Nr.1 Erster Blatt Lricheim lüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uu|trierte Gießener Familienblätter ßeimat im Bild Die Scholl» monaiS‘Be$ugspret$: Mil 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Sind), bei fttichterfcheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernjprechanlchlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße« postfchecllonto: Zranlfurt am Main 11686 Samstag, 2.3anuar 1957 187. Jahrgang nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rps. vnick und Verlag: vrghl'sche UniverfltStr-Such- und Steindruckerei «.Lauge in Netzen. Schristleitung und Geschäftrftelle: Schulstrahe 7 M°ng°n°bfchiüff-Staffel8 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8' /.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach Dort). 93ereittbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Jieujahrsausruse an die Wehrmacht erfolgreich« Arbeit. Ich bin gewiß, daß auch im Heeres-Ausbau 1936 Don ßauptmann (($) von Borstell, Meichskriegsministerium). er noch erleben durfte. Das Heer, die Wehrmacht, das deutsche Volk trauert um diesen Mann, diesen großen Menschen und eisernen Soldaten, der einst den Grundstein legte zum Heer der Gegenwart. Sein Wirken wird fortleben im Heer, wenn es ins neue Jahr, in die Zukuft schreitet und, der Mahnung des Verstorbenen folgend, immer bestrebt sein wird, „das Schwert scharf und den Schild blank' zu halten. Admiral F o e r st e r. der bis zum 21. Dezember die Dienststellung als Flottenchef innehatte, scheidet mit dem 31. Dezember 1936 aus dem aktiven Wehrdienst aus. Konteradmiral Carls ist mit Wirkung vom 1. Januar 1937 zum Vizeadmiral befördert und zum Flottenchef ernannt worden. Führung und Truppe können mit Stolz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Entschlossener und Der Oberbefehlshaber des Heeres erläßt folgenden Aufruf: An das Heer! neuen Jahr das Heer seine Pflicht Manneszucht und Treue erfüllen wird. Berlin, den 31. Dezember 1936. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Freiherr von Fritfch. Berlin, 31. Dez. (DRV.) Der Führer unb' Oberste Befehlshaber der Wehrmacht richtet an die Wehrmacht folgenden Aufruf: Soldaten! Ein bedeutungsvolles Jahr deutscher Wehrgeschichte hat geendet. Seit dem 7. Wär; 1936 stehen unsere Regimenter wieder am Rhein. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit aber festigt das Gefüge der Wehrmacht und stärkt dadurch die Sicherheit des Reiches. Ich danke Euch für Eure treue Pflichterfüllung. Gehorcht auch im neuen Jahr der ewigen Losung: Alles für Deutschlandl Berlin, den 31. Dezember 1936. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler. Der Oberbefehlshaber der Kriegs- marine erläßt folgenden Aufruf: An die Kriegsmarine! Restlos ist im vergangenen Jahr, das uns den 20. Gedenktag der Skagerrakschlacht brachte, am Wiederaufbau der Kriegsmarine gearbeitet worden. Stolz erfüllt uns alle ob des Erfolges unserer Arbeit. Unser Streben sei, im neuen Jahr mit gleicher Hingabe und Entschlossenheit die uns vom Führer gestellten Ausgaben zu erfüllen. Berlin, den 31. Dezember 1936. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, R a e b e r. Berlin, l.Jan. (DRB.) Der Führer hat, wie bie RSK. melbet, zum neuen Jahre folgenden Aufruf an bie NSDAP, gerichtet: Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen! Parteigenossen! Gebt mir vier Jahre Zeil! So lautete die Bitte, bie ich am Tage ber Machtübernahme 1933 an das deutsche Volk richtete. Das vierte Jahr ist nun beendet. Noch niemals aber konnte in der Geschichte ein Regime mit stolzerer Genugtuung auf bie Erfüllung seines ^Programmes zurückblicken, als bie Nationalsozialistische Partei an der Wenbe bieses Jahres auf das ihre. Ungeheures, ja kaum Faßbares Ist in diesen vier Jahren geleistet worden. Auf allen Gebieten unseres nationalen Lebens, innen-, außen-, kultur- und wirtschaftspolitisch erlebten wir den Sturm der größten Revolution unserer deutschen Geschichte. Ein tief ged emü ti g t es, politisch und moralisch geschlagenes, wirtschaftlich ruiniertes Volk hat sich wieder erhoben! erfüllung unb bebingungsloser Hingabe bem beut- sch en Staat unb ber beutschen Nation bienten unb so mithalfen, den Verfall ber Vergangenheit zu überroinben und ben Aufbau ber Gegenwart zu förbern. Das Jahr 1937 findet uns Rationalsozialisten entschlossen, den neuen gewaltigen Kampf für die Selbstbehauptung der Ration auf wirtschaftlichem Gebiete aufzunehmen. Das politisch aus den Festeln des Versailler Vertrages erlöste Volk wird in den kommenden vier Jahren auch die wirtschaftlichen Fesseln lösen. Heber dem Gespött und Gerede der anderen wird wieder stehen die nationalsozialistische Tat. Das Bekenntnis zu ihr sei das feierliche Gelöbnis an dieser Jahreswende. Wenn manche kleine Journalisten vier Jahre lang glaubten ben Erfolg ber nationalsozialistischen Al-beit einfach weglügen zu können, so haben sie ihre unzweideutige Widerlegung durch die Wirklichkeit erfahren. Wenn sie heute mit ben= selben Phrasen den Erfolgber fommenben vier Jahre anzuzweifeln versuchen, so werben wir bem Versuch dieser Irreführung ber öffentlichen Meinung bie gleiche nationalsozialistische Belehrung zuteil werben 'lassen: Arn Enbe ber vor uns liegen- ben vier Jahre wird sich erweisen, baß die Resultate eines entschlossenen Willens unb unentwegter fleißiger Arbeit stets größere sinb als bie Ergebnisse des Wirkens ewig nur schwätzenber Kritikaster! Indern wir am Beginn bes neuen Jahres noch einmal rückblickenb bie gewaltigen Leistungen des alten an unserem Auge vorbeiziehen lassen, fassen wir ben Entschluß, in noch größerer Liebe zu unserem Volk keine Arbeit, kein Opfer und keine Mühsal zu scheuen, um feinen irbi- schen Lebensweg zu sichern vor feber Not unb Ge- fahr. Dann wirb uns aber auch in ber kommenden Zeit so wie in den vergangenen Jahren b e r Segen bes Allmächtigen nicht verlassen, . den wir in Dankbarkeit unb Demut herabflehen auf ; unser beutsches Volk unb unser eigenes redliches 1 Sorgen, Tun und Schaffen. Es lebe die nalionalfozialistifche Bewegung! Es lebe unser einiges deutsches Volk und Reich! Berlin, den 1. Januar 1937. (Gez.) Adolf Hitler. Der Reichskriegsminister unb Oberbe- fehlshaber ber Wehrmacht erläßt folgenben Aufruf: An die Wehrmacht! In einmütiger Anspannung aller Kräfte wurde im vergangenen Jahr ber Aufbau ber Wehrmacht zu Lande, zu Wasser unb in ber Luft fortgesetzt. Höchster Ansporn war uns babei bie Anerkennung bes Führers unb das Vertrauen des Volkes. Auch im neuen Jahr wollen wir ben alten Soldatentu- genben getreu für unser Deutschland arbeiten. Berlin, ben 31. Dezember 1936. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber ber Wehrmacht, von Blomberg. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe erläßt folgenden Aufruf: An bie Luftwaffe! Kameraden! Ich danke Euch für Eure treue, fleißige und erfolgreiche Arbeit im Jahre 1936. Gemeinsam wollen wir auch im neuen Jahre Weiterarbeiten für unfe- ren geliebten Führer, für Ehre und Sicherheit unseres deutschen Volkes. Berlin, den Al. Dezember 1936. (gez.)' Göring. Deutschland wird auch die wirtschaftlichen FeWnlösen Des Führers Botschaft zu Beginn des neuen Jahres. Was bedeutet dieser gewaltigen geschichtlichen Tatsache gegenüber das stupide Beiseitestehen oder aar Kritisieren der einzelnen wenigen Unbelehrbaren in unserem Volk? Ihre Namen, ja die Erinnerung an sie werden vergehen, aber bie Tatsache der deutschen Wiederauferstehung wird als ein Wunder eingehen in die Geschichte. Dieses Wunder ist das Werk der Rational- sozialistischen Partei. Ihr gebührt das Verdienst, diese große Zeitwende der Ration vorbereitet, herbeigeführt und vollendet zu haben. Was sie in lljährigem phantastischen Kampf um bie Macht ankündigt'e, würbe in vier Jahren in einem wahrhaft seltenen geschichtlichen Ausmaß durchgesührt. Der Aufbau unseres neuen Heeres aber wirb bem nationalsozialistischen Reiche ber Deutschen die Kraft zur Behauptung in einer Welt geben, bie mehr denn je bedroht ist von den Schatten einer schweren internationalen Gefahr. ber starb überraschend der Mann, dessen Name mit dem Aufbau des Reichsheeres für immer verknüpft fein wird: Generaloberst von Seeckt. An feinem 70. Geburtstage, am 22. April, führte Hans von Seeckt, straff und ungebrochen durch die Last der Jahre, das ihm verliehene Jnfanterie-Regt. 67 vor bem Oberbefehlshaber bes Heeres vorbei; vor wenigen Tagen noch weilte er zur Weihnachtsfeier im Kreise seiner Soldaten. Nun senken sich an seiner Bahre die Fahnen des Heeres, deren Stiftung Im abgelaufenen Jahre stand im Mittelpunkt des wehrpolitischen Geschehens: der 7. März, an dem auf Befehl des Führers deutsche Truppen bie „entmilitarisierte" Zone besetzten, bamit bas Rhein- i land von den Fesseln bes Friedensdiktates befreiten l unb bie beutsche Wehrhoheit auch in territorialer Beziehung völlig roieber herstellten. Nach bem Einmarsch unserer felbgrauen unb stahlblauen Formationen — ein unerhörtes Erlebnis für bie rheinische Bevölkerung — setzte sofort bie militärische Verwaltungsarbeit ein. Es galt ein großes beutsches Gebiet, dessen Bewohner seit anderthalb Jahrzehnten 1 feinen Soldaten gesehen hatten, organisch zu verbinden mit dem vielfach gegliederten Apparat ber Wehrmacht. Die an biefer Stelle geleistete Orga - nisations arbeit ist mit ihrem reibungslosen Ablauf Beispiel unb Symbol zugleich für ben Ge- famtaufbau ber Wehrmacht. Aufstellung, Gliebe- rung, Unterbringung, Verpflegung der durch vorhandene Polizeiformationen verstärkten Truppen, Aufnahme des Derwaltungs-, schleunige Fortsetzung des Ausbildungsbetriebes, Aufbau der für bas Rheinland neu zu schaffenden Ersatzorganisation — all diese Aufgaben wurden mit ber bem deutschen Heerwesen eigenen Klarheit unb Genauigkeit in kürzester Zeit reibungslos bewältigt. Mit dem für das remilitarisierte Gebiet fortan zuständigen, neu errichteten Generalkommando b es XU. Armeekorps (Sitz in Wiesbaben) unb bem gleichfalls im Herbst 1936 geschaffenen Generalkommando des XI. Korps in Hannover ist der § 1 des Gesetzes zum Aufbau der Wehrmacht erfüllt, wonach sich das deutsche Heer in 12 Korps- fommanbos und 36 Divisionen zu gliedern hat. Im ganzen gesehen hat also der Aufbau des Heeres seinen Abschluß gefunden. Aber auch der innere Ausbau hat die erwarteten Erfolge gebracht. Die Aufgaben, bie hier vordringlich waren, muhten unter Einsatz eines Höchstmaßes von Energie und organisatorischem Können burchgefuhrt werden. Da ist an erster Stelle die Frage des Offizier- Ersatz e s zu erwähnen. Der durch bie Schaffung des Wehrpflichtheeres bedingte erhebliche Mehrbedarf mußte mit allen Mitteln sichergestellt werden ohne daß dadurch bie Qualität der Fichrerschlcht Schaben leiben burfte. Man half durch Wieber- einfteüung ehemaliger aktiver, Hebernahrne von Polizeioffizieren und Beförderungen verdienter alter Unteroffiziere. Man verkürzte die Ausbildungsze t der Fahnenjunker und Fähnriche; gesteigerte dienstliche Ansprüche unb schärfste Auslese mußten hier das Gegengewicht bilben. Die bewahrten Erziehungsstätten der künftigen Offiziere, bie Kriegsschulen würben wieder eingefuhrt; schon seit 1935 bestehen solche in Dresden, Machen und Hannover, im Januar 1936 öffnete bie Kriegsschule in Potsdam ihre Pforten. Die zweite Sorge galt ber Heranbildung eines ausreichend starken, vollwertigen Unter o ff i- zierkorps; in ber Erkenntnis, baß von ber Be- Währung der Unterführer zum wesentlichen Teil der Wert und die 6d)la8!roft einer Armee abhangm, ließ bas Oberkommando des Heeres eine Emnch- tung wieder aufleben, bie in ähnlicher Form schon Doriern Kriege bestanden hatte bie Unter9 offizierschule, bie im Herbst in Potsbam- Eiche eröffnet würbe. Hier werben besonders geeignete junge Leute in harter, zweijähriger Erziehungsarbeit zu Unterführern im Heere ausge- bilbet. Der größere Teil bes Unteroffizierkorps ergänzt sich natürlich aus ber Truppe selbst. Es ist die verantwortungsvolle Aufgabe ber Kampame- usw. Chefs, mit klarem Blick bie richtige Auswah ihrer Unterführer nach Charakter unb Leistung zu treffen. Gerade auf diesem Gebiet ist, unbemerkt von ber Öffentlichkeit, viel wertvolle Aufbauarbeit Dieses vierte Jahr kann nicht abschließen, ohne । baß ich mich ber unenblichen Treue, aber auch der unendlichen Opfer erinnere, bie bie Millionen unserer Parteigenossen mir unb damit Deutschlanb gebracht haben. Den gewaltigsten Ausbruck fanb biese nationalsozialistische Erziehungsarbeit unseres Volkes in der Märzwahl 1 936. Wann hat sich jemals in unserer Geschichte bie Nation zu einem so einheitlichen Willensausbruck erhoben wie in unserer heutigen Zeit. Dies ist das Verdienst der Nationalsozialist ifchen Erziehung und Führung unseres Volkes. And dies ist damit in erster Linie Euer Verdienst, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Indem ich dieses feststelle, weiß ich aber auch, daß wir ben Aufgaben ber Zukunft nicht schwächer, fonbern nur noch stärker gegenübertreten werben. Deutschlanb wirb immer mehr ein Bollwer k sein der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber bem bolschewistischen Mensch- heits feind. Deutschland wirb bamit aber gerade dadurch auch sein ein sicherer Garant eines ft arten europäischen Friedens. Wenn die Vorsehung dieses große Werk ber nationalen Wiederaufrichtung unseres Volkes gelingen ließ, bann banke ich am Enbe bes vierten Jahres all benen, bie mir durch ihre opferbereite unb gehorsame Treue bie Voraussetzungen für ben Erfolg meiner Arbeit gegeben haben. Ich banke all ben H u n b e r 11 a u f e n b e n meiner politischen Mitarbeiter in ber Partei unb in ihren gewaltigen eigenen unb angeschlossenen Organisationen. Ich banke den Führern und Kämpfern in meiner SA., in der SS., im Arbeitsdienst, in ber Hitler-Jugend. Ich danke den Führern und Führerinnen ber Arbeitsfront, ber Frauenschaft unb bes BDM. unb all der zahlreichen sonstigen Verbänbe. Ich danke den Männern unserer Propaganda unb unserer Presse! Ich danke aber wieder vor allem ben unzähligen namenlosen Volksgenossen, bie als Nationalsozialisten die Träger des Willens ber ; heutigen Führung im Volke selbst sind! Ich will aber auch in diesen Dank mit erschließen . all die unzähligen deutschen Volksgenossen in fütz- : r end en unb nichtführenben Stellen, die als Nichtparteigenossen dennoch in treuester Pflicht- motorisierten Truppen; die Soldaten inmitten einer jubelnden, begeisterten Bevölkerung, die trotz ihrer großen Armut ihre Liebe zum jungen deutschen Bolksheer mit rührenden Beweisen an Opferfreubig- teit bekundete. Diese sich immer mehr vertiefende innere E i ritz e it zwischenVolkund Wehrmacht zeigte ich auch im vergangenen Jahre bei zahlreichen andern Anlässen. Es sei nur erinnert an die große Truppenparade am Geburtstage bes Führers; an die imposante Beteiligung der Wehrmacht am Reichsparteitag der Ehre, an das Auftreten von Teilen des Heeres und ber Luftwaffe beim Erntedankfest auf dem Bückeberg. Bei diesen und anderen Staatsakten und Kundgebungen hatten Hundert- tausende deutscher Volksgenossen Gelegenheit, sich von dem Geist unb bem Können der neuen Wehrmacht zu überzeugen. Es ist hier nicht unsere Aufgabe, all der zahllosen Maßnahmen Erwähnung zu tun, mit benen unb burch bie — begonnen mit ben schöpferischen Planungen ber obersten Führung bis herab zur Vielfalt treu erfüllter Kleinarbeit —der Aufbau des Heeres erweitert, durch Aufstellung neuzeitlicher Formationen ergänzt, durch Verordnungen ausbil- dungs- unb verwaltungstechnischer Art untermauert wurde. An einigen bedeutsamen Höhepunkten indessen dürfen wir nicht vorübergehen. Dazu gehört an erster Stelle bas Gesetz vom 24. August 1936, mit dem als notwendige Gegenmaßnahme gegen ben bolschewistischen Imperialismus bie Dienstzeit im Heere auf zwei Jahre verlängert mürbe. Gewiß, bies Gesetz bebeutet ein Opfer für das beutsche Volk. Aber dies Opfer wird freubig unb gern gebracht, weil bas deutsche Volk seine Not- wenbigkeit erkennt unb weil es in seiner übermiet genben Mehrzahl seinem Führer vertraut. Auch das Gesetz vom 26. Juni 1936, bas bie Einsetzung eines Ober ft en G e r i ch t s h o f e s b e r W e h r - macht verfügte, ist ein Symbol für bie folbatifche Haltung bes nationalsozialistischen Staats. Oberste Instanz für militärische Strafsachen ist hinfort das Reichskriegsgericht Daß die Arbeit der Wehrmacht gelegentlich mit sichtbarem Erfolg auch in bie Bezirke bes bürgerlichen Lebens übergreift, zeiate besonders anschaulich das große Ereignis vom August; die Vorbereitung ber XL Olympischen Spiele, Aufbau und Verwaltung bes Olympischen Dorfes, und die Teilnahme der Wehrmacht an ben Spielen selbst, haben ber Welt in einbringlicher Weise Gründlichkeit. Organisationsfähigkeit unb sportliches Können beutschen Soldatentums vor Augen geführt. Die Tatsache, baß von ben 33 goldenen Mebaillen, die Deutschland errang, 12 von Soldaten (von 26 silbernen unb 30 broncenen je 6) erftritten wurden, zeigt besser, als Worte es vermögen, den Kern un- V-lWsE. sich nicht vollenden ohne d«- Heer in tiefe Trauer zu versetzen: Am 27. Dezem- f . „ . ^^EndUch^muß^'einer Maßnahme gedacht werben, deren Durchführung für Deutschland von befonderer Wichtigkeit war. Da uns auf Grunb bes Versailler Diktats jebe Möglichkeit genommen war, R e ser- v e n auszubilden, mußte alles geschehen, bie Versäumnisse von anderthalb Jahrzehnten wenigstens bis zu einem gewissen Grade wieder gut zu wachem Auch hier mußte der Anfang bei ber Fuhrerschicht gemacht werden, b. h. mit ber .Schaffung eines hochwertigen R e s e r ve - Offiz i e r ko r p s Es ist der Klarheit ber Organisation auf ber einen unb der Einsatzbereitschaft wertvollster Dolkskrafte auf ber anderen Seite zu banken, baß heute bereits die große Masse ehemaliger aktiver und früherer Reserveoffiziere sowie ein großer ^ell bewahrter Unteroffiziere bes Reichsheeres in bie Reihen des Offizierkorps bes Beurlaubtenstandes emgeghebert werben konnte. , „ . Die Ausbilbungsarbeitim Heere wurde unter Verwendung mehrerer neuer Vorschriften planmäßig durchgeführt. Infanterie Kavallerie, Artillerie und Kraftfahrkampftruppen steigerten ihre in ben Stanborten erarbeiteten Spezialkenntmsse auf Truppenübungsplätzen. Der Herbst brachte für alle Armeekorps Hebungen aller Truppen sowohl tm Verbände des verstärkten Infanterie-Regiments als auch im Divisionsverbanb. Den Abschluß ber Ma- nöoerzeit bilbeten bann bie großen Herbst- Übung e n , die bas Gruppenkommando 2 in Ober- hessen durchführte. Bei biesen Hebungen — ben größten Manövern seit ber Vorkriegszeit - wurden von allen beteiligten Truppenverbanben m ununterbrochener fünftägiger Kriegshanblung Leitungen erzielt, benen bie volle Anerkennung ber lebüngsleitung zuteil würbe. Den zahllosen Zu- chauern aber werben jene Manovertage am Vogelsberg in unvergeßlicher Erinnerung bleiben Der Führer inmitten der marschierenben, reitenben, Berlin, 1. Jan. (DNB.) Die Oberste 621.= Führung wendet sich mit folgendem Appell an alle Volksgenossen: Weihnachten, Silvester und Neujahr sind kaum vorüber, und schon befindet sick das deutsche Volk wieder mitten in der Arbeit des Alltags, im Kampf um das Leben der Nation. Und das ist gut so. Ein Volk, das nicht täglich im Kampf um und für sein Leben steht, wird schwach und weich. Hart, stahlhart muß das deutsche Volk sein und bleiben. Nur dann wird der Gedanke an die Ewigkeitsbestimmung auch Tat werden können. Die nationalsozialistische Bewegung hat in den Jahren des Kampfes vor der Machtüber- nähme den Grundstein gelegt für ein machtvolles Wachstum der deutschen Nation, sie hat seit dem 30. Januar 1933 ungeheure erfolgreiche Anstren- aunaen gemacht, um diesem Grundstein auch den Aufbau zu schaffen und zu sichern. Es wäre müßig, alle diese Dinge aufzuzählen, wo Taten dem Volk täglich zeigen, was der vom Nationalsozialismus getriebene Wille des deutschen Volkes zum Leben an positiven Zukunftswerten aller Art bereits geschaffen hat. Wir wollen aber nie die Ursache unseres.wiederaufblühenden Lebens vernachlässigen oder gar vergessen: Die Stimme des Blutes, die der Führer wieder wachgerufen und die im deut- chen Volk das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit, der unlösbaren Gemeinschaft neu geweckt hat. Gerade weil die Männer der Sturmabteilungen mit ihren Kameraden von der SS. und vom SA. appelliert an den Opferwillen der Nation. Erfreuliche Jahresbilanz -er Verkehrseinrichtungen. Die Reichsbahn im Zahre 1936 Berlin, 31. Dez. (DNB.) Einem vorläufigen Jahresrückblick über die Tätigkeit der Deutschen Reichsbahn im Jahre 1936 entnehmen wir folgende Angaben: Der starke und ständige Wirtschaftsauf- chwung während des ganzen Jahres 1936 hat auch die finanzielle Entwicklung der Reichsbahn im abgelaufenen Geschäftsjahr günstig beeinflußt. Die Verkehrseinnahmen werden im Personen - und Gepäckverkehr 1936 mit etwa 1065 Millionen RM. gegenüber 989 Mill. RM. in 1935 um 7,7 v.H. höher liegen als im Vorjahre. Im Güterverkehr, auf den es entscheidend ankommt, da er in der Regel zwei Drittel der gesamten Betriebseinnahmen der Reichsbahn erbringt, kann mit einer Einnahme von rund 2620 Mill. RM. gegen 2324,5 Mill. RM. in 1935 gerechnet werden; das bedeutet einen Zuwachs um 12r7 v. $). Die Gesamteinnahmen der Vetriebs- rechnung stellen sich 1936 mit voraussichtlich 3960 Mill. RM. gegen 3586,1 Mill. RM. in 1935 um rund 374 Mill. RM. oder 10,4 v. H. höher als im vorigen Jahre. Dieser weitere Einnahmezuwachs wird es voraussichtlich ermöglichen, die Betriebsrechnung Mit einem Heberschuß von rund 46 0 Mill. RM. abzuschließen; 1935 betrug der Betriebsüberschuß nur 152,2 Mill. RM. Die Ausgaben für die Betriebsführung sowie für die Unterhaltung und Erneuerung der Bahnanlagen und Fahrzeuge werden sich 1936 auf rund 3,5 Milliarden Reichsmark belaufen. Der Personal- b e st a n d ist um annähernd 8000 Köpfe vermehrt worden. Der Güterverkehr hat weiter zugenommen. Die Wagenstellungszahlen ergaben im arbeitstäglichen Durchschnitt einen Verkehrszuwachs von schätzungsweise 8V2 v. H. Im Personenverkehr wird die Zahl der beförderten Personen etwa um 7,7 0.5). und die Zahl der Personenkilometer etwa Um 9,1 v. 5). über 1935 liegen. Etwa 68,5 v. 5). aller Reisenden wurden zu ermäßigten Sätzen befördert. Der Personenverkehr stand zeitweise stark unter dem Einfluß der Olympischen Spiele. Die Zahl der Unfälle ist in den ersten 9 Monaten mit 1768 Fällen um 13 gleich rund 1 v. H. niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Bautätigkeit konnte dem Voranschlag entsprechend durchgeführt werden. Die baulichen Anlagen konnten im notwendigen Umfange unterhalten und erneuert werden. Die ReHsaulobabnen. Berlin, 31. Dez. (DNB.) Die Gesellschaft „Reichsautobahnen" konnte einschließlich der bereits seit dem Jahre 1935 betriebenen Strecken (108 Kilometer) bis Ende 1936 1088 Kilometer für den Verkehr freigeben. Auf 1600 Kilometer Strecken sind darüber hinaus die Bauarbeiten in vollem Gange. Die Höchstzahl der auf den Baustellen beschäftigten Unternehmerarbeiter betrug 121 668 im Monat Juni. Insgesamt wurden rund 2 8 Millionen Tagewerke geleistet. Bisher sind insgesamt 2610 Brückenbauwerke fertiggestellt, davon 1100 im Jahre 1936, während zur Zeit rund 1000 Brücken im Bau sind. Die Ausgaben stiegen auf rund 720 Millionen RM., so daß seit Beginn des Baues rund 1415 Millionen RM. aufgewendet worden sind. Für die weitere Finanzierung wurden im Englische Kommunisten werben Freiwillige für das rote Spanien. Ausbildung in Perpignan. — Reiche Geldmittel für die Ausrüstung. NSKK. am ersten Sonntag im neuen Jahr wieder zum Opfer auf rufen für die Gemeinschaft des deutschen Volkes, für das Winterhilfswerk, wollen wir uns dieser Tatsache besonders erinnern. Freiwillig und uneigennützig, heute wie früher, materielle und ideelle Opfer bringend, versieht der SA.-Mann seinen Dienst. Ohne Anspruch auf klingenden Lohn bestreitet er die Kosten seiner Uniform, seiner Ausrüstung und Ausbildung aus eigenen ost kärglichen Mitteln. Und wenn diese Männer am Sonntag zum Sammeln antreten und ihren Appell zum Opfer an das deutsche Volk richten, dann sollte dieses Vorbild Ansporn sem. Gewiß — der Zeitpunkt zum Sammeln ist nicht günstig, die Feiertage sind gerade vorüber. Feiertage aber, die das deutsche Volk in einem bisher nie gekannten Maße der Einheit, der Zusammengehörigkeit und im Bewußtsein verleben konnte, daß nicht nur der Friede im Innern gewährleistet ist, sondern daß der Führer auch den Frieden nach außen hin gesichert hat. Diese Feiertage verpflichten zum verstärkten Bekenntnis zur Volksgemeinschaft, sie müssen Impuls sein zu neuer Tat und neuem Opfer. Und so wird auch der erste Sammeltag im Jahre 1937 für das große sozialistische Werk der gegenseitigen Hilfe eines ganzen Volkes zu einem Erfolg werden, der dem Opferwillen des deutschen Volkes für 1937 als Richtschnur dienen kann. Jahre 1936 wesentliche Grundlagen geschaffen. Dabei wurde endgültig davon abgesehen, Benutzungsgebühren zu erheben. Als gerechteste Maßnahme wurde eine allgemeine Zollerhöhung für Kraft st 0 f f e betrachtet, da auf diese Weise die deutsche Kraftfahrt in ihrer Gesamtheit für die Schaffung eines vollendeten Straßennetzes beisteuert. Die Tankstellen auf den Reichsautobahnen werden von der eigens dazu gegründeten Reichsautobahn - Kraftstoffgesellschaft (RAK.) betrieben. Die Deutsche Reichspost. Berlin, 31. Dez. (DNB.) Die aufsteigende Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft brachte der Reichspost eine Verkehrssteigerung in allen Dienstzweigen. Die Postverbindungen auf Eisenbahnen konnten durch die erhöhte Geschwindigkeit der Züge sowie durch Einrichtung neuer Bahnposten vielfach verbessert werden. Für die glatte Abwicklung des Massenoerkehrs bei Großveranstaltungen von Staat und Partei wurden weitere sechs fahrbare und vier zerlegbare Postämter in Betrieb genommen. In einer Reihe von Orten wurde die Zahl der Brief- zustellungen erhöht. Die Postversorgung auf dem Lande hat durch neue Kraftpostlinien und neue Poststellen verbessert werden können. Der Kraftwagenpark der Reichspost zählte Ende 1936 über 16 000 Kraftfahrzeuge, darunter rund 3900 Kraftomnibusse. Der Reiseverkehr mit den Kraftposten zeigte eine beachtliche Zunahme, eine Folge des -durch den Aufschwung der Wirtschaft gesteigerten Berufsverkehrs und des Fremdenbesuches aus Anlaß der Olympischen Spiele. Das Luftpost netz umfaßte im Sommer 1936 108 Linien und verband das Deutsche Reich mit allen europäischen Staaten sowie mit Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay. Die deutschen Linien hatten eine Gefamtausdehnung von 46 600 Kilometer. Hinzuzurechnen ist das rund 8100 Kilometer umfassende Netz des Condorsyndikats in Rio de Janeiro, das den in Südamerika liegenden Teil der Linie Berlin—Santiago de Chile betreibt. Die Zahl der P 0 st s ch e ck k 0 n t e n ist gegenüber dem Vorjahre um etwa 26 000 auf 1 093 000 (Ende November) gestiegen. Der Telegraphenverkehr ist um rund 2 v. H. gestiegen. Das Teilnehmerfernschreibnetz umfaßt nach weiteren Einbau elf Vermittlungsämter mit zusammen 266 Teilnehmern, die sich gegenseitig selbsttätig anrufen und Nachrichten austauschen können. Auck Dänemark, die Niederlande und die Schweiz sind an diesen Verkehr angeschlossen. Auf dem Gebiete der Bildtelegraphie sind die Arbeiten für die Hebung der Wirtschaftlichkeit thres Betriebszweiges und die Güte der Bildtelegramme hervorzuheben. Beim Fernsprecher stieg die Zahl der Sprechstellen um 150 000 auf 3,38 Millionen. Beim Rundfunk stieg die Teilnehmerzahl um 750 000 auf über 8 Millionen. Im Dezember waren 11,91 v. H. der Bevölkerung des Reiches am Rundfunk beteiligt. Damit steht das Deutsche Reich hinsichtlich der Rundfunkdichte unter den Ländern Europas nächst Schweden, Großbritannien und Dänemark an vierter Stelle. Beim Fernsehen war die Eröffnung des praktischen Fernsehsprechbetriebes Berlin—Leipzig ein wichtiger Markstein. Görings Parole für 1937: Aeußerste Kraft voraus! Berlin, 31. Dez. (DNB.) Der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat nachstehenden Neujahrsaufruf veröffentlicht: „Ein Jahr harter Arbeit und herrlicher Erlebnisse liegt hinter uns. Der Führer hat uns teilnehmen lassen an den Erfolgen seiner unermüdlichen Arbeit, die allein dem Wohl des Volksganzen dient. Es war auch im vergangenen Jahre unser Stolz — jeder nach seinem Können und seiner Kraft —, mitzuarbeiten am Aufbau des nationalsozialistischen Deutschlands. Die Vergangenheit liegt hinter uns; wir haben keine Zeit, bei ihr zu verweilen. Jeder errungene Erfolg, jede Leistung bedeutet für uns nur die Verpflichtung, noch mehr zu arbeiten, alle Kräfte zu erhöhter Leistung anzuspannen; denn die Weltgeschichte jüirb uns einmal nicht danach beurteilen, was wir schaffen wollten, sondern ihr Urteil danach sprechen, was wir geleistet und geschaffen haben. Der Führer hat uns durch den neuen Vier- jahresplan eine Aufgabe gestellt, die alle Kräfte des deutschen Volkes umfaßt und von allen getragen werden muß. Es gilt, das Werk der politischen Freiheit der deutschen Nation zu krönen durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands für heute und für die Zukunft. Jedem einzelnen von uns find die Aufgaben seiner Arbeit gestellt und klar umrissen. Wir wollen und werden unseren Stolz allein darein setzen, von der Arbeit und ihren Schwierigkeiten möglichst wenig zu sprechen und mit um so größerer nationalsozialistischer Energie und Tatkraft alles für das Gelingen einsetzen. Darum kann die Parole für 1937 nur lauten: Aeußerste Kraft voraus! Für Sicherung der deutschen Ehre und des deutschen Lebens. An GG. und Polizei. Berlin, 1. Jan. