ur Wtftlwgcf Der Mantel Modell-Mäntel in reicher Wahl | 6410 V Das große Fachgeschäft fUr Damen- u. Pelzkleidung Frankfurt a. M„ Zell 109, gegenüber der Hauptpost an(H- Wmfe’b Mantel aus feinem Fischgrät - Velour, In modell. Verarb., ganz get, vornehm abgesteppt. Taschen, Rückenpasse Mantel für den Uebergang, aus guten, prakt. Stoffen engl. Art od. feinen, dunkl. aa» Melang.,sportl.Form., ganz gefüttert Ml Mantel In Jugendl. sportl.Form aus gut. Cotelä- Velour, 2reih. geknöpft, mit Rücken- TQ7C gurt, mod. Abrmet, ganz gefüttert wl1* Mantel aus elnfarb. modisch. 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Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145 — 2146 5823 A m J-B 6378 V „Kohie und Verstand — das sind die deutschen Rohstoffe/* Wie wahr dieses Wort des Ministerpräsidenten Hermann Göring ist, zeigen die großen Hallen der Werkstoff schau der Reichsausstellung „Schaffendes Volk“ in Düsseldorf. Der Verstand der deutschen Chemiker und Techniker schuf aus Kohle Treibstoffe, Kunststoffe Gummi, Seife, Farben, Heilmittel und viele andere Wunder der neuen Werkstoffe, die man erlebt haben muß. Bis zum 17. Oktober nur bietet sich Gelegenheit, das zu sehen, wovon man soviel gehört hat. Sonntagsrückfahrkarten nut 33Lf*\0 Ermäßigung 'm Umkreis von 250 km um Düsseldorf. Außerdem im Umkreis von 100 km Mittwochrückfahr karten. Große Reichsaasstellung Schaffendes Volk DÜSSELDORF Statt Karten Gießen (Friedrichstraße 15), den 2. 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Sonntag mittags u. abends Nehvasoui rrshbvaien mit Thüvkngev flößen 7,50 6,50 4,00 8,00 4,00 7,00 3.50 je je 8,00 MO Or. Wilhelm Schneider,Zahnarzt und Frau Flse, geb. Weiß 6,00 4,50 5,00 Iminen-" MuiMolz abzugeb. Bestell, erb wirp.Postk ob.an d.Bierver- lagMichel,Wall- torstr 71, T. 2479 Oamplsäqewerk Lollar B.NuhnA. 6.,Lollar 20 20 20 15 10 Ab 1. Oktober täglich spielt und singt wieder Christel Geißlinger 6398 D_____________________________ Textil: Material- und Svmnereikunde für alle Webereiwerter Fachrechnen für Weber............. Rindungslebre I und II Webereipraxis I und II Materialkunde für alle Svinnereiwerker...... Lehrgemeinschaften / Aufbaukameradschaften (Berufsfremde werden überhaupt nicht — Lehrlinge nur bedingt zugelassen!) 10 Pfund? 30 Pfundl Trinken Sie doch Dr. Emst Richters Frühstückskräutertee Sie werden erstaunt sein, wie breite Hüften, starke Schultern und das altmachende Doppelkinn verschwinden. 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Drucker: Plattendruck Illustrierter Werkdruck, Illustrationsdruck . 20 10 20 20 20 20 20 20 20 30, >0 18,00 20,00 20,00 12,00 30,00 18,110 10,00 20,00 25,00 12,00 8,00 12,00 8,00 10,00 3, 0 12,00 12,00 3,00 3,00 5,00 7,50 12,00 15 20 Kurzschrift,Maschineschreiben, Fernunterricht. Erfolg garantiert. Unverbindliche Auskunft. Lehrinstitut Hofmeister, Berlin- Steglitz 6. [6039V 8,00 10,03 10,00 5,00 GER ‘•2.7 11,111 , je Vorarbeiter, Meister, Betriebstechniker: Betriebs- organisation, Fach- und Tabellenrechnen usw. I, II, III . . je Facharbeiter: Vorbereitung auf die Meisterprüfung im Maschinenbau, der Elektrotechnik und Mechanik I—IV . . je Kaufleute in der Metallindustrie: Metall- und Werkstoffkunde.............. Grundlagen der Elektrotechnik...... ...... Grundlagen der Chemie Anorganische Chemie mit praktischen Uebnngen Organische Chemie mit praktischen Hebungen ...... Chemie: Metallurgie (Metallkunde für den Kaufmann)....... Druck und Papier: Schriftsetzer: Werksatz, Druckschrift — Skizzieren und tnpo- 15 13 12 10 18 21 30 9 ■ 8 2,00 4,00 7,50 7 50 6,00 6,00 5,00 5,00 7,50 8,50 12,00 4,00 4,00 3,00 5,00 3,00 5,00 5,00 5,00 8,00 8,00 je! je! je! re Unsere große Sonder-Abteilung, für Deutsche WK-Möbel ist eine Sehenswürdigkeit für alle Freunde zeitge» mäßer Wohngestaltung. WK-Möbel sind mustergültig in Form und Arbeit, seit über 20 Jahren bewährt. Verkaufsstelle: Linden, Wieseck und Heuchelheim!) Kurzschrift I, II, III, IV (Lehrlinge RM. 5,00) . Maschinenschreiben I, II (Lehrlinge RM. 8,00) Das Deutsche Handwerk: Dachdecker!............... D achdeckerll............... Maler und Weihbinder I...... Maler und Weihbinder II......... Maler und Weihbimder III......... Polsterer und Tapezierer.......... Elektroinstallateure 1 7 . . . ...... Elektroinstallateure II, III, IV, V, VI Gas- und Wasserinstallateure........ Klempner I, II Kraftfahrzeughandwerker / Mechaniker . . . Schmiede...... ......... Bäcker......... ....... Konditoren............... Fleischer........... Müller.......... Unisorm-Mahschneider, Herrenschneider I (Rock) Herrenschneider II (Hose), Herrenzuschneider . Damenschneider I, II Damenschneider III .. ......... Damenschneider IV............ Restaurant „Stadt Mainz“ 43 23 58 40 20 48 60 30 20 30 20 25 30 30 30 5 6 10 18 16 9 20 10 17 8 Damenschneider V Schuhmacher I, Schuhmacher II (Orthopädle) je Friseure I—XI (Historisch, Eisenwelle, Wasserwelle, Hand- und Fuhpflege, Schönheitspflege, Schminken, Kalkulation und Buchführung usw.)...........je Photographie I und II (23 und 22 Doppelstunden) . ... je Der Handwerker als Kaufmann ............ Stellmacher und Karosseriebauer I, II..... ... je Hauswirtschastliche Berufe: Haushaltsbuchführung Vorratshaltung im ländlichen / städtischen Haushalt Kaufmännisches Rechnen I und II . . . Buchhaltung I, II, III. IV, V Arbeitsgemeinschaft für Bilanzbuchhalter Durchschreibebuchführung.......... . Wechsel- und Scheckverkehr, Mahn- und Prozehverfahren . ie Schuldverfahren, Büro- und Betriebsorganisation . . . . je Häuser der Kurzschrift: (Durchführung evtl, auch in Grohen- das El des Columbus Fern- u. Nahsicht vereint in I der Doppelfokus-Brille von Optiker Magnus A Kassenlieferant, Seltersweg 33 WIESECK Samstag abend: GroßesWinzerfest An fang 8 Uhr 6401 d »Zum kühlen Grund« Inhaber: A. Schepers. Fachzeichnen I, II und III Eisen und Metall: Angelernte und Hilfskräfte: Werkstoff- und Arbeitskunde, Fachzeichnen und Fachrechnen I, II, III je Facharbeiter im Maschinenbau: Fach- und Werkstoffkunde, Fachzeichnen und Fachrechnen I, II, III je gacharbeiter in der Elketrotechnik und Mechanik: ach- und Werkstoffkunde, Fachzeichnen und Fachrechnen I, Farbendruck................ Farbenkunde und Farbenlehre......... Anlegeayparate............... Zweitourenmaschinen............ Automatenspsteme ............. Ausschiehen und Formatmachen........ Buchbinder: Arbeitsgemeinschaft mi^praktischen Arbeiten . Bergbau: Iungbergleute Bergleute...................... Bergbauangestellte Grubenangestellte Banken und Bcrsicherungen: Bankbuchhaltung Lebensversicherung Leder: Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu verrnieten. Reparaturen n. Stimmungen fachgemäh u. vreisw. 453D G-EbeCXr (Heften. Bleichsirafce 17 Teleph. 2403. Lederkenntnisse des Schuhfacharbeiters...... Die Zuschneiderei, Die Bodenlederstanzerei . . . Die Schaftvorrichterei Stepperei, Modelle I, II, III, IV, V Bodenvorrichterei, Schuhausvutz Hand- und Maschinenzwickerei, Bodenbefeftigung . Fertigmacherei ........ Stein und Erde: Natursteinwerker Baukeramiker Kunststeinwerker............... Werkberufe der Erden Der Deutsche Handel: Gutes Deutsch................ Englisch 1,11,111, IV Spanisch I, Italienisch I Plakatschrift I Plakatschrift II Warenkunde ........... Der Sakko I, Der Ulster II, Der Paletot III . . . . Bau: Baukonstruktion I und II Veranschlagen .......... Festigkeitslehre und Statik........... Holz: Materialkunde, Sägewerkskunde Werkzeug- und Maschinenkunde Holzoberslächenbearbeitung, Beizen und Polieren . WttiiiwrtitrMß Uebungsstätten (früher Arbeitsschule) Sonntag, 3. Okt. 1937, Unfl 19-21.30 Uhr: . 1 (iCU^ iitid am tiQlflJl Erntedankfest bei der Erstaufführung * des rheinischen Volksstückes: Im Rebeloch rumort s von Vomhof Einmalige Aufführung zu ganz kleinen *) Lehrlinge (soweit zugelassen) und Dienstpflicht ableistende Soldaten und Arbeitsmänner 25 %> Nachlah. Nichtmitglieder der DAF. 50% Aufschlag. Auskunft, auch über weitere Mahnahmen, bei allen Kreisf und Ortswaltungen. Anmeldung muh persönlich und vor Beginn einer Berufserzlehungsmahnahme bei den Kreis- und Ortswaltungen erfolgen, die gleichzeitig Unterrichtsort sind (s. oben!). Der Teilnehmer kann sich den Unterrichtsort aussuchen, der in seiner "Nähe, bzrv. für ihn am günstigsten gelegen ist. Anmeldung u. a. in Giehen, Schanzenstrahe 18, Fernruf 2141—2144. Sprechstunden täglich von 8—13 und von 15—19 Uhr (außer Mittwoch- und-Samstagnachmittag). Anmeldefchlus? 20. Cf tob er 1937! 5460 d iv | löeeö von 3 bis 20 vom Hundert erhalten Sie bei wie- I >1 II I 6 derholten Veröffentlichungen einer Anzeige I nr. 250 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Samstag, 2. Mober (937 Aus der Stadt Gießen. Dankbarkeit! Dor etlichen Jahren starb ein Mann, ein her- zensguter und leutseliger Junggeselle, aber ein Sonderling, der in seiner Lebenshaltung und -füh- rung mit den Durchschnittsmenschen seiner Umwelt nicht übereinstimmte. Sein geistiges Erbgut war nicht groß, dafür war ihm von seinen wohlhabenden Eltern Hab und Gut von großem Wert zuge- fallen. Don dem abergläubischen Gedanken beherrscht, er dürfe ein Testament nicht errichten, weil er sonst bald sterben müsse, lebte er seine Tage dahin, bis ihn eines Tages der Tod überraschte, ehe er ans Sterben dachte. Er besaß nur entfernte Verwandte, z. T. Menschen, die gar nicht wußten, daß sie mit dem Manne überhaupt oder in einem Grade verwandt waren, der sie zur Erbfolge berechtigte. Das Gericht hatte mit der Feststellung dieser fröhlich Hinterbliebenen ein gut Stück Arbeit, und gerne steckten diese die guten Erbportionen in ihre zum Teil schon wohlgefüllten Taschen. Einige Jahre nach seinem Ableben kam ich auf den Friedhof, da er begraben lag, und ließ mir vom Aufseher seine Ruhestätte zeigen. Ach, wohl stand da auf dem Grabe ein sehr bescheidenes Denkmal. Besser hätte aber auch das nicht dort gestanden; denn die Grabstätte war vollkommen ungepflegt und von Unkraut aller Art überwuchert. Kein „Erbe" hatte sich bewogen gesunden, auch nur einen Efeustock oder einen Rosenstrauch auf das Grab zu pflanzen. Der da unten schlief, empfand nicht diese Vernachlässigung seines Andenkens. Aber manche, die ihn als wahrhaften Biedermann gekannt hatten und feinen Namen nun auf dem Grabsteine lasen, wird es — mit Ausnahme der „Erben" — gerade so gegangen sein wie mir: es kam ihnen wohl ein bitterer Geschmack auf die Zunge ob der Undankbarkeit, die sich in solcher Nichtpflege des Grabes als grobe Unterlassungssünde offenbarte. Der wahrhaft vornehme Mensch gibt und schenkt zwar gern und läßt die Linke nicht wissen, was die Rechte tut. Echte Vornehmheit ist eine innere Gesinnung und hat mit hoher Geburt, mit Rang, Stand und irgendwelchen Ehrenstellungen nichts zu tun. Es kann jemand ein großer Herr sein oder sich als solcher gebärden. Denkt er aber nur an sich, in Gegenwart und Zukunft, wie arm ist er doch! Hat jedoch ein Armer die Gabe, sein Weniges mit anderen zu teilen und den Eigennutz für feine Person hintanzustellen, wie reich ist doch eine solche. an Gutem dieser Erde gering begnadete Seele! Es sage keiner, solche kleinen Wohltäter gebe es nicht. Sie sind viel zahlreicher, als man glaubt. Menschen, die echte Freude am Schenken haben, sind niemals arm. Ihnen ist die Gottesgabe verliehen, andere glücklich zu machen. Es gab in unserer Heimat ein mit Kindern gesegnetes Pfarrhaus. Wer dort einkehrte, erhielt Kaffee und Kuchen in Fülle. Die Pfarrersleute mußten sich aber deshalb heimlich bitter einschränken, und sie taten es auch. Ihre Freude und ihr langes Glück bestand in der Beherzigung des Spruchs: „Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht!" Aus den Kindern dieser Familie wurden bedeutende Menschen. Das Gegenstück zum Schenken sollte das Danken sein. In der Regel ist das wohl auch der Fall. Aber es sollte nicht ein bloßer Lippendank sein. Süße, schmalzige, vielleicht sogar heuchlerische Dankes- worte sind billiger als Brombeeren, die an einer Dornenhecke stehen. Wo der Geber den Dank von vornherein begehrt, würdigt er nicht nur die Gabe, ionbern auch sich selbst herab. Dort aber, wo sich das Sprichwort bewahrheitete „einen fröhlichen Geber hat Gott lieb", wird er euch einen dankbaren Nehmer finden. Als einfache Weisheit sollte der Satz gelten: Wer nicht echt zu danken vermag, sollte sich niemals be= Ichenken lassen, sollte sogar eher eine Erbschaft aus- chlagen, als das Grab eines Erblassers verunkrau- en lassen. Dann sähe es auf mancher Friedhofstätte und — bei den Lebenden gewiß oft besser ms. O. ■———” ■ ■■!