Ur. 124 Erstes Matt 187. Jahrgang Dienstag.!. Juni 1957 Erichen« tag Md), autzv Sonntag» and Feiertag» Beilagen: Vie 3Du|trtert» ®ieRenei Familienblättei Hermal im Bild Die Scholl. Monats« Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen NM. IM Ohne illustrierte , 1.86 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei llttchlerschetnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüste enter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DrnÄ und Verlag: vrühl'sche UnwerfttSts-vuch- und Stcinönidcret R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeige» für Vie Mittagsnummer 6is8‘ /.Uhr öes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach oorh Dereinbg 25°/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutsche Vergeltungsaktion gegen Almeria. Oie bolschewistischen Küstenbatterien -es Geehafens Almeria durch deutsche Geestreitkräste zum Schweigen gebracht. Berlin, 31. Mai. (DRV.) Amtlich wird mif- geteilf: Zur Bergeliung des verbrecherischen An- schlages roter Bombenflugzeuge auf das vor Anker liegende Panzerschiff „Deutschland- wurde heute in den Morgenstunden von deutschen Seestreitkraften der befestigte Seehafen von Almeria beschossen. Nachdem die Hafenantag en zerstört und die gegnerischen roten Batterien zum Schweigen gebtarf)t worden sind, wurde die Bergeltungs- afflon abgebrochen und beendet. Es werden sofort weitere Schiffe der deutschen Kriegsmarine zur Verstärkung unserer Streitkräfte in den spanischen Gewässern in See gehen. ♦ Die Valencia-Bolschewisten teilen nach einer Reuter-Meldung mit, daß um 5.45 Uhr (Ortszeit) ein deutsches Panzerschiff und vier Zerstörer bei Almeria an der spanischen Küste beobachtet worden seien. Die Schiffe seien 12% Meilen von dem Hafen von Almeria in Gefechtsformationen eingeschwenkt und hätten aus einer Entfernung von 7% Meilen das „Feuer auf die Stadt" eröffnet. Es feien etwa 20 Schüsse abgegeben worden. Mehrere Gebäude feien zerstört worden, und es habe auch Todesopfer gegeben. Die spani- Ichen Küftenbatterien hätten mit etwa 70 Schüssen das Feuer erwidert. Wie Havas aus Valencia meldet, hat der „Zivilgouverneur" von Almeria mitgeteilt, daß sich die Zahl der Toten auf 19 belaufe und die der Verletzten auf 53. 39 Häuser feien zerstört worden. Der in diesem Küsten- abschnitt mit dem Ueberwachungsbienst betraute englische Torpedobootzerstörer habe der Beschießung durch das deutsche Geschwader beigewohnt. Ergreifende Totenfeier in Gibraltar. London, 31. Mai. (DRV.) In Gibraltar fand am Montagnachmittag die feierliche Beisetzung für die bei dem feigen roten Bombenangriff ums Leben gekommenen 23 Matrosen des Panzerschiffes „Deutschland" statt. Das Leichenbegängnis, bei dem die Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland" leider nicht durch die Kameraden der Gefallenen vertreten sein konnte, da die „Deutschland" Gibraltar wieder verlassen hat, nahm unter der überaus großen Anteilnahme der Bevölkerung und aller 'im Hafen liegenden britischen Kriegsschiffe einen erhebenden Verlauf: Die Straßen zum Friedhof waren von Tausenden von Menschen umsäumt, die den Trauerzug schweigend ehrten. Am Eingang des Friedhofes war eine Ehrenwache der 2. englischen Zerstö - rerflottille aufmarschiert. Unter den Trauergästen sah man den britischen Gouverneur von Gibraltar General Sir Charles j) a r i n g t o n, und - ■ D' K U . :S-s . • •• '• Almeria, im südlichen Mittelmeer, ist ein befestigter Hafenplatz mit 51000 Einwohnern. Als die bolschewistischen Streitkräfte die Niederlage von Malaga erlitten und diese Stadt räumen mußten, zogen sie ihre Kräfte in Almeria zusammen, das damit der Sitz der roten Verteidigung im südlichen Spanien wurde. Almeria ist der letzte befestigte Platz südwestlich des roten Flottenstützpunktes Cartagena. die Konteradmirale Evans und Wells. Von dem im Hafen liegenden türkischen Zerstörer „Koca- tepe", einem holländischen U-Boot und einem amerikanischen Zerstörer waren ebenfalls Abordnungen entsandt. Der Geistliche der „Deutschland" sprach an den Gräbern der rotem Terror zum Opfer Gefallenen deutschen Matrosen. Eine Kapelle der englischen Marine spielte Trauerweisen. An dem Salut nahmen Abordnungen der britischen Kriegsschiffe „A r e t h u s a" und D e s p a t ch" teil. Hornisten eines englischen Infanterieregiments bliesen den letzten Abschiedsgruß. — Im Hafen wehten alle Flaggen halbmast. Verwundete Matrosen zur ärztlichen Behandlung ausgeschifft. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Folgende beim bolschewistischen Bombenangriff verwundete Matrosen des Panzerschiffes „Deutschland" sind in Ibiza bzw. Gibraltar zu ihrer weiteren ärztlichen Behandlung ausgeschifft worden: a) I n Ibiza: Stabsmatrose Lenz, Ober- mattose Eckers, Obermatrose Gernegroß, Obermatrose Brelowski, Oberheizer Meyer, Oberheizer Schubert, Oberheizer holzwarth, Obermatrose Naht. b) I n Gibraltar: Dbermatrofe Steiger, Obermatrose Brückner, Oberheizer Beck, Oberheizer Eckhardt, Obermatrose Forster, Obermatrose Eilert, Obermatrose Wille, Obermatrose Baltruschat, Stabsmatrose Bötti- ger, Matrose Schönfeld, Matrose Roth, Stabsmechanikergast Löffler, Oberheizer The- n er t, Stabsheizer Bruß, Oberheizer Bunge, Oberheizer Dürr, Oberheizer Krauts cheit, Oberheizer Balle, Oberheizer Farbig. Die übrigen Verletzten verbleiben an Bord der „Deutschland". Die A u s g e s ch i f f t e n befinden sich in guter ärztlicher Behandlung im L a n d l a z a r e tt. Flaggen drei Tage auf Halbmast! Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der Reichsminister für Bolksaufklärung und Propaganda fordert die Bevölkerung auf, aus Anlaß des verbrecherischen bolschewistischen Anschlages auf das Panzerschiff „Deutschland" und zur öffentlichen Bekundung unseres tiefen Schmerzes um den Verlust so vieler braver Matrosen, in der Zeit von Montag, den 31. Mai, bis Mittwoch, den 2. Juni, Trauerbeflaggung zu sehen. Oer deutsche Vertreter aus dem Nichteinmischungsausschuß zurückgezogen. Deutschland iordert Sicherheit gegen neue bolschewistische Lleberfälle auf Kontrollschiffe. London, 31. Mai. (DNB.) Botschafter von Ribbentrop übermittelte dem Vorsitzenden des Richteinmischungsausschusses am Montag folgendes Schreiben: Herr Präsident! Ich habe die Ehre, Ihnen im Auftrage meiner Regierung folgendes mitzuteilen: Nachdem am 24. Mai rote Flugzeuge die im Hafen von Mallorca liegenden englischen, deutschen und italienischen Schiffe, die zu den für die internationale Seekontrolle bestimmten Seestreitkräften gehören, mit Bomben angegriffen hatten und dabei auf einem italienischen Schiff sechs Offiziere töteten, wurde den deutschen Schiffen der weitere Aufenthalt in diesem Hafen untersagt. Am Samstag, den 29. Mai, lag das Panzerschiff „Deutschland' vor Anker in Ruhe auf der Reede von Ibiza. Das Panzerschiff ist zwischen 6 und 7 Uhr abends plötzlich von zwei im ® eleitflug niedergehenden Flugzeugen der roten Valencia-Behörden mit Bomben beworfen worden. Die Mannschaft befand sich, da das Schilf in Ruhe lag, zur Zeit des Angriffs in dem im Vorschiff befindlichen ungeschützten Mann- s ch a f t & r a u m. Eine der Bomben schlug m i t t e n in die Mannschaftsmesse. 23 Tote und 83 Verletzte waren die Folge dieses Anschlages. Eine zweite Bombe traf das Seitendeck richtete aber dort nur geringe Beschädigungen an. Der UeberfaU auf das Schiff kam völlig überraschend. Das Schiff hat auf die Flugzeuge feinen Schuß ab- 0eDieter Angriff auf bas ber i n t e r n a t i o n a I e n Seekontrolle angehörenbe Panzerschiff „Deutfch- lanb" ist bas letzte Glieb einer Reihe ähnlicher Dor- fälle Deutsche für bie internationale Seekontrolle bestimmte Nreitkräfte - Anfang April bas Panzerschiff „Graf Spee", am 11. Mai ber Kreuzer .Leipzig" — würben burch Kriegsschiffeder Valencia-Behörben bedroht. Am 24. Mai erfolgte ber oben erwähnte Luftangriff auf bie ber internationalen Seekontrolle angehörenben englischen, beutschen unb italienischen Schisse burch Flugzeuge ber Valencia-Behörben, bei bem sechs italienische Offiziere getötet würben. Bei den erwähnten Gelegenheiten find eindringliche Warnungen des Nichteinmischungsausschusses und der Reichsregierung ausgesprochen worden. Ich habe nunmehr im Namen meiner Regierung folgende Erklärung abzugeben: 1. Die Reichsregierung wird sich solange nicht mehr an dem Kontrollsystem noch an den Beratungen des Richtei n m i s ch u n g s a u s s ch u s se s beteiligen, als ihr nicht sichere Gewähr gegen Wiederholung derartiger Vorkommnisse verschafft worden ist. Die gegenüber den roten Machthabern als Antwort auf der unerhört tückischen UeberfaU zu erhebende. Maßnahmen wird die Reichsregierung selbst nach ihrem eigenen Ermessen beschlie hen. Sie hat außerdem für die Dauer dieses Zustandes ihre Kriegsschiffe angewiesen, jedes sich annähernde spanische Flugzeug oder Kriegsschiff mit den Waffen abzuwehren. 2. Zur Vergeltung des verbrecherischen An- schlages roter Bombenflugzeuge auf das vor Anker liegende Panzerschiff „Deutschlandwurde heute in den Morgenstunden von deut- schen Seestreitkräften der befestigte Seehafen von Almeria beschossen. Rach- dem die Hafenanlagen zerstört und die gegne- rischen roten Batterien zum Schweigen gebracht worden sind, wurde die Vergeltungsaktion abgebrochen und beendet. Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung. (Gez.) von Ribbentrop. Den Weisungen der Reichsregierung entsprechend hat sich der deutsche Reichsoertreter bereits am Montag nicht mehr an den Beratungen des Unterausschusses des Nichteinmischungsauschuffes b e - t e i 1 i g t. Sine Erklärung Edens im Unterhaus. London, 31. Mai. (DNB.) Im Unterhaus fragte der arbeiterparteiliche Oppositionsführer Atilee, ob ber Außenminister eine Erklärung über bie Zwischenfälle abzugeben habe, bie sich zwilchen spanischen Piratenbombern unb bem beutschen Panzerschiff bei Ibiza abgespielt hätten. Außenminister Eben antwortete: Ich erfahre, baß bas beutsche Panzerschiff „D e u t s ch l a n b" am 29. Mai aus ber Luft bombarbiert würbe, währenb es in ber Nähe ber Bucht von Ibiza vor Anker lag unb baß eine Bombe ejplobierte unb, wie ich zu meinem tiefen Bebauern mitteilen muß, eine große Anzahl von Verlusten verursachte. Etwa 20 schwerverwunbete Matrosen werben in ben Militärlazaretten Gibraltars zur Zeit gepflegt. Ich habe noch keine vollstänbigen Berichte über ben Zwischenfall erhalten unb ziehe es vor, gegenwärtig keine weitere Erklärung abzugeben. Ich habe auch von einem englischen Kriegsschiff Mitteilung erhalten, sagte Eben weiter, baß bas deutsche Panzerschiff „Admiral Scheer" Almeria am Montag von 6.30 bis 7 Uhr beschoß. In einer Unterredung mit bem beutschen Geschäftsträger habe ich gebeten, ber beutschen Regierung bie Hoffnung ber britischen Regierung mitzuteilen, baß bie deutsche Regierung keine Aktion ergreifen werde, bie bie gegenwärtige Lage noch ernster gestalten würbe als sie schon sei. Attlee fragte hierauf, ob es bie Absicht ber brittschen Regierung sei, eine Untersuchung bie» ses Zwischenfalles burch ben Völkerbunb nachzufuchen. Der Außenminister antwortete, baß er es vorziehe, nichts weiter zu sagen. Die Hand am Schwert. „Deutschland gestaltet fein Schicksal selbst. Wir verlassen uns nicht mehr auf andere ... Wir verlassen uns nur noch aufunserRechtund auf unsere Kraft, bie dieses Recht schützt." Schneller unb ernster, als es irgendjemand vermuten konnte, ist dieses in einem gänzlich anderen Zusammenhang gesprochene Wort aus der Rede des Stellvertreters des Führers beim Generalappell des Gaues Weser-Ems zur Tat geworden. Schon wenige Stunden, nachdem in Deutschland bie ersten Trauerflaggen zu Ehren unserer braoen Seelute vom Panzerschiff „Deutschland" erschienen, wurde bekannt, daß die Reichsregierung bereits nachdrückliche Gegenmaßnahmen als Antwort auf den feigen UeberfaU des roten Pi- ratengefinbels veranlaßt hat, so die Beschießung des befestigten roten Seehafens Almeria, bie Anweisung an bie deutschen Flottenstreitkräfte in ben spanischen Gewässern zu Abwehrmaßnahmen unb die Erklärung in London, daß Deutschland sich ohne eine ausreichende Garantie gegen eine Wiederholung des Massenmordes von Ibiza an ben Ver- hanblungen des „Nichteinmischungsausschusses" nicht mehr beteiligen werbe. Diese Mitteilung ist sicher allen Deutschen aus ber Seele gesprochen. Die bei» ben führenden Mächte dieses Ausschusses mit dem irreführenden Namen haben sich weder durch die Rücktrittserklärung Moskaus von den Nichteinmischungsverpflichtungen am 8. Oktober vergangenen Jahres, noch durch die Uebergriffe roter Kriegsschiffe gegenüber deutschen Dampfern, noch durch den Abwurf roter Fliegerbomben bei dem englischen Schlachtschiff „Royal Oak" am 3. Februar bei Gibraltar, noch durch die schwere Verletzung des Kommandanten, mehrerer Offiziere und Matrosen dieses Schiffes am 24. Februar durch eine rote Flakgranate von ihrer höchst befremdenden Haltung gegenüber dem vereinigten fowjetrufsifchen und spanischen Bolschewismus abbringen lassen. Es kennzeichnet die Haltung jener beiden großen westeuropäischen Mächte bis zur völligen Eindeutigkeit, wenn sie es durchzusehen wußten, daß die Leitung des „Nichteinmischungsausschusses" sogar nach der zweimaligen Gefährdung deutscher Kriegsschiffe in der vergangenen Woche sowie nach dem'durch rote Bomben verursachten Blutbad auf einem italienischen Hilfsschiff unb nach ber energischen Erklärung Italiens durch Botschafter Grandi nichts anderes als ihr „Bedauern" aussprach und sich die Aeuße- rung „weiterer Ansichten" (!) vorbehielt. Nach dem hinterhältigen UeberfaU der roten Piraten auf das Panzerschiff „Deutschland", wodurch einschließlich der Verletzten über 100 Opfer verursacht wurden, gab es nun schlechterdings keine Möglichkeit mehr, die deutsche Geduld noch länger zu strecken und es bei einem Schritt des deutschen Vertreters in jenem Ausschuß bewenden zu lassen. Inzwischen haben die deutschen Maßnahmen bereits gezeigt, daß sich keine Macht ber Welt erlauben darf, dem Ansehen Deutschlands nahezutreten ober es gar planmäßig burch offene Kriegs- hanblungen herauszufordern. Dabei wird es vom deutschen Volke am meisten begrüßt werden, daß die Reichsregierung die bisherigen und in Zukunft etwa noch nötigen Maßnahmen „selbstverständlich na ch ihrem eigenen Ermessen" treffen wird. Es ist innerhalb der letzten zwei Jahre von maßgeblicher deutscher Seite, beispielsweise im Zusammenhang mit der ausländischen Diskussion um die deutsche Rüstung, wiederholt nachdrücklich darauf hingewiesen worden, daß u. a. auch das für uns notwendige Maß an Sicherheit natürlich nur von Deutschland selbst und von niemandem sonst bestimmt werden kann. Die nationalsozialistische Reichsregierung hat durch ihre beispielgebende vierjährige Friedenspolitik zur Genüge bewiesen, daß sie und das deutsche Volk die letzten wären, die gerade dem für die deutsche Marine so ruhmreichen Skagerraktag diesen neuen blutigen Hintergrund zu geben gewünscht hätten. In diesem Zusammenhang sei noch auf ein Moment aufmerksam gemacht, das gegenüber ben verlogenen Funkmelbungen ber Roten unb ihren bienst- willigen Helfershelfern aus gewissen Agenturen in Paris unb Lonbon für bie Bewertung bes roten Ueberfalls von ausschlaggebenber Bebeutung ist. Daß nämlich bie „Deutschland)" keinerlei kriegsmäßige Hanblungen gegen bie bolschewistischen Flieger p(ante, geht nicht nur aus ber Tatsache hervor, baß bie Mannschaften in ihren Aufenthaltsräumen, also nicht auf Ge- iechtsstationen, waren, fonbern vielmehr noch aus der Tatsache, daß bas Schiff vor Anker lag; denn selbst ber jüngste Leichtmatrose weiß, baß in einem Kampf zwischen Flugzeug unb Kriegsschiff eine ber besten Abwehrwaffen bes Schiffes die Höchststeigerung feiner Bewegungsfähigkeit ist. In einer kriegsmäßigen Lage geht jedes Kriegsschiff bei ber Melbung vom Herannahen feinblicher Flieger sofort auf Höchstgeschwinbigkeit und auf Zickzackkurs, um bie Treffmöglichkeit für Bombenabwürfe ber Flieger möglichst gering zu gestalten. Das deutsche Panzerschiff hatte keinerlei Veranlassung — trotz der Vorfälle vom 24. unb 26. Mai — von ben beiben bolschewistischen Fleugzeugen einen bireften Bombenangriff zu erwarten; einem solchen ... iW . >J ? A S rJbiza er- des MENORCA o ;vtKKE* _ o fönen befunden haben. .Paris Midi' Einheit fei, um starken Regierung, die deutsche Flagge Deutschland, Spanien!" C18RA 14 R die geschaffen worden zu verteidigen. nationalen Spaniens General Franco hat an den Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet: „Empfangen Euer Exzellenz und das edle deutsche Volk den Ausdruck meines Mitgefühls und Desjenigen Des nationalen Spaniens anläßlich des feigen Ueber- falles, dessen Gegenstand die „Deutschland" gewesen ist. General Franco." Der Führer und Reichskanzler hat General Franco telegraphisch gedankt. Das Panzerschiff „Deutschland" ist unser erster größerer Rachkriebsneubau. Am 1. August 1933 wurde es nach mehrjähriger Bauzeit in Dienst gestellt. Die „Deutschland" verfügt über eine Artillerie, deren schwerste Geschütze über ein Kaliber von 28 Zentimeter verfügen. Reben der mittleren Artillerie gibt es noch die übliche Flugzeugabwehr und Torpedoausrüstung. Mit diesem Schiff hat der Führer im April 1934 eine Nordlandreise unternommen. Die Besatzung zählt 926 Mann. Fast der neunte Teil der wackeren blauen Jungens ist ein Opfer des heimtückischen bolschewistischen Ueberfalls geworden. Mögen die Verletzten bald wieder hergestellt sein, damit sie auch weiterhin ihren vaterländischen Dienst unter der Reichskriegsflagge an Bord dieses schönen Schiffes ausüben können. VALENCIA' ALICANTE MALÄ6A 3 ALMERIA spricht von 3 0 0 Fahrgästen, und von ihnen seien nur 60 gerettet worden. Havas behauptet, der Dampfer habe an Ladung 300 Tonnen Ferro - Eerium, Kaffee, Bohnen, Stahlplatten, Lachs, Zinn und 50 Krafträder mit Beiwagen und Lastkraftwagen an Bord gehabt. Die Ladung fei unter Aufsicht des Prüfungsausschusses des Nichteinmischungsausschusses erfolgt. Es habe sich kein Kriegsmaterial unter der Ladung befunden. Reuter meldet, das gleiche U-Boot, das bereits den rot- spanischen Dampfer „Ciudad de Barcelona" versenkte, habe auch das bolschewistisch-spanische Seael- schiff „G r a n a d a" bombardiert. Ein Mann der Besatzung sei getötet und zwei seien schwer verwundet worden. mordet wurden. General Iranco telegraphiert dem Führer. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der Staatschef Gkaqerrok-Gedenkiag. Parade des Standortes Kiel der Kriegsmarine. Kiel, 31. Mai. (DNB.) Auf dem Kasernenhof in Kiel-Wiek fand anläßlich des Skagerrak-Gedenktages eine Parade des Standortes Kiel der Kriegsmarine vor dem Kommandierenden General der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, statt. An dieser Parade beteiligte sich auch der japanische Kreuzer „Ashigara". Die Formationen der Bewegung, SA., Marine-SA., Marine-HI., Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes, Luftschutz und Verbände füllten zusammen mit zahlreichen Zuschauern den weiten Platz. Nachdem Admiral Albrecht mit Konteradmiral Kobayashi die Front abgeschritten hatte, sagte er in einer Ansprache u. a.: Heute sind 21 Jahre vergönnen leit dem Tage, an dem vor dem Skagerrak die deutsche Flotte für die Freiheit unseres Volkes fämnfte. Höchste Gefechtsausbildung, Tapferkeit, Manneszucht der Besatzungen gaben dem Flottenchef Admiral Scheer das Bewußtsein unüberwindlicher Kraft, auch einem überlegenen Gegner gegenüber. Wir gedenken heute der Toten beider Völker in Ehrfurcht. In verpflichtender Dankbarkeit sind unsere Gedanken bei unseren Kameraden vom Panzerschiff „Deutschlan d", die vorgestern abend getreu ihrem Eide ihr Leben für Führer und Volk gaben. Im Donner her Skagerrakschlacht hat im Kampf mit der stärkten, kriegserfahrensten Flotte der Welt Deut!*!'1’10 sein Recht auf Seeaeltung für alle Zeiten begrün^'- So ist es zu verstehen, daß die Skagerrakscb^mt für das deutsche Volk, ebenso wie die Seeschlacht bei Tsushima für das iapovi cbe Volk — wir begrüßen in herzlicher Verb"".' denheit die Kameraden der kaiserlich - s a v a Nischen Marine in unserer Mitte — das Sn^bol unseres Zukunftsglaubens geworden ist, des Gla"' bens an ein starkes Reich der Ehre, der Freiheit und des Friedens. Dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, dem Deutschlandlied, dem Horst-Wessel-Lied und der japanischen Hymne folgte der Vorbeimarsch, an dem auch die Ehrenkompanie des japanischen Kreuzers in Hochrufe a u f DeutschlanD und Den Führer ausbrach. Die Kundgebungen, in Denen die Menge immer wieder ihre große Entrüstung über die ungeheuerliche Herausforderung der bolschewistischen'Flieger zeigte, dauerten bis in die Nacht. Die Zeitung „Unidad" schreibt u. a.: Mit erhobenem Arm grüßen wir in Schmerz und voll Entrüstung das deutsche Volk, seinen Kanzler und feine Regierung. Wir grüßen die Männer, die bei Ausübung ihrer internationalen Mission von den Roten der Bolschewisten und ihre Anerkennung als gleichberechtigte „Regierung" durch die Westmächte niemals m ö g l i ch gewesen. Darüber kann auch die reichlich verspätete Erregung, die man in London und Paris jetzt zur Schau trägt, nicht hinwegtäuschen. An dem Blutbad auf der „Deutschland" tragen jene Mäche ihr voll gerüttelt Maß an Mitschuld, die trotz aller Warnungen und Hinweise sich hartnäckig gegen die Erkenntnis des wahren Charakters der bolschewistischen Pest und ihres Wirkens in Spanien sträuben. Wir wissen, wo die rote Spinne im Netz sitzt, die darauf wartet, den Frieden Europas abzuwürgen! Immer wieder haben mit fast übermenschlicher Geduld die deutschen Regierungsstellen und die deutschen Vertreter im Nichteinmischungsausschuß auf die greulichen Schandtaten der Bolschewisten hingewiesen, und mit Italien zusammen gebeten, der Metzelei dadurch ein Ende zu nzachen, daß die Zufuhr von Kriegs- und Menschenmaterial aus Sowjetrußland und Frankreich abgedrosselt würde. Als die Kontrolle endlich nach einem halben Jahr verhängnisvoller Verzögerung seit dem deutschen und italienischen Antrag vom 2Iuguft vorigen Jahres beschlossen wurde, war es schon fast zu spät. Mittlerweile hatten die Kommunisten aller Länder alles was an Vernichtungswerkzeugen aufzutreiben war mobilisiert, und die Tausende von ermordeten Spaniern wurden durch Morde an Ausländern ergänzt, die zeigen, daß die Bolschewisten aller Welt Feind , sind wie der Mob der Großstädte, Erzfeind jeder : Ordnung und jedes bürgerlichen Lebens. i Etwa 9000 Deutsche mußten ihr Tätigkeitsfeld verlassen, Hab und Gut aufgeben. Schon am 24. Juli vorigen Jahres sind drei deutsche Parteigenossen, Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, von den Bolschewisten bei Barcelona ermordet worden. Am 2. Januar wurde ein Reichsdeutscher von einem roten Scheingericht in Bilbao zum Tode „verurteilt" und erschossen. In Barcelona und anderen Städten, die sich in der Gewalt der Roten befinden, ist das Privateigentum von Ausländern, besonders von Deutschen, teils zerstört, teils „enteignet". In Erinnerung ist auch der Angriff der roten Banden auf die deutsche Botschaft in Madrid, wo fremde Diplomaten eingreifen mußten, um eine noch größere Schändung internationaler Rechte und Gesetze zu verhindern. Von Anfang an hatte die deutsche Schiffahrt unter den Anschlägen der bolschewistischen Piraten zu leiden. Am 20. August 1936 mußte die deutsche Regierung eine scharfe Warnung an deren Machthaber richten, weil der Dampfer „K a m e r u n" beschossen worden war. Im Dezember folgte die widerrechtliche Beschlagnahme des deutschen Dampfers „P a l o s", der nur freigegeben wurde, als die Reichsregierung sehr entschiedene Druckmittel anwandte. Besonders gemeingefährlich war das Bestreben der Anführer von Valencia, die deutsche Politik zu verdächtigen und in die internationalen Händel hineinzuziehen. Man denke an die M a r o k k o h e tz e französischer und englischer Blätter, bis die Erklärung des Führers gegenüber dem französischen Botschafter in Berlin ihr das Lebenslicht ausblies und nachher die gleichen Berichterstatter, die die Lügen aufgebracht hatten, entdeckten, in Marokko sei überhaupt kein deutscher Soldat! Die Lüge, deutsche Flieger hätten G u e r n i c a bombardiert, stand sogar in der „Times" und noch heute warten wir darauf, daß Herr Eden im Unterhaus erklärt, diese Luge fei tatsächlich eine der bösartigsten, die jemals erfunden worden ist, nachdem Englands Außenminister sich ttotz aller Meldungen französischer Sonderberichterstatter aus Guernica höchst zweideutig über diesen Fall ausgesprochen hatte. Wir erinnern an die Lügen, das englische Kriegsschiff „Hunte r" sei durch ein deutsches Torpedo ange- schossen, während es in Wirklichkeit auf eine bolschewistische Mine lief. Alles das hat den Nichtein- mischungsausschuß in feiner beschaulichen Ruhe nicht gestört, auch nicht, daß nach Verhängung der Kontrolle 17 bolschewistische Flugzeuge in Frankreich „notlanden" konnten, um dann wieder über die Grenze gebracht zu werden und heimtückisch bolschewistische Bomben auf die deutschen Soldaten, die zur Aufrechterhaltung des Friedens eingesetzt waren, zu werfen. Schon die bisherigen Maßnahmen der Reichsregierung haben gezeigt, daß man aus den gegebenen Tatsachen die selbstverständlichen Folgerungen ziehen wird. Die Solidaritätserklärung Italiens verstärkt den Nachdruck des deutschen Vorgehens. Deutschland hat niemals mit dem Kommunismus verhandelt. Dementsprechend wird es auch mit dem sowjetrussisch-spanischen Der- brechergesindel in der einzig.möglichen Weise umzugehen wissen. D. Teilnahme Spaniens. Aranco spricht auf einer Kundgebung in Salamanca. Salamanca, 1. Juni. (DNB. Funkspruch.) An Montagabend fand in Salamanca eine große Kundgebung aus Anlaß des bolschewistischen Attentates auf die „Deutschland" statt. Eine riesige Menschenmenge zog von das Hauptquartier des Obersten Befehlshabers, wo General Franco vom Balkon aus an das Volk die Worte richtete: Spanier! Diese Protestkundgebung des nationalen Um Ter Kai »s-s s® Kh-iliP in tat, hben t 6(£ d°r D 0'1 »i 1? Ue9t tCM ö tja, die E Partei al ment in ebenso wie Interesse des der Ko al' wahren. Die Wnisterpras' kritischen Europas sluß ausube Lage sein, p land und in Ilm dieses l Negierui gierung wei vollende die Ursache trauens Die Regieru und der Lc schließlich ve englischen B sichtete ain ^2nd i< t - SiisW stelle Spaniens gegen Die rote Barbarei soll ein B e - weis sein'f ii r eure ehrenhafte spanische Gesinnung. Mit euch rufe ich aus: „Es lebe •--- *- es lebe Italien, es lebe en qcN UM (Euro;: ^Aewis!^ Sprache '"ich die üe, volle Goiii- 'nen. 3m fyd .s'uer g* Nlicht.d:: erforderli^- r Flagge, iir.l eres Anschk st wider und IIq Ser von Vate: , nämlich M Hebern*: chewisten (m ! sehen itz ft1,'s *83; "uuderleM, encia bi» Astens i Optionen tn so mifi, °. Zu woiin- MinJ n”hi« 'b neue tu, rm°9en," K 'Mnü "AK 6h‘,6tn 6ht 6le 6iib- „Ashigara" teilnahm. Der Kreuzer „Ashigara" lichtete am Montagnachmittag seine Anker, um in die ferne Heimat zurückzukehren. Tücher- und Hutschwenken der begeisterten Zuschauer begleiteten die Ausfahrt. Beim Verlassen des Kieler Hafens übermittelte Konteradmiral Kobayashi dem kommandierenden Admiral seinen Dank für die freundliche Aufnahme. In Wilhelmshaven legte der Stellvertreter des Führers am Denkmal der Gefallenen für die Skaaerrak-Schlacht auf dem Wilhelmshavener Ehrenfriedhof im Beisein der Reichsleiter Buch und Rosenberg einen Kranz nieder. Für die Kriegsmarine war der Chef der Rordseestation Admiral Schultze erschienen. Chamberiams Kurs. Die erste Erklärung des neuen Ministerpräsidenten. London, 31. Mai. (DNB.) Nach der einstimmigen Wahl zum konservativen Parteiführer gab Neville Chamberlain seine erste öffentliche Erklärung als Ministerpräsident und Parteiführer ab. Er sagte zunächst, daß er trotz der Unterschiede im Temperament und im Auftreten beinahe dieselben politischen Ansichten wie sein Vorgänger Baldwin habe und denselben Richtlinien folgen werde. Wie Baldwin halte er es für außerordentlich wichtig, die Einigkeit der Konservativen Partei als dem mächtigsten politischen Instrument in England aufrechtzuerhalten. Ferner sei er ebenso wie sein Vorgänger überzeugt, daß es im Interesse des Landes sei, den nationalen Charakter der Koalitionsregierung weiter zu bewahren. Die nächsten beiden Jahre, so fuhr der Ministerpräsident fort, werden möglicherweise einen kritischen Abschnitt in der Geschichte Europas darstellen. Wenn England vollen Einfluß ausüben wolle, dann müsse England in der Lage sein, die öffentliche Meinung in England und im ganzen Imperium mobil zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, sei es am besten, die Regierungskoalition fortzusetzen. Die Regierung werde das Aufrüstungsproaramm vollenden. Dabei werde sie sich stets bemühen, die Ursachen, die die Rückkehr des Vertrauens in Europa verzögerten, zu beseitigen. Die Regierung werde die Entwicklung der Industrie und der Landwirtschaft fördern, und sie werde schließlich versuchen, den Lebensstandard des englischen Volkes zu heben. 