Hl 229 Erstes Blatt 187. Jahrgang Zreitag.l. Oktober 1957 -kricheml täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewall jZernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11086 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei R. Lange in Gietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf..Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Verkehr verbindet die Völker. Englische Straßenfachleute bewundern die Veichsautobahnen. Ihr wahres Gesicht. 4 Mussolini hat in seinem Abschiedstelegramm an den Führer noch einmal mit wenigen Worten das Ergebnis seiner Deutschlandreise zusammengefaßt. Er hat dabei die geistige Solidarität des nationalsozialistischen Deutschlands und des faschistischen Italiens sowie die Festigkeit und Eintracht der Vorsätze beider Staaten unterstrichen. Alle Welt weiß, daß sich Deutschland und Italien in ihrem Kamps für ihre Lebensrechte, aber auch für den Frieden Europas einig sind, alle Welt weiß, daß der Block der 115 Millionen ein unerschütterliches Bollwerk gegen alle Machenschaften etwa im Sinne der bolschewistischen Zerstörungs- und Vernichtungswut darstellt. Wenn hier und dort Kläffer, Nörgler und Quertreiber den Versuch machen, die große Berliner Friedensdemonstration um chre Wirkung zu Der Führer erwidert den Besuch des Duce. Berlin, 1.Off. (ODtB.) Während feiner Anwesenheit in Deutschland hat der Duce den Führer in außerordentlich liebenswürdiger Weise eingeladen, seinen Besuch zu erwidern. Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz hierzu erfährt, hat der Führer freudig Zuge f a g t. bringen, so kann man darüber getrost zur Tagesordnung übergehen, genügt doch ein Blick in die ernst zu nehmende Auslandspresse, daß man dort die Achse Berlin—Rom doch etwas anders als bisher bewertet. Aber einen unserer ausländischen Kritiker möchten wir uns doch aufs Korn nehmen. Denn seine Aeußerungen rücken gerade das in das grellste Licht, wogegen sich Deutschland und Italien gleichermaßen zur Wehr setzen: die Polittk brutalster Gewaltanwendung mit dem Ziele der Vernichtung von Völkern, die nichts anderes geltend machen als das Recht auf ihr Leben. Dieser Krittker, Herr de Keryllis von der Zeitung „E p o q u e", bekannt geworden durch den Karlsruher Kindermord, den er während des Krieges mit dem Maschinengewehr vom Flugzeug aus vollzog, ist äußerst betrübt darüber, daß Frankreich und England es verabsäumt hatten, während des Abessinienkrieges das italienische Volk zu „ersticken". Das also sind die Grundsätze der vielgerühmten Demokratie. Sucht ein Volk nach neuem Lebensraum, sucht es sich seinen Anteil an dem Reichtum von den Kolonien zu beschaffen, den andere in hellstem Ueberfluß besitzen, dann muß es vernichtet, dann muß es, wie Keryllis sich crus- zudrücken beliebt, „e r st i ck t" werden. Hier demaskiert sich die parlamentarische Demokratie, hinter der anonyme, aber doch nur zu bekannte Gestalten stecken, die vorgeben, nach dem Willen ihrer Völker zu regieren, die aber nur ihre eigenen Ziele zu erreichen suchen. Daß diese Dunkelmänner versagt haben, kann Keryllis heute noch nicht fassen. Denn wie schön wäre es gewesen, das geht aus seinen weiteren Gedankengängen hervor, gleichzeitig auch das deutsche Volk dem gleichen Erstickungstod auszuliefern. Einen großen Friedhof möchte man aus Europa machen. Darin sind sich die sogenannten Demokratien mit den Bolschewisten einig, mögen sie auch verschiedene Methoden anwenden. Die Wirkung bleibt die gleiche. Darum auch der Haß auf das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien, die sich beide auf ihre Kräfte besannen und ihr Lebensrecht etwas nachdrücklich zur Geltung zu bringen wußten. An diesem Selbstbehauptungswillen werden aber alle „Erstickungsversuche" scheitern. Darüber möge man sich im klaren sein. D. S. Der Geist von Versailles. Die BerlinerPresse zur Hetze der„EPoque". Berlin, 1. Okt. (DNB.) Die Berliner Mor- aenblätter beschäftigen sich mit der schamlosen Aeußerung von de Keryllis in der E p o q u e, der, wie bereits gemeldet, geschrieben hatte, es sei bedauerlich, daß Frankreich während des abessinischen Feldzuges Italiens nicht die Gelegenheit ergriffen hätte, das italienische Volk im Einvernehmen mit England zu ersticken. Der Völkische Beobachter schreibt u. a.: Zynischer ist wohl noch niemals die Denkrichtung jener verbrecherischen Kreise ausgesprochen worden, denen die Bemühungen zur Erhaltung des Friedens in Europa immer wieder auf Schritt und Tritt als Widersacher und Störenfriede begegnet. Man muß den Mut bewundern, mit dem jener Franzose ein Programm ausspricht, das unmißverständlich die Abschlachtung oder Aushungerung eines 40-Millionenvolkes bedeutet. Es ist der Mut jener niedrigen Gesinnung, die in ihrem wahnsinnigen chauvinistischen Haß überhaupt keine Maßstäbe der Menschlichkeit mehr kennt. Wir beneiden die französische Politik um einen derartigen Agenten wahrhaftig nicht und verzichten darauf, uns mit jener Kreatur noch näher über die europäische Zivilisatton auseinanderzusetzen. Es genügt, den Ausspruch des Herren de Keryllis festgehalten zu haben, um ein für alle Mal d i e wahre Gesinnung der internationalen Kriegshetzer ohne Schminke erkennen zu lassen. Die Deutsche Allgemeine Zeitung urteilt: Aus diesen Worten spricht eine Brutalität und enthüllt sich eine bisher unter den Phrasen der Gin Segen für das Land. Der Reichsverkehrsminister aus einem Empfang in Baden-Baden. Baden-Baden, 1. Okt. (DNB.) Am Donnerstag kamen die englischen Verkehrsund Straßenbaufachleute auf ihrer Fahrt durch Deutschland von München im Sonderzug i n Baden-Baden ein, wo ein großer Empfang durch den Reicbsverkehrsminister Dr. Dorp- müller stattfano, bei dem auch Generalinspektor Dr. Todt, eine große Anzahl leitender Beamter der Reichsbahn und Mitglieder der Deutsch-Englischen Gesellschaft zugegen waren. In dem mit den Fahnen Englands und Deutschlands und den Hoheitszeichen des Dritten Reiches geschmückten Festsaal des Kurhauses entwickelte sich bald ein angeregter Gedankenaustausch. Zu Beginn des Empfanges gedachte der Gastgeber Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller des englischen Königs. Es erklang die englische Nationalhymne. Der Präsident der englischen Industriellen P. F. Bennet trank auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, worauf die deutschen Nationallieder gesungen wurden. Dr. Dorpmüller legte dann dar, wie Eisenbahn und Aut ost raßen zusammengekommen seien. Der Führer habe den Gedanken, Straßen zu bauen, die dem modernen Verkehr in jeder Hinsicht entsprechen, möglichst schnell in die Tat umgesetzt. Die Reichsbahn habe ihre Männer bei dem gewaltigen Werk zur Verfügung gestellt und Dr. Todt habe die auftauchenden Hindernisse beseitigt. Auch die Frage der Finanzierung sei überwunden Rom, 30. Sept. (DNB.) Mussolini ist am Donnerstag um 18.20 Uhr wieder in der Hauptstadt des Faschismus eingetroffen, die ihm den großartigsten Empfang bereitet hat. Schon in der über und über mit italienischen und deutschen Fahnen festlich geschmückten Bahnhofshalle erschallten Beifallsstürme und Duce-Rufe. Als Mussolini nach Abschreiten der Front der Ehrenformationen aus dem Bahnhof hinaustrat, fetzten auch dort mit orkanartiger Gewalt Beifallsstürme und Duce-Rufe ein. Im Augenblick, in dem Mussolini auf dem Bahnhofsplatz erschienen war, flammten Tausende und aber Tausende von Neon-Lampen auf, die den Bahnhofsplatz taghell erleuchteten. Auf Wunsch des Duce nahmen die Mitglieder der deutschen Botschaft, die mit Geschäftsträger Baron von Plessen und dem stellvertretenden Landesgruppenleiter H e tz i n g e r erschienen waren, an der Triumphfahrt Mussolinis bis zum Palazzo Venezia teil. Den Höhepunkt der Empfangsfeier bildete die Massenkundgebung auf der Piazza Venezia. Auf die temperamentvollen Rufe „Duce, Duce, Duce!" erschien Mussolini auf dem Balkon und faßte in einer kurzen Ansprache das Ergebnis seiner Deutschlandreise in folgenden Worten zusammen: „Ich bringe von Deutschland und meinen Unterredungen mit dem Führer einen tiefen Eindruck und unaustöschbare Erinnerungen zurück. Die italienisch-deutsche Freundschaft, besiegelt in der Politik der Achse Gleichberechtigung aller Völker und des Verständnisses für fremde Interessen versteckte Dernichtungs- politik, die einen tiefen Einblick in die Geistesverfassung gewisser Kreise in Frankreich gewinnen läßt. Bei einem solchen unerhörten Vorgang muß man den Glauben an feierliche Versicherungen, die von dort kommen, verlieren, wenn man auch nicht annehmen kann, daß derartige Aeußerungen von der französischen Regierung gebilligt werden. Wäre das doch der Fall, so würde die offizielle stan- zösische Politik bei ihren Verhandlungen in den letzten Monaten in einem höchst merkwürdigen Licht erscheinen. Der „Berliner L o k a l a n z e i g e r" schreibt: Wir kennen de Kiryllis nur zu gut als wüsten Deutschenhasser, jetzt wendet sich sein Haß auch gegen die italienische Nation. Im Weltkrieg war es sein Bombengeschwader, das am Fronleichnamstag die offene Stadt Karlsruhe mit Bomben belegte. Das, was de Keryllis predigt, ist kalter Imperialismus, dessen Ziel die Vernichtung des Gegners ist. Es ist ein Imperialismus, aus dem der unselige Gei st von Dersail- l e s geboren ist und der Frankreich in den Jahren nach dem Weltkrieg beherrscht hat, dem Europa alles Unglück feit diesen Jahren verdankt. Diesem Imperialismus in all feiner Unfruchtbarkeit haben Deutschland und Italien mit ihrem berechtigten Anspruch auf das primittvste Lebensrecht ebenso den Kampf angesagt wie dem Bolschewismus. Das „B e r l i n e r T a g e b l a 11" sagt: Niemals ist unser Argwohn gegen gewisse Verteidiger eines Europa westlich-demokratischer und Genfer Prägung in erstaunlicher Weise bestätigt, niemals das Gesicht der Demokratien demaski er t worden Wir wissen nicht, was de Keryllis zu dieser unflätigen politischen Selbstentblödung veranlaßte Selbst wenn ihm Haß und Neid gegen Italien und Deutschland die Seele nach so tief zerfraßen, so leistet er gerade der Sache, der er jetzt und schon früher mit feiner Agitation gegen das worden, und zwar — das müsse gegen Preffe- angrifse ausländischer Blätter betont werden — auf durchaus solider Grundlage. Heute seien in der kurzen Zeit von vier Jahren rund 1600 Kilometer dieser Autobahnen für den öffentlichen Verkehr fertiggestellt und weitere 1800 Kilometer seien im Bau. Hunderttausende seien direkt und indirekt mit dem Bau der Autobahnen beschäftigt. Die Autobahnen seien damit ein großer Segen für das ganze Land geworden und hätten mitgewirkt, die Arbeitslosigkeit von Millionen auf ein Minimum herabzudrücken. Im Jahre 1941 werden die Autobahnen fertig fein. In seiner Erwiderung auf die Ansprache sagte der Sprecher der englischen Gäste, der Präsident der englischen Industrie Bennet, er müsse herzlichen Dank sagen für die freundliche Einladung und besonders Dr. Todt in diesen Dank einschließen, der sich trotz überreicher Arbeit den englischen Verkehrsfachleuten in so ausgedehntem Maße gewidmet habe. Das deutsche Volk könne man von Herzen beglückwünschen, daß es das große Werk der Autobahnen vollbracht habe. Diese Reise bringe ein Näh erkommen der beiden Völker, ein Wachsen des Verständnisses und der freundschaftlichen Gefühle zwischen Deutschland und England. Wir werden einen guten Geist der Zusammenarbeit Deutschlands und Englands mitnehmen, und wir können Sie versichern, daß wir drüben nicht im Flüsterton über das Gesagte und Gehörte sprechen werden. Wir werden eintreten für öie Zusammenarbeit Englands und Deutschlands und den anderen Freunden Englands zum Segen des europäischen Friedens. Rom—Berlin, ist in diesen Tagen in die herzen der beiden Rationen eingezogen und wird darin bleiben. (Stürmische nicht endenwollende Huldigungen.) Die Ziele dieser Freundschaft sind die enge Solidarität der beiden Revolutionen, die Wiedergeburt Europas und ein Friede zwischen den Völkern, der dieses Namens würdig ist." Minutenlange Beifallskundgebungen, Heilrufe auf Adolf Hitler und auf Deutschland bekräftigten diese Worte des Duce des Faschismus. Ein Vild Mussolinis für den Führer. Berlin, 30. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing in Anwesenheit von Reichsminister Dr. G o e d b e l s den Vizepräsidenten der italienischen Kammer, Exzellenz Caradonna, und acht Abgeordnete. Die Herren wurden von dem italienischen Botschafter eingeführt. Anschließend an diesen Empfang überreichte der Königlich italienische Botschaftsrat Graf Magistrati in persönlichem Auftrag des Duce dem Führer ein silberge- rahmtes Bild Mussolinis, das die Widmung trägt: „Dem Führer und Kanzler des Dritten Reiches Adolf Hitler in herzlicher Freundschaft. Mussolini. Berlin, den 29. September des Jahres XV." Versöhnungswerk der Frontkämpfer zu dienen meint, der Verhinderung jeglicher Verständigung den denkbar schlechtesten Dienst. Er hat mit feinem Haßausdruch all die schönen Grundsätze und Schlagworte erledigt und Lügen gestraft, mit denen die Gegner des deutsch-italienischen Kurses MODEHAUS Carl Nowack Gieren kaufen Sie stets in bekannt großer Auswahl in den altbewährten Qualitäten im 7-Zimmer- wohliung mit Bad, Balkon Bismarckstr.44II zuml.November zu vermieten. Näher. A. Becker Keplerstrabe 9 Tel. 3804. 6372V Im Jtäbt. Haus Wilbclmstr. 39 istabl.Nov. 1937 (eö. 15. Ott.) eine Wohnung bestehend aus 5 Zimmern, Küche m.Sveisekamm., Badezimmer, Bodenkammer, Verschlag, 2 Keller und Gartenanteil zu vermiet. Bewerbung.sind zu richten an das 5taDtoermenungs- amt (Sieben Bergstraße 20 Zimm. 16. lmssv Mö bl. Zimmer Nähe Bahn und Klinik z. vermiet. Crednerstr. 18 I. Inf. Versetzung 3 schöne sonnige Zimmer und kleine Küche Nähe LicherStr. zum l.Nov. 1937 zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 04826 a.d.G.A. 2-Zimmer- Wohnung zu vermieten. 