Ur. 27 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag. 2.Zebruar 1957 LrjcheiM t&gltd), autz« Sonntags and Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monals-Sezugsprets: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe ttnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühl'sche Untverfilätr-Vuch- und Steinörutferei R. Lauge In Stehen. Schristleitung und SeschästLftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Text« anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das europäische Gespräch. Von Or. Hans von Malottki. Das außerordentliche Echo der Führerrede in der ganzen Welt bedeutet, wie stark man draußen den Zwang zur Auseinandersetzung mit den deutschen Gedankengängen spürt. Wird die europäische Diplomatie nunmehr die notwendigen Anknüpfungspunkte finden, um in gemeinsamer Arbeit eine Klärung und Lösung der großen schwebenden Probleme anzubahnen? Unter dem Leitstern freimütiger Offenheit aber auch ehrlicher Bereitschaft hat der Führer und Reichskanzler die Wege aufgezeigt, die zu diesem Ziel führen. Wenn französische und englische Blätter Unterschiede und Gegensätze gegenüber den in Paris und London bereitgehaltenen Lösungen feststellen, so ist das weder überraschend noch Anlaß zu allzu pessimistischer Beurteilung der Zukunft. Wie schon so oft, so befindet sich die europäische Politik auch gegenwärtig in einem Streit um die Methoden. Daß in solchen Situationen die Konturen der einzelnen Positionen sich schärfer herausheben und Auffassungsunterschiede deutlicher zu Tage treten, ist unvermeidlich. Bei allseitigem guten Willen kann sich aber daraus am Ende sehr wohl ein Klärungsprozeß entwickeln, der eine gemeinsame Plattform für nützliche Verhandlungen finden läßt. Freilich, nur bei allseitigem guten Willen; liefert doch die Nachkriegspolitik genug Beispiele, daß man bei fehlender Bereitschaft jeden möglichen Fortschritt in einem uferlosen Methodenstreit ersticken kann. Nun hat am letzten Sonntag zum erstenmal ein französischer Außenminister der Einsicht Raum gegeben, daß man zu einer Einigung kommen könne, auch wenn die Ansichten und Ausgangspunkte zunächst verschieden sind. Dies ist ein neuer Ton von jenseits des Rheins, und es ist gewiß ein erfreulicher Fortschritt, daß Herr Delbos nicht nur das Trennende sucht, sondern das Verbindende zur Grundlage des von Frankreich angestrebten europäischen Gesprächs machen will. Bei einer solchen Einstellung wird es vielleicht möglich sein, das Mißverständnis zu klären, als wolle Deutschland mit Frankreich eine „Sonderregelung" treffen, die auf Kosten des europäischen Friedens gehen müßte. Es handelt sich, nach all den Erfahrungen mit großen Konferenzen, vielmehr darum, durch ein deutsch-französisches Einvernehmen dem europäischen Frieden eine tragfähige Basis zu schaffen. Kaum jemand — außer Moskau — wird ernsthafte Einwendungen geltend machen wollen, wenn Frankreich und Deutschland sich auf ihre nachbarliche Pflicht besinnen. Auf diesem Wege wird man eher zum Ziel kommen als dadurch, daß man zwischen Frankreich und Deutschland die ganze sonstige europäische Problematik gewaltsam zwischenschaltet, wie Herr Delbos es vorschlägt. Diel hängt zunächst davon ab, den Absichten der deutschen Politik Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die Führerrede hat mit ernstem Nachdruck die Legende zerstört, als sei die europäische Befriedung lediglich eine Frage des deutschen guten Willens. In der Klarstellung der Tatsache, daß die Belastungen und Erschwerungen der gegenwärtigen Lage nicht von Deutschland herrühren und nicht der deutschen Außenpolitik angekreidet werden können, waren deutliche Worte notwendig. Man sollte im Ausland in dieser entschiedenen Zurückweisung gefährlicher Zweckparolen aber keinen Ausdruck unverträglicher Gesinnung, sondern vielmehr den Willen zu einer Verständigung und Zusammenarbeit sehen, die ja nur möglich ist, wenn mit falschen Vorstellungen und Verdächtigungen endlich einmal Schluß gemacht wird. Die Behauptung z. B., daß Deutschland die Wahl habe zwischen einer von den Westmächten angebotenen Zusammenarbeit und selbstverschuldeter Isolierung war, gelinde gesagt, ein entscheidender Irrtum. Schon die Fülle freundschaftlicher Beziehungen, die die deutsche Außenpolitik zu anderen Staaten geschaffen hat, straft diese Behauptung Lügen. Dor allem aber sollte man nicht von Jsolie- rungswillen sprechen, wenn es sich um ganz etwas anderes handelt: um die Abneigung gegen einen mißverstandenen und mißbrauchten Kollektivismus und um das Mißtrauen gegen Pakte, an denen gefährliche Partner beteiligt sind. Diese Abneigung hat mit mangelndem europäischen Gemeinschaftssinn nicht das geringste zu tun; im Gegenteil: das, was Deutschland außerhalb dieses „Köllektiv-Systems" an Freundschaftsbeziehunqen aufzubauen verstand, hat im Gegensatz zu manchen Pakten das europäische Gefahrenrisiko an entscheidenden Stellen verringert. Daß andererseits das französisch - sowjet- russische Paktsystem den wahren Gefahrenquell bildet, kann ernsthaft nicht bestritten werden. Heute ist auch die „Times" soweit, daß sie diese Pakte als „unvereinbar mit einer freien politischen Regelung" bezeichnet. Man weiß noch nicht, ob ihre Feststellung, jede europäische Neuregelung müsse diese Pakte hinfällig machen, den Standpunkt der amtlichen englischen Politik widerspiegelt. Hier liegt jedenfalls der Schlüssel zur Entwirrung der Lage; denn sowohl die Frage der Neuregelung der Sicherheitsverhältnisse in Westeuropa wie auch das Rüstungsproblem können aussichtsreich erst dann behandelt werden, wenn die Russenpakte aus der Welt geschafft sind. Es liegt nahe, im Anschluß an den Times-Artikel die englische Politik zu fragen, warum sie sich erst jetzt zu einer richtigeren Beurteilung der Dinge durchzuringen bemüht. Bei rechtzeitiger entsprechender Einflußnahme auf Paris hätte sehr viel Schaden verhütet werden können. Statt dessen hat man seinerzeit in London die Hönde in Unschuld ge- Frankreich zwischen Berlin und Moskau. Orahiberichi unseres Noe-Korrespondenten. Nachdruck verboten! P a r i s , 1. Febr. 1937. Zwei Tage lang hat die große Rede Adolf Hitlers das Bild der französischen Presse beherrscht. Noch nie hat man so viele Teile einer Führer-Rede wörtlich in der französischen Presse lesen können. Seine Worte üben daher auf weite Kreise eine unmittelbare Wirkung aus, und das ist gut so. Denn die Pariser Presse hat sich bemüht, in den Feststellungen des Reichskanzlers nichts Neues oder gar nur Negatives zu sehen. Wenn man von dem Störungsfeuer einiger sattsam bekannter Brunnenvergifter absieht, so hat die Rede in Frankreich entschieden zu einer Entspannung der Atmosphäre beigetragen. Die hiesige Presse ist in letzter Zeit so oft Richtlinien gefolgt, die, wie sich spater herausstellte, nicht von denen ausgingen, die die Verantwortung tragen. Insofern nimmt es nicht wunder, daß zwischen der Aufnahme, die die Rede des Führers in den Organen der öffentlichen Meinung gefunden hat, und der Antwort des Außenministers Avon Delbos ein stimmungsmäßiger Unterschied liegt. Es ist bezeichnend, daß ein Pariser Blatt, das in den letzten Tagen zahlreiche Bilder von Adolf Hitler und der Reichstagssitzung veröffentlicht hat, heute auf der ersten Seite eine Aufnahme des französischen Außenministers bringt, wie er Blumen am Fuße des Ehrenmals für die in französischer Kriegsgefangenschaft gestorbenen Deutschen in Chateauroux niederlegt. Die radikalsozialistische „Ere Nouvelle", die Delbos nahesteht, freut sich darüber, daß er d e n Franzosen aus dem Herzen gesprochen habe. Wir Deutsche wollen daran die Hoffnung knüpfen, daß Delbos recht behält, wenn er sagt: Man brauche zu Beginn von Verhandlungen nicht unbedingt gleicher Ansicht zu sein und könne schließlich doch zu einer Einigung gelangen. Wenn man die Steuerungen der verantwortlichen französischen Minister allen rednerischen Beiwerks entkleidet, dann bleibt allerdings nicht viel auf dem Wege einer deutsch-französischen Verständigung übrig, was sofort in Verträge oder Taten umgewandelt werden könnte. Aber es darf nicht unterschätzt werden, daß nach Tagen und Wochen künstlich gesteigerter Spannung nun d i e normale Sprache wiedergefunden worden ist. Unendlich viele Franzosen sind sich dessen bewußt, daß die Unterschiede zwischen der lateinischen und der germanischen Auffassung, zwischen französischem und deutschem Wesen, erheblich geringer sind, als der Abstand, der die zersetzende bolschewistische Weltrevolutionslehre von dem europäischen aufbauenden Kulturbewußtsein trennt. Die Vorgänge in Spanien und nicht zuletzt die lächerliche Komödie des jüngsten Moskauer Blutprozesses haben den unvoreingenommenen Franzosen die Augen geöffnet. Aber es entspricht den politischen Leitsätzen, mit denen sie seit Jahren ständig gefüttert worden sind, daß sie keine Entscheidung treffen wollen, die aus ihrem Dilemma Moskau oder Berlin hinausführen würde. An dem Widerhall, den die Führerrede in Frankreich gefunden hat und an dem deutsch-französischen Verhältnis überhaupt zeigt sich die Gefahr bestimmter Schlagworte von dem unteilbaren Frieden und dergleichen. Wie soll die Vielseitigkeit der europäischen Interessen oder derer, die man als europäische bezeichnet, auf einen-Nenner gebracht werden können, wenn alle Interessenten diesen Nenner gleichmäßig mitbestimmen wollen und wenn einige sogar lediglich darauf hinarbeiten, eine Einigung zu hintertreiben. Die deutsch-französische Verständigung kann nur Zustandekommen, wenn Mißtrauen und Befürchtungen der gegenseitigen Achtung und dem eigenen Selbstbewußtsein weichen. Hierzu aber ist es erforderlich, daß man auf praktischem Gebiet einander näher betrachtet. Außenminister Delbos hat erklärt, er habe noch nicht die nötige Muße gefunden, um der Rede des Führers die aufmerksame Prüfung zuteil werden zu lassen, die sie verdiene, und in diesem Zusammenhänge hat er sich deutlich gegen jede I m - proDifation in der Außenpolitik ausgesprochen. Der Führer erklärte, daß nun die Zeit der lieber» raschungen abgeschlossen sei, und der französische Außenminister scheint entschlossen zu sein, keine Improvisation in seinem Bereich mehr zuzulassen, wie sie leider in der unmittelbaren Vergangenheit fest- gestellt werden konnte. Hoffnungsvoll kann man daher in die Zukunft sehen, vorausgesetzt, daß kühle Ueberlegung an die Stelle der Leidenschaft tritt. „Geben wir ihnen, ihre Kolonien wieder!" Herve fordert eine Initiative Frankreichs. Paris, 2. Febr. (DNB. Funkspruch.) Unter der Ueberschrift „Geben wir ihnen ihre Kolonien wieder!" schreibt Herve in der „Victoire", das einzige, womit Frankreich gegenwärtig gegenüber der großen deutschen Nation seinen Wunsch nach gut nachbarlichen Beziehungen zum Ausdruck bringen könne, sei, Deutschland seine Kolonien wieder z u geben, die wir Deutschland unter dem Vorwand weggenommen haben, es sei nicht würdig, Kolonien zu besitzen. Herve meint, falls England in absehbarer Zeit Kolonialgebiete an Deutschland zurückgeben wollte, würde Frankreich es wiederum versäumt haben, eine Initiative zu ergreifen, die zu einer weiteren Entspannung beitragen würde. Frankreich solle das erste Land sein, das eine ritterliche Geste der Entspannung macht. Frankreich werde bann auch das Verdienst und der Ruhm hierfür zufallen. Glückwunsch des spanischen Staatschefs zum 30 Januar. Berlin, 1. Febr. (DNB.) Zum 30. Januar hat der Chef des spanischen Staates General Franco an den Führer und Reichskanzler ein Telegramm geschickt, das in Übersetzung wie folgt lautet: „Am vierten Jahrestage der Berufung Euerer Exzellenz zur höchsten Staatsführung, während welcher Zeit Deutschland Größe, Macht und Ansehen wiedererlangt hat, sende ich Ihnen im Namen des gegen die marxistische Barbarei kämpfenden nationalen Spaniens meinen begeisterten Glückwunsch und herzlichen Gruß mit dem innigen Wunsch, daß das große Deutsche Reich unter dem ruhmvollen Zeichen des Hakenkreuzes und Ihrer genialen Führung das Ziel seiner unsterblichen Bestimmung erreichen möge. Heil Hitler. — Der Führer hat dem General Franco telegraphisch mit herzlichen Worten gedankt. Die englische presse zur Führerrede. London, 1. Febr. (DNB.) Die Rede des Füh- res wird von der Presse höflich kommentiert. Es macht sich aber, wie schon so häufig, die Neigung geltend, das, was geboten wird, mit einer Handbewegung abzutun und sich dafür mit großer Ausführlichkeit über das zu verbreiten, was man in der Rede gerne noch gehört hätte. Die Blätter gefallen sich, wie auf ein Stichwort hin, in dem nur zu wohl bekannten Ruf nach „P r ä z i f i o - n e n", der in London und Paris immer bann wieder ertönt, wenn ein Schritt nach vorwärts getan werden sollte. „Daily Telegraph" (konserv.) gibt sein Mißfallen u. a. darüber zu erkennen, daß der deutsche Vierjahresplan keine Abänderung gestatte. In England werde diese Mitteilung bedauert, weil der Plan wenig mit gesunder Wirtschaft zu tun habe, vielmehr wie eine „militaristische" Unternehmung aussehe. Wenn es in der Führerrebe heißt, jede Nation müsse für sich selbst entscheiden, welches Maß von Rü st ungen ihre Sicherheit erfordere, so müsse dies, so behauptet das Blatt, dazu führen, daß jeder Staat auf den höchstmöglichen Stand aufrüste. „M o r n i n g P o st" (konserv.) muß zwar feststellen, daß die besondere Höflichkeit gegenüber England auch in London begrüßt wird, fügt aber hinzu, keines von den gegebenen Stichworten sei aufgegriffen worden, und es sei auch kein anderer Vorschlag zur Herbeiführung einer allgemeinen europäischen Regelung gemacht worden. Vielmehr zeige die Ablehnung irgendeiner Abmachung mit Sowjetrußland, daß Hitler eine solche allgemeine Regelung nicht wünsche. Wenn in der Rede erklärt werde, daß jedes Land seine eigenen Bedürfnisse für s i ch beurteilen müsse, so schließe das jede Möglichkeit einer Vereinbarung über eine Rü- ftungsbegrenzung oder eine Herabsetzung im voraus aus. In Bezug auf die Kolonien habe die Kanzlerrede keine greifbaren Forderungen gebracht. Ehe eine solche Forderung nicht gestellt werde, fühle sich die englische Regierung nicht veranlaßt, sich ihrerseits zu äußern. Als positiver Beitrag wird das Angebot, die Neutralität Belgiens und Hollands zu garantieren, gewürdigt, aber die Frage aufgeworfen, ob es bedingungslos fei oder von Zugeständnissen der betreffenden Länder abhängig gemacht werde. „Daily Expreß" besaßt sich ausführlich mit dem Kolon in lthema. Die britische Regierung werde von sich aus nichts unternehmen, um diese Frage zur (Erörterung zu stellen. Sie halte daran fest, daß die Kolonialmandate vom Völkerbund erteilt worden seien und daher auch n u r von diesem zurückgegeben werden könnten. — „Times" sagt, die Erklärung, daß die Zeit der Überraschungen vorbei und Deutschland nunmehr als gleichberechtigter Staat seiner Aufgabe einer europäischen Mitarbeit bewußt fei, sei der Kernpunkt der Rede. Ohne diese Zusicherung hätten die Baumeister des Friedens kein Fundament. Daher verdiene die Rede den Willkomm, den sie bereits erhalten habe. Bemerkenswert ist das Zugeständnis, daß Hitlers Angebot schon vor zehn Monaten, anläßlich der Wiederherstellung der deutschen Rechte im Rheinland, nicht sehr klug ausgenommen wurde, wenn es auch nicht abgelehnt worden fei. Mit seinen weiteren Ausführungen biegt „Times" in das Fahrwasser der Nörgelei an Einzelheiten der Rede ein, wobei ungefähr das vorgebracht wird, was bereits als Kommentar verschiedener Blätter gekennzeichnet worden ist. Wirkliches Verständnis zeigt „Daily Mai l". Das Rothermere-Blatt schreibt u. a.: „Nach vier Jahren liegt es klar zutage, daß fein Mann jemals so viel in so kurzer Zeit für sein Land getan hat wie Hitler für die deutsche Nation. Von einer erniedrigten Macht ist Deutschland wieder zu feiner vollen, beherrschenden Hohe aufgestiegen. Früher lediglich ein Spielball des Völkerbundes, ist Deutschland unter Hitler der am mächtigsten gerüstete moderne Staat geworden, und die Erklärungen des Führers werden in jeder Hauptstadt mit größter Spannung gehört. Die britischen Staatsmänner, so fährt „Daily Mail" fort, würden gut daran tun, wenn sie die Forderung des Führers auf Rückgabe der früheren deutschen Kolonien erwägen würden. Es fei fein Zweifel darüber, an wen dieser Abschnitt der Reichstagsrede gerichtet gewesen sei. Die britische Regierung und das Volk müßten ernstlich die Zukunft dieser früheren deutschen Gebiete, die jetzt unter britischem Mandat stünden, erwägen. Hitler habe betont, daß Deutschland die Kolonien nicht für militärische, sondern für wirtschaftliche Zwecke benötige. Es sei daher klarer als je, daß dies nicht waschen und das Pilatus-Wort gesprochen: „Ich finde keine Schuld an ihm". Wir erinnern daran nicht aus Streitlust, sondern lediglich, um an einem Beispiel darzutun, wie ungerechtfertigt schulmeisterliche Belehrungen gerade aus englischem Munde sind. Unabhängig davon bildet die Parole der „Times": Hinfälligmachen der Rusfenpakte durch eine europäische Neuregelung, einen fruchtbaren Ansatzpunkt. Denn bisher lief sich jedes europäische Gespräch an dem Umstand fest, daß man die Rus- fenpafte in jede Sicherheitsregelung einbeziehen wollte. In diesem Zusammenhang ist an ein ähnliches Wort des französischen Ministerpräsidenten zu erinnern, daß nämlich der Pakt mit Moskau in Fortfall kommen könne, wenn eine bessere und umfassendere europäische Sicherheitsorganisation geschaffen werden könne. Hier liegt allerdings der Einwand nahe, daß eben diese neue Regelung schon psychologisch erschwert wird, solange Paris mit der Bindung an Moskau belastet ist. Aber sicherlich wird niemand von Herrn Blum verlangen, daß er öffentlich verbrennt, was die französische Politik bisher angebetet hat. Der deutschen Politik geht es nicht darum, Frankreich eine diplomatische Niederlage und einen Prestigeverlust zu bereiten; entscheidend ist für Deutschland, daß die größte Bedrohung des europäischen Lebens beseitigt wird, lieber das Wie läßt sich dabei sicherlich reden. Aber bei all dem spielt leider immer noch der Irrtum eine verhängnisvolle Rolle, als sei jede europäische Neuregelung unvollständig oder gar eine „Blockbildung", die d i e Sowjetunion nicht einbeziehe. „Die bolschewistische Lehre der Weltzerstörung als einen gleichberechtigten Faktor in (Europa aufzunehmen, heißt ihm (Europa ausliefern", — dieses Wort des Führers hat nicht nur den unerschütterlichen deutschen Standpunkt Umrissen, sondern auch den Weg gekennzeichnet, den Instinkt und Vernunft der gesamten europäischen Kulturwelt vorschreiben. Ist es nicht erschütternd, wenn die „Times" von „Weltanschauungskämpfen" spricht, wo es sich in Wahrheit um die Bewahrung der Höch st en Kulturgüter handelt? Wie lange will man eigentlich noch die unfaßbare These vertreten, daß Bolschewismus und Faschismus zwei gleichwertige Erscheinungen, eben „Extreme von links und rechts" seien, die von der „demokratischen" Welt zusammengeführt werden müssen? Daß England für die sogenannten faschistischen Systeme keine Sympathie empfindet, ist seine Sache und im übrigen ein Umstand, den Deutschland und Italien zu ertragen wissen. Was verlangt wird, ist auch nicht irgendeine besondere Sympathie oder gar „Kreuzzugsgeist", sondern die Fähigkeit primitivsten Unterscheidungsvermögens zwischen Ordnung und chaotischer Barbarei. Eine Macht, die die Nation leugnet, alle europäischen Kulturwerte verneint und diese Verneinung überall zur Geltung zu bringen versucht, — eine solche^ Macht steht außerhalb der Staatengemeinschaft, öie hat weder mit den sogenannten Demokratien, noch mit den „Diktaturen" etwas gemein, und die Sammlung aller Ordnungsmächte gegenüber dieser gemeinsamen Gefahr bedeutet nicht die Zerreißung Europas, sondern die notwendige Voraussetzung feiner gesicherten Existenz. Der Führer hat in feiner Reichstagsrede in diesem Zusammenhang nicht umsonst von einem nahezu unüberbrückbaren Gegensatz der Anschauungen gesprochen. Hier geht es in der Tat nicht um einen Methodenstreit, um Unterschiede in der Wahl der Mittel, sondern um letzte Grund- Positionen, die ihrer Natur nach ein Kompromiß ausschließen. Wenn sich die Westmächte hier, trotz aller erschütternden Lehren der spanischen Tragödie, nicht zu einer besseren Einsicht durchringen, dann bleibt die sogenannte europäische Regelung ein ferner Traum. Nicht als ob dann die Gefahr kriegerischer Verwicklungen in die Nähe rücken würde. Aber es kann dann nicht ausbleiben, daß (Europa das einigende Band eines gemeinsamen Ordnungsprinzips entbehren muß. Die Verantwortung für die Aufspaltung, die in diesem Falle durch die europäische Staatenwelt gehen wird, würde mit all ihren Folgen dann allerdings eindeutig auf jene Mächte zurückfallen, die aus taktischen Gründen sich der Moskauer Karte in ihrem Spiel bedienen zu müssen glauben. ein Problem sei, das die britischen Staatsmänner umgehen könnten, indem sie es einfach nicht anschnitten. Es handele sich nicht um einen jener Punkte der internationalen Beziehungen, den man einfach auf sich beruhen lassen dürfe. Im Gegenteil erfordere das deutsche Festhalten an der Kolonialforderung genauestes und sorgfältigstes Nachdenken. Erneutes Treuegelöbnis der Wehrmacht. EinTagesbefehl des Reichskriegsministers. Berlin, 1. Februar. (DRV. Der Reichs- friegsminiffer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hat folgenden Tagesbefehl erlassen: Am 30. Januar 1937 Hal der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht dem Generalfeldmarschall von Blomberg. Generaloberst Frei- Herrn von Fritsch. Generaladmiral Dr. h. c. Boeder, General der Flieger IN i l ch das Goldene Parteiabzeichen verliehen. Der Füh- rer hat damit diesen Offizieren die höchste Ordensauszeichnung zuteil werden lassen, über die das nationalsozialistische Deutschland verfügt. Diese Ehrung gilt über den Einzelnen hinaus für d i e ganze Wehrmacht. Der Führer hat ausgesprochen, daß Partei und Wehrmacht die beiden auf ewig verschworenen Garanten für die Behauptung des Lebens unseres Volkes sind und daß er den zahllosen Soldaten und Offizieren danke, die im Sinne der nationalsozialistischen Bewegung in Treue zu ihm gestanden haben. Das haben wir getan und werden es in allen Zeiten tun. Unsere Kraft und unser Handeln, unser Gut und unser Blut gehören dem Führer und dem deutschen Völkel heil dem Führer! von Blomberg, Generalfeldmarschall. Das neue japanische Kabinett. Parteien sind nicht vertreten. Tokio, 2. