ltt.51 Erstes Blatt 181. Jahrgang Dienstag, 2. Marz 1957 (briet)ein» tdg Md), auRei Sonntags and Feiertag» Beilagen Die 3Hu|tnerte Gienenei Familienblältei Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Bezugsprets: Mil 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift sür Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru6 und Verlag: vrühl'sche Untverfttäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und Seschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mitlagsnurnmer bis 8* /.Uhr öes Vormittags Grundpreise für l mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.25^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutschlands Recht auf Kolonien. Botschafter von Ribbentrop spricht auf der Leipziger Mesie über die deutsche Stellung zur Weltwirtschaft. Deutschlands Kamps für wahren Frieden. Die Pariser Vorortoerträge waren diktiert von einem demokratischen Imperialismus, unter dessen Ideen die Mächte der Entente im Weltkriege gefochten hatten und die vor allem durch das Versailler Diktat den überraschten Völkern zeigten, daß, wirtschaftlich und politisch betrachtet, die Raubpolitik triumphierte und die demokratischen Illusionen eines Wilson dagegen von dem Tisch der Diktatoren gefegt wurden. Gleichzeitig mit dieser Höchstblüte des Imperialismus begann aber auch seine Zersetzung, und die Zersetzung dieser absoluten Machtpolitik und des Eigennutzes ist in den letzten Jahren soweit fortgeschritten, daß der sogenannte Geist von Versailles heute als reichlich antiquiert anmutet. Botschafter von Ribbentrop hat in seiner großen Leipziger Rede alle die Folgen von Versailles scharf beleuchtet und gleichzeitig gezeigt, wie Deutschland sie überwand, was noch zu überwinden übrig bleibt und welche Neuordnung der Welt daraus hervorgehen muß, wenn die Welt in einem wahren Friedensgeist leben will. Die Wende brachte das Wiedererwachen Deutschlands. Die anderen Mächte hatten aus liberalisti- schem Geist heraus die Nationen in Besitzende und Nichtbesitzende geteilt, sie hatten Deutschland aus dem Weltwirtschaftsprozeß ausgeschaltet und ihm nicht nur riesige Tribute auferlegt und ihm militärische Ohnmacht vorgeschrieben, sondern ihm auch die Kolonien genommen. Es verdient festgestellt zu werden, daß keine Bitte des darniederlirgenden deutschen Volkes um demokratische Gerechtigkeit von den Ententemächten gehört wurde. Jahr um Jahr wurde der Zerfall Deutschlands sichtbarer; alle Versuche, Deutschlands Politik und Wirtschaft nach Tendenzen des demokratischen Auslands zu ordnen, blieben ein vergebliches Werk, da das Ausland uns feindselig blieb. Erst der Durchbruch des Nationalsozialismus brachte eine radikale Aenderung. Der Klassenkampf verschwand, alle deutschen Kräfte gingen einmütig an das Werk des Wiederaufbaues, und gerade durch die Haltung der übrigen Welt wurden wir gezwungen, zu versuchen, aus eigener Kraft uns emporzuarbeiten. Man hat vom Vierjahresplan als dem einer autarkifchen Wirtschaft gesprochen, man hat ge- meuit, der große deutsche Wirtschaftsraum wolle sich der Welt gegenüber abschließen, und der englische Außenminister Eden hat gesagt, der Plan widerspräche allen Bestrebungen, die Weltwirtschaft wieder zu ordnen. Botschafter von Ribbentrop hat dem gegenüber nachdrücklich darauf verwiesen, daß Amerika und Frankreich sich zunächst abschlossen, daß England durch die Beschlüsse von Ottawa tatsächlich die Autarkie in seinem Wirtschaftsraum unter Benachteiligung aller anderen Wirtschaftsnationen durchgeführt hat. Der Vierjahresplan fei also Deutschland von dem Auslande geradezu aufgezwungen worden. Diese Beweisführung ist nicht zu widerlegen, und damit sind auch die politischen Ergüsse der fremden Staatsmänner gegen den Vierjahresplan überflüssig und schädlich. Wir arbeiten daran, den Lebensstandard des deutschen Volkes zu heben, unsere Eigenerze-ugung zu sichern, aber darüber hinaus auch natürlich mit der Weltwirtschaft in Verbindung zu bleiben. Botschafter von Ribbentrop betonte, es möge sein, daß einige große Oel-, Gummi- oder Baumwollgesellschaften etwas schlechtere Geschäfte mit Deutschland machten, aber das fiele welthandelsmäßig kaum in die Wagschale. Soll aber das Interesse dieser Gesellschaften die Politik gegen Deutschland bestimmen? Das wäre gerade der Triumph des Eigennutzes einzelner über die Interessen nicht nur des arbeitsamen deutschen Volkes, sondern der ganzen Welt der Arbeit! Der Wille zum Welthandel, die Freiheit der Zugänge zu den Rohstoffgebieten ist gerade durch Versailles sabotiert worden. Verantwortlich dafür - sind die Regierungen, die die Politik des Eigennutzes soweit getrieben haben, daß sie unter demokratischen Phrasen Deutschland die Kolonien Wegnahmen. Der Versailler Friedensvertrag hat Deutschland in den Artikeln 118 bis 127 genötigt, auf alle Kolonien zu verzichten. Die Entente folgte dem eng- i üschen Prinzip, das der Handelsminister Runciman bereits im November 1915 aussprach, wonach Deutschland wirtschaftlich verelendet, seiner Kriegsund Handelsflotte und Kolonien beraubt werden müsse. Die deutschen Kolonien in Afrika umfaßten 2 707 300 Quadratkilometer (das mehr als Fünffache an Umfang des Deutschen Reiches) mit 13 977 000 Einwohnern; die Südseekolonien erstreckten sich über 245 053 Quadratkilometer mit 696 350 Einwohnern. Der Völkerbund teilte diese Kolonien auf und gab England den Hauptanteil, beteiligte weiter Frankreich, Belgien, Japan. Für die Ententemächte als Urheber des Versailler Frie- I densvertrages kommt jetzt der entscheidende Augen- ! blick der Bewährung. Wollen sie den Raub ewig behalten oder wollen sie dem Drängen Deutschlands nach Rohstoffgebieten Platz geben? Solange Deutschland seiner Kolonien beraubt bleibt, ist ihm nicht nur der Zugang zu den Rohstoffquellen versperrt, sondern es ist diskriminiert. Daran ändern alle Erklärungen der demokratischen Staatsmänner Englands und Frankreichs nichts. Daß die Welt heute die Kolonialschuldlüge erkennt und weiß, daß ein so von Rohstoffgebieten ausgeschlossenes gewaltiges Wirtschaftsgebiet wie Deutschland politisch unbefriedigt sein muh, ist wohl ein Zeichen der Wandlung der Geister. Aber die Staatsmänner der Entente haben noch nichts getan, um diese Geisteswandlung auch in ihre Politik zu übertragen. Mit Recht sagt Botschafter von Ribbentrop, eine bessere Garantie für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung als ein zufriedenes und gesättigtes Volk könne es gar nicht geben. Weshalb verweigern die Staatsmänner der Entente jeden Schritt auf der Bahn des Friedens und der Gleichberechtigung? Die veralteten Ideen von Versailles, die Folgen der Raubpolitik und ihre Frucht, der Bolschewismus, werden durch das geeinte Deutschland immer bekämpft werden. Wir wollen nichts anderes als unser Lebensrecht und wenden uns nachdrücklich gegen jeden Versuch, dieses deutsche Lebensrecht zu sabotieren. Rationalsozialismus und Weltwirtschaft. Die Kundgebung in Leipzig. Leipzig, 1. März. (DNB.) Die Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., die alljährlich im Rahmen der Leipziger Messe die wirtschaftspolitische Arbeit und Kampfrichtung der Partei darlegen läßt, hatte ihre diesjährige Kundgebung unter das Thema „W ille zum Welthandel" gestellt. Neben den führenden Männern der Partei, des Staates und der Wirtschaft aus dem ganzen Reich waren auch namhafte Vertreter der ausländischen Wirtschaft, namentlich aus England, sowie das Diplomatische und Konsularkorps in großer Zahl erschienen. Der Gauwirtschaftsberater des Gaues Sachsen, Staatsminister Lenk, begrüßte die Teilnehmer inmitten der Leipziger Mesie. Die Messe sei das Spiegelbild nationalsozialistischer Erzeugung der ersten vier Jahre im Dritten Reich. Der Nationalsozialismus habe zwar anerkannt, daß ein ausreichen- derExpvrtfür die Stetigkeit der wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands unbedingt erforderlich ist, allein nur von einer planmäßigen Ausfuhr fei ein positiver Gewinn für unsere Nationalwirtschaft zu erwarten. Nicht mehr der Gedanke der lleberoorteilung, sondern der Gegenseitigkeit, d. h. der Ergänzung des Bedarfes der nationalen Wirtschaften, sei die wirtschaftspolitische Grundlage der Handelsbeziehungen. Die Ex- portuntemehmungen seien Mitglieder der nationalen Wirtschaftsordnung, die dem Gesamtwohl der Nation zu dienen haben. In diesem Sinne sei das nationalsozialistische Deutschland beseelt von dem Willen zum Welthandel. Mandel. Botschafter von Ribbentrop führte dann nach einem kurzen Ueb erblick über die Entwicklungsgeschichte der Leipziger Messe u. a. aus: Es ist das unsterbliche Verdienst unseres Führers und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, auch auf dem Gebiete der Wirtschaft einen radikalen Umschwung in Deutschland herbeigeführt zu haben. Der Grundsatz des Führers, das Kapital hat der Wirtschaft zu dienen, und die Wirtschaft dem Volke und nicht umgekehrt, wirb mit der Machtergreifung oberster Leitsatz für die neue deutsche Wirtschaftsgestaltung. Ich glaube, daß man heute ruhig sagen kann, daß die deutsche Wirtschaft selbständig in der Lage ist, das deutsche Volk zu erhalten. Unser Führer ist aber stets bestrebt gewesen, neben der wirtschaftlichen Sicherung der nackten Existenz des deutschen Volkes eine Erhöhung des allgemeinen Lebens standards herbeizuführen, um damit erweiterte Möglich- keiten des kulturellen Schaffens für sein Volk sicherzuslellen. Zu diesem Zwecke hat die deutsche Wirtschaftsführung in den letzten Jahren gewaltige Anstrengungen unternommen, um das deutsche Handelsvolumen mit dem A u s l a n d e auf dem Wege des normalen Güteraustausches zu erhöhen. Die Tatsache, daß dies durch die kurzsichtig ablehnende Haltung wirtschaftlich starker Länder nur z. T. gelang, und ferner die Erkenntnis, daß das weitere Umsichgreifen des Bolschewismus in der Welt die Gefahr einer weiteren Schrumpfung des deutschen Außenhandelsvolumens (siehe Spanien) mit sich bringen könnte, hat den Führer veranlaßt, völlig neue Wege zu beschreiten. Der Vierjahresplan ist Deutschland von dem Auslande geradezu aufgezwungen worden. Er ist daher nur eine natürliche S e l b st h i l f e Deutschlands und alle Kritik des Auslandes kann uns nur in unserer Auffassung bestärken, daß wir aus dem richtigen Wege sind. Versailles hat Deutschland, einst einen der wohlhabendsten Staaten der Erde, in die Front der Besitzlosen gedrängt. Man hat Deutschland seinerzeit unoernünftigerweife seine gesamten mobilisierbaren Werte genommen und so eine Ungleichheit des Besitzstandes auf allen Gebieten geschaffen, die niemals von Dauer sein kann, und die heute für ein gut Teil der Unruhe in der Welt verantwortlich zu machen ist. Es liegt aber im Interesse aller Staaten, diese Unruhe in der Welt zu b e- fettigen, und daher einen Ausgleich zwischen den besitzenden und den besitzlosen Nationen zu finden. Nach Lage der Dinge ist dieser Ausgleich nur auf zwei Gebieten zu finden, nämlich: 1. durch eine Lösung der Frage der Rückgabe des ehemaligen deutschen Kolonialbesitzes, und 2. durch die eigene Kraft des deutschen Volkes selber. Deutschland beansprucht grundsätzlich das Recht auf Kolonialbesitz, wie dies auch jeder anderen, selbst der kleinsten Ration der Welt, zusteht, und muh jegliche Argumentation, die ihm dieses Recht streitig machen will, in aller Form zurückzuweisen. Deutschland mit seiner auf engstem Raum zusammengedrängten großen Bevölkerung braucht Kolonien mehr als irgendjemand. Ausgerechnet Deutschland aber soll keine Kolonien besitzen? Ebenso abwegig aber wie die Gründe, mit denen Deutschland die Kolonien weggenommen wurden, ist auch 'die Begründung, wonach Deutschland eine imperialistische Kolonialpolitik treiben und seine Kolonien zu strategischen Stützpunkten ausbauen würde. Nun jur wirtschaftlichen Seite: Hier sind es hauptsächlich drei Punkte, die imiE wieder unterstrichen werden müssen: ™ 1. Die R o h st o f f r a g e, d. h. die Notwendigkeit für Deutschland, Gebiete zu besitzen, in denen mit eigener deutscher Währung Roh- stoffquellen erschlossen werden können und aus denen ebenfalls mit deutscher Währung Rohstoffe für die Versorgung der deutschen Industrie zu kaufen sind. Heute stehen Deutschland die Rohstoffquellen der Welt zwar offen, aber nur gegen Bezahlung in Devisen, die wir nicht in genügendem Umfange besitzen. 2. Die Kolonien als Absatzmarkt für In- dustrieartikel und als Feld für das deutsche Unternehmertum. Hierbei sind die Aufträge von den kolonialen Verwaltungsbehörden für öffentliche Arbeiten besonders zu erwähnen. In fremden Kolonien gehen diese Aufträge fast ausschließlich an die Industrien der Mutterländer, unter deutscher Souveränität würde unsere Industrie natürlich das Primat haben. 3. Die Entwicklungsmöglichkeiten in den Kolonien. Die Kolonien werden von dem heutigen Deutschland in eine viel großzügigere und langfristigere Wirtschaftsplanung mit ihnen durchgeführt werden können als dies bei unserer früheren freien Wirtschaftsführung möglich war. Es besteht kein Zweifel, daß auf diese Weise nach einigen Jahren der Entwicklung aus den Kolonien ein erheblich größerer Prozentsatz des gesamten deutschen Rohstoffbedarfs gedeckt werden kann als vor dem Kriege, und zwar unter ausschließlicher Inanspruchnahme deutschen Kapitals, also deutscher Währung. Wir hoffen, daß gesunder Menschenverstand und Wirtschaftskrisen auch auf diesem Gebiet obsiegen und baldigst eine gerechte Lösung finden werden. Die im Auslande wachsende Einsicht über die Deutschland widerfahrene Ungerech- t i g k e i t in der Behandlung der Kolonialfrage wird hoffentlich die Mandatsmächte veranlassen, hier einmal von sich aus die von uns erwartete großzügige Geste freiwillig zu machen, was für eine endgültige Bereinigung der Atmosphäre von größter Bedeutung wäre. Ich glaube, Deutschland kann diese Geste sogar verlangen, denn: bei dem Prozeß der Wiedereingliederung Deutschlands in die Reihe der Besitzenden ist Deutschland freiwillig bereit, zur Befriedigung seiner Bedürfnisse durch eine erneute ungeheure kraftansirengung des gesamten deutschen Volkes die Hauptlast wiederum auf seine eigenen Schultern zu nehmen. Dies bedeutet nämlich praktisch der Vierjahresplan. Es geht daher nicht an, daß die Welt auf der einen Seite fagt, das materiell unzufriedene Deutschland sei gefährlich, und auf der anderen Seite nicht gewillt ist, Deutschland zu helfen, sondern sogar vieles tut, um zu verhindern, daß wir satt und zufrieden werden. Ich glaube, daß die Außenwelt an dem Gelingen und an der schnellen Durchführung des Vierjahresplanes fast genau in demselben Masse interessiert sein müßte, wie Deutschland es selber ist. Denn: hat es jemals in der Geschichte eine bessere Garantie für Ruhe und Frieden gegeben als ein zufriedenes und saturiertes Volk? hier liegt nach meiner Auffassung die große außenpolitische Bedeutung unseres Vierjahresplanes. Deutschland hat heute als Großmacht feinen natürlichen Platz unter den Nationen wieder eingenommen. Es ist einig unter der Führung Adolf Hitlers, es ist stark durch das Wiedererstehen feiner Armee, und es ist im Begriff, sich auch wirtschaftlich unabhängig zu machen. Diese einfachen Tatsachen scheinen aber für gewisse Kreise des Auslandes genügend Grund zu sein, um nach wie vor gegen Deutschland zu hetzen. Ich weiß aus Erfahrung, daß diese Hetze zumeist nicht der wirklichen Einstellung der fremden Völker entspricht, sondern daß landfremde und von dunklen Mächten abhängige Elemente aus Abneigung, Neid, Mißgunst Deutschland schädigen wollen. Es ist nun eine bedauerliche Tatsache, daß diese internationalen kommunistischen Hetzer immer wieder Helfershelfer in den verschiedenen Ländern finden. Diesen nahen sie sich meistens unter dem Mantel der Demokratie und erklären, der Bolschewismus sei eine nationale demokratische Angelegenheit Rußlands und damit der westlichen Demokratie nahe verwandt, die einzige-Gefahr aber für die Demokratien seinen Nationalsozialismus und Faschismus. Nur infolge dieser konstanten und aus unzähligen Kanälen immer wieder neugespeisten Hetzpropaganda gegen Deutschland und gegen die NSDAP, ist es zu verstehen, daß man heute im Auslande oft den seltsamsten Unterstellungen begegnet, die immer auf einen Zweifel an Deutschlands Friedensliebe hinauslaufen. Dabei sind die Ziele des deutschen Volkes durch die großen Reden des Führers viel eingehender vor der Welt festgelegt worden, als dies überhaupt je durch einen anderen Staatsmann geschah. Ein weiterer beliebter Angriffspunkt der Propaganda der Komintern ist d i e deutsche Aufrüstung. Niemand weiß besser als wir selbst, was das deutsche Heer im Weltkrieg geleistet hat und was das deutsche Volk den Männern zu verdanken hat, die in den letzten Jahren die neue deutsche Armee aufgebaut haben. Die Anerkennung des Auslandes hierfür ist für uns sehr schmeichelhaft, aber ich glaube, daß hier ein offenes Wort über die Rüstungsgeschichte der letzten vier Jahre vonnöten ist. 14 Jahre lang mußte das deutsche Volk gewärtig sein, daß jederzeit jeder Nachbar ins deutsche Land einmatschiere, wenn Deutschland irgendeine Handlung vornehme, die ihm nicht paßte. Während dieser Zeit waren sämtliche anderen Länder meist hoch gerüstet und in der Lage, jederzeit ihr Land gegen einen etwaigen Eindringling zu beschützen. Der Führer erklärte der Welt mit der Machtergreifung, daß er diesen Zustand nicht weiter dulden würde. Er verlangte die Gleichberechtigung durch Einlösung des Abrüstungsversprechens der anderen, Deutschland erklärte, bis zum letzten Maschinengewehr abrüsten zu wollen, wenn die anderen dasselbe täten. Als es klar wurde, daß die Welt nicht daran dachte abzurüsten, und auch nicht daran dachte, Deutschland die Gleichberechtigung zu geben, als ferner alle Angebote des Führers zur Rüstungsbegrenzung gescheitert waren, handelte der Führer und stellte durch die Wieder- etschaffung der deutschen Armee das Gleichgewicht und den Zustand her, in dessen Genuß die anderen Nationen schon immer waren. Die Reaktion auf diese Maßnahme, durch die Deutschland sich lediglich in den Verteidigunaszustand versetzte, in dem die anderen Länder selbstverständlich immer waren, bestand in Angriffen gegen die angeblichen Absichten. Als Antwort auf die deutsche Aufrüstung, burrfi die ia die deutsche Armee völlig neu geschaffen werden mußte, reagierte man nun mit weiteren gewaltigen Auf - r ü st u n g e n. Deutschland reagierte nicht mit Angriffen auf diese gewaltigen Mehrrüstungen, sondern mit der Erklärung, daß das Maß seiner Verteidigung jedes Land selbst bestimmen könne. Run kommt das Seltsame: Man nimmt diese Haltung Deutschlands als das Selbstverständlichste von der Welt zur Kenntnis, hetzt aber seinerseits gegen die deutsche Aufrüstung ebenso tapfer weiter. Deutschland versieht eine solche Haltung nicht und lehnt sie scharf ab. Man erkennt hieran wieder deutlich die Giftmischerei der dunklen Mächte, die nichts als Unruhe und Unheil in die Völker hineintragen wollen, weil sie nur von Unheil und Unfrieden leben können. Die Abrüstung und Rüstungsbegrenzung hat bedauerlicherweise versagt. Das einzige Abkommen einer Rüstungsbegrenzung ist das deutsch-englische Flottenabkommen. Wenn keine weiteren Schritte in dieser Richtung folgten, wenn die großen Bemühungen des Führers zu einer Rüstungsverstän- digung mit Frankreich in den letzten Jahren nicht zum Erfolg führten, wenn es auch nach diesen Erfahrungen der letzten Jahre unendlich schwer scheint, eine allgemeine Rüstungskonvention in dieser Welt zustande zu bringen, so glaube ich doch nicht an ein uferloses Wettrüsten. Ausschlaggebend ist immer der tatsächliche Wille der Negierungen zum Ausgleich, zur Verständigung. Daß das neue'Deutsch- land diesen guten Willen hat, haben die großen politischen Angebote des Führers an die Welt innerhalb der letzten vier Jahre und die Vereinbarungen mit unseren Nachbarn zur Genüge bewiesen. Der Vierjahresplan ist ein erneuter Beweis hierfür auf dem Gebiete der Wirtschaft. In demselben Maß, in dem es durch den Vierjahresplan gelingt, Deutschland wieder in die Reihe der wirtschaftlich gesunden und solide fundierten Völker einzureihen, wird ein großer Teil der Schmierigkeiten und Hemmungen, wie Deviseneinschränkungen, Einsuhr- kvntingenticrungen usw. verschwinden, Die heute das deutsche Wirtschaftsleben und den Austausch mit dem Auslande belasten. Durch die Welt geht heute unter dem Eindruck des Riederbruchs der Varkricgswclt und unter dem zersetzenden Einfluß bolschewistischer Gedanken eine Welle der Skeptik und des Pessimismus über die wirtschaftlichen Zukunftsmöglichkeiten. Das deut, fche Volk ist optimistisch. Statt der müden, verdrossenen Gesichter, denen man früher täglich begegnete, sieht man heute fröhliche Menschen. Durch die Straßen marschiert in singenden Kolonnen die deutsche Jugend, die deutsche Arbeiterschaft findet heute Kraft durch Freude, man sieht, daß wieder Lebensmut in das deutsche Volk ein* gezogen ist. Der Dierjahresplan ist ein Ausdruck dieser Lebensbejahung und ist auch ein deutliches Ja, zu einer endgültigen Gesundung der deutschen Volkswirtschaft. Liese Gesundung ist für die Welt von vitalster Bedeutung. Denn: Der Welthandel kann nicht zu neuer Blüte kommen, wenn Deutschland ausfällt. Em blühender Welthandel ist der beste Garant des Friedens. Daß Deutschland heute nach tiefem Verfall auf dem Wege zur Gesundung und zu neuer Kraft ist, ist das große Wunder des Ratio nalfozio- lismus. Der Mann, der dies vollbrachte und damit heute schon dem Weltfrieden einen unschätzbaren Dienst geleistet hat, ist unser Führer Adolf Hitler. Prag rückt von Geba ab. Das Buch des tschechischen Gesandten in Bukarest. Prag, 2. März. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodza beantwortete eine Interpellation, die das heftig diskutierte Buch des bisherigen tschechoslowakischen Gesandten in Bukarest Seda: „Sowjetrußland und die Kleine Entente in der Weltpolitik" zum Gegenstand hatte. Der Ministerpräsident erklärte zu der viel beachteten Tatsache, daß der tschechoslowakische Außenminister Dr. Krofta zu diesem Buch das Vorwort geschrieben habe, es sei dem Außenminister „nicht möglich gewesen, das ganze Buch in allen Einzelheiten durchzustudieren". Richt als Ausdruck der Z u st i m m u n g zum Inhalt dieses Buches fei das Vorwort geschrieben, sondern aus Gefälligkeit gegenüber dem Gesandten, „der sich in einer literarischen Arbeit versuchte". Im übrigen sei das Buch Sebas, „wie jede literarische Arbeit von Staatsbeamten" weit davon entfernt, die Ansichten der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Die Regierung halte es nicht für notwendig, Schritte zu unternehmen, um den durch das Buch angerichteten Schaden aus der Welt zu schaffen, weil „eine ganze Reihe von Aeuße- rungen Sebas in hohem Maße unrichtig wiedergegeben worden seien , sie könne aber nicht umhin, die Berechtigung des Rücktritts- g e f u ch e s des Gesandten anzuerkennen, da er Gegenstand von Angriffen gewisser Kreise geworden sei. Unerwünschte Gäste. Amerikanische Bermndahotels lehnen Juden ab. R e u y o r k, 2. März. (DNB.) In Reuyork erregt eine Meldung der New Port World Telegram Aufsehen, daß sich vier amerikanische Hotels auf der Bermuda-Insel entschlossen haben, mit Beginn der Saison jüdische Gäste nicht mehr auf- z u n e h m e n. — Zwei andere Hotels, Eastle- Harbor und Elbowbeach, nehmen bereits seit Jahren keine Juden auf. Die Hotels folgen mit diesem Judenverbot der Gepflogenheit aller erstklassigen Hotels und Clubs in den Vereinigten Staaten, die es stets abgelehnt hatten, Juden auf- zunehmen. Jährlich rechnet man mit etwa 80 000 Touristen aus den Vereinigten Staaten, die ihre Ferien auf den Bermudas verbringen. New Port World Telegram berichtet weiter, daß die Hotels ihren Neuyorker Manager angewiesen haben, die Gäste auf das Judenverbot hinzuweisen und Anmeldungen von Gästen daraufhin genau zu prüfen. Im letzten Jahr waren fast die Hälfte aller amerikanischen Gäste auf den Bermudas Juden. Kleine politische Nachrichten. Neichsorganisationsleiter Dr. Ley ist auf der Ordensburg Vogelsang in der Eifel eingetroffen. Gemeinsam mit dem Leiter des Hauptpersonal- amtcs in der Neichsorganisationsleitung wird Dr. Ley zwei Wochen auf Vogelfang verweilen, um eine persönliche Äusmusterung der 500 seit Jahresfrist auf Vogelsang befindlichen Burg- männer zur Feststellung ihrer weiteren Verwendung durchzuführen. * Am zweiten Jahrestag der Rückgliederung des Saarlandes fand eine Festsitzung der Ratsherren der Stadt Saarbriicken statt. Oberbürgermeister Dürrfeld schlug die Reichsminister Göring, Dr Goebbels und Dr. F r i ck, die sich im Saarkampf einen bevorzugten Platz im Herzen der Saar erobert haben, für die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Saarbrücken vor. * In München wurde in Anwesenheit des Reichsministers Dr. Frank mit dem Bau des Hauses des Deutschen Rechts begonnen. Vor der Arbeiterschaft des ersten Bauabschnittes machte Dr Frank, in dessen Begleitung sich der Reichsgeschäftsführer des RS.-Rechtswahrerbundes, Dr. Heuber, befand, den ersten Spatenstich. * Zur 6. fachwissenschaftlichen Tagung für Reichsfinanzbeamte sind mehr als 700 Be- amte nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Die Tage bringen Vorträge u. a. von Staatssekretär Rein h a r dt, Regierungsrat Dr. Schettler (Reichs- linanzminisierium), Regierungsrat Münch (Landes- fmanzamt Hamburg), Ministerialrat Herting, Ober- rcgierungsrat Beck, Ministerialrat Beck und Ministerialrat Dr. Gabriel (sämtlich Reichsfinani- Ministerium). ch Die deutsch-polnische Uebercinfunft über die Abwicklung von Aufwertungs- r e ch t s v e r h ä l t n i s s e n ist am 5. Januar 1937 in Kraft Getreten. Der In ihr vorgesehene g e - mischte Ausschuß hat seine Arbeiten aufge- nommen Die „Deutsche Abteilung des deutsch-pol- mschen Ausschusses für Aufwertungsverrechnung" Berlin W 8, Markgrafenstraße 38, hat hierüber in Nr. 47 des „Reichsanzeigers" eine Bekanntmachung erlassen, aus der sich nähere Einzelheiten ergeben. Die Uebereinkunft gibt die Möglichkeit, deutsche Gläubiger, die Auswertungsforderungen gegen polnische Schuldner haben, im Wege eines Verrech- mingsverfahrens durch Auszahlung ihrer Forderungen in deutscher Reichsmark zu befriedigen. Der neue Danziger Völkerbundskommiffar Prof Burckhardt traf mit feiner Gattin in Danzig ein. Er wurde von Staatsrat Dr. Böttcher als Vertreter der Regierung begrüßt. Von polnischer Seite war der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Chodacki, erschienen. Die Warschauer Gruppe des Verbandes der polnischen Rechtsanwälte beschloß, ihren Mitgliedern die Beschäftigung jüdischer Referendare zu untersagen. Rur Rechtsanwälte polnischer Rationalität können Mitglieder der Warschauer Gruppe des Verbandes sein. An den ae- samtpolnischen Verband der Rechtsanwälte sollen gleiche Forderungen gerichtet werden. * Das endgültige Ergebnis der indischen Provinzialwahlen zeigt eine klare Mehrheit für die nationalistische Kongreßpartei in sechs der elf Provinzen. In verschiedenen Provinzen ist die Kongreßpartei überhaupt die einzige Partei gewesen. Die für die Verfassung eintretenden arteten haben nur in zwei Provinzen eine Mehrheit erringen können. Gleichberechtigung die Basis eines gesunden Welthandels. Bernhard Köhler auf der Leipziger Kundgeduna Außenhandels. Für uns bedeutet dies eine Bestäti- j die Märkte durch Schaffung von Verbrau- von gesunden Volkswirtschaften aus wieder ein blühender und seinen Teilnehmern nützlicher Welthandel entstehen kann. Wir würden durchaus an der Entwicklung eines neuen blühenden Welthandels verzweifeln müssen, wenn wir nicht überzeugt wären, daß die natürlichen Kräfte der Völker vor allem gesunde und in sich gefestigte Volkswirtschaften hervorzubringen vermögen. Richt gegenseitige Abhängigkeit zur Deckung der stockten Notdurft, sondern Austausch freier Lei- st ungen zur gegenseitigen Bereicherung ist der Sinn des Welthandels. Die natürliche Außenhandelsgrundlage eines Volkes ist nicht sein Mangel an lebensnotwendigen und unentbehrlichen Gütern, sondern der U e b e r s ch u ß seiner Leistung und Kunstfertigkeit mit dem es in Austausch und Wettbewerb zu anderen Leistungen und Fertigkeiten treten kann. Kein Volk soll glauben, dem Leistungswettstreit entgehen und ihn durch künstliche Monopole ausschal- ten zu können, ohne schließlich die eigene Tüchtigkeit und den eigenen Wohlstand preiszugeben. Wird | der Versuch dazu gemacht, so wird bald der Zwang I wirksam, nicht mehr mit der Leistung, sondern m i t niedrigeren Löhnen zu konkurrieren. Eine I sogenannte Weltwirtschaft auf solchen Grundsätzen | aber muß der Verarmung, der Völkerfeindschaft und dem Klassenhaß Vorschub leisten. Wir Deutschen Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, hielt auf der Kundgebung der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, ebenfalls eine Rede, in der er u. a. ausführte: Nahezu in allen Ländern, deren Wirtschaft durch xutjeiujunueis. yui uns ueui’iuei vity tuie öu|uui= । gung dafür, daß das erste Ziel wirtschaftspolitischer Führung die innere Gesundheit der nationalen Wirtschaft fein muß und daß erst ch e r n, d. h. durch richtigen Einsatz der nationalen Arbeit entwickelt werden. Wirtschaftliche Selbstbestimmung ist das unabdingbare Hoheitsrecht eines freien Volkes. Nicht die Politik anständiger Völker stört die Wirtschaft, aber das jüdische Geschäft stört anständige Politik und die jüdische Politik stört die Geschäfte anständiger Völker. Wir kommen nicht als Hilfsbedürftige. Wir kommen auf den Weltmarkt als Kaufleute, die sich ihres eigenen und des Wertes ihrer Waren bewußt sind, und die entweder als Gleichberechtigte mit anderen Geschäfte machen oder gar nicht. Wir jjnd entschlossen, uns aller der Vorteile zu bedienen, die der Welthandel uns zu bieten vermag. Nun suchen wir die Leute, die bereit sind, uns z u verstehen, mit uns zu verdienen. Wir sind zutiefst überzeugt, daß wir unsere Gegenleistung nur im freien Wettbewerb anbieten können. Wir glauben nicht an einen Welthandel, der aus Zwang und Not und Hunger entsteht. Wir glauben aber an einen Welthandel, der von dem kräftigen Willen arbeitsfreudiger Völker getragen wird. einen hohen Stand gewerblicher Erzeugung gekenn- haben ja bereits den Beweis geführt, daß für den zeichnet ist, hat sich das Bild der wirtschaftlichen Ausfall großer Arbeitsmöglichkeiten in der Aus- Lage innerhalb des letzten Jahres entscheidend ge-s fuhr die Versorgung des eigenen Vol- ändert Dennoch ist die Steigerung der nationalen 11’e s eintreten mußte. Dasselbe gilt auch für den Erzeugung in den neu aufgeblähten Volkswirtschaf- Markt der Rohstoffe. Es ist in keiner Hinsicht zu ten wesentlich höher als die Steigerung ihres befürchten, daß hierfür Abnehmer fehlen, wenn nur Das Haus Der DAF. in Leipzig. Den Auftakt zur diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse bildete die Grundsteinlegung zur <5hrenhalle des Hauses der Deutschen Arbeitsfront durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. (Scherl-Bilderdienst-M.) MHi MM W - Journalistisches Gangstertum. Unerhörte Verleumdungen eines englischen Marxistenblattes. London, l.März. (DNB.) Es lohnt sich nicht, jede einzelne jener deutschfeindlichen Hetz - m e ldungen zu verzeichnen, mit denen eine gewisse Auslandspresse teils auf Grund eigener Erfindung, teils ohne Zweifel auf Anordnung von jüdisch-bolschewistischen Propagandazentralen Tag ür Tag die öffentliche Meinung ihrer Länder über» chwemmt. Denn diese Lügen weisen nicht nur hin- ichtlich des Verbrecherischen ihrer Absicht und des Gemeingefährlichen ihrer Wirkung, sondern auch hinsichtlich ihrer Plumpheit eine nicht gerade von besonderer Intelligenz ihrer Hersteller zeugende Eintönigkeit auf. Als wegen ihrer Bösartigkeit besonders bemerkenswert darf jedoch eine Meldung des M a r j i ft e n b I a 11 e s „P eopl e" verzeichnet werden, das feinen Lesern erzählt, Deutschland habe innerhalb der letzten läge etwa 500 b e - sonders geschulte Männer und Frauen damit beauftragt, d i e englischen Nüstungs- Pläne auszu spionieren. Diese Betreffenden seien von einem „geheimnisvollen Mann", der vom Führer selbst (!) mit dieser Auf- gäbe betraut worden sei, ausgesucht worden. Sie würden wahrscheinlich als deutsche Touri st e n auftauchen und seien besonders darin geschult, sich a l s Kommunisten zu tarnen, um auf diese Weise aus den kommunistischen Arbeitern Geheimnisse herauszulocken. Was das Blatt mit dieser unverschämten Lügenmeldung erreichen will, liegt auf der Hand. Es hofft, den vor der Welt in Wort und Tat bekundeten Friedens- willen des Führers in Zweifel zu zie- h_e n, die deutschen politischen Absichten in den Schmutz zu zerren und zugleich die englische Deffent- lichkeit gegen den Gedanken einer Verst ä n d i g u n g einzunehmen. Angesichts solcher bewußter Brunnenvergiftung drängt sich von selbst die Frage auf, ob es nicht im Interesse der europäischen Befriedung notwendig wäre, gegen diese Art von journalistischem Gangstertum einzu- schreiten. ♦ Mit Recht hat eben erst Botschafter von Ribbentrop in seiner Leipziger Re-de an den Appell des Führers erinnert, „daß es unmöglich ist, zu einer wirklichen Befriedung der Völker zu kommen, solange der fortgesetzten Verhetzung durch eine internationale unverantwortliche Clique von Brunnenvergiftern und Meinungsfälschern nicht E i n- halt geboten wird". Daß in Kreisen verantwortungsbewußter Staatsmänner des Auslandes der gleiche Eindruck im Wachsen begriffen ist, hat die scharfe Mahnung gezeigt, die der Präsident der französischen Republik an die Presse seines Landes gerichtet hat, nachdem einige durch ihren Haß gegen das nationalsozialistische Deutschland sattsam bekannte Pariser Journalisten mit ihren haltlosen Verdächtigungen Deutschlands in der Marokkofrage einen Gipfel politischer Brunnenvergiftung erklom- men hatten. Die albernen Verleumdungen, die nun das Londoner „People" über Deutschland und feinen Führer ausstreut, zeigen, daß trotz der Mah- nungen zur Disziplin die Gefahr, die den Weltfrie- den von dem unverantwortlichen Wirken einer skrupellosen internationalen Pressemeute droht, um keinen Deut vermindert worden ist. Es ist an der Zeit, daß man auch in den Demokratien des Westens endlich zu begreifen anfängt, daß die „Freiheit" der Presse hort ihre Grenze haben muß, wo ihre Zügellosigkeit für jede aufrichtige Politik einer Verständigung der Völker eine untragbare Belastung darstellt. Hollands Achillesferse? ^on innerem E M.-ÄeruDtentat>er (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Batik Papon (Holl. Indien), Febr. 1937. Nun liegen wir hier bereits seit zwei Tagen und drücken den Daumen solange, bis er uns weh tut. „Wenn es nur nicht regnet", so lautet unser mehr oder minder stiller Wunsch, denn schon eine Stunde Verlust beim Laden bedeutet, daß wir eine ganze weitere Nacht dableiben müssen. Das ist kein Vergnügen in einer Gegend, ’n der alles nach Petroleum riecht, und wo man den Verdacht nicht los wird, daß der Chinesenboy die Wäsche im Oelwasser Batik Papans wäscht. Einen Vorteil hat diese an sich schöne Bucht Borneos wenigstens: Hier haben wir keine Moskitonot. Ohne Unterbrechung bringen die kleinen Lokomotiven neue Ladungen an unseren Quai: Ungezählte Tausende an Säcken mit Paraphin, 20-Liter-Büchsen mit Benzin und Eisenfässer mit Petroleum. Die Lademarke des Schiffes scheint schon überschritten. „Honkong Amoy, (Santon und Schanghai", lauten die Aufschriften der Fracht. „Oil for the lamps of China!