Donnerstag, (.Juli 1937 M.150 Erstes Blatt 187. Jahrgang Annahme von Anzeige» für Die Miltagsnummer bis8^/.UHr des Vormittag» Grunopretle für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text« anzelgen von 7Omm Breite 5ORpf.,Platzvorschrifl nach oort) Dereinbg 250/„ mehr. Ermäftlgte Grundpreise: Stellen--, Vereins», a«"nein» nützige Anzeigen sowie ein« spaltige (öelegenheitsanzei« gen 5 Rpf, Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Menyenabschlüffe Staffel B Lrlchetm tagltd), auy« Sonntags and Feiertag» vetlagen: Vie Illustrierr. 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Die Turiner „Starnpa" betont, wenn es England und Frankreich nicht gelinge ein neues annehmbares System vorzuschlagen, dann bleibe in der Erwartung des sicheren Sieges von Franco nichts anderes übrig, als die Handlungsfreiheit für j e d e n 'e i n z e l n e n. Um zu verhindern, daß sich die spanische Lage verschärfe und der Konflikt an Ausdehnung gewinne, genüge es, so sagt „Gaz- zetta del Popölo", daß jeder die Nichtein- mischung praktisch anwende, daß sich jeder neutral erkläre. Aber dazu sei es nötig, daß Salamanca und Valencia gleichmäßig das Recht kriegführender Staaten zuerkannt werde. keit die Juden stünden, so gingen diese entschieden zu weit. Jene deutsch-feindliche Propaganda sei eine Gefahr für den Weltfrieden und bedeute somit gleichzeitig eine schwere Gefahr für die Vereinigten Staaten selbst. Sie könne nicht verstehen, warum gegenDeutschlandgeheht werde, während über das, was in Sowjetrutzland und Spanien vorgehe, Stillschweigen gewahrt werde.Der Kommunismus wolle einen europäischen Krieg, denn er könne nur o o n e i ne mkriegeprof Nieren. Wenn sich der Kommunismus vor einer Wacht fürchte, jo fei das Deutschland. Wer also eine deutschfeindliche Propaganda betreibe, spiele dem Bolschewismus in die Hände. Auf jeden Fall verhelfe eine deutschfeindliche Hetze nicht zum Frieden, sondern störe ihn. qeqenüberstanden. So entstand für Sapieha der innere Konflikt zwischen den Befehlen der Kirche und den Forderungen der Nation. Vielleicht ist der Metropolit nicht gut beraten gewesen, gewiß hätte er andere Wege finden können, die den Skandal vermieden Aber nicht der Skandal ist das ausschlaggebende, sondern die grundsätzliche"Entscheidung, die der polnische Erzbischof bei einem ersten Konflikt der Pflichten getroffen, indem er sich für Die Kirche und gegen die Nation entschied. An dieser Erkenntnis entzündet sich immer wieder der Zorn des Volkes. Mag nun der Vatikan, dessen Entscheidung angerufen wurde, für oder gegen Sapieha entscheiden (die Begrüßung König Carols m der Krakauer Kathedrale durch den päpstlichen Nuntius sieht wie ein Einlenken des Vatikans aus) mag der katholische Weltkongreß in Posen im Beisein der Staatsoertreter seinen prggrammaßigen Ablauf nehmen, die Wolken über dem Wawel werden sich verziehen, aber der Bruch des Vertrauens wird bleiben. Papst Pius XI. hat in einem Hirtenbrief seiner Genugtuung Ausdruck gegeben, daß der katholische Weltkongreß diesmal in einem Lande abgehalten werde, das ein Bollwerk des Christentums sei. Das Land hat also seine Pflichten gegen die Kirche erfüllt. Wo bleibt nun die Gegenleistung? Deutschfeindliche Hetze stört den Frieden Eine englische Abgeordnete über die jüdischen Machenschaften in USA. Wolken über demWawel Don unserem Dr. ^.-Berichterstatter. Warschau, Ende Juni 1937. Heber der alten und schönen Stadt Krakau und von ihr rings umschlossen erhebt sich ein Hügel und auf ihm die alte polnische Königsburg, der Wawel, der in der Geschichte Polens stets eine große Rolle spielte. Das eigentliche Schloß, das einen in italienischem Renaissancestil erbauten herrlichen Turnierhof mit säulengestützten Balkonen umschließt, wird heute im wesentlichen als Museum benutzt, in dem Polen die Kunstschätze seiner Vergangenheit birgt. Der schönste Teil aber ist fraglos die gotische Kathedrale mit einer Unzahl angebauter kleiner Kapellen, die meist von Zwiebeltürmen gekrönt rungsmittelgeschäfte sowie der Angestellten im Hotel- und Gastwirtsgewerbe fordert seine Angehörigen auf, im Falle die Arbeitgeber ihre Drohung wahrmachen, die geschlossenen Lokale und Geschäftezube setzen. Beide Verbände haben einen Ausschuß ernannt, der zusammen mit dem marxistischen Gewerkschaftsverband „alle notwendigen Maßnahmen" für den Fall einer Schließung der Hotel- und Gastwirtsbetriebe sowie der Nahrungsmittelgeschäfte ins Auge fassen soll. Kommunistisch-marxistische Wahlniederlagen. Paris, 1. Juli. (Ü^NB. Funkspruch.) In dem Pariser Vorort St. Denis fand die Ersatzwahl für den von der Regierung Blum seines Postens enthobenen Bürgermeister und Vorsitzenden der französischen Volkspartei D o r l o t statt. Trotz aller Anstrengungen der Kommunisten und Marxisten wurde der bisherige stellvertretende Bürgermeister Marschall, ein Anhänger Doriots, mit 28 gegen 7 Stimmen gewählt. Auch alle unter Doriot im Amt gewesenen Stadtverordneten wurden wiedergewählt, so daß die Mehrheit des Staatsrates nach wie vor sich aus Mitgliedern der französischen Volkspartei zusammensetzt. Auch bei den Generalratswahlen des Departements Seine erlitten die Volksfrontparteien eine empfindliche Niederlage. Trotz aller von der Volksfront gemachten Versprechungen und Em- schüchterungsversuche wurde der von den Parteien der Mitte und der Rechten aufgestellte Kandidat Viktor Constant gegen den Volksfront-Kandidaten Le Troquer mit 69 gegen 66 Stimmen gewählt. Auch bei der Wahl der vier Vizepräsidenten konnte die Volksfront nur einen Vertreter durchbringen, und zwar einen Kommunisten. Gegen den Willen des polnischen Staatspräsidenten hat der Erzbischof von Krakau den Sarg Pil- sudskis aus der alten Königsgruft im Krakauer Dom entfernt und in eine andere Gruft überführen lassen, was in allen Teilen der Bevölkerung größte Erregung hervorrief. — Auf unserem Bilde sieh man den Krakauer Dom, in dem der tote Marschall zur letzten Ruhe gebettet war. (Scherl-Bilderdienst.) sind, sie alle überragt der viereckige, in typisch polnischem Stile errichtete Hauptturm, gleichzeitig das Wahrzeichen des Wawel überhaupt. An dieser Kathedrale gibt es kaum einen Stein, der nicht von polnischer Geschichte spricht. In den Kellern der Seitenschiffe ruhen die Gebeine aller großen Polen, in erster ßime [einer Könige. So der heilige Stanislaus in einem silbernen Sarge, dann Jagello, der Litauer, drei Siegis- rnunde, Stephan Bathory, der Ungar, Joh. Sobieski, Kosciuszko, Joseph Poniatowski und die Großen der Familie Potocki. Kein Wunder, daß das Polen von heute den Wunsch hatte, daß auch die Gebeine des Wiedererbauers des neuen Polen an dieser Statte des nationalen Ruhmes ruhen sollten. Das war vor zwvi Jahren. Der einbalsamierte Leichnam Pil- suo s k i s wurde zunächst in der St. Leonhards- kapelle aufgestellt, während die Gruft unter dem Turm der Silbernen Glocken als endgültige Ruhestätte roüfoig hergerichtet werden sollte. Diese Gruft befindet sich außerhalb des eigentlichen Kathedral- bezirks. Und hierhin hat nun der Erzbischof von Krakau, Fürst S a p i e h a , der Schutzherr der Wawelkathedrale, den Kristallsarg mit dem toten Mar- Der Kampf um die 40-Siuudeuwoche in Frankreich. Die Stillegungsdrohung des Hotelgewerbes.-Folgen für den Fremdenverkehr im Zeichen der Weltausstellung. und polnisch war. t , Wenn auch das äußere Bild em harmonisches Verhältnis zwischen Staat und Kirche zeigte, fo gab es doch mancherlei Anzeichen für ernstliche Meinungsverschiedenheiten. Für die katholische Kirche waren die P i l s u d s k i st e n Revolutionäre mit freireligiösen oder gottlosen Ansichten, denen gegen- Neuyork, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der letzten Zeit mußten in den Vereinigten Staaten einige Vorfälle verzeichnet werden, die insofern höchst bedauerlich waren, als sie die guten deutsch-amerikanischen Beziehungen zu trüben geeignet waren. Fast immer ergab es sich, daß Juden hinter diesen — vom amerikanischen Volk selbst ab gelehnten — Störungsmanövern standen oder sie in aller Offenheit inszenierten. Der Fall des Pöbeljuden L a g u a r d i a ist hier ein treffendes Beispiel. Es ist nun interessant und dankenswert, daß auch eine englische Parlamentarierin, Viscounteß Astor, die gebürtige Amerikanerin ist, auf diese deutsch-feindlichen Machenschaften aufmerksam machte. Visvounteß Astor hat.sich in USA. ausgehalten und hat nun vor ihrer Rückkehr nach England ihre Eindrücke folgendermaßen umschrieben: Sie sei entsetzt über die deutschfeindliche Propaganda, die sie in Amerika fest- gestellt habe. Wenn hinter dieser Deutschfeindlich- Paris, l.Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Vertreter der Arbeitgeber im Hotel- und Gaststättengewerbe werden heute nachmittag noch einmal vom Ministerpräsidenten empfangen werden, der versuchen will, eine Einigungsformel zu finden, um die als Gegenmaßnahme gegen die Einführung der 40 - Stunden - Woche angekundlgte Schließung der Hotels und Gaststätten in ganz Frankreich zu verhindern. Die Arbeitgeber sind entschlossen, ihre Drohung wahrzumachen. Sie haben bereits alle Vorbereitungen getroffen, um am Samstag ihre Betriebe stillzulegen. Die Hoteldewoh- ner, die vor dem 3. Juli ihre Zimmer inne gehabt haben, können auch weiterhin wohnen bleiben. Sie sind jedoch darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie sich mit einem Behelfsdienst begnügen müssen. Mahlzeiten werden nur in Form von b e - I e g t em Broten verabreicht und auch dies nur, soweit die Möglichkeit der Versorgung mit Lebensrnitteln besteht. Bekanntlich haben die Lebensmittelgeschäfte beschlossen, sich anzuschließen Die Pariser Großgaragen, die etwa 3500 Garagenbesitzer umfassen, und die durch die Einführung der 40-Stunden-Woche im Hotelgewerbe insofern mittelbar betroffen werden, als ihre Unternehmungen wesentlich vom Fremdenverkehr abhangen, wollen die Bewegung ebenfalls unterstützen. Als erste. Auswirkung der Maßnahmen der Hotel- und Gaststättenbesitzer hat die Stadtverwaltung von Belfort sich gezwungen gesehen, für die Teilnehmer an der großen Radfernfahrt „Rings um Frankreich" U n t e r k u n s t s m ö g l i ch ketten zu suchen. Die Radfahrer werden in einer Schule untergebracht, während die Begleiter und das große Heer von Berichterstattern inPrivatwohnun- g e n Unterkunft finden sollen. Der Verband derAnge stellten der Nahschall überführen lassen. Wohl selten gibt es eine Stätte, die so von Frieden und Verehrung umweht ist wie den Wawel. Er war der Schoß, in dem Polen die heiligen Guter seiner nationalen Tradition barg, und wenn in den vergangenen Jahren Parteienkämpfe und politischer Hader das polnische Volk zerrissen, dann blieb dieser geweihte Ort davon verschont, unb nirgends konnte sich die innige Verbindung von Katholizismus und Polentum deutlicher dokumentieren. Hier scheint nun ein Bruch entstanden zu sem Die katholische Kirche gilt als die Staatskirche Polens. Das kommt selbst in der Verfassung zum..Ausdruck während die Duldung und freie Religionsubung der anderen Kirchen erst in zweiter Linie rangiert Seit 1925 gibt es ein polnisches K o n k o r d a t mit dem Vatikan, das der Kirche Rechte einraumt großer als sonst in irgendeinem anderen katholischen Lande^ Der Klerus konnte sich darauf berufen, daß er stets Träger des nationalen Gedankens gewesen sei und in den Zeiten der Unfreiheit oft der einzige Trager. Mit diesem Argument konnte er ln dem Konkordat seine Positionen gegenüber öem Staate gewaltig ausbauen. Das mochte so lange gut gehen, so lange der Klerus sich auch weiterhin als einen Pfeiler des völkischen Lebens betrachtete. Das Phantheon des Wawel konnte nur stehen, wenn es katholisch über größtes Mißtrauen am Platze war. Sie konnte mit ihnen wohl aus Klugheitsgründen zu einem Ausgleich kommen, aber ein wirkliches Vertrauensverhältnis schien ihr nicht möglich. Nach dem Konkordat haben niemals die Klagen der Kirche darüber aufgehört, daß die Jugenderzie h u n g nicht im katholischen Sinne erfolge, aus den Schulbüchern alles beseitigt werde, was einen Zusammenhang mit der Kirche habe, die Zahl der Religions- stunden, dem Konkordat zuwider, vermindert werde und Lehrer, die zu kirchlichen Organisationen gehörten, damit die Aussicht auf Beförderung einbußten. Die Tendenz der Regierung, sich von der kirchlichen Einmischung in die Fragen der Schulerziehung möglichst zu befreien, ist unverkennbar. Die großen Dichter des polnischen Volkes, die dem Schulkind als Schöpfer der Nationalkultur gepriesen werden, haben zur römischen Kirche alle ein kritisches Verhältnis gehabt. Die Pariser Vorlesungen von Adam Mickiewicz standen auf dem Index. Von dem Lieb- lingsdichter Pilsudskis, Julius Slowacki, stammt das Wort: „O Polen, du gehst an Rom zugrunde!" Bei Krasinfki entsteht auf den Trümmern der Peters- kirche eine neue „Kirche der Liebe". Von den beiden polnischen Dichtern, die in der Vorkriegszeit auf die junge Generation den größten Einfluß aus- geübt haben, erklärt sich Wyfpianfki tn semen Werken für die Sache der Revolution und der Arbeiterschaft, und Zeromski ist mit der Kirche so verfeindet, daß er nicht katholisch begraben wurde. Schon bei der Beerdigung Pilsudskis hatte es Schwierigkeiten gegeben. Erzbischof Sapieha war nur mit Mühe dazu zu bewegen, die Totenmesse für den polnischen Nationalhelden zu zelebrieren. Er steht mit seiner Abneigung gegenüber dem groben Bolen in der Geistlichkeit nicht vereinzelt da. Der Kielcer Bischof Losinski schloß seine Kirche beim Tode des Marschalls, weil er keine Totenmesse für ihn lesen wollte. Der Propst von Troki, Malymcz- Malicki, verbot das Läuten der Kirchenglocken So haben sich nicht von ungefähr die Wolken über dem Nationalheiligtum des Wawel zusammengezogen und wie sehr das polnische Volk fernen toten Natto- nalheros durch einen hohen Vertreter der Kirche geschmäht fühlt, mag am besten daraus ^org^en daß selbst die höchsten Würdenträger des States nicht mit ihrem Unmut zuruckhielten. Daß danach die patriotischen Verbände Kündigung des Konkordates, Aufhebung der Schirmherrschaft der Kirche über die Wawelkathedrale und persönliche Bestrafung des Fürsten Sapieha verlangten wird den nicht mehr verwundern, der den polnischen Dolks- cbarafter kennt. Der radikale und von der Kirche oft als freidenkerisch verdächtigte Lehrerverband forderte sogar das Konzentrationslager für den Metropoliten, dem man auch alle ^venzeichen des Staates entziehen solle. Das Verhalten Sapiehas Erschien noch dazu als Gefährdung der außen^ttti- scken Beziehungen Polens, nachdem der Erzbischof seine Ablehnung der staatlichen Wunsche nut der Kx. ! hoarünben suchte, König Carol von RumL kön« a§ d°- tzaupt W-m-Mch-n Kirche "der -,riechi!»-°rth°d°pen K.rche Ruman.ens. die Krakauer Kathedrale nicht betreten^ „.’S nalen E tnig^M" Oberst ^Ko^der Regie ^Rücksckttia erfolgt. Die Legionäre singen auf in'sÄmpl Sicht". Linksz-itung-n, die d,° Gele- genhett benutzen, um ihre eigenen Geschäfte zu machen, zollen der Regierung „in diesem Punkte Anerkennung. Der von den Konservativen und den Wirtschaftskreisen gebildete rechte Flügel der Regierung zeigt Widerwillen gegen die Protestaktion. Die Geistlichkeit plant bei dem sonntäglichen Gottesdienst politische Kanzelreden für Sapieha m ganz Bolen Die überwiegend im Lager der Nationaldemokraten stehende Geistlichkeit legt sich in ihrer Abneigung gegen das Pilsudskis-Regime feine Hem- Er M schoss Fürst S a p i eha ist seit 75 Jahren im Amt. Zu seinem Bischofsiubilaum hat ihm der Staatspräsident die höchste Auszeichnung Polens, den Orden des Weißen Adlers verliehen. Die Sapie- has sind polnische Magnaten, die für die „heilige Mutter Polen" in früheren Jahrhunderten of gekämpft und geblutet haben aber für den Erzbischo ist Pilsudfki auch heute noch der Sozialist. Zwe^ Wetten also, die sich nicht berührten. Und dennoch stand der Sarkophag in der heiligsten Kapelle des Wawel, trafe-i täglich Ströme von Menschen em, die den Heros zu verehren kamen, weil sie Polön liebten, ohne gleichzeitig den geweihten Symbolen der Kirche ihre Achtung zu erweisen weil sie ent- ' weder der Kirche nicht ngehörten oder ihr fremd Mailand, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Mailänder „Popolo d'Jtalia" veröffentlicht einen Aufsatz über „Die Freiwilligen und Lon- d o n", der erkennen läßt, daß er von hoher Stelle inspiriert worden ist. Das Blatt schreibt, es seien die Bolschewisten gewesen, die den Ereignissen in Spanien den Charakter eines europäischen Krieges der Grundsätze aufdrückten. Italien habe das Abkommen, das die weitere Entsendung von Freiwilligen verbot, peinlich genau eingehalten, wogegen die Sperre von Frankreich niemals geachtet worden sei. Die italienischen Freiwilligen seien nicht von der Regierung hinausgeschickt worden. Folglich habe die Regierung nicht die Mittel, sie zu rückzurufen. Nur General Franco könne sie vor oder nach dem Sieg von ihrer moralischen Verpflichtung befreien. Im übrigen sei es an der Zeit zu sagen, daß die englische Nichtein- m i s ch u n g e i n e Fabel sei, an die nur Dummköpfe glauben könnten. In Wahrheit seien von Großbritannien freiwillige Offiziere und Soldaten, Waffen, Flugzeuge und Munition ausgegangen. Es seien öffentliche Zeichnungen veranstaltet worden. Eine lebhafte Werbetättgkeit unter Mitwirkung hoher kirchlicher und politischer Persönlichkeiten sei in Großbritannien zugunsten der Bolschewiken entfaltet morden. Die Forderung nach Zurückziehung der Freiwilligen sei mit lauter Stimme von Valencia und Moskau erhoben worden. Daraus fei zu schließen, daß sie ausschließlich oder vorwiegend den Bolschewiken zugute kommen würde. Alles was von englisch-französischer Seite getan werden könnte, um den Bolschewisten von Valencia den Sieg zu bringen, sei getan worden. Dagegen sei von deutscher und italienischer Seite alles unternommen worden, um den Brand in König Larol in Krakau. Kranzniederlegung am GrabezPilfndskis. Zwei Verordnungen des Reichskirchenministers. Warschau. 30. Juni. (DNB.) Am Mittwochnachmittag traf König Carol von Rumänien i n Krakau ein. Den König begleitete der Thronfolger Michael, der polnische Staatspräsident M o s c i ck i, Marschall Rydz-Srnigly, der rumänische und der polnische Außenminister. Der König, der seit seiner Ernennung zum Chef eines Posener Infanterieregiments die Uniform eines polnischen Obersten trägt, begab sich in das Wawel-Schloß, wo er bis zu seiner Abreise aus Krakau am Donnerstag wohnen wird. Nach seiner Ankunft im Wawel ging König Carol in Begleitung des polnischen Staatspräsidenten, des Thronfolgers und der beiden Außenminister in die Gruft unter dem Turm der Silbernen Glocken, um dort an der Grabstätte Marschall Pilsudskis einen Kranz nieüerzulegen. Anschließend begaben sich der König und der polnische Staatspräsident in die Wawel-Kathedrale, wo sie von dem Warschauer p ä p st l i ch e n Nuntius Cortesi begrüßt wurden, in dessen Begleitung sie die Sehenswürdigkeiten der Kathedrale besichtigten. Damit ist eine Erschwerung des durch die eigenmächtige Ueberführung des Sarges Marschall Pilsudskis durch den Krakauer Erzbischof Fürst Sapieha hervorgerufenen Streitfalles verhindert worden. Die Polnische Telegraphenagentur veröffentlicht über den Besuch König Carols eine Verlautbarung, in der es heißt, der Besuch habe der unzerstörbaren Freundschaft der beiden verbündeten Länder Ausdruck gegeben. Die Besprechungen über die beide Länder gemeinsam interessierenden Fragen hätten die volle Ueb ere inst i m m u n g ihrer Interessen erwiesen und zu der Feststellung geführt, daß die Erhaltung des Friedens das grundsätzliche Ziel ihres Bündnisses sei. Gleichzeittg habe die Begeisterung der polnischen Oeffentlichkeit bewiesen, wie tief sich die polnische Nation der Idee des Bündnisses verbunden fühle, das so gut den Lebensinteressen der beiden Nationen entspreche. — König Carol habe auch den starken Eindruck zum Ausdruck gebracht, den die vorzüaliche Verfassung der polnischen Armee, ihre Ausrüstung und militärische Ausbildung auf ihn gemacht habe. — Der rumänische und der polnische Außenminister unterzeichneten ein Protokoll, demzufolge in kürzester Frist die rumänische Gesandtschaft in Warschau und die polnische Gesandtschaft in Bukarest zum Range von Botschaften erhoben werden sollen. Wachsende Spannung am Amur. Sowjetrussische Kanonenboote beschießen mandschurische Grenzwache. Tokio, 30. Juni. (DNB.) Nach einem Bericht der japanischen Kwantung-Armee ist es in der Nähe der von Sowjettruppen widerrechtlichen besetzten Amur-Inseln Sennufa und Bolshoi zu einem schweren Gefecht zwischen drei sowjetrussischen Kanonenbooten und einer mandschurisch-japanischen Grenzwache gekommen. Bei dem Kampfe wurde ein Sowjetkanonenboot versenkt und ein anderes schwer beschädigt. Die Kanonenboote waren entgegen den getroffenen Vereinbarungen erneut in mandschurisch-japanisches Hoheitsgebiet eingedrungen und hatten die mandschurisch- japanischen Grenztruppen beschossen. Die aus zehn Kanonenbooten bestehende sowjetrussische Amurflotte ist in unmittelbarer Nachbarschaft der Inseln Sennufa und Bolshoi, dem Schauplatz des Gefechtes, zusammengezogen worden. Zu dem Zwischenfall hat das japanische Auswärtige Amt folgende Erklärung abgegeben: Die Lage auf dem Amur an der mandschurisch-sowjetrussischen Grenze war schon lange deswegen sehr gespannt, weil die sowjetrussischen Truppen die beiden Inseln Kanchatzu und Phinamuho besetzten, um den Wasserweg zu schließen. Aber da der sowjetrussische Außenkommissar Litwinow auf den schärfsten Protest der japanischen 'Regierung hin dem Botschafter S h i g e- mitsu die Zurückziehung der Streitkräfte versprach, schien die Lage einstweilen beruhigt worden zu sein. Dieses Versprechen ist leider von der sowjetrussischen Seite nicht einge- t halten worden. Die sowjetrussischen Truppen, die die Inseln besetzten, nahmen sogar eine provozierende Haltung ein. Angesichts dieser Sachlage waren die japanisch-mandschurischen Grenzschutztruppen dazu gezwungen, ihrerseits auch Selbstverteidigungsmaßnahmen zu treffen, was schließlich zu diesem bedauerlichen Zwischenfall führte. Die japanische Regierung bedauert sehr diese unehrliche Haltung der Sowjetregierung. Sie hofft, daß die Sowjets so bald wie möglich ihre Streitkräfte zurückziehen, um den Zustand nicht weiter zu verschlechtern. Der japanische Botschafter in Moskau ist telegraphisch beauftragt worden, wegen der durch die Sowjets verursachten neuen ernsten Zwischenfälle bei der Sowjetregierung schärfsten Protest einzulegen. „Held der Oowiefunion." Moskau, 30. Juni. (DNB.) Die Sowjetpresse veröffentlicht ein Regierungsdekret über die Ver- liehung des Titels „Held der Sowjetunion" an Offiziere und einen Unteroffizier für musterhafte Ausführung eines Spezialauftrages" zur Befestigung der Wehrkraft der Sowjetunion und für dabei bewiesenen Heldenmut". Ferner erschien ein Regierungsdekret über die Verleihung des Lenin-Ordens, der Orden Rote Fahne und Roter Stern an 95 Offiziere, Unteroffiziere, Militäringenieure ufw. Den Titel „Held der Sowjetunion" ist bisher in 47 Fällen verliehen. Auffällig ist, daß bei Verleihung der Titel an 28 Angehörige der Roten Armee jede konkrete Schilderung vollbrachter Leistungen fehlte, während bei 19 anderen Fällen die „Heldentaten" genau bekannt gegeben wurden. Das Verschweigen weist darauf hin, daß es sich um Belohnung für Tätigkeit in Spanien handelt. * Von dem Obersten Kriegsgericht der Sowjetunion in Chabarowsk sind 37 Angestellte der fernöstlichen Eijenbahn wegen „Trotzkismus, Spionage zugunsten Japan und Sabotage", zum Tode durch Erschießen verurteilt worden. Das Urteil wurde unverzüglich vollstreckt. Jnz letzten Monat sind im Fernen Osten unter gleichen Bezichtigungen 131 Personen erschos- s e n worden. Die Gtahlknappheit in England. London, I.Juli. (DNB. Funkspruch.) Infolge der hohen Anforderungen des Aufrüstungs- Programms sieht sich die englische Industrie in Vereinheitlichung des kirchlichen Finanzwesens. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Der Reichskirchenminister hat auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der deutschen evangelischen Kirche vom 24. September 1935 zur Vereinheitlichung des Rechtes der Finanzabteilungen verordnet: Der Reichsminister für die kirchlichen Anaeleaen- heiten bildet bei der deutschen evangelischen Kirchenkanzlei und bei den Verwaltungsbehörden der deutschen evangelischen Landeskirchen je eine Finanz- abteilung. Die Beamten der allgemeinen kirchlichen Verwaltung sind zur Uebernahme des widerruflichen Ehrenamtes als Vorsitzende oder Mitglieder der Finanzabteiluna verpflichtet. Die Finanzabteilung trifft ihre Entscheidungen durch den Vorsitzenden nach vorangeganaener Beratung. Die Finanzabteilung leitet die Vermögensverwaltung der Kirche, für deren Bezirk sie gebildet ist. Sie vertritt die Kirche. Die Finanzabteilung fetzt den Haushaltsplan und die Umlage der Kirche fest. Sie bestimmt die Art der Ausbringung der Umlage und überwacht die Verwendung der Haushaltsmittel. Der Finanzableilung liegt es ob, dafür Sorge zu tragen, daß eine den öffentlichen Belangen entsprechende ordnungsmäßige Verwaltung gewährleistet bleibt, daß größte Sparsamkeit beobachtet wird und daß die staatlichen und kirchlichen Bestim- mungen von allen Beteiligten eingehalten werden. Die Finanzabteilung ist dem Staat für ordnungsmäßige Verwendung der für evangelisch-kirchliche Zwecke gewährten Staalszuschüsse und der Kirchen- st e u e r m i t t e l verantwortlich. In den Landeskirchen übt die Finanzabteilung die kirchliche Aufsicht über die Verwaltung des Vermögens und der Kirchensteuermittel der Kirchengemeinden und der kirchlichen Verbände aus. Sie ist befugt, falls infolge Weigerung oder aus anderen Gründen ein Beschluß der zuständigen kirchlichen Organe nicht zustandekommt oder falls diese Organe der kirchlichen oder staatlichen Ordnung zuwiderhandeln, deren Rechte s e l b st auszuüben. Das gleiche gilt, wenn zweifelhaft oder streitig ist, welche Organe für die Verwaltung des Vermögens und der Kirchensteuermittel zuständig sind. Das Vermögens- und Steueraufsicbts- recht der Finanzabteilung umfaßt auch die den kirchlichen Aufsichtsbehörden in den Verfassungsurkunden und Kirchengesetzen übertragenen G e - n e h m i g u n g s b e f u g nl s s e. Wenn die Finanzabteilung die Rechte von Kirchengemeinden oder kirchlichen Verbänden selbst wahrnimmt, enthält ihr Beschluß zugleich die Genehmigung der Kirchenaufsichtsbehörde. Die Finanzabteilung kann zur Durchführung der von ihr in den Kirchengemeinden und kirchlichen Verbänden zu treffenden Anordnungen Bevollmächtigte bestellen. Die Finanzabteilung kann im Rahmen ihrer Befugnisse rechtsverbindliche Anordnungen treffen. Sie kann insbesondere die Dien st - und Verforgungsbezüge der Beamten der allgemeinen kirchlichen Verwaltung, des Pfarrerstandes, der Kirchengemeindebeamten und der Angestellten regeln. Die Finanzabteilung hat sich in enger Fühlung mit der zuständigen Kirchenleitung zu halten. Anordnungen und Maßnahmen der Kirchenleitung und der kirchlichen Verwaltungsbehörden, die mit finanzieller Auswirkung verbunden sind, be- dürfen der Zustimmung der Finanzabteilung. Sie verpflichten die Kirche nur dann, wenn diese Zustimmung erteilt und den Beteiligten bekanntgegeben ist. Die Finanzabteiluna bei der deutschen evangelischen Kirchenkanzlei hat durch ständige Fühlungnahme mit den Finanzabteilungen der Landeskirchen darauf hinzuwirken, daß die Vermögensverwaltung der Landeskirchen einfacher und einheitlicher wird. Sie kann auf dem Gebiete der Vermögensverwaltung zur Regelung des gesamtkirchlichen Rechtslebens für den Bereich der deutschen evangelischen Kirche oder den Bereich Der Reichsklrchenminister hat weiter im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern verordnet: 8 1. Die Benutzung von Kirchen zu Mahlzwecken ist verboten. Bis zur Veröffentlichung des Wahltermlnes find öffentliche Veranstaltungen zur Vorbereitung der lm Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 15. Februar 1937 angeordneten Kirchenwahl sowie die Herstellung und Verbreitung von Flugblättern zu Wahlzwecken verboten. Für die Zeit nach der Veröffentlichung des Wahltermines ergehen besondere Bestimmungen. § 2. Wer den Verboten des 8 1 zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis und Geldstrafe oder einer dieser Strafen bestraft. * Die Verordnung enthält einige Bestimmungen, deren Erlaß für die Zeit bis zur Wahl der verfassungsgebenden Generalsynode sich als notwendig herausgestellt hat. Alsbald nach der Bekanntgabe des Erlasses des Führers vom 15. Februar 1937, durch den diese Wahl, angeordnet wurde, begannen die kirchenpolitischen' Gruppen eine lebhafte Wahlagitation, obwohl über die Ordnung und den Zeitpunkt der Wahl nichts bekannt war. Dabei haben sich Mißbräuche vornehmlich insofern herausgestellt, als vielfach auch Kirchen zu Wahlagitationen, kirchenpolitischer Hetze, ja zu politischen Ausschreitungen benutzt worden sind. Paragraph 1 der neuen Verordnung bestimmt deshalb, daß die mehrerer Landeskirchen rechtsverbindliche Anordnungen erlassen. Die Finanzabteilung bei der deutschen evangelischen Kirchenkanzlei kann in die Vermögensverwaltung einer Landeskirche Einsicht nehmen, Auskunft verlangen und Anregungen für die Führung der Vermögensverwaltung geben. Für die Vermögensverwaltung der deutschen evangelischen Kirche kann die Finanzabteilung bei der deutschen evangelischen Kirchenkanzlei ein Rechnungsamt errichten. Dem Rechnungs- amt kann die Nachprüfung der Vermögensverwaltung der Landeskirchen übertragen werden. Die Finanzabteilung hat den Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten über die Finanzlage zu unterrichten. Zu rechtsverbindlichen Anordnungen allgemeiner Art ist die Zustimmung des Reichsministers für die kirchlichen Angelegenheiten erforderlich. Die Beschlüsse der Kirchenbehörden über die Festsetzung der Kirchen st euer bedürfen der Genehmigung der Finanzabteilung. Die Finanzabteilungen haben für Beachtung der Anweisungen zu sorgen, die der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten für die Verwendung der Staatsleistungen und dör Kirchensteuermittel erteilt. Benutzung von Kirchen zu Wahlzwecken in Zukunft überhaupt verboten ist. Im übrigen ergibt sich aus der Verordnung, daß einige Zeit vor der Wahl der Wahltermin besonders bestimmt werden wird. Bis zur Bekanntgabe des Wahltermins sind durch die Verordnung deshalb weitere öffentliche Veranstaltungen zur Vorbereitung der Wahl sowie die Herstellung und Verbreitung von Flugblättern zu Wahlzwecken verboten. Für die Zeit nach Veröffentlichung des Wahltermins werden besondere Bestimmungen ergehen. Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten hat ferner die Bestimmungen über die F i - nanzadteilungen bei. den landeskirchlichen Behörden, die sich in einigen Ländern im Laufe der letzten Jahre bewährt haben, zusammengefaßt und ihre Haltung nach einigen Verbesserungen auf den ganzen Bereich der deutschen evangelischen Kirche ausgedehnt. Die Bestimmungen über Finanzabteilungen dienen dazu, der kirchlichen Finanzverwaltung eine einwandfreie Rechtsgrundlage zu geben. Solche Bestimmungen entsprechen einem dringenden Bedürfnis. So ist z. B. eine süddeutsche Landeskirche seit mehreren Jahren nicht in der Lage, ihren Haushaltsplan in einer den gesetzlichen Erfordernissen entsprechenden Weise zu verabschieden. Die Finanzabteilungen haben ferner eine rechtlich einwandfreie sowie den öffentlichen Belangen entsprechende Verwaltung des kirchlichen Vermögens, der Staatsleistungen und der K i r ch e n ste u e r m i t t e l zu gewährleisten. Wahlagitation bis zur Veröffentlichung des Wahltermins verboten. letzter Zeit einer fühlbaren Stahlknappheit gegenüber, die bereits zu einem starken Anziehen der Stahlpreise geführt hat. Man rechnet mit einer weiteren Herabsetzung der Stahlzölle. Der Zoll auf Stahleinfuhren unter der Vereinbarung des internationalen Stahlkartells war bereits im März von 20 auf 10 v. H. herabgesetzt worden. Die neue Herabsetzung wird wahrscheinlich in erster Linie nicht-lizenzierte Stahleinfuhren betreffen, deren Hauptlieferant zur Zeit die Vereinigten Staaten sind. Es sollen auch Sammlungen von Alteisen durchgeführt werden. Eine Folge des Steigens der Stahlpreife ist die Erhöhung der Preise für Kraftwagen in den nächsten Monaten. Die Austin- Kraftwagen-Gesellschaft hat bereits mitgeteilt, daß vom 1. Juli ab ihre Preise für Kraftwagen, Schiffs- motore und Ersatzteile von 5 bis 15 v. H. erhöht werden. Heute wählt Irland. Zugleich Volksentscheid über das Verhältnis zu England. Dublin, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im ganzen irischen Freistaat finden heute die Wahlen für den Landtag statt. Bei der Auflösung des Landtages hatte die Regierungspartei de V a [ e v a 77 Sitze gegenüber den 52 Sitzen der von Cosgrave geführten Oppositionspartei. De Valera hatte eine klare Mehrheit von fünf Abgeordneten über alle anderen Parteien. Die ersten Ergebnisse werden voraussichtlich nicht vor Samstag bekannt werden. * Mit den Neuwahlen ist gleichzeitig der Volks- entscheid über d i e neue irische Verfassung verbunden, worden, die u. a. die Abschaffung bes englischen Generalgouverneurs und die Ernennung eines allgemeinen irischen Präsidenten vorsieht. Das letzte irische Ideal ist die Vereinigung des englisch gebliebenen Nordirlands mit dem Irischen Freistaat. Dieses Ziel ist durch einfache Verfassungsänderung nicht zu erreichen, wohl aber sind die äußeren und formalen Bindungen Irlands an England abgeschafft worden, die noch bestanden. Damit wird natürlich auch die Stellung des englischen Königs berührt, bei dessen Krönung Irland charakteristischerweise nicht vertreten war. Die englische Presse mit ihrer vielgerühmten Pressefreiheit schweigt sich über den ganzen irischen Tatbestand aus. Das Thema ist peinlich, besonders, wenn man sich erinnert, daß unter dem politischen und wirtschaftlichen Druck Englands die Bevölkerung Irlands von 8,2 Millionen Menschen im Jahre 1841 auf 4,2 Millionen zu Kriegsausbruch sank! Im Grunde sucht England auch heute noch, Irland unter die Wirtschaftsschraube zu setzen. Die irischen Unabhängigkeitsbestrebungen sind beantwortet worden durch eine Erschwerung der irischen Einfuhr nach England. Die Engländer hoffen auch, daß dieser wirtschaftliche Druck den irischen Nationalismus bei der Wahl am 1. Juli bändigen wird. Die nächsten Tage werden Klarheit bringen, ob diese Spekulation richtig ist. Die Vollmachten für Chantemps. F - v,. h S V'-4 W ■ifc : rä ?> - M Z ' * » 5» Unser Bild zeigt Ministerpräsident C h a u t e m p s bei der Abgabe der Regierungserklärung in der Kammer; hinter ihm der Kammerpräsident H e r r i o t. (Scherl-Bilderdienst.M.) Auch der Senat stimmt dem Ermächtigungsgesetz zu. Paris, 30. Juni. (DNB.) Der Senat hat das Ermächtigungsgesetz mit 167 gegen 82 Stimmen angenommen. Die Sitzung gab ebenso wie die Nachtsitzung in der Kammer ein deutliches Bild vom Ernst der Lage. Der Berichterstatter schätzte den Bedarf des Schatzamtes im Jahre 1937 auf 40 Milliarden Franken. Dies entspricht ungefähr dem Gesamtbeträge des ordentlichen Haushaltes. Anleihen könnten nicht mehr untergebracht werden. Der Goldbestand der Bank von Frankreich habe erheblich abgenommen. Dazu komme die Notwendigkeit, einen neuen Ausgleichsfonds ZU bilden und die englische Anleihe zurückzuzahlen. Der Senat habe der vorigen Regierung die Ermächtigung verweigert, nicht aus Angst, ihr Waffen gegen die Spekulation zu liefern, wie verleumderisch behauptet worden sei, sondern weil jene gewünschte Ermächtigung weniger auf die finanzielle Gesundung als auf eine Politik der Verstaatlichung und des Zwanges abgestellt gewesen sei. Der neuen Regierung habe die Ermächtigung erteilt werden müssen'unter den Bedingungen, daß die Regierung von jeder Maßnahme absehe, die den freien Han- d e l mit Gold, Devisen und ausländischen Werten einschränken könnte, und daß die Regierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes keinerlei Reformen der „Struktur" vornehme (eine Anspielung auf die Forderungen der marxistischen Gewerkschaften). Die Erhöhung der Eisenbahntarife. P art 5, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der oberste französische Eisenbahnrat hat sich mit der Frage der Erhöhung der Eisenbahntarife beschäftigt. Er kam zu der Ansicht, daß sich die Tariferhöhungen auf den Personen - wie auf den Güterverkehr erstrecken müßten. Während die Frage der Erhöhung der Gütertarife in einer späteren Sitzung entschieden werden soll, wurde für den Personentarif grundsätzlich eine Erhöhung um fünf Centimes je Kilometer in allen drei Klassen beschlossen. Dies bedeutet eine Erhöhung um etwa 20 v. H. Kleine politische JIddiridrten. DerFührer wohnte der Aufführung der O p e r „Tieflan d" im Deutschen Opernhaus bei. Der Führer und Reichskanzler hat die Ausstellung französischer Kunst der Gegenwart in der Akademie der Künste eingehend besichtigt. Der französische Botschafter Francois Poncet hatte die Liebenswürdig- feit, den Führer zu begleiten und ihm Erklärungen zu geben. * Oer nationale Vormarsch in Nordspanien erwarten ist. ZU Herren- u.Knabenkleidung K yx u I C D giessen f \ n LbC IX Seltersweg 17 Allein-Verkauf: Loden-Frey, München Eigene Uniform- und Zivil - Maß- Schneiderei Bei ihrem Vormarsch auf Santander konnten die Truppen General Francos die Stadt Balmaseda und das 30Kilometer westlich von Bilbao liegende Castro-Urdiales besetzen. (Scherl-Bilderdienst.) Oie Ernährungslage in Hessen-Nassau. Nationalsozialistische Sozialpolitik. Or. Ley kündigt neue Maßnahmen der Deutschen Arbeitsfront an. Hauptamtsleiter Erich H i l g e n f e l d t, der am sozialen Aufbauwerk des nationalsozialistischen Deutschlands hervorragenden Anteil hat, vollendet am 2. Juli sein 40. Lebensjahr. Arbeiter mit dem geringsten Lohn leicht zu erschwingen seien. Er werde weiter darauf dringen, daß die Arbeiter keine Butterbrote mehr in die Betriebe Spitzenpreis für alle Sorten auf 2 Mark festsetzt. Mit Eiern wird unser Gebiet nur etwa zu mitzunehmen brauchten. Vielmehr sollten die Unternehmer alles daransetzen, gute Küchen einzurichten, die für billiges Geld Essen liefern könnten. Weiter sollen Werkwohnungen geschaffen werden, keine eintönigen und gerade ausgerichteten Siedlungen, auch keine Mietskasernen, sondern Mietwohnungen mit allen hygienischen und modernen Einrichtungen, in denen die Kinder der Arbeiter so gesund aufwachsen könnten wie auf dem Lande. Die Mitgliederbeiträge der DAF. sollten nicht auf die hohe Kante gelegt werden, sondern zur Schaffung von Erholungsheimen, zum Bau von Reiseschiffen, zur Anlage von Seebädern und zur Durchführung vieler anderer Vorteile für die Schaffenden verwendet werden. Zu dem DAF.-Seebad auf Rügen könnten z B, was kein anderes Land verzeichnen könne, Berliner Arbeiter reisen, sich dort sieben Tage aushalten bei voller Verpflegung und Benutzung aller Erholungsmöglichkeiten, und sie brauchten dafür einschließlich Hin- und Rückreise nicht mehr als 18 Mark zahlen. aus, die sich ausgezeichnet in den Aufgabenbereich der neu gegründeten Kommission zur Bewahrung von Zeitdokumenten einfüge. Die Arbeit werde für die kommenden Zeiten von der Gefühls- und Gedankenwelt des Nationalsozialismus ein beredtes Zeugnis ablegen. Der Führer bestimmte die Aufstellung dieses Geschenkes der Deutschen Be- amtenschaft in seinem Heim „Haus Wach en fels" auf dem Obersalzberg. Das „Lautdenkmal deutscher Mundarten" besteht aus einer Sammlung von 300 Schallplatten, die die mundartliche Mannigfaltigkeit unseres Vaterlandes aufzeigt. Nach Köln, 30. Juni. (DNB.) In einer Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront führte Reichsorgam- sationsleiter Dr. Ley aus: Bei der Besichtigung einer Arbeitsstätte, die er am gleichen Tage vorgenommen habe, habe er wiederum den Eindruck gewonnen, daß Obmänner, Betriebsführer und Arbeiter anders geworden feien, f r e i e r, e i n f a ch e r und fröhlicher. Darin äußere sich der Erfolg der neuen deutschen Sozialpolitik. Sie sei aufgebaut auf der Kunst, mit Menschen umzugehen. Wer diese Kunst nicht beherrsche, könne nicht Führer sein. Jeder Führer müsse immer ins Volk gehen, denn wenn er die Verbindung mit dem Volk verliere, so verliere er auch das Volk selbst. Jeder Betrieb sei eine Lebenszelle d e s Volkes und jeder, der in ihr schaffe, sei von der Lebensexistenz dieser Zelle abhängig. Jeder müsse deshalb von dem Gedanken besessen sein, für diese Zelle zu arbeiten, die ihm das Brot gebe Dr. Ley erklärte, er müsse vom Unternehmer verlangen, daß er an der Spitze marschiert. Auf die persönlichen B e z i e h u n g e n des Unternehmers zu seinem Arbeiter müsse er den größten Wert legen. Er verlange von dem Unternehmer, daß er sich in der Fürsorge für seine Arbeiter von niemand, auch nicht von der DAF. übertreffen lasse. Unternehmer und Arbeiter seien gls Soldaten der Arbeit gleichberechtigt und hätten die gleiche Ehre. Um diese Ausrichtung zu erhalten, habe er als eiserne weit- anschaulich- Kerntrupp- Die ffiert|d)Qren m d-n Betrieben gegründet, nach deren Marschtritt sich die ganze Belegschaft ausrichten müsse Vertrauens, rat Betriebsobmänner und Unternehmer durften ihre Arbeit nicht mit der der vergangenen Betriebs- rät- verwechseln, kein- „Partei bilden sondern müßten Hand in Hand arbeiten. Betriebs» appelle, die keine Diskussionsklubs seien sondern der Aussprache zwischen Betriebsfuhrer und Gefolgschaft dienen hätten, dürften nicht v-rnachlasfigt wer- C®r Len machte dann bedeutsam- Ausführungen über zukünftige Pläne und Problem- di- nunmehr gelöst werden sollen. Er nannte in dieser Richtung zunächst di- Einstufung d-r B-legschas. ten in den Betrieben nach dem Alter. Denn ein 60iähriger könne mit einem 30,ahrigen bei der Zusammenarbeit nicht die gleiche Leistung erbringen Ein sinnvoller Einsatz der ..Arbeitskräfte an ihren Plätzen nach dem Alter wurde die Lei- ftung der deutschen Wirtschaft jährlich um 20 v.H. erhöhen. Das Problem des Lebe ns st-a nda r d s könne nicht von der Lohnerhöhung her gelost wer- den, da man nicht vom Lohn, sondern von der Erzeugung der Ware lebe. Dr. Ley kündigte an, daß in jeder Stadt demnächst ein KdF- fiaus gebaut werden wurde, ausgestattet wie ein erstklassiges Hotel, aber zu Preisen, die für Kunst und Wissenschaft Oie Auffindung der Gebeine König Heinrichs I Berlin, 30. Juni. (DNB.) Dem „Schwarzen Korps", der Zeitung der Schutzstaffeln der NSDAP., wird folgendes gemeldet: ..... Am 2. Juli 1936 mußte der Reichsfuhrer SS. Heinrich Himmler in feiner Gedächtnisrede anläßlich des 1000. Todestages König Heinrichs I. im Quedlinburger Dom die Feststellung machen, daß die Gebeine König Heinrichs nicht mehr in seiner Ruhestätte liegen, und daß es auch bis zu diesem Tage nicht gelungen sei, sie aufzufinden. Die Nachforschungen noch dem Verbleib der Gebeine dieses großen deutschen Königs wurden daher durch die SS. nach der Heinrichs-Feier im vorigen Jahr erneut aufgenommen. Es wurden zunächst alle vorhandenen Urkunden sowohl des Schriftgutes als auch der bisherigen Grabungen eingehend durchgearbeitet. Diese Forschungen führten dazu daß noch einmal eine genaue Durchgrabung des Schloßberges und der darauf erbauten Hem- richs-Krypta in Quedlinburg notwendig wurde, zumal alle Chronisten der früheren Zeit einstimmig behaupteten, daß König Heinrich im sogenannten „Hohen Münster", d. h. im Quedlinburger Dom, beigesetzt worden sei. Es wurde dabei jeder Quadratzentimeter Boden untersucht und gesiebt, wobei , übrigens im Verlauf dieser Arbeiten der Beweis 50 v. H. des Bedarfes aus der eigenen Erzeugung versorgt. Die Deckung der übrigen 50 v. H. erfolgt von auhenher. Die Einlagerung von Jnlandeiern ist schon beendet, so daß alle Jnlandeier nun an den Verbraucher gelangen können. Weitere Einlagerungen werden nur mit Auslandseiern vorgenommen. Die Kartoffelversorgung unseres Gebietes ist ebenfalls sehr gut. Eine zu rege Rodetätigkeit in letzter Zeit wird aus Gründen der zweckmäßigen Lenkung für einige Tage durch ein Rodeverbot unterbrochen werden müssen. Der Kartoffelpreis für den Verbraucher beträgt zur Zeit neun bis zwölf Pf. je ein halb Kilo, der Preis für 50 Kilo ohne Sack ab Erzeuger 6,40 Mark. In der Milch - und Fettversoraung ist der Bedarf an Butter gedeckt. Mit Käse sind wir in unserem Gebiete vollauf versorgt und auch die Frischmilchversorgung ist durchaus sichergestellt, so daß auch der gestiegenen Nachfrage in den heißen Tagen entsprochen werden konnte. Die Zuckerversorgung ist ausreichend, der Verbrauch kann noch weiter gesteigert werden. Im Weinbau sind, da Blüte und Behang gut waren, die Aussichten günstig. In Zusammenarbeit mit dem Gastwirtsgewerbe wird der Ausschank billigen naturreinen Weines erstrebt. Sämtliche Gartenbauer. Zeugnisse sind reichlich vorhanden. Besonders wünschenswert erscheint hier eine Steigerung des Verbrauchs von Sauerkraut und Faß gurk en, da die Bestände der vorigen Ernte bei weitem noch nicht aufgebraucht find und auch in diesem Jahre wiederum eine gute Ernte zu Zwischen Deutschland und Niederländisch-Jndien ist ein neues Abkommen über Öen Warenverkehr wiederum für die Dauer von drei Jahren abgeschlossen worden. Das Abkommen sieht weitere Zollermäßigungen vor und regelt die fein« fuhrmöguchkeit für eine Reihe deutscher Waren' in Niederländisch-Jndien. „Befreiung vom Importzwang" Die ethische Seite des Vierjahresplans. Kiel, 30. Juni. (DNB.) Der Chef des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe beim Beauftrag- ten für den Dierjahresvlan Oberst des General- stabes Loeb sprach in Der Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure. Er zeigte, wie die durch Wiedererlangung unserer Wehrfreiheit erzielte Erstarkung nach außen ergänzt werden müsse durch einen gesunden wirtschaftlichen Aufbau im Innern. Technische Gemelnschaftsar- beit, die Verbraucher, Erzeuger und Wissenschaftler gleichmäßig umfasse, müsse auf die Aufgaben der Zweckforschung eingestellt werden. Ausgehend vom Eisen, wies der Redner darauf hin, daß es nicht Aufgabe der Wirtschaftsführer sei, zu verteilen, was vorhanden sei, sondern daß es darauf ankomme, das zu schaffen, was man brauche. Auch Holz fei ein Rohstoff, dessen vielfache Verwendungsmöglichkeit gebieterisch erfordere, daß man ihn nicht mehr verbrenne. Für diesen Zweck ständen Kohle und Torf zur Verfügung. Der Vierjahresplan sei nicht außenhandels- feindlich. Seine Erzeugnisse würden zum Export freigegeben, wo es nur irgend ginge. Der Vierjahresplan sei aber ein geschworener Feind d e s JmpoTtzwanges: Es sei ein unwürdiger Zustand, daß der Exporterlös jeweils umgehend wieder ausgegeben werden müsse für Rohstoffe und Nahrungsmittel, von denen wir im Verlaufe des Vierjahresplanes eine, wachsende Menge selbst her st eilen würden. Die Befreiung aus diesem Zustande stelle die ethische Seite des Vierjahresplanes dar. Beschleunigte Durchführung des Crnahrungshilfswerkes. Hauptamtsleiter Hilgenfeld zum Reichsbeauftragten ernannt. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Der Beauftragte für den Dierjahresplan Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat den Leiter der NSV., Haupt- amtsteiter Hilgenfeld, zum Reichsbeauftragten für die Erfassung und Der- Wertung der Küchen- und Nahrungsmittelabfälle bestellt. Die NSV. hat den Auftrag, die in den deutschen Haushaltungen, den gewerblichen und industriellen Betrieben bislang nicht verwerteten Küchen- uyd Nahrungsmittelabfälle planmäßig zu erfassen, einzusammeln und zur Schweinemast zu verwerten. Die erforderlichen Maßnahmen werden in allen deutschen Gemeinden beschleunigt- durchge- führt. Das Ernährungshilfswerk arbeitet bereits in mehr als der Hälfte aller größeren und mittleren Städte mit gutem Erfolg. Es hat sich gezeigt, daß die Abfuhr der Küchenabfälle und ihre Frischver- fütterung zur Schweinemast ohne besondere Schwierigkeiten durchzuführen sind, wenn die Vorbereitungen mit der gebotenen Sorgfalt getroffen werden. Die allgemeine und r e st - lose Erfassung der Küchen- und Nahrungsmittelabfälle wird nun nicht mehr lange auf sich warten lassen. Damit wird das Ziel der zusätzlichen Ma st von einer Million Schweinen pro Jahr aus bisher nicht verwendeten Abfällen erreicht werden. Bauernsöhne und Landarbeiter vom Reichsarbeitsdienst zur Ernte beurlaubt. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Auf Betpnlaffung des Beauftragten für den Bierjahresplan Ministerpräsident Generaloberst Göring hat der Reichsarbeitsführer Reichsleiter hier! folgende Anordnung erlassen: Die zur Zeit im Reichsarbeitsdienst eingezogenen Arbeitsdienst pflichtigen (einschließlich der Wehrmachtsfreiwilligen), die als Bauernsöhne und Landarbeiter aus der Landwirtschaft stammen oder längere Zeit in der Landwirtschaft tätig waren, sind von seht ab bis zur vollendeten Einbringung der Ernte zu beurlauben. Die Beurlaubungen sind im Einvernehmen mit den Kreisbauernführern möglichst an jene Stellen zu lenken, die von dem sonstigen Erntenoteinsah des Reichsarbeitsdienstes nicht erfaßt werden können. Die Beurlaubung erfolgt seitens des Reichsarbeitsdienstes ohne Gebühren, die tarifmäßige Entlohnung ist durch den Betriebsführer an die Beurlaubten zu leisten. Die Beurlaubten haben zum Schluß jeder Woche eine von der Ortspolizeibehörde bestätigte schriftliche Meldung über ihren Aufenthalt an der angenommenen Arbeitsstelle an ihre Reichsarbeitsdienststelle (Reichsarbeitsdienftab- leilung) zu senden. Das „Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten" im Haus Wachensels. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Am 30. Juni empfing der Führer in der Reichskanzlei den Reichsbeamtenführer Pg. Neef, Reichsamtsleiter Pg. liebel, die Hauptstellenleiter des Hauptamtes für Beamte, Gauamtsleiter des Amtes für Beamte und die Mitarbeiter an dem Lautdenkmal reichs- deutscher Mundarten zur Uebergabe des diesjährigen Geburtstagsgeschenkes des Reichs- oundes der Deutschen Beamten. Der Reichsbeamtenführer betonte die Bedeutung dieses Lautdenkmals, das vom deutschen Wesen, deutschem Leben und Brauchtum, deutscher Geschichte, Arbeit und Sitte kündet, in dem Volksgenossen aller Altersstufen und der verschiedensten Berufe in ihrer Mundart über wichtige fereignisse aus ihrem Dasein, über ihr Tagesgeschehen, ihre Heimat, unser Volk und Vaterlano, über das neue Deutschland sprechen. Der Führer hörte sich einige Platten des Lautdenkmals an und sprach mit herzlichen Dankeswor- ten feine Anerkennung über den Wert dieser Arbeit NSG. Am Mittwochnachmittag fand in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau zum ersten Male eine Besprechung aller an der Lebensmittelversorgung unseres Gebietes beteiligter Behörden, Parteistellen, der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes, sowie sämtlicher in Frage kommender Organisationen und Verbände statt. An der Sitzung, die von dem Hauptabteilungsleiter III der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Moses, geleitet wurde, nahmen auch die Vertreter der Wirtschaftsoerbände teil. Der Zweck war eine noch engere Zusammenarbeit als bisher, zwischen allen jenen Organisationen anzustreben, die auf die Lebensmittelversorgung einen Einfluß haben. Bei der Brotversorgung sind gewisse Spannungen überwunden, so daß sie als völlig gesichert angesehen werden kann. Die bisher im bäuerlichen Betrieb zur Fütterung verwendeten Roggenmengen sollen ebenfalls zur Brotversorgung heranyezogen werden, wobei dem Diehhalter Futtergetreide als Ersatz für die von ihm abgelieferten Roggenmengen gegeben werden muß. Soweit bas notwendig ist, darf in Zukunft Roggen überhaupt nur noch vom Selbsterzeuger verfüttert werden. Hauptabteilungs- [eitcr Moses ging bann weiter auf die verschiedenen Meh11ypen ein, wobei er ben bringenben Appell an b i e Hausfrauen richtete, nicht nur bie geringer ausgemahlene Type 502, fonbern auch bas voll ausgemahlene Mehl ber Type 812 zu verwerten, besten Geschmack berfelbe ist unb bas zu allen Zwecken im Haushalt Verwenbung finden kann. u , In der Viehwirtschaft ist die Versorgung mit Großvieh sehr gut. Die Kalbfleischversorgung ist durchaus sichergestellt. Für Wurstwaren wirb demnächst eine Anordnung herauskommen, die den einer Idee von Hauptabteilungsleiter Vogel betraute Reichsbeamtenführer Neef mit der wissenschaftlichen Seite der Aufgabe bie Zentralstelle der Deutschen Munbartenforfchung, den Deutschen Sprachatlas, in Marburgs, d. Lahn (Prof. Dr. Mitzka und Prof. Dr. Martin); die allgemeinorganisatorische und künstlerisch gestaltende Arbeit lag Dr. Fritz Debus ob. In enger Zusammenarbeit mit den jeweils zuständigen Landesstellen für Mundartenforschung wurde dieses Denkmal deutscher Sprache und Gesinnung in etwa sieben Monaten vollendet. erbracht wurde, daß der Quedlinburger Schloßberg eit rund 5000 Jahren von Menschen unseres Blutes besiedelt gewesen und auch schon in vorchristlicher Zeit als Kultstätte benutzt worden ist. Diese eingehenden Nachforschungen führten schließlich dazu, daß im Untergrund der Heinrichs-Krypta des Domes, in der Nähe der bisher leeren Grab- tätte des Sachsenkönigs und feiner Gattin, der Königin Mathilde, Skelettrefte freigelegt wurden, die nach den Beigaben, der Art des Bodens und der besonderen Fundumstände zu der Vermutung berechtigten, daß es sich hier um die jahrhundertelang gesuchten Gebeine König Heinrichs handele. Neben einer Grabbeigabe war ein auf dem Schädel befindliches Stirnband mit Schmuckbefatz ein auffälliges und wertvolles Fundergebnis. Die mikroskopische, chemische und petrographische Unter- uchung desselben, der Beweis einer Grabbeigabe und die anatomisch - anthropologische Bearbeitung der Gebeine haben den wissenschaftlichen Nachweis erbracht, daß der durch die Ausgrabungen gemachte Fund in der Grabeskrypta des Domes zu Quedlinburg die Gebeine König Heinrichs I. enthält. Mit der Bearbeitung dieses .für die deutsche Geschichte so wertvollen Fundes ist auch die Ge- chichte und die Behandlung der sterblichen lieber« refte des ersten deutschen Königs geklärt. Der Frankfurter Reichssender auf der Berliner Funkausslellung. Der Reichsfender Frankfurt wird auch in diesem Jahr wieder würdig auf der vom 30. Juli bis 8. August dauernden großen Berliner Funkausstellung vertreten fein. Er wird das Programm der Funkausstellung vom 4. August betreten und in drei Sendungen ein wirkungsvolles Vild feiner Arbeit geben. U. a. bringt der Frank- urter Sender eine große Sendung „Klänge der Heimat", die einen Querschnitt geben will durch die Gaue des Reichssenders vom Hohen Meißner bis zum Bodensee. Zum Schluß meldet sich für Ober- Hessen, Schwalm und Kurhessew der bekannte Unkel Kunneroad aus Friedberg, der von Land und Leuten berichten wird. In diesem Teil hört man neben den Kräften des Reichssenders eine Schwäl- mer Dauernkapelle. Adolf Erman. In unserem gestrigen Bericht über bas Ableben des berühmten Berliner Aegyptologen Geh. Rat Prof. Dr. Adolf Erman ist der Name des Gelehrten infolge eines technischen Versehens wiederholt entstellt worden, was hiermit berichtigt werden soll. Witterungsvoraussage für die Zeit vom 1. bis 10. Juli 1937. Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Wilterungsvorherfage des Reichswelter- dlenstes in Bad Homburg v. d. h. am 30. 3uni 1937 abends. Nach der allgemeinen Wetterbesserung am Ende der letzten Woche hat sich in den ersten Tagen dieser Woche von Westen nach Osten fortschreitend unbeständige Witterung eingestellt. Diese unbeständige Witterung wird im wesentlichen — wenigstens an den nächsten vier bis fünf Tagen — fortbe stehen. Es werden dabei schöne, überwiegend trockene Tage mit bewölkten, zu Regenfällen neigenden Tagen, wechseln. Auch die Temperaturen werden schwanken, im allgemeinen jedoch für bie Jahreszeit zu niedrig sein. Nur im Osten wird — vielleicht in etwa Drei Tagen — vorübergehend wieder stärkere Erwärmung eintreten. Das Hochdruckgebiet im Westen wird sich etwa bis zum 5. Juli gegen die Britischen Inseln hin verlagern. Unter seinem Einfluß wird nach wie vor über Deutschland ein vorwiegend west-östliches Druckgefälle bestehen und damit die Luftzufuhr aus höheren, kühleren Breiten anhalten. Andererseits wird sich aber in der westlichen Reichs- Hälfte — vorübergehend auch bis zur Oder — von Montag ober Dienstag nächster Woche an ber Hochdruckeinfluß in verstärktem Maße bemerkbar machen und infolgedessen vielfach aufgeheitertes, im wesentlichen trockenes Wetter herrschen. Dagegen bleibt im Osten bas Wettergepräge unsicher. Auch am Norbrand ber Alpen ist mit häufigeren Ni eb erschlüge n zu rechnen. Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort JranffurL Die vom Atlantik ausgehende und über Noich- europa hinweg führende Wirbeltätigkeit setzt sich fort. Sie hat sich jedoch nordwärts verlagert. Demgemäß bleibt für Deutschland die Westströmung und mit der Zufuhr feuchter Meeresluft die unbe- ständige Witterung erhalten, doch wird die Niederschlagsneigung im Norden größer sein als im Süden. Aussichten für Freitag: Gelegentlich aufheiternd, doch meist bewölkt und zeitweise besonders nach Norden hin auch Regen, bei westlichen Winden Temperaturen wenig geändert. Aussichten für Samstag: Bei Luftzufuhr aus West noch immer unbeständig, wenn auch nicht durchweg unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 30. Juni: mittags 15,9 Grad, am 30. Juni: abends 1,5 Grad, am 1. Juli: morgens 14,2 Grad, Maximum 17,8 Grad, Minimum 11,7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Juni: abends 18,6 Grad, am 1. Juli: morgens 15,9 Grad Celsius, Niederschläge 0,8 mm, Sonnenfch'eindauer 3,4 Stunden. Weil keine Durchschnittsfigur! Schon manche, deren Normalmaße von der Normalgröße abweichen, tarnen zweifelnd zu Kohler, ob es wohl auch für sie fix und fertige Anzüge, Jacken. Mäntel und Hosen gäbe. Der Zweifel war wirklich unbegründet. Diele, viele starke und überschlanke Herren haben im Hause Köhler hochbefriedigt genau für sie paffende Kleidung gefunden. Es ist ja auch nicht einzusehen, daß jemand, nur weil er keine Durchschnittsfigur hat, für seine Kleidung einen höheren Betrag aufwenden soll. Auch diesen Herren gutsitzende und preiswürdige Kleidung zu beschaffen .. . (ganz gleichgültig, ob es sich um einen Sport-Anzug, Smoking, Janker, Hose, leichte, feine, einfarbige Wollfresko- oder Flanell-Anzüge, Büro- jaden, Trachten-Kleidung, Leinen-Kleidung, Garten- vder Ernte-Anzug handelt.) 4425 a . . das ist ein Steckenpferd von den gewiffenhaften Fachleuten für "antander lantona istro-Urdiales Ramales Viltocarriedo Bi Iba Valmaseda Abschluß der Gittlichkeitsprozesse gegen Alexianerbrüder. B o n n, 29. Juni. (DNB.) Als letzte Gruppe der Köln-Lindenthaler Alexianerbrüder hatten sich vor der Großen Strafkammer Bonn unter überaus starker Anteilnahme der Öffentlichkeit neun Angeklagte zu verantworten, die zum größten Teil geständig waren. Zwei von ihnen versuchten zu leugnen, wurden durch ihre Mitan- aeklagten aber um so mehr belastet. Einem der Angeklagten wurde verminderte Zurechnungsfähigkeit zugebilligt. Das Gericht sprach Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu einem Jahr vier Monaten aus. Besondere Beachtung verdient von den behandelten Fällen der des Postulanten Willi, der bereits nach zwei Monaten Klosteraufenthalt verführt worden war. Im Juli 1935 trat er aus und schloß sich der'Hitler-Jugend an. Schon einen Monat später versuchte er, minderjährige Jungen zu verführen. Während aber dasKölnerGene- raloikariat, dem der Angeklagte die Vorfälle bereits schriftlich mitgeteilt hatte und bei dem er sich nach seinem Austritt gemeldet hatte, die Sache Damit abtat, daß es dem Angeklagten vier Mark gab und im übrigen die Dinge auf sich beruhen ließ, faßte man ihn in der HI. so an, wie er es verdiente und wie auch allein weiterem Unheil vorgebeugt werden kann. Nicht nur, daß er selbstverständlich sofort aus der deutschen Jugendbewegung entfernt wurde, brachte man ihn auch sofort zur Anzeige. Inzwischen ist er zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt worden. Wäre die geistliche Behörde in allen Fällen ebenso verfahren, hätte viel Unheil vermieden werden können. Auch der Staatsanwalt hob diese riesengroße (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) San Franzisko, im Juni 1937. Der Präsident der Bereinigten Staaten, Franklin Delano Roosevelt, drückte auf einen silbernen Knopf im Weißen Haus zu Washington, an den Eingängen zur neuen Riesenbrücke über bas Goldene Tor in San Franzisko blitzten grüne Lichter auf, und ein unendlicher Strom von Automobilen setzte sich unter Jubeln und Schreien und Tuten in Bewegung, um das Wunderwerk amerikanischer Technik, die größte Brücke der Welt, zu überqueren. — Dom Presidio auf der San Franzisko-Seite und Fort Baker in Marin County donnerten die Kanonen, 200 schnelle Kriegsflugzeuge, die draußen auf dem Stillen Ozean von den mächtigen Flugzeugmutterschiffen „Lexington", „Saratoga" und „Ranger" aufgestiegen waren, dröhnten über die Brücke, und unterhalb zogen die stolzen Kampfeinheiten der von den pazifischen Manöver» zurückkommenden Schlachtslotte Onkel Sams. Die Brücke des Goldenen Tores liegt da, wo der San Franzisko-Hafen in den Stillen Ozean mündet, und verbindet die Halbinsel San Franzisko mit dem Städtchen Santa Rosa und Sausalito im Norden mit dem Redwood Empire. Sieben Tage lang dauerte die „Brücken- „F i e st a", vom 27. Mai bis zum 2. Juni, einen Tag für jede der sieben Meilen (etwas mehr als elf Kilometer), über die sich die Brücke vom Marina Tor bis zum Beginn der staatlichen Autostraße bei Waldo Point erstreckt. Die Siebenhügel-Stadt befand sich in einem wahren Freudentaumel. Von Britisch-Columbien bis Panama waren Besucher gekommen; Diplomaten, hohe Regierungsvertreter, ----San Franzisko hat die größte Hängebrücke der Welt. Schuld der verantwortlichen Stellen hervor. Der Generalobere habe immer nur dann die Entlassung der Ordensbrüder ausgesprochen, wenn es gar nicht mehr anders zu machen gewesen sei. Selbst wenn er nicht alle Einzelheiten gesagt habe, so hätte doch der Beichtvater des Ordens genau Bescheid gewußt und auch ohne Verletzung des Beichtgeheimnisses Mittel und Wege finden können, die zur Beseiti- aung dieser furchtbaren Zustände geführt hätten. Auch der mit der Klärung der Verhältnisse in dem Alexianderorden beauftragte Jesuitenpater habe sich darüber beklagt, daß man ihm bei der Säuberung nur Schwierigkeiten gemacht habe. 53 zum Teil ehemalige Mitglieder einer Genossenschaft, die zur Zeit 60 Angehörige zählt, hätten unter Anklage gestanden. Der Schlußstrich, der unter diesen Prozeß gezogen werde, sei auch der Schlußstrich unter die Genossenschaft, deren Liquidierung durch die kirchliche Behörde eine Selbstverständlichkeit sei. Von den in Bonn Verurteilten seien nur zwei wirklich homosexuell veranlagt gewesen, alle anderen seien erst in diesem Kloster zu Stttlich- keitsverbrechern „erzogen" worden. Schuld sei das System merkwürdiger Erziehung und die falsche Moral. Schon die Satzungen, die in allen Orden den gleichen Geist atmen, machten die Ordensbrüder zu unmännlichen Schwächlingen, so daß es kein Wunder sein kann, wenn sie nachher den Pflichten des Klosters nicht mehr gewachsen seien und ihnen jedes Gefühl für Recht und Unrecht verloren gehe. Hinzu komme noch die mangelhafte Auslese der Mitglieder durch die Ordensleitung und deren System, zu vertuschen, anstatt für eine gründliche Säuberung zu sorgen. Gouverneure von elf Staaten waren zugegen, um an der feierlichen Einweihung der gewaltigen Brücke teilzunehmen. Der deutsche Botschafter in Washington, Dr. D i e ck h o f f, hatte als seinen Vertreter den Marine-Attache Admiral Robert Witt- Hoeft- Emden entsandt. Die Straßen der Stadt waren mit Girlanden verziert, von Häusern und Masten wehten überall die Fahnen aller Nationen und natürlich auch d>e Warben des Dritten Reiches. 16 Fiesta-Königinnen walteten ihres glücklichen Amtes, drei prunkvolle Paraden wurden veranstaltet, und auf dem » Konradsberg 12, am 10. 6. 36: „Teile Ihnen mit, daß ich jetzt schon -I 5.QVre Klosterfrau-Melissengeist gebrauche. Annähernd 100 Flaschen 1)abe id) schon gekauft und laste nicht davon ab, solange ich lebe. Din jetzt 88 Jahre vo" 1870/71." Und weiter am 19. 6. 36: „Ich gebrauche h hm raU"^r* ^en®e * 9e9en Herzschwäche (starkes Herzklopfen), sowie gegen s mrtZubehör zum l.August, eoentl. auch früher, zu vermieten. Besichtigung 11 bis 12 Uhr, 3-5 Uhr. Wernerwall45» 1 Zimmer mit Küche anEinzel-Person od.kleineFamilie zu vermiet. 4424d Frankfurter Straße 29. MMÄESkW Schöne 3-3immer- WoDnang in ruhig. Lage in Vorort Gießens sofort zu vermiet. Schr. Angeb. u. 4422V a.d.G.A. r-■ u t r,«. 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Todesgefahr für die weiße Rasse heißt nicht, daß Europa und Nordamerika von Aussterben bedroht sind, sondern es heißt nach Burgdörfer und Boverat, daß die leeren und die uliterbevölkerten Räume der Erde zunehmend durch das Wachstum der Farbigen ausgefüllt zu werden drohen. Was die natürliche Vermehrungskraft von Menschen weißer Rasse, wenn der Wille vorhanden ist, leisten kann, dafür seien nur drei Beispiele genannt. Als Kanada 1763 von Frankreich an England abgetreten wurde, lebten dort 65 000 französische Bauern; heute gibt es 3 Millionen Franko-Kanadier. Aus etwa 60 000 deutschen Einwanderern in Südbrasilien sind im Laufe eines Jahrhunderts 700 000 Seelen geworden und aus 127 000 eingewanderten deutschen Kolonisten in Südrußland wurden von 1804 bis 1914 nahezu VA Millionen deutsche Bauern im Schwarzmeergebiet. Nicht eindringlich genug kann daher auf die Notwendigkeit der'besseren Ausführung gerade dieser Räumlichkeiten hingewiesen werden. Der heutige Stand der Technik ermöglicht es fast durchweg, z. B. auch bei schwierigstem Gelände, das Wasser aus den Kellern und das Grundwasser durch einwandfreie Isolierung von dem aufgehenden Mauerwerk fern^uhalten. Wir verfügen über gute, schnellbindende Zemente, über gute Jsoliermaterialien, die bei richtiger Anwendung in Verbindung mit den Hauptbaustoffen und unter verhältnismäßig geringem Mehraufwand an Mitteln den Bau trockener und wasserdichter Keller ermöglichen. Trotz allem sind jedoch die Klagen, insbesondere über undichte Keller, so groß, daß eine umfassende Aufklärungsund Abhilfeaktion durchaus gerechtfertigt, ja notwendig ist. Gerade beim Bau von Kellern ist häufig die Einsparung einiger Sack Zement oder weniger Kubikmeter 'Mauerwerk oder einiger Handwerkerstunden in Wahrheit Verschwendung; Verschwendung insofern, als alljährlich wiederkehrende Verluste durch Fäulnis oder Frostschäden die unangebrachte „Einsparung" in Verlust umkehren. Dringt z. B. infolge mangelhafter Ausführung Wasser in einen gefüllten Kartoffel- oder Rübenkeller und steht dieses auch nur wenige Zentimeter hoch und selbst nur für kurze Zeit auf der Kellersohle, so kann ein einziger Schadensfall größeren Verlust bringen, als die Mehrkosten für die bessere Ausführung des Kellers ausmachten. Die Gefahr ist dann besonders groß, wenn das Vorhandensein von Wasser im Keller erst spät bemerkt wird. Der Fäulnisprozeß verschlechtert die Luft derart, daß auch die anderen im Keller aufbewahrten Vorräte, selbst bei trockener Lagerung, in Mitleidenschaft gezogen werden. Sinngemäß treffen diese Ausführungen auch für die Speisekammern zu, die sehr oft starkem Frost ausgesetzt sind. Die Mehrkosten für eine bessere Ausführung sind auch hier weit geringer, als die entsprechenden Verluste in einem oder in wenigen Jahren. Wir haben heute gute Jsolierplatten, die wenig Geld kosten und dabei doch den notwendigen Wärmeschutz für Vorratsräume und Speisekammern bieten. Sehr groß sind auch alljährlich die Aufwendungen, die der Bauer für Reparaturen leisten muß, die sich durch einwandfreie Ausführung des Bauwerks von vornherein vermeiden ließen. Bei Altbauten kann in vielen Fällen durch eine einmalige gründliche Reparatur, beispielsweise durch Isolierung, viel gebessert werden. Die hauptsächlichsten Bauschäden haben ihre Ursache in der Einwirkung des Wassers, das aus dem Untergrund in den Mauern aufsteigt, den Putz oder auch das Mauerwerk allmählich zerstört. Durch mangelhafte und unsachgemäße Bauaus- : führung wird vielfach auch das Eindringen von Regen- und Oberflächenwasser gefördert. Daher ist es notwendig, daß alle Gebäude den notwendigen 10 Jahre Beamienheimstäitenwerk. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Aus Anlatz des zehnjährigen Bestehens des Beamtenheimstättengesetzes hatte das Beamtenheimstättenwerk des Reichsbundes der Deutschen Beamten, die mit der Durchführung des Gesetzes betraute Selbsthilfeeinrichtung der Beamtenschaft. zu einem Empfang geladen, der einen Rückblick auf die bisher für die Beamtensiedlung geleistete Arbeit gab und gleichzeitig eine Vorschau auf den weiteren Einsatz der Beamtenschaft im Dienste der Volksheimstättenbewequng ermöglichte. Der Schöpfer und Leiter des Heimstättenwerkes, Johannes Lubahn, legte dar, daß die Heimstättenbestrebungen der Beamtenschaft in der Volks- heimstättenbewegung wurzelten und daß die Sonderstellung der Beamten bei der Durchführung des Heimstättenwerkes nicht in Absonderungsbestrebungen, sondern lediglich in der Tatsache der festen G e h a l t s b e z ü g e der Beamten begründet liege. Der Selbsthilfeeinrichtung der Beamtenschaft verdankten bis heute insgesamt 10 00 0 Beamtenheim st ätten ihr Dasein. Insgesamt werden auf der Erde schätzungsweise 61 Millionen Kinder im Jahr geboren, davon entfallen 17 Millionen Kinder auf die weißen, 44 Millionen auf die farbigen Völker. Unter den weißen sind nur noch die osteuropäischen und einige südeuropäische in sicherer, natürlicher Zunahme begriffen. Es handelt sich darum, ob diejenigen Erdräume, die man noch als stark unterbevölkert betrachten kann, wie Südamerika, Afrika, Australien und große Teile Asiens, ausschließliche Zukunftsgebiete der farbigen Raffe werden, oder ob ihre klimatisch begünstigten Teile auch Wohnräume der weißen Rasse bleiben oder dazu werden sollen. Ein ganz akutes Beispiel hierfür ist der Gegensatz zwischen dem enormen Bevölkerungsüberdruck i n I a - p a n und dem gewaltigen leeren Raum in Austra- I i e n, wo kaum 7 Millionen Weiße deg Kontinent als ein Reservat für sich fordern, zugleich aber bei einer so hochgradigen Geburtenbeschränkung angelangt sind, daß sogar schon Einwanderer aus Deutschland zu Hilfe gerufen werden. Mir erzählte einmal ein Japaner, die Hälfte seines Volkes bestände aus Kindern und jungen Leuten unter zwanzig Jahren. Als ich das bezweifelte, bewies er es mir aus dem offiziellen statistischen Jahrbuch für Japan. Tatsächlich beträgt der japanische Zuwachs mehr als eine Million Seelen im Jahr. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Eingeborenen auf Java. Man versteht es, wenn die Blicke des so reißend wachsenden japanischen Volkes immer intensiver von dem leeren Australien angezogen werden, und wenn sich Erbitterung darüber erhebt, daß eine im Vergleich zur Größe des Raums verschwindend kleine Zahl von Weißen einen Zaun um das Land zieht und keine farbigen Einwanderer binemfäfot Entscheidend ist, daß die weiße Zuwachsrate im Sinken und die farbige im Steigen ist. In den V e r- einigten Staaten nehmen die Neger schneller zu als die Weißen, in Mittel- und Südamerika die Indianer viel schneller als die Statistischen Reichsamt Dr. Friedrich Burgdörfer aufgeworfen hat: „Sterben die weißen Völker?" durchaus nicht mehr akademisch genannt werden kann. Die Vereinigten Staaten von Amerika z B. hatten nach der Zählung von 1930 gegen 130 Millionen Einwohner, davon 12 Millionen Neger. In dem Jahrzehnt von 1920 bis 1930 hatten sie um 17 Millionen Seelen zugenommen, also um 1,7 Millionen jährlich. Gegenwärtig wird der laufende Jahreszuwachs nur noch auf 0,8 Millionen geschätzt. Selbst mit Einrechnung der geburtenfreudigen Romanen und Slawen sinkt die aufs Tausend berechnete jährliche Geburtenziffer rapide. 1920 betrug sie noch 23,7; 1930 war sie auf 18,9 und 1933 auf 16,4 gefallen. Bei dieser Progression würde sie heute kaum noch bei 15 liegen — und das in dem Land der berühmten unbegrenzten Möglichkeiten! Dieser Geburtenrückgang ist, soweit die Völker der weißen Rasse in Frage kommen, international Auch Deutschland macht davon keine Ausnahme. Die Höchstzahl der Geburten wurde im Deutschen Reich tm Jahre 1901 erlebt. Damals wurden, bei 57 Mill. Einwohnern, etwas über 2 Millionen Kinder geboren, 1932 dagegen waren es bei 65 Mill. Einwohnern, weniger als die Hälfte, nämlich nur noch 978 000. Seit dem Dritten Reich ist bei uns eine Besserung eingetreten: 1934 waren es 1,2 Millionen, 1935: 1,26 und 1936: 1,28 Millionen. Ein Teil dieses Zuwachses entfällt auf die Rückgliederung des Saargebietes, aber auch mit Einschluß der Saar ist der Zuwachs merklich. Allerdings reicht, nach Vurgdörfer, auch die gegenwärtige Geburtenzahl noch nicht hin, um auch in Zukunft, sobald das jetzige anormale Uebermiegen der kräftigsten Altersklassen verschwunden sein wird, die alsdann zu erwartende jährliche Tvdesrate auszugleichen. England, Deutschland, Frankreich und Schweden marschieren gegenwärtig an der Spitze der Geburteneinschränkung, und ein Franzose, F. Boverat, erhebt mit seiner Schrift: „La race blanche en danger de mort" denselben Warnruf, wie Burgdörfer. Wie wir sehen, reihen die neuesten amerikanischen Ziffern auch das Volk der Vereinigten Staaten bereits in diese Spitzengruppe ein. Die Richtig bauen schützt vor Verderb. ZdR. Zweifellos wird der Kampf gegen den Verderb, zu dem der Reichsnährstand aufgerufen hat, das gesamte Volk zum Nachdenken aufrütteln und zur pflichtbewußten Mithilfe anregen. In mancher Hinsicht, insbesondere auf dem Lande, kann jedoch bie Bauernwirtschaft den Kampf nur unvollkommen führen, wenn z. B. Dorratsräume, Speicher und Keller nicht so gebaut sind, daß die Früchte des Ackers und die Erzeugnisse der Viehhaltung gut aufbewahrt werden können. Leider find die Aufbewahrungsräume vielfach so unvollkommen, daß sorgfältigste Pflege und Ueberwachung allein nicht ausreichen, um Fäulnis, Verlust und Verderb zu verhindern. Sehr groß sind ,z. B. die jährlichen Verluste, hervorgerufen durch Frost- und Feuchtigkeitsschäden. Kartoffeln, Rüben, Obst und Eingemachtes werden regelmäßig in jedem Frühjahr in kleineren und größeren Mengen auf den Düngerhaufen oder in die Abfallgrube geworfen, anstatt der menschlichen Ernährung direkt ober indirekt nutzbar gemacht zu werben. Feuchte. Keller, nicht- frostsichere Dorratsräume unb Speisekammern mit mangekiber Frischluftzufuhr finb in sehr großem Umfange bie Ursache für biefe Art bes Verberbs. jjeuilimteu ruailb ÄU umnjujvii uut jj iv I—' v -r- O, . • • Grenze liegt ungefähr bei ber Zahl 16 aufs Tau-1 M e xiko , noch vor dreißig e’ne Fein% ®°5 send' was darunter bleibt, ist auf die Dauer be= mäne der weißen Nachkommenschaft der spanischen sorgniserregend. 1 Eroberer, ist heute Jndianerland; die weißen Groß- Die Berliner Industrie- und Handelskammer gab in den Räumen der Börse für bie Mitglieder des Kongresses ber Internationalen Hanbelskammer einen Empfang. — Reichsbankprasident Dr. Schacht im Gespräch mit bem Ehrenpräsibenten der Internationalen Handelskammer, Dr. Fentener van Vlissingen, und Staatsrat Reinhart. (Scherl-Bilderdienst-M.) sächsischen Blutes zwischen Hudson cramento — zwischen dem Atlantischen Stillen D^ean — zu finden fein." Das ist zunächst noch eine Betrachtung Unterschied der Fruchtbarkeit fern, die gemeinsam zur weißen Rasse zwischen den angelsächsischen und den nicht angelsächsischen Ehen in den Vereinigten Staaten so, wie es heute ist, dann wird nach Stoddard „in hundert J-ahren kaum noch ein Tropfen Todesgefahr für die weiße Raffe? Von Dr. Paul Rohrbach. Der Amerikaner Stoddard hat in seinem Buch über den Umsturz der Kultur bie Berechnung aufgestellt, daß auf Grund der gegenwärtigen Vermehrungsziffer in den sogenannten Neu-England- Staaten von Nordamerika tausend erfolgreiche Besucher der berühmten Harvard-Universität von heute ab nach 200 Jahren nur noch fünfzig Nachkommen haben werden, dagegen tausend heute in Boston lebende Rumänen 100 000 Abkömmlinge! Bleibt das Verhältnis der Fruchtbarkeit w „ ,, gehören. Wenn man sich aber näher umsieht, so zeigt sich, daß gerade bei den bisher führenden Völkern dieser Rasse die Häufigkeit der Geburten so stark abgenommen hat, daß die Frage, die der Direktor im 7"-z,'' ... 0er Traum im Traume. Von Hans Iranke-Heilbronn. In diesem Traume sitze ich mit zwei Freunden in dem kleinen Vorgarten eines Berghotels. Der Tisch ist sauber gedeckt, wir haben eben das Mittagessen beendet und schlürfen gemütlich den Kaffee, den ein sehr beweglicher und umgänglicher Oberkellner uns serviert hat. Die Szenerie ist die sehr hoher Lagen des Hochgebirges, denn der Blick ruht auf schrundig zerklüftetem Gestein, und es. will mir scheinen, als kennte ich diese Gegend; ja, in der Tat, ich erkenne sie jetzt: es ist jener plötzliche letzte Steilabfall, dem man sich gegenübersieht, wenn man von der Hohen Geige, dem erhabenen Massiv zwischen Oetztal und Pitztal, zur Chemnitzer Hütte hist ab- steigt. Diese Bergkulisse also ist um unseren freundlichen Kaffeetisch aufgebaut; es scheint, als ob zwei Landschaften sich hier begegneten: ringsum eine großartige Felslandschaft, in der nun unser kleiner Garten wie ein zauberische Insel des Flachlandes thront, denn rings um die Tische find blühende Sträucher gestellt, ich unterscheide Jasmin und strotzenden Ribes, es riecht nach Garten und frischer Ich muß hinzufügen, daß einer meiner Freunde, Hans Sch., im Kriege, da ich als Freiwilliger an die Front kam, mein Kompanieführer gewesen ist. Wir plaudern von alltäglichen Dingen, kommen auf Fragen des Schrifttums zu reden (denn wir alle Drei, auch Otto L., der dritte im Kreise, sind in ihm tätig) und gehen daran, unser Essen zu bezahlen. Vorher aber reicht Hans Sch. noch Zigarren herum. Ich lehne dankend ab. Denn ich weiß genau, daß oben in meinem Zimmer auf einem Aschbecher noch eine der Zigarren liegt, die ich selbst mitgebracht habe. Ich rufe den Piccolo und bitte ihn,' mir diese Zigarre zu holen. Während er rasch und freundlich lächelnd verschwindet. verfolge ich feinen Weg durch das Haus. Ich kenne diesen Weg ganz genau ich könnte ihn, wie man zu sagen pflegt „im Schlafe finden Er geht also: aus der Helle des kleinen Vorgartleins, über das sich die Sonne stürzt, tritt man in den kühlen Schatten eines jener großen Hausflure, wie sie in den alten Berghotels üblich sind. Es ift sehr sauber dort, Fahrpläne und Plakate sind an den Wänden, ein paar Geweihe zudem; an der einen Wand steht ein Tisch, über dem ein Spiegel thront. Man muß nun eine Treppe auffteigen, an deren Ende sich der Gang nach rechts wendet; man steigt drei niedere Stufen empor, um ihn zu gewinnen. Es ist wohl ein Anbau, in dem man sich jetzt befindet, denn eigentlich liegt dieser Gang außerhalb der Achse des Hauses. Man geht an den verschiedenen Zimmertüren entlang und muß dabei in der Mitte zwei Stufen hinabsteigen. Der Boden ist mit einem roten, nicht mehr neuen Läufer belegt. Am Ende des Ganges ist mein Zimmer. In dem Zimmer steht das Bett linker Hand, vor einem jener tiefen Fensterschächte wie sie in alten Hausern vielfach vom Fenster aus nach innen gähnen. Rechts steht an der Wand ein kleines Sofa und der Tisch. Auf dem Tisch steht ein runder Aschenbecher und auf Ihm befindet sich die Zigarre. Doch da ist der Piccolo schon mit ihr wieder im Garten, und ich zünde sie an. Inzwischen hat Hans Sch. begonnen zu zahlen, wobei sich herausstellt, daß ihm drei Pfennige fehlen. Ich greife in die äußere Tasche meines Rockes und finde hier 18 Pfennige, von denen ich drei dem Freunde zu- schiebe, während ich den Rest dem kleinen Piccolo in die Hand drücke. Ich selbst zahle nicht, weiß auch nicht zu sagen, ob es Otto L. tut. Diese Szene verflüchtigt sich nun, unb ich stehe mit einem Male auf jenem Gange im Hause, der auf mein Zimmer führt. Hier war mir schon immer eine Tür ausgefallen, die im Gegensatz zu den übrigen weiß gestrichenen Türen schwarz ist. Geheimnisvoll hatte sie mich angezogen Ich erinnere mich nun, daß ich schon oftmals des Nach s aufgestanden war, dieser Türe zustrebend freilich ohne den Mut, die Klinke niederzudrucken Jetzt fasse ich mir ein Herz. Ich trete ein Seltsamerweise erstaune ich gar nicht darüber, mich mit einem Male in jenem Züricher wiederzu- finden, das in meiner Jugend das Spielzimmer von uns Kindern gewesen ist Ich sch- bas alte Sofa wieder, das mir als Schiff benutzten: da steht auch der Schrank, auf den mir kletterten bart das Bücherregal unb die alten kleinen Tischchen und Stuhls die fo oft Zeugen unserer Spiele gewesen find. Ich gehe sofort auf den Bücherstander zu. Da liegen sie die Wunderbücher ber Kindheit: SJeberftrumpf Gulliver. Robinson Crusoe. Sigismund Rüstig. Kaill May Der schwarze Mustang, bie Goldgräber vom Klondike und wie sie heißen mögen. Ich nehme den Robinson, setze mich hin und beginne zu lesen Unb nun beginnt ber Traum im Traumei Ich bin roieber ein'Sinh und träume mich in das Leben des unglücklich.glücklichen Robinson 0 hinein, daß ich wähne, selbst Robinson zu sein. Al es. was er erlebte, habe ich selber erlebt: ich zittere mit ihm vor den Geräuschen der Natur, ich erstarre vor den Fußspuren fremder Menschen und dränge am ganzen Leibe bebend in meine Höhle zurück, die ich mir so mühsam zu einem wohnlichen Heime erweiterte. In dieser Höhle finde ich mich zuletzt wieder. Hier ist Schutz, Heimat, hier kann mir die wilde Tropenwelt mit ihren Gefahren nichts anhaben; hier bin ich gesichert und mit mir allein. Das Gefühl, in dieser Höhle und in ihr sicher zu sein — das ich in diesem zweiten Traum erlebe — verdichtet sich zu einem Gefühl unglaublicher Seligkeit. Ich fühle an meiner Schulter die mütterliche Erde, ich rieche sie, alles ist Erde, ist Schoß und tiefe Geborgenheit. Da werde ich hart an der Schulter gefaßt; ich schrecke auf, falle gleichsam aus diesem Traum in einen dritten hinein, denn weder das Zimmer jenes Berggasthauses, noch die Wirklichkeit ist um mich, vielmehr befinde ich mich im Felde, in den Gräben non Hooge, ich höre das Dröhnen der schweren Einschläge und vor mir steht Hans Sch., der Kompanieführer. rüttelt mich und schreit durch den Lärm hindurch: „Alarm! Fertigmachen." Ich ergreife mein Gewehr, die Patronen, die Handgranaten und stürze hinaus. Dabei erwache ich Der Traum ist zu Ende. Ma« ein Walfisch vermaa. Die Walfänger haben mit einem Gegner zu tun, dessen Riesenkraft ihnen verderblich werden kann, und die Geschichte des Walfanges ist erfüllt von Berichten über schwere Erlebnisse. Davon erzählt der Engländer Stanley Rogers in einem fesselnden Büche, das unter dem Titel „Kleinsegler des Weltmeeres" im Verlag Brockhaus in Leipzig erschienen ist und das die abenteuerlichen Fahrten berühmter und unbekannter „Kleinsegler", aber auch den harten Alltag auf den kleinen Schiffen schildert, die ihre Arbeit auf der hohen See verrichten muffen. „Unter den Walfängern", so erzählt Rogers, gilt der Fall der ,Ann Alexander' aus. New Bedford als das Schulbeispiel für die Zerstörungskraft, die dem Kopf eines Pottwals innewohnt. Im August 1858 wurde die .Ann Alexander' bei der Maljagd in der Südfee von einem Pottwal versenkt. Der Steuermann hatte das Tier harpuniert, als sich der Wal auf einmal in die Höhe schleuderte und das Boot zerschlug. Das in der Nähe befindliche Kapitänsboot nahm die mit den Wellen Ringenden auf und wollte mit ihnen zum Schiff; da kam em anderes Boot heraus, und die Leute wurden auf die beiden Boote verteilt, um die Jagd fortzufetzen. Die Wale greifen gewöhnlich blindlings an; doch dieses Tier schien zu spüren, daß die Menschen seine Feinde darstellen, denn der Wal fiel wohlüberlegt ein zweites Boot an und zerstörte es. Das verbleibende Boot fischte die neun Mann aus der See auf und fuhr nun mit achtzehn Mann an Bord zum Schiff zurück. Sie gelangten auch glücklich hin und hatten eben ihr Boot in den Davits geheißt, als der Wal. der mehrere Eifen in feinem breiten Rücken stecken hatte, geradewegs zu dem Schiff herangeschosfen kam. Er versetzte ihm einen Stoß, der mehrere Spanten unterhalb der Wasserlinie einschlug. Das Schiff begann so rasch vollzulaufen, daß die Mannschaft kaum Zeit hatte, die Boote zu Wasser zu lassen und wegzurudern, ehe es sank. Sie hatten das ungewöhiliche Glück, zwei Tage daraus von dem New Bedforder Walfänger .Rebecca Sims' ausgenommen zu werden, dessen Kapitän berichtete, er habe gerade einen Wal zur Strecke gebracht, der Holz von der ,Ann Alexander' im Kopf gehabt habe, sowie zwei Eisen im Rücken Ein anderer zeitgenössischer Bericht gibt an, dieser Wal sei erst fünf Monate später erlegt worden; man hätte ihn am Schiffsholz in feinem Speck erkannt. Ich sprach bereits von dem amerikanischen Walfänger »Essex', der im November 1819 in der Südsee von einem Pottwal versenkt wurde. Während einige der Boote draußen waren, jedes an einem Wal ,fest', griff ein anderer Wal das Schiff an und rammte es wiederholt seitlich von den Fockwanten. Durch den entstandenen breiten Spalt strömte die See ein wie ein Wasserfall. Irgend etwas Böses ahnend, kehrten die Walfänger zum Schiff zurück und trafen es in finkendem Zustand an. Die Masten wurden gekappt; doch erwies sich dieser Versuch, das Schiff über Wasser zu halten, als aussichtslos; daher wurden die Boote in aller Eile verproviantiert und losgeworfen. Es befanden sich zwanzig Mann in drei Booten; sie kamen überein, sie wollten das südamerikanische Festland zu erreichen suchen, tausend Seemeilen ostwärts. Nach dreißig furchtbaren Tagen landeten sie auf der Ducie-Jnsel wo drei von den Leuten es vorzogen zu bleiben, statt weitere Entbehrungen in dem Boot mitzumachen. Vierzehn Tage nach dem Verlassen der Insel wurden die Boote getrennt. Nach einer Reise von dreiundfünfzig Tagen nahm die britische Brigg ,Indian' das Steuermannsboot auf. Ein weiteres Boot las der Walfänger .Dauphin' auf. Vom dritten Boot bat man nie wieder gehört. Die drei Mann auf der Ducie-Jnfel rettete ein englisches Schiff, nachdem sie sich schon mit dem Gedanken vertraut hatten, dort den Tod zu erleiden." Schutz erhalten Gegen aufsteigendes Grundwasser ist eine verhältnismäßig billige Isolierung mit guten Isolierstoffen, wie Asphalt, Goudron, Walzblei usw. durchzuführen Oberflächenwasser kann eoenfalls durch verhältnismäßig einfache Konstruktion und geringe Geldausgaben oom Gebäude ferngehalten werden dadurch,'-daß die Gebäude mit Dachrinnen versehen und, wenn irgend möglich, mit einem Dränagestrang umgeben werden. Wenn dies aus technischen Gründen nicht möglich ist, so ist auf alle Fälle darauf zu achten, daß das Erdreich nach dem Gebäude au in etwa einem Meter Abstand angeböscht wird. Anfallendes Regenwasser versickert nämlich sehr oft in unmittelbarer Nähe des Gebäudes im Erdreich und steigt in dem Mauerwerk wieder hoch. Schwammschäden und Holzzer- störungen sind oft die Folgen. Allgemein ist die Feststellung zu machen, daß Die Dachüberstände der neueren Gebäude sowohl an den Giebeln, als auch an den Traufseiten weit geringer als bei älteren Bauten sind. Das dauernde Durchnässen der Umfassungswände, wenn auch nur in der äußeren Zone, zerstört diese allmählich. Der geringe Dachüberstand setzt das Gebäude sehr stark den Witterunaseinflüs- fen aus, so daß Reparaturkosten infolge Ausbesserung der Gebäude alljährlich die Wirtschaft stark belasten. Ebenso wenig wie unreife Früchte geerntet werden, muß auch aus alle Fälle vermieden werden, daß nichttrockene Hölzer zum Bauen zur Verwendung kommen. Der Reichsnährstand wird in Zusammenarbeit mit den zuständigen Berufsorganisationen in Erkenntnis der zum Teil recht betrüblichen baulichen Verhältnisse in großem Umfange eine Werbeaktion zur einwandfreien Ausführung insbesondere von Kellern, Vorratsräumen, sowie der baulichen Anlagen im allgemeinen, durchführen. Pfuscharbeit und Uebervorteilung des Auftraggebers müssen ebenso sehr durch solide Ausführung und gerechte Preisbildung ersetzt werden, wie anoerseits an die Bevölkerung der Ruf ergeht, durch die Bewilligung gerechter Preise mitzuhelfen, die Voraussetzungen für die einwandfreie Ausführung der Arbeit zu schaffen Durch einwandfreie Gebäudeausführung muß die Techniker- und Handwerkerschaft zu ihrem Teil dazu beitragen, im Rahmen der Erzeugungsschlacht die Erträgnisse des Ackers und der Viehhaltung vor Verlust zu schützen und unproduktive Ausgaben zur Beseitigung von Bauschäden zu verhüten. Berflörer 5 „Paul Jacobi" in Dienst nestelst. Bei der A. G. Weser in Bremen wurde als erstes Schiff der 2.Zerstörer-Devision derZerstürerS „Paul Jacobi" durch den Chef der Division, Fregattenkapitän Bonte, feierlich in Dienst gestellt. Admiral Sö-uchon, der Ches der Mittelmeerdivision im Weltkriege, war als Ehrengast erschienen. (Scherl-Bilderdienst-M.) SJL-^pont Boxkampf Schmeling-Farr Ende August. Der von der Internationalen Boxunion als Welt- meisterschaftskampf im Schwergewicht anerkannte Kampf zwischen Max Schmeling und Tommy Farr (England) ist vom 9. August um drei Wochen verlegt worden. Bei den mit den englischen Veranstaltern in Berlin geführten Verhandlungen hat Schmeling darauf gedrungen, daß der Kampf um den höchsten Titel, den die Boxsportwelt zu vergeben hat, erst Ende August stattfinden soll. Man kam schließlich überein, den Weltmeisterschaftskampf an einem der Tage zwischen dem 30. August und dem 1. September im Londoner White-Elty- Stadion durchzuführen. Rosemeyer begeistert in USA; Einen ganz ausgezeichneten Eindruck haben die deutschen Rennfahrer beim ersten Training zum Danderbilt-Pokal-Rennen in Neuyork hinterlassen. Bernd Rosemeyer setzte mit einer Geschwindigkeit von 252 km/st auf der Geraden der 5364 Meter langen Rundstrecke des Roosevelt-Field die Amerikaner in Erstaunen. Da die Bahn aber nur zwei furxe Geraden und sieben Kurven aufweift kam Rosemeyer über 30 Runden nur auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 143 km/st. Caracciola (Mercedes-Benz) rundete die Strecke 40maI und erreichte einen Durchschnitt von 143,05 km/st; der Zweite Mercedes-Benz-Fahrer, Richard Seaman, brachte es auf 139,94 km/st. Die Deutschen wurden nur von dem kleinen, wendigen Alfa Romeo des Amerikaners May übertroffen, der schon 30 Tage auf der Strecke trainiert und einen Durchschnitt von 144,9 km/st erzielte. Die Spezialwagen der Amerikaner kamen an diese Geschwindigkeiten bei weitem nicht heran. Von den Italienern ging nur Sarina über die Bahn und fuhr über 20 Runden einen Durchschnitt von 142,42 km/st heraus. 