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler hat nachstehenden Neujahrsaufruf an die Polizei erlassen: An die deutsche Polizei! Das Jahr 1937 wird das erste Jahr der Reichspolizei Adolf Hitlers sein. Es wird und soll ein Jahr eifrigster Arbeit an uns selbst werden. Eine der größten Aufgaben, deren Lösung dieses Jahr verlangt, ist das Herabdrücken der ungeheuren Verluste wertvoller deutscher Menschen durch die mannigfaltige Art von Unglücksfällen, insbesondere Straßenunglücken. Das Ziel der deutschen Polizei ist, zusammen mit der Schutzstaffel ebensosehr der Garant der Sicherheit des Deutschen Reiches im Innern zu sein wie der Freund jedes einzelnen deutschen Volksgenossen. In diesem Sinne wünsche ich allen Angehörigen der deutschen Polizei ein gutes Jahr 1937. Ich wünsche uns allen, daß wir vorbildlich sein mögen in der Erfüllung unserer Pflicht. Der Reichsführer SS. hat an die Schutzstaffel folgenden Neujahrsaufruf erlassen: An alle SS.-Männer! In diesem Neujahrsbefehl wiederhole ich das, was ich schon des öfteren zu euch SS.-Männern gesprochen habe. Ich wünsche uns, wir mögen auch im Jahre 1937 die guten Tage ebenso anständig bestehen, wie die schlechten. Ich wünsche uns, daß wir für den Führer und für Deutschland sein mögen: Immer die Gleichen. An die deutschen Frauen. Eine Neujahrsansprache der Reichsfrauenschaftsführerin. Berlin, l.Jan. (DNB.) Beim Eintritt ins neue Jahr hielt die Reichsfrauenschastsführerin Frau Gertrud Scholtz-Klink eine Ansprache, in der sie unter anderem folgendes ausführte: Wir Deutschen grüßen das Jahr 1937 mit dem Gefühl einer unendlichen Dankbarkeit gegenüber dem Schicksal, das uns ausersehen hat, in einer großen Zeit zu leben. Deshalb gilt auch unser allererster Gruß dem Führer, der unserer Zeit ihre Größe gab, und dem an irgendeiner Stelle zu helfen Sinn unseres Lebens geworden ist. Er hat uns gelehrt, daß nicht das das Wesentliche ist, wo wir stehen, ob in der Familie, an der Maschine, in der Erziehungsgemeinschaft des Arbeitsdienstes oder in der Lehr- und Forschungsgemeinschaft einer hohen Schule, entscheidend ist einzig und allein das Maß der Kraft, die wir in die Waagschale zu werfen haben, und das Zutrauen, das wir zu dieser unserer Kraft haben. Uns Nationalsozialisten hat man in der Kampfzeit nachgesagt, daß wir unverbesserliche Idealisten wären, man sagt es uns heute noch nach, und — so Gott will, sagt man es uns nach, bis die Erde uns deckt! Sehr oft meinen aber die Menschen, die uns Idealismus nachsagen, etwas anderes, als wir darunter verliehen^ unstr Idealismus ist gegründet auf Der Wirklichkeit des Lebens, ist gewachsen aus unserem gläubigen Erkennen von der Kraft des menschlichen Herzens, das unser Tun und Handeln für unser Volk befehligt hat. So gilt mein Gruß zum neuen Jahre nächst dem Führer all denen, die den Mut haben, weiter Idealisten zu bleiben, all denen ganz besonders, die es im neuen Jahre mit uns werden wollen. Internationale Auiomobil- und Motorradausftettung in Berlin. Die Große Berliner Internationale Automobil- und Motorradaus st ellung 1 9 3 7 findet in der Zeit vom 20. Februar bis 7. März in sämtlichen Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin statt. Wie der Reichsverband der Automobilindustrie EV., Berlin, mitteilt, sind die Anmeldungen der Aussteller in so großer Zahl eingelaufen, daß wiederum wie im Vorjahr der Bau einer weiteren Halle erforderlich wurde. Die Ausstellungsleitung hat beschlossen, die Ausstellungszeit auf 16 Tage zu bemessen, da die vielen Anmeldungen aus dem In- und Auslande mit Sicherheit darauf schließen lassen, daß die vorjährige Besucherrekordziffer weit überschritten wird. Durch die Ausdehnung der Gültigkeitsdauer der Sonntagsrückfahrkarten und den Einsatz zhlreicher Sonderzüge hat die Deutsche Reichsbahn, unterstützt von dem Norddeutschen Lloyd, der Sonderfahrten aus allen großen Städten des Deutschen Reiches nach Berlin durchführt, Vorsorge getroffen, daß jeder Volksgenosse bei weitestgehenden Fahrpreisermäßigungen die Ausstellung besuchen kann. Darüber hinaus gewährt die Deutsche Reichsbahn allen Auslandsbesuchern Fahrpreisermäßigungen in Höhe von 60 vom Hundert bei siebentäKgom Aufenthalt ht Deutschland. London, 1. Jan. (DNB.) „Daily Mail" weist darauf hin, daß das Anwachsen der Anwerbung von Engländern für den spanischen Bürgerkrieg in Großbritannien beträchtliche Sorge Hervorrufe. Die Kommunistische Partei Englands habe auf die Befehle Moskaus hin eine organisierte Werbung insbesondere in den Industrie- gebieten von Südwales und am Clyde begonnen. Die Werbung werde so gerissen durchgeführt, daß die einfchlägigen Gesetze umgangen werden. Infolgedessen überleae die Staatsanwaltschaft nunmehr, wie man diesem Treiben Einhalt gebieten könne. Es sei nicht zu bestreiten, daß die Kommunisten mit einem gewissen Erfolg gearbeitet hätten. Einige hundert Engländer würden im Januar in den Reihen der spanischen Roten kämpfen. In Liverpool habe man versucht, ehemalige Artilleristen anzuwerben und habe etwa 50 Mann nach Spanien schicken können. In Schottland beläuft sich die Zahl der Angeworbenen auf etwa 200. Aus Südwales feien etwa 50 Mann geschickt worden, imö aus London ebenfalls 50. Die Kommunisten hätten offenbar reichliche Geldmittel, da die Angeworbenen nicht nur beträchtliche Vorschüsse erhielten, sondern auch voll ausgerüstet würden. Sie würden nach Paris geschickt. Von dort gingen sie nach Perpignan, wo die Rekruten ausgebildet würden. Sodann gelangen sie nach Barcelona, wo sie der roten Brigade beitreten. Auch über Bilbao ging eine Anzahl von Freiwilligen. Für britische Flugzeugführer würden 40 Pfund in der Woche gezahlt und eine Prämie von einigen hundert Pfund für jede abgeschossene Maschine. Es sei bemerkenswert, daß sich auch die unabhängige englische Arbeiterpartei für die Rekrutierung gewinnen lasse, wie das aus einem Artikel des „New Leader", der Zeitschrift der Partei, hervorgehe. Oer Kontrollplan für die Waffeneinfuhr London, 1. Jan. (DNB.) Lord Plymouth, der Vorsitzende desNichteinmischungsausschusses, übermit- telte dem englischen Außenminister den Plan für eine W a f f e n e I n f u h r k 0 n t r 0 l s e für Spanien. Der Plan wird in Spanien beiden Parteien übermittelt. Gleichzeitig werden beide aufgefordert, sich innerhalb von zehn Tagen zu äußern. Die Opfer des roten VlutterrorS. 50000 „Hinrichtungen" in Madrid. L 0 n d 0 n, 2. Jan. (DNB. Funkspruch.) Heber die rote Schreckensherrschaft in Madrid veröffentlicht die konservate „Morning Post" den Bericht eines Korrespondenten, der die Zahl der „Hingerichteten" oder richtiger hingemordeten Personen in der spanischen Hauptstadt bis Anfang Dezember auf insgesamt 50 000 beziffert. Als Nachweis für die Richtigkeit der Schätzung macht der Korrespondent daraus aufmerksam, daß allein schon die amtlichen Angaben des sog. „Jdentifizierungs- büros" des Madrider Polizeipräsidiums, wo die Personalien und Photographien jedes Opfers registriert werden, eine Ziffer von 36 000 angeben. Hinzugerechnet werden müßten diejenigen, die während der ersten drei Wochen der Revolution getötet worden seien, wo noch nicht „Buch geführt" wurde, und die Zahl derjenigen, die in den Vororten ermordet wurden. Unter den Opfern befänden sich Hunderte von Frauen und selb st einige Kinder. In zahlreichen Fällen seien die Frauen vor ihrem Tode aufs schwerste mißhandelt worden. Vorläufige Aufbringung eines roten spanischen Dampfers durch deutsche Seefireitkräste. Berlin, l.Jan. (DNB.) Nachdem die roten Machthaber in Bilbao es abgelehnt haben, den bei Freigabe des deutschen Dampfers „Palos" zurückgehaltenen Teil der Ladung und den ebenfalls zurückgehaltenen Passagier an den deutschen Kreuzer „Königsberg" auszuliefern, sah sich, wie angekündigt, die deutsche Regierung gezwungen, ihrer Forderung durch Gegenmaßnahmen Nachdruck zu verleihen. In Verfolg dieser Aktion zur Verteidigung deutschen Hoheitsrechles gegen den Akt von Piraterie ist heute ein roter spanischer Dampfer von deutschen Scestreitkräften in den Gewässern um Spanien vorläufig aufge- b r a-ch t worden. Es ist einwandfrei festgestellt, daß der Dampfer „Palos" seinerzeit weit a u ß e r* halb der Hoheitsgewässer der spanischen Küste, und zwar 23 Seemeilen nordöstlich von Cap Machichaco aufgebracht wurde. Der Kapitän der „Palos" hat sich deshalb auch geweigert, ein Protokoll zu unterschreiben, wonach die „Palos" fünf Seemeilen von der Küste aufgebracht sein sollte. Dieser angebliche Aufbringungsort liegt im übrigen ebenfalls außerhalb der Drei-Seemeilen- Grenze und damit außerhalb des Hoheitsgebietes. Weitere Erfo'ge der nationalen Eüdarmee. Salamanca, 2. Jan. (DNB. Funkspruch.) In den Prooin^.n Cordoba und Jaen konnte die verkehrswichtige Ortschaft P 0 r c u n a erobert werden. Die Kommunisten mußten ihre schwere Niederlage wieder mit starken Verlusten bezahlen. In den Olivenhainen wurden zahllose Leichen sowjetrussischer, französischer und tschechischer bolschewistischer Söldner aufgefunden, darunter viele von jungen Leuten unter 18 Jahren. Der schwerverletzte Kommunist Alfred Durand gestand, kurz vor seinem Tode, daß er in Frankreich Sowjetwerbern ins Garn gegangen sei, die ihn betrunken gemacht und in diesem Zustande nach Spanien verpflichtet hätten. In dem neu eroberten Gebiet wurden weitere unvorstellbare Verbrech-en der roten Horden aufgedeckt. In dem Dörfchen Pujerra wurden alle Einwohner, die sich weigerten, mit den roten Banditen vor den nationalen Truppen zu entfliehen, ermordet, darunter auch viele Frauen und Kinder. Der Ausbau -er britischen Luftwaffe. London, 2. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der am 31 März 1935 in Angriff genommene britische Zweijahresplan, der eine Verdreifachung der in England stationierten Luftstreit- k r ä f t e vorsah, ist, soweit es sich um die Auffüllung der Mannschaftsbestände handelt, bereits heute, drei Monate vor der festgesetzten Zeit, durchgeführt. Die zusätzlichen 2500 Flugzeugführer, sind teils völlig ausgebildet, teils noch in der Ausbildung begriffen. Bonden 20 000 Mann zusätzlichen Bodenpersonals fehlen noch tausend Mann. Der Plan sieht eine Frontlinien • Flug- zeugstärke von 1 500 Maschinen vor. Während im Mai 1935 die Zahl der in England stationierten Frontlinienflugzeuge noch mit 580 Maschinen angegeben wurde, beziffert sie sich Ende Dezember 1936 auf 1040 Flugzeuge. Von den 4 9 neuen Flughäfen sind bis jetzt 40 entweder fertig oder im Bau. Die Zahl der Reservema- s ch i n e n wird geheim gehalten. Japans Festlan-spoliiik. Neujahrsbotschaft der Kwantung - Armee. Dairen, 31. Dez. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Kwantung-Armee, General Heda, erließ eine Neujahrsbotschaft, in der er feststellte, daß Europa in zwei Lager gespalten sei. Die Kluft zwischen den Staaten mit „Volksfronten" und nationalsozialer Regierungsform vertiefe sich täglich, so daß eine Entladung zu befürchten sei. Die S 0 w j e t i \ i e • rung im Fernen Oft en gefährde China, Japan und Mandschukuo. Die Nanking-Regierung sei unfähig, die Hrsacken für Chinas Hnglück zu beseitigen. Sie schiebe die Schuld auf die Nachbarstaaten, die keinesfalls verantwortlich gemacht werden könnten. Darüber hinaus beabsichtige Nanking eine Zusammenarbeit mit dem Kommunismus herbeizuführen, wodurch die Existenz aller Rassen im Fernen Osten gefährdet werde. Die japanische Politik lehne es ab, halb oder nur wenig zivilisierte Länder als koloniale Ausbeu» tungsobjefte zu erobern, rote dies andere Mächte getan hätten. So sei auch Mandschukuo nur gegründet worden, um die Wohlfahrt seiner Bevölkerung sicherzustellen und vor Ausbeutung durch die chinesischen Marschalle zu retten. Aus den gleichen Gründen verfolge die Kwantung-Armee mit großer Sorge die soziale Etwicklung in Nordchina, „wo das Volk in gleicher Weise ausgepreßt und unterdrückt" werde. Seine Lage xu bessern, sei Japans uneigennützig« Absicht. Diese Absicht wolle erfüllt. ge- aus West Fortdauer der wechselhaften zu Nieder- Der spanische Philosoph Unamuno f. kurzer Krankheit dem Namen: Katho- M i n i st e r hat das der Kammer in den haut dabei mit einem „Der ehrenwerte E r st e Wort", ruft der Präsident werden hier mit besonderer Aufmerksamkeit und Sorge verfolgt, und die Zeitungen werden nicht müde, darauf hinzuweisen, daß die Schutzlosigkeit des weitausgedehnten holländischen Kolonialbesitzes in Ostasien eine der größten Sorgen für die Zukunft des Landes darstellt. Bisher hörte man hier oft die Ansicht äußern, der ungestörte Kolonialbesitz Hollands im indischen Archipel liege so sehr im Interesse des b r i t i s ch e n Weltreiches und der Vereinig- t e n S t a a t e n , daß jeder Hollander in den Flotten dieser beiden Großmächte und in der mächtigen See- estung S i n g a p o r e die beste Verteidigung seines Jnsulinde erblicken dürfe. Zweifellos besteht ein solches Interesse der beiden angelsächsischen Groß- Mächte, doch hat die Erkenntnis Raum gewonnen, daß es grundfalsch sei, den Verteidigungsstand der reichsten und größten holländischen Kolonie ausschließlich von derartigen Hoffnungen abhängig zu machen, und immer energischer werden die Stimmen, die erhöhte Rüstungen zum Schutze der reichen holländischen Rohstoffquellen in Ostasien verlangen. Wie überall wird auch in Holland die kommunistische Gefahr in hohem Maße von dem Stand der sozialen Wohlfahrt der Bevölkerung beeinflußt. Die Durchschnittsziffer der Arbeitslosigkeit betrug im verflossenen Jahre rund 500 000, die bei einer Gesamtbevölkerung von 8 Millionen überaus hoch ist. Zwar verfügt Holland über reichliche finanzielle Reserven, die es ermöglichen, diese aus dem Arbeitsprozeß gestoßenen Hunderttausende auf dem Wege der Erwerbslosenfürsorge am Leben zu erhalten. Doch bedeutet das Vorhandensein dieses Arbeitslosenheeres für die Zukunft des Landes in vieler Beziehung eine ernste Sorge. Nach der Abwertung des Guldens hörte man vielfach die Hoffnung äußern, das Billigerwerden des holländischen Geldes werde einen derartig starken Auftrieb des Wirtschaftslebens mit sich bringen, daß auch eine Die bevorstehende Unterzeichnung eines ewigen Freundschaftsvertrages zwischen Jugoslawien und Bulgarien ist auch von der bulgarischen Oeffentlich- keit mit Genugtuung ausgenommen worden. Der neue Pakt beendet die erste Etappe der Verstandi- gungspolitik, die 1933 von den beiden Staatshäuptern nach längen Jahren voller Spannungen eingeleitet wurde. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat anläßlich des Ablebens des Erzherzogs Friedrich Budapest, das nachstehende Telegramm an den Sohn des Verstorbenen, Erzherzog Albrecht, gerichtet: „Ew. Kaiserlichen Hoheit spreche ich anläßlich des Heimganges Ihres verewigten Vaters meine und des deutschen Volkes aufrichtige Teilnahme aus. Seine Verdienste als preußischer Generalfeldmarschall und bei der Führung deutscher Truppen im Weltkriege werden in Deutschland unvergessen bleiben. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, bittet alle diejenigen, die zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel seiner gedachten, auf diesem Wege seinen Dank entgegenzunehmen. * Der französische Kammerausschuß für Kolonialfragen hat beschlossen, die Regierung aufzufordern, dem Ersuchen des auf der Insel Reunion lebenden Rifkabylenführer Abd el Krim auf Erhöhung seines Ruhegehalts stattzugeben und ihm zu erlauben, in Frankreich Wohnsitz zu nehmen. Kunsk und TBtffenfdtaft Hollands Sorgen. Von unserem L)r. Gr -Äeiichierstaiter Das Jahr 1936 hat für Holland die Erkenntnis gebracht, daß feine bisher gehandhabte A b rüst u n g s p o l i t i k den heutigen Zeitumständen nicht mehr entspricht. Ein in den letzten Wochen des alten Jahres von der holländischen Kammer gutgeheißener Regierungsentwurf sieht die Erhöhung des holländischen Rüstungsstandes vor, aber wichtiger noch als die Maßnahmen der Gegenwart sind die festumrisse- nen Pläne für die Zukunft, die hinsichtlich der holländischen Landesverteidigung dahin gerichtet sind, sowohl den Personal- als auch den Materialbestand der Wehrmacht, Flotte und Luftwafse wesentlich zu erhöhen. Die Ereignisse im Fernen Osten ben jener Bewegung marschiert ist, deren Symbol gerade jetzt in Holland der Gegen- stand unerhörter Beleidigungen Außenpolitische Jahresbilanz 1936 Rückblick und Ausblick unserer Ausländskorrespondenten. immun ist. Auch am Horizont der Außenpolitik haben sich neue Perspektiven aufgetan. Der Anlehnung an Frankreich ein Ende zu machen, Belgien eine unabhängige Stellung zu geben, war seit jeher das Ziel der gesamten flämischen Politik. Die Oppositionspartei der flämischen Nationalisten ließ die flämischen Katholiken in der Regierung keinen Augenblick zur Ruhe kommen und die oppositionelle Parole: „L o s v o n Frankreich" wurde schließlich bis zu einem gewissen Grade sogar von der Regierungspolitik übernommen. Das Frühjahr brachte die erste Aenderung des französisch-belgischen Militärabkommens, das bei den Flamen soviel Erbitterung erzeugt hat. Wann auch das neue, gemilderte Abkommen verschwinden wird, ist nur noch eine Frage der Zeit. Denn inzwischen ist grundlegend Neues geschehen. Die denkwürdige Rede des Königs Leopold am 14. Oktober hat die neue Unabhängigkeitspolitik zum Grundsatz des künftigen internationalen Statuts Belgiens erhoben. Die Militärvorlage der Regierung, die das Parlament vor Jahresschluß annahm, wurde von der flämischen Opposition abgelebnt, weil sie noch nicht dem neuen Grundsatz der Unabhängigkeit völlig Rechnung trägt. Die grundsätzliche Neuordnung, die Belgien in seinen internationalen Beziehungen in den letzten Monaten durchfübrte, berechtigt zu der Hoffnung, daß auch die Militärpolitik die Anpassungen erfahren wird, die die zwangsläufige Folge der von der überwiegenden Mehrheit des Landes ^billigten außenpolitischen Neuausrichtung sein müssen. Das neue Man. Don unserem R W.-LierichlphPTi künstlich herabdrücken müsse. Das sind in kurzen Zügen die Voraussetzungen, unter denen Holland ins neue Jahr eintritt, in dessen Verlauf Neuwahlen im holländischen Parlament erfolgen werden. Die Bildung einer Volksfront wird nach den französischen Erfahrungen in Holland nicht zu befürchten sein. Trotzdem sind die Gegensätze scharf. Die Fronten haben sich deutlich herausae- bildet. Die M u s s e r t b e w e g u n g, die für die Erneuerung des politischen Lebens kämpft, hat dem parlamentarischen System den schärfsten Kamps an- qesagt. Im Zeichen dieses Kampfes werden sich die Wahlen, die ihre Schatten schon voraus werfen, abspielen. Daß auch die Kommunisten, sei es in offener oder versteckter Form, die Parlamentswahlen dazu benutzen werden, um im Trüben zu fischen, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Neben all diesen Schwierigkeiten und Sorgen, Gegensätzen und Kämpfen, die das holländische Leben um die Jahreswende erfüllen, gibt es doch etwas, was alle Holländer, mit Ausnahme der Anhänger Moskaus, gerade in diesen Wochen stark verbindet. Als eines der größten holländischen Ereignisse des neuen Jahres wird b i e Hochzeit d e r Kronprinzessin Juliana mit dem Prinzen Bernhard zur Lippe-Biesterfeld am 7. Januar anzusehen sein. Die Eheschließung der zukünftigen Königin von Holland wird durch eine Reihe von Festlichkeiten, an denen jede Stadt und jedes Dorf teilnimmt, eingeleitet. Diese Festfreude läßt die Gorgen in den Hintergrund treten und erfüllt die Herzen der großen Mehrheit des holländischen Volkes mit froher Zuversicht für die Zukunft, sie beweist aber auch gerade durch ihre Einmütigkeit, daß die Treue zum Hause Nassau-Oranien eines der stärksten Bindungen aller Kreise des holländischen Volkes ist. große Zahl von Arbeitslosen wieder Aufnahme ins Erwerbsleben finden könnte. Nach den bisherigen Feststellungen haben sich diese Hoffnungen nicht ...... Zwar brachte die Abwertung zweifellos eine starke Belebung, doch war das, abgesehen von einigen verhältnismäßig wenigen Erwerbszweigen, nichts anderes als eine Scheinblüte, deren Dauer schwer vorauszubestimmen ist. Es wird deshalb auch, besonders in den Kreisen der Mussertbewegung, darauf hingewiesen, daß die Abwertung den meisten Holländern starke Verluste gebracht habe, am > Abwertungsgeschäft hätten nur wenige ganz bestimmte Kreise teilgenommen, und heute sei es dahin gekommen, daß die holländische Regierung mit Hilfe ! des sog. Währungsausgleichfonds durch dauernde Ankäufe fremder Währungen den Stand des Guldens Das Jahr 1937 stellt Japan vor eine Reihe schwerwiegender Entscheidungen. Das Kabinett Hirota- T e r a u ch i, das inmitten einer der schwersten Krisen des japanischen Volkes als Notkabinett gebildet wurde, hat versucht, die seit 1931 fühlbaren Mangel und Schwächen der Staatsführung abzuftellen. Wenn es den neuen Männern gelingt, die Autorität des Staates wieder herzustellen und das Volk für eine Erneuerung des Staates zu gewinnen, wie sie den jungen Offizieren des 26. Februar 1936 vorschwebte, dann hat die Revolte, die anfangs den Staat zu erschüttern drohte, eher zur Festigung des Staatsgedankens geführt. Die Jahre 1931 bis 1936 sind durch ein stetiges Schwächerwerden der politischen Staatsführung ge- kennzeichnet, die sich in nutzlosen Kämpfen mit ben Parteien verlor. Auf ber anberen Seite brängte bie Armee auf rafrfie Entscheibungen gegenüber Sowjetrußland und China. Mandschukuo und Norb - china deuten den Weg an, den die Armee gegangen ist. Anfang 1936 war es dann so weit, daß die Armee im Begriff nxir, mit unzureichenden Mitteln eine gewaltsame Lösung gegenüber dem militärischen Druck Sowjetrußlands an den Grenzen Mandschukuos herbeizuführen. Die schweren Zusam- Süden, gestützt auf Formosa und den insularen Besitz in ber Südsee, um auf frieblichern Wege bie Rohstoffversorgung des Landes sicherzustellen. Sie betont ferner, daß sie sich nicht auf ein Wettrüsten mit anderen Ländern einlassen will, sie will vielmehr die Flottenstärke auf einer Höhe halten. die einen Angriff feindlicher Kräfte oder eine Bedrohung des japanischen Wirtschaftsraumes unmöglich macht. Wenn die Marine in absehbarer Zeit kriegerische Verwicklungen mit den Vereinigten Staaten für wenig wahrscheinlich hält, so schünt sie sich andererseits darüber klar zu sein, daß eine südlich gerichtete Entwicklung Japans eine Berührung und Überschneidung mit britischen Wirtschaftsinteressen kaum vermeiden läßt. Sie stellt ferner in Rechnung, daß England niemals daran denkt, feinen Einfluß in Ostasien kamvflos aufzugeben. Besondere Beachtung schenkt bie Flottenleitung bes- s^lb ber zunehmenben Befestigung von Singapore und ben bereits anaedeuteten Plänen Lonbons, im Falle eines Erlöschens der Befestigungsklausel Hongkong zu einem Flotten- unb Fliegerstützpunkt auszubauen. Die Marine spricht von einer „Verkürzung ber Operationsbasis gegenüber Japan", wie sie auch durch bie Einrichtung ber Transpazifikfluglinie ber Vereinigten Staaten mit Einrichtung von Stützpunkten auf der Mid- wayinsel, auf Guam und auf den Philippinen gegeben fei. Der neue Marineetat sieht aus biesem Grunbe eine wesentliche Verstärkung ber Luftstreitkräfte unb ben Bau von Flugzeugmutterschiffen und Flugzeugträgern vor. Nach Abschluß unseres Rückblicks traf bie Nachricht über die Unterzeichnung des deutsch-japanischen Abkommens in Tokio ein. Die japanische Presse spricht von einer „epochemachenden Wendung in der japanischen Außenpolitik feit Austritt Japans aus dem Völkerbund", eine Wendung, bie ber Politik Japans burch „Anlehnung an zwei europäische Großmächte" wieder zur Aktivität in einer bestimmten Linie verhalfen habe. Die Zeitungen sprechen sogar von einer tieferen Be- beutung ber Vereinbarungen mit Deutschlanb unb Italien, die man barin erblickt, daß die Welt vor „vollkommen neue Probleme gestellt ist, mit denen sie sich auseinander zu setzen habe". Oder es heißt, daß durch die Vereinbarungen eine „Gemeinsamkeit der Interessen ber besitzlosen Länder gegenüber ben besitzenben Länbern festaestellt sei". Theater. Warenhäuser, Cafes, Kinos, Restaurants unb selbst Pri- vathäuser zeigten bie Flaggen beider Länder. Die Mehrheit des Volkes versteht mit der Wehrmacht ohne weiteres, baß Japan an bie Seite der Nationen gehört, bie ihr staatliches, politisches unb kulturelles Eigenleben, bie ihre neugewonnene Freiheit gegen ben zerstörenben Bolschewismus zu schützen entschlossen sinb. Wetterbericht des Relchswelterdiensles. Ausgabeork Frankfurt. lärmerfüllten Halbraum und , handfesten eichenen Lineal auf den Tisch des Hau- 1 fes, denn merkwürdigerweise wird im Brüsse- l I e r „Palais der Nation" weder eine Glocke geschwungen wie in ben romanischen Parlamenten, noch saust ein Hammer nieder wie in nordischen Things. Von ber Bank ber Minister erhebt sich ein jüngerer, ernster, ziemlich langer, sehr bleicher, schwarz angezogener Herr, mit bünnen, braunen Haaren, großen graublauen Augen, auffallend weißen Zähnen, über denen sich ein kleines Bärtchen bemerkbar macht. Eine Minute später fängt eine Stimme leise, fast hauchenb zu tönen an, bie Hunbertachtzig ober -neunzig auf ben Bänken, bie eben noch wüst burcheinander schrien, sinb mit einem Male brav und gesittet. Und bleiben so, eine Stunde unb länger, unb wenn es au einer Bewegung kommt, ist es eine Bewegung oes Beifalls. Es find meist sehr sachliche Geschäftsberichte, bie ber Mini- fterpräfibent Paul van Zeelanb zur Kenntnis bringt, unterstrichen durch sparsame, leicht dozierende Gesten und durchsetzt, wenn es nötig ist, mit einer unaufdringlichen Pathetik, bie ihren Eindruck nie verfehlt, weil alle Welt samt ber Opposition überzeugt ist: ber Regierungschef sagt, was ist, er 1 gibt, was er hat. Was er nicht hat, ber Herr van Zeelanb, ist bie politische Leidenschaft, was nicht vorhanden ist, ist eine über das Sachliche hinausgreifende Ideologie, bie packt. Mit beibem wartet L6on Degre 11e auf, bie andere Persönlichkeit, deren Namen zusammen mit dem Paul van Zeelands in die belgische Gerichte des Jahres 1936 eingehen wird. Der Rexi- tenführer, schon im äußeren das Gegenteil des Regierungshauptes, ist voller verzehrender Selben« chaft, erfüllt vom Glauben an Neues, vom Willen, liefen Staat zu roanbeln. In ben ersten Monaten bes Jahres, bie verhältnismäßig still waren, konnte bie Regierung, ausgestattet mit ben nötigen Vollmachten, ihr Werk ber wirtschaftlichen Erneuerung in Ruhe unb nut unleugbarem Erfolg weiter burchfuhren, unb bas Werk, an besten Anfang bie Franken-Abwertung ftanb, war wahrhaftig nicht leicht. Die Wirtschaft^ krise ist in Belgien im verflossenen Jahr tatsächlich zu einem erheblichen Teil überrounben worden. Wäre Belgien, wie der frühere Ministerpräsident Theunis einmal sagte, eine Aktiengesellschaft, nichts als eine Aktiengesellschaft, so wäre alles m schönster und bester Ordnung, der Generaldirektor van Zeelanb unb bie Direktionsmitglieder bekämen von ber Generalversammlung höchste Anerkennung unb Tantiemen. Aber leiber hinkt auch ber Vergleich des Herrn Theunis. Belgien ist eben doch mehr als ein wirtschaftlicher Zweckverdanb Im Frühjahr mehrten sich bie Anzeichen ber fälligen Neuwahlen. Rex machte sich bemerkbar Sein Erfolg bei ben Wahlen bewies, baß viele Wähler in hohem Maße unzufrieben waren mit den alten Parteien, ihrer Routine unb ber Verquickung von