Ur. 125 Erster Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, 2. Juni M7 LrlHeim tflg Md), autzer Sonntags an6 Feiertag» Beilagen. Die 3Ilu|tnertt Gieyener Familienblättei Hetmal im Bild Die Scholl» OTonats-Beingsprets: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drutö und Verlag: vrühl'sche Universttatsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/.Ut)röes Bormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Plahoorschrift nach vorh Bereinbg.25°/O mehr. 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Indem man die Leistungen der italienischen Freiwilligen in Spanien angezweifelt und damit auch die Ehre des 'italienischen Soldaten überhaupt zu verletzen trachtete, glaubte man wohl immer das politische Ansehen des neuen Imperiums zu treffen. Aber diese plumpe Brunnenvergiftung hat uns sogar nur ein verstehendes Lächeln abgenötigt, denn wir sahen aus ihr mittelbar, welche überragende Bedeutung man politisch und militärisch der Achse Berlin—Rom zumißt. Sie ist ein Stein des Anstoßes für alle jene Elemente, die sich den europäischen Frieden nur als ein Gefangenenlager vorstellen können, dessen bewaffnete Wächter in Moskau, Paris und allenfalls in London fitzen. Aber diese Vorstellung stimmt heute mit der Wirklichkeit nicht mehr überein. Der Friede als Jdeal- zustand eines echten europäischen Gemeinschaftslebens wird in Berlin und Rom verteidigt. Damit ist auch die Rolle umschrieben, welche die italienische Wehrmacht heute spielt. Sie ist ein Schutzfaktor der Ordnung gegen das bolschewistische und halbbolschewistische Chaos, das sich hier und da in unserem Erdteil ausbreiten könnte. Wenn man die italienische Wehrmacht kurz schildern will, so muß vorausgeschickt werden, daß man an ihre Kampfkraft nicht mehr dieselben Maßstäbe legen darf, wie in Vorkriegszeiten. Der Faschismus hat eine völlige Erneuerung der Wehrmacht im Geiste und in der Bewaffnung durchgeführt. Abessinien war die Probe aufs Exempel, eine Probe, die glänzend gelungen ist. Der geistigen Mobilisierung unter dem faschistischen Regime entspricht die zahlenmäßige Entwicklung der italienischen Wehrmacht. Noch 1914 hatte Italien nur 250 000 Mann unter den Waffen, und nur 550 000 Mann standen ihm beim Beginn der Jsonzoschlacht zur Verfügung. Heute besteht das stehende Heer schon in Friedenszeiten aus 325 000 weißen und 150 000 farbigen Soldaten. Im Falle der Mobilisation können schon nach einem Tage 1,25 Millionen Soldaten (ohne Farbige) auf die Beine gebracht werden, nach Abschluß der vollständig durchgeführten Mobilmachung aber können fast acht Millionen ausgebildete Waffenträger im Felde stehen. Das Landheer zählt heute 13 Armeekorps, 32 Infanteriedivisionen (davon einige motorisiert), 5 Alpini Divisionen, 3 schnelle Divisionen und 1 motorisierte mechanische Brigade. Dazu kommt das K o l o n i a l h e e r , das ganz auf sich selbst gestellt ist und aus drei Teilen besteht: den farbigen Kolonialtruppen (40 000 Mann), den weißen Afrikatruppen (20 bis 25 000 Mann) und der sogenannten Arbeitermiliz (150 000 Mann). Unter den einzelnen Waffengattungen des Landheeres steht die Infanterie an erster Stelle, sie soll allmählich mit der modernsten Bewaffnung versehen werden. Ihre Marschleistung und Disziplin sind ausgezeichnet. Die Elite bilden Alpini und Bersaglieri. Auf Motorisierung und Mechanisierung wird großer Wert gelegt. Die taktische Ausbildung zielt im großen Ganzen auf den Bewegungskrieg. Die Artillerie soll über 7000 Geschütze bis zu einem Kaliber von 42,1 cm verfügen. . Eine hervorragende Rolle innerhalb der italienischen Wehrmacht ist der Luftwaffe zugedacht. Sie ergibt sich ohne weiteres aus der eigentümlichen geographischen Lage Italiens, das mit seinen langen' offenen Küsten, feinen über das Mittelmeer verstreuten Stützpunkten und seinem entfernten Kolonialreich einer schnell einsatzfähigen und wirksamen Waffe bedarf. Sowohl in zahlenmäßiger wie in technischer Beziehung ist ein steiler Aufstieg der Luftwaffe zu verzeichnen. Noch beim Marsch auf Rom zählte die italienische Luftmacht sage und schreibe 60 Flugzeuge, heute verfügt sie über 4600 kriegsverwendungsfähige Apparate. Die Luftwaffe gliedert sich in 210 Staffeln mit 2300 Flugzeugen erster Linie, wozu als Flugzeuge zweiter Lime die gleiche Anzahl von Schul- und Reserveflugzeugen älterer Bauart zu zählen ist. Die Fliegertruppe besteht heute aus 4087 aktiven Offizieren und 8144 aktiven Unteroffizieren. Diese Zahl, die noch vor vier Jahren nur halb so groß war, soll m wiederum 4 Jahren auf 7670 Offiziere und 12 647 Unteroffi- ziere gesteigert werden. Die technische Entwicklung der italienischen Luftwaffe ist geradezu als ein Wunder zu bezeichnen. Zahlreiche Geschwader- Ozeanflüge und Rekordleistungen aller Art haben der Welt die Leistungsfähigkeit der faschistischen Luftfahrt vor Augen geführt. Als See- und Mittelmeermacht ist Italien auch auf das Vorhandensein einer starken K n e g s - marine angewiesen. Die Mannschaftszahl, die gegenwärtig noch etwa 30 000 betragt, soll sehr bald verdoppelt werden. Die Flotte ist zum Teil veraltet. Die vorhandenen Linienschiffe stammen noch aus der Vorkriegszeit. Dagegen sind die 19 schnellen Kreuzer ebenso wie der 104 Zerstörer und die 77 U-Boote von moderner Bauart und stellen eine Der Nichteinmischungsausschuß muß sich entscheiden. Es gehört zu den angenehmen Pflichten in diesen ernsten Tagen, mit Dank und Anerkennung der Ehrungen zu gedenken, mit denen d i e britische Garnison von Gibr altar die 23 Todesopfer des Panzerschiffes „Deutschland" zur letzten Ruhe 'begleitete. Es waren nicht nur englische Truppen- und Marineteile daran beteiligt, sondern auch die höchsten militärischen Spitzen der englischen Garnison erwiesen den Männern, die inmitten treuer Pflichterfüllung als Opfer eines niederträchtigen Banditenüberfalls sterben mußten, die letzte Ehre. Diese englischen Offiziere und Soldaten, die dem Schauplatz des Sowjetkrieges in Spanien so unmittelbar nahe sind, diese Männer der Front, die die perfiden Wirklichkeiten dieses moskowitischen Eroberungskrieges in der Südwestecke Europas zum großen Teil aus eigener Anschauung kennen, haben sicher das größte Verständnis nicht nur für alle notwendigen Folgerungen aus dem Massenmord von Ibiza, sondern auch für jene mustergültige Haltung der deutschen Marine, die dieser überall die Sympathien erobert hat. Das hat sich vor dem heimtückischen Ueberfall auf die „Deutschland" noch .gezeigt, als das deutsche Kriegsschiff einmal zu einem kurzen Besuch Gibraltar anlief. Das zeigte sich auch u. a. wieder bei der großen Flottenparade aus Anlaß der englischen Königskrönung, wo das denkbar beste Einvernehmen zwischen den deutschen Seeleuten vom Panzerschiff „Graf Spee" und ihren britischen Kameraden festzustellen war. Um so weniger Verständnis ist dafür zweifellos bei diesen Männern der Front zu finden für alle jene Unklarheiten und Verschleppungen, die um die „Nichtei n m i s ch u n g" getrieben werden. Deutschland und Italien haben ihre weitere Mitarbeit an den Erörterungen des Nichteinmischungs- ausschusses eingestellt, solange ihnen nicht sichere Gewähr gegen eine Wiederholung von Bombenanschlägen und anderen kriegerischen Anschlägen dieser Art geboten ist. Der Nichteinmischungsausschuß hat diese Mitteilung den beteiligten Regierungen zur Kenntnis gebracht und in der weisen Erkenntnis, daß er nunmehr nur ein Rumpfausschuß ist, sachliche Erörterungen vermieden. Aber wie steht es nun mit dem Nichteinmischungsausschuß? An sich kann ein diplomatischer Staatenausschuß gute Dienste leisten, wenn er in einer wirksamen Weise und vor allem rechtzeitig zur örtlichen Begrenzung (Lokalisierung) außenpolitisch gefährlicher Zustande beiträgt. Dieses wünschenswerte Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn alle Teilnehmer sich sozusagen auf der selben moralischen Ebene bewegen und eine örtliche Begrenzung eines außenpolitischen Gefahrenherdes ehrlich wollen. Die Sowjet-Russen wollen das Gegenteil: sie wollen die Weltrevolution. Auf die Weltrevolution ist ihre Armee vereidigt und ihre ganze Außenpolitik ist ausschließlich darauf eingestellt, alle Mitglieder der europäischen Staaten-Gesellschaft und darüber hinaus die Völker der ganzen Welt gegeneinander auszuspielen und zu hetzen. Es erhebt sich die entscheidende Frage: Wo sind die Dummen, die sich zu diesem Zweck mißbrauchen lassen? „Summ" in diesem Sinne können auch jene Pfiffikusse sein, welche aus augenblicklichen opportunistischen Erwägungen mit dem jüdischen Bolschewismus liebäugeln — nicht weil sie ihn lieben oder fördern wollen, sonder weil sie über eine Verlegenheit hinwegzukommen suchen, indem sie ihrerseits das „Ausspielen" des einen gegen den anderen versuchen. Wenn es nun schon auf das Ausspielen ankommt, so muß kalt festgestellt werden, daß in diesem Punkt der Bolschewismus den längeren Atem hat. Was nutzen Unterschriften eines Teilnehmerstaates London, 1. 3uni. Botschafter von Ribbentrop hatte am Dienstagvormittag mit dem englischen Außenminister Eden eine Aussprache über die durch den Bombenabwurf der bolschewistischen Spanier auf die „Deutschland" geschaffene Lage. ♦ „Times" meint, in London habe man anerkannt, daß Fortschritte auf dem Wege z u einem Vergleich schrittweise gemacht werden müssen, wenn man aus den Schwierigkeiten herauskommen wolle. Eine dieser Schwierigkeiten sei das Fehlen der deutschen und italienischen Schiffe in der Ueber- wachungszone. Die Frage werde von Sachverständigen bearbeitet und es sei anzunehmen, daß in der Zwischenzeit eine Uebergangsmaß- nähme durchgeführt werde. England habe volles Verständnis für die Forderung Deutschlands und Italiens, Sicherheiten für ihre Schiffe zu erlangen, besonders nach einem so bedauerlichen Zwischenfall wie der Angriff auf die „Deutschland". In England erkenne man an, daß diese Forderung vernünftig fei. Das Blatt weist dabei darauf hin, daß ja auch der englische Zerstörer „Hard y" einem gleichen Bolschewistenüberfall nur knapp entronnen sei. England habe also ein unmittelbares Interesse an solchen Sicherheiten. Der Richleinmischungsausschuß werde sich mit dieser Frage jetzt beschäftigen. Anschließend werde man an Deutschland und Italien herantreten, um ihre Zustimmung zu dem vom Richteinmischungsausschuß ausge- des Nichteinmischungsausschusfes, wenn er in der Praxis das gerade Gegenteil betreibt, die Lunte an das Pulverfaß anlegt und den Einbläser bei Verbrechen abgibt, wie dem Bombenanschlag von Ibiza. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder es bleiben die gelernten Pfiffikusse, von denen wir eben gesprochen haben, mit den Einbläsern von Bombenanschlägen in trautem Verein beisammen, oder es werden Deutschland und Italien ausreichende Bürgschaften für die Zukunft an die Hand gestellt. Der italienische Botschafter in London hat bereits am Samstag, also einige Stunden vor dem Bombenanschlag auf die „Deutschland", darauf hingewiesen, daß der Nichteinmischungsausschuß an einer solchen Klärung aus Gründen der Selbstachtung interessiert ist. D. arbeiteten, plan zu erlangen. In Kreisen des Richteinmifchungsausschuffes nehme man an, daß das englische A u h e n a m t mit diesen diplomatischen Verhandlungen betraut werde. Die Hauptaufgabe sei, eine Sicherheitsformet zu finden, die einem humanen Standpunkt entspreche. „Daily Telegraph" meint, man denke an die Möglichkeit, einen plan auszuarbeiten für eine gemeinsame Aktion der vier Ueberwachungsslotten im Falle, daß eines ihrer Schiffe in den Sicherheitszonen angegriffen würde. „Morning Poft" meint, es würden ernste Komplikationen entstehen, wenn die Valencia-Bolschewisten die verlangten Sicherheiten abschlügen. Unvermeidlich wurde das zu einer Verwirrung unter den Westmächten führen. Es bestünden verschiedene Gründe zu der Annahme, daß gerade das die Politik der Drahtzieher von Valencia sei und daß diese Absichten auch den Grund für den Ueberfall auf d i e „Deutschland" lieferten. Die gegenwärtige Lage hänge also ganz von der Kaltblütigkeit der Westmächte ab. Kreuzer „Leipzig" nach Spanien ausgelaufen. Berlin, 1. Juni. (DRB.) Zur Verstärkung der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern ist heute der Kreuzer „Leipzig" in See gegangen. Weitere Schisse werden in den nächsten Tagen folgen. Die englische presse erörtert ©arantieDiäne. außerordentliche Kampfkraft dar. Die noch im Bau befindlichen Riefenschlachtfchiffe „ßittorio" und „Vit- torio Deneto" werden zu den stärksten Einheiten der Welt zählen, sie sind schneller als die großen britischen Dreadnoughts „Nelson" und „Rodney". So ist Italien heute ein Volk in Waffen, dessen militärische Organisation und Ausrüstung in fortschreitender Entwicklung begriffen ist. Die wirtschaftliche Grundlage dieser Weltmacht ist zwar noch schmal, wird aber durch eine großzügige Aktion zur eigenen Rohstoffbeschaffung dauernd verbreitert. Ev. Der Reichskriegsminister nach Rom abgeflogen. Berlin, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Reichskriegsrninister Generalseldmarschall von Blomberg ist heute früh um 6 Uhr mit einem Sonderflugzeug nach Rom ab gereift. Er wird begleitet von seiner Tochter, dem Major von der Decken und Kapitänleutnant Wangen- h e i m sowie dem italienischen Militärattache in Berlin, Oberst Marras. Zum Abschied hatten sich auf dem Tempelhofer Feld mehrere Herren der italienischen Botschaft eingefunden. Der Reichskriegsminister wird als Gast des italienischen Staatschefs Mussolini drei Tage zum Besuch der italienischen Wehrmacht in Italien weilen und heute nachmittag vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien in Privataudienz empfangen werden und anschließend Mussolini aufsuchen. Am Donnerstag sind mehrere Besichtigungen der Luftwaffe, am Freitag solche des Heeres und am Montag Flottenübungen bei dem Kriegshafen Gaeta vorgesehen. Samstag und Sonntag weilt Generalfeld- marfchall von Blomberg in Neapel, um als Gast des italienischen Kronprinzen den großen Reiterspielen beizuwohnen. Der Generalfeldmarschall wird in der römischen Presse als ein Mann geschildert, dessen Verdienste von entscheidender Bedeutung für die Grundlage der neuen Wehrmacht Deutschlands seien. Nach seiner Berufung zum Reichskriegsrninister habe er sich mit der ihm eigenen zähen Entschlossenheit und mit der Begeisterung, die auf fein Vertrauen in die sichere politische Mission des Führers begründet fei, als ein Mann der Tat von eminent praktischem Geist erwiesen. Lord plymoutb seht seine Naltikumreise fort Helsinki, 2.Juni. (DNB. Funkspruch.) Der in Finnland weilende Vorsitzende des Nicht- einrnischungsausschusses, Lord Plymouth, erklärte, er sei beruhigt über die Erklärung der Reichsregierung, daß keine weiteren Vergeltungsmaßnahmen für die Bombardierung der „Deutschland" vorgenommen werden sollten. Er habe nicht die Absicht, seine baltische Reise zu unterbrechen. Lord Plymouth wird somit erst in etwa zehn Tagen in London zurückerwartet. Portugal fordert beschleunigte Festlegung der Garantien. Lissabon, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die portugiesische Regierung hat dem Foreign Office und dem Nichteinmischungsausschuß eine Note überreicht, in der mitgeteilt wird, daß Portugal sich seine Haltung gegenüber den Beauftragten und Schiffen der Seeüberwachung, die portugiesiscke Häfen anlaufen, vorbehalten müsse. Das gleiche gelte für die britischen Beobachter an der portugiesisch-spanischen Grenze. Portugal erblickt in dem Ausfallen der deutschen und italienischen Ueberwachungsschiffe ein Durchbrechen des Gleichgewichts zugunsten einer Kampfpartei und fordert die schnellste Fe st l e g u n g der Garantien, um beide Mächte in die Lage zu versetzen, mit ihren Schiffen die ihnen anvertraute Ueberwachungstätig- keit fortzufetzen. Anfragen im Unterhaus. London, 1. Juni. (DNB.) Außenminister Eden sagte im Unterhaus auf eine Frage des Oppositionsführers Attlee: Die deutsche Regierung hat beschlossen, keinen weiteren Anteil an der Flottenpatrouille an der spanischen Küste oder an den Besprechungen des Nichteinmischungsausschusses zu nehmen, solange sie nicht eine sichere Garantie gegen d i e Wiederholung solcher Ereignisse wie der Bombardierung der „Deutschland" erhalten hat. Ein ähnlicher Beschluß ist von der italienischen Regierung gefaßt worden. Ich erkläre jedoch auf Grund von Nachfragen, die ich angefteüt habe, daß diese Regierungen den internationalen B e - obachtungsplan als immer noch in jeder Hin- sich auf sich anwendbar betrachten mit Ausnahme der Beteiligung an der Flottenpatrouille. Die britische Regierung hat ihr tiefes B e - dauern über den von der deutschen und italienischen Regierung ausgesprochenen Beschluß ausgedrückt. Sie wird weiterhin ihr äußerstes tun, um eine Erschwerung der gegenwärtigen Lage zu verhindern. Sie steht in ständiger Rücksprache mit den anderen Regierungen über Schritte, die die Lage wiederherstellen könnten. Das Unterhaus wird einsehen, daß es gegenwärtig nicht möglich ist, weitere Einzelheiten anzugeben. Attlee wollte hierauf wissen, ob Eden die Frage erwogen habe, diese Angelegenheit dem Völkerbund vorzulegen, damit dieser die Tatsachen prüfen und den Umstand erwägen könne, wie ein möglicher Angriffspakt dieser Mächte aussehe. Eden erwiderte: „Die englische Regierung hat natürlich alle diese Gesichtspunkte erwogen, ich weiß, daß die spanische „Regierung" (gemeint sind die Valencia-Piraten) um eine baldige Ratssitzung ersucht hat. Die brittsche Regierung ist zwar bereit, bei jedem Werk, dem beide Parteien zustimmen würden, mitzuarbeiten, aber ich würde zögern, mich angesichts des von den beiden Parteien gefaßten gegenwärtigen Beschlusses auf irgendein individuelles Vorgehen festzulegen." Attlee fragte hierauf, ob die Regierung den spanischen Bolschewisten ihre Sympathie für die erlittenen Verluste an Menschenleben ausgedrückt habe. Zahlreiche konservative Abgeordnete riefen an dieser Stelle: Und die Deutschen ?— Eden erwiderte, er habe bereits gestern fein Bedauern darüber ausgedrückt, was der „D e u t f ch l a n d" geschehen fei und was sich in Almeria ereignet habe." Die Toten der „Deutschland". Bestattung in der Heimat angeordnet. Berlin, 1.Juni. (DNB.) Der Führer hat veranlaßt, daß — soweit die dazu notwendigen Vorbereitungen getroffen sind — d i e Toten vom Panzerschiff „Deutschland" auf Staatskosten nach Deutschland übergeführt werden, um auf deutscher Erde zur letzten Ruhe b e ft a 11 e t zu werden. Im Lazarett von Gibraltar ist ein weiterer Angehöriger der Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland", der Obermattose Steiger, am Montagvormittag feinen Verletzungen erlegen. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer des verbrecherischen bolschewistischen Anschlages auf 24. Folgende weitere Verwundete der Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland" sind gestern in Gibraltar ausgeschifft worden, um im Landlazarett Aufnahme zu finden. Die A n- schrift der Betreffenden ist: Militärhospital Gibraltar. Luftpoftverbindung dauert drei Tage. Obermatrose Eckhard, Stabsheizer Kerber, Obermattose Grimminger, Oberheizer N i m s k y , Obermatrose Dieckmann, Oberheizer Fischer, Obermatrose Benner, Oberheizer Haase, Obermattose Drogi, Oberheizer Kittler, Obermatrose Gruber, Oberheizer H e i m e s h o f f, Obermatrose Bernhard, Oberheizer Palm, Obermatrose Dierdorf, Ober- Heizer Trappil, Obermatrose Haue iß, Heizer Bocksdecker, Obermatrose Valentin, Heizer K a e d e r, Obermatrose Bielefeld, Heizer Lehmann, Obermatrose Engelbarts, Heizer N e u m ann , Obermatrose Reimers, Heizer Kreiß, Obermatrose C a st r u p , Maschinistenmaat D i e k a m p , Stabsfunkgast Rieht, Maschinistenmaat Graumann, Stabsfunkgast Wolf, Oberzimmermeistergast D e h a r d e, Stabsfunkgast Wolff, Kantinenpächter Winter, Funkgast Fritsche. Am Mittwoch werden vier 2l r - mee-Krankenschwestern in zwei Flugbooten der englischen Luftflotte nach Gibraltar befördert werden, um bei der Pflege der im Militärlazarett liegenden deutschen Matrosen behilflich zu sein. Die Flugboote werden ohne Zwischenlandung die 1070 Seemeilen lange Strecke zurücklegen. ,/Giuöoö de Barcelona" lief auf eine Mine. St. Jean de Luz, 2. Juni. (DNB.) Während von sowjetspanischer Seite über den Untergang des Schiffes „Ciudad de Barcelona" behauptet wurde, die Versenkung sei durch ein U-Boot erfolgt, gibt die nationalspanische Presse folgende Aufklärung: „Das Handelsschiff „Ciudad de Barcelona" ist gestern um 1.30 Uhr mittags auf eine Mine gestoßen und mit seiner aus 110 Mann bestehenden Besatzung untergegangen." Zu dieser Meldung schreibt der „Völkische Beobachter": Es bestätigt sich erneut, daß die Bolschewisten in ihrer Verlogenheit und Scheu vor der Wahrheit jedesmal, wenn sie In eine der von ihnen selbst angelegten Gruben hineinfallen, sofort mit einer völlig aus der Luft gegriffenen „Erklärung" zur Hand sind. Das imagiäre „U-Boot unbekannter Nationalität" mit einer kleinen Andeutung seiner deutschen bzw. italienischen Herkunft ist geradezu schon zu einem täglichen Gebrauchsmittel geworden. Wir erinnern nur an die Torpedierung der „Jaime I." im Hafen von Valencia und des englischen Zerstörers „Hunter", die nachher immer durch eine bolsche- wistische Mine zerstört wurden. Nie 6rtHfche Wehrsteuer Zurückgezogen. Chamberlain kündigt neue Steuervorlage an. — Die Presse sehr befriedigt. London, 1. Juni. (DNB.) Im Unterhause griff der konservative Abg. Winston Churchill die Wehrbeitrags st euer, durch die der Mehrverdienst der Industrie besteuert werden sott, scharf an und legte dem Schahkanzler nahe, diese Steuer zurückzuziehen. Churchill erklärte, daß großer Verdienst meistens damit Zusammenhänge, daß der Kaufmann den Mut zu einem Risiko aufbringe. Es sei daher falsch, einen solchen Unternehmungsgeist besonders zu besteuern. Nachdem auch die Arbeiterpartei an dem Gesetz Kritik geübt hatte, erklärte Ministerpräsident Chamberlain, daß der Schatzkanzler andere Vorschläge mit dem Ziel ausarbeiten werde, eine einfachere Be- ftcuerung der Gewinne der Industrie zu finden, die nicht weniger als 25 Millionen Pfund jährlich erbringen sollte. Damit ist die viel umkämpfte Wehrbeitragssteuer in ihrer ursprünglichen Form gefallen. Der Antrag der Labour Party, das Finanzgesetz abzulehnen, wurde mit 340 zu 149 Stimmen abgelehnt. ♦ Die Londoner Presse beurteilt die Zurückziehung der Wehrbeitragsoorlage sehr günstig. Die Wehrbeitraassteuer sei sowohl im Unterhaus wie in den interessierten Kreisen des Landes Höch st unpopulär gewesen. Durch sein kluges Vorgehen habe Chamberlain an Ansehen gewonnen. So schreibt der „Daily T e l e g r a p h", der Wehrbeitrag sei ein Fehler gewesen, der nun berichtigt worden sei, nicht, weil die besitzenden Kreise Englands unruhig gewesen seien, sondern weil man von der Vorlage nicht das hätte erwarten können, was gewünscht war. — Die „Time s" erklärt, Chamberlain habe mit der Zurückziehung der Vorlage die Achtung vor der Ansicht des Unterhauses zum Ausdruck gebracht. Selbst die größten und angesehensten Staatsmänner seien immer klug genug gewesen, die Grenzen ihrer persönlichen Autorität zu erkennen. — „Daily M a i l" schreibt, das Land werde Chamberlain für seinen entschlossenen und staatsklugen Akt bewundern und schätzen. Er habe damit bewiesen, daß er