nr.2M m e" und „G o r i z i a (je 10 000 Tonnen) Anker geworfen. Von dem englischen Admiralschiff „London" wurdqn 21 Salutschüsse abgegeben, die das italienische Torpedoboot „Jntre- pido" erwiderte. Während des Aufenthaltes der englischen Schiffe ist eine Reihe von Besuchen und Gegenbesuchen zwischen den Offizieren der Schiffe und den italienischen offiziellen Stellen vorgesehen. Schwerer Taifun über Hongkong. Der Torpedoangriff wird in London als außerordentlich ernste Angelegenheit beurteilt. Außenminister Eden hatte bereits am Mittwochabend eine längere telephonische Besprechung mit dem in Schottland weilenden Ministerpräsidenten Chamberlain, sowie mit Sachverständigen des Außenministeriums und der Admiralität. Für Donnerstag wurde eine Ministerbesprechung einberufen, um über die Bedrohung der Schiffahrt im Mittelmeer zu beraten. Die Blätter erinnern daran, daß die englische Mittelmeerflotte am 17. August angewiesen worden ist, auf jedes angreifende U-Boot oder Flugzeug einen Gegenangriff zu eröffnen. Diese Anweisung werde möglicherweise noch verschärft werden. Wie „Daily Telegraph" berichtet, werden sich die Minister auch mit dem französischen Vorschlag einer gemein- samen Aktion zum Schutze der Schifffahrt im Mittelmeer befassen. In London bestehe aber wenig Neigung, eine Sondersitzung des Nichteinmischungsausschusses oder eine Konferenz der Mittelmeermächte in Genf abzuhalten. Den in maßgebenden französischen Kreisen zutage getretenen Wunsch, die französisch-spanische Grenze für Freiwillige zu öffnen, betrachte man mit großer Besorgnis. „Morning Post" meint, daß die Möglichkeit einer Verstärkung der englischen Mittelmeerflotte erwogen werde. Die Regierung' sei entschlossen, alles zu tun, um dieser neuen Form von Piraterei ein Ende zu machen. „Daily Expreß" äußert die Ueberzeugung, daß der Angriff auf den englischen Zerstörer durch ein sowjetspanisches U-Boot durchgeführt worden sei. Das Blatt hält es für wahrscheinlich, daß der französische Vorschlag einer Flottenzusammenarbeit aller Mittelmeermächte von England nicht angenommen werde. London begünstige vielmehr eine gemeinsame Erklärung der Mittelmeermächte, die eine energische Warnung an angreifende U-Boote und Flugzeuge enthalten würde. Voraussichtlich werde ein Flottenge- l e i t s y st e m im Mittelmeer eingerichtet werden. Der seinerzeitige rote Torpedoangriff auf den deutschen Kreuzer „Leipzi g", für den sich die englische Presse damals schon nicht allzu sehr interessierte, scheint heute seltsamer Weise ganz vergessen zu sein. Es wird nur betont, daß der jetzige Zwischenfall die Notwendigkeit erhöht habe, den Schutz für die Schiffahrt im Mittelmeer zu verstärken. „Daily Telegraph" sagt sogar ausdrücklich, daß es sich um den e r st e n Zwischenfall handele, in dem ein Kriegsschiff im Mittelmeere durch ein U.-Boot angegriffen worden sei. Jede neutrale Macht sollte in gleicher Weise dafür sorgen, daß den Angriffen, die das Mittelmeer für Schiffe aller Art unsicher machten, Einhalt geboten werde. Die Linkspresse, die noch vor einigen Monaten in Krämpfe fiel, als Deutschland nach dem Angriff auf die „Leipzig" ein kollektives Vorgehen der interessierten Seemächte forderte, erklärt heute in heftigster Tonart, daß nur durch eine Kol - lektioaktion aller Staaten die Sicherheit im Mittelmeer aufrechterhalten werden könne. So schreibt das Labour-Organ „Daily Herald", es handele sich um eine kollektive Drohung, die eine kollektive Gegenhandlung erfordere. Die Sicherheit der Handelslimen im Mittelmeer fei „unteilbar". England solle daher einen Plan in diesem Sinne vorschlagen und auch Deutschland und Italien zur Mitarbeit einlasen. Das pariser Echo. Die französische Presse wünscht „Keine Ablenkung von Spanien". Paris, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Torpedoangriff auf den britischen Zerstörer „Havock" bildet das Hauptgesprächsthema der Pariser Presse, die auf den französischen Schritt beim Foreign Office hinweist, der die britische Regierung davon unterrichten soll, daß Frankreich die unsichere Lage im Mittelmeer für so ernst betrachte, daß es entschlossen sei, im Londoner Nichteinmischungsausschuß einen heftigen Protest einzulegen. Das „Oeuvre" meint, daß selbstverständlich die letzten Ereignisse im Mittelmeer die englisch-italienische Annäherungspolitik zunichte machten. Es sei aber möglich, daß die energische Haltung der französischen Regierung die Lage vollkommen geändert habe. Das „Journal" fragt, zu wessen Gunsten die mysteriösen Angriffe im Mittelmeer eigentlich ge° Ganze Straßenzüge in Trümmer. — Unübersehbarer Schaden im Hafen. Feuer in der Chinesenstadt. London. 2. Sept. (DRV. Funkspruch.) Rach hier eingetaufenen Meldungen wurde Hongkong, die britische Besitzung vor der südchinesischen Küste mit der Hauptstadt Victoria und insgesamt rund einer Million Einwohnern, am Donnerstag früh von einem heftigen Taifun heimgesucht, der unübersehbaren Schaden anrichtete und ganze Strahenzüge in Trümmerfelder verwandelte. Die Straßen sind nach allen Richtungen blockiert. In dem im Westen von Hongkong gelegenen chinesischen Stadtteil W e st p o i n t ist ein Grohfeuer ausgebrochen. Die Verluste der Schiffahrt können noch nicht übersehen werden, doch befürchtet man, daß viele Fahrzeuge untergegangen sind. Der Hafen war zur Zeit des Sturmes mit Schiffen angefüllt, von denen mehrere schwer beschädigt wurden. Der japanische Dampfer „Asama Maru" wurde in der Junk-Bay auf Grund getrieben. Weitere Schiffe wurden an verschiedenen Stellen durch die Gewalt des Sturmes und des Wellenganges an Land geschleudert. Alle Geschäfte, die am Meeresufer liegen, stehen unter Wasser. Die Stadt ist vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Sowohl der Kabel- wie der drahtlose Dienst sind unterbrochen. Rach Beschreibung von Augenzeugen gleicht Hongkong nach dem Taifun einer Stadt, die von einem schweren Luftbombardement heimgesucht wurde. Die Zahl der Todesopfer wird bei vorsichtiger Schätzung mit 100 angegeben. Dazu kommen dann noch die bei den zahlreichen Schiffbrüchen auf See ums Leben gekommenen Personen. 3m Chine- fenoiertel von Westpoint, das im verlaufe des Sturmes von einer Feuersbrunst heimgesucht wurde, konnten bisher 15 Leichen geborgen werden. Viele Menschen liegen noch unter den Trümmern der zusammengestürzten Häuser begraben. Der Sturm erreichte zeitweise eine Geschwindigkeit von rund 180 Kilometerstunden. China teilt den Sowjetpakt Tokio mit. Japan lehnt Nichtangriffspakt mit China ab. Tokio, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der chinesische Botschafter in Tokio, Hauschihying, suchte am Mittwoch den japanischen Außenminister H i r o t a auf, um ihm Aufklärungen über den chinesisch-sowjetrussischen Nichtangriffspakt zu geben. Der chinesische Botschafter betonte den defensiven Charakter des Abkommens, das den zahlreichen in Europa abgeschlossenen Nichtangriffspakten entspreche. Falls Japan die Absicht habe, mit China einen ähnlichen Pakt abzuschließen, so würde die chinesische Regierung ein solches Anerbieten annehmen. Außenminister Hirota ist auf den chinesischen Vorschlag nicht eingegangen. Lebhafte Kampfe um Schanghai. Neue Truppenlandungen der Japaner. Schanghai. 1. Sept. (DNB.) Wie von chinesischer Seite berichtet wird, sind die japanischen Marinetruppen irn Jangtsepu-Bezirk durch Truppen der japanischen Armee abgelöst worden. Die Ersatztruppen sind in drei großen Transporten gelandet worden. Die abgelösten Truppen werden zur Verstärkung an der Hongkew-Front wieder eingesetzt. Auf der Reede von Wusung trafen weitere acht Transportschiffe mit Truppen aus Japan ein. Das Feuer der japam- fchen Artillerie auf Kiangwan hat ebenfalls wieder in stärkerem Maße eingesetzt. Ebenso wird eine sehr lebhafte Tätigkeit der japanischen Fliege r st a f f e l n an den Fronten von Schanghai und über den strategisch wichtigen Straßen gemeldet. So liegt die Straße zwischen Scbang^at und Nanking unter dauerndem Feuer Nach Berichten von Augenzeugen sollen auf ihr über 80 zerstörte und verlassene Autos stehen. Die im Raum von Wusung mit beiderseitigem Einsatz von Artillerie und Bombern eingelelteten schwere Kämpfe erfaßten, auch das Gebiet der Universität T u n g s h i. Wie der . japanische Militärattache mitteilte, stießen die japanischen Truppen oom Dors Wusung noch Norden vor und eroberten Pn ° schnn. Der Vorstoß noch Westen brachte jedoch noch feine wesentlichen Ersolge. Aus chinesischer Seite sollen gegen die von Wusung aus längs dem Ufer des Yungtfe oorbrrngenben japa» Nischen Truppen zw e l neue chinesische Divisionen in den Kampf geworfen worden fern Das Ziel der japanischen Truppen sei der Entsatz der bei Lotten hart bedrängten japanischen Truppen. * Die Meldung ruft die Erinerung daran wach, baß bei ben schweren Kämpfen um Schanghai 1832 die bekannte Wusung-Hochfchule. die einzige Schule Chinas mit deutschen Lehrern und deutscher Unterrichtssprache teilweise zerstört wurde. Nicht immer hat diese Hochschule, die junge Chinesen in einem vierjährigen Lehrgang für das Studium der medizinischen und der technischen Wissenschaften vorbereitet, ihr Heim dort in dem Schanghaier Vorort Wusung, 10 Kilometer außerhalb der Stadt, gehabt. Sie lag früher innerhalb der Internationalen Niederlassung in Schanghai. Dort konnte auch der Unterricht unter wesentlicher Förderung durch die chinesischen Behörden bis zum Jahre 1917 durchgeführt werden. China wurde damals von der Entente gezwungen, seine Beziehungen zu Deutschland abzubrechen. Es ist bezeichnend, daß es französische Truppen waren, die die Schließung der Schule erzwangen, und daß es Frankreich" war, das die Gebäude widerrechtlich beschlagnahmte. B. R. Warschau me’bef Entsendung einer sowjetrussischen Militärmission nach China. Warschau, I.Sept. (DNB.) Einer der ersten Punkte der Geheimklausel des chinesisch-sowjetischen Paktes soll, wie die Warschauer Presseagentur ATE zu wissen glaubt, angeblich die Entsendung einer sowjetischen M i l i t ä r m i s s i o n nach China enthalten mit dem Kommandanten Zweiter Klasse Arnold E w e r m i n g an der Spitze. Zu der Abordnung gehören, so behauptet das Büro ferner, weitere Spezialisten der Roten Armee wie Oberst Kijri Janson, Oberst Nikolaj Riabinytsch, Major Kotschubiej, Major Sorin und Hauptmann Lundberg. Wie die Warschauer Presseagentur dann noch zu melden weiß, spricht man davon, daß der berüchtigte Komintern-Häuptling Dimitroff in die Mongolei und nach China fliege. Er hätte die Ausgabe, durch Bestechungen einen kommunistischen Umsturz in den von den Japanern besetzten Gebieten zu schüren. Die diesbezüglichen Anweisungen, so heißt es dann noch, hetzten zu Anschlägen und Terrorakten auf hervorragende Vertreter amerikanischer, englischer, französischer oder deutscher Nationalität im Sinne des einstigen Boreraufstandes, um Interventionen der fremden Mächte zum Schaden Japans zu provozieren. Lieber eine Million Besucher in der Ausffel'ung «.Entartete Kunsts. München, 1. Sept. (DRB.) Bis heute wurden in der Ausstellung ,.E n t a r t e t e k u n st" 1 027 370 Besucher gezählt. Diese gewaltige Ziffer läßt sich erklären, wenn man bedenkt, daß zu den haupt- besuchszeiten der Eingang alle paar Minuten polizeilich gesperrt werden muh und jedesmal ein paar hundert Personen berein^e^allen werden. Der Besucherstrom reißt von 9 Uhr bis 19 Uhr überhaupt nicht ab. "■ In der englisch-ita-lienischen Annäherung, die durch den Briefwechsel Chamberlain- Mussolini und die Einstellung der beiderseitigen Pressefehde verheißungsvoll eingeleitet und jetzt durch Mussolini zu fördern versucht wurde, ist eine gewisse Pause eingetreten, die von der Diplomatie durch Aufstellung eines Derhandlungsprogramms ausgefüllt werden soll. Die englische Anregung hat sich, wie man weiß, auf allgemeine Verbindlichkeiten beschränkt und davon abgesehen, über das gentlemens agreement vom 2. Januar 1937 mit seiner gegenseitigen Zusicherung der „freien Ein- und Durchfahrt durch das Mittelmeer" sowie dem italienischen Versprechen den Status quo zu achten und keine Absichten auf die Balearen zu hegen, einstweilen hinauszugehen. Die italienische Haltung, zuerst vorsichtig, dann wärmer als die englische, hat zu den Realitäten zurückgefunden und schätzt den Umfang der Punkte, über die eine Verständigung notwendig ist, wohl richtig ein. Es geht um strikt machtpolitische und militärische Fragen. Nach italienischer Auffassung ist der englische Brückenschlag der Wahrnehmung zu verdanken, daß man zur Ausführung des riesigen Rüstungsprogramms nicht auf das spanische Eisenerz verzichten, sich also nach dem Fall der baskischen Hauptstadt mit Franco verträglich stellen und dementsprechend auch zu dem befreundeten Italien und seiner spanischen Politik eine verbindliche Beziehung errichten müsse. Wenn man jedoch hierzu in Italien hoffte, daß England alsbald seine „Fiktion" aufgeben werde, daß das rote Valencia Spanien repräsentiert, Franco anerkennen und sich von Sowjetrußland entfernen werde, so traf diese Hoffnunng bisher nicht ein. Vielmehr hat England seine Bedenken bezgl. eines künftigen Nationalspanien, das mit Italien ähnlich verbündet ist, wie 1926 unter Primo de Rivera, mit den Stichworten Gibraltar und Balearen, noch keineswegs überwunden. Wenn auch das italienische Versprechen in jenem gentlemens agreement nicht bezweifelt werden kann und auch Franco sich dafür verbürgt hat, keinen Zoll spanischen Bodens preiszugeben, so hat doch der Bürgerkrieg gezeigt, wie wirksam die nahe italienische Großmacht mit Spanien militärisch Zusammenwirken kann. Die geographische Stellung der Pyrenäenhalbinsel mit den Balearen ist seit über einem Jahrhundert nicht so deutlich hervorgetreten wie jetzt: trotz Gibraltar beherrschen See- und Luftstreitkräfte selbst geringeren Grades, Flugzeuge, U.-Boote, Minen und ähnliches, gestützt auf die guten Häfen der Südostküste und die Balearen, die Einfahrt und das westliche Mittelmeer in ganz bestimmtem Umfang. Ein paar rote Flugzeuge aus Cartagena vermochten der Schiffahrt in der Meerenge bereits einen Schrecken einzujagen, und die Seemacht England mußte gestehen, daß sie nicht Streitkräfte genug besäße, um dort sicheres Geleit zu versprechen. Für Frankreich steht in ähnlicher Weise die Nordsüdverbindung nach Algier und Dran, die um geringen Abstand an Menorka vorüberführt, auf dem Spiel, und damit seine bekannte strategische Lebenslinie für den europäischen Krieg, in dessen Bann die französische Politik zu verharren vorzieht. Den tiefsten französischen Wunsch aber, mit Italien gesondert zur Verständigung zu gelangen, hat diese Politik durch ihr russisches Bündnis, durch die Anteilnahme für Rotfpanien, durch die abessinischen Sanktionen, die Nichtanerkennung des italienischen Imperiums gründlich verbaut. Schon der erste Punkt eines Verhandlungsprogramms, die Zukunft Spaniens, erweitert sich daher unter der näheren Betrachtung zu einem Bündel von Schwierigkeiten. Die zweite „Fiktion", die England nach italienischer Hoffnung überwinden wird, daß es nämlich nach ein selbständiges Abessinien und Mitglied des Völkerbundes gebe,' wird der Voraussicht nach nicht mehr so langlebig sein. Zwar erinnert England daran, daß es darüber nicht zu entscheiden habe und daß die Anerkennung des italienischen Imperiums schon einmal im Völkerbund von Rußland und verschiedenen anderen — darunter das Dominium Neuseeland! — verhindert worden sei, auch droht weiterer Austritt aus dem Genfer Rumpfgebilde, wenn diese Sache nicht honorig verläuft. Aber hier werden sich die Tatsachen und die englisch-französischen Motive doch wobl einmal durchsetzen. Mit der Realität des italienischen Abessinien und der Festsetzung Italiens am Roten Meer fyat sich England jedenfalls abgefunden, wie die Bemerkung Edens beweist, daß es sich nur am Dftufer — auf der arabischen Halbinsel — seine ausschließlichen Rechte vorbehalte. Im übrigen bleibt ja seine sichere Stellung am Suezkanal, verstärkt durch das ägyptische Bündnis, bestehen und damit die Macht am Zugang. Hiermit wird jedoch der wichtigste dritte Punkt berührt. Was wird aus dem englisch-italienischen militärischen Gleichgewicht im östlichen Mitte l m e e r, wie es der abessinische Feldzug enthüllte? Malta wurde verstärkt, C y p e r n als Luftstützpunkt ausgebaut, ebenso die ägyptischen Häfen und Flugplätze. Der englische Flottenausbau verspricht einen machtvollen Stärkezuwachs, das Schlachtschiff stellte sich um auf Bomben- und Torpedoabwehr und schickt sich an, sein bedeutendes Uebergewicht wieder zur Geltung zu bringen, die Flottenluftwaffe wird verdreifacht. Hiermit droht das Gleichgewicht sich gegen Italien zu verschieben, aber die Frage muß noch offen bleiben. Denn keine Seemacht und Bordluftwaffe, ohne ausgedehnte Luftflugstützpunkte für Tausende von Bombenflugzeugen, kann an der Meerenge von Tunis der nahen italienischen Luftmacht so entgegen- <; ■ 3m Internationalen Viertel von Schanghai d »• Dieser erstatters Flugpost Schanghai, 11. August. (Durch Flugpost.) Die Sache ist dadurch nicht einfacher geworden daß der Zwischenfall auf dem Gebiet des Shanghai Municipal Council, also auf dem Gebiet der sog Internationalen Niederlassung (im Die Ankündigung der großen „KdF."-Fahrt von 30 000 deutschen Arbeitern nach Italien begegnet in der gesamten römischen Presse größtem Interesse. „Tribuna" erklärt, die verschiedenen Internationalen" hätten nie etwas Aehnliches zu veranstalten verstanden oder fertiggebracht. Die Masse der Arbeiter sei immer außerhalb der großen und tiefen internationalen Fühlungnahmen geblieben. Der Faschismus und der Nationalsozialismus hätten mit diesem System Schluß gemacht. Mussolini und Hitler machten das gesamte Volk zum Träger der denkwürdigen Ereignisse ihrer Länder. So komme auch das 'arbeitende deutsche Volk in imposanter Zahl nach Italien, um das befreundete arbeitende Volk zu besuchen in der Erwartung, daß dieser Besuch erwidert werde. 30 000 echte deutsche Arbeiter! Diese Zahl beweise, daß Faschismus und Nationalsozialismus nicht zwei Internationale, sondern zwei unverfälschte Volksregime' lebende Deutsche aufgefordert worden, im Auslande zu einem Agitator gegen die Demokratie, wie sie in Großbritannien und den Dominien herrsche, zu werden. Das Blatt behauptet dann weiter, daß die deutsche Diplomatie schon mährend des Krieges die im Ausland lebenden Deutschen zu Spionage, Verbreitung falscher Nachrichten, Bombenanschlägen, Sabotage usw. benutzt habe, und es knüpft hieran die Unterstellung, daß „diese Theorien" auf der Stuttgarter Rednertribüne wieder aufgestellt worden seien. Bezeichnend ist auch der Schluß dieses Geschmieres, in dem entgegen allen bekannten Tatsachen, die Behauptung aufgestellt wird, die Unruhe in Europa rühre daher, daß Deutschland eine Macht sei, die „auf Angriff gerichtet" sei. Diese Aufnahme veranschaulicht die Schrecken, die sich während der Bombenabwürfe im Internationalen Viertel von Schanghai ereigneten. Man sieht von schweren Treffern zerstörte Häuser, aus denen Rettungsmannschaften die Verletzten und Toten bergen. (Associated-Preß-M.) Lügen. Englische Pressehetze gegen die Auslands- organisation. London, 1. Sept. (DNB.) Nachdem bereits die „Times" einen jeder Sachlichkeit entbehrenden Artikel zu der Stuttgarter Tagung der Auslandorganisation gebracht' hat,'nimmt nun auch „Yorkshire Post" in einer Weise hierzu Stellung, die als bewußte Verdrehung der Wahrheit bezeichnet werden muß. Das Blatt behauptet, in Stuttgart sei jeder im Ausland Brief unseres ständigen Bericht- in Schanghai hat, obwohl er durch - . befördert wurde, fast drei Wochen gebraucht, um uns zu erreichen. Trotzdem gibt er ein auch heute noch interessantes Stimmungsbild von der außerordentlichen Spannung, in der unsere deutschen Lands- cto 1ln Schanghai diese letzten aufregenden Wochen zugebracht haben. 