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Kaiser ernannte auf Vorschlag des Ministerpräsidenten General h a y a s h i das neue Kabinett. Ministerpräsident Hayashi hat vorläufig auch die Posten des Außenmini st ers und des Kultus- mi n ifte r s mitübernommen. Für die endgültige Besetzung des Außenministeriums ist entweder der japanische Botschafter in Paris Sato oder der Botschafter in Washington Saito in Aussicht genommen. Weitere Minister sind: Inneres: Kawa- Harada, Krieg: N a k a m u r a, Marine: Y o n s i, Finanzen und Kolonien: Yuki, Justiz: Shiono (bisher Reichsanwalt), Landwirtschaft und Verkehr: Y a m a z a k i (der schon früher einmal Landwirtschaftsminister war), Eisenbahn und Handel: Admiral a. D. Godo (bisher Direktor der Firma Showa-Stahl). Der einzige Parteimann in dem neuen Kabinett ist Y a m a z a k i, der aber aus der Showakei aus tritt. Die anderen Parteien haben eine Beteiligung am Kabinett abgelehnt. In politischen Kreisen und in der Presse bezeichnet man das neue Kabinett als Koalition auf mittlerer Linie. Man erwarte keine Ueber- raschungen. Die stärkste Persönlichkeit sei Admiral Y o n a i, der erklärte, von Politik nichts zu verstehen. Er werde aber energisch den Standpunkt der Marine vertreten. Die Parteien sind angeblich entschlossen, sich gegen das Kabinett zu behaupten. Die faschistische Miliz ehrt ihre in Ostafrika gefallenen Kameraden. Rom, 1. Febr. (DNB.) Der 14. Jahrestag der Gründung der faschistischen Miliz stand im Zeichen der Ehrung der für das italienische Imperium i n Ostafrika gefallenen Angehörigen der Miliz. Ihren Höhepunkt bildete die Kundgebung in Rom vor dem Altar des Vaterlandes. Aus ganz Italien hatten die Legionen starke Abteilungen zur Ehrung ihrer gefallenen Kameraden entsandt. Nach der Feldmesse verlieh Mussolini in der Uniform des Oberkommandierenden der faschistischen Miliz zahlreiche goldene und silberne Auszeichnungen. Sie wurden von ihm an die Feldzeichen der Miliz-Legionen angeheftet, die in Ostafrika im Feuer gestanden hatten. Gleichzeittg verteilte der Duce zum ehrenden Gedächtnis der 41 Milizangehörigen, die sich in den Kämpfen besonders ausgezeichnet und ihr Leben für das faschistische Imperium hingegeben haben, an ihre Hinterbliebenen goldene und silberne Medaillen. Einige der Krie- 'gerwitwen hatten zu der Feier ihre Kinder mitgebracht, die Mussolini unter dem Jubel der Massen besonders herzlich begrüßte. Nach der Heben gäbe der Ehrenzeichen erklärte der Duce, daß die Namen der für das Imperium in Ostafrika gefallenen Milizkameraden von Geschlecht zu Geschlecht in den Herzen der Faschisten lebendig bleiben werden. „Wenn das Vaterland noch einmal rufen sollte, werden die ganze Miliz und alle Italiener das heldische Beispiel der für das Imperium Gefallenen nachahmen." Oer Mord an Borchgrave. Warum Valencia den Belgiern Schadenersatz bietet. Paris, 2. Februar. (DNB. Funksvruch.) Der „Populaire" meldet, daß sich der belgische Außenminister S v a a k mit dem Beauftragten der spanischen Bolschewisten del D a y o in St. Quentin dahin geeinigt habe, daß die Bolschewisten den für die Ermordung des Borchgrave geforderten Schadensersatz von 1 Million lei ft en unter, der Voraussetzung, daß die Angelegenheit dem i n - ternationalen Schiedsgericht überwiesen wird. Das Organ der französischen Sozialdemokratie stellt sich vorbehaltlos auf den Standpunkt der spanischen Bolschewisten, daß der . in Madrid viehisch ermordete Botschaftssekretär gar keine offizielle Mission zu erfüllen gehabt hätte und daß daher die spanischen Bolschewisten „eigentlich" berechtigt gewesen wären, die Forderungen Belgiens zurückzuweisen! Die Machthaber in Valencia werden dann als außerordentlich versöhnlich hingestellt, daß sie sich „trotzdem" zu einem Schadensersatz bereit erklärt haben. Die „versöhnliche Haltung" Valencias wird aber sofort verständlich, wenn man folgende Sätze liest: „Del Vayo ist sich darüber klar gewesen, daß, wenn man den Forderungen der belgischen Regierung nicht nachgeben würde, eine belgische Ministerkrise hätte daraus entstehen können mit den größten Rückwirkungen auf das demokratische Regime in Belgien. Del Vayo hat für die belgische sozialdemokratische Bruderpartei keine schweren polittschen Störungen Hervorrufen wollen, die nur dem Rexismus den Weg zur Macht geöffnet hätten." — Die inneren Zusammenhänge zwischen Bolschewismus und Demokratte konnten durch diese Feststellungen nicht besser beleuchtet werden. we gisch en Stortlngs (Reichstags). Diekek norwegische Parlamentsausschuß, dessen Mehr» heit aus Marxisten bestand, hat sich die oben ge- kennzeichnete Provokation des deutschen Volkes erlaubt, auf die die jetzt erfolgte Gündung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft durch den Führer die rich- tige Antwort war. Das Scho in Schweden. Stockholm, 1. Febr. (DNB.) Nach dem ersten Sturm der Entrüstung im schwedischen Blatterwald über den deutschen Beschluß der Ablehnung des Nobelpreises meldet sich „Ostgoeta Correspond e n z" mit folgender Auffassung: „Das deutsche Verbot der Annahme von Nobelpreisen ist bedauerlich, wenn auch begreiflich. Der Fr:e- denspreis für Ossietzky hatte einen so herausfordernden Charakter, daß es keinerlei Verwunderung erregt, wenn die deutsche Regierung darauf reagiert. Der norwegische Storting hat der großartigen Stiftung Alfred Nobels einen u n • heilbaren Schaden zugefügt. Der Umstand, daß das Verbot gleichzeitig mit der deutschen Reichstagssitzung erlassen wurde, zeigt, wie ernstlich die deutsche Regierung sich durch die Verleihung des Friedenspreises beleidigt fühlt. Das Verbot scheint auch den Zweck zu haben, eine Warnung für alle diejenigen zu sein, die die Weltmeinung gegen Deutschland aufhetze n". Auch „A f t o n b l a Ü e t" erklärt u. a., daß die Verleihung an Ossietzky vor allen Dingen ein flagranter Mißbrauch des Friedenspreisgedankens Nobels und eine politische Demonstration, also ein Vergehen gegen dessen Idee gewesen sei. Dadurch sei der Friedenspreis von dem norwegischen Ausschuß zu einer politischen Agitation herabgesetzt worden mit dem Zweck, den Führer und die Deutschen zu verärgern. Die Wahl sei also eine unverantwortliche, mutwillige Handlung gewesen. Der nokwe- aische Ausschuß habe damit dem Nobelpreis den schlechtesten Dienst erwiesen. Bevor sich gewisse demokrattsche Organe mit ihrem üblichen Gebell gegen Hitler und Deutschland ergehen, sollten sie doch, wenn sie noch einen gewissen Rest von objektiver Sachbeurteilung besitzen, darüber nachdenken, was vorgefallen ist und was die deutsche Demonstration veranlaßt hat. Stalins Bluiherrschast. 13 Todesurteile vollstreckt. — Neue Verhaftungen für einen dritten Schauprozetz. Moskau, 1. Febr. (DNB.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion teilt mit, daß die vom Militärgerichtshof der Sowjetunion am 30. Januar zum Tode verurteilten dreizehn Angeklagten am 1. Februar erschossen wurden. Die Erschossenen sind Ptjatakow, Serebrja- kow, Muralow, Drodnis, Liwschitz, Boguslawski, Knjasew, Rataitschak, Norkin, Schestow, Turok, Puschinund, Grasche. „Daily Herald" meldet aus Moskau, daß Radek und Sokolnikow, die im Moskauer Theaterprozeß mit dem Leben davonkamen, voraussichtlich bald wieder vor Gericht stehen würden, und zwar zusammen m i t Bucharin und Rykow und den anderen Mit- gliedern des angeblichen „3. trotzkystischen Ringes" auf Grund neuen „Belastungsmaterials". Nach einer Melung des Krakauer Illustrierten Kurier wurde in Leningrad der frühere Befehlshaber der sowjetrussischen Ostseeflotte S o f festgenommen. Die Verhaftung wird in Zusammenhang gebracht mit der Vorbereitung des dritten Moskauer Theaterprozesses. Außer Beloborodow soll auch Uglanow verhaftet worden fein. Belodorodow und Uglanow sind während des letzten Prozesses von den Angeklagten als Mitglieder einer gegen Stalin gerichteten Verschwörung genannt worden. Uglanow hat sich früher als einer der Leiter der sogenannten „Rechtsopposition" m i t Bucharin und Rykow betätigt. In der Sowjetpresse sind bereits Artikel erschienen, in denen für Beloborodow und Uglanow das Todesurteil gefordert wird. „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß der Prozeß gegen Radek und Genoffen 100 Personen, darunter alte und junge Bolschewiken, Ingenieure und andere durch die „Oeftänbniffe" der Angeklagten „belastet" habe. Es fei anzunehmen, daß alle diese Personen bereits verhaftet seien, doch wisse man nicht, ob sie jemals öffentlich vor Gericht kämen. Auch handele es sich nur um einen kleinen Hundertsatz derjenigen, die bei der „Reinigungsaktion" gegen frühere Oppositionsfüh- rer und ihre Anhänger verhaftet worden feien. Verschärfung der Streiklage in der amerikanischen Antomodilindnürie. Nationalgarde zum Schuh der Fabriken eingesetzt. Ne uy o r k, 1. Febr. (DNB.) Die Versuche der General Motors Co., durch Gerichtsbeschluß die Streikenden mit Hilfe der Polizei aus den Fa- briken zu vertreiben, lasten das Wiederaufleben neuer blutiger Zusammenstöße befürchten. Die Streikenden, die die Fabriken besetzt halten, haben erklärt, sie würden einem gerichtlichen Befehl auf Räumung der Anlagen nicht nachkommen, sondern nur auf Anordnung der Streikleitung die Betriebe verlassen. Gewaltversuche der Polizei würden sie mit Gewalt beantworten. Die Streikenden sind mit Lebensmitteln für einige Tage versorgt. Sie haben sich alle m i t Knüppeln und bleigefüllten Stöcken bewaffnet. Außerdem haben sie große Fässer mit schweren Schrauben und Eisenstücken, die a l s Wurfgeschosse dienen sollen, bereitgestellt. Die Feuerlöschschläuche sind von den Streikenden an große Behälter angeschlossen werden, die eine bisher nicht erkennbare schwarze Flüssigkeit enthalten. Auch sollen zahlreiche Waffen im Besitz der Streikenden sein. Aus Detroit und Ohio sind mehrere hundert Radikale zur Unterstützung der Streikenden eingetroffen. Ferner wurden viele Stahl- und Bergarbeiter aus Pennsylvania zur Unterstützung von den Streikenden herangezogen. Auch von außenher sollen die in den Betrieben befindlichen Streikenden im Falle des Eingreifens der Polizei unterstützt werden. In der Chevroletfabrik der General Motors Werke in Flint (Michigan) kam es bereits zu blutigen Unruhen, als mehrere hundert Aufständische, die vorher eine Gewerkschaftsversammlung besucht hatten, einen Sitzstreik beginnen wollten. Zehn Aufständische und mehrere Fabrikpolizstten wurden durch Wurfgeschosse verletzt. Unter den Angreifern befanden sich viele Weiber, die offenbar durch die Versammlung aufgehetzt waren, und sich zu einer „F r a u e n b r i g a d e" zusammen- getan hatten, was sie durch rote Mützen und rote Armbänder zum Ausdruck bringen wollten. Sie schlugen die Fabrikfenster ein und warfen Gasbomben in die Fabrik. Der Angriff konnte aufgehalten werden bis Polizeiver- ftärfungen eintrafen. Alfred Sloan, der Präsident der General Motors Company, wurde beim Verlassen seines Büros von 250 Streikposten bedroht. Nur dem Umstand, daß die schreienden Menschen ihn zuerst nicht erkannten, hatte es Sloan zu verdanken, daß er mit heiler Haut in einen bereit- stehenden Kraftwagen e_n t f o m m e n konnte. Bei Beginn der Nachtschicht gelang es den Aufständischen, noch zwei Cheorelot-Fabri- k e n durch einen Sitzstreik st i l l z u l e g e n. Der Gouverneur hat eingegriffen und ein Regiment N a - tionalgarde in Stärke von 1200 Mann hin beordert, die in feldmarschmäßiger Ausrüstung, mit aufgepflanztem Bajonett und unter Bereitstellung von Trän engaspi st ölen die Fabriken besetzt haben. Die Besetzung beschränkt sich vorerst auf die Absperrung des Fabrikgeländes ohne daß eiy Versuch gemacht wird, die Streikenden zu entfernen. Oer Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft. Durch die gestern bereits mitgeteilte Verfügung des Führers über die Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft ist die allgemeine Aufmerksamkeit auch wiederum auf den Nobel-Preis und die Nobel- Stiftung gelenkt worden, da in der Verfügung gleichzeitig jedem Deutschen für alle Zukunft die Annahme des Nobelpreises untersagt worden ist. Die beschämenden Vorgänge, von denen die Verfügung zu Beginn spricht, und welche die Veranlassung zu dem Verbot bildeten, find noch in frischer Erinnerung. Der überaus peinliche Eindruck, den die Zuteilung des Friedens-Nobelpreises an den in Deutschland rechtskräftig verurteilten Landesverräter Carl von Ossietzky hervorrief, ist auch vom Auslande weithin geteilt werden: ja die Familie des Stifters Alfred Nobel ist mit einer deutlichen Erklärung von der letzten Entscheidung über die Zuerteilung des Friedens-Nobelpreises abgerückt. Diese Entscheidung mußte in Deutschland als besonders verletzend und herausfordernd empfunden werden: Ossietzky ist bereits vor 1933 wegen Landesverrates rechtkräftig verurteilt worden, und Reichspräsident von Hindenburg hat seinerzeit ausdrücklich die Begnadigung abgelehnt. Der Begründung der Nobelstiftung ist der schwedische Chemiker Alfred Nobel, der am 21.Oktober 1833 in Stockholm geboren wurde und am 10. Dezember 1896 in San Remo starb. Nobel, der als Schöpfer der modernen Sprengstoff-Technik gilt (er erfand z. B. 1867 das Dynamit), begründete die Stiftung, die seinen Namen trägt, durch Testament vom 27. November 1895: Hiernach sollte der jährliche Zinsertrag seines ursprünglich 31,5 Millionen schwedischen Kronen betragenden Vermögens zu fünf gleichen Teilen denen verliehen werden, die in der Physik, in der Chemie und der Medizin, durch hervorragende idealistische Schriften oder durch eifriges Wirken für eine Verbrüderung der Völker sich besonders verdient gemacht haben. Am 30. Oktober 1901 fand die erste' Preiszuteilung an den deutschen Forscher Emil von Behring, Marburg, statt. Seitdem sind deutsche Gelehrte und Dichter sehr häufig unter den Preisträgern zu finden gewesen. Den physikalischen und den chemischen Preis verteilt die Stockholmer Akademie der Wissenschaften, den medizinisch-physiologischen das Karolinische medico-chirurgische Institut in Stockholm, den literarischen die Stockholmer Schwedische Akademie, den Friedenspreis ein Ausschuß des nor - Schnee in her ©faht Von per Gchwenzen. Man könnte wütend werden, wenn diese Briefe kommen: kleine, komische Kuverts aus den Schaufenstern 'einer Dorfhandlung, wo sie mit ihrem geblümten Seitenfutter zwischen Malzbonbons und Wäscheklammern prangten. Lauter wundervolle Namen stehen im Poststempel, bayerische, erzgebir- gische, thüringische ... Ortsnamen, die hell wie Schnee sind und mir den Eiszapfen des Neides ins Herz stechen. „Lieber Freund! Anstatt an deinem wackeligen Schreibtisch zu hocken und Papier zu verderben, solltest du hierher kommen und Skirunen ins weiße Folio des Winters ritzen! Herzlichst Adolph!" Natürlich, Adolph! Seit Monaten will er einen Roman schreiben. Alle Welt hat er darauf angepumpt, sogar mich, und das will was heißen. Was tut er aber? Ritzt Runen! Solche Leute haben eben Zeit. Ach, wie ich mich schäme! Denn ich merke allmählich selber, daß ich ganz ohne Wohlwollen, ganz ohne Heiterkeit bin. Neid frißt meine Seele an. Aber ich kann nichts dazu. Schnee in der Stadt! Heiliger Winterhimmel, der du über Millionen Tannen hängst, du weißt cs, wie sehr ich den Schnee liebe. Ich kann ihn fressen wie ein Hund. Haben Sie mal einen Hund Schnee fressen sehen? Er gauzt und kläfft vor wilder Freude, er beißt in Den Schnee hinein, ganz albern wird er, ganz rasend, daß seine Zähne keinen Widerstand finden, er schnappt und klappt mit den Kiefern und verschwindet bis über den Nacken in der weißen Decke ... So ungefähr mache ich das auch, nicht ganz so schön: denn ich belle nicht. Aber ich muß die Hände hineinstecken, dis sie rot werden wie gesottene Krebse, und ich empfinde die Wärme der tausend kleinen Kriftallklingen angenehmer als Heizkissen oder Pulswärmer ... Ach, ich bin ja selber daran schuld. Zuerst habe ich mein Gewissen, mit dem ich eigentlich auf sehr vertrautem Fuß stehe, gefragt: Glaubst du, daß ich mir gestatten kann, etwas gegen meine Finanzlage zu unternehmen? Nein, meinte das Gewissen. Fragte ich meine Finanzlage: Glauben Sie, daß meine Frau und ich ober einer von uns beiden dieses Jahr ein wenig Skilaufen darf? Nein, sagte die Finanzlage. Fragte ich meine Frau, erhob sich alsbald ein edler Wettstreit: „Fahre du!" „Nein, fahre du!" Dann haben wir es mit Streichhölzern ausgeraten. Ich gewann. Aber das galt nicht. Abgebrannte Streichhölzer gelten nicht, sagte meine Frau. Wir haben es noch mal ausgeraten. Ich gewann wieder. Daraufhin fuhr meine Frau. „Nein", sagte sie, „du nimmst ja im Guten nichts an. Ausraten lasse ich mich nicht." Nun ist Schnee — in der Stadt! Ich und der Schnee, wir find beide kreuzunglücklich. Wir haben vor schlechter Laune den Schnupfen: denn wir können kein Viehsalz riechen. Ich fühle schon, daß ich zu schmelzen anfange, und mache einen weiten Bogen um jedes Kanalloch ... Armer Schnee! Du kommst aus den hellen Höhen, wo die Froftwolken wie klingende Glasburgen stehen, der Atem des Himmels fror um die Tannen, ganz so wie das Maul eines schnaubenden Pferdes bereift ... Billionen Flocken fallen an einen rechten Ort, schaukeln auf Zweigen, glitzern über die Ackerfurche, am verblichenen Halm, über dem Eis der Flüsse. Du aber, armer Schnee, nach herrlichem Ansturm durch die bewegliche Luft, in gewundenen Säulen dahingeführt, fielst auf die steinerne Oede der Straße, in die Lieblosigkeit unseres Betriebes. Da schmeißen sie mit ätzendem Sand nach dir, und backen auf dir herum wie auf einer Otter, und jagen dich mit Besen und Schabern, als wäre eine Wolke Wanzen aus das Pflaster herabgeregnet! Ich kann dir nicht helfen! Denn, siehst du, geliebter Freund, es ist doch so, und das wirst du in deinem kurzen Dasein nicht mehr begreifen lernen: wir werden