“ Ja, Del für die Lampen und Paraphin für die Kerzen Chinas! Hat denn Borneo überhaupt eine andere Bedeutung als Del? Nun, für den nüchternen Menschen wohl. Im Süden der Insel bei Bandjermassin und weiter im Westen bei Potianak gibt es ungezählte Gummikulturen. Das Land könnte Java den fehlenden Reis liefern, ungezählten Millionen an Menschen Platz geben. Der südöstliche Teil der Insel ist buchstäblich mit Diamanten und Edelsteinen durchsetzt. Die dort vorgelagerten Inseln haben ziemlich bedeutende Kohlenlager. Aber was bedeutet das alles für die Zeit? Gummi gibt es zuviel, Edelsteine auch, Kohlen find hier für die Heizung entbehrlich und Reisanbau bis zur Selbstgenügsamkeit würde die Handelsbeziehungen zu Siam und Birma stören. Kein Wunder, daß die Rieseninsel, doppelt so groß wie Deutschland, ein einziger großer Urwald bleibt, be- wohnt von zwei Millionen Dajaks, einst Kopfjäger genannt. Und was für ein Urwald! Von unserem Schiss aus sehen wir deutlich eine niedrige Hügelkette. In einem zivilisierten Lande müßte man sie in höchstens einer Stunde zu Schiff und Eisenbahn erreichen. Diese Hügelkette versuchten einmal einige junge Leute zu erreichen. Man fand sie Tage später fast verhungert und vollkommen erschöpft auf. Angesichts der gewaltigen Anlagen Balik Papans mit feinen Hunderten von Tanks, feinen Fahfabriken, Kühlanlagen, Raffinerien, Krankenhäusern und (9e- schäften. Selbst dieser Urwald mit seinen unerforschten Geheimnissen bedeutet nichts, denn hier regiert allein das Del. Mit Del kann man Schiffe treiben, Kriegsschiffe im besonderen, Flugzeuge, Autos und Panzerwagen. Und es gibt gefährlich wenig Del in vielen Ländern. Darum stehen auf den Hügeln Balik Papans auch — niemand kann sie sehen — Schiffsgeschütze, liegen im Hafen auch Wasserflugzeuge, Minenleger und mitunter Zerstörer. Die fünfhundert Europäer dieser Delfelder befinden sich im Zustande einer latenten Mobilisation. Sie werden ständig zu militärischen Uebungen aufgerufen, die natürlich an Drt und Stelle stattfinden und auf den besonderen Zweck eingestellt sind. Es ist nur wenig, was Holland hier an militärischen Mitteln einsetzen kann. Man beklagt sich auch stets bitter darüber, daß das Mutterland dank seiner parlamentarischen Budgetmethode diese Mittel immer wieder kürzt. Ein selbst nur mangelhaft entschlossener Gegner könnte hiefb und die weit nördlich davon gelegenen Felder von Tarakan leicht besetzen. Man hat daher zu einer anderen Verteidigungsmethode gegriffen. Für den Ernstfall ist alles so vorbereitet, daß eine Stunde Widerstand genügt, um die Delfelder so grünlich zu zerstören, daß es wenigstens ein Jahr dauert, um sie wieder nutzbar zu machen. Wer ist der mutmaßliche Gegner? England hat in Nordborneo selbst Del und kann seine Reserven auch aus dem Irak ergänzen. Bleibt also Japan, und in der Tat meint auch hier jeder nur das Land der ausgehenden Sonne. Zwischen Balik Papan und Tarakan hat man ihm Delkonzessionen eingeräumt, um so die Aufmerksamkeit von den beiden Feldern abzulenken. Aber, merkwürdig, gerade im Gebiete der japanischen Konzession findet man kein Del. Das hat auch zum wiederholten Male Veranlassung zu Gerüchten gegeben, wonach die Quellen Borneos überhaupt am Versiegen sind. Man darf mit einer gewissen Berechtigung annehmen, daß dies Ablenkungsmanöver sind, daß die Quellen Sumatras so reichlich sind, daß Holland und selbst England, eine noch nicht einmal sichere Zusam- menarbeit vorausgesetzt, kaum in Verlegenheit kommen würden. Gerade diese letztere Tatsache sollte die holländische Deffentlichkeit zu einer nüchternen Beurtei- tcilung der Dinge bringen. Es wäre wirklich an der Zeit, das Weltbild einmal im eigenen Gesichtswinkel zu sehen und nicht im sogenannten internationalen, der doch kein anderer ist als der der Großmächte. Vor einiger Zeit gab es in Niederländisch- Jndien harte Angriffe gegen den Kommandanten des holländischen Besuchsgefchwaders, der sich der Presse in Singapore gegenüber für eine Zusammenarbeit mit England aussprach. Man sprach von einer Verletzung der Neutralität. Diese Kritik ist lobenswert, bedeutet aber praktisch nicht viel, weil die Deffentlichkeit in ihrer ganzen Einstellung doch wieder das Tempo nach der Gegenseite bestimmt. Das will nicht heißen, daß mein sich auf England verläßt, aber per Saldo kommt es auf dasselbe hinaus. Dieses Tempo, das in der Deffentlichkeit bestimmt wird, heißt: Japan, Deutschland, und auch Italien sind eine Weltgefahr. Merkwürdig, daß es gerade Länder sind, denen tropische Roh- st o s f e f e h l en. Man will es heute in weiten Kreisen auf Java noch nicht begreifen, daß große Völker leben müssen. Darin deckt sich die Ansicht mit der Englands und Frankreichs, d. h. man macht bei aller Neutralität doch deren Politik. Ich glaube, und das ist auch die Ansicht vieler alter Tropeneuropäer aller Nationen, es wäre ein besserer Weg für die Niederlande, mit den drei großen rohstoffhungrigen Ländern zu verhandeln. Auf diese Weise würde wenigstens einmal der gesamte Archipel erschlossen, der nach der eigenen Ansicht seines Ministerpräsidenten z u groß für Hollands Kolonialoermögen ist. Die Politik der offenen Tür böte außerdem Sicherheit für den territorialen Bestand unter Hollands Fahne, da sich die Mächte gegenseitig bemachen würden. Sie würde eine neue Zeit der Wohlfahrt für Niederländisch-Jndien bringen. Im Augenblick besteht die Politik noch darin, den Deutschen selbst die Ergänzung ihrer eigenen Angestelltenschaft zu erschweren, um einmal von Deutschland zu reden. Eine Zeitung schrieb einmal, daß Java die Deutschen nicht gerufen habe. Welch Irre- führung der Oefsentlichkeit. Man hat sie gerufen, und Tausende haben ihr Leben für das Land gelassen. Hält Holland einmal fest an der Politik der geschlossenen Tür für Indien, dann wird Batik Papan dank des Oels eine wirkliche Achillesferse für keine Kolonie. Das kommt um so schneller, je schneller der Konflikt infolge eines unbeschreiblichen Fatalismus in Europa ausbricht. Die einzige Politik eines kleinen Landes ist wirkliche Neutralität, Objektivität, Optimismus und Aktivität aus unabhängigem Willen. Nur so wird es der allgemeinen Gleichmacherei entgehen. Als wir am Abend Dalik Papan verlassen, weht am Strande Borneos die rot-weiß-blaue Fahne der Niederlande, vor einem Himmel der nationalen Orangefarben. Niemals bin ich sicherer als in diesem Moment, daß es so bleiben wird, wenn es Holland selber so will und darauf verzichtet, ideenmäßig seine Hilfe von anderer Seite zu erwarten. Neun ausgewlesene Reichsdeutsche abbefördert. Moskau sucht noch immer nach Beweisen. Moskau, 1. März. (DNB.) Von den aus der Sowjetunion ausgewiesenen zehn Reichsdeutschen sind bisher neun, und zwar sechs aus Leningrad (Fischle, Klein, Walther, Larisch, Paul Bärwald und Tatjana Bärwald), drei aus Moskau (Thile, Goldschmidt und Melchior) unter Polizeibewachung zur Grenze abbefördert worden. Einer der zur Ausweisung Bestimmten, Wilhelm Pfeiffer, der beim Besuch des Vertreters der Deutschen Botschaft einen sehr erregten Eindruck machte, ist bisher nicht abbefördert worden, sondern befindet sich, von von Sowjetseite mitgeteilt wird, nach wie vor in Gewahrsam des Jnnenkommissariats in Moskau. Pfeiffer, der früher Kommunist war und nicht nach Deutschland zurückkehren wollte, soll, wie jetzt bekannt wird, in ein anderes Land abgeschoben werden. Manche reichsdeutschen Gefangenen sind während ihrer Haftzeit offenbar einem doppelten Druck ausgesetzt worden, indem sie nicht nur fälschlich beschuldigt, sondern auch mit angeblich nach der Rückkehr in Deutschland ihnen drohenden Gefahren geschreckt worden sind. Insofern ist es deshalb auch bezeichnend, daß, abgesehen von den zehn Reichsdeutschen, die jetzt ausgewiesen wurden, noch kein einziger der zumeist seit Monaten Verhafteten trotz wiederholten Verlangens der Botschaft von einem Botschafts- oder Konsularoertreter hat besucht werden können. In einer sowjetamtlichen Mitteilung, in der die Ausweisung der obenerwähnten Reichsdeutschen mitgeteilt wurde, heißt es, „die Ausgewiesenen hätten sich in der Voruntersuchung schuldig bekann t". Im Gegensatz hierzu haben sie bei dem Besuch des Vertreters der Deutschen Botschaft ausnahmslos jede der ihnen zur La st gelegten Vergehen be st ritten und immer wieder ihre Unschuld beteuert. Der neue (Sowjetbotschaster in Valencia. „Ein Spezialist der kommunistischen Propaganda." Paris, 1. März. Der „Matin" warnt davor, zu glauben, daß mit dem Sowjetbotschafterwechsel in Valencia Moskau auf weitere Wühlarbeit in Spanien verzichten würde. Der neue Sowjetbotschafter in Valencia, Leo Jakobsohn-Gaikis, geannt „der schweigsame Agitator", sei der Anstifter zahlreicher kommuni st ischer Aufstände in Lateinamerika gewesen. In Moskau scheine man der Ansicht zu sein, daß Moses Rosenberg die „Fühlung mit den revolutionären Massen" verloren habe. Außerdem habe er nicht mit der nötigen Geschmeidigkeit zu handeln gewußt, um Reibungen mit den Häuptlingen der spanischen Bolschewisten zu vermeiden. Jakobsohn-Gaikis war nach einer schnellen Laufbahn bei der Tscheka und bei der Propagandasektion der Komintern 1924 „Gesandtschaftssekretär" in Mexiko bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko und Sowjetrußland, der mit auf seine revolutionäre Agitation zurückzuführen war. Unter seinem Kommando seien dann die zahlreichen kommunistischen Aufstände in Bolivien, Peru, Chile und Brasilien ausgebrochen, an denen vor allem die Indianer teilgenommen hätten. Seitdem werde Gaikis als „Spezialist der kommunistischen Propaganda" betrachtet. Gaikis beherrsche die spanische Sprache, was ihm erlauben werde, mit den örtlichen Leitern wie auch mit den „spanischen Massen" selbst in enger Fühlung zu sein. Oie Grenzkontrolle. Die leitenden Männer der Ueberwachung bestimmt. London, 2. März. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, daß die leitenden Posten des Ueberwachungsplanes für die spanischen Grenzen uttd Küsten bereits provisorisch verteilt worden seien. Die Oberleitung zu Wasser und zu Lande werde der frühere Oberbefehlshaber der niederländischen Flotte Vizeadmiral de Graaf inne haben. Als Chef der internationalen See- kontrolle und der Hafeninspekteure sei der holländische Konteradmiral Olivier vorgesehen. Die Leitung der internationalen Ueberwachung a n d e r französisch-spanischen Grenze werde dem dänischen Generalstabsoffizier Oberst Lunn übertragen werden. Kapitän Malcolm H. S. McDonald ist zum Leiter der Landkontrolle an der portugiesischen Grenze und zu seinem Vertreter Kapitän A H. Smyth ernannt worden. Die beiden Engländer werden im Lause der Woche zusammen mit dem ersten Kontingent britischer Beobachter — ehemaligen Seeoffizieren und Zollbeamten — nach Portuaal reisen, um dort an der portugiesischen Grenze die vom Nichtein-. mischungsausschuß vorgesehene Kontrolle auszuüben. Zunächst werden 130 Engländer entsandt. Kapitän McDonald hat als aktiver Marineoffizier an der Schlacht am Skagerrak teilgenommen. Die tatsächliche Ueberwachung wird nach Meinung der „Morning Post" voraussichtlich erst am 20. März in Kraft treten. Auch für die übrigen Maßnahmen sei mit einer beträchtlichen Verzögerung zu rechnen, da der Ueberwachungs- plan die Aufstellung von insgesamt 1000 Beobachtern erfordern werde. Jüdische Kriegsgewinnler. Holländische Flagge für Waffentransporte mißbraucht. Amsterdam, 2. März. (DNB. Funkspruch.) Ueber Waffentransporte nach dem bolschewistischen Spanien auf Schiffen unter niederländischer Flagge schreibt das nationale „Dag- blad": Hinter diesem „neutralen" holländischen Verkehr stehe der internationale Finanzjude Daniel Wolf, der zu den marxistischen französischen Gewerkschaften enge Beziehungen unterhalte. Der Apparat des internationalen Judentums, der im Weltkrieg soviel habe von sich reden machen, laufe nun wieder auf vollen Touren und zögere keinen Augenblick, das Leben holländischer Seeleute auf diesen gefährlichen Fahrten, deren Versicherung keine Gesellschaft zu übernehmen bereit sei, aufs Spiel zu setzen, um selb st die riesigen Kriegsgewinne einzustecken. Das Blatt richtet scharfe Angriffe gegen die Regierung, die nichts tue, um diesen Mißbrauch der niederländischen Flagge abzustellen, sondern für die Lieferung nach Sowjetfpanien sogar Ausfuhrprämien bezahle. Auch der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" berichtet über Waffentransporte auf holländischen Schiffen nach Sowjetspanien, bisher habe sich noch niemand bemüht, diese Transporte zu verhindern. Erneuter Bergarbeiterstreik in Ungarn. Im Fünfkirchener Kohlenrevier (Ungarn) ist der Bergarbeiter st reik mit erneuter Kraft aus- gebrochen. In einer sozialdemokratischen Versammlung der Bergarbeiter wurde beschlossen, die Arbeit erst wieder aufzunehmen, wenn die Eigentümerin des Bergwerks, die Donau-Dampffchiffahrts-Gesell- schaft, die Entlassung von 146 Arbeitern rückgängig gemacht habe. Dem Streik haben sich auch die zur christlich-sozialen Gewerkschaft gehörenden Arbeiter angeschlossen. Bei Schichtwechsel haben sich etwa 12 v. H. der Belegschaft zur Aufnahme der Arbeit gemeldet. Die Feldpost im Weltkriege. Von Major a. O. Walter Hofmann (im Kriege Referent für Feldpostfragen im Stabe des Generalquartiermeisters im Großen Hauptquartier). Fürst Bismarck rühmt in feinen „Gedanken und Erinnerungen" mit Recht die fchöpferifche Persönlichkeit des Generalpostmeisters Stephan, insbesondere feine Aufgeschlossenheit allen brauchbaren Neuerungen gegenüber. Diese Grundhaltung ist bei unserer Reichspost noch heute beste und lebendige Ueberlieferung; ihr verdanken wir die Fortentwicklung vieler Erfindungen — vom Fernsprecher bis zum Rundfunk und Fernsehen unserer Tage — und gerade in deren schwierigen Anfängen war die Reichspost ein verständnisvoller Helfer und Förderer, ja oft Bahnbrecher in pflichterfülltem Einsatz von Mensch und Technik im Dienste der vielseitigen Aufgaben des heutigen Verkehrs. Auch während des Weltkrieges hat die Reichspost mit Hilfe der Feldpost die für Heer und Heimat unentbehrliche Verbindung bis zu den fernsten Schützengräben in Flandern und Mesopotamien, in den weiten Gebieten Rußlands urti) Rumäniens bis hinauf nach Helfingfors und hinab zur Lombardei hergestellt. Große Schwierigkeiten waren hierbei zu überwinden. Angesichts der Aufgaben und Leistungen der deutschen Feldpost wird so recht klar, wie sehr der Weltkrieg für uns e i n Volkskrieg war. Dies ging nicht nur daraus hervor, daß die Kriegsteilnehmer aus allen Schichten der Bevölkerung kamen, sondern auch daraus, daß auf Altersklassen zurückgegriffen werden mußte, die früher ganz oder teilweise vom Heeresdienst befreit waren. Die Feldpost versorgte neben der eigentlichen Kampftruppe alle rückwärtigen Kommando- und Verwaltungsstellen des Etappen- oder sonstwie besetzten Gebiets nebst den dazugehörigen Formationen. Sie alle standen mit der Heimat oder dem Feldheere in postalischem Austausch. Der gleichstarke seelische Druck des Krieges lastete auf Volk und Heer und schuf eine solche Gemeinsamkeit des Erlebens, daß der Nachrichtenaustausch zu einem starken Bedürfnis wurde, mit dem alle Truppenführer und selbst die Heeresleitung rechnen mußten. Die äußerst gesteigerten Formen des ins Riesige gewachsenen Feldpost-Verkehrs, der den des Krieges 1870 um das Fünfunddreißigfache überstieg, wurde so zu einem Abbild aller Spannungen und Stimmungen des gesamten Volks. Die stärkste seelische Belastung entstand gleich zu Anfang des Krieges. Der unbedingt geheim zu haltende Aufmarsch erforderte gebieterisch die Zurückstellung postalischer Wünsche, so berechtigt sie auch waren. Die dringende Notwendigkeit, große zum Schlagen fähige Truppenmassen schnellstens hinüberzuwerfen ins feindliche Land, stand im Vordergrund. Die Eifenbahnlage, von der die Poftverforgung abhängig war, schuf an den großen Knotenpunkten, besonders an der Grenze, derartige Zusammenballungen, daß die Entwirrung nur allmählich möglich war. Die unerwartete Schnelligkeit des Vormarsches ergab weitere Verzögerungen. Die Heimat konnte dieses alles nicht ahnen und belastete mit einer Flut gut gemeinter Sendungen den Verkehr. Unkenntnis oder unfertige, ja falsche Anschriften von Truppenteilen, die es im Frieden nicht gegeben hatte, brachte Verwirrung. Alles dieses bewirkte, daß Heimat und Truppe gerade die ersten Wochen des Krieges oft in qualvoller Ungewißheit verleben mußten. Aber selbst nachdem der Stellungskrieg den Feldpost- Verkehr in ruhigere geregelte Bahnen gelenkt hatte, brachten die später von den maßgebenden Kommandostellen verfügten Po st sperren ähnliche Lagen. Sie mußten aber angeordnet werden, um dem Gegner strategische Truppenoerschiebungen zu verschleiern oder um bestimmte Bahnlinien dem vordringlichen Transporte von Truppen und Kampfgerät freizuhalten. Heer und Heimat haben diese, oft längere Zeit andauernde, Trennung willig getragen. — Jrn Mittelpunkt aller postalischen Bemühungen standen immer die Bedürfnisse der kämpfenden Truppe. Kein Krieg wird aber auf die Dauer nur mit Gewehren und Kanonen geführt. Erst die seelische Verbindung zur Heimat gibt der kämpfenden Truppe den inneren Sinn und die Stütze, deren sie so bitter bedarf. Größte Bedeutung hatte deshalb auch die Zuführung von Liebesgaben. Sie wurden aus der Heimat in reichstem Maß gespendet und besonders dankbar von den Feld- und Kriegslazaretten begrüßt; sie waren allerdings in ihren Ansprüchen an Raum und Gewicht eine ganz besondere postalische Schwierigkeit. Der zunehmende Mangel in der Heimat, besonders in der Ernährung der Bevölkerung, führte später zu einem Rückgang der Liebesgaben- sendungen. Dagegen entwickelte sich ein immer stärker werdender Feldpaketverkehr vom Feldheer nach der Heimat, und mancher Brief aus dem Felde hat wohl auch die Stimmung in der Heimat gehoben. Bei der Zusammensetzung des deutschen Heeres aus allen Berufen und der geistigen Durchbildung auch des einfachen Soldaten, der im Frieden durch gute Schulen gegangen war, machte sich im Felde bald ein starkes Bedürfnis nach geistiger Nahrung, d. h. Zeitungen geltend. Dieses steigerte sich naturgemäß, als durch die Ruhe des Stellungskrieges in den Unterständen und Dörfern hinter der Front die Eintönigkeit der langen Winterabende besonders stark empfunden wurde. Auch im Kriege 1870 entstanden ähnliche Bedürfnisse, so daß damals monatlich etwa 70 000 Zeitungssendungen ins Feld gingen. Im Weltkriege wurden z. B. folgende Ziffern erreicht: September 1914 300 000 Zeitungen Dezember 1914 690 000 „ Januar 1916 3 040 000 „ Dezember 1917 5 900 000 Hierbei wurde möglichste Beschleunigung der Zustellung erstrebt. Ich erinnere mich einzelner Stichproben der Obersten Heeresleitung mit dem Ergebnis, daß z. B. bei der 5. Armee die Morgenausgabe der Berliner Zeitungen bereits am Morgen nach dem Erscheinungstage, die Abendausgabe am Nachmittag nach dem Erscheinungstage bei der Truppe zur Ausgabe gelangte. Die Armeen im Osten konnten allerdings nicht so schnell versorgt werden. Die Straßenverhältnisse, soweit man hiervon oft überhaupt sprechen konnte, erschwerten jeden Nachschub in empfindlichster Weise, insbesondere bei der Feldpost, die durchgängig nur mit Pferden und Wagen anstatt auch mit Autos ausgerüstet war. Es wäre unbillig, hier unerwähnt zu lassen, wie namenlos die sich auftürmenden Schwierigkeiten waren. Im Osten spielten sich die Kampfhandlungen, gemessen an den Armeeabschnitten, in viel größeren Räumen ab. Der rasche Vormarsch der Truppen legte bald große Entfernungen (von 200 ja bis 300 Kilometer) zwischen diese und die Eisenbahnendpunkte, so daß die Beförderungsmittel der Feldpost nicht ausreichten. Hilfe an Pferden und Fahrzeugen konnte von der Truppe infolge ihres Eigenbedarfs nicht geleistet werden. Beitreibungen aus dem Lande hatte auch meist schon die Truppe, als vordringlich für sich selbst, vorgenommen, so daß hier wenig zu holen war. Am störendsten waren aber die starken Truppenverschiebungen in diesen großen Räumen und die häufigen Neubildungen von Armeen und Armeeteilen. Man denke an die Umgruppierungen nach Tannenbera, an Hindenburgs Vorstoß in Südpolen, an die Verschiebung in den Raum von Thorn—Posen für den Vorstoß in Richtung Lodz ufro. Das alles führte zu großen Stauungen besonders der Päckchenpost an den Umschlagstellen. Die Verhältnisse wurden auch hier erst geregelter, als es gelang, durch Taufende von Arbeitskräften die Straßen in leidlichen Zustand zu bringen, den Kraftwagen einzusetzen und nützliche Querverbindungen zu schaffen. Trotz allem hat aber im Osten nur das Pferdefuhrwerk die meisten Postverbindungen hergestellt. Aber gerade die Schwierigkeiten der Postzuführung, die die Truppe aus eigenem Erleben wohl kannte, ließen die Ankunft der Post im Osten und den anderen entfernteren Kriegsschauplätzen von der Truppe besonders dankbar empfinden; auch spielten dort kleinere durch Päckchen übersandte Gebrauchsgegenstände eine ungleich freudigere Rolle als im Westen, wo doch immerhin manches gekauft werden konnte. Es ist wohl auch ein altes menschliches Gesetz, daß etwas um so höher geschätzt wird, je schwieriger es erworben wurde. Jedenfalls: Wo auch unsere Truppen standen und kämpften, im Westen ober Osten, in Finnland, in der Ukraine, auf der Krim ober im Kaukasus, ob am Euphrat oder Tigris, in Palästina ober irgendwo auf dem Balkan, wenn Muttern die Adresse richtig schrieb: die Feldpost hat immer ihren Mann gefunden, und Muttern hat ihren Gruß von noch fo weit her erhalten. Einstellung junger Ingenieure in den Postdienst. Die Deutsche Reichspost stellt laufend eine große Zahl junger Ingenieure — möglichst der Fachrichtung Elektrotechnik — als Anwärter für den gehobenen mittleren Beamtendienst ein. Diese Anwärter werden zunächst zwei Jahre in den einzelnen Betriebszweigen der Deutschen Reichspost ausgebildet; sie erhalten während des ersten Jahres eine Vergütung von rund 160 Mark, und im zweiten Jahr von "rund 190 Mark monatlich. Nach dem Vorbereitungsdienst werden sie in das außerplanmäßige Beamtenverhältnis übernommen und spätestens nach drei weiteren Jahren als Technischer Telegrapheninspektor planmäßig angestellt. Später bieten sich ihnen weitere Beförderungsmöglichkeiten. Bewerbungsgesuche sind an das Reichspostzentralamt, Berlin-Tempelhos, zu richten. Ausführliche Merkblätter sind bei allen Post- und Zweigpostämtern erhältlich. Aus aller Wett. Bekannter deutscher Flugzeugmotorenkonstrukteur gestorben. Im Alter von 49 Jahren st a r b in Dessau der bekannte Flugzeugmotorenkonstrukteur Dr.