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Dunkel und schwer stehen Gewitterwolken über der Weite ostpreußischer Felder und Wälder und die unzähligen Seen im Süden der Provinz Ostpreußen, die das sogenannte Oberland durchziehen, werden aufgepeitscht vom aufkommenden Sturm, der drohend über das Land fegt. Südwärts dieses Oberlandes dehnt sich, schon nahe der polnischen Grenze, der arme und in der Schönheit seiner Landschaft doch so wunderbar harmonische Landstrich, in dessen Mitte nahe bei Freystadt das Gut der Familie Hindenburg, Neudeck, liegt. Während wir, von der Landstraße einbiegend, durch den gepflegten Park vor dem hohen Portal des Schlosses Neudeck Vorfahren, an dessen Seite die zwei aus unzähligen Bildern bekannten alten Geschütze von der soldatischen Laufbahn des einstigen Schloßherrn künden, überfällt uns ein eigenartiges Gefühl der Andacht und jene Ehrfurcht, die wohl jeden Deutschen umfängt, wenn er an Stätten des Wirkens des Größten seiner Geschichte weilt. Groß und weit empfängt uns die Wohnhalle. Als erstes fällt uns ein überlebensgroßes Gemälde Hindenburgs auf, das, den ganzen Raum beherrschend, über einem alten Kamin hängt. Das Bild ist im Jahre 1916 von Professor Petersen, Düsseldorf, gemalt und gehört wohl zu den schönsten und lebensechtesten Porträts von Hindenburg. Frau von Hindenburg, die Schwiegertochter des verewigten Generalfeldmarschalls, die uns stundenlang in der liebenswürdigsten Weise durch sämtliche Räume des Hauses führt und uns alle die unzähligen Erinnerungsstücke an den großen Toten zeigt, erzählt, daß die ganze Familie Hindenburg gerade dieses Bild besonders liebt. Unter dem Bild ist ein markanter Lieblingsspruch in den granitenen Kamin eingemeißelt: „Die Treue ist das Mark der Ehre". Zwischen künstlerisch feinsinnigen Plastiken und Statuetten, Geschenken von Verehrern Hindenburgs, steht eine Bronzeplastik von Prof. (Tauer aus Königsberg, die in wunderbarer Ausarbeitung die Hand Hindenburgs mit dem Marschallstab zeigt. Vor dem Kamin stehen der Tisch und die stilvollen Stühle, an denen manche wichtige und große Beratung Hindenburgs mit seinem Stabe stattgefunden hat. Man muß dies selbst gesehen und erlebt haben, um zu spüren, wie hier in liebevoller Pietät und in ehrfürchtigem Andenken an den Größten ihres Geschlechts die Familie Hindenburg eine Stätte wahrhaft großartigen Andenkens geschaffen hat. In all diesen Räumen lebt auch noch heute mit spürbarer Kraft und Deutlichkeit der Geist Hindenburgs so sehr, daß man die Stimme dämpft, wenn man durch diese Räume schreitet, und daß man nur mit einer fast behutsamen Scheu Fragen stellt und Dinge berührt, die er noch vor zwei Jahren in Händen gehalten hat. Wenn man all das schildern wollte, was als Zeugnis eines einzigartig reichen Lebens in diesen Zimmern auf Neudeck zu sehen ist, dann könnte man ein Buch füllen, aus dem uns die Geschichte unseres Volkes feit Jahrhunderten entgegenlebt, ein Buch, in dem Sitte und Brauchtum, Handwerk und Bauerntum und Eigenart nicht nur aller Stämme unseres Volkes, sondern der ganzen Welt zum Ausdruck kommt. So können wir nur einiges von dem anführen und erzählen, was wir in diesen Stunden in Neudeck gesehen haben, was in seinem Reichtum und in dieser Vielfalt über einem kleineren Kreis hinaus kaum bekannt ist. Da steht in dem Wohnraum zum Beispiel in einer Nische der schönen Holztäfelung eine dickbauchige Vase, fast ein Meter groß. In kreisrunder Fassung sehen wir in Porzellanmalerei das Bild des letzten Zaren von Rußland. Wieviel an Schicksalen mag diese Vase allein erlebt haben! Sie wurde vor drei Jahrzehnten vom deutschen Kaiser dem Zaren als Geschenk überreicht und vor zehn Jahren vom deutschen Botschafter in Moskau auf geheimnisvolle Art aufgefunden und Hindenburg zum Geschenk überreicht. Oder wenn wir weiter in die mehrere tausend Bücher umfassende Bibliothek kommen, die im anschließenden Zimmer untergebracht ist, sehen wir die Ahnengalerie der Familien Hindenburg, in der Mitte den Ururgroßvater des großen Toten, der von Friedrich dem Großen mit dem Pour le merite ausgezeichnet und mit dem Gut Neudeck belehnt wurde. Er heißt in der Familie nur der „Oberst" von Hindenburg. Frau v. Hindenburg öffnet uns auf der einen Seite der Bibliothek einen gewaltigen Schrank. Von oben bis unten Stapel auf Stapel in Kassetten oder Buchform, in Rollen oder in urkundartigen Blättern ist hier nur ein Teil der Ehrenbürgerbriefe, die Hindenburg im Laufe der Jahre von allen Städten und Dörfern Deutschlands erhielt. Dazu scheu wir auf allen Tischen der Bibliothek und im Arbeitszimmer weitere Ehrenbürgerbriefe, die wegen ihrer besonders schönen künstlerischen Form hier geschmackvoll geordnet nebeneinander liegen. Da sind solche aus schwerem Gold und solche aus gewöhnlichem Eisen, solche aus Leder und welche aus Pergament, da ist einer als prachtvolle Holzeinlegearbeit ausgeführt und einer als edelsteinbesetztes Prunkstück. Eine Sammlung von Meisterwerken deutscher Handwerker- k u n st, die allein einem Museum für Volkskunde ausschließlich als Material genügen würde. Es ist ganz unmöglich, hier auch nur auf irgendwelche Einzelheiten näher einzugehen. In einem kleinen Glastisch der Bibliochek sind einige besonders wertvolle Stücke aus dem Familiengut ausgelegt: ein japanischer Ehrensäbel aus dem 13. Jahrhundert, das Geschenk eines japanischen Prinzen, ein fast unfaßliches Meisterwerk feinster Goldziselierkunst. Da sind Pfeifen von Blücher und Marschall Ney, Geschenke an den früher schon genannten Obersten von Hindenburg, eine Tabakdose von Friedrich dem Großen mit einer persönlichen Widmung an den Obersten, eine Taschenuhr, die Napoleon Vendome geschenkt hat und die durch einen Magdeburger Uhrmacher Hindenburg vor Jahren verehrt wurde. Da sehen wir weiter altjavanische Dosen, einige wundervolle Kästchen mit chinesischen Gebetsbüchern, Geschenke von tibetanischen Kirchenfürsten an Hindenburg. Da find des weiteren: Teppiche vom Sultan und auf Stoff und Seide gemalte japanische Bilder, Geschenke des japanischen Kaisers. Da finit Kelche und Becher, Plastiken und Bilder, alte Originalhandschriften deutscher Dichter, die, wie die Sprüche von Fontane, unter Glas im Rahmen in Hindenburgs Arbeitszimmer hängen. Es dünkt uns manchmal fast, als habe sich hier die Kunst und die Geschichte der ganzen Welt ein Stelldichein zur achtungsvollen Verehrung unseres Hindenburg gegeben. Schwere Vorhänge dämpfen das grelle Licht in Hindenburgs Arbeitszimmer, das wir als letztes in den unteren Räumen des Schlosses betreten. Bei allem Prunk und Glanz der Geschenke und G a - den aus der ganzen Welt wirkt dieses Arbeitszimmer doch so schlicht und einfach, so ganz auf die tägliche unermüdliche Arbeit eines bis in die letzten Tage feines hohen Greisenalters für fein Volk und fein Land tätigen Mannes eingerichtet. Wir stehen hinter dem hochlehnigen Stuhl vor dem Schreibtisch Hindenburgs, wo er noch wenige Tage vor seinem Tode gesessen und gearbeitet hat. Da liegt rechts die K a r t ä t s ch e n k u g e l, die ihm als Siebzehnjährigen bei Königgrätz den Helm durchlöcherte und beinahe das Leben gekostet hätte. Der Helm selbst steht in einem Glaskasten an der Wand. Da sind des weiteren auf seinem Schreibtisch die Bilder seiner Kinder und seiner Frau und seiner Eltern, alte verblichene Photographien. Da liegen in verschiedener Größe Lupen, die Hindenburg ständig bei seiner Arbeit verwandte, und auf einem Rauchtisch in einer Ecke des Zimmers liegt der alte und bewährte, abgegriffene Andreesche Handatlas, ein Buch, das wohl zu den meistbenutzten Hindenburgs gehörte. „Seine geographischen Kenntnisse", so erzählt hier Frau von Hindenburg, „waren ja einzigartig. Ich erinnere mich keiner Frage geographischer Art, auf die mein Schwiegervater jemals die Antwort schuldig geblieben märe. Dennoch verging kein Tag, an dem er nicht in diesem Atlas sich über die Richtigkeit irgendwelcher geographischer Dinge vergewisserte." Neben dem Atlas liegt ein kleines Büchlein eines Schweizer Militärarztes über strategisch-ärztliche Maßnahmen in der Armee. Es war dies das letzte Buch, das er, wie Frau v. Hindenburg erzählte, flüchtig gelesen hatte, da es ihm von Professor Sauerbruch während seiner Krankheit mitgebracht wurde, lieber dem Schreibtisch von Hindenburgs Arbeitszimmer hängt das berühmte Moltke-Bildnis von Lenbach, eines der schönsten und kostbarsten Stücke des ganzen Hauses. In einer Ecke stehen auch noch die beiden Stöcke Hindenburgs, mit denen er bis wenige Tage vor seinem Tode gegangen ist. Im ersten Stockwerk des Schlosses sehen wir auch noch in einer Reihe von Räumen Erinnerungsstücke an den großen Toten. Auch hier können wir nur aus einer Unzahl einiges erwähnen. In einem großen Glasschrank sind sämtliche Orden und soldatischen Ehrenauszeichnunaen, die Hindenburg im Lause seines Lebens aus aller Welt erhielt, gesammelt. Der Pour le merite und der höchste deutsche Orden, der Schwarze Adler mit der eigenhändig unterschriebenen Urkunde des Kaisers, der blaue Feldmarschallstab, das schwere goldene Vließ des spanischen Königs, fast sämtliche deutschen, österreichischen, ungarischen, türkischen, bulgarischen Orden, die höchsten Auszeichnungen fast aller Länder der Welt und daneben ein Schrank mit Kelchen und kostbaren Porzellantassen, alles Geschenke von Verbänden und Verehrern des Toten. Und NSG. Die Monats-Türplakette gilt als Ausweis dafür, daß der Inhaber dieser Plakette für den betreffenden Monat ein Opfer für das Winter- Hilfswerk des deutschen Volkes gebracht hat. Anspruch auf Aushändigung der Plaketten haben: 1. a) Lohn- und Gehaltsempfänger, die während der Dauer des WHW. ein Opfer von 10 v. H. ihrer Lohnsteuer — jedoch mindestens 25 Pf. — an das WHW. entrichten. b) Lohn- und Gehaltsempfänger, die wegen ihres geringen Einkommens zur Einkommensteuer nicht herangezogen werden, gegen ein Opfer von monatlich 25 Pf. c) Festbesoldete, die neben ihrer Lohnsteuerleistung noch zur Einkommensteuer veranlagt werden, wenn sie neben ihrer monatlichen Spende in Höhe von 10 v. H. ihrer Lohnsteuer ein monatliches Opfer in Höhe von 1 v. H. ihres für das Jahr 1936 veranlagten Einkommensteuerbetrages an das WHW. entrichten, soweit die Steuerschuld nicht durch Lohnabzug getilgt ist. Diese 1 v. H. werden also lediglich von der Einkommensteuerrestschuld errechnet, die durch Vorauszahlung und die Abschlußzahlung getilgt worden ist. 2. a) Inhaber von offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften, Gewerbetreibende und Angehörige der freien Berufe, sowie sonstige Einkommensbezieher, die zur Einkommensteuer veranlagt werden, soweit sie monatlich ein Opfer in Höhe von 1 v. H. des für das Jahr 1936 veranlagten Einkommensteuerbetrages an das WHW. entrichten. b) Gewerbetreibende und Angehörige freier Be- mitten unter diesem Prunk und dieser überwältigenden Schau der Achtung einer ganzen Welt vor diesem großen Deutschen eine ganz kleine schlichte und unscheinbare Porzellantasse mit blauem Rand und dem eingemalten Namenszug Hindenburgs, die er — wie Frau von Hindenburg erzählt — feit vielen Jahren bis zu feinem Tode benutzte. In dem großen hellen Speisezimmer im ersten Stock, das die Familie Hindenburg auch heute noch benutzt, ist eine der hohen und langen Wände vollkommen ausgefüllt mit einem Schrank, in dem sich das Geburtstagsgeschenk der Reichsregierung zum 80. Geburtstag Hindenburgs, ein 120teiliges Meißener Porzellan - Service befindet, das künstlerisch von überwältigender Schönheit ist.. Neben den vielen Gobelins und Teppichen, die als achtungsvoll dargebrachte Geschenke von den Fürsten und Herrschern und Regierenden der ganzen Welt Hindenburg im Lause seines Lebens verehrt wurden, fällt uns ein größerer Wandgobelin besonders auf, den ein kleiner kaukasischer Stamm von unseren türkischen Verbündeten im Weltkrieg dem Generalfeldmarschall nach dem Kriege als Geschenk übersandt hat. Noch erfüllt von diesen Eindrücken treten wir zum Abschied in das S t e r b e z i m m e r des ver- einigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls, das fein ständiges Schlafzimmer war. Es ist einer der kleinsten und schlichtesten Räume im ganzen Haus, einige wenige Bilder, vor allem ein wundervolles Bild feiner Frau bilden den ganzen Schmuck des Zimmers, und schlicht und einfach ist auch das breite Messingbett, in dem der deutsche Heros in die Ewigkeit eingegangen ist. Stumm und zutiefst innerlich berührt von der Wanderung durch diese Stätte des Lebens Hindenburgs verlassen wir durch den großen einsamen Park Neudeck. Rund um uns versinkt das Land in Nacht und Nebel. Bis allmählich in der dämmerigen Stille dieses Abends als eine Vision von heroischer Gewalt Türme und Mauern des Grabmals vor uns auf- tauchen. rufe, sowie sonstige Einkommensteuerbezieher, die nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden, wenn sie einen Mindestbetrag von monatlich 1 Mark opfern. 3. Kapitalgesellschaften (namentlich Aktiengesell- schaftsn und G. m. b. H.) erhalten die Türplakette des Winterhilfswerkes, wenn sie während der Dauer des WHW. ein Opfer von insgesamt 15 v. H. der in diesen Monaten (1. Oktober 1937 bis 31. März 1938) zu entrichtenden Vorauszahlung auf die Körperschaftssteuer leisten. Falls im vorhergehenden Geschäftsjahr ein entsprechendes Einkommen nicht erzielt wurde und Vorauszahlungen auf die Körperschaftssteuer nicht festgesetzt sind, erhalten sie die Plaketten, wenn sie für die sechsmonatige Dauer des WHW. ein pro Mille des Reinvermögens vvm letzten Bilanzstichtag opfern. Gesellschaften, die weder Reinvermögen besitzen, noch Vorauszahlungen auf Körperschaftssteuer zu leisten haben, erhalten die Türplaketten, wenn sie sich mit einem ihrer Leistungsfähigkeit entsprechenden Betrag beteiligen, mindestens aber monatlich 1 Mark für das WHW. opfern. Die Richtlinien enthalten lediglich Mindestsätze zum Erwerb der WHW.