alle durch unseren Platz beftimmt. Was ganz weiß ist, kann plötzlich ganz schwarz fein ... Wenn auch nur die geringste Aussicht darauf besteht, so kommen schon alle und schmeißen mit Viehsalz. Sie würden es dir beweisen: allein am vergangenen Samstag sind 118 Personen auf dir ausgerutscht. Das ist vernichtend. Du wirst Schmutz werden. Was trieb dich auch hierher? Weiß du nicht, daß du auf die Berge gehörst? Diese Stadt setzt dich ganz und gar ins Unrecht. Du aber mußt gerecht sein. Ich weiß es, sie wollen dir deine Wärme nicht glauben: daß die Lappenkinder aus dem heißen Waschzuber vor die Hütte springen und sich in deinem weißen Laken wälzen, bis das Blut vor Hitze aus der Haut perlen will, — daß du Hütten bauen kannst, darin die Grönländer vor Hitze nackend hocken müssen, während die Leute in der Sonnenstadt Venedig in ihren Steinpalästen mit Pelz und Schnupftuch sitzen ... Kannst du dich des lappischen Dichters Matti Aikio erinnern? Die Rennttere seines Vaters scharrten nach Moos, während Mattt in Paris zu studieren versuchte. Am ersten Tage, da es schneite, heulte er vor Freude wie ein Hund, trank eine Flasche Kognak auf dein Wohl, und wenn du dich recht erinnerst, so wirst du noch wissen, er trank sie auf einen Zug leer. Dann stieg er auf das Dach, um sein dankbares und gerötetes Gesicht zu den Schneewolken zu erheben. Aber er fiel durch das Glasdach in das Atelier eines Malers hinab und zertrümmerte ein Gemälde: „Ausbruch des Vesuvs." Aikio wurde ein richtiger Herr Schriftsteller mit Geld, Namen und Ruhm. Aber ich kenne Leute, die haben ihn nachts auf der Hauptstraße in Oslo angetroffen, wie er aus einer kleinen Schneehütte heraussah, die er sich auf dem Fahrdamm gebaut hatte ... Siehst du, das war noch ein Mann, der ein Herz für dich hatte, wie die Kinder und die Hunde. An die mußt du dich halten. Sie meinen es gut mit dir, auch wenn sie nach dir schnappen ober Dir eine Kohlrüoe als Nase und Koks als Augen eindrücken. Wir Erwachsenen haben nämlich niemals Zeit. Wir haben einen Beruf und eine Meinung und ein Gewissen und eine Finanzlage. Das alles dauert eine Weile. Inzwischen schmilzt her Schnee? Ehrwürdiges Alter. In Istanbul leben nach der neuesten Statistik nicht weniger als 114 Personen, die bereits das hundertste Lebensjahr überschritten haben. Dabei scheint es, daß die Frauen den Stürmen des Lebens besser gewachsen sind als die Männer: denn von den 114 gehören nicht weniger als 73 zu dem „schwachen" Geschlecht, und es wird versichert, daß sie sich der besten Gesundheit erfreuen. Wessen diese alten Frauen noch fähig find, hat jüngst erst Fathma Nemli gezeigt, die zwar noch nicht ganz hundert Jahr, sondern erst 94 alt ist, aber die es doch noch für nötig hielt, ihre Zukunft zu sichern, indem sie sich wieder verheiratete. Sie wurde von den Reportern der Zeitung in Jnstanbul natürlich überlaufen, und sie gab freimütig ihre Erklärungen ab, in denen sie sich über ihre junge Ehe mit der größten Befriedigung äußerte. Sie fei, so erklärte sie, mit ihrer jetzigen Ehe viel zufriedener als mit ihren beiden ersten, die in ihre Jugend fielen: während sie jetzt in der Tat die einzige Ehefrau eines Mannes fei, hätte sie damals im „Harem" die Gunst ihrer Ehemänner mit vielen anderen Frauen teilen müssen. Fathma Nemli ist aus diesem Grunde eine begeisterte Verteidigerin der neuen Zeit. Aber nicht nur Istanbul hat so alte Mitbürgerinnen in seinen Mauern. Auch Polen erfreut sich solcher hochbetagter Frauen, und soeben ist in Warschau eine Frau gestorben, die nach den Behauptungen der polnischen Blätter sogar die älteste Frau der Welt war. Es handelt sich um eine gewisse Anna Stahl, die ein Alter von 119 Jahren erreicht hat. Sie war im Jahre 1817 geboren, und sie hat immer in der polnischen Hauptstadt gelebt, ohne je eine Reise zu unternehmen. Bis in ihre letzten Lebenstage war sie frisch und vergnügt, und sie brauchte niemals eine Brille zu tragen. Sie erfreute sich eines ausgezeichneten Gedächtnisses und erinnerte sich der geringsten Einzelheiten, die sie in ihrem langen Dasein erlebt hatte. die der Die lehen Geburt von Kindern bereits 25 Millionen Mark überschritten. jedes in der Ehe lebend geborene Kind werden 25 v. h. des Darlehens- Zum ersten italienischen Botschafter bei der spanischen Nationalregierung ist Roberto C a n t a l u p o ernannt worden, der zur Zeit die italienische Botschaft in Rio de Janeiro leitet. land geben wird. Die Zahl der Eheschließungen ist in den drei Jahren, 1933 bis 1935, um 420000 oder 2 6 o. H. h ö h e r gewesen als in den drei letzten Jahren zuvor. Wenn wir in unsere Berechnung noch das Jahr 1936 einbeziehen, so greifen wir nicht zu hoch, wenn wir die Zahl der Ehen, die insbesondere wegen der Möglichkeit der Erlangung eines Ehestands- darlehens zustande gekommen sind, mit 500 000 annehmen. Der Arbeitsmarkt ist um mindestens 150 000 entlastet worden durch die weiterhin andauernde Zunahme des Beschäftigungsstandes in der Möbel-, der Hausgeräte- und der sonstigen Industrien, die als Lieferindustrien für Haushaltungen in Betracht kommen. Der Finanzbedars der Arbeitslosenhilfe ist um rund 375Millionen RM. jährlich infolge Mehrentlastung des Ar- beitsmarktes um 650 000 Arbeitskräfte durch die Gewährung von Ehestandsdarlehen vermindert worden. Die Erhöhung der Umsätze, der Ein- kommen und des Verbrauches, die sich auf der Hingabe der bis heute rund 420 Millionen RM. an Ehestandsdarlehen unmittelbar und mittelbar in der deutschen Volkswirtschaft ergeben, hat eine entsprechende Erhöhung des Aufkommens an Steuern zur Folge gehabt. Die Zahl der Lebendgeborenen im Deutschen Reich einschließlich Saarland hat sich wie folgt entwickelt: 1933: 971 174; 1934: 1 198 350; 1935: 1 261 273. 3n den mit Ehestandsdarlehen gegründeten Ehen sind bis Ende Januar 1937 rund 500 000 lebende Kinder geboren worden. Das find im Verhältnis fastdoppeltfovielkinder wie in den Ehen, die seit 1933 ohne Ehestandsdarlehen geschlossen worden sind. Die Ehestandsdarlehen werden zinslos gegeben. Sie sind mit 1 v. h. monatlich zu tilgen. Für ettanschauung und Propaganda Eine preffetagung des Roten Kreuzes in Bad-Nauheim. doner Außenamt wieder ausgenommen worden. stäbe für die Ertüchtigung des ganzen Volkes, für die Erziehung der Jugend. Seine Grundsätze sollen nach seinem "Willen die Grundlätze jedes einzelnen Polen werden, nämlich: Liebe zur Heimat, soldatische Ehre und Pflichtgefühl. Kunst und Wissenschaft. Geh. Rat Professor Dr. Reinhold Braune t- Vor einigen Tagen wurde Geheimrat Professor Dr. Reinhold Brauns in Bonn von einem Straßenbahnwagen angefahren und schwer verletzt-, an den Folgen ist er letzt gestorben. Professor Dr. Brauns war auf seinem Fachgebiet, der Mine- ralkunde, ein weit bekannter und geschätzter Forscher, der besonders das Laacher See-Gebiet und die Edelsteinindustrie von Jdar-Oberstein behandelt hatte. Seit 1917 gab er das Neue Jahrbuch für Mineralogie heraus. Viele wissenschaftliche Gesellschaften des In- und Auslandes hatten ihn zum Ehrenmitglied ernannt. Kleine politische Nachrichten. Die deutsch-englischen Besprechungen über den Abschluß eines qualitativen Abkommens in Ergänzung des deutsch-englischen Flottenoertrages vom Juni 1935 sind im Lon- befragte erlassen. Die Folge dieser Maßnahme ist eine wesentlich größere Fort- pflanzungefreudigkeit dieser Ehen. Die Summe, die infolge der Geburt von Kindern erlassen worden ist, hat bereits 70 Millionen Mark und Summe der Tilgungsauesehungen infolge Mittel zur Gewährung der Ehestandsdarwerden aufgebracht durch eine erhöhte Einkommensteuer der Ledigen. Die Rückflüsse aus den gewährten Ehestandsdarlehen werden verwendet zur Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien. Es wurden seit Oktober 1935 bis Ende Januar 1937 an 350 000 minderbemittelte kinderreiche Familien positive Bevölkerungspolitik Oie Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. zeitig die unerhörte Fähigkeit, diese Welt-Anschauung, seine Idee, seinen Mitmenschen zu vermitteln. Der Kreis der Männer um Adolf Hitler ist jedoch o groß geworden, daß diese Aufgabe einer b e - sonderen Organisation überwiesen werden mußte: der Propaganda. So wie die Menschen verschieden sind, muß auch ihre Behandlung im einzelnen variieren, ohne auch nur einen Augenblick dasKämpferische als hervorstechendste Eigenschaft der Propaganda zu vergessen. Adolf Hitler hatte als Soldat gelernt, die Sprache des Volkes zu sprechen. Der gelehrte und der einfache Mensch sind im Ausdruck und im Aufnehmen naturgemäß verschieden; um sie zu erfassen, müssen die Mittel der Mentalität beider angepaßt sein. Die beiden Hauptpropagierungsmöglichkeiten: die Redner und die Presse, haben diese Aufgabe zu erfüllen. Die Propagandamittel müssen ehrlich sein, sonst wirken sie nicht auf das Volk, das ein feines Gefühl dafür hat. Die Propaganda hat nur eine einzige Absicht: die Idee des Führers Wirklichkeit werden zu las en. Daß der Erfolg ihr bisher nicht versagt geblieben ist, beweist die Tatsache, daß heute tm deutschen Volk nach den Jahren der Revolution eine absolute Beruhigung eingetreten ist. Sogar der Ge- sichtsausdruck der Menschen ist andere geworden; ein beredtes Zeugnis einer inneren, seelischen Wandlung Der Anspruch der Partei, allein Propaganda zu machen, ist unabänderlich, wenngleich wir eine Zensur ablehnen. Jedes Mißtrauen einzelner Schichten gegeneinander muß bekämpft werden. Es muß ernst sein mit der Volksgemeinschaft. — Die Leistungen des D e u t s ch e n R o t e n K r e u z e s sind so groß, daß darüber sich jedes Wort erübrigt. Als höchstes Dankeszeichen wurde dieser Organisation die Schirmherrschaft Adolf Hitlers zuteil. Wir müssen bereit fein, den kommenden Gefahren zu begegnen; wir müssen helfen können, wenn cs nötig fein würde. Aus diesem Grund wird das Deutsche Rote Kreuz durch die NSDAP, mit allen Mitteln gefördert und unterstützt. Die Logik -es polnischen Eiaatsgedankens. J3on Or.Max Krull. Neben den Bildern des polnischen Staatspräsidenten und Marschall P i l s u d j k i wird m Zu- fünft in allen Amtsstuben und Schulen das Bitt) des Generalinspekteurs Ry dz-Sm.l gly hangen, der am Vorabend des polnischen Nattona jelertages der auf den 11. November fallt, die WurdeZ eines Marschalls von Polen aus der Hand des höchsten Repräsentanten des Staates empfangen hat. Damit vollzog sich em Akt der Logik des polnischen Staatsgedankens, eme Tradition wird weiterqeführt, deren inneren Geha t man erst begreift wenn man die staatspoliüsche Bedeutung dessen kennt, von dem er diesen Titel geerbt, des Marschall Pilsudski. Es hat - .will man von der formalen Ehrung des Generals Fach durch Verleihung dieses Titels absehen — immer nur e i n e P Marschall von Polen gegeben, und so soll sich auch in Zukunft das a u t o r i t a r e P r i n z i p militärisch und politisch in einer Einzelperson ver- ^Nach' einem Jähre des Uebergangs das gleichzeitig ein Jahr der Trauer um den ersten Marschall war ist Rydz-Smigly m die Stellung emgeruckt, die 'ihm das Testament des Verstorbenen zuwies. Nickt daß ein Dekret des Staatspräsidenten ihn bereits in der Nacht, die dem Tode Pilsudskis folgte, zum General-Inspekteur der Armee ernannte, war das Entscheidende, sondern erst die Ernennung Rndz-Smiglys zum „ersten Mann im Staate -nach dem Staatspräsidenten", erfüllte Pilsudskis letzten Willen, daß alle Funktionäre des Staates, mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze, ihm Ehrerbietung und Gehorsam schuldeten. Nun aber tritt in dem durch die Pietät gegen den Schöpfer des neuen Polen gebotenen zeitlichen Abstand zur Höch st en militärischen Gewalt und zur ausschlaggebenden politischen Stellung auch die h ö ch st e Würde, die der Staat zu vergeben hat und die durch das große Vorbild ihres ersten Trägers noch ihren besonderen Adel empfangen Berlin, 1. Febr. (DNB.) Staatssekretär Fntz Reinhardt hat in einem Aufsatz in der „Deutschen Steuerzeitung" u. a. folgende erfreuliche Ergebnisse bekanntgegeben: Als Dauermaßnahme aus dem Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 bleibt für immer d i e Gewährung der Ehestandsdarlehen bestehen. Wir "haben seit August 1933 bis zum 30. Januar dieses Jahres 700 000 Ehestandsdarlehen im Durchschnittsbetrag von 600 RM., insgesamt also 420 Millionen Reichsmark, gewährt. Wir werden weiterhin monatlich rund 15 000 Ehestandsdarlehen gewähren, so lange wie es heiratsreife Volksgenossinnen im Arbeitnehmerstand in Deutsch- einmalige Kinderbeihilfen tm Durchschnittsbetrag von 350 RM. gewährt. Die Gesamtsumme beträgt 123 Millionen Reichsmark. Dadurch sind zwei M i l l i o n e n K i n d e r mit durchschnittlich je 62 Reichsmark bedacht worden. Außerdem werden seit August 1936 laufende Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien gewährt. Die Kinderbeihilfen unterliegen keinerlei Abzug in Form von Steuern ober Sozialversicherungsbeiträgen. Die Erhöhung der Kaufkraft z. B. einer Arbeiterfamilie mit sieben Kindern und 40 RM. Wochenlohn beträgt demgemäß seit August 1936 etwa 20 v. H. — Die Zahl der Familien, an die seit August 1936 diese lausenden Kinderbeihilfen gewährt werden, beträgt gegenwärtig 237 000, die Zahl der Kinder 300 000. Anrechnung der Kinderbeihilfen auf Arbeitslosenunterstützung, Wohlfahrtsunterstützung oder dergleichen ist nicht zulässig. Die Kinderbeihilfen stellen demnach unter allen Umständen eine Verbesserung der sozialen Lage der Kinderreichen, eine volkswirtschaftlich und bevölkerungspolitische Ausgleichsmaßnahme dar. Die Gewährung der laufenden Kinderbeihilfen wird nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel ausgebaut werden bis zu dem Zeitpunkt, in dem es möglich fein wird, durch Schaffung einer Reichs-Familienausgleich s k a f s e einen vollständigen Familienlastenausgleich herbeizuführen. Der Kreis derKinderbeihilfe- berechtigten wird soweit wie möglich zunächst auf d i e Nichtlohnempfänger, insbesondere also auf die Handwerker, Kleingewerbetreibenden usw. mit nicht mehr als 2 2 2 0 RM. Jahreseinkommen ausgedehnt werden und dann wird die Einkommenshöchstgrenze allmählich erhöht werden. Hoheitsgebiet von sowjetrusstschen Grevz- Wächtern fest genommen und nach Sowzet- ruhland gebracht worden. Von den estnischen Behörden sind Schritte zur Freilassung der Fischer unternommen worden. * Eine antikommuni st ische Schau wird im Londoner Westend durch den Unterhausabgeordneten Sir Henry Page Crost eröffnet. Die Schau zeigt in erster Linie Bilder von den bolschewistischen Greueltaten in Sowjet ruß» land und Spanien. Aus aller Welt. Kreuzer „Emden" in Schanghai. Zu einem siebentägigen Aufenthalt traf der deutsche Kreuzer „Emden" in Schanghai ein. In Wu- sung begrüßten die deutschen P r o f e s o r e n der Tu ngchi-Universität die Besatzung, während beim Morgengrauen in Point Island die Hitler-Jugend durch ein großes Feuerwerk ihrer Freude über das Eintreffen des Kreuzers Ausdruck gab. Die deutsche Kolonie in Schanghai ist begeistert, daß nach sechsjähriger Spanne em Schiff'der deutschen Kriegsmarine ihnen Gruße aus der Heimat bringt. Die chinesische Presse begrüßt ebenso herzlich den Kreuzer als Namensträger des großen Schiffes, dessen Kriegsruhm noch in ganz Ostasien lebendig ist. Gleichzeitig unterstreicht man, daß das deutsche Volk durch den Führer von fremden Fesseln befreit wurde, ein Erfolg, der auf den unbeugsamen Willen zur Einigkeit zurückzuführen sei, die China sich zum Vorbikde nehmen könne. Mehrfacher Raubmörder entflohen. Der ungarische Innenminister von Koszma ist zurückgetreten, da die Kleinlandwirtepartei eine heftige Agitation gegen ihn entfaltete und er durch sein Ausscheiden ein Zusammenarbeiten zwischen dem Ministerpräsidenten Daranyi und der Klein- landwirteparte ermöglichen will. Koszma wird mit der Leitung des gesamten ungarischen Filmwesens betraut und an die Spitze der ungarischen Rundfunkgesellschaft und des ungarischen Telegraphen- und Korrespondenzbüros zurückkehren, deren Präsident er vor Uebernahme des Innenministeriums war. Die Leitung des Innenministeriums wird zunächst Ministerpräsident Daranyi mit übernehmen. * Don der estnisch-sowjetrussischen Grenze wird gemeldet, daß ein estnischer Grenzwächter spurlos verschwunden ist. Ende vergangener Woche sind zehn estnische Fischer beim Fischfang auf dem Peipus-See angeblich in estnischem Die lleberfchwemmungen im Missifsippital. Mit atemloser Spannung verfolgt das ganze Land den verzweifelten Kampf der Städte im Mist sisfippital gegen das Hochwasser aus dem Ohio. Bei Cairo (Illinois), wo der Ohio in den Mississippi mündet, erreichte das Hochwasser am Montag die Krone des Schutzwalles, aus dem ein ein Meter hoher Notdamm aus Sandsäcken und Brettern errichtet worden war. An einigen Stellen sickerte bereits Wasser durch. Vorsichtshalber wurden sämtliche Frauen und Kinder dieser rund 15 000 Einwohner zählenden Stadt angewiesen, den Ort sofort zu verlassen. In der Nähe von Weilersbessie (Tennessee) durchbrach der Mississippi einen Dordamm-Deich. Der Hauptdamm hielt den Fluten je- doch stand. Dennoch haben sich die Bewohner dieser Gegend sämtlich in Sicherheit gebracht. Schwere Schneestürme an der Pazifik-Küste von USA. Schwere Schnee st ürme wüten an der Pazifikküste nördlich von San Franzisko und namentlich in Portland und Oregon. In Oregon, wo sämtliche Schulen geschlossen wurden, sind zahlreiche Ortschaften völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Auch werden verschiedene Todesfälle gemeldet. Die Polizei Oregons schätzt die Zahl der Personen, die auf den Landstraßen durch Schnee aufgehalten werden, auf 50 000. Frostwe11er suchte auch Teile Südkaliforniens heim und richtete schweren Schaden in den Obstplantagen an. Beamte des Stuttgarter Fahndungsdienstes nahmen dieser Tage einen angeblichen Paul Kaiser fest, weil er einen verdächtig hohen Geldbetrag bei sich hatte und im Besitze von Papieren war, die auf den Namen Franz Rothfuß aus Mitteltal lauteten. Bald wurde festgestellt, daß es sich um den schon seit 1935 steckbrieflich verfolgten Josef Schäfer aus Betra (Hohenzollern) handelt, der wegen Eigentumsvergehen und Notzucht wiederholt, zuletzt mit acht Jahren Zuchthaus, vorbestraft ist. Schäfer hatte gleich nach feiner Entlassung aus der Strafanstalt erneut Einbrüche begangen und gestand nun bei seiner Vernehmung schließlich auch ein, daß er die Papiere des Franz Rothfuß nicht, wie er zuerst glauben machen wollte, gefunden, sondern dadurch an sich gebracht hat, daß er Rothfuß in der Nähe von Rottweil in eine Falle gelockt und getötet hat. Den Getöteten hat er mit einem Pickel auch noch den Schädel zertrümmert, um die Leiche unkenntlich zu machen. Die Leiche und die KleDer hat er verscharrt. Sie wurden an den vom Täter bezeichneten Plätzen aufgefunden. Schäfer hat dann gestanden, noch drei weitere Personen auf ähnliche Weise ermordet zu haben. Es will ihm dabei in der Hauptsache um die Erlangung einwandfreier Legitimationspapiere zu tun gewesen sein. Schäfer hat aber auch feine Opfer ausgeraubt. Wie die Kriminalpolizeit weiter mitteilt, ist Schäfer im Walde bei Oberndorf während der Suche nach einer dort von ihm verscharrten Leiche entflohen. Er hält sich vermutlich tagsüber in Wäldern und Dickichten auf und wird versuchen, nachts in Richtung der Grenze vorwärts zu kommen. NS G. Im Kerckhoff - Institut des Hessischen Staatsbades Nauheim fand am Sonntag eine Tagung statt, auf der die Aufgabe der Pressesachbearbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes, Reichsfrauenbund und ihre Zusammenarbeit mit der Propagandaleitung der NSDAP. Gau Hessen-Nassau und dem Deutschen Frauenwerk bestimmt wurde. Die Provinzial-Pressesachbearbeite- rin des Deutschen Roten Kreuzes, Gräfin Sierst orpff, begrüßte Gaupropagandaleiter Müller- Sch e l d , Gauschulungsleiter Ruder und die Vertreterin der Gaufrauenschaft Hessen-Nassau. Daraus sprach Gsuschulungsleiter Ruder über den „N a - tionalsozialismus als Weltanschauung". In eindringlichen Worten machte er den Frauen klar, daß die Aufgabe der Nationalsozia- listischen Deutschen Arbeiterpartei durch ihre dogmatische Stellung als