ein Mann kühner Entschlüsse sei. — Der sozialistische „Daily H e r a l d" meint, der Arbeitsantritt der neuen Regierung sei wenig eindrucksvoll gewesen. Der Ministerpräsident habe die Vorlage als einen Fehlschlag zugegeben und habe sich zu der Tatsache bekennen müssen, daß die Vorlage ungerecht und unreif gewesen sei. OieTaguna desReichsbundes her K'nderreichen Reichsminister Dr. Goebbels wird in Frankfurt sprechen. NSG. Reichsminister Dr. Goebbels, der Schirmherr des Reichstreffens der Kinderreichen, wird am Sonntag, den 6. Juni 1937, auf der Kundgebung am Frankfurter Messegelände eine Ansprache halten. Bei dem Reichstreffen des RDK. werden auch die er st en 800 Ehrenbücher der deutschen Familie von Reichsbundesleiter Stüwe ausgegeben werden. Der Reichsbund der Kinderreichen hat aus zwei Gedankengängen heraus das Ehrenbuch der deutschen Familie geschaffen, einmal um der deutschen Familie eine Urkunde zu geben, die sie mit Stolz erfüllt und ihr immer wieder vorstellt, daß Kinderreichtum in erster Linie nid)t Rechte, sondern Pflichten in sich birgt, nämlich ein gesundes Geschlecht heranzuziehen. Der andere Gedanke war, dem Inhaber des Ehrenbuches alle Tore zu öffnen, die das neue Deutschland durch die Partei, den Staat und die Behörden für die kinderreiche Familie erschlossen hat. Das vom RDK. geschaffene Ehrenbuch ist mit Unterstützung des Reichsministers Dr. Frick und des Rasfenpolitischen Amtes der NSDAP, entstanden. Das Buch soll eine reinliche Trennung zwischen der asozialen, verantwortungslosen und erbbiologisch minderwertigen Großfamilie und der förderungswürdigen kinderreichen Familie herbeiführen. Es wird dabei ange- -strebt, daß das Ehrenbuch künftighin öffentlichen Urkunden gleichgestellt wird. Für das Ehrenbuch wurde eine würdige und praktische Form gefunden. Auf der dritten Seite befindet sich folgende Eintragung: „Dieses Ehrenbuch weist die Familie, für die es ausgestellt ist, als deutschblütige, geordnete, kinderreiche und förderungswur- o i g e Familie aus." Eine deutsche Rote an den Vatikan. NieNeckung derAnariffeMundeleins hat dieVoroustetzuna für normale Beziehungen beseitigt Berlin, 1. Juni. (DNB.) Die aus der Presse bekannten unqualifizierbaren Beleidigungen, die der Kardinal Mundelein vor kurzem in Chikago gegen das deutsche Staatsoberhaupt und Mitglieder der Reichsregierung ausgesprochen hat, haben der Reichsregierung Anlaß gegeben, hiergegen am 24. Mai bei der Kurie schärfsten P r o t e st zu erheben. Wie wir erfahren, hat der Kardinalstaatssekretär aus diesem Protest nicht die sonst im internationalen Verkehr in derartigen Fällen selbstverständlichen Folgerungen gezogen, sondern in einer am 25. Mai übermittelten Erklärung eine Haltung eingenommen, die die Reichsregierung zu einem neuen Schritt bei der Kurie gezwungen hat. Das nähere ergibt sich aus der nachstehenden Note, die der deutsche Geschäftsträger beim Heiligen Stuhl am 29. Mai dem Kardinalstaatssekretär übermittelt hat. „Der deutsche Botschafter beim heiligen Stuhl hak vor kurzem Vorstellungen dagegen erhoben, daß kardinal Wundelein vor über 500 Priestern des Erzbistums Chikago über das deutsche Staatsoberhaupt, über Mitglieder der Reichsregierung und über gewisse kirchenpolitische Vorgänge in Deutschland in unerhört beleidigender Form gesprochen hat. Insbesondere gab der Botschafter feinem größten Befremden darüber Ausdruck, daß ein Kirchenfürst im Range des Kardinals Mundelein sich zu unqualifizierbaren Verunglimpfungen des deutschen Staatsoberhauptes hat hinreißen lassen, hierauf ist dem deutschen Botschafter beim heiligen Stuhl eine mündliche, später schriftlich bestätigte Antwort gegeben worden, die ich im Auftrage meiner Regierung wie folgt beantworte: Die deutsche Reichsregierung war bei der im Interesse der Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vatikan ihrem Botschafter vorgeschriebenen und von dem Botschafter in diesem Sinne ausgeführten Demarche davon ausgegangen, daß niemandem mehr als dem heiligen Stuhl selbst daran liegen müsse, diejenigen Schäden a b - zuwenden, welche für das Verhältnis zwischen Deutschland und der Kurie aus den niedrigen Angriffen des Kardinals gegen das deutsche Staatsoberhaupt erwachsen müßten. Die deutsche Reichsregierung hatte es für selbstverständlich gehalten, daß der heilige Stuhl von den aller Welt bekannt gewordenen Aeuherungen des Kardinals alsbald a b r ü ck e n , diese korrigieren und sein Bedauern aussprechen werde, wie es im internationalen Verkehr stets guter Brauch gewesen ist. Zu ihrer lebhaften Aeberraschung und zu ihrem tiefen Befremden hat der heilige Stuhl es jedoch für gut gehalten, in allgemeinen, unsubskantivierten und unrichtigen, aber desto ausfallenderen Bemerkungen darüber, daß der Kardinal Gleiches mit Gleichem vergolten habe, einen Vorwand zu suchen, um die Vorstellungen des deutschen Botschafters unbeantwortet beiseite zu schieben. Die deutsche Reichsregierung ist sonach zu der Feststellung gezwungen, daß der heilige Stuhl jene unqualifizierbaren öffentlichen Angriffe eines seiner höchsten Würdenträger gegen die Person des deutschen Staatsoberhauptes unkorrigiert fortbestehen läßt und sie dadurch in den Augen der Welt tatsächlich deckt. Der heilige Stuhl wird sich darüber im klaren sein, daß sein unerwartetes und unverständliches Verhallen in dieser Sache, solange keine Remedur erfolgt, die Voraussetzungen für eine normale Gestaltung der Beziehungen zwischen der deutschen Regierung und der Kurie beseitigt hat. Für diese Entwicklung trägt die Kurie allein die volle Verantwortung." * Die deutsche Note an den Vatikan, die wiederum nur eine Antwort auf ausfallende Bemerkungen der Kurie ist, erhellt mit einem Schlage den S p a n- n u n g s z u st a n d , der infolge kirchlicher Unduldsamkeit nun auch in den offiziellen Beziehungen zwischen Reich und Vatikan eingetreten ist. Die Voraussetzungen für ein normales Verhältnis bestehen nicht mehr. Die Schuldfrage ist auch in diesem Falle völlig geklärt: der Heilige Stuhl hat es für nötig befunden, sich wegen der beleidigenden Aeuße- rungen des Kardinals Mundelein gegenüber dem deutschen Staatsoberhaupt nicht zu entschuldigen, vielmehr die deswegen erfolgte Demarche der Reichsregierung rundweg abzulehnen. Der Heilige Stuhl hat sich'damit auf die Seite des Hetzers gestellt und dessen lügnerische Behauptungen zu seinen eigenen gemacht. Der scharfe deutsche^ Protest erhält somit eine doppelte Rechtfertigung. Daß die Lage sich so züspitzen konnte, dafür trägt allein die Kurie die Verantwortung. Will die Kirche den Kampf, so soll sie ihn haben. Anders als das weltliche Rom hat das kirchliche Rom feit langem eine Stellung gegenüber dem Nationalsozialismus bezogen, die von oft versteckter, manchmal offener Feindschaft nicht weit entfernt war. §Es kann nicht im Sinne einer kurzen Betrachtung liegen, nach den Gründen für diese Erscheinung zu suchen. Aber soviel darf wohl festgestellt werden, daß das Dritte Reich diese Gegnerschaft nicht gewollt und auch nicht veranlaßt hat, denn nirgends sonst ist der Schutz der Gewissensfreiheit wie der religiösen und kirchlichen Einrichtungen so ernst genommen worden wie im neuen deutschen Staat. Die tiefere Ursache für die provozierende Haltung der „streitbaren" Kirche scheint uns vielmehr darin zu liegen, daß sie gegenüber den großen geistigen Bewegungen, den weltanschaulichen Umwälzungen unserer Zeit in völliger Verständnislosigkeit verharrt. Die Einbußen, welche die Autorität des Papsttums in den Jahren nach dem Kriege erlitten hat, waren recht erheblich, und alle Versuche, diese Verluste wieder aufzuholen, blieben mehr oder weniger erfolglos. Papst Pius XL, der dieser Tage sein 80. Lebensjahr vollendete, ist bekannt als eine sehr hartnäckige Natur, die einen Widerspruch nicht leicht verträgt. Konkordatspolitik hat nur in einem Falle zu einem günstigen Ergebnis geführt: in den Lateranverträgen von 1929, die nach langen, heftigen Auseinandersetzungen den Ausgleich zwischen dem Faschismus und der römischen Kirche sowie die politische Souveränität des Papstes im Kirchenstaat brachten. Wie beschränkt im übrigen jedoch die Weltauffassung der Kurie heute ist, das ergibt sich beispielsweise aus der unterschiedslosen Haltung, die man bei passender Gelegenheit dem Bolschewismus wie dem Nationalsozialismus gegenüber einzunehmen beliebt. Kein Wunder, daß unter solchen Umständen die nachgeordneten Stellen in denselben Irrtümern befangen find. Kein Wunder, daß sich Herr Mundelein dazu hinreißen ließ, von Chikago aus das deutsche Volk und seinen Führer mit Giftpfeilen zu beschießen. Die katholische Kirche freilich wird es sich gefallen lassen müssen, daß Deutschland die Antwort auf solche unqualifizierbaren Angriffe nicht schuldig bleibt. Reichsminister Dr. Goebbels hat es in seiner Rede ausgesprochen, daß bei uns nicht das Gesetz des Vatikans, sondern das Gesetz des deutschen Volkes gilt. Unser Gesetz verlangt aber eine reinliche Scheidung zwischen kirchlichen und staatlichen Befugnissen, es verlangt überdies den Schutz der deutschen Ehre und den Schutz der deutschen Sitte! Weder die geistlichen Sexualverbrecher noch ihre Verteidiger in Chikago oder Rom werden dies Gesetz ohne Strafe beugen können. Ev. Mißverständnisse müssen beseitigt werden. Botschafter Henderson vor der Deutsch-Englischen (Gesellschaft. Berlin, 2. Juni. (DNB.) Die Deutsch- Englische Gesellschaft gab zu Ehren des Könialich-Britischen Botschafters Sir Neville Henderson einen Empfang im „Kaiserhof", zu dem sich mehrere hundert Gäste eingefunden hatten. Der Präsident der Gesellschaft, Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha, begrüßte den Botschafter, wobei er u. a. ausführte: Als die Gesellschaft ins Leben gerufen wurde, lag ihr der Gedanke zugrunde, die vielseitigen Verbindungen zwischen dem Britischen Empire und Deutschland auf rassischen, kulturellen und geschichtlichen Gebieten zu pflegen und zu stärken und, wo nötig, Störungen bereinigen zu helfen. Indem mir uns bemühen, einer möglichst engen lebendigen Verbindung zwischen unseren beiden Nationen die Wege zu ebnen, glauben wir am besten den großen Zielen Ihres Souveräns und unseres Führers zu dienen: Unter den Völkern der Erde einen Frieden z u schaffen und zu erhalten, der darum ein wahrer Friede sein wird, weil er sich aufbaut auf der gegenseitigen Achtung unter den Nationen. Der britische Botschafter wies darauf hin, daß er mit dem aufrichtigen Wunsche nach Berlin gekommen fei, alles in seiner Macht Stehende für die Besserung der deutsch-englischen Beziehungen zu tun. Es sei kein besserer Anfang denkbar als der Versuch, einige Mißverständnisse zu beseitigen, von denen einige so offensichtlich seien, daß man sie nicht fortdauern lassen sollte. In England machten sich viele Leute eine ganß falsche Vorstellung von dem, was das nationalsozialistische Regime wirklich darstelle. Sonst würden sie weniger Nachdruck auf die nationalsozialistische Diktatur legen und dem großen Sozialexperiment, das in Deutschland unternommen werde, weit mehr Bedeutung beimessen. Sie könnten einige nützliche Lehren daraus ziehen. In Deutschland vertrete man die Auffassung, daß Großbritannien Deutschland überall etwas in den Weg zu legen versuche. Großbritannien denke gar nicht daran, dies zu tun. Es habe volles Verständnis für Deutschlands große Sendung in der Welt: Deutsche Kultur, deutsche Philosophie und deutsche Ideale zählten zu dem Edelsten auf der Erde: deutsche Gründlichkeit, deutsche Industrie und deutscher Handel seien seit jeher Gegenstand uneingeschränkter britischer Bewunderung gewesen. „Ein H a n d e l s w e t 1 b e w e r b", so schloß der Botschafter, „wie er immer zwischen uns bestehen muß, ist ein Ansporn, der den Konsumenten zugute kommt, und war niemals der Grund für ein allgemeines Unbehagen oder Uebelwollen in England und wird es niemals sein. Der jüngste Beweis hierfür ist das deutsch-englische Zahlungsabkommen, das eine bemerkenswerte Steigerung des deutsch-englischen Handels mit sich brachte. Das vitalste Problem ist heute für Deutschland hie Rohstofffrage. Ich glaube nicht, daß Deutschland in irgendeinem Lande größere Bereitschaft finden wird, alles zu seiner Unterstützung Wögliche zu tun, als in Großbritannien. England zieht in keiner Weise in Erwägung, Deutschlands rechtmäßige Handels-, Kultur- und Rationalbestrebungen zu hemmen. England will den Frieden. Frieden in Europa und in einer Welt, die wahrhaftig genug Krieg in jenen schrecklichen Jahren von 1914 bis 1918 gesehen hat. Sichern Sie uns Frieden und friedliche Entwicklung in Europa, und Deutschland wird sehen, daß es keinen aufrichtigeren und nützlicheren Freund in der Welt Hal als Großbritannien." Ausländische Pressevertreter bei Sittlichkeitsprozessen in Koblenz. Koblenz, 1. Juni. (DNB.) Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Koblenz wurden am Dienstag drei Verfahren ausgetragen, denen auch zahlreiche Angehörige der ausländischen Presse beiwohnten. Diese hatten dadurch Gelegenheit, sich aus eigener Kenntnis und in öffentlicher Verhandlung davon zu überzeugen, daß die deutsche Gerichtsbarkeit in keinem einzigen Falle ein Verfahren anhängig gemacht hat, wenn nicht das eigene Schuldgeständnis der Angeklagten vorlag und die sexuellen Verirrungen ein Eingreifen des Staates zwingend erforderten. Die ausländischen Vertreter haben sich ferner davon überzeugen können, daß die Prozeßführung mit peinlicher Gewissenhaftigkeit erfolgte und die Berichterstattung über diese Prozesse in der deutschen Presse als äußerst zurückhaltend bezeichnet werden muß. In der ersten Verhandlung war der 23jährige Otto Münz (Bruder Elektus) angeklagt. Münz war im Herbst 1929 als Aspirant in die Franziskaner-Genossenschaft Waldbreitbach eingetreten. Der gänzlich unerfahrene 16jährige wurde bereits nach wenigen Wochen von seinem klösterlichen Vorgesetzten, dem Bruder Quintinus, verführt. Bruder Quintinus ist nicht etwa unschädlich gemacht, sondern kurz nach der Verführung des Angeklagten zunächst nach Dublin in Irland und von dort später nach Brasilien versetzt worden. Der nächste Verführer war der Bruder Marus, der bereits abgeurteilt ist, und dessen Nachfolger war der Bruder Hermann Joseph, der wegen Sittlichkeitsverbrechens eine Strafe abbüßt. Im Laufe weniger Jahre war aus dem Verführten bereits ein Verführer geworden, der sich an schwachsinnigen Zöglingen vergriff. Immer wieder wurden seine Verfehlungen den Klosteroberen bekannt, die sich damit begnügten, ihn zu versetzen. Der Oberstaatsanwalt erklärte, das Verfahren der ständigen Versetzung habe das Treiben der Klosterinsassen so ungeheuerlich gefährlich gemacht, denn mit den wechselnden Funktionen seien immer wieder andere Menschen verführt worden. Bei den Exerzitien seien alljährlich Tausende junge Menschen in die Ordensniederlassungen gekommen, es sei gerichtsnotorisch, daß sie, in den Klöstern verborgen, bei der Rückkehr in ihre Umgebung bas Laster wie eine ansteckende Krankheit weiter verbreitet hätten. Das Gericht verurteilte den geständigen Angeklagten zu Zuchthaus von einem Jahr acht Monaten. Der 35jährige Emil Nock (Bruder Ephraim) trat, nachdem er eine viermonatige Gefängnisstrafe wegen schweren Diebstahls verbüßt hatte, in das Kloster der Barmherzigen Brüder in Montabaur ein, wo er, obwohl dem Generaloberen die geschlechtlichen Verfehlungen des Angeklagten zur Kenntnis gegeben waren, mit den Aufgaben eines stellvertretenden Nooizenmeisters betraut wurde, dem die Erziehung des Nachwuchses und die Belehrung darüber anvertraut ist, wie die Novizen die Laster und Leidenschaften zu unterdrücken haben. Das Vertrauen auf die Heiligkeit feines Amte» und feiner Ordenskleider hat der Angeklagte in nicht wiederzugebender Weife mißbraucht. Auch in diesem Falle begnügten sich die Klosteroberen damit, den Angeklagten, der immer neue Opfer verdarb, zu „verwarnen" und mit kirchlicher Buße zu bestrafen. Den Verteidiger des Angeklagten, den früheren Führer der Zentrumspartei im Kreise Montabaur, Rechtsanwalt Dr. Teveß, mußte der Oberstaatsanwalt darauf Hinweisen, daß dauernde Versetzungen und Strafen in Form von Bußgebeten nicht dazu geeignet sein könnten, die schutzlosen Minderjährigen und Kranken in den Klöstern vor den perversen Angriffen der Ordensbrüder zu bewahren. Das Gericht verurteilte den AngeklaAen zu zwei Jahren Gefängnis. Im dritten Verfahren hatte sich der 44jährige ehemalige Zisterzienserpater Martin ebenfalls unter der Anklage der Verführung Minderjähriger und der widernatürlichen Unzucht zu verantworten. Der Angeklagte will sich seinen Ordensoberen und auch fremden Geistlichen offenbart und durch sie seine Rückkehr in den Laienstand beantragt haben. Von Nom wurde er auch schließlich von den Gelübden der Armut und des Gehorsams, nicht aber von denen der Keuschheit entbunden. Die Ordensoberen schickten den „Kranken" auf Kosten des Klosters zunächst in eine Kaltwasserheilanstalt. Die dauernden Rückfälle führten schließlich dazu, daß der Abt des Klosters Hardeshausen von den Oberen die Entfernung des Angeklagten verlangte, dem aus [(öfter* lichen Mitteln von dem Abt von Marienstadt ein Darlehen von 2500 Mark gegeben wurde. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. Kleine politische Nachrichten. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller nahm an der Eröffnung der 13. Tagung der Internationalen Eisenbahnkongreß-Dereinigung in Paris teil. Er stattete auch dem Deutschen Haus einen Besuch ab. ♦ Am Dienstag begannen in Berlin die in Zeit- abständen üblichen Einzelbesprechungen der Gauleiter aus dem ganzen Reich mit dem Stellvertreter des Führers. Am Mittwoch werden die Besprechungen in einer gemeinsamen Tagung ihren Abschluß finden. ♦ Gesandter Dr. Koecher, der Nachfolger des nach Berlin berufenen Freiherrn von Weizäcker, hat fein Amt als Vertreter des Deutschen Reiches in der Schweiz angetreten. Er stattete seinen ersten inoffiziellen Besuch im Bundeshaufe ab und dürfte sein Beglaubigungsschreiben am Freitag dem Bundespräsidenten überreichen. ♦ Der schweizerische Bundesrat schlug eine Verfassungsänderung vor, derzufolge neben dem Deutschen, Französischen und Italienischen auch das Rätoromanische als Schweizer Amtssprache anerkannt wird. ♦ Prinz Fumimaro Konoe, Mitglied des Kaiserhauses und Präsident des Oberhauses, wurde mit der Kabinettsbildung in Japan beauftragt. Kunst und Wissenschaft. Eine wertvolle Schenkung an die Heidelberger Universitätsbibliothek. Eine wertvolle Bereicherung ihrer Bestände an Urkunden und Archivalien hat die Bibliothek der Universität Heidelberg durch eine Schenkung des Bezirksaltertumspflegers Ernst Fischer erfahren, der jetzt in Freiburg lebt, nachdem er viele Jahre hindurch feine geschichtlichen und familien« kundlichen Forschungen in Weinheim an der Bergstraße betrieben hat. Seine Schriften beschäftigen sich mit Fragen der deutschen Landesgeschichte; fein Ar- chiv von schätzungsweise 5000 Dokumenten aller Art gruppiert sich um zwei Grundstöcke: eine Sammlung von Akten und Urkunden der heute ausgestorbenen Familie Echter von Mespelbrunn und des Hauses der Herren von Ingelheim. LS0-Zahrfeier der Naturforscher-Akademie in Halle. Die 1652 in Schweinfurth als eine private wissenschaftliche Gesellschaft gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher, feierte in Halle die 250. Wiederkehr des Tages ihrer Erhebung zur „Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leo- poldina Naturae Curiosorum" durch Leopold I. Mit dieser deutschen Gesellschaft sind die Namen von Forschern verbunden, die sich auf den Gebieten der Naturwissenschaft und der Medizin hervorragende Verdienste erworben haben. Durch die Verleihung der Cothenius-Medaille und die Forelmedaille und durck ihre Veröffentlichung leistete die Akademie der deutschen Wissenschaft wesentliche Dienste. Die Jubiläumsfeier begann mit einem Festakt, zu dem sich zahlreiche in- und ausländische Mitglieder und Vertretungen von Universitäten und Gelehrtengesellschaften eingefunden hatten. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten Geheimrat Abderhalden kam eine lange Reihe von Gratulanten zu Wort. U. a. sprachen für die Royal Society, London, Prof. Dr. George Borger, für die Reale Academia delle Soienze, Bologna, Prof. Dr. Eugenio Cen- t a n n i und für die Academia Reale di Lincei, Rom, Prof. Dr. Dante de Blafi. Dem Präsidenten Prof. Dr. Abderhalden wurde die Würde eines Ehrendoktors der veterinärmedizinischen Fakultät von Zürich verliehen. Mit großem Beifall wurde die Bekanntgabe einer Spende von 44 000 Mark zur Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten entgegengenommen. Nach einem Rückblick des Präsidenten auf die Geschichte der Akademie sprach Prof. Dr. S p e m a n n, Freiburg über seine experimentellen Forschungen auf dem Gebiete der tierischen Entwicklung. — Die Cothenius-Medaille wurde verliehen an: Prof. Dr. Dante de Blasi, Rom, Geheimrat Prof. Dr. Ostertag, Tübingen, Prof. Dr. Franz Volhard, Frankfurt a. M, Prof. Dr. George Borger, Edingburgh, Prof. Dr. Le Blanc, Leipzig, Prof. Dr. Armin Tschermak-Seysenegg, Prag, und Prof. Eugen Fischer- Berlin. Deutsche Kirchenkunst auf der pariser Weltausstellung. Im Vatikan-Pavillon auf der Internationalen Ausstellung in Paris sind die größten Nationen der Welt mit je einer vollständigen Ausschmückung einer Kapelle vertreten, Deutschland mit einem St. Michael-Altar. Es ist ein in Putzmosaik ausgeführtes Bildwerk des heiligen Michael und darunter ein Altar, der aus Eifel-Basaltlava hergestellt ist. Das Mosaikbild sowie ein großes Glasfenster wurden von Professor Anton Wendling- Aachen entworfen, während die architektonische Gestaltung und der Altarentwurf von Hans Schwip- p e rt-Aachen stammen. Die beiden deutschen Künstler haben eine außerordentlich gute und schnelle Arbeit geleistet, die zum festgesetzten Termin fertiggestellt wurde. Die Altarnische wurde jetzt offiziell dem Kommissar des Vatikan-Pavillons übergeben. Das Fest der deutschen Volksmusik in Karlsruhe. Die Fachschaft Volksmusik in der Reichsmusikkammer veranstaltet vom 5. bis 7. Juni in Karlsruhe das Fest der deutschen Volksmusik, an dem 500 Laien-Kapellen aus ganz Deutschland teilnehmen werden. Das Fest beginnt mit einem Wertungsspielen, dem sich das Eröffnungskonzert mit einer Ansprache des Generalmusikdirektors Professor Dr. Peter Raabe anschließen wird. Der Hauptfesttag bietet ebenfalls Wertungs- und alte und neue Blasmusik. Der große Festzug vereinigt alle teilnehmenden Kapellen. Anschließen wird sich eine Kundgebung „Musik und Volk." Es folgen mehrere Sonderkundgebungen, in denen die einzelnen Fachgruppen hervortreten werden. Am Schlußtage erfolgt im Rahmen einer musikalischen Morgenfeier die Verteilung der Urkunden. Die am Fest teilnehmenden französischen Kapellen veranstalten ein Sonderkonzert. Das Fest der deutschen Volksmusik endet mit den großen Vorführungen „Volksmusik Werk" und „Musik der Jugend . praktische Hofberatung. Anschauungsunterricht auf der Reichsnährstandsausstellung. Von unserem Sonderberichterstatter Frithjos Melzer. Im Zusammenhang mit den von Generaloberst Göring verkündeten Maßnahmen zur Beschleunigung des Tempos der Erzeugungsschlacht hat der Reichsnährstand gegen Ende des Winters für sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe im Reich H o f k a r t e n eingeführt; gleichzeitig ist die Wir t- schaftsberatung derart durchorganisiert worden, daß sie mit Hunderttausenden von freiwilligen Helfern alle Betriebe im Reich erfaßt. Die 4. R e i ch s n ä h r st a n d s a u s st e l l u n g, die jetzt in München eröffnet worden ist, zeigt in ganz großem Maßstabe, welche praktische Bedeutung die Hofkarte hat und wie die Hofberatung zum Erfolg geführt werden kann. Die Ausstellung ist eigentlich eine einzige große Hofberatung, bei der jeder Betriebsinhaber das findet und lernt, was für seinen Betrieb noch fehlt. Eine Hofberatung, die in einer Ausstellung auf einer Fläche von 40 Hektar vorgeführt wird, zeigt bereits, um welche Vielzahl von Einzelmaßnahmen und Einzelmöglichkeiten es sich bei der Verschiedenartigkeit der Betriebe und bei der Vielseitigkeit der landwirtschaftlichen Erzeugung zu handeln hat, wenn in der kurzen Spanne von vier Jahren der Erfolg der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes erzielt werden soll. Es ist nicht möglich, daß der einzelne Bauer oder Landwirt jede der gegebenen Möglichkeiten beherrscht. Auch die Wirtschaftsberater selbst werden sich immer wieder neu schulen müssen, um mit dem stürmischen Fortschritt auf dem Gebiete der Agrartechnik Schritt halten zu können. Bei dieser praktischen Hofberatung auf der Ausstellung steht der Erbhof, der mit allen Gebäuden, mit Aeckern, Wiesen und Gärten gezeigt wird, im Vordergrund. An erster Stelle steht für den Reichsnährstand der Mensch. Er soll gediegen und gesund wohnen. Auch der Landarbeiter soll in einer eigenen Wohnstatt mit Stall und Garten heimisch werden. Dann kommt das Vieh. Die schlechten Ställe die heute noch in Millionenzahl vorhanden sind, kosten uns allein mit der Rindertuberkulose jährlich 800 Millionen Mark. Der gesunde Stall erspart uns nicht nur diese Verluste, sondern ermöglicht es, im Zusammenhang mit einer geregelten Koppelwirtschaft und Mäh- weidenutzung den täglichen Milchertrag der Kühe mindestens um ein Liter zu steigern, also für das ganze Reich um drei Milliarden Liter jährlich. Der nächste Schritt ist die D ü n g e r o e r w e r- tung, die Anlage von Dungstätten und Jauche- gruben, die keine Nährstoffe mehr verloren gehen lassen. Daneben stehen die Silo s, die jeden Futteroerlust in der Wirtschaft vermeiden lassen. Neu hinzu kommt die künstliche Grünfuttertrocknung, die handelsfähiges Kraftfutter liefert und genossenschaftlich oder in Lohnunternehmungen einem neuen Mittelstand auf dem Lande die Grundlage gibt, zugleich ein Ansatzpunkt für die dringend erforderliche ländliche Arbeitsteilung ist, die erst einen vollen Erfolg des technischen Einsatzes ermöglicht. Der vervielfältigte Einsatz der Landtechnik erscheint überhaupt als vordringliches Problem. Für die erhöhte Arbeitsleistung zur landwirtschaftlichen Ertragssteigerung stehen nur in beschränktem Umfange mehr menschliche Arbeitskräfte zur Verfügung. Nur die zweckmäßige Verwendung von Maschinen und Geräten kann die Lücke schließen. Ein kleines Beispiel aus dem Hof ist die Wasserversorgung. Die täglicki mehrere Stunden erforderliche Heranholung des Wassers aus Pumpen kann mit einem Schlage mit verhältnismäßig billigen Elektromaschinen überflüssig gemacht werden. Ueberhaupt kann die Elektrizi- t ä t noch ungeahnte Arbeitserleichterungen auf dem Hof bringen.'Nicht anders ist es sonst mit dem technischen Einsatz. Der gummibereifte Wagen erspart die Hälfte der Zugkraft und die Hälfte der menschlichen Arbeit. Erst die Gummibereifung macht den Schlepper für jeden Bauernbetrieb verwendbar. Die volle Durchführung der S a a t g u t r e i n i- gung würde eine Erntesteigerung bringen, die dem gesamten Getreideertrag von Sachsen entspricht. Der B i n d e m ä h e r spart 80 v. H. der Handarbeit und vermindert den Kornoerlust um 4 v. H. Saubere Dresch körbe können 5 v. H. Körnerverluste ersparen. Jedes Prozent bedeutet aber im Reich 2)4 Millionen Doppelzentner Getreide oder 40 Millionen Reichsmark. So kann man hier auf der Ausstellung eines nach dem anderen durchgehen. Man kommt überall zu ähnlichen Ergebnissen, ob es sich nun um die Technik, um die Pflanzenzucht oder die Tierzucht, um die Ackerbearbeitung, die Grünlandpflege, den Zwischenfruchtbau oder die Futterfrage handelt. Wir wollen dabei auch nicht die Betreuung der Menschen vergessen, weil es auf die Gesinnung und die Gesittung, auf die Gesundheit und die Zufriedenheit des Landvolkes ankommt, ob aus dem ersten Impuls des neuen Lebens eine dauernde Gesundung der bäuerlichen Urkräfte des Volkes und auch eine dauernde Sicherung der Nahrungsfreiheit für ein wachsendes Volk entspringen soll. Der Kern der Ausstellung, der Erbhof mit feinen Nebenanlagen, bleibt auch nach der Ausstellung noch ein Jahr stehen. Aehnliche Musterbeispiele sind zur Bauern- schulung in allen Landesbauernschaften errichtet. Es wird dafür gesorgt, daß in planmäßigen Führungen jeder einzelne Betriebsführer zur Besichtigung kommt, so daß es nach einem Jahr niemand im Landvolk mehr gibt, der nicht diese deutlichste Hofberatung genossen hat. Welche Erfolge damit zu erzielen find, zeigt das Beispiel des Rheinlandes, wo seit 1933 bereits ähnlich gearbeitet wird. Der Nachdruck liegt dabei auf den baulichen Fragen des Hofes selbst und auf der Schulung der Architekten, während der Betriebsinhaber sich darüber klar werden kann, welchen Nutzen er aus zweckmäßigen Umbauten ziehen kann. Im Rheinland hat diese Bauberatung des Reichsnährstandes bereits 15 000 Umbauten unmittelbar durchführen können. Das ist ein bescheidenes Beispiel für die außerordentlichen Möglichkeiten der Belehrung und des schnell sichtbaren volkswirtschaftlichen Erfolges durch eine zweckmäßige Ausgestaltung des Ausstellungswesens. Diese Hofberatung, wie sie auf der Reichsnähr- standsschau durchgeführt wird, muß eine unmittelbare Wirkung haben, weil nicht nur jede praktische Möglichkeit eindringlich gezeigt wird, sondern weil auch der Ehrgeiz jedes Landmannes angespornt wird und damit der freiwillige Einsatz als Motor des landwirtschaftlichen Fortschritts einen ungeahnten Auftrieb erhält. Aus aller Welt. Die Reichsnährstandsausstellung in München stark besucht. Das Interesse an der Reichsnährstands- ausstellung in München ist außerordentlich rege. An den ersten beiden Tagen der Ausstellung wurden 145 000 Personen gezählt. Der Gesamtbesuch der Münchener Schau dürfte jedenfalls den der vorjährigen in Frankfurt weit übertreffen. Im Vordergrund des Interesses standen die Vorführungen der preisgekrönten Tiere. Die Vorführungen der SS.-Standarte „Deutschland" führte den Besuchern den hohen Stand ihrer körperlichen und reiterlichen Ausbildung vor Augen. Anschließend traten 400 bäuerliche Jungen und Mädel an, um den Gästen zu zeigen, daß auch auf dem Lande sportliche Betätigung und das gesundheitsfördernde Gebiet der Leibesübungen auf Hoher Stufe steht. Einweihung des Emmy-Göring-Stiftes in Weimar. In Weimar fand die Einweihung des Emmy- Göring-Stiftes durch den Ministerpräsidenten Generaloberst Hermann Göring und Frau Göring statt. An der schlichten Feier nahmen u. a. teil Reichsstatthalter und Gauleiter S a u ck e l, Ministerpräsident M a r s ch l e r, Reichsamtsleiter H i l- genfeld. Generalintendant Tietjen, Eugen Klöpfer. Der Einweihung des Stiftes ging eine schlichte Begrüßung im Maria-Seebach-Stift voraus, das durch eine kürzlich erfolgte Stiftung von Ministerpräsident Göring eine neue Verwaltungsund Betriebsgrundlage erhalten hat. Ministerpräsident Göring und Frau besichtigten eingehend das neue Heim und äußerten sich über die behaglich eingerichteten Räumlichkeiten sehr anerkennend. Oberbürgermeister Dr. Müller verlas zwei Urkunden, denen zufolge Hermann Göring und Frau das Ehrenbürgerrecht der Stadt Weimar verliehen wurde. Der Ministerpräsident dankte der Stadt Weimar, dem Gauleiter Sauckel und dem Kurator Holtz für die Mitarbeit bei der Errichtung des Stiftes und gab feiner Genugtuung Ausdruck, daß es ihm gelungen fei, eine Unternehmung ins Leben zu rufen, die an der Lösung der Altersversorgung der deutschen Bühnenkünstler maßgebend mitwirken meri>e. SW MIT Sf-ÄTLESE BEZEICHN WIR DIEJENIGEN tABAKBLÄTTER. DIE ZUlETZT-AM SPÄTESTEN :>• GEERNTET WERDEN. DIESE WERTVOLLSTEN BLÄTTER DER.GANZEN. TABAKPFLÄNZE <■: .ERHÄkTEH ALSO AM LÄNGSTEN DIE REIFENDEN STRAHLEN DER;50NNE DES ORIENTS?:. . daher der ge.scmmack$tu^otarOmAREichtum .oer .ciGarette- spätUSE: 9/m ? sg Bs AW S:W W x Ä Die Trauung des Herzogs von Mndfor mit Vlrs. Simpson. Am 3. Juni findet die standesamtliche Trauung des Herzogs von Windsor mit Mrs. Simpson im einem Renaissance-Schüoß im Herzen Frankreichs statt. Der frühere englische König Eduard VIII. wird von dem Bürgermeister des Dörfchens Lande getraut. Nur wenige Freunde des Herzogs und die einzige noch lebende nähere Verwandte der Braut werden zugegen fein. Die Braut führt jetzt wieder ihren Mädchennamen Wallis- War f i e l d. Sie war erst mit einem amerikanischen Fliegeroffizier und später mit dem Mitinhaber einer großen Londoner Schiffsmaklerei verheiratet. Vulkanausbrüche in Neu-Pommern. Die Vulkanausbrüche auf der zum Bismarck-Archipel gehörenden Insel Neu-Pommern haben noch kein Ende gefunden. In der schwer heimgesuchten Hauptstadt Rabaul wurden neue starke Erdstöße verspürt. Die Einwohnerschaft, etwa 5000 Menschen, hat die Stadt verlassen und ist in einem Nachbardorf untergebracht worden, lieber Rabaul wurde der Ausnahmezustand erklärt. Allen Personen, mit Ausnahme der Sicherheitsbeamten, wurde das Betreten der zum Teil zerstörten Stadt verboten. Der Hafen von Rabaul ist durch eine gewaltige Schlammwelle vom Meer völlig abgeschlossen worden. Während des Wiederaufbaues der Stadt soll ein Teil der Bevölkerung in Australien untergebracht werden. Nur deutsche Siege im internationalen Segelflugwettbewerb in Salzburg. Beim internationalen Segelflugwettbewerb in Salzburg haben die vom NS.-Fliegerkorps gemeldeten Segelflieger sämtliche ersten Preise geholt, und zwar im alpinen, Strecken-, Höhen- und Zielstreckensegelflug. Besonders bemerkenswert waren die bereits gemeldeten ersten alpinen Ueber- querungen durch sechs deutsche Segelflieger, darunter eine doppelsitziae Maschine. Der Berliner Ernst Günther Hase hat den ersten Preis im Zielstreckenflug und den zweiten Preis im Gesamtstreckenflug errungen. Schwere Verbrennungen durch explodierenden Spirituskocher. In Zweibrücken ereignete sich ein Unfall, bei dem die Ehefrau des Gefängnisbeamten Z e i t h e r schwer verbrannt wurde und in das Krankenhaus gebracht werden mußte. Trotz der vielen Warnungen, die in den Zeitungen immer wieder erhoben werden, versuchte die Frau in einen heißen ausgebrannten Kocher Spiritus nachzugießen. Dabei entzündete sich die Flüssigkeit und der Kocher explodierte. Die Frau stand im Nu in Hellen Flammen. Anwohner, die die Hilfeschreie hörten, eilten sofort in die Wohnung und konnten die Flammen ersticken. Die Frau hatte aber bereits schwere Verbrennungen erlitten. an und veranlaßte mich, von den Büchergestellen unseres Hauses ein Buch über „Tiermechanismen" von Professor Marey herabzunehmen, das ich bereits wiederholt gelesen hatte. Seit dieser Zeit fand ich mich gedrängt, mehr moderne Werke zu lesen, und als meinen Bruder Oroille ein ähnliches Interesse ergriff, gingen wir bald von Lesen zum Denken und schließlich zum Handeln über. Es schien uns, daß der Hauptgrund, weshalb das Problem so lange ungelöst blieb, darin gelegen sei, daß nicht einer imstande war, zureichend praktische Erfahrungen zu sammeln." Das Sammeln von praktischen Erfahrungen als der einzigen Grundlage, von der aus man weiterkommen könnte, wurde nun die nächsten Jahre zum Lebensinhalt der Brüder. Auf den Sandhügeln von Kitty Hawk an der Küste von Nord-Karolina führten sie von 1900 bis 1903 ungezählte Gleitflüge aus und bauten als Ergebnis der dabei gemachten Erfahrungen immer neue Apparate. „Die Experimente von 1901 waren durchaus nicht ermutigend", schreibt Wilbur. „Aber die Erfolge waren besser als die unserer Vorgänger, und wir erkannten, daß die Kalkulationen, auf denen bisher alle Flugmaschinen basierten, unzuverlässig waren und daß alles noch im Dunkel lag. Mit unbedingtem Glauben an die vorliegenden wissenschaftlichen Daten hatten wir begonnen, waren zu Zweifeln getrieben worden, bis wir nach zweijährigen Versuchen so weit waren, alle übernommenen Dinge beiseite zu werfen. Wir beschlossen, uns fortan auf unsere eigenen Untersuchungen allein zu stützen." Es begannen langwierige Experimente, um den Luftdruck neu zu messen und feine verschiedenen Wirkungen auf verschiedene Flächenformen festzustellen. „Die Luftschiffahrt war uns fast nur ein Sport gewesen. Widerstrebend wandten wir uns nun ihrer wissenschaftlichen Seite zu. Aber bald sollte die Arbeit uns so faszinieren, daß wir tiefer und tiefer in sie hineingezogen wurden." Im Jahre 1903 schritten die Brüder zum Bau einer Maschine mit einem Motor von acht Pferde st ärken. Damit aber tauchten neue, an- fangs völlig unlösbar scheinende Probleme auf. Sie hatten die Theorie des Schraubenpropellers von den Schiffstechnikern übernommen und mit ihren Luftdrucktabellen zu komplizierten Berechnungen verbunden. „Aber so viel wir sahen, besaßen die Schiffstechniker nur empirische Formen, und die genaue Aktion des Schraubenpropellers war, nach hundertjährigem Gebrauch, noch immer sehr im Dunkel." Nach Monaten theoretischer Kalkulationen gelang endlich der Bau eines Propellers, der 66. v. H. der ausgegebenen Kraft verwerten ließ. Im Dezember 1903 begannen die praktischen Versuche mit der neuen Maschine, und beim vierten Flug blieb die Maschine 59 Sekunden in der Luft und legte gegen einen Wind von 32 Stundenkilometer 2 55 Meter zurück. Von nun ging es Schritt um Schritt stetig vor- Bahnbrecher -es Motorfluges. Zum 25. Todestage von Wilbur Wright. Als in den Jahren 1904/1905 die ersten Berichte über die von den Brüdern Wilbur und Oroille Wright bei Dayton (USA.) ausgeführten Motorflüge zu uns kamen, gab es nur wenige Einsichtige, die die Bedeutung der Sache ganz erfaßten und ihr von Anfang an die genügende Beachtung schenkten. Den meisten klang die Behauptung, daß zwei Menschen sich mit einer Maschine, die „schwerer als Luft" sei, eine halbe Stunde in der Luft gehalten, dabei weite Strecken zurückgelegt hätten und schließlich zu ihrem Ausgangspunkt zurückgekehrt wären, so unglaublich, daß sie geneigt waren, das ganze für „Bluff" zu halten. Es bedurfte erst des unwiderleglichen Augenscheins, um die Menge davon zu überzeugen, daß hier einer der ältesten und beharrlichsten Menschheitsträume tatsächlich in Erfüllung gegangen war. Das entscheidend Neue an der Tat der Brüder Wright war, daß sie vom G l e i t f l u g zum Motorflug übergingen und damit eine wirkliche Beherrschung der Luft ermöglichten. Im Gleitflug hatten sie Lehrer und Vorläufer gehabt, als den hervorragendsten den Deutschen Otto Lilien- thal, dem sie Worte rückhaltloser Bewunderung widmeten: „Otto Lilienthal scheint der erste Mensch gewesen zu sein, der es wirklich erfaßte, daß die Stabilisierung das erste und nicht das letzte von den schwierigen Problemen wäre, die in Zusammenhang mit dem menschlichen Flug stehen. Er begann, wo andere aufhörten. Andere Menschen haben zweifellos lange zuvor daran gedacht, solche Gleitflüge auszuführen. Lilienthal hat aber nicht bloß daran gedacht, sondern dies auch ausgeführt, und indem er dies tat, wahrscheinlich den größten Beitrag zur Lösung des Flugproblems geliefert, den je ein Mensch vollbracht hat. Er zeigte die Möglichkeit der wirklichen Praxis in der Luft, ohne welche ein Erfolg ausgeschlossen ist." Es ist auch interessant, daß eine sachliche Zeitungsnotiz über den Tod Lilienthals für die Wrights zum Schicksalsruf wurde, der sie auf ihre Bahn trieb. So erzählte Wilbur Wright in einer autobiographischen Betrachtung: „Die kurze Notiz seines Todes im Jahre 1896 fachte mein passives Interesse, das seit meiner Kindheit vorhanden war, wärts, und im Jahre 1905 konnten die Brüder in halbstündigen und noch längeren Flügen Entfernungen von 30 bis 40 Kilometer zurücklegen und zwar mit einer Geschwindigkeit van 60 Kilometer in der Stunde. Als im August und September des Jahres 1909 Orville Wright über dem Tempelhofer Feld bei Berlin feine kühnen Flüge ausführte, bemächtigte sich der Menge unbeschreibliche Begeisterung. Oroille war in diesen langen schweren und entsagungsvollen Erfinderjahren der beste Gefährte und der aufopferungsvolle Helfer seines älteren Bruders gewesen, die entscheidenden Ideen aber gingen von Wilbur aus. Wilbur war es auch, der die unbezwingliche Zähigkeit besaß, ohne die die Erreichung eines so hohen Zieles keinem gelingt. Er gehörte zu den seltenen Menschen, die zu einem bestimmten Ziel geboren erscheinen und die wie unter einem inneren Zwang ihren Weg verfolgen, bis sie es erreicht haben. Um so tragischer, daß er in der Blüte seiner Jahre von einem tückischen Typhus hinweggerafft wurde, ohne daß er den unvergleichlichen Siegeszug feiner Idee in ihrer ganzen Fülle mit erleben konnte. C. K. Am 29. Mai entschlief sanft unser lieber, treusorgender Vater, Frau Emmy Horz, geb. Wagner Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Vetter und Onkel Herr August Noll II nach kurzer Krankheit im fast vollendeten 81. Lebensjahre. Grünberg i. FL, Darmstadt, Wirbelau, Gräveneck, Hahn i.T., 1. Juni 1937. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hans Noll. Gießen (Bahnhofstr. 53), den 2. Juni 1937. 3848 D 3852 D| Gießen (Lindenplatz 1). den 1. Juni 1937. Die Trauerfeier fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt 3844 D 02784 sucht. 02787 Gießen, den 1. Juni 1937. Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 ■5 Meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter. Schwiegermutter, Großmutter u. Urgroßmutter Lollar, Eschwege, Dröschede, den 2. Juni 1937 In tiefer Trauer: Johannes Körner Familie Karl Körner Familie Fri'z Ströter Familie Reinh. Parlow Herta Espich, geb Rein Alex Bartheld Enkel und Urenkel ist heute aus ihrem herben Leid ihrem unvergeßlichen Manne im Tode gefolgt. Für die trauernden Angehörigen: Greta Steuernagel, geb. Wagner. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, mitzuteilen, daß am 30. Mai 1937 unser lieber Kamerad Die Beerdigung findet Donnerstag, 3. Juni, um 2 Uhr statt Wir bitten von Kranzspenden und Beileidsbesuchen abzusehen. Am 1. Juni 1937 ist meine liebe Frau, liebe Mutter, Tochter und Schwester Frau Käthe Marscheck, geb. Oestreich im Alter von 28 Jahren nach längerem schweren Leiden für immer von uns gegangen. Statt Karten! Meine einzige gute Schwester, unsere liebe Schwägerin und Tante Kinzenbach, den 2. Juni 1937. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 3. Juni, nachmittags um 2Z4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Die Beisetzung fand auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt Frau Marie Körner,geb.Schmidt ist am Dienstag, dem 1. Juni, von uns gegangen In tiefer Trauer: Christian Marscheck und Kind Katharine Oestreich Witwe Ewald Oestreich, Frieda Oestreich Willi Oestreich. Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag4 Uhr statt 02783 Frau Marie Borschel, geb. Gerhard sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. In tiefer Trauer: Heinrich Borschel und Familie Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers bei dem uns schwer betrotfenen Verlust unserer lieben Entschlafenen Zuverläff. saub. 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Zum 1957 Das Necht im täglichen Leben. Die Durchführung der Reichs- gewerbesteuer für 1937/38. Von Or. jur. et rer. pol K. Wuth, öerlin. Seit dem 1. April 1937 gilt für das gesamte Reichsgebiet einheitliches Gewerbe ft euerrecht, auf Grund dessen die Gemeinden die Gewerbesteuer erheben. Die Gewerbesteuerrichtlinien vom 14. April 1937 (L 1460 — 25 III) bringen zu dem Gewerbesteuergesetz vom 1.12. 