5reitag,2.Apn1Mr 187. Jahrgang Hr.76 Erstes Statt Gießener Anzeiger Oie Eingliederung Lübecks in Preußen vollzogen Die Llebeniabme von Eutin und Birkenfeld Neuordnung angepackt, die das Gesetz sowohl an der Traoemündung wie an der Elbmündung und JademünÄung durchführt. — Dieses Gesetz ist als ein Ausfluß der Reichs Planung zu werten. Wird davon ausgegangen, daß das Reichsgebiet im Zuge der Reichsneugliederung in Reichsgaue etwa von der Größe der heutigen preußischen Provinzen oder der größeren außerpreußischen Ländern gliedert, dann war es ausgeschlossen, für Lübeck die Stellung eines eigenen Reichsgaues vor- zufehen. So fallen heute Grenzpfähle und Schranken, die Lübeck von seinem natürlichen Hinterland und Wirtschaftsgebiet trennten und ein starkes Hindernis für die völlige Entfaltung der Kräfte Lübecks in seinem Wirtschaftsraume blldeten. Mit dem heutigen Tage ist die Einheit des auf festen und natürlichen Grenzen beruhenden lübeckischen Kultur- und Wirtschaftsraumes hergestellt. Deutsche Selb st Verwaltung bedeutet für uns nicht Uniformierung der deutschen Gemeinden, sondern aktivste Auslösung der Kräfte nach den besonderen Verhältnissen jeder einzelnen Gemeinde. Ich halte es für meine vornehmste Pflicht, um des Selbstverwaltungsgedankens willen die eigenständige Entwicklung der deutschen Gemeinden zu schützen und zu fördern. Auch die Hansestadt Lübeck „wiederum geloben: Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler! Wir glauben an einen Herrgott im Himmel, der uns segnet! Wir glauben, daß dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit er Deutschland befreit und zu Glück und Freude führt!" Das Sieg-Heil der Zehntausende hallte über den weiten Platz vor dem Rathaus. Die Lieder der Nation waren Gelöbnis und Verpflichtung Großhamburgs, dem Führer für seine große und befreiende Tat durch verstärkten Einsatz für Volk und Reich zu danken. wird im Kranze der deutschen Gemeinden infolge ihrer besonderen Stellung und ihrer besonderen Aufgaben eine Stadt ausgeprägter Eigenart bleibe ir. Nur die Form hat sich geändert; der alte Hanseatengeist soll bleiben, lieber den Gemeinden, über den Gauen steht heute das nationalsozialistische Einheitsreich. Als Abschluß der Ueberleitungsfeierlichkeiten fand auf dem fahnengeschmückten Marktplatz ein Aufmarsch aller Gliederungen der Partei statt. Das Rathaus und die Marienkirche erstrahlten im Scheinwerferlicht, der weite Platz war umsäumt von vielen tausenden von Volksgenossen. Als Reichsminister des Inneren Dr. Frick mit den Ehrengästen vor dem Rathaus erschien, wurde er mit stürmischen Heilrufen begrüßt. Er hielt eine Ansprache. Die große Vergangenheit Lübecks solle nicht verge - sen werden. Lübeck solle seine Seegeltung und seine Beziehungen nach außen hin nicht nur behalten, sondern es werde das Bestreben aller Stellen des Reiches und Preußens sein, diesen Blick Lübecks auf die See noch weiter zu stärken und den lübeckischen Handel zu fördern. Der Tag solle nicht mit einem wehmütigen Rückblick in die Vergangenheit, sondern mit einem mutigen Dorwärtsschauen in die Zukunft beschlossen werden. rühren und ausbauen. Das deutsche Volk wird Den Beweis seines Christentums der T a t immer wieder erbringen durch Wirken für Frieden im Innern und Wirken für Frieden zwischen den Nationen, wie es hierfür bisher erfolgreich gewirkt hat unter seinem Führer. Nach der Ansprache des Stellvertreters des Führers trat Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ans Mikrophon. „Stillgestanden, die Fahnen hoch!" — Auf diesen Befehl des Reichsorganisationsleiters erstarrte der Block der 30 000. „Wir wollen im flammenden Schein der Fackeln", so schloß Dr. Ley, gedacht werden kann. Auch hier jedoch werden Grenzen in den Menschenreserven sichtbar, denn eine solche Luftflotte würde alles in allem allein 250 000 bis 300 000 Mann erfordern. Die Kosten für die drei Waffen roerben' für 1937 wie folgt geschätzt: Marine 100 Mill. Pfund, Luft 50 Mill. Pfund, Heer 50 Mill. Pfund. Dabei bleiben in der Endrechnung für fünf Jahre noch 500 Mill. Pfund übrig. Ihr Verwendungszweck wird sichtbar, wenn wir uns dem Sinn der ganzen Aufrüstung zuwenden. Wenn in englischen Ministerreden wiederholt versichert wurde, daß die neue Wehr nur zur Erhaltung des Weltfriedens, gegen keine Macht ober Machtgruppe gerichtet unb zur Unterstützung des Völkerbunbsgrundsatzes bestimmt sei, so wurde ihnen schon im eigenen Lande entgegengehalten, daß sie damit gerade den Bankerott des kollektiven Systems und der gegenseitigen Hilfeleistung zu erkennen gebe. Tatsächlich sind die Rüstungen natürlich ureigene Angelegenheiten des Weltreichs und seiner unmittelbaren Sicherung. Die Verteidigung dieses riesigen Gebiets läßt in englischen Augen einige nicht unwesentliche Schwäche- punkte erkennen. Der erste liegt am Rande des Indischen Ozeans, irn Raume von Singa- porc, das zwar erst vor wenigen Wochen seine „Uneinnehmbarkeit" im Manöver unter Beweis stellen konnte, aber immer noch Stärkung vertragen kann. Diese wird erwartet in Gestalt eines Ge schwaders von fünf Schlachtschiffen, sobald die Neubauten solche Abaabe von der Flotte gestatten werden, und ferner in Gestalt von F l u g • boot staffeln, wie sie jetzt schon an dieser Reichsgrenze von Singapore bis Australien im Vor« Die Ehrengäste im Hamburger Rathaus während der Eintragung in das Goldene Buch. Von links: Regierender Bürgermeister Krogmann, Reichsminister Dr Frick, der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und Reichsverkehrsminister Dr. Dorp mutier. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Groß-Hamburg dankt dem Führer. Rudolf Heß spricht aus einer Kundgebung vor dem Rathaus Oer Ginn i )er britischen Ausrüstung Von Konteradmiral a. O. Gadow. Britische Minister haben in der Begründung der ungeheuren Wehrvorlage dieses Jahres bemerkt, daß es sich um etwas „Niedagewesenes" handele, unter Umständen, die gleichfalls noch nie dagewefen eien. Wenn das für die Höhe der geforderten Summe von 1,5 Milliarden Pfund zutrifft, fo sind doch Umstände und Taktik keineswegs neu und einzigartig, vielmehr zieht sich durch die britische Geschichte die Praxis, nach siegreichen Kriegen die Wehrmacht regelmäßig zu vernachlässigen, bis neue Spannungen den rechnenden Kaufmann, der dieses Weltreich regiert und verkörpert, dazu zwingen, von neuem seine „militärische Versicherung^ zu überprüfen. Das geschah nach den napoleonischen Kriegen, zum Krimkrieg, dann in den 80er Jahren des Gegensatzes zu Rußland, in den 90er gegenüber Frankreich und später gegenüber Deutschland. Nachteilig für den Weltfrieden ist dabei nur, daß zum Ansporn der Öffentlichkeit und der parlamentarischen Mehrheit, solche riesigen Summen zu bewilligen, eine sorgfältige Erregung und Pflege einer Art Kriegs st immung gehört, der Hinweis — mindestens in versteckter Form — auf bestimmte Gegner und Gefahren. Das übrige besorgt bann die keineswegs erstorbene Jingo-Presse mit ihren Ausfällen, um Stimmung und Atmosphäre gründlich zu verderben. Alles das wäre bei einer stetigen und stoßfreien Pflege der Reichsver- terdigung nicht notwendig, geschweige denn in der Gegenwart bei einigem guten Willen gegenüber den deutschen Abrüstungsvorschlägen und bei weniger Hörigkeit gegenüber dem Frankreich Barthous. Nachdem nun aber die Würfel in bekanntem Sinne gefallen sind, wird man gut tun, sich über den Umfang und Verwendungszweck der neuen Rüstungen klar zu werden, da die üblichen Minister-Kommentare darüber nur wenig sagen können. Was die Flotte betrifft, so weih man bereits, daß ihr der größte Teil der Rustungssummen zugemessen wird, da es sich um die Erneuerung , eines zahlreichen Schiffsmaterials handelt, das , längere Jahre vernachlässigt wurde. So hört man । ohne Staunen, daß einschließlich der bereits be- ■ willigten Schiffe nunmehr 5 Schlachtschiffe, 14 i Kreuzer und 4 Flugzeugträger neu —, im ganzen aber 148 Kriegsschiffe im Laufe dieses Jahres auf englischen Werften gebaut werden. Da aber gleich- ■ zeitig ältere Schiffe mit sehr hohen Kosten modernisiert, also nicht abgeschrieben werden, so ergibt sich jetzt schon eine nahe bevorstehende Verstärkung der Flotte von 15 auf 20 Schlachtschiffe, von 53 auf 60 bis 70 Kreuzer usw. oder um 25 bis 30 v. H. Flottenoerträge, die ihr Wachstum ins Breite hindern könnten, bestehen nicht mehr, nur halb freiwillige Abmachungen beschränken die Höchstgröße der einzelnen Schiffsklassen. ' Beim Heer steht im Vordergrund die Wieder- * Herstellung der Expeditionsbereitschaft der sechs regulären Divisionen durch Vervollständigung der ' Panzerwaffen und weitere Motorisierung der ' Truppe, daneben die Aufstellung eines Reserve- = korps. Hier sind die Aussichten, im Lande genügend Rekruten zu bekommen, bei der Wehrmüdigkeit 1 nicht günstig. Der Fehlbestand betrug im letzten ’ Jahr wieder 10 000 Mann oder 5 v. H. ' Die Luftwaffe stand bereits im Zeichen einer 1 gesteigerten Entwicklung, nachdem sie bei der Zu- 1 messung ihrer Friedensstärke nach dem Kriege von der Axt des Sparkommissars Geddes besonders 1 hart und unsachlich getroffen worden war. Bis : zum heutigen Zeitpunkt war das Programm ab- • gestellt auf 1500 Flugzeuge in der Heimat, 246 in ‘ Ueberfee und 220 bei der Marine, jedoch wird das ' Ziel erst im Laufe des Jahres erreicht werden. Beabsichtigt ist, diese Zahlen durch Reservematerial ’ zweiter und dritter Linie so zu vervielfachen, daß ’ bereits an eine Luftflotte von 10 OOO Flugzeugen Lübeck, 1. April. (DNB.) Die freie Hansestadt Lübeck ist in feierlichem Staatsakt auf das Land Preußen übergegangen. Aus diesem Anlaß war Reichsinnenminister Dr. Frick aus Hamburg kommend in Lübeck eingetroffen. Im altehrwürdigen Audienzsaal des Rathauses hieß Oberbürgermeister Dr. Drechsler den Reichsinnenminister und die übrigen Gäste willkommen und gab einen Ueberblick über die ruhmreiche 800jäh- rige Geschichte der Stadt Lübeck. „Für Lübecks Wirtschaftsleben", so erklärte er, „war es von großer Bedeutung, daß die I n d u st r i e mehr und mehr in der Stadt Fuß faßte, ja, schließlich den Handel überflügelte. Von jeher hat Lübeck durch seine Lage an der Landenge zwischen Nord- und Ostsee als Umschlagsplatz zwischen beiden Meeren eine Aufgabe von besonderer Bedeutung zu erfüllen gehabt. Dr. Drechsler schilderte dann, wie durch die Entwicklung der Verhältnisse sich die wirtschaftliche Bedeutung Lübecks allmählich verringerte, und selbst die großen Aufwendungen für einen Elhe-Lübeck-Kanal nicht die erhoffte Entschädigung brachten. Erst durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung sei die Stadt wieder gesundet. Nun sei der Elbe- Lübeck-Kanal zu einer Ostseemündung der Elbe geworden. In Wirtschaft und Kultur stelle die Stadt Lübeck eine Hauptvermittlerin zwischen Deutschland und den Völkern des baltischen Raumes dar. Der Oberbürgermeister schloß mit dem Gelöbnis, daß die Stadt Lübeck in der neuen Stellung ihre altüberkommenen Aufgaben in bewährtem Geiste erfüllen werde in der gewissen Zuversicht, daß Preußen Lübecks Entfaltung fördern und der Stadt im Ostseeraum die Stellung einräumen werde, die sie sich in ihrer 800jährigen Geschichte mit unermüdlicher Hingabe an die deutsche Sache verdient habe. Reichsinnenminister Dr. Frick erklärte sodann u a • Wenn das Gesetz über die Gebietsbereim- qunqen den geschichtlichen Vorgang, der heute Wirklichkeit geworden ist, in die knappen Worte faßt: Das Land Lübeck geht auf das Land Preußen über" so bedeutet dies nichts anderes, als daß Lübeck im Reiche aufgeht. Wir müssen uns darüber klar fein, daß das, was sich für Lübeck heute in der äußeren Form vollzieht seine innere Grundlage bereits im Neuaufbaugesetz vom 30. Januai 1934 hat, durch das nicht nur Lübeck sondern alle deutschen Lander staatsrechtlich in das deutsche Einheitsreich ubergeleitet worden sind. Die Länder bilden heute die VVerwaltungsbezirke des El nh e l tsr e i ch e s und lind maleich mit Selbstverwaltung ausgestat- "et Erstmalig im Dritten Reich ist (abgesehen von der im Dezember 1933 erfolgten Vereinigung der beiden Länder Mecklenburg) die regionale Eutin, 1. April. (DNB.) Mit einem feierlichen Staatsakt im Eutin er "Schloß Hotel wurde der bisherige o l d e n b u r g i s ch e L a n d e s t e i l Lübeck durch Reichsminister Dr. Frick in die Verwaltung Preußens übernommen als ein neuer Landkreis der Provinz Schleswig- Holstein. Eutin liegt in einer reizvollen, von Buchenwäldern umsäumten Seenlandschaft. In Eutin stand die Wiege des großen deutschen Komponisten Karl Maria von Weber, m.t dieser Stadt ist auch das Leben und Wirken unserer deutschen Dichter um die Wende des 18 Jahrhunderts untrennbar verknüpft. Die idyllische Stadt mit ihrer romantischen Umgebung stand im festlichen Flaggenschmuck und von nah und fern war die Bevölkerung herbeigekommen, um der Lautsprecher- Übertragung des Staatsaktes aus dem Saal des Schloßhotels zu folgen. Die Uebergabe des Landes- teils wurde durch Unterzeichnung der künstlerisch ausgefertigten Urkunde durch den Reichsminister den Oberpräfidenten von Schleswig-Holstein, und den Reichsstatthalter von Oldenburg vollzogen Sowohl Reichsstatthalter Röver als Gauleiter Lohse gaben ihrer Freude über den historischen Augenblick Ausdruck, der nur äußerer Abschluß einer natürlichen Entwicklung sei. Hamburg, 1. April. (DNB.) Eine machtvolle Kundgebung der Partei und ihrer Gliederungen auf dem Adolf-Hitler-Platz beschloß die Feier des Inkrafttretens des Groß-Hamburg - Gesetzes. Scheinwerfer warfen ihre Lichtbündel auf das Rathaus. Die Häuserreihen um den Adolf-Hitler-Platz erstrahlten im Glanze vieler Tausende von Lichtern. Der Stellvertreter des Führers hielt eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Dieser Akt der ersten großen regionalen Reform des neuen Reiches vollzog sich am Geburtstag Bismarcks, am Geburtstage des Mannes, der durch den Zusammenschluß getrennter Gebiete zum Deutschen Reich den bisher bedeutsamsten gebietsmäßigen Reformierungsakt in der Geschichte der Deutschen leistete. Und doch mußte Bismarck viele innerdeutsche Grenzen bestehen lassen, die er selbst als widersinnig geführt empfand. So ist die Berichtigung der Hamburger Grenzziehung eine Tat in seinem Sinne, ist gewissermaßen ein Geburtstagsgeschenk an den toten Altreichskanzler, der sich mit Hamburg besonders eng verbunden fühlte. Mit dem heutigen Tage ist das große Tor Deutschlands in d i e Welt wesentlich vergrößert worden. Möge die Welt darin auch eine symbolische Geste sehen. Nicht Isolierung will Deutschland, sondern Fühlung und Austausch. Deutschland hält seine Tore zur Welt offen. Deutschland weiß, daß mit dem Austausch von Waren Hand in Hand geht der Austausch von Gütern der Kultur. Deutschland weiß, daß mit dem Austausch von Gütern der Kultur Hand in Hand geht eine Förderung des Verständnisses der Völker untereinander. Die Förderung des Verständnisses aber dient dem Frieden der Welt. Unser Volk weiß, daß die Idee und die organisierte Kraft des Nationalsozialismus die Bolschewi- fierung Deutschlands verhinderte. Es weiß ebenso gut, daß der Bolschewismus nicht durch sorgenvoll bedckuernde Verlautbarungen und verdammende Pamphlete zu überwinden ist. Unser Volk fühlt, daß der Segen des Herrgotts auf dem Werke des Führers ruht, daß der Segen nicht gemildert werden kann durch Verblendete, die nicht zu erkennen vermögen, daß Gott mit unserem Volk ist und mit seinem Kampf gegen die organisierte Gottlosigkeit des Bolschewismus. Das deutsche Volk wird sich seine so schwer erkämpfte Einigkeit nicht stören lassen. Es wird innerlich geschlossen seinen Weg weitergehen. Es wird die großen Werke christlicher Nächstenliebe der NSV. und der Winterhilfe fort- Die Ueberleitung des oldenburgischen Landkreises Birkenfeld auf Preußen wurde in der neuen Kreisstadt Birkenfeld in Anwesenheit des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Staatsrat Ter- b o d e n , des oldenburgischen Staatsministers Pauly, des Regierungspräsidenten Dr. M i s ch k e von Koblenz in einem feierlichen Staatsakt vollzogen. Staatsminister Pauly betonte, daß Preußen ein Land übernehme, dessen Staats- und Gemeindefinanzen in bester Ordnung seien. Oberpräsident Terboven verwies darauf, daß dieser verhältnismäßig kleine Vorgang einen bedeutsamen Schritt auf dem Wege zum Einheitsstaat darstelle, wie er in dem geschichtlichen Aufgabenkreis des Nationalsozialismus liege. Zum Landrat des neuen Kreises Birkenfeld,' zu dem von heute an auch der Restkreis Baumholder gehört, wurde der bisherige Regierungspräsident von Birkenfeld, Kreisleiter Wild ernannt. * In Gegenwart von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger wurde Wiesbadens neuer Oberbürgermeister Dr. Mix durch Regierungspräsident v. P f e f f e r in sein Amt eingeführt. (Btenenei Familienblatte, M WA Grundpreise für, mm höhe Heimat,m Bild Dieücholl. M ES M M W W W M W ■ Vl H I X M V 8 M W M jr H für Anzeigen von 22 mm monats.Betugsprets. M W W W WZ WM W W BZ | /H El -4k BZ 11 I W ■ Breite 7 Rpf, für Text. Mit 4 ‘Beilagen 'HOL 1.95 M H Wi W M WL H H VE H JT JH H H W M W W. ■ anzeigen von 70mm Breite »r; s MU IVmVi »ä WG General-Anzeiger für Oberhessen ridjten Anzeiger Gießen behördliche Anzeigen 6Rpf. granfiurittain 11686 Oru* unöVerlag: vrühi'iche Untverfitätr Such- und Stcinftniderei B.Lange in Stehen. SchriflleUung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M-ngenabMüff-Staffel8 DK W D | Aromatisch ^lte man. | Zigaretten Benzin- | nicht ml n-brennen. 