Weltanschauung Ewigkeitscharakter besitzt. Ihre Grundsätze gilt es immer und immer wieder dem deutschen Volke mitzuteilen, damit sie als einziger Allgemein-Nenner Richtschnur des Handelns bleiben. Die Nationalsozialisten der Kampfzeit waren eine ausgesprochene Minderheit, die aus sich selbst die Auslese schuf. Heute muß die L e i st u n g die Führerpersönlichkeiten heraus- kristallisieren. Die höchste Leistung kann aber nur in der Gemeinschaft vollbracht werden. Daraus erwächst die große Erziehungsaufgabe der NSDAP. Aus der Leistungsaemeinschaft muß dann als letztes Ziel eine ewige Volksgemeinschaft angestrebt werden, die aus den Gesetzen des Blutes und der Rasse aufgebaut ist. Gaupropagandaleiter und Landesstellenteiter Müller-Scheid sprach dann Über Propaganda und Weltanschauung. Reklame und Propaganda werden oft miteinander verwechselt. Ein elementares Gesetz ist, daß die Propaganda immer einer Idee dient, während die Reklame versucht, wirtschaftliche Erfolge zu erzielen. Der Führer hatte als erster Nationalsozialist ein umfassendes Weltbild und besaß gleich- Warum liegt gerade in diesem Vorgang die innere Konsequenz einer nach Stetigkeit strebenden Staatsführung? Oft hat Rydz-Smigly Beschämung darüber geäußert, daß neben der Ausweitung der Macht der Regierung und der Vermehrung des Ansehens Polens in seinen zwischenstaatlichen Beziehungen ihm die organisierte Lenkung des Volkswillens nicht so gelang, wie er es mit unverhohlener Bewunderung „jenseits der Grenze feststellte. Alle Versuche, diese Volksgemeinschaft auf einer festen weltanschaulichen Basis zu formen und aufzubauen, haben noch zu keinem abschließenden Erfolge geführt, und die Geburtsstunde des neuen „Lagers der nationalen Tat", an dem fein ihm treu ergebener Freund und Mitarbeiter Oberst Koc seit Monaten arbeitet, ich schon mehrfach vertagt worden. Zu groß waren noch die Spannungen innerhalb der Jnteressentengruppen, und die polnische Geschichte war eine zu gute und harte Lehrmeisterin, als daß sich eine verantwortliche Staatsleitung entschließen könnte, die Geschicke des Landes noch einmal zum Spielball jener Kräfte werden zu lassen, denen das „Liberum veto" als verhängnisvolles Erbgut vergangener Geschlechter noch tief im Blute steckt. Nun aber trat Rydz-Smigly mit der Losung der Verteidigung Polens als des moralischen Rückgrats der Nation hervor, und wo er damit vor dem Volke erschien, jubelte es ihm zu und gelobte ihm — oft in spontanen Kundgebungen — Gehorsam und blinde Gefolgschaft. Es war fein einziges nationales Postulat. Er gewann mit dieser Parole die Herzen seiner Landsleute, auch wenn sie parteipolitisch noch ihren organisatorischen Rückhalt in der Opposition sanden. So erging es ihm mit den Bauern, die an ihrem im Exil lebenden Bauern sichrer Witos hängen, somit der Jugend aus dem Lager der nationalen Frondeure, und auch die Kirche, die eine außerordentlich starke Macht im katholischen Polen darstellt, mußte sich hinter diesen glühenden Patrioten stellen. So wurde er zu der Persönlichkeit, die die Stabilität der Zukunft verkörperte, mochten auch politische Ziele und wirtschaftliche Pläne, mochte das Niveau des staatlichen Lebens auch noch so großen Schwankungen unterworfen sein. Den Charakter des neuen Marschalls formte der gemeinsame Kampf mit Pilsudski um die Wiedererstehung Polens. So konnte die polnische Presse bei der ersten Kunde von der bevorstehenden Ernennung versichern: das durch Joseph Pilsudski verwaiste " höchste Zeichen militärischer Berufung, Würde, soldatischer Ehre und soldatischen Ruhms im befreiten Vaterland findet einen würdigen Erben. Obwohl aus dem Kreise der patriotischen Verschwörer und Haudegen des polnischen Schützenverbandes hervorgegangen, besitzt er nicht das Martialische, das manchem alten Pilsudski-General eigen ist, vielmehr gehört er zu jener Gruppe von weltmännischen Offizieren, die sich auch auf dem diplomatischen und gesellschaftlichen Parkett zu bewegen wissen. Deshalb auch versteht er es gut, sich politisch nicht festzulegen, und noch niemand in Polen hat ergründen können, wie der „maßgebende Faktor" sich zu kommenden Problemen einstellen werde. Daß die alten Legionäre gleichzeitig Politiker waren, gab der jungen Armee eine ungeheure politische Stoßkraft, solange mit Mitteln der Illegalität gearbeitet werden mußte, solange die Feinde des neuen Polens im Lande selbst saßen. Rydz-Smigly scheml der Meinung zu sein, daß diese Haltung den Offizieren der Armee im stabilisierten Polen nicht mehr zukomme. „Wenn Politik nötig ist, treibe ich sie selbst", ist der Ausspruch, mit dem er die politische Ausgabe der von ihm geführten Armee umgrenzte. Wie viele alte Pilsudskisten vereinigt Rydz-Smigly mit jugendlich-frischem soldatischem Draufgängertum einen Hang zu Literatur und Kunst, der sie oft zu eigener schöpferischer Tätigkeit ermunterte. Der hervorragendste Typ in dieser Hinsicht ist der Stadtkommandant Wieniawa-Dlugoszewski, Mittelpunkt aller Warschauer ästhetischen Salons. Rydz-Smigly hat nicht die leichte und selbst zu Streichen aufgelegte Art dieses geistvollen Plauderers, um den sich bereits ein Kranz luftiger Anekdoten gesponnen hat, aber es gehört zur Abrundung seines Wesensbildes, daran zu erinnern, daß er Kunstmaler war, bis ihn die politischen und militärischen Ausgaben, die der Beginn des Weltkrieges stellte, ganz in ihren Bann zogen. In der Wehrmacht fand er feine Grundlage, von diesem Blickpunkt aus schuf er sich die Maß- Wetterbericht des Retchswetterdlenstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit zunehmender Wirbeltätigkeit hat die lieber» flutung des europäischen Festlandes mit Meeresluft weitere Fortschritte gemacht und jetzt auch dem mittel- und ostdeutschen Gebiet erhebliche Frostmilderung gebracht. Dom Westen her eingedrungene kalte Meeresluft bedingt zur Zeit Witterunasbesse- rung, die allerdings teilweise durch Nebelbildung gestört wird. Doch wird das Eingreifen eines neuen Atlantikwirbels voraussichtlich schon am Mittwoch wieder zunehmende Unbeständigkeit herbeiführen. Aussichten für Mittwoch: Zunächst vielfach aufgeheitert, doch teilweise Frühnebel, nachts leichter Frost, dann wieder Bewölkungszunahme und Aufkommen von Niederschlagsneigung, auf Südwest drehende Winde. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus Süd bis West unbeständiges, ziemlich mildes und zu Niederschlägen geneigtes Wetter. Lufttemperaturen am 1. Februar: mittags.3 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 2. Februar: morgens 1,4 Grad. Maximum 3,2 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Februar: abends 0 Grad; am 2. Februar: morgens 0 Grad. — Schneehöhe 7 cm. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg, Hoherodskopf: Sprühregen, + 2 Grad, 20 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski und Rodeln mäßig. Rhön, Wasserkuppe: Bewölkt, — 1 Grad, 30 Zentimeter Gesamtschneehöhe, gekörnt, Sportmöglichkeiten gut. Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, — 1 Grad, 90 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut. man sehr erfolgreich so: Je ein Lhloffel «-»«frau.M.lissengUst und ßiuf« in «In« Kaffeetafie gut um rühren. -i«auf kochende- ■ Wasser zugießen en» 1-2 Portion«, diese- Hesendheit-grog- I . möglichst heiß vor dem Schlafengehen trinken. I -------------------------- ----- --------- S>(o|tevfrau Melissengeist aus Oberheffen * der Ueichslustfchutzbund Ausecker- und Lumdatal. * Rüddingshausen, 31. Jan. Von Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes wurden heute hier Versuche mit Brandbomben vorge- fuhrt. Die Versuche zeigten, welche zerstörenden Wirkungen Brandbomben auf bebaute Grundstücke haben können. Aber auch diese grüße Gefahr verliert ihre Schrecken, wenn man die nötigen Vorkehrungsmaßnahmen trifft und Mittel und Wege Was wird nicht alles gesammelt! Es ist schon so, wie Wilhelm Busch sagt: „In jedwedem Menschen ruht irgendwelche Sammelwut." Dem einen haben es die Briefmarken angetan, dem anderen die Eisenbahnfahrkarten, dieser hält es mit den Filmgrößen, und jener ist auf einer immerwährenden Jagd nach Knöpfen. Herr H o l z, der Strumpf- forscher von Berlin, sammelt Strümpfe, und das mit einer Ernsthaftigkeit, die ihm ein durchaus originelles Ansehen sichern. Wir sitzen in einem kleinen Zimmer. Hohe, fast bis zur Decke reichende Regale, angefullt mit Kasten und Kartons, stehen an den Wänden. Dor ihnen große Truhen und Schränke. Sie bergen die Schatze, die in mehr als fünfzigjähriger Sammlertätigkeit aus allen Teilen Deutschlands und der Welt hierher zusammengetragen wurden. „Na, es sind mehr als fünfzig Jahre her," erzählte der Besitzer dieses seltsamen Museums, „daß ich begann, Strümpfe zu sammeln. Wie ich darauf gekommen bin? Auf meinen vielen Reisen, die ich als Vertreter großer Strumpffirmen zu machen hatte, habe ich mich stets geärgert, daß Verkäuferinnen und Verkäufer nur so wenig vom Strumpf, seiner Geschichte und seiner Herstellung wußten. So kam mir der Gedanke, die Geschichte des Strumpfes zu erforschen. Was ich auf meinen Fahrten durch Deutschland fand, habe ich mitgenommen, und es hat mich ein gutes Stück Geld gekostet, ehe ich meine Sammlung, die in ihrer Vollständigkeit die einzige in der Welt ist, beisammen hatte. Wo ich kein Original bekommen konnte, ließ ich mir eine Nachbildung anfertigen. Weshalb das alles? Nun, einmal die Liebe zum Beruf, den ich von Grund auf erlernt habe. Und dann, vielleicht schreibe ich einmal ein Buch für Angestellte, das ihnen Auskunft gibt, warum dieser Strumpf so und nicht anders gewirkt ist, warum dieses und nicht ein anderes Material verwandt wurde und wie die verschiedenen Muster in den jeweiligen Zeiten entstanden." Die Sammlung gibt einen lückenlosen Ueberblick über die Entwicklung der Bein- und Fußbekleidung vom Tierfell bis zum Selben ft rümpf unserer Tage. Herr Holz hat sich länger als zehn Jahre mit aller einschlägigen Literatur befaßt, hat sich mit Museen in Verbindung gesetzt, ihre Werke studiert — alles, um sich möglichst genau über die Entwicklungsgeschichte zu unterrichten. Bis 1900 v. Ehr. hat er in der Geschichte zurückgeforscht. Er erzählt, daß wir den Ausdruck Strumpf erst seit etwa 400 Jahren kennen, und daß unsere Bezeichnung „ein P a a r H o s e n" daher kommt, daß man früher zwei von der Zehe bis zum Schritt reichende getrennte Beinlinge trug, die eben „ein Paar" waren. Und er kann auch erzählen, wer den ersten Strumpf, wie wir ihn kennen trug: „Das soll ein frumber teutscher Landsknecht gewesen sein, und zwar in jener Zeit, als man schon die getrennten Beinlinge durch Einsetzen eines Zwischenkeiles im Schritt zu einem unserer heutigen Hose ähnlichen Kleidungsstück vereinigt hatte. Nun, dieser Landsknecht soll nach fröhlich durchzechter Nacht nicht schnell genug in das enge Beinkleid hineingekommen fein. Und da hat er kurzerhand die Hofe unterhalb des Knies durchgefchnitten. Damit war der Ein Landsknecht trug den ersten Strumpf. Vom Tierfell bis zum Se denstrumpf. - Berliner Sammler zeigt feine Schätze. Don Adolf 7Ieß. K e s f e l b a ch , 30. Jan. Gestern abend sand _ Luftschutzkursus, der Anfang Januar begonnen hatte, feinen Abschluß. Der Kursus wurde in der Volksschule abgehalten. Die Luftschutzhauswarte von Kesselbach und Odenhausen, ferner Frauen und Mädchen beider Orte waren zur Teilnahme aufgefordert worden, so daß der Kursus die stattliche Besucherzahl von 80 Volksgenossen auf- wies. Am gestrigen Abschlußabend wurde eine Planaufgabe durchgeführt, die den Teilnehmern einen Einblick in ihre vielseitigen Aufgaben und Pflichten als Hauswarte und Selbstschutzkräfte gab. Eine lebhafte Aussprache zeigte, welch großes Interesse man den Fragen des Luftschutzes entgegenbringt. Wie Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Buseck) ausführte, soll im Laufe des Sommers an einem Sonntagvormittag eine größere Hausübung im Bereiche eines Luftschutzhauswartes stattfinden, an der alle Bewohner der betreffenden Häuser beteiligt sein sollen. Diese Anregung wurde lebhaft begrüßt. Der Kursus wurde in der üblichen Form geschlossen. Licht und Heil der Welt.) . Immer Neues türmt sich auf. Die älteste Beinbekleidung, ein paar Tierfelle, die um die Wade gebunden wurden, ein englischer Bischofsstrumpf der Zeit um 1100, rot mit Goldverzierung, eine erste Strumpf da." Noch viel Wissenswertes ließe sich aus der Kulturgeschichte des Strumpfes sagen. Es ist eine ungeheure Arbeit, die der eifrige Forscher geleistet hat, und daß sie von kulturgeschichtlichem Wert ist, haben ihm Gelehrte oft und gern bestätigt. Wir besichtigen die Schätze. Das Glanzstück der Sammlung: Ein armenischer Pantifikalstrumpf, aus Ziegenhaar gestrickt, den um 1100 n. Ehr. ein Bischof bei feierlichen Gelegenheiten trug. Man bestaunt die wunderbare Farbenzusammenstellung und die reiche Ornamentik mit dem Zeichen des orientalischen Kreuzes und die Inschrift. Zwar vielfach verschnörkelt, aber doch deutlich erkennbar, sieht man um die Mitte des Fußes und um den Knöchel je zweimal die Buchstaben ISLLSMC. Was bedeuten sie? Gelehrte zerbrachen sich den Kopf darüber, um zu einem Ergebnis zu kommen. Bis es dann Herrn Holz sozusagen im Schlaf einfiel: „Es ist nichts anderes als die Abkürzung für die Worte aus dem Johannes-Evangelium: Jesus Salvator Lumen Lux Salus Mundi Christus'." (Jesus Christus, Retter, Nachbildung des Krönungsstrumpfes der Hohenstaufen, den 1181 in Palermo sarazenische Goldsticker für Wilhelm II. von Normannien herstellten. Das Original befindet sich im Kronschatz der Hohenstaufen in Wien. Weiter: Man sieht Karls des Großen Beinbekleidung, eine persische Fürstenhose und die Landsknechtshose mit dem abgeschnittenen Strumpf. „Und hier" — Herr Holz hält ein Paar gestrickter grüner Strumpfhosen in der Hand — „das ist eine Nachbildung der Hosen, die Heinrich VIII. im Jahre 1539 vom spanischen Hof als Geschenk erhielt. Sieben Paar solcher Hosen hat er bei seinem Tode hinterlassen, ein für damalige Zeiten ansehnlicher Bestand." Dann kommt aber auch unsere Zeit. Hochzeitsstrümpfe aus der Mark Brandenburg, aus weißer Baumwolle, mit eingesticktem Namen und Perlenverzierung, farbenprächtige Strümpfe aus dem Pyritzer Weizacker, aus Litauen, Westfalen und vielen anderen Gegenden und Zeiten. Noch etwas, das unsere Aufmerksamkeit fesselt: Strümpfe der Tadschiken, die im Himalayagebiet wohnen. Der Forscher W. R. Rickmers brachte sie von der Alai-Pamir-Expeditton mit." Stunden und wieder Stunden würden nötig fein, um die vielen Zeugen redlichen Forschungseifers eingehend zu betrachten. Und noch länger könnte man zuhören, was Herr Holz von „feinem Gebiet" zu erzählen weiß. Man bewundert die Gründlichkeit, mit der der Sammler ans Werk ging, staunt auch über die Kenntnisse, die er auf allen einschlägigen Gebieten sich erwarb. Eine Kulturgeschichte des Strumpfes — kein anderer ist in der Lage, sie in dieser Lückenlosigkeit aufzuzeigen. zur Bekämpfung von Brandbomben und etwa entstehenden Bränden kennt. Dies betrifft vor allem die Selbstschutzkräfte im zivilen Luftschutz. Sie sollen mit Schneid und Energie an ihre Aufgabe Herangehen. Anschließend an die Brandbekämpfung fanden noch Üebungen mit der Gasmaske statt, an denen sich vor allem auch Frauen und Mädchen beteiligten. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 1. Febr. In der Nacht zum Montag hatte sich ein junges Reh, vermutlich auf Nahrungssuche, bis in eine Hofreite in der Steinftraße verirrt und konnte den Weg ins Freie nicht mehr finden. Am Montagvormittag wurde das völlig erschöpfte Tier aufgefunden und im Wald wieder ins Freie ausgesetzt. wg. Großen-Buseck, 30. Jan. Im Saale von Gastwirt Wagner wurde dieser Tage das Holz aus dem hiesigen Gemeindewald (Forstorte Galgenberg und Oeleberg) versteigert. Es handelte sich um Nutz- und um Brennholz. Diele auswärtige Jnterssenten waren dazu erschienen. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt. Kiefernstämme Klasse 3b 32 bis 35 Mk., Klasse 4a 40 Mark. Kie- Klasse 3b 32bis 35 Mk., Klasse 4a 40 Mark. Kiefernbrennholz: Rundscheite je 2 Raummeter 11 bis 13 Mark, Knüppel 9 bis 10 Mk., Kiefernreisig je 5 Raummeter 1,50 bis 2.— Mark. wg. Großen-Buseck, 1. Febr. Durch den Bau der Reichsautobahn, die in östlicher Richtung an unserer Gemarkunasgrenze entlangführen wird, herrscht auf dem hiesigen Güterbahnhof reger Verkehr. Taa für Tag werden hier größere Menge Gleise und Kippwagen aus- geladen. An der Ausladestelle wurde ein großer Kran aufgestellt, der die Arbeit beschleunigt. Für die Ueberführung der Feldbahnlokomotiven wurde ein besonderes Gleis gelegt, von dem aus die Loko- motiven sofort auf den Transportwagen gebracht wurden Auch größere Bagger von über 1000 Zentner Gewicht find der hiesigen Bevölkerung nun bekannt geworden. Neben den am Bau beteiligten Firmen helfen auch noch Laftwagenbesitzer der näheren Umgebung, sowie Bauern dabei mit, das Material an die Baustelle zu bringen. Die Rodungsarbeiten an der Reichsautobahn schreiten rüstig vorwärts. Der Mutterboden wurde mit Hilfe eines Förderbandes abgehoben. Im Forstort Schlieberg wurden durch eine Sprengkolonne die Wurzelstöcke ausgesprengt. § Großen-Buseck, 31. Jan. Der V H C. B u - seckertal unternahm heute feine erste diesjährige Wanderung. Ausgehend von Großen-Buseck ging es nach Alten-Buseck. Don diesem, am Abhang des Hangelsteins hochgelegenen Dorfe bot sich ein herrliches Bild winterlicher Landschaft, sowohl ins Busecker- als auch ins Lahntal hinein. Das heimatliche Tal durchquerend, führte die Wanderung weiter über Trohe nach Rödgen, wo Raft gehalten wurde, um dann von hier nach Großen-Buseck der Heimat zuzuwandern. * Weitershain, 1. Febr. ' Hier fand ein Mütterschulungskurs seinen Abschluß mit einer kleinen Feier. Schwester Jula Kliffmül- l e r, die den Lehrgang leitete, verstand es, die Frauen und Mädchen mit frohem Eifer an den Abenden zu beteiligen. Sie faßte noch einmal in einer Ansprache den Sinn und Zweck der Schulung zusammen und betonte die Notwendigkeit, junge Frauen mit der Pflege des neugeborenen Kindes, mit feiner Kleidung und Ernährung vertraut zu machen. Unter frohen Liedern und bet kleinen Aufführungen verging der Abend in fröhlicher Kameradschaft. > Hungen, 1. Febr. Dieser Tage fand im „Solmser Hof" ein Elternabend der Realschule Hungen statt. Die Eltern der Schüler, darunter auch Eltern der an Ostern neu eintreten» den, hatten sich in außerordentlich großer Zahl ein» gefunden. Der Schulleiter, Assessor Kratz, konnte von der sehr erfreulichen Entwicklung der Schule berichten. Dieser Ausbau der Schule verbürgt einerseits die jetzige Stetigkeit in der Zusammensetzung des Lehrkörpers, arwerseits werden dadurch die Unterrichtsräume in nicht allzulanger Zeit nicht mehr hinreichend sein. Bürgermeister Hofmann gab der versammelten Elternschaft die Zusicherung, daß die Stadt Hungen auch in dieser Beziehung den berechtigten Anforderungen Rechnung tragen wird. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übriacn Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Heinrich Opper und Frau durch einen plötzlichen Tod entrissen Wieseck, Wißmar, den 1. Februar 1937 696 D MeineAnzeigen gedankt Die trauernden Hinterbliebenen Heuchelheim, den 2. Februar 1937 0548 Wohnung ‘ mit Veranda mieten. 0547 947 D Ludwigsvl.151. 3-Zimm.-Wolinung angenehm.Lage, von Beamten (3 Personen) zum 1. April 1937 od. später zu mieten gesucht. Schrift!. Angeb. m. Preis u.0546 a.d.G.A. In tiefer Trauer: Karl Becker II. und Frau Familie Gustav Seibert II. Familie Otto Stroh lSüdseiteli.sreier Lage z. 1. April oder früher zu vermieten. Näh. Löwen-Drogerie Seltersweg 69. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 3 Februar, nachmittags um 3 Uhr, vom Trauerhause, Rabenauer Straße 14, aus statt Zimmer sofort zu ver- Suche 2-3-ZMohmg für 2 Personen. Schr.Ang.unter 0545 an d.G.A. Danksagung Allen, die uns beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Frau Luise Gorr, geb. Hahn ihre Teilnahme bekundet und ihr beim Begräbnis die letzte Ehre erwiesen haben, sei hiermit auf das herzlichste Wegen vermehrter Tätigkeit bei der Reichsbahn gebeichmeine Kassenpraxis — gesetzliche und Ersatzkassen — sowie Tätigkeit in der öffentlichen Fürsorge bis auf weiteres auf. Privatpraxis behalte ich in vollem Umfang bei, einschließlich der in der RKV., Süsversa, im Deutschen Ring und ähnlichen Einrichtungen Versicherten, ebenso Sanitätsverein, Postbeamtenkrankenkasse. Hessische Beamtenkrankenkasse A und B und * zugeteilte Kriegsbeschädigte. Dr. Neumann-Spengel Sprechst.: werktags 8-915-16 Uhr außer Samstag nachmittag Heute wurde uns unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Herr Karl Volzel I. Landwirt und Gastwirt pari., ab 1. April 1937 zu vermiet. Näheres 352D Ludwigstraße26 i. Hintergebäude 4-Zimmer- Wohnung von ölt. Ehepaar zum 1. April eo. früher gesucht. Schr. Ang. unt. 0497 a. d. G. A. Ein in all. Hausarbeiten erfahr., tüchtiges 0555 Tages- mädchen zum 1. März gesucht. Vorzustell. bei Bergassessor Kippenberger Bergstraße 5. Tralo-Horlon 1 im Gießener Anzeiger P ost 711D werden von Tausenden Friedberg-Land. I beachtet und gelesen. IBoflnnng per sofort oder später gesucht. Schriftliche Angebote unt. 0550 an den Gießener Anzeiger erbet. ÜÜChldffC von z bis 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Ameig» [Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift wndern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ber- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Ich suche für sofort oder später lungen,tüchtigen Mann für Müllerfuhr- lverk und Landwirtschaft. 0544 ,Wilh.Achenbach Schmittermüble iRodheim a.d.B. Lehrling gesucht. aus gut. Hause sofort od.l. April für Kolonialwaren-Branche. Schriftliche Angebote unt. 0552 an den Gießener Anzeiger erbet. Tages- mSdchen bei gutem Lohn für sof. gesucht. Vorzustellen von 11-19 Uhr. 0542 Liebigstr. 68 II. Tüchtiges, in all. Hausarbeiten erfahren., ehrliches Mädchen zum 15. Februar gesucht. Gute, langjähr. Zeugnisse erforderlich. D jektor Papencordt Mädchen für Küche und Hausarbeit gesucht. Lohn 30 Mk., frei Kassen. Bahnhof-Hotel Lenz. 0540 Stütze oder Mädchen mitNäh-u.Koch- kenntnissen zum 15.Februar oder 1. März gesucht. Schr.Ang.unter 0551 a. d. G. A. |Vermietungen | 6-ZjkNMer- 3"ZilD. WOllIlQ. I Mietgesuche | Gut möbliertes nft> ---- '* DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust, der uns betroffen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Sattler sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Wieseck, den 1. Februar 1937 697 D Gießen, den 2. Februar 1937 702 D Für die beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme danken wir herzlichst Wilhelmine Mühl, geb Brühmann Dr. Wilhelm Mühl und Familie Erich Mühl Ernst Wilhelm Die glückliche Geburt eines Stammhalters zeigen hocherfreut an Hilde Schmitt, geb. Plank, und Or.Emst Schmitt, Zahnarzt Gießen, Wilhelmstraße 12p 701 D Turnverein v. 1846 Giefeen Samstag, den 6. Februar 1937, 20.01 Uhr in sämtlichen Räumen der Turnhalle, Steinstraße 1 Großer Turner-Maskenball 2 Tanzkapellen Ueberrasdiungen Eintrittskarten zu RM. 1.— und RM. —.10 Sportgroschen im Vorverkauf bei Buchladen Weber, Marktplatz, Friseurmeister Hans Faderl, Neustadt 6, und Blumenhaus Weber, Seltersweg.686p Besonders vorteilhafte Angebote aus meinem Wioler-SdWerkaiil Damen-Kleider.................. 5,75 5,25 4,90 Damen-Pullover................. 6,90 5,90 3,95 Damen-Schals................... 1,75 1,25 0,95 Herren-Oberhemden............. 4,50 3,95 3,50 Herren-Sporthemden............ 3,75 3,50 2,95 Herren-Selbstbinder............. 1,25 0,95 0,75 knitterfrei und reine Seide Frdr.Teipel 16 Markt 16 ____________________„Jüi Hr.27 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Dienstag, 2. Februar 1937 Aus Der Pwvinziathauptstadt. OerMonatmitdemIrühlingSgedanken. Offiziell gilt der Februar als der dritte und letzte Wintermonat, inoffiziell möchte man ihn bereits zum Bannerträger des Frühlings erklären, der nur nicht so kann, wie er möchte. Die Bauern sagen von ihm, daß er zwar der kürzeste, aber auch der hinterhältigste Monat des Jahres sei. Aus diesen Charakteristiken geht schon hervor, daß der Februar ein ziemlich unsicherer Kantonist unter seinen Zunftgenossen im Jahresablauf ist. Wenn man den Februar allerdings mit der Lupe der objektiven Statistik beschaut, so erscheint er wesentlich vertrauenswürdiger und eindeutiger, indem er nämlich als regelrechter Wintermonat zu gelten hat und keine Frühlingsgedanken rechtfertigt. Seine Mitteltemperatur ist nur ein Grad wärmer als die des Januar und stimmt ungefähr mit der des Dezember überein. Dabei find allerdings wesentliche Unterschiede zwischen Nord und Süd, Ost und West unseres Vaterlandes zu erkennen, und diese Erkenntnisse mögen wohl schuld daran sein, daß der Februar in manchen Teilen unseres Vaterlandes den bärbeißigen Winter gar nicht darstellen kann und faktisch in Frühling macht. Da melden sich zum Beispiel Südwest- und Nordwestdeutschland bzw. die Bergstraße und der Niederrhein, die im Februar den Rufer des Lenzes erblicken und unbedenklich am Schluß des Monats die erste Frühlingsvegetation sprießen lassen. Es hat schon manche zweite Februarhälfte gegeben, in der es am Rhein wie im Mai war. Alle übrigen Teile Deutschlands genießen allerdings nicht diese besonderen Vergünstigungen. In der östlichen Reichshälfte ist der Februar unerbittlicher, strengster Winter, in Mittel- und Süddeutschland pflegt er gern mit Schneestürmen und unerwarteten strengen Frösten verfrühte Frühlingsgedanken im Keime zu ersticken. An der Waterkant spielt er sich als Sturmmonat ersten Ranges auf. Allerdings scheinen diese Stürme wieder mehr frühlingsmäßigen Charakter zu haben, da sie aus Westen wehen und das Eis der Ströme brechen. Eins steht allerdings fest: ein klarer Frostlag im Februar wirkt durchaus nicht mehr winterlich, weil die Sonne so warm scheint und so erhöht am Himmel steht, daß Schnee und Eis wie Butter dahinschmelzen. Richtig Winter ist es an solchen sonnigen Tagen eigentlich nur im Schatten und während der Nachtstunden. Die intensive Sonnenstrahlung im Februar ist auch die Ursache dafür, daß in diesem Monat die Wintersportsaison ihren idealen Höhepunkt findet, indem der Aufenthalt in den Schneebergen um diese Zeit eine Gesundungskur darstellt, wie man sie sich besser nicht denken kann. Leider weiß man in der Allgemeinheit nur zu wenig von diesem herrlichsten Geschenk des Februars und schiebt die Winterkur als „zu spät" auf die Seite. Wer es möglich machen kann, nehme im Februar einen Teil seines Urlaubs. Es gibt keine schönere Erholung als Sonnenkuren über Winterschnee. Was wir hier vom Februar sagen, ist gewissermaßen sein Steckbrief für den Durchschnitt. Nicht immer hält sich dieser Monat an diese Charakteristik, und auch in diesem Jahre der ungewöhnlichen Wetterformen dürfte der Februar auf einige kleine Seitensprünge nicht verzichten. Man wird nicht fehlgehen, von ihm allerhand unliebsame Ueberraschun- gen zu erwarten, die namentlich in wiederholten Kälterücksälbn bestehen. Nach der Art, wie der Januarwinter in der vergangenen zweiten Monatshälfte einsetzte, scheint sich der Typ der Großwetterlage für den nächsten, den Spätwinter und Vorfrühling umfassenden Zeitraum ziemlich einseitig festgelegt zu haben. Kurz: man rechnet mit einem kalten Februar! Vielleicht, daß er nach der Gewohnheit strenger Herren sich mitunter von besonderer Milde zeigt — die zweite Februarhälfte ist für derartige „Anwandlungen" bekannt —, im allgemeinen aber dürfte es verfehlt fein, in den Februar mit Frühlingsgedanken zu gehen. Wenn wir das erste Blatt vom Februarkalender abreißen, so denken wir daran, daß beispielsweise vor acht Jahren um die Zeit erst die Kleiner Knigge für frohe Feste. Von Christian Bock. Man geht nicht zu einem Faschingsfest mit dem abendländisch besorgten Gesicht eines Europäers, der sich mit pedantischem Terminkalenderernst eine Sache vorgenommen hat. Etwas innere und äußere Vorbereitung sollte nach Möglichkeit immer sein. Sehr ratsam ist es, ein paar Freunde anzurufen, sie sollten ihre Faschingskostüme um eine Flasche Chianti wickeln, alles miteinander in ein Köfferchen tun und Herkommen. Dann veranstaltet man zusammen eine festliche Ouvertüre, legt vielleicht eine Platte auf das Grammophon, zieht den alten Adam-Europäer aus, legt ihn feierlich gefaltet auf die Stühle und zieht die Narrenkostüme an, ihr dürft auch manchmal vom Chianti trinken. Dem treibenden Strom des Festes soll man sich ganz hingeben. Zuweilen kann es lohnend sein, hinzurudern, wo sich an technischen Hindernissen, an Treppenaufgängen und Saalecken Wirbel bilden. Oft sind hübsche Europäerinnen, vom Strom abgetrieben, hierhergeschwemmt. Die sonderbaren Gesetze der Zivilisation sind aufgehoben: Man darf ohne Bedenken zu ihnen sprechen. Sie sind nicht einmal nach den gewohnten Gesetzen des Abendlandes verpflichtet zu sagen: „Was fällt Ihnen ein, mein Herr!" Treppenabsätze eignen sich besonders zu lügenhaften Erzählungen. Treueschwüre auf Monate und Jahre dürfen nach einer angemessenen Frist, notfalls nach zwei Minuten, gebrochen werden. Indessen empfiehlt es sich, in einzelnen Fällen von selbst, solche Schwüre halbe oder ganze Stunden zu halten. Bei alledem soll man nicht immer nur und ganz an die eigene Sache denken, gelegentlich sollte man auch zur allgemeinen Faschingsstimmung ein Weniges beitragen. Man ist geradezu verpflichtet, ältere Herren, die oorübergehen, einmal am Bart zu ziehen und dabei ein freundliches Wort an sie zu richten. Beim Tanzen ist olle dogmatische Exaktheit verboten. Jede Gesetzmäßigkeit widerspricht dem Geist des Faschings, und es ist dafür gesorgt, daß Dogmatikern auf die Füße getreten wird. Eine geheime, innere, ganz leicht alkoholische Beschwingtheit gibt allen Faschingstaten Schwung und Richtung. Bezeugungen gegenseitiger Zuneigung dürfen öffentlich und rücksichtslos stattfinden. Gelegentlich Heute abend Küpreß! Geburtstag des ältesten Einwohners von Lang-Göns. Beginn 20,30 Uhr, Einzug des Prinzen Karneval pünktlich 21 Uhr. Vom Ausschuß des Künstler- und Pressefestes 1937 wird uns geschrieben: Die Festbesucher werden gebeten, möglichst zeitig zum Küpreß zu erscheinen, da der feierliche Einzug des Prinzen Karneval mit Hofstaat pünktlich um 21 Uhr erfolgt. Die Festgäste müssen um diese Zeit bereits im Rund des Saales, auf den Galerien und zwischen den Säulen Aufstellung genommen haben. Später kommende Küpreß-Besucher können nicht damit rechnen, während des großartigen Empfanges Einlaß in den Saal zu finden. All-Gießen-Gruppen. Festbesucher, die in Stilkostümen aus alter Zeit erscheinen, werden gebeten, sich in eine Gruppe zusammenzuschließen und sich an den Festzug des Prinzen Karneval anzureihen. Zweckmäßigerweise nimmt die Gruppe „Alt-Gießen" schon vor Einzug des tollen Prinzen geschlossen Aufstellung. Die übrigen Festgäfte bilden einen dichten Ring um den äußersten Rand der Tanzfläche oder nehmen auf der Galerie und zwischen den Säulen Aufstellung. Es ist dabei darauf zu achten, daß die Fläche im Saal freigehalten wird, um den Hofstaat des Prinzen Carneval unterzubringen. Alles rückt zusammen! Um allen Festgästen die Möglichkeit eines Sitzplatzes zu geben, wird an jeden Festbesucher die Bitte gerichtet, an den Tischen eng zusammenzurücken. Eine Vorbestellung von Tischen oder Vorbelegen von Plätzen ist grundsätzlich nicht möglich. Die Leitung des Festausschusses wird in keinem Fall dulden, daß auf diese Weise ganze Tische für später kommende Festbesucher belegt werden. Gegen das Freihalten von einem oder zwei Plätzen für später kommende Gäste durch bereits anwesende Festgäste ist nichts einzuwenden. Aber auch hier soll Rücksicht genommen werden, wie es überhaupt von allen Küpreß-Besuchern abhängt, durch gegenseitiges Entgegenkommen dem Fest auch in dieser Beziehung einen harmonischen Verlauf zu sichern. Tanzen darf jeder. Es besteht die Möglichkeit, daß wegen zeitweiser Ueberfüllung des Tanzparketts in Abteilungen getanzt werden muß. Auch hier wird sich jeder einsichtsvolle Festbesucher ohne weiteres den Anordnungen fügen. Die Kapellen spielen nahezu ohne Pause, so daß sich jeder austanzen kann, soviel er will. Um eine genaue Kontrolle zu ermöglichen ist es unstatthaft, das Fest zu verlassen und wiederzukommen. Die Festkarten werden beim ersten Eintritt entwertet. Wer das Fest vorzeitig verläßt, um später wiederzukommen, kann nicht damit rechnen, wieder eingelassen zu werden. Die Pförtner haben strenge Anweisung, niemand — ganz gleichgültig, wer es sei, und auf wen er sich berufen mag — ohne gültige Eintrittskarte einzulassen. Daran werden alle Versuche, das Fest zu später Stunde ohne Festkarte besuchen zu können, scheitern. Die Pförtner bewachen die Türen bis zum Schluß des Festes. Ballons anbrennen Unfug! Bei anderen Veranstaltungen hat sich gezeigt, daß sehr oft versucht wird, Luftballons mit Zigaretten anzubrennsn. Wir bitten unsere Festgäste, solche Scherze zu unterlassen. Obwohl unsere Luftballons nur mit Sauerstoff und nicht mit Wcisser- stoffgas gefüllt sind, können durch diesen Unfug sehr leicht böse Folgen entstehen. Es wird deswegen an alle Küpreß-Besucher die Bitte gerichtet, solche kindlichen Spiele zu unterlassen. Ein Fest des Frohsinns und des Humors, der leichtbeschwingten Muse und der Kunst verlangt von jedem ein Eingehen auf die dem Abend zugrundeliegende Idee: Das Gießener Künstler- und Pressefest 1937 ist das große Fest des Karnevals Oberhessens, das alle kulturtragenden Kreise an einem frohen Abend vereint. Küpreß wird nicht wiederholt! Vom Ausschuß des Künstler- und Pressefestes 1937 wird uns mitgeteilt: Die bestehende Absicht, das Küpreß noch einmal zu wiederholen, konnte leider nicht verwirklicht werden. Das Stadttheater hat Spielplanverpflichtungen übernommen, die nicht mehr geändert werden können. Die Räume des Gesellschaftsoereins find an allen anderen Tagen bereits vergeben. Eine Wiederholung des Festes in der gleichen Form ist aus diesen Gründen nicht mehr möglich. s. Lang-Göns, 2. Febr. Am 4. Februar vollendet unser ältester Einwohner Heinrich Kiefer fein 9 2. Lebensjahr. Er war Teilnehmer der Feldzüge 1866 und 1870/71 und ist der letzte lebende Veteran unseres Dorfes. In verhältnismäßig körperlicher Frische kann er seinen Geburtstag begehen. Trotz seines Alters nimmt er noch regen Anteil an allen Zeitgeschehnissen. Er war immer ein treues und eifriges Mitglied des Kriegeroereins und lange Jahre dessen Vorsitzender. Das ganze Dorf nimmt am 4. Februar Anteil an diesem seltenen Geburtstag und wünscht dem alten Herrn noch einen recht gesegneten Lebensabend. strengste Winterkälte begann und noch um Mitte des Monats Morgentemperaturen von 25 bis 35 Grad unter Null „Kleinigkeiten vom Alltag" waren. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Künstler- und Pressefest: 20.30 Uhr in den Räumen des Gesellschaftsvereins (Klub). — Gloria- Palast, Seltersweg: „Der lachende Dritte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Und du mein Schatz, fährst mit". Claire Valdoff kommt! Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Claire Waldosf singt, parodiert und lacht am Sonntag, 7. Februar, 19 Uhr, im Stadttheater, im Rahmen eines großen lustigen Abends, mit den Mitgliedern des Stadttheaters zusammen! ASB., Ortsgruppe Gießen-Ost. Betr. Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Giehen-Ost. Die Sammlung wird Dienstag, 2., und Mittwoch, 3. Februar, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vor- legen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Betr.: Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. Februar täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden. NGOAV. — Amt für Dolkswohlfabrt. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Pfundsammlung. Am Mittwoch, 3. Februar, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu, machen und die Mitgliedskarten zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. Ortsgruppe Gießeu-Nord. Winterhilfswerk 1936/37. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie D) bis spätestens Freitag, 5. Februar, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Auf der Rückseite der Gutscheine ist die Art des gelieferten Brennmaterials anzugeben, gleichzeitig müssen die Gutscheine den Stempel oder Namen der Kohlenhändler und die Unterschrift, Wohnung, Straße und Hausnummer des Hilfsbedürftigen tragen. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37. Ortsgruppenführung Gießen-Süd. Am Dienstag, 2. Februar, Mittwoch, 3. Februar, Donnerstag, 4. Februar, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die WHW.- Pfundsammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten. Zn den nächsten Tagen Beginn des Omnibusbetriebs der Straßenbahn. Vor einigen Wochen konnten wir auf Grund von Informationen an maßgebender Stelle mitteilen, daß die Stadtverwaltung zur Verbesserung der Ver- kehrsverhältnisse zwischen der Straßenbahnhaltestelle an der „Stadt Lich" (Licher Straße) und dem Wohngebiet unterhalb vom Kugelberg bis zur Waldkaserne einschließlich einen Pendelbetrieb mit modernen Omnibussen einrichten werde. Die Sache ist nunmehr soweit gediehen, daß dieser Omnibus- Pendelbetrieb in den nächsten Tagen aufgenommen Wollen Sie guten kindruck machen? Legen Sie Wert auf ein gepflegtes Aussehen? Dann sollten Sie Nivea-Zahnpasta benutzen. Der außerordentlich feine Putz-* körper schont den Zahnschmelz und reinigt gründlich. Regelmäßige Pflege mit Nivea-Zahnpasta erhält Ihre Zähne weiß und gesund. Ihren Atem rein und frisch. kommen einem Vorübergehende in einer mechanischen Art dadurch zu Hilfe, daß sie besorgt das Paar in möglichst haltbare Papierschlangen einwickeln. Schwächeren Naturen, die ohne Hilfe sind, darf geraten werden, sich mit ihrer Partnerin zum Photographen zu begeben, der ihnen die Bezeugungen der Zuneigung vor dem Objektiv unnachsichtig befiehlt. Im allgemeinen sollten immer Haltung und Gebaren zum Kostüm passend gewählt werden. Einem morgenländischen Fürsten ziemt es nicht, sich österreichisch-graziös zu benehmen oder westlich-elegant. (Selbst wenn es ihm angeboren sein sollte.) Auf den Barstühlen halte man sich ab und zu einmal auf. Es sind Stätten der Besinnung, Oasen, in denen man eine Weile träumen kann, kühl, als wehten sanfte Winde um sie. Sogar allein ist gut hier sein. Ein Ort für Philosophen. Indessen sei Philosophen, die um zwei Uhr nachts — aus Zufall oder Unbegabung — allein sind, doch geraten, sich nach etwas' menschlicher Freundschaft umzusehen. Es könnte ihnen geschehen, daß ihre Philosophie sonst am Ende trübe wird... Gegen Morgen verbreitet sich unmerklich eine melancholisch-träumerische Stimmung: der eine Art Ernst nicht mehr abzustreiten ist. Die wirkliche Welt dämmert in den Fenstern. Es ist eine gute Sache, in diesen letzten Stunden zu zweit durch die Säle zu stromern, manchmal auf hohen Pfeilern zu sitzen oder auf Treppen. Wer jetzt Schwüre schwört, der schwöre vorsichtiger. Die Atmosphäre der unbesorgten Verkleidung ist im Schwinden. Ohne daß darum die Sache traurig würde: noch immer ist in allem beschwingte Fäschingsstimmunq, und wer etwas davon versteht, weiß, daß diese letzten Stunden am Morgen die besten sind. Man bummelt streunend durch Knäuel von Papierschlangen, sitzt auf Tischen und Klavieren mit den Beinen baumelnd und kann beginnen, glaubhaft auch in Maharadscha-Maske, zu erzählen, daß es gerade noch für einen Aufenthalt an der Bar langen könnte, dann fei der Maharadschah bankerott. Auf der Heimfahrt in den morgendlichen Straßen versuche man, noch die Würde zu bewahren, die man hat, selbst im verbergenden Mantel von europäischem Schnitt. Erst zu Hause zieht man ganz die falsche Würde aus und fängt zu glauben an, man sei ein anderer. Indessen soll man nie zu plötzlich daran glauben und noch im Halbschlaf träumerisch denken, wer man war. Lichtspielhaus: „UnD Du, mein Schah, fährst mit." Die Ufa hat sich ein Vergnügen daraus gemacht, die abenteuerliche und ein bißchen amerikanisch-unwahrscheinliche Geschichte der Schauspielerin Maria Seydlitz — der Roman stand vor einiger Zeit in einer großen Illustrierten — im Film