-Jng. Johannes G a st e r st ä d t, ein langjähriger Mitarbeiter der Junkers-Forschungsanstalt. Der Name des Verstorbenen ist vor allem mit der Entwickelung der Schwerölflugmotoren von Junkers verbunden. Vor zehn Jahren übernahm Dr. Gafterftädt als Hauptarbeitsgebiet den Schwerölflugmotor, dessen Grundlage Professor Junkers vor und während des Krieges geschaffen hat. Die letzten Erfolge der Junkers- Schwerölmotoren find die Flüge Dessau—Bathurst im Ohnehaltflug und Nordatlantikversuchsflüge der Deutschen Lufthansa Azoren—Neuyork. Für die Junkerswerke und für die deutsche Luftfahrtindustrie bedeutet bas Ableben von Dr. Gasterstädt einen großen Verlust. Das hochsche Konservatorium wird staatliche Hochschule. In Frankfurt fand die Beratung des Haushaltsvoranschlags statt. Wie Stadtrat Keller mitteilte, hat sich der Minister bereit erklärt, das Hochsche Konservatorium in Frankfurt als staatliche Hochschule anzuerkennen. Die neue Hochschule wird eine bauliche Erweiterung erfahren und soll die Abteilungen künstlerische Ausbildung, Musikerziehung und Kirchenmusik enthalten. Große Schneeverwehungen in der Schweiz. Die Schneefälle, die in den letzten Tagen in den Alpen niedergingen, führten zu großen Schneeverwehungen, die Unterbrechungen auf einigen Bahnlinien zur Folge hatten. Hinzu kamen viele Lawinenstürze, die der Föhn verursachte. Ein Hilfszug mit Schneeschleudermaschinen wurde auf der Bernina-Bahn von Schneemassen überrascht. Diele Bahnangestellte wurden verschüttet. Nur einer konnte sich aus dem Schnee befreien. Der Hilfszug sollte einen steckengebliebenen Zug von St. Moritz befreien. Auf der Diavolezze-Hütte find 33 Touristen eingeschneit. Sie haben nur wenig Proviant. Vorbereitungen zu ihrer Befreiung wurden getroffen. Drei Arbeiter durch einen Schneerutsch getötet. Im Bernina-Gebiet wurde eine mit der Schneeschleudermaschine zur Deffnung einer Straße vorgehende Arbeitergruppe von einem Schneerutsch zugedeckt. Drei Arbeiter wurden getötet, einer konnte gerettet werden. Lawinensturz auf der Brennerftrecke. In der Nähe des Brenners ging eine Lawine nieder, durch die die Eisenbahnlinie auf einer Strecke von 50 Meter verschüttet wurde. Dabei erlitt die Lokomotive des gerade vorbeifahren- ben Schnell zuges Berlin — Rom leichte Beschäbigungen. Eine Arbeitsabteilung hat nach einigen Stunben mühevoller Arbeit den Bahnkörper von den Schneemassen freigelegt, fo daß der Verkehr wieder ausgenommen werden konnte. Der Schnellzug kam mit vier Stunden Verspätung in Bozen an. Vierfache Mordtat eines tobfüchtigen Negers in USA. In Denver (Colorado) erschien der Neger B a i • 1 e y, ein ehemaliger Prediger, im Nothilfebüro, um wegen einer laufenden Unterstützung vorstellig zu werden. Als er hörte, daß sein Gesuch abgelehnt sei, erlitt er einen Tobsuchtsanfall. Mit einem Revolver in der Hand raste er durch die Räume und schoß blindlings um sich. Vier Angestellten wurden tödlich verletzt, andere kamen mit leichteren Schußwunden davon. Es kostete große Mühe, den Rasenden zu überwältigen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch den im Nordseegebiet liegenden Tiefdruck- Wirbel, der sich mehr und mehr westwärts verlagert, werden mehr oder weniger kalte Luftmassen nach Deutschland verfrachtet. Unterstützt durch nächtliche Aufheiterung ist es in der vergangenen Nacht auch in unserem Gebiet vielerorts zu Frösten gekommen, doch ist auch für die Folge noch kein durchaus beständiges Wetter zu erwarten. Ausfichten für Mittwoch: Wolkig bis aufheiternd, doch auch noch vereinzelte Niederschläge (meist Schnee), bei veränderlichen, teilweise östlichen Winden, Temperaturen wenig geändert, nachts vielfach Frost. Aussichten für Donnerstag: Noch immer meist unbeständiges und ziemlich kaltes Wetter, aber nicht unfreundlich. Lufttemperaturen am 1. März: mittags 3,4 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 2. März: morgens — 0,6 Grad. — Maximum 3,5 Grad, Minimum heute nacht —1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. März: abends 2,3 Grad; am 2. März: morgens 1,3 Grad. — Sonnenscheindauer 0,3 Stunden. — Niederschläge 0,4 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhal? der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 1A äfoterfeiwe iftße MAGGI5 Bratensoße enthält bereits alle Zutaten, auch Fett. Sie ist nur noch kurze Zeit mit Wasser zu kochen. Der Würfel für nur lOff-fenni# / SJLtfpont Ein froher Abend bei Spiel und Sport Die Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer bereitete am Samstag ihren zahlreichen Gästen im „Cafe Leib" einen frohen Abend bei Spiel, Sport und Tanz, dessen Einnahmen dem Wmterhilfswerk zugesührt werden. Von der Kapelle Daubertshäuser mit beschwingten Weisen und zahlreichen Solodarbietungen unterstützt, wurden vielseitige und ausgezeichnete turnerische Hebungen dargeboten. Studienreferendar Dr. I ü n g st setzte als Sprecher der beteiligten Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer die Absichten dieser eVranstaltung auseinander, durch die die nicht mehr unbekannte Gießener Ortsgruppe des Reichsverbandes sich wie in früheren Jahren wieder für das Winterhilfswerk einzusetzen beabsichtigte. Die Aufgabe an diesem Abend konnte nur darin bestehen, aus den Arbeiten auf den verschiedensten Gebieten der Leibesübungen einen Ausschnitt zu bieten und auf diese Weise darauf hinzuweisen, wie notwendig jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau ihren Platz in der Volksgemeinschaft auszufüllen habe. Auch die Gymnastik- und Sportleherer haben diese Verpflichtung erkannt und wollen auf ihre Art mithelfen. Mit diesem Querschnitt durch ihre Arbeit wollen sie nicht nur dem WHW. dienen, sondern auch den Weg zeigen, auf dem jeder Volksgenosse sich zur Erfüllung seiner Pflichten ertüchtigen kann. Sie wollen damit auch den Dank an den Führer abstatten, der den Gedanken der Leibesübungen in weite Kreise getragen hat. Frau Dominik-Schumann eröffnete mit ihren Schülerinnen den Reigen der Darbietungen. Die Kleinen zeigten mit ihrer Rückengymnastik die spielerische Hinlenkung des Kindes zu bewußter Körperertüchtigung. Die ganze Hingabe der Kleinen an die nicht immer leichte Ausführung der Aufgaben bewies eine sinnvolle Anleitung zu froher Körperbetätigung. Die Gymnastikübungen der Frauen waren in ihrer rhythmischen Beschwingtheit auf Schönheit abgestellt. — (Eine Riege der Jungen aus der Höheren Privatschule unter Leitung von Studienassessor Dr. Pfeffer führte schwierige Boden- und Springübungen vor, die die Freude an entschlossenem Handeln und beherrschtem Körpereinsatz erkennen ließen. Zwischendurch zeigte Frl. Hertha Hudel vom Eisverein ihre großen Fertigkeiten im Rollschuhlauf. Eine Unsumme von Arbeit und strengem Training bewiese» die ganz ausgezeichneten Zoppoter Bodenübungen der Frauenriege des VfB.- Reichsbahn unter der Leitung von Turnlehrer Fischer. An jeder einzelnen Turnerin erfreute das Maß der Energie und bewußter Körperbeherrschung, wie es sich namentlich bei den Gruppenübungen erkennen ließ. Es wäre wünschenswert, daß diese Turnerriege ihre Hebungen vor einem größeren Kreis von Frauen wiederholen würde, um zu beweisen, zu welchen Leistungen die Frau befähigt ist. Den Abschluß der Vorführungen boten Schüler und Studenten unter der Leitung von Studienreferendar Dr. Jüngst mit den vorbereitenden Körperübungen zum Boxsport und einigen Boxkämpfen. Oie Teutonen Meister ihrer Klaffe. Teutonia Watzenborn-Steinberg I gegen Ruppertsburg I 7:1 (3:1). Zum vorletzten Verbandsspiel trat am vergangenen Sonntag auf eigenem Platze die erste Mannschaft der Teutonen gegen die erste Mannschaft des Sportvereins Ruppertsburg an. Die Gäste, die zu Beginn der Verbandsspiele mit zu den Meisterschaftsfavoriten zählten, offenbarten sich im Verlaufe der Spiele jedoch nur als Heimmannschaft. Am vergangenen Sonntag zoa die Gästemannschaft viele Zuschauer an und diese waren auch nicht enttäuscht. Die Gäste, mit ihrer stärksten Vertretung, wallten sofort mit Beginn des Spieles eine entscheidende Führung herausarbeiten und setzten sich mit ungeheurer Zähigkeit ein. Es gelang ihnen auch durch einen schönen Schuß den Schlußmann der Teutonen zu schlagen. Im Gegenangriff kam Lang gut durch, brafyte den Ball zum Linksaußen Fett und durch dessen wuchtigen Schuß wurde der Ausgleich hergestellt.. Derselbe Spieler brachte die Teutonen auch bald in Führung und kurz vor Halbzeit vergrößerte Mittelstürmer Karl Haas durch einen dritten Treffer die Tordifferenz. Die zweite Halbzeit sah die Teutonen ständig in Angriff, ihre Ausdauer und unstreitig bessere Technik brachte ihnen Vorteile und durch Fett, Lang und Karl Haas fielen noch weitere vier Tore. Schiedsrichter Kreiling (Gießen) war dem Spiel ein aufmerksamer Leiter. Deutsche Gkimeisterschasten letzter Teil. Der Abfahrkslauf. Der letzte Teil der deutschen Skimeisterschaften 1937, die Titelkämpfe in der alpinen Kombination Abfahrts-Torlauf, wurde am Samstag in Rottach-Egern mit dem Abfahrtslauf gestartet. Die größte Heberrafchung lieferte Christel Cranz, unsere sieggewohnte Weltmeisterin, die im oberen Drittel einen Sturz tat und dadurch neben der kostbaren Zeit auch ihre Sicherheit verlor und hinter Lisa Resch und Käthe Grasegger, die beide sturzfrei über die Strecke gekommen waren, nur den dritten Platz belegen konnte. Glücklicher und erfolgreicher war ihr Bruder Rudi Cranz, der wieder eine ausgezeichnete Leistung vollbrachte. Im „schnellen" Pulverschnee am Anfang der Strecke gewann er soviel Zeit, daß er sich im Glasschlag einen Sturz mit anschließendem Rutscher von 30 Meter erlauben konnte und immer noch sicher gewann. Die beiden Pflichttore bereiteten weder ihm noch dem an zweiter Stelle eingekommenen Roman W ö r n d l e, der die Strecke sturzfrei überstand, Schwierigkeiten. Ein dritter „Cranz", Harro, belegte in der Klasse 2 in guter Gesellschaft den vierten Platz. Der Torlauf. Mit dem T o r l a u f fiel am Sonntag in Rottach- Egern die Entscheidung in der Deutschen Skirn e i st e r s ch a f t im zusammengesetzten Lauf Abfahrts - und Torlauf. Zum ersten Male siegten zwei Geschwister, Christel und Rudi Cranz. Bei Rudi Cranz war der Endsieg und damit die Meisterschaft so gut wie sicher gewesen. Er übertraf alle Erwartungen und schaffte in beiden Torlauf-Durchgängen Bestzeiten. Nachdem er schon den Abfahrtslaus gewonnen hatte, sicherte er sich den Titel ganz überlegen vor Roman Wörndle, Hans Pfnür, Geri Lantschner und Josef Bierpriegl. Nicht ganz so sicher war Christel Cranz ihrer Sache. Wie schon bei den olympischen Winterspielen hatte sie im Abfahrtslauf Pech gehabt. Die bange Frage aller war, ob es der dreifachen Weltmeisterin gelingen würde, den Nachteil auszugleichen. Christel verlor die Ruhe nicht; sicher und beherrscht stand sie beide Läuse durch. Ihre Bestzeit von 65,0 Sek. wurde nur von einem einzigen Bewerber bei den Männern, dem Sieger Rudi Cranz, unterboten. 16 Sekunden machte die Freiburgerin im Torlauf gut, und damit mae ihr der Titel nicht mehr zu nehmen. Zum vierten Male trug sie bei den Deutschen Meisterschaften den Siea davon und verwies Küche Grasegger, Lisa Resch, Liesl Schwarz und Mutz von Bahrdorfs auf die nächsten Plätze. Reichssportlehrer I. Waitzer scheidet aus den Diensten des Fachamtes Leichtathletik aus, da er eine ehrenvolle Berufung nach München erhalten hat. Waitzer hat über drei Jahrzehnte unermüdlich für die deutsche Leichtathletik gearbeitet. Gponann „Kraft durch tfreuöe" Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Schillerschule, Schillerstraße, nur für Angehörige der SS., 20.15 bis 21.45 Hhr. Fröhliche GYmnastik, Lyzeum, Dammstraße 26, 20 bis 21 und 21 bis 22 Hhr. Schwimmen, Volksbad, Seltersweg, für Männer und Frauen gemeinsam, 20 bis 21 Hhr, nur für Frauen 21 bis 22 Hhr. Gießener Ringer in großer Form. Sauausscheidungskämpfe für die deutsche Meisterschast. Arn vergangenen Sonntag sanden in Alsfeld im „Deutschen Haus" vor stattlichem Publikum die Gauausscheidungskämpfe (Gau Hessen) für die deutschen Meisterschaften statt. Die Ringer des 1. Kräft- und Sportklubs präsentierten sich in großer Form und belegten in drei Klassen die ersten Plätze, und zwar Alois Funk im Federgewicht, Unteroffizier Detter im Weltergewicht und Oberschütze Hansen im Halbschwergewicht. Vetter wird nun zum kommenden Wochenende bei den deutschen Meisterschaften seiner Klasse in Köln am Start sein. Hansen wird eine Woche später in Ludwigshafen beweisen, daß er erste Klasse darstellt. Leider kann der ausgezeichnete Federgewichtler Funk aus beruflichen Gründen in Dortmund nicht antreten. Funk hat zugunsten von Schott I. (Alsfeld) verzichtet. Der Verlaus der Kämpfe. Im Bantamgewicht war erwartungsgemäß dem Alsfelder Schuchmann der Sieg nicht zu nehmen. Er wurde erster Sieger vor dem Hersfelder Henning. Federgewicht: Funk zeigte große Form und besiegte die Gebrüder Schott (Alsfeld) in schönen Kämpfen entscheidend. Diese Beiden gaben wiederum den übrigen Konkurrenten aus Hersfeld usw. das Nachsehen. Leichtgewicht: Hier siegte Bauer (Kassel 91) vor Kister! (Alsfeld), trotzdem er vorher eine Punktniederlage von Kister einstecken mußte. Dritter wurde Steinbach (Alsfeld). Weltergewicht: In dieser Klasse war die stärkste Konkurrenz am Start. Unteroffigier Detter hatte schwer zu kämpfen. Becker (Gießen) besiegte zunächst den Alsfelder Maus ganz überzeugend durch Ausheber. Sodann fertigt Detter in imponierender Weise den Alsfelder Schott III ab. Klotz (Gießen) hatte den Hersfelder Berger (früher München 1860) zum Gegner. Klotz brachte Berger durch doppelten Hamerlok in Gefahr. In der Bodenlage drehte aber Berger Klotz in die Brücke, die dann eingedrückt wurde. In der zweiten Runde unterlag Becker (Gießen) überraschend gegen Schott (Alsfeld). Klotz (Gießen) besiegte Maus (Alsfeld) durch Ausheber, während Vetter nach hartem Kampf dem Hersfelder Berger nach Punkten unterlag. In der dritten Runde besiegte Klotz den Alsfelder Schott entscheidend. Dann kam die Heber» raschung des Tages, denn der jugendstarke Becker besiegte den Hersfelder Berger durch einen feinen Schleudergriff. Klotz verzichtete nun zu Gunsten des jüngeren Vetter und schied aus. Im Endkampf besiegte Detter seinen Vereinskameraden Becker durch Untergriff. 1. Vetter (Gießen), 2. Berger (Hersfeld), 3. Becker (Gießen). Im Mittelgewicht siegte Kister II (Alsfeld) vor seinem Klubkameraden Fischer. Das Halbschwergewicht sah den jungen Soldaten Hansen (Gießen) in großer Form. Er wurde erster Sieger vor Emmerich (Gießen), der auch schöne Leistungen bot. Zum Schluß gab es noch einen Herausforderungskampf zwischen dem Sieger im Mittelgewicht, Kister (Alsfeld), und Hansen (Gießen). Hansen zeigte einen prächtigen Kampf und besiegte Kister durch Ueberstürzer." Die Gießener Mannschaft erscheint augenblicklich sehr kampfstark, was sie in Kürze bei mehreren in Aussicht genommenen Veranstaltungen unter Beweis stellen wird. Gießen, Kleine Mühlgasse 51, den 2 März 1937 Die Beisetzung fand in aller Stille statt 1403D Samstag, den 27. Februar, wurde mein lieber Mann, mein guter treu- sorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Lang, geb. Künkel Leni Meyer, geb. Lang Emil Meyer und 3 Enkelkinder Heinrich Lang im 71. Lebensjahre nach einem arbeitsreichen Leben durch einen sanften Tod erlöst Von der Reise zurück Prof Walther Frauenarzt _______________________________________01061 Der beliebte und bekannte IMMer talvkl findet am 11.März d.J.,verbunden mit einer Zuchtviehprämiierung u. Volksfest statt.—Anmeldungen zur Prämiierung spätestens 6.3.1937. gugelassen sind Pferde, Rinder, chweine, Ziegen und Schafe, igggi) Mittwoch, den 3 März 1937, versteigere ich dahier, Neuenweg 18 (Laden), vezw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung, vormittags 9.30 Uhr beginnend: Haus-, Büro- und Ladenmöbel, Radiogeräte, Herren- und Damen- schnürschäfte, Kleider- und Möbelstoffe, Besen, Bürsten, Pinsel, Körbe, Kordel, Bücher (versch. Inhalts), Hüte, Mützen, Handschuhe, Klaviere, Nähmaschinen, Radierungen, Federzeichnungen, Ansichtspostkarten Albums, 1 Handharmonika, Grammophone, 1 Gitarre u. versch. andere, ferner kommen bestimmt zur Versteigerung: Leib- und Bettwäsche, Kleiderund Mantelstoffe (neu) in abgevaß- ten Größen, 1 Damenmantel, 1 Schreibmaschine, 1 Radio, Möbelstücke aller Art, 1 Ladentheke mit 8 Schubkasten und 4 Doppeltüren und 1 Staubsauger. H31d Bittorf Gerichtsvollzieher in Gießen Steinsttaße 42, Telefon 3660 GiebenerBaunisMe und StaudendärtnereiE. Schwarz Telephon 4082 Obstbäume aller Art, Stachel- und Johannisbeeren H.B., Ziersträucher und Heckenpflanzen in bester Auswahl, Zwerg- und hohe Koniferen, Blütenstauden für Fels- u. Staudenrabatten usw. 1427D Besuch ern erbeten. in moderner, Ban- B eschläge dauerhafter Ausführung, sowie Möbelbeschläge finden Sie preiswert und stets in großer Auswahl bei J. B. Häuser Gießen 931 a am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 GesWslW in Gießen mit Werkstatträumen ob. eine Villa in guter Lage per sofort gesucht. Größ. Baranzahlung RM.20000.- vorhanden. Schriftliche Angebote unt. 1423V a.d. Gießener Anzeiger. Uf EDDE DRUCKSACHEN VVCRDC Brühl, Gießen Vermietungen Gnt ansgestattete 4-5-Zimm.-W8hn mit Balkon zum 1.April evtl, später zu vermieten. Belitz Liehigstraße 83p. Besichtigung von 10 bis 12 und 18 bis 19 Uhr. ,4.5V Kleine Äm-Wohnung zu vermiet.Schr. Anfr. unt. 01062 an d. Gieß. Anz. MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tauiendev beachtet und geleieu. Schönes großes Zimmer mit groß. 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Der Musikzug der SA.-Standarte 116 eröffnete den Abend mit guter Musik. Nachdem in feierlicher Weise die Fahne der Veamten-Fachgruppen eingebracht waren, begrüßte Kreisamtsleiter, Oberzollinspektor Heß die Kameraden, sprach kurz über den Sinn des Abends und gab dann die Anregung, daß sich auch jede Beamtensrau in den Dienst des Staates und des Volkes stellen solle, indem sie sich in das Deutsche Frauenwerk einreihe und dort tatkräftig mitarbeite. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Kreisfchulungswalters im Abschnitt Butzbach im RDB., Studienrat ör. Roeschen über das Thema „Der deutsche Beamte im Lebenskampf des deutschen Volke s." Der Redner gab zunächst einen kurzen geschichtlichen Rückblick über die politische Haltung des Beamten während verschiedener Krisenzeiten des deutschen Volkes und schilderte dann das Verhältnis des Beamten zum Staate und das Verhältnis von Staat zu Volk. Er stellte dabei besonders heraus, daß der Staat nicht Selbstzweck sei, sondern Wahrer und Diener des Volkes zu sein habe. Hinter überragenden Führern geeint, habe das deutsche Volk, der germanische Mensch, noch zu allen Zeiten Großes geleistet, abendländische Kultur verteidigt und gerettet und sich kraftvoll seiner Feinde Juda und der Freimaurerei erwehrt. Weniger denn je kapituliere heute das deutsche Volk in diesem Kampfe. Alle Schwierigkeiten seien, so sagte d?r Führer, nur dazu da, um überwunden zu werden. Der Führer habe in ununterbrochener Großtat einen Beitrag zur Befriedung Europas nach dem anderen gebracht, er habe in vielen Maßnahmen Deutschlands völkische und wirtschaftliche Erstarkung vorwärts getrieben und in der Zielsetzung und Sicherung des Volksbestandes bis in ferne Zukunft die geistige und körperliche Ertüchtigung unseres Volkes verfolgt. Das deutsche Volk müsse alle seine Kräfte aus Heimat und Mutterboden ziehen. Der Beamte insbesondere sei verpflichtet, vorbehaltlos im Dienste der Erneuerung Deutschlands zu stehen. Jeder Beamte müsse dem Führer unter die Augen treten können im Bewußtsein erfüllter Pflicht. Jeder müsse sich der ihm zugeteilten Verantwortung bewußt sein. Er sei insbesondere verpflichtet, wertvolle eigene Erbmasse weiterzutragen: er müsse sich darüber klar sein, wie verhängnisvoll sich das Zweikindersystem für unseren Volksbestand auswirke, wenn sich gerade der Träger wertvoller Erbmasse dem Kinde verschließe. Kein Staat setze sich für die Zukunft des Volkes im Kinde so sehr ein, wie gerade der nationalsozialistische Staat. An sinnfälligen Beispielen, an Hand von Zahlen, Gegenüberstellungen von Einst und Jetzt gab der Redner drastisch Aufschluß über die Gefahren, die dem deutschen Volke drohen, wenn es sich nicht zum Kinde bekenne. Er wies auch auf Schäden hin, die ein falsch verstandener Humanismus und falsch orientierter Sozialismus dem Volkskörper durch die unangebrachte Verhätschelung geistig und körperlich Minderwertiger zufügte. Eine von vornherein im Bewußtsein des Verzichtes auf Kinder geschlossene Ehe sei unnatürlich. Viele große deutsche Männer seien aus kinderreichen Ehen hervorgegangen und unter vielen Geschwistern aufgewachsen. Ein wichtiges Problem sei für unser Volk die Ermöglichung der Frühehe. Der nationalsozialistische Staat werde alles tun, um die Frühehe möglich werden zu lassen, auch in jenen Kreisen unseres Volkes, die bisher nur spät zur Eheschließung kommen konnten. Deutschlands Schicksal werde endgültig dadurch entschieden, wie sich unser Volk zum Kinde einstelle. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Vortragende noch kurz über Rassenfragen und stellte die Reinhaltung unseres Blutes als die selbstverständlichste Forderung voraus. Unser natürliches Gefühl müsse jeder rassischen Vermischung entgegenwirken. Man müsse sich immer bewußt sein, daß der Jude durch Jahrtausende bestrebt gewesen sei, durch Bastardierung wertvolle Kulturvölker dem Untergang auszuliefern. Das ewige Deutschland muß, so schloß der Redner, der Natur in zähestem Kampfe abgerungen werden. Der einzelne müsse sich in jeder Hinsicht dem Volksganzen dienend unterordnen. (Lebhafter Beifall!) Kreisamtsleiter Heß fordert nach Worten des Dankes an den Redner zu Treue, Pflicht und Tat auf und erinnerte an die heiligen Verpflichtungen, die der Beamte mit feinem Eide auf Führer und Volk übernommen hat. Nach einer Reihe guter musikalischer Darbietungen und kameradschaftlicher Unterhaltung, fand der Abend mit dem Ausbringen der Fahnen der Fachschaften, mit dem Gedenken an den Führer und dem ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes seinen Abschluß. Aus der Provinzialhauptstadt. März. Bauer und Städter begrüßen gleich freudig diesen Monat, der uns den Vorfrühling bringt; dieser sieht mit dem März die Zeit nahen, wo er wieder zur Erholung von der Stubenarbeit hinaus ins Freie wandern kann; jener begrüßt im Lenzmond den ersehnten Beginn regelmäßiger Feldarbeit. Deshalb ist auch gerade diese Zeitspanne sorgfältiger Beobachtung durch den Landwirt unterworfen, und die Zahl der Bauernregeln für den März und seine einzelnen Tage ist unübersehbar. Wir greifen einige heraus: „Ein feuchter März ist des Bauern Schmerz". Hingegen heißt es: „Märzenfpak giot Roggen in'n Sack!" Das Wort „fpak" bedeutet „öürr", und in plattdeutschen Gegenden sagt man von einem Menschen, der durch Krankheit, Not oder Ueberanftrengung eingefallen, abgezehrt ausschaut: „Er sicht spak aus". Also — ein trockener März gibt ein fruchtbar Acchr. Das braucht noch gar nicht den Wunsch zu erwecken, daß der März gleich mit fliegenden Fahnen als Sonnensieger einzieht und den König Winter sofort entthront! Vielmehr sagt man im deutschen Alpenland: „Wenn der März schön eingeht, geht er schiech (übel, verdreht) aus". Es muß „so sachte angehn" mit dem Frühlingwerden. Der Sieben- bürgener Bauer sagt: „Hem März wird dr Schni madig", er taut so allmählich ab. Viel neuer Schnee ist unerwünscht in den meisten Gegenden — mit Ausnahme z. B. von Ostpreußen, wo man ja noch mit einem winterlichen März rechnen muß —, deshalb sagt ein altes Bauernorakel: „Märzenschnee frißt, Aprilschnee düngt". Der März besitzt schon allerlei Kräfte, die dem Wachstum der Tiere und Pflanzen wie auch dem Menschen zugute kommen; eine Märzregel mahnt: „Die jungen Kräutlein nimm in Acht! Sie haben jetzt die größte Macht. Auch sind die frischen Eier gut, sie nähren und mehren dir dein Blut. Brau' nun gut Bier, mein lieber Brauer; es ist gesund und wird nicht sauer!" Und ebenso wie das „Märzenbier" und die „Märzenkräuter" stehen andere Erzeugnisse dieses Monats in bestem Rufe: „Märzenferkel, Märzenfohlen — alle Bauern haben wollen". In diesem Jahre fällt der Sonntag Lätare bereits auf den 7. März. Da an diesem dritten Sonntage vor Ostern Christus die 5000 Mann gespeist haben soll, meint noch heute frommer Bauern- brau'ch, daß Brot — an Lätare gebacken — viel kräftiger sättigen soll als „Alltagsbrot"! Der 10. März ist rm Aalender als „Vierzig Märtyrer" verzeichnet; wie das Wetter an diesem Tage ist, bleibt es 40 Tage. Ein noch wichtigerer „Lostag" — d. h. Wetterverkündungstag — ist der Gregorstag am 12. März. Bemerkenswert ist die Behauptung der Bauernregel, daß das Wetter gerade umgekehrt zu erwarten ist, wie es an diesem Tage war: „Hat Gregorius grobes Wetter, so geht der Fuchs aus der Höhle; ist's aber schön, so läßt er sich noch 40 Tage nicht seh'n". Im übrigen gilt: „Geht um Gregori der Wind, so weht er, bis Sankt Jörgen (2. April) kimmt". Judica füllt auf den 14. März: „Ist's um Judica feucht, bleibt der Kornboden leicht". Dann kommt der wichtige St. Gertrudstag; er ist nach altem Wunsch und Brauch der Beginn der Pflugarbeit und der Gartenhantierung: „Gertraud ist die erste Gärtnerin" heißt es seit Jahrhunderten. An Benedikt, dem 21. März, gibt's genug zu schaffen: „An Benediktus — man Hafer, Gerste, Zwiebeln und Erbsen säen muß!" Diesmal allerdings fällt Palmsonntag auf den Benediktstag, hoffentlich ist es ein freundlicher Tag, denn: „Palmsonntag Sonnenschein soll ein gutes Zeichen sein". Und dann kommt Ostern als früher, aber willkommener Festtag dieses Jahres; verkündet doch eine alte Bauernregel das, was wir alle — Bauer und Städter — erhoffen: „Ostern im März verheißt ein gutes Brotjahr". W. L. Heimweh nach dem Main. Äon Ernst Kreuder. Nach einer Stunde hatte ich das Kartenspielen satt. Ich zahlte meinen Wehrmut mit Soda und verließ die Hafenkneipe, und draußen regnete es noch immer. Ich dachte, daß dies ein trübseliger Abend sei. Es wäre besser gewesen, ich hätte jetzt ein Kohlenschiff ausgeladen oder Zementsäcke getragen, aber ich hatte ja eine Woche frei und sollte mich etwas erholen von der letzten Fahrt, die sieben Monate gedauert hatte. Ich besaß noch eine ganze Menge Geld, aber damit allein konnte man sich auch nicht erholen. Ich dachte an meine ferne Heimat am Main, ich wäre jetzt gern ein Bahnwärter dort gewesen an einer weiten, einsamen Strecke, ich hätte meinen Dienst getan und mein Streckenhäuschen gehabt und einen Kohlgarten und Sonnenblumen am Zaun, ich hätte meine Pfeife geraucht und den Zügen nachgeschaut, wenn sie vorbei rasten, na ja, und dann? Ja, dann hätte natürlich noch jemand da sein sollen, der ein bißchen singt, wenn morgens die Sonne scheint, und der überhaupt ein wenig zaubern kann, dem man gern nachschaut, wenn er in den Garten geht und Petersilie für die Suppe schneidet, so eine junge, fröhliche Gestalt, die ein bißchen Glanz in die Stube bringt, aber wo sollte sie denn Herkommen? Jetzt fiel mir natürlich wieder die Geschichte von dem verrückten Bahnwärter ein, unter Brüdern ist er nicht verrückt gewesen, und überhaupt war er noch jung und soll recht gut ausgesehen haben. Er war nur zu lange allein gewesen, und dann passiert ja öfters so was. Schade, daß ich nicht dabei war! Er hielt einfach eines Nachts einen Schnellzug an, er muß wie toll auf dem Nebelhorn geblasen haben, und dann schwenkte er wild seine rote Si- gnallampfe. Der Mond schien, es war ein Mai ab end in Kentucky, und als der Zug stand, stürzten die Leute heraus und waren wie verrückt auf eine Sensation. Der Bahnwärter stieg auf einen Schotter- Hausen und sagte, daß er den Leuten etwas mitzuteilen hätte, wofür er vielleicht ins Zuchthaus käme. Der Zugführer besprach sich mit dem Lokomotivführer und dem Heizer, und sie sagten, das beste wäre, den Verrückten nicht zu reizen, zumal die Passagiere schon offensichtlich seine Partei ergriffen hatten. Er sollte seine Rede halten und dann würde man schon mit ihm fertig werden. Nun, die Rede war ziemlich kurz. Der Bahnwärter entschuldigte sich bei den Fahrgästen und sagte ihnen, daß er kein schlechter Bahnwärter sei, er könne das beweisen, aber er wolle sich jetzt nicht Bornoiizen. Tageskalender für Dienstag. NSDAP., Ortsgruppe Ost: 20.30 Uhr im Schützenhaus Schulungsabend. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Kupferne Hochzeit". — Gloria-Palast, Seltersweg: ,/Zch lebe mein Leben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Variete". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 18 Uhr Ausstellung „Forscher als Künstler". — Evang. Gesamtgemeinde, Evang. Bund: 20 Uhr in der Jo- hanneskirche Vortrag „Gericht über den Menschen". Stadttheater Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung des Ko- mödien-Erfolges „Kupferne Hochzeit" von Svend Rindom statt. Infolge Erkrankung von Peter Schorn hat die Rolle des „Per" Hans Geiß- l e r übernommen. Die Rolle des „Kresten" übernimmt Jndendant Hermann Schultze-Griesheim. Die Spielleitung führt Hans Geißler. Diese Vorstellung findet als 21. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. mit seinen Verdiensten hier brüsten, sie sollten ihm nur glauben, daß er sich bisher noch nie etwas im Dienst habe zuschulden kommen lassen. Und dann sagte er einfach, daß er den Zug angehalten habe, um sich eine Frau zu suchen. Er habe keine andere Chance. Da hatten die Leute also ihre Sensation, sie schrien wie verrückt und trugen ihn auf den Schultern umher, die Reporter, die darunter waren, blieben auch nicht untätig, sie blendeten ihn mit ihren Magnesiumblitzen, und zuletzt stand eine junge Holländerin neben ihm. Sie konnte sich zwar nicht so recht verständlich machen mit Worten, aber der Bursche verstand sie gleich und legte den Arm um sie. Ihre Liebeserklärung war sehr kurz, sie gab dem Bahnwärter eine Ohrfeige und hielt ihm eine unverständliche holländische Rede, und jeder dachte, jetzt sei sie wütend, aber dann sprach sie nichts mehr und strich ihm nur einmal mit dem Finger über die Stelle, wo sie hingehauen hatte, und nun war alles in Ordnung. Der Zugführer notierte das alles. Das Mädchen forderte die Passagiere auf, einzusteigen und schleppte den Bahnwärter zum Zugführer, wo er sich einstweilen entschuldigen mußte. Das Mädchen soll sehr hübsch gewesen sein, blond und schlank und beinahe so groß wie der Bahnwärter, der ein ziemlich langer Bursche war. Dann fuhr der Zug weiter, und' das holländische Mädchen stand mit ihrer Reisetasche neben dem Bahnwärter auf den Gleisen, und sie winkten den Reisenden nach, die sich in sämtlichen Fenstern drängten und ihnen ihre Glückwünsche nachriefen. Ja, nun hatte der Bahnwärter wohl seine Frau und war glücklich mit ihr, mehr wußte ich nicht von dieser Geschichte. Es war jetzt vollkommen dunkel, und ich merkte, daß es Wind gab, die Lampen schaukelten in den Straßen und der Regen hatte aufgehört. Auf dem Weg zu den Hafenkneipen machte ich plötzlich kehrt und ging zu Pims Logis hinein, wo ich wohnte, und ba gab mir der alte Pim einen Brief. Ich kannte die Schrift und mußte mich erst einmal setzen und einen Schnaps trinken. Er kam von Franziska. Wir hatten uns mal vor Jahren zu Haufe sehr gern gehabt, aber dann hatte es mich wieder hinaus getrieben. Sie hatte mir von Zeit zu Zeit geantwortet. Weiß der Himmel, woher sie jetzt wieder meine Adresse hatte! Aber dies sei ihr letzter Brief, schrieb sie, ich sollte nun endgültig Schluß machen mit dem ewigen Herumtreiben in der Welt/ man wüßte ja, daß ich mich durchschlagen könnte, und Josefa Berens-Tolenohl in Gießen. Zum 4. Dichter-Abend dieses Vortragswinters haben Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein, wie man uns schreibt, die Dichterin Josefa Berens- Totenohl gewonnen. Der Bauernroman „Frau Magdlene" von Josefcr Berens-Totenohl gehört zu den Büchern, aus denen deutsches Schicksal uns entgegentritt. Ihr zweites Werk, „Der Femhof", ist ein lebendiges Stück Rassenkunde. Die Dichterin gilt als ausgezeichnete Mittlerin ihrer Werke. Die Vorlesung wird durch Musikvorträge der Spielschar des Untergaues 116 des BDM. umrahmt. (Siehe heutige Anzeige.) Deutsche Arbeitsfront. Orlswaltung Gießen-Süd. Am Samstag, 6. März, 20.30 Uhr, findet im Kath. Vereinshaus in Gießen eine Mitgliederversammlung der Orlswaltung Gießen-Süd statt. Es spricht der Kreisobmann der DAF., Pg. Wagner. Die Teilnahme an dieser Versammlung ist Pflicht für alle DAF.-Mitglieder der Ortswaltung Gießen- lch sollte zugeben, daß dabei doch nichts herauskäme. Aber das wüßte ich ja alles selbst, ich hätte nur nicht den Mut dazu, kurz und gut, ich sollte mir mal unverbindlich das kleine Gehöft ansehen, das sie von ihrem Onkel geerbt hätte, man könnte sicherlich etwas daraus machen. Im übrigen könnte ich tun, was ich wollte, ich sollte mir nur nicht einbilden, daß sie mir was einreden wollte. Punkt. Schluß. Franziska. Ich dachte noch einmal an den verrückten Bahnwärter, und dann dachte ich an Franziska, ich dachte etwas lange an sie, und nun mußte ich immerzu an sie denken und an ein kleines Gehöft am stillen Main. Zwei Stunden später gab ich ein Kabeltelegramm an Franziska auf. Es regnete wieder, als ich zum letzten Mal in Pims Logis zurückkehrte, aber ich hatte jetzt nichts mehr gegen den Regen, denn wenn etwas wachsen sollte, mußte es ja regnen. Aus Rudolf Huchs Erinnerungen. Der Dichter über seine Mutter: Ihr ganzes Dasein hatte etwas Blumenhaftes. Wie eine seltene Blume ist sie vergangen, ohne eigentliche Krankheit. Sie ist nur vierzig Jahre alt geworden. Was etwa im eigentlichen Sinne Geniales in Ricarda und mir fein mag, stammt von ihr. * Ich bekam einen Brief und einen Taler ausgehändigt und wurde beauftragt, in einem Kaufladen, der am Ausgang der Stadt lag, die nötige Marke zu kaufen und den Brief in den Kasten zu werfen. Die Sache war mir gar nicht geheuer, denn wie konnte man sich mit einem fremden Kaufmann ins Einvernehmen fetzen und mit dem Gelde fertig werden! Anderseits wußte ich freilich das in mich gesetzte Vertrauen zu würdigen. Schon den richtigen Laden zu finden, war nicht einfach. Die Sache ging über alles Erwarten gut, ich war von Stolz erfüllt und freute mich auf die allgemeine Bewunderung. Wie war ich aber aus allen Himmeln gefallen, als ich zu Haufe verdutzt den Brief darbot und mich der Gewißheit nicht verschließen konnte, daß ich, versunken in das Ausmalen meines Triumphes, die neunundzwanzig Silbergroschen in den Briefkasten geworfen hatte. Der Vorfall hat für mich etwas Symbolisches gehabt. Ich wollte, ich hätte all das Geld beisammen, das ich während meines Lebens in fremde Kästen geworfen habe. * Wir besaßen ein schönes Theater aus Pappe. Ich erntete gerechterweise viel Beifall mit einer großen Süd. DieBelriebsgemeinschaftswalter sind für das restlose Erscheinen ihrer Betriebsgemeinschaften verantwortlich. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Dienstag, 2. März, Mittwoch, 3. März, und Donnerstag, 4. März, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die WHW.» Pfundsammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. Hilfskaffe. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, zahlen ihren Beitrag zur Hilfskasse für die Monate April, Mai und Juni am Dienstag, 2. März, Mittwoch, 3. März, und Donnerstag, 4. März, jeweils in der Zeit vom 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29 Hinterhaus. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost. Am Dienstag, 2. März, findet ein Schulungsabend der Ortsgruppe Gießen-Ost für sämtliche Politische Leiter, Führer und Führerinnen der Formationen, Amtswalter und Amtswalterinnen der Gliederungen und angeschlossenen Verbände im Schützenhaus statt. Beginn pünktlich 20.30 Uhr. Das restlose Erscheinen aller oben angeführten Mitarbeiter wird erwartet. Betr.: Lebensmittel-Opferrring der Ortsgruppe Die Sammlung wird Dienstag, 2. und Mittwoch, 3. März, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ift außen sichtbar anzugeben. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Betr.: Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. März täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden. Ortsgruppe Gießen-Nori), Winterhilfswerk 1936/37. Am Donnerstag, 4., und Freitag, 5. 3., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. Betr. kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie E und S) bis spätestens Freitag, 5. 3., 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Auf der Rückseite des Gutscheines ist die Art des gelieferten Brennmaterials anzugeben, gleichzeitig müssen die Gutscheine den Stempel ober Namen der Kohlenhändler und die Unterschrift, Straße und Hausnummer des Hilfsbedürftigen tragen. NSDAP. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Betr. Pfundsammlung. Arn Mittwoch, 3. März, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. romantischen Komödie, in der eine Fee namens Viola und ein dicker Bierwirt die Hauptrollen spielten. Der Titel war, meiner Quartanerwürde gemäß, „Error et terror“. Ricarda wartete mit einer Rittertragödie auf, von deren Inhalt ich leider nur noch weiß, daß ein Kammerzof — nicht eine Zofe — darin vorkam. Immerhin ist mir, zum Glück für die deutsche Literaturgeschichte, doch eine Stelle im Gedächtnis geblieben. Sie heißt: Erster Ritter: Haut ihn! Zweiter Ritter: Au! * Als Primaner habe ich mehr als einmal drei Sekundanern, die mit gezückten Federn um mich herum saßen, ihren deutschen Aufsatz diktiert, immer ledern einen Satz. Ihre Federn flogen über das Papier, und sie haben stets gute Nummern davongetragen. Später glaubte ich das meine getan zu haben, wenn ich einen Aufsatz für meine Tochter Zustande gebracht hatte, und ihre eigenen Leistungen pflegten günstiger beurteilt zu werden. * Mir fehlte als Rechtsanwalt die Ader zum Geldverdienen. Ich verstand keine Rechnungen zu schreiben und habe oft umsonst gearbeitet. Wenn ich einen Prozeß verloren hatte, konnte ich niemals das selbstverständlich falsche Gefühl überwinden, für eine erfolglose Tätigkeit Geld zu verlangen, um) habe oft stillschweigend verzichtet. Gloria-palast: „Ich lebe mein Leben/'' Die Zähmung und Bekehrung widerspenstiger und verwohnter Millionärstöchter' ist ein Lustspiel- Thema, dessen sich der Film in letzter Zeit nicht ohne Witz und Erfolg angenommen hat. Hier endet das Abenteuer ebenso wie seinerzeit in dem Clark-Gable- Film „Es geschah in einer Nacht". Es triumphiert am Ende die Archäologie über die Wallstreet, das heißt: Idealismus und Geist über Börsengeschäft und Scheckbuch, Liebe und Menschlichkeit über Launenhaftigkeit und Snobismus. Damals beherrschte Clark Gable die Szene, diesmal Joan C r a w - f o r d, die ihr ganzes Temperament austoben darf, bis sie sich entschließt, nicht ihr, sondern sein Leben zu leben und zu teilen. Er ist Brian A h e r n e, ein richtiger irischer Dickschädel, sympathischer junger Mann, Pygmalion in USA., dem man den Sieg am Traualtar von Herzen gönnt. Das Ganze — unter W. S. van D y k e s'Leitung — eine nette unbeschwerte Unterhaltung. — Im' Beiprogramm ein hübscher Tierfilm und die neue Wochenschau. • . . . . . v , Hans Thyriot ÄOM., Llntergau 116. Derkarbeit und Derkausslellung im BDM. Während der Sommer dem Sport, der Fahrt und dem Lager gehört, wird der Dienst im Winter ins Heim verlegt. Neben Heimabenden, Feierstunden und Liederabenden sind eben alle Mädel- und JM.- Einheiten eifrig bei der Werkarbeit. Da wird gebastelt, genagelt und geklebt, Tiere, Hampelmänner werden ausgesägt, dort wird gepinselt, eine andere schreibt einen Spruch für das Heim. In einer anderen Gruppe werden Flugmodelle gebaut, wieder eine andere Schar webt, strickt, häkelt oder macht allerlei Brauchbares aus Stroh, Leder oder Peddigrohr. Zwischendurch wird gesungen, auch schimpft mal eine, wenn ihr bei der Arbeit etwas schief geraten ist. Alles dies mag für eine angebrachte Beschäftigung und Zeitausfüllung gelten, uns bedeutet die Werkarbeit mehr. So wie jeder Zunge nach Kraft strebt, so wird jedes Mädel nach Schönheit streben. Unser Schönheitsideal hat allerdings nichts mit Puder und Schminke, oder mit unechtem, übermäßigem Schmuck, mit Rüschen, Schleifen, Schleppen und Das nutzlos herumliegende Alteisen muß für die Allgemeinheit verwandt werden! helft alle bei der Alteisen-Entrümpelung von Landschaft und Dors! Fransen zu tun, nichts mit jenen überspitzten Modeschöpfungen aus dem Westen, möglichst direkt vom Modebüro Paris. Wir werden diesen falschen, glitzernden Plunder entbehren können und so zu einer uns artgemäßen Form und Gestaltung kommen. Unser Schönheitsbegriff, mag er uns selber, unsere Kleidung, unsere Wohnung oder sonst die kleinen Dinge des Alltags betreffen, besteht in einer klaren, strafjen und wesensgemäßen Einfachheit, geboren aus einem volkhaften und rassegebundenem Gefühl. So wird unsere Werkarbeit unsere Mädel erziehen zum Artgemäßen, in natürlicher Einfachheit das Schöne zu sehen. So werden wir auch unsere Heime, von denen noch viele gebaut werden müssen, ausgestalten und hier unserem jungen Wollen Ausdruck verleihen. Hier wird man keinen wilhelminischen Nippfigürchen aus einer spießbürgerlichen Welt mehr begegnen. Die Mädel, die heute noch in diesen Heimen singen, werden morgen die Frauen in unserem Volke sein und in ihren Wohnungen wird dann diese falsche Pracht und dieser Zauber verschwunden sein. Schon unter diesen wenigen Gesichtspunkten betrachtet, ist unsere Werkarbeit und die abschli-eßen- den Ausstellungen jeder Mädel- und Jungmädelgruppe Gestaltung und Ausdruck einer weltanschaulichen Haltung, ist der Wille zu wahrer schöpferischer Arbeit. Zahrestagung und Hausweihe des DHL. Der Vogelsberger Höhenclub wird seine diesjährige Hauptversammlung am Sonntag nach Pfingsten, 23. Mai, auf dem Hoherodskopf abhalten. Die Hauptversammlung wird verbunden sein mit der Einweihung des Anbaues an das Klubhaus, das durch diesen Erweiterungsbau eine erhebliche Verbesserung erfahren hat. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 2. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk. Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, Klasse C 11^, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 10 bis 15, Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuyö. 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Armes Ding, wie kannst du dich nur in die Idee verrennen! Du sollst mir glauben, Leute wie Grevenstein denken nicht daran. Er ist ein ganz Heller Kopf und gar nicht fähig, den Unsinn zu beabsichtigen, den er dir in dem blöden Brief vorgesetzt hat. In Barcelona ist der Brief aufgegeben, aber ich glaube nicht, daß der windiae Geiger von dort nach Afrika gefahren ist. Ich glaube eher, er drückt sich jetzt in London oder Paris herum und hochstapelt da weiter, wie er so talentvoll hier bei uns angefangen hat. Weinen macht häßlich, Tilli- chen, und besonders schön ist die Familie Bergschlag leider überhaupt nicht, wenn du auch für mich das schönste Mädel der Welt bist." Tilli schluckte noch ein paarmal, sagte dann — und es war aufsteigender Zorn in der Stimme: „Du hast recht, Vater. Du hast mich überzeugt, und ich glaube jetzt auch seine Worte nicht mehr, die so poetisch klingen und mir mit einem Male hohl und gekünstelt erscheinen." Sie sprang auf. „Bitte, Vater, schicke mir Marie, ich werde in einer Viertelstunde fertig sein. Wir sehen uns die Modenrevue an. Dann reisen wir, Vater. Reisen nach Italien oder noch lieber nach Paris. Don Paris hat Günther immer am meisten geschwärmt. Vielleicht sehen wir ihn dort. Das wäre besonders aut, denn von Minute an würde ich sehr vernünftig sein, würde lachen über das, worüber ich jetzt weine, und wäre bald wieder deine alte Tilli." Albert Bergschlag nickte zu allem. Ihm kam es ja nur darauf an, seine einzige, über alles geliebte Tochter ihrem Kummer zu entreißen, in den sie ein Schuft gestürzt. „Ist recht, Tillichen", versprach er, „wir reisen nach Paris." Sie fuhren dann in die Modenrevue, aber am nächsten Tage lag Tilli, die sich eine schwere Erkältung zugezogen, im Bett. Sie konnte keine Toiletten bestellen — ein Fieber rüttelte sie durch und durch. Schließlich genas sie, doch an eine Reise nach Paris konnte man zunächst nicht denken: es wurde ein Frühlingsaufenthalt in Davos daraus. Aber den Plan, nach Paris zu fahren, gab Tilli nicht auf. Sie dachte ständig daran — es war bei ihr förmlich zur fixen Idee geworden —, daß sie den Mann, an den sie ihr ganzes Herz gehängt, in Paris treffen müßte. Ein fast schmerzhaftes Verlangen quälte sie, ihm unvermutet gegenüberzustehen und ihm ihre Verachtung ins Gesicht zu Weißkraut 7 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 28 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, % kg 80 Pf. bis 1 Mk., Zwiebeln 10 bis 14, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 45 Pf., Dörrobst 15 bis 25, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ♦ ** Ein Dreiundachtzigjähriger. Am heutigen Dienstag, 2. März, kann Herr August Delke, Hammstraße 11, seinen 83. Geburtstag feiern. „Häuser der Deutsche Arbeitsfront und Deutsche E Lpd. Der Führer und Reichskanzler hat eine Verordnung erlassen, welche die Deutsche Arbeitsfront zur alleinigen Trägerin der Berufsausbildung macht. Entsprechend dieser Verfügung ist im Einvernehmen mit dem Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront zwischen döm Amt für Berufserziehung und Betriebsführung und der Reichsführung der Deutschen Stenographenschaft ein vertragliches Uebereinkommen getroffen worden, wonach die Lehrgänge in deutscher Kurzschrift und im Maschinenschreiben zum überwiegenden Teil gemeinsam durchgeführt werden. Sonderlehrgänge in Volksschulen, bei der Wehrmacht, in SA.-Lagern, in alten Systemen usw. bleiben davon unberührt. Das gemeinsame Unterrichtswerk wird „Häuser der Kurzschrift" genannt. Beim Amt für Berufserziehung und Betriebsführung ist zu diesem Zweck eine neue Abteilung IV B geschaffen worden, deren Leitung der Reichsführer der Deutschen Stenographenschaft, Pg. Karl Lang (Bayreuth) über- ** Steckbrieflich gesucht und in Gieße n e r w i s ch t. In der Nacht zum Sonntag übernachtete in einem hiesigen Gasthaus der 28 Jahre alte, aus Raspenau (Oberschlesien) gebürtige Erwin Schroeter. Die Polizei wurde auf diesen Gast aufmerksam, der von der Staatsanwaltschaft in Magdeburg und von der Ortspolizeibehörde in Harbke bei Neuhaldesleben wegen Betrugs, Unterschlagungen und Diebstahls steckbrieflich verfolgt wurde. Dem raschen Zugreifen der Polizei gelang es am Sonntagmorgen, den Mann dingfest zu machen und ihn in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis unter Schloß und Riegel zu bringen. Ob auf fein Konto noch mehr Straftaten zu setzen sind, muß erst die weitere Untersuchung ergeben. Kurzschrift." tenographenschast arbeiten gemeinsam. nommen hat. Am Sitze jeder Gauwaltuna wird ein Referat Kurzschrift und Maschinenschreiben neben den übrigen Referaten errichtet, dessen Leiter der jeweilige Gaugebietsführer der Deutschen Stenographenschaft ist. Für den Gau Hessen-Nassau ist das Pg. Werner (Darmstadt). Entsprechend dieser Regelung werden die Ortsgruppenführer der Deutschen Stenographenschaft zugleich Ortsreferenten, die Kreisgebietsführer zugleich Kreisreferenten der Deutschen Arbeitsfront für Kurzschrift und Maschinenschreiben. Die Deutsche Stenographenschaft als solche bleibt unverändert bestehen. Die bestehenden Lehrgänge werden beiderseits ordnungsmäßig zu Ende geführt. Das gemeinsame Unterrichtswerk wird im Gau Hessen-Nassau vom 1. April 1937 ab durchgeführt. Die Vorbereitungen dazu — Anmeldungen bei den Ortsreferenten, Stellung von Anträgen bei dem Gaureferenten usw. — werden im Laufe des Monats März erfolgen. Nochmals die „hessische Stammutter". Einiges über Orth. Von Herrn Oberkriegsgerichtsrat i. R. Koch in Gießen erhalten wir die nachstehende Zuschrift. D. Schriftltg. Zu dem Aufsatz im „Gießener Anzeiger" Nr. 35 hat ein mit diesem Stoff vertrauter Familienforscher allerlei zu bemerken. Der Verfasser bezeichnet die mit Daniel Lüncker dem Aelteren verheiratete Apollonia Orth, eine Enkelin des Dönges, als hessische Stammutter und „Geistesmutter". Diese Ehrennamen gebühren aber nicht ihr, sondern ihrer Großmutter Grede, der Gattin des Dönges, die nach Forschungen des Staatsarchivdirektors Dr. Knetsch wahrscheinlich eine Mardorf war, aus altem Marburger Schöffengeschlecht. Denn sie, die „Dongesen", ist die Ahne oder Schwiegerahne der sämtlichen Gelehrten, die Stadtpfarrer M. Hartmann Mog (so!) in jener Leichpredigt aufzählt, und überhaupt der bemerkenswerten Deutschen, die auf Anton Orth zurückgehen. Von Apollonia stammt nur ein Teil ab, und naturgemäß kein einziger, der den Namen trägt. Goethe ist einmal Nachfahre der Apollonia, aber dreimal des Dönges und der Grede, wie schon bemerkt, nämlich durch deren Söhne Johann der Alte (der Blinde), Ludwig und Johann der Junge (Vater der Apollonia). Nachkommen des Ludwig sind die Brüder D. Johannes Dieterich, Superintendent, und D. Cunrad Dieterich, Professor, beide in Gießen. Cunrad heiratete übrigens eine Lüncker, Enkelin der Apollonia. Aus der Menge Nachkommen des Dönges und Verschwägerter von solchen, die wir in G i e ß e n und Umgebung antreffen, seien nur folgende noch genannt: M. Henrich Orth, Pfarrer zu Gießen 1554 bis 1564, vorher und nachher Professor in Marburg; Ursula Orth, zweite Frau des Gießener Superintendenten D. Jeremias Vietor; Margarethe Orth, eine Gattin des Gießener und Marburger Professors der Theologie D. Balthasar Mentzer I.; dessen Schwiegersohn D. Justus Feuerborn und Schwie- aerenkel D. Peter Haberkorn, beide ebenfalls Professoren der Theologie dahier; Balthasar Orth (Urenkel des Dönges), um 1585 aus Wetter nach Wie- seck eingewandert; Schultheiß Hederich Orth in Steinberg bei Gießen (Brudersohn des Gießener Pfarrers Henrich Orth), Stammvater des namhaften, im Mannesstamm längst ausgestorbenen Juristen- und Beamtengeschlechts Orth in Württemberg und Vater des Schultheißen Alexander Orth in Steinberg, des Stiftsdechanten M. Hermann Philipp Orth in Lich sowie des Dragonerhauptmanns Chri- stoffel Orth zu Gießen. Henrich und Alexander Orth sind Ahnherren des Heimatschriftstellers Rudolf Oeser (O. Glaubrecht), geb. zu Gießen 3.11.1807, und des Strafrechtslehrers Reinhard von Frank, weiland Professor hiepselbst. Weiter seien erwähnt der Krämer, Ratsherr und Bürgermeister Joh. Philipp Orth in Gießen, f 1660, Vater des hiesigen Professors der Rechte, auch Stadtsyndikus, Simon Nicolaus Orth und Vorfahr des Geheimrats Dr. Wilhelm Gail und des Heimatdichters Louis Frech, beide aus Gießen. Ferner M. Henrich Orth aus Wetter, Schulmeister in Lollar, der 1600 eine Gieß- nerin heimführte; Christoph Orth, Fürst!. Ober- schultheiß zu Gießen, f 1654; Joh. Ebert Orth in Lollar, noch 1636; Wilhelm Orth, Hauptmann daselbst, zeitweise Kommandant von Butzbach; Joh. Reinhard Orth von Lollar, Dragonerleutnant, später Landhauptmann in Lützellinden; David Orth von Lollar, Fähnrich, dann Schultheiß zu Heuchelschreien, unbekümmert um die Umgebung, in der er sich befand. Sie say jetzt alles nüchtern und klar. Weil sie reich war, hatte er sich ihr genähert, sich mit ihr verlobt. Mit ihres Vaters Geld hatte er sich amüsiert, und da er überhaupt nicht daran gedacht, sich mit einer Musikschule abzugeben, die ihn gewiß sehr gelangweilt hätte, reiste er unter einem Vorwand ab. Lüge war alles gewesen! Lüge seine Liebesworte, Lüge seine Küsse und Lüge alle Zukunftspläne, die er mit ihr geschmiedet. Ihre Liebe wandelte sich allmählich in Haß. Günther Grevenstein aber dachte kaum noch an Tilli Bergschlag. Er glaubte, diese Episode seines Lebens geschickt aus der Welt geschafft zu haben. Mochte das unschöne Mädchen ein Weilchen weinen und der alte Bergschlag toben, beides brauchte er ja nicht anzuhören, und die zwei würden wieder ruhig werden und ihn vergessen, wie er sie schon beinahe vergessen hatte. Er lebte jetzt wie beschwingt. Alles ging ihm nach Wunsch. Mit dem Grafen Rethel war er ein Herz und eine Seele. Der ältere Mann ließ sich überall mit ihm sehen, führte ihn in Klubs ein, machte Ausfahrten mit ihm in seinem eleganten Auto, das ihm von der Firma Radio-Radix zur Verfügung gestellt war, und sie bummelten auch viel zusammen durch die Stadt. Das Palais Rethel sollte schon in den nächsten Tagen gemietet werden. Sie wollten von Anfang an gemeinsam darin wohnen, der Graf und er, wollten wie Vater und Sohn darin leben. Der Mietvertrag lag bereit, das Geld auch. Ueberall stellte ihn der Graf als seinen Adoptivsohn vor. Er selbst wohnte noch im Hotel Meudon. Aber er hatte sich schon allerlei zugelegt, was mit seinem neuen Titel verknüpft war. Er dachte an nichts weiter als an die Zukunft. Sein Leben sollte mit dem neuen Namen neu beginnen. Er war getauft worden auf die Namen Günther Werner Franz. Er wollte sich Francois de Rethel nennen. Eines Tages war es dann so weit. Der Mietvertrag wurde von Jean Louis de Rethel unterschrieben, und der Mietpreis für ein Jahr von dem Vorschuß entrichtet, den Günther Grevenstein auf seine Adoption leistete. Die Türen des kleinen Palais öffneten sich, um alle einzulassen, die gekommen waren, es drinnen recht sauber und behaglich zu machen. Scheuerfrauen klapperten mit Besen und Eimern, Fensterputzer, Dekorateure rannten einander fast um, und acht Tage später konnte der alte Graf den zukünftigen jungen Grafen auch schon durch das ganze Haus führen und ihn bewundern lassen, wie schön es geworden war. Mit einer Art Stolz durchschritt Günther Grevenstein die Räume, in denen es viele gediegene alte Möbel und Bilder gab, die fast alle mit der Geschichte der uralten Grafenfamilie verknüpft waren. Er wählte sich drei Zimmer aus und richtete sie nach seinem Geschmack ein. Warmgetönte Teppiche wurden aufgelegt, die Wände mit farbenfrohen Gobelins behängt, schwere Seidenoorhänge mußten das Tageslicht milde abdämpfen. Ein Auto schaffte er sich jetzt auch an — einen prachtvollen dunkelroten Wagen. Grevenstein verkaufte wieder ein paar Ringe, um aus dem vollen schöpfen zu können. Er machte das äußerst unauffällig. Beim ersten Mittagsmahl im eigenen Heim bot der Aeltere dem Jüngeren das langerwartete „Du" an, und Graf Rethel dachte, wie sonderbar es war, daß dieser Fremde, dem er seinen Namen geben wollte, ihm sehr ähnelte. Mehr, als ihm sein eigener Sohn geglichen hatte. Günther Grevensteins Bart wuchs zusehends, und der die Form des Spitzbarts betonende Haarwuchs um Kinn und einen Teil der Wange erinnerte den Grafen an Jugendbilder von sich selbst. Beide waren jedenfalls äußerst zufrieden. Sie bedauerten nur, daß die Adoptionsangelegenheit nicht so schnell vorwärtsging, wie sie beide gehofft hatten. Bis alle Instanzenwege durchschritten sein konnten, würde es wohl Herbst werden. Aber schließlich fand sich Günther auch damit ab. Für alle Freunde und Bekannten aus der Glanzzeit des Grafen, mit denen man sich öfter traf oder bei ihnen Besuch machte, galt er bereits als „Francois Graf von Rethel". Manchmal dachte Günther Grevenstein darüber nach, warum der alte Herr seinen vor mehr als zwanzig Jahren verstorbenen Sohn kaum erwähnte und fast schroff abbrach, wenn durch einen Zufall das Thema berührt wurde. Er horchte bei Bekannten des Grafen ein bißchen herum. Man zuckte die Achseln: Du lieber Himmel, es war etwas zwischen Vater und Sohn vorgefallen, was schon oft zwischen Vätern und Söhnen Zwietracht gesät. Der junge Jean Louis de Rethel, der in einem feudalen Regiment Offizier gewesen, verliebte sich in ein kleines Mädel ohne Geld, und der alte Jean Louis hatte eine gute Partie für ihn so gut wie sicher. Geld brauchten die Rethels ja sehr nötig. Was dann eigentlich geschehen war, wußte wohl einzig und allein der alte Gras zu sagen. Man hörte nur, daß Vater und Sohn eines Tages eine heftige Auseinandersetzung gehabt hätten, wieder des Mädels wegen, und der junge Graf darauf das Palais Rethel in sinnloser Aufregung verlassen hätte. Durch die Aufregung wäre er unterwegs beinahe unter einen der schweren Autobusse geraten, stürzte und war sofort tot. Gehirnerschütterung. Was aus dem Mädel