1 feuerzeug o für t^ehmeii Si Ber mal I Eich-h°^-v^ U em Strei den ivoSnMO®^±- sich dessen Interessen mit denen ten, und die kleine Minderheit begreiflicherweise der Irredenta österreichischen Patriotismus. seines Volkes der Italiener geneigter als deck- war dem im letzten Jahr über eine Million Tonnen. Inzwischen hat Belgien seine Schrottausfuhrmenge auf die Hälfte des Jahres 1936 verkürzt, Frankreich hat Prohibitivzölle auf Schrott eingeführt, die USA. haben eine Wiederbelebung der Roheisen- und Stahlproduktion zu verzeichnen, die etwa 90 v. H. ihrer Kapazität umfaßt und demnach auch zu größerem Schrottverbrauch führt. Es ist daher verständlich, wenn die zentrale Erfassung des gesamten internationalen Schrottaufkommens und die Verteilung der Quoten auf die einzelnen Länder auf Schwierigkeiten stößt. In Verfolg des neuen Friedenspaktes zwischen Italien und Jugoslawien ist auch ein neuer Wirtschaftspakt von beiden Ländern geschlossen worden, um den Warenaustausch zu steigern. Die jugoslawische Einfuhr aus Italien ist von 555 Millionen Dinar im Jahre 1934 auf 370 im Jahre 1935 und 101 im Vorjahre gesunken, die Ausfuhr nach Italien von 797 im Jahre 1934 auf 137 Millionen Dinar im Jahre 1935, während die entsprechenden Zahlen für 1936 noch nicht vorliegen. Jugoslawiens Handel mit Italien war lange Zeit durchaus aktiv, aber die Absicht, die italienische , , usfuhr sehr schnell auf etwa 20 v. H. der jugoslawischen Einfuhr zu steigern, begegnet doch gewissen Schwierigkeiten, zumal Italien nur einige wenige Stapelartikel nach Jugoslawien aus- sührt, aber kaum im Gegensatz zu Deutschland, Maschinen, Chemikalien, Farben, optische Geräte und leicht eben aus einer deutschen Eigenschaft heraus, die ihm seit Jahrtausenden im Blute stak, der Lehenstreue, eine Eigenschaft, die alle ritterbürtigen Rationen tragen und die neben dem Deutschen im österreichischen Heer in erster Linie den Kroaten auszeichnete und schädigt?. Der Tscheche, dem man seinen Adel nach der Schlacht am weißen Berge samt und sonders geköpft hatte, ging unbeschwert und nüchtern denkend an seine Aufgabe, faßte als nachten Beruf auf, was selbst dem geistlosesten Deutschen noch so eine Art Sendung war, der Pole war Revolutionär von Beruf, der national durchgebildete Magyare ging solange mit Oesterreich, als Unterdessen war im deutschen Stamme Oesterreichs eine neue Volksbewegung herangewachsen, von Schönerer entfesselt und geführt, die als Antwort auf die Entdeutschungsmethoden der Regierung die radikale Forderung „Los von Oesterreich, hin zu Deutschland!" aufstellte. Eine ideologische Forderung, gewiß, in dieser Zeit unmöglich zu verwirklichen. Aber sie hatte das Verdienst, ein in die Ferne wirkendes Ideal aufgestellt zu haben, und die ganze Generation dieser Zeit trug es mit sich in fernere Zeiten und vererbte es den Jungen bis auf den heutigen Tag. Es war eine Volksbewegung, die freilich später im 'akademischen Standesdünkel erstarrte, in ihren Anfängen aber weiteste Kreise ergriff. Unzählige Handlungsgehilfen, Kellner und Arbeiter trugen die Kornblume und sangen die „Wacht am Rhein", und es ist die Schuld des bürgerlichen Kastengeistes, daß sie in andere Lager getrieben wurden, daß diese Bewegung im Sande verlief. Der deutsche Offizier schloß sich von dieser Volksbewegung aus, ja er wurde ihr Gegner, er ließ gegen seine eigene Volksgenossen feuern, er war der Todfeind der radikal- nationalen Studentenschaft, und so konnte es zu dem unseligen Erlaß der neunziger Jahre kommen, der jeden Couleurstudenten, also die in erster Linie physisch und psychisch für den ritterlischen Offiziersstand Vorausbestimmten — von der Würde des Reserveoffiziers ausschließen wollte. Zahllose nationale Studenten wurden degradiert und erhielten ihre Charge erst zurück, als man bereits im Weltkriege die gefährlichsten tschechischen Hochverräter pardonniert hatte. Dennoch, das österreichische Heer war das Beste und Kraftvollste, was dieses Oesterreich zu bieten hatte. Er war, wenn auch eine manchmal leerlaufende, dem Selbstzweck dienende Mäschine, doch die beste, die diese dem Bankrott bestimmte Fabrik in ihrem Lagerraum besaß. Die Disziplin und Organisation war gewiß nicht so straff wie im reichsdeutschen Heer. Aber sie funktionierte. Das Offizierkorps brachte nicht nur so hochwertige Männer uneigennützigster Art wie Conrad von Hötzen- dorff, Alfred Krauß und Karl Bardolff hervor, auch der Durchschnitt war gut, und jene jungen Menschen, die in einem galizischen Judennest oder einem taten dies, trotz Saufen und Weibergeschichten, doch herzegowinischen Fort ihre Jugend vergeudeten, die taten dies, trotz Saufen und Weibergeschichten, doch aus einem gewissen Idealismus heraus, aus einem Standesstolz, der primitiv aus dem bunten Rock und einer etwas nebulösen Vorstellung vom Kaiser und Doppeladler erwuchs, aber doch so fest war, daß er die Probe des Ernstes im furchtbaren Kriege bestand. Freilich waren die Reserveoffiziere den Aktiven an Zahl überlegen, aber das Heer hatte doch eben die Grundlage geschaffen, auf der eine solche Fülle von Heldentaten, wie die zwölf Jnsonzo- schlachten und die Wunder des Hochgebivgskrieges möglich waren. So ging der deutsche aktive Offizier nur als Soldat und Standesperfon in den Krieg, während der Reserveoffizier, frei vom österreichischen Sonderbewußtsein, wußte, daß es um mehr ging: um das Bestehen des Deutschtums in der Welt. • . . Jene Reichsdeutschen, die so herbe Kritik an den Leistungen unserer Soldaten geübt haben, hielten sich gewiß nicht vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten der Kommandant einer österreichischen Abteilung zu kämpfen hatte. Da stand bei derselben Batterie etwa der hochintelligente und kultivierte Deutschböhme neben dem huzulischen Fahrkanonier, der in Zivil mit Hühnern und Schweine in einem Raum schlief, da stand ein sogenanntes „schwarz-rot-goldenes" Regiment — die Farben im nationalen Sinne Schönerers gemeint — neben einem slawischen, das auf die Gelegenheit des Uebergehens lauerte, da stand der brave deutsche Landsknecht neben einem Tschechen, der bereits iip Oesterreich" erhielten im Augenblick Flügel und sind heute noch im Zitatenschatz verzeichnet und nicht daraus wegzudenken. Aber damals stand das Heer schon im Gegensatz zu der Meinung des überwiegenden Teils des Volkes, es bildete schon eine abgeschlossene Kaste, die ideell in sich selbst Genüge fand, obwohl „Vater Radetzky" einer der populärsten Gestalten der österreichischen Mythologie wurde. Mag sein, daß hier im national gesinnten Teile der österreichischen deutschen Bevölkerung atavistische Regungen ^naßgebend waren, daß ein letzter Schimmer der Staufenzeit auf dem ruhmgekrönten Feldherrn ruhte, daß der Südlandtraum noch nicht ausgeträumt war, obwohl natürlich die Franze und Metternichs diese Blüte ihres romantischen Schimmers entkleidet und zum nüchternsten Hausmachtgedanken entblättert hatten. Dieser Rest des Südlandtraumes schwand, aber der Mythos vom Vater Radetzky blieb und der hinreißende Marsch des älteren Johann Strauß lebt heute noch in seinem Feuerrhythmus, wie der Machtgesang vom Prinzen Eugen, der die „Brucken schlagen ließ", und wurde bis in den Weltkrieg immer wieder beschworen, wenn es galt, im Sinne der Tradition für eine Siegeshoffnung der Zukunft Zeugnis abzulegen. Das Heer Radetzkys war noch kein Volksheer, sondern bestand aus Konskribierten, die nicht so glücklich waren, sich loskaufen zu können, und aus Berufsoffizieren, war also ein Söldnerheer. Dieses Söldnerheer schlug die Siege von Novara und Custozza, erlebte aber auch die Niederlagen von Magenta, Solferino und Königgrätz. Das weitere Volk hatte keinen Teil am Ruhm, aber auch nicht an dem Mißerfolg, es stand beiden kritisch ferne und trug somit, wie ihm die Lorbeeren des Sieges versagt waren, auch nicht die Last der Schmach mit. Es war ein weitverbreiteter Irrtum im Deutschen Reiche, die Niederlage von 1866 sei eine Wunde des Volkskörpers, sie war nichts als eine Prestigefrage des Militärs. Die Einjährigfreiwilligen, die nach der Umgestaltung der österreichischen Wehrmacht in ein Volksheer den bunten Rock anlegten, waren völlig frei von bitteren Erinnerungen, für sie war dieser Bruderkrieg nichts als eine dunkle Angelegenheit, die einmal in traumhafter Zeit vorgefallen war und die man am besten der Vergessenheit, weihte. Und auch die jüngeren aktiven Offiziere dachten kaum anders, sie feierten in den Grenzstationen ihre Liebesmähler mit den reichsdeutschen Kameraden als Freund mit Freund, ohne jedes Revanchegelüste, das höchstens noch in den Köpfen einiger alter Unbelehrbarer spukte, welche die Forderung der Zeit verschlafen hatten. Wer jedoch diese freundliche Gesinnung des Berufssoldaten auf eine nationale (9runban = schauung zurückführen wollte, der würde sich in einem großen und grundlegenden Irrtum verfangen. Der aktive Offizier der österreichischen Armee gebrauchte dse deutsche Kommandosprache, er entstammte zum Teil alteingesessenen deutschen Familien, er war hi den Grenzstationen in Galizien, der Bukowina, in Bosnien, im Küstenland und im italienischen Lande Träger und Stütze deutschen Kolonialgedankens, aber ohne sich dessen bewußt zu werden, er fühlte sich nur als Oesterreicher, als Soldat, und kannte keinen anderen Herrn — neben seinem Vorgesetzten — über sich als den Kaiser. Solange die Sendung Oesterreichs eine deutsche war, lief seine Lebenslinie klar und unbehindert in reiner Harmonie. Der Diener eines Kaisers, der im Jahre 1859 Napoleon das berühmte Wort „Sire, ich bin ein deutscher Fürst!" entgegenschleuderte, der erfüllte noch eine deutsche Sendung, der Mitkämpfer von Königgrätz konnte noch immer sich dessen bewußt fein, daß es ein Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland, also eine deutsche Angelegenheit sei, der Besieger der bosnischen Insurgenten in diesem Kampfe noch immer so etwas wie einen deutschen Kreuzzug erblicken, der bewaffnete Helfer der Ta affeschen Regierung, die den traurigen Ruf hat, den antideutschen Kurs in Oesterreich eröffnet zu haben, mußte, wenn er sein Gewissen erforschte, mit f e im e m Volkstum in Konflikt kommen. . Die wenigsten taten dies. Der aktive Offizier war schon zu sehr in seine Kaste eingeengt, er der in dieser Zeit noch zumeist einer Offiziers- oder traditionsbewußten Beamtenfamllie entstammend oft schon in zartester Jugend den bunten Rock trug, hatte die Fühlung mit dem Begriffe Volkstum im politischen Sinne verloren. Daß es dem Militär verboten war, Politik zu treiben, war ja ein vom Vom altösterreichischen Heer Von Robert Hohlbaum. kaufsverbände und trotz der steigenden Preise die Nachfrage außerordentlich stark. Zum Teil versuchte man durch Einräumung von zusätzlichen Preisen eine Abkürzung der Lieferfristen zu erreichen. Man nimmt an, daß sich diese Marktlage für die nächste Zeit nicht ändern wird. Bis in Öle letzten Tage hinein nahmen die internationalen Verbände Ei s e n p reiserhöhungen vor, so in P a - ris für Grobbleche und Mittelbleche und in Brüssel für Stabeisen und Formeisen. Eine anhaltende Knappheit an Roheisen wird aus der französischen Eisen- und Stahl- inbuftrie berichtet, die auf der unverändert knappen Versorgung der Hochöfen beruht. Die Förderung von Eisenerzen ist infolge der 40stündigen Arbeitswoche vorläufig etwas zurückgegangen, und die Erzgruben begegnen bei dem Versuch, weitere geeignete Arbeitskräfte zu finden, großen Schwierigkeiten. Auch in England besteht, wohl zum Teil wegen der starken Aufrüstung, ein außerordentlicher Eisenbedarf. Als erste Maßnahme hat das englische Schatzamt den 33V2 Prozent betragenden Einfuhrzoll für Roheisen auf = gehoben. Ferner ist der Zoll für Eisen- und Stahlerzeugnisse, die im Rahmen der Kontingente und mit Ursprungszeugnissen versehen nach England eingeführt werden, von 20 auf 10 Prozent herabgesetzt worden. Man trägt sich sogar mit dem Gedanken einer wesentlichen Erhöhung der britischen Eisen- und Stahlpreise, um für fremde Länder einen Anreiz der Versorgung Englands zu bieten. Das Ausfuhrverbot für spanischen Schwefelkies trifft die französische Eisenindustrie und das französische Aufrüstungsprogramm an einem ihrer empfindlichsten Punkte — die internationale Schrottgemeinschaft, die infolge der Ausweitung der Weltstahlproduktion gegründet wurde, ist nur ein Notbehelf, der den Engländern wenig nützt. Die englische Schrotteinfuhr hauptsächlich aus den Schrottüberschußländern wie Frankreich, Belgien, Holland und den USA. gedeckt, betrug bereits dergleichen. Im übrigen wird die Einfuhr von Textilwaren aus Italien sich um fo weniger steigern lassen, als inzwischen Verbindungen mit Textilfabrikanten anderer Länder für Jugoslawien gut funktionieren. Man kann also erwarten, daß sich die italienisch-jugoslawischen Wirtschaftsbeziehungen zwar nicht sprungweise bessern werden, immerhin' aber mit dem Ansteigen der jugoslawischen Konjunktur Schritt halten werden. In seinem berühmten Gedichte an Radetzky rühmt I Standpunkt des Staates aus verständlicher Befehl. Grillparzer die österreichische Armee als das'Der deutsche Offizier hielt sich strenge daran, vielletzte Bollwerk im Chaos der Auslösung des Iah-...... res 1848. Die Worte „I n deinem Lager i st Kunst und Wissenschaft Aus aller Welt der beiden Kinder wurden ge- von und September 1914 — den Fall habe ich selbst erlebt — die Dienstbestimmung für den tschechischen Eventualstaat in der Tasche trug. Daß diese Organisation so viel geleistet hat, daß überhaupt die ganze Jrredenta der Nichtdeutschen gezwungen werden konnte, mehr als ein Jahr lang neben Begeisterten ihre primitivste Pflicht zu tun, das zählt vielleicht zu den größten Wundern der Kriegsgeschichte aller Zeiten und Völker. Als österreichische farblose Lehensträger zogen die deutschen Offiziere in den Krieg, in der Hölle bit- Eine Frau aus Oberhilbersheim bei Bingen, die ihren Mann im Verdacht hatte, ein Verhältnis mit einem jungen Mädchen zu unterhalten, ließ sich aus Verzweiflung zu einer furchtbaren Tat hinreißen. Die Frau nahm ihre beiden Kinder, ein Mädchen von sieben und einen Jungen von sechs Jahren und fuhr mit ihnen an den Rhein. Nachdem sie eine größere Menge Alkohol zu sich genommen hatte, warf sie die Kinder in den Flutgraben. Als der Frau zum Bewußtsein kam, was sie angerichtet hatte, stürzte sie besinnungslos zusammen. Sie wurde dem Krankenhaus und später dem Gefängnis in Mainz zugeführt. Der Mann bestreitet, seiner Frau Anlaß zur Eifersucht gegeben zu haben. terfter Enttäuschung, inmitten fremder Völker und Feinde, im eigenen Lager wurden sie sich ihres Deutschtums bewußt. Für uns, die wir diese Ueberzeugung seit frühester Jugendzeit in uns tragen, hatte dieses Frühlingshafte im bittersten Sturm erwachende Volksbewußtsein dieser Ehrlichen etwas rührend Erschütterndes. Die ganze Treue, die der österreichische Offizier dem Phantom der alten Monarchie dargebracht hatte, weihte er später dem großen Gesamtvolke und zählt heute zu seinen treuesten Söhnen. ner, die Brüder Louis und Albert Felgner sowie der Sohn des einen an M e t h y la l k o h o l Vergiftung. Sie waren von einem Verwandten zu einem Glas selbstgebrauten Likörs eingeladen worden. Ein junger Mann liegt schwer krank darnieder. Der Gastgeber hatte mir wenig von dem Likör getrunken und begab sich dann zur Arbeit. Die Polizei ist mit den Ermittlungen beschäftigt, wer für die nicht einwandfreie Beschaffenheit des Likörs verantwortlich ist. durch Methylalkoholvergiftung. Bitterfeld starben drei Män- — Die Leichen ländet. Drei Todesopfer Im Roitzsch bei Die Berliner Chirurgen-Tagung. Auf der 61. Tagung der Deutschen G e - sellschaft für Chirurgie in Berlin sprach Prof. Magnus (München) über „Wesen und Behandlung der Pseudarthrose". Unter Pseudarthrose versteht man die Bildung eines sogenannten „falschen Gelenkes", das bei Knochenbrüchen infolge mangelhafter Heilung auftreten kann und eine bewegliche Verbindung an der Bruchstelle entstehen läßt, die nach normaler Heilung fest und unbeweglich sein müßte. Magnus glaubt in erster Linie örtliche Störungen im Heilungprozeß als Ursachen einer Pseudarthrose feststellen zu sollen. Er faßte die wesentlichen Methoden zur Heilung des falschen Gelenkes zusammen. Professor Brandt (Mainz) führte die Pseudarthrosebildung auf anatomische Lageveränderungen zurück. Eine eingehende Aussprache belebte den Vortrag von Professor Magnus, an der auch der Altmeister der Chirurgie "Professor Bier teilnahm. „Ueber die Grenzen chirurgischer Verantwortlichkeit" sprach Prof. Gulecke (Jena). Er ging aus von den begrenzten Möglichkeiten des zu plötzHhem Handeln gezwungenen Operateurs. Selbstverständlich ziehe der Arzt alle Hilfsmittel heran, um einen unglücklichen Ausgang zu verhindern.,Das Wesentlichste sei die persönliche Verbindung mit dem Kranken, die der Arzt für seine Hilfe brauche. Es ist deshalb von den juristischen Sachverständigen volle Einsicht in die Arbeitsweise des Operateurs zu fordern. Die Frage der Lungenblutungen behandelt Professor Sauerbruch (Berlin). Es sei schon lange bekannt, daß die Blutverhältnisse in der Lunge andere sind als in den übrigen Organen. Hier herrscht eingeringerer Druck und eine Blutung ist deshalb viel einfacher zu stillen. Aber es gibt Ausnahmen, wenn die Blutungen von Gefäßen ausgehen, die die Ernährung der Lunge zur Aufgabe haben. Diese Gefäße haben einen höheren Druck, und bei Schußverletzungen z.B. treten in diesen Fällen viel stärkere Blutverluste ein. Sauerbruch gab den Rat, bei solchen Blutungen diese Blutgefäße zu unterbinden und, wenn sie nicht auffindbar sind, sogar einen Lungenlappen teilweise oder ganz zu entfernen. Professor fiäroen (Königsberg) erläuterte ein neues Operationsverfahren bei Blutgefäßverstopfungen. Im Anschluß an einen Vortrag von Prof. Fischer (Gießen) über die Entfernung des Brustteils der Speiseröhre, entwickelte sich eine lebhafte Aussprache über Technik und Erfolgsmöglichkeiten bei Speiseröhrenoperationen. Mathematiker und Traturwissenfchafller tagen in Nordhausern In Nordhausen begann die 39. Hauptversammlung des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts in Verbindung mit dem Reichssachgebiet Mathematik und Naturwissenschaften im NSLB. Die Tagung steht im Zeichen der Schulreform und erhält ihre Bedeutung durch die Teilnahme von Vertretern der Wehrmacht und der Wirtschaft. Der Vorsitzende, Studienrat Petersen, kennzeichnete den Zweck der Tagung dahin, daß die Lehrer der höheren Schule von den Männern der Praxis lernen wollten, was der künftige Offizier, Techniker und Ingenieur an mathematischem und naturwissenschaftlichem Rüstzeug brauchten. Frühlingsfest der rheinmainifchen Presse in Wiesbaden. Das F r ü h l i n g-s f e st der rhein-maini« scheu Presse, das im vorigen Jahre mit großem Erfolg in Bad Homburg durchgeführt wurdet findet in diesem Jahre am 29. Mai in? Kurhaus Wiesbaden statt. Das Fest, das gemeinsam von den Landesverbänden der Zeitungsverleger und Schriftleiter gestaltet wird, erhält in diesem Jahr einen noch größeren Rahmen. densverhandlungen teil. Nach der Revolution Kemal Pascha zog er sich aus dem politischen militärischen Leben zurück. Verzweiflungstat einer Mutter. Eine Giftmörderin. Im Dezember 1936 ist der Schreiner Johann Leupold in Fürth plötzlich verstorben. Nach zwei Monaten wurde die Leiche exhumiert. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, daß Leupold mit A r - senik vergiftet worden ist. Daraufhin wurde die Ehefrau und der ledige Johann Schmi11ham - mer wegen Verdachtes des Giftmordes bzw. der Mittäterschaft verhaftet. Nun hat die Ehefrau gestanden, daß sie ihrem Ehemann eine größere Menge Arsenik zum Essen gegeben hat. Der Storch und die Windel. In Schlobitten (Ostpr.) kamen einer Frau verschiedene Wäschestücke abhanden. Aus einem Storch e n n e st hing ein weißer Zipfel. Man sah nach und fand im Nest eine Jacke, ein Hemd und — eine Windel. Marschall Achmel Izzet Pascha gestorben. Istanbul, 1. April. (DNB.) Jrn Alter von 73 Jahren starb der ehemalige Großvesir Marschall Achmet Izzet Pascha, einer der großen Heerführer der alten Türkei. Als Hauptmann der Kriegsakademie wurde er dem General von d e r Goltz- Pa f ch a zugeteilt und machte später eine vierjährige militärische Ausbildung in Deutschland durch. 