erscheinen zu lassen: grotesker Einfall, eine kleine und sozusagen namenlose deutsche Schauspielerin aus der finstersten „Provinz" als Star an ein großes Neuyorker Revuetheater zu engagieren: sie weiß selber nicht einmal, wieso und woher und wer und warum. Das kommt aber alles nach der Reihe ans Tageslicht, und die kleine Maria aus dem provinziellen Stadttheater bringt es wahrhaftig fertig, sich „drüben" durchzusetzen, was aus verschiedenen Gründen nicht einfach ist. Am Ende kann sie sogar auf dem Kopf stehend fingen, was dort gerade als „letzter Schrei" gilt, und es gibt einen Bombenerfolg. Aber so groß der Erfolg auch ist — die Liebe ist noch größer. Da war nämlich unterwegs einer auf dem Schiff, der dachte sich, diese Maria wäre gerade die Richtige, und als er sieht, wie drüben alles zugeht, fährt er voller Wut mit dem nächsten Schiff wieder beim nach Deutschland. Und erst im allerletzten Augenblick, als die Kapelle schon „Muß i denn" spielt, taucht Maria neben ihm auf und summt einen eigenmächtig verwandelten Text dazu. Die Maria spielt Marika Rökk mit einer staunenswerten Vielseitigkeit, singt, tanzt, turnt mit einem halsbrecherischen Temperament: zuletzt reines Variete: eine elegante, saubere Leistung. Dem Regisseur Georg Jacoby gab das Leben auf dem großen Dampfer und der USA.betrieb nach der Broadway-Melodie vielfältige Anregungen. Vom Ensemble: Hans Söhnker, guter, lieber Junae: die Konstantin: scharmant wie immer; Alfred Abel: angenehm leicht und verhalten. Sima als Regisseur in großer Fahrt. — Hübsche Musik von Franz D o e 11 e. Hans Thyriot. Zeitschriften. — „D a s Innere Reich". (Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München.) — Hermann Stehr eröffnet das Februarheft mit der „Geschichte über den Dächern", einer symbolischen Erzählung. Dann zeugt Rudolf A. Schröder von der schöpferischen Begegnung und Auseinandersetzung des griechischen und'deutschen Geistes, indem er aus feiner werdenden Jlias-Uebersetzung den 14. Gesang vorlegt. In einem Gespräch über Musik in Goethes „Wilhelm Meister", das Karl Gerstberger beisteuert, spüren wir die lebendige Gegenwart der deutschen Klassik, während Paul F. Schmidt in einem reich bebilderten Aufsatz die Probleme der deutschen Malerei im 19. Jahrhundert an Gestalten wie Leibl, Menzel, Böcklin und Marees aufzeigt. Heinrich Zil- lich zeigt in seiner ausgezeichneten Novelle „Das erste Gefecht" die verwandelnde Kraft des Krieges, von dem die wesentlich deutsche Dichtung unserer Zeit ihren Ausgang nahm. Neben den Gedichten von Fritz Knöller und Volkmar Haselbach lieft man ein größeres lyrisches Werk von Georg Britting, „Rabe, Roß und Hahn". Den Beschluß des Heftes bildet, auf den Anfang zurückgreifend, eine liebevoll eingehende Würdigung und Deutung des Schaffens von Hermann Stehr durch Willi Steinborn. Hochschulnachrichten. Der Senior der Marburger Theologischen Fakultät, em. Professor für Neues Testament und Kirchengeschichte Geheimer Konsiftorialrat D. Dr. Gustav Adolf Jülicher vollendete dieser Tage sein 8 0. Lebensjahr. Der greise Gelehrte, der seit 1923 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden ist, bekleidete von 1901 bis 1902 das Rektoramt in Marburg; 1930 konnte er das goldene Doktorjubiläum feiern. Jülicher ist einer der an= gesehensten Vertreter der historischen Kritik des Neuen Testaments. Vor 49 Jahren kam er als außerordentlicher Professor der Theologie an die Universität Marburg, nachdem er sieben Jahre lang als Pfarrer und Privatdozent in Berlin tätig gewesen war. Sein erstes großes Werk über „Die Gleichnisreden Jesu" ist bis heute grundlegend für die behandelte Frage. Seine weiteren zahlreichen Arbeiten über das Neue Testament und die älteste Kirchengeschichte brachten ihm Weltruf ein. Der Dozent für Bürgerliches Recht, Zivilprozeß- recht und Handelsrecht Rechtsanwalt Dr. jur. habil. Arnold Schantz ist zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt ernannt worden. — Der Dozent für Geburtshilfe und Gynäkologie Dr. med. habil. Karl Ehrhardt ist zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor in der Frankfurter Medizinischen Fakultät ernannt worden. — Dem beamteten außerordentlichen Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Dr. Erich Egner ist die Leitung des Instituts für Landesplanung und Siedlungsaufbau in Stadt und Land bei der Universität Frankfurt übertragen worden. werden wird. Zwei Straßenbahnwagenführer, die früher die Wiesecker Omnibusse als Chauffeure betreut und gesteuert haben und bei der Aufhebung jenes Betriebs und seines Ersatzes durch die Straßenbahn in deren Dienst übernommen wurden, ßind am gestrigen Montag zu der Automobilfabrik abgefahren, um dort die Omnibusse abzuholen. Mit dem Eintreffen der Wagen kann in diesen Tagen gerechnet werden, so daß nach einem kurzen Probebetrieb der fahrplanmäßige Verkehr unmittelbar anschließend ausgenommen werden kann. Gefechtsschießen des 1. Bataillons Znf.-Keg. 116. Das 1. Bataillon Jnf.-Regt. 116, sowie die 14. Kompanie wird am 5. und 6. Februar und weiter oom 8. bis 13. Februar einschließlich täglich, jeweils in der Zeit von 8 bis 16.30 Uhr, ein Gefechtsschießen mit scharfer Munition im Gelände östlich der Gemeinden Daubringen—Alten-Buseck, nördlich der Gemeinden Alten-Buseck—Großen-Lu- feck—Beuern, westlich der Gemeinden Beuern- Climbach und südlich der Gemeinden Climbach- Treis a. d. Lda.—Mainzlar durchführen. Während der Schießzeiten wird das gefährdete Gebiet von der Truppe abgesperrt werden. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Während der Schießzeiten wird an den fraglichen Tagen die Straße Großen-Buseck—Beuern (Umleitung über Bersrod—Reiskirchen) und die Straße Allertshausen—Climbach (Umleitung über Allendorf an der Lumda—Londorf) gesperrt. Verbraucher-Höchstpreise für Speisekartoffeln. Für die Abgabe von Speisekartoffeln an die Verbraucher sind für den Monat Februar neue Höchstpreise festgesetzt worden, die für mittlere Städte und Orte (hier kommt Oberhessen in Betracht), in denen die Speisekartosselversorgung überwiegend durch Verteiler erfolgt, folgendermaßen gelten: Je 50 Kilo weiße, rote und blaue Speisekartoffeln bei Abgabe ab Lager oder Waggon des Empfangsverteilers bis zu 3,10 RM., bei Zufuhr frei Keller des Verbrauchers oder Kleinoerteilers durch den Empfangsverteiler bis zu 3,20 RM., bei Abgabe von 50 Kilo durch den Kleinverteiler bis zu 3,40 RM., bei Abgabe von 5 Kilo bis 0,40 RM.; für gelbe Speisekartoffeln je 50 Kilo 3,40 RM. bzw. 3,50 RM. bzw. 3,70 RM. bzw. 0,43 RM.; in allen übrigen Orten, in denen die Belieferung der Verbraucher überwiegend durch die Erzeuger unmittelbar erfolgt, 2,90 RM. bzw. 3,20 RM. Für die „Juli" (Niere) erhöhen sich die vorstehenden, für gelbflei- schige Sorten festgesetzten Verbraucherhöchstpreise um 1,— RM. je 50 Kilo, für „Rote Hörnchen" die für weißfleischige Sorten festgesetzten Preise um 2,—RM. je 50 Kilo und für „Gelbe Hörnchen" die für gelb- fleischige Sorten festgesetzten Preise um 2,— RM. je 50 Kilo. Der Kartoffelwirtschaftsverband Hessen-Nassau bestimmt im Bedarfsfälle mit Zustimmung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung Darmstadt — und des Oberpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau, welche Ortschaften und Ortsteile unter die an zweiter Stelle genannte Kategorie fallen. Der Versandverteilerzuschlag darf höchstens 0,20 RM. je 50 Kilo einschließlich des Beitrages an den Kartoffelwirtschaftsverband, betragen und ist in den festgesetzten Verbraucherhöchstpreisen enthalten. Die neue Anordnung tritt am 1. Februar 1937 in Kraft. Irauenschast Gießen-Ost. In der Monatsversammlung der Frauenschaft Gießen-Ost sprach Kreisschulrat Pg. Nebel in g über das Thema „Der Schicksalsweg des deutschen Volkes". Er umriß in großen Zügen den Werdegang der verschiedenen Staaten im deutschen Raum, denen es aus eigener Wesensart ebenso wie durch den Druck von außen so überaus schwer wurde, eine Einheit zu werden. Wie im Wechsel der Jahrhunderte sich immer wieder unter den deutschen Kaisern ein weitblickender Mann erhebt, der dann gestaltet und aufbaut; wie sein Werk aber immer wieder durch Bruderkampf und Uneinigkeit vernichtet wird, 'bas alles schilderte der Redner in klarer, fesselnder Weise. Aus dem Dunkel des Dreißigjährigen Krieges wächst dann im Norden ein strahlendes Licht empor: Friedrich Wilhelm, der große Kurfürst, der in Brandenburg-Preußen den ersten Kern einer bleibenden Einheit schuf. In andächtiger Stille folgten die Frauen dem Redner und ließen sich von ihm in die Zeiten führen, die wir alle erlebt haben, als aus der Hoffnungslosigkeit der Nachkriegszeit der Führer seinen Weg begann, getragen doit seinem unbeirrbaren Glauben an das Gute im deutschen Menschen. Der Abend wurde durch Musik festlich gestaltet. Frau N e t t e l b e ck (Geige) und Fräulein Hoos (Klavier) spielten Sonaten von Händel und Mozart und fanden reichen Beifall. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 2. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, VA kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C IVA, Klasse D 10^, un- gezeichnete 10, Wirsing, 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, Vio kg 10 bis 12 Pf., % kg 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 40, Birnen 15 bis 20 Pst,, Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf. * ** Neuernennungen im Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt. Zu Ersten Staatsanwälten im Reichsdienst wurden ernannt: Staatsanwalt O. Dierheller (Darmstadt) bei der Staatsanwaltschaft des Oberlandesgerichts Darmstadt und Staatsanwalt Dr. Otto Ferdinand Klein (Darmstadt) bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Darmstadt; zu Justizinspektoren: O. Ellrich (Gießen) beim AG. Gießen, H. Koch (Mainz) beim LG. Mainz, Ph. Gräff (Friedberg) beim AG. Vilbel, O. Gerhard (Gießen) beim LG. Gießen, R. Roosen (Darmstadt) Oberjuftizkasse in Darmstadt, I. I. Eckstein (Offenbach) beim AG. Offenbach, K. R. Langsdorf (Büdingen) beim AG. Waldmichelbach, F. W. Jungkenn (Mainz) beim AG. Mainz, W. Müller (Butzbach) beim AG. Laubach, H. Ch. Boppert (Darmstadt) bei der Oberjustizkasse in Darmstadt, O. K. I. Ganß (Oppenheim) beim AG. Alzey, 21. A. Lehr (Michelstadt) beim AG. Reichelsheim, K. Weber (Offenbach) beim AG. Alzey, E. K. Steiger (Mainz) beim AG. Wörrstadt, I. H. Töpfer (Worms) beim AG. Lampertheim, G. Lutz (Altenstadt) beim AG. Altenstadt, A. W. Mennin- ger (Worms) beim AG. Osthofen, L. W. Bauer (Gießen) beim AG. Höchst i. O., F. K. Heim (Offenbach) beim AG. Reinheim und L. A. Keil (Offenbach) beim AG. Seligenstadt. ** Reifeprüfung am Realgymnasium. Unter dem Vorsitz des Oberstudiendirektors Angelberger fand gestern die Reifeprüfung der Oberprimaner des Realgymnasiums statt. Alle 26 Prüflinge bestanden; im September sind bereits 6 ihrer Klassenkameraden mit dem Reifezeugnis abgegangen, um als Offizieranwärter ins Heer einzutreten. ** Kein Wagenfahrer, sondern ein Motorradfahrer! Zu dem Bericht in unserer Ausgabe oom 31. Januar, über die Sitzung des Amtsgerichts Gießen wird uns von dem dienstaufsichtführenden Richter des Amtsgerichts Gießen berichtigend mitgeteilt, daß es sich bei dem mit vier Wochen Gefängnis wegen übermäßig schnellen Fahrens in Verbindung mit Körperverletzung bestraften Kraftfahrer nicht um einen Wagenfahrer, sondern um einen Motorradfahrer handelte. — Durch diese exemplarische Strafe sollte einem jugendlichen Motorrad -Raser ein gebührender, erzieherischer Denkzettel gegeben werden. Unbekannte Friedensbemühungen im Weltkrieg. Vortrag von Professor Dr. Stadelmann im Oberhessischen Geschichtsverein. Arn dritten Vortragsabend des Oberhessischen Geschichtsvereins sprach am gestrigen Montag Universitäts-Professor Dr. Stadel- mann, der Nachfolger von Professor Rolofs auf dem Lehrstuhl der neueren Geschichte, über Friedensbemühungen im Weltkrieg, die bisher so gut wie unbekannt geblieben sind. Nach kurzen Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Studienrat Dr. Glöckner, führte der Vortragende etwa folgendes aus: Wenn General Max Hoffmann, den man zu den fähigsten Generalstabsoffizieren des alten deutschen Heeres rechnet, die deutsche strategische Kriegsführung einen Krieg der versäumten Gelegenheiten genannt hat, so ist bei kritischer Würdigung auch der Gegenstimmen festzustellen, daß man mit mehr Recht von einem Krieg der Unmöglichkeiten sprechen darf, weil im entsprechenden Augenblick immer die paar Armeekorps gefehlt haben, die eine Schlachtentscheidung hätten bringen können. Vielleicht war es auf dem Gebiet der politischen Kriegführung ähnlich. Das hier vorgetragene Beispiel aus dem ersten Kriegsjahr soll als eine Antwort auf diese Frage angesehen werden. Neben der pazifistischen Internationale der Neutralen und der sozialistischen der Marxisten versuchte auch die monarchische Internationale, den Krieg frühzeitig zu beenden. Die Solidarität der gekrönten Häupter war aber mehr nur noch eine Fiktion in den parlamentarischen Staaten; sie waren nicht mehr die Führer ihrer Völker. Trotzdem wurde der Versuch der Befriedung Europas gemacht. Zunächst durch den König Christian von Dänemark, der mit dem englischen und russischen Hof verwandt war. In seinem Auftrag reifte der Staatsrat Andersen nach Petersburg und Berlin. Erfolg war ihm ebenso wenig beschieden, wie den Bemühungen des Schwedenkönigs um dieselbe Zeit. Den dritten Versuch unternahm der Großherzog Ernst Ludwig im April 1915 mit der Ueberzeugung, daß „irgend jemand doch anfangen müsse". Die Zarin, seine Schwester, bedauerte seine Anregung ablehnen zu müssen, aber die Zeit sei noch nicht reif für den Frieden. Ein weiterer Versuch wurde von einer in Oesterreich wohnenden Hofdame der Zarin gemacht. Sie überschätzte offenbar doch sehr die Möglichkeiten höfischer Beziehungen. Immerhin verstand sie aus der privaten österreichischen Friedenssondierung eine amtliche deutsche Verhandlungsaktion zu machen. Sie schreibt nach eingehenden Besprechungen mit Staatssekretär von Jagow an den Zaren allerhand Vorschläge, auf die nie eine Antwort eingeht. Anfang Juni 1915 richtete Fakkenhayn eine Eingabe an den Kanzler, den günstigen Augenblick — am Tage zuvor war Przemysl gefallen — zu einer Verständigung mit dem Zaren zu benutzen. Der Kanzler mußte seine Ansicht widerlegen. Wer die Träger des Friedensfühlers im Juli 1915 waren, ist unbekannt. Noch im selben Monat treffen sich zu ähnlichem Zweck ein deutscher und ein russischer Finanzmann. Diesmal schienen die Aussichten günstiger; aber das täuschte. Seitdem der seinen Bündnisverpflichtungen unbedingt treue Zar selber den Oberbefehl über das Heer übernommen hat, steht fest, daß Rußland alles auf die eine, auf die englische Karte gesetzt hat. Von wann an die Friedensaussichten geringer waren, kann nie bewiesen werden. Trotzdem ist die Frage interessant. Die englische Politik hat sich in der Tat alle Mühe gegeben, die Russen bei gutem Willen zu erhalten. Hier braucht man nur an das Dardanellen-Unternehmen zu erinnern und an das Meerengenabkommen vom 12. März 1915. In Rußland freilich hat man bis zu Sasonow hinauf lange Zeit an der Ehrlichkeit der Vertragspartner gezweifelt. Gleichzeitig mußte die russische Heerführung zugeben, daß sie nickt in der Lage sei, Konstantinopel zu erobern, also den Kampfpreis. Als es soweit war, das Orientproblem durch eine Tat zu lösen, erhoben ungeahnte Hemmungen ihr Haupt. Im November 1914 ist eine große Denkschrift über dieses Problem in Petersburg entstanden, die entweder die volle Besitzergreifung ober das Protektorat in Aussicht nimmt. Aber zwischen den Zeilen ist die Unlösbarkeit des Problem deutlich zu erkennen, was man damals freilich in Berlin nicht wissen konnte. Dieser auf schwachem Boden stehenden Lösung des Problems gegenüber hatte das Deutsche Reich freilich viel weniger zu bieten, aber dafür sichereres. Denn die türkische Regierung hat am 19. April 1915 mit dem Recht, davon Gebrauch zu machen, dem deutschen Botschafter ein Schreiben von großer Tragweite übergeben, durch das den Russen das Durchfahrtsrecht der Handelsschiffe durch die Meerengen, selbst während eines Krieges der Türkei mit einer dritten Macht, zugestanden wurde und darüber hinaus in Aussicht stand, daß die Einfahrt fremder Kriegsschiffe ins Schwarze Meer verboten werde. Wenn man daneben die in ähnlicher Richtung verlaufenden Gedankengänge des russischen Baltankenners Fürst Trubetzkoi hält, so ist begreif, lief), daß die Engländer einen Augenblick mit einem Frontwechsel des Zaren gerechnet haben. Das wäre gerade bei dem autokratischen Regierungssystem in Rußland möglich gewesen — wenn das Zarentum noch in seinem alten Glanz gestanden hatte. Als am 13. März 1915 Witte starb, war die beste Chance eines deutsch-russischen Sonderfriedens erledigt, denn er und der Kreis um ihn sahen gleich den jungen, an der Front kämpfenden Offizieren, in England ihren Feind. Auch die Zarin verlor nie das Miß- trauen, daß „England später uns aussitzen wird ; auch sie wußte, daß zwischen den beiden Völkern kein Haß bestand. Sie hätte ein wirksamer Faktor für den Frieden werden können, wenn ein großes Ereignis ihr den Boden geebnet hätte, wie etwa ein überwältigender Sieg der Deutschen, zu dem in Gedenket der hungrigen Vögel! der russischen „Gewehrkrisis" November 1914 die beste Gelegenheit gewesen wäre. Die deutschen Diplomaten haben auch im Mai 1915, also zu spät, zu arbeiten begonnen. Mit Recht hat der Kreis um Tirpitz schon früher dem Kanzler den Vorwurf gemacht, daß er den Weg nach Rußland verbaue. Wie groß auch die Hindernisse, die einem Frieden damals entgegenstanden, gewesen sein mögen: die deutsche Staatsleitung hat ein schweres Versäumnis auf sich geladen, daß sie nicht rechtzeitig vor- stieß, daß sie nicht das Heer in die Waagschale warf, daß Strategie und Politik nicht in einer Li- nie gingen. Inzwischen baute England auch im Osten unseres Reiches seine Stellung aus. Zu Beginn des Krieges hatte der englische König dem Grafen Benckendorff gesagt, das gemeinsame Kriegs, ziel sei die Zerstückelung Preußens. Das war die Linie, die die englische Staatsführung bis zuletzt innehielt. Als der Krieg 1914 begann, wußte weder hie Regierung, noch das Volk, wo der Feind eigentlich stand. Es gab fein „Kriegsziel" für die Deutschen; nur die Soldaten der Ententestaaten wußten, daß sie für die „Freiheit" kämpften. Unsere Soldaten schützten bloß den Heimatboden; unsere Politiker sahen kein erstrebenswertes Ziel. Erft während des Krieges ist man sich bewußt geworden, daß man das noch junge Bündnis der Feindstaaten vielleicht zersprengen könnte. Aber man griff zu zaghaft zu, wie oben ausgeführt wurde. Deshalb unterlag das Reich in diesem Existenzkampf mit England. Der lebhafte Beifall der zahlreichen Versammlung sagte dem Vortragenden für seine interessanten Ausführungen Dank, den der Vorsitzende noch mit eini- gen Worten unterstrich. * * Im Anschluß an den Vortrag sand die Haupt« Versammlung des Vereins statt. Der Dor- sitzende Dr. Glöckner gab einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins in der Berichtszeit, wies auf die Vorträge dieser Zeit hin und die Bände der „Mitteilungen", von denen einer im Druck ist mit der Fortsetzung von Müllers großer Arbeit über die alten Straßen in Hessen. Mit einigen Worten streifte er die guten Beziehungen zum Reichsbund für deutsche Vorgeschichte, zu dem Landschaftsbund Volkstum und Heimat und dem NS.-Volksbildungs- werk in Gießen. Er gedachte auch des schmerzlichen Verlustes, den der Verein durch den Tod des Ehren- Vorsitzenden Behaghel — er hat über 25 Jahre den Verein geleitet —, des Ehrenmitgliedes Her« mann Haupt, des Vorsitzenden Ebel, des Rechners D i r I a m und des Vorstandsmitgliedes Frech erlitten hat. Satzungsgemäß trat der Vorstand zurück. Unter der Leitung des Alterspräsidenten Prof. Dr. V e l k e wurde der Vorstand wiedergewählt: als Vorsitzender Dr. Glöckner, als Geschäftsführer Dr. Wal- brach und als Rechner Lehrer Ringel; die Mitglieder des Beirats werden durch den Vorstand be» stimmt. Mit herzlichem Dank für die Mitarbeit schloß Dr. Glöckner die Versammlung und bat, nicht nur dem Verein treu zu bleiben, sondern durch Wer- bung neuer Mitglieder, besonders aus der Gießener Bürgerschaft, über die der neue Band der „Mitteilungen" einen interessanten Beitrag bringen wird, mitzuhelfen, daß es dem Verein möglich bleibt, seine heimatkundliche Kulturarbeit tvie seit beinahe sechzig Jahren fortzuführen. Das frembe Gesicht. Vornan von Garen. 