17. und 18. 3ult: Sporttag der GA.-Gtandarte 116. Am 17. und 18. Juli findet auf dem Universitäts- Sportplatz der Sporttag der SA.-Standarte 116 statt. Der Tag wird auch die Ausfcheidungskämpfe für die NS.-Kampffpiele in Nürnberg bringen. Es ist folgende Zeitfolge vorgesehen: Samstag, 17. Juli: Schwimmwettkämpfe; 200- und 400-Meter-Hindernislauf; Einzelkampf in Pistolen- und Kleinkaliberschießen. Sonntag, 18. Juli, vormittags: 15- Kilometer-Mannschafts-Gepäckmarsch; 10-Kilometer- Gepäckmarsch; Keulen-Weitwurf; Kleinkaliberschießen; 250-Meter-Lauf; Deutscher Mannschafts-Wehr- kampf, Klasse B (100-Meter-Lauf, Hochsprung, Keulen-Weitwurf, 3000-Meter-Lauf); 100-Meter-Hinder- nislauf mit anschließendem Keulen-Zielwurf. Sonntag,18. Juli, nachmittags: Leichtathletische Einzelkämpfe, Tauziehen, deutsche Staffel. Von Gramm zum dritten Male im Endspiel. Sensation in Wimbledon. Nach den großen Ueberraschungen, mit denen Wimbledon am Dienstag aufwartete, brachte gleich das erste Spiel am Mittwoch bei trübem, naßkal- tem Wetter ein neues unerwartetes Ergebnis. Hilde Sperling und Helen Jacobs, die am Vortage im Elnzel ausgeschieden waren, mußten sich nun auch im Doppel beugen. Beide hatten sich noch gar nicht wieder gefunden, und vor allem Frau Sperling machte nn ganzen Kampf nicht mehr als etwa ein halbes Dutzend Gutpunkte. So war es nicht verwunderlich, daß das französische Paar Henrotin- Andrus, das im vergangenen Jahr bereits in Forest H'Us das Doppel gewonnen hatte, sich erfolgreich durchsetzte und mit 7:5, 6:8, 6:2 eine Runde weiter tarn. Die Französinnen sind jetzt neben Mathieu- Vjorfe und den Engländerinnen James-Stammers Favoritinnen für das Frauendoppel. Menzel-Hecht in großer Form. Die größten Erfolge im Männerdoppel haben bisher die Tschechoslowaken Menzel-Hecht errungen In den gewiß nicht leichten Spielen gegen Cr'aw- ford-McGrath, Grant-Sabin und Pallada-Puncec haben sie bisher nur einen Satz abgegeben. Am fmitttDötf)। ftanben sie auf Platz 1 dem 'französisch- österreichischen Paar Jamain-Metaxa gegenüber und setzten sich überlegen 6:3 6:4 6:2 durch. Damit stehen Menzel-Hecht bereits in der Vorschlußrunde. Hughes-Tuckey, die Titelträger, sollten hier ihre Gegner sein. Im übrigen steht jetzt schon fest, daß Menzel-Hecht für das Doppel im Davispokalspiel gegen Deutschland bestens gerüstet sind. Von Gramm seht sich durch. Wie im Jahre 1936, lautete auch diesmal die eine der beiden Vorschlußrunden-Paarungen im Männereinzel G. v. Gramm — Austin. Und ebenso wie im vergangenen Jahre schaffte es unser Meister in vier Sätzen. Wurde „Bunny", Englands Spitzenspieler, im Vorjahre mit 8:6 6:3 2:6 6:3 durch Gramm ausgeschaltet, lautete das Ergebnis am Mittwoch 8:6 6:3 12:14 6:1 für den Deutschen. Wieder war es also der dritte Satz, den Austin an sich brachte. Aber der Kräfteverbrauch für die 26 Spiele dieses Riesensatzes war für den Engländer Jo stark, daß der entscheidende letzte Satz mit G:1 eine leichte Beute unseres Meisters wurde. Donald Vudge ist Gramms Gegner. Verhältnismäßig leicht spielte sich der rothaarige Kalifornier Donald Budge gegen feinen Landsmann Frank Parker 2:6 6:4 6:4 6:1 in die Schlußrunde; allerdings gab Budge zum erstenmal m den Einzelspielen einen Satz ab. Und zum erstenmal steht der Amerikaner damit auch im Finale; denn 1935 wurde er in der Vorschlußrunde ourch v. Gramm ausgeschaltet, während im Vorjahre Fred Perry, der dreifache Wimbledon-Sieger, dem Kalifornier den Weg versperrte. Kurze Sportnotizen Georg von Opel gewann am Mittwoch bei > r Henley-Regatta auf der Themse seinen Vorlauf im Einer um die Diamond-Sculls in 9:13 Minuten mit Luftkastenlänge vor dem Engländer Tyler. ®e°r9 Dl?" xDpeL nun im Zwischenlauf mit öem Engländer R. Hope zusammen. ® f $ e.ib u n g in der Europameisterschaft der Starboot-Klasse auf der Kieler Förde ourfte nach den Ergebnissen des vierten Wettfahr- tages nur noch zwischen Dr. Bischoff (Berlin) und dem italienischen fit. Salata liegen, die mit je 50 Punkten zusammen das Feld anführen. Ausklang der ZiOallspielzeii. 1900 — 1. Dail. Ende gut, alles gut! Mit diesem Ausspruch darf man den Verlauf des gestrigen Spieles wohl bezeichnen, denn es war ein würdiger Abschluß des Spieljahres 1936/37. Beide Mannschaften, die in der Ausstellung: l /I.-R. 116: Kornmann Leutheuser Eberhard Pankok Horn Rüger Wilhelm Süßenberger Bach Schultheiß Möller Schmelz Heilmann Löbsack Schellhaas Bergmann Lehrmund Sack Erhard Lippert Zeller 1900: Rahn antraten, bei 1900 spielte also Schmelz für Schom- bert Linksaußen, zeigten trotz der vorgerückten Jahreszeit nochmals ansprechende Leistungen. Den Ausgang darf man als gerecht bezeichnen, denn die Vorteile des einen oder anderen waren nicht in dem Maße, daß der evtl. Sieg irgendeiner Mannschaft irgendwie verdient gewesen wäre. 1900 hat sich schneller gefunden und erlangt dadurch einige Vorteile im Feld. Verschiedene gefährliche Angriffe sind die Folge, aber Horn, der Mittelläufer der Soldaten, ^veiß von wo Gefahr droht und läßt Löbsack eine sorgfältige Bewachung zuteil werden. In der 20. Minute ist es Schellhaas, der die Platzbesitzer tn Führung Dringt, indem er mit einem weiten Schuß Erfolg hat. Die Soldaten werden jetzt etwas lebhafter. Ihre Aktionen werden geschlossener. Nur die Schüsse haben noch nicht die nötige Richtung. Bei einem neuerlichen Angriff der Blauweißen, als Sack Löbsack mit einer weiten Vor- laae auf die Reise schickt, scheint sich der zweite Erfolg einzustellen. Der Tormann läuft jedoch entschlossen heraus und kann klären, muß jedoch durch den harten Zusammenprall mit Löbsack vorüber- 3.^116 2:2. gehend ausscheiden. Pankok übernimmt jetzt diesen Posten, und zwar mit einigem Erfolg. In der 32. Minute ist es Bergmann, der eine vom gesamten Innensturm und dem herausgelaufenen Pankok verpaßte Flanke zum 2-0 verwandeln kann. Horn tauscht mit Bach den Platz, wodurch etwas mehr Schwung in den Sturm der Soldaten kommt. Bei einem Angriff kurz vor der Pause gelingt es dann auch Schultheiß auf Zuspiel von Horn an dem ihm entgegeneilenden Rahn vorbei auf 2:1 zu verkürzen. Nach dem Wechsel wird das Spiel noch spannender. Die äußerst schnelle Folge westselt schlagartig die Szenerie. Bei einem Angriff der Blauweihen täuscht Löbsack geschickt die Verteidigung, doch inzwischen war Schellhaas abseits gelaufen und l)er erzielte Erfolg wurde annulliert. Auf der Gegenseite ist es Schultheiß, der bei Aufnahme einer Vorlage von Horn abseits steht. Ein Strafstoß von Süßenberger hart an der Strafraumgrenze prallt von der gebildeten Mauer ab und eine Ecke kann Lippert wegköpfen. In der 80. Minute gelingt den Soldaten der Ausgleich. Bei einer Abwehr hindert Zeller Lippert beim Abschlag und der dazwischenfahrende Schultheiß kann für Rahn unhaltbar unter die Latte einschießen. Wenig später beschließt Schiedsrichter Gutmann, der seine gewohnte Tätigkeit entfaltete, ein jederzeit gutes und anständiges Spiel. Die Soldaten brauchten eine gewisse Zeit bis sie in Fahrt kamen. Nachdem dies der Fall war, gaben sie einen jederzeit gleichwertigen Gegner ab.-Horn, Schultheiß, Pankok und Vach verdienen namentlich genannt zu werden. Die anderen paßten sich würdig ein. Bei den Blauweißen war die Leistung nicht so ausgeprägt wie gegen VfB.-Friedberg. In oer zweiten Hälfte schienen gewisse Ermüdungserscheinungen aufzutreten. Trotzdem ist die Leistung noch als recht gut zu bezeichnen, denn die Soldaten waren ein achtbarer Gegner. Ausscheidungskämpse für das Gebietssportfest der HI. Da noch in diesem Jahr bas Gebietssportfest mit etwa 1000 Wettkämpfern in Gießen stattfinden soll, hat sich die Bannführung entschlossen, fein großes Bannsportfest aufzuziehen. So wurden am vergangenen Sonntag in kleinem Rahmen die Bannsportwettkämpfe durcbgefährt, die als Aus- cheidungswettkämpfe für vas Gebietssportfest gemacht waren. Obwohl einige der besten Jgg. für Gauwettkämpfe in Düsseldorf beurlaubt waren, wurden bemerkenswerte Leistungen erzielt. Neben Einzelkämpfen kam ein Unterbann - Mannschaftsdreikampf zum Austrag, der vom Unterbann 1/116 gewonnen wurde. Die gute Witterung begünstigte die Durchführung, die in Händen der Stelle KS des Bannes 116 lag und glatt vonstatten ging. Erstmalig wirkten nur HJ.-Führer als Kampfrichter, die ihre Aufgabe ausgezeichnet lüften. Ergebnisse: Mannschafts-Dreikampf für Unterbanne (100 Meter, Weitsprung, Keulenweitwerfen): 1. Unterbann 1/116 257,9 P.; 2. Unterbann 11/116 233,3 P. Fünfkampf für Einzelkämpfer (100 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen und Keulenweitwerfen): 1. A. Bergenhoff, 2/116, 4135 P-: 2. H. Ferber, 10/116, 4018 P.; 3. W. Schreier, 1/116, 3896 P.; 4. W. Rinn, 5/116, 3877,5 P.; 5. W. Schwarz, 2/116, 3677,5 P. 100-Meter-Lauf: 1. A. Bergenhoff, 2/116, 11,8 Sek.; 2. Helmut Keller, 8/116, 12 Sek.; 3. W. Parlow, 10/116, 12,1 Sek.; 4. Alwin Pletsch, MHI., 12,1 Sek. 800-Meter-Lauf: 1. Karl Röhm, Motor- HI-, 2:11 Min.; 2. Walter Rinn, 5/116, 2:12,4 Min.; 3. Ernst Löhr, 16/116, 2:14,3 Min. Die Zeiten der beiden ersten sind als vorzüglich zu bewerten. 3000-Meter-Lauf: 1. Walter Rinn, 5/116, 9:22 Min.; 2. Willi Stürmer, 2/116, 9:43,7 Min.; 3. Manfred Ruckelshausen, MHI., 9:59 Mn.; 4. Georg Schmidt, 10/116, 9:59,1 Min. Weitsprung: 1. W. Bepperling, 10/116, 5,68 Meter; 2. A. Bergenhoff, 2/116, 5,66 Meter; 3. Erich Hochstein, 6/116, 5,56 Meter. Hochsprung: 1. W. Schwarz, 2/116, 1,59 Meter; 2. E. Oehler, 2/116, 1,565 Meter; 3. Heinr. Ferber, 10/116, 1,565 Meter. Kugelstoßen: 1. Wilhelm Keil, 7/116, 12,56 Meter; 2. Erich Opper, 6/116, 12,43 Meter; 3. Richard Römer, 14/116, 12,25 Meter. Keulenweitwerfen: 1. Phil. Keil, 6/116, 60,5 Meter; 2. Walter Fäth, 6/116, 59 Meter; 3. Erich Opper, 6/116, 58 Meter. Speerwerfen: Walter Fäth, 6/116, 44,75 Meter; 2. Richard Römer, 14/116, 43,82 Meter; 3. Otto Eger, 4/116, 39,23 Meter. Alle Wettkämpfe wurden in einer Stufe durchgeführt. Es waren nur 16-, 17- und 18jährige startberechttgt. Kurz zuvor hatten schon die Bann-Schwimm- roettf ämp f e stattgefunden, die auch als Ausscheidung für das Gebietssportfest galten. Start- berechtigt waren wiederum 16-, 17- und 18jährige. 10 0 M e t e r B r u st: 1. Walter Döpfer, MHI., 1:28,9 Min.; 2. Heinz Ortwein, 2/116, 1:32,8 Min.; 3. Willi Keiner, 1/116, 1:36,5 Min. 200MeterBrust: 1. Manfred Ruckelshausen, MHI., 3:20,5 Min.; 2. Heinz Ortwein, 2/116, 3:25,8 Min. 100 Meter Kraul: 1. Heinz Köhlinger, MHI., 1:17,4 Min.; 2. Otto Bentz, 4/116, 1:21,3 Min.; 3. Karlheinz Hofmann, 1/116, 1:23,6 Min. 200 Meter Kraul: 1. Otto Bentz, 4/116, 3:05,2 Min.; 2. Karlheinz Hofmann, 1/116, 3:06,1 Min. 100 Meter Rücken: 1. Otto Oßwald, MHI., 1:39 Mn. Lokalkampf der Fußball-Jugend VfV.-R. 1. 3gb. — 1900 1. Jgb. 0:1. Am Dienstagabend standen sich beide Mannschaften auf dem Waldsportplatz gegenüber. Hatten die Zuschauer auf einen spannenden Kampf gerechnet, so wurden sie diesmal stark enttäuscht. Besonders die Platzbesitzer waren außer Form. Sie lieferten eines ihrer schlechtesten Spiele des Spieljahres. Die VfB.er machten einen überspielten Eindruck. Der Sturm, sonst das Glanzstück der Mannschaft, spielte zu langsam, und vergaß das Schießen. Die Gäste vorn Trieb waren schneller, spielten aber zu hoch. Kaum hatte das Spiel begonnen, da setzte ein starker Regen ein, ber nicht mehr aufhörte. Die Platzbesitzer hatten in der ersten Halbzeit weitaus mehr vom Spiel, aber der Sturm verpaßte die besten Torgelegenheiten. Mit 0:0 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel kam 1900 auf, und konnte das Spiel anfangs ausgeglichen gestalten. Ein plötzlicher Vorstoß des Linksaußen führte zum einzigen Tor. Die Verteidigung der VfB.er war zu weit aufgerückt, so daß das Tor nicht verhindert werden konnte. Nun übernahmen wieder die Platzbefitzer das Wort, und das Tor der Gäste geriet öfters in Gefahr. Als der Regen immer stärker wurde, und der Ausgleich in der Luft hing, brach der Schiedsrichter 20 Minuten vor Spielende den Kampf ab. Das Spiel wird am Anfang der neuen Spielzeit nochmals in gleicher Besetzung wiederholt. Kehraus im Handball. Die SpVg. 1900 Gießen, die, trotzdem das Spiel gegen den MSV. auf heimischem Boden verloren ging, noch Ehancen hatte, wenigstens zu einem Entscheidungsspiel gegen die Hanauer Soldaten zu kommen, hat kampflos auf die Punkte gegen den Dv. Kirch-Göns verzichtet. Damit steht also fest, daß in der kommenden Spielzeit zum erstenmal ein Verein des Hanauer Kreises in die Gauklasse gekommen ist, während sich die Gießener 1900er ein weiteres Jahr gedulden mästen. Es ist schade um die Mannschaft, die in ihrer ursprünglichen Aufstellung auch in der Gauklasfe ein Wort hätte mitsprechen können. Die Freundschaftsspiele waren am letzten Sonntag vor der Sperre durch eine Reihe anderer Großveranstaltungen auf ein Mindestmaß beschränkt. So kam es, daß nach der Absage der Treffen Niedergirmes gegen Münchholzhausen und Lich gegen Garbenteich nur anftanben Tv.Allendorf (Lahn) — To. Lützellinden 3:10 (3:6). Dv. Nauborn — Tuspo. Gr. -Rechtenbach 7:10 (2:5). Das Spiel in Mendorf trug keinesfalls den Eha- rakter eines Freundschaftskampfes. Es wurde schon gleich von vornherein eine überaus harte Note hereingebracht, die leider von dem Schiedsrichter nicht rechtzeitig genug unterbunden wurde. Zudem waren die Platzbesitzer, die noch am letzten Sonntag so überaus erfolgreich waren, diesmal absolut nicht auf der Höhe, weshalb die hohe Niederlage voll und ganz zu Recht besteht. Gerade deswegen hätte man erwarten können, daß diese Tatsache auf der Gegenseite berücksichtigt und mehr Wert auf ein schönes, technisch durchdachtes Spiel gelegt worden wäre. — Nauborn hat nur knapp verloren, obwohl der Gegner in stärkster Besetzung antrat. Gin Zei- chen dafür, wie stark die Mannschaft zur Zeit ist. Erfolge des Männerturnvereins bei den Gaufrauenmeisterschasten in Marburg. Bei den am Sonntag in Marburg stattgefundenen Leichtathletik-Meisterschaften der Frauen des Gaues Hessen war auch der Männerturnoerein durch die Turnerinnen Erika R ö h m i g und Else Seim erfolgreich beteiligt. Nach dem ausgezeichneten Abschneiden der Mtverinnen bei den am vergangenen Mittwoch ausgetragenen Kreismeisterschaften' (der Mtv. belegte hier bei 14 Konkurrenzen insgesamt elf erste Plätze!) entsandte der Männerturnverein seine mehrfache Kreismeisterin E. R ö h m i g und die nicht minder erfolgreiche Iugendturnerin E. Seim zu den Gau-Meisterschaften. E. Röhmig belegte im Fünfkampf hinter der ausaezeichneten Stand, Limburg, den zweiten Platz. Hier gab es 3- T. sehr gute Leistungen der beiden Ersten. Stand sprang 1,55 Meter (!) hoch, lief 100 Meter in 13,6 und sicherte sich damit einen entscheidenden Vor- fprung, den E. Röhmig tro tzguter Leistungen im Kugelstoßen und im Weitsprung nicht mehr auf- holen konnte. Im Weitsprung des Fünfkampfes erreichte sie die Weite von 5,01 Meter, was Gaubest- leiftung für 1937 bedeuten dürfte! Bemerkenswert ist, daß beim Weitsprung (Einzelkampf) die Gan- meifterin nur 4,87 Meter erreichte. Im Kugelstoßen lag E. Röhmig bis zum letzten Wurf mit 11,03 Meter vorne, und erst beim letzten Versuch wurde sie von einer Kasselanerin mit nur drei Zentimeter geschlagen. Beim Diskuswerfen kam sie an die dritte Stelle. Bei den Mädchen belegte E. Seim im Weitsprung mit auch nur zwei Zentimeter hinter der Ersten mit 4,63 Meter den zweiten Platz. Das ist ein schöner Erfolg. Donnerstag, I.Zuli 1957 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Kr.150 Drittes Blatt ausgewirkt. Zur allgemeinen Befriedigung konnte der Redner mitteilen, daß sich die der Kreislauf-1 Aus der Stadt Gießen NS.- Hausfrauenarbeit in den Sommermonaten. Das Wirken des NS.-Frauenwerks. Gutgemeintes für den llrlaubsantritt. Wenn es mit der Sommerreise Ernst wird, dann vergiß nicht, daß du wohl jetzt Ferien machst, die Welt für dich einige Tage oder Wochen lang ein neues Gesicht bekommt, alles andere aber seinen gewohnten Weg weitergeht. Sorge dafür, daß in der Küche und in der Speisekammer keine Reste Zurückbleiben. Wenn du aus dem Urlaub zurückkommst, sind sie längst schlecht geworden und verpesten die Gegend. Bestelle Milch und Brötchen ab, sie häufen sich sonst zu Beginn vor deiner Wohnungstür. Rach deiner Rückkehr mußt du sie bezahlen, wenn sie auch längst verdorben und ungenießbar geworden sind! Vergiß nicht, der Post rechtzeitig deine Ferien- anschrift mitzuteilen. Wichtige Briefe oder gar unerwartete Geldsendungen erreichen dich sonst nicht und gehen an den Absender zurück! Sieh vor deiner Abreise noch einmal den Terminkalender durch. Sonst hast du vielleicht für die Tage des Urlaubs eine wichtige geschäftliche Besprechung angesetzt. Sind in der Zeit deiner Abwesenheit Zahlungen fällig, dann sorge für rechtzeitige Erledigung. Mahngebühren und Vollstreckungsmahnahmen sind kein erfreulicher Ferienabschluß. Hast du Fernsprechanschluß, dann unterrichte den Kundendienst, wie du in wichtigen Fällen zu erreichen bist! Den Hund, die Blumen und den Kanarienvogel gib für die Urlaubszeit in Pflege. Ehe du die Wohnung verläßt, drehe den Gashahn und das Wasser ab! Schließe alle Fenster und die Wohnungstür! Du lädst dir sonst nur zu leicht Langfinger zu Besuch! Die Rolläden brauchst du nicht herunterzulassen, denn das ist nur ein freundlicher Hinweis für die Klingelfahrer, daß du für längere Zeit verreist bist. R. Verfügung gestellt. KeineKündigung zu Zwecken der Mietesteigerung statthast! Die Industrie- und Handelskammer Gießen übermittelt uns einen Runderlaß des Beauftragten für den Dierjahresplan und Reichskommissars für Preisbildung, Ministerpräsident Generaloberst Göring, den wir nachstehend im Wortlaut veröffentlichen: „In einem Urteil vom 8. Mai 1937 (Juristische Wochenschrift, Seite 1545) hat das Kammergericht entschieden, daß Kündigungen zum Zwecke von Mietsteigerungen gegen die Preisstopverordnung verstoßen und deshalb nach § 134 BGB. nichtig sind. Die Kündigung wird auch nicht dadurch wirksam, daß der Vermieter gleichzeitig oder später um die Genehmigung der Preisbildungsstelle zu der von ihm beabsichtigten Mieterhöhung nachsucht. Diese Genehmigung muß vielmehr vorliegen, ehe die Kündigung erfolgt ist. Kündigungen, die nach diesem Urteil des Kammergerichts nichtig sind, stellen gleichzeitig eine nach § 4 der Preisstopverordnung strafbare Handlung dar und sind als solche zu bestrafen. , v . - Selbstverständlich muß verhindert werden, daß Mit dem 1. Juli beginnt zwar auch in der Frauenschaft und dem Deutschen Frauenwerk die Ferienzeit, denn während der Schulferien sollen unsere Mütter ganz frei sein für ihre Kinder, da sollen sie auch einmal Ferien machen können. Keine Ferien aber kann es für die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk geben. Gerade in den Sommermonaten muß sich der „Helfer" der Hausfrau besonders rühren und bereit sein, überall aufzuklären und einzuspringen. Im vergangenen Monat wurde der größte Nachdruck gelegt auf die Aufklärungsarbeit über Verwendung der Mehllypen 502 und 1050. In 73 Vorträgen mit praktischen Vorführungen konnte sich die Hausfrau unseres Gaues überzeugen, daß das dunklere Mehl ebenso gut verwendbar ist und ebenso gut schmeckt wie weißes Mehl. Im kommenden Monat steht die Aufklärungsarbeit über Verwendung von Obst und Gemüse im Mittelpunkt. Die Hausfrauen unseres Gaues sollen zum Schluß des Sommers mit Stolz sagen können: wir haben uns alle gemeinsam eingesetzt, so daß kein Obst und kein Gemüse umgekommen ist. Was wir nicht selbst verwerten konnten, das wurde gesammelt, gemeinsam verwertet und dann der NSV. für den nächsten Winter zur forschung dienende Wissenschaft mehr und mehr in Bad-Nauheim konzentriere. Zum Schluß seiner Darlegungen dankte der Redner allen Mitarbeitern des Instituts und versprach eifrige zielbewußte Weiterarbeit. Im weiteren Verlauf der festlichen Vorlesung fesselte ein Vortrag von Prof. Dr. Gerthsen, Gießen über das Thema „Die Bedeutung des Neutrons für die moderne Naturforschung". (Ueber den Vortrag berichten wir noch.) Nachdem Prof. Dr. Eger den Dank der Versammlung an den Redner zum Ausdruck gebracht hatte, nachdem er mitgeteilt hatte, daß Prof. Dr. E. S ch l i e p h a k e (Gießen) und Dr. Erich Opitz (Göttingen) zu Mitgliedern der Kerckhoff-Stiftung ernannt seien, fand die festliche und bedeutsame Vorlesung mit einer musikalischen Darbietung und einem würdigen Gedenken des Führers und Reichskanzlers ihren Abschluß. des Seeweges nach Indien durch die Portugiesen Lissabon zu und schlossen 1504 mit König Manuel dem Glücklichen von Portugal einen Vertrag der sie berechtigte, mit der portugiesischen Flotte selbst drei Schiffe nach Indien zu senden und dort durch eigene Leute Gewürze einzuhandeln. Ueber diese Fahrt hat ein Teilnehmer, Balthasar Sprenger, der als Beauftragter der an der Handelsfahrt beteiligten deutschen Häuser mitging, später einen Bericht „Merfart" veröffentlicht, der als kulturgeschichtliches Dokument eine hervorragende Bedeutung hat. Am 25. März 1505 gingen die drei deutschen Schiffe im Verband einer stattlichen Flotte zu der großen Fahrt unter Segel, wie es in dem Bericht heißt, „ dar uff den (eiben tag der verkun- dung Marie in den Osterfeyertagen haben wir uss denselben tag in gottes namen angesegelt gegen Jndiam, do hin wir bey Feyertausant meylen zu fahren hetten". Nach mehrmonatlicher Seereise erreichte die Expeditton am 12. September ine indische Küste, und am 2. November begannen die deutschen Schiffe ihre Gewürzfrucht zu laden Wah- rend die Besatzung der Schiffe nicht an Land gehen durfte, war das Sprenger als Handelsbeauftragten erlaubt, so daß er zu den wenigen gehörte, Die Land und Leute, indische Sitten und Gebräuche unmittelbar und aus eigener Anschauung fennen lernten. Seine Beobachtungen, auch über die anderen berührten Länder und ihre Völker — so Guinea, das er Gennea nennt und Ostafrika, roo ine beiden feindlichen Städte Kiloa und Mombassa erobert und geplündert wurden, hatten für jene Zeit, in der es an sachlichen Kenntnissen und nüchternen Vorstellungen über die ferne Welt fehlte, großen Wert Im Januar 1506 traten Die Schiffe in zwei Oe- schwadern die Heimreise an. Die erste Flotte mit 3tDei deutschen Schiffen erreichte schon im Mai Lissabon. Sprengers Schiff war erst bei der zweiten Flotte, trennte sich dann aber von Den übrigen Seglern und hatte auf der Rückfahrt bis zur Ost- küste Afrikas Wochen entsetzlichen Leidens zu überstehen, kam auch auf der weiteren Reise noch in mancherlei Sturmnöte, so daß es erst am 15. November 1506 im Hafen von Lissabon einlief Sprenger hat seine Beobachtungen aus dieser Fahrt und seine Kenntnisse fremder Länder und Volker Afn- kas und Indiens dem Meister der Holzschnitzkunst Hans Burgkmaier in Augsburg als Material übermittelt, das dieser zu einer Reihe von Holz- schnitten verarbeitete-, für diese Holzschrnttreche hat Sprenger einen Text verfaßt, der zu den Bildern aufschlußreiches ethnographisches Matenal als Er- l läuterung gibt wie bestrahl vom ewigen Lichte steht, nun flüstern i sie vernehmlicher, „nun reden lauter alle springen- . den Brunnen .. Die üppige Fontana di Trevi und die wunderbar vornehmen Fontänen des Peterplatzes und die reichen Springbrunnen der Piazza Navonna und die hundertstrahlige Aqua Pia und die schone Barcaccia und wie sie alle heißen, die zahllosen. Und die lieblichste von allen, die holde Fontäne vor der Villa Medici. v Zu ihr wandere ich Abend für Abend, sitze zwischen schwatzenden Müttern, schlaftrunkenen Kindern und scherzenden Pärchen auf der Mauer unter den Steineiechen, hoch über den Dächern von Rom und lausche dem silbernen Fall des Wassers in das vornehm-schlichte, runde Becken. Seit Jahrhunderten spiell und flüstert sie so die kleine Fontäne, im roten Widerschein der abendlichen Campagna und im Glanz der römischen Sternenmächte. Aber sie erzählt keine gewaltigen Dinge wie die Fontänen unten in der Stadt, sie will nichts von Den großen Worten Der Geschichte wissen. Sie plaudert nur von zarten und zärtlichen Dingen. Don den adligen Festen der Medici und dem Rauschen seidener Schleppen auf marmornen Stufen. Vom samtenen Künstlerbarett der Bermm und dem Liebeswort Goethes, der an ihrem Rande lehnte, sein Mädchen im Arm. Von dem Lallen träumender Kinder und dem verliebten Schweigen junger Mütter. Don lachendem Volk und heimlichen Mandolinenklängen unter den Steineichen. Und vom herzerweichenden Gesang der Katzen aus Den nächtlichen Dächern von Rom. Dies alles erzählt sie mir und viel anderes noch, während der silberne Mond über der Campagna steht. Sie hat mich ganz verzaubert, ine kleine, geschwätzige Fontäne! Die erste deutsche Zndienfahrt. An der Erschließung Indiens im Zeitalter der Entdeckungen haben auch Deutsche teilgenommen, indem schon im Beginn des 16. Jahrhunder s em waaemutiges Handelsunternehmen der deutschen Kaufmannsgeschlechter der Welser Fugger und anderer Erzeugnisse des reichen Landes heranbrachte Von dieser ersten deutschen Jndienfah^ erzählt Johannes Lichtem Der Zeitschrift des Vottsbun- des für das Deutschtum im Auslande „Deutsche Arbeit" Die Handelshauser, die die Markte des : mittelalterlichen Deutschland mit indschen Waren i versorgten, hatten bis dahin ihre Einkäufe in^®ene- : dig gemacht, wandten sich aber feit der Entdeckung KerckhOSlistimg im Dienste der Menschast Zweite öffentliche Vorlesung. — Rechenschaftsberichte. * Bad-Nauheim, 30. Juni. Im Hörsaal des 1 Kerckhoss-Jnstituts fand gestern die zweite öffentliche Kerckhoff-Vorlesung statt, die über den Rahmen einer Vorlesung hinaus den Charakter einer ernsten Feier trug. Getragene Musik eröffnete die Feierstunde. Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums Der William G. Kerckhoff-Stiftung, Prof. Dr. Eger, Gießen, zeichnete zunächst in feiner Weise ein Bild des Stifters, dessen Büste, von frischem Grün bekränzt, den Blickpunkt des Hörsaals zierte. Prof. Dr. Eger schilderte den verstorbenen Stifter William G Kerckhoff als einen Deutschamerikaner, der seine deutsche Heimat nie vergaß; er umriß seine überragende Pionierarbeit, die er in Kalifornien durch die Schaffung von Kraftwerken, von Ueber- landleitungen, von Ferngasleitungen, durch seine Tätigkeit um die Erschließung von Naturschätzen, durch seine Förderung des Städtebaues und des Siedlungswesens leistete und dabei stets weiten Blick bewies. In allem Schaffensdrang habe er das Vaterland nicht vergessen. Das Reich ehrte ihn nach dem Weltkrieg mit der Ehrenmedaille des Roten Kreuzes. Seinen Gedanken, einen Beitrag zur Förderung der deutschen Wissenschaft zu leisten, habe seine Frau — nachdem er selbst durch eine akute Krankheit hinw'eggerafst worden war — in der Schaffung des großartigen Instituts und in der Errichtung der Stiftung zur Förderung talentierter Wissenschaftler schönste Verwirklichung zuteil werden lassen. Nach diesen Worten eines dankbaren Gedenkens des edlen Stifters und feiner hochherzigen Gattin hieß Prof. Dr. Eger die zahlreichen Teilnehmer der Feier herzlich willkommen. Sein Gruß galt insbesondere Ministerialrat Ringshausen. Der Redner bat den Vertreter des Gauleiters, diesem herzlichsten Dank zu übermitteln für die stete Förderung des Instituts und seiner Arbeit. Er dankte ferner der Partei, dem Staat und der Kurdirektion für bisher bewiesene Unterstützung. Herzliche Worte der Begrüßung galten dann den Vertretern der Wehrmacht aus Gießen, den Rektoren (bzw. ihren Vertretern) der Universitäten Gießen, Frankfurt und Marburg, sowie der Technischen Hochschule zu Darmstadt, schließlich aber auch den Dekanen der Fakultäten und den Führern der Dozenten- und Studentenschaften. Besonderer Gruß galt außerdem Den amerikanischen Gästen bei dieser Feier. nun etwa Hausbesitzer versuchen, die geltenden Bestimmungen dadurch zu umgehen, daß sie ohne Angabe von Gründen oder unter Dorschiebung unzutreffender Gründe kündigen. Zur Verminderung derartiger Umgehungsversuche weise ich die Preis- bildungsstellen an, Ausnahmegenehmigungen auf Grund von § 3 der Preisstopverordnung grundsätzlich abzulehnen, wenn der Vermieter das Mietverhältnis vorher gekündigt hat^ Schwere Gefängnisstrafen für eigenmächtige Eintragungen in das Arbeitsbuch. hing in der mit Hilfe der Unterdruckkammer Fliegeruntersuchungen durchgeführt und außerdem sportärztliche Untersuchungen gemacht werden. Bei einem Ueberblick über die Arbeit der Abteilung für experimentelle Physiko-Therapie hörte man von den Bemühungen um die Feststellung der Wirkungen der Quellwässer auf den Blutkreislauf. Ferner fand die Zusammenarbeit des Balneologischen Instituts mit der Bioklimatischen Abteilung würdigende Erwähnung. Zum Schluß berichtete Prof. Dr. Koch noch über die Tätigkeit der Abteilung für experimentelle Physiologie und über durchgeführte und beabsichtigte pharmakologische Untersuchungen. In insgesamt 46 Vorträgen und 73 Veröffentlichungen habe das Herzforschungs-Jnstitut in weiteren Kreis hin- andere. , .... ... Man steht auf dem Petersplatz, diesem königlichsten Platz der Erde, und sieht hinter dem sprühenden Wasserschleier der Fontänen, m dem göttlichen Halbrund der Barberinischen Kolonnaden, einen Priester wandeln, lesend im Brevier, als ernsten Schatten unter den schweren Mauern des Vatikans. Aber dieses Rom der Päpste löst sich 'N einem Lachen an Der Spanischen Treppe. Da gestikuliert das bunte Volk der Modelle und die Herren Maler mit Schlapphut und fliegender Halsschleise, stehn begutachtend vor den bunten Busentüchern Der Campagna und Den harten, prachtvollen Köpfen aus dem Appenin. Und das lacht und schwätzt und zeich- Ewige Stadt. Von Sofie von Uhde. Da sitzt man nun wahrhaftig auf der Spanischen Treppe in Rom! Traum meines Lebens, lange nicht erfüllt und nun auf einmal vom Himmel gefallen! Da nimmt man jeden Pinienwipfel und jede Säule als Geschenk, und also mit Dem Herzen gesehen wird die herrliche Stadt inniger noch denn sonst zu einem Klange der Ewigkeit. Welch zeitlose Heiterkeit liegt über diesen Sieben Hügeln! Sie ergreift einem im selben Augenblick in dem man sich vom Schwarm der Fremden geloft hat und eigene Wege geht. Denn zunächst besteigt man ja doch trüben, aber gefaßten Sinnes, das Rundfahrtauto und wird wie ein Stuck Herdenvieh, durch die unvergängliche Schönheit der Appar- tamento Borgia und der Stanzen Raffaels getne= den. Gut genug zur ersten Orientierung und schließlich auch noch für den Petersdorn, der von außen so herzerschütternd schön ist und dessen gewaltiges Inneres eine so kalte Bewunderung auslost infeiner hellen, museurnshatten Pracht und feinem Mangel an Mystik. Aber in der Sixtinischen Kapelle, diesem Gesang Gottes, vom gewaltigen Baß des Michelangelo begleitet, revoltiere ich und verlasse Die baedekerschwingende Herde. Und nun gehört mir Rom, das große Rom der Kaiser und der Papste, überschattet von dem titanenhaften Genie Buona- rottis, durchblutet von der sinnenfrohen Schönheit der Antike, heiter bekränzt von der ewigen Sehnsucht all derer, die, der Künste und des Lebens froh, hierher gepilgert find in der Tat und im Gedanken. Seltsame, hinreißende Stadt! Stadt der Obelisken, der Treppen und der Brunnen, über Deren vornehm- weitläufige Plätze Der Geist von zweieinhalb Jahrtausenden schreitet. Sie zwingt dazu, sich ununterbrochen umzustellen, denn sie ist selbst dauernd eine und der Macht Aber in dem angsterfüllten Dunkel der K-Üa. komben nebenan wohnen Entsagung unb Dpf . Hnh wer hörte nicht oben auf dem heiligen Kapitol, wo im Angesichte Marc Aurels und der Dios- kuren die armen gefangenen Adler sitzen und dl Wölfe ruhelos hinter den Gittern irren hörte da nicht das gewaltige Raunen der Geschichte? Doch in den schmalen Gassen und ^uf den bunten Märkten und an den Ufern öes „blonDen Ti ber" lebt und atmet das werktätige Volk, das nur nnm freute weiß Den Rücken an einen Tempel der Venus oder an eine Therme des Diokletian gelehnt feilschen sie um ein Stückchen Stoff oder um Fische für das Abendbrot. So ewig wechselnd ist Rom, dies Kaleidoskop der Well. Doch nun kommt der Abend nun erwacht Roms ttoFinnprfh» Seele nun erwachen seine tausend •Ksssässt sessa & * Gießen, 1. Juli. Auf dem heuttgen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, V- kg 1,57 Mark feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse b 11, Klasse A IOV2, Klasse B 10, Klasse C 9% Klasse D 9, ungezeichnete 8, Wirsing, grün, kg 20 bis 22, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 22 bis 25, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 12, rote Ruben 10 bis 12, Spinat, V2 kg 20 bis 25, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün 20 bis 40, gelb 40 bis 45, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 35 bis 55, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 12, Pfifferlinge 50, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 46 Pf., der Zentner 3,85 bis 3,95 Mark, neue, V2 kg 11 bis 14 Pf., Pfirsiche 40 bis 55, Himbeeren 30 bis 40, Kirschen 35 bis 45, Heidel- beeren 28 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 18 bis 22, Erdbeeren 35 bis 50, junge Hähne 1,00 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 80 bis flembanöuhc, Spiegel unb Nivea? Eine seltsame Ausrüstung, die Lott eben da ins Strandbad mitnimmt! Sie hat sich vorgenommen, sehr schnell braun zu werden. Uhr und Spiegel sollen bestätigen, was Sonne und Nivea in kurzer Zeit schaffen können! Im Anschluß gab Prof. Dr. Eger einen Ueberblick über die Stipendienverteilung aus der W. G. Kerckhoff-Stiftung, soweit sie an auswärtige Wissenschaftler zur Förderung ihrer Arbeiten gegeben wurden Er verlas dabei die Namen der Stipendiaten unb die Titel ihrer Arbeiten und gab damit einen Ueberblick über die durch die Stiftung geförderten Wissensgebiete. Im Jahre 1934/35 konnten, so teilte der Rektor mit, 17 Stipendiaten mit insgesamt 20 793 Mark bedacht werden. Im Jahre 1935/36 wurden 8 Stipendiaten mit insgesamt 8020 Mark in ihrer Arbeit unterstützt. Für das laufende Jahr können, dank einer weiteren großen Spende der Gattin des Stifters 71000 Mark zur Verteilung gelangen. Zur Veröffentlichung gelangten bisher 13 Arbeiten. Weitere Arbeiten feien für die Drucklegung in Vorbereitung. Sodann berichtete Prof. Dr. Koch, Bad-Tiauheim .über die Arbeiten der Stipendiaten, die sich als Assistenten am Kerckhoff-Jnstitut in den Dienst der laufenden Forschungen stellen. Der Redner berichtete hierbei zunächst über den Stand der statistischen Erhebungen zur Erforschung der Verbreitung der Kreislauferkrankungen und des Umfayges der Kreislaufsterblichkeit, Erhebungen, die sich über die ganze Erde erstrecken. Sodann gab der Referent einen Ueberblick über Die Arbeiten Der Untersuchungsabtei- Ein Hilfsschlosser hatte, um Den Facharbeiterlohn zu erlangen, auf Seite 3 seines Arbeitsbuches im Feld 8 Angaben über eine abgeschlossene Lehre eigenmächtig eingetragen, ohne daß er eine solche Lehre aufzuweisen hatte. @r murDe wegen schwerer Urkundenfälschung Durch Schoffen- gerichtsurteil zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein anderer Arbeiter hatte in feinem Arbeitsbuch das Datum feiner Entlassung aus landwirtschaftlicher Arbeit abgeändert, so daß die Dauer Der Arbeit kürzer erschien. Er hatte ferner sich ein zweites Arbeitsbuch ausstellen lassen und in diesem Arbeitsbuch zu Täuschungszwecken das Ausstellungsdatum abgeändert. Auf Grund dieser Handlungen (Urkundenfälschungen, Vergehen gegen die Erste Durchführungsverordnung zum Arbeitsbuchgesetz) erhielt er eine Gesamtstrafe von 2 Monaten Gefängnis. Bestrafung wegen Aichtavführung einbehaltener Sozialversicherungsbeiträge. Das Schöffengericht in Kassel hat einen Handwerksmeister wegen Nichtabführung einbehallener Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von je 150 R M., Hilfsweise für je 10 RM. einen Tag Gefängnis, und Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. p m t , .... Es kommt immer wieder vor, daß Betriebssichrer die Sozialversicherungsbeiträge, die sie den Gefolgschaftsmitgliedern vom Lohn einbehalten, nicht an die Träger der Sozialversicherung abführen. Diese Vergehen werden, wie die Entscheidung des Schöffengerichts in Kassel zeigt, empfindlich bestraft. Den Betriebsführern wird daher wiederholt nahegelegt, die Sozialversicherungsbeiträge ordnungsgemäß und pünktlich abzuführen. Gießener wochenmarktpreise. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Fall Brenken". Hitler-Jugend llnterbann 1/116. Am Freitag, 2. Juli, 20.30 Uhr, treten alle Einheitsführer und Gef.-Mitarbeiter sowie alle Fahrtteilnehmer der Hessen-Nassau-Fahrt des Unterbannes 1/116 auf dem Brandplatz zur Besichtigung an. Dienstanzug: Sommerdienstanzug (heller Lederknoten, vorschriftsmäßige HJ.-Knöpse) ohne Gepäck. net mit dem Daumen Formen in die Luft und lagert auf der schön sich teilenden Truppe, zwischen den leuchtenden Blumen und den schwellenden Trauben der Händler und der heiteren Sonne des Südens — ach, immer möchte man hier fitzen, inmitten dieser schaffenfrohen Fröhlichkeit, die stets die gleiche bleibt, die Raffael schon sah und Goethe und die so ewig ist, wie eben Die Sonne und Die Kunst ewig sind. Aber Daneben pulst das moderne Rom, mit eleganten Autos und großen Geschäften mit der strafferen Ordnung und dem guten Selbstbewußt- ein der mussolinischen Aera. Und wahrend man es durchwandert, in Bewunderung für diesen Mann, der es doch wahrhaftig fertiggebracht Hatz alles was einem Italien so verleiden konnte, die Bettelei, den Schmutz, die Unordnung und zumTeil sogar die Tierguälerei aus der Welt zu schaffen und n diesem allzu sorglosen Volke die Haltung.und.den Stolz des römischen Kaiserreiches wieder zu wecken, ist man auch schon am Kolosseum und am gigantischen Ruinenfeld des Forum Romanum. Das herrliche, heidnische Rom der Kaiser steigt aus Schutt und Schatten der Jahrtausende und reißt einen aus Den Problemen der neuen ^ett zurück in Die strahlende Welt der ©otter und der Helden. Erschüttert und entzückt steht man vor diesen göttlichen Säulen und Tempelresten, diesen wunderbaren Kapitellen und Archttraven und Reliefs, aus denen die sinnenfrohe Pracht und H - terkeit der Antike steigt wie ein Lied der Schönheit 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 5 bis 8, Oberkohlrabi 7 bis 12, Rettich 5 bis 15, Madieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ** Silberhochzeit. Der Hausmeister der hiesigen Dolkshalle, Damian Weiler und Frau Bernhardine, geb. Höflinger, feiern am morgigen Freitag, 2. Juli, ihre silberne Hochzeit. ** Geschäftsjubiläum. Auf ein 30jähriges Bestehen kann heute die Firma Jughard & Krause, Kohlen, Landesprodukte und Düngemittel, Inhaber Christian Jughard, Ludwigstraße 36, zurückblicken. Kaufmann Jughard entstammt einer bis 1546 nachweisbaren Gießener Familie. Die Firma erfreute sich bis zum Weltkriege eines guten Rufes im internationalen Fouragehandel und hatte gute Geschäftsbeziehungen, in erster Linie zur Schweiz und zu Italien. Kaufmann Jughard ist seit Jahren in einigen Kommissionen der Industrie- und Handelskammer tätig und auch Sachberater und Gutachter für den Reichsnährstand. * *80 Jahre Fä rberei Wallenfels. Die Firma Färberei Wallenfels, Kirchenplatz 21—23, kann in diesen Tagen auf ein 80jähriges Bestehen zurückblicken. Die Firma hat sich im Laufe der Jahrzehnte durch ihre Arbeit auf dem Gebiete der Färberei, der Chemischen Reinigung, der Dekatur, der Bettfedernreinigung und auch der Kunststopferei einen geachteten Namen verschafft. * * Mieterjubiläum. Am heutigen 1. Juli sind es 25 Jahre, daß Kanzlei-Assistent i. R. Ludwig Stroh im Hause Sandgasje 11 wohnt. Gewiß ein Zeichen guten Einvernehmens zwischen Vermieter und Mieter! * * Unfall. Der 30 Jahre alte Arbeiter Emil Oettli aus Hanau, der hier auf einer Baustelle beschäftigt ist, erlitt schwere Fußverletzunyen dadurch, daß er unter einen Rollwagen geriet. Der bedauernswerte Mann mußte sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Kameraden der Leibgarde feiern Wiedersehen. Rückblick auf eine ruhmreiche Regimentsgeschichte. Leibgarde-Jnf.-Regt. 115, das älteste und einzige Regiment der deutschen Armee, das die ehrenvollen Namen „Leib- und Garde"-Regiment gleichzeitig trug. Am 11. März 1621 wurde es gegründet. Schon im 30jährigen Krieg erhielt es die Feuertaufe bei den Kämpfen im Busecker Tal. Von 1689 bis 1696 kämpfte es an der Bergstraße, am Rhein und in den Niederlanden gegen Frankreich. In den Erbfolge- kriegen, 1702 bis 1735 wurde es in die Kämpfe bei Friedlingen-Speyerbach, am Mittel- und Oberrhein und zur Erstürmung der Feste Landau eingesetzt. Im Revolutionskriege 1792/95 ncchrn es an der Einnahme von Mainz und an den Schlachten bei Buchsweiler, Lembach und Weißenburg hervorragenden Anteil. Es folgten die Kämpfe bei Kreuznach und Planig und die Erstürmung der Wiesbadener Platte 1795/96. 1797 stand das Regiment angriffsbereit am Lech. 1806/07 belagerte es unter Napoleon Graudenz und Stralsund; 1809 griff es in die schweren Kämpfe bei Aspern und Wagram ein. In voller Kriegsstärke (15 000) Mann) marschierte es 1812 mit Napoleon nach Rußland und kam nach den Kämpfen an der Beresina usw. mit nur 18 Mann zurück. Die anderen waren gefallen, gestorben, erfroren und verhungert. Neu aufgestellt 1813 verteidigte es in der Völkerschlacht bei Leipzig das bekannte Grimmasche Tor und verlor dort in zwei Tagen 379 seiner tapferen Söhne. 1814/15 stürmte es die befestigten Orte Rheinzabern, Lampertheim und Mundolsheim. Im Revolutionsjahre 1848 stellte es in den Straßenkämpfen in Frankfurt a. M. Ruhe und Ordnung her. Es folgen die Kämpfe im Badischen bei Großsachsen. Der Feldzug 1866 brachte dem Regiment schwere Kämpfe bei Fronhofen und Aschaffenburg. 1870/71 verlor es bei Gravelotte, St. Privat und Orleans 217 Mann an Toten, 303 Mann wurden verwundet. Im Weltkrieg war es nur an der Westfront eingesetzt. Die Schlachten an der Maas und Marne, an der Somme, in Flandern, bei Verdun, in der Siegfried- und Hermann-Stellung, die Erstürmung des Pfefferrückens, des Caures-Waldes, der Einsatz bet Fort Douaumont und bei der großen Schlacht in Frankreich und andere Unternehmungen forderten vom Regiment an Toten 2551, an Verwundeten 8707, an Vermißten 433 Mann. Von 438 Offizieren fanden im Weltkrieg 123 den Heldentod, unter ihnen 9 Regiments- und Bataillonskommandeure, 180 wurden verwundet, 16 sind vermißt. Nüchterne, längst verklungene Namen und Zahlen reden hier von todesmutiger Einsatzbereitschaft, von Heldentum und Vaterlandsliebe, von Pflichtbewußtsein und Kameradentreue bis zum letzten Atemzuge. So reiht sich eine ruhmvolle Wasfentat an die andere durch die Geschichte des ältesten Regiments. Leibgardisten waren es, die seit dreihundert Jahren heilige, deutsche Erde und deutsches Volkstum mit Blut und Leben auf allen europäischen Kriegsschauplätzen verteidigten. Die letzten dieser großen Leibgardistenfamilie werden nach langer Trennung in den Tagen vom 31. Juli bis 2. August 1937 durch die Straßen ihrer alten Garnison Darm st a d t markieren. Sie werden teilnehmen an der feierlichen Ueoer- gabe ihrer ruhmvollen Vergangenheit an das Traditions-Regiment 115. Die Bevölkerung der alten Garnison, mit ihrem Leibgarde-Regiment fest verwachsen, freut sich mit auf diese Festtage und bereitet sich vor zum würdigen Empfang ihrer treuen Vaterlandsverteidiger. Diele ehemalige Regiments-Kameraden aus Gießen und unserer engeren Heimat, wie überhaupt aus dem ganzen Hessenlande, werden es nicht versäumen, an diesem Treffen der Kameradschaft teilzunehmen. Aus den Gießener Gerichtssälen. Große Strafkammer Gießen. In der weiteren Verhandlung gegen den G. O. aus Gießen, von der wir gestern berichteten, wegen Sittlichkeitsoerbrechens, Diebstahls und Untreue mußte der Angeklagte auch noch einen Benzindieb- stahl zugeben. Im übrigen bestritt er ganz entschieden, sich der Krankenschwester unsittlich genähert zu haben, obwohl dies die Zeugin unter Eid bekundete und auch sämtliche von dem Angeklagten in dieser Hinsicht angegebenen Entlastungszeugen restlos versagten. Der Vertreter der Anklagebehärde hielt den Angeklagten auf Grund der Beweisaufnahme des Sittlichkeitsverbrechens für überführt und beantragte unter Zubilligung mildernder Umstände wegen Sittlichkeitsverbrechens, fortgesetzter Untreue und Diebstahls in einem Falle eine Gesamtstrafe von einem Jahr, zwei Monaten Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe, außerdem Haftbefehl. Im Falle der Nebellampe beantragte er Freispruch, da sich der Angeklagte zur Wegnahme der Lampe berechtigt hielt. Das Urteil lautete wegen Sittlichkeitsverbrechens, fortgesetzter Untreue und Diebstahls in einem Falle unter Freisprechung im Falle der Nebellampe auf eine Gefamtgefängnis- strafe von 7 Monaten 2 Wochen und 50 Mark Geldstrafe. Amtsgericht Gießen. Gestern hatte sich der E. K. aus Gießen vor dem hiesigen Amtsgericht zu verantworten. Der Ange- klagte war zweimal in eine Halle eines Althändlers am Wiefecker Weg eingeftiegen und hatte dort größere Posten Lumpen gestohlen, die er dann verkaufte. Der Angeklagte war geständig und behauptete aus Not gehandelt zu haben. Er fei um diese Zeit arbeitslos gewesen und habe weder Erwerbslosenunterstützung bezogen, noch sei er von zu Hause unterstützt worden. Da die Angaben des Angeklagten den Tatsachen entsprachen, bejahte das Gericht das Dorliegen eines Notdiebstahles an Stelle des tatbestandsmäßig gegebenen schweren Diebstahls. Das Gericht hielt jedoch in Anbetracht der Tatsache, daß der Angeklagte wegen eines Der- mögensdeliktes vorbestraft ist, eine empfindliche Strafe für am Platze und erkannte auf eine G e - fängnisftrafe von einem Monat drei Wochen. Die nächste Anklage, ebenfalls wegen Diebstahls, richtete sich gegen den W. A. aus Lich. Dieser hatte von September bis November 1936 in Gießen aus Hauseingängen und auf Straßen nach und nach drei Fahrräder und einen Kinderwagen gestohlen und diese sodann verkauft. Die gestohlenen Gegen- MWiMllWmil Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. 35. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ich bin bisher davon ausgegangen, daß der Täter, der sich des Corpus delicti entledigen wollte, die Kugel einfach aus dem offenen Fenster geworfen habe. Er kann sie doch aber auch schräg geschleudert haben; immer vorausgesetzt, daß er sie nicht woanders weggeworfen hat oder noch bei sich aufhebt. Häberlein rief den dienstbaren Geist, verabschiedete sich und machte sich von neuem auf die Suche. Und diesmal hatte er einen Erfolg, der ihm selbst unwahrscheinlich erschien. Er sand nach langer Anstrengung unter einem Akazienbaum, in der Nähe einer Teppichstange, ein kleines abgeplattetes Geschoß, das er wie einen Diamanten in die Tasche steckte. Es war für einen kräftigen Werfer sehr wohl möglich, vom Derwalterfenster aus an diese Stelle zu treffen. Der Gendarm Häberlein bürstete sich befriedigt die staubigen Knie ab und schritt dann wohlgemut der Station zu. Er zweifelte keinen Augenblick, daß sein Fund die gesuchte Kugel sei. Er verglich im Dienstzimmer sein Mitbringsel mit den übrigen Patronen des kleinen Colt: Das Geschoß war zweifelsfrei aanz von derselben Sorte. Komisch, was solche Leute manchmal für grobe Schnitzer machen! Aber das ist ganz weise von der Vorsehung eingerichtet, sonst würde man diese Kerle ja nie erwischen! philosophierte er. Dann schrieb er bis in die sinkende Nacht hinein an einem ellenlangen Bericht für den Untersuchungsrichter Dr. Jung. * In Schellenberg war gelinde Aufregung. Aus der Stadt war einer vom Gericht gekommen; er hatte einen Schreiber bei sich, und der Fuhrunternehmer aus Büchlkam hatte die beiden von der Bahn ab- holen müssen. Nun saßen sie droben im Saal von der „Sonne" und stellten ein Berhör bezüglich des Tutschek an. Die Leute sahen wispernd zu den Fenstern empor, hinter denen sich so außerordentliche Dinge abspielten. Der Untersuchungsrichter, ein Herr Dr. Jung, saß hinter einem langen Tisch, und zu seinen Häupten hing ein Bild des Führers. Dor ihm standen der Gymnastalprofessor Engasser, der prak- ttsche Arzt Dr. $ogg und der Gendarmeriebeamte Häberlein. Der kleine Saal hatte ein nüchternes, fast strenges Aussehen, und man hatte allen Zierat wie verwelkte Girlanden und das rot ausgeschlagene Podium aus ihm entfernt. Nur ein bißchen Sonne schien durch die drei Fenster und malte leichtfertige Kringel auf Tür und Tische. Das unruhige Mädchen Anna, der Bürgermeister Gsodmair und der Gastwirt Kern warteten schweigend auf einer hölzernen Bank im Stiegenhaus. Engasser und Häberlein waren soeben mit ihren Berichten fertig, die das uns Bekannte wiederholten. Dr. Jung, dessen blaßblaue Augen kurzsichtig zu sein schienen, blätterten in einem dünnen Akt. Dann richtete er diese Augen auf Fogg und forschte: „Sie haben jetzt gehört, Herr Doktor, inwiefern man Ihre Person mit dem Fall Tutschek in Zusammenhang bringt. Der Verletzte ist ja leider noch immer nicht vernehmungsfähig. Was haben Sie auf das alles zu erwidern?" „Ich bin natürlich wie vom Himmel gefallen. Das ist ja ein ganz wahnsinniger Verdacht. Ich habe doch den Verletzten damals gefunden, have ihn heimgeschafft und seither behandelt, wie Sie wissen. Und da soll ausgerechnet ich der Täter sein?" entgegnete Fogg verstört und drehte an einem Röck- knopf, bis er abriß. Sein Gesicht war blaß. Dr. Jung putzte seine Brille und sagte nicht unfreundlich: „Sie müssen sich von meinem Amt die richtige Vorstellung machen. Ich bin nicht da, um Sie spitzfindig hineinzureiten, sondern um die Wahrheit zu finden. In diesem Sinne bitte ich meine kommenden Fragen also aufzufassen. Nehmen wir einmal an, das Ganze wäre eine Affekthandlung gewesen. Tutschek hat Sie gereizt, Sie bekamen Streit, der Revolver ging los. Hinterher empfanden Sie Reue über Ihre Tat und suchten sie nach Kräften gutzumachen. Sie nahmen sich des Bewußtlosen an, beförderten ihn in seine Wohnung und wendeten all Ihre ärztliche Kunst an, um ihn am Leben zu erhalten. So könnte es doch gewesen sein?" stände konnten allerdings sichergestellt und den Eigentümern zurückerstattet werden. Der Angeklagte war ebenfalls geständig. Auch er behauptete aus Not gehandelt zu haben, um dringende Schulden bezahlen zu können. Das Urteil lautete wegen Diebstahls in vier Fällen auf eine Gesamtstrafe von zehn Monaten Gefängnis. Wegen fortgesetzter Uebertretung des Dolksschul- aefetzes erhielt der F. M. aus Gießen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen über 30 M k. In der auf feinen Einspruch hin stattgefundenen Hauptverhandlung ergab sich einwandfrei die Schuld des Angeklagten. Der Angeklagte hatte,^obwohl er bereits durch die zuständige Schulbehörde auf das Strafbare seines Tuns hingewiesen worden war, wiederholt die bei ihm beschäftigten schulpflich- tigen Lehrlinge von der Schule abgehalten und in seinem Betriebe beschäftigt. Das Urteil des Amtsgericht lautete auf die gleiche, wie im Strafbefehl bereits ausgesprochene Strafe, außerdem wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Jtunöfunfprogramm. Freitag, 2. Juli. 6 Uhr: Choral. — Morgenfpruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mitagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Kurzweil nach Tisch. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Volksmusik. 19.45: 5 funkelnagelneue Schallplatten. 20: Komm mit zum Tanz. Ein fröhlicher Abend. 21: Nachrichten. 21.15: Tschaikowsky. Sinfonie Nr. 6 in H-moll. 22: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Musik zur Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtkonzert. Samstag, 3. 3uli. 6 Uhr: Choral. — Morgenfpruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau hör zu. 11.40: Nur Frankfurt: Gau- nachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Vyn Breslau: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Bitte recht freundlich! Schnapp- fchüffe aus dem Reich der zehnten Muse. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Viel Freude mit sich bringt die fröhlich Sommerzeit. 16: Bunte Melodien. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Militärkonzert. 20: Aus einer Liebesmappe. Ein musikalisches Stimmungsbild. In der Pause (21 bis 21.15): Zeitangabe, Nachrichten. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtkonzert. Giegregulierunq bei ßiferfetö. LPD. Siegen, 30. Juni. Gegenwärtig wird im Siegerland ein großes Projekt durchgeführt, und zwar handelt es sich um die Regulierung der Sieg bei Eiferfeld, die wegen der ständigen Hochwassergefahr notwendig wurde. Hier wird der Fluß e i n vollkommen neues Bett bekommen; Stau- und Fallwehre werden für einen guten Abfluß der Wassermassen sorgen. Daneben werden auch noch die Nebenflüsse der Sieg in diesem Gebiet reguliert. Bei dem Projekt finoen 160 Volksgenossen lohnende Beschäftigung. Der Sternenhimmel imZuli 1937. Von Dr. Erwin Koffirma. Ihren Umlauf um die Sonne vollendet die Erde in zwölfmal kürzerer Zeit als Jupiter. Daher überholt die Erde den großen Planeten Juviter, der zurückbleibt und scheinbar „rückläufig", bas heißt langsam nach Westen wandert. War Jupiter in den Frühlingsmonaten nur am Morgenhimmel im Osten sichtbar, so ist er jetzt viel weiter nach Westen gerückt und geht mit dem Sternbild des Schützen, wo er sich aufhält, Anfang Juli bereits um 21 Uhr, Ende des Monats um 19 Uhr auf. Am 15. Juli gelangt Jupiter in die Oppositionsstellung zur Sonne und erreicht zugleich seinen geringsten Abstand von der Erde. Freilich trennen uns dann immer noch 619 Millionen Kilometer von dem Riesenplaneten, rund das Vierfache des Sonnenabstandes. Die Stellung Jupiters genau gegenüber der Sonne ist für die Beobachtung die günstigste, denn wir blicken dann auf feine voll beleuchtete Scheibe, deren Helligkeit im Juli ihren Höhepunkt erreicht. Jupiter ist mehr als sechsmal so hell wie Arkturus. Seiner gewaltigen Größe ist es zuzuschreiben, wenn Jupiter nächst der uns viel näher stehenden Venus das hellste Gestirn ist. Jupiter übertrifft die Erde im Durchmesser um das elffache, in der Oberfläche um das 126fache. Trotz der geringen Höhe des Planeten über dem südlichen Horizont wird der Sternfreund, der über ein kleines Fernrohr oder über ein lichtstarkes Feld glas verfügt, an klaren Abenden die vier großen Monde des Jupiter beobachten können. Venus leuchtet als Morgenstern am Osthimmel in höchster Strahlenfülle. Am 5. Juli bildet sie mit der scheinbar dicht neben ihr stehenden schmalen Sichel des abnehmenden Mondes eine reizvolle Konstellation. Mars bewegt sich rechtläufig im Skorpion und ist tief am abendlichen Südwesthimmel als auffälliges, rötlich-gelbes Gestirn sichtbar. Seine Helligkeit nimmt mit zunehmender Entfernung langsam ab. Saturn geht kurz nach Mitternacht auf; wir finden ihn im Sternbild der Fische als Stern erster Größe. Betrachten wir nunmehr den abendlichen Fixsternhimmel gegen 23 Uhr, so bemerken wir zunächst die besonders im Norden recht erhebliche Aufhellung des Himmelsgrundes, welche nur die helleren Sterne erkennen läßt. Bis Mitte Juli dauert in Norddeutschland die Zeit der hellen Nächte. Hoch im Süden finden wir das Sommerdreieck, dessen Eckpunkte von Wega, Deneb und Atair gebildet werden. Die in blauweißem Licht funkelnde Wega steht säst im Zenit; sie ist der hellste Fixstern des nördlichen Himmels, 27 Lichtjahre entfernt und besitzt die 60fache Leuchtkraft der Sonne. Atair im Adler ist bei einem Abstand von 16 Lichtjahren oder 150 Billionen Kilometer einer der uns am nächsten stehenden Fixsterne. Trotzdem kann man sich von dieser Entfernung nur schwer eine richtige Vorstellung machen. Atair ist eine Billion Mal so weit von uns entfernt wie die Sonne. Lassen wir die Strecke Erde—Sonne (150 Millionen Kilometer), zu deren Zurücklegung ein Schnellzug 170 Jahre benötigen würde, auf einen Meter zusammenschrumpfen, so würde Atair in diesem Maßstab 1000 Kilometer entfernt fein, was der Strecke Berlin—London oder Berlin—Florenz entspricht; Atair würde dabei noch etwas kleiner fein als ein Fünfpfennigstück. Sein wahrer Durchmesser beträgt das IVrsache der Sonne. Das Sommerdreieck liegt im Bereich der Milchstraße, die sich vom Schützen im Süden über Adler, Schwan, Cepheus und Kassiopeia zum Perseus im Nordosten zieht und die Ende Juli, wenn die Hellen Nächte vorüber sind und fein Mondschein stört, wieder als reich gegliedertes Silberband auf dunklem Himmelsgrund sichtbar wird. Ihre größte Helligkeit erreichte die Milchstraße in der schonen kreuzförmigen Sternfigur des Schwans. Oestlich der Milchstraße sind das große Sternbild des Pegasus und die Andromeda heraufgekommen. Westlich der Wega bemerken wir den Herkules, in dem wir uns mit Hilfe eines Fernglases leicht den berühmten Kugelsternhaufen aufsuchen, der als kleiner milchiger Fleck erscheint; ferner die einen zierlichen Halbkreis bildende Nördliche Krone und den Bootes mit Arkturus, dem hellstrahlenden gelben Riesenstern. Ties am südwestlichen Horizont flimmern der rötliche Antares im Skorpion und Sterne der Waage. Wenden wir uns nun der nördlichen Himmelsgegend zu, so sehen wir im Noridosten die W»fötr mige Kassiopeia, deren mittelster Btern im Frühjahr seine Helligkeit verdoppelte und noch immer der hellste des ganzen Bildes ist. Links vom Polarstern steht der Himmelswagen im Großen Bären. Seine Deichsel ist nach oben auf Arktur gerichtet, während die Stellung des Kleinen Bären gerade umgekehrt ist. Der Polarstern ist jetzt der unterste von den Sternen des Kleinen Bären. Zwischen Großem und Kleinem Bären können wir leicht die gewundene Sternreihe des Drachen verfolgen. Am Nordhorizont, im Bereich des hellen Dämmerungsbogens, funkelt die Kapella. Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf folgende Tage: letztes Viertel 1., Neumond 8., erfters Viertel 15., Vollmond 23., letztes Viertel 30. Juli. Im Gegensatz zum winterlichen Vollmond, der hoch und weiß glänzend am Himmel steht, zieht der Sommermond tief am Südhimmel feine flache Bahn und taucht die Landschaft in ein mildes, gelbliches Licht. „Könnte — sehr richtig, aber es war nicht so!" rief Fogg leidenschaftlich. „Ich kann nur immer wieder beteuern: Ich habe keine Ahnung, wer den Verwalter so zugerichtet hat und wie mein Colt aus meinem Pult an jenen Weiher kommt." „Erzählen Sie uns einmal das mit der Kugel, die Sie verloren haben." „Ich habe mir damals gesagt: Das Geschoß muß unter allen Umständen entfernt werden; man hat nicht gern einen Fremdkörper in der Wunde. Am Tage nach dem Unglück habe ich ihn denn auch mit einer langen Pinzette vorsichtig herausgenommen, kurze Zeit betrachtet, und dann ist er mir entglitten. Nachdem die Wunde versorgt und verbunden war, habe ich danach gesucht, aber die Kugel nicht mehr gefunden." „War jemand im Krankenzimmer zugegen, als dies passierte?" „Nein. Ich hatte die Magd um neues Wasser fortge schickt." „Wäre es nicht besser gewesen, zuerst nach dem Geschoß zu suchen und bann erst die Wunde zu verbinden, die ja wohl nicht mehr so start blutete? Sie mußten als gebildeter Mann doch annehmen, daß gerade dieses Geschoß für die Aufklärung des Falles recht wichttg fei?" Fogg überlegte eine Sekunde, bann erwiderte er: „Offen gestanden, ich habe damals gar nichts angenommen. Mir ging die medizinische Seite der Angelegenheit im Kopf herum. Ich fand es nämlich wunderbar, daß die Kugel vor dem Femurknochen haltgemacht hatte und die Blutung trotz meines Herumbohrens im Schußkanal nicht wieder von neuem heftig einfetzte. Aber selbst wenn ich mir klargemacht hätte, wie wichttg bas Geschoß für ben Gang der Untersuchung wäre, hätte ich trotzdem so und nicht anders gehandelt. Meine Hände waren desinfiziert, die Wunde wartete auf schleunigen Verschluß, ich hätte beim Suchen Staub aufroirbeln müssen — nein, ein Fahnden nach dem Ausreißer kam erst später in Frage." „Sie haben also erst hinterher gesucht. Sehr intensiv?" „Meiner Ansicht nach, ja. Ich verlor die Kugel zwischen Bett und Fenster, in nächster Nähe der Chaiselongue; es lag eine Menge Zeug herum, Bettvorleger, Teppich, die Decke über dem Ruhesofa, die Bodenenden der langen Stores; kurz, ich habe mein möglichstes getan, aber nichts gefunden." „Und wie ist das mit der Magd?" „Die Magd pflegte Tutschek, bas heißt, sie tut es noch. Ich bat sie, noch mal warmes Wasser aus dem Schloß zu holen. Sie blieb ziemlich lange aus. Wahrscheinlich mußte das Wasser erst warmgemacht werden. Als sie endlich zurückkam, war ich mit dem Suchen bereits fertig und schrieb gerade ein Rezept. Dann erklärte ich ihr noch einiges hinsichtlich der Pflege des Patienten. Darüber habe ich die Kugel ganz vergessen." „Sie haben sie also nicht beauftragt, nach dem Geschoß nochmals tüchtig zu suchen oder beim Zusammenkehren achtzugeben?" „Nein, das habe ich leider nicht." „Auch später nicht?" „Doch. Als der Gendarm Häherlein so großen Wert auf das Geschoß legte,, habe ich die Magd gebeten, alles von oben bis unten umzukehren." „Hm, da war es ja wohl zu spät", sagte Dr. Jung, seinen Bart streichelnd. „Wie erklären Sie sich, daß Wachtmeister Häberlein das Geschoß draußen im Freien gesunden hat?" „Vielleicht hat die Aufwärterin es beim Saubermachen zusammengekehrt oder mit einem Teppich unwissentlich hinausgeschüttelt. Ich kann das nicht sagen." „Aber Sie werben immerhin zugeben, daß dies alles sehr belastend für Sie ist, nicht?" Fogg zuckte die Schulter. Dr. Jung fuhr fort: „Der Schießsachoerständige hat festgestellt, daß das beim Derwalterhaus gefundene Geschoß aus Ihrer Waffe abgefeuert wurde. Betrachten Sie es, bitte. Ist es dasselbe, bas Sie aus der Wunde entfernt haben?" „Es scheint so, Herr Untersuchungsrichter." „Zwischen Ihnen und Herrn Tutschek bestand seit längerem eine gewisse Feindschaft?" „Feindschaft ist vielleicht zuviel gesagt, Herr Untersuchungsrichter. Wir mochten uns nicht. Er war mir unsympathisch, seit er mich beim Verkauf meines Waldes übervorteilt hatte. Außerdem hat er mir einen durchaus unmöglichen Vorschlag bezüglich eines anderen Geschäfts gemacht. Zudem hat er eine Zeitlang meiner Haushälterin nachgestellt, und das paßte mir nicht." Fortsetzung folgt DeuischlandsÄekordwagenmsderMseveliÄuiorennbahn Wirtschaft W19 ch Nidda, 30. Juni. Schon feit einer Reihe von * Londorf, 30. Juni. Im Verlauf einer tätlichen Auseinandersetzung erlitt der Techniker Willy * Großen-Bufeck, 1. Juli. Sämtliche Hunde der, Fachgruppe Großen-Bufeck waren für die Schäferhundeschau in Gießen in die Leistungsklasse (bei Schäferhunden Hauptklasse) gemeldet, d.h. sie müssen ausgebildet und eine Leistungsprüfung bestanden haben. Der Besitzer der Pranda v. Busecker Schloß ist Joh. Becker, Rödgen. Schäfermeister Georg Schoch, Oppenrod, erhielt mit der Senta v. Busecker Schloß einen Ehrenpreis der Landesbauernschaft. Der Züchter Alfred Hahn, Großen-Buseck, erhielt den 1. Zuchtgruppenpreis und für beste Gesamtleistung die bronzene Plakette vom Reichsverband. Kreis Ariedberg. — Butzbach, 30. Juni. Die NS. -Frauenschaf t und das Deutsche Frauenwerk veranstalteten gestern in der Lahntorschule einen Vortragsabend, der recht gut besucht war. Es sprach Frl. Reuter von der Bäuerlichen Werkschule Friedberg über „Süßmostbereitung im Haushalt". Ihr Vortrag wurde durch praktische Vorführung erläutert. Die Ausführungen fanden reichen Beifall. — Die Kleinkinderschule veranstaltete in den Räumen ihrer Anstalt ein Sommerfest. Fast sämtliche Eltern waren mit ihren Kindern erschienen. Die Leiterin der Schple, Frl. Wolfram, führte die Eltern und erschienenen Freunde in das Leben der Schule ein. Die Kinder erfreuten durch Spiele, Tänzchen, Lieder, kleine Aufführungen usw. die Anwesenden. Kreis Bübingen. STnninB Su7®^ die Jahren litt unser Städtchen im Laufe des Som- kine sofortige Überführung in die Chirurgische mers in empfindlicher ffieife unter Wassermangel Klinik nach Gießen notwendig machten. namentlich der innere Stadtteil, der an einem MAN 133, BMW. 148,25, Deutsche Erdöl 156, Gesfürel 1 v. H. niedriger mit 150, aber so gesucht, Holzmann 147,75, Muag 147,75, Moenus 118,75, Rheinmetall 150,75, Schuckert 170, Nordd. Lloyd 20,50. Auch am Rentenmarkt verblieb Nachfrage bei allerdings unveränderten Kursen. Etwas fester Reichsbahn-VA. mit 126,13 (125,90), Reichsaltbesitz unv. 125,90, 6proz. IG.-Farben waren mit 136 an- geboten. Kommunal-Umschuldung hielten sich bei unv. 94,05. Irankfirrter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Juni. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete.' Futtergerste —, Futter- hafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,90, W 16 30,00, W 19 30,00, W20 30,35, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 3,80 bis 4,20, Heu draht- gepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00, do. gebündelt 2,70. Tendenz: ruhig. Schweinemartt in Gießen. Gießen, 30. Juni. Auftrieb: 25 Ferkel. Es kosteten: 5 bis 6 Wochen alte 13a bis 16 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 16 bis 19 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 19 bis 21 Mark, 10 bis 12 Wochen alte 21 bis 24 Mark. Nächster Markt am 28. Juli 1937. Schweinemarkt in Alsfeld. Alsfeld, 30. Juni. Auf dem heutigen Schweinemyrkt waren 316 Ferkel, darunter 91 Händlerschweine, aufgetrieben. Der Handel war schleppend. Es verblieb ein Ueberftanb von 125 Stück. Es wurden bezahlt für sechs bis neun Wochen alte Tiere 15 bis 18 Mark, für acht bis zehn Wochen alte 18 bis 23 Mark, für zehn bis zwölf Wochen alte 23 bis 28 Mark pro Stück. Jrantfu'ter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Juli (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Auftrieb: 964 Rinder, darunter 139 Ochsen, 150 Bullen, 534 Kühe, 141 Färsen; 1050 Kälber, 48 Schafe und Hämmel, 196 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 45, Bullen 34 bis 43, Kühe 16 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Schafe und Lämmer 45 bis 50, Schweine 50 bis 54 Mark. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 47 6 : Unedle Metalle — Wichtige Vorschriften für die Ausfüllung der neuen Ausfuhroerbrauchsscheine. — 47 6a): Warenverkehr mit Island. — 477: Aenderung des griechischen Zolltarifs. — 478: Neuverteilung der griechischen Kontingente. — 47 9: Wortlaut der Vereinbarung über die Regelung des deutsch-columbianischen Austauschverkehrs. — 480: Gewährung von Preisnachlässen und Aufhebung von Kaufverträgen im Auslandsgeschäft. — 481: Neue Bestimmungen über Zollanmeldung im Verkehr mit Großbritannien und Nordirland. — 4 82: Unordnung über die Verwendung deutscher Wolle bei öffentlichen Aufträgen vom 23. Juni 1937. — 4 8 3: Bekanntmachung über den Verkaufspreis für Treibstoffspiritus. — 4 8 4: Anschriftenänderung der Reichsstelle für Tiere und 'tierische Erzeugnisse. 