30000 deut kommen durch „M." Stuttgart, 1. Sept. (DNB.) Dr. Ley teilte auf der Tagung der Auslandsorganisation der NSDAP, unter Hinweis auf das Abkommen Dr. Ley—Cianetti mit, daß die „K d F." - F l o t t e alljährlich 3 0 0 0 0 Arbeiter nach Italien bringen werde. Sie werde in diesem Winter zum ersten Male in Genua bereit liegen, um i n zehn Fahrten mit je 3000 Arbeitern über Neapel und Palermo nach Venedig zu fahren und auf diese Weise den Arbeitern die Schönheiten des Südens zeigen Gegensatz zu der Französischen Niederlassung) erfolgte. Die reichlich unklare Gliederung des kommunalpolitischen Gemeinwesens Schanghai macht die Angelegenheit nicht eben einfacher. Die Niederlassung besteht aus einem festen Stadtkern und den sogenanten Extra-Roads, den A u s f a l l st r a - ß e n , deren Angelände polizeilich, verwaltungsmäßig den Chinesen untersteht. Die Stadtverwaltung der Niederlassung hat Polizeirechte lediglich auf dem Gelände der Straße, so daß beispielsweise bei Einbrüchen jede Untersuchung von Polizisten der Niederlassung und der chinesischen Polizei gemeinsam vorgenommen wird. Die Japaner stellen sich entsprechend auf den Standpunkt, daß das Vorgehen gegen ihre Soldaten, daß auch die errichteten Barrikaden eine Verletzung der Rechte der Ausländer darstellen. Sie behaupten weiter, daß diese Barrikaden und der Aufenthalt des Friedenserhaltungskorps an dieser Stelle überhaupt eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens von 1932 darstelle. Demgegenüber bestreitet die Internationale Verwaltung ihre Zuständigkeit an der Unfall- stelle und die Chinesen hüllen sich überhaupt in Schweigen. Dies alles aber ist nicht dazu angetan, die Lage wesentlich zu entspannen Das gilt um so mehr, wenn man vom Bund, der großen Hafenstraße Schanghais, aus stündlich die vollgepfropften Dampfer vorbeifahren sieht, die o ^"chslinge, wie Sardinen gepackt, weiter süd- ncy befördern. Auch die neu eingetroffenen japa- nischen Truppenverstärkungen aus Hankau tragen ^Beruhigung ^i. Ebenso nicht die verstärkten Flottenelnheiten der Engländer und Fran- „ Z^el Tage sind vergangen, seitdem die unheilvollen Schüsse an der Hungjao Road fielen und das Leben eines chinefstchen und zwei japanischer Sol- i?trbPer en‘ die diesem Geschehen olgte, ist. kaum entspannend, sie ist eher u nh eil- chwanger Der ständige Fortzug der Chinesen aus den chinesischen Bezirken m die der fremden Niederlassung, die m den frühen Abendstunden bereits verödeten Straßen können nicht dazu beitra- 9™' die Stimmung zu beleben Unter Europäern und Chinesen ist immer die gleiche Unterhaltung: Z'bt es einen zweiten Schanqhai- Kr leg? Man sagt, die Japaner seien an Ort und stelle nicht stark genug, um eine Waffenauseinandersetzung wagen zu können. Man sagt, die Chi. nesen hatten Anweisungen aus Nanking erhalten die Lage auf keinen Fall zu verschärfen. sind. „Laooro Fascista" betont, daß dieser Besuch im rechten Augenblick erfolge, um nochmals die tiefe Freundschaft, die die beiden Länder verbinde, vor aller Welt zu beweisen und zugleich zu zeigen, daß die fälschlicherweise als autoritär bezeichneten Länder in Wirklichkeit diejenigen sind, die eine wahre, gut organisierte und deshalb dauerhafte demokratische Politik in die Tat umsetzen. Die Achse Berlin—Rom sei in den breiten Massen der beiden Völker verankert. Ein besseres gegenseitiges Sichkennenlernen sei wertvoll und zweckmäßig. Rom und Berlin gäben heute nicht nur den Diplomaten, sondern auch allen Kulturvölkern ein vorbildliches Beispiel. Hinter Liktorenbündel und Hakenkreuz ständen heute zwei Völker, die dem unsicheren Europa immer mehr zum Bewußtsein bringen werden, daß seine Rettung nicht mit Paragraphen und Statuten, sondern nur durch das volle und aufrichtige Verständnis für die Rechte jedes einzelnen Volkes und im Aufbau eines neuen, auf der Arbeit und einer höheren sozialen Gerechtigkeit beruhenden Status erfolgen könne. Oeutschlandreise der italienischen Freizeitorganisalion. Rom, 1. Sept. (DNB.) Die italienische Freizeitorganisation veranstaltet vom 7. bis 2 3. September eine große Deutschlandreise, bei der München, Nürnberg und Berlin sowie deren nähere Umgebungen und Sehenswürdigkeiten besucht werden. macht des neuen Italien anerkennen und in Rechnung stellen, nicht aber zur Erneuerung einer „sentimentalen" und bedeutungslosen Freundschaft den Weg suchen. Es ist mehr als zweifelhaft, ob England diese Warnung samt ihrer Unterstreichung durch die sizilianischen Manöver ernst nimmt. Von einem „Condominium" im Mittelmeer, von einer Verständigung „vom Empire zum Imperium", scheint es mit seinen Absichten weit entfernt. Unter diesen Umständen treten auch die englischen Gegenforderungen — Verzicht auf italienische Propaganda in Arabien, auf die „Schirmherrschaft des Islam" u. ä. — im Augenblick eher zurück, man denkt nicht daran, Sowjetrußland fallen zu lassen, das man an der Ostsee und der mandschurischen Grenze so gut gebrauchen kann, und Italien tat gut daran, sich nach dem ersten Enthusiasmus der Achse Berlin—Rom zu erinnern und ihre unerschütterliche Festigkeit zu betonen. Diel scheint also nicht geändert, jedoch haben die Diplomaten gut zu tun. Francos Truppen rücken in Asturien ein. Salamanca, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom 1. September meldet: Unsere Truppen haben ihren glänzenden Siegeszug fortgesetzt und alle Schwierigkeiten des Geländes dank ihres vorzüglichen Kampfgeistes und dank der Geschicklichkeit ihrer Operationen überwunden. Eine unserer Abteilungen besetzte 11 Dörfer und erreichte die durch das Lie- bana-Tal nach Potes führende Straße. Die Zahl der Gefangenen ist sehr hoch. Unter ihnen befindet sich der Chef der bolschewistischen Banden von Potes. Andere bolschewistische Abteilungen sind eingeschlossen worden und müssen sich ergeben. Der Gegner hat in aller Eile die Flucht ergriffen und keine Zeit gehabt, die Drücken und Straßen zu sprengen. Unsere Truppen haben in diesem Abschnitt die Verbindung mit der von Tudanca im Südwesten von Valle de Cabuerniga vorrückenden Abteilungen hergestellt und die feindlichen Stellungen von Munerodero besetzt sowie 283 Gefangene in einem Eisenbahntunnel in der Nähe dieser Stellung gemacht. Unsere Truppen besetzten die Hafenstadt San Vicente de la Barquera an der Santander- Front und U n g u e r a auf der Grenze der Provinz Asturien. Dann überschritten sie den Grenzfluß Deva und setzten ihren Vormarsch in Asturien fort. Sie eroberten hier Villanueva, Fimiango und Colombres, alles Ortschaften in der Provinz Asturien. Im Hinterland wurden die über 2000 Meter hohen Stellungen im Labra - Bergmassio sowie Puento Tobar, ferner Collado Mayor, Pidras- luengas und der Gebirgspaß Calobas besetzt. Unsere Truppen haben besonders mit den Schwierigkeiten des Geländes zu kämpfen gehabt und sind teilweise auf leichten feindlichen Widerstand gestoßen. Außer den bereits genannten Gefangenen wurden vier Bataillone gefangen ge° n o m m e n , die sich nur noch aus 1019 Mann zusammensetzten. Unsere Truppen werden in allen Ortschaften von der Bevölkerung mit großer Begeisterung empfangen. In einzelnen Orten waren die Eingänge von den Bewohnern festlich geschmückt worden. Das Gowjetparadies in englischem Urteil. „Eine Revolution, die ihre eigenen Kinder verzehrt." London, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die konservative „Morning Post" befaßt sich mit der ununterbrochenen Reihe von M a s s e n v e r h a f- tungen und Massenhinrichtungen im „Sowjetparadies". Wenn man den sowjetrussischen Darstellungen Glauben schenke, dann wimmele es in Sowjetrußland von Personen, die beinahe unvorstellbare Verbrechen gegen Staat und Gesellschaft begehen. Ammen bergifteten ihre Kinder, Viehärzte das Vieh und Eisenbahnbeamte das Trinkwasser für die Reisenden. Täglich höre man von Spionage, Sabotage, verräterischen Verbindungen mit ausländischen Feinden und dergleichen. Die Fäulnis sei bei hohen und niedrigen Stellen zu finden und nicht nur in den eigentlichen Sowjetprooinzen, sondern auch in Georgien, Turkestan und Mittelasien. Das Ansehen der Sowjetunion werde nicht durch die Verleumdungen böswilliger Kritiker besudelt sondern durch die ungeschminkten Bekenntnisse ihrer eigenen Presse. Die Außenwelt stelle ein großes Rätselraten über die wirkliche Bedeutung dieser „Reinigungsaktion" an. Dem gewöhnlichen Sterblichen komme es vor, als ob die Herrscher von Sowjetrußland von einer sehr weit fortgeschrittenen Form der Hysterie ergriffen worden seien. Möglicherweise sei es aber ganz einfach der Fall einer Revolution, die ihre eigenen Kinder verzehre. Wenn man annehme, daß Sowjetrußland tatsächlich von Haß und Ver- schwörung erfüllt sei, dann gereiche auch das wenig zum Ansehen der sowjetrussischen Machthaber, die bereits 20 Jahre Zeit gehabt hätten, etwas zu leisten. Wenn das gegenwärtige Schauspiel im Sowjetstaat das Beste sei, was das sowjetrussische 1 Paradies am Ende von 20 Jahren bieten könne, - bann sei es fein Wunder, wenn öle übrige Menschheit zögere, die sowjetrussischen Anpreisungen und Behauptungen als bare Münze hinzunehmen. Brief aus Schanghai Von unserem p. H.-Berichterstatier. treten, daß die Sicherheit des Schiffahrtsweges ge- währleistet ist. Das bleibt eine Tatsache von zwingender Gewalt. Die Umleitung der Schiffahrt um Afrika ist möglich, läßt aber die Levante unversorgt und ohne Verbindungen, außer militärischer Art. Die englischen Fachstimmen, welche den Verzicht auf die Mittelmeerstraße empfehlen haben die Regierung nicht zu überzeugen vermocht und ihren Entschluß nicht erschüttert, aus eigener Kraft die Hochstraße des Empire zurückzuerobern — wenn nötig mit Waffengewalt. In diesem Punkte kulminiert der Gegensatz England — Italien. Er wird noch deutlicher in der vierten italienischen Forderung, England müsse endlich den Wert des italienischen Soldaten und damit die Militär- In einer Zuschrift an die „Times" weist der Herausgeber der englischen Finanzzeitschrift „Branch Banking" Francis Lewcock auf die irreführenden Behauptungen englischer Blätter über den L e - bensftanbarb in Deutschland hin. Im Zusammenhang mit von ber „Times" angeführten Ziffern stellt er aus eigener Anschauung fest, baß b t e Läden auch in den Arbeitervierteln mit Waren gefüllt seien, und lebhaft besucht würden. Schließlich macht der Verfasser die Feststellung, daß er keinen Vergleich zwischen einer deutschen Stadt wie z. B. Düsseldorf und einer englischen Provinzstadt ziehen möchte, da dieser Vergleich nicht zugunsten Englands ausfallen würde. Gauleiterjubiläum in Kastel. ZahlreicheEhrungenfürGauleiterWeinrich. Kassel, 1. Sept. (LPD.) Der Tag, an dem Gauleiter Staatsrat Weinrich vor zehn Jahren die Lettung des Gaues Kurhessen übernahm, wurde eingeleitet schon um Mitternacht von der Hitler- Jugend, die mit einem Musik- und Fanfarenzug vor der Wohnung des Gauleiters antrat. Dabei überreichten die acht Banne und Jungbanne des Gebiets dem Gauleiter sinnreiche Geschenke Um 7 Uhr rückte der BDM. an. Bald darauf erschien der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend aus dem Lager Zierenbera, weiter Vertreter der SA., SS. und des NSKK. Um 9.30 Uhr rückte dann unter Dorantritt eines Musikzuges der Reichs- arbeitsdienst vom Gau XXII in Stärke von 1400 Mann, die Nürnbergfahrer des Ganes, an. Dann erschienen die Spitzen der Behörden und die Vertreter der Wehrmacht mit dem Kommandierenden General, General der Artillerie Dollmann, um dem Gauleiter die Glückwünsche auszusprechen.' An- chließend erschienen die Gauamtsleiter und Kreisleiter. Am Nachmittag fand im Park des Schlosses Wilhelms! al eine Kaffeetafel statt unter dem Zeichen: Kurhessens Künstlerschaft huldigt dem Gauleiter. Den Auftakt bildeten musikalische Darbietungen des Kurhessischen Landesorchesters. Es folgten Tänze ber Tanzgruppe des Preußischen Staatstheaters. Sodann wurden von der Singgemeinschaft „Kraft durch Freude" Volkslieder zum Vortrag gebracht. Die Fachschaft ber Buchhänbler hat eine wertvolle Bibliothek gestiftet, als Grunblage einer Gauschulungsbibliothek. Die kurhessische Presse hat einen Karl-Weinrich-Preis gestiftet, der der Förderung der besten pressemäßigen Leistung im Gau Kurhessen dienen soll. Gauleiter Staatsrat Wein- rich nahm die Glückwünsche und Stiftungen m't herzlichen Dankesworten entgegen und teilte mit daß alljährlich eine Fahrtder Alten Kämpfer durch das Gaugebiet erfolgen solle das erste Mal vom 24. bis 26. September. Zur Förde- rung des Kulturschaffens im Gau habe er die Aus- chreibung eines jährlich zu verteilenden Kur hessischen Kulturpreises veranlaßt. ♦ Eine besondere Ehrung wurde dem Gauleiter Wein- nch durch den Oberbürgermeister der Stadt Mar- bürg Kreisamtsleiter Dr. Scheller, überreicht Die „Karl-Weinrich-Stiftung der Stadt Marburg" ist dazu bestimmt würdige und bedürftige Studen- en der Philipps-Universität zu Marburg zu unter- stutzen. Schon letzt ist es möglich, in jedem Se- mester 40 neue Stipendien von beträchtlicher Höhe zu vergeben. 1 ' 1 ■■ zosen. Geschäftsleute, Ausländer wie Chinesen, i stehen vor einer vollständigen Erlahmung der Geschäfte. Waren werden nicht abgenommen, ; bleiben im Zoll liegen. Soll man neue Verträge abschließen? Bleibt die künstlich gehaltene Währung stabil? Wirb ber Silberbollar fallen? Man ist von früheren Kursverlusten her noch nervös. Die chinesischen Banken lehnen jeben Krebit ab. Zugebilligte Kontenüberziehungen werben mit sofortiger Wirkung gefloppt unb müssen geregelt werben. Die sommerliche Nervosität, bie an sich schon herrscht, kann bie Schwierigkeiten nicht milbern. Heute ist es bie abnorme feuchte, gelaßene Hitze, die die Gemüter erregt, morgen ist es der zermürbende Südwind, der über die Stadt streicht, bald stärker, bald schwächer, und möglicherweise einen Taifun mit allen Schrecknissen ankündigt. Flüchtlingsdampfer im Taifun — man male sich bas aus. Das finb Schreckensszenen, kaum vorstellbar. Das einzige, was heute noch im Stabtbilb Schanghais fehlt und die Kriegsgefahr bildhaft genug vorzeichnen würde, sind die Einheiten des Schanghai-Freiwilligenkorps, jener Einheit, die man gewohntermaßen nur einmal in jedem Sommer von der großen Parade her und vielleicht von der alljährlichen großen Nachtübung her kennt. Die Geschichte dieses Korps und seiner Kompanien aus allen Nationalitäten ist lang und von reicher Tradition. In den Jahren vor dem Weltkrieg und bis zur Kriegserklärung Chinas hat es auch eine deutsche Kompanie gegeben. Heute gibt es die amerikanische, die portugiesische, schottische Kompanie usw. Das Rückgrat des Korps aber bildet die weißrussische Kompanie in Stärke von mehr als dreihundert Mann, die ständig unter den Waffen steht und alarmbereit ist für den Fall irgendwelcher Unruhen. Das Korps hat feine eigene Nachrichtenabteilung und feine Kampfwagenabteilung. Es tritt an auf Alarmbenachrichtigunqen, jeder Mann auf dem ihm vorgeschriebenen Posten, unb besetzt die Zugänge zum Settlement, die durch große eiserne Tore geschlossen werben. In N a n k i n g ist in biefen Tagen ein Komet gesichtet worben. Abergläubische Gemüter wollen bas als Kriegsfanal ansprechen. Politik aber wirb bekanntlich unter anberen Auspizien geführt. Und wenn es auch richtig ist, baß die Stimmung gegenwärtig, mehr fast als während ber nordchinesischen Vorgänge, einen Grab ber Siedehitze erreicht hat, so sucht doch jeder die sich irgendwo zeigenden Friedenszeichen zu erkennen. Wenn die Sicht auch verschleiert ist, die Hoffnung, daß man sie findet, daß man sie verwerten kann, wird von allen, die aktiv oder passiv in das fernöstliche Geschehen' ein- gefpannt sind, genährt. Das Wettrüsten macht die Welt bankrott. Amerika für Rüftungsverminderung. Neuyork, 2. Sept. (DNB.) In einer Rundfunkansprache erklärte Staatssekretär Hüll, die Vereinigten Staaten seien bereit, an jeder aufrichtigen Bemühung zur Verminderung der internationalen Rüstungen teilzunehmen. Der Rüstungswettbewerb mache die Welt bankrott. Immer mehr Menschen würden der pro« duktiven Arbeit und immer mehr Kapital ber konstruktiven Verwendung entzogen Das auf Gegenseitigkeit aufgebaute Handelsprogramm ber amerikanischen Reaierung verfolge ben Zweck, bas Problem bes Weltfriebens von einer anberen Seite anzupacken. Er sei überzeugt, baß eine Ueberroin» bung ber jetzt die Welt beherrschenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten alsbald eine politische Befriedung zur Folge haben würde. Viele der Sorgen, die heute die Staatsmänner bedrückten, rührten davon her, daß die Länder nicht in der Lage seien, ihre überschüssigen Erzeugnisse auf ihren na- türlichen Märkten im Auslande unter vernünftigen Wettbewerbsbedingungen zu verkaufen. Die Handelspolitik der Vereinigten Staaten habe dazu beigetragen, Freundschaft und Vertrauen in der Welt zu fördern. K K r Festpostkarten zum Reichsparteitag. p-ssksrle psstksne | Pa ft karte y-ftksrt« 3 r 2 L 2 r - i l i i L ß 8; | $ I I t r £ W>0C»-OO«**».X'*<n Sinaja am zweiten Tage nichts mehr zu bereden hatte, muß man sich am ersten schon innerhalb von wenigen Minuten einig geworden fein: den Ungarn eine Art wirtschaftlicher Zusammenarbeit anzubieten, die später ins Politische hinüberspielen soll, vielleicht auch die militärische Gleichberechtigung zuzugestehen, aber nur unter der Bedingung eines, wenn auch vorläufigen Verzichts auf die territoriale Revision. Das klingt nicht ganz unfreundlich, hat aber in Budapest ein wenig günstiges Echo ausgelöst, eben weil man den Eindruck hat, als ob Ungarn nicht nur erneut an die Kette gelegt werden, sondern noch Zugeständnisse machen soll, von denen es später nicht mehr herunter kann. den sollten, kamen durch das Verhalten Polens nicht zustande. Die Danziger Regierung legt nochmals dar, daß es sich bei den strittigen Fällen um Kinder handelt, die bei Zugrunde- legung der Vorschriften des Abkommens vom 18. September 1933 nicht einer Schule mit polnischer Unterrichtssprache a nge • hören können und daß die Freie Stadt wie jeoer Staat die Pflicht habe, die Staatsangehörigen in hrer Nationalität zu schützen und vor remben Einwirkungen zu bewahren. Zum Schluß vird erneut die Bereitwilligkeit der Danziger Regierung zum Ausdruck gebracht in Verhand- ungen über die Angelegenheit einzutreten, um im Interesse der Befriedung der Bevölkerung und des reibungslosen Zusammenlebens Unzuträgttch- keiten zu vermeiden. Tschechische Grenzorgane schikanieren sudetendeutsche Kinder. Böhmisch'Leipa, 1. Sept. (DNB.) 314 sudetendeutsche erholungsbedürftige Kintz e r aus Nordböhmen, die auf Grund einer Ein- latzung des Wohlfahrtsdienstes Nordschleswig acht Wochen in Tingleff (Dänemark) kostenlos zur Erholung geweilt hatten, sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Beim Grenzüber- tritt in Ebersbach wurden den Kindern von den tschechischen Grenzorganen unglaubliche Schwierigkeiten bereitet Die Kinder wurden g e n a u durchsucht. Verschiedene Sachen, die sie von ihren dänischen Gastgebern z. T. für sich als Andenke n, z. T. für ihre armen Eltern und Geschwister mit- gebracht hatten, wurden für zollpflichtig erklärt und beschlagnahmt. Da der verlangte Zoll für die mittellosen Kleinen nicht aufzubringen war, ordneten die tschechischen Finanzbeamten an, daß die Geschenke im Kessel einer Lokomotive verbrannt werden. Infolge dieser Untersuchung waren die ermüdeten Kinder gezwungen, über 2V- Stunden hilflos im Bahnhof umherzustehen. Die reichsdeut- schen Organe, die Zeugen dieses Verhaltens der Grenzbeamten waren, halfen nach der Untersuchung den Kindern dann beim Einpacken. Schweres Unwohlsein des tschechischen Altpräsidenten Masaryk. Prag, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Alt- Präsident Masaryk, dessen Gesundheitszustand in der letzten Zeit sehr gut war, wurde, wie das tschechoslowakische Pressebüro meldet, um Mitter- nacht von einem schweren Unwohlsein befallen, das aber in einigen Stunden wieder behoben war, so daß in den Morgenstunden des Donnerstag fein Gesundheitszustand zufrieden st eilend ist. Der Sohn des 87jährigen Altpräsidenten, der Londoner Gesandte Jan Masaryk, der gegenwärtig in Lany, dem Sommersitz Masaryks, weilt, verständigte den Präsidenten der Republik, Dr. B e n e s ch , und den Ministerpräsidenten Dr. Hodza von dem Unwohlsein, worauf sich der Präsident mit feiner Gemahlin und der Ministerpräsident noch in der Nacht nach Lany begaben. Oer Leistungskampf deutscher Betriebe. Mitwirkung sachlicher Vertretungen der Wirtschaft bei Wertung der Bewerber. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Der Beauftragte für die Gesamtdurchführung des Leistungskampfes der deutschen Betriebe, Reichsamtsleiter Dr. H u p f« auer, gibt bekannt, daß zur Durchführung der in den Richtlinien zum Leistungskampf der deutschen Betriebe vorgesehenen Mitwirkung der fachlichen Vertreter der gewerblichen Wirtschaft zwischen der Reichsleitung der Deutschen Arbeitsfront und der Reichswirtschaftskammer folgendes vereinbart würde: Es werden, ebenso wie die Reichstreuhän» der der Arbeit vom Standpunkt der staatlichen Ueberwachung der Betriebe aus, die Wirtschaftskammern die Beurteilung der Betriebe nach der wirtschaftlichen Seite vornehmen und den Gauodmäiinern mitteilen, ob von ihrer Seite aus Bedenken gegen eine Auszeichnung bestehen. Weiter bestimmt die Vereinbarung, daß auf Anordnung des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, der 1. August 1937 Sch l u ß t e r - m i n für die Abgabe der Meldungen bleibt. Für die (Baue München-Oberbayern und Schlesien hat Reichsleiter Dr. Ley infolge der großen nationalen Feste sowie für das Handwerk und die See- schiffahrt infolge der räumlichen Ausdehnung und damit verbundener Schwierigkeiten noch Nach - anmelöungen bis zum 30. September 1 937 genehmigt. Wenn infolge widersprechender Anordnung sich Betriebe nicht rechtzeitig melden konnten, nehmen die Gauobmänner noch Meldungen zum Leistungskampf entgegen. Für sämtliche Ausnahmen endet die Meldefrist am 30. September 1937. Auf Grund der Prüfungsergebnisse bei gemeinsamer Zusammenarbeit aller einschlägigen Dienststellen und Drganifationen wird die Deutsche Arbeitsfront dem Führer und Reichskanzler die besten Betriebe zur Auszeichnung mit dem Prädi- tat „Nationalsozialistischer Musterbetrieb" vorschlagen. Meine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an den Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, zu dessen Geburtstag das nachstehende Telegramm gerichtet: „Mein lieber Herr General- feldmarschall! Zu ihrem 59. Geburtstage spreche ich Ihnen des deutschen Volkes und meine aufrichtigsten Glückwünsche aus. Mögen Sie dem Vaterland und seiner Wehrmacht auch in Zukunft in Gesundheit erhalten bleiben. In herzlicher Verbundenheit Ihr Adolf Hitler." > Mit dem Dampfer „Cap Norte" trafen etwa 100 Angehörige der nationalen spanischen Jugendorganisation in Hamburg ein. Sie werden gemeinsam mit den deutschen Kameraden der Hitler-Jugend hier einen Tag verbringen und am Freitagmorgen die Weiterreise nach B e r- l i n antreten. * Während des diesjährigen Reichsparteitages, in der Zeit vom 6. bis 13. September, ist bie K a n z- l e i des Führers für den allgemeinen Besucherverkehr geschlossen. Von Schreiben und Eingaben an die Dienststelle während dieser Zeit ist nach Möglichkeit Abstand zu nehmen, da eine umgehende Bearbeitung wegen Abwesenheit des größten Teiles der Sachbearbeiter nicht erfolgen kann. sichts der letzten Bauernunruhen in Galizien viel Beachtung. Um die für die Bauernstreiks verantwortlichen Kreise der bäuerlichen Volks- Partei zur Rechenschaft zu ziehen - wie erinnerlich wurden bei den Unruhen 41 Personen getötet -, hat die Polizei in ver ch.edenen Büros der Partei und in der Schnstleitung des Parteiorgans „Piast" Haussuchung en vorgenommen und zahlreiches Schriftmatengi beschlagnahmt Die Räume des Bezirksvorstandes der bäuerlichen Dolks- partei für Galizien und die des „Verbandes der Volksjuqend", einer der bäuerlichen Volkspartei nahestehenden Studentenorganisation, wurden versiegelt. Deutsche Privatvolksschule in Tarnotvitz untersagt. »attom’tt, 1. Sept. (DNB.) Die Auswirkungen des Gesetzes gegen das deutsche Prioaivaiks- ichuiwesen in Ostoderichiesien machen ftd) bereits bemerkbar. Von 250 deutschen Erziehungsberechtig^n inlarnowitz war ein 21 n t r ag aut Err < ch - "„q einer P r i v a t v o l k s > ch u I e. die man n den Räumen des Deutschen Prioatgnmnasiums in Tarnowitz unterbringen wollte gestellt -vordem Für diese neue Schule waren 353 deutsche Kinder angemeldet. Zu ihrem großen Leidwesen mußten jetzt die deutschen Eltern erfahren, daß die Schulabteilung des Wojewodschaftsamtes die Errichtung der Schule a b g e l e h n t hat mit der merkwürdig anmutenden Begründung, daß „die Räume des Deutschen Gymnasiums für die Unterbringung der Volksschule ungeeignet feien." Oie Gchulfrage zwischen Oanzig und Polen Danzig bietet erneut Verhandlungen an. Danzig, 1. Sept. (DNB.) Der Senat der Freien Stadt Danzig hat in einer an die diplomatische Vertretung der Republik Polen gerichteten Note die bisherige Entwicklung der von polnischer Seite jüngst angeschnittenen S ch u l f r a g e bargelegt unb bie Danziger Auffassung begrünbet. Es wirb zunächst betont, baß es nicht Schulb ber Danziger Regierung fei, wenn bie Erlebigung ber strittigen Fälle im'Verhandlungswege unmöglich gemacht worden fei; denn die eigens hierfür angesetzten Verhandlungen, die wegen der Dringlichkeit noch vor der Vertagung der für das Schul- und Minderheitengebiet