■■■ Gießener Giadiiheater. Ludwig Thoma: „Moral." Die Abstände, die uns heute von dem 1909 erschienenen Stück trennen, werden schon bald nach iem Aufgehen des Vorhanges offenkundig. Dazu gerügt ein Blick auf die Kostüme, ein Blick auf die geräuschvoll sich entfaltende Gesellschaftsszene: wir befinden uns in jener andern Welt vor dem Kriege, lind der größere Teil der handelnden Personen repräsentiert gewisse, ziemlich scharf umrissene Typen, die mittlerweile ausgestorben sind. Dieser Rentier, dieser Kommerzienrat, dieser Oberlehrer, dieser Polizeiassessor — das sind menschliche und soziale Erscheinungen, die es heute, jedenfalls als typische Vertreter ihres Standes, ihrer „Schicht" oder ihrer Weltanschauung, einfach nicht mehr gibt. * Deshalb erlebt der Beschauer von 1937 das doch gar nicht einmal so alte und erst vor nicht langer Frist sogar verfilmte Stück als einen historischen Vorgang. Das ist nicht etwa chronologisch zu begründen, denn es gibt sehr viel ältere und auch in viel älteren Zeiten spielende Stücke, die wir zwar äußerlich, im Kostüm, als geschichtlich empfinden, die uns aber menschlich durchaus nah und gegenwärtig sind, deren Probleme und Konflikte wir als die unseren oder wie unsere •eigenen empfinden und zu behandeln bereit sind. Den heftigen und stellenweise grundsätzlichen Streitgesprächen, die in Thomas „Moral" geführt werden, folgen wir dagegen afs erheiterte, aber im Grunde unbeteiligte Zuhörer. Wenn die drei Akte trotzdem noch heute ihre Wirkung nicht verfehlen, so liegt das, wie uns scheint, daran, daß sie nicht im Sinne eines Problem- oder Diskutierstückes auf uns wirken, sondern durch die einmalige Situation, die zur Zeit der Entstehung der Komödie (so nennt es Thoma) eine lotirische Feder herausfordern konnte. * Die Satire als solche stößt heute ins Leere, weil ihr die Angriffsflächen entzogen find; die Situation ist in ihrer Zuspitzung von unwiderstehlicher Komik, einer Komik freilich, die schon ans Groteske streift und manchmal eines peinlichen Untertones nicht entbehrt. Was Thoma hier treffen wollte und auch getroffen hat, war die falsche und angemaßte moralische Entrüstung, die elende Heuchelei, die Wölfe im Schafspelz. Er hat sich dazu eines ungewöhnlich drastischen Beispiels bedient, indem er sich und uns ousmalt, wie drei würdige und hochangesehene Vorstandsmitglieder eines Vereins zur Heb: 'g der Attlichtell auf die fatalste Welse dem von ihnen Hitler-Jugend und Schule. Zungbannführer Taesler spricht vor der Fachschaft „Höhere Schule". Die Fachschaft „Höhere Schule" tm NSLB. oer- einigte gestern im Singsaal des Realgymnasiums ihre Mitglieder zu einer Vortragsveranstaltung. Pof. Dr. Adolph begrüßte die Teilnehmer. Jung- bannführer Taesler sprach dann sofort über das Thema „Ziele und Aufgaben der Hitler-Jugend und Schule". Bisher seien, so führte er u. a. aus, das Elternhaus und die Schule als Erziehungsfaktoren für ausreichend angesehen worden. Allerdings habe der Staat einer vergangenen Zeit auch keine beherrschende Idee gehabt. Diese Staatsidee sei aber nun durch den Nationalsozialismus gegeben. Der Bestand des deutschen Volkes sei für eine Ewigkeit gedacht und der Jugend, als der Trägerin der Zukunft, müsse eine dementsprechend ausgerichtete Erziehung zuteil werden. Der Jugend seien die Gehalte der neuen Weltanschauung am besten nahezubringen. Die Jugend müsse deshalb über Elternhaus und Schule hinaus erfaßt werden. Der Führer habe die Staatsjugend, so wie sie sich selbst gestaltete, bestätigt. Die HI. sei aus sich selbst heraus das geworden, was sie heute sei. Sie habe den nationalsozialistischen Staat mit erkämpfen helfen. Aber auch nach der Machtergreifung sei ihr aber auch nichts in den Schoß gefallen. Vielmehr habe es nun gegolten, die Massenbewegung der deutschen Jugend aufzubauen. Hier habe die Jugend auf keinerlei Tradition lernen und Erfahrung zurückgreifen können. Die Aufbauarbeit sei also sehr schwierig gewesen. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner den organisatorischen Aufbau der HI. bzw. des Jungvolks. Er wies ferner darauf hin, wie im Jungvolk der 10- bis 14jährige erst einmal zu einem „Kerl" erzogen und er lernen solle, sich einer Gemeinschaft einzusügen, er erfahre die Grundschule der Leibesübung, werden in die Bastelarbeit eingeführt, arbeite in der Werkstunde und gehe auf Fahrt. Die Hitler-Jugend habe die Aufgabe, weltanschauliche Gedankengänge zu vertiefen. Für diese Arbeit, die die Führung der Staatsjugend zu leisten habe, bedürfe sie des Verständnisses der Lehrerschaft. Die Arbeit von Schule, Elternhaus und HI. habe das gemeinsame Ziel, ein Volk zu formen. Bei dieser Arbeit dürfe man nicht an Kleinigkeiten hängen bleiben. Die HI. werde auch die Erfordernisse der Schule berücksichtigen und die Jugend anhalten, nicht nur im Dienst, sondern auch in der Schule ihren Mann zu stehen. Von einem jungen Führer werde füglich erwartet, daß er nicht nur vor seiner Einheit etwas tauge, sondern auch in der Schule nicht zu den schlechten Schülern gehöre. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner noch kurz mit der kulturellen Arbeit der HI. und gab. so ein geschlossenes Bild der Bemühungen um die deutsche Jugend. Er schloß mit den Worten, daß es in der gemeinsamen Zusammenarbeit von Schule, Hitler-Jugend und Elternhaus gelingen werde, eine Jugend heranzubilden, die unserem deutschen Volke den Platz an der Sonne zu erringen vermöge, der ihm gebühre. In einer regen Aussprache wurden noch einige Einzelheiten zur Sprache gebracht. Mit Worten des Dankes an den Redner schloß der Fachschaftsleiter die Zusammenkunft. Hitler-Jugend Bann 146 Gießen. Belr.: Führeriagung aller Unlerbannfuhrer sowie des gesamten Bannstabes 116. Am kommenden Montag, 4. Oktober, findet eine Führertagung aller Unterbannführer sowie des gesamten Bannstabes 116 auf der Banndienststelle statt. Die Führertagung beginnt um 20.30 Uhr. Gießener SS vor Führer und Duce. Einer Anzahl SS.-Kameraden der Gießener Einheiten war in den Tagen des Besuches des Duce bei unserm Führer Adolf Hitler das große Erleben befchieden, durch ihren Dienst Augenzeugen jenes unvergeßlichen Ereignisses zu sein und dabei nicht nur in altbewährter Weise Dienst für den Führer zu leisten, sondern auch eine bis an das Lebensende währende Erinnerung zu gewinnen. Voll Stolz auf diesen Dienst und mit großer Freude über das starke Erlebnis kehrten die SS.-Kameraden von Gießen am Donnerstag früh hierher zurück. Es war für die Männer der SS. allerlei Anstrengung, die sie in der letzten Zeit auf sich zu nehmen hatten. Aber in bekannter rückhaltloser Einsatzbereitschaft stellten sie auch hier wiederum voll und ganz ihren Mann. Sie waren eben erst aus Nürnberg vom „Parteitag der Arbeit" heimgekehrt. Da rief sie ein neuer Dienstbefehl zu der neuen großen Leistung auf, die ihrer in München und in Berlin harrte. Ungesäumt wurde wieder der Tornister gepackt, und dann ging es am späten Abend des 22. September mit Begeisterung angesichts der großen Aufgabe und mit frohem Herzen zum Gießener Bahnhof. Der Sonderzug des SS.- Abschnitts XXX, der unter dem Kommando des Führers der 83. SS.-Standarte, SS.-Sturmbann- führers Müller in Gießen, stand, war in Kassel gegen 23 Uhr abgefahren. Gegen 1 Uhr am 23. September traf dieser Zug in Gießen ein, von wo er nun die SS.-Kameraden aus der Gießener Einheit mitführte. In den späten Morgenstunden des 23. September kam der Zug in München an. Voll froher Erwartung unserer SS.-Männer verging der erste Tag in München, der mit den Vorbereitungen für den Empfang des hohen Gastes ausgefüllt war. Zur größten Freude unserer Gießener SS.-Männer hatten sie bei dem Absperrdienst das Glück, in der Ludwigstraße, dep Pracht- strahe Münchens, beim festlichen Einzug des Führers mit dem Duce in vorderster Linie zu stehen und dadurch die beiden großen Staatsmänner aus nächster Nähe zu sehen. Dieser große Gewinn des Tages beschwingte unsere SS.-Männer in hohem Maße. Am Samstag spät abends ging es dann mit der Bahn im Sonderzug wieder von München fort durch die herrlichen deutschen Gaue nach Berlin. Hier hatten unsere oberhessischen SS.-Männer, ebenso wie ihre Kameraden aus anderen Gegenden Deutschlands, anstrengenden Dienst zu leisten, denn der begeisterte Jubel der Hunderttausende von Volksgenossen beim Einzug des Führers und des Duce in die Reichshauptstadt machte den Absperrungsdienst zu einer schweren Arbeit, da die Volksgenossen in ihrer gewaltigen Begeisterung immer wieder stark nach vorne drängten, die lebendige Absperrkette der SS. aber diesem Andrang standhalten mußte. Unsere Gießener SS.-Männer hatten ferner das Glück, am Dienstag in der Nähe des Maifeldes Zeuge der weltgeschichtlichen Kundgebung zu sein und am Mittwoch der Ehrung der Gefallenen durch den Duce am Ehrenmal beizuwohnen. Stramm wie immer und frohgemut im Dienst erfüllten die Gießener SS.-Kameraden auch in Berlin voll und ganz ihre Ausgabe. Nunmehr sind sie nach treuerfüllter Pflicht still wieder in ihre Heimat zur alltäglichen Arbeit zurückgekehrt. Wie immer für den Führer, haben sie auch hier gern ihre Pflicht getan. Das große Erlebnis ist ihnen für alle Zeit schönster Dank und beste Anerkennung. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater, große „KdF."-Miete: 20 bis 23 Uhr „Maß für Maß". — Gloria-Palast (Seltersweg): „7 Ohrfeigen". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Liebe im ^-Takt". — VfB.-Reichsbahn: 20 Uhr Waldsportplatz, Familienabend. — DHE.: Monatsversammlung bei Boller (nicht Hopseld). Tageskalender für Sonntag. Kreisleitung Wetterau: 12.30 Uhr Cafe Leid, Erntedankfestfeier für sämtliche Ortsgruppen, evtl. Parallel-Versammlung im Frankfurter Hof. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr Morgenveranstaltung Erntedankfest, „Die Windsbraut". — Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr Erstaufführung „Im Rebeloch rumort's". — Gloria-Palast (Seltersweg): „7 Ohrfeigen". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Liebe im Vi-Takt". — Cläre Schlesier-Altmann: 10.30 Uhr Goethestraße 63 Schüler-Konzert. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung von „Maß für Maß" von Shakespeare statt. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Diese Vorstellung findet als 1. Vorstellung der „Großen KdF.- Miete" statt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. Spielplan des Stadttheaters vom 3. bis 10. Oktober. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 3. Oktober (Erntedankfest), findet dis 1. Morgenveranstaltung dieser Spielzeit statt. Es gelangt „Die Windsbraut", eine Ballade von Richard Dillinger, zur alleinigen Uraufführung. In der vergangenen Spielzeit brachten wir Richard Dillingers „Stille Gäste" als westdeutsche Erstaufführung. Die Spielleitung der „Windsbraut" hat Dr. Erich Schumacher, musikalische Leitung: Heinz Markwardt unter Mitwirkung der HJ.- Spielschar. Beginn 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. Für Platzmieter auf allen Plätzen 25 Pf. — Am Abend des Erntedankfestes findet die Erstaufführung des Lustspiels „Im Rebeloch rumorts" von Vomhof statt. Spieleitung: Dr. Erich Schumacher. Die einmalige Aufführung findet zu ganz kleinen Preisen außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Dienstag, 5. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr, zum letztenmal „Maß für Maß", Tragikomödie von Shakespeare, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Dienstag-Miete, 2. Vorstellung. Mittwoch, 6. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr, „Moral", Komödie von Ludwig Thoma, Spielleitung: Hans Geißler. Mittwoch-Miete, 2. Vorstellung. Freitag, 8. Oktober, Anfang 20 Uhr. Ende 22.30 Uhr, „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Birabeau. Spielleitung: Dr. Erich Schumacher. Freitag-Miete, 3. Vorstellung Samstag, 9. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Erste Sondervorstellung für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Andre Birabeau. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen nur an der Abendkasse. Sonntag, 10. Oktober, Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr, Erstaufführung „Das kleine Hofkonzert", Operette von Derhoeven und Impekoven, Musik von Ed. Nick. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Spielleitung': Karl Ludwig Lindt. Außer Miete. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. 