Politik unb Finanz. Neben Rex ge- wann, ebenso überraschenb, bie Partei ber f l a - mischen National iften einen gewaltigen Zuwachs an Stimmen unb Sitzen. Das bebeutenbste Ergebnis ber Wahlen war bi e f la m1 f d) e Mehrheit, bie bamit bas belgische Parlament erhalten hatte. Die neue, unerhörte Tat ache er- reate notroenbigerroeife Unruhe in ben alten Parteien, in erster Linie in ber katholischen, bie an ber Nieberlage am schwersten zu tragen hatte. Es dauerte auch nicht lange unb es entstauben zwei . ■ « » < Ort . u 1 « t a m Atrt A Tin 1 1 m 0 ben Herzberg unb Königsberger. Auf bas Ergebnis dieser Sammlung — die holländischen Sparer, denen die Juden das Geld gestohlen haben, werden sich über diese Verwendung ihres Geldes freuen — darf man wohl ebenso gespannt sein wie auf die Wahl des Geschenkes. — Hierzu schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Wir erinnern uns dabei, daß die deutsche Oeffentlichkeit noch nichts darüber vernommen bat, was der künftige Gemahl der niederländischen Thronfolgerin zu den Beleidigungen zu sagen hat, denen gerade in den letzten Tagen seine deutsche Heimat in Holland ausgesetzt ist. Es wird sicherlich nur mit Bedauern vermerkt werden können, daß eine solche Frage überhaupt notwendig geworden ist gegenüber einem Manne, der einmal auch in Öen Rei- menstoße an ber westlichen außenmongolischen Grenze Mich Manschuli beuteten bereits bie Stoß» richtung an. Auch in Nordchina schien alles auf einen Kampf gegen Nanking vorbereitet zu fein, dessen Ergebnis der „Fünfprooinzenblock als autonomes Staatsgebilde sein sollte. Es ist nicht abzusehen, welche Entwicklung die Dinge innen- und außenpolitisch ohne die Februar- Revolte genommen hätten. Außenpolitisch hätten Rückschläge nicht ausbleiben können, da Stärke und Ausrüstung der Armee unzureichend waren. Innenpolitisch hatten sich die Gegensätze zwischen den aktivistischen staatssvzialistisch gerichteten Kreisen der Armee, verstärkt durch zahlreiche rechtsradikale Verbände unb bem „liberalistisch-kapitalistischen System ber politischen Parteien, der alten Staatsmänner, der Bürokraten und Reaktionäre" so verschärft, daß ein Zusammenstoß unausbleiblich schien. Der neue Kriegsminister hat durchgegrjffen. Nachdem 18 junge Offiziere wegen „Verstoßes gegen die Disziplin des kaiserlichen feeres" ihr Leben lassen mußten, erfolgten Personalveränderungen in einem Ausmaß, das erkennen ließ, wie weit die Unzufriedenheit im Offizierskorps um sich gegriffen hatte. General Terauchi hat gleichzeitig im Kabinett einen Rüstungsetat durchgesetzt, der in einem Sechsjahresplan mit insgesamt 3,3 Milliarden Pen nicht nur eine zahlenmäßige Vervollständigung der Ausrüstung und Bewaffnung vorsieht. Besonderer Wert wird auf die Erhöhung der Schlagkraft der in Mandschukuo stationierten Truppen gelegt, auf eine Verstärkung der Operationsbasis und Ausbau der rückwärtigen Verbindungen. Die Marine hält sich in allen politischen Angelegenheiten stark zurück. Sie verspricht sich keinerlei Nutzen für Japan aus einer „kontinental gerichteten Expansionspolitik". Sie vertritt die Ansicht, daß die Armee, gerüstet und einsatzbereit, die Grenzen Japans und Mandschukuos zu sichern habe. „Das Schwert scharf, aber fest in der Scheide." Die Marine sieht die wichtigste Aufgabe der Außenpolitik in einer wirtschaftlichen Expansion nach jedoch die Nanking-Reaierung durch bie antijapanische Propaganda verhindern. Zehn Lahre Gefängnis für Tschangsuelianq. Nanking, 1. Jan. (DNB.) Das durch den Ausschuß für militärische Angelegenheiten eingesetzte Kriegsgericht verurteilte Tschanghjueliang wegen Anstiftung des Aufstandes in Sianfu zu 10 Jahren Gefängnis. Das Kriegsgericht stellte eine Begnadigung in Aussicht, da Tschang- hsueliang Marschall Tschiongkaischek freiwillig aus seiner Gefangenschaft nach Nanking zurückkehren ließ. Im Zusammenhang mit der Verurteilung Tschanghsueliangs werden beunruhigende Rückwirkungen auf die Truppen in Schensi und Kansu befürchtet. Der Landesstatthalter von Steiermark zurückgetreten. Wien, 1. Jan. (DNB.) Der Landesstatthalter von Steiermark, Graf Stürckgh, ist zurückgetreten. Graf Stürckgh, ein Verwandter des van dem jüdischen Marxisten Friedrich Adler ermordeten österreichischen Ministerpräsidenten, war Heimat- schutzmann und wurde nach der im Anschluß an die Maioerfassung vom Jahre 1934 durchgeführte Reorganisation der politischen Verwaltung auf den Pasten des Landesstatthalters van Steiermark berufen. Nach einer Mitteilung der steierischen Landesregierung hat der Landeshauptmann für Steiermark, Stepan, den Landesbauernführer Hollersbacher zum Nachfolger des zurückgetretenen Landesstatthalters ernannt. Hierzu läßt die Bundesregierung verlautbaren, daß die Berufung gegen bie Verfassung verstoße, weil bie Zustimmung des Bundeskanzlers erst nachträglich eingeholt werden sollte Der Bundeskanzler behalte sich daher seine Entschlüsse vor. Jüdische Emigranten wollen den Prinz zur Lippe beschenken. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Der „Nationalsozialistische Zeitungsdienst" Graf Reischachs berichtet u. a.: Die jüdischen Emigranten, die in Holland eine Zuflucht gefunden haben, nachdem ihnen der Boden in Deutschland zu heiß wurde, und die in ihrer neuen Heimat bereits wieder durch zahlreiche Skandale von sich reden machen, haben in Amsterdam einen Ausschuß gebildet, ber „im Namen ber Mischen Flüchtlinge, benen Hollanb seine Gastfreunbschaft gewährt", eine Sammlung unter ben „Leibensgefährten" veranstaltet, um bem Prinzen Bernharb zur Lippe-Bie- fterfelb unb seiner künftigen Gemahlin ein Hochzeitsgeschenk überreichen zu können. An ber Spitze bieses seltsamen Ausschusses stehen bie Zuschlägen geneigten Witterung.____________________ Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik unb für bie Vilben Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyrioft für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt bet Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buck- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlil» 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Elnzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Am Zkit ist xttislists Nr. 3 oom LSuni 1935 ftültifr Belgiens Kamps um innere und äußere Freiheit Von unserem Dr. W.K -Berichterstatter. Zum baldigen Eintritt wird von einer füllenden LNavkenavMeMvma Neifendev ein durchaus erfahrener, zuverlässiger, jüngerer gesucht zum Besuch der Kolonialwaren - Geschäfte eines gut eingeführten Bezirks gegen gute Bezahlung, Gehalt, Provision und Spesen. Nur Bewerbungen von wirklich verkausstüchtigen Herren, die im Besitze des Auto-Führerscheines, evtl, eigenem Auto sind, finden Berücksichtigung. Fleinige, strebsame Herren wollen bitte ihre handschriftliche Bewerbung mit Bild u. Zeugnisabschriften einreichen unter 6D an den Giehener Anzeiger. heute früh im 62. Lebensjahre sanft entschlafen. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 4. Januar, nachmittags 3% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt 012 Gießen (Wilhelmstraße 44), 31 Dezember 1936. In tiefer Trauen Heinrich Vetter, Telegiv Inspektor Friedrich Vetter, Forstassessor Karl Vetter, Studienassessor Thea Vetter, geb. Rüger Erna Vetter, geb Reichardt und zwei Enkelkinder. Nach kurzem schweren Leiden ist meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter und Großmutter Ottilie Vetter, geb. Engel Frau Luise Seibert, geb. Kreiling Wieseck, den 2. Januar 1937. 21 D Klein-Linden, den 1. Januar 1937. und 24 I Großen-Linden, den 2 Januar 1937. 1937 Die Beerdigung findet Montag, den 4. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Alicestr. 1 aus statt Heute nacht 1 Uhr entschlief sanft meine liebe Frau, meine gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Sonntag, 3. Januar, nachm. 2V3 Uhr vom Sterbehause, Frankfurter Straße 45, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Krauskopf. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Schultheiß, der Krankenschwester für die liebevolle Pflege, dem Gesangverein Germania für den erhebenden Grabgesang, für die überaus großen Kranzspenden und das ehrenvolle Geleit zur letzten Ruhestätte sagen wir herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Sophie Weigel, geb. Lenz. Die trauernden Hinterbliebenen: Jakob Seibert Familie August Seibert Heute mittag 21/, Uhr entschlief nach langem schweren Leiden sanft in dem Herrn mein lieber Gatte, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Weigel XIII. im Alter von 67 Jahren. roter S Frau Marie Müller, geb. Jung nach kurzer Krankheit im 75. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Keßler XIII. GroßemLinden, Lützellinden, den 2 Januar 1937. Kaufgesuche | kauft 3-4 zum 1. 4. | Mietgesuche j Im Konkurse der Firma Lang & Wiederstein Hall Mäusburg 14 zu jedem Preis ^Stellenangebote! L. Althoff, Konkursverwalter 17 D Sind Sie in der Lage, uns bei Induslrie-n.Handelslimien Nebeneinnalme Montag, den 4. Ian. 1937, beginnt der grohe MWWMlMMMllMl Ium Verkauf kommen R jedem muMieii Breis LAlthoft Konkursverwalter 18 D Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger mit Bad, mögl. Pi in sonn., Lage. N A elfer. Eh ei sucht zum 1.8 29 D Hofn Ludwigstr. 2 leere Zimmer m. Kochgelegen- heit bill. z. verm. (Kaiserallee). Schr. Ang. unt. 020 an d. G. A. auch als Garage geeignet, 5.15 x6.55m gr., trocken, per sof. zu vermiet. ißD Ehr. Jnderthal, Seltersweg 55. Karl örr, Autove-'uertung Giesren. Telephon 3164. 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Jan., 20-23.00 Uhr Prinzessin Nofretete. Mittwoch. 6. J an.. 19.30-21.45 U hr Erstanfführun : CJyges und sein Ring Donnerstag.7.Jan., 2£n Auge nicht bemerken wollen. Wie alle an- dAen Völker haben wir im vergangenen Jahre UNS mühen und sorgen müssen; aber wir haben nicht u m s o n st gekämpft. Es liegt uns nicht, uns in die inneren Verhältnisse anderer Länder hineinzumischen. Trotzdem aber können wir mit tiefer Beglückung feststellen, daß, während anderswo die Völker vielfach von Bürgerkrieg und Wirtschaftsverfall, von Finanzkrisen und Inflation heimgesucht wurden, der Kampf aller gegen alle die Gemeinschaft der Nationen zerstörte, blutige Auseinandersetzungen das nationale Gefüge der Staaten erschütterten, Deutschland von all diesen Geißeln der Menschheit verschont geblieben ist. Was man uns prophezeite, als der Führer am 30. Januar 1933 die Macht antrat, davon sind wir verschont geblieben; aber bei den lauten Propheten von damals ist es manchmal leider Wirklichkeit geworden. Während bei uns Frieden, Ordnung, Arbeit und Disziplin herrschen, werden anderswo vielfach die Völker durch Aufruhr, Streik, Fabrikbesetzunqen, wahnwitzige Geldmanöver, Haß und blutige Zwietracht auf das tiefste beunruhigt. Auch mancher gute Deutsche, der im Anfang unserer Revolution noch mit gewissen Vorbehalten uns aegenüberstand und vielleicht meinte, daß das Glück der Völker nur in dem längst als Scheindemokratie entlarvten Parteitreiben gefunden werden könnte, hat gerade im vergangenen Jahr Gelegenheit genug gehabt, an den Verfallserscheinungen unserer demokratischen Umwelt die Richtigkeit des vom Führer eingeschlagenen Regierungs- und Führungskurses zu erkennen und festzustellen, daß es in den modernen Staaten weniger auf die Formen als auf Wesen und Inhalt einer demokratischen Uebereinstimmung zwischen Volk und Regierung ankommt. Er hat dabei begreifen gelernt, daß eine st arte Autorität zur Führung der Völker berufen ist und nur der Verzicht des einzelnen auf egoistische Eigenrechte die Freiheit aller auf die Dauer gewährleisten kann. Wir betonen das nicht noch einmal, um etwa unsere Auffassungen anderen Völkern aufzudrängen; aber wir bleiben ihnen treu und bauen auf der Festigkeit und Härte unserer nationalsozialistischen Prinzipien die Existenz und das Glück des neuen Reiches auf. Wie wenig bedeutet ein Jahr im ewigen, unaufhaltsamen Strom der Zeit! Wieviel aber schließt es doch manchmal in sich ein, wenn man es rückschauend zusammenfaßt! Manches, was das Jahr 1936 uns brachte, ist selbst uns schon fast aus der Erinnerung entschwunden. Die Zeit geht so schnell, daß wir die Ereignisse dieses Jahres beinahe so empfinden, als hätten sie sich vor zehn Jahren abgespielt. Es war ein Jahr so reich an Segen und Erfolgen für Deutschland, daß der Führer in seiner Rede am 8. November vor seinen alten Mitkämpfern in ergreifenden Worten zum Ausdruck bringen konnte, daß er nun zum ersten Mal in seinem Leben ohne ganz schwere Sorgen in die Zukunft des Reiches blicke. Wenn ich nun noch einmal einzelne Vorgänge dieses Jahres ins Gedächtnis zurückrufe, so hauptsächlich, um darzutun, wie viel wir ihm zu verdanken haben und wie glücklich und zufrieden wir darauf zurückblicken können. Am 15. Februar proklamierte der Führer in seiner großen Rede bei der Eröffnung der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung den Plan der deutschen Selbstversorgung mit B-rennstoff und Gummi. Am 9. September erging auf dem Parteitag der Ehre in Nürnberg seine Botschaft an die Nation zum Beginn des zweiten V i e r j a h r e s p l a- n e 5 zur Sicherung des deutschen Lebens; in vier Jahren soll Deutschland in all den Stoffen gänzlich unabhängig fein, die irgendwie durch die deutsche Fähigkeit, durch die Chemie- und Maschinenindu- ftrie," sowie durch unseren Bergbau selbst beschafft werden können. Ein kühner Wurf in der Projektierung und Zielsetzung, dessen Ernst und Bedeutung vor allem daraus erhellte, daß der Führer dem Ministerpräsident Generaloberst Göring in einem Erlaß vorn 18. Oktober die Durchführung dieses Vierjahresplanes übertrug. Der erste Vierjahresplan, der bei Beginn der Machtübernahme vom Führer proklamiert wurde, konnte mittlerweile als erfüllt und damit erledigt gelten. Während es am 1. Januar 1936 im Reich noch 2Vi Millionen Arbeitlose gab, waren Ende Oktober 1936 nur mehr etwas über eine Million Arbeitslose vorhanden. Es war also nationalsozialistischer Initiative und Tatkraft gelungen, mit der Beseitigung der Arbeitslosigkeit das wichtig st e und einschneidend st e Problem der Gegenwart, an dem sich alle unsere Dorgänger vergebens abgemüht hakten, zu lösen. Der Nationalsozialismus vertritt den Standpunkt, daß der Politik der Primat der Dolksführung zukomme, und die Wirtschaft nur eine, wenn auch eine der wichtigsten Funktionen des Volkslebens ist. Politische Erfolge also find die Voraussetzung für wirtschaftliche Besserung, und es war deshalb auch notwendig, im Jahre 1936 eine Reihe von Aktionen politischen Charakters durchzuführen und Maßnahmen zu treffen, die zur Sicherung unseres nationalen Lebens erforderlich waren. Am 7. März proklamierte der Führer in feiner großen Rede vor dem Reichstag die volle Reichssouveräni- t ä t imRheinland, nachdem der franco-sowjet- ruffifche Vertrag den Locarno-Pakt praktisch annulliert hatte. Diese Aktion schloß in sich die Elemente einer wahrhaften Friedenshandlung. Der am selben Tage einsetzende W a h l k a m p f endete am 29. März mit dem überwältigendsten Stimmensieg, der jemals in einem Volke errungen wurde. Bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen und in Berlin hatten Hunderttausende von Ausländern Gelegenheit, das neue Reich mit ihren eigenen Augen zu sehen und das Gesehene in Vergleich zu setzen mit all den Lügen und Verleumdungen, die von einer feigen und niederträchtigen Emigrantenpresse immer noch in der Welt über Deutschland verbreitet werden. Es ist ein Reich der Kraft und der Ehre, das wir aufgerichkel haben. Deutschland will den Frieden, ist aber von der Aeberzeugung durchdrungen, daß ein wehrloser Staat in einer bewaffneten Umwelt dauernd die Gefahr eines Krieges heraufbeschwört. Durch die Einführung der zweijährigen Dienst- pflicht am 24. August wurde unserem Willen zur Selbstbehauptung, aber auch zu einem ehrenhaften Weltfrieden demonstrativ und wirksam Ausdruck gegeben. Arn 17. September erfolgte die feierliche Indienststellung des Segelschulschiftes „Horst Wessel", am 1. Oktober die Indienststellung der U-Bootsflottille „Saltzwedel". Am 3. Oktober lief in Wilhelmshaven das Schlachtschiff „Scharnhorst" und am 8. Dezember in Kiel das Schlachtschiff „Gneifenau" vom Stapel. Die Parole, die der Führer in seiner Neujahrsbotschaft 1936 ausgab, erfuhr so ihre fortlaufende Verwirklichung. Das Reich steht in Ehre, es genießt feine Freiheit und kämpft für den Frieden. Ein Ausdruck des deutschen Friedenswillens ist der Abschluß des deutsch-österreichischen Abkommens vom 11. Juli. Damit wurde einer der gefährlichsten Gefahrenpunkte der mitteleuropäischen Lage überwunden und zwischen den beiden Bruderstaaten Oesterreich und Deutschland ein erträgliches Verhältnis geschaffen. Am 14. November fiel durch die Wiederherstellung der deutschen Hoheit über d i e Ströme im Reichsgebiet eine weitere Entehrung durch den Versailler Vertrag. Unser unermüdlicher und konsequenter Kampf gegen den Versuch einer bolschewistischen Revolutionierung der Welt gipfelte in dem am 25. November abgeschlossenen Abkommen zwischen Deutschland und Japan zum gemeinsamen Widerstand gegen die Moskauer Komintern. Es ist uns heute noch nicht möglich, im einzelnen die welthistorische Bedeutung all dieser Vorgänge, die hier nur mit nüchternen Daten wiedergegeben werden können, auszumessen. Aber es kann keinem Zweifel unterliegen, daß in diesem Jahre nicht nur Deutschland, sondern d i e ganze Welt ihr Gesicht verändert haben. Welch eine Bilanz schließen diese Tatsachen ein, aber wie viel Sorgen auch für Führung und Volk brachten sie im einzelnen mit sich! Es ist sehr leicht, die Vorgänge eines Jahres, wenn es hinter uns liegt, aufzuzählen. Schwer aber ist es, sie für ein anbrechendes Jahr zu planen, festzulegen und durchzuführen. Das erfordert ein Höchstmaß an Arbeitsernst, Mut, Entschlossenheit, Initiative und Verantwortungsfreudigkeit. Denn die Gelegenheiten $u handeln sind selten; man mutz sie schnell und kühn ergreifen, ehe fit wieder entschwinden. Was wird das nun anbrechende Jahr 1 9 3 7 uns bringen? Seine Aufgaben liegen klar und unverkennbar zutage: Wir müssen das Reich weiter ausbauen. Die Durchführung der ersten Etappe des Vierjahresplanes zur Sicherung unseres nationalen Lebens erfordert den restlosen Einsatz der ganzen Ration. Reben diese Arbeit hat die bewußte Gestaltung und weitere Vervollkommnung unserer sozialen Ordnung zu treten. Diese ist die Grundlage unserer Volksgemeinschaft, die wiederum den sichersten Ausgangspunkt bietet für die Stärkung unserer nationalen Macht, für die Mehrung unseres Ansehens in der Welt und für die Entschlossenheit, mit der Deutschland antritt zum unentwegten und unerbittlichen Widerstand gegen die unterirdischen Volschewisie- rungsversuche der Komintern in der ganzen Welt. Zu diesen Aufgaben ist die ganze Nation aufge- rufen. Sie vereint sich in dieser letzten Stunde des abgelaufenen Jahres in einem festen und unverbrüchlichen Dank- und Treuebekenntnis zum Führer, der uns auch in den vergangenen zwölf schweren Monaten wieder wie der Herzog seines Volkes voranschritt im Kampf um die Freiheit, das Leben und die Ehre der Nation. Wir alle wünschen ihm aus tiefstem Herzen Glück, Gesundheit und eine gesegnete Hand in all seinem Tun und Lassen, Kraft im Werk und wie bisher Größe, Mut und Kühnheit im Entschluß. So wie in der Vergangenheit, so kann er auch in kommenden freudigen und schweren Stunden der Liebe und des Vertrauens seines Volkes immer gewiß sein. Deutschland ist stolz und glücklich, ihn zu besitzen und seiner starken Hand die Führung der Nation anvertraut zu wissen. Diesem Volke aber auch gebührt der Dank seiner Führung. Es hat sich seiner großen Ausgaben würdig erwiesen. Es ist nicht mutlos und schwach vor ihnen zurückgewichen, sondern hat sie ins Auge gefaßt und mit ihnen gerungen, bis sie gebändigt waren. Gemeinsam aber wollen wir alle dem Allmächtigen danken, daß er uns auch in diesem Jahre seinen Segen nicht vorenthielt, und ihn bitten, auch weiterhin seine schützende Hand über Volk und Reich zu halten. So grüße ist denn zum letzten Mal in diesem Jahre alle Deutsche in Stadt und Land. Ich grüße die Deutschen, die das Glück haben, im Reich zu leben und die Segnungen des neuen Staates zu genießen. Ich grüße aber auch und vor allem aus tiefstem Herzen die Deutschen, die jenseits unserer Grenzen leben, und die nur mit sehnsuchtsvollen Augen das Land ihrer Väter aus der Ferne sehen. Mit ihnen fühlen wir uns alle verbunden und verbrüdert. In wenigen Stunden wird das Jahr 1936 zu Ende fein. Mit lautem Jubel wird nach altem Brauch das neue begrüßt werden; bei Frohsinn und Scherz aber wird uns auch alle gewiß ein Gefühl ernster Zuversicht erfüllen, wenn vor uns groß und rätselhaft die Frage auftaucht, was das neue Jahr uns bringen wird. Einiges davon ist Schicksal, das meiste aber ist der Gestaltung unserer eigenen Hände, unseres eigenen Willens und unserer eigenenKraft anvertraut. Schreiten wir also mutig und erhobenen Hauptes in dieses neue Jahr hinein mit dem festen Entschluß, treue Diener des Volkes zu sein und für eine freie deutsche Nation zu kämpfen und zu arbeiten. In diesem Sinne grüße ich den Führer und sein Werk, unser Volk und unser Reich. Andreas Hofer. Ein deutschesAeldenbiid von Wilhelm Schäfer. Der Sandwirt war er geheißen, Händler und Wirt, im Tal von Passeyr, aber er kannte den Krieg als Hauptmann der Schützen und galt in Tirol mehr als ein Landmann sonst unter Landmännern gilt. Als die Hofburg den Aufruhr der Bauernschaft brauchte, rief sie den Sandwirt nach Wien; der Erzherzog selber hörte dem mutigen Mann herablassend zu. Napoleon hatte Tirol dem König von Bayern geschenkt; aber — so ging die Rechnung der Hofburg — ein Aufstand der Bauernschaft sollte dem neuen Krieg gegen den Korsen Urgewalt geben, das Volk selber sollte das Land von Tirol für Habsburg befreien. Andreas Hofer, der Sandwirt geheißen, glaubte den Herren in Wien, weil er ein Mann aus Tirol war; als er wieder daheim faß im herbstlichen Tal von Paffeyr, sah seine Wirtschaft seltene Gäste, und als im Frühjahr die Laufzettel das Aufgebot riefen, war er mehr als ein Hauptmann der Schützen. Am Sterzinger Moos fing er fein Tagwerk an, und als er die Schlachten am Jfelberg schlug, machte der Sandwirt sein Wort wahr: Tirol war befreit, und die Herren in Wien konnten den Treueid der Landschaft empfangen. Sie sparten nicht in der Habsburger Hofburg, die Gesandten der Bauernschaft zu beehren; der Kaiser selber gab ihnen gnädig sein Wort mit, niemals Frieden mit Frankreich zu machen, es fei denn, daß auch Tirol wieder zu Oesterreich gehöre. Als aber den Herren in Wien bei Wagram ihr kurzes Kriegsglück fehl ging, als sie von dem Korsen Waffenstillstand begehrten, dachten sie nicht an ihr Wort: die Bauernschaft war von Habsburg verlassen, Bayern, Franzosen und Sachsen rückten mit Uebermacht an, den Trotz der Tiroler zu brechen. Doch hatte der stolze General Lefebre die Rechnung ohne den Sandwirt gemacht: wieder am Jselberg wurde sein Heer von den herzhaften Bauern geschlagen, und nun war Tirol zum an- bernmal frei für sich selber. Der Kaiser saß im Käfig der Hofburg, und auf den Straßen nach Wien ritten die flinken Husaren von Frankreich: so mußte der Sandwirt auf eigene Faust Herzog und Fürst der Bauernschaft sein. In der Hofburg zu Innsbruck hielt er mit seinen Getreuen dem Land die Regierung; ein Bauernwirt aus dem Passeyr trotzte dem Sohn der Hölle und war die Hoffnung der deutschen Herzen im Reich. Aber es buntete nur ein Herbst vor dem Winter: als im Frieden zu Schönbrunn das Kaiserwort log, als Habsburg Tirol an Bayern abtrat, als die Uebermacht kam von Norden und Süden, war das Glück der Bauernschaft aus. Sie sperrten die Täler mit Ketten, sie rollten die Steine von den Bergen, sie riefen das Land zur letzten Wehr auf und mußten in Brand und Blut zuletzt doch ersticken. In einer Alphütte hoch im Passeyr saß Hofer der Sandwirt lange verborgen, aber ein Judas verriet ihn um Geld, und die Häscher fingen den Starken. Er blieb auch im Unglück der mutige Mann; als er in Mantua fiel unter den Kugeln der Feinde, aufrecht und stolz, weil er ein gläubiger Mann aus Tirol war, wurde er groß im deutschen Gedächtnis. Das aber geschah zu der Zeit, da der Habsburger Kaiser in Wien seine Tochter dem Korsen verlobte. (fr und Sie. Drei Augenblicksbilder von Hedwig Forstreuter. Sie stehen im Laden, ein junges Menschenpaar, vom allmorgendlichen Sehen in der Untergrundbahn mit dem Aeußeren und der Zeitungswahl des anderen vertraut. Jetzt führt sie ein Zufall vor den gleichen Ladentisch eines Konditors. Beide sind eilig und verregnet, doch durch den frühen Samstagsschluß ihrer Büros guter Laune, wollen Kuchen für den Sonntag kaufen. Sie sucht aus: Streuselkuchen, zwei runde, lockend und knusprig, gefüllt. Noch ehe die Verkäuferin das Paket in weißes Papier schlagen kann, fordert auch der Mann Streuselkuchen, aber es sind nur noch Stücke mit Zuckerguß da. Die junge Dame sieht kühl und eilig auf: „Lassen Sie uns teilen. Nehmen Sie die Hälfte von meinem Kuchen. Mir macht es nichts aus". Sie sagt es sehr schnell, wehrt Dank ab und verläßt mit ihrem Päckchen den Laden. Dies darf auf keinen Fall nach Anknüpfenwollen aussehen. Sie betritt einen andern Laden, kauft und zahlt. Als sie wieder auf der Straße steht, geht der Mann vorüber, mit dem sie den Kuchen teilte. Er zieht den Hut sehr tief, aber versucht keine Anrede. Die kleine Flamme der Sympathie, die zwischen ihnen aufwehte, kann die Belastungsprobe eines Gesprächs noch nicht ertragen. Er versteht das Mädchen so gut in der sachlichen, fast feindseligen Art, in der es die Teilung vorschlug. Sie ist eine von den schwesterlichen Frauen, die gern helfen. Doch sie scheut das Mißverständnis, ihr klares Gesicht ist eine einzige Abwehr. Sv grüßt er nur mit dem stummen Gruß des Verstehenden und geht vorüber. * Anscheinend haben sie sich entzweit. Er überquert die Straße mit eiligen Schritten, erzürnt. Sie sucht sich an seiner Seite zu halten, läuft aber fast hinter ihm, auf ihn einredend, bittend mit einer gepreßten leisen Stimme. Er scheint nichts zu hören, strebt nur eilig vorwärts, das Gesicht unbewegt, Hände in den Manteltaschen. Als er stehen bleibt, um auf die Bahn zu warten, stellt sie sich vor ihn. Sie sprichts nichts mehr, sucht nur seine Augen. Er vermeidet den Blick, der groß und beschwörend zu ihm aufgeschlagen ist. Er mag wohl wissen, welche Macht ihm innewohnt. Starr, mit erhobenem Kopf, sieht er über sie hinweg. Als die Bahn sich nähert, erreicht er sie mit zwei Schritten, springt auf und erlebt den Triumph, daß sie, von einer Menschengruppe aufgehalten, zurückbleibt. Jetzt gönnt er ihr feinen Blick, von der Plattform herab sieht er sie an, schadenfroh, mit einem letzten schmelzenden Nest von Strenge. Um seine Mundwinkel keimt schon etwas wie ein Lächeln. Mit dunklem Blick sieht die siegte dem Wagen nach. Oder ist sie die Siegerin? Im Frühstückszimmer einer Münchener Pension. Die kleine Familie ist als letzte am Tisch zurückgeblieben. Er kramt in Papieren, macht sich Notizen, knurrt eine Frage, alles gereizt, wie jemand, der seine Fassung nicht mehr lange behaupten kann. Die Frau versorgt ihn und das Kind, streicht die Brötchen, schenkt Kaffee ein. Mit gehaltenen Bewegungen. Sie hört seinen knappen Worten zu, tut eine Frage, sehr sanft und behutsam. Sie achtet es nicht, daß er den ganzen Tisch in Unordnung bringt, das Kind verschüchtert und kaum die Liv- pen zu einem Dank auseinanderbringt, wenn sie ihm die neu gefüllte Taffe zuschiebt. Sie weiß, er hat Aerger gehabt, und hilft ihm, die Aussprache zu finden. Vorsichtig, mit halben Sätzen, immer gleich sanft und freundlich, wie man zu einem Kranken spricht. Und es gelingt ihr, seinen verhaltenen Aerger zu lösen, in Fluß zu bringen und mit dem Ablauf der Worte Erleichterung zu verschaffen. Als der Mann das letzte Stück Semmel nimmt und darangeht, die Papiere zusammenzuraffen, ist feine Miene entwölkt, seine Stimme klingt freier. Und er sieht die kleine Frau, die unscheinbar vor ihm sitzt, mit einem Blick an, in dem Grübeln und Zärtlichkeit sich mischen. Als er sie heiratete, geschah es aus Vernunft, jetzt bestätigt ihm jeder Tag, daß er recht tat. Wenn das Wort nicht überschwenglich und nach Büchern klänge, würde er sagen, daß er sie liebe. Er nickt ihr flüchtig zu. Seine Arbeit wartet, er muß zur Ausstellung, muß Kunden besuchen. Einträchtig verlassen die drei das Frühstückszimmer. Oberspielleiter Theodor Harrten geht nach Berlin. Der Oberspielleiter des Schauspiels Theodor Haerten vom Stadttheater Gießen wurde, wie das Dramaturgische Büro mitteilt, auf Wunsch des Propagandaministeriums Berlin zum künstlerischen Leiter für die deutsche Gesamtproduktton der amerikanischen Metro-Goldwyn-Meyer Filmgesellschaft ernannt. — Er scheidet daher aus seiner Stellung als Oberspielleiter des Schauspiels des Stadtthea- ters Gießen aus. Theodor Haerten hat sich aber bereit erklärt, noch im Laufe dieser Spielzeit einige wesentliche Inszenierungen vorzubereiten. — Die für den 22. Januar angesetzte Inszenierung Theodor Haertens von Dillingers „Stille Gäste" wird vorläufig auf einen späteren Termin verschoben. — Zeitschriften. — In der Zeitschrift „Die Kun st", Monatsheft für Malerei, Plastik und Wohnkultur (38. Jahr- aang, Nr. 4/Januar 1937), Verlag F. Bruckmann A.