gebildeten Delegation stattjin- Um Ungarns Gleichberechtigung. Die Konferenz der Kleinen Entente. Gesundheitspflege auf dem Lande. ZdR. Ihrer eigenen Gesundheit stehen die Menschen meist sehr verschieden gegenüber. Die einen treiben ein leichtsinniges Spiel mit ihr, schädigen sie durch eine unnatürliche Lebensweise und leichtfertigen Lebenswandel und sinden in mehr oder minder starken Genußgiften immer wieder ihre „Erholung". Die anderen verhalten sich gleichgültig gegenüber ihrer Gesundheit. Sie betrachten sie als ein selbstverständliches Besitztum, das ihnen genau so zukomme und.zufalle, wie tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Erst wenn sie von Siechtum und Krankheit befallen sind, werden sie sich des vollen Wertes der Gesundheit bewußt. Die dritte Art von Menschen war früher wenig zahlreich, hat sich aber in den letzten Jahren erfreulich vermehrt. Es sind die Menschen, die bewußt ihre Gesundheit schätzen, sie pflegen und sich um eine gesunde Lebensführung bemühen. Zwischen diesen drei verschiedenen Einstellungen finden sich alle Uebergänge. Gesundheit ist aber keine Angelegenheit, zu der jeder einzelne seine persönliche Einstellung haben kann, sondern die Gesundheit jedes einzelnen ist einer der kleinen Bausteine, aus denen sich einer der Grundpfeiler völkischen und staatlichen Lebens, die Volksgesundheit, aufbaut. Die Geschichte zeigt uns deutlich genug, wie in früheren Jahrhunderten Krankheit und Seuchen staatliches, völkisches und kulturelles Leben behindert, zurückgeworfen und vernichtet haben. Früher galt einmal das Wort vom „Recht, das man auf den eigenen Körper hat". Es war mitverantwortlich für den Geburtenrückgang, der die Gefahr des biologischen Volkstodes nahe genug gerückt hat. Man wollte ein Recht zum Sichausleben haben und lief dabei Gefahr, nicht nur die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen, sondern auch die Volksgesundheit zugrundezurichten. So war man daran, diesen Grundpfeiler völkischen Lebens zu zerstören, der Träger der Wehrkraft, Arbeitsfähigkeit und der schöpferischen Leistung eines Volkes ist. Dieser Auffassung vom „Recht auf den eigenen Körper" steht heute die Forderung gegenüber: „Gesundheit ist Pflicht!" Sie betrifft den Arbeiter genau so wie den Bauern; sie will nicht gesprochen werden, sondern verlangt die Tat. Gesundheit, die man von der Natur geschenkt bekommen hat, will gehütet und gepslegt und immer neu erworben sein. Wir wollen aus dem großen Gebiet der Gesundheilsführung auf dem Lande nur einige Beispiele herausgreifen: Warum sterben auf dem Lande mehr Säuglinge als in der Stadt? Man hat doch immer geglaubt, daß Landluft viel gesünder als Stadtluft fei! Tatsächlich aber sterben auf dem Lande 10 Säuglinge, wenn in der Stadt nur 8 sterben. Wer einmal die gar nicht seltenen Fälle gesehen hat, wo die Bäuerin den Säugling in unzählige Tücher und Windeln tief im Kinderwagen vergraben hat und während ihrer Arbeit I den kleinen Erdenbürger in einer dunklen Stube zurückläßt, statt ihn in den lichten Garten zu stellen, wer die vielfach einseitige Ernährung so vieler Säuglinge auf dem Lande beobachtet hat, der wird über die erhöhte Sterblichkeit der Säuglinge auf dem Lande nicht mehr erstaunt sein. Falsche Pflege und falsche Ernährung sind die wesentlichsten Ursachen dieser Säuglingssterblichkeit. Licht, Luft, Sonne und eine sachgemäße Ernährung mit Fruchtsäften und Gemüse schützen den Säugling und das Kleinkind vor frühzeitiger Krankheit, insbesondere auch vor der sogenannten Englischen Krankheit. Das Hilfswerk „Mutter und Kind" und die Mütterschulungskurse der NSV. und Frauenschaft werden hier viel Gutes stiften und Leben und Gesundheit erhalten können. Auf viele andere Fragen der Gesunderhaltung auf dem Lande kann nur kurz hingewiesen werden: Auf die Tuberkulose st erblichkeit, die durch rechtzeitige Absonderung der Kranken und rechtzeitige Hinzuziehung eines Arztes wesentlich eingeschränkt werden könnte; auf die F u ß l e i d e n, insbesondere den Plattfuß, den man durch eifriges Barfußgehen im Kindesalter, durch ein gutes Schuhwerk und durch entsprechende Gymnastik vermeiden kann, und auf die Ernährung, die in der Regel viel zu fleischreich ist. Gemüsereiche Ernährung schützt vor vielen Krankheiten, enthält viel Vitamine und macht den Körper dadurch widerstandsfähiger. Schließlich feien auch die Zähne nicht vergessen! Wie viele Bauern plagen sich mit Zahnschmerzen und all ihren Folgen. Schlechte Zähne können leicht zum Ausgangsherd für gefährliche Krankheiten werden, können an Nierenentzündungen ebenso schuld sein wie an Gelenkrheumatismus und Herzfehlern. Schließlich läuft man vor lauter Schmerzen doch noch zum Zahnarzt und ist dann über die hohen Kosten erstaunt. Bei rechtzeitiger Behandlung wären nicht nur die hohen Kosten, sondern auch die langdauernden Schmerzen erspart worden. Regelmäßige Zahnpflege mit guter Zahnbürste und regelmäßige halbjährliche Untersuchungen schützen vor Zahnschmerzen und hohen Rechnungen. So gibt es auf dem so „gesunden" Lande manche Frage der Gesundheitspflege. Aber was nützt die Anregung ohne die Tat! Hier ist es notwendiges Erfordernis, daß jeder einzelne zunächst an sich selbst arbeitet und sein Leben und sein Verhalten so einrichtet, daß er der Krankheit vorbeugt und zum Vorbeugen sich auch des sachverständigen Rates des Arztes bedient. Er erweist sich selbst und seiner Familie damit den größten Dienst. Verlängerte Arbeitsdienstzeit zur Sicherung der Ernte. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Ein Erlaß des Reichsminister Dr. Frick gibt bekannt: „Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat durch Erlaß vvm 6. August 1937 auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes angeordnet, daß die Dienstzeit für den Sommerhalbjahrgang 1937 des Reichsarbeitsdienstes bis 2 4. Oktober 1937 verlängert wird. Das Dienstamt der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes hat hierzu verfügt, daß der allgemeine Entlassungstag der 2 3. Oktober 1 9 3 7 ist; vorzeitig werden am 20. September 1937 jene Arbeitsdienstpflichtigen entlassen, die als Bauernsöhne und Landarbeiter aus der Landwirtschaft stammen oder längere Zeit in der Landwirtschaft tätig waren und auf Grund der Weisung des Reichsarbeitsführers vom 29. Juni 1937 zur Einbringung der Ernte beurlaubt wurden, und weiter jene Rekruten der Wehrmacht, die sich der F ach- lau f b a h n zugewendet haben." Kunst und Wissenschaft. Das Beileid des Führers 3um Tode Adele Sandrocks. Der Führer sandte an die Schwester der verstorbenen Schauspielerin Adele S a n d r o ck, Frau Wilhelmine Sandrock, Berlin-Charlottenburg, folgendes Telegramm: „Zu dem schweren Verlust, den Sie und wir alle durch den Tod dieser großen deutschen Künstlerin erlitten haben, spreche ich Ihnen mein aufrichtigstes Beileid aus. (gez.) Adolf Hitler." * Die Fachschaften Bühne und Film gedenken der verstorbenen Künstlerin am Samstag mit einer Trauerfeier im Theater in der Saarlandstraße in Berlin. Es werden Generalintendant Eugen Klöpfer und Produktionsleiter Hans Z e r l e t t sprechen. Bei der Ausgestaltung der Feier wirken das Orchester der Volksoper unter Intendant Orthmann, das Sedding-Quartett und Frau Hermine Körner mit. Das Wetter vom 2. bis 11 September, herausgegeben von der Forfchungssielle für langfristige Witterungsvorhersagen des Reichswetterdienstes in Bad Homburg am 1. September abends. In den nächsten drei bis fünf Tagen ist leicht unbeständiges Wetter zu erwarten. Das Witterungsgepräge wird zwar überwiegend freundlich fein, doch wird es zeitweise leichte bis mittlere Regenfälle geben. Es ist möglich, daß um das Wochenende oder zu Beginn der nächsten Woche die Unbeständigkeit des Wetters sich verstärkt und daß Bewölkung und Niederschläge vorübergehend zu- nehmen. Die Temperaturen werden im Westen bereits in den nächsten Tagen, im Osten des Reiches etwas später zurückgehen. In der nächsten Woche kann jedoch im allgemeinen wieder mit vorwiegend heiterem und warmem Wetter gerechnet werden, das aber zeitweise durch gewittrige Störungen unterbrochen wird. Meistenorts wird es etwa an der Hälfte aller Tage des zehntägigen Zeitraums zu Regenfällen kommen, doch werden diese häufig nur unbedeutend sein. In Südüeutschland wird die Gesamt- Sonnenscheindauer 60 Stunden überschreiten. lödterbericfrt des Reichswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Der vom Atlantik oorgestoßene Sturmwirbel hat seinen Wirkungsbereich über Skandinavien vorgeschoben. Für uns hat er zunächst die Zufuhr subtropischer Warmluft in der Höhe verstärkt, so daß nennenswerte Störungen des Schönwettercharakters noch nicht eingetreten sind. In den Deutschküstengebieten hat sich Schauerneigung eingestellt. Der Einfluß der über Nordeuropa hinwegführenden Wirbeltätigkeit wird noch weiter südwärts greifen, aber sich vorerst bei uns über eine leichte Unbeständigkeit hinaus nicht fortwirken. Aussichten für Freitag: Im wesentlichen freundlich, zeitweise Bewölkungszunahme und Neigung zu vereinzelten, teilweise gewittrigen Schauerst. Tagestemperaturen um 20 Grad, südwestliche bis westliche Winde. Lufttemperaturen am 1. September: mittags 25,1 Grad Celsius, abends 15,8 Grad; am 2. September: morgens 15,1 Grad. Maximum 26,2 Grad, Minimum heute nacht 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. September: abends 26 Grad; am 2. September: morgens 17,6 Grad. — Sonnenscheindauer 7,4 Stunden. Kinderlähmung in Kanada und in Australien. Die Behörden des kanadischen Staates O n t a r i o sind über das Umsichgreifen der Kinderlähmung außerordentlich beunruhigt. In Toronto sind über 276 Personen an Kinderlähmung erkrankt. 29 Personen sind seit Juni an Kindelähmung gestorben. In der ganzen Provinz werden 727 Fälle verzeichnet. Auch aus Ottawa werden 66 Kinderlähmungsfälle gemeldet. Die Behörden haben Maßnahmen getroffen, um ein weiteres Umsichgreifen der Krankheit zu verhindern. — In Australien ist gleichfalls eine Epidemie von Kinderlähmung ausgebrochen. Mehrere Schulen werden vorübergehend geschloffen. Gegen den Beschluß, sie wieder zu öffnen, haben die Eltern Einspruch erhoben. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blurnschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs« preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Snr Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. Wilhelm Zimmer Namens der trauernden Hinterbliebenen: Anna Zimmer. 3-Zim.-Wohnnng Gießen, den 1. September 1937. :Moliiig. 5661 D 5659 D | KaufgesucheJMwaren Herr Wilhelm Zimmer gelpfad 32, 7 Uhr durchgehend. Hohen Eigenschaften Gießen, den 2. September 1937. 5660 D 4 ..und zum Bauen Heute morgen 7 Uhr wurde mein lieber, guter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter st u im 61. Lebensjahre von seinem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Pelz-Reparaturen sehr preiswert M. Liebler Kreuzplatz 2. Schmerzlich bewegt teilen wir mit, daß der Gründer unseres Werkes und Mitinhaber Wilhelm Zimmer G.m.b.H, Gießen. Der Mitinhaber, Betiiebsführer und die Gefolgschaft Familien« Drucksache oietet ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brührsche Druckerei Schuistn 7. Ruf 2251 Die Beeidigung findet Samstag, 4. September, vormittags %12 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt am Mittwoch, dem 1. September 1937, nach langer, schwerer Krankheit von uns gegangen ist — Sein berufliches Können und Wissen, sowie seine menschlichen Eigenschaften gewannen ihm die Achtung und Wertschätzung aller derer, die mit ihm in Verbindung traten. Wir verlieren in ihm nicht nur einen erfolgreichen Mitarbeiter, sondern auch einen vorbildlichen Menschen. - Sein Andenken soll in unserer Mitte durch tätiges Schaffen in seinem Geiste geehrt werden. | Vereine Gkttlub Gietzen Samstag, den4.Sevt. 1937 20 Uhr (5646D Sommersest aus dem Schiffenberg« •Manen aue tauig.Haare, Veb enterten Pickel,Sommer« lörofi. uiw. entf. u. Gar. f. immer 'sran'B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel SprectmArenag Gießen, Am Eie- Dentist Mangelsdorff Gießen, Seltersweg 54 Praxis wieder aufgenommen öelMvelt leichte Beschält., an möglichst pe- wefene Putzar- beiterm, zu vergeben. Schriftl. Angebote unter 04320 a.d.G.A. Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift ivndern nur Zeugnis- abichrtsten dem Be- werbungSichreiven bet. legen — Lichtbilder undBewerbungsunter- tagen müssen zur Vermeidung oon Berluiteu aus der »»üchette flamen und 'Anschrift oeS Bewerbers tragen I Junges, ordentl. Halbtags- mäddien gesucht. 666iD GärtnereiMoser WieseckerWeglO Zuverlässiges Ädien das alle Hausarbeit versteht, und kochen kann, zum 1. Oktober gesucht. 6662D Frau Becker Kevlerstraße 9 I. Garage Irei Frankfurter Straße 29. lsssiv l Mietgesuche"| 3-Mohmg mögl. mit Heizg. per 1. Oktober gesucht. Schriftl. Angebote unter 04324 a.d. Gieß. Anzeiger erbet. V.alleinst. Herrn 2-3-Zimm.-Wohn. m.Badez.,mögl. Hei;.,evtl.Untermiete mit Küche u.Badbenutzung perl.10.zumiet, gesucht. Schriftl. Angeb. u. 04313 an d. Gieß. Anz. Mn dlich können Sie es nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige l agen Sie es eilen Junge EegWner zirka 4-5 Monate alt, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preisangabe u. 5663 D an den Gieß. Anz. erbet. Gut erhaltenes Klavier oder Piano aus Privathand zu kauf, gesucht. Schr.Anyeb.unt 04312 a.d.G.A. GM. SW zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04316 an d. Gieß. Anzeig. stleineAnzeigcn 'm Gießener Anzeiger werden von Tauienben beachtet und aelei"n | Verschieden"^] vornenm - Geschmackvolli Persönlich f Gut möbliertes Zimmer od.Dovvelzimm. Nähe Ludwigs- vlatz, von Herrn zu miet, gesucht. Preisangebote unter 04314 an den Gießen. Anz. Gut möbl. Zimmer (evfl.2)m. elektr. Licht, ruh., sonn. Lage-gegebenen» falls mit Pension verl.Oktob. von Dauermiet. ges. Schr.Angeb.unt. 04322 a.d.G.A. mit Mans.-Zim. u.Garten-Ant.in @toien-£inöen (unr:.:tielb.Nähe des Bahnhofs) z. 1. Ott. zu Derrn. Näheres 043is Bahnhofstr.104. Schöne 2'3imm. ®ofln. z.l.Oktob. 1937 zu vermiet. sssoD Klein-Linden Frankf. Str. 31. (1. Stock) verfetzungshalb. aufl.Ottob.d.J. zu vermieten. Näheres im Hintergebäude (s622D Lubwigftraße26 5'6-5lmmet- Mmm m. Gartenanteil, event. Bad, zum 1. Okt. zu verm. Näheres 04323 ölllisveslheroereln Alicenstraße 34. 5-Zimmer- Wohnung mit Bad u. Balkon im 3. Stock zum 1. Oktober zu vermiet. 0132s Hitlerwall 27. 4-Zimmer- Wohnnng (2. Stock) an ruhige Mieter zum 1. Oktob. 37 zu vermiet. 04325 Wernerwall291 Schöne -MM. Balkon, Mansardenzimmer,nebst Zubehör,l.Stock Ästerweg n. der Anlage, v.l.Okt. zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 04326 and.G.A. 3-Mohmg (Mansarde) zum 1. Okt. zu verm. Schriftl. Anfrag, unter 04317 an den Gieß. Anz. Gießen (Lahnstraße 15), den 1. September 1937. 04327 Nach kurzer Krankheit verschied heute unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Die Trauerfeier findet Samstag, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Ziegler. M 8 Herr Philipp Ziegler im 82. Lebensjahr. Nr. 204 Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Donnerstags. September l0Z7 Ein modernes Großstadt-Postamt. W R 1 W V: I In einem Berliner Postamt am Anhalter Bahnhof bot eine Pressebesichtigung der neuen Großbriefabfertigung Einblick in den Betrieb eines modernen Postamtes. Täglich müssen hier 2 900 000 Sendungen erledigt werden. Das Bild rechts zeigt einen Teil des Langbriefverteilwerkes. Die Beamten verteilen die Briefe, und Transportbänder befördern sie auf schnellstem Wege zur „P o st v e r s a ck st e l l e", die man links sieht. Die fertig gebündelten Briefe werden in die Transportsäcke sortiert, um den einzelnen Bahnhöfen zugestellt zu werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Winter am Pazifik. gültig, ob man trotz der Unbilden des Wetters hinaufkommt oder nicht. Aber wie hier mit dem Regen gekämpft wird, so gilt der Einsatz weiter oben dem Schnee. Die große südamerikanische Querverbindung von Buenos Aires nach Santiago muß über die Hochkordillere. Die Bahnlinie steigt auf über 3000 Meter an. Wenn sie jetzt im Winter auch nur einmal in der Woche verkehrt, so reicht diese Woche doch immer nicht, die Strecke freizuhalten. Meterhohe Schneebarrikaden verlegen den Schienenweg, legen die Verbindung still und somit den Anschluß von diesem letzten Winkel der Erde an die übrige Welt. Jetzt ist es unbestimmt geworden, wann der Transandino, der Zug aus Buenos Aires, mit der Post aus Europa eintrifft. Die Verspätung wird nicht mehr in Stunden oder Tagen ausgedrückt. Es können Wochen vergehen, bis die Schneepflüge einmal erfolgreich gegen die Schneebarrikaden angekämpft haben, bis endlich einmal der Transandino wieder in Santiago eintriff mit vielen hundert Säcken Post, die seit Wochen, vielleicht seit Monaten dringlich erwartet werden. Die Schwierigkeiten, die hier dem normalen Verkehrsleben durch die Natur entgeaenaestellt werden, durch den Winter in der bis auf 7000 Meter ansteigenden Kordillere, sind mit europäischen Maßstäben nicht mehr zu messen. Sie werden nun schon seit Jahren gemeistert durch deutsche, amerikanische und französische Verkehrsflieger, die regelmäßig, von Buenos Aires kommend, den Flugweg über dieses Hochrnassiv nehmen müssen, oft auf 5000 Meter ansteigend, mit einem Dutzend Passagieren und vielen tausend und aber tausend Briefsendungen an Bord. Wenn sich irgendwo in der Welt das Flugwesen durchgesetzt hat, wenn d i e Unersetzbarkeit des Flugzeuges irgendwo erwiesen wurde und wenn das Flugzeug je Triumphe über die Natur errungen hat, dann hier, dann im Hochrnassiv der Kordillere, in den eisigen Schneestürmen des chilenischen Winters. Dieser unvergleichliche Erfolg ist auch ein Beispiel deutscher Leistung im Ausland. Denn die deutschen Maschinen, von deutschen Piloten gesteuert, landen mit einer Regelmäßigkeit in Santiago im Anschluß an den deutschen Flugdienst nach Südamerika, daß man immer nur voller Bewunderung sein kann. Was diese Leistung bedeutet, kann nur der ermessen,, der Der deutsche Afrikaflieger Karl Schwabe stürzte während einer Uebung als Offizier des Beurlaubtenstandes mit seiner Maschine über der Ostsee ab und kam ums Leben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) im Schnee der Kordillere trotz modernster Schneepflüge auf den Schienen liegen blieb, der sich mit seinem Wagen auf grundloser Straße festfuhr, das kann nur der ermessen, der Monate hindurch auf die Europa-Post warten muß, die über die Kordillere kommt und der nun die Gewißheit hat: am Montag trifft wie seit Jahr und Tag die „Ju 52" ein. Sie bringt die letzte Post, die neuesten Zeitungen aus der Heimat. In gut vier Tagen bewältigt der deutsche Flugverkehr von Frankfurt bis Santiago de Chile eine Strecke, überwindet er gerade im letzten Abschnitt eine Schwierigkeit, vollbringt er, insgesamt gesehen, eine Leistung, die heute zu den Alltäglichkeiten gehört. Und doch will sie unglaublich erscheinen angesichts der Schwierigkeiten, die allein hier die Natur errichtet hat. Oer Eispanzer der Kordillere. - Deutscher Flugdienst besiegt den Wmter. Von unterem W. Sz.-Berichierstaiter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Santiago de Chile, 23. Juli. Treffpunkt war die „Fuente Alemana", das Denkmal, das in Chiles Hauptstadt den Deutschen und der deutsch-chilenischen Freundschaft gewidmet ist. In der Hochkordillere waren internationale Skimei st er schäften angesetzt. In gemeinsamer Autokarawane wollten die Wintersportbegeisterten von hier aus aus dem Regen in den Schnee fahren, die Amerikaner und die Argentinier, die für diesen Wettbewerb nach Santiago gekommen waren, die Deutschen, Schweizer und Oesterreicher, die hier leben und dem Wintersport in Südamerika so große Förderer geworden sind, die Chilenen schließlich, die sich immer verstärkter zu begeisterten Wintersportlern entwickeln. Es blieb bei der Absicht. Der Winter am Pazifik hatte einen Strich durch die Rechnung gemacht. Regen, Regen und nochmals Regen hatte es in den letzten Tagen gegeben. Regen, Regen und nochmals Regen wird es auch den ganzen Juli und August, oft auch noch den September hindurch geben. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, in der grauen Welt dieses Regens zu leben und täglich beim Blick über die Dächer der Häuser hinweg die Schneegrenze tiefer fallen zu sehen Der Regen ist Wirklichkeit Doch der Schnee bleibt für Santiago die Illusion Chiles Hauptstadt liegt mehr als 600 Meter hoch und ist jetzt im Winter von dem Eispanzer der Kordillere umgeben. Die Schneegrenze mag im tiefen Winter einige hundert, vielleicht auch nur hundert Meter höher beginnen als diese Stadt. Man sieht den Schnee nun alltäglich greifbar nahe vor den Augen. Doch er erreicht nie Santiago. Wir wollten, wie gesagt, vom Regen in den Schnee fahren. Die Verwirklichung dieser Absicht scheiterte am Wetter wie so viele Pläne jetzt im Winter. Die Fahrt in den chilenischen Wintersport kann unter solchen Umständen oft einer kleinen Expedition gleichen. Obgleich der Regen dieser Monate ein anerkannter Entschuldigungsgrund ist, eine Verabredung nicht einzuhalten, war ein Dutzend Wagen an diesem Tag pünktlich trotz strömenden Regens zur Stelle. Auf spritzendem Asphalt ging es zunächst aus der Hauptstadt heraus. Nach einer halben Autostunde gebot die Grundlosigkeit der Straße den ersten Halt. Man kann sich von dieser Grundlosigkeit chilenischer Bergstra- ß e n im Winter keinen Begriff machen, bevor man sie befahren hat, und auch nicht davon, warum man sie eigentlich überhaupt noch befährt. Jeder Augenblick kann einen neuen Bergrutsch bringen, in jedem Moment kann der Regen den Bergpfad buchstäblich hinwegspülen. Die Straße, die von hier zu den Schutzhütten nach oben führt, ist dann auch plötzlich gesperrt: die Steilwand rechts ist abgesackt und folgt dem tiefen Abgrund nach links. In acht Tagen werden Arbeiterkolonnen die Straße wiederhergestellt haben. Es ist dann jedoch nur noch eine Frage der Zeit, wann der wieder einsetzende Regen die Straße von neuem weggespült bat. Hier handelt es sich ja nur um den Wintersport, und es ist für das Leben in der Stadt sicher gleich- Die ersten Volksaasniaskeil werden ausgegebrn. In mehreren Bezirken Berlins begann die Ausgabe der Volksgasmaske durch die NSV. Amtsträger des Reichsluftschutzbundes und Laienhelferinnen verpaßten die Gasmasken, damit auch jeder die richtige Maske erhält. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 8 Starker Erfolg deutscher Filme aus derZnIernationaleu Fllmschau Venedig, 1. Sept. (DNB.) Auf der Internationalen Filmkunst schau kam der deutsche Ufafilm „Zu n e u e n U fe r n" mit starkem Erfolg zur Uraufführung. Die Filmhandlung, die in die erste Hälfte des 19 Jahrhunderts zurückführt, als England sein Weltreich bis in die fernsten Erdteile ausdehnte, enthält manche spannenden Momente und interessante Szenen. Einzigartig ist das Milieu des Frauengefängnisses von Paramatta in Australien wo sich die Handlung hauptsächlich abspielt Zarah Leander spielt ihre Rolle als verbannte Frau mit großem Einfühlungsvermögen und hat sehr starke, mitreißende Augenblicke. Die Darstellung ihres Gegenspielers Will« Birgel leidet etwas unter der charakterlich wenig sympathisch gezeichneten Rolle. Für die geschickt geführte Regie zeichnete Detlef S i e r ck. Mit äußerst lebhaftem Beifall wurde der Usa- kulturfilm .,M y st e r i u m des Lebens" belohnt, der mit großer Klarheit und Anschaulichkeit die Entwicklung des tierischen Wesens von der Keimzelle an auf der Leinwand lebendig darstellt. Mit diesem Film wurde ein Meisterwerk geschaffen, dessen hoher wissenschaftlicher und volksbildender Wert voll anerkannt wurde, wie auch der bei offener Szene ausbrechende Beifall der Zuschauer bewies. Das deutsche Kulturfilmschaffen hat damit die Reihe der Erfolge auf der Venediger Filmkunst- schau durch einen weiteren Triumph bereichert. Eine Schauergeschichte Übelster Art, die nur einer scharf zu verurteilenden Spekulation auf die Sen- sationslüsternheit des amerikanischen Publikums ihre Entstehung v^rDanken kann, wurde mit dem Warner-Brothers - Film „Marked Bornen" („Gezeichnete Frauen") vorgeführt. Brutalität ist das Hauptmotiv dieses Filmes, in dem Mord und Totschlag, Mißhandlungen und andere Verbrechen den weiten Rahmen für eine höchst zweifelhafte Handlung abgeben. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß die amerikanische Filmproduktion in diesem Jahre fast ausschließlich Filme nach Venedig gesandt hat, in denen das Verbrechertum in allen seinen Spielarten tonangebend ist Man muß sich fragen, was derartige Machwerke mit so übler Tendenz auf einer internationalen Filmkunstschau zu suchen haben. über den Ruinen") auf der Internationalen Filmkunstschau erschienen. Das Werk läßt mit aller Deutlichkeit die Wesensoerschiedenheit zwischen der abendländischen und der fernöstlichen Welt erkennen; es erscheint nicht nur als ein sehr eigenartiger, ansprechender Spielfilm, sondern ist gleichzeitig als ein äußerst interessantes Kulturdokument zu werten. Was den Film in hervorragender Weise auszeichnet, ist die wunderbare Ausgeglichenheit, eine Welt der zartesten Feinfühligkeit, die dem Westen gänzlich unbekannt ist. Neben den Darstellern, Die mit ihrer ruhigen Art menschlich ergreifen, fällt der Natur des romantischen Nippon eine tragende Rolle zu. Feinfühligkeit läßt sich auch im Blick des Photographen erkennen Eine dem abendländischen Geschmack entgegenkommende Musik begleitet den Film Die tschechoslowakische Filmproduktion „bestätigte mit dem Metropolitan-Film „B a t a l i o n", daß sie auf dem mit Erfolg beschrittenen Wege weitere gute Arbeit geleistet hat. Das Werk enthält eine Reihe interessanter Einzelheiten und packender Situationen und wirkt vor allem durch das Spiel des Hauptdarstellers S m o l i k. Einige Szenen sind von starker Eindringlichkeit und dramatischer Schlagkraft Australien war mit dem 5hm „T he flying Doctor“ („Der fliegende Arzt") vertreten, der nach einigen Ansätzen zu lebendiger Entfaltung rischen Abenteurergeistes im Verlause der Handlung enttäuschend nachlatzt, so daß im Ganzen nur ein ziemlich belangloses Durchlchmttswerk übrig- bleibt Die Darstellung geht nicht über die Mittel- rnäßigkeit hinaus. Mit dem Astra-Film „II Signor M a x“ (djuf auch Italien ein Werk aus der Gattung des heiteren Films, das sich durch flotte Handlung und witzige Einfälle auszeichnet Der Film der gewisse Anleihen beim amerikanischen Geschmack macht, ist szenisch recht gut durchgearbeitet. Im Kullursilmschafsen der Nationen fiel Deutschland mit „Klar Schiff 3 um Gefecht und Landschaft und Leben" auf; die ftanzo- äfche Atlantic-Filrn brachte einen sehr interessanten Bildbericht über die erste Ueberguerung des Atlan- tifdien Ozeans durch einen einzelnen Monn im Motorboot, Sübafrita schilderte einen Flug über Klüfte und Städte und Großbritannien zeigte einen photographisch sehr gut gelungenen Film über eine Fahrt von London zum Meere. Zum erstenmal ist in diesem Jahre Japan mit einem Spielfilm „S ö j ö n o Tsuki" („Mond Zweifelhafte Gemälde in der Haarlemer Krans-Hals-Ausstellung. An Der Echtheit zahlreicher Gemälde der Frans- Hals-Ausstellung m Haarlem — über die vor einiger Zeit im Feuilleton berichtet wurde — sind neuerdings Zweifel aufgetaucht. In einem Bericht der Kölnischen Zeitung aus dem Haag heißt es u. a.: „Die holländische Oestentlichkeit ist dadurch aufgeschreckt worden, daß an der Zusammenstellung der jetzt in Haarlem veranstalteten Frans-Hals- Jubiläumsausstellung aus Fachkreisen eine scharfe Kritik geübt wird. Nach dieser Kritik sollen die zur Ausstellung gebrachten Bilder nicht vorsichtig genug gesiebt sein, so daß sich eine Menge unechte Werke in die Gemäldeschau eingeschlichen haben. Dr. van Gelder, ein junger Kunsthistoriker, der in der Monatsschrift „Elzevier" die Ausstellung der Kritik unterwarf, schätzt die Zahl der zweifelhaften Gemälde, die auf der Ausstellung anwesend find, auf über 30, was nahezu ein Drittel der 115 Katalognummern ausmachen würde." Ein Gutachten von Dr. B r e d i u s bezeichnet die zweifelhaften Stücke nicht einfach als Fälschungen sondern nimmt an, daß man sich in der Zuschreibung geirrt hat, oder daß einer der Söhne von Frans Hals als Urheber in Betracht kommt Der Leiter der Ausstellung, G. D. G a t a m a , hält an der Echtheit der Bilder fest und beruft sich dabei auf das früher eingebolte Urteil dreier Autoritäten: Hofstede de Groot, Bode und Valentiner. Känguruh aus Bäumen' Ja, so etwas gibt es in Wirklichkeit; die Familie der Känguruhs ist recht vielgestaltig: neben übermannshohen Riesen kommen Zwerge von Kaninchenkleinheit vor; Känguruhs leben nicht nur in der Grassteppe, sondern auch auf Felsen und schließlich oben in den Baumkronen. Allerdings sind die Baumkänguruhs keine Meister des Kletterns; ihre Fortbewegung geht langsam und — für unsere menschliche Beurteilung wenigstens — recht unbeholfen vor sich. Aber sie haben 3tüei Körpermerkmale, die sie von allen andern Känguruhs unterscheiden, und die sicher mit ihrem Baumleben Zusammenhängen: die vorderen Gliedmaßen sind nicht mehr nur kurze Eßhändchen, sondern starke Arme mit Sichelklauen, wogegen der muskulöse Stütz- und Sitzschwanz der Erdkänguruhs eine schlaffe und behaarte Balancierstange geworden ist. Die mitunter geradezu bunt gefärbten Baum- Känguruhs nähren sich von Laub, Knospen und saftigen Zweigen, vielleicht auch von Wildobst; sie sollen tagsüber meist unbewegt in den Baumkronen sitzen und erst bei Eintritt der Dunkelheit langsam „auf die Weide" gehen, d. h. den einen Stamm herunterklettern, um irgendwo anders geruhsam wieder hochzulleigen. Die Baumkänguruhs haben sich offenbar nur unvollkommen jenem „Höhenleben" angepaßt, zu dem sie die großen Wälder ihrer Heimat zwangen. Es liegt ja auch — wie Alfred Brehm richtig bemerkt — keine Veranlassung vor, daß diese Tiere besonders Meister im Klettern und Springen wurden, denn in ihrer Welt gibt es für sie kaum einen Feind, sie können also ohne Not bequem und langsam sein. Aber welch ein Temperamentsunterschied zwischen ihnen und den Felsenkänguruhs, die sich immerzu vergnügt tummeln! Noch größer ist der Kontrast, denkt man an das rote Riesenkänguruh der Steppen, das Weitsprünge bis zu zehn Meter machen kann, Sprünge, die zugleich zwei ober, gar drei Meter hoch sind. Paul E i p p e r. Das Kartoffelfest. Durch ein Fest eigener Art feierte in diesen Tagen Paris den 200jährigen Geburtstag von Antoine Augustin Parmentier, der die Kartoffel in Frankreich einführte. 10 000 Tonnen Kartoffeln wurden zu feinen Ehren an die Armen verteilt, und unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Ncuilly hielten die Bürgermeister und anderen Würdenträger der Städte rings um Paris ein Festessen ab, bei dem sie beträchtliche Mengen von Kartoffelsuppe ä la Parmentier, von Pommes frites und anderen Kartoffelspeisen verzehrten. Parmentier, der sich als Pariser Apotheker bereits große Verdienste um die Lebensmittelchemie erworben hatte, erhielt 1769 den Befehl, ein neues nahrhaftes Lebensrnittel für das Volk zu „erfinden". Darauf baute er in dem sandigen Boden von Neuilly die ersten Kartoffeln an, mit denen in den meisten europäischen Ländern bereits die besten Erfahrungen gemacht worden waren. dod)fd>ulnacbnd)fen Dem ao. Professor Dr. med. vet. Paul Cohr » in Leipzig ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für pathologische Anatomie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover übertragen worden. 11. Ttrspo 1860 Marburg, be- um 201,1 Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 0,721 5,694 62.20 48,95 11,23 63,81 57,15 16,98 8,666 2,491 Bezirksmeisterschast im Fußschlagball Unterstufe. Am gestrigen Mittwoch wurden die Endspiele Am Aktienmarkt ergaben sich unter Führung von Montanwerten vorwiegend Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Stärker erhöht waren Mannesmann mit 125,13 (124), Hoesch befestigten sich auf 128,50 nach 128, auch Rheinstahl lagen 0,50 v. S). höher mit 159,25, Klöckner und Verein. Stahl blieben mit 139 bzw. 121 behauptet, schwächer auf Abgaben waren Ilse Genuß mit 138,25 (139,75). Don chemischen Werten stiegen Rütgerswerte auf 153 (151), Farbenindustrie auf 167,25 (166,75). Elektrowerte lagen still. AEG. 0,65, Gesfürel 0,25 v. H. höher. Maschinen, und Motorenaktien zogen bis 0,50 v. 5). an, Moenus aber nur knapp gehalten mit 129,75 (130). Sonst kamen noch Westdeutsche Kaufhof mit 60,40 (60), anderseits Jul. Berger mit Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v $).. Lombardzinsfuß 5 v f). Tv. Hörnsheim, Tv. Münchholzhausen, Tuspo Wetzlar-Niedergirmes, Tv. Hachenburg, To. Heuchelheim, Mtv. Gießen, Spog. 1900 Gießen, DfB.-Reichsbahn Gießen, To. Roth, den Mannschaften die Kameraden aus Hachenburg in bezug auf ihren Opfersinn als Vorbild nehmen. Campbell — auch Wektrekordler im Motorboot. Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Bolen........ Kopenhagen... Tanzlg...... l'onbon ...... HelsingforS.... Barts........ > volland...... i Italien....... Ausgleich passieren lassen. Erst kurz vor Schluß gelang dem talentierten Godglück, nach dem er den linken Verteidiger umspielt hatte, der siegbringende Treffer. ORL. Fachamt 2, Fußball. Iugendgruppe Gießen. Spielansehungen für Sonntag, 3. September. Heuchelheim — Watzenborn-Steinberg (Krämer, Rodheim); Krofdorf — 1900 Gießen (Nesseldreher, Heuchelheim); Rodheim — VfB.-R. (E. Arnold, Heuchelheim); Leihgestern spielfrei. Lich — Hungen (Buß, Steinberg); Ettingshausen — Großen - Linden (Hillebrecht, Großen-Buseck); Steinbach — Garbenteich (Holzapfel, Lich). Lollar — Grünberg (Körber, Alten-Buseck); Alten-Buseck — Großen-Buseck (Grote, Mainzlar); Saasen — Wieseck (Röhm, Grünberg). Wieseck II — VfB. - R. II (Erb, Saubringen); DfB.-R. III — Großen-Linden II (Böcher, Gießen); Klein-Linden — VfB.-R. IV. (Eckhardt, Großen- Linden); Staufenberg spielfrei. Samstag, 4. Sept.: Wieseck — Lollar (Kreiling, Gießen). Aus den Gruppenspielen sind ausgeschieden: 1900 Gießen II, Lollar II, Treis. Japan...... Jugoslawin! £3lo ..... Wien....... Lissabon.... Siodbolm .. Schweiz.... Spanien.... Prag....... Budapest... Reuyork.... Wirtschastsfragen in den Grenzgebieten DHD. In einem größeren Kreise geladener Vertreter der Wirtschaft, der Partei und behördlichen Stellen, des Wirtschaftskammerbezirks Hessen wurden in einer Sitzung in der W i r t s ch a f t s k a m - mer Hessen die wichtigsten Fragen der Verteilung der öffentlichen Aufträge, der Rohstoffversorgung und die allgemeine wirtschaftliche Lage der Grenzgebiete eingehend erörtert. Der Leiter der Wirtschaftskammer Hessen, Prof. Dr. Lüer, verwies auf den großen Aufschwung, den auch die Rhein-Mainische Wirtschaft in den Jahren nach der Machtergreifung genommen habe. Wenn immer noch manche Wünsche offen geblieben sind, so läge dies vor allem daran, daß die Randgebiete an den Aufrüstungsmaßnahmen und den Vierjahresplanvorhaben nur verhältnismäßig geringen Anteil hatten und auch die Rohstoff-Fragen für die Grenzgebiete eine noch größere Bedeutung als für die Wirtschaft des mitteldeutschen Wirtschaftsraumes hätten. Durch die Tätigkeit der Reichsausgleichsstelle sei zwar erfreulicherweise gegenüber früher eine erhebliche Besserung erzielt worden, eine weitere Steigerung der Auftragsoergebungen müsse aber gefördert werden. Anschließend machte der Leiter der Reichsausgleichsstelle, Oberregierungsrat Dr. Holtz vom Reichswirtschaftsministerium, Ausführungen über die Arbeiten der Reichsausgleichsstelle und der an die Wirtschaftskammer als Abteilung angeschlossenen Bezirksausgleichsstelle Hessen. Der Umfang der Aufträge, die über die Reichsausgleichsstelle liefen, habe im ersten Halbjahr 1937 eine weitere Steigerung erfahren, zusammen mit den Bezirksausgleichsstellen werde die Ausgleichsstellenorganisation im laufenden Jahre etwa 3 Milliarden RM. Aufträge bearbeiten, der Anteil der Grenzgebiete sei hierbei ständig im Steigen begriffen, insbesondere auch der Anteil des als „besonders auftragsbedürftig" erklärten westlichen — oder früheren entmilitarisierten Zonen entsprechenden — Teiles des Wirtschaftsbezirks Hessen. Die Bezirksausgleichsstelle Hessen habe ihrerseits bei Vergebungen im eigenen Bezirk im zweiten Vierteljahr 1937 bei Aufträgen im Betrage von rund 44 Millionen RM. mitgewirkt und stände in einer sehr befriedigenden Zusammenarbeit mit den für sie in Frage kommenden Vergebungs- stellen des Bezirks, welche auch von sich aus mit bemerkenswertem Verständnis bei ihrer Vergebungstätigkeit den wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten Rechnung zu tragen bestrebt seien. Anschließend kam Oberregierungsrat Dr. Holtz auf die weite- sur die Grenzwirtschaft wesentlichen Fragen der Rohstoffzuteilung für die Grenzbezirke, die die Förderung des Wohnungsbaues, kreditpolitische Fragen und schließlich auf die Aufgaben und Arbeiten des bei der Reichswirtschaftskammer gebildeten Grenzwirtschastsausschusses zu sprechen in welche der hessische Grenzbezirk durch den in'den Ausschuß berufenen Berliner Vertreter der Wirtschaftskammer Hessen laufend in vollem Umfanae eingeschaltet ist. In der anschließenden lebhaften Aussprache wur- den von den Vertretern der Industrie, des Handels, seitens des Landeshandwerksmeisters, sowie des Gauwirtschaüsberaters die Ausführungen der Vorredner nochmals unterstrichen, wobei die gegenwärtige Lage in den einzelnen Wirtschaftszweigen eingehend beleuchtet wurde. Rk'-in-Mam scbe Börse. Mllagsbörse etwas fester. F r a n k f u r t a. M. 1. Sept. Die Börse laa auf den meisten Gebieten etwas fester, auch das Geschäft konnte sich leicht beleben, da einige Kundenaufträge zur Ausführung kamen. Zu größeren Abschlüssen kam es indessen nicht. Auf dem Lago Maggiore verbesserte der Engländer Campbell, der auch im Besitz des absoluten Schnelligkeits-Weltrekordes für Wagen ist, den von seinem Landsmann Gar Wood gehaltenen Weltrekord für Motorboote. Campbell erzielte 204,470 k m / s t. Die bisherige Höchstleistung betrug km/st. Ragnhild Hvegers neueste Schwimmrekorde. Die acht Bestleistungen in der Schwimm-Weltrekordliste der Frauen, die auf den Namen der Dänin Ragnhild Hveger lauteten, hatten bisher dafür gesorgt, daß zwischen den beiden Schwimmnationen Holland und Dänemark ein gewisses Gleichgewicht erhalten blieb. Die Zahl der Weltrekorde war nämlich die gleiche. Nun hat aber Ragnhild Hveger die Zahl ihrer Weltrekorde am Dienstag auf zehn erhöht. Bei einer Schwimm- oeranstaltung in Aarhus verbesserte die Dänin über 400 Vards die Zeit der Holländerin Tini Wagner von 5:22,0 auf 5:14,0 und gleichzeitig wurde der 400-Vards-Weltrekord der Holländerin von 6:09,8 auf 5:57,9 verbessert. 12. VfB.-Kurhessen Marburg. Insgesamt sind also jetzt 12 Mannschaften teiligt; neu hinzugekommen sind Münchholzhausen, Hachenburg, Roth und VfB.-Kurhessen Marbura. Eine ursprünglich vorgesehene Aufteilung der Staffel in zwei Gruppen ist seitens des Gaufackwartes abgelehnt worden, so daß sich also die Spiele ziemlich lange hinziehen dürften. Dazu kommt noch, daß auch teilweise recht weite Fahrten notwendig werden, so daß die finanziellen Anforderungen an die Vereine recht erheblich werden. Trotzdem hofft man, daß die Staffel in dieser Zusammensetzung gelassen werden kann und daß sich die teilnehmen- 142,75 (143,50) und Reichsbank mit 213,50 (213,75) zur Notiz. Jrn Verlaufe blieb die Haltung fest, die Kurse erfuhren aber nur geringe Abweichungen. Das Geschäft am Aktienmarkt war in einzelnen Werten verhältnismäßig lebhaft, im ganzen blieb es aber noch sehr ruhig. Verein. Stahl schwankten zwischen 121 bis 122, Hoesch zwischen 128 bis 129, IG.-Farben zwischen 166,75 bis 167,50. Von später notierten Werten erhöhten sich Bemberg auf 156,90 (155,50) und Zellstoff Waldhof auf 162,40 (161), sonst betrugen die Besserungen bis 0,50 v. H. Niedriger lagen Scheideanstalt mit 267 (268) und Hapag mit 84 (84,75). Am Einheitsmarkt notierten Gebr. Röder 116 rep. (113,50), Konserven Braun 97,75 (96,50). Don Renten gingen Kommunal-Umschuldung bei lebhaften Umsätzen bis auf 94,65. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligationen und die meisten Stadtanleihen lagen unverändert, etwas niedriger 4,50proz. Heidelberg 97,13 (97,50). Liquidationspfandbriese schwankten bis 0,25 v. H. Abendbörse behauptet. Der Ordereinang hatte für die Abendbbörse nur sehr kleinen Umfang, so daß sich die Umsatztätigkeit in engsten Grenzen hielt. Die Mehrzahl der notierten Kurse war nominell, blieb aber bei kleinen Schwankungen verhältnismäßig widerstandsfähig. In Anpassung an den Berliner Schluß traten am Aktienmarkt teilweise Abbröckelungen ein. Stärker rückläufig waren aber Deutsche Linoleum mit 169 (171,50), auch Bemberg gingen mit minus 0,90 v. H. auf 156 über die durchschnittlichen Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus. Der Mon- tanmarkt zeigte Buderus mit 129,50, Harpener mit 173, Mannesmann mit 125,13 und Rheinstahl mit 158,75 bis 0,50 v. H. leichter, nur Hoesch konnten sich bei 128,50 voll behaupten. Gut gehalten blieben außerdem JG -Farben mit 167,25, Holzmann mit 153,50, BMW. mit 159,50, Demag mit 154,25, je 0,25 v. H. niedriger lagen Gesfürel mit 161, Rheinmetall mit 159,25, Deutsche Erdöl mit 153,75, Schuckert ließen 0,50 v. H. auf 177,50 nach. Am Einheitsmarkt zogen Schramm Lack noch etwas an auf 127,50 (127), dagegen Mainzer Brauerei nach Pause 86 (87). Renten waren ohne Geschäft, Kommunal-Umschuldung nannte man mit 94,70 unv., 4,5prozent. Krupp notierten 99,50 und Farben-Bonds 132,25 nach 132,13 bei kleinem Umsatz. Im Freiverkehr blieben Verein. Pinsel Nürnberg mit etwa 74,50 bis 75,50 etwas beachtet. $ranffurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Sept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 204, W 16 207, 2L19 211, W 20 213, Roggen R 12 687, R 15 190, R 18 194, R19 194 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 28,90, W 16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlen festpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erd- nußkuchen —. Treber geh'. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,60 bis 4,80, Heu drahtgepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh —. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1029 Rinder (141 Ochsen, 159 Bullen, 515 Kühe, 214 Färsen), 278 Kälber, 96 Hämmel, 50 Schafe, 330 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hammel 38 bis 52, Schafe 36 bis 45, Schweine 53 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. „Tag der Deutschen Sporihilse." Der 25. Oktober ist der Geburtstag des Reichs- spor^führers und gleichzeitig der Gründungstag der Deutschen Sporthilfe. Für diesen Tag, den „Tag der Deutschen Sporthilfe", soll in allen Gauen Deutschlands eine Sparglocken-Sammlung innerhalb der Vereine des DRL. durchgeführt werden. Der Ertrag dieser Sammlung wird dem Reichssportführer an seinem Geburtstag überreicht. „Hans-Schemm-Gedächinis- Schwimmen 1937" der Schuljugend. NSG. Zur Förderung des Schwimmens in Stadt und Land wird auch in diesem Jahr wieder vom Nationalsozialistischen Lehrerbund in allen deutschen Gauen das „Hans-Schemm- Gedächtnis-Schwimmen" durchgeführt. An ihm beteiligt sich die deutsche Jugend aller Schulen außer der Berufsschulen. Die Jungen und Mädel werden bei den Wettkämpfen ihr ganzes Können einsetzen, um den von der Reichswaltung des NSLB. gestifteten Wanderpreis 3U erringen. Zur Anerkennung und Aneiferung stehen ferner in diesem Jahre besondere Auszeichnungen innerhalb der Kreise zur Verfügung, und zwar in Form von fünf Urkunden. Hiervon erhalten drei die leistungsbesten Volks- bzw. Mittelschulen und zwei die leistungsbesten höheren Schulen. Die Kämpfe, die bereits begonnen haben und Anfang Oktober abgeschlossen werden, umfassen ein 15-Minuten-Schwimmen, ein Tieftauchen sowie ein 25- bis 50-MeterSchwimmen. Die Bewertung der Leistungen erfolgt in drei verschiedenen Altersklassen nach Punkten. Den Wanderpreis erwirbt der Gau, der die höchste Punktzahl erreicht, die sich aus der prozentualen Beteiligung der Schüler und Schülerinnen ergibt Die Kreissachberater für körperliche Erziehung im NSLB. in unserem Gau haben in sorgfältiger Vorbereltungsarbeit dafür Sorge getragen, daß die Aus- und Fortbildung der für die Durchführung des Schwimmens in Frage kommenden Erzieher und Erzieherinnen von Erfolg ist. Schottener Rennen wie noch nie! NSG. Für das große Motorradrennen „Rund um Schotten" sind die Vorarbeiten im Gange. Wie stark das Interesse für die Veranstaltung ist, beweist die Tatsache, daß bereits geraume Zeit vor dem Nennungsschluß am 7. September weit über 60 Meldungen von Fahrern eingegangen sind, unter denen sich bekannte Namen des deutschen Motorradsports befinden. Selbstverständlich wird man wieder die erste Klasse der deutschen Rennfahrer am Start sehen. Auch hinsichtlich der Sicherheit für Fahrer und Zuschauer sind alle Vorkehrungen getroffen worden. Ferner stehen genügend Parkplätze zur Verfügung. Auch die Zu- und Abfahrten sind so eingeteilt worden, daß sich der Verkehr, vor allem nach dem Rennen, reibungslos abwickelt. Für die laufende Unterrichtung der Zuschauer über den Stand des Renn.ns werden mehrere Lautsprecheranlagen aufgestellt, die am Start- und Zielplatz und an den interessantesten Stellen der Strecke eingesetzt werden. Llntsrkreiöturnen der Kreise Alsfeld und Gießen in Grünberg. Das Untertreisturnen, das am nächsten Sonntag in Grünberg veranstaltet wird, hat den Zweck, auch den kleinen und leistungsschwachen Vereinen im Kreise 8, denen eine Beteiligung auf dem Kreis- fest in Dillenburg nicht möglich war, eine Wettkampfgelegenheit zu geben und zugleich dadurch in diesen Vereinen für das Geräteturnen zu werben. Die Durchführung wurde dem Turnverein Grünberg übertragen. Grünberg, ein altes hessisches Turnerstädtchen, in dem schon seit 1848 Vorläufer des heutigen Turnvereins bestanden, hat schon oft Veranstaltungen des alten Hessengaues erfolgreich durchgeführt. Schon im Jahre 1897 errichtete der Verein eine eigene Turnhalle, die 1933 bedeutend erweitert wurde. Diese bildet zusammen mit dem ausgedehnten vereinseigenen Gelände den Turnplatz. Die Oberstufe schaltet bei dieser Veranstaltung aus. Die Oberstufenturner stellen sich bei dieser Veranstaltung als Kampfrichter zur Verfügung. Die Hebungen für die verschiedenen Stufen der Turner und Turnerinnen sind sehr leicht gehalten, um möglichst allen, die die Uebun^stunden besuchen, eine Teilnahme zu ermöglichen. Während der Vormittag mit den Wettkämpfen ausgefüllt ist, werden am Nachmittag nach einem Werbeumzug die allgemeinen Freiübungen der Turner, Volkstänze und Ballgymnastik der Turnerinnen, Schaudarbietun- gen, Spiele und ein Werbeturnen der Kreisriege gezeigt. Die bis jetzt abgegebenen Meldungen lassen eine zahlreiche Beteiligung erwarten. DfB.