-Plakette. Es wird jedoch die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß das von den Einzelpersonen und Firmen zu bringende Opfer in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Leistungsfähigkeit steht. Behörden oder Firmen geben die schriftliche Erklärung ab, daß die Plaketten entsprechend den Richtlinien des Reichsbeauftragten für das WHW. ausgegeben werden. Behörden und Firmen, deren Gefolgschaftsmitglie- Die Monats-Türplakette -es WHW. Wer hat Anspruch darauf? Die Nymphe mit dem Fischnetz. Von Anion Schnack. Wenn ich auch nur eine Bildsäule aus Marmor des Penteiikongebirges bin und jetzt in der Wildnis eines Gartens, nahe eines von Wasserrosen bedeckten Teiches stehe, vor Zeiten habe ich jedoch an der ginstergoldenen Küste von Illyrien gelebt. Mein Lieblingsaufenthalt war ein vom Meer umspülter Felsen aus Muschelkalk, beschattet von einer zerzausten Strandkiefer, deren Harzgeruch bei Sonnenuntergang stark und eigentümlich war. Im Schatten dieses Baumes, dessen Gezweig Reiher zum Nestplatz gewählt hatten, lag ich, ein Bienenlied im Ohr, und wartete auf die veilchenfarbene Dämmerung. Denn die Dämmerung ist dem Fischfang günstig. Die Tritonen des Neptun bliesen aus Muschelhörnern dampfende Wassersäulen in die Lust. Von den Strahlen der ins Meer sinkenden Sonne getroffen, sprühten die Tropfen einen goldenen Regen auf den Thymianstrand der Hirschinsel, wo die ungefügen Tölpel mich vermuteten und suchten. Ihre Liebe war mir zu ungestüm und viel zu schnaubend. Dor den Hirten aus den Schluchten brauchte ich mich nicht zu verstecken. Sie trugen wunderliche Särte, blaue Kittel und Hüte aus Bast, rund wie die Käseräder, die von römischen Handelsleuten an die Küste von Illyrien gebracht wurden, um dafür Wolle einzutauschen, die sie bann mit dem Saft der Purpurschnecke färbten. Die Hirten hatten siebenlöcherige Flöten, und wenn der lautlose Abend mit schrägen Schatten vom Meer herauf zu den Felsen am Strande wuchs, saß der Aelteste inmitten seiner Schafe und spielte die Demut der Urvätergesänge, von der scheuen Grasmücke m den Lorbeerbüschen begleitet, Felgen und Schafkäse wickelten sie in ein langes Schilfblatt unb legten es auf die unterste Baumgabel der Kiefer. Die Feigen aß ich, aber den Käse ließ ich für den hörnertragen- den schmutzigen Faun liegen; damit er mir die Netze flickte, dir mir zuweilen der gefräßige Seehund zerriß und die scharfen Muschelschalen zerschlitzten, wenn ich das Netz über den Grund schleifte. Ich hatte mit dem Netz zuletzt einen guten Fischzug getan; silberne Meeraale, breite Goldbrassen, messer- schmale Sardellen und fette Seekarpfen zappelten in den Maschen. Ich verschenkte sie. Ich warf sie heimlich in den Fischkasten eines jungen Fischers, namens Cyrill, der aus der Stadt Olcinium gebürtig war. Mochte er an ein Fischwunder glauben, ich wollte ihm nur meine heimliche Liebe zeigen. Cyrill war der schönste Mann der Küste hinauf und hinunter; ich kannte seinen Badeplatz und den Ort feiner Netze und Fischgeräte, ganz dicht dabei stand ein breitblätteriger Feigenbaum, der mich seinen Blicken verbarg. Wenn Cyrill aus dem Wasser stieg, glänzte er am ganzen Körper wie hartes Metall. Seine Zähne schimmerten, dem Schnee ähnlich, der auf den hohen Gipfeln im Bergland während des Sommers liegen soll, feine Haare waren schwarz wie die Nacht vor Aufgang des Mondes und satt und düster wie der Lack der Schreiber und Zeichner. Cyrill war der beste Aalstecher an der ganzen Küste zwischen Budua und Olcinium. Kein Wunder, bei diesen durchdringenden und vogelschönen Augen. Diese Augen hatten die sonderbare Kraft zu bannen und festzuhalten und erkannten blindlings den Standort der Fische. Sie hatten auch mich erspäht, als ich in der türkis- farbenen Grotte auf der Felfeninfel Nedjelja eine bestimmte Muschel suchte, um mir eine Kette für den Hals zu fädeln. Cyrill warf in einem weiten Bogen fein Netz vor den schmalen Grotteneingang, wo die schwarzen Seeigel an den Steinen klebten. Um mir nicht an den glasharten Stacheln der Igel die Haut zu ritzen, schwamm ich mitten in das Netz des Fischers, und ich freute mich schon, von seinen Händen berührt zu werden. Als er mich jedoch mit lüsternem Gesicht und zärtlichen Gebärden aus den Maschen und Stracken herausschälte, um mich an einen versteckten Ort, gewürzt von Thymian und Heide, zu tragen, berührte mich plötzlich der Dreizack des eifersüchtigen Neptun. Mein Blut erkaltete, mein Fleisch wurde zu Stein, und das Fischerboot füllte sich, von der ©teinlaft übermäßig beschwert, langsam mit Wasser. Oh ich Bedauernswerte, sv nahe der Liebe, mußte ich die Rache des Wassergottes spüren und durste nicht die Geheimnisse der Menschenliebe kennenlernen! Am Ufer rief der Fischer Cyrill die Hirten und Olivenbauern zusammen: „Seht, was ich gefangen! Die Bildsäule einer nackten Frau!" Und wahrend er sich den Schweiß von der Stirne wischte, weil mein Steingewicht kaum zu tragen und durch das Liegen im Wasser glatt und glitschig war, fügte er feiner Rede noch hinzu: „Bei den Göttern, ich hatte sie in der Dämmerung der Meeresgrotte für lebendig gehalten. Und nun bei Tageslicht besehen, ist sie ein Stein, gut für den griechischen Kunsthändler Marsyas in der Stadt Olcinium. Ich hatte schon Lust, sie zu lieben, aber auch die Silberstücke sind mir angenehm, die ich aus ihrem Verkauf an den Kunsthändler löse." Oie Portrataufnahme. Von $elif DRiemfaflen. Die folgende, ebenso lehrreiche wie muntere Unterweisung entnehmen wir dem Büchlein „Photographieren mit Lachen leicht zu lerne n." Von Felix Riemka st e n. Preis kart. 1,80 Mark. F. Bruck- mcmn Verlag, München. — (232) — ... Wenn du Gruppen ausgenommen hast und Landschaften wie Wafferschaften ebenfalls bewältigt hast, dann bleibt dir noch die Porträtaufnahme übrig. Das allerdings, ich meine — fein Porträt guckt sich jeder sehr lange an und verlangt hier viel. An die Porträtaufnahme ist also mit besonderer Vorsicht heranzugehen. Wenn das Porträt ein Porträt werden soll und nicht bloß ein Kopf auf dem Kqrper, so muß man mit dem Apparat nahe Herangehen. Vorsicht ist aber geboten, damit keine perspektivistischen Uebertreibungen vorkommen, die dir übel vermerkt werden könnten. Je länger die Brennweite des Objektives, desto besser läßt sich das Porträt technisch bewältigen, und da dir auswechselbare Objektive nicht zur Verfügung stehen, greife zur Vorsatzlinse. Es ist nämlich so: Dein Objektiv betrachtet niemand mit Liebe, sondern jeden nur rein objektiv. Es bildet das Nahe groß ab und das Entfernte sehr klein. Es gleicht darin dir. Auch du läßt dich überwiegend beeinflussen von Dingen, die nahe sind, während ferne Dinge dich wenig rühren. Heute leihst du dir Geld und kannst schwitzen dabei vor Erregung, aber um die Rückzahlung machst du dir weit weniger Sorge. Und wenn du nun deinen Schwiegervater* photographierst, der vor dir im Liegestuhl liegt, so werden die Schuhsohlen des wackeren Mannes riesengroß, weil sie im Vordergrund liegen, während sein Haupt winzig erscheint, weil es weiter ab liegt. Das hält der Mann für bewußten Hohn und zahlt dir den monatlichen Zuschuß nicht mehr. Also laß das, das ist sehr ernst! u Ich weiß nicht, in welchem Lichte der Mann bei dir steht, aber vor dem Apparat soll er nicht m in zu hartem, übermäßigem Lichte stehen, denn das macht seine Augen häßlich starr, die Nase wiqt Schatten, der wahre Charakter wird zu deutlich, und dein Porträt soll doch schmeicheln. (Denke an den Zuschuß!) Ganz und gar von vorne soll er fein Licht nicht empfangen. Beleuchte ihn so, daß es ein bißchen * Es dürfen aber auch andere Verwandte fein, dem Apparat mit der Vorsatzlinse ist es egal. förderlich vorderlich ist, wiederum auch ein bißchen seitlich von der Seite, aber nicht gerade Schlagseite, ziehe ihn an der Nase nach rechts, nach links und erkläre dann, jetzt ginge es so. Es geht so, wenn die Schatten auf seinen edlen Zügen harmonisch weich sind, weder zu hart noch zu flach. Eine weitere Schwierigkeit, die jetzt kommt, liegt nicht bei dir, auch nicht in der Technik, sondern allein bei deinem Schwiegervater. Der Mann soll nach allen diesen Prozeduren und angesichts des kalt und gierig blickenden Apparates mit der wissenschaftlich aussehenden Vorsatzlinse — und da also soll der Mann unentwegt harmlos aussehen! Harm- los. Interessant möchte er sowieso gern aussehen, unb... also es ist eine Arbeit, o ja. Du kannst ihm viel ersparen, wenn du erst eine Probesitzung machst. Sobald die richtige Stellung, Beleuchtung usw. dir vertraut sind, läßt du ihn rasch einrücken, visierst noch einmal und erschießt ihn auf kurze, rasche, schmerzlose Art. Er wird erfreut aussehen auf dem Bilde. _ . , Tückisch ist bei Porträtaufnahmen der Hintergrund. Er ist fteilich überall tückisch. Die Tücke bei der Porträtaufnahme besteht darin, daß sich fremde Objekte geradezu vernichtend höhnisch ins Bild drängen wollen, lieber dem Haupte schwebt das Hirschgeweih von der Wand, eine Blumenvase steht auf ihm — rechts vom Kopfe ist als Hinter- gründ eine dunkle Wand zu sehen, links dagegen der helle Kachelofen. Achte also auf einen ruhigen, friedlichen Hintergrund ohne Muster, ohne störend wirkende Bilderrahmen, ohne geblümte Tapeten, auf der eine dunkle Tulpe nachher sich verwandelt hat in eine aufwärts gestrichene Locke oder in einen Backenbart. Bei der Landschaft suchtest du die Landschaft, bei der Gruppe die Gruppe, und beim Porträt suchst du nichts als das Porträt, und alles, was du nicht gesucht hast, hat seinerseits nichts zu suchen in der Aufnahme. Durch eine ganz große Blende (große Blende = kleine Blendenziffer), große Blende also, und dazu durch Scharfeinstellung auf die Augen erreichst du, daß der Hintergrund wenigstens zurücktritt und seine allzu große Aufdringlichkeit verliert. Er spielt zwar selbst jetzt noch mit, aber nur auf ganz kleiner Flöte, während die großen Paukenschläge und der Posaunenstoß auf den Schwiegervater gehen, mitten ins Auge... ftotbfdMi'nnchncbfen Dem Professor Dr. Wilhelm T ö n n i s ist unter Ernennung zum Extraordinarius der Lehrstuhl für Gehirnchirurgie an der Universität Berlin übertragen worden. Wirtschaft 33 musik. 24 bis 1: Nachtmusik. den Klubkampf nach anregendem Verlauf knapp Berlin Frankfurt a. M. 12 RetchSban! der 5 Devisenmarkt 6.30: 8.30: 42 35 59 40 Deutsche Diskonto. Dresdner Bank .. 205,5 133,65 117,9 123 113,75 204,5 133,75 118 123 114 128,5 47,5 86 86,5 128 129,4 47,5 85 85,75 128 128,5 84,65 86,9 127,75 205 134,13 117,9 123 113,75 Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz- und Privat-Bank ... 6 129,13 84,75 86 127,75 für bis aebung der gesamten deutschen Leibesübungen gestaltet werden soll. Um nun allen DRL.-Mitgliedern die Teilnahme an dem deutschen Hochfest der Leibesübungen zu ermöglichen, wurde angeordnet, daß im kommenden Jahre Gau- und Kreisfeste nicht durchgeführt werden. An den Tagen der Breslauer Veranstaltung selbst sollen keinerlei sportliche Veranstaltungen durchgeführt werden. BfB.-NeichSbahn-Leichtathleiik. Sb-Springen. Stadtrat Otto H o l z h ü t e r ist aus seiner Stellung als Führer des Deutschen Radfahrer-Verbandes ausgeschieden. Bis zur endgültigen Neuernennung hat Reichssportführer von Tschammer und Osten Regierungsrat Lüttwitz mit der kommissarischen Führung der Geschäfte beauftragt. Gottfried v. (Tramm kam bei den Tennismeisterschaften der Pazifik-Küste in Berkeley (Kalifornien) zu zwei Vorrundensiegen. Gegen Bando (USA.) gewann er 6:1, 6:1 und gegen Blethen (USA.) 6:2, 7:9, 6:4. stand auf 8:58,4. 18 deutsche Rugbyspieler wurden das Pariser Weltausstellungsturnier vom 14. 205 134,25 118 123 114 Berlin — Frankfurt a ITC- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M., 30. Sept. Auftrieb: Rinder 1287 (gegen 1187 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 300 (202) Ochsen, 164 (148) Bullen, 524 (525) Kühe, 299 (312) Färsen. Kälber 661 (703), Hämmel und Schafe 195 (220), Schweine 656 (135). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (42 bis 45), b) 38 bis 41 (40 bis 41), c) 34 (36). Bullen a) 43 (42 bis 43), b) 39 (37 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis °° (29 bis 33), d) 20 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) bis 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (38 bis 40), c) (35). Kälber a) 60 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis (55 bis 59), c) 45 bis 50 (47 bis 50), d) 35 bis (38 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 49 (46 bis 50), c) 41 bis 45 (42 bis 45), d) 32 bis 40 (38 bis 41). Schafe a) 35 bis 44 (37 bis 46), b) 25 bis 32 (30 bis 35), c) 12 bis 22 (20 bis 25). Schweine a) 56 .(56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52). Sauen gl) 56 (—). Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musika. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Unterhaltungskonzert. 21.15: Heroischer Herbst. Funkfolge. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. 22.30: Tanz- 17. Oktober aufgeboten. Einen deutsch en Sieg brachte auch dritte Tag des 8. Internationalen Wiener Reit- Turniers. Die Olympia-Siegerin Tora (Rittm. Kurt Hasse) und Nelke (Major Schunck) teilten sich fehlerlos in den Sieg des Prinz-Eugen-Preises, einem A.G. für Verkehrswesen .... 6)4 Haniburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Palet......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borze-Akt. 7 • Abendbörse freundlich. An der Abendbörse verstärkte sich die freundliche und zuversichtlichere Tendenz und es bestand weiter etwas Nachfrage. Die Umsatztätigkeit war indessen nur in einzelnen Werten etwas größer, da der Ordereingang ziemlich klein blieb. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, vorwiegend aber gut behauptet. Lebhafter waren JG.-Farben mit 163 bis 163,25 (163). AG. für Verkehrswesen mit 129,13 (129) und Verein. Stahl mit 119,25 (119). Hoesch notierten 126,40 (126,25), Mannesmann unv. 122,50, Buderus 125,50 (125,25), Rheinstahl 154,40 (154,25), Deutsche Erdöl 151,50 (151,25). Von Ma- chinenwerten gewannen Rheinmetall 1 v. H. auf 152,50, Demag 0,25 v. H. auf 151,25, Adlerwerke unv. 115,25, dagegen BMW. 154,75 (155), Jung- hans 135 (135,25). Die übrigen Marktgebiete lagen unverändert. Im Freiverkehr waren Rastatter Waggon weiter fest mit 48,50 (47). Am Rentenmarkt gewannen Altbesitz 0,25 v, H. auf 128,50, 5,5proz. Am vergangenen Sonntag hatten die Leichtathleten des DfB.-R. noch einmal Hochbetrieb. Heinz Herrmann startete auf den Wettkämpfen des TSV. Siegen mit großem Erfolg. In Gießen unternahm die 6-Jugend einen Versuch um die DVM. mit gutem Erfolg. Die Frauenabteiluntz startete zum Rückkampf gegen den Tv. Heuchelheim und konnte Amtsgericht Gießen. Gestern hatte sich der W. M. aus Dorf-Gill wegen falscher Anschuldigung vor dem Amtsgericht zu verantworten. Der Angeklagte war im Frühjahr d. I. mit seinem Wagen von Lich nach Dorf-Gill gefahren. Wegen eines vor ihm herfahrenden jugendlichen Radfahrers, der trotz mehrmaligen Hupens nicht auswich, mußte der Angeklagte zu weit nach links ausbiegen. Er geriet dabei von der Fahrbahn ab, fuhr die Böschung herunter und landete in einem Wiesengrund. Dabei wurde das Auto beschädigt. Der Angeklagte glaubte, in dem Radfahrer einen ihm bekannten jungen Mann erkannt zu haben, und erstattete daraufhin gegen diesen Strafanzeige bet der zuständigen Gendarmeriestation. Da der junge Mann die Täterschaft bestritt und auch andere Gründe dafür sprachen, daß dieser nicht der Täter gewesen sein konnte, trug dies dem W. M. ein Verfahren wegen leichtfertiger falscher Anschuldigung ein. In der gestrigen Hauptverhandlung konnte trotz umfangreicher Beweisaufnahme ein schlüssiger Beweis dafür nicht erbracht werden, daß der von dem Angeklagten Angezeigte nicht mit dem Radfahrer identisch war. Da es somit zweifelhaft war, ob die wesentliche Voraussetzung der Anklage, nämlich die objektive Unrichtigkeit der Anzeige gegeben war, ließ der Vertreter der Anklagebehörde die Anklage fallen, und das Gericht erkannte auf Einstellung des Verfahrens, f Weiterhin standen die Eheleute W. und deren Sohn aus Allendorf a. d. Lda. unter der Anklage der schweren Körperverletzung vor dem Amtsgericht. Die Angeklagten hatten Differenzen mit ihrem Grundstücksnachbar. Um diesen zu ärgern, ließen sie ihren Hund auf dem Nachbargrundstück herumlaufen und legten auch einen Gartenschlauch über das Grundstück. Als der Nachbar und seine Ehefrau sich dies verbaten, fielen die beiden angeklagten Eheleute über ihn her und versetzten ihm einige Schläge, während der Sohn den Hund an den Nachbarn hetzte. Die Angeklagten bestritten den Vorgang und versuchten die Sache so darzustellen, als ob die Verletzten an dem Zusammenstoß schuld seien. Sie wurden jedoch durch die Beweisaufnahme restlos überführt. Das Urteil lautete gegen den Ehemann auf 30.