1)a$ \ \ Sdiänhßifstfß^ßpf angeblich mit Ingrimm bekämpften Laster zum Opfer fallen. Die Frau von Hauteville, in deren Hause sich der Skandal zuträgt, hat ein Tagebuch mit ganz genauen Eintragungen über ihre Gäste geführt; das Tagebuch wird von der Polizei beschlagnahmt, und zahlreiche Honoratioren der Stadt, an der Spitze die Sittlichkeitsapostel, sehen mit Zittern und Beben unauslöschlicher Schande und schrecklichen Familiendramen entgegen. Zu ihrem nicht vermuteten Glück wird aber der drohende Prozeß niedergeschlagen, als sich herausstellt, daß ein Mitglied des regierenden Hauses, der Erbprinz Emil nebst seinem Kammerherrn, sich der Entdeckung bei einer plötzlichen Haussuchung nur durch die Flucht in den Kleiderschrank der Hauteville entziehen konnte. Jetzt wird der Fall diskret erledigt, die Hauteville Landes verwiesen, und da sie sich weigert, das Feld zu räumen, kommen die Moraltrompeter mit einer Geldbuße davon: sie dürfen die Entschädigungssumme aufbringen, bei deren Aushändigung die Hauteville keine Schwierigkeiten mehr machen und unauffällig verschwinden wird. Damit ist die Moral, soweit sie „öffentlich" genannt werden muß, gerettet. — * Herr Geißler hatte die Spielleitung; er betonte die Distanz, indem er das Stück von den historischen Aspekten aus inszenierte, die wir andeuteten. Es war ein Lustspiel im Kostüm, stellenweise schon ganz schwankhaft in der Wirkung; die satirisch gedachten Clemente wuchsen folgerichtig ins Groteske, besonders in den Szenen auf der Polizei: Herr Löffler hatte deren amtlich-korrekte Räumlichkeiten so liebevoll ausgestattet wie die weitläufige Eleganz des bürgerlichen Salons. Die Darstellung durchlief die verschiedensten Schichten schauspielerischer Ausdrucks- und Wirkungsmöglichkeit. In einer ganz menschlichen Sphäre hielten sich etwa der unpathetisch-nüchterne Justizrat des Herrn Lindt, die von Frau Schubert- Jüngling sehr hübsch und überlegen gegebene Frau Lund und die Lina Beermann (Frau S t i r l), obwohl mit dieser Rolle ein ernsthafter Konflikt nur eben an gedeutet werden konnte. Unter den unmoralischen Moralisten taten sich Herr Neuhaus und Herr Vo I ck durch die krasse Gegenwirkung von donnerndem Pathos und blasser Verzweiflung hervor. Wohlhabende Bürgerlichkeit repräsentierten Ruth-Ines E ck e r m a n n und Hans Paschen als Kommerzienratsehepaar Bolland. Else Monnard war die Dame Hauteville, „eine Private", wie Thoma sie mit diskreter Unmißverständlichkeit bezeichnet hat: zwar phantastisch aufgedonnert, wie es dieser Figur entspricht, aber im übrigen mit angemessener Zurückhaltung in erfreulichen Grenzen. (Man kann dergleichen auch anders servieren.) * Herr Frickhoeffer spielte, ihr gegenüber, den Polizeiassessor ganz auf Karikatur: mit scharfem Scheitel, hohem Kragen, hackenknallend und schnarrend. Im gleichen Stil wirkte Herr v. G s ch m e id - l e r als prinzlicher Kammerherr, wie eine gespenstig auferstandene Witzblattfigur von damals. Erich Weiland als Polizeipräsident: korrekt und loyal, auf die Vermeidung von Skandalen taktvoll bedacht; Herr Geiger machte einen gemütlich bayerischen Subalternbeamten, Anneliese Garbe einen wohlerzogenen Backfisch, Ernst Dittmar, bescheiden und sympathisch, den jungen Poeten. — * Es gab schon bei offener Szene und vor allem zuletzt, lebhaften Beifall. Hans Thyriot. Die Wissenschaft vom Rasieren. Vier Jahre haben amerikanische Mediziner mit umfassenden Untersuchungen zugebracht, um zu ermitteln, wie man sich auf die beste Weise rasieren kann. Im Jahre 1931 wurde im Mellon-JnstitÄ eine Rasierklinik eingerichtet, in der 31 „Patienten" dauernd beobachtet wurden. Genaue Messungen zeigten, daß der Bart am schnellsten unmittelbar nach dem Rasieren wächst; man kann rechnen, daß das Wachstum etwa 12 Millimeter beträgt. Dagegen wird die Stärke des Haares durch die Häufigkeit des Rasierens nicht beeinflußt. Das Haar wächst auch nicht senkrecht aus dem Gesicht heraus, sondern in einem Winkel zwischen 30 und 60 Grad. Nach dem „Journal of the American Medical Association“, das über diese Untersuchungen eingehend berichtet, sind auch die wünschenswerten Eigenschaften der Rasierseife festgestellt worden. Die Ergebnisse sind für den, der sich seit längerer Zeit selbst rasieren muß, nicht überraschend; denn von der guten Rasierseife wird verlangt, daß sie ergiebig schäumt, nicht schnell auf der Haut trocknet und die Haut nicht reizt. Ferner soll sie das Haar weicher machen. Daß man keine stumpfe Klinge benutzen soll und besser warmes Wasser nimmt, hat die Wissenschaft auch bestätigt. Die Rasierklinge soll in einem Winkel von 20 bis 25 Grad zu der Hautfläche gehalten werden, und man soll es vermeiden, Toilettenseifen zu benutzen, die nicht besonders für das Rasieren gemacht find, well sie eine Reizung der Haut Hervorrufen. dod)fd)ulnad)nd)ten. Professor Dr. Albert von Hofmann, em. Honorarprofessor für Geschichte an der Universität Marburg, vollendete am 30. September das 7 0. Lebensjahr. Sein Spezialgebiet ist Geschichte auf geographisch-topographischer Grundlage; von seinen Arbeiten seien genannt „Das deutsche Land und die deutsche Geschichte" und „Das Land Italien und seine Geschichte". Dem Dozenten Dr. Adolf Wendel an der Universität Marburg ist unter Ernennung zum ao. Professor der Lehrstuhl für Altes Testament in der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Breslau übertragen worden. Dem Dr. phil. Walter Kuhn in Breslau ist unter Ernennung zum ao. Professor der Lehrstuhl für Deutsche Volkskunde an der Universität Bres - l a u übertragen worden. Der Dozent Dr. Hermann Groß ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor beauftragt worden, den Lehrstuhl der Zahnheilkunde an der Universität Köln als Nachfolger von Prof. Dr. Sittens zunächst vertretungsweise zu übernehmen. Dem Dozenten Dr. phil. habil. Hugo Friedrich von der Universität Köln ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für romanische Philologie an der Universität Freiburg übertragen worden. Dr. Wolfgang Siebert, Extraordinarius für deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Kiel, ist zum ordentlichen Professor ernannt worden. Ernannt wurden: Professor Dr. Rudolf Heinz zum Ordinarius für Geologie und Paläontologie an der Universität Leipzig; Professor Dr. Curt R ü h l a n d zum Ordinarius für öffentliches Recht an der Universität Greifswald; Professor Dr. Walter Schwiel zum Ordinarius für Geologie an der Universität Göttingen; Dozent Dr. phil. habil. Herbert Seifert zum Ordinarius für Mathematik an der Universität Heidelberg; Dozent Dr. Ferdinand W a s m u t h zum Ordinarius für Zahnheilkunde an der Universität Tübingen. Von den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Heinrich H e r tz o g (Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde) an der Universität M ü n st e r und Dr. Georg S t e r tz (Psychiatrie und Neurologie) an der Universität Kiel. Prosessor Dr. Otto Westphal, Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Hamburg, ist auf seinen Antrag aus dem Staatsdienst entlaßen worden. Ortsgruppe Gießen-Ost. Lrntedauktag 1937. Die Uebertragung der Feierstunde vom Bückeberg findet am Sonntag, 3. Oktober, im Cafe Leib statt. Beginn 12.30 Uhr. Wir verpflichten alle Parteigenossen und Parteianwärter zur Teilnahme. Alle Volksgenossen sind zur Teilnahme eingeladen. Vorher spricht unser neuer Kreisleiter Pg. Heinrich Backhaus. HSV., Ortsgruppe Mitte. Die Annahme-der Unterstützunasanträae für das Winterhilfswerk 1937/38 für den Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte erfolgt nach folgendem Plan: Samstag, 2. Oktober, von 9 bis 12 Uhr: Alicenftraße, Am Pfarrgarten, An der Johannes- kirche, Bahnhofstraße; von 15 bis 18 Uhr: Bismarckstraße, Bleichstraße, Bruchstraße, Erlengasse, Burggraben, Goethestraße, Grabenstraße, Hinden- burgwall, Hinter der Westanlage, Horst-Wessel-Wall, In Löbershof, Johannesstraße, Kaplansgasse. MKKiYJD« altbewährte iV'F Hausmittel hilft Montag, 4. Df tob er, von 9 bis 12 Uhr: Katharinengasse, Kleine Mühlgasse, Kornblumen- aasse; von 15 bis 18 Uhr: Kreuzplatz, Löberstraße, Löwengasse, Lonystraße, Ludwigstraße, Mäusburg, Maigasse, Marktplatz, Marttstrahe, Mühlstraße. Dienstag, 5. Oktober, von 9 bis 12 Uhr: Neuenweg; von 15 bis 18 Uhr: Neustadt, Plock- straße, Rittergasse, Schanzenstraße. Mittwoch, 6. Oktober, von 9 bis 12 Uhr: Seltersweg; von 15 bis 18 Uhr: Sandgasse, Teufelslustgärtchen, Tiefenweg, Wagengasse, Weidengasse, Wolkengasse. Vorzulegen sind Mietbuch und Belege über Einkommen, Unterstützungen und sonstigen Verdienst; ferner Meldekarte des Arbeitsamtes. Heil Hitler! gez. S ch e l h o r n, Ortsgruppenamtsleiter. Die Leistungspyramide. Bildliche Darstellung der Verufsauslefe durch planvolle Berufserziehung und ausbildung. Die Deutsche Arbeitsfront zeigt vom 2. Oktober bis 9. Oktober auf dem Kreuzplatz in Gießen in einem Fenster der Firma H. Kaeß Nachf. die Leistungspyramide, d. h. die bildliche Darstellung der beruflichen Auslese durch planvolle Berufserziehung und -ausbildung. Wir empfehlen allen Volksgenossen, sich diese Ausstellung anzusehen. Spenden aus der Gießener Hindenburg-Stistung. Der Stadtrat der Stadt Gießen hatte durch Beschluß vom 30. September 1927 aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500— RM. errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1937 ist jetzt wieder an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden 10 Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit einer Gabe von je 50.— RM. bedacht. Artilleristen-Abend im Schühenbaus. Die Unteroffizier-Vereinigung unserer III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 hatte auf Donnerstag abend das Offizierkorps der Abteilung, die alten Artilleristen der Gießener Artilleristen-Kamerad- schaft und die Mitglieder der Unteroffizier-Vereinigung zu einem kameradschaftlichen Beisammensein in das Schützenhaus eingeladen. An festlich geschmückten Tischen fand sich eine große Gemeinschaft der aktiven und der einstigen Waffenkameraden zu frohen Stunden ein. Der Leiter der Unteroffizier-Vereinigung, Wachtmeister Rieden- t h a l, entbot dem Offizierkorps mit dem Kommandeur, Oberstleutnant Döring, an der Spitze, sowie den alten Artilleristen mit ihrem Kamerad- jchaftsführer Müller, besonderen Willkommensgruß, ferner begrüßte er die Mitgli^ler der Vereinigung. Schneidige Musik, vortreffliche Gesangsdarbietungen und andere frohgestimmte Unterhaltung füllten die Stunden des Beisammenseins in bester Weise aus. Im Verlaufe des Abends, der auch der Verabschiedung einiger aus Gießen scheidender Unteroffizier-Kameraden diente, nahm der Abteilungskommandeur, Oberstleutnant Döring, Gelegenheit, in einer Ansprache seine Genugtuung über den Zusammenschluß seiner Unteroffiziere zu dieser kameradschaftlichen Vereinigung und insbesondere ihrem Leiter, Wachtmeister Niedenthal, seine Anerkennung für die bisherige vortreffliche Arbeit und die vorbildliche Pflege der Kameradschaft, wie auch für die dankenswerte Pflege guter Beziehungen zu den alten Gießener Artilleristen auszusprechen. Das Lob des Kommandeurs ist für die Unteroffizier-Vereinigung und ihren Leiter eine anspornende Auszeichnung, die sie zu weiterer eifriger Tätigkeit in bisherigem Geiste veranlassen wird. Ka- mercrdschaftsführer Müller sprach im Namen der alten Artilleristen den jungen Kameraden der aktiven Truppe herzlichen Dank aus für die bisherige gute Kameradschaftspflege und gab ihnen die Versicherung, daß die alten Artilleristen in Gießen auch weiterhin alles tun werden, um die jetzt schon engen kameradschaftlichen Beziehungen zwischen den alten Waffenkameraden und den aktiven Jüngern der heiligen Barbara noch mehr zu vertiefen und immer stärker auszubauen. llmbauarbeiten im Gießener Bahnhof. Da die Bahnsteige 2 und 3 auf der Main-Weser- Seite des Bahnhofs Gießen dem Verkehr nicht mehr genügten, mußte sich die Reichsbahnverwaltung entschließen, eine durchgreifende Verbesserung durchzuführen. Durch Aenderung der Gleisanlage ist die Vergrößerung des Bahnsteigs 3 möglich geworden, und für Bahnsteig 2 wird durch Beseitigung des jetzigen schmalen Zwischenbahnsteigs zwischen Gleis 1 und 2 der erforderliche Raum gewonnen. Die bisherige Ueberdachung auf Bahnsteig 2 muß dabei beseitigt werden und wird durch eine neue, einstielige Halle ersetzt. Gleichzeitig mit diesen Arbeiten wird eine weitgehende Verbesserung der Gleisanlage im Bahnho Gießen durchgeführt, indem durch Verschieben der Hauptgleise mit dem zugehörigen ganzen Weichenbereich die bisherige kurvenreiche Einfahrt begradigt wird. Für das Empfangsgebäude Gießen, dessen Warte- Abschiedsehrung für Vankdirektor Grießbauer. Im soldatischen Sinne ist ein Mann, der nach jeder Richtung hin Leistungen weit über dem Durchschnitt vollbringt, ein ganzer Kerl. Auf diese Charakterisierung des Mannes und seiner beruflichen und ehrenamtlichen