-Reichsbahn Gießen. DfB.-Reichsbahn I — Frankfurt-Fechenheim 4:3 (1:0). Am Sonntag standen sich auf dem Waldsport- platz die ersten Mannschaften von DfB.-Reichsbahn und Frankfurt-Fechenheim gegenüber. Die Einheimischen mußten noch in letzter Minute umstellen. Die Gäste erschienen bis auf ihren Verteidiger Engelhardt in stärkster Aufstellung. Die Gäste zeigten ein gutes Spiel, wenn man auch von ihnen etwas mehr erwartet hatte. Mit den Leistungen der Gießener konnte man zufrieden sein. Erfolgreichster Spieler war Godglück, der alle vier Tore schoß. Es gab über die ganze Spielzeit einen flotten Kampf, der Mittelläufer der Gäste gab mit weiten Vorlagen nach außen, die Gießener Verteidigung schlug aber immer wieder ab. Auf der Gegenseite war es immer wieder Bach, der den Sturm der Grünweißen nach vorne brachte. Nach einer Flanke von Szponik verwandelte Godglück unhaltbar zum ersten Treffer. Dann ließen die Platzbesitzer etwas nach und die Gäste hatten mehr vom Spiel. Die Gießener Hintermannschaft blieb aber gut bei der Sache und verhinderte Erfolge des Gegners. Nach der Pause hatten die Grünweißen mehr vom Spiel. Bach schoß aus aussichtsreichster Stellung daneben, auch Szponik vergab eine Chance. Eine seiner sauberen Flanken vermochte jedoch Godglück zum zweiten Tor zu verwandeln. In der Folge verloren die Frankfurter einen Mann durch Herausstellung. Dann schickte Bach Godglück nach vorn, der, da der gegnerische Tormann herausgelaufen war, zum dritten Male erfolgreich sein konnte. Die Fechen- heimer setzten nun alles auf eine Karte und innerhalb von zehn Minuten holte ihr Sturm zwei Tore auf. Die Gießener Verteidigung wurde dadurch etwas unsicher und der Tormann mußte sogar den die Bezirksmeisterschaft im Fußschlagball der Unterstufe ausgetragen. Als Sieger ging die Alte Pesta- lozzischule hervor. Den zweiten Platz belegte die Volksschule Wieseck. Am kommenden Montag finden die Endspiele um die Kreismeisterschaft statt. Für diese Spiele qualifizierten sich die Oberrealschule Grünberg, die Volksschule Hungen und die beiden ersten des Gießener Bezirkes, Alte Pestalozzischule Gießen und Volksschule Wieseck. Die Gegner werden erst vor Beginn der Spiele ausgelost. Entscheidungsspiel umdieKorbballmeisterschastderSchulen Ruklershausen — Allendorf (Lahn) 9:2. Die beiden Schulmannschaften von Allendorf und Ruttershausen trafen sich in Lollar, um das Entscheidungsspiel um die Kreismeisterschaft im Korbballspiel auszutragen. Beide Mannschaften waren in ihrem eigenen Bezirk als Meister hervorgegangen. Don Anfang an spielten die Jungens von Ruttershausen technisch und taktisch besser als ihre Gegner und gewannen so das Spiel verdient. Das Resultat ist etwas hoch ausgefallen. HandballimKreisLahn-Oill(AanXII) Endgültige Zusammensetzung der Staffel 4 der Bezirksklasse. Auf Grund der neusten Anordnungen des Gau- fachwartes setzt sich die Staffel 4 der Bezirksklasse, mit deren Leitung der Kreisfachwart des Kreises 8 Albert L u h, Allendorf (Lahn), betraut wurtze, wie folgt zusammen: 1. Tv. Lützellinden, Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schiuß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- turs Schluß! Mittag, börse Schluß- kurS Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Damm 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 V/t% Deutsche Reichsschatzanwet- jungen von 1935 ........... 31 8. 101,2 99 99,4 99 105 100,25 100,5 99,65 127,7 136,75 99,5 101,5 99,5 98,75 98,5 134,15 99,75 98,5 101,4 101,9 111,1 127 84,75 90,25 127,65 213,75 118,5 124 105 1.9. 101,5 99,13 99,3 99 105 100,25 99,65 127,75 136,75 99,5 101,5 99,5 98,75 98,5 133,85 99,75 98,5 101,5 101,5 111,1 127,5 84 90,4 127,65 213,5 118,65 124 105 3t- S 101,65 99 99,4 99 100,25 100,5 99,65 127,75 99,65 99,5 134,1 99,75 101,75 111,2 127,4 47,4 85.25 90,5 127,75 213,76 135,5 118,5 124 105 101,5 99,13 99,3 99 105,13 100,25 100,5 99,65 127.75 99,5 98,75 134,1 99,75 101,75 111,2 127,65 47,5 84,5 90,75 127,75 213 135,5 118,65 124 105 Saturn Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................O Bekula.....................8 Buderus Eisen...............6 Gement Heidelberg........... 7 Gement Karlstadt............ 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6'/, Dessauer GaS...............4 Deutsche Erdöl..............6 Deutsche Gold- und Silber.... 9 Deutsche Linoleum....... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. K. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume......... 6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Grlßner Maschinen...........0 Harpener................. 8'/, Hoesch Eisen............... 3/, Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse ................6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke ............. 4y2 .Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkrast................... 4 Mannesmann......... iy2 Mansseider Bergbau......... 7 Metallgelellschaft.............6 Orcnstein & Kopvel..........O Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rbeinisch-Westfättsche Elekrro .. 6 RütgerSwerke ............... 7 Salzdetfurth Katt............6 Schuckert & Go............... 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske ...........9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke......*/t Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............4 Zellstoff Woldhof............6 Olavi Minen ..............0,6 31-8 228 150 155,5 168 130 170 189,5 145,25 153,5 268 171,5 133,4 157 166,75 140,25 161 148,13 52,75 173,5 128 153 5 139,75 139 131,5 95 124 156,25 233 158,75 131,65 151 163,5 178 206 121 60 118,5 161 35 1.9. 150 156 168 129,5 170 190,4 145,75 153,75 267 169 133,75 156,75 167,25 139,75 161 148 52,75 173 128,5 153,5 139,75 119,5 139 131,5 95 125,13 157,25 156,5 231 158,75 132,25 153 163,5 177.5 206 121,5 60,65 162.4 35,5 31 8 229 150,13 155,5 168,5 130 190 145,25 122,75 153,5 171,5 133,5 157 167 140,5 161 148,25 53.25 173,5 127,75 153,75 172 140 119,5 138,25 166 131,75 123,9 155 156,5 118,65 232 131,5 158,75 131,25 151,5 163,5 178 96 219,5 206,5 120,5 60,4 118,75 161 35 19. 228,75 150,75 156,5 168,5 130 190,5 145,25 123 154 168,5 132,9 156,5 167,4 139,75 160,75 148 54,5 173,25 128 153,75 139,25 119,5 133,5 166,5 132,25 125 158 118,5 231 159,4 132 153 163,5 178 95,5 219,25 206 120,5 61,13 118,5 161,75 35,5 4^r ^„"Deutsche Reichsschahanweisungen von 1935, II. fiolge ... 4%% Deutsche Reichslchatzanwei- jungen von 1936, III. Folge .. 5V2% Doung Anleihe von 1930 .. V/2% Hessische Volksstaat von 1929 4ya% Deutsche Retchspostschatz von 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 1.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten............. Wi% Hess. Landes». Darmstadl Goldpse. R. 12.............. 6y2% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Cfqu. Goldpse............... iy2% Preußi LandeSpfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse.......... .......... 6%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutschein-Berrechnungskurs A.G. für Verkehrsweien .... 6ft Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Rorddcu'jcher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Retchrbank................. 12 Berliner HandelSqesellichaft 6 yt Commerz- und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............6 Dresdner Bank..............4 31 .August 1 .September Anul'chi' Wouerum- Amu ch Hoiierunp (Mpir Bn-i tänel 0,751 0,755 0,750 0,754 42,00 42,08 41,96 42,04 0,160 0,162 0,159 0,161 47,00 47,10 47,00 47,10 55,25 55,37 55,21 55,33 47,00 47,10 47,00 47,10 12,375 12,405 12,365 12,395 5,475 5-485 5,47 5,48 9,316 t,334 9,311 9,329 137,32 137,60 137,32 137,60 13,09 13,11 13,09 13,11 31 August 1 .September Amuich? 'Jtoiieruiiii Geir s ANl.ncheRoi etung Geld | Brie. 0,723 0,721 0,723 5,706 5,694 5,706 62,32 62,15 62,27 49,05 48,95 49,05 11,25 11,23 11,25 63,93 57,27 63,76 63,88 57,17 57,29 17,02 16,98 17.02 8,684 8,666 8,684 2,495 2,492 2,496 l r t> u B in Ul tibi C d- d- di 2. fu be: spr hii hei K i)a' 6t ab !a 9e w t( rr 6 n di P< ül Ht 204 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 2. September (937 Aus der Stadt Gießen. «.September ist des Herbstes Mai/' Wie der Mai dem Menschen alle Lieblichkeiten des Frühlings und Sommers zu bieten vermag, so ist der September derjenige Monat, der uns sommerliche Wärme und herbstlich klare Luft, leichte Frühnebel und strahlende Mittagssonne beschert; und was der Mai an Blüten gab, gibt der Monat, der zu zwei Dritteln noch dem Sommer, zu einem Drittel aber schon dem Herbst gehört, an reifen Früchten. Daraus erklärt sich auch das bäuerliche Sprichwort: „Der September mästet die Faulen". Warmen Sonnenschein wünscht sich der Landmann, der Rebbauer sagt: „Wenn der September sie nicht kocht und brät, des Winzers Traube nicht gerät". Und der Bauer meint: „Warmer und trockner Septembermond, mit reifen Früchten reichlich lohnt". Aus der Witterung des 1. September, der St. Aegidius geweiht ist, zieht der Bauer manche Schlüsse auf den Verlauf der Folgezeit. So heißt es im Dolksmunde: „Lacht auf Aegidi Sonnenschein, tritt ein schöner Herbst uns ein". Und im Mosellande sagt man: „Aegiditag, gud und städ (beständig), e gude Hörbsd vorsäd". Nicht übel ist auch diese Wetterregel: Hat Aegidius Sonnenschein, dann gibt es viel und guten Wein!" Erste Herbstahnung erweckt in uns neben manchem Welken in Flur, Garten und Wald das Verhalten der Tiere. Man will — was wohl allzu frühzeitig erscheint — beobachtet haben, daß die Zugvögel, vor allem Storch und Schwalbe, bereits am 8. September, also an Mariä Geburt, die jährliche Südlandreise antreten. „Mariä Geburt trecken de Svalkes furt", sagt man in Niederdeutschland. Nun, mag das auch für seltenere, rauhe Septembermonate ungünstiger Jahre zutreffen, so kann man doch tatsächlich zu Beginn der zweiten Septemberwoche ab und zu beobachten, daß die ersten Vorversammlungen der Schwalben — gewissermaßen zur Reiseplanberatung — stattfinden. In diesen Tagen hat auch der Tabakpflanzen anbauende Landwirt alle Hände voll zu tun: „Um Mariä Geburt mo de Toback furt" heißt es plattdeutsch. Beachtet wird sodann der St. Lambertustaa, der 17. September, mit Hinblick auf die Knollenfruchternte: „Lamberti nimm die Kartoffeln heraus; doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus! Der Boden will für feine Gaben doch ihr Gerippe wieder haben." Schnurrigerweise rief man mit Bezugnahme auf eine Aehnlichkeit des Wortklanges den heiligen „Lambert" als Schutzpatron der „Lahmen" an. Für den Matthäustag, 21. September, wünscht man Sonnenschein und sagt: „Wenn Mattäus weint statt lacht, er nicht Wein, sondern Essig macht" Für den 22. September, dessen Kalenderheiliger St. Mauritius ist, Hal man folgende Wetterprophezeiung in Bereitschaft: „Wenn an Mauritius klares Wetter ist, so sollen im kommenden Winter viele Winde tosen". Schließlich ist ein wichtiger Lostag der 29. September, der den Namen St Michaels trägt: „Reg- net's sanft am Michaelstag so folgt ein milder Winter nach". Und in alemannischen Gauen meint man: „Wenn's zur Nacht vorm Michelstag warm ifch, so bedütet's 'ne chalte Winter" Bemerkenswert ist ein altes Naturorakel, das sich in diesem Satz eines alten bäuerlichen Hauskalenders widerspiegelt: „Nimb an St. Michelstag der Eychöpffel war (wahr)! Haben sie Spinnen, so kömmt ein bös Jahr. Haben sie Fliegen — ein milds, Maden — ein gute, nichts darinn — ein Tod". W. L. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Madame Bovary". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Mein Sohn, der Herr Minister". Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege. Am Freitag, 10. September, findet im Saal der Krippe die Hauptversammlung statt. Heimstättensiedlung Lich im Ausbau. * Lich, 2. Sept. Gegenwärtig entstehen hier längsderGießenerStraße zehn Siedlungshäuser, die durch die GemeinnützigeEigenheim- Spar- u. Wohnungsbau- Aktiengesellschaft inFrank- furt a. M. gebaut werden. Die Häuser sind im Rohbau fertiggestellt. Die heimischen Handwerker sind nunmehr mit dem Innenausbau beschäftigt. Zu den Häusern gehört auch je ein Garten von 500 qm Größe. Den Siedlern ist, da den Häusern unmittelbar ein Stall angegliedert ist, die Möglichkeit gegeben, Kleintierzucht zu betreiben. Durch! letzten arbeitslosen Volksgenossen in Arbeit und den Bau dieser Siedlung, wie auch durch andere Brot zu bringen. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Bauvorhaben ist es möglich geworden, auch den j Anzeiger.) U ss < Y* * I Eine halbe Million Zentner Kelteräpsel werden gebraucht. Oie Versorgung mit Kelteräpfeln. — Nur noch geringe Aepfelweinvorräte. Lpd. Die Vorräte an Aepfelwein und Apfelsüßmost, die noch in den Kellern liegen, sind recht knapp. Im vergangenen Herbst war die Aepfelernte schlecht, so daß viele Wirte und teilweise auch die Süßmostereien nicht die übliche Menge Aepfelwein und Most keltern konnten. In den letzten Wochen mußten einzelne Wirte ihren Aepfelwein schon sehr einteilen, um den geringen Vorrat zu strecken. Manche verkauften nicht mehr über die Straße, andere behalfen sich mit „äpfelweinlosen" Tagen. Kelterobst bewirtschaftet! Um eine gerechte Verteilung der im Gebiet Hessen-Nassau anfallenden Kelterobstmengen zu gewährleisten, mußten sämtliche in Frage kommenden Verarbeiter-Betriebe (Aepfelweinkeltereien, Süßmostkeltereien, selbstkelternde Gastwirte usw.) ihren Bedarf beim Gartenbauwirtschaftsverband Hessen- Nassau melden. Unter Berücksichtigung der voraussichtlich zu erwartenden Ernte an Kelterobst wird die anteilmäßige Belieferung der Verarbeiter-Betriebe durchgeführt. Eine grundsätzliche Aenderung ist gegenüber dem Vorjahre insofern eingetreten, als von diesem Herbst ab das gesagte Einzugsgebiet des Gartenbauwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau als geschlossenes Anbaugebiet gilt. Kelterobst kann also durch Verteiler, oder Verarbeiter nicht unmittelbar beim Erzeuger gekauft werden. Sämtliches anfallende Kelterobst wird, ebenso wie alle anderen Gartenbauerzeugnisse, durch die Ortssammelstellen der vom Gartenbauwirtschaftsverband eingerichteten Bezirksabgabestellen erfaßt. In den Bedarfsmeldungen der Verarbeiker- Betriebe an den Gartenbauwirtschaftsverband mußten die Mengen Kelterobst angegeben werden, die benötigt werden. Außerdem hatten die Verarbeiter den Verteiler zu nennen, über den sie das Kelterobst beziehen wollten, denn die Verteiler mußten eingeschaltet werden, da bei dem erheblichen Geldaufwand, den der Ankauf von Kelterobst erfordert, die Möglichkeit von längeren Zahlungsfristen gegeben werden mußte. Nur etwa 10 o. H. der Verarbeiter kann das Kelterobst sofort bar bezahlen. Schließlich sollten aber auch die Wünsche nach der Herkunft des Kelterobstes berücksichtigt werden. Es gibt Wirte, die ihr Kelterobst aus der Wetterau haben wollen, andere bevorzugen Aepfel aus dem Ried, wieder andere nehmen eine Mischung des Obstes aus den verschiedensten Gegenden vor und glauben so einen besonders guten Aepfelwein Herstellen zu können. Alle diese Lieferwünsche kann nur der Verteiler (Großhändler) berücksichtigen. Auf Grund der bisher eingegangenen Bedarfsmeldungen beim Gartenbauwirtschaftsverband beträgt der Gesamtbedarf der Verteiler-Betriebe in Hessen-Nassau voraussichtlich rund eine halbe Million Zentner Kelterobst. Festpreise für Jnduslrieobsl. Die Hauptoereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft hat für Kelterobst einheitliche Festpreise bestimmt, die nicht überschritten werden dürfen. Falläpfel kosten 3,30 Mark je 50 Kilo, Schütteläpfel 5,50 Mark je 50 Kilo. Diese Preise verstehen sich am Ort des Erzeugers, ohne Zuschläge für Fracht und Transport. Ein großer Teil des Bedarfs an Kelterobst kann aus hessen-nassauischen Erzeugergebieten gedeckt werden, denn die Ernte ist in diesem Jahre weit besser, als im vergangenen Herbst. Nur wirklich baumreifes Obst ernten! Lpd. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Auf verschiedenen Märkten werden jetzt schon ausgesprochene Apfel-Spätsorten angeboten. Es besteht daher Veranlassung, gegen diese Unsitte Stellung zu nehmen. Wer unreifes Obst erntet und zum Verkauf bringt, schädigt nicht nur sich selbst, sondern vergeht sich an wertvollem Dolksnahrungsgut. Durch das frühzeitige Abernten noch nicht baumreifen Obstes wird der Ernteertrag sowohl gütemäßig, als auch nach dem Gewicht ungünstig beeinflußt. Erstklassige Tafeläpfel, die vorzeitig gepflückt werden, werden auf diese Weise preislich mitunter geringer bewertet als gewöhnliches Wirtschaftsobst, da die Verdauungsmöglichkeiten für nicht baumreifes Obst sehr beschränkt sind: mitunter ist vorzeitig geerntetes Obst völlig wertlos. Es ist heute auf keinen Fall mehr zu verantworten, daß durch vorzeitiges Pflücken der Ertrag des deutschen Obstbaues mengen- und gütemäßig beeinträchtigt wird. Jeder einzelne Obstbauer hat die Pflicht, höchste Leistungen aus seinen Anlagen herauszuholen: dabei muß in Zukunft der Einhaltung der durch die einzelnen Sorten bedingten Pflücktermine unbedingt erhöhte Beachtung beigemessen werden. Wer unreifes Obst erntet, zeigt damit, daß er weder gewillt, noch in der Lage ist, wertvolles Volksgut zu verwalten. Tagesbefehl für die HZ. Am Mittwochmittag ist Bannführer Hermann Seele, Darmstadt, im Dienst tödlich verunglückt. Er starb am Steuer seines Flugzeuges. Einer der Stillen und Treuen ist von uns gegangen. Sein stolzes Fliegerleben und sein Fliegertod rufen uns zu neuen Opfern und zu neuem Einsatz. Alle Dienststellen und Heime der HI. des Gebietes Hessen-Nassau flaggen bis einschließlich Sonntag, 5. September, halbmast. Heil Hitler! Der Führer des Gebietes Hessen-Nassau. Brandt, Gebietsführer. I Beförderungen in der NSKK.-Motorgruppe Hessen. NSG. Zum Reichsparteitag 1937 wurden mit Wirkung vom 6. September 1937 laut Führerbefehl innerhalb der Motorgruppe Hessen befördert: Zum Oberführer, Standartenführer Römer, der Führer der Motorstandarte M 49 Frankfurt a. M.; zu Standartenführern Oberstaffelführer Peter H e n ß, der Adjutant der Motorgruppe: Oberstaffelführer H e i d t k e, der Führer der Motorstandarte 47 Kassel; Oberstaffelführer Ernst Nagel, Führer dec Standarte 147 Gießen. KMMWMWM An die INitglieder der Deutschen Arbeitsfront. Alte Unterlagen und alte Bücher ehemaliger Verbände müssen bis spätestens 30.9. 37 zur Buchumschreibung bei der Verwaltungsstelle 19 in Gießen, Schanzenstraße 18, eingereicht sein. Sämtliche nach diesem Termin im Besitz der Mitglieder befindlichen alten Bücher, und Unterlagen außer A. O. V. werden ungültig. 56490 NSV. Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Mittwoch, 1., Donnerstag, 2., und Freitag, 3 d M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. NSV. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Mittwoch, 1., Donnerstag, 2., und Freitag, 3. September dieses Jahres, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Lebensmittel-Opfer- ringfammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. 1900 Hitlerjungen unseres Gebietes fahren nach Nürnberg. NSG. Aus dem Gebiet Hessen-Nassau nehmen am Reichsparteitag in Nürnberg 1900 Hitlerjungen und -Führer teil, die in zwei Sonderzügen nach Nürnberg fahren. Der erste Sonderzug verläßt am 8. September um 10.48 Uhr den Hauptbahnhof Frankfurt. In diesem Zug fahren auch die Hitlerjungen mit, die während der Jugendkundgebung von dem Stellvertreter des Führers in die Partei Und dabei überaus gründliche Reinigungskraft, Schonung des Zahnschmelzes, angenehm milderu.erfrischender Geschmack. 