-G., München, sind die vielen reichbebilderten Darbietungen mit feinem Empfinden ausgewählt und zusammengestellt. So umfassen die einleitenden Aufsätze des Januarheftes überLenbach eineReihe kostbarer Bildreproduktionen. Es folgt ein Artikel über den Münchener Maler Franz Doll, über den italienischen Bildhauer Antonio Maraini, über ein neuentdecktes Werk von Veit Stoß und über das Kunstwerk des Monats — Engelkonzert — von Tilman Riemenschneider. Der zweite Teil des Heftes über moderne Wohnkultur und Kunsthandwerk bringt ein Landhaus in Mittenwald von Architekt Strobl, München, einen Stuttgarter Garten von Adolf Haag, einen Artikel von M. H. Schilling über die Jnnen'-aumgestalter Architekt Adolf C. Rüdenauer und Architekt Max Dürr, Stuttgart, Neues aus der Zinngießerei Eugen Wiedamann, Regensburg u. a. m. Ein großer Nachrichtenteil unterrichtet über Ausstellungen, Auktionen und andere künstlerische Zeitereignisse. Aus der Wett -es Ulms. Lockende Leinwand. Äon JRolf Haka. Es sind nicht nur die verlockenden Stargagen, die einfache Gemüter zu kindlicher Begeisterung und Selbstüberschätzung verleiten, auch die Vorstellung, daß die Welt des Films ein Rausch des Glanzes und der phantastischen Abenteuer ist, treibt manche naive Natur zur Einbildung, als Held der Leinwand geboren zu sein. Wenn auch die meisten Bewerbungsschreiben eine törichte Weltfremdheit verraten, sind doch einige darunter, in denen etwas Rührendes anklingt und in denen sich drangvolle Herzen enthüllen, die von primitiven Träumereien bezaubert sind. Sehen wir uns einige der Schreiben an, die tatsächlich der Filmproduktion zugingen. Werter Herr! Ich der Dachdecker Sohn Walter und mein Freund Fritz Wir möchten Ihnen höflichst bitten? Da wir große Talente und Geistesgegenwart in allen Fächern haben, gehen wir alle Tage ins Kino um zu lernen. Wir sind gut im Laufen und Springen und üben immer auf dem Hofe darin. Also, Herr, mit einem Worte, hätten Sie nicht eine Stelle frei. Seien Sie nicht böse, daß wir geschrieben. Es warten vergebens auf Antwort Walter H. und Fritz U. Gesuch des Karl L. um Einstellung als Schauspieler beim Film. Hier durch richte ich die freundliche Frage an sie das ich mich gerne als Abenteuerer bei Ihnen widmen möchte. Don Kind an habe ich mich schon darin geübt. Könnte Ihnen meine beste Willenskraft eine nicht zu unterschetzende Hilfe sein! Bin am 4. März in Itzehoe geboren, Evang.-Lüth. gesinnung. 1922 Konfirmirt. Hoffe das Sie meine Frage berücksichtigen werden. Entschuldigen Sie die schlechte Hand schrie ft. * Herr Filmdirektor! Da ich das Talent zum Schauspieler zu besitzen gedenke, frage ich an, ob in Ihrem Fach ein Posten frei ist. Schicken Sie mir aber erst Ihre Statuten, damit ich weiß, woran ich bin. Friedrich D. ♦ Verehrte Filmgesellschaft! Endesunterzeichneter hat bereits in Halle eine große Brobe bestanden. Durch ein Mißgeschick ging sie verloren. Bin von gräftigen Körperbau und 26 Jahre alt. Habe großen Talent und Interesse für das Kino und bitte um allerschnellste Rückantwort. Gebe mein Leben hin für den Film und füge eine Votograhfie bei. Otto M. Mussicker. ♦ P-P. Da Ich nun einmal den Entschluß gefaßt habe Filmschauspieler zu werden so bitte Ich Ihnen uns bei Ihnen einzustellen. Ich Paul bin im 17ten und mein Freund im löten Lebensjahre. Wenn Sie es wünschen erteilen wir Ihnen in den nächsten Briefen nähere Auskunft auch Photographie. Bitte um eilige Nachricht. Paul M. ♦ Geehrter Herr! Ich erlaube mir höflichst anzufragen, ob Sie bei Ihnen Leute einstellen oder nicht! Bin von Beruf Maschinenbauer, und hätte ich mehr freude daran mich als Kinoschauspieler ausbilden zulassen. Ich würde mich als fleißiger Jüngling hergeben und meine Pflichten erfüllen. Ihre Antwort gerne entgegensehend zeichnet Werner H. ♦ Werter Herr General-Direktor! Da meine Freundin Walli die Tochter eines Kinobesitzers ist, möchten wir uns erlauben, an Ihnen zu schreiben ob wir in die Lehre der Filmgesellschaft eintreten können. Wir beide Bubikopf — dunkelbraune Augen, mittelstark und die Größe von meiner Freundin ist 1,45 und ich 1,50! Da wir schon am meisten eingeübt sind, wird es leicht sein, alles nachzumachen, was uns vorgemacht wird. Damit wir uns danach richten können, seien Sie so gut uns baldige Antwort zu schicken. Käte L. und Walli S. ♦ Sehr geehrte Direktion! Richte an Ihnen dieses Schreiben um zu erfragen, ob ich wohl zum Film kommen kann. Ich kann mir wohl denken, daß sie so viele solche Schreiben erhalten. Doch ich will den Mut noch nicht gapz sinken lassen. Bis jetzt ist mir das Glück leider versagt geblieben. Seit meinem lOten Jahre hege ich den Wunsch ans Kino zu gehen. Wenn dieser eine Wunsch nicht in Erfüllung geht, habe ich die biterste Enttäuschung meines Lebens erhalten. Sie dürfen deshalb nicht denken, das ich mit kalter Berechnung Mit dem im Berliner Ufapalast am Zoo uraufgeführten Großfilm „Unter heißem Him - m e I" unter der Spielleitung des Staatspreisträgers 1933/34, Gustav Ucicki, ist ein Jahr deutschen Filmschaffens abgeschlossen worden, das zu der Feststellung berechtigt, daß der deutsche Film dank der zielbewußten und tatkräftigen, ideellen und fördernden Unterstützung der nationalsozialistischen Staatsführung im Filmschaffen der Welt a n d i e erste Stelle getreten ist. . Das ernste künstlerische Streben und das zielbe- wußte Ringen um den Fortschritt in der Filmkunst entkleidet diese Feststellung aller Ueberheblichkeit. Sie ist aber auch deshalb notwendig, weil die aus Gründen der Sauberkeit aus der deutschen Filmkunst und Filmwirtschaft entfernten rasse- und wesensfremden Elemente, die aus dieser eine kunstfremde Spekulation auf die niedrigsten Instinkte einer urteilsunfähigen Masse gemacht und die wahre Kunst mit Füßen getreten hatten, versuchen, nun diese Leistungen des deutschen Films im Auslande herabzusetzen oder zu unterdrücken. Die Neider und Hasser werden dem deutschen Film und der großen deutschen Filmkunst trotz ihrer filmwirtschaftlich-kapitalistischen Machtstellung in vielen Ländern den Weg nicht versperren können, und schon heute bewahrheitet sich das Wort, das der Schirmherr des deutschen Films am 9. Februar 1934 den Filmschaffenden zugerufen hat: „Der deutsche Film wird die Welt erobern, wenn er wieder als deutscher Film auftritt, wenn er unsere Wesensart, unsere Eigenschaft, unseren Charakter, unsere Tugenden und — wenn Sie wollen — auch unsere Schwächen wieder zur Darstellung bringt. Dann wird der Film das eigene Volk und die Welt erobern und wird dem Volk wieder künstlerische Geltung in den anderen Staaten zurückgewinnen, dann nämlich, wenn das unsterbliche Deutschland wieder über die Leinwand marschiert." Endlich aber sei die Feststellung der deutschen Filmleistung auch jenen vorgehalten, die, von keinerlei Sachkenntnis getrübt, immer noch dem unseligen Hang frönen, einen läppischen Schmachtfetzen über ein deutsches Kunstwerk zu stellen, nur weil es sich um ein ausländisches Erzeugnis handelt. Die deutsche Filmkunst erkennt ebenso neidlos die Leistungen ausländischer Filmschaffender an, wie sie bereit ist, von ihren Spitzenleistungen zu lernen, aber sie weist mit berechtigtem Stolz auf ihre eigenen Beiträge zur Fortentwicklung dieser Kunstgattung hin. Wieder hat in dem abgelaufenen Jahre das deutsche Filmschaffen eine ganze Reihe hervorragender für die Entwicklung der Filmkunst bedeutsamer, ja entscheidender Werke herausgebracht. Auf allen Gebieten des Filmes, von der Wochenschau über den Kulturfilm, den dokumentarischen Film, den historischen Film, den Problemfilm bis zum eigentlichen Spielfilm in allen seinen Abarten hat Deutschland wesentliche, oft vorbildliche Beiträge ge- zum Film strebe, o nein! Ich bin zu entzückt vom Film, das ich mein möglichstes tun werde ihnen zu gefalen. Ich weiß, das ich Talent zum Kino habe, denn ich fühle dieses künstlerische Können in mir. Sie dürfen mir nicht böse sein, das ich hier alles so offen schreibe, denn nur so können sie mich erst richtig kennen lernen. Kann ihnen auch 200 bis 250 Mark Kaution zur Verfügung stellen. Eben so bin ich im Besitze von hocheleganter Straßengarderobe. Meine Erscheinung ist höchst interessant. Haare dunkelbraun-lockig, Zähne vollständig. Größe 1,60 meter und 18 Jahre alt, Eine Photografie kann ich nachschicken. Ihrer dies bezüglichen Nachricht sehe ich geneigt entgegen und zeichne Else V. leistet. Die Zahl der als künstlerisch einwandfrei zu bezeichnenden Filme ist zu groß, als daß sie hier namentlich aufgezählt werden könnten. Deutsche Schöpfungen, die in Inhalt und Gestaltung neue Wege gehen, sind nicht nur dem deutschen Filminteressenten, man kann sogar sagen, der deutschen Filmgemeinde zu Begriffen geworden; es sei, ohne allen Anspruch auf Vollzähligkeit, nur an Filmwerke erinnert wie „Verräter^, „Kaiser von Kalifornien", „Standschütze Bruggler", „Schlußakkord", „Viktoria", „Nanga Parbat", „Jugend der Welt", „Frau ohne Bedeutung", „Boccaccio", „Wenn wir alle Engel wären". Daß diese Leistungen ihre Ursache in den Taten der nationalsozialistischen Staatsführung für die deutsche Filmkunst haben, wird heute von niemanden mehr bestritten. Nicht ohne Neid hat die Welt erlebt, daß in Deutschland dem Film als Kultur- und Propagandainstrument er st er Ordnung eine Stellung eingeräumt wurde, wie er sie in fernem Lande der Erde besitzt, daß die Zusammenfassung aller Filmschaffenden in einer ständischen Organisation einen Einsatz von unerhörter Schlagkraft ermöglicht, daß die deutsche Filmwirtschaft, von allen Schädlingen und Spekulanten gesäubert, durch den Schutz eigener Gesetze und durch die Förderung durch Prädikatserteilung und die Verleihung eines Staatsfilmpreises einen unerhörten Auftrieb gewonnen hat, der sich zwangsläufig in ihren Erzeugnissen auswirken mußte, Und das um so mehr, als dem Unkünstlerischen, dem Geist- und Geschmacklosen systematisch und unbarmherzig Einhalt geboten wurde. In keinem Land hat die Filmkunst ein derart ideales Fundament und nirgendwo in der Welt kann sie leidenschaftlichere Förderer und Diener finden, als es im neuen Deutschland geschah. So ist erreicht worden, daß alle Erzeugnisse einem bestimmten künstlerischen Maßstab entsprechen und daß, bei welcher Filmgattung auch immer, das Wertvolle überwog. Der Durchschnitt des deutschen Filmschaffens steht weit über dem anderer Herstellungsländer. Unsere Bestleistungen aber halten, gemessen an der Gesamterzeugung, weitaus die'Spitze. Man darf es getrost einmal hervorheben, daß der Hundertsatz wirklicher Höchstleistungen, die in irgendeiner Beziehung filmisches Neuland betreten und filmkünstlerisch der erstrebten Vollendung nahekommen, im deutschen Gesamtschaffen weitaus höher als in dem der namhaftesten Erzeugungsländer ist. Das wird von Jahr zu Jahr überzeugender durch die internationalen Filmwettbewerbe in Italien bestätigt. Gerade aus dem beständigen Bestreben nach der Vervollkommnung ist dem deutschen Filmschaffen bewußt geworden, welche gewaltigen Aufgaben feiner noch harren. Die bisher erreichten Erfolge sind ihm Nichts anderes als Verpflichtung zu neuem Dienen und Ansporn zu neuer Leistung. Was wir im fiino meist nicht merken. Oie Arbeit der Schnittmeisterin. Ihr Name ist am Anfang eines Films unter den Mitarbeitern am Filmwerk immer zu lesen, doch ihr persönliches Auftreten auf der Bühne im Filmtheater haben wir noch nie erlebt. Unbekannt und für uns unsichtbar steht sie hinter ihrem Werk. Sie ist eine von denen, die in der Stille wirken und deren Arbeit und Können nur der Fachmann zu schätzen weiß. Der Zuschauer im Theater ahnt wohl ihre Kunst — im allgemeinenn aber besteht die Kunst des Filmschnitts darin, daß man den Schnitt nicht merkt, daß der Wechsel von einem Bild zum andern ganz unauffällig und wie selbstverständlich vor sich geht, auch im Tonschnitt. Im Tonschnitt? Kann denn der Ton geschnitten werden? Natürlich, denn der Ton im Film wird ebenso photographiert wie das Bild, und wenn der fertige Filmstreifen ein langes Zulluloidband ist mit einer fortlaufenden Reihe von kleinen Bildern (ungefähr 125 000 einzelne Bilder enthält ein Spielfilm), so ist der fertige Tonstreifen ein gleich langes Band, auf dem in einem 2% Millimeter breiten Streifen die Tonschwingungen photographisch ausgezeichnet sind. Die Schnittmeisterin spannt diese beiden Filmstreifen, die Bild- und Tonrolle, auf zwei Scheiben. lieber das Triebwerk des Schneidetisches werden die beiden Filmstreifen gemeinsam geführt, um das Bild vorzuführen und den Ton abzuhören. In einem kleinen schwarzen Kasten neben der Schnittmeisterin erscheint auf einer Mattscheibe dalebende Filmbild, etwa in Postkartengröße; unmitv telbar daneben befindet sich die Schallöffnung des Lautsprechers, aus dem der Ton hörbar wird. Mit der rechten Hand bedient die Schnittmeisterin den Hebel des Anlassers, der das Triebwerk in Bewegung setzt und damit die beiden Filmstreifen durchrollt, vor ihr liegt das dicke Drehbuch, nach dessen Aufzeichnungen und Angaben sie den Schnitt des Films besorgt. Tausende von kleinen und kleinsten Filmbild- und Tonrollen liefert die Kopieranstalt an die Schnittmeisterin, jede Bildrolle enthätt im Anfang die mitphotographierte Szenennummer, nach der die einzelnen Szenen des Drehbuchs fortlaufend eingeteilt sind. Und jede Tonrolle enthält die bei der Aufnahme mitgesprochene, zum Bild gehörige Tonnummer. Nun kann der Schnitt beginnen. Zunächst werden, da die meisten Szenen mehrmals ausgenommen wurden, die jeweils bestgelungenen herausgesucht und im R o h s ch n i 11 in der richtigen Länge und Ordnung zusammengeklebt, so daß eine fortlaufende Spielhandlung entsteht. Dieser Teil der Schnittarbeit ist eine ziemlich mechanische Angelegenheit. Sobald aber der Rohschnitt vollendet und damit der gesamte Spielverlauf zu übersehen ist, beginnt die eigentliche künsllerische Arbeit der Schnittmeisterin, der Feinschnitt. Wie ein Bildhauer oder ein Holzschnitzer fein Werk zunächst in groben Umrissen modelliert und dann erst die feinere Ausarbeitung vornimmt, so besteht die Kunst des Feinschnittes im Ausgleich der einzelnen Szenen, in der gefälligen Verbindung der verschiedenen Einstellungen in der Gestaltung der einzelnen Akte und endlich im Abstimmen des ganzen Filmwerks, dessen Aufbau, Spannung und Tempo im Schnitt für den Erfolg ebenso wichtig sind wie die Kunst der Spielführung und Darstellung. Die A r b e i t s k o p i e, die in wochenlanger Arbeit unter den Händen der Schnittmeisterin in zwei gleich langen Bild- und Tonrollen entsteht, kommt allerdings niemals ins Filmtheater. Sie wird vielmehr als Original der Filmfassung sorgsam aufbewahrt, und nach ihrem Vorbild werden die vielen Kopien hergestellt, die in den Filmtheafern laufen. Und in jeder Kopie meldet eine einzige Zeile in der Titelankündigung des Films den Namen der Künstlerin, die den Schnitt besorgt hat, in der Öffentlichkeit aber bescheiden hinter ihrem Werk zurücktritt. Deulsches Filmschaffen vorbildlich in der Weil. Spitzenleistungen unter bewußter Staatsführung. Eine sehr erfreuliche Jahresbilanz. AmBorabend eines neuenZilms.. Paula Wessely über ihre Filmarbeit. Schon viel ist über Paula Wessely gejagt und geschrieben worden. Kein Wunder, daß bte Wessely eine Scheu vor Interviews hat. An ihrem letzten freien Abend vor Beginn ihres neuen Films „D i e Julika" sprach sie über Dinge, die noch selten oder nie in der Zeitung standen. „Jetzt gehe ich nun schon zum viertenmal an die mich so unendlich interessierende Filmarbeit heran, und doch ist es wieder wie ein Debüt. Und anders darf es auch gar nicht sein — man muß das Gefühl der Spannung jedesmal von neuem haben — die taufend Kleinigkeiten, die unzähligen Momente, die entscheidend sind auf dem Weg, der dazu führt, daß zum Schluß eine Figur, durch schauspielerische Kraft zum Leben erweckt, von der Leinwand her zu den Augen und hoffentlich auch zu den Herzen der Menschen sprechen kann — von dieser ungeheuren Spannung muß man beherrscht fein! Das ist der Hauptgrund, der es mir verbietet, im Jahr mehr als ein- ober höchstens zwei - mal zu filmen. Ganz abgesehen bavon, daß man die Kraft, mit voller Ursprünglichkeit immer wieder diese faszinierende Kunstfvrm, genannt Film, auf sich wirken zu lassen, nicht allzu oft aufbringen kann. Man braucht die Zeit zur Ruhe, zur Sammlung, um seine innere Position, ober sagen mir ruhig, das ,bissel Gute*, bas man in sich glaubt, gegen den Betrieb, der von außenher einstürmt, zu wahren und zu verteidigen." Während Paula Wessely spricht, spürt man, wie ernst es ihr mit dieser Kunst und ihrem Leben für sie ist. Mit dem wachen Temperament der Persönlichkeit und der Angriffslust, die zu ihrem Wesen gehört, wettert sie scharmant gegen das übertriebene Star-System, gegen die schlechten Manuskripte und gegen die Dummheit im allgemeinen: „Mir erscheint jedes Star-System sinnlos: schließlich spiele ich ja in einem Film nur „m i t" und bleibe in jeder Beziehung allein, wenn nicht meine Partner richtige Künstler, und alle andern, vom Autor über den Kameramann bis zum letzten Beleuchter, gleichfalls Meister ihres Faches wären. Von mir aus brauchte es gewiß nicht „ein Paula- Wessely-Film" zu heißen, mit derselben Berechtigung sollte ein Film einmal den Namen des Kameramannes ober — was ja zuweilen vorzukommen pflegt — ben Namen bes Autors tragen. Aber ich wollte ja etwas über meinen neuen Film „Die Julika" sagen: ,Lch spiele ein schlichtes, ungarisches Landrnäbel — ein Menschenschicksal, das mich gepackt hat, und mit dem ich, so hoffe ich, auch die Menschen im Filmtheater packen werde. In einem ,Bolvary-Planer-Film'. Denn so heißt für mich der Film. Bolvary ist der für alles verantwortliche Regisseur, und Franz Planer ist wieder mein Kameramann. Paula Wessely. Und noch etwas spricht gegen ben Star. Daß man von ihm nämlich immer verlangt, im Mittelpunkt zu stehen, wo es boch schon so schwer ist, sich den ersten Platz zu erhalten. Glauben Sie mir, man kann das nicht durch die sogenannte Sensation erreichen, sondern, wenn man eine wirkliche Schauspielerin ist, nur durch den Glauben an die Aufgabe und durch die innere Verbundenheit mit dem Werk. Wenn so viele Millionen Menschen einen sehen, so muß man sich wenigstens bemühen, ihnen etwas Außergewöhnliches zu sagen. Diese Verantwortung ist beglückend und belastend zugleich." Während man Paula Wessely geaenübersitzt, muß man unwillkürlich an diese in ihrer Grad- linigkeit so phantastisch anmutende Karriere denken. Dieses einfache und natürliche Wiener Menschenkind ist heute in Japan gerade so beliebt wie in Oslo — diese Stimme besiegte die Menschen in allen Himmelsrichtungen. Es ist kaum zu glauben, daß es gerade erst zwei Jahre her ist, als einige wenige Auserwählte im Rosenhügel-Filmstudio in Wien die Filmdebütantin Paula Wessely bei der Probevorführung von „Maskerade" erlebten. Und dann erlebte sie die ganze Welt. Und weitere acht Jahre vorher raunten sich nur einige wenige Theaterfachleute etwas von der großen Begabung der „jugendlichen Salondame" Paula Wessely zu. Das war zur selben Zeit, als die Wessely in Prag Attila Hörbiger als Partner kennenlernte. Die beiden spielien in ben „neuen Herren" und standen sich dann noch oft auf den geliebten Brettern gegenüber. Heute, wo sie das Glück des Privatlebens als Mann und Frau genießen, kommt ihnen beiden dieses „Damals" wie ein Gestern vor. Nach langer Zeit führt sie dieser Film „Die Julika" wieder als Spielpartner zusammen. Im Film sogar zum ersten Male. „Denn bevor man's nicht erlebt, das Leben, kann man es nicht spiegeln, dieses wunderschöne, manchmal ein bissel grausame Leben!" S. F. Wenn der Vorhang aufgeht... Wie der Filmtitel hergestellt wird. Da sitzen wir bequem in unserem Sessel im Parkett ober im Rang und nehmen mit ber Ungebulb ber Erwartung auf ben Beginn bes Filmspiels den Titelvorspann zur Kenntnis als eine unvermeidliche Selbstverständlichkeit. Und keiner der lesenden Zuschauer macht sich Gedanken darüber, wieviel Wollen und Können des Zeichners oder der Zeichnerin in diesen handgeschriebenen Texten zum Ausdruck kommt. Der Titelvorspann eines Films ist mehr als nur ein sachlicher Programmzettel, der die künstlerischen und technischen Mitarbeiter am Film bei Namen nennt. Ein guter Titelvorspann ist wie ein gewandter Ansager vor dem Spiel ein Stimmungsmacher, ber schon durch seine äußere Erscheinung und Aufmachung jeweils auf die Besonderheit des Filmspiels vorbereitet. Ein guter Titelvorspann ist im Verein mit der eigens geschaffen^ Musik als „Ouvertüre" ein wesentticher Teil des ganzen Werkes. Die Konfektionsarbeit im Filmtitel, der maschinelle Druck von Buchstaben, Wörtern und Verzie- rungsleiften, wie er in ber Frühzeit des stummen Films üblich war, ist längst überrounben. Heute ist es die besondere Aufgabe und Kunst des Titelzeichners, das Schriftwerk in feiner zeichnerischen Gestaltung jedem Film wie beste Maßarbeit anzupassen. Sind doch die Möglichkeiten für den zeichnenden Künstler, immer wieder neue und eigenartige Entwürfe schaffen zu können, fast unerschöpflich, da vor der Filmkamera jedes Bild bewegt werden kann und somit auch jeder zeichnerische Einfall ausführbar wird. Mit allen Arten von Schreibfedern, mit dem weichen Kreidestift oder mit dem schmiegsamen Pinsel entwirft der Titelzeichner hell auf dunklem Grund seine Schußbilder und erreicht durch Verwendung der Spritzpistole feinste Zwischentöne und Schattierungen im stehenden Bild. Oder er wirbelt ausgeschnittene und gelegte Buchstaben nach Belieben durcheinander wie Schneeflocken, bis sie sich zu Namen, Zeilen und ganzen Texten zusammen- finden. Wenn er ganz besondere Wirkungen erzielen will, läßt er das Schriftbild plastisch vor dem Hintergrund stehen, als ob es frei im Raum schwebte, läßt die Schrift aus weiter Entfernung nach vorn kommen, schiebt sie von oben oder von unten wie auf einem unsichtbaren Vorhang ins Blickfeld, oder er kippt ganze Zeilen auf oder um wie einen Zaun und richtet das nächste Textbild auf. Fast ebenso unbeschränkt ist er in der Wahl des Hintergrundes. Von der einfachen grauen ober schwarzen Fläche bis zum raumtiefen Sternenhimmel, vom Büttenkarton mit geprägter Schrift bis zur granitenen Steinplatte mit eingemeißelten Buchstaben, vom Tapetenmuster bis zur getuschten Landschaft oder zum Lichtbild kann er jede Kombination verwenden. Selbst auf dem bewegten Filmbild als Hintergrund, zwischen ziehenden Wolken und schäumenden Wogen, zwischen Schissen und Eisenbahnzügen in voller Fahrt oder vor Wäldern und Häuserfassaden kann er seine Schriftzeichen aufleuchten lassen. Immer ist ber Zeichner bemüht, fein Textwerk in Einklang mit dem gesamten Filmwerk zu bringen und mit dem Komponisten des Films eine Ouvertüre aus Schriftbild und Klang zu schaffen. FBN. Nr.l Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zamrtag, 2.Zanuar 195Z Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Januar im Volksmund. Die mittelalterliche Streitfrage wegen des Jahresanfangs hatte viel früher der sagenhafte römische König Numa Pompilius gelöst, der das Jahr nicht mehr mit dem kriegerischen M-ars (März), sondern mit dem doppelgesichtigen Janus (Januar) beginnen ließ. Symbolisch schaut auch der Januar, in der Mitte des Winters stehend, ins alte und neue Jahr hinein, eröffnet den Kreislauf der wieder aufsteigenden Sonne und die Hoffnung auf den lieblichen Frühling. Als Karl der Große den Monaten deutsche Namen geben ließ, wurde der Januar „Wintermonat" getauft. Im Volksmund hieß er auch „Eis- und Schneemond, H-artmonat und Großer Horn" wegen seiner hornharten Kälte. Es gehört nun einmal zu den Eigenheiten des Januar oder Jänner, wenn er sich selbst gleichen soll, den Winter mit aller Strenge regieren zu lassen. Darum auch die auf Jahrhunderte alter Volkserfahrung fußende Spruchweisheit: Große Kälte im Jänner, Gute Ernte im Juni. — Jänner muß vor Kälte knacken, Wenn die Ernte gut soll sacken. — Aber: Wenn der Frost im Jänner nicht kommen will, kommt er sicher im Märzen und April. — Diese Volksbeobachtungen sagen, daß es für Garten und Feld am besten ist, wenn Januar Jänner bleibt, wenn er kalt und schneereich ist, wenn normales Winterwetter ohne außergewöhnliche Erscheinungen herrscht. . Andere Volkssprüche besagen: Ist der Januar hell und weiß. Wird der Sommer sicher heiß. — Trockener Januar, Nasser Juli. — Wenn im Januar viel Nebel steigen, Wird sich ein schönes Frühjahr zeigen. — Im Januar viel Regen, Ist dem Land kein Segen. — Im Januar wenig Wasser, Im Herbst viel Wein. — Ein niederdeutsches Sprichwort sagt: Wann de Dage anfanget to lengen, Fangt de Winter an to strengen. — Neben diesen und zahlreichen ähnlichen Wetter- spriichen allgemeiner Art befassen sich noch sehr viele Volksreime mit dem Wetter an einzelnen Tagen im besonderen. Der Januar bot der ehemals fast durchweg Landwirtschaft treibenden Bevölkerung Muße genug, das Wetter, von dem wir alle mehr oder weniger abhängen, zu beobachten. Und so heißt es im Bauernspruch: Der Tag wächst am Neujahr um einen Hahnen- schritt, An Dreikönigen um einen Sprung und an Lichtmeß um eine Stunde. — Ist das Neujahr schön und klar, Deutet 's auf ein fruchtbar Jahr. — Wenn der Neujahrstag hell ist, Wird das Getreide gut. — Ein Jahr, das fängt mit Regen an, Bringt nicht viel Gutes auf die Bahn. — Wie Neujahr, So der August. Ein vierhundert Jahre alter Volksoers charakterisiert den Januar so: Ich dörr mein Fleisch in Jänners Zeit Ich iß und trink fröhlich ohn' Neid. Kein Blut will ich jetzt von mir lo'n, Denn es ist nicht g'sund in diesem Mon. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Seiner Gnaden Testament" (NS.-Kulturgemeinde). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Julika." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht mit dem Kaiser." — NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 Uhr „Wir tanzen ins neue Jahr" im Cafe Leib. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr „Die weiße Fürstin" (Uraufführung); 19 bis 21.45 Uhr „Der Zarewitsch." — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Julika." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht mit dem Kaiser." Stadttheater Gießen. Heute abend findet die 6. Vorstellung für den Theaterring der NS.-Kulturgemeinde statt. Zum ASV.- und MW.-Arbeit am Jahresende. Von Gauamtsleiier Haug, Darmstadt. NSG. Ein lleberlick über die Arbeit des Amtes für Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes im Gau Hessen-Nassau ergibt am Ende des Jahres 1936 die erfreuliche Feststellung, daß das Aufbringen und die Leistungen der vergangenen Jahre mindestens erreicht, eher aber verbessert werden. Es steht somit heute schon fest, daß das Gesamtergebnis des 4. Winterhilfswerkes des deutschen Volkes mindestens nicht hinter den Zahlen des letzten WHW. zurücksteht. Auch die weiter laufenden Leistungen der 71$.