'gen niemdi ste schließ reunbfdjait k Spiel zu sch- Kontrolle irücknastr kräfte i->! denn Stern Spiel. Sto eine, noib bebet gemeiner igen zu IM che Weaienin: die burch Str- inmischungsb-' fer iff. >r Dampfer totspanischer >ol unbe- >alb des Harvarden sein. >rd des IW t, 110 Per> Paris W mb von ihnen havas behM q 300 Tonnen StahlM Beiwagen )ie ßabunp fses des M w funben. W -teils der- rt‘: iarcelona'/' panische^' 1’Dlannber^ wer oenvM- M rS Kg > beteil'^, ]iQarfl'Ä Motivs titbtitsWS nmen^V, , WM J Kobayaiv'., in &sf flollen^^ über®1^ w W, der. S j f °S tWt iten kagerr-s„. ie er^fZ Me fr”1 Um Kirche und Schule. Der Kampf der Deutschen Volksgruppe in Polen. Warschau, 29. Mai. (DNB.) Im polnischen Senat machte der deutsche Senator Wiesner auf die Lage des deutschen Schulwesens aufmerksam. Durch das Gesetz über die Umorganisation des Schulwesens in Polen gingen sämtliche staatlichen und privaten Lehrerbildungsan- flalten ein, sofern die Umwandlung der alten Anstalten in „pädagogische Lyzeen" nicht genehmigt werde. Durch dieses Gesetz werde auch das deutsche Lehrerseminar in Bielitz betroffen, das seit 70 Jahren besteht und stets seine Zöglinge im Sinne des Volkstums und im Sinne des Staates erzogen habe. Die deutsche Volksgruppe sei der Ueberzeugung, daß ohne eine wirklich deutsche Erziehung der Lehrer die deutsche Volksschule selb st in Gefahr gerate, denn mit dem deutschen Lehrer stehe und falle die deutsche Schule. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre glaube man in der deutschen Volksgruppe nicht, daß eine staatliche Anstalt die deutsche Erziehung gewährleisten könne. Die Verweigerung der Umstellung der alten deutschen Lehrerbildungsanstalt in ein privates „pädagogisches Lyzeum" mit deutscher Unterrichtssprache sei gleichbedeutend mit der Verweigerung deutscher Lehrer für die Erziehung deutscher Kinder in Polen. Die Entscheidung des Ministers bedeute auch eine schwere Schädigung der kulturellen Belange der deutschen Volksgruppe und den Todesstoß gegen das deutsche Schulwesen. Eine solche Entscheidung sei nicht dazu angetan, die Verständigung zwischen den beiden Völkern zu fördern. In Baila-Bielitz fand eine Sitzung des „Rates der Deutschen" unter Vorsitz des Senators Haß- b a ch statt. Dabei wurde folgende Entschließung zur Lage innerhalb der evangelisch-augsbur- gischen Kirche Polens angenommen: „Der ,Rat der Deutschen' hat die Berichte über die bewußte Benachteiligung des deutschen evangelischen Kirchenvolkes bei der Bildung der Körperschaften der evangelisch-augsburgi- schen Kirche gehört. Für uns Deutsche ist Glaube und Volkstum unlösbar verbunden. Die Ratsmitglieder ohne Unterschied der Konfession erklären sich mit aller Scharfe gegen die Zurücksetzung unserer Volksgenossen im religiösen und kirchlichen Leben. Der ,Rat der Deutschen' in Polen betrachtet es als seine vordringlichste Aufgabe, die Einigung aller Deutschen in Polen zu betreiben. Die vom Muttervolke ausgehende Erneuerung des deutschen Volkes ist ein geistiger seelischer Vorgang, der jeden Deutschen, ganz gleich, welchem Staatsverband er angehört, elementar erfaßt. Das Bekenntnis zu dieser Weltanschauung bringt keinen polnischen Staatsbürger deutscher Nationalität in Widerspruch zu seinen staatsbürgerlichen Pflichten." Gittlichkeitsprozetz gegen kacholifckeu Priester. Berdunkelunqsversuche erzbischöflicher Behörde. Köln, 31 Mai. (DNB.) Bor der V. Großen Strafkammer in Köln stand der 41jährige Pfarrrektor Ferdinand M ul ach aus Overath-Heiligenhaus wegen Vergehens und Verbrechens gegen die Paragraphen 174, 175 und 176 StGB Der Angeklagte war in französischer Kriegsgefangenschaft in den Kasematten eines Forts homosexuell mißbraucht worden Mulach kam als Kaplan 1933 nach Overath-Heiligenhaus. Sein erstes Opfer wurde em schulentlassener Junge, den Mulach in fernem Garten und in seiner Bibliothek beschäftigte, und der auch den Organistendienst versah. Diesen Zeugen hatte der Dezernent f ü r P e r s o n al fr a gen beim erzbischöflichen Generaloikanat m Köln Prälat Enqels, am Schluß der Vernehmung über die Verfehlungen Mulachs ermahnt: „Du sagst doch nichts, sonst kommst du noch selbst unter An- Haae". Die Familie des Zeugen verfiel der Mißachtung der von der geistlichen Seite beeinflußten Bevölkerung, das Geschäft seiner Schwester wurde v v v k ° t 11 e r t. Dabei tat sich der Rochus-Berem besonders hervor. Prälat Engels verweigerte OieKrie-ensmission des Fremdenverkehrs internationalenKongreßfürVerkehrspropaganda StaatssekretärFunkauf einem Berlin, 21. Mai. (DNB.) Der 11. Kongreß der Union Internationale des Organs Officiels de Pro- pagande Touristique, zu dem 18 Staaten Delegierte entsandt haben, wurde am Dienstagoormittag im Preußenhaus durch einen Festakt eröffnet, bei dem Staatssekretär Funk die Grüße der Reichsregierung überbrachte. Die Werbung für den Fremdenverkehr sei im nationalsozialistischen Deutschland eine staatspolitische Angelegenheit. Deutschland sei in den letzten Jahren ein bevorzugtes Reiseziel für die ganze Welt geworden. Unsere großen politischen und kulturellen Veranstaltungen, Kunst- wochen, Festspiele, Ausstellungen, sportliche Wettkämpfe und Kongresse würden vom Propagandaministerium selbst durchgeführt oder betreut. „Wir sind uns unserer Pflichten als Gastgeber durchaus bewußt und haben selbst das größte Interesse daran, daß der Ausländer, der das nationalsozialistische Deutschland besucht, von hier die besten Eindrücke mitnimmt und schöne, glückliche Tage in Deutschland verlebt, weil er auf diese Weise zu einem Propagandisten für das neue Deutschland wird, das die Aufklärung im Auslande ebenso nötig hat wie das tägliche Brot und sich tagtäglich gegen eine ganze Welt von Mißgunst und Verleumdungen verteidigen muß. Wenn die Organisationen des Fremdenverkehrs im Auslande den Reiseverkehr nach Deutschland fördern, so erkennen sie damit auch eine politische Aufgabe, nämlich der Wahrheit und damit der Verständigung und dem Frieden der Völker zu dienen." Wenn in Deutsck)land die Parole ausgegeben wurde: „Deutsche, reist in Deutschland!" so heißt das, daß wir auch in diesem Falle aus der Not eine Tugend gemacht haben. Bei der augenblicklichen Devisen- und Rohstofflage Deutschlands können die 70 Millionen Deutschen nicht unbegrenzt ins Ausland reisen. Die an Volkszahl kleineren Nachbarländer können überdies nicht annähernd soviel Menschen nach Deutschland schicken, als Deutsche zu ihnen kommen. Hier muß noch eine zweckmäßige Form des Ausgleichs erfolgen, da Deutschland zur Zeit daraus angewiesen ist, einen Touristenüberschuß nach dem Auslande durch entsprechende Warenbezüge des Auslandes ausgleichen zu müssen. Die Sehnsucht nach der weiten Welt ist jedem Deutschen ins Herz geschrieben, auch für die politische Erziehung und Meinungsbildung ist eine Kenntnis des Auslandes von größter Wichtigkeit. Es wäre also geradezu töricht, zu sagen, daß Deutschland sich von der Welt abschließen wolle, mit der wir unsere Wirtschaftsgüter, aber auch unsere Kulturgüter austauschen möchten. Die Tore Deutschlands sind weit geöffnet, aber die Tore der Welt sind uns leider noch verschlossen. Wenn der Fremdenverkehr bahnbrechend wirkt, dann werden die im Fremdenverkehr beruflich tätigen Männer nicht nur Mittler der Freude, sondern auch Mittler des Friedens werden. Regierungskrifis »'n Japan. Warum Hayashi zurücktrat.