Arbeit war all das ge- timmt, was am gestrigen Freitagmittag bei der klbschiedsfeier für den in den Ruhestand getretenen Bankdirektor Ludwig G r i e ß b a u e r, der sich im besten Sinne des Wortes als alter Soldat fühlt, in den Ansprachen zu vernehmen war. Die Leitung der Commerz- und Privat-Vank hatte ihrem langjährigen dienstältesten Filialdirektor in Gießen die Abschiedsstunde von der Stätte eines fruchtbaren Wirkens in würdiger Weise bereitet. Der Geschäftsbetrieb war von 12 bis 13 Uhr geschlossen, die Schalterhalle war mit den Hoheitszeichen des Staates und mit Blattpflanzen in chöner Weise geschmückt. Mit der gesamten Gefolg- chaft der Commerzbank-Filialen von Gießen, Friedberg, Wetzlar und Marburg hatten sich Vertreter der Hauptgeschäftsleitung, der Gesamtgefolgschaft Berlin und eine Reihe von Gästen versammelt, um dem scheidenden Filialdirektor und verdienstvollen Diener der Allgemeinheit alle die Wertschätzung und Verehrung auszudrücken, die ihm durch sein vorbildliches Wirken von allen Seiten im reichsten Maße daraebracht werden. Im Rahmen eines geschlossenen Betriebsappells hatten sich die Arbeitskameraden der Gießener Filiale bereits am Vormittag von ihrem Direktor Grießbauer verabschiedet und ihm durch den Mitdirektvr Bleyer und den Betriebs- zerneinfchaftsvertreter Kranz neben dem Dank ür die bisherige schöne Gemeinschaftsarbeit den Zlückwunsch zu seinem 50. Berufsjubiläum ausge- prochen, ihm gleichzeitig auch eine Mappe mit den Bildern aller Gefolgichaftsmitglieder überreicht. Bei der Feier in der Mittagstunde sprachen zahlreiche Redner zu dem scheidenden Berufskameraden und selbstlosen Diener des Gemeinwohls. Bei der Fülle der Ansprachen können wir auf die Einzelheiten der jeweiligen Ausführungen nicht näher einzehen, sondern wir müssen es bei einer Gesarnt- childerung belassen, die nach den Worten der Redner den Bankdirektor, den Arbeitskameraden, den Diener des Gemeinwohls und den Menschen Grießbauer schildern. In sehr eindrucksvollen Worten brachte der Vertreter der Hauptgeschäftsleitung Berlin, Direktor H a m p f, nach dem Gruß an die Gäste, die ungemein hohe Wertschätzung zum Ausdruck, deren ich Bankdirektor Grießbauer sowohl im Kreise )er Hauptgeschäftsleitung, als auch in den großen Reihen der Gesamtgefolgschaft, insbesondere natürlich in der Gemeinschaft der engeren und engsten Arbeitskameraden des Gießener Filialbezirks er- reut. Von diesem Sprecher stammt die in der Feierstunde besonders hervorgehobene Charakteri- ierung Ludwig Grießbauers als „ganzer Kerl" im oldatischen Sinne des Wortes, als großer Könner und als im höchsten Maße schützenswerter Mensch, eine Schilderung der Persönlichkeit, die von allen Rednern in gleicher herzlicher Weise ausgenommen wurde. Als äußeres Zeichen des Dankes wurde dem cheidenden Mitarbeiter ein Dank- und Glückwunsch- chreiben der Hauptverwaltung als Bekundung der hohen Anerkennung für seine Dienstleistungen und als Huldigung zum 50. Berufsjubiläum überreicht. Prächtige Worte der persönlichen und beruflichen Wertschätzung sprach der jetzt 86 Jahre alte, längst im Ruhestand lebende Lehrchef Grießbauers, der einsttge Direktor der Mitteldeutschen Creditbank in Frankfurt a. M. Klotz, der in großen Zügen den damaligen Lehrling und späteren jungen Mitarbeiter Grießbauer schilderte, gleichzeitig auch kundtat, daß der jetzt auf große Erfolge zurückblickende Ludwig Grießbauer zu jener Zeit schon ein ganzer Kerl war. In den Worten dieses greifen Herrn klang auch die herzlichste menschliche Verbundenheit mit seinem einzigen Lehrling und jungen Mitarbeiter in schönster Weise heraus. Aus dem Kreise der Mitarbeitergemeinschaft sprach sodann der Betriebsobmann Götz für die Gefolgschaften von Friedberg, Marburg, Wetzlar und Gießen, und auch hierbei konnte der Außenstehende in eindrucksvoller Weise hören, mit welcher Liebe und hohen Wertschätzung das Verhältnis zwischen Ludwig Grießbauer und allen seinen Mitarbeitern zu jeder Zeit erfüllt war, es heute noch ist und auch für alle Zeiten bleiben wird. Die Arbeitskameraden machten dem Scheidenden die Freude, ihm als Abschiedsgruß ein künstlerisch gearbeitetes Wappen der Familie Grießbauer zu überreichen. Die Ansprachen der Gäste leitete Bürgermeister Professor Dr. Hamm als Vertreter des Herrn Oberbürgermeisters ein, der Ludwig Grießbauer im Sinne der gestern von uns bereits mitgeteilten Ausführungen als vorbildlichen und uneigennützigen Diener des Gemeinwohls der Stadt Gießen würdigte und ihm im Auftrage des Herrn Oberbürgermeisters die als äußeres Zeichen der dankbaren Anerkennung verliehene Ehren-Plakette der Stadt Gießen mit Ehrenurkunde überreichte. Regierungsrat Dr. Krüger sprach als Vertreter des Kreisamtes Gießen und des Kreisdirektors Dr. Lotz, gleichzeittg auch als alter Feldzugskamerad in der gleichen Division bei einem Nachbarregiment, zu dem verehrten Kameraden. Für die Universität Gießen und deren Rektor sprach Prof. Dr. D i e tz. Kreisobmann Wagner sprach namens der Deutschen Arbeitsfront und feierte dabei, nach einer warmherzigen Würdigung des Menschen, Betriebsführers und Bankleiters Grießbauer, den Scheidenden als einen Monn von Format. Bankdirektor Mattern übermittelte die herzlichsten Wünsche der Fachgruppe Banken und der Gießener Bankenvereinigung, in deren Reihen Grießbauer sich höchsten Ansehens und besten Vertrauens erfreue. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer, Dr. Pauly, sprach für seine Körperschaft; Dr. M e e s m a n n für die Gießener Hochschul-Gesellschaft; Prof. Dr. Eger für den Lesehallen-Verein und das Studentenwerk, Bankbeamter Spoerhase als Regimentskamerad Grießbauers im Namen der ehemaligen 222er, der gleichzeittg als Dankesgabe ein prächtiges Kriegsbild überreichte. Bankdirektor Grießbauer sprach sodann allen denen, die ihm bei seinem jetzigen 50. Berufs- subiläum und bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst so überaus herzliche Ehrungen bereitet haben, seinen tiefgefühlten Dank aus. In seiner Antwort auf die verschiedenen Reden brachte er in fesselnder Weise kleine Ausblicke auf fein bisheriges Wirken und auf die engen Beziehungen zu seinen Berufskameraden und zu den zahlreichen Stellen, mit denen er ehrenamtlich zusammenwirkte. Man gewann auch bei diesen Dankesworten dem starken Eindruck, daß hier ein Mann von Format und von besten beruflichen und menschlichen Eigenschaften vom Schauplatz des öffentlichen Lebens sich zurückgezogen hat. Grundsteinlegung beiderTechnischenHochfchuleOannstadt D a r m st a d t, 1. Okt. (fipb) In Anwesenheit des teichsstatthalters Gauleiter Sprenger erfolgte Freitag nachmittag die Grundsteinlegung zu >em neuen Institut für anorganische und ihysikalische Chemie der Technischen Hochschule Darm st ad t. Bei dem Festakt, zu dem zahlreiche Ehrengäste ^schienen waren, wies der Rektor der Technischen Hochschule, Professor Dr. Hübner, auf die Ent- tehung der Technischen Hochschulen als einer spe- ifisch deutschen Einrichtung hin, die sich aus den öedürsnifsen des 19. und 20. Jahrhunderts ent» vickelt habe. Mit der Entwicklung der Technik habe varmstadts Technische Hochschule immer Schritt gehalten. Der starke Zugang von Studierenden der Lhemie und die vermehrten Raumbedürfnisse „für >ie wissenschaftlichen Forschungsarbeiten hätten inen Neubau notwendig gemacht. Der Rektor tattete insbesondere dem Gauleiter Reichsstatthaler Sprenger den Dank der Hochschule ab für die atkräftige Unterstützung. Gauleiter Sprenger ging dann auf die Aufgaben, die den Technischen Hochschulen in Lehre md Praxis gestellt sind, ein und vollzog die Ham- nerschläge zum Grundstein, in den eine Urkunde fingemauert wurde. aal II. Klasse in diesem Sommer vollständig neu hergerichtet wurde, ist noch beabsichtigt, die Halle mit den Fahrkartenschaltern zu erneuern und auch noch die Neben- und Wirtschaftsräume zu verbessern. Omnibuslime Gießen - Frankfurla.M. auf der Neichsautobahn. Die Reichsbahn - Kraftomnibuslinie Frankfurt a. M. — Gießen wird vom 17. Oktober an von Ober-Mörlen bis zum Zubringer Steinbach auf die Reichsautobahn umgelegt. Vom gleichen Zeitpunkt an halten die Wagen dieser Linie nicht mehr an dem Haltepunkt Ober-Nieder-Mörlen und es ändern sich die Fahrpreise für die beiden Linien Frankfurt a. M. — Gießen und Frankfurt a. M.— Bad Homburg — Bad-Nauheim. Die Aenderung der Fahrpreise besteht darin, daß den Omnibusfahrpreisen nunmehr allgemein die abgerundeten Eilzugfahrpreise zugrunde gelegt sind; desgleichen entsprechen die tarifmäßig beim Uebergang von der Schiene auf den Omnibus zu erhebenden Zuschläge fast überall den aufgerundeten Eilzugzuschlägen. Gießener Dochenmarktpreiie ♦ Gießen, 2. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische, Klasse B 12, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 20 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 10 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 1fr bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 18, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. * ** Dienstjubiläum. Am 1. Oktober beging der Verwaltungs-Oberinspektor Willi Kellne r aus Gießen fein 40jähriges Dienstjubiläum beim Dersor- gungsamt Gießen. Aus Anlaß dieses Tages wurde dem Jubilar in würdiger Weise von dem Amtsleiter ein vom Führer und Reichskanzler gefertigtes Glückwunschschreiben überreicht und ihm dabei der Dank für seine dem Reiche treu geleisteten Dienste und die besten Wünsche des Herrn Reichs- und Preußischen Arbeitsministers und der vorgesetzten Dienststelle sowie sämtlicher Beamten, Angestellten und Arbeiter des Versorgungsamtes Gießen ausgesprochen. — Am gleichen Tage beging der Derwaltungsinspektor Robert Loos fein 25jähriges Dienstjubiläum beim Dersorgungsamt Gießen. Auch ihm wurden vom Amtsleiter die besten Wünsche und zugleich der Dank für seine dem Reiche geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. ** Mitarbeiter - Jubiläum. Am 1. Oktober feierte Herr Friedrich Müller im Betrieb Adolf G e i ß e , Lebensmittel-Großhandlung, Gießen, sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Herr Müller, der als Reisender die Firma nach außen vertritt, ist nicht nur in Gießen, sondern weit in der Umgebung eine bekannte und geachtete Persönlichkeit. In Anerkennung seines Einsatzes für den Betrieb in diesen 25 Jahren überbrachte ihm der Betriebsführer die Glückwünsche des Betriebs. Sein vorbildliches kameradschaftliches Verhalten in der Betriebsgemeinschaft brachte der Bettiebswalter bei der Ueberreichung der Glückwünsche der Kameraden zum Ausdruck. Vom Betriebsführer sowie seinen Arbeitskameraden wurden ihm wertvolle Geschenke als äußere Zeichen der Verbundenheit überreicht. ** P r e i s r e g e l u n g für Weihnachtsbäume. Der Reichskommissar für die Preisbildung und der Reichsforstmeister haben wiederum durch eine gemeinsame ausführliche Verordnung den Absatz und die Preise für Weihnachtsbäume im Jahre 1937 geregelt. Groß- und Kleinhandel mit Weihnachtsbäumen ist nur für Inhaber von Erlaubnisscheinen gestattet. Die Kleinverkaufspreise werden von den örtlich zuständigen Stellen festgesetzt. Die Einhaltung der marktregelnden Vorschriften wird überwacht. CRunhfunfprogramm Sonntag, 3. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Blutsbewußtsein und Rassestolz. 10: Schöne Melodien. 11: Bauernmusik mit Kurzberichten vom Leden und Treiben am Bückeberg. 12: Festliche Musik mit Übertragungen vom Staatsakt des „Deutschen Erntedanktages 1937" auf dem Bückeberg. 14: Militärkonzert. 14.30: Für unsere Kinder. 15: Militärkonzert. 15.30: „Mümmelmann", Heitere Szenen. 16: Nachmittagskonzert. 18: Ins rechte Licht gerückt! Ein Funkkabarett. 19: Nachrichten. 19.10: Unterhaltungskonzert. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Abendmusik zum Erntedanktag mit Kurzberichten vom Ausklang des „Deutschen Erntedanktages 1937" in der Reichsbauemstadt Goslar. Uebertragung des Zapfenstreiches. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. 22.30: Musik zur Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtkonzert. Montag, 4. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnasttk. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Klingende Kurzweil. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. 21.15: Festliche Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Opernmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 3. Oktober. Erntedankfest. Gießen. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde. — Johannes- kirche. 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Zohannessaal. 20: Bibelbesprechstunde; Pfr. Trapp. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls; 11: Kinderkirche. — Pelruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst; Chorschule; 10.45: Kinderkirche; 20: Bibelstunde. — Steinbach. 10.15: Erntedankfest-Gottesdienst unter Mitwirkung des Frauenchors; Kollekte. — Albach. 9.15: Erntedankfest-Gottesdienst; Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; Kollekte; 11: Letzte Christenlehre; Kollekte. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10: Fest» mjm Der Sammler und helfet Oee wstw. steht freiwillig im Dienpe des Volkes. R fldite ihn durch Dein opfert gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Daubringen. 9: Kindergottesdienst; 13.30: Abendmahl für die Alten. — Klein-Linden. 9.30: Gottesdienst; Gesangverein Arion; 10.45: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Festgottesdienst; Kirchenchor; 20: Zusammenkunft der Frauenhilfe. — Garbenteich. 10.45: Gottesdienst; Mitwirkung des Frauenchors. — hausen. 9.30: Gottesdienst; Mitwirkung des Frauenchors. — Lich. 8: Stiftspfarrer Naumann; Posaunenchor; Kollekte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kirchenchor; Kollekte. — Nieder-Vessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 11: Erntedankfest-Gottesdienst; Kirchenchor; Kollekte. — Dettenhausen. 9: Erntedankfest-Gottesdienst; Langsdorfer Bläserchor; Kollekte. — Birklar. 9: Gottesdienst. — Mufchenheim. 11: Gottesdienst. — Hungen. 9.15: Kindergottesdienst; 10: Erntedankfest-Gottesdienst. — Veilsberg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Wlrberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14: Gottesdienst; Kollekte. Mittwoch, den 6. Oktober. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 7. Oktober. Gießen. Zohannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Sladlmission, Löberstraße 14. Sonntag, 3. Oktober. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, 6. Oktober. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 3. Oktober. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 5. Oktober. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Vaptislengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 3. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Mittwoch, den 6 Oktober. 20.15: Bibelstunde Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 3. Oktober. 9.30 Uhr: Gottesdienst. — Mittwoch, den 6. Oktober. 20.30: Gottesdienst. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, brn 3. Oktober. 20.30 Uhr: Evonaelisottonsttunde — Mittwoch, den 6. Oktober. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 7. Oktober. 20.30: Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 2. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, 3. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe (Kommunion der Männer); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Rosenkranzandacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Gießen. Montag, Mittwoch, Freitag: 18 Uhr, Dienstag, Donnerstag, Samstag: 20 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. Dienstag, den 5. Oktober. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 6. Oktober. Hungen. 6.30 Uhr: hl. Messe. Oefsentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 2 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Frau Dr. Marx. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Hirsch-Apotheke. ♦ Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. MM 'M xWi^ 1 Sachgemäße Beratung im Möbelfachgeschäft. Die Vorbildliches Schaufenster eines Möbelfachgeschäfts. (Aufnahme: Weller.) dt des 9te zu nb en 9.15: ck- Äerq. Gvft intag, Sonn* loder, chule; Otto* 3u* 3.30: 9.30: oder* Fest* : der ien ft; Tot- H.8: feile; chor; irrer bank* etten- lorfer ihrer Erzeugnisse mit Nachdruck unterstützt. Zweck und Materialgerechtigkeit der industriell erzeugten Gegenstände setzen sich mehr und mehr durch. Die Bedeutung des Wirtschaftszweiges der Möbelindustrie geht aus folgenden Ziffern hervor: In etwa 1000 Betrieben der Serienmöbelindustrie werden etwa 70 000 Gefolgschaftsmitglieder beschäftigt. Der Gesamtumsatz für 1936 betrug 325 Millionen Reichsmark, wovon auf den Export etwa drei Millionen RM. entfallen. Die Zahl der Ge- samtvollarbeitstage im Jahre 1936 beläuft sich auf etwa 17,5 Millionen Der Gesamtentgelt stellt sich auf etwa 95 Millionen RM. für 1936. Daraus ergibt sich, daß der deutschen Serienmöbelindustrie in Verbindung mit dem Möbelhandel die große Aufgabe zufällt, weiteste Kreise unseres deutschen Volkes mit guten Möbeln zu versorgen. Die „Werbeschau des Deutschen Möbels" wird aus dem Bestand der deutschen Möbelindustrie durch die von der Reichskammer der bildenden Künste begutachteten Anfertigungen einen Ausschnitt aus der Leistungsfähigkeit der Möbelindustrie geben. mehr verlangen, als dies jetzt leider der Fall ist. Wie wir im ganzen zu einer deutschen Lebensform zurückgefunden haben, wollen wir auch in unseren Wohnunaen wieder den Mut zu einer einfachen, unserer Zeit gemäßen Wohngestaltung finden. Aus ganz Deutschland eine schöne Wohnung zu machen, indem er aus jeder Wohnung eine schöne Heimat macht, sieht der Möbeleinzelhandel als besondere Verpflichtung an. Arteigene Wohnkultur. Die Reichskammer der bildenden Künste stellt durch die „Werbeschau des deutschen Möbels" bewußt die Forderung nach einer arteigenen deutschen Wohnkultur in den Vordergrund. Daß es im Verlauf der letzten Jahrzehnte, wie auf anderen kulturellen Gebieten, so auch hier zu einem Leistungsverfall kommen konnte, ist nicht zuletzt auf die Ausschaltung der künstlerisch gestaltenden Leistung zurückzuführen. Der Oeffentlichkeit wird es kaum bekannt sein, daß vor Herstellung eines Möbels oder einer Wohnungseinrichtung zunächst der Entwurf dafür geschaffen werden muß.^Es gibt in Deutschland einen zahlenmäßig großen Berufsstand der I n n e n r a u m g e st a l t e r, der diese kulturelle Leistung als seine berufliche Aufgabe zu betreuen hat. In der Reichskammer der bildenden Künste sind die deutschen Jnnenraum- gestalter als selbstständige Fachgruppe neben denen der anderen bildenden Künstler zusammengeschlossen. Durch die nach vorwiegend materiellen Gesichtspunkten geleitete Entwicklung der wohnkulturellen Bedarfsdeckung, insbesondere des wichtigen Teilgebietes der Möbelaestaltuna und Herstellung, ist der künstlerische Einfluß des Jnnen- Stilemptindens ausüben und so die Wohnkultur zum Allgemeingut des Volkes machen. Es ist zu hofsen, daß die Bemühungen der Fachgeschäfte des Möbeleinzelhandels, die während der Werbeschau von der Reichskammer der bildenden Künste geprüfte und ausdrücklich zugelassene Möbel zeigen, zu dem Erfolg führen, daß die Volksge- standes kommen. Die an der Werbeschau beteiligten Möbelfachgeschäfte, die durch das von der Reichskammer der bildenden Künste verliehene Plakat gekennzeichnet sind, werden jedem Volksgenossen gerne die unverbindliche Besichtigung der Verkaufsräume gestatten. Ein Spiegel deutschen Wohnens. Der Möbeleinzelhandel steht ganz im Dienst am Kunden. In der Vergangenheit ist in der Heimkultur viel gesündigt worden. Was in der Nachkriegszeit an Unmöglichem dem deutschen Haus als Möbel angepriesen worden ist, hat vielen Ernstdenkenden Sorge gemacht, weil es das deutsche Heimkultur- empnnden völlig verdarb. Erfreulicherweise gehen die Bestrebungen zur Wiederherstellung einer guter deutschen Heimkultur von allen Gruppen im Möbel- aewerbe aus. Der Möbeleinzelhandel hat bereits vor langer Zeit einen Kulturausschuß gebildet, der mit rücksichtsloser Kritik die Mißstände auf dem Gebiet der Wohnkultur beseitigen soll. Die besondere Aufgabe des Kulturausschusses ist es, dafür zu sorgen, daß insbesondere den Ehestands- oarlehensempfängern die Möglichkeit zum Kauf wohlfeiler, dabei jedoch formschöner und qualitativ einwandfreier Möbel geboten wird. In diesem Sinne hat der Kulturausschuß des Möbeleinzelhandels tätigen Anteil an einem Wettbewerb der Reichskammer der bildenden Künste zur Erlangung von Entwürfen für gute Möbel genommen und die Anregung zu der Werbeschau des deutschen Möbels gegeben. Der Möbeleinzelhandel ist mit f a st 1000 Fachgeschäften an der Werbeschau des deutschen Möbels beteiligt und zeigt in 4 2 0 0 Schaufen st ern und Verkaufsräumen einen Spiegel deutschen Wohnens. Mit den zur Werbeschau des deutschen Möbels besonders hergerichteten Schaufenstern und als Berater des Möbeloerkäufers will er einen guten Einfluß auf die Bildung des Geschmacks und raumgestalters mehr und mehr zurückgedrängt worden. Indem die Reichskammer der bildenden Künste durch die Werbeschau des deutschen Möbels nunmehr die Achtung der kulturellen Verantwortung allen daran Beteiligten auferlegt, wird die damit verbundene kulturelle Leistungssteigerung sich wieder mehr und mehr der Mitarbeit der künstlerisch tätigen Jnnenraumge- stalter bedienen müssen. Diesem wird dadurch das ihm zustehende Arbeitsgebiet größtenteils erst wieder erschlossen. Auch am Ursprung des deutschen Möbels steht der Künstier. Die Möbelindustrie in der Volkswirtschaft. Wege zu zeitgemäßem Wohnen. Die Werbeschau des deutschen Möbels vom 2S. September bis zum 9. Oktober. Möbelindustrie als Hauptversorger der deutschen Volksgenossen mit Wohngerät hat die durch die Reichskammer der bildenden Künste ausgezeichneten Wege zu einer kulturell besseren Gestaltung „Deutsch sein, heißt klar sein." Dieses Wort des Führers ist nicht zuletzt auf das deutsche Heim zu beziehen. Die Werbeschau des deutschen Möbels, die vom 2 5. September bis 9. Oktober im ganzen Reichsgebiet in zahlreichen Geschäften unter kultureller Führung der Reichskammer der bildenden Künste in Zusammenarbeit mit den Organisationen des Möbeleinzelhandels, der Möbelindustrie, des Tischlerhandwerks, des Polstererhandwerks und dem Reichsheimstättenamt durchgeführt wird, soll dazu beitragen, diesen Grundsatz auch dem Möbelkäufer näherzubringen. In den an der Werbeschau des deutschen Möbels teilnahmeberechtigten Verkaufsstätten des Möbeleinzelhandels und des Tischler- bzw. Polstererhandwerks werden daher solche Möbel zu sehen sein, die einer Prüfung auch durch die Reichskammer der bildenden Künste standgehalten haben. Diese Werbeschau soll die Bedeutung des Möbels als Helfer zu häuslichem Behagen Herausstellen und zeigen, wie heute unter Vermeidung jener steifen,/ unwahren und teuren „Vornehmheit", unter Vermeidung alles Unnötigen, eine Wohnuna auch mit sparsamen Mitteln wohnlich, gut und zeitgemäß eingerichtet werden kann. Die Schau ist deshalb nicht nur für diejenigen Volksgenossen wichtig, die vor der Notwendigkeit einer Möbelanschaffung stehen, sondern wird auch bei allen denjenigen, die Freude an einer schönen Wohnuna haben, auf größtes Interesse stoßen. Ebenso dürfte die Möbelschau all den vielen, die ihre Einrichtung auf zeitgemäßes Wohnen umstellen möchten, außerordentlich wertvolle Anregungen bieten. Die von den zugelassenen Teilnehmern des Möbeleinzelhandels und des Möbelhandwerks gezeigten Einrichtungen geben viele Anregungen für die Aus- und Umgestaltung auch älterer Haushaltungen. Oftmals genügt ja eine Umstellung der Möbel, die Verwendung einer passenderen Dekoration, die Ergänzung der Wohnuna durch ein paar behagliche Kleinmöbel, um ihr ein neues, schöneres Gesicht zu geben. Die Werbeschau des deutschen Möbels wendet sich aber auch an die Volksgenossen, welche erst in einigen Jahren zur Einrichtung eines eigenen Haus- e, zeitgemäße Formen Verarbeitung und Form Die Schaufenster und die Verkaufsräume der beiden nachstehenden, in Gießen zur Werbeschau des deutschen Möbels zugelassenen Möbelfachgeschäste zeigen einen Spiegel deutschen Wohnens ERNST RAU KARL HAHN Brandplatz (früher Brück) Löberstrafee 17 Ausstellungsraum; Brandplatz 1 Ausstellungsraum: Goethestra&e 6 Anruf: 2208 Anruf 3525 Um diese kulturellen Forderungen zu verwirklichen, hat die Reichskammer der bildenden Künste in Gemeinschaft mit den zuständigen Stellen und Organisationen die Durchführung der Werbeschau des deutschen Möbels ermöglicht. Diese Veranstaltung ist erstmalig; sie soll gut gestaltete, von der Reichskammer zur Werbeschau ausdrücklich zugelassene Möbel Herausstellen und sie verbreiten helfen. Aus der Bilderschrift „Das gute Wohnmöbel", herausgegeben von der Reichskammer der bildenden Künste: „Die häusliche Umgebung ist nicht mehr nur eine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks. „Kultur im Heim" ist eine Forderung aus dem Grundzug unserer Zeit. Um dieser Forderung zu entsprechen, muß unser Hausrat zweckbestimmt, haltbar, ohne täuschenden Prunk und möglichst aus deutschem Holz, künstlerisch und mit Liebe geformt, gemütlich und erbfähig sein. Möbel sind keine Schaustücke, sondern Gebrauchsgegenstände fürs Leben........ Zur Wohnkultur gehört nicht so sehr viel Geld, als ein guter Geschmack und die Fähigkeit, Werte, Form und Farbe der Dinge aufeinander abzustimmen. Es ist falsch, Möbel nur nach dem Preis zu kaufen. Entscheidend soll sein die Qualität in I, den j, den Mtzt. e. $er* • M* M* stech' nntag, ibe. — de. - dbimd* gsten- Messe )er hl- 15: hl- Nölen* it Bre* )■ Bor* ntPre* ning#1' N; fltiw 8 Uhr, Stosen' WMMMu.. Dtutfrtirn lUöbtb igei** i| rel* [trbl^P )oltt 1 Verlangen Sie bei einem unverbindlichen Besuch bei diesen Firmen die aufklärende kostenlose Bilderschrift „Das gute Wohnmöbel" *40* A B 9. O KT. 19 Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen größten Leistung In 2 großen Etagen finden Sie in unserem Hause eine reichhaltige Auswahl in Büromöbeln und Büromasohinen. Besuchen Sie uns bitte ganz unverbindlich. Fernruf 8941 E.R. Niederhausen & Co. Bahnhöfe,. *> Caso-Kleidung ist formvollendet und nicht teuer! Carl Sommer Das Haus der zufriedenen Kunden Gießen, Bahnhofstraße Nr. M Große Auswahl Mäßige Preise in Glas - Porzellan • Keramik • Kristalle zeichnen dieses Haus in Leistung besonders aus Löwer & Bechstein Neustadt 2-4 Fernruf 3484 Ein Weg zu uns lohnt sich! Fernruf 2720 Carl Becker II. 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Der dieses Wort immer wieder im Rahmen seiner Heimatdichtungen verkündete, ist selbst Sproß einer Bauernfamilie. Seme Berufsarbeit spielt sich auf dem Lande ab, wenn auch der Platz seines Schreibtisches sich in der Stadt befindet. Dieser Mann, Georg Heß von Leihgestern, lebt mit seinem Hausstand im Bauerndorf: sein Haus hat angestammten bäuerlichen Zu- schmtt. Zu jener Zeit vor gut zehn Jahren, als er jenes Wort zum erstenmal bei Heimatveranstaltungen aussprach, sahen wir manch spöttisches oder skeptisches Lächeln. Es fanden sich aber auch damals schon viele Männer und Frauen, denen er ganz aus der Seele sprach. Sie hatten auf ihrem Lebenswege und durch den Druck der Fremdherrschaft nach dem Kriege nicht nur den starken seelischen und sittlichen Wert der Heimatoerbundenheit des deutschen Menschen erkannt, sondern sie hatten auch erfahren, wie gut und wie dringend notwendig für den deutschen Wiederaufstieg es sein werde, wenn die deutschen Menschen aller Schichten und Lebensverhält- nisse sich zu einer großen Gemeinschaft zusammen- sinden würden. Damals war dies noch ein Sehnen, Oberhessische Bäuerin auf dem Wochenmarkt. ohne Aussicht auf Verwirklichung. Der bäuerliche Mahner aus Ober- Hessen befand sich in seiner engsten Heimat fast in der Rolle eines Predigers in der Wüste. Jahre voll Leidens und Kämpfens zwischen deutschen Brüdern zogen noch dahin. Erft der gewaltige nationale Sturm der Bewegung Adolf Hitlers brachte im Frühjahr 1933 auch hier den entscheidenden Wandel. Das Wort: „Stadt und Land — Hand in Hand — blühe deutsches Vaterland!" ist d u r ch Adolf Hitler Wahrheit geworden. * Eingedenk dieses Wortes begehen wir am morgigen Sonntag auch in Oberhessen zum fünften Male im Geiste des Führers das deutsche Erntedankfest. Dabei werden wir erneut Hinblicken auf die große und glückliche Wandlung, die auch unsere engere Heimat seit dem nationalen Frühjahrssturm von 1933 erfahren hat. Verschwunden sind auch bei uns die großen, vielen Schattenseiten der schweren Not, die bis 1933 das deutsche Volk niederdrückte. Auch in unserem engeren Heimatgebiet ist wieder Arbeit in Hülle und Fülle vorhanden. Der Verlauf des Arbeitsjahres vom Erntedankfest 1936 bis jetzt hat wiederum unzählige neue Schaffensmöglichkeiten erschlossen. Wir brauchen hier nicht im einzelnen aufzuzählen, was in unserer engeren Heimat inzwischen wieder neu und besser geworden ist. Jeder kann in der Stadt und auf dem Lande in reichem Maße Zeugen dieses Wandels zu einer besseren Zeit erkennen. Jedoch eines sei her-- vorgehoben: Standen einst auf dem Lande und in der Stadt auch bei uns Tausende arbeitsloser und in großer Not lebender Menschen verbittert herum, so werden heute neben den ortsansässigen sogar noch Hunderte von Volksgenossen aus entfernten Wohngebieten in Oberhessen beschäftigt, und sie finden dabei zu ihrer Freude für sich und ihre Angehörigen Existenz und Brot. Und auch der Bauer steht nicht beiseite. Er sieht jetzt seine Lebensgrundlage und seine Schaffensmöglichkeiten wieder gesichert und in aufwärtsgerichteter Entwicklung. Die Erzeugnisse seiner Arbeit bleiben ihm nicht mehr ungenutzt im Hause liegen, sie werden nicht mehr zu ungerechtem und zu unzulänglichem Preis in die Stadt gebracht. Ein anderer Geist und ein verständnisvoller Klang für die Lebenslage der Städter und der Bauern und für die Beziehungen zueinander ist ein weiterer großer Gewinn für unsere Gemeinschaft, in der die ideellen Werte wieder zu Ehren gekommen sind. Damit ist eine gute Grundlage wiederhergestellt worden, auf der schon vor Jahrzehnten das Verstehen zwischen Stadt und Land zum Nutzen beider Teile und damit der Gesamtheit sich als gedeihliches Instrument für das Leben des Volkes und des Staates erwiesen hat. * Wenn wir heute von der Stadt „über Land" gehen, so wird uns dieser Gang immer zu einem schönen Erlebnis. Wir begegnen wieder frohen und zufriedenen Menschen, bei denen der Wille zur Gemeinschaft mit allen Volksgenossen wieder zum Durchbruch gekommen ist. Wir lassen diesen schönen Geist gern auf uns wirken. Wir erfreuen uns aber auch immer wieder an der herrlichen Landschaft, die wir unsere engste Heimat nennen dürfen. Hier haben wir ein Stück deutscher Erde, das in vielfältiger Weise das Auge entzückt. Und auf dieser Erde schmucke prächtige Dörfer, weithin in der Runde des Blickes sichtbar. Gewiß hat z. B. auch der deutsche Osten, oder das Gebiet von Nord- deutschland seine Reize. Dort sieht man sehr oft als Arbeitsfeld des Landmannes weite, große „Schläge", die nur eine Anbaufrucht tragen; Felder in der geschlossenen Anbau-Einheit von 100, 200 oder 300 Morgen mit Kartoffeln oder Roggen oder bergt, und diesen Vorgang im Rahmen des Wirtschaftsbetriebes häufig wiederholt, find dort nahezu die Regel. Bei uns dagegen sehen wir den bäuerlichen Kleinbetrieb am Werk, der eine Bodennutzung von durchschnittlich 10 bis 15 Morgen bearbeitet. Dort im Osten oder im Norden nnseres Vaterlandes find vier- oder sechsspännige Arbeitsfuhrwerke mit kräftigen Pferden auf den Aeckern keine Seltenheit. Bei uns dagegen behauptet die Kuh auch als Arbeitskamerad des Bauern noch sehr stark ihren Platz. Dort wird es früh Winter und spät Frühjahr. Bei uns dagegen gilt in dieser Hinsicht ein erheblich enger gespannter Zeitraum. Aber eines ist überall gemeinsam: der deutsche Bauer müht sich vom frühen Morgen bis zum späten Abend; er hängt mit aller Liebe an seiner Scholle; er stellt sich gern in den Dienst der Volksgemeinschaft, von der er nur fordert, daß sie ihn und seine Arbeit so würdigt und achtet, wie beide es verdienen. Und in dieser Hinsicht können wir Städter allesamt dem Bauer und der Bäuerin nur beipflichten, denn wir verlangen ja Gleiches auch für uns. Hinzu kommt aber noch, daß bei uns zwischen dem deutschen Menschen in der Stadt und dem Volksgenossen auf dem Lande vielfach schon seit Jahren enge persönliche Beziehungen bestehen. Wir Jungbäuerin bei der Apfelernte. brauchen beispielsweise nur einen Blick auf den Wochenmarkt zu werfen. Dreimal in jeder Woche findet er in Gießen statt. Da sitzen die Bauersfrauen mit den Erzeugnissen ihrer Wirtschaft. Viele Stadtfrauen sind seit Jahren feste Kunden dieser Landfrauen. Manche von ihnen hat auch ihre ständigen Kundinnen in den städtischen Haushaltungen, zu denen ihr Weg regelmäßig an jedem Markttage führt. Da ist es auch keine Seltenheit, daß die Bauersfrau in dem Stadthaushalt mit einer Taffe Kaffee, oder mit einer anderen Erfrischung bewirtet wird, auch ein kleiner Plausch mit der Hausfrau sich anschließt. Umgekehrt sind die Fälle nicht selten, daß diese Bekannten, ja Freunde in der Stadt, zur Kirmes oder auch zum Schlachtfest in das Bauernhaus eingeladen werden und dort als herzlich begrüßte Gäste in schöner Harmonie mit den bäuerlichen Gastgebern verweilen. Die Fäden der persönlichen Beziehungen zwischen Land und Stadt sind eben gar mannigfaltig, sie reichen vielfach über Jahre hinweg und stellen eine Gemeinschaft her, die ganz dem Volksgemeinschaftsgedanken entspricht, den wir alle als eine der wichtigsten Grundlagen des nationalsozialistischen Staates ansehen. Nicht Mit scharfer Sense in das Korn. (Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) minder herzlich und fruchtbar sind die Beziehungen, die sich zwischen Bauer und Städter aus der gemeinsamen Arbeit im Dienste der Partei und aus der Frauenarbeit innerhalb der Bewegung ergeben. Gleiche wertvolle Frucht ist für die Zukunft zu erwarten aus der Kameradschaft unserer jungen Männer während ihres Dienstes im Arbeitsdienst, in der Wehrmacht, oder in den Kampfformationen der Partei, ebenso auch in der Gemeinschaft unserer Jugend in der HI. und im BDM. Und noch eines weiteren hohen Gewinnes wollen wir hier gedenken: der Bauer stellt sich in bewährter Opferfreudigkeit auch mit erheblichen Spenden in den Dienst unserer Volksgemeinschaft. Beim Winterhilfswerk sind in jedem Jahre feine Nahrungsmittel- und Geldspenden ein sehr bedeutender Faktor für die Grundlage des WHW. Diese Leistungen verdienen allen Respekt. * Wir sehen also gute Grundlagen zwischen Land und Stadt aus der bisherigen vielfachen Verflochtenheit durch schöne Beziehungen, und wir sehen im Werden der jungen Generation eine neue herzliche Gemeinschaft organisch erwachsen, die weiterhin alles Gute für beide Teile und für die Größe unserer Volksgemeinschaft erwarten läßt. So haben wir denn auch bei dem diesjährigen deutschen Erntedankfest in unserer engeren Heimat allen Grund, mit herzlicher Dankbarkeit auf die große deutsche Erneuerung zu blicken, die durch die Tat und das unermüdliche Wirken unseres Führers die früher zum Teil schon bestehenden guten Beziehungen zwischen Städter und Bauer noch vertieft und so erweitert hat, daß davon die Gesamtheit des deutschen Lebens erfaßt wurde. Darum können wir heute alle miteinander, Städter und Bauer, am Erntedankfesttag der deutschen Nation in dankbarer Huldigung für unseren Führer Adolf Hitler mit vollem Recht bekunden: Stadt und Land — Hand in Hand — blühe deutsches Vaterland! B. Jetzt füllen sich überall auf den Feldern die Säcke mit Kartoffeln. MHMWWMH! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 31 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Vielen Dank, Herr von Achenbach. Schaden kann es natürlich nicht. Nur — ich habe natürlich immer daran denken müssen, ob Wolfersdorff auch gut einschlägt. Sind Sie mit ihm zufrieden?" Der Schloßherr strich die Asche von seiner Zigarre. „Leider nicht, mein lieber Dieckow. Ganz und gar nicht. -Er ist nach meiner Ueberzeugung ein ausgesprochener Windhund. Ganz abgesehen davon, daß er als Persönlichkeit an sich nicht gerade angenehm zu nennen ist. Man könnte über beides vielleicht hinwegsehen, wenn er wenigstens in der Arbeit zuverlässig wäre. Aber da hapert es eben an allen Ecken und Enden. Nach meiner Ansicht ist er nicht der richtige Mann für uns." „Oh, bas ist mir aber peinlich. Sein Vater hat allerdings früher viel mit ihm durchmachen müssen. Aber ich dachte doch, daß er mit den Jahren zur ' Vernunft gekommen wäre. Ist ja schon aus manchem Leichtfuß ein brauchbarer und tüchtiger Mensch geworden. Aber — wie gesagt, es ist mir außerordentlich peinlich —" „Nun, darüber brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Sie können doch nicht dafür, daß er Ihre Erwartungen enttäuscht. Und es ging damals ja auch alles Hals über Kopf. Viel Schaden hat er bisher ja auch nicht anrichten können." „Immerhin. Aber vielleicht — möchten Sie ihm nicht noch Gelegenheit geben, zum Frühjahr zu zeigen, was er kann? Vielleicht macht er sich doch noch, ich werde ihn schon gehörig an die Kandare nehmen." „Das können wir schon versuchen. Sie werden sich ja bald selbst ein Urteil bilden können. Aber damit wollen wir uns jetzt nicht den Kopf schwer machen." Man sprach von anderen Dingen, die in der Hauptsache persönlicher Natur waren. Der alte, verdiente Inspektor nahm eine Vertrauensstellung ein, und der Schloßherr hatte ihn schon des öfteren auch mit persönlichen Angelegenheiten betraut. Dieckow vergaß nie den schuldigen Respekt, durfte sich aber auch einmal ein vertrauliches Wort erlauben. „Ich habe da vorhin noch ein neues Gesicht gesehen", bemerkte er im Laufe der Unterhaltung. „War wohl die