- Volkswohlfahrt im Gau Hessen-Nassau weisen eine beachtlich aufsteigende Kurve auf. Es ist erneut der Beweis erbracht, daß auch im Jahr 1936 der Gedanke der deutschen Volksgemeinschaft immer tiefer Wurzel gefaßt hat und nicht eine vorübergehende Erscheinung des nationalsozialistischen Umbruches bedeutet. Deutscher Sozialismus und deutsche Volksgemeinschaft sind die tragenden Grundsäulen unseres Volkes und Staates geworden. Das ist die Bilanz des Jahres 1936! Sie wird uns Verpflicht» ng und Parole an der Schwelle des neuen Jahres für unsere Arbeit sein! Das Winterhilfswerk der Beamtinnen im Gau Heffen-Naffau. NSG. Wie im vergangenen Jahre, so stellte auch dieses Mal die Abteilung „Weibliche Beamte" im Reichsbund der Deutschen Beamten, Gau Hessen- Nassau, sich freudig in den Dienst des Winterhilfswerkes 1936. Die mit großer Liebe und Sorgfalt selbstgefertigten Gegenstände mit einem Gesamtwert von über 6000 Mark verblieben in den einzelnen Kreisen des Gaues und wurden dort bedürftigen Volksgenossen zugeführt. Mit diesem Hilfswerk haben die weiblichen Beamten im RDB., wie fchon so oft, erneut bewiesen, daß sie den nationalsozialistischen Leitsatz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" in die Tat umzusetzen verstehen. letztenmal der große Erfolg: „Seiner Gnaden Testament", Komödie von Hjalmar Bergman. Die Spielleitung führt Hans Geißler. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Der Spielplan des Sladtthealers vom 3. bis 10. Januar. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die 8. Morgenveranstaltung des Stadttheaters am 3. Januar bringt eine Gedenkfeier zum 10. Todestag des Dichters Rainer Maria Rilke. Die Feier ist von literarischer Bedeutung, da das Frühwerk Rainer Maria Rilkes „Die weiße Fürstin" zur Uraufführung gelangt. Rilke gab diesem Werk den Untertitel „Eine Szene am Meer". Es ist ungefähr um 1898 entstanden. Es ist das Verdienst des Intendanten Hermann Schultze-Griesheim, sich dieses Werk zur alleinigen deutschen Uraufführung gesichert zu haben. Es wirken mit: Die weiße Fürstin: Inge Birkmann; Donna Lara, ihre Schwester: Charlotte Krause; Amadeo, der Haushofmeister: Hans Geißler; der Bote: Peter Schorn; zwei Manner mit der Maske: Fritz Koch, Rüdiger Schuster. Die Spielleitung führt der Intendant. Das Bühnenbild schuf Karl Löffler. Kostüme: Willi Endrich. Die Gedenkrede zum Todestag des Dichters hält der Intendant. Wir bitten unsere Besucher, die Feier nicht durch zu spätes Kommen zu stören. In Anbetracht der besonderen Bedeutung des Tages wurden die Eintrittspreise um ein Geringes erhöht. Für unsere Platzmieter ist der Eintritt wie üblich frei. Anfang der Morgenveranstaltung 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend geht der große Erfolg „Der Zarewitsch", Operette von Franz L^har in Szene. Die musikalische Leitung führt der Kapellmeister Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung: Irmgard Zenner. Anfang der Vorstellung 19 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Außer Miete. (Zum letztest Male.) Dienstag, 5. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr „Prinzessin Nofretete", Operette von Nico Dostal. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Dienstag-Miete. 15. Vorstellung. Mittwoch, 6. Januar, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr, Erstaufführung „Gyges und sein Ring", Trauerspiel von Friedrich Hebbel. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Mittwoch-Miete. 15. Vorstellung. Donnerstag, 7. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, Einmalige Vorstellung zu kleinen Preisen „Towarisch", Komödie von Jacques Deval. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Außer Miete. Freitag, 8. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr, „Zweites Orchesterkonzert", Solist: Georg K u l en- kampff, Berlin. Leitung: Prof. Stefan Temes- v a r y. Freitag-Miete. 15. Vorstellung. Sonntag, 10. Januar, Anfang 15 Uhr, Ende 17.15 Uhr. Auf vielfachen Wunsch. Unwiderruflich letzte Wiederholung, „Prinzessin Allerliebst", oder: Der wundersame Regenschirm. Märchen von Forster. Spielleitung: Karl V o l ck. Außer Miete. — Von 19 bis 21.30 Uhr, Wiederholung der großen Silvester-Aufführung „Charleys Tante", Schwank von Thomas. Spielleitung und Bearbeitung: Der Intendant. Musikalische Leitung: E. Bräuer. Außer Miete. Georg kulenkampff, der große deutsche Geiger, welcher uns schon im vorigen Jahr mit seiner großen Kunst erfreut hat, ist, wie wir soeben hören, als Solist für das zweite Orchesterkonzert im Stadttheater gewonnen worden. Russischer Liederabend der Stadlmissron. Heute, Samstag, 2. Januar, 20 Uhr, findet im Saal der Stadtmission, Löberstraße 14, ein russischer Liederabend statt. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. NEV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Belr.: Lebensmiktel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 5. und Mittwoch, 6. Januar, von der NS.-Frauenschaft durchqeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Betr.: Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgeforbert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. Januar, täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden. Der Gebietssührer der H). zur Jahreswende. Kameraden des Gebiets Hessen-Nassau! hinter uns tiegt ein Jahr schwerster gemeinsamer Arbeit und zugleich das Jahr der größten Entscheidung! Wit Freude und Stolz blicken wir alle zurück auf überstandene harte Prüfungen und errungene stolze Erfolge. Unser Ringen geht weiter um die Seele der deutschen Jugend. Wir begnügen uns nicht mit einer äußeren „Totalität", mit einer bloßen „Wit- gliedschaft" aller, sondern wir fordern von jedem den ganzen Wenschen, den Geist, den Körper, die Seele, den Eharakter. Das ist unsere Totalität! Wir stehen erst am Anfang unseres großen Marsches. Für das Iahr 1937 gilt deshalb die alle unerbittliche Parole: „Vorwärts, vorwärts...!“ heil Hitler! Der k. Führer des Gebiets Hessen-Nassau: Brandt, Oberbannführer. 7lEV., Ortsgruppe Mitte. Betr.: Kohlenabrechnung am 5. Januar. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlen« scheine der Serie C am Dienstag, 5. Januar, 20.30 Uhr, auf unserer neuen Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 5. Januar eingereichte Scheine sind wertlos. Kreisfilmstette. Der Groß-Tonfilm „Der höhere Befehl" und „Tag der Freiheit — Unsere Wehrmacht" wird von der Gau-Filmstelle Hessen-Nassau an folgenden Terminen und Orten vorgeführt: Sonntag, 3. Januar in Großen-Buseck, nachmittags und abends; Montag, 4. Januar in Reiskirchen, nachmittags und abends; Dienstag, 5. Januar in Londorf, nachmittags und abends; Mittwoch, 6. Januar in Allendorf, nachmittags und abends; Donnerstag, 7. Januar in Treis, nachmittags und abends; Freitag, 8. Januar in Steinbach, nachmittags und abends; Samstag, 9. Januar in Heuchelheim, nachmittags und abends; Sonntag, 10. Januar in Großen-Linden, nachmittags und abends; Montag, 11. Januar in Holzheim, nachmittags und abends; Dienstag, 12. Januar, in Gambach, nachmittags und abends; Mittwoch, 13. Januar in Wohnbach; Donnerstag, 14. Januar in Steinfurt; Freitag, 15. Januar in Beienheim; Niederlage: Jean Weisel, Hießen, Sonnenstraße 6, Tel. 3888 Gießener Stadiiheaier. Brandon Thomas: „Charleys Tante". Diese Tante ist nicht totzukriegen. Vor acht Jahren sähen wir sie zum letztenmal, auch zu Silvester. Jetzt hat man sie wieder aus der Versenkung geholt, abgestaubt, aufgeputzt, frisch onduliert. Intendant Schultze-Griesheim hat sie persönlich einer Bearbeitung unterzogen: er hat vor allem die Musik von Richard R ö h r l dazu benutzt, dem Schwank einen parodistischen Anstrich zu geben, wobei der Ton abwechselnd auf opernhafte, melodramatische und revuemäßige Effekte gelegt wurde. Das kann die falsche, verkleidete, untergeschobene Tante männlichen Geschlechts alles vertragen, besonders zu Silvester, wo jedermann auf ungehemmten Ulk, auf entfesselten Betrieb und animierte Laune eingestellt ist. So faschingsmäßig ungebunden und ausgelassen wirkte denn auch die ganze Aufführung. * Heber den Inhalt ein Wort zu verlieren, wäre Raub am heute besonders kostbaren Raum. Denn die Tante ist männiglich bekannt, und wer sie etwa noch nicht kennen sollte, dem wollen wir nichts von dem Spaß nehmen, sie bei der nächsten Gelegenheit persönlich kennen zu lernen. Sie heißt diesmal mit Vornamen Heinrich und mit Zunamen Hub, ist blond und rosig und mit sanftem Embonpoint begabt, ein erfreulicher Anblick; sie wandelt in aufregenden Toiletten durch den Raum, mit gezierter Fistelstimme, neckisch, verschämt, entrüstet, entfesselt. Wenn sie das Lied von der Liebe singt, die ein Geheimnis ist, dann ist alle Welt ganz ergriffen, aber wenn sie am blauen Klavier, frei nach Grock, das Heidenröslein vorträgt und anschließend, mit wehender Boa, einen wild-brasilianischen Tanz zum Vesten gibt, dann schreien die Leute vor Vergnügen. So eine Tante ist das. * Herr Löffler hatte eine fröhliche und bunte Szenerie um das Schwankabenteuer herum gebaut. Herr Walter dirigierte in lebendigem Kontakt mit den verwirrenden und stürmisch bewegten Vorgängen auf der Bühne. Die Ballettmeisterin Irmgard Zenner führte ihre Girls vor, und man sah wieder mit Befriedigung, wie sauber und exakt, mit wieviel rhythmischem Schwung und technischer Durchbildung die kleine Gruppe bei der Sache ist. Auch sonst waren alle Beteiligten in großer sil- vesterlicher Form. Die munteren Eton-Jünglinge Schorn und Walter; sehr niedlich anzusehen die beiden Backfische in Röckchen und Söckchen: Fräulein Prinz und Fräulein Krause; die echte Tante: Frl. Gerhardt, die besonders ihr Antrittslied scharmant herausbrachte; Frl. Birk- mann, neue Begabung für Steptanz, mit einer aparten Anleihe beim Tonfilm „Allotria"; die Herren v. G s ch m e i d l e r (schottisch tariert mit Monokel und greller Lache) und Volck als zwei ältliche Kavaliere von komischer Verliebtheit; die Herren Nieren und Seitz als dienstbare Geister mit und ohne Bart. — * Das Haus war stark besucht und stark in Stimmung. Man ging angeregt und aufgekratzt heim, das neue Jahr wüstdig zu begrüßen und zu begießen. Gastspiel „Das Meister-Sextett." Als sie vor vier Jahren bei uns gastierten, hießen sie noch „Comedian Harmonists“. Natürlich hatten sie damals auch ein anderes Programm, aber sonst hat sich inzwischen nichts oder nur sehr wenig geändert. Geblieben ist ihre bestechende Musizierfreudigkeit, die vollkommene Geschlossenheit des Klangkörpers, die absolute Eigenart ihres Stils, die rhythmische Genauigkeit, die klare Artikulation, die noch im Pianissimo und im verwirrenden, überstürzten Schlagertempo jede Silbe verständlich macht. Sie verfügen noch immer über einen dunklen Baß und einen ganz leicht angesetzten, sehr weichen, italienisch gefärbten Tenor. Die Vokal- Harmonie ihres Gesanges scheint noch immer instrumental empfunden, so daß man — neben der obligaten Begleitung des Flügels — manchmal ein kleines Orchester zu vernehmen glaubt. Sie begleiten sich sozusagen selbst, verzichten aber auf jeglichen Effekt durch die Lautstärke. Sie summen eine Ouvertüre, einen Kanon, bringen Paraphrasen, Variationen, Verzierungen über die Grundmelodie und Synkopen. Es sind sehr hübsche und vor allem lustige Texte in ihrem Programm, aber es kommt bei ihnen viel weniger auf den Text als auf den Ton an. Und der musikalische Eindruck bleibt noch bestehen, wenn sie einen kindlichen Abzählreim fingen oder die freundliche Aufforderung an das Publikum: fünfzehn Minuten Pause. * Sie sind in allen Sätteln gerecht; sie sind ihres eigenen, untopierbaren Stils so sicher, daß sie mühelos die verschiedensten fremden Stilelemente aufnehmen und wiedergeben können: Wiener Walzer von Strauß, ungarischen Czärdäs von Lehar, Berliner Kabarett von 1900 (Walter Kollo), ein heiter melodiöses Marschliedchen auf holländisch, einen witzig pointierten Matrosensong („Ja, der Ozean ist groß"), ein venezianisches Gondellied, eine pantomimisch belebte mexikanische Schauerballade, eine herrliche kleine Parodie „Wenn die Sonja russisch tanzt", in der sie einen Miniatur-Donkosakenchor machen, und einen altägyptischen Ulk „In der Bar zum Krokodil". Gerade in den zahlreichen Zugaben zu den viermal vier Nummern ihres Programms konnte man hören und spüren, roiemet intensive Arbeit und wieviel Kunst in der Mühelosigkeit und Akkuratesse dieses Sextetts sich verbirgt. Die entzückende, ganz zarte „kleine Frühlingsweise" (Humoreske von Dvorak) war eines der musikalisch feinsten Stücke des Abends. — Zum Schluß blieben die Leute, genau wie vor vier Jahren, einfach sitzen, klatschten und trampelten; nur langsam begann das Haus sich zu leeren. Es war ein großer Erfolg. Thyriot. „Die Julika." Gloria-Palast. Das ist die Geschichte vom Honved rittmeister Tamassy und seiner getreuen Magd Julika: eine einfache Geschichte, wie sie gewiß in Wirklichkeit hin und wieder Vorkommen kann und im Film des öfteren — wenigstens was die Handlung oder die Fabel betrifft. (Was nämlich die Darstellung angeht, so wird man dergleichen bis auf weiteres nur einmal zu Gesicht bekommen.) Der Rittmeister hat nach dem Tode seines Vaters den größten Teil feines ererbten Besitztums verkaufen und fein zahlreiches Gesinde entlassen müssen. Nur armselige 60 Joch Land sind ihm geblieben, der einsame Herrensitz — und die junge Magd Julika, die aus freien Stücken bei ihm bleiben will. Sie liebt das Land und ihre Heimat und hängt mit biblischer Treue an ihrem Herrn. Nun leben die beiden, Herr und Magd, ganz allein zusammen auf dem riesengroßen Besitz und.[folgen zusammen an zu arbeiten und ein neues ^fren aufzubauen. Die Julika schafft für drei, im Stall, im Haus, in der Küche, auf dem Felde ... sie säen und ernten zusammen, und alles geht gut, weil sie Mut und Vertrauen und Kraft haben und sich aufeinander verlassen können. Und langsam geht es wieder aufwärts. Auch bleiben sie dabei beide, was sie zuvor gewesen sind: Herr und Magd, der Rittmeister und das einfache, kleine Landmädel. Aber dann kommt der Winter, und dann hört die Arbeit auf; es gibt nichts mehr zu tun, und die beiden sitzen an den langen Abenden beieinander — ein wunderliches, ungleiches Paar, immer noch Herr und Magd, aber nun ift es allmählich so weit, daß ihnen beiden nicht mehr verborgen bleiben kann, daß sie auch als ein Mann und eine junge Frau da miteinander allein in einem großen Schloß sitzen ... Schon fangen sie im Dorf an darüber zu reden und von der Julika abzurücken. Und eines Tages meldet sich auch das frühere Leben, die alte feudale Welt des Rittmeisters wieder: eine junge elegante und verwöhnte Dame taucht auf, und der Rittmeister, lange entwöhnt, glaubt in ihr das Glück feines neuen Lebens gefunden zu haben. 2tber die junge Dow" läßt ihn ganz vergebens warten, die denkt gar nicht daran, mit dem Rittmeister zusammen 60 Joch zu bestellen; beinahe geht sogar die ganze herrliche Ernte darüber zum Teufel. Die Julika kann den Jammer am Ende nicht mehr mit ansehen, fährt nach Wien und sagt in aller Unschuld dem Fräulein Bescheid. Und als sie dann heimkommt und dem Rittmeister beichtet, daß sie alles verkehrt angefangen habe und nun kündigen möchte, bitte, — da ist es endlich so weit: nicht nur das Korn zu schneiden und einzubringen, sondern auch der Rittmeister weiß jetzt genau, wo er hingehört, und wie es mit ihm und der Julika bestellt ist. Dies ist in großen Zügen der Umriß der Fabel, und es würden nicht sehr viele Worte darüber zu verlieren sein, wenn irgendjemand diese Julika spielte. Es ist aber nicht irgendwer, sondern die Wessely, und die macht aus dem Film ein bezauberndes Schauspiel. Es ist verblüffend: sie ist weder das, was man landläufig hübsch nennt, noch hat sie sich irgendwie zurechtgemacht oder aufgeputzt. Sie geht in der schlichten Landmädeltracht umher und läßt sich ein halb lächerliches, halb rührendes Zöpfchen im Rücken baumeln; aber das ist es gerade: sie „spielt" überhaupt nicht, sie ist da, ganz einfach, ein Naturwesen, muß man schon sagen, die herrlichste „Naive", die dem deutschen Film gegenroärtig zu Gebote steht. Ob sie ein kleines Liebeslied singt beim Feueranmachen, ob sie einen Reiterstiefel putzt, ob sie ihr schönes Sonntagskleid, das der Rittmeister gar nicht angeschaut hat, den Pferden auf der Weide zeigt, ob sie sich aus dem Leri- kon bildet, ob sie sich auf ein erträumtes Stelldichein freut ober ihre traurige Beichte ablegt —: immer, in jeder Bewegung, in jedem Schritt, jedem Kopfheben ift sie von einer bestrickenden Einfachheit und Natürlichkeit. Sie hat Herz und hat auch fiumor, eine schalkhaft-', unverdorbene Wnmut, die einfach bezwingend wirkt. Sie, die Wessely, macht die „Julika" zu einem ungewöhnlichen Erlebnis. ♦ Neben ihr, als Rittmeister, Attila .fiörbiaer, Pauls iüngerer Bruder, im Privatleben Paula Wesselns Gatte; er macht das ausgezeichnet: fnnnp, männlich, symvatbisch und gesammelt; feinem Bruder übrigens in manchen S^nen überraschend ähnlich Gut und verhalten auch, ohne falsche Heber« treibung, Gina Fo. lckenberg als Grit von .fieflmers. Sonft gibt es hier nicht viel zu svielen. Gäza von Balvary führt Regie: mit scharfer, aber nicht überfoannter Kontraftwirkuna vielen intim "n und feinfühlig aus^nrbeiteten f^in vrheitcn, nuch fchänen und klaren Sehern- au Kamera stand Franz Planer. — (Syndikat-Film.) * Beiprogramm: ein Marionetten-Varietö; hübsche Aufnahmen aus Mainfranken und Mecklenburg; die neue Wochenschau; ein Vorspann zum „Hof- konzert"; dazu auf der Bühne das Steptanzpaar Rose uni) Red. Thyriot Samstag, 16. Januar in Dorheim, nachmittags und abends; Sonntag, 17. Januar in Wölfersheim, nachmittags und abends; Montag, 18. Januar in Reichelsheim. Den Film „Der höhere Befehl" zeichnen eine auf- rklttelnde, dramatische Handlung, die von Leben, Liebe, Taten und Kampf eines aufrechten Deutschen in Zeiten bitterster vaterländischer Not erzählt, und eine schöpferisch gestaltende Jnszenierungskunst, die Wucht und Spannung, Tragik und Heroismus, packende Milieuschilderung und überwältigende Dramatik zur Auslösung bringt, aus. — Ein Film vom Kampf des starken Herzens, von Triumph der unwandelbaren Treue und vom Sieg des ewigen Deutschtums. Krühjahrs-Kaufmannsgehilfenprüfung Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt uns mit: Die nächste Kaufmannsgehilfenprüfung findet im Februar 1937 statt. Ihr haben sich alle kaufmännischen Lehrlinge, die bis zum 30. Juni 1937 im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen auslernen, zu unterziehen. Anmeldepflichtig sind die Lehrherren, die die Lehrlinge unter Beifügung der nachstehenden Unterlagen auf dem bei der Jndüstrie- und Handelskammer Gießen erhältlichen Vordruck bis spätestens 2 0. Januar 1937 bei der Industrie- und Handelskammer Gießen a n m e l - den müssen. Mit der Meldung sind vom Lehrherrn folgende Unterlagen einzureichen: 1. Das Schulentlassungszeugnis; 2. Alle Zeugnisse der Berufs- und Handelsschulen. 3. Der Lehrvertrag. 4. Ein Vordruck, der die Dauer der Lehrzeit, den Ausbildungsgang, die bisherigen Leistungen und die Führung des Lehrlings bescheinigt. 5. Ein vom Lehrling handgeschriebener Lebenslauf. 6. Ein vom Lehrling auszufüllender Fragebogen. 7. Das gegebenenfalls geführte Lehrlingsbuch. Die unter 1 bis 3 genannten Unterlagen sind im Original, oder in beglaubigter Abschrift beizu- sügen. Voraussetzung zur Zulassung ist u. a. die vollständige Einrichung der angeforderten Unterlagen. Mit der Anmeldung ist vom Lehicherrn für jeden Lehrling eine Prüfungsgebühr von 3 Mark zu entrichten. Der Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen umfaßt die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Geschästsstenographenprüfung Herbst 4936. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit: An der letzten Geschäftsstenographenprüfung der Industrie- und Handeskammer Gießen im Oktober vorigen Jahres nahmen insgesamt 44 Bewerber teil. Das Meldeergebnis kann als sehr erfreulich bezeichnet werden, da die Zahl der Prüflinge wesentlich höher als bei den bisherigen Prüfungen lag. Immer mehr fetzt sich die Erkenntnis durch, daß es für das Fortkommen im kaufmännischen Leben von höchster Wichtigkeit ist, auch auf dem Gebiet der Schnellschrift über besondere Fertigkeiten zu verfügen. Die Praxis wird es zukünftig vielleicht in noch stärkerem Maße als früher be- grüßep, hervorragende Kräfte zu erhalten, die nicht nur die Schnellschrift bestens beherrschen, sondern vor allem auch eine in jeder Weise einwandfreie Uebertragung der Niederschrift des diktierten Stoffes gewährleisten. Von den 44 Bewerbern konnten 14 die Prüfung bestehen. Nachstehend das Ergebnis: 180 Silben: Fritz Reh aus Gießen mit der Note: bestanden. 150 Silben: Gertrud Herrmann aus Gießen mit der Note: gut; Dorothea Linkmann aus Bad-Nauheim: gut; Georg Schaaf aus Gießen: gut; Greta Jochum aus Gießen: bestanden; Wilhelm Krausch aus Gießen: bestanden. Die Vorprüfung in 120 Silben bestanden: Käthe Becker aus Gießen, Willi Heidlindemann aus Gießen, Else Kompf aus Gießen, Otto Kampf aus Gießen, Ilse Lettow aus Gießen, Käthe Prümer aus Gießen, Else Reuschling aus Gießen, Otto Weigel aus Klein-Linden. Kartoffelhöchstpreise bis 34. Januar 4931. Lpd. Für die Abgabe von Speisekartoffeln an die Verbraucher bis 31. Januar 1937 sind für die Städte Frankfurt a. M., Alt-Wiesbaden mit Biebrich, Dotzheim, Schierstein und Sonnenberg, Mainz, Offenbach a. M., Darmstadt und Bingen folgende Höchstpreise festgesetzt worden (Preis je 50 Kilogramm, die erste Zahl für weiße, rote und blaue, die zweite Zahl für gelbe Speisekartoffeln): Bei Abgabe ab Lager oder Waggon des Empfangsverteilers bis zu 3.— und 3,30 Mk.; bei Zufuhr frei Keller des Verbrauchers oder Kleinverteilers durch den Empfangsverteiler bis zu 3,15 und 3,45 Mk.; bei Abgabe von 50 Kilogramm durch den Kleinverteiler bis zu 3,35 und 3,65 Mk.; bei Abgabe von 5 Kilogramm bis zu 0,40 und 0,43 Mk. Für mittlere Städte und Orte, in denen die Speisekartoffeloersorgung überwiegend durch Verteiler erfolgt, werden folgende Höchstpreise festgesetzt: 2,95 und 3,25, 3,05 und 3,35 Mk., 3,25 und 3,55 Mk., 0,39 und 0,42 Mark. In allen übrigen Orten, in denen die Belieferung der Verbraucher überwiegend durch den Erzeuger unmittelbar erfolgt: 2,75 und 3,05 Mark. Für die „Juli" (Niere) erhöhen sich die vorstehenden, für die gelbfleischigen Sorten festgesetzten Ver- brauchechöchstpreise um 1 Mark je 50 Kilogramm, für „Rote Hörnchen" die für weißfleischige Sorten festgesetzten Preise um 2 Mark je 50 Kilogramm und für „Gelbe Hörnchen" die für gelbfleischige Sorten festgesetzten Preise um 2 Mark je 50 Kilogramm. Der Kartoffelwirtschaftsverband Hessen-Nassau bestimmt im Bedarfsfälle mit Zustimmung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — Darmstadt und des Regierungspräsidenten für den Regierungsbezirk Wiesbaden, welche Ortschaften oder Ortsteile in die an zweiter Stelle genannte Kategorie fallen. Der Versandverteilerzuschlag darf höchstens 0,20 Mark je 50 Kilogramm einschließlich des Beitrags an den Kartoffelwirtschaftsverband betragen und ist in den festgesetzten Verbraucher-Höchstpreisen enthalten. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 2. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, ungezeichnete 10, holländische, Klasse B 11, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 28 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, Vi kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 10 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 30 bis 70, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. * ** D i e Stunde der Jahreswende kündigte sich in unserer Stadt schon lange vorher recht geräuschvoll an. Die Jugend ließ es sich sehr angelegensein, den Siloestertag mit vielem Krach zu begehen. Schon in den Morgenstunden knallten in vielen Ecken und Winkeln der Stadt die Feuerwerkskörper und als der Abend hereinbrach, da zischten Frösche und Raketen überall in den Straßen. Selbstverständlich wurde der Hauptoorrat für die Mitternachtsstunde aufgehoben und so war es nicht verwunderlich, daß es auch in diejem Jahre wieder sehr lebhaft zuging, nachdem die Turmuhr zwölf Uhr zu schlagen sich anschickte. Neben den Papierwarengesch^ften und Drogerien, die in diesem Jahre sicherlich einen regen Absatz an Feuerwerkskörpern hatten, war auch für die Spirituosenhandlungen ein großer Tag, denn viele Volksgenossen wollten den letzten Tag des Jahres nach Möglichkeit fröhlich begehen. Schöner alter Sitte gemäß hatten auch die Bäcker ihr Teil zum Silvestertag beigetragen, denn vielfach sah man in den Schaufenstern viele Silvesterbrezeln, die gern gekauft wurden. Darüber hinaus brachten die Bäcker in großen Körben die Brezeln in die Häuser ihrer Kunden. In den Gaststätten fanden sich ebenfalls viele Volksgenossen ein und begingen den Jahreswechsel bei Musik und Tanz. Schönen Höhepunkt der Nacht zwischen den Jahren bildete das volle Geläut der Glocken in den Kirchtürmen über unserer Stadt. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am morgigen Sonntag kann Frau Anna Dörr, Hessenstraße 3, die Verwalterin des Hessenhauses, in geistiger und körperlicher Frische ihren 75. Geburtstag feiern. ** Einstellung von technischen B e - amten-Anwärtern bei der Reichsbahn. Die Deutsche Reichsbahn stellt, beginnend ab 1. Januar 1937, für das Geschäftsjahr 1937 etwa 1200 technische Dienstanfänger sowohl für die Laufbahn im gehobenen mittleren technischen Dienst, als auch für die technische Assistentenlaufbahn neu ein, die sich auf die 27 Reichsbahndirektionen verteilen. Es handelt sich dabei um die bautechnische, maschinentechnische und vermessungstechnische Fachrichtung. Diese Fachrichtung umfassen auch den Hochbau, das technische Sicherungswesen und die Elektrotechnik. Während der jetzt abgekürzten Ausbildungszeit werden gegenüber früher erhöhte Beschäftigungstagegelder gezahlt. Die Lebensaltersgrenze für die Einstellung ist auf 28 Jahre heraufgesetzt. Alle näheren Auskünfte erteilen die Reichsbahndirektionen, an die auch die Bewerbungen zu richten sind. ** Unfall. Am letzten Tage des alten Jahres erlitt die 60jährige Witwe Margarete Wagner, Friedensstraße 25, einen Unfall. Als die Frau einen Kuchen vom Bäcker holen wollte, kam sie zu Fall und erlitt einen schweren Oberschenkelbruch. Die bedauernswerte Frau mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Aus der Tätigkeit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaji. Bezirk Oberheffen im Jahre 4936. lieber die Tättgkeit des Bezirkes Oberhessen der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft soll auch am Ende des Jayres die Bilanz gezogen werden. Mit Freuden kann man feststellen, oaß die Erkenntnis für die Erlernung des Rettungsschwimmens von Jahr zu Jahr sich steigert. Die DLRG. beurkundet drei Fähigkeit s st u f e n im Retten Erttinkender, einschl. Wiederbelebung, sobald die verschiedenen Leistungen, die immer nur Mindestleistungen ausmachen, nach den bestehenden Anforderungen erfüllt sind. Die Urkunden tragen die Bezeichnung: A. Grundschein (Prüsung für Anfänger). B. Leistungsschein (Prüfung der gesteigerten Leistungen). C. Lehrschein (Abschlußprüfung zur Erwerbung der Lehrfähigkeit). Jede Urkunde ist für sich in der angegebenen Reihenfolge zu erwerben. Sämtliche Prüfungen können nur von Lehrscheininhabern abgenommen werden. Die Lehrscheininhaber stellen sich in ehrenamtlicher Tätigkeit für diese edle Sache zur Verfügung. Vom Jahre 1923, seit Bestehen des Bezirkes wurden insgesamt 1186 Prüfungen abgenommen, davon entfallen auf Lehrschein 47, Leistungsschein 196, und Grund schein 977. Im vergangenen Jahre 1936 wurden alleine 5 Lehrscheine, 38 Leistungsscheine und 196 Grundscheine erworben. Die Bedingungen für die erste Prüfungsleistung sind folgende: 1. 15 Minuten schwimmen, davon 5 Minuten in Rückenlage ohne Armbewegungen. 2. 100 Meter angekleidet schwimmen (ohne Schuhzeug). 3. Daran anschließend: In der Schwimmlage oder beim Wassertreten entkleiden im 2 bis 3 Meter tiefen Wasser. 4. 17 Meter Streckentauchen. Abgang mit Kopfsprung aus 1 bis 2 Meter Höhe. 5. Von der Wasseroberfläche aus zweimal innerhalb 6 Minuten 2 bis 3 Meter Tieftauchen und dabei einmaliges Heraufholen der Tauchpuppe. 6. 30 Meter Retten eines über 14 Jahre alten Menschen, der den Ertrinkenden darstellt, unter beliebig wechselnder Anwendung von Achsel- und Kopfgriff. 7. Praktische Ausübung der Rettungs- und Befreiungsgriffe an Land und im Wasser als Vorführung. 