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Wieso?" Ina ftarrte verständnislos in die blitzenden Zwickerglaser, die auf einmal etwas seltsam Bedrohliches hatten. „Wieso denn?" „Insofern, als Ihr Verlobter Richard Stuben- 1 and an diesem Einbruch beteiligt war und schon 1 eit Jahren von der Berliner Kriminalpolizei ge- ucht wird. Es dürfte für Sie nun nicht mehr schwer zu erraten sein, warum er Sie damals so plötzlich im Stich gelassen hat, und auch, warum er jetzt nicht mehr von Ihnen erkannt sein will. Der Fall liegt ganz klar." Ina Lenk begriff noch immer nicht. Die schreckliche Wahrheit, die da so plötzlich über sie herein- brach, war nur bis zum äußersten Rand ihres Bewußtseins gedrungen. Sie fühlte nur ein stechendes Kältegefühl, eine plötzliche eisige Leere an der Stelle, wo sonst ihr Herz schlug, und sie schloß eine Sekunde die Augen, um diese unerträglich funkelnden Gläser nicht mehr zu sehen, hinter denen die Wahrheit lauerte und das Verderben Wie durch brausende Nebel hindurch hörte sie in ungleichen Intervallen die teilnahmsvoll ausmun- fernbe Stimme des Professors — nein, nicht des Professors, das war ja damals gewesen, bei ihrer Blinddarmoperation. Der da sprach, das war ja ein anderer — dieser kleine muntere Herr von der Polizei — ja, der ... „Sie können von Glück sagen, Fräulein Lenk, daß Sie den Mann losgeworden sind", hörte sie ihn sagen. „Der Bankeinbruch damals wird wohl nicht das einzige sein, was er auf dem Kerbholz hat. Da werden wir wohl bei näherer Beleuchtung noch auf verschiedenes stoßen, denk' ich." Jedenfalls, sie sah plötzlich — riesengroß wie in einem grotesken Traum — die mit einem Siegelring geschmückte Hand des Sprechenden, die sich ihr über den Schreibtisch entgegenstreckte, „jedenfalls haben Sie uns durch Ihr wackeres Einschreiten einen großen Dienst erwiesen, Fräulein. Ohne Sie hätten wir diesen Verwandlungskünstler vielleicht nie zu fassen bekommen." In Ina Lenk riß plötzlich etwas entzwei. Fassungslos ftarrte sie auf diese Hand, die jetzt wie ein riesiger Wegweiser auf sie zu deuten schien — anklügerrsch, vernichtend. „Ohne — mich...?" wiederholte sie mit schwerer Zunge. „Ich bin es, die ihn ans Messer geliefert hat — ich...?" Ihre blassen Augen bekamen wieder diesen seltsam horchenden, nach innen gerichteten Ausdruck. Ihre Stimme war nur noch ein trockenes Flüstern. „Nicht anrufen, ihn ja nicht anru en, Fräulein, hat sie gesagt. Und auch nicht anfas en, das ist gefährlich für ihn... Ich hab's nicht la sen können. Ich hab' ihn angerufen. Ich — ich bin schuld — ach." Ein röchelnder Seufzer kam aus ihrer Brust. Sie stand langsam auf und ging mit seltsam steifen, automatenhaften Bewegungen zur Tür. Der Kriminalrat hatte ihr noch sagen wollen, daß sie möglicherweise noch auf einen Teil der Belohnung Anspruch habe, die damals zur Aufklärung des Falles von der Berliner Polizei ausgesetzt worden war. Aber es war ihm auf einmal aus einem ihm selber unerklärlichen Grund peinlich, und so ließ er es sein. Aber dieser Austritt hatte ihn ungewöhnlich erregt, und er suchte nach einer Ablenkung. Energisch druckte er auf die Klingel und erteilte dem aus dem Vorzimmer hereinstürzenden Beamten den Auftrag, den Arrestanten Bertrand vorzuführen. Reif oder nicht reif zum Verhör — er wollte den Burschen einmal ordentlich dazwischennehmen. Er war gerade in der rechten Stimmung. Doch der Anblick des Häftlings entlockte ihm schon wieder ein Lächeln. Der Mann war ja über Nacht zusammengefallen. Er machte in diesem nüchternen Morgenlicht einen geradezu erbarmungswürdig verkommenen Eindruck mit seinem zerknitterten Anzug, dem ungekämmt in die Stirn fallenden Haar und den dicken Tränensäcken unter den Augen. Meixner ließ ihn sich erst einmal tüchtig aus» raunzen über die schlechte Behandlung, die ihm hier zuteil geworden sei, und den Mangel an alkoholischen Getränken, die ihm, wie er in vorwurfsvollem Ton versicherte, vom Arzt verordnet seien. „Warum haben Sie uns denn nicht gesagt, daß Sie in ärztlicher Behandlung stehen?" hakte der Kriminalbeamte sofort ein. „Erst heute erfahre ich. daß Sie in der Prioatklinik von Dr. Alland vermißt werden." Bertrand stierte dem Kriminalrat blöd ins Gesicht. „Wer — hat Ihnen denn das gesagt?" „Dr. Alland selbst", log Meixner kaltblütig. „Es ist doch selbstverständlich, daß ein Arzt die Polizei verständigt, wenn einer seiner Patienten eine ganze Nacht und länger aus der Klinik wegbleibt. Uebri- gens — weshalb sind Sie eigentlich dort? Ach so, eine Operation, Sie hatten ja einen Autounfall, sagen Sie. Wann denn?" Bertrand machte eine vage Handbewegung. „Dor — eh — ich weiß nicht mehr genau. Vor drei Monaten, glaub’ ich." „Was Sie sagen! Und da ist die Geschichte noch immer nicht verheilt? Sonderbar!" „3a — das heißt..." Bertrand begann unsicher zu werden. „Es war schon einmal so gut wie verheilt, aber nicht schön, verstehen Sie? Und da mußte ich mich noch einmal nachoperieren lassen." „So." Der Kriminalrat steckte sich eine Zigarette an und zog nachdenklich den Rauch durch die Nase, ohne den gierig verlangenden Blick zu beachten, den der Arrestant diesem duftenden Gewölk nachschickte. „Und dazu sind Sie eigens von Marseille hierhergefahren? Es muß doch auch in einer Stadt wie Marseille geschickte Aerzte geben. Wie sind Sie denn gerade auf Dr. Alland gekommen?" Bertrand sog lüstern den lang entbehrten Zigarettenduft ein. Ein leichter Schwindel ergriff ihn, und der Speichel lief ihm im Mund zusammen. „Schenken Sie mir auch eine Zigarette, Herr Kriminalrat", bettelte er kindisch. „Ist bin so kaputt — zwanzig Stunden nichts zu rauchen!" „Später gern", winkte Meixner freundlich ab, „wenn wir fertig sind. Also wie sind Sie auf diese Klinik verfallen?" Der Befragte zuckte nervös die Achseln. „Durch Empfehlung. Ich hatte gehört, daß dieser Alland so gute Gesichtsplastik macht. Ein — ein Freund von mir aus den Südstaaten, der hat sich auch mal da operieren lassen." Der Kriminalrat zog interessant die Augenbrauen hoch. „Aus den Südstaaten? Dieser Dr. Alland scheint einen sehr weitverbreiteten Ruf zu haben — beinahe schon einen Weltruf!" Er wanderte ein paarmal hinter seinem Schreibtisch auf und ab und blieb bann vor dem Akten» schrank stehen, aus dem er mit bedächtigem Griff eine Flasche Kirschwasser hervorzauberte. Während er sich im Hintergrund ein kleines Glas vollschenkte, fuhr er in ruhigem Plauderton fort: „War das vielleicht Ihr Freund Gallattn, der Ihnen die Klinik empfohlen hat? Hatte der auch einen Autounfall?" Meixner trank langsam, in kleinen Schlucken, sein Glas leer. Dem armen Bertrand quollen die Augen aus dem Kopf. Er litt Tantalusqualen. Immer wieder befeuchtete er mit der Zungenspitze seine trockenen Lippen. „Autounfall?" echote er geistesabwesend. „Weitz ich nicht, kann sein." Plötzlich richtete er sich wie erwachend auf und stotterte mit aufgerissenem Mund: „Gallattn? Was wissen Sie überhaupt von Gallattn?" „O — allerlei", lächelte der Kriminalbeamte undurchsichtig. „Wenn ich..." Er wurde durch ein Klopfen unterbrochen. Wacht» meister Schleh erschien im Türrahmen und machte dem Vorgesetzten ein Zeichen, daß er ihn sprechen müsse. Ein paar Minuten unterhielten sich die beiden flüsternd im Hintergrund, ohne daß Meixner den Häftling aus den Äugen ließ, der vorgebeugt auf seinem Stuhl saß und wie gebannt die Kirschwasserflasche anstierte. Als der Kriminalrat auf seinen Schreibtischplatz zurückkehrte, war sein Gesicht sehr ernst. „Hören Sie, Stubensand", sagte er nach einer Pause unvermittelt in die Stille hinein, „ich habe Ihnen eine sehr traurige Mitteilung zu machen. Ihre Braut hat sich soeben getötet. Vor kaum einer halben Stunde mar sie noch bei mir, und auf dem Heimweg hat sie sich dann unter ein Lastauto geworfen." Bertrand zuckte zusammen, als sei ihm von ungefähr ein schwerer Gegenstand auf den Kopf gefallen. Hilflos riß er den Mund auf, fein Unterkiefer begann zu zittern, und seine verquollenen Augen bekamen einen Ausdruck stumpfen Ent» setzens. „Die Ina?" quälte er tonlos hervor, „wieso denn?" (Fortsetzung folgt!) irtschafi Frankfurt a. M. | Berlin Dalum 29.1 29 1 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Ivai.jli.ivu. MIUII IUUQ UlllllCl LVICUCI [LUUllCIl, IllU UJCl5 her Behendigkeit Frau Vonderheid durch das Dorf jtt, um den Gießener Anzeiger auszutragen. So Devisenmarkt Berlin — Frankfurt nd geigte an Hand von durchgeführten Versuchen, ®ie der Ertrag durch eine zweckmäßige Düngung bedeutend erhöht werden kann. Die Vorträge des Abends wurden mit großer Aufmerksamkeit Der» i folgt. Deutsche Linoleum...... Elektrische Lieferungen... Elektrische Licht und Kraft I. G. Farben-Jndustrie .. Felten & Guilleaume.... Gesfürel............... Th. Goldschmidt........ Gritzner Maschinen...... Harpener.............. toesch Eisen............ hllipp Holzmann...... Ilse Bergbau........... Ilse Genüsse........... Kali Aschersleben....... 13 ganze Härnrnek, 8 Kleinvieh. Rotiert murbert je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 77, b) 66. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69, c) 61. Kalbfleisch b) 73 bis 82 (am 28. Jan. 80 bis 89), c) 65 bis 72 (70 bis 79). Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweine« fleisch b) 73. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktoerlauf: Rege. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 1. Febr. Der heutige Schweinemarkt war mit 11A Ferkeln, darunter neun Händlerschweinen, beschickt. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 17 bis 20 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 20 bis 23 Mark. Das Handelsgeschäft ging langsam, es verblieb geringer Ueberstand. Schluß?. Abend börie 1 -2- Stufet Mittag- börse 1.2. Hhein-Mainische Börse. Mitlagsbörse abbröckelnd. Frankfurt a. M., 1. Febr. Die Börse nahm die große Rede des Führers mit Genugtuung auf, insbesondere auch die Ueberführuna der Reichsbank und Reichsbahn in die Oberhoheit des Reiches. Indessen war dös Geschäft an den Aktienmärk - ten klein, da zum Monatsbeginn kaum Kundschaftsaufträge Vorlagen, andererseits die Kulisse etwas Ware übrig hatte und diese glattstellte. Daher bröckelten die Kurse vorwiegend um 0,50 bis 1 v. H. ab. Von Montanwerten verloren Hoesch und Mannesmann bis 1,50 v. H., Klöckner, Rheinstahl und Verein. Stahl bis 0,75 v. H., gut behauptet blieben Harpener mit 157. Schwächer lagen auch IG. Farben mit 171,65 bis 171,25 (173), die übrigen Chemiewerte konnten sich behaupten. Am Elektromarkt konnte sich die Dividendenerhöhung bei Siemens kursmäßig nicht auswirken, Siemens selbst verloren 1 v. H., ferner gingen Gesfürel um 2 v. H., RWE. um 0,90 v. H. und Mainkraft um 1 v. H. zurück. Maschinenaktien ermäßigten sich um 0,50 bis 1 v. Sy, nur Moenus blieben auf dem erhöhten Stand von 110 unverändert. Schiffahrtsaktien lagen behauptet, ebenso AG. für Verkehr, Westdeutsche Kaufhof bröckelten 0,25 v. Sy, Zellstoff Waldhof 0,75 v. Sy ab. Reichsbankanteile waren gefragt und zogen 1 v. H. an. Rach den ersten Notierungen ergaben sich teilweise weiter leichte Rückgänge. Der Rentenmarkt lag gleichfalls sehr ruhig. Altbesitz 0,13 v. Sy höher mit 120,40, dagegen Reichsbahn-DA. 0,50 v. Sy niedriger mit 125,40. Kommunal-Umschuldung 90,95 bis 91 (90,90), Städte-Altbesitz unveränderk 120,50. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft an den Aktienmärkten sehr klein und nennenswerte Kursoeränderungen ergaben sich nicht, jedoch neigte die Haltung weiter leicht nach unten. IG. Farben 171 nach 171,65, Moenus Maschinen 109 nach 110, Hoesch 119,25 nach 119,75, Verein. Stahl 118,90 nach 119,25, Reichsbank 189 nach 189,50. Don erst später notierten Werten verloren Zellstoff Aschaffenburg 1,50 v. H. auf 137, dagegen tarnen Mansfeld mit 163 (161,50) und Hanfwerke Füssen bei beschränkter Zuteilung mit 97,75 (95) zur Notiz. Am Kassamarkt blieben einige Jndustrie- papiere auf Abschlußerwartungen gefragt. Don Renten waren Kommunal-Umschuldung im Verlaufe etwas belebt mit 91 nach 90,95. 4,50 v. Sy Krupp-Obligationen tarnen heute erstmals zum Emmissionsturs von 96 zur Notiz, der Umsatz war tlein. Goldpfandbriefe blieben unverändert, Liquidationspfandbriefe zogen teilweise 0,13 bis 0,25 v. Sy an, von Kommunal-Obligationen Meininger 95,75 (95,50). Stadtanleihen lagen überwiegend gut behauptet, teilweise etwas höher. Von Aus- landsreklten bröckelten Mexitaner leicht ab. Im Freiverkehr wurden Adlerwerke anfangs zwischen 103 bis 105, später zwischen 102 bis 104 gehandelt, Wayß & Freytag unverändert 131,50 bis 133,50. — Tagesgeld wurde auf 2,50 (3) v. H. ermäßigt. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Febr. Auftrieb: Rinder 1058 (gegen 1153 am letzten Montagsmarkt), darunter 192 (194) Ochsen, 116 (132) Bullen, 584 (618) Kühe, 166 (209) Färsen. Kälber 479 (571), Hämmel und Schafe 115 (100), Schweine 3782 (3748). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45 (am 25. Jan. 43 bis 45), b) 41 (41), c) 36 (36). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 39 (38 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 26 bis 33 (27 bis 33), d) 18 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (40), c) 35 (32 bis 35). Kälber andere a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 45 bis 55 (45 bis 55), c) 40 (40), d) 30 filotfnerroerte ............. 4% Kot-werte und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6% Metallgesellschaft.............5 Orenstetn & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kali..........T/i Schuckert L Co............... 6 Schultheis Patzenhofer........ 4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......3%' Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............ 5 Zellstoff Waldhof............ 6 Ltavi Minen...............0,6 12 0 8 o 8 4 7 6 0 11 5 1 5 Datum 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 61/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 4%% Hessische Bolksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4Yi% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 1.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5’/2% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4>/2% Prellß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Fran«. Hhp. Goldpfe. R. 15 4/i% Franks. Hhp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5y2% Franks. Hhp. Liquidation Goldvfe..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutfchein-BerrechnungSkurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Lesterretchische Goldrente.... 4,2% Oesterreichifche Silberrente. 4y2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4’/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Änheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2y<% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Reichsbayl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank.............. 4 Frankfurt a. M. | Berlin Schluß. kurS Schlußk. Abend- börie Schluß- kurs Schluß! Mittag- bürfe 29 1 1 .2. 29.1 1.2. 101,25 101 101,25 101 98,4 98,25 98,4 98,25 103,5 102,5 103,13 102,8 99,5 99,5 — — 100 100 100,13 100,13 98,5 98,5 98,5 98,5 120,25 120,4 120,2 120,4 131,5 — — — 97,75 97,75 97,5 97,75 — 101,25 — — 97,75 98 97,75 98 — 96 95,5 96 94,9 94,9 — — 126,75 127 127 127,4 98 98 98 98 95 95,75 — — 101,65 101,5 — — 101,9 102 101,9 102 110,25 110,25 110,3 110,4 8,6 8,5 8,6 8,5 15,25 14,65 15 14,5 1,325 1,3 1.4 1,35 5,13 5,15 5,05 5,15 6 5,75 5,95 5,75 5 5 5 5 —— — 6,4 6,3 9,4 9,3 9,5 9,4 5,3 5,025 52 5 19,75 19,75 19,75 19,75 126,5 127 126 126,5 — — 43 43,75 17,75 18 17,75 17,9 18,13 18,13 18 18,13 126 125,5 125,9 125,65 188,75 189 188,75 188,5 — 130,75 130,25 130,25 113,5 114 113,5 114 117 117 117 117 106,75 106,9 106,75 106,9 — 202 203 52,75 52 52,75 52 137 137 137 137,25 109 107,5 108,9 107,5 169,5 168 169 168,25 119,5 120 119 119,75 161 161,25 - — — ■ — — ■ - - 227 227 227 227 172 171,5 172,75 171,5 130,25 129,5 130 129 — — 119,75 118,75 147,5 148,5 147 148 264 265,5 - — 167,5 169,75 167,25 169,75 137,5 136,75 137 136,25 152 153 152 152,75 170,65 171 170,75 171 141 142,5 141 ,4 142 149 147 148,25 147,25 132 131 131,75 130 39 41,65 39,25 41,65 154,75 155 155 155,5 119 119,75 119 119,25 140 141,5 140,25 141 — —— 178,5 180 149,5 149 149,25 149,9 138,25 144,75 137,75 145,25 127,4 127,25 127 127 —— — 144 143.5 124,5 124,5 124,4 124,75 96 95 —— — 119,75 119,4 119,5 119.4 161 163 160,75 163 153 152,5 153 153,13 — — 94,4 90 221,75 225 221 228 — 136,25 134 136,25 152 151,25 151,5 151,13 130,25 131,13 130 131 144 144,75 143,4 144,5 177 185 177,5 184,75 164,5 ' 163 164,5 163,5 — —— 98 98 202 202,75 202,25 201,5 203 203 —- — 119 118,75 118,5 118,5 57,25 57 56,9 56,5 134,5 138 135 139,25 160 159,75 160 159,75 23,25 23,5 23,25 23,4 29. Januar 1 .Februar 29. Januar 1 .Februar Amtliche! Geld Kotierung Brief Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Geld Bries Buenos Aires............. 0,746 0,750 0,747 0,751 Japan.................... 0,708 0,710 0,706 0,708 Brüssel................... 41,93 42,01 41,94 42,02 Jugoslawien .............. 5,684 5,696 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 Oslo..................... 61,27 61,39 61,19 61,31 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 54,43 54,53 54,36 54,46 Lissabon.................. 11,07 11,09 11,055 11,075 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm................ 62,85 62,97 62,77 62,89 London................... 12,19 12,22 12,175 12,205 Schweiz.................. 56,85 56,97 56,89 57,01 Helsingfors................ 5,38 5,39 5.375 5,385 Spanien.................. 17.48 17,52 17,48 17,52 Paris.................... 11,595 11,615 11,60 11,62 Prag..................... 8,651 8,669 8,651 8,669 Holland.................. 136,22 136,50 136,18 136,46 Budapest................. Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 Zum erstenmal In Gießen I Vortreu Nur Mittwoch Eintritt frei! nur für Damen 0537 den 3. Februar, nachm. 4 Uhr u. abends 8.15 Uhr, im Saale des Hotel Hindenburg spricht flxau. W.i£tna Haxthumn über das Thema Frauen können Ichlank werden und Ichlank bleiben Schlank ohne Tee, Tabletten, Bandagen. Apparate, Sie brauchen nicht mehr zu hungern. Vollkommen neuartige Wege, wodurch tausende wieder schlank und froh werden können. Auch schlanke Frauen sollten sich diesen Vortrag anhören! Versäumen Sie nicht diese Gelegenheit! MailnipeiiMeta Herzliche Einladung zum Bibel- u. Bekenntnisabend am Mittwoch, dem 3. Febr., abends 81/« Uhr, im Jo- hannessaal. Es spricht Herr Pfarrer Karl Jakobi (Frankfurt • Griesheim) über das 2. Sendschreiben ans der Olfbrg. Jobs. Christus tötet den Tod. y DiesettochehilL Seelische GEBURTEN & Cafe Amend FASCHINGS-PROGRAMM Mittwoch, den 3. Februar: Nachmittags Fünf-Uhr-Tanz-Tee Abends Bunter Abend — TANZ Samstag, den 6. Februar: Abends Bunter Abend — TANZ Rosen-Montag: Nachmittags Kinder- Kostümfest Abends Bunter Abend — TANZ Fastnacht-Dienstag: Nachmittags Kinder-Kostümfest Abends großes Faschingstreiben Zu allen Abendveranstaltungen wird dunkler Anzug erbeten. Am Fastnacht-Dienstagabend Eintritt nur gegen Verzehrkarten von 2.- Mk., die einige Tage vorher am Büfett erhältl. sind - _________________________________________687 D Große Laboratorien Lehrfabrik f. Praktikanten C?'. A Elektrotechnik ''jf ''s Masch.., Auto- Flugzeugbau Ernährungswissenschaftlicher Bortrag Am Mittwoch, dem 3. Februar, um 20 Uhr im Saale Bayrischer Hof, Bahnhofstraße 43 0554 Entartete Kochkunst die Ursache vielerKrankheiten Ernährung u. Organismus / Ursache der Stoffwechselleiden/Gift im Darm / schlechtes Blut/kranke Nerven/ körperliche u.geistige Trägheit/Entgiftung durch Rohkost/ Vorzüge vegetarisch. Kost / Gemischtkost im Sinne Kneipps. Es spricht Frl. Anny Stang, München. Unkostenbeitrag: Mitglied. 