neue Assistentin des jungen Herrn? Meine Frau sprach schon davon —" Wolfgang v. Achenbach bekam blanke Augen. „Assistentin, ja — aber das ist nicht die Hauptsache. Fräulein Hildach ist nämlich gleichzeitig unser Haustöchterchen, und zwar ein sehr, sehr liebes. Sie wissen ja, wie still und einsam es in den letzten fahren bei uns zugegangen ist. Man kam sich manchmal wie verschüttet vor. Wie vorzeitig begraben. Jetzt haben wir wieder Sonne und Wärme im Hause, Dieckow. Man lebt und atmet wieder. Und Sie sollen es auch wissen: Annelore Hildach ist meine Hoffnung. Meine Hoffnung für die Zukunft. Für die Zukunft der Familie Achenbach." „Ah — so...?" beugte der alte Inspektor sich interessiert und verständnisvoll vor. „Das wäre ja sehr erfreulich." „Die Sache ist natürlich noch nicht spruchreif. Sie kennen Stefan ja. Er weiß wohl noch nicht so richtig, was mit ihm los ist. Oder er traut seinem Herzen noch nicht so recht. Nach den Erfahrungen, die er gemacht hat, ist es ja auch fein Wunder. Aber daß da etwas im Werden ist, steht fest, man darf nur nicht hineinreden, muß das in Ruhe reifen lassen. Uebrigens —" Er wurde unterbrochen. Der alte Friedrich trat ein und meldete den Besuch zweier Herren vom Verein zur Förderung der Stammes-, Wappen- und Siegelkunde, die den Schloßherrn zu sprechen wünschten. Wolfgang v. Achenbach erhob sich. „Also, mein lieber Dieckow, da wünsche ich Ihnen für die paar Tage noch recht gute Erholung. Dann gehen wir wieder mit frischen Kräften an die Arbeit, nicht wahr?" Die beiden Herren, die Friedrich gemeldet hatte, standen in dem behaglich wirkenden Empfangszimmer, als Wolfgang v. Achenbach eintrat. Sie waren in den Anblick eines Porträts vertieft, das von dem seinerzeit sehr gesuchten Porträtisten Graff stammte und den Großvater des Schloßherrn darstellte. Der ältere von ihnen, ein Geheimrat Borr- mann, war Wolfgang v. Achenbach bekannt, es ergab sich also sofort ein freundschaftlicher Kontakt. Man nahm Platz. Die Herren brachten ihr Anliegen vor. Die Mitglieder des Vereins beabsichtigten, im Frühjahr eine Studienfahrt zu unternehmen, und die Herren baten, daß man auch die Sehenswürdigkeiten von Schloß Achenbach, vor allen Dingen aber die vorhandenen alten Urkunden besichtigen dürfe. Wolfgang v. Achenbach gab sofort seine Erlaubnis. Nach einem lebhaften Gespräch über die auch ihn sehr interessierenden Dinge zeigte er den Herren die hauptsächlichsten Sehenswürdigkeiten des Schlosses, die etwas finstere Ahnengalerie, den freundlichen Gartensaal mit den prachtvollen Gobelins, die alte Kapelle und die „Rüstkammer" mit der einzigartigen Waffensammlung. Dann begab man sich in das Arbeitszimmer, und nun breitete Wolfgang auf dem mächtigen Schreibtisch eine stattliche Reihe von Urkunden aus, deren Kalligraphie und prächtige Siegel gebührend bewundert wurden. Schnell verging darüber die Zeit. Die Lampen brannten bereits, als Wolfgang v. Achenbach die beiden Herren wieder hinunter begleitete. Stefan stand mit Annelore in der Nähe der Treppe. Der Dienst in der Klinik war beendet. Annelore hatte den weißen Berufsmantel ausgezogen. Das schlichte dunkle Kleid brachte ihre Vorzüge voll zur Geltung. Ihre zurückhaltende, natürliche Art wirkte vornehm, trotz aller Schlichtheit. Niemand konnte vermuten, daß es Chef und Assistentin waren, die sich hier unterhielten. Der Geheimrat kannte auch Stefan und trat zu ihm heran, um ihn zu bearüßen. Dann verbeugte er sich tief vor Annelore, die ihm fremd war. Er schien verwundert, daß Stefan nicht sofort vorstellte. Nach sekundenlangem Zögern sah er Stefan wieder an. „Wohl die Frau Gemahlin?" Stefan lief plötzlich ein helles Rot über die Stirn. Tiefe Verlegenheit prägte sich für einen Augenblick auf seinem Gesicht aus. Dann zog ebenso plötzlich ein eigenartig starres Lächeln um seine Lippen. „Nein, Herr Geheimrat", erwiderte er mit fremd klingender Stimme, „Frauen haben auf Schloß Achenbach Seltenheitswert..." Er riß sich zusammen. „Fräulein Hildach, meine Assistentin. Und Großvaters Haustöchterchen", stellte er vor. Der Geheimrat hatte auch Annelores tiefes Erröten bemerkt. Der Irrtum war ihm sichtlich sehr peinlich. Er suchte den Eindruck, den seine Worte hervorgerufen hatten, wieder zu verwischen, indem er lebhaft von der Angelegenheit zu sprechen begann, die ihn hergeführt hatte. Als man sich dann endlich zum Gehen wandte, war Annelore verschwunden. „Da habe ich, ohne es zu wollen, eine recht hübsche Taktlosigkeit begangen, Herr von Achenbach", sagte der Geheimrat. „Ist mir natürlich furchtbar unangenehm, furchtbar peinlich —" Stefan zwang wieder ein Lächeln auf fein Gesicht. „Der Irrtum ist durchaus begreiflich, Herr Geheimrat. Der Gedanke lag ja nahe. Ich hätte rechtzeitig vorstellen sollen, dann wäre es nicht dahin gekommen. Belasten wir also ruhig mein Konto damit. Auf ein bißchen mehr oder weniger kommt es ja nicht an." „So?" lächelte nun auch der Geheimrat. „Haben Sie denn ein so hohes Schuldkonto, daß es nicht darauf ankommt?" „Wohl möglich!" Damit verabschiedete Stefan sich und ging, während der Großvater die Herren an den Wagen begleitete. Ihm war der Vorfall nicht weniger peinlich. Aber noch erheblich peinlicher mußte er für eine Dame fein. Stefan hatte zwar nicht gewagt, Annelore anzusehen, aber ihr Verschwinden sprach ja deutlich genug. Der Gedanke, daß sie die junge Frau des Hauses sein könnte, lag in der Tat nahe. Sogar für einen so lebenserfahrenen Mann wie den Geheimrat. Und Stefan von Achenbach ...? Stefan brannte der Kopf. .Er schob diese Frage von sich, aber sie kam wieder. Die Brust war ihm eng und weit zugleich. Mit raschen Schritten stieg er die Treppe zum Obergeschoß hinauf. Er hörte Stimmen im Wohnzimmer. Annelore ließ eben die Hand von Fräulein von Birkhammers Schulter gleiten, als er eintrat. Fortsetzung folgt ' ■ 7 J Wirtschaft gen wird. Zum Vortrag verbleiben 1,37 Mill. Frankfurt a. M., 1.Okt. Die Börse war am Urquell neuerliche Zusammentreffen der in Grüningen. Die Platzbesitzer Sonntag weniger gefallen. — konnten am letzten In Dutenhofen ist RM. Mein-Mainische Börse. IMllagsbörse überwiegend fest. Kommunal-Umschuldung verzeichneten mit unverändert 94,90 größeres Geschäft. Städte-Altbesitz- anleihen waren zu 133 gesucht. Am Pfandbrief- markt blieben die Kurse bei einigen Umsätzen behauptet, Liquidationswerte zogen verschiedentlich leicht an. Auch Stadtanleihen lagen z. T. 0,25 bis mit einem ausgeglichenen Kampf zu rechnen, der sicher erst mit dem Abpfiff entschieden sein wird. Beide Mannschaften konnten am letzten Sonntag recht gut gefallen. — Katzenfurt wird in Groß- Rechtenbach keine Möglichkeit haben, Sieger zu werden. Wetzlarer haben ihre Mannschaft noch verstärkt. — Zu einem spannenden Kampf dürfte es in Münchholzhausen kommen. Beide Mannschaften haben am Sonntag gewinnen können. Wer das größere Stehvermögen aufbringt bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle muß Hörnsheim eine bessere Leistung zeigen, als am Sonntag. — Roth sollte auf eigenem Platz gegen die neue Mannschaft der Marburger gewinnen. I. Kreisklasse. Tv. Holzheim — MSV. „Barbara" Gießen. Grüningen — Lang-Göns. Tv. Dutenhofen — Tv. Garbenheim. Tuspo. Gr.-Rechtenbach — Tv. Katzenfurt. II. Kreisklasse. To. Dutenhofen II — Tv. Garbenheim II. To. Mendorf (Lahn) — Tv. Atzbach. Mtv. Gießen — To. Holzheim II. Tv. 1846 Gießen — Tv. Lich. SA. I/) 33 — SA. J 33. Tv. Nauborn — Tv. Katzenfurt II. Tv. W.-Niedergirmes II — To. Wetzlar II. Tv. Wißmar — Tv. Londorf. SA. Standarte 116 — SA. Sturmb. 1/116. Fwd. 5 (41/2) v. H. Dividende bet den Kloecknerwerken. In dem Abschluß für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr 1936/37 wird ein Rohgewinn von 25,86 ausgewiesen. Hiervon werden für Abschreibungen auf Anlagen 16,88 (13,34) und für andere Abschreibungen 3,46 (0,66) Mill. RM. aufgewendet. Es verbleibt danach einschließlich 1,12 (1,08) Mill. RM. Gewinnvortrag em Reingewinn von 6,64 (5,84) Mill. RM., woraus der HV. am 29. Oktober eine Dividende von 5 (41/2) Ziehung 98,50 (97,75). Industrie-Obligationen lagen wenig verändert, Farben-Bonds 0,25 v. H. höher mit 131,25. Im Verlaufe war das Geschäft in einzelnen Spezialwerten weiterhin lebhaft. Klöckner, die offenbar im Tausch gegen Hoesch bis auf 133 abgefallen waren, erholten sich auf 134, Hoesch selbst stiegen aus 128,25 nach 127,50, ferner Verein. Stahl auf 119,25 nach 118,90, IG. Farben auf 165 nach 164, Rheinmetall auf 152,75 nach 152,25, Schuckert auf 171 nach 170 und Adlerwerke Kleyer auf 116,13 nach 115,40, sowie Daimler auf 143,50 nach 141,50. Von Schiffahrtsaktien hatten Hapag lebhaftes Geschäft mit 86,75 bis 87 (86). Die später notierten Werte lagen zumeist höher, Siemens stärker erhöht auf 216 (212,75), ebenso Conti Gummi mit 190 (188,25), dagegen Goldschmidt nach Pause 144,50 (146,50). Am Einheitsmarkt kamen Eisen- bahn-Renten-Bank nach der gestrigen Aussetzung wegen des Dividendenausfalls nur wenig verändert mit 82 (83) wieder zur Notiz. Dresdner Bank- Aktien hatten weiterhin lebhaftes Geschäft. Tagesgeld etwas leichter mit 3 (3,25) v. H. Abendbörse fest. An der Abendbörse blieb die Tendenz fest und das Geschäft war verhältnismäßig lebhaft, da weitere Kundschaftsaufträge Vorlagen. Die Kulisse zeigte nur wenig Unternehmungslust, wobei mitsprach, daß aus der Bilanzsitzung von Klöckner noch kein Ergebnis vorlag, inoffiziell verlautete ein Dividendensatz von 5 (4,50) v. H. Gegen die Mittagsschlußnotierungen ergaben sich vielfach weitere Besserungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Lebhafter waren Mannesmann mit 124,25 bis 124,30 (123,75). Klöckner lagen mit 133 behauptet, während Buderus in teilweiser Anpassung an Berlin 0,75 v. H. nachgaben auf 125,75, auch Verein. Stahl 0,13 v. H. leichter mit 119,13. Olavi Minen notierten unverändert 33. Etwas fester lagen IG. Farben mit 165,25 (165), Mvenus Maschinen mit 124,25 (123,50), Deutscher Eisenhandel mit 149,75 (149,25), Licht und Kraft mit 156 (155,25), Felten mit 136,50 (136), Iunghans mit 135,50 (135), Kaufhof mit 60,13 (59,65) und Hapag mit 87,25 (87) sowie Conti Gummi mit 191 (190). Daimler blieben mit 143,50 voll behauptet, ebenso Adlerwerke mit 116,25. Im Freiverkehr lagen Rastatter Waggon etwas niedriger mit 53 bis 54 nach 55 bis 56. Das Rentengeschäft war klein. Einige Goldpfandbriefe hatten Umsatz bei unveränderten Kursen, Farben- Bonds zogen 0,25 v. H. an auf 131,50, 4V- v. H. Krupp unverändert 99,13. Im Freioerkehr wurden Kommunal-Umschuldung mit' 94,85 umgesetzt. 9. A.-'Sport Fußball her heimischen Mnnschasten Sinn — 1900. Bissenberg — Steindorf. Butzbach — Burg. Frohnhausen — Wetzlar. Steinberg — Lollar. Eine schwere Aufgabe hat die Spieloereinigung 1900 in Sinn zu lösen. Nach den Leistungen, die wir am Sonntag von den Bissenbergern zu sehen bekamen, können wir uns nicht vorstellen, daß eine Mannschaft in Bissenberg zu einem Erfolg kommt. Für den Neuling Steindorf erscheint es deshalb ratsam, darauf zu achten, daß die Niederlage nicht wieder so hoch ausfällt. Nach dem Unentschieden in Lollar muß man Butzbach schon etwas aufmerksamer beachten. Die Elf hat sich gegen früher erheblich verbessert und da in Butzbach schon immer ein „heißes Pflaster" war, sind die Aussichten für Burg nicht besonders rosig. Die Begegnungen zwischen Frohnhausen und Wetzlar enden fast immer mit hohen Torunterschieden. Je nachdem, auf welchem Platze das Spiel stattfindet. 6:1 in Frohnhausen, 9:1 in Wetzlar waren die bezeichnenden Resultate vergangener Zusammentreffen. Sollte Wetzlar seinen ersten Punktverlust erleiden? Ueberraschend wäre es nicht. Das Gießener „Vorortderby", wie das Treffen Steinberg — Lollar bereits genannt wird, scheint für die Platzbesitzer einen weiteren Punktgewinn zu bringen. Nicht allein der eigene Platz, sondern die Resultate des vergangenen Sonntags sind der Maßstab zu dieser Annahme. Spielvereinigung 1900 Gießen. Sinn — 1900. 