— RM., den Sohn auf 15.— RM. und die Ehesrau auf 10.— RM. Geldstrafe. der die Spendenbeträge erst am Ende des Monats zahlen, erhalten die Plaketten bereits zu Beginn des Monats gegen die Verpflichtung, daß die Spendenbeträge jeweils am Ende des Monats dem WHW. überwiesen werden. Das gebührenfreie Abbuchungsverfahren, die Reichsftraßensammlungen, die Eintopf- und Pfundspenden, sowie die vom Reichsbeauftragten außerdem genehmigten besonderen Geldsammlungen bleiben von dieser Regelung unberührt. Während der Dauer des WHW. wird eine Ermäßigung der Mitgliederbeiträge für die NSV. nicht vorgenommen. Rhein-Mainische Börse, rnitlagsbörse ruhig, aber freundlich. Frankfurt a. M., 30. Sept. Die Börse eröffnete in ruhiger Haltung, zeigte aber eine überwiegend freundliche Veranlagung. Dom Publikum erfolgten kleine Käufe, während die Beteiligung der internen Börsenkreise noch keine Ausdehnung erfahren hat. Starke Beachtung fanden weiterhin die Ausführungen Dr. Schachts in Essen, auch der Konjunkturbericht über die Wirtschaftslage Deutschlands hinterließ einen guten Eindruck. Der Aktienmarkt brachte überwiegend kleine Kurserhöhungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. im Durchschnitt. Stärker gesteigert und etwas lebhafter waren am Montanmarkt Hoesch mit 125,50 bis 126,25 (124) auf Abschlußerwartungen. Verein. Stahl gewannen 0,40 v. H. auf 119,25, Ilse Genuß 1 v. H. auf 139 und Laurahütte 0,40 v. H. auf 21,13, während Buderus 0,25 v. H. abbröckelten auf 125,25. Maschinen- und Motorenwerte lagen fast durchweg 0,50 bis 1 v. H. höher, nur Jung- ycms gaben 0,25 v. H. nach auf 135,25. Von chemischen Werten waren JG.-Farben um 0,40 v. H. auf 162,65 und Scheideanstalt um 1 v. H. auf 262,50 erholt. Elektrowerte blieben gut behauptet, Licht 8t Kraft 1 v. H. höher mit 155. Von Einzel- werten setzten Holzmann 0,75 v. H. höher ein, während Verein. Deutsche Metall 1,50 v. H. verloren auf 173,50. Etwas lebhafteres Geschäft vollzog sich in einigen Freiverkehrswerten bei höheren Kursen. Rastatter Waggon 46,50 bis 47 (44), Elsäss. Bad. Wolle 82 bis 82,50 (80,50), von Telephonwerten Rhein. Textil sehr fest mit 85 bis 86 (81,50). Der Rentenmarkt war bei allerdings kleinen Umsätzen weiter freundlich. Altbesitzanleihe 128,25 (128,13), Kommunal-Umschuldung 94,90 (94,85). Am Pfandbriefmarkt zeigte sich in Auswirkung des Kupon-Termins leichte Nachfrage bei unveränderten Kursen. Auch Liquidationswerte blieben überwiegend behauptet. Staats- und Stadt- anleihen lagen still. Industrie-Obligationen nicht ganz einheitlich. Lebhafter waren Reichsaltbesitz zwischen 128,25 bis 128,50. Im Verlaufe blieb das Geschäft an den A k - tienmärkten sehr klein und die Kurse erfuhren kaum Veränderungen, meist schwankten sie auf Basis der Anfangsnotierungen, bis etwa 0,25 o. H. Etwas höher lagen Adlerwerke Kleyer mit 115,25 nach 114,90. Die später notierten Werte kamen meist 0,25 bis 0,50 v. H. höher zum Kurs, etwas schwächer lagen Reichsbank mit 204,50 (205,50). Am Einheitsmarkt wurden Eisenbahn-Renten-Bank auf den überraschenden Dividendenausfall (im Vorjahre 4 v. H.) gestrichen. Für Dresdner Bank ergaben sich wieder größere Umsätze. Tagesgeld wurde auf 3,25 (3) v. H. heraus- gesetzt. gewinnen. In Siegen wartete Heinz Herrmann mit hervorragenden Leistungen auf. Besonders sein Sieg im Kugelstoßen mit 13,99 Meter sticht hervor. Im Weltsprung wurde Herrmann 1. mit 6,70 Meter. Das Steinstoßen gewann er mit 8,99 Meter. Im 100-Meter-Laufen wurde er 2. in 11,2 Sekunden. Im Diskuswerfen ebenfalls 2. mit 36,78 Meter. Das war für diese Saison ein glänzender Abschluß. Die 8-Jugendlichen errangen im Kampf um die DDM. 3869,95 Punkte. Diese Punktzahl wird ihnen ebenfalls einen guten Platz in der Rangliste einbringen. Nicht alle Jugendlichen waren in Form. Besonders viel Punkte büßte man durch das Fehlen des besten Läufers Dietrich ein. Einen Ausgleich hierfür schaffte der sich in großer Form befindliche Willi Schwarz, der in fünf Konkurrenzen siegte, aber laut Bestimmung nur in drei Wettbewerben und einer Staffel gewertet werden konnte. Schwarz gewann den Hochsprung mit 1,63 Meter. Siegte über 100 Meter und 400 Meter in 12,8 bzw. 58,6 Sek. Gewann den Weitsprung mit 5,32 Meter, sowie das Diskuswerfen mit 29,78 Meter. Dann lief er in der Staffel noch ein feines Rennen. Ihm zur Seite standen die bewährten Kräfte Gemmer, der 1500 Meter in 4:41,3 Min. lief. Der wieder feit langer Zeit erstmals startende Mootz, der sich in überraschend guter Form befand und besonders in der Staffel sehr gut lief. Gilbert zeigte besonders im Speerwerfen und 400 Meter große Fortschritte. Aber auch die anderen setzten sich ein und errangen gute Punktzahlen. Frauenklubkampf DfB.-R. — Tv. Heuchelheim 65:63. Wie int Vorkampf, so ging auch diesmal das Treffen nur knapp für die Frauen des VfB.-R. aus. Tv. Heuchelheim stellte wieder in der Mädchenklasse die Besseren, während die Frauen beim VfB.-R. unschlagbar waren. Rosemeyer am schnellsten im Doninglonpark. Auf der rund 5 Kilometer langen Rennstrecke im Doninglonpark bei Nottingham wurde am Donnerstag bei herrlichem Wetter noch einmal eifrig trainiert und gleichzeitig um die Startplätze gekämpft. Wie schon tags zuvor war wiederum Bernd Rvsemeyer auf seinem Auto-Union der Schnellste. Er konnte seine Zeit sogar noch ujn einige Sekunden unterbieten und fuhr 2:12,1 mit einem Stundenmittel von 137,1 kmst. Ihm am nächsten kam der Mercedes-Fahrer von Brauchitsch mit 2:12,4. Er wird somit neben dem vorjährigen Europameister in der ersten Reihe starten. Seaman und Lang (Mercedes-Benz) brachten es auf 2:14,3 bzw. 2:14,4, dann folgte Hasse auf Auto-Union mit 2:16 vor Caracciola mit 2:16,3 und H. P. Müller mit 2:17,2. Bester Ausländer war diesmal Dobson, der aus seinem ERA. mit 2:30,4 gestoppt wurde. - Kurze Sportnotizen. Der Julius-Streicher-Gepäckmarsch wird am 24. Oktober in Nürnberg über 25 Kilometer ausgetragen. Er ist offen für alle Deutschen. Einen neuen Weltrekord über zwei englische Meilen lief in Budapest unter offizieller Kontrolle der ausgezeichnete ungarische Mittelstreckler Szabo mit einer Zeit von 8.56 Minuten heraus. Die alte Marke des Amerikaners Donald Lash Kijewski und Bautz in Gießen. Unsere Stadt hat sich durch die großen Radrenn- i Veranstaltungen der letzten Jahre, dank der Initiative des Gießener Radfahrvereins von 1885, nicht zuletzt aber auch dank des lebhaften Einsatzes des Mentors der Gießener Radfahrer, August Deibel, einen Namen gemacht, der guten Klang hat. Viele westdeutsche Fahrer, auch die bedeutendsten unter ihnen, fühlen sich den Gießener Radfahrern herzlich verbunden. So bleibt es denn nicht aus, daß sich immer wieder die Kämpen der Straße, wenn sie unterwegs sind, in unserer Stadt und insbesondere bet August Deibel Einkehr halten. So war es auch gestern. Den Freunden des Gießener Radsports war die Freude zuteil geworden, den Deutschen Straßenmeister Erich Bautz und den Zweiten von den Weltmeisterschaften im Straßenfahreck (Kopenhagen) Kijewski begrüßen zu können. Beide, sie stammen aus Dortmund, kamen von Zürich, wo sie ein Straßenfahren-Kriterium bestritten. Es war unterhaltsam genug, mit ihnen zu plaudern. Erich Bautz erzählte von seinen reichen Erlebnissen bei der „Tour de France“, sein Kamerad sprach von Kopenhagen und den dortigen großen Kämpfen auf Bahn und Sttaße. Bautz erinnerte sich gern seines Startes vor einiger Zeit in Gießen. Sie schilderten ihren ständigen Einsatz von Sonntag zu Sonntag bei vielen Rennen im In- und Ausland. Nun sind sie unterwegs nach Berlin, nächste Woche werden beide in Paris die deutschen Farben vertreten. Sie erzählten ferner von ihren Starts in Amsterdam und in belgischen Städten, von Rennen in Marseille, in Italien, in der Schweiz, berichteten von harten Stürzen, von Pechsträhnen und Glücksfällen und ihren Erlebnissen auf den Reisen über den ganzen europäischen Kontinent. Erfreulich war es dabei zu beobachten, wie sie in aller Bescheidenheit von ihren Leistungen sprachen. Es besteht wohl kaum ein Zweifel, daß sich die beiden Kämpen vieler großer Rennen im Kreise der Gießener Radsportbegeisterten wohlgefühlt haben. Herzlich waren sie empfangen und bewirtet worden, herzlich war der Abschied, als sie gestern abend die Reise nach Berlin fortsetzten. Handball-Lokaltreffen auf dem MTB-platz. Am kommenden Sonntag stehen sich auf dem neu hergerichteten Platz des Mtv. die beiden Lokalvereine VfB.-Reichsbahn und der Mtv. mit ihren ersten Mannschaften zum ersten Verbandsspiel gegenüber. Der Mtv. stellt folgende Männer ins Feld: Scheuermann; Zehner, Seipp; Lübke, Fehrenbach, Frohneberg; Pfeiffer, Winter, Wagner, Brenner, Strack. Diese Mannschaft hat viel Aussicht, den Sieg des letzten Treffens zu wiederholen. In Seipp und Brenner hat der Mtv. zwei Spieler der Kreismannschaft, und auch die anderen Mtv.er sind größtenteils bewährte Spieler der Vorjahrs-Mannschaft. Neu sind lediglich der vielversprechende, junge Wagner und der Rechtsaußen Pfeiffer. Die Mannschaft des VfB., die sich wie in der letzten Spielreihe vornehmlich aus Soldaten zu- sammensetzen wird, wird alles daran setzen, die Scharte des Vorjahres auszuwetzen und die Punkte dieses Mal für sich zu gewinnen. Das Spiel verspricht einen anregenden Verlauf. Wer die Mannschaften vom Vorjahr her kennt, weiß, daß dieses Treffen auch handballtechnisch auf hoher Stufe steht. Dabei wird von hoher Bedeutung sein, welche der beiden Manschaften bei dem zu erwartenden schnellen Spiel das bessere Stehvermögen hat. Im Vorspiel trifft Mtv. II. auf To. Holzheim II Auch hier wird um die Punkte zäh gekämpft werden. Spiele der Kreisklasse am 3. Oktober VfB.-Reichsbahn Gießen 1. — Klein-Linden 1. Aus diesem Spiel sollte der Platzverein als Sieger hervorgehen. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck 1. — Alten-Buseck 1. Tritt Alten-Buseck komplett an, so wird Wieseck schwer zu kämpfen haben. Das Spiel der SA. 1. — Großen-Buseck fällt aus. Rodheim 1. — Rüddingshausen 1. Hier treffen zwei gleichwertige Gegner aufeinander. Leihgestern — Garbenteich. Ein Lokalkampf, bei dem wohl Garbenteich Sieger bleiben wird. 1900 Gießen 2. — Steinberg 2. Bei diesem Spiel wird die 2. von 1900 Sieger bleiben. Steinbach — DfB.-R. Gießen 2. Auf dem Platze in Steinbach ist schlecht zu gewinnen und die 2. des VfB.-R. Gießen wird sich anstrengen müssen. Lich — Hungen. Auch wieder ein Lokalspiel, dessen Ausgang ungewiß ist. Besonders Lich wird sich nicht so leicht behaupten können, da mehrere Leute fehlen. Der Turnverein 1846 Gießen hat seine Mannschaft von den Pflichtspielen zurückgezogen. Die Spiele der 2. Kreisklasse fallen wegen des Erntedankfestes aus. Ke me Gau- und Kreisfeste 1938. An den Tagen vom 24. bis 31. Juli 1938 findet bekanntlich in Breslau das Deutsche Turn- und Sportfest statt, das zu einer einzigartigen Kund- bie monatlichen Türplaketten bei den örtlichen Dienststellen des WHW. an. Bei Anforderung der Monats-Türplaketten ist eine Bescheinigung vorzulegen, aus der die Zahl der zum Empfang der Plaketten berechtigten Spender und die Summe der für den betreffenden Monat aufgekommenen Spende zu ersehen ist. Die Aufttellung einer Liste mit Angabe der Namen der einzelnen Spender und der gezeichneten Beträge darf nicht angefordert werden. Diese Regelung gitt für das gesamte Reichsgebiet. Rundfunkprogramm Freilag, 1. Oktober. Frankfurter Hyp. - Liquid, notierten mit 101,50 (101,45), 4,5proz. Krupp mit 98,50 unverändert. Kommunal-Umschuldung nannte man mit 94,90 bis 95,00. Frankfurter Schlachtviehmarkt. ileberweisung der Lohn- und Gehaltsopfer der Wehrmacht und Behörden. NSG. Im Einverständnis mit dem Reichskriegsministerium, dem Reichspostministerium, der Reichsbahn und der Reichsbank werden zur Sicherstellung der Kartoffel- und Kohlenversorgung im Reich die Opfer von Lohn und Gehalt der Angehörigen der Wehrmacht, der Beamten, der Angestellten und Arbeiter der oben bezeichneten Ministerien und Reichsbetriebe ausschließlich an den Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk auf, das Postscheckkonto Berlin Nr. 77 100 überwiesen. Die einzelnen Dienststellen dieser Ministerien und Behörden fordern Frankfurt a. M. Berlin Schluß- knrs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 299 30 9 29 9. 30-9- 5% Deutsche RetchScmlethe v. 1927 101,4 101,5 101,5 101,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4*/,% Deutsche Reichsschatzanwet- 98,75 98,75 98,75 98,75 sungen von 1935 ............ ■■■ 4)4°/o"Deutsche Reichsschatzanwet- 99,25 99,25 99,25 sungen von 1935, II. ftolge ... 4y2% Deutsche Reichsschayanwei- 99 99 99 sungen von 1936, 111. Folge .. 5)4% Doung Anleihe von 1930 .. 105 104,5 104,75 104,75 4%% Hessische Volksstaat von 1929 100,25 100,25 100,25 — 4)4% Deutsche Reichspostschatz von 100,25 100,25 100,5 100,5 4)4% Deutsche Reichsbahnschah 99,65 99,65 99,65 99,65 128,13 128,5 128,25 128,65 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 4)4% Hess. Landesbk. Darmstadl 99,5 99,5 99,5 5)4% Hess. Landes-Hyp.-Banl 101,13 101,13 SijflU. Goldvke............... 4)4% Preuß Landespfdbr.-Anst. 99,5 99,5 99,5 99,5 Otnlbpfe R 19 ............ 4)4% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4)4% Darmstädter Komm.-Lan. 98,75 98,75 98,75 98,75 desbankR. 6 ................ 98,13 98,13 — — Deutsche Ko mm.-Sammel-Anleihe 134,9 134,65 134,8 4)4% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 16 1)4% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,75 99,75 98,5 99,75 99,75 Obl 2 3.................. 98,5 ■■■ 5)4% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,4 101,45 - - 6)4% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,4 111,1 101,5 101.65 101.65 Steuergutschein-Berrechnungskurs 111,1 111,25 | 111,25 Schluß- kurs Schli»ßk. Abend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse Damm 29-9 30.9. 29-9. 30 9. Accumulawren-Fabrik...... Mchafsenburg Zellstoff...... Bemberg................. Bekula................... Buderus Eilen............. 14 .. 6 .. 0 .. 8 .. 6 144,5 150,25 167,5 125,5 145 150,75 167,5 125,5 145,25 150 167,75 125,25 224 145,75 150,25 167,75 125,25 Gement Heidelberg......... .. 7 170,25 170,25 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 —— — Gonti Gummi............. 12 188,25 188,25 188,4 189 Daimler Motoren.......... 6)4 140,75 141,25 141 141,5 Dessauer Gas............. .. 4 — —— 120,75 121 Deutsche Erdöl............ .. 6 150,5 151,5 150,5 151,25 Deutsche Gold» und Silber .. .. 9 261,5 262,5 — —• Deutsche Linoleum......... 10 165,25 165,5 165 165,25 Elektrische Lieferungen...... .. 