geworden, wußte man nicht; der Alte war jedoch jahrelang fturrtpf und unzugänglich. Ganz plötzlich aber kam die Lebenslust zurück. Er wurde wieder gesellig und vergnügt. Doch von dem Sohn und allem, was heim bei Gießen (diese sämtlich im 17. Jahrhundert)? M. Johannes Orth von Lohra, Schulmeister in Ober- Widdersheim, hierauf in Ostheim bei Butzbach, 1616 berufen nach der Reichsstadt Weißenburg i. E., wo er Pfarrer wurde. Joh. Philipp Orth aus Wetter kam Ende 17. Jahrhunderts als Silberkämmerer im Hofdienst nach Butzbach, heiratete dort und hatte Nachkommen. Zwei Orth, Vater und Sohn, waren im 18. Jährhuttdert Pfarrer in Erda. Dagegen gehören nicht hierher die Orth in Schotten — von da auch nach Butzbach —, in Lich (Türmerfamilie), Lauterbach, Schlitz und Nidda, wo frei» lich auch ein Nachkomme des Dönges wirkte, der Diaconus Henrich Orth, f 1635. Orth in Echzell und in Altenstadt werden ebensowenig aus Marburg fein. Es gibt ferner nicht verwandte Orth in der Rheinpfalz und anderwärts. Wie verbreitet der Name ist, ergeben die Matrikeln. So find in Erfurt im 15. Jahrhundert zwei Ort aus Büdingen genannt; zu Wittenberg studierten im 16. Jahrhundert Ort aus Nördlingen, Schweinfurt, aus Pommern, Neustadt a. Orla, zu Marburg Orth aus Salzkotten und Paderborn. Abkömmlinge des Dönges wiederum ließen sich an der Nahe, bei Saarbrücken, im Elsaß, in Oberramstadt und sonstwo nieder. Es steht fest, daß Dönges einer der drei Brüder Orth ist, die im Jahre 1475 von Kaiser Friedrich III. im Feldlager bei Neuß einen Wappenbrief erhielten. Das im Briefe gemalte und ausführlich beschriebene Wappen zeigt im roten Schilde drei (2:1) „Oleyfien" (Olivenstämmchen) mit Blättern und Beeren; auf dem Helm eine rvtgekleidete Jungfrau mit offenem gelbem Haar, mit einem Kränzlein aus Olivenblättern und in jeder Hand einen Olivenstamm haltend, wie im Schildbild, alles dies in natürlichen Farben. Der Olioenstamm findet sich auch im alten Wappen der Stadt Wetter bei Marburg. Das in obigem Aufsatz abgebildete Wappen geht diese Orth nichts an; es ist das Wappen der mit ihnen gar nicht verwandten Orth aus Langenselbold, in Frankfurt a. M., feit 1533 von da auch in Heilbronn und in einem Zweige später nach Frankfurt zurückgelangt. Diese Orth trieben einen bedeutenden Großhandel mit Niederlassung in Hamburg und Vertretungen in London, Amsterdam und anderen Plätzen. Die Brüder Peter und Philipp Orth erhielten im Jahre 1539 einen Kaiserlichen Wappenbrief. Zwei Brüdern aus diesem Hause wurde 1665 der rittermäßige Reichsadelstand und eine Wappenbesserung verliehen. August Benjamin Orth, Handelsherr in Heilbronn, erhielt 1804 den Reichs- ritterstand mit „Edler von". Das alte Wappen dieser Orth ist in Gold ein roter Löwe (so!) mit stoßbereitem silbernem Pfeil in der Rechten. Aus diesem Geschlecht sind die im Aufsatz erwähnten hervorragenden Frankfurter. Daß auf dortigen Ahnentafeln auch Nachfahren des Dönges erscheinen, wird nicht verkannt. Schon Dönges Orth selbst muß ein Mann von besonderer Begabung und Tüchtigkeit gewesen sein. Daß er Ratsherr und Bürgermeister war, ist in obigem Aufsatz gesagt. Anton wird als „Kramer" bezeichnet, man darf ihn aber auch als Bankherrn ansprechen. Er erwarb großen Reichtum und hatte umfangreiche Geldgeschäfte. Darüber bringt D. Dr. E. E. Becker in feinem ausgezeichneten Werke „Die Riedesel zu Eisenbach", Band 3, viel Lesenswertes. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 3. März. Gießen. Lladlkirche. Passionsandacht, Pfarrassistent Bangert. — Daubringen. 20 Uhr: Passionsandacht. — Klein-Linden. 20: Passionsandacht. — Lich. 20: Passionsandacht, Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 20: Passionsandacht. katholische Gemeinden. Mittwoch, den 3. März. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. damit zusammenhing, sprach er nie. Es hieß, daß alle, die ihn kannten, das wußten und respektierten. Günther hatte nun erfahren, daß ein Liebesroman das Schicksal des jungen Grafen gewesen war. Er dachte überlegen: Wie kann nur die Liebe so viel Macht über einen Mann gewinnen, daß et ihretwegen Torheiten begeht! So weit würde er seinen Gefühlen nie nachgeben. Warum mußte er nur gerade jetzt an ein schlankes Mädel im blauen Seidenkleide denken, an ein zartes, feines Gesicht, an herrliche (Brauaugen und silberblond schimmerndes Haar? Für das süße Mädel hätten sich allerdings auch Torheiten gelohnt, wäre es für feine Wünsche erreichbar gewesen. Ihr war es, als läge die Blonde wieder in feinen Armen, und er küßte sie. „Komteßlein", dachte er zärtlich, aber ein Frösteln folgte, als ihm einfiel, welchen Wert er ihr unterschlagen, daß er seine ganze neue Existenz auf das Diadem aufbaute, das sich so kleidsam in die seltene Haarpracht gedrückt hatte. 12. Franziska hatte ihrem Verlobten und seiner Mutter das traurige Geschick ihrer Mutter erzählt, so, viel sie selbst davon wußte, und bekannt: „Mutter war nicht verheiratet. Stört euch das nicht?" Frau Radix hatte den Kopf geschüttelt. „Wie kann uns das stören, liebe Fränze? Du kannst doch nichts dafür, und verurteilen dürfen wir nicht; wir wissen ja ebenso wenig wie du, was deine Mutter erlebte, ehe sie wieder heimkam. Gönnen wir ihr den Frieden und freuen wir uns, daß ihr Töchterchen wahrscheinlich glücklich wirb, was sie nicht gewesen ist." Sie küßte Franziska. „Nun hast du wieder eine Mutter, Kind. Ich habe dich schon sehr liebgewonnen, weil mein großer Junge dich so über die Maßen liebhat." Einige Wochen ging Franziska nun nicht mehr in die Radio-Radix-Werke, doch Eva Zoll kam manchmal zu ihr und half ihr bei den Vorbereitungen zur Hochzeit. Kathrin Hofer nähte chre Wäscheausstattung, und dabei wurde es immer sommer» licher draußen. Als die Bäume im dichtesten Grün prangten, fand die Trauung statt. Die Karolus- kirche war zu klein für die vielen, die der Feier beiwohnnen wollten; auch die Neugierigen kamen auf ihre Kosten. Alle Verwandten und Freunde von Frau Radix und ihrem Sohn waren vollzählig erschienen. Franziskas Schönheit begeisterte alle, und nur bitterer Neid dachte anders. Im weißen dünnen Chiffonkleid mit langem Spitzenjäckchen und schön arrangiertem Schleier, trat Franziska Karsten vor den Altar. In der Villa gab es ein reiches Mahl, auch Eva Zoll war dabei, ebenso der Prokurist Wüst, der die Braut immer wieder heimlich betrachtete, als könne er das Geschehene noch nicht fassen. (Fortsetzung folgt!) Wirtschaft. Oer Handel mit ausländischen Wertpapieren. DNB. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung ?al in einer Bekanntmachung vom 27. Februar 937 über den Handel mit ausländischen Wertpapieren angeordnet, daß ausländische Wertpapiere, die an einer deutschen Börse zum Handel zugelassen oder in den geregelten Freiverkehr einbezogen sind, nur noch mit Genehmigung erworben oder veräußert werden dürfen. Genehmigungsfrei bleibt der Verkauf an einer Devisenbank. Im Anschluß an diese Anordnungen sind die Kursnotierungen für ausländische Wertpapiere an den deutschen Börsen eingestellt. Oie Dresdner Bank im Jahre 1936. Die Dresdner Bank legte dieser Tage ihren Abschluß und Geschäftsbericht für 1936 vor. Unter den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Erträgen haben sich Zinsen und Diskont auf 47,49 (43,71) Mill. RM. erhöht, während Provisionen und Gebühren trotz der eingetretenen Umsatzbelebung gegenüber dem Vorjahr mit 37,72 (37,04) eine wesentliche Steigerung nicht aufweisen. Die Einstellung der Erträgnisse aus dem Effekten-, Devisen- unü Sortengeschäft erfolgte in etwa gleicher Höhe wie im Vorjahr mit 9,96 (9,96) Mill. RM.; dabei ist jedoch zu bemerken, daß die namentlich aus dem lebhafteren Effektengeschäft herrührenden Sondererträgnisse vorweg abgesetzt wurden. Unter den Ausgaben erscheinen Personalaufwendungen mit 56,93 (56,12) Mill. RM., Ausgaben für soziale Zwecke, Wohlfahrtseinrichtungen und Pensionen mit 4,75 (4,91) und sonstige Aufwendungen mit 13,92 (11,99) Mill. RM. In der Erhöhung der Unkosten findet neben anderen Ursachen die Ende 1935 vollzogene Uebernähme des sächsischen Geschäfts der Firma Gebr. Arnhold, Dresden, sowie die Uebernähme der Angestellten der Akzeptbank AG., Berlin, ihren Niederschlag. Abschreibungen wurden mit insgesamt 1,90 (1,40) vorgenommen, dem Pensionsfonds unv. 2 Mill. RM. zugeführt. Steuern erforderten 8,03 (6,69) Mill. RM. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus 1935 von 2,48 (2,39) Mill. RM. ergibt sich ein Reingewinn von 11,02 (9,98) Mill. RM. Hieraus soll der GV. am 19. 3. die Verteilung einer dem Vorjahr gegenüber unveränderten Dividende von 4 v. H. vorgeschlagen werden, 3,00 (1,50) Mill. RM. werden der gesetzlichen Reserve zugewiesen, der Rest von 2,02 (2,48) wird auf neue Rechnung vorgetragen. Das Gewinnergebnis hätte, wie von einem Vorstandsmitglied gelegentlich einer Pressebesprechung ausgeführt wurde, ohne weiteres eine Dioidenden- erhöhung um 1 v. Sy ermöglicht; man habe indessen hiervon abgesehen, da man in der Ausschüttungspolitik eine ruhige konservative Linie wahren wolle, und angesichts der erst im vorigen Jahr erfolgten Wiederaufnahme der Dividendenzahlung eine Erhöhung nicht in dieser Linie gelegen hätte. Vielmehr habe man es für richtig gehalten, die ausgewiesenen Reserven zu stärken, die damit 13 v. Sy des Kapitals erreichen. Satzungsgemäß ist eine Gesamthöhe von 15 v. H. vorgesehen. Die Umsatzsteigerung im Jnlandsgeschäft übertrifft mit 12,3 v. H. nicht unerheblich die entsprechende Entwicklung der Jahre 1934 und 1935. Eine beachtliche Erhöhung weisen mit insgesamt 740 (i. V. 637) Mill. RM. die Neubewilligungen von Krediten auf. Wenn trotzdem das gesamte Kreditengagement entsprechend der Entwicklung auch bei anderen Banken gegenüber dem Vorjahr weiter abgenommen hat, so zeigt dies deutlich die wachsende Anreicherung von Eigenmitteln innerhalb der Wirtschaft. Die Gesamtzahl der im Berichtsjahr neu bewilligten Kredite belief sich auf 14 462 (12 802), wovon h'- Hauptanteil auf Einzelkredite bis zu 5000 RM. und auf solche von 5000 bis 20 000 RM. entfällt. Entsprechend der allgemeinen Entwicklung am Kapitalmarkt haben sich die Effektenumsätze mit der Kundschaft dem Vorjahr gegenüber um 12,26 v. H. erhöht. Rhein-Mainische Börse. Wiltagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 1. März. Die Börse begann auf der ganzen Linie in sehr stiller Haltung. Aufträge lagen' kaum vor, daneben fehlten größtenteils Limiterneuerungen zum Monatsbeainn. Die letzte Verfügung der Devisenbewirtschaftungsstelle über den Handel mit ausländischen Wertpapieren wurde lebhaft besprochen und blieb auf die schwache Unternehmungslust nicht ohne Einfluß. Die wenigen zur Erstnotiz gekommen A k t i en- werte boten kein einheitliches Bild, die Veränderungen waren aber klein. Am Montanmarkt fanden Rheinstahl etwas Interesse mit 155,40 (154,50), dagegen gaben Klöckner 1, Mannesmann 0,65 und Buderus 0,25 v. Sy nach, Verein. Stahl und Hoesch blieben behauptet. IG.-Farben bröckelten auf 168,50 (169,25) ab. Von Elektrowerten setzten Siemens 0,25, Felten 0,25 höher, AEG. 0,25 v. Sy niedriger ein. Von Maschinenaktien waren Moenus um 1 v. H. erholt auf 106, Daimler Motoren gingen auf 127,25 (128) zurück. Sonst kamen noch AG. für Verkehr mit unv. 127,50, Conti Gummi mit unv. 182 und Reichsbank mit 188 (188,50) zur Notiz. Auf den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftslosigkeit. Der Rentenmarkt war völlig vernachlässigt, Erstnotierungen lagen zunächst nicht vor. Im Freiverkehr hatten Industrie-Obligationen einigen Umsatz, Kommunal-Umschuldung nannte man etwas schwächer. Trotz des anhaltend kleinen Geschäftes blieb die Haltung am Aktienmarkt auch im Verlaufe nicht unfreundlich und die Mehrzahl der Kurse konnte sich gut behaupten. Zweitnotierungen kamen allerdings kaum zustande. Von den später notierten Werten ist nur wenig Veränderung festzustellen, etwas fester lagen Cement Heidelberg mit 161 (160), dagegen Scheideanstalt 261 (262), Gesfürel 144,25 (145). Am Kassamarkt kamen Gebr. Adt mit 55 (51,50) bei scharfer Rationierung zur Notiz. Am Rentenmarkt wurden Reichsaltbesitz mit 120,40 (120,25) und Reichsbahn-VA. mit 124,65 (124,75) notiert, Kommunal-Umschuldung gingen mit 91,65 und 91,70 um. Gold Pfandbriefe, Kommu- nal-Obligationen und Stadtanleihen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe zogen leicht an, etwas mehr Rheinische auf 101,50 (101,10). Für Auslandwerte werden die Notierungen vorläufig eingestellt. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse war ohne Anregung und nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Trotz der starken Geschäftslosigkeit erwiesen sich die Kurse als verhältnismäßig gut behauptet, teilweise ergaben sich gegenüber dem Berliner Schluß mäßige Erhöhungen. Kleine Nachfrage fanden Montanwerte, die zumeist 0,25 v. H. gewannen, auch die Farbenaktie blieb mit 168,75 (168,65) voll behauptet. Mäßig höher lagen auch Deutsche Linoleum mit 175,25 (174,75). Am Einheitsmarkt notierten Deutsch- Asiatische Bank 3 Mark fester mit 715, ferner zogen Gritzner Masch. auf 44 (43,25) an. Das Rentengeschäft war ohne Bedeutung. Von Stadtanleihen notierten 4,50 d. Sy Hanau mit 95 (95,25); 6 v. H. IG. Farben lagen mit 134,13 unverändert. Kommunal-Umschuldung nannte man mit 91,70. U. a. notierten: 6 d. Sy IG. Farben 134,13, Reichsbahn-VA. 124,65, 4,50 v. Sy Stadt Hanau 95, Bayr. Hyp.-Bank E 96,75, Commerzbank 115,40, DD.-Bank 118,50, Deutsch-Asiatische Bank 715, Deutsche Ueberseebank 126, Buderus 118, Harpener 153,13, Mannesmann 118,75, Rheinstahl 155,25, Verein. Stahl 119,75, Otavi Minen 28, Bemberg 112,25, Conti Gummi 182, Deutsche Erdöl 147,50, Scheideanstalt 261, Deutsche Linoleum 175,25, Licht & Kraft 148, IG. Farben 168,75, Gesfürel 144,25, Gritzner 44, Mainkraft 94,25, Muag 143,75, Metallgesellschaft 150,50, Moenus 106, RWE. 132,50, Schlickert 164, Konserven Braun 93,13, Hapag 17. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. März. Der Marktverkehr in Getreide ist ohne Bedeutung. Die Oeffnung der Schiffahrtswege ermöglichte manchen Mühlen den Bezug zeitig gekaufter Ladungen. Das Gerstengeschäft ist abgeschlossen. Hafer bleibt sehr gesucht. In Weizenmehl war die Type 812 leichter käuflich, aber auch die anderen Sorten werden flott ausgenommen. Die Anforderungen in Roggenmehl werden laufend befriedigt. In Futtermitteln werden die Zuteilungen und etwaige Freigaben weitergeleitet, nur einige Mischfutter waren angeboten. In Rauhfutter haben die Umsätze ein wenig zugenommen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R 19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,25, W 16 29,35, W 19 29,35, W 20 29,70; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht- Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeuger-Station; Trockenschnitzel —, Heu, lose 5 bis 5,50, dasselbe, drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggen« stroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 2,40 bis 2,90. Tendenz: ruhig. Frankfurter Lchlocbtviebmarki Frankfurt a. M., l.März. Auftrieb: Rinder 1034 (gegen 1203 am letzten Montagsmarkt), darunter 186 (221) Ochsen, 125 (166) Bullen, 560 (695) Kühe, 163 (121) Färsen. Kälber 485 (553), Hämmel ünd Schafe 52 (89), Schweine 4272 (4155). Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (am 22. Febr. 42 bis 45), b) 38 bis 41 (37 bis 41), c) 34 bis 36 (35 bis 36); Bullen a) 42 bis 43 (42 bis 43), b) 36 bis 39 (39), c) 34 (34); Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 26 bis 33 (28 bis 33), d) 19 bis 25 (18 bis 25); Färsen a) 44 (42 bis 44), b) 40 (39 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 57 bis 65 (58 bis 65), b) 41 bis 55 (41 bis 55), c) 38 bis 40 (39 bis 40), d) 25 bis 37 (25 bis 38). Hämmel b2) 43 bis 48 (43 bis 47), c) 40 bis 43 (38 bis 42). Schafe nicht notiert (—). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50); Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Großvieh und Schweine wurden zugeteilt; Kälber mittelmäßig, später abflauend; Hämmel und Schafe belebt. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 1. März. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 271 Ferkel, darunter 78 Händlerschweine, zum Verkauf aufgetrieben. Nach flottem Handel verblieb geringer Ueberstand. Es wurden bezahlt: für 6 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 21 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 21 bis 25 Mark. Obecheffen. Heimatvereinigung Staufenberg. △ Staufenberg, 28. Febr. Gestern abend hielt die Heimatvereinigung Staufenberg, die unter der Führung von Dekan i. R. G u ß m a n n (Gießen) steht, in dem großen, neuerbauten Saale der „Burg" einen Heimatabend ab. Nach der Begrüßung und Eröffnung durch den Vereinsführer fang der Männergefang- oerein Staufenberg, der sich um die Ausgestaltung des Abends große Verdienste erworben hat, zwei exakt vorgetragene Lieder, „Mein Heimatland" und „Horch, die alten Eichen rauschen". Gartenbauarchitekt Schwarz (Gießen) hielt dann einen interessanten Lichtbildervortrag über „Raumgestaltung der Natur". Die vielen anschaulichen Lichtbilder, zum großen Teil aus dem Parke Friedelhausen und der Burg Staufenberg stammend, waren von ihm selbst ausgenommen. Es fehlte auch nicht an undeutschen Gegenbildern, die zeigen sollten, wie man die Natur nicht gestaltet. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Der Dereinsführer dankte Herrn Schwarz mit herzlichen Worten Er wünschte, daß die mannigfachen Anregungen in manchen Herzen Widerhall finden möchten. Ein gemeinsam gesungenes Lied schloß sich an. Nach einer Pause fang der Gesangverein wieder zwei Lieder. Der Ehrengast, Dr. Michel (Gießen), Ortsringführer des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, dankte für die Einladung und richtete freundliche, beifällig aufgenommene Worte über die verschiedene Arbeit und doch aus einer tiefen Wurzel stammende gemeinsame Heimatliebe an die Versammlung. Herr Schwarz (Gießen), der die weiß gedeckten Tische schön dekoriert hatte, verloste nun die vielen blühenden Begonienstöcke u m s o n st an die anwesenden Frauen, was nicht nur große Freude erregte, sondern auch eine schöne Erinnerung an den Heimatabend bildet. Nachdem der Gesangverein nach mehrfach durch schöne Gesänge erfreut f)atte, schloß der Vorsitzende mit Dankesworten den Abend. Kaselmarkt in Buhbach. * Butzbach, 2. März. Der bekannte Butzbacher Faselmarkt findet am 11. März in Verbindung mit einer Zuchtvieh-Prämiierung und Volksest statt. Interessierte Tierzüchter, Bauern und Landwirte seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. Ein kleines Kind tödlich verbrüht. * Stockhausen bei Grünberg, 1. März. Am gestrigen Sonntag hielt sich das ein Jahr und acht Monate alte Söhnchen Werner des hiesigen Landwirts Otto Jochem bei seinem Vater im Futterraum auf. Während der Mann mit dem Vieh beschäftigt war, zog der Kleine in einem unbewachten Augenblick einen Kübel mit heißem Wasser, das beim Füttern Verwendung finden sollte, so unglücklich herunter, daß das Wasser sich über das Kind ergoß und es schwer verbrühte. Das bedauernswerte Kind wurde sofort nach Gießen in die Klinik verbracht, wo es am heutigen Montagmorgen feinen schweren Verletzungen e r - legen ist. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 1. März. In der letzten Nacht wurde in dem Ladengeschäft der Witwe Kreiling, Gießener Straße, ein Einbruch versucht. Der Täter schlug zwei Ladenfensterscheiben ein, fand in dem Ausstellraume aber nur leere Kartons vor, für die er natürlich keine Verwendung hatte. Er versuchte dann mit einem Schlüssel die Ladentür zu öffnen, hatte aber auch damit kein Glück, weil in dem Türschloß von innen ein Schlüssel steckte. Die 'NEUE APOT1H1EKE in Gießen ist eröffnet! Sie befindet sich Kaiserallee 10, in der Nähe des Ludwigsplatzes. — Anfertigung aller Rezepte für Private und sämtliche Krankenkassen Homöopathie — Biochemie Drogen - Chemikalien ADOLF BERGER, APOTHEKER 1380D Goethe-Bund und KanfmännischerVerein Gießen Sonntag, 7. 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Es empfiehlt sich jedoch, harmlosere Mittel zu gebrauchen. Strychninvergiftung, Krampfe, ähnlich wie bei Wundstarrkrampf, Zittern, Angst; Bewußtsein vollkommen erhalten. Tod bei Ubergreifen der Krämpfe auf die Atemmuskulatur. Sofortiger Arztruf dringendst erforderlich, bis zuiy Eintreffen des Arztes versuchen, ob man Erbrechen erregen kann. Stubenvögel, Vögel, die ihres Gesanges wegen in Wohnungen gehalten werden. Siehe Singvögel. Man sorge immer für den richtigen Käfig, vor allem auch für die Sauberkeit, für viel frische Luft, dann wird man an den Vögeln auch viel Freude haben. Stuck, Gips und Marmorstaub, aus dem früher sehr beliebte Wand- und Deckenverzierungen gemacht wurden, die zur heutigen Wohnungseinrichtung nicht mehr passen. Zur Entfernung muß der Hausbesitzer sein Einverständnis geben. Stuck läßt sich schwer reinigen, man kann ihn nur abstauben oder neu streichen. Stückgut, einzeln zum Bahnversand aufgegebene Güter, die man zweckmäßig von einer Spedition abrollen läßt. Die Fracht wird nach dem Gewicht und der Entfernung nach festen Tarifen berechnet. Studentenblume, s. Tagetes. Stundung. Solange St. gewährt ist. braucht der Schuldner nicht zu zahlen er kann sich im Prozeß daraus berufen. Ob während der Stundung Zinsen zu zahlen sind, hängt von dem einzelnen Falle ab (s. auch Abzahlung, Darlehen, Kreditkauf, Mahnung). Sturz siehe Gehirnerschütterung, Knochenbruch. Stürzen, das Anrichten von Speisen, wie Gefrorenem und Puddings, die sich in einer Form befinden. Man legt eine Platte auf die Form und dreht sie dann um. Eisformen müssen vor dem Stürzen schnell in heißes Wasser getaucht werden, um das Gefrorene von den Wänden zu lösen. In Formen gebackene Kuchen werden auf ein Holzbrett oder einen Drahtteller gestürzt. Stuhlgang, oder Darmentleerung ist ein für die Gesundheit außerordentlich wichtiger Vorgang, der täglich einmal zur bestimmten Stunde erfolgen soll. Von klein auf sind die Kinder an geordneten Stuhlgang zu gewöhnen. Abweichungen weisen auf eine Darmerkrankung (Durchfall oder Verstopfung), oder auf eine Erkrankung der Gallenblase hin (lehmfarbener Stuhl bei Gelbsucht). Der Stuhl der Brustkinder ist goldgelb und salbenartig, zerfahrener, grünlicher Stuhl deutet auf eine Ernährungsstörung. Dgl. Verdauung, Kindspech. Stulpe, andere Bezeichnung für die heute kaum meyr getragenen losen Manschetten oder Röllchen. An Damenhandschuhen Derbrei- Stühle gleiten ... Wie oft passiert es, daß mit großem Geräusch Stühle zurückgeschoben werden. Kaum hörbar ist es, wenn unter den Stuhlfüßen Gleiter — kleine Metallnägel — angebracht sind. Ueberall lassen sie sich leicht befestigen. Sie kosten wenig bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Mittlerweile war her Täter bemerkt worden, so daß er auf einem Fahrrad flüchtig ging. Augenzeugen teilen mit, das es sich um einen Radfahrer ohne Mütze handelte. £ Wieseck, 1. März. Arn Samstagabend hielt die Kriegerkameradschaft 1871 Wie s e ck im Saale von Braun ihren Kameradschaftsabend ab, der sehr gut besucht war. Kameradschaftsführer Karl Euler begrüßte die Kameraden und Gäste. Eine sehr gut zusammengesetzte Musikkapelle sorate für schöne Unterhaltung. Großen Anklang fand ein von Kamerad H e l l e r eingeübter Tanz von Kindern der Kameraden. Ein Theaterstück trug zur Unterhaltung bei. Kreisschießwart Albin Klein entbot die Grüße des Kreisoerbandes und sprach noch kurz über den Schießsport. nsf. Climbach, 1. März. Ein sehr gut besuchter Abend fand in unserer Frauenschaft statt, bei dem Frau Schäfer aus Gießen über die Pflichten der Hausfrau in Küche und Haus sprach. Es sind ganz neue Gesichtspunkte, von denen aus die Frau im Drittln Reich ihre Arbeit betrachten muß. Erst wenn sie diesem Geist der Verantwortung dem Volksganzen gegenüber gerecht wird, hat sie begriffen, was eine neue Zeit verlangt, nämlich: restlosen Einsatz und Zusammenarbeit aller nach den Gedanken des Führers. Die Hörerinnen gingen gut mit und dankten durch lebhaften Beifall. ED Allendorf a. d. Lda., 2. März. Am heutigen Dienstag, 2. März, vollendet Frau Elisabeths Krieb III., geb. Riedesel, in geistiger und körperlicher Frische ihr 8 5. Lebensjahr. Die Jubilarin konnte vor zwei Jahren mit ihrem Mann das Fest der diamantenen Hochzeit feiern. A Dorf-Gill, 28. Febr. Aus der kirchlichen Statistik von Dorf-Gill für das Jahr 1 9 3 6 ist ein erfreulicher Opfersinn der Gemeinde und reges kirchliches Leben zu erkennen. Aus dem Berichtsjahre sind folgende Angaben bemerkenswert: An Kollekten und Gaben gingen ein 1525,28 Mark; dazu hat unsere landeskirchliche Gemeinschaft für Innere und Aeußere Mission 530,07 Mark aufgebracht, so daß insgesamt 2055,35 Mark geopfert wurden, d. i. pro Kopf unserer Gemeinde 4,82 Mark (für 1935 einschließlich der Kollekte von 505,50 anläßlich des großen Missionsfestes 2178,72 Mark oder 5,11 Mark pro Kopf). Davon gingen an die Innere Mission 220,63 Mark, an die Aeußere (meist Rheinhessische) Mission 436,85, an die Bekennende Kirche 321,08 Mark (zuzüglich 125,27 Mark von der Bekenntnisgemeinde Holzheim). Die Gottesdienstbesucherzahl betrug 12 810, d. i. bei einer Seelenzahl von 426 49 v. H.: 5079 Männer, 5376 Frauen, 2355 Kinder oder im Durchschnitt 207 Personen: 82 Männer, 87 Frauen, 38 Kinder. Die Nebengottesdienste waren besucht von durchschnittlich 86 Männern, 85 Frauen und 29 Kindern. Getauft wurden 1936 4 (7) Kinder (die Zahlen in Klammern sind Vergleich zu 1935), konfirmiert 5 (12) Kinder; getraut wurde 1 (7) Paar und beerdigt 9 (6) Personen. Am heiligen Abendmahl nahmen teil 351 Männer, 328 Frauen oder 160 v. H. der evangelischen Gemeinde. — In der Woche vom 17. bis 22. Januar 1937 fand in Dorf-Gill eine kirchliche Woche statt (Abendvorträge und Bibelstunden), die recht gut besucht war, nämlich von 1502 Personen: 598 Männer, 718 Frauen, 186 Kinder. Das ergibt einen Durchschnittsbesuch von 250 Personen. Die Kollekte ergab insgesamt 92 Mark. Kreis Büdingen. + Niddt, 28. Febr. Der Führer des Landesverbandes Hessen-Nassau des evangelischen Bundes, Pfarrer Dr. Berger aus Darmstadt, hielt in der hiesigen evangelischen Gemeinde vom 15. bis 21. Februar abends in der Stadtkirche Vorträge über kirchliche Gegenwartsfragen. Sämtliche Vorträge waren stark besucht. — Gegenwärtig findet hier wieder ein Sanitatskursus des Deutschen Roten Kreuzes für Frauen vnd Mädchen im Alter von 18 bis 45 Jahren statt, der von etwa 40 Teilnehmerinnen besucht wird, die in theoretischen und praktischen Hebungen für den Sanitätsdienst als „Helferinnen" ausgebildet werden. Der Leiter desselben, Dr. meck. Fritz Koch, vorübergehend zu einer militärischen Hebung einberufen, wird von Dr. med. Bücking vertreten. — Im benachbarten Bad Salzhausen wurde unter Leitung von Ober-Medizinalrat Dr. Schäfer auch ein Kur - s u s für Samariterinnen des Deutschen Roten Kreuzes abgehalten. Kreis Alsfeld. 3) Alsfeld, 28 Februar. Hier fanden zwei dreitägige Schulungslehrgänge für die Bürgermeister des Kreises Alsfeld im Luftschutz unter der Oberleitung des Luftschutz-Oberführers S ch u ch a r d t aus Gießen statt. Sie wurden durchgeführt von dem Luftschutz-Ortsgruppenführer, Oberstudiendirektor Dr. Hainer (Alsfeld), und feinem Schulungsleiter, Assessor Dr. Franz, unter Mitwirkung aller zuständigen Stellen und mehrerer erfahrener Fachleute. Zur Eröffnung waren Vertreter der Kreisleitung der NSDAP., des Kreises, her Stadt, des Hochbauamts, der Feuerwehr und der Sanitätskolonne anwesend. Die Abwehrmaßnahmen, die sanitären Notwendigkeiten und alle anderen Fragen, die mit der Abwehr Zusammenhängen, wurden in Sondervorträgen und Hebungen behandelt. —.— Homberg (Ohm), 28. Febr. Der hiesige Turnverein hielt in diesen Tagen seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Seibert erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß sich die Mitgliederzahl auf dem Stand des Vorjahres gehalten hat. Der Verein beschickte auswärtige Turnfeste. Dem Rechner Schlosser, der den Kassenbericht erstattete, konnte Entlastung erteilt werden. Vereinsführer S e i b e r t, der das Amt feit 18 Jahren innehak, wurde als Vereinsführer wieder bestätigt, auch der übrige Vorstand blieb in feinen Aemtern. Für das Jahr 1937 ist die Beteiligung an verschiedenen Turnfesten vorgesehen. Der Turnverein kann in diesem Jahre auf sein 75jäh- riges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß soll eine würdige Feier veranstaltet werden. # Ober-Ohmen, 28. Febr. Dieser Tage fand eine Brennholzversteigerung aus den Riedeselschen Waldungen statt. Buchenscheiter kosteten 8 bis 12 Mark pro Raummeter, Buchenknüppel kamen bis auf 7 Mark pro Raummeter, Buchenastreisig notierten durchschnittlich 1,20 Mark, während Buchenschlagreisig bis auf 2 Mark pro Raummeter kamen. JtunOfunfprogramm. Mittwoch, 3. März. 6 Hhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.05: Wetter- und Schneebericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Kapellen und Solisten (VI). 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Was man schwarz auf weiß besitzt... Hinweise für die Freizeit. 15.30: Deutscher Humor. Funkfolge. 16: Kammermusik. 16.30: Hn= terhaltungskonzert 17.30: Sport zeitgemäß belauscht. Veteranen des Sports. 18: Hnser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Oberschlesien. 20.45: Heiteres um die Ehe. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Sportbericht — Grenzecho. 22.30: Kammermusik. 23: Hnterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Eine Fülle bezaubernder |h^ Wir bringen! aM.dk, dieAMoZ sj dat Heue | «hön^preiwerttij ..■HHÄQißSI höchste Zeit, dass Sie bald zu uns kommen. CARLNnwarx i GIESSEN SELÄRSW660 erwartet Sie bei uns, meine Damen. Nun können Sie so recht nach Herzenslust darunter wählen — und Sie werden bestimmt etwasfinden, was ihpen gefällt, was Sie kleidet, gut ist und trotzdem wenig kostet. Bedenken Sie: LPHASER: CARL' HEINZ SCHLÜTE Mittwoch zusätzlicher FisiW Jetzt Fische essen, sie sind billig Seelachs, kopflos in ganzen Fischen 500 Gramm 20 Pf. Preis ab Laden! Weitere Sorten billigst! Die Fischhändler: (LG.KIeinhenn. Bahnhofstraße 61 Richard Grünewald,Bahnhofstr.27 0. Äremann, Walltorstrabe 2 W. Haas, Schubertstrafre 2 iWA H. Ganb, Friedensstrahe 2 K. Rodeohausen, Bismarchstr. 30 J. Maternus, Klinikstrabe 22 A. Koch Nacbfolger, Mäusburg 15 Fischhaus Cuxhaven, Marktstr. 23 Augnst Wallenfels, Marktplatz 17 iiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiniiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiii Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige 1 llllllillilliiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiinilillililiilllliiiiiiii Stute 500 Süßholz terung vom Gelenk ab bis zum halben Unterarm. Stute, weibliches Pferd. Sublimat, Quecksilbersublimat, ein außerordentlich giftiges Desinfektionsmittel, das zur Warnung vor Verwechslungen nur in rosa gefärbten Pastillen in den Handel kommt. Laien sollten wegen der großen Giftigkeit niemals Sublimat benützen, zumal es leicht durch andere weniger giftige Mittel ersetzt werden kann. Sublimatvergiftung ist ein typisches Beispiel für akute Quecksilbervergiftung, heftige brennende Schmerzen in der Speiseröhre und im Magen, Erbrechen schleimiger, blutiger Massen usw. S. Quecksilbervergiftung. Subtraktion, lat. Rechnungsart, bei der eine Zahl von einer anderen abgezogen wird. Das Subtraktionszeichen ist —. Das Ergebnis die Differenz oder der Unterschied. Südfrüchte sind Apfelsinen, Bananen, Datteln, Feigen, Mandeln, Rosinen und Zitronen. Sühnetermin. Der Sühnetermin hat den Zweck, die Streitenden zu versöhnen. Er ist nötig bei Beleidigung, au Ehescheidungsklagen. Man braucht zum Sühnetermin keinen Anwalt. Der S. in Ehescheidungssachen erfolgt vor dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Ehemann seinen Wohnsitz hat Der S. kann unterbleiben, wenn er von vornherein keine Aussicht auf Erfolg hat oder wenn der Gegner im Ausland oder unbekannten Aufenthalts ist. Beide Ehegatten sollten im Sühnetetmin erscheinen, es wird so mancher Streit dadurch aus der Welt geschafft. Bei Beleidigungen ist S. nicht erforderlich, wenn die Parteien nicht in demselben Gemeindebezirk wohnen. Sukkulenten, Sammelname für alle Pflanzen, die fleischige Blätter haben und somit „Dickblattgewächse" find. Hierzu rechnen Sedum, Agave, Aloe, Echeverie, Sempervivum u. a. m. Da die verdickten Blätter Wasierspeicher darstellen, dürfen diese Gewächse vor allem in der Wachstumsruhe nicht zuviel gegossen werden. Lieben bei Zimmerkultur kühlen Standort. Sultaninen, getrocknete, kernlose Weintrauben. Sülze, Fleischstücke in Gallerte. In erster Linie werden dabei Kops, Genick und Füße mitverwendet, aus denen sich beim Kochen Gallerte bildet. Suppe, entweder Fleischbrühe mit oder ohne Einlage oder künstliche, sogenannte legierte Suppe (Pottage) meist aus Gemüsen, Eeflügelteilen usw. Suppen sind dazu bestimmt, die Absonderung der Verdauungssäfte anzuregen, weshalb Suppen in erster Linie würzig und appetitanregend sein müssen. Susanne, weibl. Vorname hebr. Herkunft mit der Bedeutung „die Lilie", Abk. Suse, Susette. Süßholz, gelbe Wurzeln indischer und amerikanischer Pflanzen. die von Kindern gerne ge- tari Jtoos Gießen, Kirchenplatz 13, RaJ2797 y^uS5^ es JllWel, plattiert, Flor mit künstlicher Seide, Mk. 2.95 Modefarben sind: Blau-, Grau-, Braun-Violett, rostbraun 1401 A Mk. 1.95 Mk 1.95 Mk. 2.50 Mk. 2.65 Mk 2.50 1195, fein, künstliche Seide .... 195, stark, künstliche Seide .... Xi, sehr elegant, künstliche Seide Alpha, besonders feinmaschig. OmC^cl, plattiert, sehr haltbar £ELBEO Damen- Strümpfe Spezialhaus Frdr.Teipel 16 MARKT 16 süss Gewinnauvzug 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden _____________Abteilungen I und II 18. ZiehungStag 1. März 1937 On der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 10000 RM. 112325 112950 167136 183512 211248 266596 328053 360226 394609 166605 178252 203922 230978 305994 352240 391917 5000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 271949 117349 170030 185385 216720 273684 342350 372221 128390 175438 190820 219563 277169 346197 372243 99147 148049 176412 196515 225933 282516 350881 372354 50495 101078 152107 177493 199003 228569 282604 352141 384931 64039 91625 350975 103113 167777 19081 25033 29120 291192 320417 335537 2 Gewinne zu 4 Gewinne zu 4 Gewinne zu 22 Gewinne zu 63412 211362 357470 368809 .. 51®erotnne zu 1000 RM. 8833 9160 10832 30236 44933 62874 79670 81487 85855 98085 99499 '03550 139342 169250 180214 183922 239355 239540 253135 273141 306141 333423 342711 361916 367813 368757 381176 _ ®eroinne au 500 RM 1074 24385 24928 25060 26745 29607 29672 30862 30932 47868 ----- 56867 64729 75343 76208 94669 ----- 300 RM. 1897 2717 3449 94951 94958 95590 103616 106676 115320 128964 141594 156799 170094 187658 207344 217809 229615 250566 271432 291919 303874 326622 333101 349216 362601 380075 23847 35954 53320 63161 75776 85106 15286 30246 42888 59977 67019 79164 94351 106969 114188 126170 139069 155084 167609 181283 207261 215219 229473 246018 267992 283453 303601 326482 333088 349024 362357 375413 399859 105849 113824 124360 136545 154166 167282 178376 197594 214007 227993 244595 264178 283156 302444 323406 332749 341372 362200 372291 394484 16675 34379 43716 62272 68483 82025 21175 34775 47309 62632 73263 83244 23452 35791 48096 62818 75406 84755 106972 116260 129198 143358 161678 172666 187940 210589 220578 237092 250601 277172 293366 305280 326798 336397 349318 363385 387225 29771 39467 59041 65982 77519 86632 105141 112046 121179 131090 151613 164971 174064 189551 212709 223543 238962 256873 281214 301806 322752 332654 341220 352475 370527 393708 340 Gewinne zu 12317 ..... ' 11093 27821 38650 55412 64967 76462 86524 104078 108791 118156 129504 146554 163165 173667 189151 210807 221494 237536 254529 278522 297903 315591 327258 338688 351939 368775 389427 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den (Heßener Anzeiger ...und zum Bauen Äbermann ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 90783 10 Gewinne zu 3000 RM. 24267 208129 223290 271356 316215 18 Gewinne zu 2000 RM. 9949 81206 148396 201859 236349 324177 328547 329793 373769 40 Gewinne zu 1000 RM. 27226 39494 47776 81677 102374 122155 147376 189821 195326 225464 293664 293765 313704 323520 324750 353257 370358 375707 376234 385366 100 Gewinne zu 500 RM. 7937 13203 17064 25473 32370 37091 49367 60986 72948 82380 85346 114818 119884 129418 133176 144094 145010 153010 155971 161560 165371 167948 186261 207120 208526 240600 241022 246870 254293 265412 266954 273786 297166 306501 307186 314846 315769 317606 324603 326863 329126 336482 337058 340190 346173 353881 360905 361593 368153 376588 324 Gewinne zu 300 RM. 837 4730 5157 9854 12642 12705 14163 14944 15576 17107 25189 25520 31291 32304 34112 34384 34901 37332 38526 39353 41242 41322 45422 45583 46204 46714 49348 49826 60513 61925 65480 71288 71664 75420 75734 77388 79672 84332 85351 85396 86384 87386 89460 89501 90310 94782 96422 100181 101839 101937 103562 104682 106792 112966 113468 116992 117554 117787 119049 121083 121599 122966 124654 130361 132954 133634 135170 143321 144984 148673 150015 150638 153539 155672 161261 168752 169631 170256 175650 177217 178503 178714 182842 183871 184776 186034 189398 201101 205812 207152 211650 214992 215105 216644 218320 221734 223423 224277 225102 231789 233849 236486 238537 240334 241286 241625 242130 242664 246194 253997 255496 258579 259272 266502 266544 270521 271953 277353 277845 280445 280699 284698 284728 289607 289902 290310 293310 302270 304914 304940 308654 309110 310809 311698 313412 313448 314856 320416 322811 324009 327435 330891 335856 336490 343162 347219 347785 348849 357242 357683 360441 361546 367226 367328 368672 371397 372994 376587 378510 379341 382927 388861 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 300000, 4 zu je 50000, 4 zu je 30000, 8 zu je 20000, 44 zu je 10000, 72 zu je 5000, 130 zu je 3000, 322 zu je 2000, 1086 zu je 1000, 1804 zu je 500, 7284 zu je 300 M.