36 und der dazu ergangenen I. Durchführungsverordnung vom 26.2.37 nähere Erläuterungen, insbesondere zur Gewerbesteuer für das vom 1. April 1937 bis zum 31. März 1938 laufende Rechnungsjahr. Der steuerpflichtige Gewerbebetrieb und feine Abgrenzung. Von der Gewerbesteuer wird jeder Betrieb eines Gewerbes, d. h. einer mit der Absicht auf Gewinnerzielung unternommenen selbständigen berufsmäßigen Arbeitstätigkeit, die sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, erfaßt. Ausgenommen sind land- und forstwirtschaftliche Betriebe einschließlich ihrer Nebenbetriebe, bei denen es sich um Verarbeitungsbetriebe (z. B. Brennereien, u. 11. auch Mühlenbetriebe) oder Suo- stanzbetriebe (z. B. Kiesgruben, Ziegeleien) handeln kann. Auch die freien Berufe und die sonstige selbständige Arbeitstätigkeit im Sinne des Einkommensteuergesetzes (§ 18) sind gewerbesteuerfrei, sofern sie in eigener Person und nicht in einem Umfange oder einer Form ausgeübt werden, daß sie nach der Verkehrsauffassung als Gewerbebetrieb angesehen werden. Ebenso stellt die Verwaltung eigenen Vermögens (Grundvermögens oder Kapitalvermögens) keine gewerbliche Tätigkeit dar. Ob lediglich Einkommen aus Vermietung und Verpachtung vorliegt, hängt im wesentlichen davon ab, in welchem Umfange der Vermieter eine Tätigkeit entfaltet und wie er im Geschäftsleben auftritt. Die bloße Nutzung von Grundvermögen, wenn dabei eigene Arbeit in wesentlichem Umfange nicht aufgewendet wird, bildet keinen Gewerbebetrieb, insbesondere nicht die Vermietung von Gebäuden zu Wohn- und Betriebszwecken. Dies gilt auch für die Vermietung möblierter Zimmer, einschließlich Vergütung für die Benutzung der Einrichtung, für Frühstück, Heizung der Räume usw. Dagegen werden Jndustriehausbesitzer, die erhebliche Verwaltungsarbeit leisten müssen, ebenso wie Hotelbesitzer als Gewerbetreibende angesehen. Auch stellt die Beherbergung in Gaststätten (im Sinne des Umsatzsteuergesetzes) einen Gewerbebetrieb dar. In Zweifelsfällen entscheidet die Verkehrsauffassung, wie z. B. bei Vermietung von Wohnungen und Zimmern in Badeorten, trotzdem sie nur während der Saison erfolgt. Die Verpachtung eines Gewerbebetriebes stellt keinen Gewerbebetrieb dar; wohl aber erstreckt sich die Gewerbesteuerpflicht des gesamten Betriebes auch auf verpachtete Teilbetriebe oder Teile von Betrieben (z. B. bei Verpachtung eigener Gastwirtschaften durch eine Brauerei). Jeder Gewerbebetrieb, auch in der Hand eines Unternehmers, wird für sich besteuert, sofern nicht mehrere Betriebe eine wirtschaftliche Einheit bilden, wie regelmäßige Betriebe der gleichen Betriebsart in derselben Gemeinde. Dies gilt auch, wenn Ehegatten für sich gewerbliche Betriebe unterhalten. Nur stehende Gewerbebetriebe unterliegen der Reichsgewerbesteuer. Wer ein Wandergewerbe betreibt, t>. h. außerhalb seines Wohnortes öder dessen nächster Umgebung ohne Begründung einer gewerblichen Niederlassung und ohne vorhergehende Bestellung Waren in eigener Person feilbietet oder aufkauft, Warenbestellungen aufsucht, gewerbliche Leistungen anbietet usw., wird wegen Gewerbebetriebes im Umherziehen — zu dem auch der Wanderlagerbetrieb gehört — nach landesrechtlichen Vorschriften versteuert. Der Betrieb von Straßenhandel im eigenen Gemeindebezirk wird jedoch als stehendes Gewerbe besteuert. Stets wird nur eine der beiden Steuerarten erhoben. Die Heranziehung zur Gewerbesteuer erfolgt in den Orten, in denen eine B e t r i e b s st ä t t e unterhalten wird. Als solche gilt jede feste örtliche Anlage oder Einrichtung, die der Ausübung eines stehenden Gewerbebetriebes dient. Es können sich dauernde Tätigkeiten, aber auch bloße Hilfs- oder Nebenhandlungen, die dem Gewerbebetrieb unmittelbar dienen, dort vollziehen; sie können im einzelnen kaufmännischer, buchhalterischer, technischer oder handwerkerlicher Art sein. Sie müssen jedo^ dem Gewerbebetrieb unmittelbar, nicht ausschließlich Wohnzwecken (z. B. Arbeiterhäuser), Erholungszwecken (z. B. Genesungsheime), Sportzwecken oder dergleichen dienen. Als Betriebsstätten werden auch Verkaufsautomaten und Geschäftseinrichtungen angesehen, die einem ständigen Vertreter zur Ausübung des Gewerbes dienen. Bei selbständigen Handlungsagenten stellt die diesem gehörige Betriebsstätte keine' solche des Geschäftsherrn dar, bei unselbständigen Handlungsgehilfen im allgemeinen nicht dessen Wohnung. Die Zweig stellen st euer bei Wareneinzelhandelsunternehmern, die bis zu drei Zehntel höher sein kann als für die übrigen Gewerbebetriebe, kommt für alle Unternehmer in Betracht, soweit sie allein und neben anderen Geschäftszweigen (z. B. Großhandel) den Kleinhandel mit War^n, d. h. den unmittelbaren Absatz an den Derbraucher in Zweigstellen betreiben. Ob es sich um selbsthergestellte, bearbeitete oder angekauite Mare handelt, ist belanglos. Der zuschlagspflichtige Teil des Gewerbeertrages wird auf Grund der Buchführung oder anderer geeigneter Unterlagen festgestellt, n tigenfalls geschätzt. Der steuerpflichtige Gewerbeertrag. Für die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewerbeertrages wird in d?r Regel von dem für die E - kommensteuer maßgebenden Gewinn ausgeqangen; der letztere ist jedoch gründ atzlich weder für das Finanzamt, noch für den Steue pflichtigen bindend. Ist der Steuerpflichtige mit der Br rechnung des Gewinnes nicht einverstanden so muß er nicht nur gegen den Einkommensteuerbescheid, sondern auch gegen den Steuermeßbescheld Einspruch einlegen. Auch kann er Einwendungen gegen den letzteren noch erheben, roenn bißs bel der Einkom mensteuer nicht mehr möglich 'st- Neben dem Einkommensteuergesetz sind jedoch auch d e E^ Durchführungsverordnung dazu, sowie die allgemein Verwaltungsanordnungen Vlwendbar, soweit s e nicht auf die Einkommensteuer beschränkt sind, oder nach Lage der Sache bei der Gewerbesteuer nicht angewendet werden können. Geschäftsveräußerungen und Entschädigungen für Aufgabe eines Gewerbebetriebes, einer Gewinnbeteiligung oder dergleichen find nicht gewerbesteuerpflichtig. Zinsen auf Dauerschulden werden dem Gewinn für die Feststellung des Gewerbeertrags hinzugerechnet. Dauerschulden sind vor allem „Schulden, die der nicht nur vorübergehenden Verstärkung des Betriebskapi- t a l s dienen". Für die Beurteilung, ob nicht nur vorübergehend fremde Mittel dem Betrieb dienstbar gemacht sind, kommt es auf das über die Kreditgewährung ausschließlich oder stillschweigende Abkommen an; der wirkliche Wille der Beteiligten entscheidet. Trotz kurzer Kündigungsfrist oder Rückzahlungsfrist kann eine Dauerschuld angenommen werden, z. B. wenn sich der Kredit hiernach oder üblicherweise ohne weiteres auf nicht nur vorübergehende Dauer verlängert. Nicht kann die Steuerbehörde jedoch mehrere Kreditgeschäfte als eine Einheit ansehen. Schulden mit einer Laufzeit bis zu drei Monaten werden im allgemeinen nicht als Dauerschulden angesehen, während anderseits bei Schulden von über einem Jahr in der Regel eine Dauerschuld angenommen wird. Die aufgenommene Schuld muß das Betriebskapital verstärken; *5 genügt, wenn oerlorengegangenes Betriebskapital ersetzt wird. Durchlaufende Posten scheiden aus. Lausende Warenschulden sind in der Regel absetzbare kurzfristige Schulden. Hierzu gehören Schulden durch Lieferung von Waren auf Kredit, die aus dem Erlös bezahlt werden sollen, sofern nicht eine Verpflichtung des Lieferanten zur dauernden Belieferung oder Wiederauffüllung des Warenlagers besteht, ferner zur Bezahlung einer Warenschuld oder Lohnzahlungen aufgenommene Bankschulden, selbst wenn sie verlängert werden. Bei Rückzahlung erst nach ein- oder mehrjähriger Dauer kann aber auf eine Dauerschuld zu schließen sein. Stillhalteabkommen liegen nur kurzfristige Schulden zu Grunde. Auch neue Warenschulden in ausländischer Währung können im allgemeinen nur kurzfristig fein. Gewinnteile und sonstige Vergütungen an st i l l e Gesellschafter und deren Ehegatten sind zurechnungspflichtig, nicht jedoch Beträge, die Angestellte (z. B. Prokuristen) erhalten, die mit einer geringen Vermögenseinlage als stille Gesellschafter beteiligt sind. Der Grundbesitz soll in der Regel nur von der Grundsteuer erfaßt werden. Vom Unternehmer gezahlte Miet- ober Pachtbeträge sind daher lediglich — zur Hälfte — zurechnungspflichtig, soweit es sich um Vergütungen für die Überlassung nicht in Grundbesitz bestehender Maschinen, oder sonstiger beweglicher Wirtschaftsgüter handelt. Bei zum Betriebsvermögen gehörigen Grundstücken werden 3 v. H. des letzten Grundstückseinheitswerts (vom 1. Januar 1935, bei Neufeststellung vom 1. Januar 1936 oder 1937) von dem steuerpflichtigen Gewerbeertrag in Abzug gebracht. Ob Grundbesitz zum Betriebsvermögen gehört, entscheidet sich nach dem Einkommen- bzw. Körperschaftssteuergesetz, nicht der Einheitsbewertung. Das steuerpflichtige Gewerbekapilal. Bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Gewerbekapitals (über 3000 Mark) wird von dem Einheitswert des gewerblichen Betriebsvermögens ausgegangen, wobei jedoch — im Gegensatz zur Feststellung des Gewerbeertrages — eine unmittelbare Bindung an die Einheitswertfeststellung vorliegt. Zurechnungspflichtig sind insbesondere die Dauerschulden, soweit die Zinsen dem Gewerbeertrage hinzugezählt sind. Maßgebend ist für die Gewerbekapitalsteuer 1937 sowohl der Einheitswert wie der Stand der Dauerschulden vom 1. Januar 1935, bei Neufeststellung des Einheitswertes auf den 1. Januar 1936 oder 1937 auch der Stand der Dauerschuld von diesem Zeitpunkt. Besonderes für Gesellschaften. Die Tätigkeit sowohl der offenen Handelsgesellschaften und sonstigen Personengesellschaften, als auch der Kapitalgesellschaften (Gesellschaften m. b. H., Aktiengesellschaften usw.) gilt stets und in vollem Umfange als Gewerbebetrieb. Bei Perfonen- g e f e H f d) a f t e n wird jedoch vorausgesetzt, daß tatsächlich ein Gewerbebetrieb vorliegt, nicht z. B. ausschließlich Landwirtschaft betrieben wird. Werden jedoch neben dem Gewerbe Einkünfte aus Landwirschaft, aus Vermietung oder Verpachtung, oder aus Kapitalvermögen bezogen, so werden sie von der Gewerbesteuer miterfaßt. Das gleiche gilt bei anderen Mitunternehmerschaften wie Gesellschaften des bürgerlichen Rechts, die ein Gewerbe ausüben. Teile des Gewerbeertrages oder des Gewerbekapitals können von gewerbetreibenden Personengesellschaften nicht ausgeschieden werden. Das Vesleuerungsverfahren. Zur Abgabe einer Gewerbe st euererklä- rung sind ohne besondere Aufforderung alle ge- werbesteuerpftichtigen Unternehmen verpflichtet, deren Gewerbeertrag im Vorjahre 4000 Mark oder deren maßgebendes Gewerbekapital 20 000 Mark überstiegen hat. Da in einem nicht veröffentlichen Erlaß "eine Grenze für das Gewerbekapital von 40 000 Mark festgesetzt war, kann die Gewerbesteuererklärung hier noch zuschlagsfrei nachgeholt werden. Mechelen an Slraßenkrevznngen? Von Vechisanwalt Dr. Sauer II, Köln. Jedermann weiß, daß sich besonders viel schwere i Unfälle durch das Ueberholen im Straßenverkehr ereignen. Warum solche Unfälle meistens schwerer und schwerster Natur sind, bei denen es oft Tote gibt, brauche ich nicht auseinanderzusetzen. 1. Unsere Frage, ob ein Ueberholen an Straßenkreuzungen gestattet sei, ist für das geltende Recht des Reichsstraßenverkehrsordnung dahin zu beantworten, daß ein derartiges Ueberholen grundsätzlich nicht verboten ist. Im früheren Kraftfahrrecht hieß es zunächst in dieser Beziehung: „An unübersichtlichen Wegeftellen und an Stellen, an denen die Fahrbahn' durch andere Wegebenutzer oder in sonstiger Weise verengt ist, ist das Ueberholen verboten", § 25 Abs. 3 KVO. vom 15. Juli 1930. Das war eine Vorschrift, die sich für jeden gewissenhaften Fahrer von selbst verstand, freilich eben an Gewissenhaftigkeit, Vorsicht und viele andere gute, lobenswerte Eigenschaften bei allen Kraftfahrern appellierte. Diese Eigenschaften waren damals nicht vorhanden, wie viele Gerichtsverfahren mit häufig sich widersprechenden Urteilen deutlich machten. Im Mai 1932 kam dann eine Neufassung der KVO. (Verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr) heraus, die im § 23 Abs. 4 bestimmte, daß „a n Wegekreuzungen ..., unübersichtlichen Wegestellen und Stellen, an denen die Fahrbahn durch andere Wegebenutzer ober in sonstiger Weise verengt ist, das Ueberholen verboten sei." Jetzt war also das Ueberholen an Kreuzungen schlechthin verboten und strafbar. 2. Wie bereits erwähnt, kennt unsere RStVO. jenes Ueberholverbot an Straßenkreuzungen nicht mehr. Das bedeutet aber auch nach heutigem Recht keinesfalls — und darauf muß zum Nutzen der Volkswirtschaft und der Unfallverhütung mit aller Deutlichkeit hingewiesen werden — daß der Kraftfahrer an Straßenkreuzungen rücksichtslos überholen dürfe. Das schließt bereits § 25 aus, den jeder Fahrer auswendig zu kennen hat. Weiter schreibt die RStVO. (§ 26 Abs. 3) vor: „Auf unübersichtlichen Strecken ist die äußerste rechte Seite einzuhalten." Das ist wieder eine Kautschuk-Vorschrift, die einen gewissenhaften, disziplinierten Fahrer voraussetzt. Straßenkreuzungen werden recht oft — namentlich in bebauten Gegenden — zu den unübersichtlichen Strecken zählen. Der frühere Gesetzgeber hatte ja die Kreuzungen einfach den unübersichtlichen Stellen gleichgestellt. Nach dem Reichsgericht sind nun unübersichtlich alle Stellen, die der Fahrer nicht übersetzen kann, und an denen er das Nahen eines Fahrzeuges nicht wahrzunehmen vermag. Und das Oberlandesgericht in Dresden sagte 1934 deutlich genug: „Unübersichtlich sind Wegestellen dann, wenn ihre objektive (also tatsächliche) Beschaffenheit oder die augenblickliche Verkehrslage es ausschließt, daß der Kraftfahrer auch bei vorschriftsmäßiger Fahrgeschwindigkeit den Ablauf des Verkehrs so vollständig üdeblicken kann, daß er alle Hindernisse und Gefahren rechtzeitig bemerken und ihnen sicher begegnen farm", vgl. das „Straßenverkehrsrecht" des Reichsanwalts Floegel, 1936 S. 143, wo mehr solcher Urteile zitiert sind. 3. Dem vorsichtigen Fahrer, der seinen Ehrgeiz darin sieht, keinen Strafvermerk im Führerschein zu haben, kann ich daher nur raten, das Ueberholen an Straßenkreuzungen zu unterlassen, sofern sie nicht ganz frei übersehbar sind. Er muß nämlich darauf gefaßt sein, daß die Gerichte mit Rücksicht auf die zu mindernde Unfallziffer — alle zwei Minuten ein Vehrkehrsunfall ist für Deutschland entschieden zu hoch, fünf Minuten genügten — einen strengen Standpunkt einnehmen, wenn die Unübersichtlichkeit einer Kreuzung zu beurteilen ist. Auch die Fahrgeschwindigkeit ist übrigens nach der Rechtsprechung wichtig, wenn entschieden werden soll, ob die Kreuzung unübersichtlich war! Annahme an Kindes Stall. Von Vechisanwalt Dr. Wilhelm Krienih. Insoweit einer Ehe Kinder versagt sind, bietet die Annahme an Kindes Statt ein Mittel, ein Kindesverhältnis zu begründen. Die Annahme an Kindes Statt erfolgt in einem gerichtlich oder notariell zu beurkundenden Vertrag zwischen dem Annehmenden und dem Angenommenen. Minderjährige Kinder bedürfen zu dem Vertragsschluß der Einwilligung der Eltern, uneheliche Kinder der Einwilligung der Mutter. Wenn ein Kind über 14 Jahre alt ist, kann es selbst bei dem Vertrage Mitwirken; es ist jedoch hierzu noch die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich. In allen Fällen muß der Vertrag durch das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Annehmende seinen Wohnsitz hat, bestätigt werden. Die erforderliche vormundschaftsgerichtliche Genehmigung muß, wenn sie erforderlich ist, der Bestätigung vorangehen. Gesetzliche Voraussetzungen für eine Kindesannahme sind 1. daß der Annehmende keine ehelichen Abkömmlinge haben darf, 2. daß der Annehmende 50 Jahre alt und mindestens um 18 Jahre älter als der Anzunehmende fein muß. (Es kann jedoch von diesen Voraussetzungen Befreiung bewilligt werden. Der Annehmende muß aber auf jeden Fall volljährig sein.) 3. daß der Ehegatte des Annehmenden einwilligt, 4. daß der Ehegatte des Anzunehmenden einwilligt, falls dieser verheiratet ist. Eheleute können auch ein Kind als gemeinschaftliches Kind an Kindes Statt annehmen. Durch die Annahme an Kindesstatt erhält das Kind die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes des Annehmenden, führt dessen Familiennamen und hat ein Erbrecht gegenüber dem Annehmenden. Nicht dagegen erlangt der Annehmende ein Erbrecht gegenüber dem Kinde. Die Wirkung der Kindesannahme erstreckt sich auch auf Abkömmlinge des Kindes. Wenn nach der Adoption Kinder geboren werden, so wird das Annahmeverhältnis dadurch nicht berührt, die Kindesannahme bleibt also bestehen. Sowohl ein verheirateter Mann als auch eine verheiratete Frau oder ein unverheirateter Mann ober eine unverheiratete Frau können ein eheliches oder uneheliches Kind annehmen. Der Unterhaltsanspruch gegen den Vater des unehelichen Kindes wird durch die Kindesannahme nicht berührt. In dem Annahmever- trag kann die Nutznießung des Annehmenden am Kindesvermögen, ebenfalls das Erbrecht des Kindes gegenüber dem Adoptierenden ausgeschlossen werden. Sonstige gesetzliche Wirkungen der Kindesannahme können vertraglich nicht geändert werden. Falls jemand im Alter unter 50 Jahren ein Kind annehmen will und das Kind nicht mindestens 18 Jahre jünger als der Annehmende ist, so kann bei dem Amtsgericht, das für die Bestätigung des Annahmevertrages zuständig ist, Befreiung beantragt werden. Im allgemeinen wird das Gericht ohne weiteres auch einem Annehmenden, der weniger als 50 Jahre alt ist, die Annahme eines Kindes gestatten, wenn er ein ärztliches Attest darüber beibringt, daß er leibliche Kinder nicht mehr haben wird. Wenn jedoch Eheleute nach eiher Ehedauer von zehn Jahren gemeinschaftliche Kinder nicht gehabt haben und ein Kind als gemeinschaftliches Kind annehmen wollen, bedarf es keines ärztlichen Zeugnisses, ebenso nicht, wenn das leibliche Kind eines Ehegatten oder eines seiner Geschwister von dem anderen Ehegatten an Kindes Statt angenommen werden soll. Die Annahme an Kindes Statt bezüglich eines Kindes, dessen beide Eltern noch am Leben sind, soll im Interesse der Aufrechterhaltung der natürlichen Familiengemeinschaft nur ausnahmsweise gestattet werden. Die Annahme an Kindes Statt tritt in Kraft, wenn der Annahmevertrag vom Amtsgericht rechtskräftig bestätigt ist. Die Vertragsschließenden unter sich sind jedoch schon vor der Bestätigung gebunden. Die Bestätigung ist zu versagen, a) wenn eine gesetzliche Voraussetzung der Annahme an Kindes Statt fehlt, b) wenn begründete Zweifel bestehen, daß durch die Annahme ein Familienband hergestellt werden soll, das dem Eltern- und Kindesverhältnis entspricht, c) wenn mit Rücksicht auf die Familie des Annehmenden ober im öffentlichen Interesse wichtige Gründe bagegen sprechen, baß ein Familien- banb zwischen ben Vertragsschließenden hergestellt wird. Bei endgültiger Versagung der Bestätigung verliert der Annahmevertrag seine Kratt. Vor der Entscheidung über die Bestätigung ist die höhere Verwaltungsbehörde anzuhören. Die Vertragsschließenden können einen Annahmevertrag jederzeit wieder aufheben. Die Aushebung des Annahmeverhält- nisses tritt mit der Bestätigung durch das Amtsgericht in Kraft. Die Bestätigung kann nur versagt werden, wenn ein gesetzliches Erfordernis fehlt. Selbstverständlich dürfen arische Eltern keine Juden und umgekehrt Juden keinen Arier an Kindes Statt im Deutschen Reiche annehmen. Trotz Lnsallverletzung volle Arbeitsleistung. NSG. Das Landesarbeitsgericht Darmstadt hat in einem Urteil von grundlegender Bedeutung festgelegt, daß auch ein rentenbeziehender Unfallverletzter sehr wohl leistungsfähig sein kann, wenn ihm nur der richtige Arbeitsplatz zugewiesen wird. Ein Buchdruckerlehrling hatte sich im zweiten Lehrjahre eine schwere Handverletzung dadurch zugezogen, daß er mit der Hand in eine Maschine geriet. Er mußte den Buckdruckerberuf aufgeben und erhielt für die Verletzung eine Rente bewilligt. Nach einer kaufmännischen Lehrzeit gelang es dem jungen. Arbeitskameraden, eine neue Stellung zu erringen. Nun wurde ihm aber die halbe Unfallrente auf den Lohn angerechnet. Er klagte deshalb auf Nachzahlung des Mindereinkommens und Zahlung des vollen Lohnes. Das Arbeitsgericht wies die Klage ab. Die mit Hilfe der Deutschen Arbeitsfront (Rechtsberatung) eingelegte Berufung führte zu vollem Erfolg. In der Urteilsbegründung wird besonders hervorgehoben, daß das moderne Arbeitsrecht vom Leistungsprinzip beherrscht wird. Jedem Arbeiter soll der Lohn werden, der seiner Arbeitsleistung entspricht. Ein Unfallverletzter Arbeiter wird zwar regelmäßig nicht mehr so allgemein leistungsfähig fein wie ein unverletzter, er kann aber, wenn er auf den richtigen Platz gestellt wird, d. h. dorthin, wo ihn seine Unfallbeschädigung nicht hindert, durchaus dasselbe leisten, wie ein Unbeschädigter. Zum Beispiel kann ein Monteur, der ein Bein verloren hat, als Werkstattschreiber durchaus dasselbe leisten, wie sein unverletzter Kollege. Im vorliegenden Falle hat die Beweisaufnahme ergeben, daß der Kläger alle ihm übertragenen Arbeiten zur vollen Zufriedenheit erledigte und damit voll leistungsfähig ist, so daß der volle Tariflohn gezahlt werden muß, und zwar ohne Anrechnung der ganzen oder halben Rente. Es kann auch nicht gesagt werden, der Kläger stelle sich durch den Unfall besser, als er sich sonst gestanden hätte, da er ein größeres Einkommen als seine Arbeitskameraden in derselben Lohngruppe beziehe. Der Kläger war gelernter Buchdrucker und würde selbstverständlich in diesem Berufe mehr als ein städtischer Bote verdient haben. Die Unfallrente ist ihm nur ein gerechter Ausgleich für den durch den Unfall erlittenen Lohnausfall. Wenn sich der Unfall schon dadurch recht erheblich auswirkt, daß der Kläger in eine niedrigere Lohnklasse gekommen ist, so wäre es unbillig, ihm trotz der vollen Leistungsfähigkeit auch noch in dieser Lohnklasse den Lohn zu kürzen. Arbeitszeit nicht überschreiten! Eine Warnung durch das Soziale Ehrengericht. LPD. Meister und Lehrling stehen vor dem Sozialen Ehrengericht in Frankfurt a. M.; der Meister als Beklagter, der Lehrling als Kronzeuge, weil die für Lehrlinge zulässige Arbeitszeit häufig erheblich überschritten wurde. Einträchtig kamen die beiden aus Birkenau, einträchtig kehrten sie nach der Verhandlung wieder heim, um gemeinsam weiter zu schaffen, allerdings unter Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeit. „Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, wie er wohl selten vor das Ehrengericht kommen wird", stellte der Vorsitzende des Ehrengerichts im Laufe der Verhandlung fest. Der Beklagte und der Lehrling stehen — das zeigte die Verhandlung deutlich — in bestem Einvernehmen miteinander. Einer stellt dem andern das beste Zeugnis aus. „Es ist ein Fall, der alle Milderungsgründe in sich trägt", hieß es später in der Urteilsbegründung. Ohne Ausflüchte und Umschweife erklärte der Beklagte, daß die Arbeitszeit überschritten wurde. Ruhig und sachlich gab er seine Erklärungen, ’w'~- - WWWM^x-^ v • %. * * /V • :> - Hi MM W . 1 Wirtschaft Kreisfilmstelle. an Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt — Frankfurt a. ZIL 42,11 0,164 47,20 55,00 47,20 12,325 5,45 11,13 137,31 13,11 125,25 18,4 18,65 125 213,75 113 118 105 124,25 45,75 17,75 18,25 125 212,5 130 113 118 105 0,766 42,14 0,164 47,20 55,00 47,20 12,325 5,45 11,135 137,39 13,11 0,716 5,694 61,79 48,95 11,165 63,40 56,86 16,98 8,666 2,494 0,718 5,706 61 LI 49,05 11,185 63,52 56,98 17,02 8,684 2,498 0,716 5,694 61,79 48,95 11,165 63,39 56,88 16,98 8,666 2,495 124,5 18 18,25 124,75 212,5 113 118 105 125,25 46 18,4 18,75 125 214 130 113 118 105 Berlin der Bä- solgenden Terminen 2. Juni 3. „ 4. „ 5. „ 6. „ 7. „ 8. „ 9. „ 10. „ 11. „ 12. „ 13. „ 14. „ 15. „ 16. „ 17. „ 18. „ 19. „ 20. „ Das Erfolgsgeheimnis der nationalsozialistischen Wirtschaftsarbeit beruht nicht zuletzt darin, daß die politische Führung vor allem solche Dinge in Angriff nahm, die nicht nur der Verbesserung des materiellen Lbensstandards dienen, sondern auch die Herzenswünsche des deutschen Volkes erfüllen konnten. Ob es sich nun um den Aufbau der Rüstungsindustrie oder die Erringung der Nahrungsfreiheit, ob es sich um die Durchführung des Wohnungs- und Siedlungsprogramms oder um die Schaffung einer eigenen Rohstoffbasis handelte, immer waren diese Maßnahmen über ihre materielle Zielsetzung hinaus zugleich auch Ausdruck einer im Volke' wurzelnden geistigen Energie. Ein besonders schönes Beispiel 50 kg 36 bis 38, Gurken (T) 100 St. 25 bis 45, 25 bis 38 holl., Karotten (T) 100 Bdl. 10 bis 14, gelbe Kartoffeln 50 kg 3,75, do. lang 50 kg 10,50 bis 11,50 ital., do. rund 50 kg 8,50 bis 9,50 ital., Kohlrabi (T) 100 St. 8 bis 14, Lauch 100 St. 8 bis 14, Rettich 100 St. 5 bis 10, Rhabarber 50 kg 5,50 bis 9,00, Römischkohl 50 kg 6 bis 8, Kopfsalat 100 St. 4 bis 7, Spargel 50 kg I 30 bis 32, II 24 bis 26, III 20 bis 22, IV 9 bis 11, Spinat 50 kg 10 bis 12, Tomaten 50 Kilogramm 50 bis 70, Weiß- kraut (Spitzkohl) 50 kg 7 bis 9, Wirsing 50 kg 5 bis 6, Zwiebeln^50 kg 9,00 bis 9,50. ägyptische. Der O b st m a r k t verzeichnete reichlichere Zufuhren von Freiland-Erdbeeren, auch Kirschen erstmals in größeren Mengen am Markt, wogegen grüne Stachelbeeren zunächst noch geringes Angebot aufwiesen. Treibhaus-Erdbeeren nur noch kleine Anlieferungen. Bei schleppendem Geschäft neigten die Preise allgemein zum Nachgeben. Bananen blieben bei flottem Geschäft gut gefragt. Bananen, Kiste 12^2 kg netto, 7,50 Kam., 8,50 bis 9,00 Westindier, Erdbeeren (T) 50 kg 110 bis 120, do. Freiland 50 kg 70 bis 100, Kirschen 50 kg 45 bis 55, 31,50 bis 36,00 ital., grüne Stachelbeeren 50 kg 18 bis 22. vor: in Londorf, „ Allendorf, „ Treis, „ Heuchelheim, „ Großen-Bufeck, „ Grüningen, „ Steinbach, „ Watzenborn-Steinberg, „ Reiskirchen, „ Gambach, „ Lang-Göns, „ Großen-Linden, „ Reichelsheim, „ Münzenberg, „ Afsenheim, „ Ober-Eschbach, „ Nieder-Erlenbach, „ Dorheim, „ Wölfersheim. Buenos Aires . Srüflel....... Mo de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London....... Helstngfors.... Paris........ Holland...... Italien....... 