3:0 für Sinn, so lautete das Ergebnis der letzten Begegnung. Und welche Hoffnungen hatten die Blauweißen gerade auf dieses Spiel gesetzt. Hatte man sich doch ausgerechnet, daß beim Gewinn der beiden Punkte die damals so bedrückenden Abstiegssorgen endgültig beseitigt worden wären. Um so überraschender war dann der Verlauf und das Ende. Die ©inner, ebenfalls mit noch etwas Sorgen behaftet, ließen die Blauweißen überhaupt nicht zu Wort kommen und erkämpften sich einen klaren Sieg. Jetzt ist natürlich die Frage, wie wird es diesmal kommen. Bei 1900 hoffte man, daß, nachdem sich das Ende der alten und der Beginn der neuen Saison so erfolgreich angelassen hatte, auch die Verbandsspiele in anderer Form zu beginnen. Die Voraussetzungen hierfür waren die denkbar besten. Sämtliche gewünschten Spieler waren zur Stelle und da kommt ein nicht beachteter Umstand, nämlich der, daß das die Serie eröffnende Spiel auf eigenem Platze nur unentschieden gestaltet werden kann. Sofort springen die erhofften Erwartungen um bei dem Anhang der Blauweißen und was gestern noch als ziemlich sicher angesehen wurde, erscheint jetzt aussichtslos. Nun ganz so trostlos wird es nicht werden. Es ist da doch manches, was man anführen könnte. Was, das wollen mir der Mannschaft Rahn, Zeiler, Lippert, Erhard, Sack, Pankok, Schellhaas, Bergmann, Lödfack, Schmelz, Lehrmund überlassen. Sie wird wohl in erster Linie die Frage beantworten können. 1900 II — Steinberg II. Die Reserve der Blauweißen empfängt die gleiche der Teutonen aus Steinberg. In der Aufstellung Fischer, Schneider, Schombert, Weißmüller, Hain, Muhl, Volk, Günther, Jäger, Garth, Rinderknecht sollte es möglich sein, beide Punkte in Gießen zu behalten. Teutonia'' Watzenborn-Stein-erg Watzenborn-Steinberg I — Sportverein Lollar I. Am kommenden Sonntag kommt das erste Verbandsspiel auf heimischem Platz zum Austrag, und zwar empfängt die erste Mannschaft die gleiche des Sportvereins Lollar. Beide Mannschaften lieferten sich schon jahrelang fast gleichwertige Kämpfe. Die beiden letzten Spiele verloren jeweils die Platz- befitzer, so daß man erst recht von einer Gleichwertigkeit sprechen kann und nur die Tagesform maßgebend ist. Vor allem bekommen die Gäste eine recht spielstarke Mannschaft als Gegner. Man rechnet allgemein mit einem knappen Sieg der Teutonen. Die zweite Mannschaft fährt nach Gießen zur Spielvereinigung 1900, deren zweite Mannschaft ihr gegenübersteht. Sportverein 1920 Lollar. Morgen Sonntag muß die 1. Els nach Steinberg fahren. Die beiden Mannschaften haben sich früher schon Kämpfe mit wechselndem Erfolg geliefert. Es wäre zu wünschen, daß den Lollarern diesmal das Glück etwas mehr zur Seite steht, als es bisher bei den Verbandsspielen der Fall war. Die 2. Mannschaft empfängt morgen auf eigenem Platz die 1. Mannschaft van Heuchelheim. Die Lol- larer werden sich anstrengen müssen, wenn sie einen guten Ausgang des Spiels erzielen wollen. VfB.-Beicköbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn I — Klein-Linden I. Morgen tritt der Turnverein Klein-Linden zum fälligen Meisterschaftsspiel auf dem Waldsportplatz an. Die Gäste, die ihr erstes Verbandsspiel bestreiten, zählen zu den stärksten Mannschaften der ersten Kreisklasse. Im vorigen Jahr gelang es der Elf, sich hinter den Steinberger Teutonen an die zweite Stelle der Tabelle zu setzen. Vor allem zeichnet sich die Mannschaft durch ihren unbeugsamen Siegeswillen aus, der schon manchem Gegner zum Verhängnis wurde. Die Leute vom Waldsportplatz, die am Sonntag Proben ihres Könnens ablegten, sind gut im Schwung. Dazu kommt noch der Vorteil des eigenen Platzes. Leider müssen Krämer und Thron ersetzt werden, dafür stehen aber Gottschalk und Berlebach wieder zur Verfügung. Sleinbach l — VfB.-Reichsbahn II. Die Reserve fährt nach Steinbach. Wenn auch die Mannschaft am letzten Sonntag siegen konnte, so heißt es doch auf der Hut zu sein, denn die Platzherren haben sich auf dem neuen Sportplatz gut eingespielt und geben einen starken Gegner ab. Handball im Kreis Lahn-Dill (Gau XII) Sämtliche Mannschaften der Bezirksklasse stehen sich am kommenden Sonntag im Kampfe gegenüber. Es wird deshalb erstmalig möglich sein, einen ungefähren Kräftevergleich anzustellen. Mtv. Gießen — VfB.-Reichsbahn Gießen. Tv. Heuchelheim — Tv. Lützellinden. Tuspo. W.-Niedergirmes — Spvgg. 1900 Gießen. Tv. Münchholzhausen — Tv. Hörnsheim. Roth — VfL. 1860 Marburg. Dem Lokalkampf in Gießen dürfte man größtes Interesse entgegenbringen. — Heuchelheim konnte im letzten Spiel nicht restlos gefallen. Die Mannschaft ließ Schwächen erkennen. Der Sturm der Gäste ist gut und auch die Läuferreihe geht an. Das Schmerzenskind der Elf ist die Hintermannschaft. — 1900, das am letzten Sonntag seinen An- v. H. auf das AK. von 105 Mill. RM. vorgeschla- ' ' ~ ......... (1,12) Die Mannschaft der „Barbara", die in der abgelaufenen Spielzeit recht gute Ergebnisse erzielen konnte, wird sich zunächst einspielen müssen, um in der 1. Kreisklasse „mitfommen" zu können. Denn schließlich handelt es sich hier um Gegner, die schon jahrelang zusammen spielen und über die nötige Spielstärke verfügen. — Vollständig offen ist das beiden Lokalgegner Aktienmarkt etwas reger und überwiegend leicht befestigt, doch war die Kursentwicklung uneinheitlich. Von der Kundschaft erfolgten kleine Käufe aus den Mitteln des Kupon-Termins, auch die Kulisse nahm kleine Anschaffungen vor. Mit großem Interesse erwartet die Börse die Bilanzsitzungen von Klöckner und Hoesch. Verschiedene Aeußerungen, daß bei Klöckner unverändert 4'/- v. H. Dividende nicht unwahrscheinlich seien, führten bei diesem Papier einen Rückgang von 2,25 v. H. auf 134 herbei, dagegen zogen Hoesch bei größeren Umsätzen auf 126,50 bis 127,25 (126,40) an, auch Mannesmann ziemlich lebhaft mit 123,25 bis 123,40 (122,50), nicht ganz behauptet lagen Verein. Stahl mit 118,90 (119,24), ebenso Rheinstahl mit 154,25 (154,40). IG. Farben zogen nach unverändertem Beginn bei größeren Umsätzen um 1 v. H. auf 164,25 an. Maschinenaktien lagen nicht einheitlich und schwankten bis 0,50 v. H., Motorenwerte lagen fester, BMW. 155,75 (154,75V Daimler 141,50 (141,25), Adlerwerke Kleyer 115,40 (115,25). Am Elekromarkt überwogen Erhöhungen bis 0,75 v.H. Felten gut erholt mit 136 (134). An den übrigen Marktgebieten gingen die Abweichungen kaum über Prozentbruchteile nach beiden Seiten hinaus. Weiter sehr fest lagen im Freiverkehr Rastatter Waggon mit 53 bis 55 (48,50). Am Rentenmarkt war lebhaftes Geschäft in der Altbesitzanleihe bei unverändert 128,50, auch hängern die erste Enttäuschung bereitet hat, muß leiuu un. xxvxu.) öiuuiumciyen iuycn v,^ ui= diesmal zu einem nicht minder schweren Spiel. Die 10,50 v. H. höher, 4xk v. H. Mainz von 1928 nach erzielt 6437 A durch alkal.Klärschlamm ents. Torfmull der kraftvolle Natur- Humus-Dünger. Vertreter u.Verteilungsi stellen in allen Orten geg.Vergütung gesucht Im Herbst u. Frühjahr: F" Wiesen, Blumen düngt und verbessert den Boden nachhaltig auf nat. 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Fruchtpressen sollen Fruchtwasser, die Flüssigkeit in oer Fruchtblase, flieht nach dem Sprung der Eiblase zum Teil ab, sofort Hebamme, eventuell Arzt rufen. Fruchtzucker (Lävulose) ist in vielen Früchten sowie im Honig enthalten. Nein dargestellt wird er bei Diät von Zuckerkranken benutzt. Frühgeburt. Geburt eines noch nicht ausgetragenen, aber schon lebensfähigen Kindes nach der 28. Woche. Erfolgt manchmal von selbst bei groher Schwäche der Schwangeren, körperlicher Überanstrengung. Mitunter muh sie auch künstlich vom Arzt herbeigeführt werden (siehe Fehlgeburt), um bei engem Becken ein noch kleines Kind zu entbinden. Das sogenannte Siebenmonats- nicht mit Sodawasser gereinigt werden. Fruchtsaft, sehr gesundes Getränk, wird aus vollständig reifen Früchten bereitet, da nur diese ausgiebig süh und aromatisch sind. Der Saft kann auf „kaltem Wege" durch Rohauspressen, „auf warmem Wege" durch Ausdampfen (Spezialäpparate. Entsafter) gewonnen werden. Die Haltbarmachung geschieht durch Gärung, durch Pasteurisieren (s. d.) und durch chemische Zusätze. /<^Ztltung H Ä , -uu WÄ«. Frottieren konschmuck). Schon früher gesetzte Pflanzen dieser Art durch übergestülpte Töpfe schützen. Erdbeeren. Sellerie, Frühsaaten erhalten Bodenbedeckung (s. d.). Obstschutz: s. Aprikose. Pfirsich. — Frostschutz im Herbst: alle Topfpflanzen, die im Freien stehen, gegen Frühfröste sichern. — Frostschutz im Winter: alle empfindlichen Staudenpflanzen, frisch besetzte Erdbeeren und immergrüne Gehölze erhalten Bodenbedeckung (s. d.); stehe erfrorene Pflanzen. Frottieren, das kräftige Abreiben des Körpers nach dem Bade, um auf die Haut einen gesunden Reiz auszuüben. Frottierstoffe, Vaumwollgewebe, mit nicht ausgeschnittenen Noppen (Schlingen), die sich besonders zu Badetüchern und Bademänteln eignen. Fruchtblase, die Eihäute, die Frucht und Fruchtwasser um» imliehen. Fruchtfolge ist für einen ausgiebigen Gemüsebarten erforderlich. 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Oktober 1937, vormittags 10 Uhr, nur durch die Post an die Verwaltung der hiesigen Anstalt einzureichen. In den Angeboten sind auch die Lieferungsbedingungen anzuerkennen, andernfalls das Angebot keine Berücksichtigung finden kann. Dieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Oeffnung der Angebote nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 16.10.1937 nicht benachrichtigt worden sind, muhten die Angebote unberücksichtigt bleiben. Weiter bleibt eine etwaige Teilung der Menge in Lose und Vergebung der Lose an verschiedene Bieter vorbehalten. Gießen, den 30. September 1937. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. Bekanntmachung. Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß Fräulein Luise Schmidt, Gießen, Liebigstraße 9911, an Stelle der am 30. September 1937 ausscheidenden Frau Katharina Arndt als Leichenwärterin mit Wirkung vom 1. 10.1937 bestellt worden ist. (6408C Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. !***=& Es wird schon kälter.. .nachts im Bett wollen Sie es mollig warm haben. Wie denken Sie über ein 'Wollunicübett das wir Ihnen preiswert liefern ? Auch das Auge will sich an dem Bett freuen, eine schöne tfteppdecfte von uns ziert das ganze Zimmer. Gieken, l.Sevt. 1937. CXl l/OlUIlfl ! Nach ernster Erkrankung der * Nerven u. des Herzens emo« iaht mir mein Hausarzt einen Aufenthalt in Ehrern Erholungsheim „Flensungerhof". Dank der Gnade Lottes durfte ich mich in der von Tannendufi durchwürzten Höhenluft so gut erholen, dah ich nach vier Wochen meine Arbeit als Schriftleiter wieder aufnehmen konnte. Ich kann Ihr Heim allen Erholungsbedürftigen nur bestens empfehlen und möchte den Vogelsberg am liebsten den Schwarzwald Hessens nennen. Mit deutschem Gruß 1 I. St., Schriftleiter. Tagespreis Mk. 3.- bis 3.50 und 10% Bedienungsgeld. Werbeschrift auf Verlang. Cbristl. Erholungsheim „Flemungerbof". 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B. bei einem Paket Würste) oder ist die Aufbewahrung mit sehr großen Kosten verbunden, so mutz oer Finder die Sache versteigern lassen; der Erlös tritt dann an die Stelle der Sache. Der Finder mutz dem Verlierer oder Eigentümer die Sache herausgeben, kann aber Ersatz für Aufwendungen (z. B. Fütterungskosten für einen zugelaufenen Hund, Zeitungsanzeige) und einen Finderlohn verlangen, und zwar bei Sachen im Wert bis zu 300 RM. 5%, bei Sachen über 300 RM.: 15 RM. + 1% des Wertes der 300,— RM. übersteigt, z. V. bei einem Wert von 500 RM. 15,— + 2,- - 17,- RM. Bei Tieren beträgt der Finderlohn 1% des Wertes. Der Finder kann die Ttehger - MÖBELFABRIK UND EINRICHTUNGSHAUS J.H. FUHR Sonnenstraße Nr.£5 kind erfordert eine besondere Pflege und Ernährung und wird, wenn es die ersten 7 Wochen überstanden hat, in der Regel durchgebracht. Es entwickelt sich dann zu einem Menschen, der sich in nichts von einem normal ausgetragenen unterscheidet. Das Wichtigste in der Pflege ist gleichmäßige Temperatur (Wat-, teschichten, Wärmflaschen) dann eine besondere Art der Ernährung. die Säuglinge müssen ev. mit Tropfröhrchen gefüttert werden. da sie meist nicht schlucken können. Frühreife nennt man die überstürzte geistige Entwicklung eines Kindes, das zuviel mit Erwachsenen zusammen ist und seine Kindlichkeit verloren hat. Man kann ihr abhelfen, wenn man das Kind mit Gleichaltrigen zu- sammenbrinat und ihm aufregende Erlebnisse, wie Kino, fernhält. Fuchs, Raubtier, heften Fell zu Pelzen verwendet wird. Reben dem Rotfuchs gibt es u. a. den Blaufuchs und den Polarfuchs, deren Felle wertvoller sind. Fuchsie, durch Stecklinge im März und August heranziehen. Beliebte Pflanze für nicht sonnige Balkons, sie viele Iayre gebraucht werden kann. Ältere Pflanzen im Frühjahr zurückschneiden. Reichliche Dunggaben und Wasser. Samensatz beeinträchtigt den Blütenreichtum. Fugen, Zwischenräume zwischen Futzbodenbrettern sollen ebenso wie Fugen an Türen und Fenstern _ ausgekittet werden. Bei Fußböden rft dies besonders not- e.G.m.b.H., Münsteri.W., Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Arft (Fett- und Weidevieh z Ferkel ✓ Läufer z Pferde usw ) f Einspaltige ] werden zum ermäßigten m • . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Mllilmeterzeile veröffentlicht! »rosse- iedeieben c.e )U> L .. -