50 Pf. die große Tube, 25 pf. Die kleine Tube „Rem Sohn, der Herr Minister/ Wiedereröffnung des Lichtspielhauses. Das Lichtspielhaus, das während der Sommermonate geschlossen war und, wie wir hören, in der Zwischenzeit seine Vorführungsapparatur vervollkommnet und modernisiert hat, begann gestern seine neue Spielzeit mit der politischen Komödie „Mein Sohn, der Herr Minister", die nach dem Theaterstück „Fiston" des Franzosen Andre B i r a - b e a u gedreht wurde. Birabeau ist als Lustspieldichter bei uns nicht unbekannt; das Urbild des Films steht auch auf dem neuen Programm des Stadttheaters, und es wird interessant sein, die Übersetzung (die unter dem gleichen Titel erscheint wie der Film) mit diesem zu vergleichen. Das Grundmotiv ist nicht neu; wir sahen früher bereits die traurig-komische Figur des ahnungslosen und unfähigen Zeitgenossen, der sich, zu seiner eignen Verblüffung, durch blöde Zufälle aus dem Nichts ins feierliche Rampenlicht breitester Oeffentlichkeit und über Nacht auf einen Ministersessel gehoben sieht: das geschieht auch hier, und es wird eine böse und scharfe Satire auf ein abgewirtschaftetes System der Demokratie und des mit der Politik und dem Wohle des Volkes schamlos Geschäfte machenden Parlamentarismus daraus. Die Situationen, die sich da ergeben, find so grotesk, die Komik und Drastik der Erscheinungen so überstürzt, so offenkundig und treffend, daß der Beschauer nicht aus dem Lachen herauskommt. Birabeau hat das ursprünglich rein politische Thema durch einen nicht minder drastischen menschlichen Konflikt zugleich gesteigert und gemildert: der von einer ehrgeizigen Mama auf den Sessel des Kultusministers wahrhaft geschobene junge Mann findet an der neuen Stätte seines Wirkens seinen leiblichen Vater als Amtsdiener wieder. (Der Film nimmt sich kaum Zeit, dies ein wenig zu exponieren; die Vorgeschichte wird nur eben gestreift, aber das genügt wie man sich überzeugen kann, für die situationskomische Wirkung vollkommen.) Es ist großartig, wie der private Konflikt sich zu einem politischen Skandal beträchtlichen Umfangs auswächst; wie der neue Herr eilig demissioniert, wie der Vater an die Stelle des Sohnes rückt — nur um für ein paar Minuten einer furchtbar aufgestauten Wut über jahrelang vom Vorzimmer aus miterlebte Mißwirtschaft Luft zu machen und alsbald ebenfalls von der zermalmenden Dampfwalze des demokratischen Systems überrannt zu werden. Zum Schluß — dies ist der Gipfel der politischen Satire — sitzt die ganze wieder vereinte Familie, schmunzelnd im Genuß zweier stattlichen Ruhegehälter, am Ufer der Seine und angelt beschaulich und selbstzufrieden. * Der Regisseur Veit Harlan, der uns u. a. den „Herrscher" bescherte, war der rechte Mann dazu, uns auch diese politische Komödie mit all ihren Pikanterien zu servieren: er hat eine gelegentlich äußerst scharfe Sauce darübergegossen, aber der Witz und das beschwingte Tempo der Ereignisse sind unwiderstehlich, und man spürt allenthalben den scharfen Blick und die sehr sichere Hand des erfahrenen, begabten, einfallreichen Spielleiters. — Man kann sich auch vorstellen, was die Rolle des Amtsdieners Gabriel einem Komiker wie Moser für Möglichkeiten bietet: er legt die ganze mürrische Verdrossenheit, sein atemringend-aufbrausendes Temperament, das wir aus manchen früheren Filmen kennen, in diese sehr französisch empfundene Figur — in der subalternen Vorzimmersphäre wie nach dem jähen Avancement zu hohen Staatswürden; hier gibt es eine Szene, wo man flüchtig an Hauptmanns unvergeßliche Komödie „Schluck und Jau" erinnert wird: aber Moser, der Amtsdiener, und Moser, der „Kultusminister", werden im schönsten Sinne überspielt von Moser, dem Privatmann, dem einstigen Ehegatten, dem schmerzlich-erstaunten und liebevoll besorgten Vater; da sind ein paar Augenblicke voll stiller Menschlichkeit, welche die aggressive Schärfe des politischen Stückes fast vergessen lassen, und die dem Schauspieler Moser sehr gedankt sein sollen. — Ueberhaupt ist der Film m allen Teilen brillant besetzt: B r a u s e w e 11 e r s junger, leicht genierter Minister ist nicht minder köstlich als Fran^oise Rosay — wir kennen sie aus den „Klugen Frauen" —, die ehrgeizig-betneb- sam politisierende Mama; sie macht es mit der gepflegten Eleganz, dem Scharm und der ursprünglichen Spielfreude ihres Volkstums. Hilde Körber, deren Vielseitigkeit immer wieder überrascht, gibt, blendend aufgemacht, pikant und kokett, die Kabarettistin Joinoille, die den Skandal heraufbeschwört. Heli Finkenzeller, reizend anzusehen, sanft und weiblich, ganz ohne politische Ambitionen und menschlichen Regungen herzlich aufgeschlossen, ist die Nannette. Höchst amüsant als politische Gegentypen: Aribert Wäscher, der abgedankte Minister, und Paul Dahlke als wild agitierender roter Volksredner. — (Ufa.) * Im Vorprogramm sieht man neben der Fox- Wochenschau u. a. einen lehrreichen Kulturfilm: Tiere als Jagdgehilfen des Menschen". Hans ThyrioL Joachim Popelka, Kapellmeister der Operette. Joachim P o p e l k a, der als Kapellmeister der Operette an das Gießener Stadttheater verpflichtet wurde, schreibt über seinen Werdegang: Geboren wurde ich 1910 als Sohn eines Lehrers und bin aufgewachsen in Leipzig, wo ich die Tho- masschule besuchte. Schon während meiner Schulzeit trat ich häufig in Konzerten auf, meist piani« stisch, gelegentlich auch als Komponist. Daneben war ich eifriger Chorsänger, dirigierte auch als Präfekt sonntags häufig Motetten. Nachdem ich die Reifeprüfung an der Thomasschule abgelegt hatte, bezog ich die Universität und das Landeskonseroato- rium zu Leipzig und studierte Musik, Musikwissenschaft und klassische Philologie. 1933 legte ich meine Kapellmeisterprüfung und das musikwissenschaftliche Staatsexamen ab und ging im Anschluß daran als Assistent zu den Festspielen nach Salzburg. Im Herbst 1933 trat ich als Solorepetitor und stellvertretender Chordirigent in den Verband der Leipziger Städtischen Bühnen ein, dem ich bis jetzt an- gehörte. Neben meiner Bühnentätigkeit wirkte ich in vielen Konzerten als Pianist, Kammermusikspieler und Begleiter mit und konnte mir auch als Komponist manche Anerkennung erwerben. — (Aufnahme: Stadttheater-Archiv.) Alte Wahrzeichen an deutschen Brücken. Der berühmte „Brückenaff", der als Heidelberger Stadtwahrzeichen hoch oben vom Affenturm der alten Neckarbrücke die Vorübergehenden mit der Inschrift begrüßte: Was thustu mich hie angaffen? Hastu nicht gesehen den alten Affen Zu Heidelberg, sieh hin und her, Findestu wohl meines gleichen mehr, und der seit der Zerstörung der Brücke durch Melac 1689 verschwunden war, ist kürzlich durch einen aufmerksamen Heidelberger im Mauerwerk eines früheren kurfürstlichen Gebäudes, bei dessen Errichtung die alten Brückentrümmer einst verwendet wurden, wieder entdeckt worden, wenigstens der Kopf des alten Wahrzeichens, der im Kur- pfälzischen Museum Aufnahme finden wird. Ein ähnliches Schicksal fand auch das Brückenmännchen der ersten steinernen Elbebrücke, deren Erbauer sich vor 650 Jahren zwischen zwei Brückenpfeilern im Gemäuer als Steinbild verewigen ließ und zum Wahrzeichen Dresdens wurde. Als Napoleon 1813 die Elbbrücke sprengte, ging auch das Brückenmännchen mit in die Luft. Die betrübten Dresdener hatten bereits ein neues Brückenmänn- chen an der Brücke angebracht, als das Original im Bauschutt wiedergefunden wurde. Es ist heute noch auf dem Neubau der Augustusbrücke, letzter Pfeiler am Altstädter Ufer, zu sehen. Die in den Jahren 1135 bis 1146 erbaute Regensburger Donaubrücke besitzt ebenfalls ein Brückenmännchen als Stadtwahrzeichen. Seine seltsame Inschrift: „Schuck, wie heiß", wird als Hinweis auf die Dürre des Jahres 1135 gedeutet. Ein recht seltsamer Kauz ist das nackte, mißgestaltete, von wildem Bart umkrauste und mit einer Deckelmütze behütete Wichtelchen auf der Schloßbrücke von Großfachfenhain. Dieses Brückenmännchen führt den Namen „Klopferle". Es galt als guter Hausgeist des Schlosses, verließ es aber der Sage nach unter Blitz und Donner, als es vom Schloßherrn aufgefordert würbe, sich einmal zu zeigen. übernommen werden. Es sind aus dem Gau Heffen- Nassau insgesamt 900 ausgewählte Hitlerjungen. Der zweite Sonderzug bringt die übrigen Teilnehmer, insgesamt 840 j)i Her jungen, am 10. Sep- tember nach Nürnberg, die Abfahrt erfolgt um 2.20 Uhr vom Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. Außerdem fahren am Sonntag bereits 79 Hitler- jungen nach Nürnberg, die nach ihren guten Leistungen beim Gebietssportfest zur Teilnahme an den NS.-Kampfspielen bestimmt wurden. Die Fahnen des Gebietes Hessen-Nassau befinden sich bereits seit Tagen auf dem Marsch nach Nürnberg. Die Sonderzüge kehren am Sonntag, 12. September, wieder von Nürnberg zurück. Beim Schein der Kerze... „Was ist mit mir los?" dachte Herr Lenz und wälzte sich zum wievielten Male von einer Seite auf die andere. Aber es half nicht, der Schlaf ließ sich nicht zwingen. Wozu aber hatte man einen spannenden Kriminalroman auf dem Nachttisch liegen und die Kerze dazu? Schon tastete Herr Lenz nach den Streichhölzern. Seite 26 — da stak das Lesezeichen. Blutt um Blatt wandte sich beim Schein der Kerze. Die Sache schien ja nochmals gut auszugehen — siehe da: happy end, Herr Lenz sah nach dem Schluß. Langsamer und langsamer blätterte er die Seiten um, die Zeilen schwammen schon ineinander ... Herr Lenz war eingeschlafen. — — Die Kerze war inzwischen kurz und kürzer gebrannt. Wie die Flamme nun eben am Erlöschen war, flackerte sie noch einmal hoch auf — hoch genug, uni die Gardine in Brand zu stecken, mit chr den Bettpfosten, dann die Bettumrandung. Im letzten Augenblick wachte Herr ßena von der Hitze und Helligkeit auf und flüchtete auf Den Treppenflur. Ehe die Feuerwehr eintreffen konnte, brannte das Zimmer vollständig aus. Sachschaden von zwei Monatsgehältern und Brandblasen an Händen und Armen — eine böse Lehre, daß Lesen im Bett bei offenem Licht ein frevelhafter Leichtsinn ist, der nicht selten sogar mit dem Leben bezahlt werden muß. Raschneid. Fortbildung von Lehrkräften für den Segelflugmodellbau. Lpd. Zur planmäßigen Weiterentwicklung des Segelflugmodellbaues in den Schulen sind in den Kreisen Alzey, Oppenheim, Mainz, Offenbach, Büdingen, Schotten, Lauterdach, Alsfeld, Gießen und Friedberg für Lehrkräfte aus den Volks- und höheren Schulen dreitägige Lehrgänge festgelegt. Aus dem jeweiligen Kreisgebiet werden 15 geeignete Lehrkräfte (einschließlich höhere Schulen) zu- sammengefaßt. Als Lehrgangsleiter ist Lehrer M u s s e I, Worms, beauftragt, dem auch sämtliche technischen Vorbereitungen übertragen sind. Gießener wochenmarktpreiie * Gießen, 2. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, Wirsing, H kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 6 bis 9 Mark, Weißkraut, % kg 8 Pf., 50 kg 5 bis 6,50 Mark, Rotkraut, N kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, gelb 15 bis 25, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 12 bis 18, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 7, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, 5 kg 42 Pf., 50 kg 3,50 bis 4 Mark, Frühäpfel, XA kg 10 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 25, Brombeeren 30 bis 33, Preiselbeeren 35, Birnen 5 bis 25, Zwetschen 15 bis 17 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Enten 1 Mark, Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1% bis 3, Endivien 9, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauck 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10, Suppenhühner 80 bis 90 Pf. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 17. bis 31. August: 17. Johannes Theiß, ohne Beruf, 80 Jahre, Licher Straße 74. 18. Minna Schneider, geb. Benner, o. B., 59 I., Marburger Straße 195. 19. Friedrich Karl Emil Ludwig Klotz, 53 I., Ebelstraße 15, Lokomotivführer; Martha Wagner, geb. Conert, o. B., 52 I., Johannesstraße 11; Rosine Alker, geborene Schmidt, 64 I., Weserstraße 23. 23. Konrad Hausrath, Stellwerksmeister i. R., 78 I., Schillerstr. 32. 24. Heinrich Fischer, Buchdruckermeister, 60 I., Asterweg 72; Anna Nanthes, geb. Meyrer, o. B., 62 I., Weserstraße 9. 25. Maria Theresia Stein, geb. Faust, o. B., 60 I., Ebelstraße 39. Johanna Vogel, geb. Lang, o. B., 83 I., Goethestraße 35. 27. Meta Leib, geb. Stein, o. B., 54 I., Kirchstraße 2. 30. Hans Peter Petersen, Kaufmann, 55 I., Schützenstraße 2. 31. Emilie Karoline Hoß, geb. Gaß, o. B., 56 I., Buddestraße 11. ** Schöner Schmuck für d i e Straßenbahn-Wartehalle Licher Straße. Im Laufe der vergangenen beiden Tage hat die neue Straßenbahn-Unterstandshalle an der Licher Straße einen schönen Schmuck erhalten. Der Darmstädter Maler K i e n z l e hat die Wandfläche über der Sitzbank mit einfachen Zeichnungen geschmückt, die die markantesten und sehenswertesten Ausflugsorte in der Umgebung unserer Stadt zeigen. So sieht man, dargestellt in leichten Grautönen, den Gleiberg, den Vetzberg, den Schiffenberg, die Burg Münzenberg, den Turm der Burg Friedberg, das Schloß Braunfels usw. Die Zeichnungen stellen eine reizvolle Belebung der Wandfläche dar. Amtsgericht Gießen. Der H. B. aus Beuern hatte gegen einen Strafbefehl über 80 RM. wegen Beleidigung Einspruch eingelegt, der gestern vor dem hiesigen Amtsgericht verhandelt wurde. Der Angeklagte hatte im März d. I. ein Schwein geschlachtet, ohne im Besitz des vorgeschriebenen Scheines des Reichsnährstandes und der Metzgerinnung zu fein. Der Fleischbeschauer weigerte sich daher. Das bereits geschlachtete Schwein freizugeben, so daß der Metzger seine Arbeit einstellen mußte. Der Angeklagte, der bei diesem Vorfall nicht zu Hause war, suchte, als er hiervon erfuhr, sofort den Fleischbeschauer auf und veranlaßte diesen, nunmehr Den Stempel aufzudrücken, obwohl auch jetzt noch nicht alle Unterlagen beigebracht waren. Es kam im Anschluß daran zu erregten Auseinandersetzungen zwischen Den beiden, in deren Verlauf Der Angeklagte Den Fleischbeschauer mit" beleiDigenden Ausdrücken belegte. In der gestrigen Hauptoerhandlung war der Angeklagte im wesentlichen geständig, er gab jedoch zu seiner Entschuldigung an, daß der Fleischbeschauer bei seiner ersten Schlachtung im November v. I. diesen Schein nicht verlangt habe, sonst hätte er sich ihn schon vorher ohne weiteres besorgt. Dadurch sei er in außerordentliche Erregung geraten und etwas ausfällig geworden. Die Vernehmung Des Fleischbeschauers ergab Demgegenüber, Daß dem Angeklagten bei seiner ersten Schlachtung der Schein ebenfalls angefordert worden war. Damals hatte der Angeklagte versprochen, den Schein nachzubringen, worauf der Zeuge dieses Schwein freigegeben hatte. Da der Angeklagte seinem Versprechen nicht nachgekommen war, sah sich Der Zeuge veranlaßt, bei Der zweiten Schlachtung auf Vorlage Des Scheines zu bestehen. Das Gericht hielt Dem Angeklagten seine große Erregung über Den Vorfall und auch seine bisherige Undestraftheit zugute und ermäßigte die Strafe auf 70 RM. Ein ©fern flammt auf. ©er Sternenhimmel im September. Don Dr. Erwin Kossinna. Wenn wir an einem klaren Septemberabend den südöstlichen Himmel gegen 23 Uhr mustern, so sehen wir in mäßiger Höhe über Dem Horizont das große Sternbild Des Walfisches, Das freilich mehr Durch feine eigenartige Form als Durch befonDeren Glanz seiner Lichtpunkte sich auszeichnet. Dafür enthält es aber einen der merkwürdigsten veränderlichen Sterne, Die wir kennen, nämlich Mira oder Den Wunderstern. Dieser Stern ist für das freie Auge meist unsichtbar. Aber in ziemlich regelmäßigen Zwischenräumen von rund elf Monaten steigert sich seine Helligkeit rasch auf Das 200- bis 600fache und Dann ist Mira als Stern zweiter bis Dritter Größe auch Dem unbewaffneten Auge sichtbar. Nach Der Lehre Des Aristoteles sollten Die Fixsterne in ewiger Vollkommenheit und Unroanbelbarfeit ihre Kreise am Himmel ziehen. Man war daher in astronomischen Kreisen nicht wenig erstaunt, als Fabricius im Jahre 1596 Die große VeränDerlichkeit Des Sterns im Walfisch entdeckte, so daß der deutsche Astronom und Danziger Ratsherr Johann Hevel ihn Mira Ceti oder den „Wunderstern im Walfisch" nannte. Im September dieses Jahres haben wir nun wieder Gelegenheit, das Aufflamemn von Mira Ceti zu beobachten. Voraussichtlich wird Mira Ende September die größte Helligkeit erreichen. Genau läßt sich das Datum nickt Vorhersagen, da meist geringere ober größere Abweichungen von der mittleren Periode, die 333 Tage beträgt, vorkommen. Der Stern kann erheblich heller als Der Polarstern roerDen, aber gelegentlich auch nur schwach sichtbar jein; er gehört zu Den unregelmäßigen Rotveränderlichen. Gegenwärtig kennt man über 800 VeränDerliche vom Miratypus. Ueber Die Ursache Der enormen Strahlungsschwankungen haben wir nur Vermutungen. Es ist nicht unwahrscheinlich. Daß Mira ähnlich Den sogenannten Cepheiden Pulsationen ausführt, sich abwechselnd aufbläht und wieder zusammenzieht. Der Durchmesser würde im Lichtmaximum etwa ein Drittel größer sein als im Lichtminimum. Wie die Cepheiden gehört Mira nämlich zu Den Riesensternen, ja sie ist eine Der größten Sonnen, Die wir überhaupt kennen; ihr Durchmesser übertrifft Den unserer Sonne um Das 300fache. Mira ist also ungefähr so groß wie die Marsbahn. Bei einem Abstand von 170 Lichtjahren strahlt Mira im Maximum etwa 500mal so hell wie unsere Sonne. Wenn wir jetzt Den WunDerstern im Walfisch aufleuchten sehen, so hat sich dieser Vorgang in Wirklichkeit vor 170 Jahren, zur Zett Friedrichs des Großen, vollzogen. Richten wir nunmehr Den Blick zum Südhimmel, so steht geraDe vor uns die große Sternfigur Des Pegasus, ein Sechseck, an welches sich links Das Pegasusquadrat oder der „große Tisch" anschließt. Der linke obere Stern des Quadrats gehört schon zur Andromeda, einer aus viel Hellen Lichtpunkten bestehenden Sternreihe. Ueber dem zweiten Stern von links finden wir leicht Den berühmten mit freiem Auge sichtbaren Andromedanebel, ein flaches, linsenförmiges Sternsystem, auf das wir schräg hinaufsehen und Das als ein länglicher, milchiger Lichtfleck erscheint. Schon ein gutes Fernglas zeigt Die Verdichtung Der Materie nach Der Mitte zu. Der 900 000 Lichtjahre entfernte Andromedanebel umfaßt rund 3000 Millionen Sonnen und ist nach den neuesten Untersuchungen mit einem Durchmesser von 100 000 Lichtjahren nur wenig kleiner als unser Milchstraßensystem. Unter der Andromeda bemerken wir das kleine Dreieck, den Widder und die Fische, die gegenwärtig die Lage des Frühlingsvunktes bezeichnen, wo die Sone zur Zeit des Frühlingsanfanges steht. Am Osthimmel sind Die ersten Wintersternbilder heraufgekommen, Perseus und Fuhrmann mit dem sehr Hellen Dopvelstern Kapella, sowie Der Stier mit Den Plejaden. Als silbernes Lichtband steiat die Milchstraße steil auf im Nordosten und zieht über Perseus, Kassiopeia, Kepheus zum Schwan im Zenit, wo sie sich in zwei Arme teilt. Die Sternbilder Delpyin, Adler, Schild des Sobieski und Schütze liegen auf dem östlichen Arm der Milchstraße. Die Herbstmonate sind die günstigste Jahreszeit zur Beobachtung der Milchstraße. An ihrem Westrand finden wir die Helle bläulich weiße Wega in der Leier, welche mit Dened im Schwan und Atair im Adler Das bekannte Sommerdreieck bildet. Westlich Der Milchstraße bemerken wir foDann Die Sommer- fternbilDer Herkules, Nördliche Krone und Bootes mit dem Hellen, gelben Riesenstern Arkturus, der sich Dem westlichen Horizont nähert. Wenden wir uns von hier nach rechts, so trifft unser Blick die sieben Hellen Sterne des Himmelswagens im Großen Bären. Ueber Dem mittleren Deichselstern Mi- zar schwebt ein winziges Sternchen, Alkor ober Das Reiterbein, Das als Sehprobe für ein gutes Auge gilt Die gewundene Sternreihe des Drachen umschließt den Kleinen Bären, Der vom Polarstern nach links herabhängt. Der veränderliche Stern Algol im Perseus hat günstig zu beobachtende Licht- minima am 10. September um 23 Uhr und am 13. um 19.45 Uhr. Von den Planeten beherrscht Jupiter durch seine große Helligkeit den Südhimmel während der ersten Nachthälfte. Saturn leuchtet als Stern erster Größe an der Grenze der Sternbilder Fische und Walfisch, geht um 19 Uhr auf und ist während der ganzen Nacht sichtbar. Mars ist nur noch kurze Zett nach Eintritt der Dunkelheit am Südwesthimmel sichtbar. Venus ist Morgenstern und geht drei Stunden vor der Sonne auf. Ende des Monats wird auch Merkur etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang am Osthorizont erscheinen, aber schwierig zu beobachten sein. Am 23. September um 12.13 Uhr überschreitet Die Sonne auf ihrer südwärts gerichteten scheinbaren Bahn Den Himmelsäquator, womit astronomisch Der Herbst beginnt. Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf folgende Tage: Neumond am 4., erstes Viertel am 12., Vollmond am 20., letztes Viertel am 27. September. FrischesBrotdarf nichtverkauftwerden. Lpd. Frankfurt a. M., 1. Sept. Ende Juli wurde im Stadtteil Niederrad ein Bäckerbursche angehalten, Der in seinem Wagen zwei frische Brote hatte. Da frisches Brot nicht abgegeben . werden darf, wurden er und sein Meister wegen Vergehens gegen Das Brotgesetz angeklagt. Dem Meister rourDe zum Vorwurf gemacht, geduldet zu haben, daß frisches Brot ausgefahren wurde. In Der Verhandlung vor Dem Einzelrichter gab Der Meister an, daß er nichts Davon gewußt unD streng angeorönet habe, Daß frisches Brot nicht aus Dem Betrieb käme. Der Bäckerbursche hatte Dem Polizeibeamten angegeben, Daß er Das frische Brot für Kunden mitgenommen habe, vor Gericht aber behauptete er, Daß er Das Brot an Wieder» oertäufer liefern wollte. Dieser Einlassung folgte Das Gericht nicht, Denn wenn Der Angeklagte Das Brot an Wiederverkäufe!: hätte liefern wollen, Dann hätte er Dies Dem Beamten gleich gesagt. Das Gericht nahm an, Daß das Brot für irgendwelche Kunden bestimmt war, Die gern frisches Brot haben wollten und verurteilte Den Bäckerburschen zu einer GelDstrafe. Der Meister wurde freigesprochen. Bibelforscher vor Gericht. Frankfurt a. M., 1. Sept. (LpD.) Vor Dem SonDergericht hatte sich ein Ehepaar zu verantworten, Das Die verbotene Tätigkeit Der Bibelforscher fortsetzte. Der 57jährige Ehemann, Der sich 1919 in Mannheim als Bibelforscher taufen ließ, war bis zum Verbot Der Sekte als ReDner für sie tätig unD warb auch noch nach Dem Verbot, was ihm vor Dem Sondergericht in Darmstadt eine viermonatige Gefängnisstrafe eintrug. Neuerdings beteiligte er sich an Versammlungen in Frankfurt und Offenbach und leistete auch geldliche Unterstützung. Seinen Kraftwagen stellte er zur Beförderung illegaler Schriften zur Verfügung. Seine Ehestau, Die früher für Die Bibelforscherorganisation missionierte, holte Die Schriften in Dem Auto ab. Das Gericht verurteilte Den Ehemann wegen Vergehens gegen Die §§ 1 unD 4 Des Gesetzes zum Schutze von Äolk unD Staat und ZuwiDerhanDlung gegen Das Verbot Der Bibelforscherorganisation zu a ch t Monaten, die Ehefrau zu zwei Monaten Gefängnis. Der benutzte Kraftwagen rourDe eingezogen. Zwillingsbrüder erleben den 80. Geburtstag. Gelnhausen, 1. Sept. (LpD.) Der Bauer KonraD Schwab in Spielberg (Kreis Gelnhausen) unD fein in Windecken wohnender Bruder Jakob Schwab konnten am Dienstag, beide in bester Rüstigkeit, ihren 8 0. Geburtstag begehen. Jiunbfunfprogramm. Freitag, 3. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt unD spielt mit Dem KinD. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus Dem SenDeoezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: KlingenDes Mosaik. 15: Volk unD Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.20: Unsere Wehrmacht musiziert. 21.15: Deutsche in aller Welt. 22: Nachrichten, auch aus Dem SenDebezirk. 22.30: Tanz unD Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtmusik. SCHWARZKOPF 0 MPfMWf: WWWWMU! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 5 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Nun —?" forschte Stefan ruhig. „Na ja... Wenn Sie es für zweckmäßig halten, daß wir hier unten gewissermaßen unter uns sind, dann Darf man Doch einigermaßen gespannt sein .. „Ach so ...!" versetzte Stefan gleichmütig. „Etwas Besonderes... Da haben Sie mich anscheinend falsch verstanden. Im Gegenteil — ich wollte etwaigen Besonderheiten sogar aus dem Wege gehen." „Ah ...!" Ein Glitzern stand in ihren Augen. „Und Darf man wissen...?" fuhr sie fort. „Aber natürlich. Ich Dachte allerDings, Daß Ihnen Die stillen Wünsche meines Großvaters bekannt seien." „Dachten Sie ...?" „Ja. Sv haben Sie anscheinenD wirklich keine Ahnung, Daß er mich gern verheiraten möchte?" „So ...! Das ist ja interessant...!" „Nicht wahr? Stellen Sie sich nur mal vor: ich — und heiraten! AnscheinenD hat mein Großvater auch schon ganz bestimmte Pläne in Dieser Hinsicht, unD Die Auserwählte befindet sich zweifellos mit unter den Gästen, ich entnehme das gewissen Andeutungen. Natürlich habe ich bereits abgewinkt. Um es aber ganz deutlich zu machen, daß seine Pläne aussichtslos sind, und um peinlichen Situationen aus dem Wege zu gehen, habe ich mich absichtlich hier unten her verbannt. Meine Kusine und ihr Mann sind gewissermaßen mit im Komplott. Ja, und Sie, Senta — wie gesagt, ick habe angenommen, daß Sie im Bilde sind, daß Sie vielleicht sogar mehr wissen als ich. Und da hatte ich gedacht, daß Sie mir — aus alter Freundschaft und Kameradschaft — behilflich sein würden, diese ganz unmöglichen Heiratspläne zu durchkreuzen. Indem Sie mich armes, schutzloses Mannsbild sozusagen ein bißchen unter Die schützenden Fittiche nehmen.. " Senta war blaß geworden. Ein schwelendes Licht verdunkette ihre graublauen Augen. „So...! Da wäre ich ja wenigstens zu etwas nütze!" erwiderte sie mit merkwürdig flackernder Stimme. Stefan wurde der Antwort enthoben. Einer der Gäste schlug an sein Glas. Die erste Rede stieg. Als sie verklungen war, wandte Stefan sich wieder Senta zu: „Sind Sie mir böse, Senta?" Ihr Blick grub sich tief in den feinen. „Finden Sie, daß ich Ursache habe, Ihnen böse zu sein ...?" „Ich fürchte, ja. Es war ja auch nicht recht van mir, nur an mich zu denken. Ich hätte mir überlegen müssen, daß ich Sie dadurch Ihrem Vergnügen entziehe. Und daß ich Sie einem anderen ent» tielje...! $er arme ßingner da vorn! Er schaut sich ja förmlich die Augen nach Ihnen aus! Und Dabei nimmt ihm sogar Der mächtige Gladiolen- strauß noch Die Sicht. Nein, ich muß mir wirklich Vorwurfe machen..." Ein leises, hartes Lachen kam von Sentas Lippen. Aber sie schwieg. Stefan beugte sich ein wenig vor. "Eine Frage unter KameraDen, Senta: Ist Ling- ner Derjenige, welcher...?" Ihr Blick schien plötzlich tief zurückzusinken. Sie hob Die schön gerundeten Schultern. „Vielleicht...!" „Ich Dachte es mir. Da kann man Sie nur be- glückwünschen, ßingner ist wirklich ein guter Junge. Er wird Sie auf Händen tragen." Wieder schwieg Senta. Aber in ihr tobte es. Also verschmäht! Glatt verschmäht! ©ie. Senta Schönburg, Die zehn Männer an jedem Finger haben konnte, wenn sie wollte! Denn Das ganze Gerede war doch nur blduer Dunst! Oder mar Stefan wirklich so harmlos — nein, so einfältig, daß er nicht wußte, wie Die Dinge in Wirklichkeit lagen? Es war aus mit Dem Traum, als Herrin auf Schloß Achenbach einziehen zu können. Ein Fehlschlag, zugegeben! Aber Daß man etwa an gebrochenem Herzen sterben würde, das brauchte Dieser hölzerne Stefan v. Achenbach — jawohl, hölzern war und blieb er! — also, Das brauchte er sich wirklich nicht einzubilden! Und Daß man ihm Das nicht sagen konnte! Daß man es ihm nicht mit aller Deutlichkeit sagen konnte! Das fraß! Das wühlte und quälte! Nun, vielleicht würde sich noch Gelegenheit dazu finden! Man hörte Dann noch einige weitere TischreDen, wohlgesetzte und launige. Zur allgemeinen Der- rounDerung hatte Sentas Vater sich bisher Damit zurückgehalten. Er pflegte sonst immer zwischen Dem zweiten unD Dritten Gang zu sprechen. UnD zwar immer mit offentunDigem Behagen; Denn er hörte sich gern reden. AnscheinenD verursachte Die auffällige TischorDnung ihm einiges Kopfzerbrechen. Ober er hob Das Beste, allgemein Erwartete eben bis zuletzt auf... Man war bereits bei Den feinen Dessertweinen angelangt. Die in kleinen Gläsern gereicht rourDen, als er sich enDlich erhob. Gespannte Erwartung lag auf allen Gesichtern. Aber in Schönburgs ganzer Haltung unD in seiner Art, zu sprechen, war Doch etwas eigenartig Be- flemmenbes unD Unsicheres, wie man es gar nicht an ihm kannte. Es schien, als ob er sich heute nur schwer zum Sprechen entschließen könnte, als ob er nur einem gewissen inneren Zwang folgte. „Es finö heute schon viel schöne und gute Worte gesagt roorben, baß es sich eigentlich erübrigt, ihnen noch etwas hinzuzusügen", begann er. „Wenn ich es trotzbem tue, so folge ich bamit einem inneren Bebürsnis. Es Drängt mich, einem Wunsche Aus- Druck zu geben, Dessen Erfüllung eine fühlbare ßücke in Dem Kreise um unser verehrtes GeburtstagskinD schließen roürDe. Es ist Der herzliche unD aufrichtige Wunsch, Daß es ihm vergönnt sein möge, an seinem nächsten Geburtstage enDlich roieDer eine Familie um sich versammelt zu seyen. Das ist wohl Das Schönste unb Beste, was wir ihm wünschen können. Und barauf wollen wir unsere zwar kleinen, aber um so gehaltvolleren Gläser erheben!" Man erhob sich geräuschvoll unb anscheinenD begeistert. Die kleinen Gläser klangen flirrenD zusammen. Die Musik spielte einen rauschenben Tusch, -sprechende Blicke suchten bas untere Enbe Der Tastl. Stefan hatte ein seltsam leeres ßächeln um Die ßippen. Sentas Gesicht ftanD wie eine starre Maske im Hellen ßampenlicht. „Armer Kerl Du!" roanbte Suse Vollrath sich an Stefan, als sich Der Sturm roieDer gelegt hatte. „Das war Deutlich genug! Da wirst Du nun wohl oDer übel Doch in Den sauren Apfel beißen müssen. SchaDe um Deine vernünftigen Grundsätze!" „Grundsätze...?" fing Senta Das letzte Wort mit giftigem Ton auf, bevor Stefan noch antworten konnte. „Ja", erwiberte Suse. „Er hat nämlich GrunDsätze. Eine überraschende Tatsache, nicht wahr? Wir haben es auch erst heute entdeckt. Er steht nämlich auf Dem Staubpuntt, Daß es Unfug ist, sozusagen auf Kommando sich zu verlieben unD zu heiraten. Vielleicht sogar, Daß Das Sichverlieben unD Heiraten überhaupt Unfug ist." „So...?" glitzerten Sentas Augen Stefan an. „Stimmt Das, Stefan v. Achenbach...?" Er hob gelassen Die Schultern. „Meine Kusine hat Das ein bißchen stark aus- gebrückt, aber als höflicher, wohlerzogener Mensch kann ich ihr natürlich nicht widersprechen." „Unb Sie wollen es auch gar nicht, wenn ich nicht irre!" „Wenn ich ehrlich sein Darf oDer soll, möchte ich auch Ihnen nicht wibersprechen." Ein Funkeln brach plötzlich in Sentas Augen auf. Jetzt war ihr Augenblick gekommen! Jetzt war Gelegenheit, ihm die Demütigung bes Derschmäht- roerbens heimzuzahlen! Mit einem ßächeln, Das sich aus Grausamkeit unD satter Genugtuung zusammensetzte, sah sie Stefan ins Gesicht. Ihre Stimme klirrte. „Immer haben Sie Diesen StanDpunft wohl nicht eingenommen...! Ich glaube mich wenigstens zu erinnern, baß Sie ben sogenannten Unfug des Sich- verliebens bereits einmal begangen haben. Und zwar sogar sehr stark! Namen braucht man wohl nicht zu nennen, nicht wahr? Unb Daß Sie nicht aud) noch den Unfug Des Heiratens begangen haben — nun, Das war ja wohl nicht Ihr Verdienst — daran war ja wohl der Gegenstand Ihrer ßiebe schuld, der es vorzog, zur rechten Zeit auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden! War es niest so?" Ihre Nasenflügel bebten. Fortsetzung folgt Aus der engeren Heimat Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld ES Hausmusik 193 Hausschlüssel zwischen dem Äauer und Erzeuger und der deutschen Familie. Seit 30 Fahren bestehen Seit dieser Zeit ist der Wtol' ^ebensmittelgeschäste. - Kaufmann derMittler senkt werden konnten. Die Höhe der gewährten Entschädigungen ging infolge der Verbesserung der Feuerlöscheinrichtungen zurück, während die Zahl der Brände im allgemeinen gleich blieb. Als nächster Redner sprach Kreisveterinärrat Dr. Schmidt über „Die Wiedereröffnung der Kreisabdeckerei und die Hausschlachtungen“. Der Referent wies darauf hin, daß die genaue Beachtung . der Bestimmungen der Polizeiverordnung vom 15. August 1930 über die Ablieferung der anfallenden Tierkadaver unbedingt erforderlich sei. Im Rahmen des Vierjahresplanes müßten alle wertvollen Anfälle an Rohstoffen auch im Abdeckereiwesen zur Verwertung für technische Zwecke restlos zur Ablieferung gelangen. Bezüglich der Hausschlachtungen teilte Dr. Schmidt mit, daß durch 'Reichsgesetz die Einführung der Fleischbeschaupflicht für Hausschlachtunaen mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 angeordnet ist. Es ist die Einführung bestimmter Schlachttage in der Woche für jede Gemeinde vorgesehen, da nicht für jede Gemeinde ein Fleischbeschauer vorhanden sei. Es werde hierbei gewisse Schwierigkeiten geben, die aber überwunden werden müßten. In der anschließenden Aussprache äußerten sämtliche Bür- Hier abschneiden! I — Dieser Tage fand hier die Früh ob st Versteigerung statt. Der Zentner Birnen am Baum kostete je nach Sorte vier bis sechs Mark. — Die hiesige Kriegerkameradschaft begann mit ihrem Preisschießen, das bei stattlicher Beteiligung bereits gute Ergebnisse brachte. Kreis Friedberg. * Gambach, 1. Sept. Der Arbeiter Anton Spanier aus Bürgel bei Offenbach erlitt auf der Reichsautobahnstrecke zwischen Gambach und Dorf- Gill durch ein ausgleitendes Brecheisen eine e r - hebliche Kopfverletzung, die eine sofortige Ueberführung durch das Deutsche Rote Kreuz Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte. Kreis Wehlar. )) Launsbach, 1. Sept. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für 19 3 7 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 61527 RM. ab. Die Steuersätze sind wie folgt festgesetzt: Grundoermögensteuer I 350 v. H., Grundoermögensteuer II 305 o. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Gewerbesteuer nach dem Ertrage und Kapital 200 d H. des Meßbetrages, Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. Rach der Vermögensübersicht besitzt die Gemeinde an. bebauten Grundstücken ein altes und ein neues Schulgebäude, ein altes und ein neues Spritzenhaus, eine Leichenhalle, eine Kirche, ein Backhaus und eine Dreschhalle, an unbebauten Grundstücken 66 Hektar Wald und 52 Hektar Kulturland. Das Betriebsvermögen besteht aus der Gemeindewasserleitung, der Kanalisation und dem Elektrizitätsortsnetz. Die Verschuldung ist noch er- lheblich. Die Schulden rühren zum größten Teile aus dem in den Jahren 1930 und!931 durchgeführten Wasserleitungsbau her. Zur Förderung des Wohnungsbaues hat die Gemeinde seinerzeit Darlehen in Höhe von 20 000 RM. ausgenommen und an Baulustige weitergegeben. Für Rücklagenbildung sind im Haushaltsplan insgesamt 1700 RM. vor- Amtseinführung des Behördenleiters am Amtsgericht Grünberg. Der Pressedszernent beim Landgericht Gießen berichtet uns: Am 1. September d. I. wurde der neuernannte dienstaufsichtführende Richter des Amtsgerichts G r ü n b e r g, Oberamtsrichter Pg. Groß, durch den Landgerichtspräsidenten Thüre aus Gießen feierlich in fein Amt eingeführt. Oberlandesgerichtspräsident Dr. Scriba, der sein Erscheinen m Aussicht gestellt hatte, wurde durch unaufschiebbare Dienstgeschäfte in Darmstadt zurückgehalten. An der Feier, die in dem würdig geschmückten Sitzungssaale des Amtsgerichts Grünberg stattfand, nahmen neben den Beamten und Angestellten des Amtsgerichts Grünberg zahlreiche Ehrengäste aus Behörden, sowie aus der Partei und ihren Gliederungen teil, an ihrer Spitze Kreisamtsleiter Holländer als Vertreter des Kreisleiters, Kreisdirektor Dr. Lotz, Oberstaatsanwalt K n a u ß , der Führer der SS.-Standarte 83 Sturmhauptführer Müller, Vertreter der SA.-Standarte 116 und der Motorstandarte 147. Sie alle waren, wie der Landgerichtspräsident bei der Begrüßung ausführte, zu der Feier gebeten worden, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß die deutsche Rechtspflege im neuen Reiche fein abgekapseltes Sonderdasein führt, sondern mitten im Volke stehen will. Landgerichtspräsident Thüre widmete zunächst dem scheidenden Oberamtsrichter D ö l p warme Worte der Anerkennung und des Dankes, verbunden mit dem herzlichen Wunsch auf einen gesegneten Lebensabend. In längeren Ausführungen verbreitete er sich dann über die doppelte Aufgabe, die den neuen Oberamtsrichter erwarte, nämlich der des Richters und der des Amtsvorstandes, über die hohen Anforderungen, die die heutige Auffassung von den Aufgaben der Rechtspflege nicht nur an den Verstand, sondern auch an Gemüt und Charakter des Richters stelle, und über die Notwendigkeit, die noch geltenden alten Gesetze mit nattonalsozia- listischem Geiste Zu durchdringen. Eindringlich legte er die Notwendigkeit dar, daß der Richter innere Fühlung mit den rechtsuchenden Volksgenossen gewinne, und daß er gerade auf dem Gebiete der freiwilligen Gerichtsbarkeit hierfür die reichsten Möglichkeiten finde. Für die Aufgaben des Behördenoorstandes wurde die Forderung des neuen Beamtengesetzes aufgezeigt: Kameradschaft und Gehorsam, Offenheit und Vertrauen. Zum Schlüsse sprach der Landgerichtspräsident die Erwartung aus, daß der neue Oberamtsrichter, wie fein Vorgänger, die Zusammenarbeit mit den Behörden, der Partei und ihren Gliederungen und Verbänden pflege, eingedenk der Tatsache, daß die Partei der Quell und die Hüterin der großen Gedanken sei, von denen die Amtsführung des Oberamtsrichters getragen sein müsse, und daß ihr und ihren Gliederungen, ihren Opfern, ihrer Zähigkeit und ihrer Einsatzbereitschaft das Reich Adolf Hitlers zu verdanken fei. Nachdem Oberamtsrichter Dölp feinen Dank für die ihm gewordene Ehrung und Anerkennung ausgesprochen und Amtsgerichtsrat Dr. H o r n e f namens der Beamten und Angestellten des Amtsgerichts Grünberg den neuen Oberamtsrichter begrüßt und ihm deren Bereitwilligkeit zu treuer und gewissenhafter Mitarbeit versichert hatte, fand Pg. Holländer beherzigenswerte Worte über die Notw"ndigkeit einer volksverbundenen Rechtspflege. Das Recht und die Rechtsprechung, so führte er u. a. aus, müsse dem lebendigen Wirklichkeitssinn des Volkes Rechnung tragen: nicht nur das rein Verstandesmäßige dürfe allein ausschlaggebend sein, sondern der Blick müsse dabei auf die Vergangenheit und die Zukunft des Volkes gerichtet sein. Das Recht, nach dem die Kraft und die Kulturhöhe eines Volkes beurteilt werde, müsse allezeit eines der Hauptfundamente nationalsozialistischen Denkens und nationalsozialistischer Weltanschauung sein. Oberamtsrichter Groß bekannte sich zu den von den Vorrednern aufgestellten Grundsätzen und versprach, feine ganze Arbeitskraft dafür einzusetzen und in engster und kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit allen Stellen des Staates und der Partei die Aufgaben feines neuen Amtes zu lösen. Mit dem erneuten gemeinsamen Gelöbnis der Treue zum Führer schloß Landgerichtspräsident Thüre die eindrucksvolle Feier. gesehen. § Kinzenbach, 1. Sept. Unsere Gemeinde kann auch für 1937 wieder einen ausgeglichenen Haushaltsplan Vorlagen, der in Einnahmen und Ausgaben auf 41900 Mark festgesetzt ist. Die Steuersätze sind wie folgt festgesetzt: Grundoer- mögenfteuer I 350 v. H., Grundoermögensteuer II 350 o. H. des staatlich veranlagten Grundbetratzes, Gewerbesteuer nach dem Ertrage und dem Kapital 160 v. H., Gewerbesteuer nach der Lohnsumme 500 v. H. des Meßbetrages, Bürgersteuer 150 v. H. des Reichssatzes. Die Gemeinde besitzt an Vermögen außer den bebauten Grundstücken 41 Hektar Wald, ferner Kultur- und Oedland im Werte von zusammen 10 000 Mark. Das Betriebsvermögen besteht aus der neu erbauten Gemeindewasserleitung nebst Kanalisation und dem Elektrizitätsortsnetz. Die Verschuldung der Gemeinde beträgt nur 5000 Mark und rührt aus dem Wasserleitungsbau her. A Atzbach, 1. Sept. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für 19 3 7 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 71503 Mark, im außerordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 2400 Mark ab. Die Steuersätze sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I 325 v. H., Grundoermögensteuer II 325 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Gewerbesteuer nach dem Ertrage und Kapital 150 v. H. des Meßbettages, Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. Nach dem Dermögensverzeichnis besitzt die Gemeinde an bebauten Grundstücken ein Schulgebäude, ein Kirchengebäude, ein Wohnhaus, ein Backhaus mit Leiterhaus, ein weiteres Backhaus, ein Rathaus, ein Spritzenhaus und eine Dreschhalle. Der unbebaute Grundbesitz besteht aus 241 Hektar Wald, 42 Hektar Kulturland und 5 Hektar Oed land. Als Betriebsvermögen sind das Elektrizitätsortsnetz und der Gemeindesteinbruch aufgeführt. Die Gemeinde ist schuldenfrei. Zur Bildung der nach der Rücklagenoerordnung vorgeschriebenen Rücklagen und zu deren Verstärkung, soweit sie bereits vorhanden sind, sind im Haushaltsplan insgesamt 3305 Mark vorgesehen. germeifter Bedenken gegen die Einführung von bestimmten Schlachttagen. Der Referent erklärte, die ganze Angelegenheit nochmals eingehend prüfen zu wollen. Nach einigen Mitteilungen der Sachbearbeiter des Kreisamts Alsfeld und des Kreisobmanns schloß der Kreisobmann die arbeitsreiche Tagung in der üblichen Weise. notwendig ist. Antrag ist zu stellen, Vergütung hiefür gering ober frei. Hausputz, andere Bezeichnung für Großreinemachen ober Stobern, bas jährlich wieberkehrende große Scheuerfest ber Hausfrau. Auch an solchen Tagen bie Gemütlichkeit bes Hauses nicht restlos auf den Kops stellen. Ein Zimmer soll für bie Familie unb Tür ben Gatten zur Verfügung stehen. Hausrecht ist bas Recht, eine Wohnung ungestört zu benützen. Der Haushaltungsvorstanb übt das H. aus. In seiner Abwesenheit finb auch bie Ehefrau, bie erwachsenen Kinder und die Hausangestellten zur Ausübung berechtigt. Der Haushaltungs- vorstand kann kraft seines Hausrechts bestimmen, welche Personen er bei sich aufnehmen will. Hausschlüssel. Der Vermieter muß dem Mieter mindestens einen Hausschlüsiel zur Verfügung stellen. Er muß außerdem in gewissen Fällen die Genehmigung dazu erteilen, daß sich der Mieter Hausschlüsiel auf feine Rechnung machen läßt, wenn z. B. die Familie aus mehreren erwachsenen Angehörigen besteht. Die Ehefrau hat Anspruch auf einen Hausschlüsiel, ebenso erwachsene Kinder und Hausangestellte, wenn sie von dem ihnen üblicher Weise oder vertraglich zustehenden Ausgang spät heimkommen. Der Schlüssel kann Kindern und Hausangestellten ent» zogen werden, wenn sie damit Mißbrauch treiben (z. V. zu spät fehlbar helfen, die auch manchmal wirklich Erfolg haben. Man soll sich jedoch in wirklichen Krankheitsfällen nie auf Hausmittel verlassen und rechtzeitig den Arzt rufen. Hausmusik, bie Pflege guter Musik in regelmäßigen Spielaben- oen, ist einer ber edelsten Genüsse musikalisch veranlagter Menschen. Hausordnung, muß von allen Mietern und den ihrer häuslichen Gemeinschaft angehören- ben Personen eingehalten werden. Grobe Verletzungen ber Hausorbnung berechtigen den Vermieter zu sofortiger Kündigung, unbedeutende Verstöße gegen die Hausordnung geben dem Vermieter nicht das Recht zu fristloser Kündigung. Eine H. ist für den Mieter und seine Haus- genosien aber nur bindend, wenn sie von ihm vertraglich anerkannt ist. Der Vermieter kann die Hausordnung nicht einseitig abändern. d. h. nicht verschärfen. Verletzung der Hausordnung kann unter Umständen schadenersatzpflichtig machen, z. V. der Mieter wirft hausordnungswidrig Küchenabfälle in den Wasierleitungsausgutz. Siehe Mietvertrag. Hauspflege erhalt jede Frau, deren Gesundheitszustand ihr verbietet, selbst dem Haushalt vorzustehen und nicht genügend Mittel hat. sich eine Hausgehilfin zu leisten. Bes. Hauspflege- vereine, Frauenvereine, bes. NS- Frauenschaft. Arbeitsdienst und Fürsorgeverbände entsenden solche Hilfen überall dorthin, wo es Oberamtsrichter Dölp stand, nachdem er vorher Amtsrichter in Ulrichstein gewesen war, seit 1. Mai 1914 als Leiter an der Spitze des Amtsgerichts Grünberg. Der neue Oberamtsrichter Groß stammt aus Lich, wo er am 6. März 1884 als Sohn bes Land- unb Gastwirts Groß geboren wurde. Sein Studium führte er an der Universität Gießen durch. Seit 1922 war er Amtsanwalt in Alsfeld, 1925 wurde er Amtsgerichtsrat in Ulrichstein, 1930 Oberamtsrichter und aufsichtführender Richter am Amtsgericht Ulrichstein. Landkreis Gießen. # Alle ndorf (L a h n), 1. Sept. Die Provinzialstraße Gießen — Wetzlar erfährt g-egenwärtig, insbesondere in den Kurven, eine Ueberholung. — Im vorigen Jahre wurde in unserer Gemarkung dicht am neuen Friedhof ein Grundstück mit 1000 Maulbeerpflanzen bebaut. Die Unterhaltungsarbeit (Hacken und Untrautjäten) hat die Schuljugend übernommen. Mutmaßlich kann im nächsten Jahre mit der Seidenraupenzucht begonnen werden. )( Lich, 1. Sept. Der hiesige Kirchenchor unternahm am Sonntag in zwei Omnibussen einen Ausflug nach Schlitz, wo der Chorleiter des Kirchenchors 22 Jahre lang als Erzieher gewirkt hatte. Bei herrlichem Wetter führte die Fahrt durch das Tal der Ohm zunächst hinauf nach Ulrichstein. Dort wurde der Schloßberg bestiegen. Bald erreichte man bann bas Städtchen Lauterbach, und gegen 9 Uhr Schlitz. Nach kurzer Singprobe in der erneuerten Kirche von Schlitz begrüßte Dekan Z e h f u ß die Gäste unb führte sie durch das Gotteshaus. Da gleichzeitig in Schlitz ein Missionsfest gefeiert wurde, wirkte ber Licher Kirchenchor unter Leitung seines Chormeisters Stein beim Gottesbienst mit. Die Darbietungen bes Chors würben dankbar ausgenommen. Nach dem Gottesdienst wurde bas reichhaltige Heimatmuseum besichtigt, nach ber Mittagspause folgten ein Runbgang durch bie Stadt und ein Besuch bes Schwimmbades. Außerdem wurde eine moderne Großweberei besichtigt. Der Schlitzer Kirchenchor hatte inzwischen eine schöne Kaffeetafel Herrichten lassen, ber bankbar zugesprochen würbe. Während bes gemütlichen Beisammenseins mit den Gastgebern wurden herzliche Grußworte gewechselt. Die Gäste dankten für die freundliche Aufnahme durch ihren Vorsitzenden, Stiftsdechant Kahn, der ben Schlitzer Kirchenchor zu einem Besuch im Birginiabak aus dem hessischen Ried. Anbauversuche, die Erfolg versprechen. Lpd. Der Tabakanbau gewinnt in den letzten Jahren immer stärkere Bedeutung. Eines der bedeutendsten Anbaugebiete ist neben der Gegend um Miltenberg und der Pfalz das hessische Ried. Um Lorsch herum liegen eine ganze Reihe Gemeinden, die seit Jahr und Tag Tabakbau betreiben unb die neuerdings ihre Anbaufläche erheblich vergrößert haben. Von größerer Wichtigkeit noch als die Vermehrung des Tabakanbaues ist die Verbesserung ber Qualität des heimischen Tabaks, hier wurden in ben letzten Jahren erfreuliche Fortschritte erzielt, die auch in besseren Preisen ihren Ausdruck unb ihre Anerkennung finden. Auch für bie nächste Zeit wirb man auf eine Hebung ber G ü t e bes heimischen Tabaks mehr