6 131,25 131,25 131,75 132 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 154 155 154 156 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 162,25 163,25 162,65 162,9 Felten & Guilleaume....... .. 6 135 134 135,25 134,75 Gesfürel.................. .. 7 154 154,5 154 154 Th. Goldschmidt........... .. 6 146,5 — 146,5 146,5 Grihner Maschinen......... .. 0 52,4 52 52 52 Harpener................. »'/, 175,5 176 176 176,5 Hoesch Eisen............... 3*4 124 126,4 124,75 126 Philipp Holzmana......... .. 8 153 154,25 154 154,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 —— —— 167,5 166,75 Ilse Genüsse.............. .. 6 138 139 138,5 138,5 Kali Aschersleben.......... .. 4 118,4 — 118 117,75 Klöcknerwerke ............. 4)4 136 136,25 135,75 136 Koköwerke und Chemische Fabrik 7 —— -- 159,5 159,5 Lahmeyec................ .. 6 126,25 127 126,25 127,4 Mainkraft................. .. 4 95 95 —— —— Mannesmann............. 4)4 121.75 122,5 121,75 122,25 Mansselder Bergbau....... .. 7 —— 154 154,5 Metallgesellschaft........... .. 6 155,75 154,5 156 155 Orenstein & Koppel........ .. o —— — 114,25 114,13 Rheinische Braunkohle...... . 12 229,25 228,5 229 226,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 •------ — 127 13 — Rheinstahlwerke............ .. 6 154,13 154,4 154,75 154,25 Rheinisch-Destsälische Elektro .. 6 129,9 129,5 129,75 130,5 Rütgerswerle ............. .. 7 149 149,5 149,13 149,4 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 — — — 164 Schustert & Go............. .. 7 169,5 170 170 170 Schultheis Patzenhoser...... .. 4 — — 94,5 213,25 95 Siemens & Halske......... .. V 212 212,75 214 Süddeutsche Zucker......... . 10 200,25 200,25 201 —— Vereinigte Stahlwerke...... 4)4 118,9 119,25 119 119 .. 0 59,25 59,5 59,65 59,65 .. 4 117,25 117 118 118 Zellstoff ................. .. 6 155 156,5 157 156,25 — 33 33,5 33 29 September 30 September 29 September 30 September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gelt Bnei Gelt Briei Gelt Brie, Geld «rte|_ Buenos Aires .. 0,744 0,748 0,744 0,748 0,719 0,721 0,719 0,721 Brüssel........ 41,98 42,06 41,98 42,06 Jugoslawien.............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro . 0,158 0,160 0,156 0,158 Oslo.................... 61,97 62,09 61,97 62,01 Loten......... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48 95 49,05 Kopenhagen.... 55,05 55,17 55,05 55,17 Lissabon.................. 11,20 11,22 11,20 11,22 Danzig ........ 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ................ 63,58 63,70 63,58 63,70 L'onbon ....... 12,33 12,36 12,33 12,36 Schweiz.................. 57,26 57,38 57,23 57,35 velstngforS..... 5,455 5,465 5,455 5,465 Spanten.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Paris......... 8,526 8,544 8,526 8,544 Prag..................... 8,701 8,719 8,701 8,719 Holland....... 137,73 138,01 137,77 138,05 Budapest................. —— —— — —— Italien........ 13,09 13,11 13,09 13,11 Reuyork.................. 2,493 2,497 2,493 2,497 Kr. 229 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag,!. Oktober,957 Aus der Stadt Gießen. Der Monat der Stürme. Wenn wir von Herbstwetter sprechen, erwarten wir entweder Nebel und blaß scheinende Sonne über halbentblätterten Bäumen, oder schwere Stürme mit Regen. Die übrigen Charakteristiken des Herbstes, die hinsichtlich der meteorologischen und naturkundlichen Form tatsächlich schon seit dem Septemberbeginn an der Tagesordnung sind, kommen deshalb nur weniger zum Bewußtsein, weil sie äußerlich Gutwetter darstellen und auch in ihrer begleitenden Temperaturhöhe noch sommerlich erscheinen. Mit dem Einsatz des Oktober hören diese nachsommerlichen Tendenzen auf. Der Oktober ist der altdeutschen Anschauung entsprechend der eigentliche Herbstmonat, und statistisch gesehen der Monat der Stürme, weil während seiner Laufzeit die Windstärken am kräftigsten sind und am häufigsten zu Sturmerscheinungen ausarten. Im Oktober kann man im nordwesteuropäischen Küstengebiet mit den ersten schweren Sturmfluten rechnen, und in der mitteleuropäischen Landzone löst der Oktober jene Stürme aus, die die Blätter von den Bäumen reißen, die, ganz anders als in den vergangenen Sommermonaten, Regenstürme über Wald und Feld brausen lassen. Im Oktober kann auch die Temperatur jäh sinken und sich in den Nachtstunden der erste stärkere Frost mit Reifbildung einstellen. Diese Oktoberfröste sind das Ende der letzten nachsommerlichen Pracht, denn auch die widerstandsfähigste Herbstblume und das beharrlichste Laub wird der Kälte der Oktobernächte nachgeben müssen. Wir sehen also: der Oktober beendet in jeder Beziehung den Sommer! Natürlich darf man einen Monat nicht nur von der charakteristischen Seite bzw. von der extremen Richtung aus sehen. Nicht immer toben die Herbststürme, nicht nur regnet es im Oktober, und auch die kalten Frostnächte sind nur zeitweilige Erscheinungen. Aus der Tatsache, daß der Oktober im deutschen Raum noch eine Tagesdurchschnittstemperatur von rund 8 Grad Wärme aufweist, ergibt sich, daß die Mittagstemperaturen immerhin noch 10 bis 15 Grad in der ersten Monatshälste erreichen, und daß die Nachttemperaturen auch in den schärfsten Kälteeinbrüchen der letzten Monatsdekade kaum unter 5 Grad Kälte sinken, denn sonst könnte ja der Durchschnittswert nicht gehalten werden. Entsprechend dem Charakter unserer gemäßigten Klimazone mit dem ozeanisch beeinflußten Wettertyp ist auch das Oktoberwetter zu „Kompromissen" geneigt. Wir können selbst noch im Oktober Sonnentage erwarten, die in ihrer lauen Wärme und Heiterkeit des Himmels zumeist als Altweibersommer gelten. Auch für den Fall, daß in der zweiten Monatshälfte die Nachttemperaturen bis zum Gefrierpunkt sinken, kann die Oktobersonne in den Mittagsstunden immerhin noch 5 bis 8 Grad Wärme aufbringen. Der Oktober ist also noch keineswegs beginnender Winter, sondern er ist der „Herbst, wie er im Buche steht". Er hat in seiner ganzen Form etwas ungemein Anziehendes an sich, und der Naturfreund wird gerade im Oktober manche Dinge in der atmosphärischen Gestaltung vorfinden, die einen ganz besonderen Reiz mit sich verbinden. Gibt es doch nichts Schöneres, als an einem sturmbewegten Oktodertag — meistens sind die richtigen Oktoberstürme mit verhältnismäßig schönem Wetter verbunden — durch die Natur zu wandern. Die Wolken sagen wie Phantome am Himmel dahin, in den Hecken und Gebüschen pfeift der Wind, und aus den Wäldern, die größtenteils schon entlaubt sind, schallt das dumpfe Heulen des Sturmes zwischen den Aesten und Stämmen. Der Herbst und namentlich der Oktober verdienen es, nicht nur von der traurigen Seite des Sterbens in der Natur gesehen zu werden, sondern auch von der urkräftigen Seite der Natur, die hier nur deshalb mit Morsch- und Welkgewordenem aufräumt, um Platz für den neuen Frühling und sein Sprießen zu schaffen. So müssen wir den Oktober, den eigentlichen Herbst, sehen, und wir werden selbst in Erinnerung an die schönsten Sommertage sagen, daß die Melancholie des Herbstes nur eine eingebildete ist und daß ein lebensbejahender Mensch gerade im Herbst das ewige Leben der Natur am besten erkennen kann. Bankdirektor Grießbauer erhält die Ehrenplakette der Stadt Gießen Bankdirektor Grießbauer. — (Aufn.: Neuner.) Heute mittag zwischen 12 und 13 Uhr findet im Gebäude der Filiale Gießen der Commerz -und P r i v a t - B a n k eine Abschiedsehrung für den mit dem gestrigen Tage in den Ruhestand getretenen langjährigen dienstältesten Leiter der Filiale, Bankdirektor Grießbauer statt. Bei dieser Ehrung im Kreise der Betriebsgefolgschaft und in Gegenwart einiger Vertreter von Behörden und öffentlichen Körperschaften wird auch die Stadt Gießen Bankdirektor Grießbauer eine besondere Ehrung bereiten. In Vertretung des wegen dringender Dienstgeschäfte auswärts weilenden Oberbürgermeisters Ritter wird Bürgermeister Professor Dr. Hamm Herrn Bankdirektor Grießbauer die Ehrenplakette der Stadt Gießen überreichen. Diese hohe Ehrung erfolgt im Hinblick darauf, daß Bankdirektor Grießbauer der Stadt Gießen im Finanzwesen und bei der Finanzierung von Projekten vielfach zur Seite gestanden hat, bei der Schaffung des Gießener Flughafens seinerzeit mit an erster Stelle im Interesse der Stadt tätig war, ferner für die Erhaltung der Industrie in Gießen und zur Gewinnung von neuen Industriebetrieben für unsere Stadt der Stadtverwaltung in vielfältiger Hinsicht beratend und fördernd zur Seite stand, außerdem alle Bestrebungen zur Sicherung unserer Stadt auf dem Gebiete des Luftschutzes und gemeinnützige Unternehmungen volksportlicher Art förderlich unterstützte. Weiterhin war für die Ehrung bestimmend, daß Herr Gr i e ß b a u e r bei der Zusammenarbeit mit Behörden und Privaten, die der Stadt zur Seite standen, durch seine vortrefflichen beruflichen und menschlichen Eigenschaften sehr zum Nutzen der Stadt wirkte, wertvolle Fäden anknüpfen, ausbauen und vertiefen half und dadurch dem wirtschaftlichen Aufschwung unserer Stadt große Hilfe leistete. Aus allen diesen Gründen hat es Herr Oberbürgermeister Ritter als angenehme Pflicht der Stadt Gießen angesehen, Herrn Bankdirektor Grießbauer durch die Verleihung der Ehrenplakette derStadt Gießen mit der höchsten Auszeichnung, die Gießen zu vergeben hat, den herzlichen Dank der Stadtverwaltung und der gesamten Bevölkerung von Gießen abzustatten. lieber den Verlauf der Ehrungsfeier werden wir morgen berichten. Reservisten-Abschied von Gießen. !« il i 1 ... : Mit ' Am gestrigen Donnerstag feierten die ersten Reservisten nach der Wiedereinführung der allgemeinen 2jährigen Dienstzeit ihren Abschied von der Garnisonstadt Gießen. Schon in den Vormittagsstunden konnte man die „ausgedienten alten Knochen" in fröhlicher Stimmung in den Straßen sehen. Erstmalig wieder im Zioilkleid, die Soldatenmütze auf dem Kopfe, den Rock mit Blumen und Bändern geschmückt, den Reservistenstock in der Hand, die Reservistenfeldflasche umgehängt, so zogen sie in bester Laune einher. Selbstverständlich mußte dieser denkwürdige Tag „begossen" und mit Reservistenliedern gefeiert werden. Es gab denn auch in den Stammlokalen unserer Soldaten manch frohen Umtrunk und überall kräftiges „Gesangskonzert". Andere erfüllten als Kavaliere die Pflicht, sich in geziemender Weise bei der „holden Bekanntschaft" zu verabschieden und dabei mit dem Mädel noch einmal einen Spaziergangsbummel durch die Stadt zu machen. Während des ganzen Tages fuhren die Reservisten in kleineren oder größeren Trupps mit den Zügen nach allen Richtungen von Gießen ab. Einen geschlossenen Sammeltransport, der ursprünglich vorgesehen war, hat man nicht durchgeführt. Das Geleite zum Bahnhof wurde den Reservisten teilweise von ihren Kampanien bzw. Batterien gegeben, wobei mehrfach die Regimentsmusik unserer 116er den Marschgruppen vorausschritt und die Reservisten, begleitet von ihren Offizieren, Unteroffizieren und von den nunmehrigen „alten Knochen", zum letzten Male hinter der Regimentsmusik marschierten; andere Truppenteile brachten ihre Reservisten auf Wagen zum Bahnhof; bei allen gab es ein herzliches Abschiednehmen und trat die enge kameradschaftliche Verbundenheit der Soldaten in schönster Weise zutage. Manche „alte Knochen" konnten sich aber auch bis gestern spät abends noch nicht von Gießen trennen. Sie feierten bis weit in den Abend hinein Abschied und werden nun wohl heute morgen, nachdem der Kampf gegen den Kater erfolgreich bestanden ist, still und leise heimpendeln. Der neue Kreisleiter in Gießen. Vom heutigen 1. Oktober 1937 ab hat Kreisleiter Backhaus die Kreisleitung des Kreises Wetterau übernommen, lieber die Persönlichkeit des neuen Kreisleiters teilt der NSG. folgendes mit: Kreisleiter Heinrich Backhaus ist am 3. Dezember 1888 in Jehrden, Kreis Harburg-Elbe, geboren. Er besuchte die Volksschule in Fleestedt und die Bürgerschulen in Harburg und Altona, die er 1905 mit dem Reifezeugnis verließ. Er trat dann in die mittlere Postlaufbahn ein. 1910 kam er zum Eisenbahn-Regiment 2 in Berlin-Schöneberg, Unteroffiziersaspirant. Frontkrieg von 1914 bis 1918 im Westen und Osten, Träger des EK. 2, Hanseatenkreuz und Frontkämpferabzeichen. Kreisleiter Backhaus war zuletzt Postinspektor und seit 1933 Amts- und Gemeindevorsteher in Ahrensburg, dann Bürgermeister der Kreisstadt Pinneberg. Er trat am 13. Juni 1925 in die Partei ein und war bis 1928 stellvertretender Ortsgruppenleiter in Altona. Vom 1. Mai 1929 bis 15. September 1932 war er Kreisleiter des Kreises Stormarn, vom 1. April 1931 bis jetzt Gauamtsleiter im Amt für Beamte des Gaues Schleswig-Holstein. Er ist Gau-- rebner und Obersturmführer der SA., Träger des Goldenen Parteiabzeichens und seit 1932 Mitglied des Reichstages. Vornoiizen. Tageskalender für Freitag. NSLB., Fachschaft Höhere Schule: 17.30 Uhr Singsaal Realgymnasium Vortrag. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Moral". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Sieben Ohrfeigen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe im ^-Takt". Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung der Komödie „Moral" von Ludwig Thoma statt. Spielleitung hat Hans Geißler. Die Vorstellung findet als 2. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Don der Universität. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität wird uns mitgeteilt: Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat durch Erlaß vom 31. Juli 1937 dem Dr. phil. habil. Joseph Meixner in Gießen die Dozentur für das Fach „theoretische Physik" verliehen und ihn der Philosophischen Fakultät, II. Abteilung, der Universität in Gießen zugewiesen. Am 6. September 1937 verlieh der Reichs- erziehungsminister dem Dr. habil. Helmut Arntz in Gießen die Dozentur für Vergleichende Sprachwissenschaft und wies ihn der Philosophischen Fakultät, I. Abteilung, der Universität Gießen zu. Gleichzeitig wurde der ihm erteilte Lehrauftrag für Indogermanistik bis auf weiteres verlängert. NSD., Ortsgruppe Mitte. Die Annahme der Unterstützungsanträge für das Winterhilfswerk 1937/38 für den Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte erfolgt nach folgendem Plan: Samstag, 2. Oktober, von 9 bis 12 Uhr: Alicenftraße, Am Pfarrgarten, An der Johannes- kirche, Bahnhofstraße; von 15 bis. 18 Uhr: Bismarckstraße, Bleichstraße, Bruchstraße, Erlengasse, Burggraben, Goethestraße, Grabenstraße, Hinden- burgwall. Hinter der Westanlage, Horst-Wessel-Wall, In Löbershof, Johannesstraße, Kaplansgasse. Montag, 4. Oktober, von 9 bis 12 Uhr: Katharinengasse, Kleine Mühlgasse, Kornblumen- Schnellkur bei Erkaltung, Grippe! Je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker rühre man in einer Tasse gut um, gieße kochendes Wasser hinzu und trinke möglichst heiß 2 Portionen dieses wohlschmeckenden Gesundheitsgrogs (Kinder die Halste) vor dem Schlafengehen. Wer dieses ausgezeichnete Mittel erprobte, wird es bei Erkältungskrankheiten gern wieder anwenden. Lassen Sie sich deshalb nicht von einem Anfall überraschen, sondern verlangen Sie heute noch eine Flasche Klosterfrau-Melissengeist bei Ihrem Apotheker oder Drogisten zu RM. 2.95, 1.75 oder-.95. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen: niemals lose. 1101101 Hifi 6001 ÜflSW! Roman von Bernhard Langer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 30 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „So ist es. Wir haben uns bemüht, es so schnell wie möglich wieder zu vergessen. Und wir haben es vergessen. Rest — los ver — gessen, Frau Konsul! Und wir wünschen, nicht mehr daran erinnert zu werden." ,^)h — Sie sind sehr hart, Herr von Achenbach. Und Sie nehmen mir allen Mut, Ihnen zu erklären, wie alles gekommen ist." „Es würde auch zwecklos sein. In jedem Falle." Gloria senkte den Kopf. Dann hob sie ihn wieder und sah in die Ecke. „Ich weiß nicht, ob Sie nur für Ihre Person sprechen oder auch für — Stefan. Ich bin eine Frau, Herr von Achenbach. Einer Frau, die viel bereut und viel gebüßt hat, werden Sie die Antwort nicht verweigern —" Sie hob ihm das Gesicht mit einem schmerzlichen Ausdruck entgegen. „Ich möchte eins wissen, Herr von Achenbach: Wie hat Stefan das damals getragen . -.?" Scharf und streng war das Gesicht des Schloß- ^,Wie ein Mann, Frau Konsul! Wie ein Achenbach! Die Achenbachs stehen fest wie Eichen, möge kommen, was da kommen will." Dann reckte er sich in den Schultern, eine Bewe- roegung, wie sie auch Stefan zuweilen an sich hatte. Es war die erste Bewegung, die er machte. „Man sollte meinen, daß Sie das alles nicht mehr interessieren kann, so wenig, wie es uns noch interessiert. Man könnte Ihnen auch sagen: Sie haben einen Mann, Frau Konsul. Einen sehr sympathischen, sehr ehrenwerten Mann. Aber ich hoffe, es, wird nicht notwendig fein, Sie daran zu erinnern." Glorias Stimme flackerte leicht. „Es ist nicht notwendig, Herr von Achenbach. Aber ich sehe, ich habe wirklich keine Verzeihung von Ihnen zu erhoffen —* „Von mir, Frau Konsul? Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen." Sie schien noch etwas sagen zu wollen, ließ aber den Kopf wieder sinken. Langsam wandte sie sich zum Gehen. „Leben Sie wohl, Herr von Achenbach." „Leben Sie wohl, Frau Konsul." Unbewegt sah er ihr nach, bis sich die Tür hinter ihr geschlossen hatte. Gloria stand auf dem halbdunklen Gang. Ihre Schläfen waren heiß. Nein, von diesem Manne hatte sie keine Gnade zu erwarten. Und Stefan —? War Stefan nicht Blut vom Blute dieses Mannes? War er nicht auch ein Achenbach? Durfte sie von ihm Gnade erwarten? Durfte sie hoffen, daß fein Herz sich ihr wieder öffnen würde? Sie hatte dem alten Herrn da drinnen eine Komödie vorgefpielt. Besser, als man sie jemals auf der Bühne gespielt hatte. Aber stand hinter dieser Komödie nicht bitterer Ernst? Stefan war damals ja noch so jung gewesen. Man hatte seine Bewunderung, seine aus anfänglicher Zurückhaltung plötzlich aufbrechende Leidenschaft nur als jugendlichen Rausch betrachtet, wenn man auch manchmal gefühlt hatte, daß diese Leidenschaft etwas anderes gewesen war als die Bewunderung, die einem von vielen Seiten entgegengebracht wurde. Man war in dieser Beziehung ja so verwöhnt gewesen, hatte selber nicht mehr gewußt, was Schein und Wahrheit war, was eine Zukunft versprach. Da war dann der andere gekommen, um dessentwillen man Stefan vergessen hatte. Er war eben stärker gewesen. Oder — ach, man konnte es ja heute gar nicht mehr sagen! Es war eine schwere Enttäuschung geworden, an der man zu tragen gehabt hatte, bis man sich in die Ehe mit Bruckner geflüchtet hatte wie in einen ruhigen, sicheren Hafen. Aber man war doch nicht schlecht! Man war doch nicht schlecht .. .1 Nicht schlecht, Gloria Bruckner? Hast du nicht erst vor kurzem gedacht: Wenn die Ehe mit Bruckner wieder in die Brüche geht, so ist es eben Schicksal ...? Er muß sich damit abfinden? Ach, Bruckner ist gut, ist die Güte und Liebe selbst. Er verdient nicht, unglücklich gemacht zu werden durch die Frau, die ihm alles war. Ja doch! Aber stärker als all das war doch der Gedanke: Stefan ..J Konnte man denn dafür? Mein Gott, konnte man denn dafür? Und diese — diese Annelore Hildach! Man glaubte sie zu hassen. Aber war das wirklich Haß? Redete man sich das nicht nur ein, weil man vor innerer Angst verkam? Weil man in ihr die Nebenbuhlerin witterte? Nein, wenn man ehrlich sein wollte: man hatte sich in diesen Haß nur hineingeredet. Man hatte auch mit ihr eine Komödie aufgeführt. Wie bei einem Theaterdialog zwischen zwei eifersüchtigen Frauen. Man konnte zu diesem Mädchen sagen: Verzeih mir — aber ich muß dich hassen. Weil Stefans Herz dir nahe ist! Oder weil sein Herz doch auf dem Wege zu dir ist! Aber vielleicht war das gar nicht einmal der Fall. Vielleicht war sie auch ein Mensch, der um seine Liebe litt. Und wenn auch — nein, von Haß sollte nicht die Rede sein. Man war doch nicht schlecht ... Man war nur so ganz wirr — weil man heute wußte, daß man in Wirklichkeit nur Stefan geliebt hatte ... Nein, Stefan —, dachte sie, nein, Stefan, ich bin nicht schlecht! Ich bin ganz gewiß nicht schlecht! Das Halbdunkel des Ganges lag wie eine Last auf ihr Sie sah sich mit wirren Blicken um. Rechts? Oder links? Ja, dort zur Linken war die Treppe. Mit unsicheren Schritten stieg sie hinab. Ihr war, als liefe sie auf Watte oder als wäre jede der Stufen ein schwankender Wolkensaum. Mußte man jetzt nicht stürzen? Ins Bodenlose? Als sie das Erdgeschoß erreichte, sah sie wie durch einen Schleier, daß das Mädchen in auffälliger Hast dem hinteren Ende des Korridors zueilte. Im gleichen Augenblick tauchte eine männliche Gestalt vor ihr auf: Wolfersdorfs. Er verbeugte sich mit einem vielsagenden Lächeln. „Also wirklich, Fräulein — Frau Konsul...! Ich war vorhin im Zweifel, aber ich hörte eben —" Ein erstaunter, abweisender Blick traf ihn. „Was hörten Sie —?" „Daß Gloria Rettner heute die Frau Konsul Bruckner ist." ,31t) —!" riß Gloria sich zusammen. „Aber wollen Sie mir nicht erst mal sagen, wer Sie sind?" Er machte die Andeutung einer neuen Verbeugung. „Wolfersdorfs. Gerhard Wolfersdorfs. Aber zum besseren Verständnis: Ich gehörte seinerzeit zum Freundeskreise Klindworths, der das fabelhafte und von uns allen beneidete Glück hatte —" Eine flammende Röte schoß Gloria ins Gesicht. „Nun — und ...?" „Ich finde es bemerkenswert, daß Herr von Achenbach heute das Glück hat. Sie zu seinen Patienten zählen zu dürfen." Ein unsäglich verachtungsvoller Blick traf ihn. Ohne noch ein Wort zu verlieren, wandte Gloria sich ab. Da war wieder die Vergangenheit! Und sie war doch tot... Hier war eine Frau, die mit bangem Herzen durch die Gegenwart tastete und die Zukunft suchte. Alles andere war doch tot! 11. „Na, da setzen Sie sich nur erst mal, mein lieber Diekow", sagte Wolfgang v. Achenbach und drückte den alten, treuen Inspektor freundschaftlich in einen Stuhl. „Ich freue mich aufrichtig, daß die Kur so gut angeschlagen hat. Wir haben also doch' das Richtige getroffen. Sie haben sich auch sonst tüchtig herausgemacht, sehen ja aus wie ein junger Gott. „O, du liebe Zeit, Herr von Achenbach, es ist lange her, daß man das mit einigem Recht von sich sagen konnte. Die Jahre lassen sich nicht fortexperimentieren. Aber vorläufig geht es Gott fei Dank wieder." „Na ja. Und ich denke, wir werden noch manches Jahr zusammen unseren Kohl bauen." „Wollen's hoffen, Herr von Achenbach." Wolfgang v. Achenbach schob die Zigarrenkiste heran. „Ich freue mich natürlich, daß Sie da find, aber so eilig war es nun doch nicht, da Sie ja erst heute mittag zurückgekommen sind. Sie haben doch nicht etwa vor, sich morgen schon wieder in die Sielen zu legen?" „Das hatte ich allerdings gedacht, Herr von Achenbach." „O nein, so scharf wollen wir nicht gleich ins Zeug gehen. Wir wollen die Kur doch erst mal wirken lassen. Erholen Sie sich also ruhig erst noch vierzehn Tage zu Hause. Mutter Dieckow wird es an einer entsprechenden Nachkur schon nicht fehlen lassen, denke ich. Mit der Arbeit ist es jetzt ja auch nicht so schlimm, so lange behelfen wir uns schon noch." Fortsetzung folgt. Oie Erntedankfestfeier in Gießen. Die Feier des Erntedankfestes wird von den vier Gießener Ortsgruppen der Partei am kommenden Sonntagmittag im Cafs Leib gemeinsam begangen. Beginn der Feier um 12.30 Uhr. An der Veranstaltung nehmen Abordnungen sämtlicher Gliederungen der Partei statt; selbstverständlich sind auch alle Volksgenossen zu der Feier eingeladen. Erstmalig werden auch die Werkscharen dabei beteiligt sein. Zahlreiche Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen werden dieser Gemein- schaftsfeier ein besonders festliches Gepräge geben. Zunächst wird der neue Kreisleiter Backhaus von der Kreisleitung Wetterau der NSDAP, zu den Teilnehmern der Gießener Erntedankfestfeier sprechen. Anschließend folgt der Gemeinschafts- Die Zagd im Oktober. Nun ist die Zeit da, in der Maler Herbst Feld und Wald noch einmal in die buntesten Farben tauchen läßt, in der das Feld frei wird, in der auch das Jungwild schußbar ist, die Zeit, von der der Dichter und Jäger wünscht: „O könnt es Herbst im ganzen Jahre bleiben, das wär es, was mein Herz begehrt!" Noch ist im Rotwi ldrevi er die Jagd aus den edlen Hirsch auf ihrem Höhepunkt; denn die Brunft ist im Gange, um gegen Monatsmitte abzuklingen. Dann aber setzt der Abschuß des Kahl- wildes ein, dem in diesem Jahre verstärkte Bedeutung zukommt. Es ist allen Jägern genügend oft klargemacht worden, daß es entgegen einer früheren Abschußgestaltung in diesem Jahre im Interesse unserer Dolksernährung darauf ankommt, daß der Abschuß an Schalenwild unter allen Umständen erfüllt wird. Diese Forderung wird bekanntlich am leichtesten beim männlichen Wilde erfüllt, während von vielen Jägern nicht genügend erkannt wird, daß die Frage genügenden Abschusses von weiblichem Wild zu einer Schicksalsfrage unserer Schalenwildbestände überhaupt werden kann. In der Tagung der hessischen Kreisjägermeister am 28. September wurde daher noch einmal seitens des Stellvertreters des Landesjägermeisters mit allem Nachdruck betont, daß vor allem der Abschuß an weiblichem Rot-, Damund Muffelwild erfüllt werden muß. Es ist seitens des Landesjägermeisters bewußt darauf verzichtet worden, irgendwelche Richtlinien für den Abschuß dieses Wildes zu geben, da es zunächst einmal darauf ankommt, seine Zahl überhaupt herabzufehen. Es ist dabei mit gleichem Nachdruck festgestellt worden, daß überall da, wo die Jagdausübungsberechtigten ihre pflicht nicht tun, entsprechend der Ermächtigung durch das Reichsjagdgeseh geeignete Personen mit dem Abschuß von Amts wegen betraut werden, für deren Tätigkeit dem Jagdausübungsberechtigten gewisse Unkosten erwachsen. Es dürste deswegen zweckmäßiger sein, wenn sich der Jäger bemüht, dadurch Herr im eigenen Hause zu bleiben, daß er dem Kcchlwildabschütz die nötige Beachtung schenkt. Der Damhirsch tritt um die Monatsmitte in die Brunft. Die Sauen, die seither einen gut gedeckten Tisch hatten, sind feist. Ihrer Jagd muß unablässig die Aufmerksamkeit aller Jäger dort gelten, wo Schwarzwild wechselt. Es entspricht einer klaren Anweisung des Landesjägermeisters, daß mit Rücksicht auf die hohe Landeskultur Schwarzwild in Hessen nicht geduldet werden wird. Daraus erwächst die Verpflichtung zu seiner Bejagung bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Führen auch Pirsch und vor allem Ansitz zur Zeit noch am ersten zum Ziel, so kann auch jetzt schon auf die Treibjagd nicht verzichtet werden, der allerdings die meiste Aussicht auf Erfolg erst im Winter, wenn Schnee liegt, zukommt. Um einen erhöhten Anreiz zur Dejagung des Schwarzwildes zu geben, die ja mit erheblichen körperlichen Anstrengungen verbunden sein kann, werden in kürze wieder Abschuhprämien in Hessen zur Einführung kommen. Am 15. Oktober endigt die Schußzeit des Reh- b o ck e s, nur noch eine kurze Zeit, um den Ab- schuß zu erfüllen, der noch nicht überall in wünschenswerter Weise getätigt wurde. Dann steht in den meisten unserer Reviere der Abschuß des weiblichen Rehwildes im Vordergrund. Es ist gut, sich dabei das in Erinnerung zu bringen, was vorher über den Abschuß von Kahlwild geschrieben wurde. Dem Wahlabschuß des weiblichen Wildes kommt für die Hebung des Rehstandes hinsichtlich seiner Güte eine verstärkte Bedeutung zu. Die von dem Landesjägermeister gegebenen Richtlinien wollen in empfang der Feier auf dem Bückeberg mit der Rede des Führers. Falls der Saal des Caf6 Leib für die Unterbringung der Feierteilnehmer nicht ausreichen sollte, wird eine Parallel -Versammlung im Saale des „Frankfurter Hof" stattfinden, wohin auch der Gemeinschaftsempfang vom Bückeberg übertragen werden wird. Die Gießener Ortsgruppen als solche werden in diesem Jahre nicht geschlossen zu den Nachbarorten hinausziehen. Jedoch wird den Angehörigen der einzelnen Ortsgruppen empfohlen, sich am Sonntagnachmittag mit ihren Familien zwanglos nach den benachbarten Dörfern zu begeben, um dort gemeinsam mit den Volksgenossen der Landorte das deutsche Erntedankfest zu feiern. diesem Sinne wirken. In manchen Teilen Hessens, wo das Wild in großen zusammenhängenden und unübersichtlichen Waldgebieten ohne Wiesenschlänken und Feldmarken steht, wird es sich nicht umgehen lassen, auch die Drückjagd (wenige Jäger und noch weniger Treiber) anzuwenden, um den chohen Abschuß zu erfüllen. Es sei jedoch ausdrücklich befonf, daß der Abschuß von Rehwild gelegentlich von Treibjagden nach der Auffassung des Landesjägermeisters unweidmännifch ist und deswegen untersagt ist. Die Kreisjägermeister sind angewiesen, im Falle der Zuwiderhandlung die nötigen Schritte wegen Verstoßes gegen weidgerechtes Jagen einzuleiten. Es kann daher auch in diesem Falle des Rehwildabschusses dem Jagdausübungsberechtigten nur der Rat gegeben werden, die günstige Zeit auszunutzen und bald mit dem Abschuß zu beginnen, ihn zahlenmäßig zu erfüllen und dabei im eigensten Interesse eine richtige Auswahl (Schonung des Gesunden, Ausmerze des Schwachen) eintteten zu lassen. Der Oktober bedeutet auch das Ende der sorglosen Zeit für den Hasen, dessen Jagdzeit beginnt. Das ist nach der Ansicht vieler Jäger reichlich früh. Man trifft gelegentlich der Hühnerjagd noch überall geringe Hasen an; hinzukommt die Gefahr, daß die Jahreszeit noch zu warm ist, um das Wild längere Zeit halten zu können. Daraus sollte der verantwortungsbewußte Jäger den Schluß ziehen und den Hasenabschuß im Oktober auf den Abschuß einzelner Küchenhasen beschränken, um dann später um so wertvolleres Wild auf den Wildmarkt zu