- Stärkung derparteien, Unzufriedenheit der Armee Tokio, 31. Mai. (DNB.) Ministerpräsident Hayashi ist zurückgetreten. Den unmittelbaren Astlaß bildete die zunehmende Kritik der Armee und das deutliche Abrücken des Präsidenten des Oberhauses, Prinz K o n o e, unmittelbar nach dem vereinten Angriff der Mehrheitsparteien auf Hayashi in einer öffentlichen Kundgebung in Tokio. Die tieferen Gründe des Rücktritts liegen in der Stärkung der Stellung der Mehrheitsparteien nach den Neuwahlen. Sie hatten es verstanden, sich zum Sprachrohr der Unzufriedenheit breiter Schichten der Bevölkerung wegen der zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu machen. Das Militär dagegen wandte sich von Hayashi ab, nachdem offenkundig wurde, daß seine unzureichenden Reformpläne weder wirtschaftliche Erleichterungen noch in- nerpolitische Beruhigung brachten. Außerdem bestand nicht mehr die Möglichkeit, den Reichstag erneut aufzulösen und den Einfluß der Parteien durch eine Wahlreform zu zerschlagen, nachdem sich die Berater um den Thron und Teile des Kabinetts gegen solche scharfe Maßnahmen ausgesprochen hatten. Die erhoffte Zusammenfassung der verschiedenen Rechtsgruppen zu einer neuen Regierungspartei mißlang, so daß Hayashi völlig allem stand und zum Rücktritt gezwungen war. * Die nächsten innenpolitischen Entwicklungen werden in Europa mit äußerster Vorsicht beurteilt werden müssen. Zwar haben noch die Parteiapparate nach außen hin einen Erfolg errungen, aber ihre Position im Lande ist doch durch wichtige Umgruppierungen geschwächt. Von den Schöpfern der japanischen Verfassung war gehofft worden, daß die Parteien als alljapanische Einrichtungen helfen würden, den bisherigen feudalen Sippenpartikula- rismus zu überwinden, ganz ähnlich wie Bismarck in dem Reichstag ursprünglich ein Gegengewicht gegen partikularistische Bestrebungen sah. Inzwischen fft die japanische Volkswirtschaft das Band geworden, das das vielgestaltete östliche Jnselreich zu einer politisch-wirtschaftlichen Einheit gemacht hat. Die Wirtschaft hat sich zunächst der Parteien bemächtigt, um unter dem Decknamen „politische Ideologie" ihre Geschäfte zu besorgen. Nicht „konservativ" und „liberal" waren die wirklichen unterscheidenden Merkmale: Es standen sich vielmehr gegenüber die Finanzinteressen der Mitsui- und Mitsubishi-Konzerne. Inzwischen ist auch in Japan die Verbindung zwischen Wirtschaft und Landesverteidigung zwangsläufig enger geworden. Was heute eigentlich zur Erörterung steht, ist die Verteilung des Einflusses. Wenn die Wirtschaft sich von den Parteien zurückzieht, sind die Parteien geliefert; gewinnt aus der anderen Seite die vom Heere ausgehende Volksbewegung, die sich in der „sozialen Massenpartei" bereits eine Form gegeben hat, noch größeren Einfluß als bei den letzten Wahlen, so droht den alten Parteiapparaten auch von dieser Seite her eine Gefahr. Die entscheidende Persönlichkeit Japans ist der Kaiser. Wesentlich ist, daß die japanische Verfassung ebenso wie die preußische Vorkriegsoer- sassung nur eine Verantwortung des Ministeriums gegenüber dem Herrscher, nicht aber dem Parlamente kennt. Wenn von 1918 bis 1930 „parlamentarisch" regiert wurde, so war das ein tatsächlicher Zustand ohne rechtliche Fundierung. Ebenso wichtig ist, daß das japanische Wahlrecht kein Teil der Verfassung ist, sondern mit einfacher Mehrheit abgeändert werden kann. die Aussage mit der eigenartigen Behauptung, der jugendliche Zeuge habe ihn nicht als die in Frage kommende Behörde aufgesucht, sondern als „Seelsorger". An eine Beeinflussung des Zeugen habe er (Engels) nicht gedacht. Der Bürgermeister von Overath schildert die allgemeine Entrüstung der Bevölkerung über die Treibereien gegen die Familie und Hauptzeugen, die nur als Einschüchterungsoersuche anzusehen seien. Der Staatsanwalt hob hervor, es fei wiederum klar zutage getreten, daß gewisse kirchliche Stellen das Bestreben gezeigt hätten, den S a ch - verhalt zu verdunkeln und die Täter der gerechten Strafe zu entziehen. Von welchem Geist gewisse Kreise besessen seien, gehe aus der ungeheuerlichen Tatsache hervor, daß an einer Fronleichnamsprozession in der Umgebung Kölns verurteilte und der Verurteilung harrende Alexianerbrüder ohne Widerspruch hätten t e i l n e h m e n können. Der Angeklagte wurde zu 2% Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht habe, so führte der Vorsitzende in der Begründung aus, die Zubilligung mildernder Umstände versagen müssen, weil die Eigenschaft des Angeklagten als Priester erschwerend in Frage komme und ein Teil der lieber* griffe in der Kirche vor sich gegangen sei. Internationale Bibelforscher als verkappte Gtaatsfeinde. Berlin, 29. Mai. (DNB.) In einer Reihe von Strafverfahren hat sich das Berliner Sondergericht mit den staatsfeindlichen Umtrieben der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung zu befassen. 42 ehemalige Mitglieder dieser seit dem 24. Juni 1933 verbotenen Organisation aus verschiedenen Berliner Stadtteilen wurden am Samstag zu Gefängnis von eineinhalb Jahren bis vier Monaten verurteilt. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, daß die Angeklagten nicht etwa wegen ihrer religiösen Anschauungen bestraft wurden, sondern weil sie einer Organisation angehört haben, die den umstürzlerischen Plänen des Kommunismus nahe steht und ihre dunklen politischen Ziele hinter dem Deckmantel religiöser Betätigung zu tarnen sucht. Die Internationalen Bibelforscher lehnen die Volksgemeinschaft ab. Während sie zu ihrem persönlichen Schutz alle Machtmittel des Staates in Anspruch nehmen, suchen sie dessen Grundfeste zu unterhöhlen; sie verweigern den Wehrdienst, sie lehnen das Wahlrecht und d e n E i d a b , wie überhaupt jede staatliche Obrigkeit, sv daß die folgerichtige Durchführung ihrer Anschauungen zur Auflösung aller staatlichen Einrichtungen und zum völligen Anarchismus führen müßte. Die Strafe gegen diese Staatsfeinde muß, sv erklärte der Vorsitzende, fühlbar ausfallen, um zugleich auch gedankenlose Mitläufer zu warnen und von jeder weiteren Mitarbeit abzuschrecken. Erhöhter Anleihebetrag voll gezeichnet. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Wie bereits bekanntgegeben wurde, hatte die am 13. Mai eröffnete Zeichnung auf die 4)4prozentigen auslösbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1937, zweite Folge, einen so guten Verlauf genommen, daß sich das Konsortium am 9. Zeichnungstage entschlossen hatte, den ursprünglich zur Zeichnung aufgelegten Betrag von 500 Millionen RM. zur Befriedigung der Nachfrage auf 7 0 0 Millionen R M. zu erhöhen. Nach dem am 29. d. M. erfolgten Schluß der Zeichnung hat sich ergeben, daß auch dieser erhöhte Betrag voll gezeichnet worden ist. Die gezeichneten Beträge können in voller Höhe zugeteilt werden. Meine politische Rachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat befördert: zu Admiralen die Vizeadmirale Saalwächter, Inspekteur des Bildungswesens der Marine, und Carls, Flottenchef; zu Kapitänen zur See die Fregattenkapitäne Wever, Chef des Stabes der Inspektion des Bildungswesens der Marine, und K i e s e r i tz k y , Abteilungschef im Reichskriegsministerium. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat den Reichsärzteführer Hauptdienstleiter Dr. Gerhard Wagner zum ehrenamtlichen Richter im D b e r ft e n Ehren- und Disziplinarhof der DAF. ernannt. ♦ Die Königin der Niederlande hat den nach den Wahlen zurückgetretenen bisherigen Ministerpräsidenten Dr. C o l i j n mit der Neubildung der Regierung betraut. Wie die „TASS" meldet, hat der stellvertretende Verteidigungskommissar und Leiter des politischen Erziehungsbüros der roten Armee, (Barman iE, Selbstmord begangen, da er fürchtete, als „Trotzki st" entlarvt zu werden. Garmanik, die rechte Hand Woroschilows war bis vor kurzer Zeit noch Mitglied des Zentralkomitees der kommunistischen Partei. Oer Untersuchungsausschuß vernimmt die Verletzten des »Hindenburgs. Nach Abschluß der Beweisaufnahme m Lakehursi vernahm der Untersuchungsausschuß die in den Neuyorker Krankenhäusern liegenden Verletzten. Nach Aussagen des Ersten Offiziers S a m m t, der sich in der Kontrvllgondel befand, wollte die Schiffsleitung zuerst Wasserballast ad- lassen, um die Gleichgewichtslage des „Hindenburg", dessen Vorderschiff sich aufgerichtet hatte, wiederherzustellen. Hierauf wurde jedoch verzichtet, weil es bei größerer Belastung schneller möglich war, den Boden zu erreichen. (Nach Ansicht Commander Rosendahls hat dieser geistesgegenwärtige Entschluß viele Menschenleben gerettet.) Sammt lehnte die Theorie Dr. Eckeners, eine gebrochene Strebe könne die Gaszellen durchschlagen und das Unglück verursacht haben, ab, und erklärte, die Drähte hätten schon viel stärkere Spannungen als bei dieser Landung ausgehalten. Er bezweifelte ferner, daß die Ursache in entwichenen Wasserstoffgasen liege. Fünf Minuten vor dem Unglück sei zum letztenmal Gas abgelassen worden. Sammt lehnte schließlich noch die Blitztheorie ab, vermochte aber auch keine mutmaßlichen Gründe für die Katastrophe anzugeben. — Botschafter Dieckhoff besuchte in Neuyork sämtliche Verletzten. Aus aller Welt. Blutige Gtreitunruhen in Ehikogo. Zu blutigen Straßenkämpfen kam es im Süden Chikagos vor dem Stahlwerk der Republic Steel Co., das trotz wiederholter Versuche der Lewis-Gewerkschaft, dort einen Streik anzuzetteln, den Betrieb nicht stillgelegt hatte. Die Gewerkschaft hatte etwa 1000 Streikende, darunter auch Frauen, so aufgehetzt, daß sie schließlich gegen das Stahlwerk marschierten, um es zu stürmen. Die Streikenden waren mit Eisenstangen, Stahlbolzen und anderen Werkzeugen bewaffnet worden. Am Haupteingang zum Werk stießen die Streikenden auf Polizei; diese warf zuerst Tränengasbomben, auf die aus der Menge mit Steinen und anderen Wurfgeschossen geantwortet wurde. Auch fielen aus den Reihen der Streikenden Schüsse. Jetzt griff die Polizei ihrerseits zur Schußwaffe. Die Menge wogte zurück, griff aber kurz darauf erneut an; bei den blutigen Auseinandersetzungen wurden mindestens drei Streikende getötet, 17 Polizisten verwundet und ungefähr 50 Streikende zum Teil schwer verletzt. Erst Polizeioerstärkungen konnten dem Handgemenge ein Ende machen. Das Frühlingsfest der Rheln-Mainifchen Presse. Das glänzend verlaufene große Frühlings- f e ft der Rhein-Mainischen Presse, gemeinsam veranstaltet von den Zeitungsverlegern und den Schriftleitern des Gaues, war in jeder Beziehung ein großer Erfolg. Das Wiesbadener Kurhaus war erlesen ausgestattet und die Säle in ein Blumenmeer verwandelt. So war man gerüstet, die ungezählten frohen Gäste zu empfangen, an der Spitze den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, die Vertreter der Behörden, der Wehrmacht, viele prominente Ehrengäste, Künstler und Pressemänner. Es war ein beschwingter Abend mit