1913 wurde er Kriegsminister. Im Weltkrieg war Izzet von 1916 an Oberbefehlshaber der Truppen an der Ostfront und im Kaukasus. Nach dem Zusammenbruch wurde Izzet Großvesir und unterzeichnete als solcher den Waffenstillstand mit den Alliierten, wobei er mit großer Entschlossenheit den freien Abzug der deutschen Militär- und Zivilpersonen aus der Türkei bei der Kleinen Entente durchsetzte. Später nahm er an den Londoner Frie- Generalleutnant Karlewski, Kommandeur der Lusttechnischen Akademie in Berlin-Gatow entwarf ein Bild von dem innigen Zusammenhang zwischen den Naturwissenschaften und der Wehrmacht, insbesondere der Luftwaffe, und bekannte sich zur Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und Wissenschaft, um die deutsche Rüstung auf eine solche Höhe zu bringen, daß jedem die Lust zu einem Angriff vergehe. In weiteren Dorträgen wurden von Vertretern des Reichskriegsministeriums die Zusammenhänge zwischen der Artillerie, der Fernsprech- und Telegraphentechnik sowie der Funktechnik und den verschiedenen Zweigen der Mathematik und Physik behandelt. Professor Dr. Hamel behandelte das Thema: „Was erwartet die Wissenschaft, insbesondere die Technik, von dem mathematischen Un- Gesunde Drillinge. Die Frau eines Kaufmanns wurde im Krankenhaus in Schleswig von d r ei gefunden und kräftigen Jungen entbunden. Mutter und Kinder sind wohlauf. Banditenüberfall auf einem Veuyorker Untergrundbahnhof. Die Reihe der in letzter Zeit sich häufenden Raubüberfälle auf Neuyorker Untergrundbahnen fand in einem neuen verwegenen Banditen stück ihren Höhepunkt, wobei drei Räubern Schmucksachen im Werte von 10 000 Dollars in die Hände fielen. Die Banditen hielten den Boten eines Juweliergeschäfts mit Revolvern so lange in Schach, bis der Zug auf dem Brooklyner Bahnhof Kenmar hielt. Ehe die Türen automatisch geschlossen wurden, sprangen die Banditen aus dem Zuge. Auf dem Bahnhof kam es zu einer Schießerei zwischen Banditen und Polizeibeamten. Unter den Fahrgästen brach eine Panik aus, die die Banditen benutzten, um unerkannt zu entkommen. terricht der höheren Schule?" Hierauf sprach Dr. O. Wahl von der JG.-Farbenindustrie über künstlichen Kautschuk, dem dem Naturgummi ebenbürtigen, teilweise sogar überlegenen Buna, Professor Dr. Riebesell (Berlin) über Wirtschaft und Mathematik. Ein Planck-Institut. Am 23. April, dem 79. Geburstag des bedeutenden Physikers Geheimrat Max Planck, des Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, wird auf dem Gelände der Gesellschaft in Berlin-Dahlem ein Gebäude eingeweiht, das für physikalische Forschungen bestimmt ist. Es erhält den Namen „Planck- Institu t". Das Gebäude ist mit Hilfe der Rocke- fcller-Foundation errichtet worden. Ein achtzehn Meter hoher fensterloser Turm dient Versuchen auf dem Gebiete der Atomzertrümmerung unter Leitung von Professor Debye. Spaniens berühmte Ballettmeisterin gestorben. Spaniens berühmte Ballettmeisterin, lange Jahre hindurch Leiterin des Balletts der Oper von Barcelona, Paulette Pamies, ist im Alter von 87 Jahren in Barcelona gestorben. Die größten spanischen Tänzerinnen, so die Argen ti na und die Teresina, waren ihre Schülerinnen. Auch die Pawlowa kam zu ihr, um spanische Tänze zu erlernen. s I Wirtschaft. Oie deutsche Eierwirtschast im Zahre 1937. Fwd. Durch Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschafs, die am 15. März 1937 in Kraft getreten ist, ist nunmehr die Bewirtschaftung der deutschen Eier- und Schlachtgeflügelerzeugung für das Jahr 1937 festgelegt worden. Im allgemeinen bleibt die bisherige Marktregelung bestehen. Danach ist der direkte Berkaus aus erzeugenden Betrieben an Verbraucher nach wie vor frei. Jedoch haben die Eierwirtschaftsverbände die Möglichkeit, den unmittelbaren Verkehr zwischen Erzeuger und Verbraucher zu verbieten. Alle Eier, die über den Handel in den Verkehr kommen, müssen gekennzeichnet sein. Zum Ankauf von Eiern ist nur berechtigt, wer einen vom Eierwirtschaftsverband ausgestellten Sammlerausweis besitzt, Handelsbetriebe, die nicht direkt vom Erzeuger kaufen, die sich hierzu Sammler bedienen, müssen einen Ueber- nahmeschein besitzen. Soweit sie nicht selbst im Besitz einer Kennzeichnungsberechtigung sind, müssen sie ihre gesamte Erfassung einer Kennzeichnungsstelle zur Abstempelung zuführen. Neu ist in der Regelung die Bestimmung, wonach zur Erfassung des Eieranfalles Einzugsgebiete festgelegt werden. Unverändert blieben schließlich auch die erlassenen Preisvorschriften bzw. Höchstpreise für Verbraucher und die Großhandelspreise und Erzeugerhöchstpreise. Nach wie vor ist ein Aufkauf nach Stückzahl verboten. Neueinteilung der Frankfurter Schlachtviehmarkttage. Künftig je ein Hauptmarkt für Großvieh und Schweine. Fwd. Mit Wirkung vom 1. April 1937 tritt am Frankfurter Schlachtviehmarkt eine Neueinteilung der Notierungen für die verschiedenen Tierarten ein. Während bisher jeweils am Montag ein Hauptmarkt für Großvieh und Schweine und gleichzeitig der Nebenmarkt für Kälber und Schafe und jeweils am Donnerstag der Hauptmarkt für Kälber und Schafe und ein Nebenmarkt für Großvieh und Schweine abgehalten worden war, ist ab sofort künftig jeweils am Dienstag der Hauptmarkt für Schweine und der Nebenmarkt für Kälber und Schafe und jeweils am Donnerstag der Hauptmarkt für Großvieh, Kälber und Schafe und der Nebenmarkt für Schweine. Mit dieser Neueinteilung wurden die jahrelangen Bestrebungen zur Abschaffung des Montagsmarktes erfüllt. Rhein-Mainische Börse. Mllagsbörse: Aktien uneinheitlich. Renten fest. Frankfurt a. M., 1. April. Die Börse zeigte am Aktienmarkt zwar keine einheitliche Kursentwicklung, doch war die Grundtendenz etwas freundlicher, da kleine Kaufaufträge in einigen Spe- zialpapieren Vorlagen, die den Gesamtmarkt ebenso anregten rare die anhaltende Nachfrage und Festigkeit am deutschen Rentenmarkt. Infolge des Fehlens neuer Limite zum Monatsbeginn kamen die Aktienwerte nur zögernd zur Notiz. Im Vordergrund standen am Elektromarkt einige Versorgungswerte, Gesfürel bei lebhafteren Umsätzen 146 bis 147 (145,50), RWE. 129,25 (128,25), dagegen Lah- meyer 123,13 (123,75). Von chemischen Papieren notierten IG. Farben 165,50 bis 166 (165,50), Scheideanstalt unv. 257. Am Montanmarkt lagen die ersten Kurse uneinheitlich, während im Verlaufe vorwiegend kleine Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. eintraten, womit die Anfangsrückgänge voll ausgeglichen wurden. Maschinenwerte tendierten unregelmäßig, Daimler 126,25 (127,25), Muag 141,75 (142), Rheinmetall unv. 148,50, andererseits Moenus 109,50 (108,50), Dt. Eisenhandel 153 bis 153,50 (152,75). Von Einzelwerten lagen Reichsbank 0,75 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50 v. H. und Holzmann auf nur kleines Zufallsangebot 1,40 d. H. schwächer. Cement Heidelberg und Schiffahrtspapiere blieben voll behauptet. Am Rentenmarkt hatten Reichsaltbesitz mit 121 (120,50) und Kommunal-Umschuldung mit 91,95 bis 92,05 (91,80) lebhaftes Geschäft, ferner waren Städte-Altbesitzanleihen mit 124,50 bis 125 (124,40) und späte Schuldbuchforderungen mit 98,75 (98,50) gesucht. Die unnotierten Industrie-Anleihen lagen ruhig, aber unverändert. Lebhaft waren noch Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 125,90 bis 126 (125,75). An den Aktienmärkten wurde das Geschäft im Verlaufe nicht größer, auch die Kursentwicklung blieb ungleichmäßig, wobei aber mäßige Besserungen überwogen, ebenso bei den erst später notierten Papieren. Lebhaft blieben Gesfürel mit unv. 147. Schwächer lagen Saldzdefurth Kali mit 168 (169). AG. für Verkehr mit 130 (131), dagegen Metallgesellschaft gut erholt mit 153,50 (152,25). Am Einheitsmarkt Dürrwerke Ratingen weiter fest mit 104 (101,50). Der Rente nmakkt stand auch im Verlaufe im Vordergrund, Kommunal-Umschuldung stiegen NSG. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit geben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß auch der Handel mit Nutz- und Zuchtvieh, gleichgültig, ob er von Genossenschaften oder von Viey- verteilern betrieben wird, der Genehmigung des Viehwirtschaftsoerbandes unterliegt. Es wurde beobachtet, daß insbesondere die Genossenschaften dazu übergehen, durch Errichtung von Zweigstellen und Beauftragung von Vermittlern außer dem bisher ausgeüdten Schlachtviehhandel auch den Handel mit Nutz - und Zuchtvieh zu betreiben. Soweit ein derartiger Handel nach dem Inkrafttreten der Verordnung über den Handel mit Vieh, d. h. also seit dem 27. Januar 1937, neu angefangen wird, ist hierzu die Genehmigung des Viehwirtschaftsoerbandes erforderlich. Diese Genehmigung gilt auch für die Errichtung von Zweigniederlassungen. Als z u g e l a s s e n für den Handel mit Nutz-, Zuckt- und Schlachtvieh gelten lediglich diejenigen DieyVerteiler, die am 27. Januar 1937 den Viehhandelsbetrieb nicht dauernd eingestellt hatten. auf 92,20 nach 92.05, Altbesitz auf 121,25 nach 121, Wiederaufbauzuschläge auf 79 nach 79,75. Reichs- bahnoorzugsaktien unv. 126. Am Pfandbriefmarkt bestand lebhafte Nachfrage, für Gold- und Liquidationspfandbriefe unb' Kommunal-Obligationen traten überwiegend Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Auch Stadtanleihen waren teilweise weiter um 0,25 bis 0,50 v. H. erhöht, darüber hinaus stiegen 4,50 v. H. Baden auf 96,40 (95,75). Von Industrie-Obligationen 5 v. H. Eisenbahn-Bank erholt auf 87 (86,50), 1951er Verein. Stahl 97,25 bis 97,40 (97,13). Im Freiverkehr galten VDM. excl. 5,4 v. H. Dividende 163 bis 165 (168 bis 170), schwächer lagen Ufa Film mit 70,25 (71,50). — Tagesgeld wurde auf 3 (3,50) v. H. zurückgenommen. Abendbörfe still. Die Abendbörse nahm einen stillen Verlaus. Für Aktien blieb die Kursbildung bei kleinsten Umsätzen uneinheitlich, wobei gegen den Frankfurter Schluß kleine Ermäßigungen überwogen, während das Berliner Schlußniveau zumeist behauptet wurde. Etwas höher lagen Scheideanstalt mit 258 (257), Westdeutsche Kaufhof mit 60 (59,50), Gesfürel bei weiterer Nachfrage mit 147,25 bis 147,50 (146,90), dagegen verblieben Conti Gummi mit 194,50 (Berlin 196) und Bekula mit 165 (165,75) auf dem Frankfurter Stand. Am Rentenmarkt war weiteres Kaufinteresse vorhanden, Kommunal- Umschuldung 92,30 (92,20), Altbesitzanleihe unverändert 121,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 126,25 (126), größere Umsätze kamen aber mangels An- gebots nicht zustande. -11. a. notierten: Altbesitz 121,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 126,25, 6 v. H. IG. Farben 134,25, 4,50 v. H. Mainz von 1926 und 1928 97, Pfälz. Hyp. Bank 101,25, Buderus 123,75, Mannesmann 118, Rheinstahl 157, Verein. Stahl E 115,40, Bemberg 113,50, Daimler 126,75, Dt. Erdöl 144, Scheideanstalt 258, Dt. Eisenhandel 154,75, IG. Farben 166, Gesfürel 147,25 bis 147,50, Wurde bis zu diesem Zeitpunkt lediglich Schlachtviehhandel ausgeübt, so erstreckt sich die Zulassung lediglich auch auf die weitere Ausübung des Schlachtviehhandels. Soll nunmehr auch mit Nutz- unb Zuchtvieh gehanbelt werben, so ist hierzu die Genehmigung des Viehwirtschaftsverbandes vor Beginn der Ausübung dieser Zweige des Handels einzuholen. Es ist dabei gleichgültig, ob z. B. Genossenschaften bereits früher auf Grund ihrer Satzung an sich auch für die Ausübung des Nutz- und Zuchtviehhandels errichtet worden sind. Wenn tatsächlich derartige Genossenschaften sich nur mit dem Absatz von Schlachtvieh befaßt haben und neuerdings zum Nutz und Zuchtviehhandel übergehen, so bedürfen auch diese Genossenschaften für die Ausübung des Nutz- und Zuchtviehhandels der Genehmigung des Viehwirtschaftsoerbandes. Ebensowenig kann eine nachträgliche Aenderung der Satzung, öurd) die der Nutz- und Zuchtoiehhandel als Gegenstand des Geschäftsbetriebes bezeichnet wird, die Genehmigung des Viehwirtschaftsverbandes ersetzen. Holzmann 146, Muag 142, Moenus 109,50, Westdeutsche Kaufhof 60, Hapag 16,13. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. April. Auftrieb: Kälber 1092 (gegen 920 am 24. März), Hämmel und Schafe 81 (112), Schweine 5409 (am 30. März 6153). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 60 bis 65 (am 24. März 60 bis 65), b) 45 bis 55 (48 bis 55), c) 40 (40), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 50 (48 bis 52), c) 40 bis 47 (40 bis 45), c) 31 bis 36 (35 bis 38). Schafe a) 40 bis 46 (34 bis 38), b) 30 bis 36 (27 bis 32). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50), e) 45 bis 47 (—). Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine wurden zuaeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Ueberstand 5 Schafe. Todessturz vom Dach. LPD. Offenbach, 1. April. Mittwoch nachmittag ereignete sich bei Dachdeckerarbeiten auf dem Haufe Sedanstrahe 4 ein schwerer Unfall, dem der 16jährige Dachdeckerlehrling Heinrich Zischer zum Opfer fiel. Vermutlich hielt sich der Lehrling bei seiner Arbeit an einem Schornstein fest. Auf bisher noch unaufgeklärte Weise lockerte sich ein B a ck st e i n des Schornsteins, so daß der Junge keinen Halt mehr hatte und von dem Dach des 4 stückigen Hauses ab stürzte. Von der Rettungswache wurde er in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, wo er noch am Abend gestorben ist. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik ausgehende lebhafte Störungstätigkeit gewinnt ostwärts Raum. Dabei wird auch das europäische Festland vom Süden und Süd- roeften her mit milder Meeresluft überflutet, die uns der Jahreszeit entsprechende Temperaturen, aber auch leichte Unbeständigkeit bringt. Aussichten für Samstag: Veränderlich mit wiederholter Aufheiterung, aber auch einzelnen Regenfällen, bei lebhaften Winden aus meist südlichen Richtungen mild. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der leicht unbeständigen, aber milden Witterung. Lufttemperaturen am 1. April: mittags 7,8 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 2. April: morgens 3,4 Grad. Maximum 8,2 Grad, Minimum, heute nacht 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 1. April: abends 5,9 Grad; am 2. April: morgens 3,8 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 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Es ist ganz einfach. Sie nehmen am Abend vor dem Waschtag den Schmuhlöser Burnus. Ohne daß die Wäsche angegriffen wird, löst Burnus fast den ganzen Schmutz. So viel Schmutz, wie er selbst nicht durch langes Neiden und Waschen herausgeht, überzeugen Sie sich selbst durch einen Versuch! Große Dose zu 40 Pfennig, überall zu haben. «e $o Aber, verehrte Dame, wer wird denn so fragen? Erneut zeigen unsere Schaufenster die Frühjahrs - Moden von der schönsten Seite - und nicht nur Komplets, sondern auch Mäntel, Kostüme und Kleider. Sie können sich da leicht orientieren, auch darüber, daß die Preise bei uns wirklich niedrig sind. Die Parole heißt nach wie von Modische Frühjahrskleidung von kK Gebr. Imheuser Hat Ihre Wäsche Fusseln? Wie laßt sich's vermeide«? HAUT1UIKEN FLECHTE? Stadttheaterl Nr.76 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)5reitag,2.April 1937 Nichts bars verloren gehen! Gehr wichtig für alle Haushaltungen! — Ausschneiden und aufbewahren! NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hat den Gauwirtschaftsberater beauftragt, für die Erfassung der in den Haushaltungen und kleingewerblichen Betrieben anfallenden Alt- und Abfallstoffe eine einheitliche Regelung zu treffen. Gauwirtschaftsberater Eckardt wendet sich in folgendem Aufruf an alle Hausfrauen und Kleingewerbetreibenden des Gaues Hessen- Nassau und gibt die organisatorischen Richtlinien zu der am 1. A p r i l 1 937 begonnenen Sammelaktion bekannt. In Ausführung einer vom Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, gegebenen Weisung hat mich der G au- lei t e r beauftragt, die Organisation einer Dauersammlung der in den Haushaltungen und Kleingewerbebetrieben anfallenden Alt- und A b f a l l st o f f e durchzuführen. Nachdem alle notwendigen Vorbereitungen im engsten Einvernehmen mit der Fachgruppe Rohproduktengewerbe getroffen worden sind, setzt mit dem heutigen Tage im Gau Hessen-Nassau diese regelmäßige Sammlung ein. Während es bisher unzählige Haushaltungen gab, von denen niemals irgendwelches Alt- und Abfallmaterial abgegeben wurde, wird in Zukunft die Partei dafür Sorge tragen, daß die in den haushalten und kleingewerblichen Betrieben anfallenden Alt- und Abfallstoffe hundertprozentig erfaßt werden. Zu diesem Zweck ist das gesamte Gebiet des Gaues Hessen-Nassau in bestimmte Sammelbezirke eingeteilt worden, so daß künftig die Haushaltungen und Kleingewerbebetriebe stets von dem gleichen Sammler aufgesucht werden, der in jedem Monat mindestens einmal alles gesammelte Material abholen wird. Dieser Sammler ist mit einem besonderen Ausweis und einer numerierten grünen Armbinde versehen. Wenn die Partei von dem Rohproduktengewerbe verlangt, daß es regelmäßig jeden Haushalt aufsucht, dann muß sie von den Hausfrauen und Kleingewerbetreibenden erwarten, daß alle irgendwie verwertbaren Alt- und Abfallstoffe auch gesammelt und den eingeteilten Sammlern ausgeliefert werden. Die Sammler vergüten für Altmaterialien folgende Preise. Für ein Kilogramm: Lumpen aller Art. Stoffreste, Hausschneiderabfälle, alte Gardinen usw. 5 Pf. Weiße Lumpen 8 „ Wollumpen (Strickwolle) 40 Sacklumpen 2 „ Nichteisenmetallabfälle und Gegenstände aller Art, aus: Kupfer Messing Nickel (reines Nickel) Aluminiumgeschirr Blei Zinn (nach Qualität) Zink Allgegenstände Eisen und Stahl Gußeisen Blech Altpapier aller 25 Pf- 20 „ 50 „ 40 „ 17 „ 100—200 „ 10 „ aus: 1 „ 1^ „ nach Vereinbarung. Art: Zerknäultes Korbpapier: in kleinen Mengen unentgeltlich Größere Posten nach Vereinbarung. Glattes Papier einschließlich Zeitungen VA Pf. Gummiabfälle: Auto- und Motorraddecken 2 Pf. Auto- und Motorradschläuche 6—8 „ Fahrraddecken 1 „ Fahrradschläuche / 5 „ Sonstige Gummiabfälle nach Vereinbarung. Knochen: Soweit nicht durch Schulen gesammelt 1 Pf. Lederabfälle und gebrauchte Schuhe: nach Vereinbarung. Felle: Hasenfelle nach Vereinbarung. Kaninchenfelle nach Vereinbarung. Flaschen aller Art (außer Medizinflaschen): für eine ™ Flasche Weißweinflaschen, % Liter 4 Pf. Rotweinflaschen, % Liter 2 „ Weißweinflaschen, 1 Liter 5 Rotweinflaschen, 1 Liter 3 „ Kognakflaschen 2 „ Sektflaschen 3 „ Sonstige Flaschen nach Vereinbarung. In den Kreisen des Gaues, in den Weinbau getrieben wird, erhöhen sich die vorstehenden Flaschenpreise um je 1 Pf. pro Flasche. Das in einigen ländlichen Kreisen noch übliche Eintauschen von Altmaterial gegen Haushaltungsgegenstände, Spielzeuge und dergleichen, ist grundsätzlich unerwünscht, kann aber dort, wo auch die Hausfrauen auf dem Tauschgeschäft bestehen, bis auf weiteres beibehalten werden. In jedem Falle aber ist der Händler verpflichtet, auf Verlangen die abgelieferten