bebacht sein, als auf bie Wenge bes Anbaus. Bei der Auswahl der Aecker für den Tabakanbau fängt die Veredlung der Qualität an. Die Landesbauernschaft legt Wert darauf, daß nur geeigneter Boden als Anbaufläche für Tabak Verwendung findet. Ein wichtiger Faktor ist die sachgemäße Düngung, durch die ebenfalls der Geschmack des Tabaks beeinflußt wird. Schließlich spielt noch das Trockenverfahren eine besondere Rolle für die Güte des Tabaks. Durch ben Bau geeigneter Trockenschuppen konnten wesentliche Verbesserungen erzielt werden. Auch burch eine Aenberung des Erntegangs hat man eine Verbesserung erreicht. Früher wurde ber Tabak in einem Erntegang heimgebracht, *,eute wirb die Ernte in mehreren Erntegängen vorgenommen: zuerst werden die sogenannten Grumpen eingebracht, bann bas Sandblatt und schließlich das Hauptgut. Von Wichtigkeit für ben Tabakbau ist das frühzeitige Setzen, denn früheres Setzen bedeutet frü- Here Ernte und dadurch bessere Farbe. Heute eignet sich der hessische Tabak auch schon für Zigaretten und ist für diesen Zweck gesucht. Zur Bekämpfung des Schneckenfraßes, unter dem ber Tabakbau viel zu leiben hatte, wurden in ben Hauptanbaugebieten Dämpfkolonnen angeschafft. In diesem Jahre ist die Tabakernte in ihrer Wenge durch die Trockenheit der Sommermonate etwas beeinträchtigt, doch ist das Ernteergebnis gut. In Südhessen werden rund 16 000 bis 18 000 Zentner Tabak geerntet werden. In diesem Jahre hat man in Südhessen zum ersten Male einen Versuch mit dem Anbau von Virgin gemacht. Rund zwölf Morgen sind mit diesem Tabak bepflanzt. Das Ergebnis scheint günstig auszufallen, so daß damit gerechnet werden darf, daß der Anbau von Vrigin in Zukunft auf breiterer Basis erfolgen wird. Das wäre für den heimischen Tabakbau ein Erfolg von großer Bedeutung. Ueberall auf den Feldern ist nun die Tabak- ernte im Gange. In wenigen Wochen wird sie abgeschlossen sein. An vielen Häusern in den Haupttabakanbaugebieten kann man die Tabakblätter aufgereiht an Schnüren hängen sehen. Immer mehr beginnt der Tabakbau wirtschaftliche Bedeutung für die heimischen Gebiete zu erlangen. nächsten Jahre nach Lich einlud. Bei gesanglichen Darbietungen beider Chöre vergingen bie Stunden nur allzu rasch. Tiefbefriedigt von den vielen Eindrücken der schönen Fahrt kehrte man zu spätabendlicher Stunde nach Lich zurück. I Lich, 1. Sept. Heute konnten Lehrer Meckel und Frau das Fest ber Silberhochzeit feiern. oo Eberstabt, 1. Sept. Die Grummet- ernte ist in unserer Gemarkung nunmehr beendet. Der Ertrag auf ttockenen Wiesen war spärlich. Der Kleefarnen baaegen, ber hier als Saatgut gezüchtet wird, brachte gute Erträge. An der Kleesamen-Dreschmaschine herrscht deshalb Hochbetrieb. } Alsfeld, 31. Aug. Die Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetags hielt am gestrigen Montag im „Deutschen Haus" unter dem Vorsitz des Kreisobmanns, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g , eine Tagung ab. Als erster Referent sprach Verwaltungsinspektor Dippel! vom Kreisamt Alsfeld über „Die Gestattung ber Gemeinbeumlagen für bas Rechnungsjahr 1937“. Der Vortragende wies einleitend darauf hin, daß durch die Realsteuergesetzgebung vorn 1. Dezember 1936 grundlegende Aenderungen hinsichtlich der Gewerbesteuer und ber Grundsteuer gegenüber dem seitherigen Rechtszustand eingetreten sind. Vom 1. April 1937 ab sind nur noch bie Gemeinden berechtigt, Gewerbe st euer zu erheben. Das Land und die Kreise dürfen Gewerbesteuer nicht mehr erheben. Die Provinzen sind inzwischen aufgehoben worden. Das Recht der Gemeindever- bänbe zur unmittelbaren Erhebung einer Gewerbesteuer ist vom 1. April 1937 ab weggefallen. Die Gemeindeverbände sind deshalb zur Deckung ihres Finanzbedarfs bezüglich der Gewerbesteuer auf das Umlagesystem angewiesen. Wegen ber Verwaltungsvereinfachung unb ber Uebersicht des Verfahrens ist bas Umlageverfahren auch auf bie Grundsteuer unb die Sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1937 ausgedehnt worden. Infolge dieser Neuregelung mußten auch die Haushaltspläne ber Gemeinben des Kreises Alsfeld, die vor Bekanntwerden der neuen Bestimmungen aufgestellt waren, geändert werden. Das Kreisamt hat den Gemeinden zur Aenberung der Voranschläge bestimmte Vorschläge gemacht. Derwaltungsinspektor Dippel erläuterte bann bie rechnerische Gestaltung der Aenderungen in dem Haushaltspläne hinsichtlich der einzelnen in Betracht kommenden Rubriken. Bei dem jetzt eingeführten Verfahren, das von ben Kreisämtern und Gemeinden schon seit langen Jahren erstrebt wurde, ist das Verhältnis ungefähr wieder so, wie es bis zum Erlaß des Gesetzes vom 28. März 1924 über die Kreis- unb Provinzialumlagen war. An wen die seitherige Provinzialumlage zur Ablieferung gelangt, an das Land oder an den Kreis, steht noch nicht fest. Es wird hierüber noch weitere Anordnung ergehen. An die Abwicklungsstelle der Provinz Oberhessen dürfen Umlagen aus dem Rechnungsjahr 1937 nicht mehr abgeliefert werden. Bekannt ist bis jetzt nur, daß bie frühere Provinzialumlage zur Deckung von Straßenkosten Verwenbung fin- ben soll. Der Referent besprach bann bas neue Aus - schlagsverfahren für bie Erhebung ber Gewerbesteuer für bas Rechnungsjahr 1937. Von ben kleineren Gewerbebetrieben bes Kreiies Alsfeld sind zahlreiche Betriebe durch die neue Freigrenze g e - werbe st euerfrei geworden. Es ist aber in allen Gemeinden möglich gewesen, einen Ausgleich zu schaffen. Es wird allgemein angenommen, daß durch die Wiederbelebung der Wirtschaft die endgültige Veranlagung der Gewerbesteuer ein größeres Auskommen zeigt als die Vorauszahlungen und bie Beträge früherer Jahre. Die Veranlagung ber gemeinblichen Grunbsteuer finbet für das Rechnungsjahr 1937 zum letzten Male nach den seitherigen landesrechtlichen Vorschriften statt. Als zweiter Referent sprach Rechnungsrat Hana u e r von ber Hessischen Branbversicherungskam- mer in Darmstadt über Die Aufgaben der Gemeinden bei der Durchführung bes hessischen Vrandversicherungs- gesehes.“ Der Rebner teilte in seinen einleifenben Ausführungen mit, daß die Hessische Brandversicherungsanstalt in diesem Jahre auf ihr 160,ahriges Bestehen zurückblicken könne. Die Anstalt, eine striche Behörde mit Versicherungszwang unb Monopolstellung trägt ben Charakter einer Versicherung auf Gegenseitigkeit. Sie ist eine gemeinnützige unb soziale Einrichtung. In seinen weiteren Ausführungen ging der Redner im einzelnen auf die Ausgaben der Gemeinden und auf die Mitwirkung der Bürgermeister bei der Durchführung bes Verfahrens ein wobei er beachtenswerte Hinweise für bie Bürgermeister gab. Don befonberem Interesse war bie Mitteilung, daß die Beiträge zur Brandversicherungskammer in letzter Zeit von Jahr zu Jahr ge- «Al 8r< GLORlfl Jetzt besonders zart und fett 250 Gramm 19 erwünscht. Der Vorstand. und wieder ein Satzungen. 6647 D Lospreis 50ptz-0oppeUos1 Ml Ohne Gewähr Nachdruck verboten 22. Ziehungslag 1. September 1937 194 Haut In der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 285300 311725 337488 Ms 1000 RM. 29750 33855 inet 42863 46506 55029 59387 61121 tin der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 131571 ein t 21125 36438 43237 44243 46761 • ________ LW LPALAST Giessen I 5 866 GEWIN N E UND 2 PRÄMIEN ZIEHUNG 11. SEPTEMBER 1Q3* Möbel Giessen-Schulstr. 6 253303 301319 82618 158789 253344 333467 382276 287673 379361 17873 51054 36044 8478 8248 18082 117339 262898 317616 150772 196407 252952 285015 307612 354334 387649 125020 150085 161450 195491 213011 223616 258082 286480 303273 322857 345042 366953 385922 75918 154153 246293 280356 363115 175390 206968 260260 285743 314981 367100 388665 126312 151487 180474 201188 214184 225238 265992 286741 303698 323164 345141 368571 390635 114397 137619 152999 185797 204497 216630 234177 268626 287852 312803 323728 345929 371329 394892 30000 NM. 10000 RM. 5000 RM. 2000 RM. 175884 211057 263736 286139 345675 370939 392239 114870 141890 155678 187950 207748 216683 235429 275755 290636 319218 333389 350364 376953 178498 224737 265888 287123 347799 372023 396032 345133 345300 97336 11776 29737 139830 116512 141899 159688 189558 209515 219139 237126 277738 294082 321034 338713 357292 377220 139709 183335 231605 265897 288115 352792 380362 396446 118838 147126 161185 192076 210233 223317 247052 285081 299231 322041 342372 360560 379482 345355 119018 38657 67327 162262 314930 110068 347204 46487 160837 308374 380770 36961 67505 152557 241550 272321 354062 od) lW lauf 103722 173116 259130 342376 109657 215815 260512 346253 121194 219714 268180 346370 266110 279998 285205 340961 374994 378693 128 Gewinne zu 300 RM. jja OUI M kl So öe Gi H- die ö Weil Sonderangebot Kiste, Inhalt 1% kg 98 H stäi on gen gern sehr gut und billig kauft. Ehestandsdarlehen __ ____________5655 A 19278 32268 Line Haushallswaage ohne Gewichte. Das ist doch wirklich ideal und praktisch. Das Laufgewicht wird hin und her geschoben und so das genaue Gewicht ermittelt. Ganz einfach ist das. Sehen Sie sich diese modernen Haushaltswaagen bei Häuser an. Sie sind sehr preiswert. y B. Häuser, Giehen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146, 116214 144808 193260 245918 278265 306705 353435 381720 Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Hof eine zusätzliche Gefahrenquelle, an die fast niemals gedacht wird. In der Nähe des Fehrbellin- sees wurde vor kurzem im letzten Moment durch die Umsicht eines Brunnenbaumeisters eine Katastrophe dadurch verhütet, daß er bei dem Herausziehen eines langen Brunnengestänges feine Augen nicht nur in den Brunnenschacht, sondern auch nach oben kehrte und sah, daß eine Starkstrom führende Leitung über den Brunnenschacht führte. Also, Dauer und Siedler, zähmt gerade bei Brunnenbauarbeiten und Reparaturen eure sonst ja sehr lobenswerte Sparsamkeit und holt euch Fachleute heran, die derartige Arbeiten sachgemäß auszuführen in der Lage sind. 181219 249384 269814 271301 277600 314998 333892 348715 369119 368102 Der Bürgermeister. Knopper. Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege Oie Hauptversammlung findet Freitag, den io. September 1937, nachmittags 6 Uhr, im Saal der Krippe statt. Tagesordnung: Jahresbericht Rechnung Vorstandswahl Zusatz zu den ßh 1 und 21 der Gewinnauszug 5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterie dessen Anlage sich deshalb zeitlich sehr ausdehnte, ebenfalls Gase am Boden bildeten und die ahnungslos einsteigenden Arbeiter, die zwar schon bei zahlreichen Brunnenbauten geholfen, selbst aber nicht ausgebildete Fachleute waren und den Auftrag ohne Hinzuziehung eines Brunnenbauers ausführten, in den Tod rissen. Die gesamte Zahl dieser Unfälle erfahren wir ja gar nicht, da sie zumeist entweder überhaupt nicht oder nur in der örtlichen Presse gemeldet werden. Daß bei diesen Arbeiten Gefahren auf Schritt und Tritt lauern, ist an sich auf dem flachen Lande wohl bekannt, denn es wird kaum einen Kreis in Deutschland geben, in dem nicht derartige Unfälle im Verlauf einiger Generationen vor- aekommen sind, über die ja dann gerade auf dem Lande sehr eifrig gesprochen wird. Und krohdem immer wieder dieselben Unglücksfälle! Es ist schon so, wie wir anfangs sagten: Sinnlose Sparsamkeit, um fünf oder zehn Mark, die solche Reparaturen in der Regel ja nur kosten. Und bei Neubauten ist der Mehrpreis eines gelernten Brunnenbaumeisters ebenfalls nicht so welterschütternd, überhaupt wenn man bedenkt, daß allein ein solcher Mann eine sachgemäße Anlage hinstellen kann, die richtige Tiefe und damit die genügende Ergiebigkeit des Brunnens auszuwählen vermag und schließlich ja auch die Garantie für seine Arbeit zu tragen hat, nebst allen sonstigen Unkosten, 4 Gewinne zu 10000 RM. 6 Gewinne zu 5000 RM. 8 Gewinne zu 3000 RM. 150710 12 Gewinne zu 2000 RM. 62916 67418 252305 370869 130995 152606 82 73559 Alic ron W i iinti Ans rich 40 Gewinne zu 1000 RM. 78836 81417 107187 ' 333088 333268 356760 372018 375345 390172 396871 * Sddlottenr des MMllMwtzbimücs Büchertisch. — Georg Müller-Giersleben: Frisch geschüttelt! Herausgegeben von Wendelin Ueberzwerch. Kartoniert 2 Mark, in Leinen 3,50 Mark. Verlag I. Engelhorns Nächst, Stuttgart. — (164) — Obwohl dieser dritte und letzte Band Schüttelreime diesmal nur von einem einzigen Verfasser stammt, bietet er ein solches Uebermaß von sprühenden Einfällen und trefflichen Gedanken, daß man meinen sollte, auch diesmal hätte sich eine ganze Schar witziger Köpfe vereinigt, um diese Auslese zusammenzutragen. Wie in den vorangegangenen Bänden finden sich auch hier wieder die köstlichen und einprägsamen Zweizeiler neben langen kunstvollen Schüttelergüssen, in denen sich zwanglos Vers an Vers reiht, in denen neben dem Humor auch ernste Gedanken zu ihrem Recht kommen. Nicht nur zum eigenen stillen Genuß, sondern auch zum Vorlesen in größerem Kreis ist dieses Werk trefflich geeignet. Obstverfleigerung. Samstag, den 4. September 1937, findet die Obst- Versteigerung der Gemeinde Dorf-Gill statt. Anfang der Versteigerung um 14 Uhr an der Schule. 5648V 2 kleine Herde (grün emailliert) verkauf. 04321 Walltorstr. 4 vt. an d hn eibe: der j > Oie ; klnde ipWte 'ten , Ne einz nisD fid) •Mai handi Noss Hand! Gorm deni 48 Gewinne zu _________ _____ 52821 58177 74682 94001 104832 112527 167072 200215 236812 254456 265669 Es spricht sich herum, daß man bei Koos tim Gewinnrade verblieben: 2 mar Id)i een !che einj sfinl ino Falsche Sparsamkeit bringt Gefahr! Der Brunnen als Todesfälle für Bauern und Siedler. 1000000, 2 zu le 500000, 2 zu le 50000, 4 ?u le 30000, 8 zu le 20000, 28 zu je 10000, 54 zu le 5000, 96 zu le 3000, 208 zu je 2000, 808 zu je 1000, 1202 zu je 500z 216_4 zu je 1Q0, LL122 zu je 155 VW. 2 Gewinne zu 100000 RM. 220697 2 Gewinne zu " 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 18 Gewinne zu 142675 225731 64 Gewinne zu 600 RM 5237 7992 30449 34223 37196 46871 65021 65880 76187 81913 ------ 118297 132521 178464 189554 ------ 72 Gewinne zu 500 RM. 40603 ----- ----- " 212 Gewinne zu 300 RM. 2642 4203 11534 15003 25118 25158 25672 26174 26728 27486 27874 36882 47530 51968 63337 67733 62084 62433 66157 70116 77005 78544 86875 88857 89318 92445 97558 *----- ' ---- ----- ------ F d- Iet[ e> ping , ' eikun ®^Qnr Nvle ■ - I?5 Morgens gewaschen, mittags draußen aufhängen, abends abnehmen. So rasch geht es, wenn alle Helfer .da sind: Waschwanne, Wringmaschine, Wäschestampfer, Wäschetopf, Wäschepfähle mit Leinenspanner, Klammern, Leinen und was Sie sonst brauchen, ist sehr preiswert bei J. B. Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145 — 2146 5238 A Als thung ^ekam utnö j I chlach britf eit lern u Gießen ______Seltersweg NORDSEE^ Nr. 18 ________________5658 A ständen durch einstweilige Verfügung die Erlaubnis zum Betreten der Wohnung des Mieters erwirken. Haut, die Bekleidung der Oberfläche des tierischen und menschlichen Körpers und der Körper- höblen. Im engeren Sinne versteht man darunter nur die Bedeckung der Oberfläche des Körpers, während die Bekleidung der Körperhöhlen mit Schleimhaut (s. d.) bezeichnet wird. Die Haut ist aber nicht nur Oberflächenbedeckung des Körpers, sondern auch ein eigenes Organ mit mannigfachen Aufgaben. Es dient dem Schutze des Körpers, regelt die Wärme des Körpers durch vermehrte oder verminderte Vlutzufuhr, ist Ausscheidungsorgan für Wasser und Salze (vgl Schweiß!). Die Haut des Menschen besteht aus verschiedenen Teilen: 1. Oberhaut mit der obersten oder Hornschicht und dem sog. Rete Malpighi in welchem die Farbstoffe abgelagert sind. 2. aus der Lederhaut 'mit sehr fein verzweigten Nerven und Gefäßen, mit Tastwärzchen, Haar- bälgen und Schweißdrüsen. Da die Haut ein lebenswichtiges Organ des menschlichen Körpers ist, muß man natürlich auf ihre Gesunderhaltung bedacht sein und sie sachgemäß pflegen. Häufiges Waschen mit milder Seife, Äb- frottieren, damit die Haut im- mer gut durchblutet ist, Luftbäder, Einfetten mit guten Krems am Abend, damit die Haut auch richtig ernährt wird, Abreiben des überschüssigen Fettes und damit Reinigung der Po- ^Süßmost ;fcelfet?ei Schäfer Bleichstraße 8 6657d Telefon 2491 die ein regulärer Handwerksbetrieb mit sich bringt. Mit dem bloßen Appell an die Vernunft und mit der Aufklärung über die Gefahrenquellen kommen wir, wie die Erfahrung zeigt, leider nicht weiter. Wir werden hiermit auch in Zukunft weitere schwere Unfälle, die stets Männer in dem leistungsfähigsten Alter aus den Reihen des Volkes reißen, nicht verhüten können. Mit Bestrafung kommen wir bei den zur Zeit geltenden rechtlichen Vorschriften über den Brunnenbau auch nicht weiter. Es besteht kein Zwang, einen gelernten Brunnenbauer zu Reparaturen und zur Reinigung von Kesselbrunnen heranziehen zu müssen. Und es besteht auch kein unumgänglicher gesetzlicher Zwang, einen neuen Kesselbrunnen durch einen Brunnenbauer ausführen lassen zu müssen. Wenn Zwang am Platze wäre, dann hier in diesen Fällen. Mit den Verboten allein, ja selbst mit einer Konzessionierung der Brunnenbauarbeit, dürfte allerdings nicht allzuviel zu erreichen sein. Hinzukommen müßte als wirkungsvollstes Abschreckungsmittel ein Verbot an die Berufsgenossenschaften, Angestellten-, Invaliden- und Lebensversicherungen, bei derartigen Unglücksfällen Renten- und Lebensversicherungen auszuzahlen. Wer sich fo leichtsinnig in Gefahr begibt, wie es bei diesen Unfällen immer wieder vorkommt, der verdient nicht, daß die Allgemeinheit fein Risiko mitträgt. Der Laie sollte sich auch nicht einbilden, daß etwa allein mit der Aufklärung über die Behandlung von Grubengasen die Unfälle zu verhüten wären, denn die Gefahren, die gerade dem Brunnenbauer auflauern, sind zahllos. Ganz abgesehen von den vielen Einsturzmöglichkeiten, ist heute auch das Dorhandepsein von Stromleitungen auf dem ißifeiiili-BmiiW MMMUM 043,5 Am Sonntag, dem 5. September 1937/ Sommerfest auf der „Karlsruhe" bei Wieseck. Beginn 15 Uhr. Preisschießen, Ballwerfen, Kinderspiele, Tanz und sonstige schöne Ueberraschungen. Zahlreiche Beteiligung unserer Mitglieder dringend Aribert Wäscher, Ferdinand Marian Werner Scharf, Alexander Engel. Regie: Gerhard Lamprecht. Ein Film nach dem gleichnamigen Roman Gustave Flaubert „Madame Bovary“ Meisterhaft die Schilderung des französischen Kleinbürgers — Leidenschaft und Liebe einer schönen Fran — ein er- greifendes Lebensschicksal! Kulturfilm und Üfa-Ton-Woch* 5496a Tägl. 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntags 3. 5.30, 8.30 Uhr Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I BrühPsche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 |Verkäufe | 6-7-518« off. Adler-Auto (50 PS), gepflegt und gut erhalten, aus Privathand zu verkaufen. Schr. Angebote unter 5656D an den Gießen. An- zeiger erbeten. Ein ZRaöio, 1 Höhensonne f. Gleichstrom, u. eine elektrische Waschmaschine für Allstrom zu verkaufen. sesaD HohrumQprg 51. Gut erhaltener weiß, emailliert. großerKiicheoheril ni oerfmif. l0?297 Näheres m der Geschäftsstelle d. Gießen. Anzeig. V. A. Von Jahr zu Jahr mehren sich jetzt die tödlichen Unfälle, die dadurch passieren, daß Bauern und Siedler aus falscher Sparsamkeit sich entweder selbst mit der Anlage von Kesselbrunnen und ihrer späteren Reinigung befassen oder daß sie bei Brunnenbaumeistern beschäftigt gewesenes Hilfspersonal mit dem Bau solcher Brunnen beauftragen, da diese Leute sich anscheinend zu besonders günstigen Bedingungen anbieten. Die Folgen dieser sinnlosen Sparsamkeit melden dann die Zeitungen. So am 3. August aus Schönermark bei Neuruppin: Dort stieg der 54 Jahre alte Bauer Karl Ingold in seinen Brunnen, um eine Reparatur vorzunehmen. Die beiden Söhne waren oben geblieben, um dem Vater das Gerät zuzureichen. kaum war der Dauer unten im Brunnenschacht, als er auch schon von den Gasen, die keiner vorher bemerkt hatte, betäubt war. Sein ' 21jähriger Sohn stieg nach, um den Vater 1 heraufzuholen, aber ehe er sein Rettungswerk i vollenden konnte, war auch er den giftigen 1 Gasen zum Opfer gefallen. 3n Verkennung aller Gefahren stieg auch der zweite Sohn nach, um Vater und Bruder zu retten, und blieb als drittes Opfer. Ein ähnlicher Vorfall spielte sich vor Jahresfrist in Britz in der Nähe von Eberswalde ab, wo sich bei der Anlage eines neuen Brunnens, der durch sehr harte Schichten geführt werden mußte, und Heute Donnerstag Erstaufführung IPOILAX TMIEGIRII als Frau und Künstlerin Ein unvergeßliches Erlebnis in ihrem neusten Film: Täglich frischen süßen 66mD Apfelmost Ludwig Kohlermann IV. Inh. L. Heiderich Bleichstr. 14 Daselbst kann auch gekeltert werden krieg schilt ha ft Wil tuen Jm ibzll wir war fuhr Rap । |jue ' lack in b1 grol sich 193 han i®ef ZM auß Dr Lies, N N wirt In bnc | aus mit Hausschwamm 1 nach Hause kommen). Rach Beendigung des Mietverhältnisses muß der Mieter den vom Vermieter gelieferten Hausschlüssel dem Hauswirt zurückgeben. Das Anfertigen oder Anfertigenlassen von Hausschlüsseln ohne Genehmigung des Hausbesitzers oder seines Stellvertreters (Hausverwalter) ist strafbar. Hausschwamm, Pilz, der hauvt- sächlich in feuchten, dunklen Räumen auftritt, ein watteartiges Aussehen hat und eine übelriechende Flüssigkeit absondert. Holz, das von Hausschwamm angegriffen ist, wird schnell zerstört und soll daher sofort verbrannt werden. Es gibt heute Möglichkeiten, den Hausschwamm zu bekämpfen. diese können jedoch nur von Bausachverständigen beurteilt und angewendet werden. (S. auch Hauskauf.) Haustöchter nennt man jung; Mädchen, die bei Familienanschluß in einen anderen Haushalt gehen, um sich dort anlernen zu lassen. Dafür verrichten sie mit der Hausfrau alle hauswirtschaftlichen Arbeiten und erhalten als Entgelt nur ein Taschengeld. Haustöchter müßen bei der Krankenkasse angemeldet sein. Hauswirt. Die Rechte des Hauswirtes bestimmen sich nach dem Mietvertrag. Der Hauswirt darf die Wohnung des Mieters ohne dessen Erlaubnis nicht betreten, auch wenn der Mieter nach Beendigung des Mietverhältnisses nicht rechtzeitig auszieht. Der Hauswirt kann aber unter Um- ____ _____ 22157 ----- ----- . ----- 47011 47762 48609 65669 68049 58763 61897 73748 111288 125825 133654 137263 137550 ----' verschwinden durdi Frucht'« Schwanenweiß Ole Haut reinigt, belebt u. erfrischt Schönheit«wasser Aphrodite Drog. Winterhoif, Kreuzplatz 10 Fris.-Salon Wahl, Bahnhofstr. 63 Grünberg: Droghs. Ang.Röhm Ausfeld llllllllllllllllllllllllllllll Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Vogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter SööelWöletn itSeeWlen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseeküste. — Don Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag Berlin. Lichterfelde llllllllllllllllllllllllllllll mit