reichen künstlerischen Genüssen. Viel bestaunt wurde die Tombola, deren Hauptgewinn ein Auto war; aber auch zahlreiche andere Gewinne der Tombola erregten Freude und Bewunderung. Als Festgabe erhielten die Teilnehmer einen geschmackvoll ausgestalteten Almanach. Viele belustigten sich an den Schießständen ober an den Sekt- und Likörständen und freuten sich des Lebens bis zum Sonntagmorgen. laufe des italienischen Thronerben! Die Taufe des italienischen Thronerben ist in der Schloßkapelle des Quirinais vollzogen worden. Bei der feierlichen Handlung waren das italienische Herrscherpaar, das Kronprinzenpaar, die Mitglieder des Hauses Savoyen, Vertreter des belgischen Königshauses und ausländische Fürstenhäuser, die Mitglieder der italienischen Regierung, das diplomatische Korps, darunter auch der deutsche Botschafter von Hassell, und zahlreiche Ehren- gäste zugegen. Die Paten des Täuflings, des Prinzen von Neapel, der die Namen Viktor (Emanuel erhält, waren der König und Kaiser, in Vertretung der Königinmutter von Belgien die Herzogin von Vendoce. Kinderchöre brachten die Anteilnahme des gesamten italienischen Volkes an diesem freudigen Ereignis seines Herrscherhauses zum Ausdruck. Am Abend fand im Quirinal ein großer Empfang statt, an dem über 3500 Gäste teil- nahmen. * Der Führer und Reichskanzler hat Ihren Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Italien zur Taufe des Thronfolgers drahtlich feine Glückwünsche übermittelt. Major Seidemann Sieger des Luftrennens London—Insel Man. Sieger des LuftrennensLondon — Insel Man wurde der deutsche Flieger Major Seide- m a n n. Das Ergebnis konnte erst jetzt bekanntgegeben werden, da infolge des dichten Nebels, der die Insel Man einhüllte, zunächst nicht einwandfrei festgestellt werden konnte, wer das Ziel zuerst erreicht hatte. Der zweite und dritte Preis wurden unter die fünf übrigen Teilnehmer, die die Ziellinie überflogen hatten, verteilt. Sechs deutsche Segelflieger überqueren die Alpen. Der deutsche Mannschaftsführer Offel meldete dem Korpssührer des NSFK., Generalmajor Christiansen, daß am Sonntag den vom NSFK. über den Aeroklub von Deutschland zum Internationalen Segelfliegertreffen aus Anlaß der Jstis-Tagung in Salzburg gemeldeten Segelfliegern D i 11 m a r, Kar ch, Ruth ardt. Klein, Kraft und Fräulein Flugkapitän Reitsch die Alpenüberquerung Salzburg — Italien gelungen ist. Die Landungen erfolgten bei Pieve di Gabore, Farac, Alpago unb Usopo bei Ubine. Die birette Luftlinie Salzburg—Ubine beträgt ungefähr 200 Kilometer. * Von den gestarteten Fliegern gelangte ber Aachener Stubent Felix Kraft auf bem Segelflugzeug „Rheinlanb" bis nach Ubine in ber oberitalienischen Tiefebene unb überquerte damit erstmalig bie Alpen oollftänbig. Ein bemerkenswerter Flug "gelang ferner bem Münchener Stubenten Lubivig K a r ch , ber mit seinem Begleiter Klein in bem'boppelsitzi- gen Segelflugzeug „Milan" bei Belluno an ber Pieve in ben Ausläufern ber Alpen lanbete. Bis Pieve bi Cabvre in ben Dftbolomiten gelangten bie kürzlich zum Flugkapitän ernannte Segelfliegerin Hanna Reitsch, ber Stubent Rutharbt aus Stuttgart unb Diplomingenieur Ziegler aus München. Die beutschen Segelflieger würben in Italien von Behörben und Bevölkerung aufs herzlichste ausgenommen. irtschast. <* Rhein-Mainische Börse. rMtlagsbörse: Aktien schwach. Frankfurt a. M., 31. Mai. Der verbrecherische Anschlag spanisch-bolschewistischer Flugzeuge auf den Panzerkreuzer „Deutschland" hat auch an der Börse starke Empörung ausgelöst. Man übte starke Zurückhaltung und wartet die weitere Entwicklung ab. Die Unternehmungslust war denkbar gering, da auch die Kundschaft eine sehr abwartende Haltung einnahm. Am Aktienmarkt erfolgten indessen Verkäufe, die wohl keinen besonderen Umfang hatten, doch bei der schwachen Aufnahmebereitschaft durchschnittliche Abschwächungen von 2 v. H. auslösten. Später zeigte sich auf ermäßigtem Stand etwas Rückkaufsneigung, so daß kleine Teilerholun- aen eintraten. Den stärksten Rückgang hatten Conti Gummi mit 186,25 (191,50), ferner sielen Daimler Motoren mit 138 (142,50) empfindlich zurück. Don Montanwerten notierten: Verein. Stahl 119,40 bis 119,75 (122,40), Mannesmann 123,65 (126), Klöckner 135 (137,50), Hoesch 123,75 (126), Rheinstahl 155,25 (157,25), Ilse Genuß 141,50 (144). IG. Farben schwächten sich auf 164 bis 165 (166,25), Metallgesellschaft auf 153 (155,25) ab. Von Elektroaktien ermäßigten sich Felten excl. Dividende auf 136,50 (— 3 v. H.), Gesfürel auf 157 (159), Schuckert auf 174 (175) und AEG. auf 42,65 (43). Sonst kamen zur Notiz: BMW. 150 (152,50), Moenus Maschinen 159,50 (161,75), Westdeutsche Kaufhof 61 (63), Rheinmetall 149 (150,25), Reichsbank 213,50 (214,50), Eßlinger Maschinen 118 (119) und Hapag 18,25 (18,65). Im Verlaufe verstärkte sich die Zurückhaltung und die Tendenz blieb unerholt. Teilweise erfolgten am Aktienmarkt weitere Abgaben, wobei sich weitere Rückgänge einstellten. Klöckner 133,50 nach 135, IG. Farben 164 bis 163,50 nach 165, Gesfürel 156,25 nach 157, Rheinmetall 148,25 nach 149, Reichsbank 213 Brief nach 213,50, Rheinstahl 154 nach 155,25, Die erst später notierten Werte gingen um 2 bis 3 v. H. zurück, etwas weniger Deutsche Erdöl mit 158,25 bis 158 (158,75) und Harpener mit 166 (167). Abendbörfe uneinheitlich. An der Abendbörse dauerte die Zurückhaltung fort, so daß das Geschäft keinen besonderen Umfang er" ichte. Im ganzen war die Haltung jedoch be- ru igter und nennenswertes Angebot kam nicht mehr heraus. Jedenfalls waren Abgaben der Kundschaft kaum dabei, es handelte sich meist noch um kleine Verkäufe der Kulisse. Bei noch etwas ermäßigten Kursen wurden diese aber glatt ausgenommen. Anderseits erfolgten auch kleine Käufe, so daß Besserungen bruchteiligen Ausmaßes zu verzeichnen waren. Von Montanwerten notierten Hoesch mit 122,25 (123), Mannesmann mit 122,50 (122,65), Rheinstahl mit unv. 154, ebenso Verein. Stahl mit 119. Don Maschinenaktien lagen MAN. mit 126, Muag mit 145, Junghans mit 133 und Eßlinger mit 118,25 voll behauptet. Leichte Besserungen wiesen Aschaffenburger Zellstoff mit 140,25 (139,25), Conti Gummi mit 187 (186,50), Daimler Motoren mit 139 (138,25) und Gesfürel mit 157 (156,25) auf. IG. Farben lagen mit 164,50 behauptet. Der Rentenmarkt war weiterhin ruhig und nahezu unverändert. Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 124,75 (125) nicht ganz gehalten, 6 v. H. IG. Farben unv. 135,25, ebenso im Freiverkehr Kommunal-Umschul- dung mit 94. Frankfurter Hyp.- und Frankfurter Pfandbriefbank-K0 kamen mit unv. 98,25 zur Notiz. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1074 Kälber, 45 Schafe, 5110 Schweine. Es kosteten: Kälber 33 bis 65 Mark, Hämmel 40 bis 52, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe lebhaft, Schweine zugeteilt. Wetterbericht des Reichswetterdienfles. Ausgabeort Frankfurt. Der Durchzug einer weit nach Süden reichenden Störungsfront bedingt in Deutschland mit dem Eindringen kühler Meeresluft gewittrige Niederschläge, die sich am Dienstagmorgen über Südostfrankreich und am Nordrand der Alpen noch fortsetzen. Bei uns hält sich der Niederschlag im allgemeinen in mäßigen Grenzen, und zwar im Norden meist etwas ergiebiger als im Süden. Wenn sich auch wieder Aufheiterung durchsetzen wird, so ist doch bei überwiegender Lustzufuhr aus Norüwest vorerst keine starke Erwärmung und auch keine völlige Beständigkeit zu erwarten. Aussichten für Mittwoch: Häufig aufheiternd, doch Auftreten einzelner meist schauerartiger Niederschläge, Mittagstemperaturen um etwa 20 Grad. Winde aus westlicher Richtung. Lufttemperaturen am 31. Mai: mittags 24,5 Grad Celsius, abends 17,2 Grad; am 1. Juni: morgens 14,2 Grad. Maximum 22,3 Grad, Minimum heute nacht 11,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Mai: abends 22,3 Grad; am 1. Juni: morgens 18,2 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer 2,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abenv- börse Schluß- für? Schluß! Mittag börse Dalum 29 5 31 5 29 5 31 5 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,75 101,75 101,75 101,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,13 99.25 99,13 99,25 5y,% Young-Anleihe von 1930 .. 105,9 105,65 105,5 104,5 4/i% Hesiische Bolksstaat von 1929 4yz% Deutsche Reichspostschatz von 1934 1...................... 99,75 99,75 99,75 ' — 100,6 100,6 100,75 100,13 5 Ein gut erhalt. Bett zu verkauf. ,„20 HoOheimec 5tc 25 Bahnhofhotel Cenj Tiichtigeo Mädchen für Einfamilienhaus, das kinderlieb ist u. kochen kann, mit guten Zeugniss.gesucht. Putz- und Waschfrau vorhanden. Guter Lohn und beste Behandlg. Selbsiversländ- lichleit. 38iiD Fi an Bernard Bießen Bcrgs r.23 ist heute nach kurzer, schwerer Erkrankung sanft entschlafen Die Einäscherung findet in der Stille in Gießen statt Von Beileidsbesuchen bitten wir dankend abzusehen Margarete Waydelin, geb. Müller-Benecke Elmar Waydelin Walter Waydelin Margarete Waydelin Emanuel Waydelin Major a. D Inhaber des EX. I und anderer Orden Am 31 Mai, vorm. um 8 Uhr, verschied nach längerem mit Geduld getragen em Leiden im Alter von 53 Jahren in der medizinischen Universitäts-Klinik in Gießen unsere Hebamme Frau Elisabetha Frey, geb. Jäger 29 Jahre übte sie in Treue und Gewissenhaftigkeit ihren verantwortungsvollen Beruf zur vollen Zufriedenheit aus. Die Gemeinde wird ihr Andenken in Ehren halten. Deines, Bürgermeister Daubringen, den 1. Juni 1937. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachm. 4 Uhr, statt. _____________________________________3829 D 31-M-1 nilidjeJtofani Seid | Viiü 0,716 5,694 61,79 48,95 1,165 63,40 56,86 16,98 8,666 0,711 5,71 611 49,1 11, 155 63,5! 56,55 17,M 8,Kl 237 öl I 8,75 I 6,75 ■55,75 I 167 I U4,4 I 159 I 138 48 I 167 1’26,75 I 157 I 143^5 I 118 138 I 156,5 1’27,25 I 125?9 I 161 154,75 107,65 231,75 136,75 157 129 156,5 154,75 176 98,65 1 219,5 202 122,4 63 117 161,5 32,25 »s puts HSitt». ^5? '65,911 % ,191,5 i , ' 'S» 1118 "• 8 135,1 157,75 136,15 47,8 166,75 ,171 148,5 i 133Z 155 124,5 122,8 152Z 104,75 232,5 1$ 151 128,IJ 151 15! 175 97,25 217,75 201,75 115 « 116 155 31 Nr. 724 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nachklänge zum lltientsag. Die unvergängliche Frontkameradschast. - Das große Wehrsportfest. Wenn man heute noch einmal den Blick rückwärts lenkt auf die Stunden des 116er-Tages, so muß man besonders den Eindruck feststellen, daß es sich bei dieser Veranstaltung um ein F e st der ganzen Volksgemeinschaft von Gießen und Umgegend gehandelt hat, das seine Ausstrahlungen weithin ins Rhein-Main-Gebiet, ja noch erheblich darüber hinaus bemerkbar machte. Es dürfte wohl nur wenige Veranstaltungen in den letzten Jahren geben, die unserer Stadt so gewaltige Besuchermengen aus der Umgebung zugeführt haben. Und wenn man sich weiter der vielen herzlichen Wiedersehens-Kundgebungen erinnert, die zwischen den Angehörigen der einstigen Feldformationen des alten Regiments 116 vor sich gingen, so muß man sagen, daß die F r o n t k a m e- rad schäft über die Kriegsjahre hinaus bis in eine erheblich spätere Alterszeit der Kameraden hinein lebendig geblieben ist. Es hat also schon seine Berechtigung, wenn man von alten Feldsoldaten hört, daß die Zeit, des Fronterlebens und die in jenen Jahren geschlossenen Beziehungen von Mensch zu Mensch nicht im Strom des Alltags versinken werden. Beweise dafür haben wir beim 116er-Tag vielfach zu sehen bekommen. Auf diese Ebene der kameradschaftlichen Verbundenheit, die aus den Jahren der aktiven Dienstzeit und aus dem Kriege bei den alten 116ern lebendig ist, war auch der Telegrammgruß des ehemaligen Großherzogs von Hessen an sein einstiges Gießener Regiment znrückzuführen, der von den alten Soldaten mit Freude ausgenommen wurde. In dankbarer Erinnerung, im Geiste der alten Soldatenkameradschaft, fand dieser Drahtgruß bei den Empfängern herzlichen Widerhall, die aber auch mit ganzer Gefolgschaftstreue und Einsatzbereitschaft dem Führer des neuen Reiches und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler durch ihre Huldigung bekundeten, daß sie voll Vertrauen und Tatbereitschaft seiner Führung in eine neue deutsche Zeit zn folgen bereit sind. So formte sich im Verlaufe des Samstagabend, aber auch während der Stunden des Sonntagnach- mittag mit den begeisterten Kundgebungen für das neue Infanterie-Regiment 116, das eindrucksvolle Bild deutschen Soldatentums, das aus dem Boden der Geschichte und der reichen Tradition zu fruchtbarem Einsatz und opferbereitem Kampf für die Erneuerung von Volk und Vaterland im Geiste der neuen großen politischen Idee des Führers zu wirken bereit ist. * Der Wehrsport-Veranstaltung des Jnf.-Regts. 116 seien heute noch einige Einzelbetrachtungen gewidmet, nachdem wir gestern die große Gesamtlinie dieser Darbietungen skizziert haben. Prächtig war schon der Auftakt mit den M a s s e n f r e i ü b u n- gen von 150 Mann der Schützenkompanien des I. Batl., wunderbar der Rhythmus des An- und Ablaufes nach den Klängen der Musik, ausgezeichnet die exakte fächerartige Entfaltung aus der geschloffenen Kolonne zu den einzelnen Gliedern der Aufstellung, ebenso der Wiederzusammenschluß zur ursprünglichen Formierung; völlig gleichwertig der präzise Verlauf der Freiübungen selbst. Die Artillerie zeigte durch Voltigieren am Pferd reitkünstlerische Leistungen ihrer Männer, die bei den alten Soldaten der berittenen Waffen nur Erstaunen auslösten, denn derartige Dinge, wie sie da vollendet gezeigt wurden, hatte man in ihrer Dienstzeit nicht gekannt. Turnen am Reck und am Barren offenbarte zur gleichen Ziet wunderbare Körperbeherrschung und kraftvolle Durchführung der Uebungen. Eine Reiterquadrille, von Reiterabteilungen des Regiments gezeigt, gab ein schönes Bild der disziplinierten Verbundenheit von Reiter und Pferd bei den verschiedensten, auch schwierigsten Uebungen. Als Geschicklichkeitsübungen wurden im Bodenturnen, in der Handhabung des Medizinballs und im Pyramidenbau von drei Gruppen von Männern Leistungen gezeigt, die uneingeschränkte Anerkennung verdienen; insbesondere trifft das auf die drei Gruppen der Pyramidenbauer zu. Die Reiterkämpfe im „Kriege der Strohseile gegen hohe Pappmützen" brachten eine belustigende Rote in die Reihe der Vorführungen. Stramme Leistungen wurden in der 20 mal 100-Meter-Staffel gezeigt, bei der unter fünf Wettkampfgruppen das II. Batl. nach hartem Kampfe Sieger blieb. Einen gewaltigen Höhepunkt der Leistungen zeigte das Geschicklichkeitsfahren von Solomaschinen. Hier konnte man die geradezu fabelhafte Fahrkunst von fünf Motorradlern bewundern, die auf schweren Wehrmachtsmotorrädern in unheimlichem Tempo über das unebene Gelände des Dorführungsplatzes rasten, deren Beifahrer den bewunderungswürdigen Sprung über den fahrenden Motorradler aus der Schlußstellung des Springers heraus, nach dem Muster eines Bocksprunges beim Turnen, zeigten, die stehend freihändig fuhren, aber auch den Sprung der Motorradler selbst mit ihren Maschinen von einem Sprungbrett aus und schließlich als Höhepunkt den Sprung der forsch über ein Sprungbrett fahrenden Motorradler durch einen großen brennenden Reifen sehen ließen. Voll starker Spannung war der H i n d e r n i s l a u f, bei dem die fünf im Wettbewerb stehenden Mannschaften eine Fülle von Hindernissen zu überwinden hatten, bis ihnen als Siegeszeichen der Ehrenpreis der Offizier-Vereinigung der ehemaligen 116er Zuerkannt werden konnte. Den Preis errang das II. Batl. Interessante Bilder zeigten die Fahr- Übungen der 7. Batterie, ebenso Fahr- Übungen eines 6 - Zuges , die beide ganz hervorragende Leistungen der militärischen Ausbildung sichtbar werden ließen und auch hinsichtlich der Bereitschaft zur Feuereröffnung den Tausenden von Zuschauern eine eindrucksvolle Vorstellung gaben über die Schnelligkeit, mit der eine solche Einheit feuerverwendungsbereit sein muß. Außerordentlich spannend verlief das Alormrennen, über dessen Grundgedanken wir am Freitag in unserer Vorschau schon berichtet haben. Den Sieg errang hier Schütze Groh, 8./J.-R. 116. Fahrübungen In der Einleitung einer Dienstvorschrift lauten die ersten Sätze: „Der Krieg stellt den einzelnen auf die härteste Probe seiner seelischen und körperlichen Widerstandskraft. Daher wiegen im Kriege die Eigenschaften des Charakters schwerer als die des Verstandes, mancher tritt auf dem Schlachtfelde hervor, der im Frieden übersehen wurde. Gewöhnung an körperliche Leist ungen, Rücksichtslosigkeit gegen sich selb st, Willenskraft, Selbstvertrauen und Wagemut befähigen den Mann, die schwersten Lagen zu meistern." Der verstorbene Generaloberst von S e e ck t schreibt in einem seiner Werke: „In dem schlacht- entscheidenden Jnsanteriekampf ist der Soldat im wesentlichen auf sich selbst gestellt; er erhält am Morgen den Auftrag, Angriff oder Verteidigung, Richtung und Ziel, um am Abend den Sieg erfochten zu hohen. Auf dem Weg zu ihm bedarf er den gestählten Willen und den leistungsfähigen Körper, den Drill der Gewohnheit." der 1 4. bzw. 13. Kompanie mit ihren Fahrzeugen (Tankabwehrgeschütz bzw. Infanteriegeschütz) ließen interessante Bilder aus der Waffenschulung der Infanterie auf diesem Gebiete sichtbar werden; ebenso wie die vorausgegangenen Fahrübungen in der geschlossenen militärischen Einheit, war auch diesen Uebungen das starke Interesse der Zuschauer gewidmet. Ein Schaugefecht mit zahlreichen interessanten selbständigen Kampfhandlungen kleiner Jn- fanteriegruppen brachte ein außerordentlich fesselndes Schauspiel in das Vorführungsgetriebe; da knallten die Kanonenschläge, ratterten die MGs., peitschte das Schützenfeuer über das „Schlachtfeld", stürmte Infanterie, brannte ein „Blockhaus" nieder, gab es „Tote" und „Verwundete", kurzum die Zuschauer erhielten ungefähr eine Vorstellung davon, wie der moderne Jnsanteriekampf beim Vorarbeiten gegen den Feind sich etwa gestaltet, da alles auf engem Raum sich abwickeln mußte, war das Gefechtsbild in seinen Einzelzügen natürlich immer nur sehr relativ anzusehen, dennoch aber fand es bei den Zuschauern die größte Aufmerksamkeit. Eine Gemischte Stafette brachte noch einmal unter Einsatz aller Leistungsmöglichkeiten der Männer, der Pferde und zahlreicher technischer Hilfsmittel ein außerordentlich fesselndes Bild eines vielseitig durchzuführenden Wettkampfes, bei dem vier Wettkampfgruppen um den Sieg rangen; das Siegeszeichen, den Ehrenpreis der Stadt Gießen, konnte sich die Stabskomp. J.