liefern. Das Rebhuhn, nunmehr im allgemeinen voll ausgewachsen, ist in der Mauser. Schöne sonnige Oktobertage lassen dann die Hühner oft noch ausgezeichnet halten, so daß noch ein erfolgreicher Abschuß möglich ist, wo es seither daran fehlte. Erfreulich lauten die Nachrichten aus allen Revieren, wo man dem Fasan Pflege und Sorge angedeihen ließ. Er scheint in diesem Jahre Mühe und Kosten lohnen zu wollen und damit die Lücke auszufüllen, die der Hühnerbesatz mancherorts aufweist. Vom ersten Oktober an kann der bunte Hahn besagt werden, während die Zunahme des schönen Jagdvogels sicherlich in starkem Maße der freiwilligen Hennenschonung zu verdanken ist. Ziehen wir auch dieses Jahr die Folgerung daraus! Die Waldschnepfe ist auf dem Zuge nach Süden und kann mit dem Hunde gesucht oder auf dem Striche besagt werden. Die Enten ziehen ebenfalls. Sie haben die Mauser hinter sich. Die Erpel tragen ihr Prachtkleid und erfreuen dann den Jäger ganz besonders als schmucke Beute. Grimbart, der Dachs, ist feist, und die beste Zeit, um ihn zu graben, kommt heran. Es ist an dieser Stelle schon wiederholt ausgeführt worden, daß seine Zahl bei uns unbedingt zu hoch erscheint. Wenn er nun bejagt wird, stellt er zugleich auch den größten wirtschaftlichen Wert dar, den er im Laufe des Jahres erreicht. Der Raubvogelzug ist im Gange. Neben Habicht und Sperber können auch Mäuse- und Rauhfußbussard besagt werden. Zweifellos ist die Zahl der Mauser in manchen Revieren so hoch geworden, daß sie eine gewisse Gefahr für die Niederjagd darstellt, zumol sich unter den Räubern „Spezialisten" ftjr Hühner- und Fasanen- fütterungen herausbilden. Hier einzugreifen, ist dem Jäger nun möglich. Ueberall in den Städten fallen jetzt die braunen Früchte der Roßkastanie, die von dem Jäger immer gern für sein Wild erworben worden sind. Wenn auch in diesem Jahre die Kastanien für andere Verwendung gesammelt werden, so ist doch ausdrücklich festgestellt, daß der Winterbedarf für das Wild sichergestellt sein muß. Vor allem der Rotwildjäger soll sich die Gelegenheit, ein gern genommenes, hochwertiges Futter bekommen zu können, nicht entgehen lassen. Hubertus. gaffe; von 15 bis 18 Uhr: Kreuzplatz, Löberstraße, Löwengasse, Lonystraße, Ludwigstraße, Mäusburg, Maigasse, Marktplatz, Marktstraße, Mühlstraße. Dienstag, 5. Okiober, von 9 bis 12 Uhr: Neuenweg; von 15 bis 18 Uhr: Neustadt, Plock- straße, Rittergasse, Schanzenstraße. Mittwoch, 6. Oktober, von 9 bis 12 Uhr: Seltersweg; von 15 bis 18 Uhr: Sandgasse, Teufelslustgärtchen, Tiefenweg, Wagengasse, Weidengasse, Wolkengasse. Heil Hitler! gez. S ch e l h o r n, Ortsgruppenamtsleiter. BOM-undIM. llntergau 116,Gießen. Dienstbefehl! Betr.: Zielwandern für das Leistungs- abzeichen. Am Samstag, 2.10., wird um 14.15 Uhr und um 16 Uhr Zielwandern für das BDM.-Leistungs- abzeichen abgenommen. Antreten am Ludwigsplatz. Die Ringsportwartin von Gießen-Stadt. Dienflbefehl! Am Montag, 4.10., kommen alle Schulungsmädel des JM.-Untergaues, die Gruppenführerinnen von 1, 2, 3, 5, 9, 14/116 und die Führerinnen der Gruppen 6, 17, 19/116 um 18 Uhr auf die Dienststelle des Untergaues zu einer Besprechung. Erscheinen ist unbedingte Pflicht! Heil Hitler! Die Führerin des JM.-Untergaues 116. Einzug der Arbeitsdienstrekruten. Am heutigen Freitag halten etwa 75 Olef inten als erster Ersatz für die bereits ausgeschiedenen Bauernsöhne ihren Einzug in der Reichsarbeitsdienstabteilung 5/222 „Justus von Liebig", Gießen, um ihren Ehrendienst am deutschen Baden zu erfüllen. Der diesmalige Ersatz kommt aus der Kasseler und der Düsseldorfer Gegend. Gerade das Winterhalbjahr wird manche Anforderung an die jungen Menschen stellen, da es nicht immer leicht ist, bei Wind, Regen, Schnee und Eis die schwere Arbeit mit Hacke und Schaufel, zumal sie für die meisten ungewohnt ist, zu vollbringen. Sie werden alle genau so freudig wie ihre Vorgänger chre Leistungen erfüllen, um die vorn Führer gerade für den Arbeitsdienst vorgesehenen Arbeiten durchzuführen, denn es ist bestimmt ein großes Gefühl für den jungen deutschen Menschen, wenn er nach Ableistung seines Arbeitsdienstes wieder in seinen Beruf, oder zur Erfüllung seines Wehrdienstes hinauszieht, und die Gewißheit mitnrmmt, daß auch feine Arbeit mit dazu beigetragen hat, aus Oedland, Sumpf oder Heide wertvolles Ackerland gewonnen zu haben, damit unsere Nachkommen nicht von den Brotkörben anderer Nationen abhängig sind. Nicht allein bei der Arbeit draußen am Boden wird der junge Arbeitsmann den hohen Wert des Arbeitsdienstes erleben, sondern auch zu Hause in seinem Lager, welches ihm für das halbe Jahr zur zweiten Heimat wird. Von diesem Erlebnis im Arbeitsdienst wird er für die Zeit seines ganzen Lebens zchren und ewig ein berauchbares Glied des deutschen Volkes sein. Ortsgruppenabend der Frauenfchast Gießen-Tlord. Ein besonders festlicher Anblick bot sich den Mitgliedern der Frauenschaft und des Frauenwerks von Gießen-Nord bei ihrem Ortsgruppenabend am 27. September im Caf6 Leib. In unermüdlicher Arbeit hatten die Amtswalterinnen die für den Patengau Schlesien angefertigten Handarbeiten bei den Mitgliedern gesammelt und auf 10 schön mit Blumen geschmückten Tischen in geschmackvoller Zusammenstellung ausgestellt. Die Leiterin Frau Stand fuß begrüßte die Frauen nach den Ernteferien und sprach rückschauend über die Eindrücke vom Parteitag der Arbeit. Eingehender berichtete sie über die stolze Leistungsrechenschaft der Reichsfrouenführerin Frau Scholtz-Klink, und verkündete die jetzt einsetzende Werbung für die Jugendgruppen der NS.- Frauenschaft, in denen die Mädchen in fröhlicher Kameradschaft zusammengefaßt, zur Fest- und Feiergestaltung der Frauenschaftsabende mit Musik und Volkstanz herangezogen werden und durch gemeinsame Wanderungen und Ausübung von Sport eine feste Gemeinschaft bilden werden. Ein Film „Bollwerk im deutschen Osten" und „Land an der Grenze" machte die Frauen bekannt mit dem Patengau Schlesien, für den die Handarbeiten bestimmt waren. Der Abend war sehr gut besucht; es waren 200 Mitglieder anwesend. F.K * **. 40jähriges D i e n st j u b i l ä u m. Am heutigen Tage blickt Herr Prokurist Richard H ü n i g auf eine ununterbrochene 40jährige Tätigkeit bei der Firma Tribus L-Sundheim in Gießen zurück. Am 1. Oktober 1897 trat er nach beendeter aktiver Militärdienstzeit als Buchhalter bei diesem Unter- nehmen ein und wurde im Jahre 1920 mit Prokura betraut. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma sowie die verschiedenen Fachorganisationen werden Herrn Hünig, der sich in unserer Stadt und im weiten Umkreis allseitiger Beliebtheit und Achtung erfreut, in Würdigung seiner Verdienste mancherlei Ehrungen zuteil werden lassen. ** Doppeljubiläum im Hause W. & G. Schuchard. In Anwesenheit des Kreisobmanns der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Wagner, fand heute morgen bei der Hutgroßhandelsfirma W. & G. Schuchard (im Seltersweg) ein Betriebsappell statt. Der Appell galt insbesondere der Würdigung der Verdienste treuer Mitarbeiter. Es wurde des Betriebsführers Georg Schuchard gedacht, der feit 25 Jahren Teilhaber der Firma ist. Ferner wurde der Reisende Albert Duchardt geehrt, der seit ebenfalls 25 Jahren im Dienste der Firma steht. Worte der Dankbarkeit wurden auch dem Reisenden Karl Jäckel gewidmet, der sich nach über 40jäh- riger Tätigkeit im Hause vom geschäftlichen Leben zurückzieht. Der Appell nahm einen würdigen Verlauf. ** M i e t j u b i l ä u m. Am heutigen Tage wohnt Frau Minna I e n b t, Witwe, ununterbrochen feit 30 Jahren im Hause Hitlerwall 27, dessen Besitzer der Schreinermeister Wilhelm Bender ist. Das Mietjubiläum zeugt von bestem gegenseitigem Einvernehmen. ** 50 Jahre Schreinerei. In diesen Tagen kann die Inhaberin der Schreinerei Beil, Wwe. Beil, Kaiserallee 16, auf ein 50jähriges Bestehen des Geschäftes zurückblicken. Die Firma ist feit Jahrzehnten mit der Herstellung von Schutzgerüsten für Dachdecker und Spengler hervorgetreten, die nach eigener Erfindung gefertigt werden. ** <5 t e r b e f ä 11 e in Gießen. Es verstarben vom 14. bis 30. September in der Stadt Gießen: 14. September: Gottlob Karl Schulze, Versicherungsbeamter i. R., 67 Jahre, Im Gartfelo 8; 15.: Daniel Sand, Schriftsetzer, 65 Jahre, Löwengasse 20; 18.: Marie Weber, geb. Pfeil, ohne Beruf, 63 Jahre, Marktstraße 15; 19.: August Steuernagel, ohne Beruf, 81 Jahre, Wetzlarer Weg 11; 20.: Katharine Arnold, geb. Müller, ohne Beruf, 70 Jahre, Licher Straße 17, Magdalene Ruppenthal, 1 Monat, Frankfurter Straße 140; 21.: Gertrud Weyl, geb. Eichenauer, 45 Jahre, Liebig- straße 32, Heinrich Klein, Händler, 71 Jahre, An der Kläranlage 4; 22.: Philippine Luft, geb. Lich, ohne Beruf, 80 Jahre, Am Riegelpfad 24, Johannes Günther, Obertelegraphensekretär i. R. 73 Jahre, Cderstraße 21; 24.: Karl Kolbe, Kirchendiener, 64 Jahre, Bleichstraße 42, Ludwig Wolf, Reichsbahnwagenmeister i. R., 76 Jahre, Bahnhofstraße 66; 26.: Elise Schmitt, geb. Rieffel, ohne Beruf, 73 Jahre, Alicenstraße 36; 29.: Marie Christine Rinn, geb. Ulm, ohne Berus, 49 Jahre, Kirchenplatz 3. LPD. Wer von der Steuer kommt, muß sich ausweisen. Jeder im Außendienst tätige Steuerbeamte ist im Besitz eines amtlichen, mit Lichtbild versehenen Personalausweises, den er unaufgefordert den Volksgenossen, die er amtlich besuchen muß, vorzuzeigen hat. Die Steueroollzugs- beamten haben sich außerdem noch mit dem Vollstreckungsauftrag auszuweisen. Wer in steuerlichen Angelegenheiten aufgesucht wird, dem wird empfohlen, sich stets den Ausweis zur Einsichtnahme oorzeigen zu lassen, damit er Gewißheit darüber erhält, daß er nicht einem falschen „Steuerbeamten" in die Hände fällt, wie dies in letzter Zeit sehr häufig zum Schaden einzelner Volksgenossen vorgekommen ist. ** Motorradunfall. Am Mittwochabend ereignete sich in der Rodheimer Straße ein Motorradunfall. Der Händler Hermann Röder und sein Bruder, Kläranlage 92, gerieten, als sie einem Leiterwagen ausweichen wollten, neben die Straße auf weiches Erdreich. Beide Fahrer stürzten und erlitten Verletzungen an Kopf und Händen; beide mußten durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Aus der engeren Heimat. Wechsel auf dem Lauterbacher Kreisdirektorposten. * Lauterbach, 1. Oft. Kreisleiter und Kreisdirektor Z ü r tz, der bisher das Kreisamt Lauterbach leitete, ist vom 1. Oktober ab aus dem Amte des Kreisdirektors ausgeschieden, um künftig seine ganze Kraft dem Amt des Kreisleiters des neuen Großkreises Alsfeld-Lauterbach der NSDAP, zu widmen. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 ab ist der Regierungsrat B o n - Hard von Worms mit der kommissarischen Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Kreisdirektors des Kreises Lauterbach beauftragt worden. Neuer Landrat des Kreises Biedenkopf. LPD. Biedenkopf, 29. Sept. Mit der land- rötlichen Verwaltung des Kreises Biedenkopf, der seit der Berufung von Landrat Dr. P ö n i s ch im Frühjahr dieses Jahres an die Regierung in Breslau kommissarisch, zuletzt von Regierungsassessor Becker, verwaltet wurde, ist durch Erlaß des Reichs- und preußischen Ministers des Innern Landrat Dr. Burghof aus Baumholder beauftragt worden. Unfälle auf dem Londe. Der 37jährige Schreiner August Römer aus Bersrod kam beim Obstpflücken zu Schaden. Er stürzte, da die Leiter brach, ab und erlitt Prellungen an den Seinen. Da Verdacht auf innere Verletzungen bestand, wurde er zu ärztlicher Behandlung nach Gießen gebracht. — Das sechsjährige Töchterchen des Metzgermeisters Behrmann aus Ulrichstein erlitt einen Unterschenkelbruch. — Der 19 Jahre alte Landwirt Walter H o r st aus Quetfborn zog sich bei einem Sturz eine schwere Knieverletzung zu. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert. Landkreis Gießen. T Lollar, 30. Sept. Gestern abend sand in der „Linde^ eine öffentliche Kundgebung derNSDAP. statt, die einen starken Besuch aufzuweisen hatte. Nach der Eröffnung der Kundgebung durch den Vertreter der Kreisleitung Wetterau, Pg. Holländer, sprach der Reichs- und Stoßtruppredner Pg. H o l z k ä m p e r. In seiner oft humorvollen Art wußte er die Zuhörer zu fesseln. 8. Lang-Göns, 1. Oft. Die zweite 23erftei- gerung des Gemeindeobstes in den letzten Tagen des Septembers, bei der die Wintersorten und Kelterbirnen verfauft wurden, erbrachte wiederum eine schöne Summe. Aus beiden Versteigerungen fonnte die Gemeinde über 1100 RM. lösen. Das ist eine Summe, die noch nie bei einer Obstversteigerung erzielt wurde, trotzdem es heuer nur eine fnappe Mittelernte gab. Die Liebhaber von guten Sorten tarnen bei der Versteigerung des Obstes auf den Provinzial st raßen noch zu billigen Aepfeln. Die Bäume hatten verhältnismäßig wenig Früchte angesetzt, dafür waren sie gut ausgebildet. Es kam vor, daß einzelne Steigerer auf 10 bis 20 Bäumen für 2 bis 4 RM. einen Zentner erstklassiges Tafelobst ernteten. Zur Zeit werden die Obstbaumbesitzer aufgefordert, bis zum 5. Oktober Klebgürtel zur Abwehr des Frostspanners anzubringen. Die Bäume von denjenigen, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden auf ihre Kosten mit Klebgürteln versehen. — Die Kartoffelernte macht bei günstigem Wetter sehr gute Fortschritte. Zur Aushilfe der Bauern sind zur Zeit etwa 50 2Ir6eitsbien ft männer hier stationiert, bie wacker mithelfen. Die Aussaat bes Winterroggens hat begonnen. Kreis Hriedberg. — Butzbach, 29. Sept. Gestern nachmittag ereignete sich auf der verkehrsreichen Weiseler Straße ein Unglücks fall, der beinahe ein Menschenleben gefordert hätte. Eine Frau hatte mit dem Kinderwagen die Straße überquert und lief nun 9 ** &2ÜL Uei&k däK HCüUbSfiuOLLL Mm Backen: Das ßewöPi/vte „'Backen mackvtTreucleriXnct Vä . Oatk/üz 's ’BackpiAtv^ „ (ßadiiti! z Ausdruck. Kreis Wehlar. einem zurückgebliebenen Kinde nach. In dieser Zeit bewegte sich der Kinderwagen vom Bürgersteig auf die Fahrbahn und wurde von einem vorbeifahrenden Motorradler überfahren. Während der neue Kinderwagen völlig zertrümmert wurde, erlitt zum Glück das zweijährige Kind nur einen Armbruch und einige geringe Verletzungen. Der Motorradler kam mit Hautabschürfungen davon. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 1. Oft Am heutigen Freitag, 1. Oktober, kann Herr Heinrich (Stoppler auf eine 25jährige Tätigkeit in der hiesigen Papier- und Pap- pen-Großhandlung Hermann D ü r b e ck zurück- blicken. Heute morgen wurde der Jubilar während eines Betriebsappells geehrt. Die Wertschätzung, deren sich der treue Mitarbeiter bei Betriebsführung und Gefolgschaft erfreut, kam dabei deutlich zum ch Dutenhofen, 28. Sept. Die hiesige K r i e • gerkameradschaft veranstaltete auf dem Schießstand ihr Uebungsschießen. Gleichzeitig wurde auf besondere Opferscheiben um die Ehrennadel geschossen. Als Erster errang Jungkamerad Wilhelm Gümbel die Ehrennadel. Die Beteiligung am Schießen war gut. — Der hiesige Frauen» verein feierte am Sonntag sein 25jähriges Bestehen. Diele Gäste und Mitglieder auswärtiger vereine hatten sich dazu eingefunden. Zum Nachmittags-Gottesdienst war die Kirche überfüllt. In seiner Predigt würdigte der Geistliche die Arbeit der Frauenhilfe. Der Kirchenchor sang unter Leitung seines Dirigenten Weigel mehrere Lieder. Nach dem Gottesdienst waren die auswärtigen Gäste zum Kaffee bei den Mitgliedern des Frauenvereins eingeladen. Im Anschluß daran fand die Hauptfeier ebenfalls in der Kirche statt. Auch diese Feier war gut besucht und brachte allen Teilnehmerinnen ein schönes Erlebnis. ch Hörnsheim, 27.Sept. Die Sportplatzfrage in unserem Dorfe darf nunmehr als gelöst betrachtet werden. Durch Pachtung konnte der bisherige Platz vergrößert werden, so daß jetzt allen Ansprüchen Genüge getan ist. In diesen Tagen wurde der Platz hergerichtet und seiner Bestimmung übergeben. — Der von der NSV. betreute Kleinkindergarten veranstaltete am Sonntag sein Jahresfest. Unter Vorantritt des Posaunenchors marschierten die Kinder durch das Dorf zur Festwiese. Nach einem Lied der Kinder begrüßte der Ortsgeistliche Pfarrer Brückmann die Festteilnehmer. Die Kinder zeigten eine Reihe von Spielen, die von den Eltern mit großer Freude ausgenommen wurden. Herr Schröder von der Kreisamtsleitung der NSV. sprach über die Aufgaben der NSV. und dankte der Kindergärtnerin Fräulein G a e d e sowie Lehrer Heller und Herrn Ludwig für ihre aufopfernde Tätigkeit im Dienste des Kindergartens. Mit einem Fackelzug der Schulkinder durch das Dorf fand die Feier am Abend ihren Abschluß. DieBeschaupflichtbeiHausschlachtungen Lpd. Auf Grund des zweiten Gesetzes zur Aen- derung des Fleischbeschaugesetzes vom 15. April 1937 unterliegen a b 1. O k t o b e r b. I. auch alle Hausschlachtungen der Schlachtvieh- und Fleischbeschau, sowie bei Schweinen der Trichinenschau. Ausgenommen hiervon sind Schafe und Ziegen im Alter von weniger als drei Monaten, aber nur, wenn sie vollständig gesund sind und vor und nach dem Schlackten keine Kraukheitserscheinungen zeigen. Die Schlachtungen für den Haushalt der Metzger, Fleischhändler, Gast-, Schank- und Speisewirte, sowie der Anstalten und Einrichtungen, in denen Personen verpflegt werden, unterliegen jedoch in jedem Falle der Schlachtvieh- und Fleischbeschau, auch wenn es sich um Schafe und Ziegen handelt, die noch keine drei Monate alt sind. Das gleiche gilt, wenn solche Tiere in einem öffentlichen Schlachthaus, oder in einem Schlachtraum eines Metzgers geschlachtet werden. Ferner unterliegen der Untersuchung auf Trichinen (Trichinenschau) nach der Tötung auch Wildschweine, Füchse, Dachse und andere fleischfressende Tiere, die Träger von Trichinen sein können, wenn das Fleisch zum Genuß für Menschen verwendet werden soll. Was hat der Tierbesitzer zu tun, wenn er eine Schlachtung vornehmen will? Die beabsichtigte Schlachtung muß mindestens 24 Stunden vor der Tötung des Tieres dem zuständigen Fleisch- beschauer angemeldet werden, damit dieser das Tier auf seinen Gesundheitszustand vor der Schlachtung untersuchen kann. Sonn- und Feiertage fallen natürlich nicht in diese 24stündige Frist, so daß die Anmeldung entsprechend früher vorgenommen werden muß. Auch Tiere, die notgeschlachtet werden müssen (plötzliche schwere Erkrankung, Unglücksfälle, Blitzschlag usw.), sind dem Beschauer unverzüglich zu melden. In diesen Fällen darf die Tötung vor dem Eintreffen des Beschauers vorgenommen werden, jedoch nur dann, wenn zu befürchten steht, daß das Tier bis zur Ankunft des Beschauers verenden, oder das Fleisch durch Verschlimmerung des Zustandes wesentlich an Wert verlieren würde. Neben der Anmeldung bei dem Fleischbeschauer hat der Tierbesitzer bei dem zuständigen Kassenverwalter vor Beginn der Schlachtung die Schlachtsteuer- und Schlachtgebührenscheine zu lösen und diese dem Beschauer bei der Untersuchung vor dem Schlachten (Lebendbeschau) vorzulegen. Bei Notschlachtungen sind diese Scheine vor Beginn der Fleischbeschau dem Beschauer auszuhändigen. Gewerbetreibende (Metzger, Gast-, Speise- und Schankwirte usw.) haben außerdem für jede Schlachtung Kon- tingentierunasscheine vorzuleaen, die von dem Fachbearbeiter des Viehwirtschaftsoerbandes bei der Kreisbauernschaft ausgestellt werden. Das gleiche gilt für Privatpersonen, die Tiere schlachten wollen, die sie nicht selbst gezogen haben. Alle diese Scheine sind vor Beginn der Schlachtung, bei Notschlachtungen vor Beginn der Fleischbeschau, dem Fleischbeschauer zur Kontrolle vorzulegen, andernfalls er weder die Schlachtung gestatten, noch die Fleischbeschau durchführen darf. Rundfunkhören! Oer Rundfunkwagen NSG. Vom 1. Oktober bis Mitte November wird der Werbewagen der Reichsrundfunkkammer den Gau Hessen-Nassau durchfahren und in zahlreichen Orten mit Vorführungen erfreuen. Der Einsatz des Rundfunkwerbewagens bezweckt, den Volksgenossen, insbesondere auf dem Lande, einen Einblick in die Arbeit des Deutschen Rundfunks zu gewähren, und denen, die noch nicht Rundfunkhörer sind, zu zeigen, welche kulturelle, erzieherische, unterhaltende und politische Bedeutung der Rundfunk des Dritten Reiches für jeden einzelnen besitzt. Es soll mit dieser Propagandaaktion das Führerwort „R u.n b f u n t in jedes deutsche Haus" der Verwirklichung nähergebracht und die Parole des Reichsministers Dr. Goebbels auf der diesjährigen Berliner Rund- funkausftellung „Deutschland muß das erste Rundfunkland der Welt werden" in die Tat umgefetzt werden, nachdem dieses Ziel bereits in Europa von uns erreicht wurde. fährt durch den Gau. Die Veranstaltungen werden von den Hauptstellen Rundfunk der NSDAP, in enger Zusammenarbeit mit der Landesleitung Hessen-Nassau der Reichs-^ rundsunkkarnmer durchgeführt. Der Werbewagen wird von der Reichsrundfunkkammer Berlin zur Verfügung gestellt, ist mit Tonfilmapparatur und Großlautsprecheranlage ausgestattet und führt folgende Tonfilme im Programm: 1. „Liebe Volksgenossen..." Der Präsident der Reichsrundfunkkammer, Parteigenosse Krieg- ler, spricht über den deutschen Rundfunk. 2. „Die Schlacht um Miggershausen". Ein lustiger Farbentonzeichentrickfilm über den Rundfunk auf dem Lande. 3. „Für jeden — Etwas". Ein unterhaltender und belehrender Film über das Programm des deutschen Rundfunks und richtiges Rundfunk- hören. ____ __________ 4. „Und es begann ein neuer Tag...". Ein heiterer Farbentonzeichentrickfilm, Beitrag zum Thema „Rundfunk bringt Freude". Um die politische Rundfunkwerbung auch wirtschaftlich wirksam werden zu lassen, sorgt die Reichsrundfunkkammer im Einvernehmen mit den Spitzen-Verbänden der Rundfunkwirtschaft für Mitwirkung des örtlichen Rundfunkhandels durch Aufstellung einer Rundfunkschau, die alle zur Zeit auf dem Markt befindlichen Rundfunkgeräte zeigt. Der Rundfunkwagen kommt in unserer engeren Heimat in folgende Orte: Im Kreis Alsfeld am 1. Oktober nach Grebenau und Nachbarorte, am 2. Oktober nach Nie- der-Ohmen, am 3. Oktober nach Ehringshausen und Nachbarorte, am 4. Oktober nach Homberg. Im Kreis Wetterau am 5. Oktober nach Grünberg, am 6. Oktober nach Hungen, am 8. Oktober nach Lich und am 9. Oktober nach Watzenborn. Im Kreis Wetzlar am 10. Oktober nach Her- mannstein, am 11. Oktober nach Braunfels, am 12. Oktober nach Allendorf und am 14. Oktober nach Rodheim. In allen Orten gibt der Lautsprecherwagen ein Mittagskonzert mit Werbedurchsagen, darunter Schallplatten bekannter deutscher^ Rundfunk- Künstler, die in heiterer Form zu dem Thema „Rundfunkhören" Stellung nehmen. Am Nachmittag findet eine Schülerveranstaltung statt, in der Werbetonfilme vorgeführt werden. Nach einer Rundfahrt des Werbewagens mit Mufiküberttagung und Werbedurchsagen wird abends ein Rundfunkabend, verbunden mit einer Rundfunkschau, veranstaltet. Bei den früher durchgeführten Veranstaltungen ähnlicher Art hat sich erfreulicherweise gezeigt, daß die Gewinner der Volksempfänger fast ausschließlich solche Volksgenossen waren, die noch kein Rundfunkgerät besaßen. Rundfunkprogramm Samstag, 2. Oktober. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Modenschau. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Bitte, nur nicht gleich beleidigt fein. Kleine Schwächen unserer Mitmenschen. 16: Bunte Melodien. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Reichssendung. 20: Militärkonzert. 21: lieber Länder und Meere. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. 22.20: Ora et labora. Dem Gedächtnis des verewigten Feldmarschalls von Hindenburg. 23.20: Richard-Wagner-Konzert. 24 bis 1: Nachtkonzert. Beachten Sie bitte unsere Auslagen im Hause Mäusburg13 Herbsimode lllillllllllllllllllllllll Das Qualitäten Haus der guten TEXTILHAUS, steht an erster Stelle. 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Wenn Aussicht auf Erfolg vorhanden ist, kann die Fürsorgeerziehung auch noch bis zum vollendeten 19. Lebensjahr angeordnet werden. Die Fürsorgeerziehung wird entweder in einer geeigneten Familie oder meist in einer Anstalt durchgeführt. Gegen die Anordnung der Für- soraeerziehuna können die Er. ziehungsberechtigten (Eltern, Vormund) und der Minder- jäbrige, wenn er das 14. Lebensjahr vollendet hat. binnen 14 Tagen Beschwerde einlegen. Die Fürsorgeerziehung muß aufye- yoben werden, wenn der Fürsorgezögling das 19. Lebensjahr vollendet hat oder wenn ihr Zweck erreicht ist. Antrag auf Aufhebung können die Erziehungsberechtigten stellen, nicht aber der Zögling selbst Den Eltern und Erziehungsberechtig. ten muß der Aufenthalt des Für. lorgezöglings mitgeteilt werden. Wer einen Minderjährigen, gegen den das Fürsorgeerziehungsoerfahren eingeleitet ist, dem Verfahren oder der Fürsorgeerziehung entzieht, oder den Jugendlichen verleitet, sich dem Verfahren zu entziehen, kann bestraft werden Der Versuch ist strafbar. S. Besiernngsanstalt. Furunkel, umschriebene, akut eitrige Entzündung eines Haarbalgs und seiner Talgdrüse. Zur Verhütung ist das beste Mittel die Reinlichkeit, die möglichst wenig bedrohliche Keime auf unserer Haut wachsen läßt und die Vermeidung eng sitzender Kleidungsstücke. Die Behandlung Das Wasser bleibt langer warm in einer Fußbadewanne aus Holzstoff. Und das ist ja gerade bei einem Fußbad sehr wichtig. Außerdem hat so eine Wanne noch den Vorteil, daß sie leicht ist und nicht rosten kantz. Lassen Sie sich bei Häuser diese Fußbadewannen mal zeigen. J. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Furnieren Sache bis zur Bezahlung des Finderlohnes zurückbehalten. Er. kennt der Empfangsberechtigte auf eine gestellte Frist die Ansprüche des Finders nicht an. dann gehört die Sache dem Finder. Ein Anspruch auf Finderlohn besteht nicht, wenn der Finder die Anzeige unterläßt ober den Fund auf Nachfrage verheimlicht. Wenn sich innerhalb eines Jahres nach der Anzeige bei der Polizei kein Empfangsberechtigter meldet, so wird die Sache Eigentum des Finders, außer er hat der Polizet gegenüber auf dieses Recht verzichtet. Bei Gegenständen unter 3 RM erwirbt der Finder das Eigentum 1 Jahr nach dem Fund. Sacken. die man in einem öffentlichen Verkehrsmittel (Eisenbahn. Straßenbahn) oder in Geschäftsräumen einer Behörde (z. V. Wartesaal. Schalterraum der Post) findet, muß man der Behörde ober Verkehrsanstalt abliefern. Man hat keinen Anspruch auf Finberlohn unb erwirbt nicht das Eigentum. Wer bie Fundanzeige unterläßt ober bie gefunbene Sache aus Nachfrage verheimlicht, wirb bestraft Furnieren, nennt man bei ber Möbelherstelluna bas überkleben eines billigeren Holzes (Blinb- holz) mit dünnen Blättern aus Ebelholz. Fürsorgeerziehung. Das Vor- munbschaftsgericht kann einen Minberjährigen. ber noch nicht 18 Jahre alt ist. ber Fürsorgeerziehung überweisen, wenn sie ersorberlich ist. um eine Verwahrlosung bes Jugenblichen zu Mit Der Vorstand. 6344V Bote 45.- Beste Markenfabrikate — preiswert! WMM an der üotnt önrfi LerwWler-VWer! Der Edolö iemeinlamer Arbeit! Blatt 119:' Küchen 6349 A MM 6347D 6341 D 144 Gabelhäkelei Freude im Herb ft bringt Ihnen meine 37.50 39.50 44.50 52 Ulster und Paletots G Modehaus 6368A Sehneberger Schulstraße 4* Gießen Schuhhaus. Giess en. - Seftecsuieg 59 obe Giessen - Sch ul st r. 6 Möbel Giessen-Schulstr. 6 am 11. und 12. Oktober 1937 am 11. und 12. Oktober 1937 5. Oktober 1937 5. Oktober 1937 7. Oktober 1937 7. Oktober 1937 9 Oktober 1937 9. 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Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde auf der Ausstellung „Schaffendes Volk — und hat dort einen Film gedreht. Den hat er seiner Familie, seinen Freunden u. Bekannten vorgeführt. Man war begeistert u. Herr Müller hat den ehrenvollen Spitznamen „Regisseur“ bekommen. Filmen ist kinderleicht, filmen macht Freude u. schafft lebendige Erinnerung - u. filmen ist billig, viel billiger als Sie denken. Lassen Sie sich unverbindlich und ausführlich mehr darüber erzählen, wie billig u. leistungsfähig der 8-mm-FiIm ist. 6364 A Photo-Kino Kreuzplatz 9 AUW XeHenhtimer — —Fachgeschäft inglas-und Porzellan waren ___■GIE/Z E n t K’reOz PLATZ Siir den Jferbft! 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Auch Tiere lieben eine abwechslungsreiche Kost, worauf man bei allen Tieren Rücksicht nehmen soll. Futterstoffe, weniger wertvolle Gewebe, die zum Abfüttern von Mänteln und Anzügen verwendet werden. Bei teuren Stücken wird Seide verwendet. Futteral, entbehrliches Fremdwort für Schutzhülse, Scheide. MaucMofleMall Gießen e. G. m. b. H. Schlachtautos kauft stets 6357d Ersatzteile hat laufend abzugeben: Autoverwertung H. Schäffner Schiffenberger Weg 40 Fusel___________ des Furunkels besteht nicht in Drücken, sondern in warmen Waschungen und in Alkoholumschlägen. Reichlich Wasser trinken und milde Schwitzkuren find geeignet die Haut auch von innen heraus zu reinigen. Der Karbunkel ist größer, er besteht aus vielen Furunkeln und geht mit schweren Krankheitserscheinungen einher. Fusel, minderwertiger, Fuselöl enthaltender Branntwein, desien Genuß gesundheitsschädlich ist. Fußboden werden meist aus Ziegelsteinen, Holz oder Linoleum hergestellt. Steinfußböden werden mit Seifenwasser ausgewaschen, gestrichene Holzfußböden mrt warmem Wasier und sodann gebohnert. Parkettfußböden werden, wenn fie verschmutzt find, mit Stahlspänen abgezogen und neu eingebohnert. Flecke entfernt man mit Terpentin Linoleumfußböden wischt man mit warmem Seifenwafier auf und bohnert fie wieder ein. Zementfußböden säubert man mit Seifenwaller und Salmiakgeist. Fußpflege ist für jedermann wichtig. Unbedingt notwendig find warme Seifenbäder, die Hornhautbildungen aufweichen. Fußnägel, die nicht gerade geschnitten werden, wachsen leicht ’0 » 3ntri«toe M' Man wird nach Ihrem . Schneider/ | fragen-/i f j