0,10, Nichtmitglied. 0/2(M Kneivv-Bcwegung e.B. — Ortsgruvve Gießen Kleine Anielgen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den OleflenerAnxeiger Seelachs i. Ausschnitt 500 g 28 Kabeljau o.K....... 500 g 27 Grüne Heringe .... l'/r kg 55 Sifet ... .500 g ab 35 A. Koch Nacht, a Mäusburg15. Ruf36l2^M^ Hier abschneiden! O Bersäumnisrirteil Versäumnisurteil. Erscheint eine Partei im Verhandlungstermin nicht, so kann auf Antrag der erschienenen Partei Versaumnis- urteil ergehen. Der säumige Kläger wird dann mit seiner Klage ohne weiteres abgewiesen, der Beklagte ohne weiteres verurteilt, wenn die vorgebrachten Tatsachen den Klageanspruch rechtfertigen. Gegen das Versäumnisurteil kann Einspruch eingelegt werden, und zwar muß dieses bei dem Gericht geschehen, das das Urteil erlassen hat. Gegen ein landgerichtliches Urteil muß der Einspruch binnen einer Frist von zwei Wochen ab Zustellung durch einen Rechtsanwalt eingelegt werden. Bei amtsgerichtlichem V. beträgt die Frist eine Woche und bei V. des Arbeitsgerichts drei Tage. Einspruch kann auch schon vor Zustellung eingelegt werden. Er kann beim Amtsgericht durch Einreichung einer Einspruchschrift oder auch mündlich zu Protokoll der Geschäftsstelle erfolgen. Die Schrift muß die genaue Bezeichnung des Urteils, gegen das Einspruch eingelegt wird, und die Erklärung enthalten, daß gegen dieses Urteil Einspruch eingelegt wird. Versalzene Speisen kann man evtl, retten, wenn man Suppen od. Soßen verdünnt, bei Gemüse aber einige rohe Kartoffeln mitkocht. Pökelfleisch wässert man vorher in Milch oder Wasser. Verschleimung ist eine Folge von Katarrh mit Ansammlung von Schleim im Nasenrachenraum, in den Bronchien od. auch im Kebl- Versehen köpf. S. Schnupfen, Grippe usw. Bei jeder Verschleimung sorge man für Aushusten des Schleimes. Berfchlucken kommt manchmal beim Essen vor, es kann aber auch die Folge einer Lähmung der Schlundmuskulatur sein. Der Bissen kommt statt in die Speisein die Luftröhre. Bekommt man durch Würgen, Husten, Schlagen auf den Rücken den Bissen nicht herauf, dann sofort ärztliche Hilfe holen, da sonst Erstickungsgefahr besteht. Eine andere Art des Verschluckens ist, wenn Gräten oder andere spitze Gegenstände sich an der Wand der Speiseröhre anspießen. Am besten ißt man in solchen Fällen Brotrinde, Kartoffelbrei oder Sauerkraut u. dgl., wodurch die Gräte eingehüllt und in den Magen befördert werden kann. Dgl. Gräte. Verschnitt. Mischung von Getränken bei Kognak, Arrak, Rum usw., um den Alkoholgehalt herabzusetzen. Versehen. Es ist ein alter Dolks- glaube, daß das Kind schwangerer Frauen durch plötzlichen Schreck der Mutter leidet und Mißbildung, zum mindesten mit einem Muttermal oder Feuer- mal behaftet zur Welt kommt. Es ist wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen, daß es ein derartiges Versehen nicht gibt, das Kind wird nicht durch heftige Gemütsbewegungen oder erfchrek- kende Gesichtseindrücke der werdenden Mutter verändert. 547 Für den Fenster-Vorhang gibt es viele praktische Vorhangstangen bei Häuser. Ebenso auch Stangen für Scheibengardinen, Zuggardinenstangen, Portieren-Gar- nituren usw. Die passenden Haken sind auch vorrätig. Wenn Sie demnächst darin etwas brauchen, dann gehen Sie zu 3- ö. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. I erste Am vergangenen Sonntag hatte Steinbachs VfR. Lich zu Gast und :1 gewinnen Aus dem Mannschaft die gleiche vom Der stunde raum den Ball mit der Hand' abw ehrte, den fülligen Elfmeter verwandelt Steinbachs Mittelläufer zum ersten Tor. Nicht lange dauerte die Freude, der Platzbesitzer Lich glich kurz darauf durch seinen Halbrechten nach schönem Angriff aus. Beide Mannschaften kämpften jetzt wieder um die Führung, wobei Steinbach etwas mehr vom Spiel hatte. Dor allem war es Steinbachs Angriff, der in Lichs Hinterreihen Verwirrung brachte. Kurz vor Halbzeit erzielte der Steinbacher Mittelstürmer das zweite Tor. Mit diesem Resultat wurden die Seiten gewechselt. Nach Anstoß sah man wieder verteiltes Spiel. Die Gastgeber spielten dabei genauer und vor allem ruhiger. Steinbach, jetzt dauernd im Angriff, konnte wieder durch seinen Mittelstürmer das dritte Tor erzielen, dem der Halbrechte kurz darauf das vierte folgen ließ. Damit war Steinbachs Sieg sichergestellt. Die restliche Spielzeit brachte noch verteiltes Spiel, jedoch konnten beide Torwächter die Tore reinhalten. Mit diesem Sieg hat Steinbachs Elf wieder zwei wichtige Punkte errungen. Die Mannschaft zeigte eine schöne Gesamtleistung. Hessen schlug Westfalen Ser Gaugerätekampf in Limburg. Spielausfälle im Handball. Wie nicht anders zu erwarten war, konnte eine Anzahl von Spielen nicht ausgetragen werden. Verschiedentlich waren die Plätze vollkommen vereist oder wiesen Schneeverwehungen auf. Ganz im Gegensatz zu den unteren Klassen aber konnte die Gauklasse auch diesmal alle Spiele durchführen, so daß hier also keine Stockung eintrat. Die Ergebnisse lassen die Vermutung noch mehr zu, daß in diesem Jahre wirklich einmal ein „Außenseiter", nämlich Tuspo Bettenhausen, mit dem zu Beginn der Runde niemand gerechnet hatte, den Titel des Gaumeisters erringen wird. Denn der erneute Punktverlust der CT. kann sich im Endergebnis nur günstig auswirken. In der B e z l r k s k l a s s e wurden nur zwei Ergebnisse bekannt. MTV. Gießen — Tv. Lützellinden 9:5 (8:1). Die Gäste hatten angenommen, das angesetzte Treffen würde ausfallen Sie traten deshalb „zu aller Vorsorge" nur mit acht Mann an und zudem noch mit Ersatz. Das aber nutzten dann die Gießener, die diesmal recht gefällig spielten aus und erteilten Lützellinden eine Abfuhr, die hoffentlich dazu beiträgt, bei nächster Gelegenheit etwas vorsichtiger zu sein. MTV. hat durch diesen Punktgewinn seine Stelle in der Tabelle weiterhin verbessert, so daß nach dem augenblicklichen Stand zu urteilen, ein guter Mittelplatz sicher ist. Tv. Hochelheim — Tv. Heuchelheim 3:3 (2:2). Die Heuchelheimer werden zugeben müssen, daß dieses Ergebnis äußerst schmeichelhaft für sie ist. Denn dem. Spielverlauf nach zu urteilen, hätte eine Niederlage an die Stelle des Unentschiedens treten müssen. Zwar traten die Gäste in stärkster Aufstellung an. Sie trafen aber auf einen Gegner, der sich etwas vorgenommcn hatte. Nur dem ungewöhnlichen Schüßpech der Platzbesitzer war es denn auch zu danken, daß die Sache nicht anders kam. In der ersten Kreisklasse fielen alle angesetzten Spiele aus, so daß sich die Erledigung immer weiter verzögert. „IE.Teutonia^Watzenborn-Steinbeeg Schützenfest in Watzenborn-Steinberg. Wiederum konnten die Teutonen ein Verbandsspiel mit einer hohen Torzahl für sich entscheiden. Der Sportverein Garbenteich, der schon auf eigenem Platz das Vorspiel gegen die erste Mannschaft der Teutonen mit 5:0 verlor, hätte sich eine solche Niederlage nicht träumen lassen. Die Einheimischen, die mit der stärksten Aufstellung aufbieten konnten, mußten ihren schußgewaltigen Spieler Lang von dem Halbrechten-Posten nehmen und ihn infolge einer Verletzung ins Tor stellen. Für ihn spielte der Torwart Happel auf halbrechts. Bis zur Halbzeit gaben sich die Gäste voll aus, um dem Sturm, der kaum zu halten war, den nötigen Widerstand zu bieten. Trotzdem war an den sechs Erfolgen der Teutonen keineswegs etwas, zu ändern. Nach der Halbzeit waren die Kräfte der Gäste fast erschöpft und es konnten nur noch mit viel Glück einige totsichere Sachen verhindert werden. Sämtliche Stürmer der Einheimischen hatten ihren Anteil an dem hohen Siege, ganz besonders setzte sich der Mittelstürmer Karl Haas ein, der aus allen Lagen erfolgreich war. Der Schiedsrichter tat vollauf feine Pflicht und die Gäste hielten bis zum Schlußpfiff aus. Somit ist die erste Mannschaft der Teutonen der Meisterschaft immer wieder etwas näher getreten. Die zweite Mannschaft fuhr nicht vollzählig nach Großen-Linden und trug gegen die dortige erste Mannschaft ihr Verbandsrückspiel aus. Man hatte sich hier etwas verrechnet. Denn nach dem Vorspiel mit 10:0 für die Teutonen hätte man, wenn auch mit einem kleinen Siege, ein anderes Resultat erwartet. Nachdem sich die Watzenborn-Steinberger bis zur Halbzeit nur mit 5:3 geschlagen bekennen mußten, wurde das Bild der zweiten Halbzeit anders. Tore fielen auf beiden Seiten, aber die Gro- ßen-Lindener zeigten sich spielreifer und schickten die Gäste mit einer 13:6-Niederlage nach Hause. K.-Sv.-V. 1926 Steinbach. Steinbach I — Lich I 4:1. konnte nach flottem Spiel 4:1 geu................. Spielverlauf: Gleich nach Anstoß legten beide Mannschaften mächtig los. Nach etwa einer Viertel- war Steinbach wieder einmal im Straf- der Gäste, wobei ein Verteidiger von Lich schon lange vereinbarte Gaukampf im Kunstturnen zwischen"den Gauen Hessen und Westfalen kam am Sonntag in der alten Domstadt Limburg zum Austrag. Man hatte die Kreisstadt an der Lahn, die Mittelpunkt eines rein länd- land. Stellvertretender Gaufachamtsleiter H. Schäfer (Kassel) betonte, daß wir das, was wir in der Schule der alten DT. gelernt, im neuen großen Reichsbunde weiter pflegen und hüten wollen. Mit dem Barren wurde am Nachmittag begonnen. Hier wurde im ganzen recht gut geturnt, auch schwierige Uebungsverbindungen kamen tu tadelloser Ausführung. Beste waren Frisch, Eichen (19,3), und Fink, Kassel (19,2). Die Hessen holren mit 200,9 Punkten gut auf. Die Westfalen brachten es auf 193,7 Punkte. Der Kampf stand 683,5:678,5 für West- f al en, als zu den Hebungen am Seitpferd angetreten wurde. Hier wurde noch am unsichersten geturnt, und es gab manchen Versager. Fink, Kassel, erreichte die höchste Punktzahl mit 19,3 Punkten, fein hielten sich auch der Hesse Busch (19,2) und der jugendliche Ersatzmann der Westfalen Huber (19,1). Schon nach den ersten Hebungen schafften Die Hessen den Ausgleich, und im weiteren Äerlauf des Pfevdturnens gewannen sie dann neue Punkte, so daß der Kampf nun 8 7 2,6 : 863,5 für Hes - s e n stand. Die restlichen Freiübungen, bei denen sehr gute Leistungen geboten wurden, und Frisch - Eichen (19,7) und Wurm - Münster (19,6) die Besten waren, gaben den Westfalen Gelegenheit, wieder 2,2 Punkte aufzuholen. Mit dem Stand 966 :959,1 für Hessen ging es ans beste Gerät, das Reck. Hier wurde ausgezeichnetes geboten. Vielfach sah man den Adlerschwung und gute Saltos. Beste Einzelturner waren Busch- Limburg (19,8), Krüger- Hagen (19,6), Martini- Dortmund (19,5), Herbert- Gießen (19,4), Beyer und Wedekind- Kassel (19,3). Westfalen brachte es auf 199, Hessen auf 198,9 Punkte. Damit war der Gesamtkampf zugunsten Hessens entschieden. Nach Abzug der geringsten Wertung in jeder Mannschaft lautet das Endergebnis: 1069,7 : 1059,4 für Hessen. Beste Einzelturner waren: 1. Adolf Fink (Kassel), 113,5 P.; 2. Hrch. Schmeißing (Kassel), 112,3 P.; 3. F. Frisch (Westfalen), 111,9 P.; 4. Franz Beyer (Kassel), 110,6 P.; 5. Hollfelder (Westfalen), 110 Punkte. Es war ein herrlicher, hochwertiger Kampf zweier gleichwertiger Mannschaften, der seinen feierlichen Ausklang in einer würdig und eindrucksvoll gestalteten Siegerehrung fand. Gaufportwart und (Bauoberturnroart Hausse (Kassel) sprach dabei in inhaltvollen Ausführungen über den tieferen Sinn derartiger Veranstaltungen. lichen Bezirks ist, für den Kampf gewählt, um auch den Turn- und Sportfreunden von der Lahn, vorn Taunus und Westerwald einmal die Gelegenheit zur Teilnahme an einem größeren Kunstturnkampf zu bieten. Trotz erschwerter Verkehrsverhältnisse waren denn auch die Freunde des deutschen Geräteturnens in großer Zahl erschienen. Die geräumige Tprnhalle des To. Limburg war gut besetzt. Die Mannschaften waren schon am Samstag zu Gast in der Domstadt und verlebten im Kreise der Limburger Freunde einen frohen Kameradschaftsabend. Der Wettkampf begann bereits am Sonntagmorgen, nachdem der Dietwart des Limburger Turnvereins, Kamerad Dr. Hollstein, Worte der feierlichen Einstimmung gesprochen hatte. Der Kampf wurde von (Baumännerturnroart Otto Dahms umsichtig geleitet. Als erfahrene Kampfrichter standen ihm Arnold Braun (Eichen), I. B. F e I f i n g (Dortmund) vom Gau Westfalen, sowie Richard Becker (Kassel) und Karl Reuter (Gießen) vom Gau Hessen zur Verfügung. Westfalens Mannschaft mußte mit Ersatz antreten. Für den wettkampferfahrenen Dortmunder Willi Trostheim, der einer Knieverletzung halber nicht mitturnen konnte, sprang der 21jährige Anton Huber (Lünen) in die Bresche, und für den besten Westfalenturner Reinhold Stutte (Eichen), der an Grippe erkrankt ist, mußte Walter Rinke (Eichen) eintreten. Der Kampf begann mit den Pferdsprüngen. Die Hessen gingen mit etwas Lampenfieber an das Gerät und blieben weit hinter den Westfalen zurück. Westfalen holte sich 196,4 Punkte und war damit den Hessen um 13 Punkte voraus. Bei den Ringen sah man die Hessen bereits in bester Form; sie brachten es hier auf 187,4 Punkte, denen die Westfalen nur 182,9 Punkte cntgegenftellen konnten. Nachdem am Vormittag noch von je sechs Turnern der Mannschaften die Freiübungen geturnt waren, stand der Kampf Westfalen — Hessen = 489,8 :477,6 Punkte. Nach diesem Vorkampf begann der Hauptkampf am Nachmittag mit dem Einmarsch der Mannschaften. Bürgermeister Pg. Hollenders entbot namens der Stadt Limburg den Gästen herzlichen Willkomm, dem Kampf der befreundeten Gaue einen erfolgreichen Verlaus wünschend. Gauoberturnwart Eichhofs (Lüdenscheid) dankt für die Westfalen für den gastlichen Empfang im Hessen- Preußen. krels Wetzlar. △ Wißmar, 1. Febr. Durch die hiesige NS.« Frauenschaft wurde in unserer Gemeinde ein Mütterschulungskursus abgehalten, der in der Hauptsache der Erlernung des Kochens gewidmet war. Die Dauer des Kursus betrug 14 Tage. Leiterin war Frl. Bloth. 48 Teilnehmerinnen hatte der Kurs zu verzeichnen, ein Beweis dafür, daß die Bedeutung eines solchen Lehrganges erkannt wurde. Am Freitag fand eine schlichte Schlußfeier bei Gastwirt Sittenborf statt., Die Kreis-Frauenschaftsleiterin, Frau Bender aus Wetzlar, sprach über die Aufgaben der Hausfrauen im Vierjahresplan. Die Teilnehmerinnen des Lehrganges erhielten sodann ein Diplom ausgehändigt. Fräulein Henkel überreichte der Kursus- leiterin als Andenken ein Geschenk, während Frl. Erna Dorn in unterhaltsamer Form Ereignisse im Kursus in die Erinnerung zurückrief. Bei Musik und Gesang bljeb man geraume Zeit in schöner Kameradschaft beisammen. Der nächste Kursus in unserem Orte wird der häuslichen Krankenpflege gewidmet sein. # Wißmar, 2. Febr. Am morgigen Mittwoch, 3. Februar, begeht Ludwig Bechtold, der schon lange Jahre als Aufseher in einer Zigarrenfabrik in Marburg tätig ist, in voller Frische und großer Schaffenskraft seinen 7 0. Geburtstag. Der im Dorfe allenthalben sehr beliebte Jubilar macht noch jeden Morgen und Abend den Weg nach und von Lollar und die Bahnfahrt nach bzw. von Marburg. — Auf der Schneedecke in unserer Feld- und Waldgemarkung des Gemeindewaldes wurden frische Spuren von Wildschweinen festgestellt, ein Stück dieses Wildes bisher aber noch nicht ange- troffen. Hundfunkprogramm Mittwoch, 3. Februar. 6.00: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7.00 Hhr: Nachrichten. 8.10: Von Stuttgart: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10.00: Schulfunk. 11.00: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten; anschließend auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Beliebte Kapellen und Solisten (III). 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Das Dorf an der Grenze. Querschnitt durch den Roman von Gottfried Rothacker. 16.00: Hnterhaltungskonzert. 17.00: Kammermusik. 17.30: NSKK. stets einsatzbereit! Funkbericht von der Winterfahrt der Motorgruppe Hessen. 18.00: Unser singendes klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitpunkt bringt den Tagesspiegel. 20.00: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Musik der Jugend. 20.45: Hns're lieben, guten Männer. Frauen-Kabarett. 22.00: Nachrichten; anschließend auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.20: Echo vom internationalen Reit- und Fahrturnier. 22.30: Bericht vom internationalen Großboxwettkampf. 22.45: Hnterhaltungs- und Tanzmusik. 24.00 bis 2.00: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. S. in L. Im Hinblick darauf, daß Sie selbständiger Aufkäufer des im Walde lagernden und von Ihnen abzufahrenden Holzes sind, rnüsfen Sie den auf ein Fuhrgeschäft lautenden Gewerbeschein auf das hier in Frage stehende Nebengeschäft ausdehnen lassen. Dies bedeutet gleichzeitig die Pflicht der ordnungsgemäßen Buchung des Ein- und Verkaufs des Holzes. Hätten Sie das Holz nicht persönlich aufgekauft, sondern lediglich die Arbeit des Wegfahrens übernommen, so wäre eine Erweiterung des Gewerbescheines nicht nötig gewesen. Versetzung 548 Versteinerungen Versetzung, Vorrücken eines Schülers in die nächste Schulklasse. Bei zweimaliger Nichtversetzung muß bei höheren Schulen die Anstalt verlaßen werden. Wenn die Versetzung eines Schülers zweifelhaft ist, werden die Eltern rechtzeitig benachrichtigt. Versicherung. Man kann sich gegen alle möglichen Ereignisse versichern laßen, z. B. gegen Einbruch, Diebstahl. Unfall, Krankheit, Erwerbslosigkeit, Haftpflicht, Feuersgefahr, Hagel, Lebensversicherung, Aussteuerver- ficherung ufw. (S. die einzelnen Stichworte.) Man bezahlt regelmäßig eine bestimmte Jahresprämie und bekommt dann von der Versicherungsgesellschaft bei Eintritt des Ereignisses, für das man versichert ist, eine bestimmte Geldsumme ausbezahlt oder die Versicherung übernimmt die Kosten, die sonst den Versicherten treffen würden. Man gehe eine V. nur bei zuverlässigen, kapitalkräftigen Versicherungsgesellschaften ein. Maßgebend für die Leistungen der Versicherungsgesellschaften sind die sogenannten Versicherungsbedingungen. Diese lese man genau durch, bevor man den Versicherungsvertrag abschließt. Eine Kündigung des Vertrages ist nur unter den im Vertrag vorgesehenen Bedingungen zuläßig. Die Prämie muß bis zur Beendigung des Vertrages (nicht nur bis zur Kündigung) bezahlt werden. Versilbern, Überziehen von Metallen mit Silberbelag durch Aufwalzen, Plattieren von Silberblech oder Vlattsilber, durch Feuerversilberung oder kalte Versilberung. Versprechen s. Schenkung. Ehrenwort. Verstärken eines schwach belichteten photographischen Negativs überläßt man zweckmäßig dem Fachmann. Verstauchung (Distorsion), Zerrung der Gelenkbänder, oer Gelenkkapsel mit Zerreißungen und Blutaustritt, also keine vollkommene Verrenkung. Gewöhnlich mit sehr erheblichen Schmerzen und mit Bluterguß verbunden. Die Heilung dauert meist sehr lange, gewöhnlich länger als die eines Knochenbruches oder einer Verrenkung. Erste Behandlung Ruhigstellung des Gelenkes, Druckverband, Umschläge mit essigsaurer Tonerde zur ersten Schmerzlinderung. In der ersten Zeit sind Maßage und Einreiben verboten, erst allmählich vorsichtig damit beginnen, am besten durch sachkundigen Masseur massieren laßen. Ärztliche Behandlung und Untersuchung nötig, damit kein Knochenbruch übersetzen wird. Versteinerungen, Steinabdrucke vorweltlicher Tiere, wie Muscheln, Ammonsbörner, sogenannte Donnerkeile, Tintenfische usw., sind nur in besonderen Fällen wertvoll, eignen sich aber zum Anlegen einer Sammlung, die Jungens viel Freude machen. Die einzelnen Funde werden mit Angabe des Fundortes versetzen Gutes Emaille-Geschirr - ist billig Auch Mittwochs > »Fisch« auf den Tisch! kaufen. 698Ö Billig! Billig! QetuH&^fasclifacIffirdl Mittwoch msätzlicheiFisclN |Verschiedenes| 72teilige Bestecke 100Aust.,larost- fr. Kl., NM. 83- geg.bar,ev.Rat., v. o.Fa.Sodvwa- Essen.Su beliebt, hier d. ^Firmenvertreter. Anfr. u. T. ü 76 (681V) an d. Gieß. Anz. noch 2 Tage frei. Bergschenke Anfragen Telefon 2974. oäia Im Gebrauch zeigt es sich, daß der gute Topf, Eimer, Wanne oder anderes doppelt so lange hält. Darum ist es billig. Auch für Ihre Küche das Qualitäts - Emaille - Geschirr von J.B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarten Fernruf Nummer 2145/2146 Wichtig für HJ. und BDM.l Wichtige Neuerscheinung! 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