Alt- und Abfallstoffe in bar zu bezahlen. Die anfallenden Knochen werden im allgemeinen in der Woche zweimal durch Schulkinder gesammelt. Haushaltungen, die keine schulpflichtigen Kinder haben, liefern die Knochen zweckmäßig an ihren Riesiger ob. Auf jeden Fall dürfen aus hygienischen Gründen Knochen nicht länger als drei Tage in den haushalten aufbewahrt werden. Anderseits sollen Knochen, die bekanntlich einen wertvollen Rohstoff darstellen, nicht mehr in den IHüU geworfen oder verbrannt werden. Leere Konservenbüchsen, Blechschachteln aller Art, Schüsseln aus Emaille und dergleichen sind in Gemeinden, in denen der Wüll abgefahren wird, in den Mülleimer zu werfen. Auf den Müllhalden werden alle derartigen Gegenstände wieder erfaßt und dort der bestmöglichen Verwertung zugeführk. In Gemeinden, in denen keine Müllabfuhr erfolgt, sind die eingekeilten Sammler verpflichtet, dieses Material — allerdings unentgeltlich — milzunehmen. Kleine Metallgegenstände, Tuben, Mekall- folien, Flaschenkapseln, Korkstopfen und dergleichen, deren Sammlung für das Rohproduktengewerbe zu mühselig und zeitraubend ist, werden wie bereits in den letzten Monaten von der Hitlerjugend ohne Entgelt eingesammelt. Deutsche Volksgenoffen und Dolksgenossinen! Der vom Führer aufgestellte zweite Vierjahres- plan würde seinen Zweck nicht voll erfüllen, wenn mit dem Bau von großen Werken zur Gewinnung heimischer Rohstoffe und Erzeugung deutscher Neu- stoffe nicht eine dauernde, vollständige Erfassung und Verwertung von bisher zum Teil sinnlos vertanen Materialien Hand in Hand gehen würde. Für den Gau Hessen-Nassau ist in bezug auf die in den Haushaltungen und kleingewerblichen Betrieben anfallenden Alt- und Abfallstoffe ab heute eine einheitliche, klare Regelung getroffen, die um so wirkungsvoller sein wird, je mehr alle Beteiligten sich dabei der volkswirtschaftlichen Bedeutung bewußt werden. Frankfurt a. M., den 1. April 1937. Eckardt, Gauwirtschaftsberater des Gaues Hessen-Nassau. Die Sammlullgs-Emleilmg im Kreis Wetterau. Vom Kreiswirtschaftsberater der Kreisleitung Wetterau ist zu der Altmaterialsammlung in den Haushaltungen des Kreises Wetterau die nachstehende Einteilung der Altmaterialienhändler auf die einzelnen Städte und Ortschaften getroffen worden: Gießen-Stadt: Heinrich Schäfer, Luise Müller, Karl Schmidt, Wilhelm Speyer, Heinrich Schneider VII., Ludwig Müller, Fritz Vetter, Ferd. Pfaff, je zirka 1400 Haushaltungen. Neuling, Gießen.' Ruttershausen, Staufenberg, Mainzlar, Daubringen, Treis (Lumda), Allendorf (Lumda), Londorf. Knaf, Gießen: Wiefeck, Kesselbach, Rüddings- hausen, Odenhau^en, Allertshausen, Geilshausen, Trohe, Climbach. Helfrich, Gießen: Lollar, Alten-Buseck, Beuern, Bersrod, Winnerod, Reinhardshain, Beltershain, Rödgen. Blum, Gießen: Heuchelheim, Großen-Bufeck, Reiskirchen, Saasen. Fritz Schneider, Gießen: Klein-Linden, Allendorf (Lahn), Annerod, Oppenrod, Lindenstruth, Burckhardsfelden, Steinbach, Albach, Hattenrod. Hartmann, Assenheim: Assenheim, Nieder- Wöllstadt, Holzhausen, Petterweil, Okarben, Klein- Karben. Schultheiß, Butzbach: Butzbach (Hälfte), Ostheim, Steinfurth, Wisselsheim, Schwalheim, Langenhain-Ziegenberg. Schlecht, Butzbach: Butzbach (Hälfte), Nieder- Weisel, Hausen b. B., Bodenrod, Maibach, Münster, Fauerbach, Rödgen (Kr. Friedberg), Hoch-Weisel. W. Klein, Friedberg: Friedberg (Hälfte), Ober- Rosbach. Heß, Heldenbergen: Heldenbergen, Büdesheim, Kaichen, Rendel, Großkarbcn. Bonn, Kloppenheim: Kloppenheim, Ober-Erlen- bach, Nieder-Erlenbach, Massenheim, Harheim, Nie- der-Eschbach, Ober-Eschbach, Dortelweil. Schmidt, Lang-Göns: Großen-Linden, Leihgestern, Holzheim, Gambach. Heeb, Lang-Göns: Lang-Göns, Watzenborn- Steinberg, Kirchgöns, Pohlgötts, Griedel, Ober- Hörgern. Klein sen., Lich: Lich (Hälfte), Nieder-Befsingen, Ober-Bessingen. Münster, Ettingshausen, Harbach, Queckborn, Röthges, Nonnenrod, Garbenteich, Hausen (Kreis Gießen). Hugo Klein jun., Lich: Grünberg, Göbelnrod, Grüningen, Dorf-Gill, Birklar, Muschenheim, Bettenhausen, Eberstadt, Trais-Münzenberg. Lotz, Lich: Lich (Hälfte), Langsdorf. Scherer, Nieder-Florstadt: Nieder-Florstadt, Dorn-Assenheim, Ober-Wöllstadt, Nieder-Rosbach, Ober-Florstadt, Rodheim v. d. H. Glaser, Ober-Mörlen: Bad-Nauheim (Hälfte), Nieder-Mörlen, Ossenheim. Bonn, Ober-Mörlen: Friedberg (Hälfte), Ober» Mörlen. Koch, Ober-Mörlen: Bad-Nauheim (Hälfte), Ockstadt, Bruchenbrücken. Jakobi, Staden: Staden, Reichelsheim, Stammheim, Böhnstadt, Ilbenstadt, Burg-Gräfenrode. Opper, Stockhausen: Stockhausen, Stangenrod, Lumda, Weickartshain, Lauter, Weitershain. Hau, Villingen: Villingen, Hungen, Langd und Rabertshausen. Groß, Wohnbach: Wölfersheim, Södel, Melbach, Beienheim, Weckesheim, Dorheim, Bauerns heim. Klein, Wohnbach: Wohnbach, Obbornhofen, Bellersheim, Inheiden, Trais-Horloff, Steinheim, Rodheim, Utphe, Münzenberg, Rockenberg, Oppershofen. Aus der Giadt Gießen. April. Der Schalksnarr unter den Monaten, der lustige April, hat schon die ältesten Leute aus dem Häuschen gebracht! Allgemein wünscht sich der Landmann einen feuchten April-, nur wenige Ausnahmen gibt es, die — wohl örtlich bedingt — einem heiteren, trockenen April Zutrauen schenken. Meist reimt man: „Warmer Aprilregen — großer Segen!" oder „Je mehr im April die Regen strömen, desto mehr wirst du vom Felde nehmen!" Kann es aber kein milder Regen sein, so ist der Bauer — mehr als mit trockener Wärme — auch mit anderer Feuchtigkeit für die Felder einverstanden: „Aprilschnee mästet — Märzenschnee frißt!", heißt es. Ueberhaupt will man noch nicht viele Lenzfreuden vom April vorweggenommen sehen, denn man weiß „Kalter April bringt Brot und Wein viel!" Und dementsprechend stimmt auch diese Bauernregel: „Nasser April gibt blumigen Mai". Hingegen: „Dürrer April stellt die Mühle still." Auch auf das Befinden des Menschen ist der Uebergang vom Winter zum Frühjahr von Bedeutung: „Aprilen ziert das Erdreich fein mit schönen Kräutern und Blümelein. Spazier' in Luft, halt mäßig dich, jag', impf', säe, das Erdreich brich? Jetzt erhitzt und mehrt sich das Blut, drumb Aderlässen ist sehr gut." Ja, das Säen und Setzen will richtig abgepaßt werden: im allgemeinen ist der deutsche Bauer dafür, hier Vorsicht walten zu lassen: denn ein „zu früh" kann leicht ein „zu spät" werden. So sagt man im deutschen Böhmen über das Kartoffellegen: „Baust mi im April, kimm i. wann i will? Baust mi im Mai, kimm i glei!" Die einzelnen Lostage des April bieten eine Fülle von Anweisungen, die kaum übersehen werden kann. Wir greifen einige heraus. Am 1. April soll man nicht beiraten, das gäbe Untreue in der Ehe: wahrscheinlich, weil dann der „Schalkstag" nachwirken und einer den anderen zum Narren halten würde. Für den Ehristianstag, den 3. April, sagt man: „Christian fängt zu säen an", und im besonderen gilt: „Wer an Christian säet Lein, bringt schönen Flachs in seinen Schrein?" In Brandenburg ist ein alter Spruch für den 10. April, der Daniel geweiht ist. im Umlauf: Daniel — zum Erbsensäen wähl'!" Der gleiche Tag träat auch den Namen „Ezechiel", deshalb beikrt's auch: „An Ezechiel gebt der Lein nicht fehl?" Der April heißt, wenn auch selten, auch der „Gauch- monat", denn „Gauch" ist eine mittelalterliche Bezeichnung für den Kuckuck. Don Bedeutung ist dann der 23. April, der St.-- Georgstag. So sagt man: „Auf St. Georg zeigt sich putzt schnell Oie Helfer. Von Eberhard Meckel. Seit Wochen waren in den Bergen Schneestürme gewesen mit anhaltender Kälte und eisigen Winden von Osten. Doch plötzlich schlug das Wetter um. Wer etwas davon verstand, konnte es schon spät in der einen Nacht erkennen: Der Mond, den man die ganze Zeit nicht zu Gesicht bekommen hatte, erschien tief Über den Höhen als halbe Scheibe durch die Wolken. Diese flogen nicht mehr ganz dicht und langsam aus dem Osten, sondern von einer Stunde zur anderen waren sie dünner geworden. Um den Mond hatten sich kleine silbrige Inseln gebildet; gekräuselt hatten sie sich mit einer gelblichen milchigen Farbe am Rand, Streifen hingen dazwischen, langgezogen. Kalt war es immer noch, nur hoch oben kündigte sich der Föhn an. Der Wind begann sich zu drehen, und die Bewölkung schob sich allmählich herum, nach Nordwesten erst, nach Norden dann, nach Nordosten, nach Osten: Westwind! Unmerklich wurde es gegen Morgen wärmer. Die Leute auf den Berghöfen wachten davon auf, daß es unaufhörlich an ihren Fenstern heruntertropfte. Die Eisblumen schmolzen und rutschten stückweise in ihrem eigenen Wasser die Scheiben hinab. Es tropfte von den Dächern, es tropfte von den Schindeln. Es tropfte hier durch einen Holz- fchopf, dort durch den Stall. Mitternachts darauf fchlagen die Hunde wütend an. Ein Bauer steht auf und schaut hinaus. Noch ■einer tut dasselbe. Noch einer. Sie sehen im matten Lichte des Mondes, der sich dürftig hinter eilends dahinfahrenden Wolken verbirgt, einen Mann daherrennen. Er ruft laut durch die Nacht. Als er näher ist, verstehen sie, daß sie runter ins Tal kommen möchten zu den Höfen; es fei Hochwasser; schnell, schnell kommen zur Hilfe! Die Bauern von den Berghöfen stürzen, so rasch sie es vermögen, in die Kammern und ziehen sich an, wecken die anderen, die Knechte und Buben, taffen Aexte und Schaufeln und eilen zusammen den Wald hinab ins Tal. Gesprochen wird nichts. Später gesellen sich noch ein paar Nachzügler im Lauf zu ihnen. , . . An der Talsohle ist kaum mehr durchzudrmgen. Ein kleiner See, der sich dort befindet, ist übergetreten, und das von allen Seiten übermäßig zuströmende Wasser hat das Eis gebrochen und getürmt. Die Männer müssen ein Stück zurück und oben vorbei. Das ganze Tälchen ist einzig vorwarts- schießendes Wasser. Es braust wie von einem Fall. Die Diertelwegstunde, die die Helfer noch zu gehen haben, können sie schon Rufen und Geschrei unterscheiden. Selbst Widerschein von Licht ist am Wald zu sehen. Als sie näherkommen, sind erst ein paar Helfer von anderen Höfen da mit Fackeln .und brennenden Spänen; sie versuchen vor allem, nachdem der erste Talhof schon kniehoch von Wasser umgeben ist, die unterhalb liegenden Höfe zu sichern. Wie weit sonst schon Schaden entstanden ist, läßt sich nicht sagen. Auch kommt es jetzt nicht auf Fragen und Worte an. Ein alter Bauer hat die Leitung übernommen; er steht- auf einem Stalldach und gibt mit mächtiger Stimme Anweisungen. Ohne viel Zögern greifen die eben ankommenden Bergbauern gleich mit an. Bald stehen alle bis zum Knie im Wasser, das eisig kalt vorbeireißt. Fieberhaft werfen sie einen Wall auf und versuchen ihn mit Zweigen und Flechtwerk zu schützen. Einer schreit nach einem Vorschlaghammer. Endlich hat er einen, und mit weit ausholenden Schlägen treibt er Pfähle tief ein, vor die die anderen Holzblöcke und Steine schächten. Die Füße erstarren bald von der Wasserkälte, während oben am Körper der Schweiß den Helfern herunterläuft. Die Fackeln beleuchten den Schauplatz rötlich zuckend, werfen tiefe Schatten in die von der Arbeit verkrampften Gesichter. Aexte blitzen im Widerschein auf. — Vom Wald her schleppen Kinder und Frauen Holz, Steine und Erde her. Am Hang hocken ein paar alte Frauen und Männer, die nichts mehr tun können, und halten angstvoll die kleinsten Kinder. Das gerettete Vieh läuft frei zwischen den Stämmen herum, ab und zu stumpf auf den Schauplatz glotzend. Niemand merkt, daß es allmählich heller wird und der Tag heraufkommt. Aber als die unmittelbar größte Gefahr gebannt scheint, ist es Nachmittag. Die unteren Höfe sind frei von Wasser geblieben. Und an den oberen fließt jetzt das Wasser vorbei, an dem Wall entlang, den man gebaut hat. Die Flut konnte eingedämmt und auf die andere Seite gelenkt werden, wofür freilich dort das Feld arg mitgenommen werden wird. Sonst ist gottlob nicht viel mehr geschehen. Die Helfer können wieder gehen. Kein Dank für sie; es kommt niemandem der Gedanke, daß es so etwas gibt. Die, denen man ihn fugen würde, könnten nur verlegen werden darum. Ist es nicht felbstver- ftändlich, den anderen zu helfen? Ihre Müdigkeit spüren die Heimkehrenden erst richtig auf dem Weg zurück. Geredet wird wieder nichts; der Mund versagt den Dienst. Als sie ein Stück zusammen gegangen waren, kommt ihnen ein Bursche nachgerannt und bittet, sie sollten noch einmal umkehren: Ein großer Baumstumpf, der vom Wasser mitgenommen wurde, habe am Wall einen Teil eingedrückt und drohte alles zu zerstören. So gehen sie alle mit ihm rasch zurück und flicken die Stelle aus und wälzen, den Stamm weg. Dann aber, auf dem endgültigen Heimweg, können sie zuletzt kaum mehr. Nur weil sie zusammen sind, zieht einer den anderen noch mit und weiter. Oben auf dem Berg quillt und kluckert das Wasser in den Gräben unter der nur noch dünnen Decke von Schnee. Durch die eingefallenen Löcher blitzt es silbrig fort. Das ist das Frühjahr. Die Bauern trennen sich denn mit kurzem Gruß, als sie endlich oben sind. Jeder schleppt sich zu seinem Hof. Und innen in einem von dielen fällt einer wie betäubt und erschlagen vor Müdigkeit über die Schwelle hin in die Stube. Sochschulnockrickken. Einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Musikwissenschaft, Prof. Dr. Arnold Schering, Direktor des Musikhistorischen Seminars der Universität Berlin, begeht am 2. April seinen 6 0. Geburtstag. Schering ist in Breslau geboren, habilitierte sich 1907 in Leipzig, wo er 1915 zum ao. Professor ernannt wurde; 1920 folgte er einem Ruf an die Universität Halle, 1928 an die Universität Berlin. Scherings musikwissenschaftliche Veröffentlichungen sind außerordentlich zahlreich. Auf seine Doktorarbeit, die die Geschichte des Jn- strumentalkonzerts behandelte, folgte eine Reihe von Untersuchungen über die Geschichte des Oratoriums, über musikalische Bildung, über das öffentliche Musikbildungswesen in Deutschland u. a. 1926 veröffentliche Schering eine „Musikgeschichte Leipzigs von 1650 bis 1723". 1931 erschien eine Musikgeschichte in Beispielen; 1934 gab er ein Werk über „Beethoven in neuer Deutung" heraus. Hohen Wert haben ferner die Ausgaben älterer Musik in seiner Bearbeitung; was er in den „Perlen alter Kammermusik" und in den „Altmeistern des Vio- linspiels" herausgeholt hat, ist für den Musiker wie für den Musikhistoriker gleicherweise von Bedeutung. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat dem ao. Professor i.R. Dr. Carl Frank eine freie Planstelle eines ordentlichen Professors an der Universität Marburg verliehen mit der Verpflichtung, die Assyriologie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Als Nachfolger von Professor von Weber wurde Staatsanwaltschaftsrat Dr. Peters in Köln auf den Lehrstuhl für Straf- und Prozeßrecht an der Universität Jena berufen. Anekdote um Franklin. Benjamin Franklin, Buchdrucker, Philosoph, Freiheitsmann und kühlköpfiger Rechner, gab vor Beginn seines eigentlichen Aufstieges in PWadelphia eine Zeitschrift heraus, deren aufklärerisches Fort- schrittlertum von wackeren Männern wohlwollend begönnert wurde. Als indessen das Blatt des rührigen jungen Eigenbrötlers die zeitlichen Gewalten, besonders soweit sie im Auftrage des englischen Königs atmeten, gar zu heftig angriff, ließen die besorgten Gönner eine wohlgemeinte Warnung vernehmen: sie könnten, sagten sie, ihn künftig nicht mehr unterstützen, wenn er von der Kritik nun gar zum Umstürzlertum überginge. Zur Antwort darauf lud Franklin die Herren eines Abends zum Essen in fein Haus. Sie kamen, auf kräftige Genüsse hoffend, bereitwillig herbei, wurden freundlich enwfangen und sahen sich alsbald um einen großen Tisch versammelt, auf dem sie zu ihrem veinlichen Befremden nur einen riesigen Brotpudding von verdächtiger Farbe und einen großen Krug mit Wasser gewahrten. Verblüfft und ärgerlich saßen sie da und zerkrümelten, nachdrücklich zum Zulanaen genötigt, den schäbia"n Pudding auf der nackten Tischplatte: während Franklin mit einem umsichtig vorbereiteten Appetit tüchtig drauflos aß. Als er fertig war, sagte er laut und schlicht: ..Dies, meine Herren, ist meine tägliche Nahrung. Wer es vermag, damit auszukommen, braucht keine Gönner." Die Herren waren anfänglich durchaus geneigt, dem kühnen jungen Anfänger diesen anmaßlichen Anschauungsunterricht Übelzunehmen: da aber blickten sie in sein Gesicht, das er mit selbstbewußter Ruhe vom einen zum andern wandte: und was sie da sahen, dämpfte ihren Aerger. Sie sahen um den Mund des Mannes die strengen Falten harter und zäher Rechtlichkeit; Stirn und Nase zeugten von dem starren und doch leidenschaftlichen, ja eifernden Sendungsglauben der Pioniere; in der Tiefe der Augen aber glitzerte die kühle und spöttische Wachsamkeit, die sich zu rechter Zeit ohne nennenswerte Gewissenshemmungen des überlegen gehandhabten Bluffs zu bedienen weiß. Sie sahen dies alles zusammengefaßt zu einer sieghaften Sicherheit, die sie fachlich und neidlos als Genie anerkannten. So nickten sie ihm zu, nicht mehr gönnerhaft, auch nicht etwa hochachtungsvoll, sondern mit der trockenen Kameradschaftlichkeit, mit der sie ihresgleichen zu grüßen pflegten, und überliefert ihn im guten Vertrauen seinen Gedanken und weit, greifenden Berechnungen. > Karl Lerbs. t Oie Konferenz der Kleinen Entente. Belgrad, 1. April. (DNB.) Der rumänische Außenminister Antonescu und der tschechoslowakische Außenminister Dr. Krofta trafen zur Konferenz der Kleinen Entente in Belgrad ein. Dr. Krofta erklärte Pressevertretern, daß sich wichtige internationale Ereignisse abgespielt hätten, bei denen Jugoslawien eine hervorragende Rolle zugefallen sei. Es sei natürlich, daß sich die Konferenz auch mit diesen Ereignissen beschäftigen werde. Man dürfe aber von ihr keine sensationellen Beschlüsse erwarten. Das halbamtliche „Breme" führt aus, daß sich die Zeiten änderten, die Kleine Entente aber bleibe. Sie habe ihre historische Mission noch nicht erfüllt. Auf der Tagesordnung stünden die Verträge Jugoslawiens mit Bulgarien und Italien, das spanische Problem, die Beziehungen zu den anderen Großmächten und schließlich das Grundproblem der Kleinen Entente: die Beziehungen zu Oe st erreich und Ungarn. In der „Politica" weist der frühere Gesandte Ba- lugdschitsch auf die Bemühungen des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Hodza hin, eine Annäherung zwischen Oesterreich, Ungarn und der Kleinen Entente herbeizuführen. Diese Versuche, den Donauraum aus eigener Kraft zu organisieren, verdienten volle Aufmerksamkeit. pariser Somen. Paris, 2. April. (DNB. Funkspruch.) Die Konferenz der Kleinen Entente in Belgrad beschäftigt die Pariser Morgenblätter. Zum Teil gibt die Presse unverhohlen und mißmutig zu, daß der französische Einfluß im Südosten Europas im Schwinden zu sein scheint. „Echo de Paris" schreibt, die drei Staaten der Kleinen Entente hätten nun zu dem französischen Vorschlag eines gegenseitigen Beistandes Stellung zu nehmen. Bisher