8. Theoretische Erklärung und praktische Aus- führung der Wiederbelebungsmethoden nach Schäfer und Kohl^ausch. Alle diese Bedingungen müssen innerhalb sechs Wochen erledigt sein. In engster Zusammenarbeit mit der freiwilligen Sanitätskolonne werden Lehrgänge abgehalten, die zur Ausbildung der Rettungsschwimmer in der Schwimmfettigkeit im Retten, sowie in den Rettungsgriffen und Wiederbelebung dient. Wenn in dem Bezirk Oberhessen schon über 1000 ausgebildete Rettungsschwimmer hervorgegangen sind, so kann wohl schon von einer segensreichen Arbeit gesprochen werden. Trotz der erhöhten Badeziffern sind die Ertrinkungsfälle nicht höher geworden. Ueberall stehen ausgebildete Rettungsschwimmer auf der Wacht, die sich in selbstloser Weife einsehen werden, ein Menschenleben vom Ertrinkungstode zu erretten. Wir erwarten von allen gesunden deutschen Volksgenossen, daß sie sich als Rettungsschwimmer ausbilden lassen, damit der Wille unseres Führers, des deutschen Volkes Schaffenskraft zu erhalten, erfüllt wird. Oberheffen. CanMreis Gießen. X Wiefeck, 1. Jan. Am 2. Januar können die Eheleute Heinrich Rodenhausen IV. und Anna Maria, geb. Duchardt, gebürtig aus Lauterbach, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. * Wiefeck, 1. Jan. Der hiesige Turn ve rein hielt, entsprechend einem alten Brauch, im Saalbau Braun seine S i l v e ft e r f e i e r ab. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Eine Musikkapelle wartete mit guter Musik auf, die Gesangsabteilung des Turnvereins brachte unter Leitung von Chormeister Meyer einige Lieder zu Gehör; ein Teil des Abends wurde mit der Aufführung eines Volksstückes und eines Singspieles ausgefüllt. Gegen Mitternacht hielt der Vereinsführer D a u p e r t eine Ansprache, in der er ausführlich über die turnerischen Erfolge des Vereins im Jahre 1936 berichtete. Gleichzeitig sprach er über das große Erlebnis der Olympischen Spiele und die großen deutschen Erfolge. Mit dem Wunsche, daß die Arbeit unseres Führers zum Wohle unseres Vaterlandes auch weiterhin gesegnet sein möge und mit einem Gedenken des Führers schloß der Redner. Im weiteren Verlauf des Abends wurden verschiedene Mitglieder mit Auszeichnungen bedacht. Heinrich Hoffmann erhielt für 50jährige treue Mitgliedschaft ein ae- rahmtes Diplom, Ernst Schöffmann, der bei den deutschen Geräte-Meisterschaften den 33. Sieg in der Meisterklasse errang, wurde Unfalls mit einer Urkunde bedacht. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden folgende Kameraden ausgezeichnet: Heinrich Frank, Otto Göbel, Ernst B i e r a u, Johann Schneider, Adolf Ju n g und Wilhelm Deibel. Mit einigen humoristischen Darbietungen und kameradschaftlichem Beisammensein fand Der Abend seinen Abschluß. 00 Staufenberg, 1. Jan. Dieser Tage hielt der hiesige Schw e i n e v e r si ch e r u n g s v e r e i n in der Wirtschaft von Heibertshausen seine Generalversammlung ab. Die Einnahmen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1883 RM., Die Ausgaben betrugen 1338 RM. 200 RM. des Überschusses wurden dem Reservefonds zugewiesen und 345 RM. auf neue Rechnung vorgetragen. Heinrich Vogel IV. wurde wiederum zum ersten Vorsitzenden bestimmt. ch Lumda, 29. Dez. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt am zweiten Feiertag einen Gemeinschaftsabend mit Konzert ab. Der Saal von Schultheis war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Kameradschaftsführer hielt eine kurze Ansprache, wies auf den Sinn des Abends hin und umriß Dann die Geschehnisse der Gegenwart. Er forderte zum Opfermut für unsere deutsche Sache auf. Der besondere Gruß des Kameradschastsfüh- rers galt den jungen Soldaten, die zum ersten Male auf Urlaub gekommen waren. Zwei Theaterstücke, die im Laufe des Abends zur Aufführung gelangten, fanden ungeteilten Beifall. <£ Saasen, 1. Jan. Hier sind seid einiger Zeit Baumfrevler am Werk. Im vergangenen Frühjahr wurden an der Kreisstraße Saasen— Bollnbach mehrere junge Obstbäume gepflanzt. Im Laufe des Sommers wurde ein Bäumchen aus der Erde gehoben, ein anderes glatt abgebrochen. Nun wurden wiederum weitere vier Bäumchen abgebrochen. Hoffentlich gelingt es, der Täter bald habhaft zu werden und sie der gerechten Strafe zu- zusühren. X Hausen, 1. Jan. Unser früherer langjähriger Kirchenvorsteher, Zimmermann Ludwig Schlund!., kann mit seiner Ehefrau Elisabetha, geb. Reitschmidt, am 2. Januar das Fest der goldenen Hochzeit feiern. * Hausen, 1. Jan. Am morgigen Samstag, 2. Januar, kann unser Mitbürger, der Zimmermann Ludwig S ch l u n d t I. und Frau Elisabetha, geb. Reifschmidt, bei guter Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit feiern. —Watzenborn-Steinberg, 2. Jan. Heute kann Frau Elisabethe Häuser Witwe, Bahnhofstraße 26, in verhältnismäßiger körperlicher und geistiger Frische ihren 8 2. Geburts- t a g feiern. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 1. Januar. Dieser Tage konnten der hiesige Landwirt Friedrich Diehl III. und Frau Katharine, geb. Lein, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Der Gesangverein brachte seinem Mitglied ein Ständchen, wobei der Chorleiter die Verdienste hervorhob, die sich der Jubilar im Laufe der 25 Jahre, die er dem Verein angehört, erwarb. Preußen. Kreis Wetzlar. + Kinzenbach, 29. Dez. Im Saalbau Peusch hielt der Männergesangverein „Fortuna" seine Weihnachtsfeier ab. Musik und Chorvorträge leiteten den Abend ein. Der Dereinsführer begrüßte die Teilnehmer. Gemeinsam gesungene Lieder und Chordarbietungen des Vereins leiteten über zu einer Theateraufführung, die sehr beifällig ausgenommen wurde. ö Krofdorf, 1. Jan. In den letzten Tagen des abgelaufenen Jahres waren in unserer Gemeinde dicht hintereinander eine Reihe von Sterbefällen zu verzeichnen. Am Silvestertag wurde der älteste männliche Einwohner von hier und zugleich der letzte Veteran von 1870/71 Philipp Krombach zur letzten Ruhe geleitet. Der Verstorbene erreichte nach einem arbeitsgesegneten Leben ein Alter von über 89 Jahren. — Die durch die Pensionierung des Konrektors W. Drescher seit einem Vierteljahre vakante Lehrerstelle an der hiesigen Schule wurde ab 1. Januar 1937 mit dem Lehrer Friedrich Schmidt aus Berghausen, Kreis Wetzlar, besetzt. Der bis zu den Weihnachtsferien die Stelle verwaltende Schulamtsbewerber Gerhard Haag erhielt seine Ueberweisung zur Uebernahme eine Schulstelle in den Regierungsbezirk Trier. < Wißmar, 28. Dez. Der hiesige Turnverein hielt am zweiten Weihnachtsfeiertag feinet Weihnachtsfeier ab, die sehr gut besucht war^ Mit Musik wurde die Feier eingeleitet, dem eirt gemeinsam gelungenes Weihnachtslied folgte. Dereinsführer Hermann hielt eine kurze Begrüßungsansprache und schilderte den Zweck solcher Feiern im Verein. Die Turner zeigten Freiübungen und Uebungen am Barren und Pferd. Der Dietwart des Vereins, W. Todt, hielt eine Ansprache, der das gemeinsam gesungene Lied „O Deutschland hoch in Ehren" folgte. Die Spielschar brachte zwei Theaterstücke zur Aufführung, die großen Anklang fanden. Bei kameradschaftlicher Unterhaltung blieb man noch einige Stunden beisammen. <£ Wißmar, 1. Jan. Nach der kirchlichen Statistik der Kirchengemeinde Wißmar-Launsbach wurden im vergangenen Jahre 35 Kinder in Wißmar und 5 Kinder in der Klinik zu Gießen getauft. 22 Knaben und 23 Mädchen wurden konfirmiert. Getraut wurden 26 Paare. Für Launsbach wurden 18 Taufen, 9 Konfirmationen und 12 Eheschließungen verzeichnet. In Wißmar verstorben 25, in Launsbach 6 Gemeindeglieder. ED Dutenhofen, i. Jan. Bei einer dieser Tage in der hiesigen Gemarkung abaehaltenen Treibjagd wurden 28 Hasen, 1 Fasan und 2 Rehe geschossen. — Der hiesige Turnverein hielt in der Gastwirtschaft „Gambrinus" fein Winteroergnügen. Lehrer Gaß schilderte dabei den Werdegang der Turnerei im Orte und sprach dann über die Zielsetzungen der Turnerei im Dritten Reich. Eine Theateraufführung, von Mitgliedern des Vereins bestritten, fand alle Anerkennung. Eine Musikkapelle trug zur weiteren Unterhaltung bei. Kreis Biedenkopf. m. Gladenbach, 1. Jan. In einer nächtlichen Feierstunde versammelte sich die Einwohnerschaft Gladenbachs auf dem Hindenburgplatz zur Eröffnung des 700. Jahres nachweisbarer Gladenbacher Geschichte. Bürgermeister Müller gab zunächst einen Rückblick auf das Jahr 1936, auf die wirt- chaftlichen Besserungen, die es gebracht hatte und levmittelte dann einen Ausblick auf das bevor- tehende Jahr. Insbesondere wies er auf die Feiern anläßlich des 700. Bestehens der Stadt hin. Ortsgruppenleiter Eckhardt sprach über den Sinn der historischen Feier, in der eine Bindung an die Heimat, an Blut und Boden zum Ausdruck komme. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Nationallieder klang die historische Feierstunde aus. 25 Jahre Opel. Bon der Schlosserwerkstatt zum großen Automobilwerk. FWD. Frankfurt a. M., 31. Dez. Für die Opel-Werke und damit für die gesamte Automobilindustrie Europas bedeutet das Jahr 1937 einen Markstein in der Entwicklungsgeschichte des Automobilbaues der gesamten Welt. Aus einer winzigen, kleinen Nähmaschinenschlosserei, gegründet 1862 von dem damals 25jährigen Schlosser Adam Opel, ist in 75 Jahren ein Welthaus geworden, das weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus zu einem für den internationalen Automobilmarkt wichtigen Faktor geworden ist. Mit einer Jahresproduktion 1936 von über 120 000 Wagen hat dieses Werk sich einen Platz in der vordersten Reihe der Automobilproduzenten der Welt errungen. Uebertroffen nur von den nordamerikanischen Giganten steht Opel heute etwa an achter Stelle der Weltrangliste. Was das für den deutschen Automobilexport bedeutet — in vielen Ländern der Erde zählt Opel heute zu den meist gelieferten Wagen — zeigen folgende Zahlen: Der Opelinlandsabsatz ist 1936 gegenüber 1935 um 16 v. H., der Auslandsabsatz dagegen um 40 v. H. gestiegen. Mit Schrecken gedenkt man in Rüsselsheim des Katastrophenjahres 1932, in dem es trotz verzweifelter Anstrengungen nicht möglich war, mehr als insgesamt 20 913 Wagen, also knapp ein Sechstel der letztjährigen Jahresproduktion, abzusetzen, und mit freudiger Zuversicht blickt man dort heute, geschützt und gefördert vom Nationalsozialismus, dem Opel- Jubilaumsjahr 1937 entgegen, dem Jahr, in dem man außer dem 75jährigen Bestehen des Werkes, den 100. Geburtstag seines Gründers und die 500. Wiederkehr des Gründungsjahres der Stadt Rüsselsheim, der Opelstadt, zu feiern haben wird. Schweres Unglück am Silvesterabend. Ein junger Wann getötet, zwei Personen schwer verletzt. Lpd. Frankfurt a. M., 1. Jan. Am Silvesterabend ereignete sich in der Schneckenhofttraße im Stadtteil Sachsenhausen ein schweres Unglück. Ein 18jähriger junger Mann namens Oser versuchte» mehrere mit Karbid gefüllte Büchsen zum Explo- dieren zu bringen. Beim Anzünden flogen die Büchsen, die sich schon zu stark mit Gasen gefüllt hatten, auseinander. Die Splitter trafen den jungen Mann so unglücklich, daß er auf der Stelle getötet wurde. Eine dabeistehende Hausangestellte und ein weiterer junger Mann wurden schwer verletzt. Während Ke Hausangestellte in hoffnungslosem Zu st and darnjede rl i e g t, mußte t)fm verletzten jungen Monn noch in der Nacht ein Arm amputiert werden. Versuchter Kaub in der Neujahrsnacht. Lpd. Frankfurt a. M., 1. Jan. Am 31. Dezemder gegen 20.30 Uhr wurde im Goldbergweg im Stadtteil Oberrad ein von der Arbeit kommender Radfahrer von einem Unbekannten zum A b st e i - gen aufgesordert. Als er trotzdem weiterfuhr, wurde er nach zehn Meter von einem zweiten Mann vom Rade gerissen und aufgefordert, fein Geld herauszugeben. Der Radfahrer setzte sich zur Wehr und versetzte dem Mann einen Tritt in den Unterleib, so daß der Täter zusammenbrach. Da inzwischen der erste Täter herankam, ergriff der Radfahrer die Flucht. Als er nach kurzer Zeit an den Tatort zurückkehrte, waren die beiden Männer verschwunden. Es ist anzunehmen, daß sich die beiden verabredet hatten, den Radfahrer gemeinsam zu überfallen und. zu b e r a u b e n. Wahrscheinlich hat der eine Täter durch den Tritt in den Unterleib ern st hafte Verletzungen erlitten. Wieder sehr große Schweinezufuhren. Fwd. Frankfurt a. M., 30. Dez. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt nahm nach den Feiertagen den erwarteten stillen Verlauf. Die Zufuhren lagen im Vergleich zu denen der Weihnachtswoche schwächer und waren für den erfahrungsgemäß verringerten Verbrauch mehr als aus- reid)£ertt). Die Beschaffenheit der Tiere entsprach im großen und ganzen den Anforderungen, yn preislicher Hinsicht ergaben sich bei Rindern, Schafen und Schweinen nur geringe Abweichungen, während Kälber infolge des Ueberangebots einen merklichen Nachlaß hinnehmen mußten. Die Märkte wurden im wesentlichen ausverkauft. Abermals sehr starken Zutrieb hatte der S ch w e i n e m a r k t, an dem mit 7286 noch mehr Tiere als für den wesentlich höheren Feiertagsbedarf zum Verkauf standen (in der Vorwoche 7227). Die bisher in Kraft gewesenen Preise wurden zum letztenmal notiert. Mit Beginn des neuen Jahres treten bekanntlich an Stelle der starren Jahrespreise Saisonpreise, die insbesondere für fette Schweine etwas niedriger liegen. Infolgedessen war das Angebot an Fettschweinen auch nochmals sehr groß, da die Erzeuger möglichst noch den alten Preis mitnehmen wollten. Während Fleischschweine den Metzgern zugeteilt wurden, kam der größte Teil des Fettschweineangebots der Vorratsbewirtschaftung zugute, wo es hauptsächlich wie in 1934 zu Dosenkonserven verarbeitet wird. Das Angebot an Großvieh ging auf 643 (1060) Stück zurück. Die Qualität war mittel, bei fast unveränderten Preisen wurden die Tiere den Metzgern zugeteilt; Kühe der Klassen C und D wurden frei verkauft. Neue Preise erfahren auch Rinder, wo in den Frühjahrs- oder Sommermonaten geringe Zu- und Abschläge erhoben werden, um den Versand nach den jeweiligen Zuschußgebieten, zu denen auch die Märkte im Rhein- Main-Gebiet gehören, zu lenken. Das Geschäft am Kälbermarkt nahm einen sehr schlappenden Verlauf, da wider Erwarten sehr starkes Angebot vorlag, das sich nur bei Preis- konzessionen und da nur mit Mühe räumen ließ. Die Zufuhr stellte sich auf 1210 (1426) Stück. Während beste Tiere ihren vorwöchigen Preis etwa behaupten konnten, ließen mittlere und geringere Qualitäten bis zu 10 Mark je 50 Kilogramm Lebendgewicht nach. Die angelieferten Tiere waren durchschnittlich von mittlerer Be chasfenheit. Am Hammel - und Schafmarkt war noch keine Anregung im Absatz zu verspüren. Immerhin wurden die zugeführten 116 (102) Tiere bei mittlerem Geschäftsgang zu den letzten Preisen ausverkauft. Ab 1. Januar treten bekanntlich auch für Hümmel und Schafe Höchstpreise in Kraft, so daß nunmehr alles Schlachtvieh an ein Festpreissystem gebunden ist. Zuchthaus für einen „Hellseher". LPD. Darmstadt, 1. Januar. Die Große Strafkammer verurteilte den 51jährigen Johann Wiederhold aus Darmstadt wegen Betrugs usw. zu drei Jahren und vier Monaten Zuchthaus. Die weaen Beihilfe Mitangeklagte 40jäh- rige Frau K. aus Langen wurde mangels Beweises freigesprochen. Wiederhold hatte als Hellseher" gegen Entgelt Handschriften gedeutet, Diebstähle „aufgeklärt", in Ehe - und Liebessachen Ratschläge erteilt. Er behauptet, schon als Kind hellseherische Fähigkeiten gezeigt zu haben. In späteren Jahren hat er dann seine Kunden insbesondere auch zum Lotteriespiel angeregt, wobei er sich, auf seine Beziehungen zur Generaldirektion der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie hinweisend, bestimmte Losnummern mit hohen Gewinnchancen durch Summen bis zu 200 Mark bezahlen ließ, ohne daß natürlich jemals ein Los durch seinen Einfluß gewonnen hätte. In einem Falle hat er sogar davon gesprochen, er könne mittels Geldzuwendungen an den Herrn Oberstaatsanwalt schwebende Verfahren für Öen betreffenden Kunden aünftig beeinflussen. Tatsächlich hat der Angeklgate mit der Frau K., mit der er ein Liebesverhältnis hatte, dieses Geld auf Reisen usw. durchgebracht. Er hat sich auf diese Weise, ohne in irgendeinem Fall wirklich Hilfe zu leisten, im Verlauf weniger Jahre im ganzen rund 13 000 Mark verschafft. Von einem Postschaffner hat er 3- B. für die „Bearbeitung" einer Erbschaftssache nach und nach 2600 Mark bekommen. Rundfunkprogramm Sonntag, 3. Januar. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Morgenmusik. 9: Kath. Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: „Uns ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruh'n. 10.45: Chorgesang. 11.15: Erzähler unserer Zeit. 11.30: Vom wahren Opfer. 12: Musik am Mittag. 14.: Kinderstunde. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 15.45: Hörbericht vom Endspiel um den Tschammer-Osten-Pokal zwischen VfB. Leipzig — Schalke 04 im Olympia- Stadion, Berlin. 16: Musik zur Unterhaltung. 18: „Der ganzen Welt ein glückliches und gutes neues Jahr!" 18.30: Das Spiel von der Zeit. 19.50: Sportbericht. 20: Bitte woi... ter! Tanzabend. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportspiegel des Sonntag. 22.30: „Wir bitten zum Tanz!" 24 bis 2: Nachtkonzert. Hlonfag, 4. Januar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: Arbeiter, fanget an! Betriebsappell zum Arbeitsbeginn des Jahres 1937. 8.45: Musik zur Frühstückspause. 9.45: Nachrichten. 11: Hausfrau, hör' zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschautomat — frisch aufgefüllt! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: „Ein auslandsdeutscher Dichter kämpft für sein Volkstum". Eine Würdigung des siebenbürgifchen Erzählers Erwin Wittstock. 17: Unterhaltungskonzert. 17.30: „Zwoa Brettln, a gführiger Schnee..." Mit KdF. in den Schwarzwald. 18: Musik für alle. 19: Aergern ist Unfug. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Klänge aus der Westmark (1). 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Dienstag, 5. Januar. 6 Uhr: Waldandacht, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.30: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast / Seid bei Frau Musika zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Die deutsche Frau. Maria Theresia — Mutter und Kaiserin. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Die Kunstschätze im Prado von Madrid. 17.45: Nachtflugpost über Deutschland! 18: Konzert. 19: Mädel bei Spiel und Sport — seit wann gibt's denn das? Hörfolge. 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 3. Januar. Gießen. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker; 17: Pfarrverwalter Damerau. — Mittwoch, 6. Januar. 20: Abendandacht. — Johannesklrche. 9.30: Pfarrer Trapp; 11: Kinderkirche für die Jo- hannesgemeinde; 17: Pfarrer Bechtolsheimer. Bibel- desprechstunde am 3. Januar, 20 Uhr, fällt aus. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Missionar Walther; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Missionar Walther. — Pekruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Ausfeld; 10.45: Kinderkirche für die Petrus- gemeinde. — Dieseck. 10: Gottesdienst; 11: Kinderkirche. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst 1. Abteilung; 13: Kindergottesdienst 2. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Wahenborn-Slein- berg. 13: Gottesdienst. — Cid). 10: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 11: Gottesdienst. — Bettenhausen. 9.30: Gottesdienst. — Rluschenheim. 11: Gottesdienst. — Birklar. 14: Gottesdienst. — Münzenberg. 11: Gottesdienst. — Trals-Münzenberg. 9: Gottesdienst. — Dirberg. 10: Gottesdienst. — Veitsberg. 13: Gottesdienst. Evangelische Stadtmission, Löberstr. 14 (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche). Sonntag, 3. Januar. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 15: Gemeinschaftsstunde (Mitglieder); 20: Allianz-Versammlung. — Mittwoch, 6. Januar. 20.30: Allianz- Gebetstunde in der Stadtmission. — Donnerstag, 7. Januar. 20.30: Allianz-Gebetstunde in der Stadtmission. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 3. Januar. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 6. Januar. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 7. Januar. 20.30: Jugendbundstunde. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 3. Januar. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. Die Opferbereitschaft der SA., der SS. und des RSKK. am 2. und 3. Januar soll allen Vorbild sein. Opfert für die 4. Reichsslraßen- fammlung des WHD. — Dienstag, 5. Januar. 20.15: Allianz-Gebetstunde. — Freitag, 8. Januar. 20.15: Allianz-Gebetstunde. Reuapostolische Gemeinden. Händelstt. 1, Eder- straße 13. Sonntag, 3. Januar. 16 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 2. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 3. Januar. Sonntag nach Neujahr. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7 Messe, Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, 6. Januar. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätstolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst. (Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen.) Aerzte: Dr. Hofmann; Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Engel-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Büchertisch. — Erwin Wittstock: Station One- freit. Verlag Albert Langen-Georg Müller. Preis 80 Pfennig. — (536) — Was an den Erzählungen Erwin Wittstocks, des siebenbürgischen Dichters, immer wieder packt, ist die Macht des über Leben und Tod waltenden Schicksals. Auch in diesen beiden Novellen aus dem Kriege an der Karpathenfront geht es um zwei Schicksale von Menschen jenseits der Grenzen geruhsamen Lebens: einmal um die Tat eines entlassenen österreichischen Leutnants, der seine Ehre über alles stellt, das andere Mal um die Ehrenrettung eines deutschen Offiziers, der auf seltsame Weise in den Bann eines rätselhaften Geschehens gerät. Die gefahrvolle Atmosphäre läßt die menschlichen Verlockungen und Verstrickungen unheimlich aufleuchten. — Gesellschaftsspiel. Von Hilde Hecker. 2 Hefte. Mit je 16 Abbildungen. Kart, je 1,50 Mark. - (558) - verrostet,wenn man es nicht Stt!.. Und Du?. Du hältst den Schlüssel zum erfolg in Deiner Hand: wenn Deine besten Kräfte rosten, weil Du sie nicht hegst und pstegst, dann - bleibt das Glück für Dich ein Schloß, das Du nie öffnen kannst!.. pfleg' Dich - mit Sonne!? Sonne macht gesund und lebenskräftig!! Drum bestrahl' Dich regelmäßig mit „Hanauer Höhensonne". Die kostenfreie Drucksache Nr. M3 oder gegen 60 pf. in Marken d. Nachfchlagcbuch „Ultraviolette Strahlen u. der menschl.Körper" sowie eine Probe- dose „Gngadina Creme" sendet bereitwilligst KarIEgner,medizinischesrachgeschäfl Gießen, Krankfurier Straße 9, Tel. 4191 Sorfühnmn sämtlicher Orlqinalfabrikate der Q >i arilampen-Gesellscka ft m.b.H., Hanau HÖHENSONNE“ -CryiHäC-9f'ak«Ä.- Für Nacheichung geeichte Waagen und Gewichte aller Art SachsesthSft Schmidt Loberstratze 19. 4d Sanitäre Anlagen Heizungen, Reparaturen nur bei Withoffi Spltprsurog____Tp'pfnn •?O37 IMCDDC DRUCKSACHEN W CHOC Brühl. Gießen Ab 1. Januar 1937 bin ich für die Stadt Gießen zu fämtlichen reichsgefetzlichen und kauf- männifchen Berufskrankenkaffen zugelaffen H. Köhres Staatl. gepr. Dentilt Gießen, Kaiferallee 2 ________ 3D Die Brille nach Maß! Brillen Geller Am Bahnhof Gießen Gewissenhafte Anpassung durch erfahrene Fachoptiker! Lieferant aller Krankenkassen waaA Frankfurt am Main Pienfe-MärMe 5. Jan., 2. Februar. 9. M6rz, 13. April, 11. Mal 1937. ZahlreicherAntrieb von Pferden all, Rassen, auch Schlachtpferde, größte Auswahl u. beste Gelegenheit für Kauf u. Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu empfehl. Besicht, u. Handel tags zuvor (Mont.) verbot. Tannen- Anmachholz gibt laufend ab: 7197D Dampfsägewerk Abendstern Ludwig Kröck Telefon 3580 NSASM MW MS Am nach der Naturschuhverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, 0. ö. Prof, der Rechte und Referen» im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenscha't, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem er schienenen Kommentars zum Reichsnafur. schuhgefeh haben hier auf Grund ihrer lang' jährigen Erfahrungen und ihres weitgehen den Einblicks in das Werden der neuen Na^ lurschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Lrgänzungs- bellimnmngen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wistenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fees beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Ticrund Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müflen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- u. Hervarien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckreisig-Verkäufer, Kran?- Linbereien und die mit der über- rvachung der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berttn-Lichlerselde Zwillinge Zwickel 599 L Zwiebelschneiden gehört nicht zu den angenehmsten Arbeiten. Ader Sie brauchen heute nicht mehr dabei „weinen", Ihre Augen nicht mehr dem beißenden Geruch aussetzen: der neue praktische Zwiebelschneider hilft dem ab; Sie erhalten ihn in verschiedenen Ausführungen und für wenig Geld bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Hier abschneidenl Zwickel, meist rautenförmiger Einsatz im Schritt von Unterhosen, Badeanzügen usw., um ihn dehnbarer und haltbarer zu machen. Zwickel oder Raupen nennt man auch die aufgesteppten dicken Nähte auf Handschuhen. Zwicker, Kneifer, Bezeichnung für Augengläser, die durch eine Klammer auf dem Nasenrücken festgehalten werden. Zwieback, Zweiback, Weizenmehlgebäck, das in Scheiben geschnitten und geröstet ist. Zwieback ist sehr leicht verdaulich und daher als Brei mit Milch zubereitet, schon für kleine Kinder bekömmlich. Zwieback, der durch langes Lagern an Schmackhaftigkeit verloren hat, läßt sich nochmals aufrösten oder zu Aufläufen und Süßspeisen verwenden. Zwiebel, unentbehrliches Küchengewürz. a) Winterzwiebel: gelbe und rote Sorten durch Aussaat im März in alt-gediingten. lockeren Boden ziehen. Nicht zu dicht setzen. Oder vorjährige haselnuß- große Zwiebeln als Steckzwiebel im März stecken. Bei genügender Dicke Laub einknicken und nach völligem Welken die Zwiebel an der Luft trocknen, b) Frühlingsoder Weiße Zwiebeln: durch Saat vorziehen und auspflanzen. Liefern im Frühsommer oen Küchenbedarf; sind nicht so scharf und werden deshalb auch zum Füllen mit Fleisch usw. geschmort als Gemüse genossen, c) Kopfoder Luftzwiebel, auch Ewige Zwiebel genannt: tragen auf langem Schaft kleine Vrutzwie- beln. di Schalottenzwiebeln setzen in der Erde um die Mutler- zwiebel herum Brutzwiebeln an. e) Perlzwiebeln, s. dort. Zwiebelgeruch wird ebenso entfernt wie Knoblauchgeruch. Zwiebelmuster, blaues Ornament auf weißem Porzellan, sehr beliebt bei Kaffeegeschirr. Das Muster geht von der Meißener Porzellanrnanufaktvr aus und ist chinesischen Motiven nachgebildet. Zwiegenäht, Bezeichnung für Schuhe, bei denen zum Schutz gegen Nässe ein Lederftreifen zwischen Sohle und Oberleder eingenäht ist. Zwielicht, gleichzeitige Beleuchtung durch natürliches und künstliches Licht ist für die Augen schädlich und soll daher am Arbeitsplatz sowie beim Lesen vermieden werden. Zwilch, fester Leinenstoff, s. unter Drell. Zwillinge sind Mehrlingsgeburten. Unter etwa 80 Geburten findet eine Zwillingsgeburt statt. Die eineiigen Zwillinge find gleichen Geschlechtes, sehen sich ähnlich wie „ein Ei dem anderen". Die zweieiigen Zwillinge können auch verschiedenes Geschlecht haben und müssen sich durchaus nicht ähnlich sehen. Die Zwillinge sind meist kleiner als einzelne Kinder, daher geht die Geburt auch gewöhnlich ziemlich leicht vonstatten. Obwohl Zwillingskinder bei der Geburt öfters kleiner und auch leichter find, so sind sie doch gewöhnlich ebenso lebenskräfttg wie die anderen Kinder. QUALITÄTS wie < v.-,;; rDF X1? 1936X^/1937 3m 3ahre der „gute M begann ein P gen ift. Er hc dauert, und d das muß mm Geduld aufge benachbarten Departement feit drei Jahr den Gemeinde fort verschwel fummen, um gesprochen zu zurückgewiesen 18. Jahrhundei der Berg der Beauforts figi Chapelles den fich von damal gen, Berufung hin, bis jetzt gendes Urteil besitz im Kal chohner von G ihn, das heißt, Plätze. Dafür Eines neue stehenden Ehr britische Goul men. Bet en freiftaat nam Ankunft Rege zwanzig Woc sehen bekomm Die darüber 1 darum am w Lord, die ihn feierlich zum gens, wo im1 besondere E 'S- N ‘(ii* jiMie natu jeboti Äeit einiger 0 na der «■"Ctk® «Ä auch durch 0 , aber --l1 SM' »“‘"■«'ata di s-L SÄi-nd-! Dasz>"""" Titel des M mäbcberi if1 r ZL -7 mM«’1iri jtilelit. ®,e ? dazu, um ®H Taaes wurde verfrüht W das ausgezenh möglid)te .hr Dominga am wird in öen U chen Titel karr ^Fortsetzung Ina Lenk Bewegung da '^ch laß n ° er - und ]? *7 hat mir obzulesen. Un °°r mir ge|to SQr >ch ihm S mir wenig Uauffeur zur lahmt. 