42,03 0,162 47,10 54,90 47,10 12,295 5,44 11,11 137,03 13,09 warum die Arbeitszeit überschritten wurde. Einen Gesellen, konnte er nicht beschäftigen, weil er ihn in seinem Hause während des Umbaues nicht unterbringen konnte. Jetzt wird er aber einen einstellen, um alle Gründe für eine Arbeitszeitüberschreitung aus dem Wege zu räumen. Nun wird der Lehrling als Zeuge gerufen. „Na, wie bist du denn mit deinem Meister zufrieden?" fragt der Vorsitzende. Ohne Zögern, freudig und stolz kommt die Antwort: „Sehr gut, ich lerne viel." „Woher weißt du denn das? Hast du schon einmal ein Zeugnis bekommen?" „Nein, aber beim Reichsberufswettkampf bin ich der Beste gewesen." „Und wie ist es mit dem Essen?" „Das 'ist sehr gut." Die Vernehmung ist - beendet. Zwei wertvolle Menschen, die nicht böswillig ein Gesetz verletzt haben, standen vor dem Richter. Beide sind miteinander zufrieden. Der Lehrling stellt seinem Meister das beste Zeugnis aus, der Meister betreut den Lehrling wie ein Vater, aber er hat zugelassen, daß wir un- Ev. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 0,76? 42,06 0,162 47,10 54,90 47,10 12,295 5,44 11,115 137,11 13,09 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Blasmusik. 17: Inges Ferienwunsch. 17.15: Der Staatspreisträqer Friedrich Bethqe spicht über: Der Dramatiker im Dritten Reich. 17.30: Mosaik vom bunten Leben. 18.15: Hockey. 18.30: Don lustigen Weibern, plumpen und galanten Liebhabern. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Ein Liebesroman im Tanzrhythmus. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. lRechlsgulachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. h. W. in $. Da der Schaden in dem unverschlossenen Hühnerauslauf angerichtet wurde, ist der Jagdpächter zum Ersatz nicht verpflichtet. Eine Klage auf Schadenersatz muß nach dem angegebenen Sachverhalt als vollkommen aussichtslos angesehen werden. Die wachsende Beliebtheit der modernen deutschen Verkehrsmittel, seien es nun Flugzeuge, Ozeanriesen, Autos oder schnellfahrende Eisenbahnzüge ist das beste Zeichen für die überragende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes, die sich heute in so glücklicher Weise mit den ideellen Zielen der Nation verbindet. Im Spiegelbild der Reichsschau „Gebt mir vier Jahre Zeit" erkennen ~:- die Siege über Raum und Zeit, die Deutschland ter der Führung Adolf Hitlers errungen hat. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30:__ derkonzert. tO: Schulfunk. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wer vieles bringt — wird manchem etwas bringen. 15: Für unsere Kinder. „Gebt mir vier Lahre Zeit Siege über 2Roum und Zeit. für die Zeugungskraft des deutschen Idealismus bietet auch bie (Steigerung der Verkehrs- l e i st u n g e n in den letzten vier Jahren. Denn über Zeir und Raum zu herrschen, sich frei zu Lande, zu Wasser und in der Luft bewegen zu können, das war seit altersher, schon seit den Tagen Wielands des Schmieds ein Sehnsuchtstraum der germanisch- deutschen Seele. Die technischen Fähigkeiten, welche die Vorsehung unserem Volke mitgegeben hat, sind wie geschaffen, um sich gerade im Zeibalter der Maschine mit diesem idealen Streben zu einer Leistung von geschichtlicher Größe zu verbinden. Aber die schlummernden Kräfte mußten erst geweckt werden. Und vor allem: sie mußten am rechten Ort eingesegt und in die richtige Bahn gelenkt werden. Daß dies geschah, ist das unsterbliche Verdienst des Führers. Wie es geschah, das zeigt in zahllosen Bildern, Tabellen, Diagrammen und Vorführungen die Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zei t". Es ist immer wieder ein Erlebnis von seltener Eindringlichkeit, wenn die Besucher dieser Schau, nachdem sie plaudernd und fragend durch die ersten Hallen geschritten sind, nun plötzlich in jene Räume treten, wo an mächtigen Modellen die Entwicklung der deutschen Verkehrs w i rt- schäft offenbar wird. Dann stockt die Unterhaltung, und bewundernd prüft der Blick den Fortschritt der letzten vier Jahre. Geheime Herzenswünsche steigen in den Betrachter wieder auf und drängen zur Verwirklichung. Denn wer möchte nicht einmal sich vogelgleich in die Luft erheben, wer möchte nicht ein eigenes Auto besitzen oder mit diesen Schiffen über das weite Meer fahren? Das alles find ja keine Utopien mehr, wenn man hier auf dieser Ausstellung erfährt, daß beispielsweise im Jahre 1936 mehr Kraftwagen und Krafträder erzeugt wurden als in den drei Jahren 1930 bis 1932 zusammen, daß die Zahl der F l u g- 8 aste in Deutschland von 94 872 (1933) auf 231 900 (1936) gestiegen ist, oder daß auf deutschen Werften im Jahre 1936 fast zehnmal so vielSchiffe fertiggestellt wurden als im Jahre 1933. Die Möglichkeit, daß auch der unbemittelte Volksgenosse in absehbarer Zeit einmal in den Genuß dieser modernsten Verkehrsmittel der Menschheit kommen wird rückt damit immer näher und verleiht ihm das Gefühl sicheren Selbstvertrauens. Denn wir alle haben dies ja aus eigener Kraft geschaffen, nicht mit fremder finanzieller Unterstützung, nicht mit Auslandanleihen, sondern nur zu oft gegen den Willen scheelsüchtiger Nachbarn. Ser mQ^ri:a,e Nvb-N entspricht dem ideellen Wert der Verkehrssteigerung. Hunderttausende von Volksgenossen erhielten durch die Ankurbelung der Derkehrswirtschast ihren Arbeitsplatz zurück' und damit ein Einkommen, das wiederum neue Zweige der Industrie belebte. Allein in der Auto-Industrie wuchs die Zahl der beschäftigten Gefolg- schaftsmitglieder in vier Jahren von' 54 000 auf 120 000, was eine entsprechende Erhöhung der Be- schaftigtenzlffer auch in den Lieferindustrieen für den Kraftwagenbau zur Folge hatte. Eine weitere | Etwas höher lagen u. a. ferner Daimler mit 141 (140,75), Deutsche Erdöl mit 160,50 (159,50), Deut- | scher Eisenhandel mit 157 (156,50). Maschinenaktien blieben behauptet, Muag 146.50, Moenus 120,50, Junghans 134. Der Rentenmarkt war ohne besondere Vorgänge, die Tendenz aber gleichfalls fest. Im freien Verkehr wurden Altbesitz mit 127,50 (127) bewertet, erreichten aber nicht den Berliner Kurs von 127,75. IG. Farben-Bonds uyv. 135,65, Kommunal-Umschuldung 94,13, Reichsbahn-Dorzugsaktien 125 und 4,50 v. H. Krupp 99,50. Im Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke Kleyer auf 113,25 (113). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., l.Juni. Auftrieb: Kälber 1098 (gegen 992 am letzten Dienstagsmarkt), Hümmel und Schafe 45 (53), Schweine 5318 (4505). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 65 (65), b) 55 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 35 bis 40 (33 bis 40). Häm- mel b2) 48 bis 50 (—). Schafe nicht notiert. Schweine a) 54 (52,50), bl) 54 (52,50), b2) 54 (52,50), c) 53 (51,50), d) 40 (48,50), e) — (48). Sauen gl) 54 (52,50), g2) — (48,50 bis 50,50). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Fleischgroßmarkt. Angebot: 884 (861) Viertel Rindfleisch, 528 (494) halbe Schweine, 74 (206) ganze Kälber, 11 (12) Hämmel, 7 (5) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 77, b) 66. Kuh- fleifch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch I 81 bis 95, II 78 bis 80. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80 Mark je 50 Kilogramm. Marktverlauf: lebhaft. Frankfurter Gemüse- und Obst-Großmarkt. Frankfurt a. M., 1. Juni. Am Gemüse- markt blieb dos Angebot allgemein reichlich. Während für Spinat die Preise etwas anzogen, gingen sie für Kartoffeln, Kohlrabi und Spargel zurück, im übrigen blieben sie unverändert. Das Geschäft war schleppend. Von ausländischen Gemüsen lag geringes Angebot in Blumenkohl vor, Bohnen bei rückläufigen Preisen genügend zugeführt. Blumenkohl (T = Treibhaus) 100 St. 25 bis 50, do. Steige 12 St. 3,75 bis 4,25 holl., Bohnen (T) 50 kg 70 bis 80, do. 5% kg 1,80 bis 2,20 ital., Erbsen Die Gaufilmstelle Hessen-Nassau führt den Ufa- Tonfilm „Verräter" im Kreise Wetterau ■'** wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 39 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 234 bzw. 52. Rhein-Maimsche Börse. ZNittagsbörfe erholt. Frankfurt a. M., 1. Juni. Die beruhigtere politische Lage löste bei der Kulisse etwas Rückkaufsneigung auf dem ermäßigten Stand aus, zumal Kundfchaftsverkäufe auch heute nicht oorgenom- men wurden. Die Börse war am Aktienmarkt nach den Rückschlägen vom Montag allgemein erholt und für einzelne Werte sogar recht fest. Die Unternehmungslust war aber immer noch klein, so daß die Umsatztätigkeit nur geringes Ausmaß hatte. Etwas lebhafter lagen Daimler Motoren mit 140,25 bis 140,75 (139). Von Montanpapieren erholten sich Hoesch auf 125 (122,25), Mannesmann auf 125 (122,50), Klöckner auf 136 (133,50), Verein. Stahl auf 120,13 (119), Rheinstahl auf 155 (154) und Buderus auf 127,50 (127). Fest lagen Deutsche Erdöl mit 160 (157,75) und Siemens mit 220 (216,50). ZG. Farben gingen auf 165,25 (164,50). Elektropapiere notierten zumeist 0,50 bis 1 v. H. über gestern, Schuckert gewannen 1,50 v. H. auf 174,50. Sonst waren noch gut erholt Holzmann mit 151 (148,25), Zellstoff Waldhof mit 161 (159,50). Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich Besserungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Etwas niedriger lagen Hanfwerke Füssen mit 114,50 (am 29. Mai 116,50). Arn Rentenmarkt waren Altbesitzanleihe auf die bevorstehende Ziehung gefragt mit 126,90 bis 127 (126,40). Reichsbahn-Vorzugsaktien erholten sich auf 125,13 (124,75). Kommunal-Umschuldung gingen mit 94,05 (94) und Rhein. Städte-Altbesitz mit unv. 129,75 bis 130 um. Im Verlause unterlagen die Kurse am Aktienmarkt kleinen Schwankungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., wobei aber Erhöhungen überwogen. Die Gesamtstimmung blieb aber freundlich. Fest lagen Kemberg mit 123,50 bis 127,50 (121), ferner Westdeutsche Kaufhof mit 61,75 (60), Goldschmidt mit 137,25 (135,75). Am Einheitsmarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich. Von Renten waren Kommunal-Umschuldung mit 94,10 bis 94,15 nach 94,05 etwas lebhafter. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen blieben weiterhin gut behauptet, während Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen geringen Schwankungen ausgesetzt waren. Dekosama Neubesitz weiter etwas höher mit 54 (53,90). Im übrigen lagen die Rentenmärkte ruhig. Abendbörfe fest. An der Abendbörse zeigte sich vorwiegend weitere Nachfrage, während Abgaben kaum Vorlagen. Die Haltung blieb fest und das Geschäft war teilweise recht lebhaft. In Anpassung an den Berliner Schluß zogen die Kurse meist weiter etwas an, teilweise wurden auch diese noch leicht überschritten, so vor allem bei Bemberg mit 128,50 (127,25), die somit einen Tagesgewinn von 7,50 v. H. erzielten. Montanpapiere lagen ruhiger und unverändert, Buderus 127,50, Hoesch 125,25, Mannesmann 124,50, Rheinstahl 155,50, Verein. Stahl 121. IG. Farben unv. 165,50, Scheideanstalt 261,50 (261), Rütgers- werke plus 1 v. H. auf 155,50. Von Zellstoffwerten Waldhof 162 (161), Feldmühle 147. Elektroaktien wenig verändert, fest aber Schuckert mit 176 (175). Dieser Spionageabwehrfilm erfüllt die Forderung einer Verbundenheit des deutschen Films mit den Aufgaben der Gegenwart. Inhaltlich und künstlerisch behandelt er brennende Probleme mit einem noch nie dagewesenen Einlaß von Fliegern, Panzerwagen und Kriegsschiffen. Er zeigt, wie Leichtsinn und Geschwätzigkeit die wertvollsten Interessen Deutschlands gefährden können. Vorverkauf der Eintrittskarten findet jeweils durch die Ortsgruppe und die NSG. „Kraft durch Freude" statt. Serfänaerfe volizeiffunde für Hernlastkrastfahrer. LPD. Der Reichsführer SS. und Ehef der Deutschen Polizei ersucht in einem Runderlaß die zuständigen Polizeibehörden, das Erforderliche zu veranlassen. um den Beginn der Polizeistunde für solche Gast- und Schankwirtschasten hinauszuschieben, die von den Fahrern und dem Begleitpersonal von Fernlastwagen aufgefucht werden.' Die Verlängerung der Polizeistunde käme nur da in Frage, wo ein wirkliches Bedürfnis bestünde. Die Regelung soll nur für Fahr- und Begleitpersonal von Fernlastkraftfahrzeugen gelten. Zum Ausschank dürfen nur alkoholfreie Getränke kommen. Die Innehaltung dieser Bedingungen sei scharf zu überwachen. Bei Zuwiderhandlungen sei die Hinausschiebung des Beginns der Polizeistunde unnachsichtlich zu.widerrufen. Hundsunkprogramm. Donnerstag. 3. Juni. Rückwirkung des Verkehrsaufschwungs ist in dem zunehmenden Interesse zu erblicken, welches das Ausland für die deutschen Erzeugnisse bekundet. Nicht nur, daß die Ausländer in steigendem Maße die unter deutscher Flagge fahrenden Seeschiffe und Flugzeuge benutzen — sie geben auch die für ihren heimatlichen Verkehrsdienst bestimmten Fahrzeuge mit Vorliebe bei deutschen Unternehmungen in Auftrag. So wuchs beispielsweise die Ausfuhr deutscher Personenwagen in vier Jahren von 9539 auf 29 980, deutscher Lastkraftwagen von 1946 auf 5927, deutscher Krafträder von 1675 auf । 11 636 Stück. So waren auf deutschen Werften 1933 nur acht für das Ausland bestimmte Schiffe im Bau, während es 1936 121 Schiffe waren. Fertiggestellt wurden 1933 für das Ausland nur 2 Schiffe, 1936 aber 64 Schiffe. Wie die deutschen Werften, so spielen auch die deutschen Reedereien als Devisenbringer eine bedeutende Rolle. Die Zahl der auf dem Seewege nach Deutschland einreisenden Ausländer vermehrte sich um 50 v. H. von 41391 auf 60 621 Personen zwischen 1933 und die Arbeitszeit überschritten wurde. Damit hat der Meister gegen das Gesetz verstoßen. „Ich lerne viel", sogt der Lehrling. Das ist ihm die Hauptsache. Was kommt es ihm dabei darauf an, daß die Arbeitszeit überschritten wird? Der Meister sagt dem Lehrling: „Geh' heim, es ist Zeit." Eifrig und lernbegierig, wie der Lehrling ist, antwortet er: „Ich bleibe da und helfe, bis wir fertig sind." Meister und Lehrling verstehen sich. Keiner will eine Übertretung des Gesetzes, aber durch das Ueberschreiten der Arbeitszeit ist sie gegeben. Sie muß gesühnt werden. Das Soziale Ehrengericht hält als Strafe die gelindeste Form, eine Warnung, für ausreichend. Es ist der Ueberzeugung, daß der Meister, ein ordentlicher, strebsamer Mensch, sein Versprechen halten und sofort alles tun wird, die Mißstände abzustellen. Er wird einen Gesellen einstellen, so daß künftig Arbeitsüberschreitungen nicht mehr vorkommen. 3 au an...... Jugoslawien Oslo ..... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Schwei- .... Svanten.... Prag....... Budapest ... Neuyork.... 5% Moldmexikaner von 1899 .... *% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4>/r Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 41/i% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2*4% I. Anatolier.............. *21.®. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket...... 0 Norddeutscher Lloyd.......... 0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 1 Reichsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............ 4 Dresdner Bank..............4 I 0,718 5,706 61,91 49,05 11,185 63,51 57,00 17,02 8,684 2,499 Fwd. Konkurse und Vergleichsver-s fahren i m Mai. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Mai durch i)en| „Reichsanzeiger" 180 neue Konkurse — ohne die Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 31 5 1.6. 31 5 1.6. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,75 101,75 101,25 101,9 4% Deutsche Reichscml. von 1934 99.25 99,4 99,25 99,4 6*/2% Young-Anleihe von 1930 .. 105,65 105,5 104,5 104,5 4%% Hessische Volksstaat von 1929 99,75 99,75 — — 4*/z% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,6 100,6 100,13 100,7 *¥2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 99,13 99,13 99,13 99,13 Reichsanleihe-Altbesttz.......... 126,4 127 126,75 127,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. L an desbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 99,25 99,25 6/1% Hess. LandeS-Hyp.-Bank Lic?u. Goldpfe............... 101,25 101 _ 4 ¥2% Pteuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 99 99 99 99 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 98 98 98 98 4/i% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6............. 97,9 97,9 Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 131,9 131,9 132,13 132,13 4/i% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 99,5 99,5 99,5 99,5 4¥2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3......... 98,25 98,25 6¥2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe.............. 100,75 100,75 5%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe.............. 100,75 100,9 100,75 100,75 Steuergutschein-Berrechnungskurs 110,8 110,8 110,9 110,9 Schluß- kurs Schlußk Abendbörse Schluß. kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 31.5 1.6. 31.5. 1.6. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 233 234 233,5 äKU-Kunstsetde........... .. 0 — — — —• Aschaffenburg Zellstoff...... Bemberg................. .. 3 .. 0 140,25 121 140,5 128,5 139,25 120,5 141 127,25 Bekula................... .. 8 165,25 165,5 165,75 165,5 BuderuS Eisen............. .. 4 127 127,5 126,25 127,4 Cement Heidelberg......... .. 7 158 159 — Gement Karlstadt.......... .. 6 — 171 — —• Ehabe A.-C................ .. 9 —— — _ — Conti Gummi............. . 11 187 187,5 186,5 187,25 Daimler Motoren.......... .. 5 139 141 138,25 140,65 Dessauer Gas............. .. 4 — — 116,65 117,5 Deutsche Erdöl............ .. 5 157,75 160 158,25 160,5 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 260 261,5 _ Deutsche Linoleum......... 10 178 177,75 178 177,75 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136 135,9 135,5 135,75 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 154,25 154,5 154 154.5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 164,5 165,5 164,65 165,75 Felten & Guilleaume....... Gesfürel.................. .. 6 136,5 136,75 135,9 137,25 .. 6 157 157,75 157,75 157,9 Th. Goldschmidt........... .. 5 135,75 137,75 136,25 138,25 Gritzner Maschinen......... .. 0 47 47,9 47,25 48,25 Harpener................. 2/, 166 166,75 166,25 Hoesch Eisen............... 3*4 122,25 148,25 125,25 123 125,65 Philipp Holzmann......... .. 6 150,25 148,5 150,5 Ilse Bergbau.............. .. 6 — 175 Ilse Genüsse.............. .. 6 141,5 143 142 143,25 Kal? Aschersleben.......... .. 5 117,25 117,5 117 118 Klöcknerwerke ............. 4/i 133,5 136,5 133,25 136,5 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 155 156,4 üaymeyer................ .. 6 — — 124,5 Mainkraft................. .. 4 98 98 __ Mannesmann............. . 3 122,5 124,5 122,65 124,4 Mansfelder Bergbau....... 6/t 158 158 158 Metallgefellschaft........... . 5 153 153,5 152,25 152,5 Orenstein & Koppel........ . 0 — 104,75 106,5 Rheinische Braunkohle...... 12 232,25 _ 232,5 233,75 Rheinische Elektro.......... . 6| 135,5 _ 135 Rheinstahlwerke............ . 6 154 155,5 154 155,5 Rbcinisch-Destfälische Elektro . 6) 127,75 128,13 128,13 128 Rütgerswerke ............. . 6 154,25 155,5 154 155,5 Salzdetfurth Kali.......... 7/2 152 153 152 153,5 Schuckert L Co............. . 6 173 176 173 175,65 Schultheis Panenhofer...... . 4 97,25 1 97 Siemens & Halske......... . 8 216,5 220 217,75 ! 220,5 Süddeutsche Zucker......... 10 200 200 201,75 ! 201 bereinigte Stahlwerke...... 3/i 119 121 119 121 Westdeutsche Kaufhof....... . 0 60 , 61,75 60 61,9 Westeregeln Alkali.......... . 5 116,7!) 116,5 116 118,5 Zellstoff Waldhof.......... . 6 159,5 162 159 161,5 Ltavi Minen............... 0,6 31,13 3’| 31 31 .Mai 1. Juni Amtliche Notierung Gele | Bnei Amtliche 'Notierung Gelt | Brie« 31 Mai 1. Juni Amtliche Notierung Gelb | Brie Amtliche Notierung Geld | Briei ltr.125 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 2.Zuni 1957 Lire 2rZleoerieyens,e,er der ersten Gießener Reservisten. Aus der Stadt Gießen. Don Grillensang und Srillenfang. Wenn die Sonne heiß auf die Felder und Wiesen strahlt, dann ist großes Konzert in Gottes freier Natur: die Grillen zirpen, feilen und fiedeln luftig darauf los, und von fern und nah stimmen die monotonen, aber unermüdlichen Sänger und Geiger 3n einem Tonstück zusammen, das etwas eigentümlich Ansprechendes für den Menschen hat. Ja, ist man ganz allein unter goldglühendem Himmel Hörer dieser vertrauten Weise, so kann man es begreifen, daß abergläubische Menschen in diesem Summen, Surren und Sirren unsichtbarer Lebewesen etwas Unheimliches finden; so sagt man beispielsweise in manchen Gegenden Hessens, das Murmeln und Girren stamme von einem Acker- gefpenst oder Korvdämon her, der in schweigender Mittagsstunde sein Wesen in den goldenen Aeckern und grünen Wiesen treibe. Eine Grille zu Gesicht zu bekommen, ist nicht leicht; es gehört große Geduld dazu. Denn die Grillen sind schlau, sie lassen sich nicht leicht überlisten; bleibt man nämlich stehen und schaut sich zwischen den Aehren oder Halmen nach ihnen um, so schwiegen die nächstsitzenden Tiere, rufen einem aber bald wieder nach, wenn man sich entfernt. Wer also Grillen sehen oder gar fangen will, wappne sich mit Ausdauer! Daher sagt man denn auch von einem Menschen, der mit verbissener Hartnäckigkeit trüben Gedanken und unerfreulichen Vorstellungen nachhängt: er „fängt Grillen". Bezeichnend für das klirrende, schwirrende Singen der Grille — althochdeutsch „der grill" — sind auch andere volkstümliche Namen. In der Pfalz sagt man „Kricksel", in der Steiermark „der Zirp" zur Feldgrille. Sein Vetter ist das H e i m ch e n, die Hausgrille: sie gilt im allgemeinen als guter, traulicher Hausgeist; auch sagt man, Zwerge, Heinzelmännchen lieben es, sich in Grillengestalt am Herd oder Backofen aufzuhaltezi. Eine mitteldeutsche Sage erzählt: Heimchen und Grillen halfen den Bauern fleißig auf dem Felde, der Bauersfrau beim Brotbacken daheim. Als dann „ernste, fromme Männer" — also die christlichen Missionare! — kamen, hätten diese die Zwerge, die sich in Grillengestalt so nützlich machten, dadurch beleidigt, daß sie behauptet hätten, solche Ungeister seien die Seelen verstorbener, ungetaufter Kinder. Da das Volk anfing, diesen Aberglauben nachzuschwätzen, seien die Zwerge abgezogen aus dem Lande, und dort wohnen jetzt nur wirkliche Grillen und Heimchen, die statt zu helfen nur musizieren, sonst aber nichts nützen, ja manchmal sogar ein wenig Schaden durch ihre Genäschigkeit machen. Bemerkenswert ist — zumal wenn man die Ähnlichkeit der Bezeichnung „Heimchen" und „Heinzelmännchen" beachtet — die beiden Wesen angedichtete Neigung, „inkognito" Gutes zu tun, aber bei Erkanntwerden zu verschwinden, wie auch Kopischs Sage von den Kölner Heinzelmännchen so hübsch erzählt. Und dazu stimmt ja die Tatsache, daß — wie die Feldgrille — auch das Heimchen sich sehr selten und ungern sehen läßt. Verhaßt ist, wo sie in Mengen auftritt, dem Bauern die gefräßige Maulwurfsgrille, die vor allem die Wurzeln des Wiesengrases und der Gartenpflanzen zerbeißt und die Pflanzen und Gräser dadurch zum Welken bringt. Die Werre, wie man in Oesterreich, oder der Werrrn wie man in Baden sagt, frißt nach altern Volksglauben im Jahre „sieben Laib Brot", das bedeutet, es zerstört so viel Korn oder andere Nutzpflanzen, daß der Wert des Vernichteten sieben großen Bauernbroten entspricht. W. L. NGLB., Iachschaff Höhere Schule. Abteilung höhere Schule, Fachschaft „Deutschkunde". Nächste Sitzung am Freitag, 4. Juni, um 16 Uhr, pünktlich, in der Oberrealschule. Vortrag: „Die Balladendichterin Agnes Miegel." Während am Sonntag auf dem Bahnhofsvorplatz eine unübersehbare Menschenmenge dem Konzert des Musikkorps des IN. 116 lauschte und die Sonderzüge immer neue Teilnehmer am 116er-Tag brachten, bereiteten sich die ersten Gießener Reservisten des Dritten Reiches zu ihrer ersten Wiedersehensfeier vor. Aus Saarbrücken, von der Mosel, Frankfurt a. M. und aus der näheren Umgebung waren die ersten „Achtwöchentlichen" in der Unterkunft eingetroffen, vor der eine SA.