sei Frankreich lediglich mit der Tschechoslowakei durch ein militärisches Abkommen gebunden, mit Rumänien und Jugoslawien bestünden nur politische Abkommen. Im November habe Frankreich vorgeschlagen, diese wechselseitigen Abmachungen auf alle drei Staaten der Kleinen Entente auszudehnen, und dasselbe Ziel habe auch T i t u l e s c u bis zu seinem Sturz verfolgt. Der Wind habe sich inzwischen jedoch gedreht. Rumänien und Jugoslawien wünschten heute nur noch Frankreich und England an ihrer Seite zu sehen, falls sie angegriffen würden. Sie hätten jedoch nicht die Absicht, diesen Beistand durch eine Vermehrung ihrer Pflichten im Donauraum zu bezahlen, besonders nicht durch eine Annäherung von Jugoslawien und Rumänien an die Tschechoslowakei mit der Spitze gegen Deutschland. Eine weitere Folge des gegenseitigen Abkommens werde aber auch eine Annäherung an Sowjetruhland weder von Rumänien noch von Jugoslawien aus innerpolitifchen Gründen gewünscht. Venesch werde Stojadinowitsch darauf aufmerksam machen, daß das ganze System der kleinen Entente seine Solidarität verlieren mühte, falls sich die drei Staaten endgültig dazu entschliehen sollten, den französischen Vorschlag eines gegenseitigen Beistandes abzulehnen. Das „Oeuvre" erwartet von der Belgrader Konferenz keine entscheidenden Beschlüsse. Die Lösung hänge von dem Besuch Beneschs in Jugoslawien ab. Wenn man ehrlich sein wolle, müsse man sagen, daß die drei Staaten, der Kleinen Entente in keiner Frage eine gemeinsame Haltung ihren Nachbarn gegenüber einnähmen. Das Fundament der Kleinen Entente habe eine vollkommene Wandlung seit ihrer Gründung erfahren, man könne fast sagen, die Kleine Entente habe mit dem Leben abgeschlossen, zum mindesten aber für den Augenblick. Der „Figaro" meint, die Beziehungen der drei Länder untereinander seien trotz allem ebenso eng wie früher, und die Gemeinsamkeit der Interessen, die in dem Abkommen von 1919 zwischen den drei Staaten zum Ausdruck gebracht worden sei, bestehe heute vielleicht in größerem Maße, als dies manche glauben wollten. Das Echo in Men. Wien, 1. April. (DNB.) Die Belgrader Konferenz der Kleinen Entente begegnet hier starker Beachtung. Mit bemerkenswerter Offenheit schreibt das „Neuigkeitsblatt", Oesterreich hat nicht die Pflicht, die Einigkeit der Kleinen Entente zu kontrollieren oder zu stützen, aber auch keine Ursache, tendenziöse Kombinationen für reale Wirklichkeit zu halten. Oesterreich hat keinen Gewinn davon, die unbegründete Hoffnung zu hegen, daß die Belgrader Konferenz zu einem Zerfall der Kleinen Entente führen werde. Für die österreichische Politik genügt es, aus den Verträgen, die Jugoslawien mit Italien und Bulgarien abgeschlossen hat, die Erkenntnis ableiten zu können, daß die Kleine Entente so wie die Staaten der Römer Protokolle zweiseitigen Regelungen zugänglich ist, weil auf diesem Wege a m ehesten jene stufenweise Zusammenarbeit unter den mitteleuropäischen Staaten angebahnt werden kann, zu der sich die österreistischen und die ungarischen Staatsmänner bei ihrer jüngsten Begegnung in Budapest bekannt haben. dergrund stehen. Dazu käme eine Vermehrung der Kreuzerbewachung im Raume um den Indischen Ozean und an der China-Küste. Die Bedrohung, mit der hier gerechnet wird, mag sich bald durch die soeben beginnende Annäherung Japans als weniger ernsthaft Herausstellen, jedoch wird das an den Maßnahmen nichts ändern. Die zweite bedeutende Schwäche der Reichsverteidigung ist im Mittelmeer zu sehen, die Spannung über Abessinien hatte diese Schwäche gezeigt. Mangels anderweitiger Unterstützung sah sich die englische Macht nicht in der Lage, Italien in den Arm zu fallen, und wich zurück. Sie hat diesen Rückzug nicht vergessen, verschanzt sich heute mit allen Mitteln im östlichen Dreieck, Cypern—Haifa— Alexandria, spickt Malta mit Flakgeschützen, hält Suezkanal, Sudan, Rotes Meer, Palästina, Irak und den Golf von Iran unter scharfer Kontrolle der Luftwaffe. In der Stärkung dieser Stützpunkte und hochgradiger Vermehrung der dortigen Luftwaffe, weniger der seegehenden Flotte, wird der Kern der kommenden Maßnahmen zu sehen sein. Dem italienischen Anspruch auf freien Lebensraum im Mittelmeer und neuem Imperium begegnet die englische Politik mit Waffen, als unerschütterliche Hüterin ihres Besitzes. Italien nahgi den Handschuh auf mit seinem Ruf an die arabische Welt. Die H e i m a t st e l l u n g des englischen Reiches steht gleichfalls im Zeichen verminderter Sicherheit, die genannte phantastisch hohe Zahl von 10 000 Flugzeugen läßt erkennen, daß man auf Parität mit der nächststärksten Kontinentalmacht aus ist. Der Handelsschutz zur See gilt gleichfalls als unzureichend, aber die geplante Flottenvermehrung trägt dem mehr als Rechnung. Den wichtigsten Posten in diesem Bereich nimmt jedoch die Kriegsorganisation der Industrie und des Verkehrswesens und vor allem die Vorrathaltung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln ein, mittels deren England die Gefahr der Zufuhrvernichtung, durch See- und Luftkrieg und damit den schwächsten Punkt seiner Sicherheit, zu überwinden hofft. Hier liegt der Schwerpunkt der Ausgaben. Faßt man die Tendenz der großartigen britischen Sicherheitsoerstärkung zusammen, so zielt sie für Europa auf eine Wiederherstellung der unangreifbaren Schiedsrichterstellung ab, die immer dann erschüttert erscheint, wenn eine oder zwei europäische Großmächte durch ihren Machtzuwachs das Gewicht verschieben. Ein gewisser Kräfteoerfall Frankreichs verschärft diese Tendenz noch und hat nicht wenig dazu beigetragen, Rußland in das britische System einzubeziehen. Was jedoch die Außenstellungen angeht, so steht die Reichsoertei- digung für den Grundsatz der Besitzbehaup- tung um jeden Preis. Nichts könnte deutlicher beweisen als diese Aufrüstung und die Rohstoffdebatten, daß die britische Politik von einer Umwertung der Werte, von Raumnot und Ausdehnung und Ansprüchen anderer nichts wissen will und mindestens in etwaige Verhandlungen darüber nur im Zustand höchster Stärke einzutreten wünscht. * „Daily Expreß" meldet, daß H o n g k o n g, Englands Besitzung an der südchinesischen Küste, im Rahmen eines Fünfjahresplanes mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Pfund Sterling wieder befestigt werde. Drei neue Forts würden noch vor 1938 fertig sein. Die Luftabwehr-Batterien würden verdoppelt und einige Geschwader der britischen Luftwaffe nach Hongkong gelegt, sobald die notwendigen Bauarbeiten fertig seien. „Nationaltrauertag" in Indien Protest gegen das Inkrafttreten der Verfassung. London, 1. April. (DNB.) Als Protest gegen die heute in Kraft tretende Verfassung hat die Kongreßpartei einen allgemeinen Trauertag, einen „Hartal", angeordnet, wie er in den Zeiten des schärfsten Konfliktes üblich war. Der Befehl ist auch befolgt worden. In Bombay waren die Effektenbörse und zahlreiche Geschäfte, die Zeitungshäuser, die Märkte und viele Baumwollfabriken geschlossen. Tausende von Kongreßanhängern marschierten durch das Geschäftsviertel der Stadt, die Kongreßflagge vor sich hertragend. Mehrfach wurde der Ruf laut: „Boykottiert die Verfass u n g!" Agitatoren, die zum Zeichen der Trauer schwarze Armbinden trugen, fuhren durch die Stadt und gaben ebenfalls ihrer Feindseligkeit gegen die neue Verfassung Ausdruck. Als das neue Parlament von Delhi zusammentrat, blieben die Bänke der Opposition leer. In neun von elf indischen Provinzen traten die neuen Ministerien ihr Amt an. In sechs Provinzen, in denen der Kongreß eine absolute Mehrheit erzielte, sind Minderheitskabinette gebildet worden. Nur die vereinigten Provinzen und die Nordwestprovinz sind vorläufig noch ohne ein Ministerium. Der Präsident des Kongresses, Jawaharlal Nehm, hat auch den mohammedanischen Bevölkerungsteil zur Unterstützung der oerfassungsfeindlichen Politik der Kongreßpartei aufgefordert. Eine große Anzahl von Mohammedanern nahm daraufhin an den Protestkundgebungen teil, obwohl die allindische Moslemliga sich öffentlich dagegen ausgesprochen hatte. In Bombay wurden zwei führende Mitglieder des neuen Minderheitenministeriums, das unter Ausschluß der Kongreßpartei gebildet wurde, von der Menge angegriffen. Der Sekretär der Allindischen Kongreßpartel Iayaprakasch N a r a i n wurde von den britischen Behörden verhaftet. Mit ihm 14 weitere indische Politiker, weil sie eine Kundgebung gegen die neue Verfassung veranstaltet haben. Womit Gowjetarbeiter auskommen müssen. 1 MarkTagesverdienst im Sowjetparadies. Moskau, 1. April. (DNB.) Nach der neuesten Sowjetstatistik über den Arbeitslohn der rund 25000 000 zählenden Werktätigen beträgt der Durchschnittsjahreslohn zur Zeit 2770 Rubel, der durchschnittliche Monatsverdienst also 230 Rubel. Damit kann der sowjetrussische Arbeiter oder Angestellte zur Not ein paar Männerhausschuhe (einer Qualität, die einem deutschen Zehn-Mark-Schuh noch nicht entspricht) kaufen. (Die Damenschuhe fangen meist erst bei 250 Rubeln an.) Um einen Anzug zu kaufen, der in der Qualität etwa einem deutschen 50- Mark-Anzug entspricht, müßte der Sowjetangestellte oder Arbeiter sich schon zwei solche Monatsgehälter erspart haben. (Daß die Möglichkeiten dieser Artikel überhaupt sehr beschränkt sind, soll unberücksichtigt bleiben.) Nicht viel besser steht es um die Kaufkraft dieses Durchsck>"'.ttslohnes, wenn man anstatt der nötigsten Gebrauchsgegenstände etwa Le- bensmittel zum Vergleich heranzieht. 230 Rubel Monatsoerdienst ergibt einen Tageslohn von 7,3 Rubel. Was sich mit diesem „Betrag" anfangen läßt, erhellt daraus, daß ein einziges primitives Mittagessen in der Fabrikkantine bereits mindestens die Hälfte dieses durchschnittlichen Tagesverdienstes verschlingt. Deshalb können auch die Arbeiter und Angestellten von der Kantinenoerpflegung, die noch vor wenigen Jahren fast kostenlos war, immer weniger Gebrauch machen. Man wird also zu dem Ergebnis kommen, daß der durchschnittliche Tagesverdienst des Sowjetangestellten und -arbeiters, auf die notwendigsten Gebrauchsgegenstände und Lebensmittel gleichmäßig umgerechnet, der Kaufkraft von ungefähr einer Reichsmark entspricht. Diese Zahlen sprechen freilich eine andere Spracht als die Sowjetpresse und -Propaganda! * Eine Regierungsverordnung über den Wirtschaftsplan der Sowjetunion gibt in einem Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 1936 Angaben über die einzelne Wirtschaftsgebiete. Bezeichnenderweise bleiben jedoch sämtliche 21 n ga b e n über d i e Ernte des Jahres 1936 auch weiter aus, während die Dürre im Wolgagebiet und in anderen Teilen der Sowjetunion wenigstens erwähnt wird. Aus der lokalen Presse der besonders notleidenden Gebiete läßt sich entnehmen, daß sich in letzter Zeit die für die Hungererscheinungen typischen „G e - treidediebstähle" wieder häufen. So versuchen da und dort die Kolchosbauern sich an das Saatgut heranzumachen, obwohl der Diebstahl auch geringster Mengen des „Staatskornes" mit jahrelanger Zwangsarbeit bestraft wird. Im übrigen mögen die Ernährungsschwierigkeiten auf dem Lande zum Teil auch die Ursache sein für die trotz günstiger Witterung außerordentlich langsam fortschreitende Frühjahrsaussaat. Bis zum 25. März konnte erst 1 v. H. der gesamten Saatfläche bestellt werden, also neunmal 'weniger als im Vorjahre. Selbst die Sowjetpresse bezeichnet dies als „Alarmsignal" und wirft den örtlichen Funktionären Verbrechen gegen die Interessen des Staates vor. 3m Zeichen der Nichteinmischung. Paris, 2. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Frcmxctise" berichtet, daß die Einweihung der Volks fliegerschule in Agne, bei der Luftfahrtminister C o t zugegen war, lediglich zur Tarnung der gleichzeitigen Eröffnung des Fliegerlagers Garonne gedient habe, in dem nur fow- jetfpanifche Flieger ausgebildet würden. Ihr Lehrer fei ein französischer R e - s e r v e o f f i z i e r, der bei den bolschewistischen Milizen den Rang eines „Hauptmanns" bekleide und Mitglied der kommunistischen Partei sei. Luftfahrtminister Pierre Cot begnüge sich also nicht damit, Dutzende von Flugzeugen nach Sowjetspanien zu entsenden, sondern organisiere allenthalben in Frankreich sogar die Ausbildung der bolschewistischen Piloten. Jinnisierung der Universität Helsinki. Helsinki, 31. März. (DNB.) Der Präsident der Republik hat im Reichstag' eine Regierungsvorlage über die Finnisierung der Universität Helsinki eingebracht. Die Sprache der Universität soll demnach finnisch werden, doch sollen den Schweden 15 ordentliche schwedischsprachige Professoren und das Recht, Examen in ihrer Muttersprache abzulegen, zugestanden werden. Ferner soll die bisher für die Studenten beider Sprachen bestehende Vorschrift, sich den auf landsmannschaftlicher Grundlage gebildeten Stu- dentenkorporationen anzuschließen, aufgehoben werden. Es bleibt abzuwarten, ob damit der jahrelange Sprachenstreit an der Universität beendet ist. Vor Jahresfrist waren Versuche der damaligen Re- 1 gierung Kivimäki, die Universitätsfrage durch einen außerordentlichen Reichstag lösen zu lassen, nach einer 80ftündigen Obstruktionsdebatte der vaterländischen Volksbewegung gescheitert. Dom Werden der Bewegung im Gau. Der Gauleiter vor den Jungmädeln auf der Wegscheide. NSG. In dem in den Bergen des Spessarts herrlich gelegenen Jugenddorf Wegscheide bei Bad Orb sprach Gauleiter Sprenger zu den dort versammelten 1100 Jungmädelführerinnen-Anwärterin- nenüber die Geschichte der Bewegung unter besonderer Berücksichtigung des Werdens der Parteiorganisation im Gau Hessen-Nassau. Vom Wort des Führers ausgehend, daß die Jugend Zeuge der Geburtsstunde einer großen Zeit sei, erklärte er die Notwendigkeit des Wissens vom Marsch der Vergangenheit aus dem Chaos und Zerfall zu Sieg und Aufbau. Von besonderem Interesse war hierbei die Darstellung des Werdens der Partei im Gau Hessen-Nassau. Im Lazarett in München, wo der Gauleiter von einer Kriegsverwundung Gesundung suchte, hörte er zum ersten Male von jenen „Nationalbolschewisten", die Deutschland auf der Grundlage einer neuen Weltanschauung aufbauen wollten. In München erlebte er dann auch praktisch das Wüten des Bolschewismus und setzte sich für die Befreiung dieser Stadt aus den Händen ihrer jüdischen Herrscher ein. Im Winter 1922/23 erschien das erste Flugblatt Adolf Hitlers im Gau. Sein Inhalt entschied den Uebertritt des „Völkischen Schutz- und Trutzbundes", der sich als Abwehrorganisation dem herrschenden Judentum gegenüber bereits früher gebildet hatte. Der 9. November 1923 setzte auch in Hessen-Nassau dem Vernichtungswillen der Gegner den unverrückbaren Glauben der Gefolgsmänner Adolf Hitlers an den Sieg feiner Idee gegenüber. Deutlich zeigte der Gauleiter das Wirken der Frauen in dem politischn Kampf um die Macht und ermahnte die Mädel, sich auch dieser Tatsache stets verpflichtet zu fühlen. Auf den Wert der deutschen Familie hinweisend, schloß er mit den Worten: „Deutschland steht tatsächlich in der Geburtsstunde einer neuen und großen Zeit -und wird diese Zeit für sich zu einem vollen Erfolg gestalten, weil der Führer das deutsche Volk nach den Grundsätzen der nationalsozialistischen Weltanschauung leben läßt und darin selbst das hohe Vorbild gibt. Euer tägliches Gebet fei: ich will es mit meinem Handeln unserem Führer Adolf Hitler nachtuen!" Reichsanwalt Zorns tritt in den Ruhestand. Berlin, A. April. (DNB.) Im Hauptsitzungssaal des Volksgerichtshofes fand eine Abschiedsfeier für Reichsanwalt Iorns statt, der nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand tritt. Als Vertreter des Reichsjustizministers überreichte Staatssekretär Dr. Freißler eine Dankurkunde des Führers, in der die hervorragenden Verdienste deck Scheidenden für Volk und Staat ge- roüroigt werden. Der Präsident des Volksgerichtshofes Dr. Thierack fand herzliche Worte der Anerkennung für das stets vorbildliche Wirken des Scheidenden. Auch Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg habe seine besonderen Verdienste während seiner langjährigen Tätigkeit für die Militärverwaltung durch Uebersendung eines Bildes mit eigenhändiger Unterschrift anerkannt. Zum Schluß betonte Oberstaatsanwalt P a r- rifius, daß alle Mitarbeiter in Jorns nicht nur einen mustergültigen Vorgesetzten, sondern auch einen väterlichen Freund verlieren. Wie sieht es in der Mrffchaff aus. VA. Das Statistische Reichsamt hat vor kurzem eine Untersuchung über die Beschäftigung der Industrie im Jahre 1936 veröffentlicht, die insofern besonders aufschlußreich ist, als aus ihr hervorgeht, daß die deutsche Wirtschaft im Septem- ber/Oktober 1936 6,6 Millionen Industriearbeiter zuzüglich 861 000 Angestellte beschäftigte und damit den höchsten Stand seit der Machtergreifung erreichte. Das heißt also, daß die Industrie im vergangenen Jahre ihre Kräfte ganz besonders vorteilhaft entfalten konnte. In den zwölf Monaten seit September 1935 hat die Industrie fast 600 000 Arbeiter und 60 000 Angestellte neu aufnehmen können. Unter Zugrundelegung des Zeitraumes von September 1932 bis September 1936 zeigt sich, daß sich die Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeiter do n 3,7 Millionen auf 6,6 Millionen erhöht hat. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit ist in demselben Zeitraum um über 40 Minuten, und zwar von 6,97 Stunden auf 7,62 Stunden gestiegen. Das Arbeitsvolumen ober die Summe der in der Industrie geleisteten Arbeitsstunden hat von etwas mehr als 600 Millionen auf über 1,2 Milliarden Arbeiterstunden im Monat zugenommen. Die in der Industrie verdienten Lvhnsummen haben sich mit einer Steigerung von 400 Millionen Mark auf 865 Millionen Mark mehr als verdoppelt. Wie in den Vorjahren war auch im Jahre 1936 der Arbeitseinsatz in erster Linie auf die großen gemeinwirtschaftlichen Aufgaben der Volkswirtschaft gerichtet. In der Zeit von September 1935 bis September 1936 haben die Produktionsgüter- inbuftrieen allein 475 000 Arbeiter, bie Ver - brauchsgüter inbuftrien 120 000 Jnbustriearbei- ter aufgenommen. Gegenüber dem Vorjahre hat sich bie Beschäftigung am stärksten in der Eisen- und Metallgewinnung, im Maschinenbau, im Fahrzeugbau (vor allem im Schiffbau) und in der Feinmechanik und Optik erhöht, gemessen an der Leistungsfähigkeit um mehr als 10 v. H. Fast ebenso stark hat sich der Auftrieb in der B a u w i r t - schäft fortgesetzt. In dem im Vergleich zu anderen Jndustriegruppen bisher schwächer belebten Bergbau hat die Beschäftigung im letzten Jahr stärker zugenommen als im Jahre 1935. Das gilt sowohl für den Kohlenbergbau als auch für den Erzbergbau und die Erdölgewinnung. Allen diesen Zweigen haben die Arbeiten zur Verbreitung der heimischen Rohstoffgrundlagen noch erhöhte Bedeutung verliehen. * » Mit der Zellwolle, dem Wiederaufbau von Hanf und Flachs, der Ausweitung der Schafzucht, ist der Bereich der Schaffung heimischer textiler Rohstoffe keineswegs abgegrenzt. In Laboratorien und Versuchsanstalten werden immer neue Studien und Forschungsarbeiten gemacht, die zur Auffindung neuer Rohstoffe führen sollen. Auch der herrlich gelb blühende Ginster, unendlich oft in Liedern und Gedichten besungen, wird jetzt von der praktischen Seite her angefaßt. Der Reichsforstmeister gibt ein Schreiben des Beauftragten für den Vierjahr esp lan, Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe bekannt, wonach die im Rahmen des Vierjahresplanes durchgefuhrten Versuche mit einheimischen Fasern bei Weidenrinde und Ginster zu einem befriedigenden Erfolg geführt hätten. Aus der Weidenrinde soll ein guter Ersatz für Kokosfaser gewonnen werden und aus Ginster eine Faser, die der Wolle und dem Haarfilz beigemischt werden, aber auch Jute ersetzen kann. Auf Grund der guten Erfolge, die die Versuche gezeitigt haben, werden die Landesforstämter und Forstämter angewiesen, die Werbung von Ginster und Weidenrinde zu unterstützen. Durch genaue Erhebungen soll fest- gestellt werden, wieviel Ginster überhaupt im ganzen Reich ungefähr vorhanden ist und jährlich geerntet werden kann. Im Interesse der Rohstoffbeschaffung wird erwogen, den Anbau von Ginster, insbesondere auf lichten Beständen, Schneisen, Bahndämmen usw., zu fördern. * Seit 1934 trat an die Stelle der Stockung des Welthandels eine allmählige Ausweitung der Welthandelsumsätze. Auch 1936 hat sie weiter angehalten. Am stärksten ist sie im letzten Viertel des Jahres 1936 gewesen. Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes hat der Gesamtaußenhandel der 52 wichtigsten am Welthandel beteiligten Länder, auf die etwa 90 bis 92 aller überhaupt getätigten Außenhandelsumsätze entfallen, im vergangenen Jahr um 7,2 v. H. wertmäßig zugenommen. Die Welteinfuhr stieg dabei um 6,9 v. H., die Weltausfuhr um 7,8 v. H. Während 1935 Waren im Werte von 46,7 Milliarden Mark eingeführt und Waren im Werte von 42,2 Milliarden ausgeführt wurden, beliefen sich die entsprechenden Zahlen auf 49,9 und 45,4 Milliarden Mark. Allerdings darf man bei Beurteilung dieser wertmäßigen Sätze nicht vergessen, daß die Preise der wichtigsten Welthandelswaren im letzten Jahr eine ansteigende Tendenz aufweisen. Schaltet man die Preisveränderungen aus und setzt die Entwicklung des Welthandesvolumen für 1929 glich 100, fo entwickelte sich der Welthandel in den einzelnen Jahren nach den Untersuchungen des Statistischen Reichsamtes wie folgt: 1932: 75,8, 1933: 74,7, 1934 74,9, 1935: 76,2 und 1936: 78,1. Deutschlands Anteil am Welthandel belief sich 1936 auf 8,4 v. H. gegen 9,2 v. H. im Jahre 1935. An der Welteinfuhr war Deutschland 1936 mit 8,4 v. H. in geringerem Maße beteiligt als 1935, wo sein Anteil 8,9 v. H. betrug. Erfreulich ist dagegen, daß sich der A u s f u h r a n t e i! Deutschlands von 10,1 v. H. 1935 auf 10,5 v. H. 1936 erhöht hat. Die Einfuhrsteigerung der großen Welthandelsländer war besonders stark in den Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, dem Australischen Bund, Belgien, Luxemburg. und Japan. Die Ausfuhr entwickelte sich namentlich in Kanada sehr'günstig, das nunmehr Frankreich überflügelt hat und zum viertgrößten Ausfuhrland der Welt geworden ist, ferner bei Schweden, Britisch- Jndien, dem Australischen Bund und Deutschland. Auffallend ist der starke Rückgang der französischen Ausfuhr. * Die Nachfrage am Eisenmarkt ist weiterhin außerordentlich rege. Die rheinisch-westfälische Eisenindustrie berichtet, daß auf dem Jnlandsmarkt der Bestellungszugang nach wie vor den Versand übertraf, so daß sich die Auftragsbestände der Verbände und Werke weiter erhöhten. Unter diesen Umständen ließ es sich nicht vermeiden, daß eine Reihe von eingehenden Jnlandsaufträgen zurückgestellt werden mußten, da bei den Werken nicht bie. Möglichkeit bestand, sie unterzubringen. Die Roheisen- und Rohstahlgewinnung bewegte sich auch im Februar im Rahmen der Erzeugung der vorhergehenden Monate. Auf den Auslandsmärkten war die Haltung ebenfalls weiterhin fest. Auch hier war trotz der Zurückhaltung der internationalen Ver- die Schwalbe auf einen Blick, und zieht sich bald wieder zurück!" Also soll Sankt Jürgen noch einmal seinen Schimmel, den Schnee, satteln; dann aber ist's genug, selbst für den wetterwendischen Oster- mond, in dem dies Jahr Ostern sogar schon vorbei ist! Aber es bleibt dabei: „Man mot den April nämen, es he kämt", wie man in Niedersachsen sagt; denn des Wetters ist noch keiner Meister geworden, und des Aprilwetters schon gewiß nicht! W. L. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr Uraufführung „Das Schloß im Wind". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Etappenhase". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die graue Dame". Uraufführung „Das Schloß im Wind" im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Uraufführung des neuen Schauspiels „Das Schloß im Wind" von H. A. Weber statt. Bon dem jungen hessischen Dichter wurde bereits das Volksstück „Holzappel", welches von vielen Bühnen gespielt wurde, im Stadttheater uraufgeführt. Die Spielleitung hat der Intendant. Es wirken mit: Inge Birkmann, Charlotte Krause; Hans Geißler, Victor von Gschmeidler, Heinrich Hub, Wolfgang Kühne, Heinz Rosenthal, Hans Seitz, Fritz Walter. Karl Löffler schuf die Bühnenbilder. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie B u ch- ner, ausgeführt von Willi End r ich. Die Uraufführung erfolgt in Gegenwart zahlreicher geladener Gäste. Auch die Vertreter großer Tageszeitungen des Reiches haben ihr Erscheinen zugesagt. Die Vorstellung findet als 27. Vorstellung der Freitag-Miete statt, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. NSDAP. Amt für Beamte. Am Mittwoch, 7. April, 20 Uhr, findet im Cafe Leib in Gießen für die Kreisabschnitte des RDB. Mendorf (Lda.), Gießen, Grünberg, Hungen und Lollar ein Gemeinschaftsabend der Berufskameraden statt. Familienangehörige und Gäste sind willkommen. Die deutsche Arbeitsfront N.9.-6emeinschM „Kraft durch freudc" Amt Feierabend. Sondervorstellung der Operette „Der Opernbal l". Am Samstag, 10. April, und Montag, 12. April, bringen wir als Sondervorstellung im Gießener Stadttheater die Operette von Heuberger „Der Opernball". Beginn 20 Uhr. Die Eintrittspreise sind 80 Pfennig und 1 RM. Bestellungen werden auf der Kreisdienststelle entgegengenommen. Amt Reisen. Wandern, Urlaub. Tages - Omnibusfahrt an die Bergstr a ß e. Am Sonntag, 11. April, führen wir eine Omnibusfahrt an die Bergstraße durch. In dieser Zeit steht die Bergstraße in voller Blüte, und so wird diese Fahrt jedem Teilnehmer zu einem Erlebnis werden. Der Fahrpreis beträgt pro Teilnehmer 5,50 RM. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle entgegen. T a g e s o m n i b u s f a h r t an die Edertal s p e r r e. Am Sonntag, 18. April, führen wir eine Omnibusfahrt an die Edertalsperre durch. Der Teilnehmerpreis beträgt 5 RM. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle entgegen. Osterfahrt der Nachrichtenschar 1/116. Für die Osterfeiertage waren von der Bannführung Fahrten vorgeschrieben. Auch die Nachrichtenschar hatte ihre Osterfahrt schon lange vorbereitet und wartete gespannt auf den Tag der Abfahrt. Endlich war es fo weit. Nach Erledigung verschiedener Formalitäten ging es los. Die Fährt ging zunächst mit einigen Hindernissen über Butzbach, Bao-Nauheim nach Friedberg. Hier legten wir eine kurze Pause ein. Bei Anbruch der Dunkelheit fuhren wir im Lichte unserer Scheinwerfer über Bad Homburg nach Dornholzhausen, das Ziel unseres ersten Tagesabschnitts. Hier war alles, dank der Bemühung des stellvertretenden Bürgermeisters, sowie des Ortsgruppenleiters aufs Beste vorbereitet. Dankbar, aber erschöpft fielen wir auf unser Stroh nieder, und bald tönte ein kräf- DieGinsterfelderlinseresGaiiesalsRohstoffquelle NSG. Zum erstenmal für das ganze Reich wird im Gau Hessen-Nassau die maschinelle Bearbeitung der Ginsterfaser durchgeführt. Wolle und Haarfilz als devisenraubende Rohstoffe können dadurch eingespart werden. Die Faser des Ginsterstrauches wird im Rahmen des Vierjahresplans eine wichtige Rolle in der Rohstoffversorgung unseres Volkes spielen: sie kann der Wolle und dem Haarfilz beigemischt werden, ja sogar Wolle ersetzen. Diese Tatsache, die vor kurzem der Beauftragte für den Vierjahresplan, Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe, der Presse bekanntgab, erhält ihre besondere Bedeutung dadurch, daß die maschinelle Ausnützung zum erstenmal im Gau Hessen-Nassau systematisch durchgeführt wird; sie ermöglicht es, was wesentlich ist, die Herstellungskosten so zu gestalten, daß die Verarbeitung im Hinblick auf den Weltmarktpreis für Wolle rentabel wird. Gleichzeitig wird durch diese Art der Verwertung die Güte der Produktion gesteigert. Es ist beabsichtigt, durch ganz neuartige maschinelle Einrichtungen den reichen Bestand der weiten Ginsterfelder in unserem Gau durch Gemein- s ch afts l eistun g e n nach einem großzügigen Plan auszunützen. Die Vorarbeiten sind schon soweit gediehen, daß demnächst mit der Durchführung, die noch bekanntgegeben wird, begonnen werden kann. Vezirksversammlung des Mchwirtschastsverbandes Heffen-Aaffau. Im Hotel Hopfeld fand aeftern nachmittag eine Versammlung des Milchwirtschaftsverbandes Hessen- Nassau statt, zu der sich zahlreiche Betriebsführer und Betriebsleiter, wie auch Mitarbeiter aus den Molkereien Oberhessens eingefunden hatten. Die Versammlung hatte insbesondere den Zweck, darüber Aufklärung zu verschaffen, in welcher Form und mit welchen Mitteln die Aufgaben, die der Milchwirtschaft und dem Molkereiwesen innerhalb des Vierjahresplanes gestellt sind, zu lösen sind. Eine Aussprache sollte außerdem dazu beitragen, manche Frage aufzuwerfen und zu beantworten, die der Erfüllung der gestellten Aufgaben dienen kann. Den Vorsitz führte der Leiter des Milchwirtschasts- verbandes Hessen-Nassau Bauer Desch (Oberwetz). Die Versammlung brachte zunächst einige Vorträge. Der Geschäftsführer und stellvertretende Vorsitzende des Milchwirtschaftsoerbandes Birkenholz sprach zunächst über den „Einzug der Ausgleichsabgabe bei Selbstmarktern". In einem zweiten Referat beschäftigte sich Abteilungsleiter Li n g g mit molkerei- wirtschaftlichen Fragen. Sachbearbeiter K a b l 6 sprach anschließend über die technische Betriebskontrolle. Den vierten Vortrag hielt Sachbearbeiter Hoffmann über das Berichtswesen der Molkereien. Die Vorträge lösten eine rege Aussprache aus, während der eine Fülle wichtiger Probleme angeschnitten wurde und aus der manche wertvolle Anregung für die praktische Arbeit gewonnen werden konnte. Vor allem ging es um die Qualitätsverbesserung der Butter und die damit verbundene Möglichkeit der verlängerten Einlagerung. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß das Butteraufkommen nur zu 80 v. H. des Oktoberbedarfes aus- gegeben, der übrige Teil aber zur Sicherung des Spitzenbedarfs an die Zentrale in Frankfurt a. M. abgeführt werde. Reichsfachschaftsleiter Grieb gab im Verlauf der Versammlung seiner Freude darüber Ausdruck, daß an der Versammlung auch die jüngeren Kollegen und späteren Träger des Milchwirtschaftswesens der Tagung beiwohnten und auf diese Weise ihr Wissen und ihre Kenntnis um große Zusammenhänge in der Milchwirtschaft erweitern. Schließlich wurden im Verlaufe der Versammlung noch zahlreiche interne Angelegenheiten zur Sprache gebracht. tiges Schnarchen durch das sonst so „stille" HJ.- Heim. Am anderen Morgen wurden wir, nach umfangreicher Morgentoilette, von dem stellv. Bürgermeister zum Kaffee eingeladen. Gern folgten wir dieser Einladung und haben es auch später nicht bereut. Neu gestärkt zogen wir dann durch den herrlichen Frühlingswald zur Saalburg. Es folgte eine eingehende Besichtigung des Kastells. Dann gings in flottem Marsch zurück nach Dornholzhausen, von wo aus Meldet einen Freiplah für die Kinderlandverschickung der 3XS13. die Weiterfahrt nach Eschborn erfolgte. Beim Ein- zua in diesen Ort wurden wir herzlich empfangen. Schnell waren wir in unseren Quartieren untergebracht, in denen wir außerordentlich freundlich ausgenommen wurden. Abends folgten wir einer liebenswürdigen Einladung des Ortsgruppenleiters zu einem Kameradschaftsabend, den wir mit der örtlichen HI. beim „Aeppelwoi" verbrachten. In fröhlicher Stimmung erreichte jeder fein Quartier. Rechtzeitig zur befohlenen Zeit war am nächsten Morgen alles an der Sammelstelle erschienen. Nach herzlichem Abschied ging es in flotter Fahrt zum Luftschiffhafen „Rhein-Main". Gewaltig war der Eindruck, als wir unter dem gerade zurückgekehrten Luftriesen standen. Anschließend fuhren wir an der Reichsautobahn entlang nach Frankfurt a. M. Wir warfen dort noch fchnell einen Blick in das Funkhaus und machten uns dann gemächlich auf den Heimweg. Nach einer wunderbaren, glatt verlaufenen Nachtfahrt tauchten um 22 Uhr die Lichter Gießens vor uns auf. Eine Viertelstunde später war alles zu Haufe angelangt. Jedem von uns wird diese Fahrt, die bei schönstem Wetter stattfand, immer in Erinnerung bleiben. HJ./d>l. Zeitgemäß — artgemäß. Eine Kleiderschau für Frauen und doch keine Modenschau im alten Sinne. Diese Schau artgemäßer Kleidung soll in der Frau die Verantwortung wecken und den Blick schulen für eine praktische, gut durchdachte Form. Schon beim Einkauf ist auf haltbaren, licht- und waschechten Stoff Wert zu legen, ebenso verlangt die zeitgemäße Kleidung einwandfreie-Verarbeitung mit Berücksichtigung des Tagesstils bei Vermeidung'jeder modischen Ueber- treibung. Die Kleider zeigen durchweg eine schlichte Note. Es wird dadurch vermieden, datz die Kleidung der Trägerin vorzeitig zuwider wird, eine Kleidung, die sie lange an sich sehen kann, weil sie dem Zweck entspricht, für den sie geschaffen ist. Bei der Schau finden wir jede Art von Frauenkleidung: das schlichte Kleid der berufstätigen Frau; die Arbeitskleidung der Land- und Siedlerfrau, die der Arbeit angepaßt aus praktischem, wetterfestem, waschechtem Stoff, eine vielfache Reinigung überdauert, ohne an Aussehen und Form zu leiden. Handgewebte Woll- und Leinenstoffe, neue Mischgewebe, handbedruckte Stoffe aus allen Gegenden des Reiches und die guten stdffgerechten Durchbruchsarbeiten aus der bayerischen Ostmark haben bei den Vorbildern Verwendung gefunden. Auch das festliche Kleid für gesellige Veranstaltungen zeigt in schönem Material und tadelloser Verarbeitung den neuen Zeitgeschmack. Die Schau will auch dem ortsangesessenen Handwerk Anregung geben für gute Beratung der Frau beim Einkauf, und sie will ferner der Industrie zeigen, wie sich die deutsche Frau die deutsche Kleidgestaltung denkt. Deutsche Stoffe, von deutschen Händen verarbeitet, in artgemäßer Form, sehen wir auf der Kleiderschau des Deutschen Frauenwerks, die am 5. April im Cafe Leib zu fehen ist. F. K. * ** Eine Achtzigjährige. Am morgigen Samstag, 3. April, wird Frau Katharina Schneider Witwe, Riegelpfad 104 wohnhaft, in geb W^Erdal Schuhcreme a Ferner hatte sich das Gericht mit dem R. I. aus Wiefeck, der K. D. aus Gießen und dem K. Sch. aus Nidda, die wegen fchweren Diebstahls und Beihilfe dazu angeklagt waren, zu befassen. Dem Angeklagten I. war zur Last gelegt, sich in mehreren Fällen des schweren Diebstahls schuldig gemacht zu haben. Er hatte bei verschiedenen Darmhändlern von Gießen und einem Darmhändler in Reiskirchen in der Zeit von April bis August 1936 zur Nachtzeit — nachdem er teilweise vorher die Lagerräume sich hatte zeigen lassen — Besuche abgestattet und bei dieser Gelegenheit größere Mengen Därme mitgehen heißen. Nachdem er wegen dieser Taten in Untersuchungshaft genommen, aber nach wenigen Tagen wegen Haftunfähigkeit entlassen worden war, brach er bei einem Sackhändler ein und stahl ungefähr 450 Säcke. In der gestrigen Hauptoerhand- lung war er im wesentlichen geständig. An sich wäre bei der Vielzahl der Fälle eine Zuchthausstrafe am Platze gewesen. Nur mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten und seine schwere Krankheit und , auf die Tatsache, daß er bisher noch unvorbestrast stiger und körperlicher Rüstigkeit 80 Jahre alt. Die hochbetagte Frau versieht ihren Haushalt noch ganz allein. Schöffengericht Gießen. Vor dem Schöffengericht hatte sich gestern der einschlägig vorbestrafte August St. aus Bad- Nauheim wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Unterschlagung zu verantworten. Der Angeklagte hat als, Hausverwalter in Bad-Nauheim sich zunächst eines fortgesetzten Betruges schuldig gemacht, indem er sich durch die Vorspiegelung, er müsse notwendige Ausgaben für die abwesende Hauseigentümerin bestreiten, von verschiedenen Geschäftsleuten Geldbeträge geben ließ und diese für sich behielt. Außerdem hatte er in zwei weiteren Fällen schwere Urkundenfälschungen begangen. Steuerquittungen hatte er mit dem Namen des zuständigen Steuerbeamten unterschrieben und dadurch erreicht, daß er die Steuerbeträge nicht mehr angefordert bekam. Erft durch den Vollziehungsbeamten kamen die Fälschungen heraus. Weiterhin hat er sich in zwei Fällen einer Unterschlagung schuldig gemacht, indem er die erlangten Steuerbeträae für sich behielt und ausgab. Obwohl der Angeklagte einschlägig vorbestraft ist, billigte ihm das Gericht nochmals mildernde Umstände zu.' Mit Rücksicht auf das Geständnis und die gezeigte Reue glaubte das Gericht ihn dadurch vor dem Zuchthaus bewahren zu können. Es wurde dem Angeklagten aber an- ged roht, daß bei weiteren strafbaren Handlungen der gleichen Art er nicht mehr mit mildernden Umständen rechnen könnte. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtgefängnis st rafe von sieben Monaten und zu den Kosten des Verfahrens. Zwei Monate der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten auf die Strafe angerechnet. * Der Alfred Guhl aus Breslau, der Johann Haller aus Spital (Oesterreich) und der Johann Schieß aus Montsee (Oesterreich) hatten sich wegen Tierquälerei zu verantworten, ©ie hatten am 7. Dezember 1936 in Friedberg eine Katze zunächst in einem Zimmer gejagt und mit einem Besen geschlagen, sodann das ermüdete Tier in einen Eimer mit Wasser geworfen, den Eimer mit einem Gegenstand zugedeckt und ihn dann auf den heißen Ofen gestellt. Nach einiger Zeit hatten sie den Eimer geöffnet; die Katze sprang heraus und auf die fast glühende Ofenplatte. Aber auch dann erlösten sie das Tier noch nicht von. seinen Qualen, sondern warfen die noch lebende Katze in einen Koksofen, worin sie verbrannte. In der Hauptverhandlung machten die Angeklagten keinen guten Eindruck. Einer versuchte die Schuld auf den anderen zu schieben. Da nach dem Tierschutzgesetz vom November 1933 für solche Rohlinge Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren angedroht ist, verurteilte das Gericht den Haupttäter Guhl — der bereits wegen Tierquälerei vorbestraft ist — zu einer Gesäng- nisstrafe von elf Monaten, den Angeklagten Haller zu einer solchen von sechs Monaten und den Angeklagten Schieß zu einer . Gefängnisstrafe von drei Monaten. Außerdem wurden den Verurteilten die Kosten des Verfahrens auf erlegt. Skandal um Dr.Vandergnien Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Seine ganze gute Laune ist wie weggeblasen. Er hat mit Maria plaudern, hat ihr von der Konferenz und von den Andeutungen des Direktors erzählen wollen. Sie weiß doch, wie er diese halbe Stunde liebt, dies kurze, ungestörte Beisammensein vor dem Beginn des Tagewerkes. Else trägt den Kaffee auf. „Meine Schwester hat — Besuch. Da will ich nicht stören. Bringen Sie mir das Frühstück ins Studierzimmer!" sagt er und stampft in seine Stube hinüber. Die Diele durchquerend, schielt er seitwärts nach oben. Als er dort zwei weibliche Gestalten auftauchen sieht, beschleunigt er seine Schritte und knallt dann, nicht eben sanft, die Tür hinter sich zu. Ja, so ist er nun einmal beschaffen, dieser Mann — dieses große Kind, um es genauer zu sagen. Gut, daß Maria ihn kennt und ihn zu behandeln weiß, den „achtkantigen" Dickschädel, wie sie ihn zu nennen pflegt. Eine andere hätte ihre liebe Not mit ihm. Als Maria die Tür knallen hört, weiß sie gleich, wieviel es geschlagen hat. Sie ärgert sich ein wenig, natürlich, gleichwohl empfindet sie Gisch gegenüber keine Peinlichkeit. Sie hat ihrem Gast ein schwarzes Samtkleid zum Anziehen gegeben, denn Fräulein Amelungs eigenes Fähnchen muß erst geplättet werden. Dieses Kleid, das weich und liebkosend an ihrem jungen Körper hinab fließt, ist für Gisch wie geschaffen. Es gehört zu ihr, wie die Musik zum Tanz. Dem Mädchen selbst mag von der Gewalt dieses Gewandes, das ihr festlich dünkt, etwas überkommen fein. Ihre Schritte sind edler, reifer, die Verhaltenheit der Bewegungen. Dies aber geschieht ihr gänzlich unbewußt. Maria hält ihren Arm locker um Gischs Schultern gelegt und so kommen sie am Tische an, zwei Schwestern, Frucht und Blüte. „Ich werde meinen Bruder holen, greifen Sie nur I einstweilen zu!" Seltsam, Maria hat dies Mädchen auf eine gewisse Art liebgewonnen, in einem Zwang des Gefühls, gegen den sie sich vergebens zu wehren versucht. Por einer Stunde, als sie, vom Lager sich erhebend, vor die noch Schlafende hingetreten war und das befriedete, im Traume, lächelnde Antlitz eine Weile betrachtete, da hatte sie ganz stark diese Neigung gefühlt gleich einem strömenden, bittersüßen Schmerz. Sie hatte Gischs Hand genommen. „Du!" Und dann noch einmal, mit einer Stimme, die wie Lachen klang: „Du!" Davon war Gisch erwacht, hatte erst verwundert um sich gesehen und war dann mit verstörter, vor Scham ersterbender Miene emporgeschreckt. „Haben Sie gut geschlafen, Kind?" Gisch hatte mit hilflosen Augen in das über sie gebeugte Gesicht geschaut. Und Maria hatte gesagt: „Es geht mir recht merkwürdig mit Ihnen. Da kommen Sie dahergeschneit, wie vom Himmel gefallen, und kaum sieht man Sie an, muß man schon eine Entscheiduna treffen. Man kann nicht an Ihnen vorübergehen. „Aber--" hatte Gisch gestottert und wußte nicht aus noch ein, du lieber Gott, wer hätte jemals so etwas zu ihr gesagt! Doch dann war ihr der Mann an der Haustür eingefallen, wie der sie behandelt hatte, einfach gemein. Wäre sie nicht so arg auf dem Hund gewesen, dann hätte der Herr was erleben können. „War das — Ihr Mann — gestern?" Es hatte halb neugierig, halb ärgerlich geklungen, denn nun erst war ihr so recht zum Bewußtsein gekommen, was sie — doch immerhin eine junge Dame — sich hatte bieten lassen müssen. „Mein Bruder! Aber Sie dürfen seine Grobheit nicht allzu tragisch nehmen. Wenn er ausgeschlafen hat, ist er ganz annehmbar. Sie werden es ja selber sehen, wenn wir zum Frühstück hinunterkommen." Gisch hatte den Mund aufgerissen. „Wie? Soll ich etwa — —?" „Natürlich sollen Sie mit uns frühstücken. Wir werden den Herrn Doktor für seine Ungezogenheit bestrafen, indem wir glühende Kohlen auf sein Haupt sammeln." — i Aber wohin nun mit den glühenden Kohlen, wenn das ftagliche Haupt unsichtbar zu bleiben gewillt ist? Maria ärgert sich ein wenig, und nicht mit Unrecht. Man kann es wirklich nicht taktvoll nennen, wenn der junge Mann seine Abneigung gegen einen unwillkommenen Gast so offensichtlich merken läßt. „Wir hatten gestern mittag eine kleine Meinungsverschiedenheit, daran scheint sich mein Herr Bruder jetzt erinnert zu haben. Machen Sie sich's einstweilen bequem, ich werde ihm schnell mal ein bißchen den Kopf zurechtsetzen." Gisch nimmt zögernd Platz, sie hat so ein mulmiges Gefühl in den Kniekehlen. Die fromme Lüge von der Meinungsverschiedenheit ist gar zu durchsichtig. Die beiden haben sich doch vorhin in aller Eintracht guten Moraen gesagt, toll überhaupt, daß man glaubt, Gisch Amelung einen solchen Bären aufbinoen zu können. ,Lch wollte eigentlich — ich möchte doch lieber jetzt fortgehen, denn ich habe Sie wirklich schon lange genug belästigt." „Das wäre ja noch schöner. Reden Sie nicht solch törichtes Zeug, sondern probieren Sie lieber die Radieschen! Garantiert eigenes Erzeugnis! Radieschen schmecken fabelhaft bei nüchternem Magen, aber man muß sie ohne Salz essen." „Ohne Salz?" wundert sich Gisch, jedoch Maria Vandergruen ist bereits unterwegs in die Höhle des Löwen. Gisch beginnt mit Todesverachtung zu knabbern. „Also hör' mal, Steff, was sind das für Kinkerlitzchen? Ich wußte gar nicht, daß du solche Angst vor jungen Damen hast!" „Junge Dame ist gut!" brummelt Stefan, ohne den Blick von seiner Lektüre abzuwenden. „Du meinst diese zweifelhafte Person von heute nacht?" Maria seufzt ungeduldig. „Fräulein Amelung ist ein durchaus anständiges junges Mädchen, und ich möchte, daß du dich selbst davon überzeugst." „Vollkommen überflüssig! Wie stellst du dir das überhaupt vor? Du hast das Mädel bei dir behalten, schön, geht mich nichts an. Du magst ihr etwas zu essen geben, bevor du sie fortschickst — soll mir auch noch recht sein. Wenn du mir aber allen Ernstes zumutest, daß ich mich mit deiner „jungen Dame" an einen Tisch setzen soll, dann ist das wirklich ein starkes Stück, findest du nicht?" „Aber Steff, es ist doch sonst nicht deine Art, jemand zu verurteilen, den du gar nicht kennst!" „Halbwegs anständige Menschen pflegen nicht um drei Uhr früh vor fremden Haustüren zu schlafen. — Was würdest du wohl sagen, wenn ich irgendeinen Tippelbruder nachts von der Straße heraufholte und dir zumutete, ihn als Gast zu de« grüßen?" „Vergleiche hast du manchmal! — Außerdem kann auch in einem Tippelbruder ein wertvoller Mensch stecken." „Herrje! Mit deinen Gefühlsduseleien!" Maria geht um den Schreibtisch herum, stützt sich mit beiden Armen auf die Kante auf uyd zwingt so den Bruder, sie anzusehen. „Darum geht es jetzt nicht. Sondern ich will, daß du die Ungezogenheit von heute nacht wieder gut machst. Ich wiederhole: Fräulein Amelung ist nicht das, wofür du sie gehalten hast, sie ist ein sehr lieber, empfindsamer, zarter Mensch. Ich dulde nicht, daß sie unser Haus in dem Gefühl eines erlittenen Unrechtes verläßt." Stefan stößt einen verzweifelten Seufzer aus. „Unrecht? Wieso Unrecht? Laß mich aus! Herrgott, fei doch gescheit, Mariandl! Es hat keinen Sinn, sich solche Leute auf den fyals zu laden. Wirst sie nachher nicht mehr los!" Maria zieht die Augenbrauen zusammen. Und damit kann sie ihrem Bruder Angst einjagen. „Also, ich bitte dich darum, sei so gut, und komm jetzt mit herüber. Wenn du das Mädchen siehst, wirst du sofort bekehrt sein." Jetzt endlich" streckt er die Waffen, fährt sich mit beiden Händen durch den Haarschopf und erhebt sich stöhnend. „Na schön, das scheint ja ein wahres Wunderwesen zu sein. Damit endlich Ruhe wird — schauen wir uns das Kind eben an, kostet ja nichts!" Er lacht gezwungen auf, als spotte er über seine Nachgiebigkeit, er schließt den Deckel des Schreibzeuges, er rückt umständlich ein paar Bücher zurecht, weiß Gott, er scheint eine Verlegenheit überwinden zu müssen. „Also los nun! Was soll sich Fräulein Amelung denken?" Dr. Vandergruen stöhnt noch einmal abgrundtief. „Nein, was du einem alles zumutest!" Und bann, wahrhaftig, zieht er vor den Glas« scheiben des Bücherschrankes seine Krawatte zurecht. Maria lächelt. (Fortsetzung folgt.) Der Gauenlscheid im Reichsbemssweiikampf. Eröffnungsappell in Darmstadt. ift billigte das Gericht dem Angeklagten mildernde Umstände zu, um ihn dadurch vor dem Zuchthaus zu bewahren. In Anbetracht der Intensität des verbrecherischen Willens mußte aber auf eine erhebliche Strafe erkannt werden. Das Gericht verurteilte ihn daher zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Die Angeklagte D. hatte sich wegen Beihilfe zu einem der schweren Diebstähle des I. zu verantworten. Die Angeklagte, die bereits mehrfach vorbestraft ist, versuchte durch Leugnen die Tatsachen zu verdrehen. Sie gab an, nicht gewußt zu haben, was der Angeklagte vorhatte. Obwohl sie mit dem Angeklagten I. sich zur Nachtzeit in ein fremdes Anwesen eingeschlichen und dem Angeklagten I. bei der Ausführung des Diebstahls geleuchtet hatte, will sie erst später erfahren haben, daß der I. sich die Därme unberechtigterweise genommen hatte. Das Gericht konnte dieser Einlassung der Angeklagten keinen Glauben schenken und hielt sie der Beihilfe für überführt. Sie wurde zu einer G e - fängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt. Drei Wochen der Untersuchungshaft wurden ihr auf die erkannte Strafe angerechnet. Der Angeklagte Sch. hatte sich ebenfalls wegen Beihilfe zu einem der Diebstähle des I. zu verantworten. Trotz hartnäckigem Leugnen konnte der Angeklagte überführt werden, daß er dem I. bei der Ausführung eines Diebstahls wissentlich Hilfe geleistet hatte. Er wurde zu einer Gefängnis- strase von sechs Monaten verurteilt. Erschwerend kam für ihn in Betracht, daß er nicht aus Not gehandelt hatte und daß sein Auftreten vor Gericht nicht geeignet war, bei ihm Milde walten zu lassen. Den Angeklagten fallen außerdem die Kosten des Verfahrens zur Last. Schwerer Verkehre Unfall bei Lang-Göns. Heute morgen ereignete sich unweit von Lang- Göns zwischen Großen-Linden und Lang-Göns in Lichtem Nebel ein Derkehrsunfall. Zwei Kraft- wagen, der Wagen des Betriebsführers einer NSG. Am 31. März endete das Winterhilfswerk 1936/37 des deutschen Volkes, das auch im letzten Winter wieder von unzähligen bedürftigen Volksgenossen die Not abwendete, und schon am 1. A p r i l beginnt die NSV. mit einer großen 1 0 t ä g l - gen Werbeaktion für ihre Sommerarbeit, die der versorgenden Gesunderhaltung des deutschen Volkes dient. Gegenüber einer früheren Jugendpflege hat der nationalsozialistische Staat die neue Art der Pflege der Jugend gestellt, die nicht fürsorgliche, sondern vorsorgliche Maßnahmen umfaßt. In der Sommerarbeit der NSV. nimmt die Kinder- landverschickung^ die sich auch gegenüber früher dadurch unterscheidet, daß die Kinder nach erbbiologischen Werten beurteilt und in erster Linie bedürftige Kinder verschickt werden, während früher die Konfessionszugehörigkeit den Ausschlag gab, einen breiten Raum ein. Auch erschöpft sich die Aufgabe der NSV. nicht darin, Kinder zur Erholung in Heime zu schicken und ihnen einen Landaufenthalt zu vermitteln, sondern es soll mit der Kinderlandverschickung und der Erholung auch eine nationalsozialistische Ausrichtung gewährleistet werden. Die Kinder sollen das Gefühl erhallen, daß sie Glieder einer das ganze Volk umfassenden Gemeinschaft sind. Dieser Gesichtspunkt bestimmt ebenso die Heimgestaltung, wie auch die Auswahl der Pflegestellen. Das Kind soll auch eine Vorstellung davon bekommen, daß jeder einzelne, der eine Pflegestelle zur Verfügung stellt, der Gemeinschaft dient und zur Gesun- Frankfurter Bekleidungsfirma und ein Wagen aus Heuchelheim (VO 8339), in dem drei gegenwärtig in Lang-Göns beschäftigte Männer zu ihrer Arbeitsstelle fahren wollten, stießen heftig zusammen. Nach einer Darstellung des Chauffeurs des Frankfurter Wagens kam ihm der Wagen aus Heuchelheim auf der linken Straßenseite entgegen, und der Zusammenstoß wurde trotz heftigen Bremsens unvermeidlich, da der Frankfurter Kraftwagenführer im Augenblick der höchsten Gefahr auf die noch freie linke Straßenseite fahren wollte, während der andere Kraftwagenführer im gleichen Augenblick von sich aus auf die rechte Straßenseite abbog. Am Straßenrand fuhren beide Wagen dann so heftig zusammen, daß die Motorhauben, Kühler, Schutzbleche und Motor zu einem f a st unkenntlichen Gewirr zusammengedrückt wurden. Die Insassen der beiden Wagen, insgesamt fünf Personen, wurden mehr oder weniger schwer verletzt, glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Die drei Verletzten aus Heuchelheim bzw. Kinzenbach wurden auf ärztliche Anordnung durch die Gießener Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht. Auch der Frankfurter Betriebsführer, der eine erhebliche Kinnverletzung erlitten hatte und einige Zähne verlor, wurde in die Klinik gebracht. Der Kraftwagenführer des Frankfurter Wagens konnte, obwohl auch er Verletzungen erlitten hatte, bei den Wagen bleiben, die beide abgeschleppt werden mußten. lieber die Verunglückten und ihre Verletzungen ist folgendes zu melden: Der 28 Jahre alte Betonpolier Hermann V i e h m a n n aus Heuchelheim hat Brustquetschungen und eine Wunde über dem linken Auge davongetragen; der 35 Jahre alte Zementfacharbeiter Karl Stroh aus Kinzenbach erlitt einen Unterarmbruch und Hautabschürfungen am Kopse; der 31 Jahre alte Einschaler Heinrich Sehl aus Gleiberg kam mit Hautabschürfungen und einer Wunde im Gesicht davon; der 28 Jahre alte Matthäus H e r 11 e i n aus Frankfurt liegt mit einer Unterkieferverletzung darnieder. düng des Volkes durch eine gesunde Jugend beiträgt. Das Kind soll in sein Kinderland hinausfahren, es soll dort aufwachsen und sich später einmal verantwortlich fühlen für das Schicksal seines Volkes. Aus der Pflegefamilie fall das Kind dann um ein Erlebnis reicher, das sich vielleicht tief in das junge herz eingepflanzt hat, wieder zu feinen Eltern zurückkehren. In der Kinderlandoerschickung werden Bande zwischen Stadt und Land geknüpft, und die Kinder, die vorn Osten in den Westen und vorn Norden in den Süden fahren, empfangen ein Bild ihres Vaterlandes und schlagen Brücken zwischen allen Teilen unserer Heimat. Fern vom Elternhaus muß sich das Ferienkind in eine neue Gemeinschaft hineinfinden. Alles, was es in diesen Erholungswochen aufnimmt, wirkt erzieherisch und weitet den Blick. Als höchstes Bewußtsein soll aber in diesen Wochen jedem, Gastgeber sowohl wie Pflegekind, bewußt werden, daß der Führer und mit ihm das ganze deutsche Volk für die Gesunderhaltung der Jugend eintreten. In der Gestellung der Freiplahspenden kann jeder Volksgenosse beweisen, daß das gesamte Volk sich schützend vor seine Jugend stellt. Eine der ersten Pflichten der Nation ist es, den Nachwuchs gesund und stark heranwachsen zu lassen. Unserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt der NSV. bei, auf den wir besonders Hinweisen. Darmstadt, 1. April. (LPD.) Nach den Prüfungen in den Kreisen ift nunmehr der 4. Reichsberufswettkampf in u n ferm Gau Hessen-Nassau in das entscheidende Stadium, den Gauwettkampf, getreten, der in diesen Tagen zmn größten Teil in Darmstadt durchgeführt wird. Am Donnerstag ist bereits der größte Teil der Wettkampfteilnehmer aus allen Teilen des Gaues in Darmstadt eingetroffen. 674 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, größtenteils in der Uniform der HI. und in der Kluft des BDM., zum Teil mit Spezialwerkzeugen ihres Handwerks unter dem Arm, marschierten unter Führung des Kreis-Jugendwalters vor der Festhalle zu Darmstadt zu dem Eröffnungsappell auf. Nach dem Lied „Ein junges Volk steht auf" begrüßte der Gau-Jugendwalter der DAF. und Berufsreferent im Gebiet 13 Hessen- Nassau, Unterbannführer W. Sauer (Frankfurt a. M.), die angetretenen Jungen und Mädel und dankte dem Kreisleiter Wamboldt für die tatkräftige Unterstützung zur Durchführung des Gauentscheids in Darmstadt. Insbesondere sprach er der Bevölkerung Darmstadts, die für alle Teilnehmer Privatquartiere freiwillig zur Verfügung gestellt hat, den Dank der jungen Mannschaft aus. „Schämst du dich nicht?" Mein Vater war sonst nicht so, aber einmal hat er mich doch gründlich verhauen. Es ist lange her, es war noch vor dem Kriege, als wir Ueberfluß an allem hatten. Da warf ich einmal eine Brotschnitte, nachdem ich die Wurst abgegessen und die Butter abgeleckt hatte, in den Mülleimer, und dort lag sie neben einem hartgetrockneten Brontkanten, den meine Schwester hatte verschwinden lassen. „Schämst du dich nicht?" sagte mein Vater. „Brot ist eine Gabe des Himmels. Der Bauer, der Müller, der Bäcker haben sich abgemüht, um dir diese Brotschnitte zu verschaffen, und du willst sie verderben lassen?" Darauf bekam ich meine Strafe, auch für den Brotkanten, für den ich gar nichts konnte. Um ein Stück Brot! grollte ich damals; ich begriff den Zorn des „alten Herrn" nicht. Heute verstehe ich ihn. Heute, da wir die bitteren Erfahrungen des Krieges hinter uns haben, liegt er mir wie eine Prophezeiung in der Erinnerung. Ein Stück Brot! Wer es heute verderben läßt, begeht ein Verbrechen. Altes Brot? Eine Brotsuppe mit Backpflaumen ist auch für Feinschmecker nicht zu verachten! F. W. Die Auspuffklappe. Anhaltende Trockenheit hat den Waldboden ausgedörrt. lieber eine mit dürrem Gras und Reisig besäte Lichtung führt die an dieser Stelle besonders steile Waldstraße. In scharfer Fahrt erklimmt ein mit zwei Leuten besetzter Sportwagen die freie Anhöhe. Der am Steuer sitzende jüngere von beiden schaltet noch einmal den letzten Gang ein und öffnet fast gedankenlos die Auspuffklappe des Vergasers. Flugfunken werden von der über die Anhöhe streichenden Luftbewegung fortgetragen und finden in dem dürren Grafe, wie auch in dem verstreut umherliegenden Reisig gute Nahrung. Erst später wird von einem Hütejungen der Waldbrand bemerkt, der sich in der Zwischenzeit, begünstigt vom Winde, erstaunlich schnell ausgebreitet hat. Wassermangel an dieser Stelle erschwert die Löscharbeiten. Das Feuer muß durch schnell aufgeworfene Gräben Kreisleiter Oberbürgermeister Wamboldt hieß anschließend die Teilnehmer am Reichsberufswettkampf in Darmstadt herzlich willkommen und wies auf die große Bedeutung hin, die dem Reichsberufswettkampf im Dritten Reich zukomme. Deutschland, das feinen Platz an der Sonne erstrebe, müsse diesen Platz noch erkämpfen durch Tüchtigkeit und Treue, durch Treue zum Beruf, Treue zur Nation und Treue zum Führer. Dem vom Gaujugendwalter zum Ausdruck gebrachten Treuegelöbnis zum Führer folgte das Lied der Jugend, worauf den Teilnehmern ihre Quartierscheine und eine Theaterkarte für den gemeinsamen Besuch des Lustspiels -„Der Etappenhafe" im Hessischen Landestheater