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In der Neujahrsnacht entstand in einem Lagerhaus der HI. in Köln-Deutz ein Großfeuer. Obwohl die Feuerwehr den Brand mit 23 Schlauchleitungen bekämpfte, brannte der Dachstuhl vollständig aus. Feldküchen- und anderes Gerät, das im Erdgeschoß stand, konnte gerettet werden. Dagegen sind große Vorräte an Zeltlagermaterial verbrannt. Der Schaden ist beträchtlich. Gebietsführer W a l l w e y begab sich mit seinen Mitarbeitern zur Brandstelle und sorgte persönlich für die Unterbringung der Lagerbesatzung, deren Hab und Gut ebenfalls restlos vernichtet wurde. In einer Stabsbesprechung gab der Gebietsführer sofort die ersten Maßnahmen bekannt, um die große Zeltlageraktion des Jahres 1937, mit deren Vorbereitung bereits Anfang November begonnen wurde, in jeder Hinsicht zu sichern. Heimkehrerschicksal. Vor kurzer Zeit kehrte ein Weilburger aus sibirischer Gefangenschaft heim. Er schrieb an die Frau seines Kameraden aus Egenroth im Kreis St. Goarshausen, daß ihr Mann mit ihm in sibirischer Gefangenschaft und Verbannung geschmachtet habe und diese Verbannung nach 20jähriger Dauer jetzt ihr Ende erreiche. Hoffentlich werde er bald seine Heimat wiedersehen. Von diesem deutschen Soldaten in sibirischer Gefangenschaft ist nie ein Lebenszeichen in die Heimat gedrungen. Er wurde seinerzeit als vermißt gemeldet und später für tot erklärt. Kehrt er nun endlich heim, so wartet seiner eine furchtbare Ueberraschung: während seiner Abwesenheit hat er sein einziges Töchterchen durch den Tod verloren, und seine Frau hat sich wieder verheiratet — mit einem zurückgebliebenen russischen Kriegsgefangenen, mit dem sie in geordneter Ehe lebt. Drei Todesopfer eines Autounglücks. Am Silvestertage ereignete sich in Rochlitz (Sachsen) ein schweres Kraftwagenunglück, das drei Menschenleben forderte. Bei einem Lastkraftwagen einer Berliner Firma versagte bei der Talfahrt in die Stadt die Bremse, so daß der Wagen ins Schleudern geriet. Der Wagen sprang aus der Fahrbahn und fuhr gegen ein Haus, das er bis zur Mitte durchstieß. Dabei wurde eine 25jährige Frau mit ihrem anderthalbjährigen Töchterchen und eine 63 Jahre alte Zeitungsträgerin von dem Wagen erfaßt und gegen das Haus gedrückt. Die drei erlagen alsbald ihren schweren Verletzungen. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Ein fröhlicher Sladtkrieg. In D a y t o n a (Florida) mobilisierte die Frau des kürzlich unter der Beschuldigung, sich an Stadtgeldern vergriffen zu haben, vom Amte entbundenen Bürgermeisters Armstrong im Verein mit fünf Stadträten die O r t s p o l i z e i und die Feuerwehr. Dann verschanzte sich die mit Maschinengewehren und Revolvern bewaffnete „Streitmacht" in der Bürgermeisterei, um der vom Staatsgouverneur ungeordneten Ausweisung wegen „Unfähigkeit im Amte" zu trotzen. Der Gouverneur hat zunächst National-Garde aufge» boten, um nötigenfalls den Bürgermeister mit Gewalt zu entsetzen. Nachspiel zum Explosionsunglück in Varese. Auf Grund der Untersuchung über die Ursache der Gasleitungsexplosion in der norditalienischen Provinzhauptstadt Varese, deren Opfer auf acht gestiegen sind, ist der Direktor der städtischen Gasanstalt verhaftet worden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dis 12.30 Uhr 16 bis 17 Uhr Samstagnachmittag geschloffen. Winterkur für Nervös-Erschöpfte Sanatorium Hofheim im Taunos bei Frankfurt a. M. Telephon 214. ivioV Mäßige Preise. S. R. Dr. M. Schnlze-Kahleyss, Nervenarzt. ——na Oie Verlobung ihrer Tochter Anni mit Herrn Alfred Gast geben bekannt FranzÄetteundFrauLouise geb. Tigges Januar 1937 Gießen Wissen/Sieg Cyemnih/Sa. 32 D Anni Beite Alfred Gast Verlobte Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen u. Stimmungen fachgemäß u. vre'sw. 453l> (MS GieBen, LcdwigstrabeSp. Televti. 2403. Habe meine Praxis eröffnet E. Schlaudraff Dentist Gießen, Bückingstrafoe 5 (Ecke Marburger Straße) Sprechstunden 9—12 Uhr, 2—6 Uhr und nach Vereinbarung 02 Bekanntmachung. Die nächste Kaufmannsgehilfenprüfung findet im Februar 1937 statt. Die Anmeldungen muffen bis spätestens 20. Januar 1937 bei der unterzeichneten Kammer eingereicht sein. Wir machen auf die Veröffentlichung im redaktionellen Teil aufmerksam. 22 d Industrie- und Handelskammer Gießen. Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk. Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mt frei Keller. 383D J. Wellhöf er, Telephon 2313, Marb.Str. 24. Asbest- Platten 1,2,3,4u. 5 mm, wieder am Lager. 204D CarlSchunck Geschäftskarten bei Brühl, Gieüen ZweckSBekampsung oei Schwarzarbeit können Arbeits-Ange bole von Handwerkern nur mit 7!amensnen nung v. unter Vorlage besSewerbenachweijee ausgenommen werden Verlag »«Sieben erAnzetgers wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne Schuheinlagen zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen 46d Friedrichstr. 7 rassen lief erant - OPTIKER MAGNUS Gießen Seltersweg 33 Lieferant aller Krankenkassen ich Wir tanzen ins neue Jahr NS«* Gemeinschaft „ Kraft durch Freude" Heute Samstag, den 2. Januar 1937, abends 8 Uhr, Eintritt einschließlich Tanzgeld 50 Pf. Lichtspielhaus | Heute Samstag Erstaufführung | Ein Abend des Tanzes und fröhlichen Beisammenseins der Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 — — denn wurde bei lonneiP AnmMolz abzuged. Bestell. erb.wirv.Poftt. od.and.Bierver- lagMichel,Wl.ll- torftr.71,T.2479 DampMgewerk Lollar B. Nuhn A. 6.,Lollar Heute Samstag. 2 Januar, abends 8.30 Uhr, — Cat6 Leib — _ Nach Ludwig Anzengrubers Komödie „Der G’wissens wurm“ Else Elster, Georg Bauer, Max Schultes, Berti Schultes, Maria Stadler, Elise Aulinger Einfach und gerade, ehrlich und überzeugend, ein echter Anzengruber ist dieser Film, der die Dusterer und Frömmler in- Unrecht setzt und allem Lebenskräftigen das Wort gibt. Eine jugendfrische Heiterkeit ist der helle Grundton des Geschehens. Im Beiprogr.: „Mainfranken-Weintrauben“ und Fox-Ton-Wocbe. 2a Tägl. 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntag 3,5.30,8.30 Uhr Chrmacliermeislei Ang. Trebbe (neben Marklsirabe 22 wie schon so viele meiner Kollegen wieder ganz gesund. und Rinder, hochtragend oder frifchmelk., auf 94. Milchviehversteigerung in 15V KitzMM $♦ 1V., Städtische Ausstellungshallen am Dienstag, dem 15.Fannar 1937, vorm. 11 Uhr. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos) durch die DesksälWe provlliM-vielioerivertungs-Genoffenskhlifk e.G. m. b.H., Münster i.W., Windthorstftratze 20, Ruf 26644'45. - Ständige Vermittl. von Bieli aller Art (Fett-u.Weidevieh, Ferkel,Läufer,Pferde ufw.) im Saale der Stadtmission, Löberstr. 14 Rnssiseiier Liederabend Von Kammersänger Konstantin Sadko, Tenor, früher an der Staatsoper in Moskau. Begleitung: Herr Organist Itfebeling. Piano aus der Pian0fortehand- Lung Schönau, Bahnhofstraße 76. Programm als Eintrittskarte im Vorverkauf bei der Buchhandlung der Pilgermission, Blockstraße 4. Ca. 200 Milchkühe Haben Sie Mitleid mit Ihren Augen, tragen Sie rechtzeitig eine Brille von Optiker Magnus Seltersweg 33 Kassenlieferant Wkelung* 1 1ertunkeW*;„.r gebt 1 Gieße11’ ”ei Wer Zeitung liest hat mehr vom Leben CARD Y- Erzeugnisse: — — (Jüte und Preiswürdigkeit! Zwinger ÄYste 600 fei Hut, Seide oder Haar. Kopfbedeckung bei festlichen und feierlichen Gelegenheiten, die zum Frack oder Gehrock, zum Frackmantel und schwarzen Paletot getragen wird. Neuerdings gibt man den Zylinderhut in der Garderobe ab. Nimmt man ihn mit, so stellt man den Zylinder- hut unter den Stuhl. Gebürstet werden die Zylinder mit einem Samtkiffen in Richtung des Strichs. Verregnete Zylinder reibt man in Strichrichtung mit einem weihen Tuch, das über Wasserdampf gehalten wird, und bürstet, wenn er trocken ist, mit der Samtbürste. Klappzylinder (Chapeau claque) sind handlicher, werden aber nicht mehr viel getragen. Zur Aufbewahrung müssen sie aufgeklappt werden. Jeden Zylinder bewahrt man in einer besonderen Zylinderschachtel auf. Zypresie (Chamaecyparis), Nadelholz, der Thuja ähnlich (s. d.), trägt aber im Gegensatz überhängende Mitteltriebe. Wird im Ziergarten, auf Friedhöfen, in Anlagen, als Zwergform auch im Steingarten angepflanzt. Zyste ist ein einkammeriger oder mehrkammeriger abgeschloffener Sack mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt. Zysten finden sich häufig an den Eierstöcken. Auch die am Schädel häufig beobachteten Grützbeutel sind Zysten mit breiigem Inhalt. Zysten können oft eine beträchtliche Gröhe annehmen und andere Organe verdrängen oder auf sie drücken. Die Behandlung gehört unbedingt in die Hand eines Arztes. Zwinger, ursprünglich Burgplatz, auf dem wilde Tiere gehalten wurden, heute Bezeichnung für größere Käfige zur Hundezucht. Zwirn ist fester Faden, der aus zwei oder drei Fäden zusammengedreht ist. Leinenzwirn verwendet man zweckmäßig zum Annähen von Knöpfen, da sie dann besser halten, als wenn sie mit einfachem Nähgarn angenäht inü. Es gibt auch Zwirne aus einet Baumwolle, die zur Her- tellung von Häkelkpitzen verwendet werden. Zyankaliumvergiftung ist eine Vlaufäurevergiftung. Die Blausäure ist ein ungemein rasch wirkendes Zellgift. Sie verhindert die Sauerstoffanlagerung an die Zellen und blockiert augenblicklich das Atemzentrum. Das Leichenblut sieht hellrot aus. charakteristisch ist ein Geruch nach bitteren Mandeln. Zyklon, entbehrliches griechisches Fremdwort für Wirbelsturm. Zyklus, entbehrliches griechisches Fremdwort für Reihe, Ring, Folge. Zylinderhut, schwarzer, röhrenförmiger, glänzender oder stump- f I j Feinseife Hautcreme I \ I Rasierseife Parfüm Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife(früherEinjähr.-Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM.17.-, keine Nebengebühren Ein-u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld HM. 19.- keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige in Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handelsfächern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schulgebäude Goethestraße Nr. 32, Telephon 2486. 86i7A stunden täglich 11.30-13 Uhr. 8458Ö Wernerwall 15 Oberrealschul-Lehrplan, realgymnasiale u. gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundareife. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsicht. Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. - Sprech- Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 HrJ viettes Blatt Eietzener Anzeiger (Teneral-Anzeister für Oberheffen) Zamrtag. 2. Januar 1937 j—— i— iijli1» —i ~inr ~n. ingjunmr r' rrr-~ir~' i ww II ■ ———i—m—— und schöne Kleider, soviel du willst. Wenn wir Glück haben .. Ganz deutlich hatte sie diese Worte noch im Ohr. Sie waren das letzte, was er zu ihr gesprochen hatte. Denn nach jenem Samstaa hatte sie ihn nicht mehr wiedergesehen. Zwei, drei Tage lang hatte sie verzweifelt auf ihn gewartet. Bis sie eines Abends beim Nachhausekommen in ihrem Briefkasten einen zusammengeklebten Zettel sand, der in kaum leserlicher Bleistiftschrift die vernichtenden Worte enthielt: „Liebste Ina, ich muß Dich verlassen — ich muß. Du wirst mich nie mehr wiedersehen. Frage nicht, warum. Werde so glücklich, wie Du es verdienst, und denk nicht schlecht von Deinem Rix." Kein Datum, kein Poststempel. Nichts als diese paar armseligen Zeilen, die keine Erklärung geben, leinen Trost und ihr gemartertes Herz in nur noch tiefere Verwirrung stürzten ... O Gott!... Ina Lenk vergräbt mit trockenem Aufschluchzen ihr Gesicht in den Fäusten. Sechs Jahre ist das jetzt her — über sechs Jahre! Und heute noch spürt sie diesen brennenden Schmerz wie eine ganz frische Wunde. Lange noch hatte sie gehofft — auf seine Wiederkehr oder wenigstens auf ein Lebenszeichen. Sie hatte sich nicht entschließen können, Berlin zu verlassen, aus Angst, daß er vielleicht doch eines Tages wieder dort auftauchen und sie dann vergeblich suchen würde. Bis dann die Mutter starb und der Vater sie Heimkommen hieß, nach Zürich, weil er sie brauchte... Ina löst die Hände vom Gesicht, und ihr Blick fällt in den kleinen Wandspiegel ihr gegenüber. Diese Jahre, was haben sie aus ihr gemacht! Die verzweifelten Versuche, das Rätsel zu lösen! Daß jener Unbekannte auf irgendeine geheimnisvolle Weise mit dem verschollenen Geliebten identisch war, stand unerschütterlich in ihr fest. Sie fand nur keine Erklärung für die Zusammenhänge. Vergebens mühte sie sich, ihrem trägen Gedächtnis alles zu entreißen, was sie über „Doppelgänger" und „zweites Ich" gelesen hatte. Dunkel entsann sie sich auch eines unheimlichen indischen MärcyenA worin einem Hingerichteten, den ein Fakir wieder zum Leben erweckte, der Kopf eines andern Verbrechers aufgesetzt worden war... (Fortsetzung folgtI) Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Waldbrand behindert die Schiffahrt. (nn) Sidney. Daß ein riesiger Waldbrand die Schiffahrt behindert, klingt an und für sich recht eigenartig, ist jedoch die natürlichste Sache von der Welt. Seit einiger Zeit wird Neusüdwales in Australien von solchen ungeheuren Buschbränden besonders in der Umgebung der kleinen Städtchen Glenbrock, Valley Heigths, Blaxland und Warrimoo heimgesucht, durch die auch viele menschliche Wohnungen, glücklicherweise aber kein Menschenleben vernichtet worden sind. Der Wind treibt die riesigen Rauchwolken dieser Brände über die Küste hinweg auf die offene See, uf der meilenweit eine dichte schwarze Wolke liegt, die gefährlicher für die Küstenschifffahrt ist als die üblichen Seenebel. So mußte vor einiger Zeit der englische Dampfer „Nestor", der unterwegs von Brisbane nach Glasgow war, 808- Nufe aussenden, weil er in der Nacht mitten in diese beizende Rauchwolke geraten war und buchstäblich nicht weiter wußte. Das Zimmermädchen als Golf-Champion. (ur) Manila. Auf den Philippinen hat ein Zimmermädchen den Titel des Golf-Ehampion erobert. Dieses Zimmermädchen ist 25 Jahre alt und führt den schönen Namen Domingo Eapati. Sie war als Zimmermädchen und Seroiertochter in einem Golfclub angestellt. Die frühen Morgenstunden benutzte sie aber dazu, um auf dem Golffeld fleißig zu üben. Eines Tages wurde sie von einigen Golfspielern, die sich verfrüht hatten, überrascht. Man war verblüfft über das ausgezeichnete Spiel des Mädchens und ermöglichte ihr ein systematisches Training. Heute ist Domingo Titelträgerin für die Philippinen und wird in den USA. in absehbarer Zeit um den gleichen Titel kämpfen. „Bringer des Regens." (im) Kapstadt. Eines neuen und in der Welt wohl einzig dastehenden Ehrentitels darf sich Lord Clarendon, der britische Gouverneur Südafrikas, erfreuen und rühmen. Bei einem Besuche in Senekel im Oranjefreistaat nämlich setzte genau im Augenblick seiner Ankunft Regen ein, nachdem das Land zweiund- zwcmzig Wochen lang davor keinen Tropfen zu sehen bekommen hatte und völlig ausgedörrt war. Die darüber hocherfreuten Eingeborenen entsandten darum am nächsten Tage eine Abordnung an den Lord, die ihm eine Adresse überreichte, in der er feierlich zum „Oberhäuptling und Bringer des Regens, wo immer auch er geht" ernannt wurde. Als besondere Gabe erhielt er einen Ehrenlendenschurz. stückssteuern, die dieses wiederum dazu benötigt, feine allmählich aufgehäuften Prozeßschulden zu bezahlen. Der Stierkampf. P. Z. Warschau. Auf dem Hofe des altehrwürdigen Klosters von Markowitz in Polen, spielte sich ein keineswegs freiwillig veranstalteter Stierkampf ab. Da das Kloster seinen Unterhalt zum Teil auch aus landwirtschaftlicher Beschäftigung bestreitet, so war es nichts Außergewöhnliches, daß ein junger Bulle seinen Tagesspaziergang auf dem Klosterhof zu machen pflegte. Er hatte sich auch immer manierlich benommen, so daß gegen dieses Vergnügen des vierbeinigen Mitbewohners des Klosters nichts einzuwenden war. Nun scheint er jedoch eines Vormittags an dem Aeußeren eines jungen Klosterbruders Anstoß genommen zu haben, der sich ebenfalls im Hofe erging. Plötzlich stürzte der Bulle sich auf den Ahnungslosen, um ihn auf die Hörner zu nehmen. Unter gellenden Hilferufen suchte sich der junge Mönch den Angriffen durch die Flucht zu entziehen, was ihm aber nicht ganz gelang, da der wütende Stier ihn einholte und gegen die Klostermauer drückte. Die auf die Hilferufe herbeigeeilten Mönche sahen dem ungleichen Kampf ratlos zu, bis schließlich auch der Prior auf den Hof kam, glücklicherweise mit einem Jagdgewehr bewaffnet. Gerade wollte sich der Stier auf den hohen geistlichen Herrn stürzen, als dieser ihn auch schon mit einem erstaunlich sicher gezielten Schuß niederstreckte. Der verfolgte Mönch hat zwar erhebliche Verletzungen davongetragen, tarn aber durch das weidgerechte Dazwischentreten des Priors mit dem Leben davon. Der Stier endete in der Klosterküche. Hier ist der Bart ab! (ky) Budapest. Dieser Tage stürzte sich in einer ruhigen Straße der Budapester Innenstadt ein einfach gekleideter Mann plötzlich auf einen sehr eleganten Herrn und forderte ihn auf, sofort seine Schulden zu bezahlen. Schnell bildete sich ein Kreis Neugieriger um den zudringlichen Gläubiger und den vornehmen Herrn. Bald stellte sich zur Belustigung der Umstehenden folgendes heraus: Der einfach Gekleidete war ein Barbier, der andere ein ehemaliger Fabrikant, der jedoch Bankrott gemacht hatte. Vor Jahren hatten die beiden einen Vertrag abgeschlossen, demzufolge der Barbier den Fabrikanten täglich rasierte, wofür der Fabrikant versprach, niemals seinen Haarkünstler zu wechseln. Den Preis für die fortgesetzte Haarverschönerung sollte aber der Fabrikant nicht bar bezahlen, sondern auf Bitten des Barbiers sollte das Geld auf ein Sparkonto einbezahlt werden. Jahre vergingen, das gute Verhältnis zwischen dem Fabrikanten und dem Barbier änderte sich nicht. Bis vor drei Monaten der Fabrikant bankrott machte. Als der Barbier dies hörte, eilte er sofort in die Wohnung seines langjährigen Kunden, wo er aber nur den Gerichtsvollzieher und seine Gehilfen an der Arbeit fand. Endlich erwischte er den Fabrikanten. Der mußte ihm nun gestehen, daß er schon seit langer Zeit nichts mehr auf das Sparbuch eingezahlt habe, worauf der Barbier aus seinen Notizen feststellte, daß ihm sein Kunde 862 Pengö schulde. Der Fabrikant erklärte sich bereit, die Schuld noch am folgenden Tage zu bezahlen, ließ aber nichts mehr von sich hören. Der Barbier erhielt nur einen kurzen Brief, in dem ihm sein Schuldner mitteilte, daß er nichts mehr besitze, als einen Rosenstock, den er ihm mit gleicher Post als Andenken Äsende. Er gehe aber jetzt nach London zu einem Verwandten, wo er ein neues Leben beginnen werde. Sobald es ihm möglich sei, werde er die 862 Pengö mit Zins und Zinseszins zuruck- zahlen. Wie groß aber war das Erstaunen und die Empörung des Barbiers, als er feinen ehemaligen Kunden, den er in London schon im Schweiße seines Angesichts arbeiten sah, in Budapest auf der Straße traf. Da war der Bart nun wirklich ab. Billige Rebhühner. (az) Belgrad. Zahlreiche Familien von Kruschewatz hatten dieser Tage einen schmackhaften Rebhuhnbraten im Topf und lebten einen vergnüglichen Tag. Die Feinschmecker von Kruschewatz hatten sich diese Rebhühner nicht etwa im Wildbretladen gekauft oder selbst geschossen: nein, sie waren im buchstäblichen Sinne des Wortes ein Geschenk, das ihnen vom Himmel herabgefallen war. An jenem Tage hing über Kruschewatz eine sehr niedrige Wolkendecke, was ein Rebhühnervolk von über zweihundert Köpfen, das sich auf dem Wanderflug befand, veranlaßte, die Stadt in sehr niedriger Höhe zu passieren. Dabei kamen die zweihundert Vögel mit einer Hochspannungsleitung in Berührung und fielen tot ober doch schwer verletzt in die Straßen der Stadt nieder. Hier stockte natürlich sofort der Verkehr, denn jeder beteiligte sich am Auflesen des billigen und ncchr- | haften Geflügels. 10-Meilen-Weltrekord von 333,84 km/st und drei internationale Klassenrekorde. yport 60000 bewundern Bernd Rosemeyer. Der Deutsche fährt höchsten Durchschnitt. Um den „v v n - H a l t - P v k a l" standen sich im Endspiel im Olympia-Eisstadion in Garmisch- Partenkirchen der SC. Riessersee und der Wiener Eislaufverein gegenüber. Vor 2500 Zuschauern siegten die Bayern nach Verlängerung dit 1:0, Schenk schoß den siegbringenden Treffer. Deutscher Rugby-Sieg in Mailand. Der zweite Rugby-Länderkampf zwischen Deutschland Und Italien, der am Neujahrstag im Mailänder Stadion vor 3000 Zuschauern ausgetragen wurde, fand keine günstigen äußeren Bedingungen, lieber dem nassen und schweren Boden lagerte schon bei Beginn des Kampfes zäher Nebel und mit der Entwicklung des Kampfes verstärkte sich der Nebel derart, daß die Zuschauer und Spieler nach der Pause Mühe hatten, den Kampfverlauf genau zu verfolgen. Die deutsche Mannschaft wartete mit einer feinen Mannschaftsleistung auf und siegte — wenn auch erst nach hartem Kampf — durchaus verdient mit 6:3 (3:0). In der ersten Halbzeit gestaltete unsere Fünfzehn das Treffen leicht überlegen, aber Italien wurde dank seines kräftigen und stets nachsetzenden Sturmes wiederholt gefährlich. Ihre beste Zeit hatten die Italiener eine Viertelstunde nach Seitenwechsel. Angefeuert von ihren Landsleuten kämpften die „Azzurri" mit einem Rieseneifer und errangen schließlich auch den Ausgleich. Dann übernahmen jedoch die Deutschen wieder das Kommando Ein langwieriger Prozetz. (z) Paris. Im Jahre 1603, zu einer Zeit also noch, in der der „gute König Heinrich IV.“ in Frankreich regierte, begann ein Prozeß, der soeben erst zu Ende gegangen ist. Er hat demnach genau 333 Jahre lang gedauert, und die in ihn verwickelten Gegner haben, das muß man ihnen lassen, eine gehörige Portion Geduld aufgebracht. Diese beiden Gegner sind die benachbarten Dörfer Beaufort und Chapelles im Departement Hoch-Savoyen, und ihr Streitobjekt feit drei Jahrhunderten war der zwischen den beiden Gemeindegebieten liegende Treicel-Berg. Beaufort verschwendete schon im 17. Jahrhundert Unsummen, um im Gerichtsverfahren diesen Berg zugesprochen zu bekommen, wurde aber immer wieder zurückgewiesen. Schließlich aber erschien anfangs des 18. Jahrhunderts ein euer Katansterplan, auf dem der Berg der Zwietracht endlich doch im Besitze Beauforts figurierte. Sofort begann nun natürlich Chapelles den Prozeß zu machen, und dieser zog sich von damals bis heute in unzählige Verhandlungen, Berufungen, Einwänden, Gutachten usw. usw. hin, bis jetzt schließlich ein moderner Salomo folgendes Urteil fällte: Der Berg bleibt als Grundbesitz im Katasterplan Beauforts, aber die Einwohner von Chapelles haben das Nutzungsrecht auf ihn, das heißt, sein Holzvorkommen und seine Weideplätze. Dafür zahlt Chapelles an Beaufort Grund- ,M».mwMWMJiTiw mw'Taiar-4 73U.-. Bei der Bäderstadt East London wurde am Neujahrstag der auch von den deutschen Automobilsportfreunden mit Spannung erwartete dritte „Große Autopreis von Südafrika" ausgetragen, an dem zum erstenmal deutsche Rennwagen — die beiden Auto Union von Bernd Rosemeyer und Ernst von Delius — teilnahmen. Das Rennen, das auf einer 18mal zu durchfahrenden und insgesamt 340 Kilometer langen Nundstrecke ablief und in seiner Austragungsweise mit der eigentümlichen Vorgabeformel den englischen Rennen ähnelt, nahm einen überraschenden Ausgang. Der Engländer Pak Fair- field siegte auf ERA in 2:13:37,35 Stunden mit einem Durchschnitt von 152,80 km/st: Bernd Rosemeyer fuhr mit dem bei ihm gewohnten Draufgängertum, errang sich im Sturm die Sympathien der 60 000 Menschen und ... verlor schließlich doch den mörderischen Kampf gegen die seinen Gegnern allzu reichlich und großzügig gewährten Vorgaben. Obwohl er mit einem Durchschnitt von 161 km/st schneller als der Engländer war, belegte er nur den zweiten Platz vor Chiappini (Kapstadt) auf Riley. Ernst von Delius schied wegen eines Reifenschadens vorzeitig aus. * Caracciolas Rekorde, die dieser am 11. November auf der Reichsautobahn Frankfurt am Main—Darmstadt ausstellte, sind jetzt von der AJACE. anerkannt worden. Es handelt sich um den Unentsch. Verl. 1. Kreisklasse Gießen. Gruppe A. Hier ist die Ueberraschung die. Steinberg Hier hat sich Heuchelheim Großen-Buseck an vor erlitt im letzten Spiel gegen Heuchel- Niederlage. Hier waren allerdings 1 1 3 3 4 4 4 3 6 8 0 2 2 0 1 2 2 3 0 0 Pkte. 14:2 14:4 10:8 10:6 9:9 8:10 8:10 7:9 4:12 2:16 Pkte. 10:2 10:2 6:6 6:6 6:6 4:8 0:12 Gew. 7 6 4 5 4 3 3 2 2 1 zahlreiche Spieler der Ersten zur Verftärkung herangezogen. Grüningen ist dadurch auf gleiche Höhe gekommen und Heuchelheim selbst nimmt mit Gew. 5 5 3 3 3 2 0 Steinberg II Grüningen Heuchelheim II Großen-Linden Muschenheim To. 1846 II Bieber Steinberg II heim die erste Verl. 1 1 3 3 3 4 6 Spv. Wetzlar Spv. Lollar Tuspo Naunheim Bissenberg Dillenburg Frohnhausen 1900 Gießen VfB.-R. Burg Sinn Spiele 6 6 6 6 6 6 6 Spiele 8 9 9 8 9 9 9 8 8 9 Unentsch. 0 0 0 0 0 0 0 ^Steinhäger- -tlrquell- S Wetzlar hat seine Tabellenführung behalten. Die Placierung von Lollar überrascht etwas. Naunheim und Bissenberg haben ihre Position behauptet. Dillenburg hat sich in der zweiten Hälfte merklich verbessert. Frohnhausen und 1900 sind etwas zurück- gefallen. VfB.-R. tauschte mit Burg den Platz, während Sinn nach wie vor das Tabellenende einnimmt. die Spitze gesetzt. Daubringen und Rodheim sind durch die Niederlagen in Großen-Buseck zurückgefallen. Rodheim muß sogar mit Alten-Buseck den Platz teilen, da Alten-Bufeck in Rodheim überraschend erfolgreich blieb. Dem Tv. 1846 war bis jetzt ein Sieg nicht vergönnt. 2. Kreisklasse Gießen. Gruppe A. mit Klein-Linden die Tabellenführuna teilen muß. Durch das Torverhältnis stehen sie allerdings relativ günstiger, und nach dem sensationellen Sieg über den Spitzenreiter der Bezirksliga — Spv. Wetzlar — scheint die Elf ihr früheres Können wieder erreicht zu haben, so daß doch noch mit dem glatten Sieg in dieser Gruppe zu rechnen ist. Der Stand von Lich und Hungen hinter den Tabellenführern ist ebenso überraschend, wie die Placierung von Ruppertsburg, Steinbach, Garben- teich und Leihgestern am unteren Tabellenende. 1. Kreisklasse Gießen. Gruppe B. und nach einem zweiten Versuch kam eigentlich der Gedanke an eine deutsche Niederlage nie mehr auf. Stand der Kreisrlasien nach Abschluß der Vorrunde. Seit der Veröffentlichung der Tabelle nach der ersten Hälfte der Vorrunde sind in den einzelnen Gruppen merkliche Veränderungen eingetreten, weshalb eine Darstellung der Tabelle nach Abschluß der Vorrunde von allgemeinem Interesse sein wird. Reserven der Bezirksliga. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Steinberg 7 5 2 0 12:2 Klein-Linden 7 5 2 0 12:2 Lich 7 3 3 1 9:5 Hungen 7 4 0 3 8:6 Ruppertsburg 7 3 0 4 6:8 Steinbach 7 1 2 4 4:10 Garbenteich 7 1 1 5 3:11 Leihgestern 7 1 0 6 2:12 Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Heuchelheim 5 4 0 1 8:2 Großen-Buseck 5 3 0 2 6:4 Daubringen 5 3 0 2 6:4 Rodheim 5 2 0 3 4:6 Alten-Buseck 5 2 0 3 4:6 Tv. 1846 5 0 0 5 0:10 Augenblick, dämmerte ihm eine entfernte Ahnung, daß diese verunglückte Liebe ihr junges Leben zerstört hatte, und etwas wie ein hilfloses Mitleid schlich sich an sein Herz. Mit einer unbeholfenen Gebärde streichelte er über ihren Arm. „Laß gut sein, Jnachen, quäl dich nicht damit. Sei froh, daß du ihn damals losgeworden bist. Wär' ja doch nichts Gescheites daraus geworden." Er fühlte, wie unter der ungewohnten Berührung ein Zucken durch ihren Arm ging, und zog verlegen feine Hand zurück, aus Angst vor einer ihrer Nervenkrisen. Als sie still blieb, wandte er sich erleichtert wieder seiner Lieblingsbeschäftigung zu. Dabei tauchte er von Zeit zu Zeit ein Schwämmchen in einen neben ihm stehenden kleinen Pvr- zellannaps mit Borsäurelösung und betupfte damit seine entzündeten Augen. Ina stand auf und ging mit schleppenden Schritten zur Tür. „Ich muß mich hinlegen, Vater — hab solche Kopfschmerzen. Das Abendbrot steht draußen auf der Anrichte. Wenn du sonst was brauchst, ruf mich nur". Sie verschwand in ihrem Zimmer und schloß sich ein. Lenk hörte sie noch eine Weile mit kurzen, rastlosen Schritten auf und ab gehen. Dann wurde es still, und er tröstete sich damit, daß sie nun wohl im Bett liege, und über ihrem Kummer eingeschlafen sei .. Aber Ina dachte nicht an Schlaf. Sie holte aus einer versperrten Schublade ihrer Wäschekommode ein kleines Photographiealbum hervor und setzte sich damit unter die Lampe. Langsam blätterte sie Seite für Seite um, und ihr verschwimmender Blick verweilte schmerzlich auf jedem einzelnen dieser kleinen, schon etwas verblaßten Amateurbildchen, den unwiderlegbaren Zeugen einer glücklichen Zeit. Es waren Momentaufnahmen aus Berlin und Umgebung, die Ina als frisches blondes Mädel zeigten, zwanzigjährig, in der seligen Verzauberung chres ersten Liebesglücks. Er konnte ja so vergnügt fein, ihr Rix, so ausgelassen lustig, daß man selber davon angesteckt wurde. Und ein Plänemacher — immer die dicksten Rosinen im Kops! Eine Erfindung machen, ja fo etwas, wodurch man über Nacht ein steinreicher Mann wurde. Oder in der Lotterie spielen und das große Los gewinnen! „Du wirst sehen, Schatz, ich bring's mal mit einem Schlag zu was', war fein ständiges Wort, „ich bin ein Sonntagskind, die sind nicht zu mühseliger Arbeit geboren." Und es sah fast so aus, als ob ihm das Schicksal recht geben wollte, denn er hatte auch die meiste Zeit keine Arbeit, trotz seinen Fachkenntnissen und feinem Jn- genieurbiplom. Ein Glück, daß wenigstens sie verdiente, wenn es auch nicht viel war, was ihre Arbeit in dem kunstgewerblichen Atelier ihr eintrug. Aber es reichte doch, um ihm ab und zu auszuhelfen, wenn er ganz blank war, oder ihm einen seiner vielen „Träume" zu erfüllen — den Photoapparat beispielsweise oder das Fahrrad, mit dem er dort auf dem kleinen Gruppenbild ausgenommen war. Monatelang hatte sie noch daran abzuzahlen gehabt — als es schon längst zwischen ihnen vorbei war. Ja — aus und vorbei, so unerwartet plötzlich, daß sie es heute noch nicht zu fassen vermochte ... Es war alles zwischen ihnen gewesen wie früher. Nur in der allerletzten Zeit hatte Ina in seinem Wesen eine sonderbare Unruhe bemerkt, eine auffallende Zerstreutheit und Nervosität, deren Ursache sie vergebe.zu ergründen suchte. Sonst hatte er sie Abend für Abend vom Atelier abgeholt, und man war dann zusammen langsam durch den Tiergarten heimwärts gepilgert oder hatte unterwegs auf einer Bank das mitaebrachte Abendbrot verzehrt. Jetzt auf einmal hatte er jeden Tag eine andere Ausrede, um den Abend ohne sie zu verbringen, sie wußte nicht einmal wo und mit wem. Er wich ihr aus, so oft sie ihn danach fragte, und munkelte nur etwas von „Geschäften" und „wichtigen Besprechungen", von denen er einstweilen noch nichts verraten dürfe. Ina glaubte ihm nicht, sie fing an, an seiner Treue zu zweifeln, und hielt mit ihrer Eifersucht nicht Hinterm Berg. Aber da wurde er böse, und seine Entrüstung über ihr Mißtrauen war so echt, daß sie sich ihrer Kleingläubigkeit schämte und ihn obendrein noch um Verzeihung bat. In jenen Tagen sprach er öfter denn je von einer baldigen Heirat. Und einmal, an dem letzten glücklichen Abend, den sie miteinander verbrachten, nahm er sie in die Arme und sagte sehr lieb und zärtlich zu ihr: „Wenn mir das gelingt, was ich vorhabe, dann sind wir aus dem Wasser, Ina. Dann pack' ich dich auf und fahr' mit dir irgendwohin, wo es viel schöner ist als in dem lauten, staubigen Berlin. Und dann kannst du alles von mir haben — ein Auto Das fremde GeW. Vornan von Caren. 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Ina Lenk schnitt dem Alten mit einer heftigen Bewegung das Wort ab: „Ich laß mir das nicht ausreden. Der Mensch aber — und wenn es zehnmal nicht Rix gewesen ist _ hat mich erkannt. Das war ihm vom Gesicht abzulesen. Und er hatte ein böses Gewissen, er ist vor mir geflohen, so sicher, wie ich hier stehe. Ach, wär' ich ihm nur gleich nachgefahren, oder halt ich mir wenigstens die Adresse gemerkt, die er dem Chauffeur zugerufen hat! Aber ich war ja wie gelähmt. Ein Wunder, wie ich überhaupt nach Haus gekommen bin ...!" Sie ließ sich an der Schmalseite des Tisches nieder und preßte beide Handflächen gegen die schmerzenden Schläfen. Das Licht der Hängelampe fiel auf ihren blonden Scheitel, der hell und seidig frfümmerte wie der eines ganz jungen Mädchens. Aber das Gesicht, das ehemals weich und lieblich gewesen sein mochte, war das Gesicht eines verblühenden Weibes — mit schmalem Mund und einer fremden Härte um die Nasenflügel. Lenk betrachtete die Tochter scheu von der Seite. Zum erstenmal fiel es ihm auf, wie müd und verbraucht sie aussah für ihre achtundzwanzig Jahre. Er hatte sich nie viele Gedanken über sie gemacht. Daß bißchen freie Zeit, das fein Buchhalterposten bei einer Schweizer Versicherungsgesellschaft ihm übrig3 lieo, widmete er seinen Briefmarken, und es cjing ihm flüchtig durch den Sinn, daß er diese kleinen bunten Dinger eigentlich viel besser kannte als sein Kind. Seit mehr als fünf Jahren, seit dem Tod der Mutter, lebten sie so miteinander oder, besser gesagt, nebeneinander. Inas reizbares und übertriebenes Wesen ging ihm zuweilen auf die Nerven, ohne daß er sich je die Mühe genommen hätte, den tieferen Gründen ihrer „Verrücktheit", wie er es im stillen nannte, nachzugehen. Kaum, daß er sich jener unglücklichen Geschichte mit Richard Stubensand noch recht erinnerte. Er dachte, sie habe es längst verschmerzt. Erst jetzt, erst in diesem Großen-Linden den dritten Platz ein. Muschenheirn ist nach anfänglich gutem Start wieder zurückgefallen, während Tv. 1846 II sich von Spiel zu Spiel verbesserte. Bieber dagegen konnte sich noch nicht durchsetzen. 2. Kreisklasse (Metzen. Gruppe B. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Rüddingshausen 6 4 1 1 9:3 Londorf 6 4 0 2 8:4 Wieseck 6 4 0 2 8:4 Flensungen 6 3 0 3 6:6 Wißmar 6 3 0 3 6:6 Launsbach 6 2 1 3 5:7 Staufenberg 6 0 0 6 0:12 In dieser Gruppe ist noch mit Überraschungen zu rechnen. Rüddingshausen wurde im letzten Spiel auf eigenem Platze von Wieseck geschlagen, wodurch sich der Vorsprung gegenüber den Verfolgern — Londorf und Wieseck — wieder verringerte. Flensungen erlitt durch Londorf die erste Niederlage auf eigenem Gelände. Wißmar und Launsbach konnten noch einigermaßen Schritt halten, während den Turnern von Staufenberg ein Erfolg versagt blieb. ♦ Im Gau Bayern kamen drei interessante WHW.-Fußballspiele zum Austrag, die sämtlich Niederlagen der Gauliga brachten. Schweinfurths Stadtekf, meist Spieler des 1. FC. 05, wurde von Würzburg 4:2 geschlagen, die Spogg. Fürch unterlag Bamberg 2:3 und der BC. Augsburg wurde von einer Augsburger Bezirksklaffen-Elf 4:3 besiegt. Die ersten Fußball-Begegnungen 1937. vunktekcimpfe im Gporikreis Gießen. Oie Bezirksklasse am Sonntag. SV. 05 Wetzlar — Sinn, Dillenburg — Naunheim, Bissenbera — DfB.-Reichsbahn, 1900 Gießen — Lollar, Burg — Frohnhausen. Die Wetzlarer sollten, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben, sich siegreich über Sinn behaupten können. — Die Naunheimer müssen unbedingt in Dillenburg gewinnen, wenn sie weiterhin ein Anwärter auf die Meisterschaft sein wollen. — Da die VfB.er durch Einstellung neuer Leute ihre Spielstärke gehoben haben, ist zu erwarten, daß sie in Bissenberg erfolgreich kämpfen werden. — Die 1900er haben in Lollar einen ernst zu nehmenden Gegner, der ein Unentschieden herausholen kann. — In Burg sollten die Frohnhäuser ihren hohen Vorspielsieg nicht wiederholen können. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — SpV. Lollar. Der erste Sonntag des neuen Jahres leitet die Rückrunde in der Gruppe Gießen-Lollar ein. Sämtliche Mannschaften treten auf den Plan. In Gießen wird die Serie durch die Begegnung der Blauweißen mit dem Sportverein Lollar eröffnet. Damit ist gleich ein interessantes Treffen zu erwarten. Bei der Betrachtung über das Abschneiden in der Vorserie kommen die Gäste besser weg, als die Platzbesitzer. Die Lollarer, als „Neuling" in dieser Gruppe, haben es verstanden, sich einen Tabellenplatz zu sichern, der es ihnen erlaubt, den kommenden Ereignissen einigermaßen zuversichtlich entgegenzusehen. Bleibt die Mannschaft vor Verletzungen und sonstigen Rückschlägen verschont, dann ist mit einem Verbleib in der Klasse bestimmt 511 rechnen. Bei den Blauweißen hat sich die Abwicklung der Spiele nicht so günstig ausgewirkt. Die Gründe sind hier schon verschiedentlich vermerkt worden, so daß es sich erübrigt, nochmals nach den Ursachen zu forschen. Erfreulicherweise steht jedoch eine Besserung zu erwarten, da sich durch den Zugang verschiedener Verstärkungen die Leistung der Mannschaft wesentlich verbessert hat, was das Spiel gegen Hanau 93 am zweiten Weihnachtsfeiertag bewies. Die Aussichten sind deshalb im Lager der Blauweißen wieder etwas gestiegen. Für den Sonntag wird bereits mit einem günstigen Abschneiden gerechnet. Offen bleibt allerdings die Frage, ob es 1900 möglich wird, in derselben Aufstellung wie gegen Hanau antreten zu können. Bis jetzt stehen nämlich die Spielberechtigungen für Sack und Löb- sack noch aus. Treffen' dieselben allerdings noch rechtzeitig ein, dann sollte den Blauweißen mehr als ein Unentschieden wie im Vorspiel möglich fein. 1900 II — Lollar II. Dieses Treffen endete im Vorspiel ebenfalls unentschieden. Durch den Platzvorteil dürfte diesmal mit einem Sieg der Reservisten der Blauweißen zu rechnen sein, zumal die Mannschaft seither von Abstellungen an die Erste verschont blieb und sich dadurch das Können gesteigert haben dürfte. DfB.-Reichsbahn Gießen. Die Ligamannschafl in Vissenberg. Zum letzten Spiel der Vorrunde treten die VfB.er in Bissenberg an. Noch vor wenigen Wochen wäre eine Niederlage der Gießener sicher gewesen. Jetzt iedoch haben die VfB.er wieder eine Mannschaft, die in Bissenberg den Platzbesitzern ein großes Spiel liefern sollte. Wenn auch nicht alle Leute zur Verfügung stehen, so ist doch die Ausstellung der Mannschaft äußerst stark. Es wäre aber verkehrt, die Bissenberger zu unterschätzen. Hinzu kommt, daß die Bissenberger in ihrem kleinen Platz mit ihrem heimischen Publikum zwei Vorteile haben, die nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Mit Meißner; Schwarz, Leutheuser L; Mund, Knauß, Krämer; Fehling, Heß, Stephan, Hofmann, Szponick fahren die Hiesigen. Man erwartet von der Mannschaft eine große Leistung. VfB.-R. II — Dissenberg II. Vor einer schweren Aufgabe steht auch zweite Mannschaft, denn die Bissenberger wollen auf ihrem Platze geschloßen fein. Durch die Einstellung von Spielern, die für die erste Mannschaft noch nicht spielberechtigt sind, ist die zweite der Hiesigen sehr spielstark. Ein Sieg müßte errungen werden können. VfB.-R. 1. 3gb. — Großen-Duseck 1. 3gb. 7:2. Da die Großen-Busecker nicht genügend Leute zur Stelle hatten, gaben die Platzbesitzer von ihrer eigenen Mannschaft noch drei Mann den Gästen. Der Sieg entspricht dem Spielverlauf, da die Gießener der kombinierten Mannschaft um eine Klasse überlegen waren. Am Sonntag tritt die Jugendabteilung zum erstenmal mit fünf Mannschaften auf den Plan. Es spielen: V fB.-R. 1. Jgd. — Heuchelheim 1. Jgd., V fB.-R. 2. Jgd. — Krodorf 1. Jgd., V fB.-R. 3. Jgd. — Launsbach l.Jgd., VfB.-R. 4. Jgd. — 1900 4. Jgd., VfB.-R. 5. Jgd. — Heuchelheim 2. Jgd. Die 1. Jugend hat in Heuchelheim einen guten Gegner. Man erwartet jedoch, daß sie auch zahlenmäßig einen überlegenen Sieg erringt. — Die 2. Jugend sollte in Krofdorf einen schweren Stand haben, wenn sie erfolgreich sein will. — Die 3. Jugend sollte in Launsbach einem zu schweren Gegner gegenüberstehen. — Die neu ausgestellte 5. Jugend muß erst beweisen, daß sie spielen kann. Eine Voraussage ist nicht möglich. , FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Am morgigen Sonntag tritt die 1. Mannschaft ihr erstes Pokalspiel an, und zwar gegen den Neuling Sportverein Launsbach. Die Gäste, die zum ersten Male auf dem Platze der Teutonen antreten, haben wenig Aussicht auf Erfolg, zumal die Teutonen zur Zeit in guter Form sind. Fußball im Turnverein Großen-Linden Am 1. Feiertag fuhr die Jugend mit 10 Mann nach Lollar und konnte hier gegen die verstärkte Jugend mit 1:2 Toren einen knappen Sieg landen. Am 2. Feiertag weilte die Jugend von Wetzlar- Niedergirmes in Großen-Linden. Was die Zuschauer hier zu sehen bekamen war bester Fußball. Während die Gäste bei Halbzeit noch knapp führten, konnten die Platzbesitzer nach der Pause durch schöne Kombinationszüge noch fünf Tore schtsßen, denen die Gäste nur eines entgegensetzen konnten. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Der Turnverein Wieseck hat am morgigen Sonntag auf seinem Sportplatz zwei Mannschaften zu Gast. Zuerst spielt die 1. Mannschaft der Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck gegen die gleiche Elf von Alten-Buseck; anschließend stehen sich die 1. Jugendmannschaften von Wieseck und der Spiel Vereinigung 1900 Gießen gegenüber. Kurze Sportnotizen. Der deutsche Fußballmeister, 1. FC. Nürnberg, war am Neujahrstag in Berlin zu Gast und schlug den deutschen Altmeister Hertha-BSC. Berlin verdient mit 2:0 (0:0) Toren. Die Berliner hatten Sobeck, Hahn und Krause ersetzt; die Nürnberger kamen ohne Köhl und verloren während des Spieles noch Billmann durch Verletzung. * Randmond Sörenfen, der in Bayern ansässige norwegische Skispringer, nahm an Neujahr am Springen auf der Kochelbergschanze teil und belegte wieder den ersten Platz. Er stand auch mit 61 Meter den weitesten Sprung des Tages. Die Einheimischen Eisgruber, Ostler und Reiser mußten sich wieder mit den Plätzen zufriedengeben. Handball im Kreis Gießen. Der Sonntag sieht seit einiger Zeit erstmalig wieder ein Programm vor, das sich sehen lassen kann. Zwar ruht die Gauklasse auch am Sonntag noch, weil wegen des angesetzten Gauspiels gegen den Gau Nordmark Spielsperre besteht. Alle Übrigen Klassen aber werden dafür sorgen, daß wir so allmählich wieder in das Spielgeschehen kommen. — Die Jugend ist soweit fertig, einzelne Spiele mässen noch nachgeholt werden. Und nun zu den Spielen selbst: X Bezirksklasse. SpV. 1900 Gießen — Tv. Hochelheim: Das Vorspiel in Hochelheim konnte 1900 s. Zt. nur ganz knapp und zudem noch mit viel Glück gewinnen. Es'mag sein, daß die Mannschaft damals noch nicht die geschlossene Einheit bildete, wie heute. Denn das Spiel des Sonntags wird 1900 — wenn es die Sache ernst nimmt — ziemlich sicher gewinnen. Mtv. Gießen — Tuspo. Marburg: Die Mtver hatten im Vorspiel gegen Marburg die erste Niederlage bezogen. Sie werden deshalb allen Grund haben, sich diesmal anzustrengen, damit die seinerzeitige Scharte ausgewetzt werden kann. Das Spiel ist keineswegs verloren, wenn sich die Gießener endlich einmal aufraffen und mit dem Elan zu Werke gehen, der ihnen früher zu manchem Sieg verhalfen hat. To. Niedergirmes — To. Lützellinden: Das Treffen, dem man entscheidende Bedeutung beimistt, kommt in Niedergirmes zum Austrag. Wird es Lützellinden gelingen, den Siegeszug der Platzbesitzer abzustoppen oder werden auch sie, wie alle anderen Mannschaften verlieren? Für Niedergirmes steht viel auf dem Spiel, aber auch Lützellinden könnte durch eine Niederlage den Anschluß verlieren. Der Spielausgang ist offen, beide Mannschaften haben gleichgroße Chancen. 1. Kreisklasse. Tv. Hörnsheim — VfB.-R. Gießen: Die Gießener waren ursprünglich Platzbesitzer. Nachdem sich aber in der Zwischenzeit herausgestellt hat, daß Hörnsheim noch das Recht auf ein Rückspiel zusteht, ist das Treffen seitens der Kreisspielleitung umgelegt worden. Das Spiel selbst findet natürlich überall das größte Interesse. VfB.-R. ist ausgezeichnet in Form, was die Ergebnisse der letzten Spiele zur Genüge bewiesen haben. Hörnsheim wird dagegen alles aufbieten, um feinen guten Ruf zu wahren. Tv. Dutenhofen — Tv. Atzbach: Zu einem spannenden Kampf dürfte es in Dutenhofen kommen. Leider ist Dutenhofen nicht in der Lage, feine stärkste Elf au stellen, so daß Atzbach wahrscheinlich etwas im Vorteil sein wird. Tv. G a r b e n h e im — Tv. Katzenfurt: Garbenheim ist dem Papier nach Favorit. Mit den Voraussagen muß man allerdings, wie die Erfahrung lehrt, gerade bei dieser Mannschaft sehr vorsichtig sein. Tv. Dorlar — Tv. Grüningen: (Brüningen hat nach der am letzten Sonntag gezeigten Leistung unbedingt Chancen, gegen Dorlar selbst auf eigenem Platz zu gewinnen. Es heißt sich eben nur angestrengt. Tv. Herborn — Tv. Groß-Rechtenbach: Groß-Rechtenbach wird Herborn schwer zu schaffen machen. An einen Sieg ist allerdings nicht zu denken. 2. kreisklasse. Nach langer Pause tritt auch die 2. Kreisklasse wieder einmal auf. Zwei Spiele sind angesetzt. Tv. Wetzlar II — Tv. Lang-Göns: Lang- Göns und Wetzlar sind die Spitzenreiter der Stas« fei 1 der 2. Kreisklasse. Allerdings liegt Lang-Göns bei gleicher Spielzahl zwei Punkte vor, so daß es sich erst jetzt entscheiden wird, wer Sieger wird. Die Lang-Gänser haben das Zeug in sich, zu gewinnen, wenn auch Wetzlar immer wieder verstärkt antreten wird. Ein Sieg der Platzbesitzer wäre gleichbedeutend mit Punktgleichheit, die aber nur theoretische Bedeutung hat, weil eine zweite Mannschaft nie Staffelsieger werden und infolgedessen auch nicht aufsteigen kann. Tv. Hausen — Tv. Nauborn: Hausen wird gegen Nauborn ziemlich sicher gewinnen, weil die Gaste einmal wenig eingespielt und zum anderen auch durch reichlichen Ersatz geschwächt sind. 3ugendklasse. SpV. 1900 Gießen — Tv. Dutenhofen; Tv. Garbenteich — Tv. Lang-Göns; To. Oberkleen — Tv. Hochelheim; To. Niedergirmes — To. Atzbach; Tv. Garbenheim — Tv. Nauborn; Tv. Wetzlar — Tv. Burgsolms. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. rNiltagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 31. Dez. An der letzten Börse des alten Jahres war die Kursentwicklung an den Aktienmärkten uneinheitlich. Die vorbörslichen Erwartungen, daß noch größere Orders für Sperrmarkrechnung zur Ausführung kommen Dürften, haben sich nur zum Teil erfüllt, offenbar haben sich diese Erwerbungen in den letzten Tagen schon erschöpft. Die Kulisse neigte dagegen zu einigen Glattstellungen. Anfangs ergaben sich vorwiegend mäßige Befestigungen, wobei die erleichterten Durchführungsbestimmungen zum Abwertungsgesetz etwas angeregt haben mögen, während im Verlaufe die Kurse meist etwas zur Schwäche neigten. Mit Ausnahme von Verein. Stahlwerke, die auf 122,25 bis 122 (122,65) abbröckelten, fetzten die übrigen Bergwerkswerte bis 1 v. H. fester ein, Klöckner gewannen 2,50 v. H. auf 129,25. IG. Farben lagen mit 173,90 bis 173,25 (173) gut behauptet, ebenso Metallgesellschaft mit 154,90 und Deutsche Erdöl mit 151,50. Von Elektroaktien waren RWE. stärker gedrückt auf 134,13 (136), da diese Gesellschaft mit ihrer hohen Auslandsverschuldung am stärksten von dem neuen Gesetz betroffen wird, auch Laymeyer büßten 0,75 v. H. und Gesfürel 0,25 v. H. ein, während AEG. mit 38,65 unverändert blieben. Siemens zunächst 202,75 (201), bann mit 201,25 angeboten. Elektr. Lieferungen zogen auf 139,50 (137,50) an. Fest lagen erneut Conti Gummi mit 173,90 (171), ferner setzten Zellstoffaktien und Ce- ment Heidelberg bis 0,75 v. H. freundlicher ein. Schisfahrtsaktien Hieben gut behauptet, ebenso Daimler Motoren und Deutsche Linoleum, Reichsbank bröckelten 0,25 v. H. ab. Am Rentenmarkt erhielt sich kleine Nachfrage für Reichsaltbesitz mit 117,50 (117,25), auch Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,40 v. H. fester mit 127,75. Im Verlaufe bröckelten die Aktienkurse überwiegend weiter leicht ab, das Geschäft war teilweise etwas lebhafter. IG. Farben 173 nach 173,90, Bekula 165 nach 165,50, Siemens 201 nach 202,75, Hoesch 120,25 nach 120,90, Mannesmann 120 nach 120,65, Verein. Stahl 121,50 nach 122,25, dagegen waren RWE. um Bruchteile eines Prozentes erholt auf 134,50 nach 134,13. Von später notierten Werten kamen Rhein. Braunkohlen nach Pause mit 233 (229) und Ilse Genuß mit 146,75 (148) zur Notiz, fest lagen ferner Moenus Maschinen mit 99,25 (98). Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 2. Jan. Bei dem heute stattgefundenen Schweinemarkt waren insgesamt 294 Ferkel, davon 96 Händlerschweine, aufgetrieben. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Tiere 14 bis 17 RM., acht bis zehn Wochen alte Tiere 17 bis 21 RM. Der Handel war flott, es blieb npr geringer lieber- stand. Die Jnbuffrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1. Verlängerung des Wirtschaftsvertrages mit der UdSSR. — 2: Ursprungszeugnisse zu Postpaketen nach Irland. — 3: Wortlaut des Vertrages über den deutsch-niederländischen Verrechnungsverkehr. — 4: Verlängerung des Handelsund Zahlungsabkommens mit Argentinien. — 5: Bekanntmachung über die Verlängerung der Geltungsdauer des deutsch-finnischen Handelsvertrages. — 6: Bekanntmachung über die Verlängerung der Geltungsdauer des deutsch-dänischen Abkommens über den gegenseitigen Warenverkehr. — 7: Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über Abwertung'sgewinne (Richtlinien für die Erfassung von Abwertungsgewinnen). — 8: Anordnung über Beschränkung der Herstellung von Bleiweiß, Bleimennige und Bleiglätte, Zinkweiß, Lithopone, Bunt- und Erdfarben. — 9: 3. Anordnung einer Beschränkung der Herstellung von Papier, Pappe, Zellstoff und Holzstoff. — 10: Dritte Anordnung über ein Verbot der Errichtung von Anlagen zur Gewinnung von Steinmaterialien für den Wege«, Bahn- und Wasserbau. — 11: Anordnung über Die Verlängerung des Errichtung^ und Erweiterungsverbotes in der Krawattenstoffweberei. — 12: Bekanntmachung vom 29. Dezember 1936, betr. die Zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Devisenbewirtschaftung. — 13: Erste Anordnung zur Aenderung der Anordnung I (Lagerhaltung) der Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette als Ueberwachungsstelle. — 14: Anordnung 30 der Ueberwachungsstelle für Lederwirkschaft Aende- rung der Anordnung 20). — 15: Anordnung 31 der Ueberwachungsstelle für Lederwirtschaft (Werkstoffe für Lauffohlen). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdtskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.1R. | Berlin Schluß- Kus Schlußl. Abend- dürfe Schluß- kurs Schlußk. Mittag- dürfe Datum 30 12 31 12 30-12 31.12 6% Deutsche Relchsanleihe v. 1927 100,75 100,8 100,8 100.701 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,8 97,8 97,8 97,8 6yt% Young-Anleihe von 1930 .. — 102,25 102,4 102,4 Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit Ausl os.- Rechten ............ 117,25 117,5 117,25 117,5 4 y2% Deutsche Reichspostschatzcm Weisungen von 1934, 1....... 4Vi% ehem. 8% Hessischer VolkSr ftaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 99,9 99,9 99,9 100 98,75 99 99 99 *Vi% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Golo N. 12.... 97 97 _ 97 6y2% ehem. 414% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,4 102,5 -__ 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Lanoesb.Goldichuldverschr. SLfc 93,5 93,75 — _ Oberhejsen Provinz-Anleche mti Auslos.-Rechten ............ _ 130,65 _ 131 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten _ 121,5 121,75 121,75 4%% ehem.8% strankf. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1936 97,25 97,25 97,25 97,25 614% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbriese...... 100,5 100,75 614% ehem. 414% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 101,13 101 100,75 101 414% ehem. 8% Pr. Landespfanp briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4)4% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obi. 20 95 95 95 95 Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-88 109,75 109,8 109,9 109,9 4% Oesterretchische Goldrente... _ 17,5 18 17,75 4,20% Oesterreichische Silberrente — 1,35 1,35 1,5 4% Ungarische Goldrente ...... 6,13 6,15 6 6,05 4% Ungarische Staaisrente v. 1910 5,05 5,25 4.9 5,13 4*4% desgl. von 1913.......... 5,2 5,4 5,25 5,45 6% abgest. Goldmexikaner von 99 9,9 10,13 10 10 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 10 Frankfurt a.M Berlin Schlußkurs Schlußt. Abend- börs.- Schluß« kurs Schlußl. Mittagbörse Datum 30-12- 31.12 30.12- 31.12- 4% vesgl. Serie n ........... — 9,5 — — 5% Ruman. versuch. Rente v. 1903 5,95 6,13 5,9 6 SZ4%Ruman.vereinh.Nentev.l913 9 9,25 e , 1 3 9,4 4% Rumänische vereinh. Rente 5,025 5,075 5,1 5 2 %% Anatolier............ 22,5 21,5 22 21,5 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,25 15,5 15,5 15,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. Norddeutscher Lloyd ......... 0 — — — 39 0 15,65 15,65 15,4 15 5 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 124,5 124,25 124,4 124 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 125,25 124,5 124,75 125 Commerz- und Privat-Bank ... 4 109,25 109,5 109,25 109,5 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ 4 111 111 111 111 Dresdner Bank.............. 4 107,5 107,5 107,5 107,5 Reichsbank ................ 12 187 186,75 186,65 186 A.E.G...................... Bekula................... 0 — _ _ — 8 165,5 165 167,5 165,5 Elektr. LieferungSgesellschast ... 6 137,5 139,5 139,5 139,5 Licht und Kraft ............. 7 150,5 150 150,5 148,5 ,veilen & Guilleaume......... Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 4 141,25 141 141 141,5 6 146,25 146 146,5 145,75 Rheinische Elektrizität ........ 6 133,5 133,5 133,5 134 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 136 134,13 135,5 134,75 Schuckert & So............... 6 159 159,25 159,25 159,25 Siemens L Halske............ 8 201 201 201,25 201,25 2 ah meyer L Lo.............. 7 126,5 125,75 125,4 125,25 Buderus ................... 124,75 124,5 124 124,9 Deutsche Erdöl .............. 4 151,75 150,75 151,5 151,25 Haroener................2’/2 158 159 158 158,5 Hoe>ch Ellen—Köln-Neuesten .. 3 120 120,25 120,25 120,75 Ilse Bergbau ............... 6 — 187 185 Nse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwrrke ............... 6 148 146,75 148,9 147,25 8 126,75 128,5 128,5 129-25 Mannesmann-Röhren........ 8 119,75 120 119,75 119,9 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußl. Abend- dürfe Schluß« lurs Schlußk. Mittag- bürse Datum 30-12 31-12- 30 12 31.12. ManSselder Bergbau .. ..... 6 K 158,75 160 160 160 Kr-kswerke ........... ....... 6 — — 145 144 Rheinische Braunkohlen .....12 —— 233 231,25 233,5 Nheinstadl ........... ....... 4 155,75 155,75 155 155,5 Vereimare Stahlwerke. .....sy, 122,65 121,5 122,25 121,5 Olavi Minen ........ .......0 22,9 23,1 22,65 — Kaliwerke Aschersleben. .......5 139 138,75 138,65 138 Kaliwerke Westeregeln. .......5 133,5 134 134 133,75 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% 182 183,5 183 183,75 I. ®. Farben-Jndustrte.......7 Srbeibcan ft alt............... 9 Goldschmidt ................ 5 RütgerSwerke............... 6 Metallgesellschaft............. 6 173 173,25 173 173,13 274,5 274 — —— 130 128,5 130 131 142 140,5 142,4 140 154,75 154,9 154,2 154,4 PhilippHolzmann........... 4| 138 l 137,5 1 138,751 137 Zementwerk Heidelberg ...... 7 164,25 164,5 I — — Cementwerk Karlstadt.........6| 161 | 161 | — I — Schultheis Dayenhofer .......4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................5 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Crenftein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cbade...................... 9 Accumulaioren^abrll....... iS Conti-Gummi.............. 11 Gritzner.................. 01 Mainkrastwerke Höchst 41 Süddeutscher Zucker ........ 1O| — .— 101,75 101,65 53 53 53 53 106,5 107,25 106,5 107,5 162-5 163,25 163 162,75 140,9 141,65 141,25 142,25 — 108,4 106,5 122,5 122 122 121,75 164 164 164 165 —— —— 90 90 56,65 56 55,65 55,9 227 227 227 227 — 199 200,25 202 171 173,9 171 174 33,5 33,25 33,5 33,25 95,75 — —— 208 208 207,75 208 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L 30-Dezember 31 .Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Buenos Ans 0,758 0,762 0,758 0,762 Brüssel .... 41,94 42,02 41,92 42.00 Rio de Jan. 0,149 0,151 0,149 0,151 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,52 54,62 54,55 54,65 Danzig.... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,21 12,24 12,215 12,245 Heliingfors. 5,395 5,405 5,395 5,405 Paris ..... 11,615 11,635 11,615 11,635 Holland ... 136,20 136,48 136,20 136,48 .Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 tavan ..... 0,700 0,702 0,699 0,701 lugoilawien 5,654 5,666 5,654 5.666 Oslo..... ' 61,37 61,49 61,40 61,52 Wien...... 48,95 49,05 48,95 j.o 05 /niabon ... 11,09 11,11 11,095 11 -115 Stockholm.. 62,95 63,07 62,98 63,10 Lchwetz ... 57,16 57,28 57,14 57,26 Spanien... 18,98 19,02 18,98 19,02 Prag...... 8,681 8,699 8,681 8,699 Budapest .. — —- — Reuyork ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Banknoten. Beriii>,31. Dezember G id Bries Amentanyche Noien.............. 2,45 2,47 Belgische Roten.................. 41,80 41,96 Dänische Roten ................. 54,39 54,61 Englische Noten ................. 12,19 12^23 Französische Noten............... 11,565 11,605 Holländische Noten............... 135,87 136,41 Italieniscne Noten................ —— Norwegische Noten .............. 61,24 61,48 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling —• Rumänische Noten.............. — Schwedische Noten............... 62,81 63,01 Schweizer Noten................. 56,99 57,21 Spanische Noten................. — Ungarische Noten................ —— ■■