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, ---11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise Diamantene Hochzeit. — Großen-Linden, 30. Juni. Ädolf Weinandt und feine Ehefrau fiuife, geb. Reichhardt, feiern am morgigen Freitag, 2. Juli, bei guter Gesundheit die diamantene Hochzeit. Der Jubilar ist 84 Jahre alt und die Jubilarin 85. Beide haben ein arbeitsreiches Leben hinter stch. Adolf Weinandt hat 50 Jahre im hiesigen Braunftein- bergwerk gearbeitet. — Von der hiesigen Schule weilten fünf Klassen 14 Tage in der Jugendherberge bei Wiesbaden zu einem Ferienaufenthalt. Rosenschau in Steinfurth. Lpd. Bad-Nauheim, 30. Juni. Die Rüsen- anbauer von Steinfurth und Umgebung veranstalten in der Zeit vom 11. bis 12. Juli 1937 in Steinfurth eine große Rosenschau. Die Schau bietet Gelegenheit, die Reichhaltigkeit und Farbenpracht der in Steinfurth angebauten Rosen kennen zu lernen. Die Pflanzen stehen zur Zeit in der Vollblüte. In der Ausstellung werden alle Sorten von Rosen, die dort angebaut'werden, vertreten fein. Landkreis Gießen. * Watzenborn-Steinberg, 30. Juni. Der hiesige 50 Jahre alte Postschaffner Georg Brückel erlitt bet einem Sturz von einem Postwagen im Bahnhof zu Gießen mehrere Rippenbrüche und mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht werden. * Die Schristenrei he der Dresdner ! Lank „A n 1 a g e w e r t e" ist mit ihrer dritten ( Folge soeben erschienen. Sie wird mit einer text- < lichen und tabellarischen Darstellung des Renten- s Marktes eingeleitet. Es folgt dann eine Abhandlung l über die Lage und die Entwicklungsausfichten der t Textilwirtschaft. In Einzelabhandlungen werden für f die wichtigsten Gesellschaften deren Aktien an den i deutschen Börsen gehandelt werden, wissenswerte । Daten mitgeteilt. Mein Mainische Börse. Mttagsbörfe freundlich. Frankfurt a M., 30. Juni. Da der Halbjahresultimo für die Börse praktisch überwunden ist, erfolgten wieder einige Käufe des Handels, auch die Kundschaft war mit Kaufaufträgen am Markt, fo daß die Haltung allgemein freundlich war. Bei weiterhin etwas lebhafteren Umsätzen brachte der Aktienmarkt zu den ersten Notierungen meist Besserungen von durchschnittlich 1 v. H. Später griff jedoch wieder eine stärkere Zurückhaltung Platz, und teilweise lagen die höchsten Kurse nicht aanz behauptet. Bessere Kaufmeinung zeigte sich für Montan- und Elektroaktien. Hoesch 125,13 (124,25), Klöckner 137,75 (136,25), Mannesmann 123,40 (122,25), Verein. Stahl 119,75 bis 120 (119,40); Gesfürel 151 (149,50), Rheag Stamm 138 (136,75), RWE. 133 (131,25), Schuckert 169,40 bis 170 (168,25), AEG. 42,25 bis 42,50 (42,30). Chemiewerte lagen voll behauptet, IG.-Farben 165,50, Scheideanstalt 262. Fest, aber ohne größeren Umsatz waren Bem- berg mit 140 (137). Sonst eröffneten Muag mit 148 (147), Daimler mit 137,50 (137,25), Zement Heidelberg mit 155 (154,25), etwas leichter Reichsbank mit 211 (212), Nordd. Lloyd mit 20,65 (21) und Deutsche Erdöl mit 154,50 (154,75). Am Rentenmarkt war das Geschäft vorerst klein. Größere Nachfrage erhielt sich nach Goldpfandbriefen. Von den variablen Werten stiegen Reichsbahn-VA. auf 125,90 (125,75). Kommunal- Umschuldung stellten sich auf 94 vis 94,05 (94). Mit Beginn der zweiten Börsenstunde war das Geschäft wieder etwas lebhafter, es beschränkte sich allerdings auf Spezialwerte. Bemberg bei größeren Umsätzen bis 141 nach 140, Deutsche Erdöl 155,50 nach 154,50, ferner waren einzelne Montanpapiere etwa 0,25 bis 0,50 v. H. über dem Anfangsstand, wogegen IG.-Farben auf den Vortagsstand von 165,25 nach 165,50 bis 165,75 zurückfielen. Die später notierten Papiere wiesen nur wenig Veränderung auf. Von Renten waren 5prozentige Industrie-Obligationen gefragt und etwas lebhafter, gesucht wurden außerdem Wiederaufbauzuschläge mit 79 und späte Schuldbuchforderungen mit 99,13, Rheinische Städte- Altbesitz 131 bis 131,50, Süddeutsche 132 bis 132,50. Von Liquidationspfandbriefen erhöhten sich Frankfurter und Meininger 0,13 bis 0,25 v. H. Von Kom- munal-Obligationen Rheinische 98,25 (98). Goldpfandbriefe unverändert, ebenso die meisten Stadtanleihen. Im Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke Kleyer um 0,50 v. H. auf 115, VDM. blieben zu 170 gesucht; Neue Wayß & Freytag unv. 150, Rastatter Waggon 38,50 (38). - Tagesgeld unv. 3 v. H. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse bestand überwiegend weitere Kaufneiaung, doch fehlte es am entsprechenden Angebot, so daß die Umsätze beschränkten Umfang hotten. Lebhaftes Geschäft hatten wieder Otaoi Minen mit unv. 32.13. Auf den übrigen Marktgebieten waren die Kurse ebenfalls meist unverändert, in Anpassung an den Berliner Schluß ergaben sich verschiedentlich leichte Abweichungen von etwa 0,25 bis 0,50 o. H Buderus 126,50, Klöckner 137,50, Mannesmann 123,25, Rheinstahl 153,13, Verein. Stahl 120, JG.-Farben 165,25, Bemberg E 140,25, Zum ersten Male werden am kommenden Samstag die deutschen Rennwagen der Auto-Union und Mercedes-Benz mit Caracciola, Seaman, Rofemeyer und v. Delius auf der Roosevelt-Autorennbahn in Neuyork in die Schlacht um den Vanderbilt-Pokal gehen. 91mal muß die 3Va Meilen lange Strecke gerundet werden. 160 000 Zuschauer faßt die Anlage, auf der im vorigen Jahre der Italiener N u d o l a r t siegreich war. Unsere Aufnahme zeigt die Roosevelt-Autorennbahn, vom Flugzeug aus gesehen. (Scherl.) Aus Der engeren Heimat. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börje. ■ Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlosfenen Dividende an Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 v H 9 Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schiuß- kurs Schluß?. Abendbörse Schluß- fürs Schluß! Mtttag- börse Schluß- fürs Schluß?. Wend börse Schluß- kurs Schluß! H Mittag bürie H Damm 29-6. 30.6 26.6. 30-6. Da "ni 29-6 30.6 26.6. 30-6. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4Vi% Deutsche Reichsschatzanwei- 101,7 98,9 99,4 99 105,13 99.75 100,75 99,4 126 99,5 101 99 98 97,9 133,4 99 5 98.25 100,75 101,25 110.75 125 19,25 21 125 75 212 130 114,13 118 105 101,7 98,9 99,4 99 99,75 100,75 99,25 125,9 99,5 101 99 97,9 133,4 99,5 98,25 100,85 101,25 110,75 124,5 19,5 20,5 126,13 211 130 113,25 118 105 Devll 101,9 98,9 99,4 99 105 99,75 100,75 99,25 126 99,5 99 98 133,65 99,5 101 124 46 19,25 20,5 125.75 ' 211 130 113,13 118 105 mtnarf 101,75 98,9 99,4 99 104,5 100,65 99,25 126 99,5 99 98 133,75 99.5 101,13 110.9 124,25 47 19,5 20,4 126,25 211,75 129,5 113,25 118 105 Berlir Aceumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg................... 0 Bekula..................... 8 Buderus Eisen............... 5 Cement Heidelberg........... 7 Gement Karlstadt............ 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6y2 Deslauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl..............b Deutsche Gold- und Silber .... » Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben Jndusttie.......7 Felten & Guilleaume.........6 230 141,5 137 164 125,75 154,25 172 188,5 137 25 154,75 261,5 164 136 151,5 165,4 135,5 149,5 148,75 173,5 124,25 146 142,5 121 136,25 123,75 99 122,5 148,5 153 233 136,75 152,75 131,25 147,25 168,25 215 208 119,4 59,13 159,25 39 232 141,75 140,25 164 126,5 155,5 172 188.5 137,5 156 262 165,25 136 152 165,25 135,75 150 149,75 52,9 174 125,13 147,75 141,5 121,25 137,5 124,25 99 123,25 151,5 152,9 138 153,13 133 148 160 170 216 120 59,25 121 158,5 32,13 230 141 137 164,5 125,5 189 25 136,9 118,5 155 164,5 136 151 165,9 135 149 149,5 53,9 174 124 146,65 175,25 142,75 122 136,5 153,5 124 122,5 148 151,75 108.13 234 136 75 131.25 147 158,25 169,5 100,25 215,5 208 118,65 59,25 121,65 158,5 232 143 140 164,5 126.25 188,75 137,65 119,9 156,25 165,25 135,9 151,5 165,13 135,5 150 150 53,25 174,25 124,75 148 175.65 121,5 B 137,5 156,13 124 123,13 152 152,5 108,5 234 138 153,4 132,75 147 75 160 170,5 99,75 216,5 206 119,9 59,4 121,5 158,5 32 4x/i% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935, II. Folge ... 4y2% Deutsche Reichslchatzanwei jungen von 1936, III. Folge .. 5y2% Doung Anleihe von 1930 .. 4'/?/0 Hessische Volksstaat von 1929 4yz% Deutsche Reichspostschatz von 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz Oberhessen Provinz-Anlethe mit 4y2% Hess. Landesbk. Darmstad! Goldpse. R. 12.............. 6 y.% Hess. Landes-Hyp.-Banl Th. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen........... 0 Harpener ................. 8'/2 Hoesch Gsen............... 3/i Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse ................6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke ......... - • • *Vi Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............. 4‘A Metallgesellschaft............. 6 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19............ 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4V2% Darmstädter Komm.-Lan- Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Ysiislns -Rechte I............. 4y2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4y2% Franks. HYP. Gold-Komm. 5y2% Franks. Hyp. Liquidation 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Orenstem & Koppel......... Rheinische Braunkohle....... 18 6 6 6 7 6 7 4 9 10 v/2 0 4 6 0,6 Steuergütichein-Verrechnungskurs A.G. sür Verkehrsweien .... tiy2 Hainburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Retchsbant.......... 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 y2 Commerz- und Privat-Bank ... E Deutsche Diskonto............E Dresdner Bank.............. 4 Rheinische Elektro........... Rhetnstahlwerke............. Rdeinisch-Westfälische Elektro . Rülgerswerke .............. Salzdetfurth Kali........... Schuckert L Co.............. Schultheis Patzenhoser....... Siemens & Halske.......... Süddeutsche Zucker.......... Bereinigte Stahlwerke...... Westdeutsche Kaufhof........ Zellstoff Waldhos........... - $tanffurl a. M 29- Fun 30 .tun 29. 3 um 30 «un llmilirhp »t/ntipnin. Amtlich. Gett ioiierunn Br'e. Amil'che Geir toHerung Brie Gelt | Brie Gelt | Brie Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... 0,756 42,12 0,165 47,10 54,94 47,10 12,305 5,44 137,18 13,09 0,760 42,20 0,167 47,20 55,04 47.20 12,335 5,45 137,46 13,11 0,755 42,05 0,165 47,10 54,94 47,10 12,305 5,44 136,91 13,09 0,759 42,13 0,167 47,20 55,04 47,20 12,335 5,45 137,19 13,11 )apan.................... d'694 61,84 48,95 11,175 63,44 57.15 16,98 -1,671 2,497 5J06 61,96 49,05 1,195 63,56 57,27 17,02 8.689 2,501 5! 694 61,84 48,95 11,175 63,44 57,03 16,98 8,671 2,496 5J06 61,96 49,05 11 195 63,56 57,15 17,02 8,689 2,500 Danzig................... London .................. HeisingforS................ Prag • ■ •.................. Budapest................. Neuyork.................. Holland.................. Italien................... Hier obschneiden! I Mehlnährschaden Melancholie 301 Mehlnäbrschaden gehört zu den Mangelkrankheiten (s. d.). Entsteht bei einseitiger Ernährung der Säuglinge mit gesüßten Mehlabkochungen ohne ober ohne genügenden Milchzusatz. Die Kinder magern sehr stark ab ober iie sehen „aufgeschwemmt" aus, ohne baß sie richtig gedeihen. Richtige Milchnahrung geben, Arzt befragen. Mehltau, s. Meltau. Mehlwurm, Mehlkäfer, kleiner schwarzer Käfer, dessen Larve sich im Mehl aufbält und als Futter für Singvögel und Frösche sowie Eidechsen gezüchtet wird. Die Zucht wird in einer mit Blech ausgeschlagenen Kiste vorgenom- men, die mit Drahtgaze abgeschlossen sein muß. Die Larven werden in eine Mischung von Fußmehl (Abfallmehl) und Weizenkleie gesetzt und warm gestellt. Kartoffelstückchen ober Scheiben von Mohrrüben versorgen die Larven mit ihrem Bebarf an Flüssigkeit. Die Larven vermehren sich ungemein unb sinb nach etwa 3 Monaten ausgewachsen. Meineid. Wer wissentlich vor Gericht unter Eib bie Unwahrheit sagt ober etwas absichtlich verschweigt, wirb wegen Mein- eib mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft; s. Eib. Meinungsverschiedenheiten zwi- schen Eltern, s. Erziehung, Be- kenntnis; Ehefrau. Sind für einen Minderjährigen ober Ent- münbigtSn mehrere Vvrmünber bestellt, von denen dem einen die Sorge für die Person, dem anderen die Sorge für das Vermögen des Mündels zusteht, dann entscheidet bei M. über die Vornahme einer Handlung, die sowohl biß Person als auch bas Vermögen bes Mündels betrifft, das Vormundschaftsgericht, wenn nicht bei der Bestellung der Vormünder etwas anderes bestimmt worden ist. Ruht die elterliche Gewalt des Vaters (z. B. weil er entmündigt ist) und ist deshalb dem Kinde ein Vormund bestellt, so geht bei M. zwischen dem Vater und dem Vormund tzes Mündels die Meinung des Vormundes vor. Bei M. zwischen Vater und einem etwa für bas Kinb bestellten Pfleger über bie Vornahme einer Hanblung, bie sowohl ben Machtbereich bes Vaters als bes Pflegers berührt, entscheidet das Vormundschaftsgericht. Meise, Sperlingsvögel mit verschiedenen Abarten, Blaumeise, Kohlmeise usw., der in Baumhöhlen oder Nistkästen brütet. Meister, Titel des Handwerkers, der die vorgeschriebene Prüfung abgelegt hat. Melancholie (griechisch, wörtlich übersetzt schwarze Galle, weil früher auf bie „schwarze Galle" zurückgeführt). Schwermut, charakterisiert burch anhaltenbe trübe Stimmungslage, unbegrünbete traurige Verstimmung (Depression), Angst, Wahnibeen, Selbst- mordgebanken und ähnliches. farlXoos Gießen, Kirchenplatz 13, Ruf2797 etwas niedriger gelegenen als die beiden anderen Wasserbehälter in der Nachbarsgemeinde Michelnau angeschlossen ist. Man plante die verschiedensten Maßnahmen zur Behebung des Mißstandes, jedoch scheiterten alle Pläne ihrer Kostspieligkeit halber. Seitdem man jedoch mit dem 1. April d. I. die Anbringung eines Wassermessers bei jedem Hausanschluß zur Pflicht des Hausbesitzers gemacht hat, ist endlich Wandel geschaffen. Wasser ist an sich hinreichend vorhanden, die Sammelbecken können sogar das Quellwasser nicht restlos fassen. Wenn nun trotz sehr langer Trockenheit der in Betracht kommenden Monate April und Mai das edle Naß in genügender Menge vorhanden ist, so dürfte unzweifelhaft mit dem Wassermesser das Problem des Wassermangels gelöst sein, da sich nun die Kosten des Wasserverbrauchs nach der Kubikmeteranzahl richten. Die Bevölkerung wird damit zu einiger Sparsamkeit im Wasserverbrauch angehalten. Kreis Wetzlar. £ Launsbach, 1. Juli. Unser Mitbürger Johannes Schmidt wird morgen 75 Jahre alt. Der Jubilar Schmidt ist noch bei bester Gesundheit und- verrichtet in Haus und Hof noch alle Arbeiten. Auch wirkt er noch aktiv im Gesangverein mit upd versäumt keine Singstunde. * Dutenhofen, 30. Juni. Dieser Tage feierte der hiesige Männergesangverein sein 6 0 j ä h r i g e s B e st e h e n. Das Jubiläum, das in kleinerem Rahmen gefeiert wurde, fand in dem Vereinslokal der Gastwirtschaft „Jagdschlößchen" statt. Hierzu waren zwei Gesangvereine von auswärts eingeladen und erschienen. Ferner waren sämtliche Ortsvereine eingeladen. Die Vereine wurden von ihrem Stammlokal bzw. vom Bahnhof abgeholt und unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Kundgebungsplatz, zur Dorflinde, gebracht. Dort fand eine öffentliche Kundgebung zur Pflege des deutschen Liedgutes statt. Viele Volksgenossen hatten sich eingefunden. Der gastgebende Verein sang zunächst ein Begrüßungslied. Dann hielt der Dereinsvorsitzende Karl A g e l eine Ansprache. Er schilderte den Werdegang des Vereins während der vergangenen 60 Jahre und ermahnte die Sänger, auch weiterhin dem deutschen Liede treu zu bleiben. Nach einigen, von den einzelnen Vereinen vorgetragenen Liedern, die alle reichen Beifall unter ben vielen Zuhörern hervorriefen, sprach dann auch der hiesige Bezirksführer des Deutschen Sängerbundes. In seiner Ansprache stellte er besonders den deutschen Männergesang und das deutsche Liedgut als Kulturwerte unseres Volkes heraus. In das „Sieg-Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland stimmten alle Volksgenossen ein. Der Dirigent des gastgebenden Vereins, der auch die beiden auswärtigen Gesangvereine dirigierte, leitete dann einen Massenchor, der zwei Lieder brachte, deren eins von einem Trompetensolo begleitet wurde und besonderen Beifall fand. Gemeinsam unter Vorantritt der Musikkapelle wurde nach dem Festlokal abmarschiert. Hier fand sich eine große, sangesfreudige Gemeinschaft zusammen. Bei Gesang und Tanz und weiteren Ansprachen verlebte man einige schöne Stunden. Betriebssport marschiert! Erste Kundgebung im Gau Südwest. Der 30. Juni 1937 wird in Zukunft als ein Markstein in der deutschen Sportbewegung angesehen werden. Es ist der Tag, an dem auf Grund des zwischen dem Reichssportführer von Tschammer und Osten und dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert L e y getroffenen Abkommens zum erstenmal einheitlich in allen Gauen des Reiches Kundgebungen stattfanden, die dem Zweck dienten, den Sport innerhalb jedes einzelnen Betriebes fest zu verankern. Es ist das Ziel dieses Abkommens, künftig jeden schaffenden Deutschen in die allgemeine Sportbewegung emzugliedern und in Wahrheit ein Volk in Leibesübungen zu schaffen. Die Frankfurter Adlerwerke waren dazu ausersehen, im Gau Südwest die erste derartige Kundgebung durchzuführen und dabei die erste auf Grund des oben genannten Abkommens gegründete Betriebs-Sportgemeinschaft zu eröffnen. Dicht gedrängt standen die Angehörigen des Betriebes am Mittwochnachmittag in der weiten, festlich geschmückten Halle, als unter den Klängen des Nibelungenmarsches die Fahnenträger und die bereits sporttreibenden Mitglieder der Adlerwerke einmarschierten. Nach kurzen Begrüßungsworten des Betriebsobmannes an die anwesenden Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Behörden, und nicht zuletzt der Deutschen Arbeitsfront, überbrachte SA.-Truppführer Topp als Vertreter des Gausportführers die Grüße des Neichssportfüh- rers und des Sportbeauftragten für den Gau Südwest. Auf die Entwicklung der deutschen Leibesübungen und ihre Bedeutung für die Gesunderhaltung unseres ganzen Volkes eingehend, wandte sich Truppführer Topp anschließend den Betriebs-Sportgemeinschaften selbst zu. In ihnen schlummere ein ungeheures Kräftereservoir, das auch im Hinblick auf die uns vom Führer gestellten Aufgaben im internationalen Sport erschlossen werden müsse. Ein Beispiel von den in den Betrieben noch unentdeckten Sportgrößen gab der Gauobmann der DAF., Willy Becker, in seiner Rede. Aus dem Hause der Deutschen Arbeitsfront sei vor einiger Zeit ein Mädchen, zukll erstenmal auf den Sportplatz gekommen, das unverkennbare Veranlagung zum Speerwerfen zeigte und nach wenigen Hebungen bereits dicht an die von Tilly Fleischer erzielten Leistungen herankam. Im Namen des Betriebsführers der Adlerwerke erklärte der stellvertretende Betriebsführer Direktor B a f f o n g, daß selbstverständlich auch von der Leitung des Werkes der große Wert einer sporttreibenden Gefolgschaft anerkannt und alles getan werde, um die neugegründete Betriebs-Sportgemeinschaft zu unterstützen und zu fördern. Wieder deutsche Ruderer auf der Henley-Regatta Der Olympia-Achter der RG. Wiking-Berlin ist bereits in Henley eingetroffen, wo er sich an der großen Regatta beteiligt. Hier sehen wir die Berliner, im Begriff, ihr Boot zu Wasser zu bringen, um für den / Kampf zu trainieren. (Atlantik-M.) W-;, ... Zum Einmachen 1937 1857 färberei Wallenfels, Gießen Kirchenplatz 21-23 Fernsprecher Nr. 3760 Zum Ansetzen Dekatur, Bettfedern-Reinigung und Kunst-Stopferei Zum Abendessen 4421 D Melange 302 Menu Fabelhaft schöne Küchen zu bekannt \W'/Z GLORIri (ÜBERFALL IM HOTEL) Ein Film der alles bringt: fÄ- 'M' Möbel Giessen-Schülstr. 6 POLOST Giessen ?/, Flasche m. Gl. 2.10 1/1 Flasche m. Gl. 2.10 38 42 38 40 86 Nachlasse vonsbu 20 v. S. erhalten Sie bet wlederholten Auf. nahmen einer Ameise Kornbranntwein Nordhäuser...... Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? iiiiiMilllilimiiiiiimiiii Kristall-Zucker grob.......... Kristall-Zucker extra grob .... Gemahlener Zucker......... Feiner raffinierter Zucker Opekta Geliermittel.............. Opekta Geliermittel............. Ein mach haut mit Etiketten.... Salicyl-Pergamentpapier . Doppelfl. 1.53 ...1 Bogen 20 .....Rolle 12 Neue Kartoffel.......... Neue Matjesheringe. Steril. Gurken ............... Bratheringe in Burgundersohe. .... 500 g .... 500 g .... 500 g .... 500 g Normalfl. 80 JAHRE 17, kg 30 . Stück 10 ... Stück 9 .. Dose 38 __________4419A billigen Preisen 4420 A Gehört zum manisch-depressiven Irresein (s. d.). Melange, franz., Bedeutung: Ge: misch, auf deutsch Milchkaffee. Melanie, weibl. Vorname griech. Herkunft mit der Bedeutung „die Schwarze". Mcldewefen. Jeder Wechsel der Wohnung oder des Wohnorts muß bei der Polizei angemeldet werden. S. An- und Abmeldung, Krankenversicherung. Melitta, weibl. Vorname griech. Herkunft mit der Bedeutung „die Biene". Meltau, fälschlich auch Mehltau, Schimmelpilz, der Blättern einen weißlichen Überzug anhaftet und sie kränkeln läßt. Man besprengt die betroffenen Pflanzen bei warmem Wetter und bestäubt sie mit Schwefelblüte. Von Meltau befallene Rebstöcke müssen ausgiebig geschwefelt werden. Menage, sranz., Bedeutung: Verpflegung: Gestell, in dem Eßtöpfe getragen werden, aber auch eine Zusammenstellung von Salz- und Pfeffernäpfen mit Essig- und Ol- flaschen. Menagerie, Ausstellung lebender, meist ausländischer Tiere. Mendel, ein Augustinerpater aus Brünn, hat die Vererbung gewisser Anlagen genau studiert, und darüber bestimmte Gesetze aufgestellt, die später nach ihm I m Beiprogramm: „Der schöne Schwarzwald“ und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6. 8.30, Sonntag 3, 5.30,8.30 Modernste chemische Reinigungs-Anlage mit unbrennbarem Lösungsmittel »PER AVIN« benannten Mendelschen Gesetze. Diese Gesetze haben sehr große grundlegende Bedeutung für das Studium der Vererbung von Krankheiten von einer Generation auf die andere. Sie besagen: Sind zwei gekreuzte Tier- oder Pflanzenarten in bezug auf ein Merkmal verschieden, so zeigen die Nachkommen der ersten Generation fast alle nur das Merkmal eines der beiden Eltern. Diefes Merkmal ist das „dominierende", es vererbt sich „dominant", während das andere Merkmal scheinbar verschwunden ist, es beißt „rezessiv". In der zweiten Generation kommen aber die Merkmale beider Großeltern in einem bestimmten Zahlen - Verhältnis wieder zum Vorschein, sie „spalten sich auf". „Spaltungsregel". Mennige, giftige Bleiverbindung, deren Anstrich Eisen vor dem Verrosten schützt. Rohre, die einen anderen Anstrich erhalten, werden mit Mennige vorgestrichen. Mennige mit Werg wird zum Abdichten von Rohrverschraubungen benutzt. Menthol, Pfefferminzölkampfer, ist im Pfefferminzöl enthalten, wirkt kühlend und lindert Hustenreiz. Menthol wird daher Hustenbonbons zugesetzt und ebenfalls Migränestiften, mit denen man bei Kopfschmerz die Schläfen einreibt. Menu, entbehrliches französisches Fremdwort für Speisenfolge. (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund MMles Eenen Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Von Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Releitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige undtrefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen -eben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch lebe Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Berlin-Lichterfelde mit Jessie Vihrog Hans Brausewetter Veit Harlan Adele Sandrock und .„Lumpi“, der Filmhund ■ Ab Heute Donnerstag Der Jall i Frentzen Zu jeder Küche gehört ein TNehlsieb. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen: Metall mit mechanischem Rührwerk oder $)oh mit Patent-Siebboden. Häuser zeigt Ihnen gerne die verschiedenen Arten. 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. aufs Tand! Gebt Ser NSV Zreiplätze! Probleme die Sie alle interessieren Spannungen an denen man Entspannung findet Humor 4418 a der erheitert und erfreut SCWMABE L0' Q