übergeben wurde. Die stärksten Gruppen des Wettkampfes stellen die Gruppen Eisen und Metalle mit 125 Teilnehmern, Nährstand mit 110 Teilnehmern, Hausgehilfinnen mit 75 Teilnehmerinnen, während die Gruppen Nahrung und Genuß und Handel je 70 Teilnehmer zum Gauwettkampf entsenden. Am Freitag beginnen die fachlichen und sportlichen Wettkämpfe der Teilnehmer des Gauberufswettkampfes. eingedämmt werden. Viele Hunderte von alten Stämmen werden ein Raub des zerstörungswütigen Elementes. Unser deutscher Wald ist zum überwiegenden Teile Staatsforst; er ist Volksgut und bildet einen beträchtlichen Teil unseres Volksoermögens. Sein Holzreichtum liefert den Rohstoff zur Fabrikation für eine Unmenge von Gebrauchsgegenständen. Deutscher Erfindungsgeist und Lebenswille versuchen immer von neuem, uns in dieser Hinsicht von der Einfuhr unabhängig zu machen. Ist es da nicht verantwortungslos gehandelt, wenn man nur an sein eigenes Vergnügen denkt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, daß durch leichtsinniges Verhalten kostbarster Rohstoff vernichtet wird? Sch. Die Ottilien-Mühle bei Wixhausen abgebrannt. Lpd. Darmstadt, 1. April. Aus bisher noch unbekannter Ursache entstand heute morgen in der Ottilien-Mühle (zwischen Wixhausen und Gräsenhausen) ein schweres Schadenfeuer, dem trotz eifrigster Anstrengungen der Feuerwehr die Mühle, sowie das Treppenhaus und der Dachstuhl des an gebauten Wohnhauses zum Opfer fielen. Die übrigen Teile des Wohnhauses, sowie die Scheunen und Stallungen konnten vor dem Vernichtungswerk des Feuers bewahrt werden. Der Schaden ist sehr erheblich, da erst kürzlich neue Maschinen in die Mühle eingebaut worden sind. Die im ersten Stock wohnende Inhaberin der Mühle, Frau Enkel Witwe, wurde durch ein verdächtiges Geräusch aufgeschreckt. Als sie nachsah, stand bereits das Treppenhaus in Flam- m e n. Ihr im Erdgeschoß wohnender Sohn konnte sich mit seiner Familie durch einen Sprung aus dem Fenster retten, während die Besitzerin von der Feuerwehr auf einer Leiter aus dem brennenden Haus geholt werden mußte. Hunderttausende von Kindern warten! Schadenverhütung in Stadt und Land. Schornstein Schönen 449 Wäscht ohne Zusatz von Seife und Seifenpulver. Garantiert ohne Chlor Doppelpaket 55 Pfennig Normalpaket 28 Pfennig Hier abschneiden! Schöps, andere Bezeichnung für Hammel, ein kastriertes männliches Schaf. Schokolade, mit Zucker, Gewürzen und anderen Beigaben bearbeitete Kakaomasse, wegen ihres Gehaltes an Fett und Zuk- ker ein wertvolles Nahrungsmittel, besonders für Kinder und Kranke. Schokolade wirkt leicht stopfend und begünstigt Fettansatz. Schokoladeslecke entfernt man aus Wolle und Seide mit lauwarmem Wasser^ evtl, unter Zusatz von Elyzertn, aus Leinenwäsche durch Einweichen in lauwarmem Wasser mit etwas Alaunzusatz sowie nachheriges Auswaschen mit Seifenwasser. Scholastika, weibl. Vorname lat. Herkunft mit der Bedeutung „die Lernende". Schollen, weitverbreitete, wohlschmeckende Fischart, zu der u. a. Maischolle, Flunder, Rotzunge, Goldbutt, Heilbutt und Steinbutt gehören. Schonung, Pflanzung von jungen Waldbäumen, deren Betreten verboten ist. Schorf ist die aus eingetrocknetem Blut und Eewebsaft zusammengesetzte Bedeckung von Wunden, oft auch eingetrocknetes Sekret aus Eiterbläschen. Ruhig abwarten, bis der Wundschorf von selbst abfällt, unter Umständen mit Ol und Salbe aufweichen. Schornstein, Esse, Kamin, Schlot, Abzugskanal für Rauchgase, mutz richtigen Zug haben, wenn der Ofen oder Herd gut brennen soll. Bei ungenügendem Zug mutz bet SCHWARZ-WEISS ■■■■■■ das neue selbsttätige WASCHMITTEL für alle Wäsche oder geistigem Gebiet, hervorgerufen durch eine gewaltige Erschütterung des Organismus oder eine heftige Erregung des Nervensystems. In schweren Fällen tödlicher Ausgang. Anzeichen für Schock: Der Patient ist blatz, verfallen, das Gesicht ist schweitz- bedeckt, der Puls kaum fühlbar. Auf jeden Fall sofort den Arzt rufen. Schönen, das Wiederbeleben einer Farbe auf Geweben oder das Klären von Wein und Vier mit Hausenblase. Schönheits-Pflästerchen, kleine schwarze Taftstückchen, die in früheren Zeiten von Frauen als Schmuck und zum Verdecken von Hautfehlern ins Gesicht geklebt wurden. Schönheitspflege zu treiben, sollte für jede Frau Pflicht sein, was nicht bedeutet, sich Übertreibungen hinzugeben und sich lächerlich zu machen. Zur Schönheits- oflege gehört sorgfältiges Behandeln des Haares, das immer sauber gewaschen und frisiert sein mutz, Gesichtspflege durch Masia- ge und Entfernen von Milesiern und Pickeln, ohne datz man sich zu pudern und zu schminken" oder die Augenbrauen auszurasieren braucht, sowie Pflege der Zähne, der Hände und Fütze sowie Reinlichkeit des Körpers überhaupt, ferner das Geschmeidigerhalten des Körpers durch Turnen und Freiübungen. Wer Zeit und Geld dazu hat, kann sich eingehender der Schönheitspflege in sogenannten Schönheitssalons widmen. Ein guter Helfer in Ihrem Garten Ist ein stabiler Kasten- oder Leiterwagen. 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Da die durch das Spiel gegen Wetzlar konnten sie den Gästen nicht leisten und verloren mit 4:2 Durch ein Mißverständnis war auch die Jugendmannschaft des FV. Ockershausen am 1. Feiertag in Jugendmannschaft lehr ermüdet war, genug Widerstand Schwimmen, Volksbad, Seltersweg — für • r 20.30 bis 21.30 Außerdem wirb eine tainpf|tarre nmgermannichaft > Männer und Frauen gemeinsam — des Frankfurter Bezirks gegen die Mannschaft des | und 21.30 bis 22.30 Uhr. Der Winter ist vorbei und — sehnsüchtig erwartet — zieht der Frühling wieder in deutsche Lande. Auch der Sportler freut sich über diese Zeitenwende und besonders der Wassersportler begrüßt dieses Frühlingsahnen und rüstet nun eifrig für sein neues Sportjahr. Jetzt geht es wieder hinein in die Boote und hinaus aufs freie Wasser. Auch in die Bootshäuser zieht wieder lebhafter Betrieb. Die Boote sind überholt und spiegeln sich im frischen Lack. Letzte Vorbereitungen werden getroffen — nur noch wenige Tage — und der Anbruch des neuen Rudersportjahres wird offiziell gefeiert. In früheren Jahren stand dieses „Anrudern" immer nur im Zeichen kleiner Ausfahrten, die den Rudersmann kaum über seinen Vereinskreis hin- ausführten. Seit dem Wiederaufbau des geeinten deutschen Vaterlandes ist hier eine wesentliche Aen- derung vollzogen. Nicht mehr der einzelne Verein ruft — nein — die Gemeinschaft aller deutschen Ruderer begeht diesen Auftakt des neuen Sportjahres zusammen! Der Rudersport will diesen Tag als „Tag der Gemeinschaft" erleben. Mit viel Liebe und stolzer Freude haben sich die Ruderer diesen „Tag des deutschen Rudersportes" ausgestal- tet; es ist eine Kundgebung, die eindrücklich Zeugnis ablegt von der Bedeutung des Sportes und der Leibesertüchtigung, und die auch Fernstehende wachrüttelt. Immer standen große Geschehen im Mittelpunkte dieser gemeinsamen Feierstunde, die durch den Mittler „Rundfunk" alle Ruderer und Olympiasieger Manger und Zsmayr (^rech'ng) kommen nach ließen. Wie uns vom I. Kraft- und Sportklub 1 8 9 3 mitgeteilt wird, findet am Sonntag, 11. April, im Cafe Leib eine bedeutende Schwerathletikveranstaltung statt. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht das Auftreten des Olympiasiegers 1936 im Gewichtheben (Schwergewicht) Sepp Manger (Freising), sowie des Olympiasiegers 1932 und des zwei- Oie 3. Hunde der Pokalspiele in der Bezirksklasie. Am kommenden Sonntag finden zwei Begegnungen statt: Turn- und Spielverein Naunheim gegen 1900 Gießen und Spiel- und SC. Burg — Oranien 1914 Frohnhausen Bei dem Pflichtspiel am 28. Februar konnte 1900 die Naunheimer mit 6:0 schlagen. Da die Mannschaft der 1900er sich zur Zeit in sehr guter Form befindet, so wird sie sich auch bei dem Pokalspiel in Naunheim siegreich behaupten können. Burg und Frohnhausen sind als gleichwertige Gegner anzusprechen, jedoch wird aller Voraussicht nach Burg, wenn auch knapp, das Spiel gewinnen können, zumal Burg den Vorteil des eigenen Platzes hat. — Als nächster Spielsonntag für die Pokalspiele ist der 25. April vorgesehen. Das erste Aufstiegspiel in Heuchelheim. Nachdem die Meisterschaft der ersten Kreisklasse Gruppe B entschieden ist, und der Sportverein 1920 Heuchelheim diese einmal mehr errungen hat, sangen schon am kommenden Sonntag die Ausstiegspiele zur Bezirksklasse an. Nach den Spielen an den Feiertagen, besonders nach dem 3:3-Erfolg in Nieder-Florstadt zu urteilen, geht der Sportverein in Heuchelheim wohlgerüstet in den Kampf Die Mannschaftsaufstellung für die kommenden Spiele dürste folgende sein: Christ; Römer, Kreiling; Bach, Mandler, Waldschmidt: Henkelmann, Steinet, Schmidt, Arnold, Hofmann. Gleich im ersten Spiel hat sich Heuchelheim mit seinem wohl schärfsten Widersacher, SV. Watzenborn-Steinberg, auseinanderzusetzen. Steinberg spielte bereits 1935/36 in der Bezirksklasse und mußte unter unglücklichen Umständen absteigen. In Steinberg stand auch schon vor Beginn der Pflichtspiele der Meister der Gruppe A fest, und die Meisterschaft wurde auch, ohne ernstlich gefährdet zu sein, errungen. Heuchelheim hatte es wesentlich schwerer, aber die Mannschaft zeigte in letzter Zeit, besonders auf auswärtigen Plätzen, einen vorzüglichen Kampfgeist. Diese beiden Mannschaften haben wohl die besten Aussichten aufzusteigen, wenn nicht Niedergirmes, Steindorf oder der Sieger von der Gruppe Dill für die bei solchen Spielen unausbleiblichen Ueber- raschungen sorgen. Den Ausgang des Treffens Heuchelheim — Steinberg am kommenden Sonntag darf man als vollkommen offen bezeichnen. Spielvsreimgung 1926 Leihgestern. Die 1. M-annfchaft empfing schon am Karfreitag die Reserve des Sv. 06 Bad-Nauheim zum Gesellschaftsspiel Die Leihgesterner, durch einige Jugendspieler verstärkt, lieferten ein sehr schönes Spiel und gewannen auch verdient mit 5:3 Toren. Die Jugendmannschaft kämpfte am 1. Feiertag in großer Form. Die Wetzlarer konnten die erste Halbzeit das Spiel noch offen gestalten, aber in der zweiten Halbzeit schnürten die Leihgesterner Jungens die Gäste aus Wetzlar vollkommen ein. Nur der hervorragenden Hintermannschaft hatten es die Wetzlarer zu verdanken, daß sie nicht eine hohe Niederlage entgegenzunehmen brauchten. Das Spiel endete mit 2:3 Toren für Leihgestern. ten Siegers 1936 (Mittelgewicht), Sprecher des olympischen Cids, Rudolf I s m a y r (Freising). Außerdem wird eine kampfstarke Ringermannschaft I. Kraft- und Sportklubs antreten. Wir kommen noch auf diese Veranstaltung zurück. Neuer Geschwindigkeits-Rekord für Flugzeuge. Einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Flugzeuge auf geschlossener 100-Kilometer-Bahn stellte der'italienische Reserveoffizier der Flieger Niclot mit 517,836 Stundenkilometer auf. Der alte Rekord des französischen Fliegers Arnoux wurde damit um 41,520 Stundenkilometer Überboten. Der neue Rekord ist mit einem italienischen Serien-Karnpfpslug- zeug „Breda 88" an der Tiberwündung zwischen Fiumicino und Anzio ausgestellt und bereits vorn königlich-italienischen Fliegerklub zur internationalen Anerkennung angemeldet worden. (Sportamt „Kraft durch Freude" Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26, nur für Mitarbeiter der DAF. 18.15 bis 19.30, offener Kursus 20.30 bis 21.45 Uhr. Ruderinnnen in Ost und West, in Nord und Süd und sogar über die Reichsgrenzen hinaus zu einer Einheit zusammenschloß 1935 war es die Rückkehr des Saarlandes, die dem „Tag des Rudersportes" Inhalt gab. Und im Vorjahre war es die Hundertjahrfeier des deutschen Rudersportes. Von der Geburtsstätte des Rudersports an der Alster in Hamburg aus wurde das Zeichen zum Start ins Olympiajahr gegeben. Eindrucksvoll und gewaltig sind dann die Olympiawochen an uns vorübergezogen und haben mit den großen Tagen von Grünau das stolzeste Ruhmesblatt in den Erinnerungskranz des deutschen Rudersportes eingeflochten „Fünf goldene, eine silberne und eine bronzene Olympia-Medaille gewannen unsere Ruderer!" Wohl jeder kann sich dieses Siegesrufes aus Grünau entsinnen, der durch die Welt ging und sie in Erstaunen setzte. Erfolge verpflichten! „Nicht ausruhen, sondern Weiterarbeiten!" Das ist der Leitsatz der deutschen Ruderer in diesen Wochen und Monaten geworden Ueberall wurde im vergangenen Winter gute Vorbereitungsarbeit geleistet. Richtunggebende Bestimmungen für das Rennrudern, für das Frauenrudern und für die Pflege des Jugendfportes wurden geschaffen und daneben das große Sportprogramm für Wanderrudern und Wettfahrten festgelegt. Nun kann es beginnen, das 101. Jahr des deutschen Rudersportes! Am Sonntag, dem 4. April, wird diesmal der „Tag des deutschen Rudersportes" gestartet. Wie immer ist er gleichzeitig der Opfertag der Ruderer für das Winterhilfswerk. Um 10.45 Uhr treten vor allen deutschen Ruderbootshäusern die Mitglieder am Flaggenmast an. Dann schaltet sich der Rundfunk ein, und aus den Lautsprechern erklingt das Kommando zur Flaggenhissung. Dann geht's hinein in die Boote. Ein Startschuß des Reichssportführers — und zur gleichen Minute erfolgt auf allen deutschen Seeg und Flüssen der erste Ruderschlag ins neue Sportjahr. Dauerruderkämpfe, Staffelten» rudern und Kurzstrecken-Regatten bilden den Auftakt, und danach setzen sich die deutschen Ruderer zum gemeinsamen Eintopfessen im Bootshaus zusammen. Gemeinschaftliches Erleben verbindet, und deshalb gilt am 4. April für den deutschen Ruderer und für die deutsche Ruderin nur eins: Ein Schlag, ein Wille, ein Ziel! Alles Vieh wird gut gedeihn, gibt Kellers Futterhalk(Mischung) man ein! V2 kg 36 Pfennig. [1727D Alleinverkauf: Viktoria-Drogerie, Gießen, Marktstr 5. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Schottische Schornstein gereinigt werden, zu starken Zug kann man abschwächen, indem man eine Doppelklappe einbauen läßt. Schottische Leinwand, auch als Gingan bezeichnete leinwandartige Baumwollstoffe. Schrammen auf lackierten Gegenständen reibt man mit einem wollenen Tuch und Leinöl ab Tiefe Schrammen können nur vom Fachmann unsichtbar gemacht werden. Schrank, kastenartiges Möbelstück mit Türen, läßt sich besser verrücken, wenn man unter die Füße einen alten Teppich geschoben oder feuchte Scheuertücher gelegt hat. Große Schränke müssen zum Umzug zerlegbar sein. BeimKatff eines Kleiderschrankes achte man darauf, daß auch Fächer für Wäsche und Hüte vorhanden sind Schranktüren schließen schlecht oder öffnen sich von selbst, wenn ein Schrank schief steht. Das Übel ist zu beheben, indem man durch Holzstückchen, die man unter die Füße schiebt, den Schrank gerade stellt. Schraube, Nagel mit Eewinde- gang, breitem Kops und Einkerbung, dient hauptsächlich zur Verschraubung von Holz Schrauben lassen sich bester eindrehen, wenn man mit einem Nagel ein Loch vorschlägt und die Schraube einfettet. Rostige Schrauben die sich nicht entfernen lassen, betupft man mit Petroleum oder erhitz* sie mit einem darangehaltenen heißen Feuerhaken. Schraubenschlüssel, zum Abstellen des Gas- und Wasserhahns, müs- Schreibmaschine sen immer griffbereit nebert der Abstellvorrichtung hängen. Schreck einjagen, wird vielfach als Spaß oder Mutprobe betrachtet, kann aber bei Kindern und nervösen Menschen üble Folgen, eine Schrecklähmung oder dauernde Schädigungen, nach sich ziehen. Man soll also mit solchen Scherzen außerordentlich vorsichtig sein Schreibfedern, zugespitzte und geschlitzte Stahlfedern. Vor dem ersten Gebrauch erhitzt man sie mit einem Streichholz, damit die Fettschicht verschwindet und sofort Tinte angenommen wird. Schreibkramps ist eine krampfartige Lähmung der Muskulatur der Hand und des Unterarmes, entstanden durch Überanstrengung bei lange anhaltendem Schreiben infolge der stets gleichartigen Bewegung, die einseitig immer die gleiche Muskelgiuppe beansprucht Man setze mit Schreiben aus, nehme die Feder anders in die Hand, vielleicht zwischen den 2. und 3 Finger oder verwende eine Schreibmaschine, da die Störung meist immer wieder kommt. Schreibmaschine, Vorrichtung, die beim Anschlägen von Tasten Buchstabentypen gegen ein Farbband schlägt und dadurch auf einen eingespannten Vapierbogen aufdruckt Zum Dämpfen der Geräusche stellt man die Maschine auf eine Filzunterlage In neuerer Zeit gibt es Schreibmaschinen, die unter einer Elas- haube stehen, nur die Tasten frei- lassen und kaum ein Geräusch erzeugen Man reinigt die Schreibmaschine gründlich alle vier Wo- 4äO Mas nicht fehlen darf ... Eine kleine Auswahl Schrauben sollte in keinem Haushalt fehlen. Es kommt doch oft mal vor, daß eine Holzschraube gebraucht wird. Wollen Sie da extra den Weg zu Häuser machen? Halten Sie also ständig eine kleine Auswahl Holzschrauben im Hause. J. D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. UgLORIrI ■■ j PO LOST Giessen [ .Ui Ul 5 7:/" I Heute letzter Tag! Der große Lacherfolg Oer Etappenhase! Morgen Samstag Erstaufführung! IWILLX FRITSCH MARIAv.TASNADX WILLY BIRGEL Ein mit Spannungen und wechselvollen Kontrasten geladener LTfa-Tonfilm um Kampf und Vertat, um Leid und Liebe \ or dem zeitgeschichtlichen Hintergrund revolutionärer Geschehnisse imBaltikum mit Grete Weiser, Siegfried Schürenberg Josef Sieber Willy Schaeffers In Anlehnung an den in der „Berlin. Illustr. Zeilg.“ erschienenen Roman von Gertrud v. Brockdorff „Der Mann ohne Vaterland". Spielleitung;: Herbert Maisch. Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche! Auf derßühne: Sondergastspiel Lina von Osten | Melodien aller Länder, bekannt durch d. Rundfunk K. 77/36 verb. m. K. 82/36. Zwangsversteigerung. Am Montag, dem 12. April 1937, vormittags 9 Llhr, werden im Amtsgerichtsgebaude in Gießen. Zimmer 204, die dem Landwirt und Fuhrunternehmer Heinrich Heister in Gießen zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band 59, Blatt 3397: I. Flur 38, Ar. 247, Grab- Schähungs- garten am Mühlweg- Wert garten, 353 qm ...... 1765 JUt 2. Flur 38, Ar. 248, Hof- reite daselbst (Lahnstr. Ar. 21), 1085 qm..... 20425 „ 7. Flur 38, Ar. 263, Grabgarten am Hamm, am Reustädter Tor,1256 qm 11280 „ 11. Flur 38, Ar. 262 6/tn, Hvsreitegrund daselbst, 100 qm.............. 300 „ Gießen, den 25. Februar 1937. Zm Auftrag des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. 2254D 28000 3UL 885 Einheits- Wert Familien-Drucksachen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen bei Brühl,Schulstraße7 Geburtsanzeigen empfehlen wir unsere große Auswahl unserer Abteilungen Knaben- und Mädchen-Bekleidung M ya sehr strapaziert, i. verseh. Qualitäten und Formen Hosen und Kletterwesten Windjacken • Wetterbekleidung Lodenmäntel und Gummipelerinen Stets reichsortiertes Lager in Uniformbekleidung für Jungvolk, Hitler-Jugend und Bund deutscher Mädel. Alle Artikel werden nur nach Vorschrift der Reichsjugendführung und der RZM. ausgeliefert Parteiamtl. Verkaufsstelle! NH: WILHELM HOHN UND S Q H N^\ Gießen, Kreuzplatz 15 ______________________2261 A