-Kapelle konzertierte, während es sich die mit ihren Frauen erschienenen Gäste in dem provisorisch errichteten Vorgarten gemütlich machten. Die Unterkunft war zur Besichtigung freigegeben, um auch den Frauen einmal zu zeigen, was Opfersinn und Kameradschaft aus eigenen Kräften zu gestalten vermochten. Den Höhepunkt der Wiedersehensfeier bildete eine längere Ansprache des Kommandeurs des E-Datl. Major Junker an die auf dem Uebungsplatz gegenüber der Unterkunft angetretenen Schützen und Reservisten. Einleitend verwies der Major darauf, daß sie nicht mehr, wie zu Beginn, E.-Batl. Gießen ober später Nr. 53 bezeichnet werden, sondern eingereiht wurden in das Inf.-Regt. 116. Wer die Wiedersehensfeier dieses alten stolzen Jnf.-Regts. „Kaiser Wilhelm" (2. Großherzoglich-Hessisches) Nr. 116 — so hob der Major hervor — miterleben durfte, wird etwas davon gefühlt haben, wie sehr Tradition, Zusammengehörigkeitsgefühl und Kameradschaft verpflichten. In großen Zügen machte der Bataillonskommandeur dann die ersten Reservisten dieses Regiments mit der großen und ruhmreichen Geschichte des Nachdem erst vor wenigen Wochen etwa 75 Kinder der ersten Einweisungen in Pflegestellen den Kreis Wetterau der NSV. verlassen haben, kam gestern wieder ein großer Transport der Kinderlandverschickung der NSV. in unser Gebiet. Ein Zug aus dem Gau Groß-Berlin hielt in Gießen. Der Zug war mit etwa 800 Kindern besetzt, von denen 200 in Gießen ausstiegen. 120 dieser Kinder kamen in den Kreis Wetzlar, die übrigen wurden im Stadtrandgürtel unserer Stadt untergebracht. 400 Kinder aus ebenfalls diesem Zug fuhren weiter und wurden von Butzbach bzw. von Friedberg aus in Orte der Wetterau gebracht. Den Kindern war anzusehen, daß sie sich auf die kommenden Wochen des Ferienaufenthaltes in unserer schönen oberhessischen Heimat freuten. Es besteht wohl kaum ein Zweifel darüber, daß sich die Kinder bei der spende- und opferfreudigen oberhessischen Bevölkerung sehr wohlfühlen werden. Für die Kinder ist ein Ferienaufenthalt von 5 Wochen vorgesehen. Diese umfangreichen Kindertransporte, die gerade in der jetzigen Zeit unterwegs find, erfordern umfangreiche organisatorische Maßnahmen. Ein wichtiger Teil dieser Arbeit besteht in der Sicherstellung der Verpflegung der Kinder während der Reise. Ueberall greifen die Mitglieder der NS.-Frauenschaft und des Frauenwerkes hilfreich ein. Viele Hunderte von Kindern werden in einer verhältnismäßig kurzen Zeit gut und ausreichend verpflegt. So konnte man zum Beispiel gestern in Friedberg beobachten, wie sehr rasch nicht weniger denn 710" Kinder mit Brötchen und Würstchen und mit etwa 350 Litern Tee bewirtet wurden. Allenthalben steht ausreichendes Sanitätspersonal zur Veralten Gießener Regiments vertraut, dessen Anfänge vor 150 Jahren er schilderte. Ausgehend von den Kämpfen dieser hessischen Formation um 1790 unter dem Korsen, über den Anschluß 1812/13 an die Preußen und die Beteiligung an der Niederwerfung einiger Aufstände, erinnerte er an das Denkmal des hessischen Löwen vor dem Friedberger Tor in Frankfurt a. M. als dem Ehrenmal für die tapferen hessischen Soldaten. Er ging dann auf die Ereignisse beim deutsch-österreichischen Krieg ein und ließ ein Bild der Heldentaten der Hessen im 70er-Krieg entstehen. Als Auszeichnung wurde das Regiment 116 aufgestellt und Gießen ihm als Garnison zugewiesen. Der Major ging dann auf die erfolgreiche Friedensarbeit ein, die dem Regiment hohe und höchste Schießauszeichnungen einbrachte, wie keinem anderen Regiment in der deutschen Armee, und es zu Heldentaten befähigte, wie sie mit ehernem Griffel in die Geschichte des deutschen Volkes eingetragen sind. Den Ruhmestag von Anloy muß sich jeder Reservist merken. Die stolze, ruhmreiche Vergangenheit verpflichtet auch den Reservisten, aus der Geschichte zu lernen und Verständnis dem ewigen Werden der neuen soldatischen Form unseres Volkes entgegenzubringen. Neben der rein waffenmäßigen Ausbildung soll der Reservist die Größe deutschen Soldatentums begreifen lernen, das ein Grundpfeiler für den Aufbau unseres Volkes bedeutet. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer wurde der Wiedersehensappell beschlossen. In den Speiseräumen war Gelegenheit zur Einnahme eines Eintopfessens gegeben, von der sehr reichlich Gebrauch gemacht wurde. Nach einer kurzen angeregten Unterhaltung rückte das E.-Batl. dann zum Wehrsportfest auf dem Trieb ab. fügung. Selbstverständlich ist immer auch ein NSV.- Arzt zur Stelle. Um den Kindern außerdem eine besondere Freude und Unterhaltung zu bieten, fehlen auch Musikkapellen nicht, die den Aufenthalt auf den Bahnhöfen den Kindern kurzweilig gestalten. Aus dem KreisamtsgebietWetterau ist der Kindertransport in diesen Tagen abgeschickt worden, und zwar nach Schleswig-Holstein, hauptsächlich in die Gegend von Schleswig und Flensburg. Die Kinder sind dort fast ausnahmslos am Ostseestrand in Pflegestellen untergebracht. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. NSLB. Kreis Wetterau: 15.30 Uhr Kreisoer- farnrnlung in der neuen Peftalozzifchule; Gauredner Jordan spricht über „Schule und Vierjahresplan". — Jugendluftschutztag: 20 Uhr Oswaldsgarten Brandbekämpfung und Gasmaskenschutzübung. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr Abschiedsvorstellung für Heinrich Hub: „Der blaue Heinrich". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Die göttliche Jette". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Grenzpolizei Texas". NS. Kriegsopferversorgung, Kameradschaft Gießen. Vetr.: Fahrt nach Vadhomburg am 6. Juni. Die Fahrkarten für diese Fahrt können bis spätestens 4. d. M. gegen Zahlung von 2 Mark auf unserer Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 38, in der Zeit von 8 bis 13 Uhr oder 15 bis 17 Uhr abgeholt werden. 5erlinerfiinber$um3erienaufenl6aliinOber6e|fen NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen und nicht der Partei angehören, zahlen ihren Beitrag zur Hilfskasse für die Monate Juli, August und September 1937 am Dienstag, 1. Juni, Mittwoch, 2. Juni, und Donnerstag, 3. Juni, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29 H. Wer seinen- Beitrag nicht rechtzeitig entrichtet, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. Hundert Jahre Gleiberg-Berein. Am 4., 5. und 6. Juni begeht der Gleiberg-Verein die Feier feines hundertjährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß wird am Freitag in Gießen ein Festabend mit der Aufführung des Festspieles „Im Gasthaus zur Spiespforte zu Gleiberg" von Oberstudiendirektor Philipps, Friedberg, stattfinden. Am Samstag soll dieser Abend in Krofdorf-Gleiberg wiederholt werden. Für Sonntag nachmittag ist großes Volksfest auf der Burg vorgesehen. Wie uns aus dem Kreise des Vereins-Vorstandes mitgeteilt wird, hat Ministerialrat Ringsh au- j e n, unter dessen Schirmherrschaft das Fest stattfinden wird, sein Erscheinen bei der Veranstaltung am Freitag in Gießen bestimmt zugesagt. Er wird dort zu den Besuchern des Abends sprechen. Schwere Derkehrsunfälle in Gießen. Am geflogen Dienstagnachmittag ereignete sich in der Rodheimer Straße, Nähe der Schützenstraße, ein schwerer Verkehrsunfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Dort befand sich der Regierungslandmesser Schlösser aus Wetzlar mit seinem Fahrrad auf der Fahrt in Richtung Heuchelheim, um nach feinem Wohnort Wetzlar zurück- zukehreü. Auf dem Gleis der Biebertalbah-n stand eine Pferdefuhrwerk, das ein schwer mit Kies beladenes Lastauto eines hiesigen Fuhrunternehmers überholen wollte. In diesem Augenblick passierte der Radler die kritische Stelle und geriet dabei unglücklicherweise vor das Lastauto, von dem er zu Boden gerissen und durch Ueberfahren auf der Stelle getötet wurde. Nach Feststellung des Sachverhalts durch die behördlichen Organe wurde die Leiche des bedauernswerten Mannes zur Bestattung freigegeben. Die weiteren polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Am heurigen Mittwoch früh gegen 7.30 Uhr ereignete sich in der Marburger Straße ein weiterer Verkehrsunfall, der einen Personenkraftwagen aus Berlin betraf. Das Auto, mit einer Dame und zwei Herren besetzt, wollte unmittelbar an der Einmündung des Wiesecker W-ges in die Marburger Straße einen in der gleichen Richtung (nach Lollar zu) fahrenden Lastkraftwagen überholen. Im gleichen Augenblick bog ein Mädchen auf einem Fahrrad vom Wiesecker Weg in die Marburger Straße nach der Stadt zu ein, ohne den herannahenden Personenkraftwagen bemerken zu können, da der Radfahrerin durch den Lastkraftwagen die Sicht versperrt war. Der Führer des Personenkraftwagens riß geistesgegenwärtig das Steuer nach links, um das Mädchen nicht zu überfahren. Dabei fuhr der Wagen auf den linken Bürgersteig und mit großer Wucht gegen einen Baum. Die Insassen erlitten, da bei dem heftigen Anprall einige Scheiben in Trümmer gingen, mehr oder weniger schwere Schnitt- verletzungen. Einer der Insassen, ein älterer Herr, zog sich einen Unterarmbruch zu. Durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz wurden die Verunglückten in die Poliklinik gebracht. Die Polizei nahm sofort die Ermittlungen über die Schuldfrage auf. Der Kraftwagen wurde erheblich beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Gchauspielmusik. Von Or. Paul Gerhardt Dippel. seiner igen Die Goethes Das Deutsche Theater in Berlin hat bei , Neueinstudierung von Shakespeares „Coriolan" den Komponisten Rudolf W a g n e r - R e g e n y beauftragt, eine Bühnenmusik zu Der Tragödie zu schreiben. Das ist eine Tatsache, die über Das Alltägliche unseres Theaterbetriebes hinausreicht. Wie Der Darstellungsstil eines überzeitlichen Kunstwerkes einem zeitbeDingten Geschmack und einer jeweiligen „Auffassung" von Wesen unD Struktur Des Dramas entspricht, so ist auch Die Bühnenmusik von jeweiligen Geschmacksrichtungen abhängig, Die mit Der Entwicklungsgeschichte Des Schauspiels aufs engste verknüpft sind. Kann man Doch aus Der Art, wie Die Schauspielmusik zu Goethes „Faust" vor hundert Jahren war unD wie sie ein heutiger Musiker gestaltet, genau erkennen, welche Wandlungen Die Art Der Darstellung unD Wiedergabe von Goethes Dramatischem Gedicht erfahren hat. Auch Das große unD vielfältige Theaterwerk Shakespeares hat zu allen Zeiten nach Musik gerufen, Die Die unmittelbare Wirkung von Der Bühne herab verDichten unD verstärken sollte. So hat man in letzter Zeit vielfach versucht. Den Zeitcharakter Der Shakespeare-Dramen DaDurch zu betonen, Daß man ihnen Werke von H. Pu reell. Dem größten englischen Musiker, beigab. Das war ein Experiment. Ein Experiment war unD bleibt es auch, wenn vor einiger Zeit Das Deutsche Theater in Berlin als musikalischen Stimmungshintergrund zu „Romeo und Julia" Kammermusik von Franz Schubert wählte. Da erklangen — angedeutet und hinter der Bühne als akustische Szenenwirkung — „Der Tod und das Mädchen", Sätze aus einem Streichtrio und andere Kammermusik von Schubert. Bei dieser Verwendung reiner Kammermusik als Bühnenmusik ergab sich ein innerer Widerspruch zwischen Den Werken, Die mit-, durch- und auseinander wirken sollten. Wie hat nun Wagner- R 6 g e n y seine Ausgabe gelöst? Er verlegt Die Bühnenmusik hinter Die Szene unD gibt Damit schon rem äußerlich zu erkennen. Daß sie nichts anDeres sein will als Dramatisch, szenisch unD stimmungsmaßig "^tiefender Faktor Der Aufführung, nicht aber eine unlo-liche Zugabe zur Dichtung, wie etwa Beethovens ,^9- mont"-Musik. Wagner-Regeny verwendet «treicher, Bläser unD ein solistisch eingesetztes kleines Or. chefter Das Die VerbinDung zwischen Den einzelnen <5>Cnen herstellt, einen großartigen Triumphtanz melodisch und rhythmisch unterbaut und zur szem- frhen Verdeutlichung eine ungemein packende Ulu- ftratioe Untermol'unfl und Begleitung gibt. Wesens- beftandteil Der Dichtung als solcher ist Damit Wag- ner-Rägenys Musik keineswegs. Sie ist wie Die vielen und außerordentlich gekonnten Bühnenmusiken von Mark Lothar im Berliner Staatstheater eine Angelegenheit Der Aufführung, nicht Der Dichtung, eine ADdition zur szenischen Verwirklichung, nicht künstlerischer Selbstwert. Was unterscheiDet nun innerhalb Der Bühnenmusiken Das Wesen Der großen und kongenialen Schauspielmusik von einer auch noch so hochstehenden theatralischen Gebrauchsmusik, unter die wir auch Wagner-Rägenys Arbeit rechnen möchten? Beechoven hat eine sinfonisch konzipierte Musik zu einem Drama „Coriolan" geschrieben, Das von seinem Zeitgenossen Collin stammt. Die unheimliche Düsterkeit, die Die Ouvertüre beherrscht, betont Den tragischen Zug Des Stoffes unD ist keineswegs von Einzelheiten Des Stücks befruchtet. Beethovens „Coriolan" könnte man ebenso gut Der Shake- spearischen TragöDie voranschicken, er wirkt als Bühnenmusik unD lebt als musikalische Leistung nicht weniger im Konzertsaal. Die musikalische Gestalt, Die sinfonische JDee — sie sinD es, Die Das Beet- hovensche Kunstwerk (trotz feiner Bestimmung für Collins „Coriolan") Der Shakespearschen TragöDie näherrücken, als Die aus einer musikalischen Gegenwartssprache heraus entstandene „Coriolan"-Musik unseres Zeitgenossen. Das ist keine Unterscheidung Des Wertes, sondern eine Des Stils unD Der Absicht. Eine iDeale Schauspielmusik schuf Beethoven zu Goethes „Egmont". Sie ertönt als Ouvertüre ebenso häufig im Konzert, wie vor Dem Goetheschen Drama, mit Dem sie eng verwachsen ist. Die musikalische Ide«, roirD bis in jeDe Einzelheit von Der dichterischen Idee ergänzt Hier fanden sich zwei Zeitgenossen in einem Werk zusammen, wie nur selten zuvor oder später. Einen ähnlichen Jdealfall haben wir in Griegs „Peer-Gynt"-Musik. Zwei nordische Künst- ser sind hier in einem ebenso bedeutsamen wie volkstümlichen Stoffe aufeinandergestoßen. Genau wie Beethovens Klärchen-Lieder im „Egmont", stehen Griegs Solveig-Lieder im Jbsenschen „Peer Gynt" als unmittelbarer Bestandteil des Kunstwerks ganz im Dienste der dramatischen Wahrheit. Aus gleicher Landschaft geboren, ist Grieg ebenso wenig von Ibsen abzulösen, wie Beethoven von Goethe. Hier ist der Kanon für. die Schauspielmusik der kommenden Zeit aufgestellt. Aehnlich verhält es sich mit Schumanns „Manfred"-Musik. Hier hat ein genialer Musiker zu Byrons wesensverwandter Dichtung eine „Tondichtung" geschaffen, die — trotz Nietzsche — weit mehr ist als eine theatralische Untermalung. Auch Hans Pfitzners Musik zu „Käth- chen von Heilbronn" ist vom gleichen Geist der Romantik, aus Dem Kleists romantisches Drama wuchs. Die art- unD wesensverwanDte Zweieinigkeit, Die sich im Werk offenbart, verDiente, Daß Pfitzners „Käkhchen"-Musik viel häufiger aufgeführt würDe, als es geschieht. Die Frage nach Der Schauspielmusik wird Durch Die Wirklichkeit Des Theaters immer neue Beantwortungen finden. Sicher aber ist Dies: Ihr Wesen roirD keineswegs Durch Bemühungen von drama- turgisch-regielicher Seite her eine neue Gestaltung erhalten, sondern auch hier wächst Die Kunst nach einem absichtslosen Gesetz. Kleines Tischgespräch. Bei Tisch erzählt Die große Tochter, zehn Jahre alt, mit berechtigtem Stolz von ihren Fortschritten in Der englischen Stunde, Lyzeum, Sexta II. Die Eltern hören mit Interesse zu, die kleine Tochter aber, beinah vier, fühlt sich benachteiligt, weil sie nicht zu Worte kommt, und verkündet schließlich, obwohl sie Den Löffel voll Spinat noch nicht ganz unten hat, mit schallender Stimme: Die Cilli hat ein Loch im Bauch! Unter anDern UmftänDen würDe sie wahrscheinlich zur Ruhe gewiesen worden fein, doch ist Die ganze Familie von Der überraschenden unD beängstigenden Mitteilung so betroffen, daß Die Kleine weiteres von sich geben darf, obwohl Die Große mit ihrem Schulbericht unD Dem ABC auf Englisch noch nicht zu RanDe gekommen ist. Zum Glück stellt sich gleich heraus, Daß Cilli kein Mensch ist, sondern ein Hund. Dieser Hund gehört einer benachbarten Familie, in Deren Garten Die kleine Tochter Den Vormittag über mit ihrer Freun- Din gespielt hat. Immerhin ist auch ein Hund mit einem Loch im Bauch ein beunruhigender Tatbestand, und Die Eltern erkundigen sich besorgt nach Einzelheiten, schon um sich zu vergewissern, daß zwischen Dem Loch in (Tillis Bauch unD Dem Spiel Der Kinder im ©arten nicht irgenDein dunkler und unheimlicher Zusammenhang obwaltet. Mit nichten: es war Die Katze. Welche Katze? Das ist nicht zu ermitteln. Die Erzählungen Der Kleinen sinD meist so beschaffen, Daß bei Den Großen zuletzt immer noch allerlei ungeklärte Fragen bestehen bleiben. Wie Dem auch sei: Die Katze war es. Jr- genDeine Katze. Sie hat mit Cilli gespielt, Dann wurden sie uneins, Dann gab es — wenn man Dem Bericht Der kleinen Tochter trauen Darf — einen Streit mit Tätlichkeiten, unD Dann hatte Cilli ein Loch im Bauch. Na, unD? Gar nicht unD. Hat es Denn nicht weh getan? Hat sie nicht geschrien? Wie groß war denn das Loch? Auf alle diese Fragen, die nunmehr auch die große Tochter bewegen, ist kein genauer Bescheid zu bekommen. Nur Dies, Daß Das Loch von Der guten Mutter Der kleinen Freundin „zugeklebt" worden sei. Mit einem Pflaster wahrscheinlich. War Denn Das rohe Fleisch zu sehen, will Die große Tochter wissen, Die oft ein fatales Interesse für gräßliche Einzelheiten befunDet unD Den Dingen auf Den Grund zu gehen liebt. — Nö, sagt Die Kleine ungerührt. Die inzwischen mit Dem Spinat fertig und im Augenblick mehr mit Dem Nachtisch als mit Den aut- regenDen Begebenheiten Des Vormittags beschäftigt ist. Hast du denn zugesehen, wie das passiert ist? — Och nö. — Es war also schon passiert. Du hast Das Loch gar nicht selber gesehen? War Das Fell ab? — Haha, lacyt Die Kleine und schwingt einen Löffel voll Pudding, was ihre Eltern mit Mißbilligung betrachten, obwohl auch sie beide Der Entwicklung Des Gesprächs mit einer gewissen Spannung folgen — hahaha, Hunden haben doch gar kein Fell. Na, Das ist ja ein bißchen reichlich. Die Eltern unD Die Große haben eine solche Offenbarung nicht erwartet. Jetzt hält es Mutti Doch für angebracht, in Das Tischgespräch einzugreifen und ihm eine grundsätzliche Wendung zu geben. Es stellt sich nach einigem Hin und Her, febr zur Belustigung Der Großen, heraus. Daß Die Kleine nur solchen Hun- Den, Die „wuschlig" sinD, ein Fell zuzubilligen geneigt ist; Dem Pudelhund zum Beispiel, Den sie zwar nur von Bildern kennt, der aber zu ihrer Lieblingsrasse gehört. Cilli ist keineswegs ein 'Pudelhund, sondern ein kleiner glatter Dackel, mithin ohne Fell. Die Große amüsiert sich sehr: was dachtest du denn, was der hat? Der Kleinen ist es einerlei. Sie hat über dieses Problem noch gar nicht nachgedacht. Hunden hohen kein Fell. Nur Der Pudelhund bat eins. Was Cilli hat — wer kann das wissen? Wahrscheinlich Stoff, wie die verschiedenen leblosen „Hunden" im Kinderzimmer ... Die Kleine ist mit ihrem Pudding fertig und roirD gleich ihr Bett besteigen, um ein Nachmittagsschläfchen zu machen. Während Mutti ihr Das Nachthemd anzieht, ist Dip Große wieder obenauf und deklamiert das ABC auf Englisch. Die Kleine wundert sich derweile, daß die andern sich mit solchen Nebensächlichkeiten aufhalten. Das Interessante an diesem Vormittag war doch wohl unbestreitbar, daß Cilli ein Loch im Bauch hat — nicht etwa, ob dieser Bauch mit Fell oder mit Stoff bezogen ist. hth. öod)fd)ulnacbricbten. Professor Dr. Arnold Langen, Ordinarius für Römisches und Deutsches bürgerliches Recht an der Universität Greifswald, wurde von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Aus der engeren Heimat ger Chores, der uuf |einer vollen Höhe stand, und der überaus herzliche Beifall, den die Lieder fanden, war wohlverdient für den Dirigenten Sommer, als auch für die Sänger selbst. Es war ein selten schönes Zusammensein unter den alten Bäumen des Parkes, für den Chor besonders wertvoll und anspornend durch die allseitige Anerkennung seiner Leistungen. Und so fuhr man denn recht befriedigt nach Hause nach all dem Schönen, das man hatte sehen und erleben dürfen. 0 Hungen, 1. Juni. Dix hiesige Gruppe des B D M. und der I u n g m ä d e l führte am Samstag und Sonntag ihre sportlichen Wettkämpfe durch. Am Sonntagnachmittag waren auf dem Neuen Marktplatz allerlei sportliche Vorführungen und Reigentänze. Sie wickelten sich auf diesem geräumigen Platz bei sonnigem Wetter sehr schön ab und lockten eine ansehnliche Zahl von Zuschauern an. Den Schluß bildete die Siegerinnenehrung. Besonders groß war die Zahl der Teilnehmer an dem von den veranstaltenden Mädel- schen Sängerfest in Breslau, und dem Auslands zeigen, daß auch die deutsche Sängerschaft mit frischem Mut und starker Zähigkeit an die Aufgabe herangegangen ist, die ihr vom Führer gestellt wurde. Das Breslauer Fest wird beweisen, daß wir alle zusammenstehen unter einem Führer und daß uns nichts davon trennen kann. Auch bei diesem Wertungssingen konnten wieder einige Sangesbrüder für ihre Treue zum Lied, Volk und Vaterland von dem Sängergau XII ausgezeichnet werden, und zwar für 25jährige Dirigententätigkeit Chorleiter Wigand Gernhardt mit der Ehrennadel unter gleichzeitiger Ernennung zum Ehrenchormeister: mit der Ehrennadel für 50- jährige Sängertätigkeit unter gleichzeitiger lieber» reichung des Ehrenbriefes wurden die Sangesbrüder Schmidt und Rolshausen (LiedertafelLauns- bach), für 40jährige Sängertätigkeit Sangesbruder Heibertshausen (Sängervereinigung Lollar) und mit der Ehrennadel für 25 Jahre die Sangesbrüder K. O p p e r (Sängerlust Daubringen) und Schultheiß (Gesangverein Daubringen) ausge- zeichnet. Diesen Altveteranen des deutschen Liedes brachte die Sängerschaft mit dem Deutschen Sängergruß ihre Glückwünsche dar. Bürgermeister Rinn, der zugleich im Namen der Ortsgruppe Heuchelheim der NSDAP, sprach, hieß die Säuger herzlich willkommen und wünschte ** Städtische Heugras - Versteigerung. Am kommenden Montagvormittag und Nachmittag soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Mai wurden 1756 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 21, Gedichte und Dramen 14, Erzählende Literatur 1078, Jugendschriften 290, Länder- und Völkerkunde 80, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 169, Kunstgeschichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 41, Heer- und Seewesen 17, Haus- und Landwirtschaft 8, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 4, Staatswissenschaft 23, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 13 Bände. Große Strafkammer Gießen. Gegen den wegen widernatürlicher Unzucht bereits vorbestraften K. F. aus Gleiberg war vor der Großen Strafkammer Anklage erhoben, weil er in Gießen in den Jahren 1934 und 1935 fortgesetzt widernatürliche Unzucht getrieben hat. Die Beweisaufnahme ergab die Richtigkeit der ihm zur Last gelegten Delikte. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnis st rase von 10 Monaten. Der H. S. aus Homberg (Ohm) stand unter Anklage, im Jahre 1936 in mehreren Fällen Gelder, die er empfangen und in Gewahrsam hatte, sich rechtswidrig zugeeignet zu haben. Er hatte Gelder der Zweigstelle der Ortskrankenkasse für sich verbraucht. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von 7 Monaten. Das Gericht verneinte die Beamteneigenschaft des Angeklagten und verurteilte ihn wegen Vergehens gegen das Reichsversicherungsgesetz zu einer Gesamtge - fängnis strafe von 5 Monaten. Gäneerfest in Heuchelheim. Wertungssingen der Gruppe II des Scingerkreises Gießen. Bei herrlichstem Sonnenschein zogen am Sonntag mit frischfrohen Marschliedern die Gesangvereine in frühester Stunde in Heuchelheim ein, das zu Ehren der Sänger reichen Fahnenschmuck angelegt hatte. Die geschmückte Turnhalle nahm die Sänger auf, die durch ein Wertungssingen Zeugnis ablegen sollten über die Fortschritte des vergangenen Jahres. Wertungsrichter war Musikoberlehrer H. Samper, Darmstadt. Die Heuchelheimer Gesangvereine „Liederkranz", „Teutonia" und „Germania" hatten alles aufs Beste vorbereitet. Sangesbruder B e p l e r, „Liederkranz" Heuchelheim, begrüßte die Besucher herzlich und wies auf die Arbeit hin, die den Gesangvereinen im neuen Deutschland zufällt. Durch den Vortrag je zweier Lieder unterzogen sich folgende Gesangvereine der Kritik: „Liederkranz" Heuchelheim (Wigand Gernhardt), „Germania" Wißmar (W. Bittendorf), „Eintracht" Klein-Linden (Gg. Harnisch), „Teutonia" Heuchelheim (O. Bender), „Gesangverein Daubringen" (L. Schreiner), „Einheit" Allendorf a. b. Lahn (R. Häuser), „Liederkranz" Odenhausen (Hch. Velten), „Frohsinn" Lang-Göns (Hch. Blaß), „Harmonie" Klein-Linden (W. Spory), „Turn- und Gesangverein Lollar" (Ph. Groß), „Sängerlust" Daubringen (R. Häuser), „Harmonie" Großen-Linden (W. Schüttler), „Germania" Lang- Göns (Herm. Haustein), „Gesangverein Salzböden" (E. Schön), „Gesangverein Ruttershausen" (K. Ni- RUHL Sellersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen l8S7D Nach dem Wertungssingen begaben sich die Sän- „ ■ gegen 12.30 Uhr gemeinschaftlich zum Adolf- Hitler-Platz zur Kundgebung, die nach Sängerart mit dem Deutschen Sängergruß eröffnet wurde. Sodann folgten zwei Massenchöre, gesungen von über 1000 Sängern unter der Stabführung von Kreischormeister Blaß. Sängerkreisführer Müller (Gießen) richtete hierauf Worte der Begrüßung an die Sänger- und die Zuhörerschaft und dankte der Gemeinde für die liebevolle Aufnahme der Sänger. Erneut habe bei dieser Veranstaltung die Sängerschaft unter Beweis gestellt, daß sie mir Ernst an der Lösung der nationalen Aufgabe, der Erhaltung und Pflege des deutschen Liedgutes mitarbeite. So wie hier im kleinen Rahmen, so wollen wir auch im großen zusammenstehen bei dem Deut- Gruppen- und Dolkskkn'eßen. Zum 4. Male veranstaltet der Schützenoerein e. V. in Gießen am 6. Juni auf seinen Schießständen bei dem Schützenhaus ein Gruppen- und Volksschießen. Seine drei Vorgänger erfreuten sich bei der Bevölkerung der Stadt Gießen, wie auch der engeren und weiteren Umgebung großer Beliebtheit, so daß auch diesmal ein Gleiches zu erwarten sein dürfte. Alle Volksgenossen können sich an dem Schießen beteiligen. Die Kampfschützen des Schützenvereins schießen nicht mit, so daß für die übrigen Volksgenossen die Aussicht auf Erringung eines Preises größer ist. Für Formationen findet das Gruppenschießen unter den bekannten Bedingungen statt. Schießen ist Volkssport, alle Volksgenossen sollten sich beteiligen! Tagung der Leiterinnen der Orts- frauenschasten des Kreises Wetterau. In Gießen im „Burghof" kamen die Leiterinnen der Ortsfrauenschaften zu einer Tagung zusammen. Frau W r e d e wies in kurzen Worten auf die erschütternde Nachricht von unserer Marine an der Küste Spaniens hin und bat die Anwesenden, sich zu Ehren der Toten von ihren Sitzen zu erheben. Nach dem Lied: „Grüßet die Fahne, grüßet die Zeichen!" eröffnete Frau Wrede die Tagung mit herzlichen Begrüßungsworten und einem Leitwort des Führers. Sie nahm dann eine Menge geschäftlicher und organisatorischer Fragen durch. Hierauf sprach Frl. S u ß l i ck aus Frankfurt, Jugendgruppenführerin des Gaues Hessen-Nassau, über die Zusammenfassung der jungen Mädchen, die nach der Zeit im BDM. in die Frauenschast oder das Frauenwerk übergehen, in Jugendgruppen. Es gilt auch, den jungen Mädchen, die überhaupt noch keiner Organisation angehören oder die aus dem Arbeitsdienst kommen, eine Wirkungsstätte zu geben, einen Kreis gleichaltriger Genossinnen, zu dem sie gehören, bei dem sie sich einleben können in die Arbeit des Frauenwerks. In frischer Kameradschaft sollen diese Jugendgruppen in den einzelnen Ortschaften der Frauenschaft helfend zur Hand gehn: sie werden die Fest- und Feiergestaltung übernehmen und durch Musik und Volkstanz die Pflichtabende verschönen. Auch bei den Kinderscharen und bei den Erntekindergärten können die Mädchen als Laienhelferinnen sich betätigen. In den Gruppen werden besonders der Sport und die täglichen Leibesübungen zur körperlichen Ertüchtigung beitragen. Die Besucherinnen folgten dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Es folgte eine lebhafte Aussprache. Frau Wrede stellte den Frauen die Jugendgruppenleiterin des Kreises Wetterau, Fräulein Schwengber, vor und schloß dann die Tagung in der Üblichen Weise. F. K. ihnen recht frohe Stunden in Heuchelheim. Mit dem Gruß an den Führer fand die Kundgebung ihren Abschluß. Nach dem Essen fanden sich Wertungsrichter H. Sump er, alle Chorleiter und eine große Anzahl Sangesbrüder zur K r i t i k im Saale der Turnhalle wieder ein. Der Wertungsrichter besprach die einzelnen Chöre und wies auf die noch vorhandenen Fehler hin. Jeder Chorleiter konnte erkennen, an welcher Stelle er noch anzusetzen hat. Der Wertungsrichter konnte auch der Gruppe II abschließend das Urteil sehr guter Leistungen geben, die nur in ganz geringen Fällen noch kleinerer Verbesserungen bedürfe. Die Leistungen stünden weit über dem Durchschnitt. Geradezu erstaunlich ei im Sängerkreis Gießen die Heranziehung der Jugend zum deutschen Lied, die in überwiegendem Maße im hiesigen Sängerkreis anzutreffen sei. Die Sänger verlebten in dem gastfreien Heuchel- heim noch einige recht frohe Stunden in guter Kameradschaft. Den drei Heuchelheimer Gesangvereinen kann man Dank sagen für ihre große Mühe um die wohlgelungene Verunstaltung. Ein Aufruf der NS.-Gtudentenkampfhilfe. NSG. Die Mitgliederzahl der NS.-Studenten> kampfhilfe (Altherrenbund Deutscher Studenten) des Gaues Hessen-Nassau ist gegewärtig die höchste von sämtlichen Gauen des Reiches. Aus diesem Anlaß richtet der Gauoerbandsleiter der NS. - Studentenkampfhilfe, Gaupersonalamtsleiter Hey f e , folgenden Aufruf an die Altakademiker, Altfachschuler und Freunde der studentischen Ju- gend des Gaues: „Bereits vor der grundlegenden Rede des Reichsstudentenführers Scheel auf der Münchner Groß- kundgebung am 13. Mai 1937, haben viele Alte Herren dem Aufruf unseres Gauleiters zum Eintritt in die NS.-Studentenkampfhilse Folge geleistet. Es ist dem Gauoerband Hessen-Nassau gelungen, i m •Reid, an hie e r ft e Stelle zu gelangen. Ich danke den Alten Herren, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Die wertvolle Tradition, die durch die Begriffe Freiheit, Ehre, Va- terlaub vermittelt ist, wird von den nationalsozialistischen Studenten fortgeführt und unter dem Gesetz der nationalsozialistischen Weltanschauung auf das gesamte Studententum erweitert. Damit ist der Weg zur Mitarbeit für alle freigemacht. Nun noch länger ab* leite zu stehen und die Haltung des nur kritischen Beobachters einzunehmen, heißt die Idee der studentischen Selbsterziehung im entscheidenden Augenblick verraten! Die studentische Jugend kann mit Recht von uns ehemaligen Studenten erwarten, daß wir ihr aus nationalsozialistischer Verantwortung und im Interesse eines Verbandes der studentischen Gemeinschaften tatkräftig mit unseren Erfahrungen zur Seite stehen. Ich bitte alle, die bisher noch abseits standen, die Einigungsfront des Altherrenbundes der deutschen Studenten zu stärken und es als ihre Ehrensache zu betrachten, der Studentenkampfhilfe beizutreten." Drei Beney»e bei einem Motorradunglück. LPD. Büdingen, l.Juni. In der Nähe des Erbacher Hofes machte ein Motorradler mit Beifahrer aus Glashütten kurzen Aufenthalt auf der Straße. Einer von ihnen verweilte auf der Straße bei der Maschine, als ein anderer Motorradler mitBeifahrerauf dem Wege nach Eichelsachsen herankam und den auf der Straße stehenden Mann anfuhr. Während dieser zu Boden gerissen wurde, stürzten die beiden Motorradler in den Straßengraben. Alle drei mußten mit teils schweren, teils leichteren Verletzungen dem hiesigen Krankenhause zugeführt werden. Landkreis Gießen. 8 Alten-Buseck, 1. Juni. Im hiesigen G e - meindewald fanden nunmehr die Kulturarbeiten ihren Abschluß. Es wurden im Laufe dieses Frühjahrs von neun Arbeiterinnen ungefähr hunderttausend Forstpflanzen gepflanzt, vor allem Buchen, Kiefern und Fichten. — In letzter Zeit ist festgestellt worden, daß in unseren Waldungen eine Frostspannerkalamität nicht unbedeutenden Schaden in den Eichenbeständen angerichtet hat. Der Schädling tritt in solchen Mengen auf, daß schon viele Bäume vollkommen kahlHeftessen sind. gfs. Göbelnrod, 1. Juni. Einen schönen Ausflug unternahm die hiesige Frauenschaft mit den Mitgliedern des Frauenwerks am Sonntag zum „Tag des Handwerks" nach Frankfurt. Die Teilnehmerinnen kamen in der Festhalle gerade zu dem feierlichen Akt der Freisprechung der Lehrlinge und Gesellen, sie besichtigten die Ausstellung und unternahmen dann einen Rundgang durch die Altstadt mit Besichtigung des Römers. Den Abschluß bildete ein Besuch im Zoologischen Garten, der den meisten Frauen etwas ganz Neues bedeutete. Die frohe Fahrt wird allen in bester Erinnerung bleiben. I Haufen, 31. Mai. Am Sonntag unternahm der hiesige evangelische Frauenchor seinen diesjährigen Ausflug. Die stattliche Schar von 63 Teilnehmern hatte sich zusammengefunden. Mit der Bahn ging cs durch die schöne, sonnenglänzende Landschaft nach Büdingen. Dort sang der Chor im Gottesdienst in der schönen großen Stadtkirche. Seine Lieder kamen voll und ganz zu wirkungsvoller Geltung. Nach dem Gottesdienst wurde die Stadt mit ihren vielen historischen Schönheiten unter sachkundiger Führung besichtigt und kurze Mittagsrast gehalten. Dann ging es mit der Bahn wieder heimwärts, und zwar bis Nidda und zu Fuß nach Bad Salzhausen, wo der Chor im Kurpark beim Kurkonzert Volkslieder vortrug. Groß war die Anteilnahme der Kurgäste an den Darbietungen des colai), „Liedertafel" Launsbach (I. Schröder), „Ger- mania-Liederkranz" Kirch-Göns 0$. Schüler), „Germania" Heuchelheim (L. Schreiner), „Germania" Großen-Linden (Hch. Blaß), „Sängervereiniguna" Lollar (Hch. Meyer). Die Gruppe II wies auch einige Gemischte Chöre, sowie einen Frauenchor auf, die ebenfalls eine hohe musikalische Stufe zeigten und das sonst übliche Wertungssingen, das sonst nur von Männerchören bestritten wird, von den anderen unterschieden. Hauptsächlich brachten die Vereine Chöre von Erk, Cornelius, Grim, Noack, Trunk, Silcher, Lewalter u. a. zu Gehör. Organisationen gebotenen Volksgemei uschafts- abend im „Darmstädter Hof". Ein umfangreiches Programm enthielt in buntem Wechsel Lieder, Gedichtvorträge, Schattenspiele, Reigen u. dgl., meist aus dem altbewährten Schatz der volkstümlichen Ueberlieferung. Die Darbietungen waren nicht wahllos, sondern nach glücklichen Gesichtspunkten zusammengestellt, niemanden überfordernd, aber auch nicht banal. Die Mädels zeigten sich auch ganz bei der Sache, ihr Bestes zu bieten, und weckten in den Teilnehmern die Stimmung einer behaglichen Fröhlichkeit. Darum dürften auch die Worte der Gruppenführerin Hildrut Bock, in denen sie einleitend von dem Aufgabenkreis des BDM. sprach, sowie das Schlußwort des Ortsgruppenleiters Kirchhöser, in welchem er die Genugtuung der Teilnehmer über die Leistung der Juaend zum Ausdruck brachte, auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Kreis Büdingen. 8 R a n st a d t, 1. Juni. Am Sonntag ereignete sich bei dem benachbarten Babenhausen ein Unglücksfall mit ernsten Folgen. Landwirt und Gemeinderechner Lenz von Bellmuth war mit feinem mit einem Pferde bespannten Wagen auf dem Heimweg von Schwickartskauseu. Kurz vor Bobenhauseu erschreckte sein junges Pferd durch ein plötzlich seitwärts auftauchendes Fohlen, das heransprang, es ging durst) und raste eine drei Meter hohe Böschung auf der anderen Straßenseite hinunter, wobei der Wagen umkippte. Von den fünf Mitfahrenden erlitt eine Frau einen doppelten Vorderarmbruch, eine andere eine Gehirnerschütterung, die übrigen Personen kamen außer leichten Hautabschürfungen mit dem Schrecken davon. MWWllMWNIil Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H.. Berlin 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Am nächsten Abend nahm Fogg Anna mit in die Stadt. Sie benötigte Schuhe, etwas Wäsche und ein paar andere Kleinigkeiten, die er ihr nun kaufen konnte. Donfas kärglicher Nachlaß war von den Beerdigungskosten aufgezehrt worden, ja, es hatte nicht einmal ganz gereicht. Mit Verwunderung hatte Anna damals auf die Ziehharmonika und die blaue Seemannshose gestarrt, weil sie sich nicht erklären konnte, wie diese Dinge in den Besitz ihrer Mutter kamen. „Vielleicht hat deine Mutter das Zeug auf einer Christbaumoerlosung gewonnen, oder 'es stammt von jemand, der ihr was schuldig war. Zerbrich dir doch nicht den Kopf darüber!" hatte Fogg geschwindelt. „Hör mal, Onkel Fogg, diese Hose werde ich behalten. Als Andenken. Und das Bandoneon auch. Ich habe von Gorch Pitter das Spielen gelernt. Das lasse ich nicht versteigern", hatte Anna gesagt. „Wenn ich mir zu der Hose einen weißen Pullover stricke — ist das was, meinst du?" „In Schellenberg wirst du so ein Theater kaum machen können", hatte Fogg gebrummt. „Daheim? Warum denn nicht?" Sie war von dem verrückten Gedanken mit dem Pullover nicht mehr abzubringen. Auch wollte sie manches über lhre Mutter wissen, und Fogg hatte gerade genug ZU tun, daß er sich durch dieses Gestrüpp von heiklen Fragen durchwand. Von ihrem Vater wußte Anna soviel wie nichts. Er war seit vielen, vielen Jahren tot, hatte ihr die Mutter gejagt; warum sollte sie daran zweifeln? Und jetzt also ging das Paar Fogg-Anna durch die schönen, festlich beleuchteten Straßen Hamburgs, und kleine Pakete baumelten von den Händen. Das Fräulein aus Hamelskoog, bereits etwas fröhlicher im Gemüt, hatte sich bei ihrem Begleiter kameradschaftlich eingehängt und kam sich sehr beschützt vor. Sie zog den gutmütigen Fogg vor tausendundeine. Auslage, und er mußte mit ihr all diese neuen und herrlichen Dinge bestaunen, die es im Umkreis Gorch Pitters nicht gegeben hatte. Nein, Hamelskoog hatte auch nicht entfernt Aehnliches aufzuweisen. Fogg bewunderte selbst seine überirdische Geduld und beantwortete die vielen aufgeregten Fragen, so gut er konnte. Anna war wie ein Kind, das einen großen Schmerz schnell vergißt und sich willig von fremden und blendenden Dingen einfangen läßt. Zum Schluß führte er sie durch das Budenviertel von St. Pauli. Ein wenig Zerstreuung tat ihr not, und sie würde ähnliches ja nun lange nicht mehr baden. Als sie vor einer Schießbude standen, gab Anna keine Ruhe, bis auch er fein Glück versuchte. Ein molliger kleiner Teddybär stach ihr in die Augen. Fogg schoß den Teddybär heraus, und Anna war selia. Dann erklärte er ihr den Mechanismus eines Flabertftutzens und den einer Pistole. Er zeigte ihr, wie man zielen und abdrücken muß und worauf es ankommt. Weil sie beim Schießen einige Male patzte, war sie sehr unglücklich. „Ich könnte mich ohrfeigen, weil ich gewackelt habe und es nicht so gut wie du mache, Onkel Fogg! Du bist ein feiner Schütze. Bist du auch stark?" erkundigte sie sich vor dem nächsten Stand, einem Kraftmesser. „Furchtbar!" lachte er und gab dem torpedoähn- lichen, auf Schienen gleitenden Ding einen Stoß, daß es davonschnellte, und sich die kleine, an der Stirnseite angebrachte Patrone mit lautem Knall entzündete. „Du bist ja schrecklich stark!" faate Anna bewundernd. „Und reiten kannst du wohl auch?" „Ziemlich. Drüben verbringt man ja bas halbe Leben auf dem Pferd." „Dann bist du genau wie Jost", sagte sie begeistert. „Wie was?" „Wie Jofi, der in meinem letzten Roman vorkam. Bei Gorch Pitter haben mir am Abend immer so Hefte gelesen, nöch. Der Wildschütze und die Grafentochter. Der Einsiedler am Starnberger See. Und Zuletzt die Blutgräfin Bathory. Huch, war das spannend! Und Josi war ein junger armer Förster, der alles konnte und die Gräfin entlarvt hat. Ist es dir recht, wenn ich dich ,Josi' nenne?" „Ich finde ,Josi' ausgezeichnet", erwiderte Fogg mit gemachtem Ernst. „Nöch? ,Josi' klingt viel besser als ,Onkel Fogg'." „Natürlich. Aber jetzt wollen wir heimgehen und ausschlafen. Morgen früh geht's nach Schellenberg. Komm, Anna!" * Von der Bahnstation nach Schellenbera sind zwei Wegstunden. Fogg hatte in der Bahnhofswirtschaft ein Handwägelchen entliehen für das Gepäck. Obenauf thronte, in Wachstuch gehüllt, das Bandoneon. Es war kein standesgemäßer Einzug für einen Arzt, sand Fogg und war unzufrieden. Aber Mietauto wollte er sich nicht leisten, damit der haarscharf ausgeklügelte Etat nicht umgestoßen würde. Zum Glück war es dunkel, als man anlangte. Um neun Uhr rückten sie vor seinem elterlichen Haus an, das gleich am Ortseingang stand. Einige Sterne schwammen blaß und beziehungslos am dämmerigen Firmament. Irgendwo bellte ein Hund, langgezogen und klagend. Fogg schob den Riegel des Gartenpförtleins zur Seite und sagte: „Nun sind wir da, Anna." Er stellte fest, daß viele Zaunlatten fehlten und ein Fensterladen schief in den Angeln hing. Auch eine Scheibe wir zerbrochen. Acht Monate sind eine Menge Zeit für ein herrenloses kleines Haus. Fogg drückte auf die Klinke der Haustür. Sie gab nicht nach, natürlich. Der Schlüssel war ja beim Bürgermeister. Fogg vergaß seine Begleiterin und lehnte die Stirn an den Türpfosten. Dieses Stück Holz, wurmstichig und vom Alter gebeizt, war Heimat und Erinnerung. Doktor Fogg, ein trotz seines zupackenden Wesens stark nach innen lebender Mensch, hatte ein paar Sekunden lang das durch nichts bearünbete Gefühl: Jetzt muß ber Vater ben schiefen Laben aufstoßen unb poltern: Kommst bu enblich heim, bu Ausreißer? War eine schöne Dummheit, so davonzulausen! Wart, ich mach' bir auf!' Aber niemand stieß einen Laden auf. Fogg liebkoste mit seinen Fingern das rissige Holz, dann drehte er sich rasch herum. „Die Koffer schieben wir einfach unter das Vordach. Da stehen sie gut. Und jetzt müssen wir vor allem zum Bürgermeister." Anna, naiv zwar, aber auch helläugig, hotte unterdessen die Umgebung gemustert. Sie sand alles ein bißchen zu bescheiden für einen künftigen Arzthaushalt. Das Anwesen Gorch Pitters war entschieden ansehnlicher gewesen. Sie fror und hauchte ihre Nasenspitzen; auch müde war sie und sehnte sich nach einem Bett. „Kuck, beim Bürgermeister haben sie noch Licht!" freute sich Fogg. Ein kohlrabenschwarzer Zottelhunb mit feurigen Augen belferte Hinterm Zaun, als Fogg bei Gsodmair ans Fenster trommelte. Licht» halfen fielen auf die Dorfstraße. „Stefan, ich bin's — der Fogg!" „Mas, der Josef! Grüß dich Gott! Laß dich an- Ichauen. Gut siehst aus. Und das ist wohl deine Frau, wenn man fragen darf? Eine saubere hast dir da ausgesucht, Respekt! Kommt nur 'rein, alle Zwei!" begrüßte sie ber Bürgermeister und hielt den Hund am Halsband. „Nicht meine Frau, meine neue Hauserin", stellte Fogg richtig und sah ein wenig verlegen drein. Der Gsodmair ist auch nicht jünger geworden, dachte er. Hübsch viel graue Haare hat er. Ist doch bloß etliche Jahre älter als ich. Aber sonst ist er ganz wie früher. Groß, sehnig, echte Waldlergestalt. „Meine Alte ist bereite im Bett, müßt schon entschuldigen! Sie ist nicht recht wohlauf feit einigen Wochen. Die kriegst du nächstens auch in die Kundschaft, Josef. Schön, baß bu hergefunden hast. Host fentlich hältst du aus und macht's es nicht auch wie die anderen?^ „Kennst du mich so schlecht?" Da müßt' schon was Besonderes daherkommen, Gsodmair. Drüben roar’s auch kein Honigschlecken, laß dir sagen." , „Reich wirst bu hier nicht, das weißt bu so", meinte ber Bürgermeister, seinen Besuch in die große Wohnstube führend. „Aber wenn bu uns brauchst, man kann nie wissen, bann sind wir da. Es war schon ein arges Gesrett ohne Doktor. Unb ben vor Urfahrn hersprengen, ben weiten Weg, war auch so eine Sache. Also, guten Einstand. Josef!" Er hielt Fogg seine Hand hin. Dies war eine außerordentliche lange Rede für den wortkargen und bedächttgen Mann. Hierherum war man nicht übermäßig gesprächig. Aber wenn sie ein Wort aus sich herausquetschten, dann hatte es Hand und Fuß und saß. „Habts schon zu Abend gegessen?" „Wir möchten dir keinen llnmuß machen, Stefan. Ich bin bloß um die Schlüssel gekommen." Fortsetzung folgt. ©JL-tfpont Handball-Entscheidungsspiele zur Kreisjugendmeisterschast. Mtv. Gießen 1. 3ab. — Tv. Londorf Igd. 11:3 (7:2). Der Bann scheint gebrochen, die Gieße- ner konnten gestern erstmalig seit langer Zeit wieder einmal gefallen. Sie waren ihrem Gegner in jeder Beziehung klar,überlegen und haben für die überraschende Niederlage im Vorspiel Revanche genommen. Leider ließ sich Londorf zu einem Spiel- aübruch hinreißen. Mtv. Gießen 2. Igd. — To. Wißmar Igd. 8:7. Auf eigenem Platze empfing die 2. Jugendelf des Männerturnoereins die Jugendmannschaft des Tv. Wißmar zum fälligen Rückspiel und konnte nach schönem Kampfe einen knappen Sieg landen. Das Spiel schien zuächst eine eindeutige Angelegenheit der Gäste zu werden. Nachdem Wißmar in der ersten Halbzeit mit 7:0 in Führung ging, stand wohl ein Sieg der Gäste nicht mehr in Frage — und dennoch schafften es die Mtv.-Jungens! Zweifellos gebührt der Mannschaft für diese Leistung besonderes Lob. Tv. Lang-Göns — Tv. Münchholzhausen 11:12. Man muß schon sagen, daß Münchholzhausen bsi seinen Spielen mehr Glück hat, als beispielsweise der Mtv. Die Mannschaft konnte erst gestern wieder äußerst knapp gewinnen. Lana-Göns hatte auf alle Fälle weit mehr vom Spiel und hätte dem Verlauf nach auch eindeutig gewinnen müssen. Freundschaftsspiele. Tv. Garbenheim — Tv. Allendorf an der Lahn 7:4 (1:4). Die Gäste hatten auch gestern keine komplette Mannschaft zur Stelle, so daß es zu dem Spielverlust kommen mußte. In der ersten Halbzeit konnte zwar nach gutem Zusammenspiel eine klare Führung herausgearbeitet werden, die aber später auf die Gegenseite überging. Das Jugendspiel verlor Allendorf klar und eindeutig. Tv. Garbenteich — Tv. L i ch 6:8 (5:5). Mit etwas Glück konnte Lich gegen die aufstrebenden Garbenteicher zu einen knappen, nicht ganz verdienten Sieg kommen. Die Platzmannschaft weist auch heute immer noch kleine Schwächen auf. To. Nauborn Igd. — Tv. Hausen Igd. 8:6 (3:4). Trotz aller Anstrengungen gelang es Hausen nicht, seine knappe Halbzeitführung zu halten. Lichtbilder-Vortrag von Neichsbundlehrer Brox. Am morgigen Donnerstagabend hält der Reichsbundlehrer des Gaues Hessen, B r o x (Marburg), seinen letzten Grundschulungs- und Leichtathletik- Lehrgang in Gießen (1900er-Sportplatz) ab. Im Anschluß daran findet ein Lichtbilder-Vortrag im „Schützenhaus" statt. Es laufen Leichtathletik-Lehrfilme, sowie ein Film über die 11. Olympischen Spiele. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß Interessantes zu erfahren und zu sehen sein wird und vor allem wertvolle Anregungen gegeben werden. Eintritt wird nicht erhoben. Vorletztes Spiel in der Bezirksklaffe. VfV.Reichsbahn Gießen — Vissenberg 3:1. Der VfB. konnte sein letztes Spiel siegreich beenden und gewann 3:1 verdient. Bissenberg trug eine unnötige Härte in das Spiel. Mit diesem Spiel hat sich der VfB. einen guten Abgang verschafft. Das letzte Spiel in dieser Klasse ist noch die Begegnung zwischen 1900 Gießen und 05 Wetzlar. Beide Vereine haben sich für die Austragung dieses Spieles auf einen Samstag geeinigt. Das Spiel wird wahrscheinlich am nächsten Samstag stattfinden. Aufstiegspiele zur Bezirksklaffe. Offenbach — Watzenborn- Steinberg 2:2. Heuchelheim — Niedergirmes 2:4. Wenn in der Vorschau an gekündigt wurde, daß die Teutonen in Offenbach einen schweren Stand haben würden, so ist das durch den unentschiedenen Ausgang des Spiels bestätigt. In Offenbach wird noch mancher Verein Punkte lassen müssen. Die Heuchelheimer verloren, wie vorausgesagt, aber auch nur deshalb, weil sie die nötige Härte für diese Spiele noch .nicht aufbringen. Trotzdem zeigte der SV. 20 guten Fußball. Gießener Ruderersolge in Heidelberg. Auf der herrlichen Rennstrecke des Neckars fand in Heidelberg am vergangenen Sonntag bei schönem, teils schon zu heißem Wetter, die zweite diesjährige Regatta statt. Heidelberg wurde damit eine Prüfstätte für alle diejenigen Ruderer, die eventuell noch über Trier und Heilbronn auf der in zwei Wochen in Mannheim auszutragenden ersten der diesjährigen Hauptregatten mit den west- und norddeutschen Ruderern zusarnrnentrefsen werden. Mit den gezeigten Leistungen konnte man zufrieden sein. Die Großregatten (Mannheim, Mainz, Frankfurt a. M. usw.) werden in Kürze beweisen müssen, daß für die vielen Olympia-Ruderer, die in diesem Jahre nicht mehr dabei sind, geeigneter Nachwuchs zur Verfügung steht. Sieger im 1. Achter und im 1. Vierer ohne Steuermann wurde jedesmal — man kann hier von einer Ueberraschung sprechen — der Regensburger RV. 1898, und zwar im Achter vor der Franfurter Rudergesellschaft „Germania" und im Vierer vor der Rudergesellschaft Wiesbaden-Biebrich. Sieger im 1. Vierer mit Steuermann wurde die Frankfurter Rudergesellschaft „Germania" mit ihrem altbewährten Schlagmann Hüllinghoff vor Regensburg. Die beiden anderen erstklassigen Rennen, und zwar der 1. Liner sowie der 1. Senior-Zweier ohne Steuermann, wurden beide eine Deute der Gießener Rudergesellschaft 1877. Im 1. Einer startete Friedel I ö d t für die hiesigen Farben und hatte folgende Gegner: Walter Beck vom Ruderverein Friedrichshafen, Hermann Sauer vom Frankfurter Ruderverein sowie John Coulson vom Argonaut Rowing Club Toronto (Kanada). Nachdem Coulson und Sauer anfänglich die Führung übernommen hatten, lief Jödt bei etwa 1000 Meter, genau wie am vorigen Sonntag in Hanau, mit langen ruhigen Schlägen zu seinen Gegnern auf und ging nach einem famosen Spurt bei 1300 Meter auf und davon und gewann schließlich das Rennen mit 4 bis 5 Längen. Sämtliche Boote steuerten einwandfrei. Im Senior-Zweier ohne Steuermann startete für Gießen die Mannschaft Ernst Meister- Hermann D u i l l. Ihre Gegner waren RV. Hellas Offenbach und Frankfurter RE. Griesheim. Nachdem die Boote gut vom Start abgekommen waren, versteuerte sich bald das Gießener Boot. Das Rennen wurde daraufhin bei etwa 1000 Meter vom Schiedsrichter abgebrochen. Es erfolgte dann ein neuer Start. Gießen übernahm sofort die Führung, die sie bis zum Ziel nicht mehr abgab, vielmehr bis auf ungefähr fünf Längen ausdehnete. Auch in diesem Rennen versteuerte sich wieder das Gießener Boot, doch hatte dies auf den Ausgang des Rennens keinerlei Einfluß. Erfolge Gießener Leichtathleten in Marburg. Bei den Ausscheidungskämpfen für die hessische Gaumannschast. Da sich die hessische Leichtathletik-Gaumannschaft in diesem Jahre vor besonders schwere Aufgaben gestellt sieht, haben sich die. verantwortlichen Männer entschlossen, auf die Ausbildung der Gaumannschaft ihr besonderes Augenmerk zu richten. Am vergangenen Sonntag fanden in Marburg die ersten Qualifikationskämpfe statt, um diejenigen Athleten festzustellen, die durch ihre Placierung sich das Recht erwerben, den Gau Nordhessen bei den in dieser Saison stattfindenden Gaukämpfen zu vertreten. Es ist für die Stadt Gießen sehr ehrenvoll, daß sich neben den beiden bisher stets aufgestellten Sportlern L u h und Kilo zwei weitere Spitzenkönner durchsetzen konnten. Zunächst stellte Peters (1900) sein Können unter Beweis, indem er über 8 0 0 Meter in der für den Anfang der Saison sehr guten Zeit von 2:03,8 Min. als erster ans Ziel kam. Seine Leistung erhält dadurch noch eine besondere Bedeutung, als er am Sonntagmorgen in Gießen bei den Kämpfen der SS., seinem Sturm über 1500 und 400 Meter zu einem schönen Sieg verhalf und außerdem noch zwei Staffeln mitlief. Der zweite Leichtathlet, der sich durchsetzen konnte, war Herrmann (DfB.-R.), der junge und vielseitige Wurfathlet, der hier in Marburg mit einer Leistung von 6,40 Meter sich den ersten Platz im W e i t s p r u n g sicherte und damit erneut bewies, daß er in ^aft allen Hebungen sehr beachtliche Ergebnisse zu erzielen vermag. Er nahm außerdem am Kugelstoßen (2. Platz mit 13,26 Meter) teil und belegte im Diskuswerfen und Speerwerfen beachtliche Plätze. Im Kugelstoßen bewies einmal Luh (VfB.-R.), daß er immer noch Nordhessens bester Kugelstoßer ist, denn er gewann die Hebung unangefochten mit der für ihn allerdings noch nicht besonders guten Leistung von 13,48 Meter. Das gleiche gilt auch für Kilo, der zwar mit vier Meter Abstand vor dem Zweiten den Diskussieg sicher in der Hand hatte, aber mit einer Leistung von 40,36 Meter noch weit von feiner Bestleistung entfernt ist. „FE.Teutonia"Watzenbor»-Gteinberg Offenbach (Dillkreis) I gegen Teutonia Watzenborn-Steinberg I 2:2 (1:2). Zum drittletzten Aufstiegspiel mußten die Teutonen nach Offenbach. Sehr viel Siegesaussichten waren nidjt vorhanden, zumal die sehr spielstarke Mannschaft von Wetzlar-Niedergirmes auch schon Sieg und Punkte dort lassen mußte. Hnd trotzdem gingen die Teutonen mit großem Siegeswillen in den Kampf, und es wäre ihnen auch der Sieg gelungen, wenn nicht die Verteidigung und der Sturm je eine schwache Halbzeit geboten hätten. Die Teutonen traten mit Happel; K. Schmandt, Jung; W. Schmandt, Hch. Schmandt, Euler; Häuser, Lang, K. Haas, O. Haas, Fett an. Bald waren die Gastgeber und bald die Teutonen mit gefährlichen Bällen vor des Gegners Tor. Happel mußte alles Können unter Beweis stellen. Die Teutonen gingen mit 1:0 in Führung. Bald glichen die Offenbacher aus. Zur Halbzeit gelang es den Teutonen abermals, die Führung an sich zu reißen. Nach der Pause setzten sich dach die Gäste besser gegen die körperlich weit überlegenen und sehr hart spielenden Offenbacher durch und niemand hätte geglaubt, daß es noch zu einem Hnentschieden kommen würde. Kurz vor Schluß glichen die Gastgeber auf 2:2 aus. Fußballklub 1926 Großen Buseck. FL. 1926 Großen-Duseck gegen Spo. Ober-Mörlen 5:2. Am Sonntag hatte die 1. Mannschaft von Gro- ßen^Buseck die spielstarke Elf des Spv. Ober-Mör- len zu Gast. Es entwickelte sich ein spannender Kampf, der die Gäste im Vorteil sah. Nach einer Kombination des Gästesturms wurde durch einen Schuß des Halbrechten, den der Torhüter nur mit den Händen abzuwehren vermochte, zum Führungstreffer eingedrückt. Dies rüttelte die Busecker auf, und durch einen wunderbaren Kopfstoß des einheimischen Mittelstürmers wurde der Ausgleich erzielt. Die Freude dauerte nicht lange. Die Gäste gingen wieder in Führung. Trotz aller Anstrengung gelang es den Einheimischen nicht, den Ausgleich bis zur Halbzeit zu erzielen. Durch die Hitze etwas beeindruckt, spielen beide Mannschaften anfänglich schlaff. Eine schön hereingegebene Flanke von links wurde an der 16-Meter-Grenze mit der Hand abgewehrt. Der verhängte Strafstoß brachte den Ausgleich. Jetzt sah man die Einheimischen wieder etwas geschlossener, so daß Erfolge nicht ausblieben. Bald wurde der Führungstreffer der Einheimischen durch einen Fehlschlag des Gästetorhüters erzielt, dem dann noch zwei weitere Tore folgten. Fußball in Wieseck. Klein-Llnden I — wieseck I 3:2 (2:1). Beide Mannschaften traten mit vier bzw. zwei Ersatzleuten an. Wieseck hatte zu Beginn des Spieles erst neun Mann zur Stelle und mußte bis zu dem Zeitpunkte, wo die Mannschaft sich vervollständigte, auf Abwehr einstellen. In dieser Periode gelang es Klein-Linden, den Führungstreffer zu erzielen. Als Wieseck mit voller Stärke einsetzte, war das Spiel ausgeglichener, und Wieseck konnte mit Elfmeter den Ausgleich Herstellen. Klein-Linden gelang es bis zur Pause, abermals die Führung an sich zu reißen. Nach der Pause litt das Spiel stark unter der glühenden Sonne. Wieseck gelang es in der 15. Minute, wieder auszugleichen. Bei einem Durchbruch der Gäste machte der Wiesecker rechte Verteidiger Hand. Der verhängte Elfmeter wurde abgewehrt, aber der Nachschuß entsprechend verwandelt. Nach beiderseitigen Tormöglichkeiten, die jedoch nicht verwertet wurden, fand das Spiel sein Ende. Die Gäste konnten als glücklichere Sieger den Platz verlassen. Staufenberg I — Lollar II 2:4. Die 1. Elf von Staufenberg trug am vergangenen Sonntag einen Freundschafts(ampf gegen die 2. Mannschaft von Lollar in Lollar aus.' Trotz einem schönen ausgeglichenen Spiel beider Mannschaften mußten sich die Staufenberger mit 2:4 Toren geschlagen bekennen. Saasen — Garbenteich 5:0. Saasen hatte Garbenteich zu Gast und siegte mit 5:0 Toren. Das Spiel litt sehr unter der sommerlichen Hitze. Bis zur Pause führte Saasen 2:0 um nach der Pause drei weitere Tore zu schießen. Kurze Sportnoiizeu. Einen großartigen Tenniserfolg errangen die Amerikaner im Davispokal-Schluß- spiel der Amerikazone mit 5:0 gegen Australien. Budge schlug Bromwich 6:2, 6:3, 5:7, 6:1 und Grant gewann über Crawford 6:0, 6:2, 7:5. Allerdings muß man berücksichtigen, daß die Amerikaner, die nun auf den Europa-Sieger treffen, auf Adran Quist verzichten mußten. * Hans Nüßlein traf in London auf Tilden und gewann 10:8, 6:3, nachdem er vorher Plaa und Stoeffen geschlagen hatte. Im Turnier um die „Königs-Trophäe" siegte Fred Perry 6:4, 6:4, 12:10 über Dines. wirkt so ein Complet. Man sieht so angezogen darin aus! Sehen Sie die große Auswahl, prüfen Sie die günstigen Preise, wählen Sie bei CARLNoWACK INHABER: CARL H&NZ~SCHLÜTFR GIESSEN SELTERSWeo ö) 3842 A Die führende natnrknndliche Monatsschrift! „Der Naturforscher" S w Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technit. Herausgegcben von Oberstubienrat Or.R.Rein und prof.Or.W.Schoenichen. .Der Naturforscher' unterrichtet fortlaufend in Bild und Dort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. @r ist die verständ'iche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondem auf Gehalt eingestellt ist. 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Organ, Körperbestandteile, die aus verschiedenartigen Geweben zusammengesetzt sind und eine Einheit in ihren Aufgaben und Verrichtungen bilden, z. B. Auge, Ohr etc. ergänzen. Organische Krankheiten sind solche. die mit sichtbaren Veränderungen im erkrankten Körperteil (Organ) einherqehen. Der Gegensatz dazu sind funktionelle Krankheiten, bei denen man mit unseren heutigen Methoden keine Veränderung am Organ wahr, nehmen kann, aber eine Störung in der Verrichtung des Organes vorliegt. Organdi, franz., dünnes, gesteiftes Gazegewebe zu Blusen und Kleidern. Orient, lat.. Bedeutung Morgen, Osten, das Morgenland im Gegensatz zum Abendland. Original, lat. Bedeutung ursprünglich, die Urschrift oder das Urbild, in übertragener Bedeutung ein Sonderling. Originell bedeutet eigenartig. Ornament, der Geometrie (Kreise, Vierecke usw ). Pflanzen- oder Tierwelt entnommene Schmuckform bei Handarbeiten in Linien oder Flächen gehalten. Orthopädie. Die Lehre von der Entstehung, Verhütung und Behandlung der angeborenen oder erworbenen Fehler des Skelettsystems. Die Behandlung geschieht mittels besonderer Appa- Ovation rate, Bandagen Operationen, gymnastischer Üoungen, Massagen und dgl. Ärztlichen Rat einholen. Oskar, männl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „Speer Gottes". Osterblume, s. Narzisie. Ostereier färbt man am besten mit fertigen giftfreien Ostereier- farben, nach der Gebrauchsanweisung. Die Eier werden vor dem Färben hart gekocht und nachher mit einer Speckschwarte abgerieben, damit sie Glanz bekommen. Statt mit käuflichen Farben kann man die Eier mit gekochten Zwiebelschalen braun färben, mit Spinat grün, mit Rotkohl rot. mit Brennesielwurzel gelb. Ostern, das Fest der Auferstehung Christi, benannt nach der germa, Nischen Frühlingsgöttin Ostara. Oswin, männl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „Freund Gottes". Otternfell, seidenartiges Fell der Fischotter mit grauer oder braunroter Farbe und weißen Haarspitzen. Otto, männl. Vorname germ. Herkunft, Kurzform von Ottokar, „Stammsitz-Hüter" oder Ottomar. „der durch Erbsitz Berühmte". weibl. Form Ottilie. Ottomane, franz., Bedeutung türkisches Sofa, eine Liegestatt ohne Füße und Rückenlehne, dafür aber mit zwei seitlichen Polsterrollen. Ovation, lat., Bedeutung: Hul- diguug. 3r>1 Welcher Ofen ist der richtige? Bei Anschaffung eines Dauerbrandofens ist an so vieles zu denken. Wie groß muß der Ofen fein? Welche Brennstoffe eignen sich am besten dafür? Paßt die Form und Farbe ins Zimmer? Bei Häuser werden Sie auch darin gut beraten. 3. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. < <**?•*■ • -M 2 ' L- < MML A^- ' '-<^K OH Kleidung für korpulente u. schlanke Herren ist das Steckenpferd des Hauses KÖHLER KÜHLER hat die Auswahl 24.60 28.00 32.80 4.80 KOHLER Gießen Seltersweg 17 Oberhessens größtes Spezialhaus Zivil- und Uniform-Maßschneiderei - __________________________3847 A Sommer-Anzüge schmissig, aus Kammgarnstoffen, luftdurchlässig, einzigartig zarte Farbtöne oder neuartig gemustert 42.00 48.00 66 00 68.00 76.00 Viele herrliche Modell-Anzüge aus den ersten Berliner Werkstätten Sport-Anzüge farbprächtige, gute wollene Stoffe, ganz raffinierte und grundsolide Machart mit langer oder kurzer Hose 28.00 38.00 42.00 48.00 66.00 64.00 All-Wetter-Mäntel federleicht, strapazierfähig, Wasser spült ab, bequem waschbar richtige sommerliche SKleidung 7.60 9.76 14.60 17.60 Straßen- und Reise-Mäntel aus Cheviotstoffen, krumpffrei, frische Farben undganz neue Formen oderGa- bardine-Mäntel, als Slipon oder Raglan 38.00 46.00 66.00 64.00 68.00 76.00 die berühmten Marken-Mäntel für ganz hohe Ansprüche in großstädt. 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' Erfüllung d und den I leinen Blill Abenteuer i hätte nicht Pilsudsk den Toren Ecpansions nachgelasser Meer zu ' nicht einen Beck sein! er, der jo vermag, et tik in Ben gleich bea wenn jetzt Etaatspräf Rede ist, ! manische f Reich des Freunds oh Derk Rumänier politische Polen an bin ju üet bann toerb eher geneig einer S p e anzuschließe es allein a bereits gesc sich Polen i nis. Der J noch bis zi und einfeiti vereinbart Mdjtiefjer Angriffes a Aber Pol |k etwa all von Polen bie wiberfpi Mjeraiiej •|t das alte f * j ch, ein l^te Zeit hi d°b es ihn- einbrachte, । öie von Pc mit Mos y Polen Fügung mit m der ^nal von SNinnig ff1'" V y.’Uen r d'«-rb f’Mtani *8. di« > Federung 9.u einem ’ pW $$ L°d°r°L eher "ienfe ® nt5.bie' 1 . 11 ‘en i. Ur.’2' ßein""'" Ölonflli jjltt < ? V0N t,rW inW 1 zernfp anterSam Solche richten » poftf zrantturt Hundert Ähre Gleiberg-Verein EIIMILADUNG DerGleiberg-Verein begeht am4.,5.und 6.Juni 1937 unter der Schirmherrschaft des Landschaftsleiters des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat", Ministerialrat Ringshausen, seine Hundertjahrfeier. Kestfolge: Freitag, den 4. Juni 1937,20.15 Llhr: Gießen, Cafe Leib: Festabend mit Aufführung des Volkssviels „Im Gasthaus zur SpieKv forte zu Gleiberg" von Oberstudiendirektor Philipps, Friedberg. Samstag, den 5. Juni 1937,20.15 Llhr: Krofdorf-Gleiberg, Turnhalle: Festabend mit Aufführung des Bolkssviels „Im Gasthaus zur Sviestvforte zu Gleiberg" von Oberstudiendirettor Philipps, Friedberg. Sonntag, den 6. Juni 1937, ab 15 Llhr: Großes Volksfest auf Burg Gleiberg 3833 0 Svezial-Reva- raturlverkstätte Wieseck, Schulstrasre 7. 377OD Tel.3975. Stragula Läufer Teppiche lopeienhaus Kreiling Bahnhofstr. 29. Mosel, Eifel, Hunsrück und Saargebiet Einige routinierte Bezieherwerber stellen wir noch ein. Freie Fahrt zum Arbeitsgebiet Hohe Provision. Kein Zwischen Verdiener. Arbeitsgebiet fast unbegrenzt Zu melden mit Ausweis am Mittwoch, dem 2. Juni, von 15 — 18 Uhr, im Hotel Viktoria, Bahnhofstr. 83 _________________________02775 ALTERTÜMER Komme Ende nächster Woche nach Gießen Kaufe zu hohen Preisen antike Möbel, antike Oelbilder, antikes Porzellan, Krüge, Fayencen, Silber, Perser-Teppiche und sonstige Altertümer Angeb. unt. K A 234 (3849V) a. d. Gieß. Anzeig. um um um um um Heugras-Versteigerung der Giadt Gießen. auf der Hohleich, bei dem Schlachthof und Insel; 14 Uhr (Zusammenkunft an der Restauration „Zur Stadt Lich", Licher Straße 59) von den Wiesen im Heegstrauch, Ohleberg, am Weiher, Throms Garten, eine Wiese hinter der Kläranlage, von den Wiesen im Wiesecktal, an der Eselswiese sowie das Kirschbaumstück am Phi- losophenwald. Montag, den 7. Juni 1937, soll das Heugras vor den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: 3841C 8 Uhr (Zusammenkunft an der Anneröder Straße) von den Wiesen im Utersbrunnen; 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in den Gemarkungen Großen- Buseck und Rödgen sowie der Wiesen am Bügeeck und Schinderseck; 10 Uhr (Zusammenkunft am Schwarzlachweg, Ecke Marburger Straße) von den Wiesen in der Schwarzlach in 5 Abteilungen; 11 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden. Gießen, den 31. Mai 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Lebensmittel-Vergebung. Am 15. Juni 1937 erfolgt die Vergebung der Kuchenbedürfnisse des II. Bataillons J.-R. 116 (Wald- kaserne) für die Zeit vom I.Juli 37 bis einschließlich 31. Dezember 1937 zu festen Preisen in folgenden Losen: 3839D Los 1: Kolonialwaren (Käse). Los 2: Frischgemüse. Los 3: Küchenabfälle. Die Bedingungen liegen bei der Kllchenverwaltuna ll./J.-R. 116 (Waldkaserne), Zimmer Rr. 28, aus. Sie sind dort gegen Erstattung der Selbstkosten ab 5. Juni 1937 erhältlich. Angebote mit der Aufschrift Angebot auf Los 1: Kolonialwaren bzw. Los 2: ... usw." für die Zeit vom 1. Juli 1937 bis einschließlich 31. Dezember 1937 ll.nd bis zum 15. Juni 1937, vormittags 9 Uhr, durch ote post der Küchenverwaltung II./J.-R. 116 (Waldkaserne) einzusenden. nicht erteilt, wenn bis zum 20. Junt 1937 keine Benachrichtigung erfolgt ist. küchenverwallung des II./J.-2L 116. Denn der gute Dauerbrandherd für Union-Briketts spart Arbeit, Zeit und gutes Geld 1 Es gibt verschiedene Modelle in groß. Auswahl bei J.B. Häuser, Gießen am Oswaldsgarten Fernsprecher 2145 und 2146 3851 A Naturschutz ist Dienst an Volk und Vaterland bei Brühl, Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschutzarbeit Von Professor Dr. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stell« für Naturdenkmalpflege in Preußen. Band 12 der Naturschutzbücherei. Mit 12 Bildtafeln. Geb. RM. 3.60. Amtliches Gutachten der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums im Reichsüberwachungsamt der NSDAP, vom 25. 8. 34: Das sorgfältig gearbeitete Buch schildert in knapper Form alle wesentlichen Fragen deutlich und allgemeinverständlich.Es wird kiarund eindringlich gezeigt, daß wirklicher Naturschutz eine Mehrung des Bolksoermögens und für unser Volk nicht nur seelisch durch die Erhaltung wichtiger Erscheinungsformen unserer Dolksheimat etwas bedeutet, sondern datz die Durchführung des Naturschutzes auch ein Teil der Erfüllung des Satzes: ..Gemeinnutz geht vor Eigennutz^ ist. Das Buch ist rin vorzügliches Schulungsmitlel und sollte in allen öffentlichen Büchereien vorhanden sein. Das Buch wird empfohlen." gu beziehen durch jede Buchhandlung. - Verlangen Sie bitte ein Werbeblatt! Hugo Bermühler Verlag, Bln.-Lichterfelde Oxalsäure Pacht Oxalsäure, Kleesäure, sehr giftige chemische Verbindung die auch unter der Bezeichnung Zuk- kersäure zum Reinigen von Kupferkesseln und als Kleesalz zur Entfernung von Rost und Tintenflecken verwendet wird. Größte Vorsicht, besonders bei rissigen Händen! Oxydation, langsames Verbrennen (ohne Feuererscheinung) von Metallen durch Verbindung von Sauerstoff an ihrer Oberfläche. Die Oxydation kann auch künstlich hervorgerufen werden, z. B. durch Glühen, um eine Schuß- Pacht. Dem Pächter gehören die Früchte der gepachteten Sache, soweit ste nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft als Ertrag der Pachtsache anzusehen sind, nicht dagegen das, was etwa durch Raubbau über dieses Maß hinaus gewonnen wird (Schadenersatz)! Der Pächter muß die gewöhnlichen Ausbesserungen auf seine Kosten vornehmen lasten, z. B. Ausbesserungen des im Laufe des Pachtverhält- nistes schadhaft gewordenen Zaunes. Ebenso muß der Pächter die mit einem Grundstück gepachteten Jnoentarstücke erhalten. Inventarstücke, die ohne Verschulden des Pächters in Abgang kommen, muß der Verpächter ergänzen. Dagegen muß der Pächter den gewöhnlichen Abgang von Tieren aus den Jungen dann ersetzen, wenn dies einer ordnungsmäßigen Wirtschaft entspricht. Wenn nichts anderes vereinbart ist; muß der Pächter den Pachtschicht zu bilden. Diele darf beim Abstauben nicht verletzt werden. Oxyuren oder Madenwürmer sind sehr häufige Darmparasiten. Es sind kleine, etwa 3 bis 5 mm lange männliche und 9 bis 10 mm lange weibliche Tierchen von fadenförmiger Gestalt und weißlicher Farbe. S. Madenwürmer. Ozon, aktiver Sauerstoff, Gas, das stch auch in der Luft, namentlich nach Eewitterentladungen bildet und uns die Luft als besonders rein und wohltuend empfinden läßt. Auch in waldreichen Gegenden ist die Luft vielfach ozongesättigt. P zins am Schluß des Pachtjahres bezahlen. Er kann bei Mißernten usw. keine Ermäßigung des Pachtzinses verlangen. Bei Streitigkeiten wegen Kündigung oder zu hohem Pachtzins kann man das Pachteinigungsamt anrufen. Ist bei der Pacht eines Grundstücks oder eines Rechts an einem Grundstück (Pacht einer Apotheke) eine Kündigungsfrist nicht bestimmt, dann kann nur für den Schluß eines Pachtjahres unter Einhaltung einer Frist von 6 Monaten gekündigt werden. — Hat der Mann ein zum eingebrachten Gut gehörendes Grundstück (Haus) verpachtet, so kann die Frau das Pachtverhältnis unter Einhaltung der Frist von sechs Monaten kündigen, wenn die Verwaltung und Nutznießung endigt (z. B. der Mann stirbt, die Ehe wird geschieden), selbst wenn das Pachtverhältnis für längere Zeit geschloßen ist, oder eine längere zwischen demÄauer und Erzeuger und der deutschen Familie. Seit 30 Fahren bestehen Seit dieser Zeit ist der - Lebensmittelgeschäfte. - Kaufmann derMittler Bahnhofstraße 49 Fernsprecher 3941 369»A Von der Deutschen RetAspoH geprüft u. amthdi tugelaisea Verlangen Sie unverbindliche Vorführung oder Angebot Niederhausen & Co. Gießen Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige i Neues vom < n hü kdelivetti \ /fe -rade: \ / V/ Seit 1902 habe ich Ihr Edelweißrad. Es hat in den 33 Jahren viel aushalten müssen. Hein- ndl Pinkali, » 21 ” 1934 I 1 > Bauer, Spieren W P ■ Die Edelweiß- ■ Nähmaschine ist tadellos an- gekommen Es ist kaum glaubbar. für diesen niedrigen Preis eine solche gute und schöne Nähmaschine zu erhalten Hauptwachtmstr. Dreier. 5. 10. 1935. Hindenburg. 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