-R. 116 erringen. Mit dem vortrefflichen Exerzieren einer Schützenkompanie schlossen die Darbietungen ab. Die an den Vorführungen beteiligten Einheiten des Regiments und der Artillerie erhielten als äußeres Zeichen der Anerkennung je einen Erinnerungspreis. Während auf dem Platze die Vorführungen im Gange waren, wurde mit Start an der Volkshalle, der Armeegepäckmarsch durchgeführt. Bei dieser rückschauenden Betrachtung auf die sportlichen Wettkämpfe tritt eindrucksvoll und überzeugend zutage, daß die Pflege des Wehrsports in unserem Regiment 116 im Rahmen der gesamten militärischen Ausbildung einen hervorragenden Platz einnimmt und auch dadurch gute, fruchtbare Aufbauarbeit im Dienste des Volkes zur Schaffung einer allezeit schlagbereiten starken Wehrmacht geleistet wird. General Eamon schreibt in der „France mili- taire“: „Im Kriege ist die Ueberraschung ein Hauptelement des Erfolges. Sie bringt den Gegner in eine Gefahr, der er nicht sogleich begegnen kann, aber sie führt zu seiner Entmutigung." Ueberraschung: dem Feind zuvorkommen! Mit den Beinen, mit dem Motor, mit dem Feuer. Ein längerer Marsch mit schwerem Gepäck bei großer Hitze stellt, wie bereits in unserer Samstagausgabe erwähnt wurde, die größten Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Soldaten. Ein solcher Marsch kommt, wie man aus vorstehenden Ausführungen ersieht, den Verhältnissen im Kriege am nächsten. W e r an einem heißen Sommertage einen solchen Gepäckmarsch gut überstanden hat, der ist k r i e g s b r a u ch b a r. Rur zähe, durchtrainierte Körper halten ihn ohne Mühe aus. Zum Durchhalten, besonders bei einem Wettbewerb, ist eine erhebliche Willenskraft erforderlich. Durch die Haltung und das Benehmen der Teilnehmer bei der Durchführung des Gepäckmar- Der Gepäckmarsch des IR. 116 am Regimenlslag Die militärische Bedeutung. Dienstag J. Juni (937 sches d e s I. - R. 116 am vergangenen Sonntag konnte man auf den guten Geist und d i e gute Kameradschaft im J.-R. 116 schließen. Rach eingehender Vorbereitung in den letzten Wochen waren am Sonntag 14 Mannschaften in Stärke von je 1 Führer 3 Mann des 116er Regiments am Start. (2./116, 3./116, 4./116, Batl.-Stab I./116, 5./116, 6./116, 7./116, 8./116, 13./116, 14./116, 15./E. 116, 16./®. 116, 17./E. 116.) Dor Beginn des Marsches erfolgte durch einen Stabsarzt eine Belehrung der Teilnehmer über Verhalten während und nach dem Marsche. Am Nordausgang von Oppenrod, über das der Marsch führte, war mäßig-warmer deutscher Tee mit Zitrone zur Erfrischung für die Teilnehmer bereit- gestellt. Ein Ofsizier des Regiments und zwei Sanitätsgefreite auf Fahrrädern sowie einzelne Unteroffiziere und Mannschaften der Kompanien be- aleiteten die Teilnehmer auf dem Marsche. Dieser führte über Wieseck, Trohe, Großen-Buseck, Reiskirchen, Burkhardsfelden und Oppenrod—Gießen. 13.45 Uhr startete die erste Mannschaft. In der Reihenfolge, die durch Auslosung festgelegt war, folgten: N.-Z. 1/116, 3., 17., 2., 7., 15., 8., 13., 14., 5., 6., 7., 4. und 16. Kompanie. Die Mannschaften folgten mit je einer Minute Abstand. Oie Preisträger: 1. 6. Komp. Jns.-Regt. 116; Zeit: 3:46,5 Stunden. 2. 14. Komp. Jnf.-Regt. 116; Zeit: 3:50 Stunden.^ 3. 4. Komp. Jnf.-Regt. 116; Zeit: 3:52 Stunden. Es folgt die Mannschaft der 15. Komp. Erg.-Batl. 116. Eine gute Zeit lief die Mannschaft der 17. Komp. Erg.-Batl. 116 (3:41,5 Stunden). Leider fiel ein Mann dieser Mannschaft aus. Die 15./116 hatte einen Teilnehmer und Rekruten von 36 Jahren bei der Mannschaft. Bester Mann und beste Zeit als Einzelläufer: Schütze Steinhäuser, 14./116; Zeit: 3:33 Stunden. Kamen der Preisträger-Mannschaften: 6./J.-R. 116: Unteroffizier Wagner, Schützen Eyrich, Appel und Stückrath. 14./J.-R. 116: Unteroffizier Hoh, Gefreiter Wolny, Oberschütze Ten Elsen, Schütze Steinhäuser. 4./J.-R. 116: Unteroffizier Eggers, Schützen Bitzen, Weiß und Teiß. Aus her Stadt Gießen. Wenn das Heu düstet. Und die Lüfte füllt ein Singen, Jubel geht ein und aus, leuchtende Lieder klingen her über jedem Haus ... (Schüler) Der Monat Mai war wie ein goldenes Füllhorn. Das überquellende Leben war gekommen, der Winter war vergessen, und der Sommer stellte sich ein. Die Bäume ließen ihre Früchte schwellen, die Vögel fangen und jubilierten, brüteten und stillten ihre junge Brut. Die Sonne flimmerte und stach durch die Blätter der Bäume wie durch grünes Glas. Der Wald war wie ein Meer. Ein ewiges Lied voll Vogelfang und Windesrauschen. Der Efeu kletterte an den alten Bäumen in die Höhe, Geißblatt umrankte die Büsche. In der Luft summte und brummte es von Fliegen und Mücken ... Und nun kommt die erste Stille. Die jungen Vögel lernen das Fliegen, die Lieder verstummen nach und nach. Die Wiesengräser sind am Blühen. Reinigen, obec nicht schmirgeln. Nicht Reinigung um jeden Preis, son- Säuberung unter Schonung des Zahnschmelzes - das ist richtig! der Nivea-Zahnpasta reinigt u. erhält •• den natürlichen Glanz Ihrer Zähne. ttttf Um ifurfriüK1 OeutscheBurgen undGchiösser Don Wilhelm von Scholz. Deutsche Dorne, deutsche Rathäuser, deutsche Bürgerbauten — jedes dieser Worte läßt eine Fülle großer Bilder vor unserem Auge erstehen. Die Bilder sind in sich fest gefügt, klar und charakteristisch und zum überwiegenden Teil Wahrzeichen des deutschen Wesens. Sie sind gebunden in der deutschen Stadt und durchströmt vom Leben mancherlei Volkes, von Volkstreiben, Volksvergangenheit. Aber eines vermögen sie nicht auszustrahlen: Größe und Weite deutschen Landes. Unsere Heimat ist mit ihrer Gliederung, ihrer Schönheit, ihrer Kultur, ihrer Arbeit, mit ihrer herrlichen Weite als Stück der Erde von nirgendwoher so zu sehen und zu erfassen wie von den deutschen Burgen und Schlössern. Sie sind nicht nur als geschichtserfüllte, oft baulich gewaltige und kunstgeschichtlich wichtige Architektur vor unserem Blick; immer gehört das Land zu ihnen, das sie überragen, das sich um sie breitet. Ost genug liegt es wie vom Flugzeug gesehen unter ihrem Fuß, eine lebendige Landkarte, und gibt dem Ausschauenden das Gefühl, als schwebe er von den Felsentrümmern, auf denen er steht, frei in die Landschaft. Ich weiß nicht, ob man, wenn von unseren Burgen und Bergschlössern gesprochen wird, da zuerst der berühmten großen Bauten Envähnung tun soll — wie der Wartburg, des Heidelberger Schlosses, der Burg Eltz, der Albrechtsburg, des Schlosses Heiligenberg und der anderen Wanderziele jeder jungen deutschen Sehnsucht — oder ob man vor ihnen nicht der noch viel zahlreicheren, in höherem Sinne namenlosen Burgen gedenken muß, die bei uns über alles hügelige Land, an allen Flußläufen und auch noch in den Gebirgen verstreut sind, die, meist freilich als Ruinen, iede für ihre Landschaft die denkbar schönste Sichtwarte bieten. , n. .. Ja, die Zahl- und Namenlosen sind es, an Die man zuerst denkt, wenn man von den deutschen Burgen spricht, die alle einander gleichen, ob es die Starkenburg an der Bergstraße ist oder Kynast in Schlesien, die Brandenburg an der Werra, Hohen- klingen die Rheinburgen oder die Hegau- und die Albruinen, die Schlösser im Elsaß und im Schwarzwalde: ihr Sockel ist ein von Natur frei hingestell- tcr oder von fleißiger fronender Menschenhand — wie bei der Meersburg am Bodensee — oon Dem mit ihm verwachsenen Höhen^ge abgemeißelter $erqtopf, ber nach den alten kneg-E-n Begns- fen kaum einnehmbar, meist nach durch ein s>ch davor hinziehenden ober gar herumwindenben Mutz geschützt war. Das nannte man dann m der alten Sprache: eine feine Gelegenheit; das heißt, das Schloß war eben günstig gelegen. Nahe irgendeinem großen Kauffahrts- und Heerwege liegen die Burgen. Aus ihrem Zweck, den sie einst hatten, aus dem sie entstanden sind: Landoder Wasserstraßen zu „kontrollieren", brauchten sie weite Sicht. Deshalb stellen ihre Erbauer über die schon selbst fernblickenden Giebel und Zinnen, über die Dächer, niederen Türme und Wehrgänge noch den hohen Wartturm, der sich frei aus dem Mauerwerk erhob und unbehinderte Rundsicht hatte. Widerstandsfähig und fest, zum Ausfall wie zur Verteidigung mußte eine Burg geeignet sein: so wurden besonders die steilen, aufragenden, abfallenden felsigen Klötze bevorzugt, an denen und um die man dann schmale Schlängelwege, die gerade noch für Pferde gangbar waren, hinaufziehen mußte. Man stellte die Mauern so hart an den Abgrund, daß Felsteile und Wand zu einem verwuchs. Praktisches Bedürfnis baute. Aber manchmal ist die Lage der Burgen, dieser Falken- und Adlernester in Himmels- und Wolkennähe so herrlich, daß man glauben möchte, Naturfreude, Landschaftsgefühl habe mitgebaut. Dies weite sehnsüchtige Landschaftsgefühl, das feit der Romantik die Brust jeden echten deutschen Jungen beseelt und hochgemut zur Ausschau auf die Burgberge und -trüm- mer klettern läßt. Nicht zuletzt aus den Burgblicken über die schöne Heimat entsteht im jungen Menschen die Liebe zum deutschen Lande, zum Da- terlande in der Seele. Denn auf den Burgen überkommt sie auch das erhebende Träumen von großer geschichtlicher Vergangenheit. Aus der Mächtigkeit der Felsen, die hier bezwungen, der Zyklopenmauern, die aus rohen Blöcken hier errichtet wurden und die doch der Zeit nicht Trotz bieten konnten, erwächst es und empfindet in den von den Wettergewalten zernagten und gestürzten Trümmern, den zersprengten Türmen, den Wänden mit leeren Fensterhöhlen, den Steinen, die in Gras und Welklaub liegen, die Jahrhunderte. Der Wald ist aus dem Tale aufgestiegen, hat die Burgberge erobert und überall seine grünen Fahnen auf ihren ehrwürdigen Ueberresten gehißt. Nichts anders ist es auch mit den berühmten, den einzelnen wohlerhaltenen oder wiederhergestellten großen, meist fürstlichen Burgen, deren Namen über ihr Gebiet ihnaus bekannt sind; deren ich oben eine Anzahl aufführte. Abweichend sind nur die Wasserschlösser und -bürgen gebaut, die im flachen Lande liegen und sich rings mit Graben, oft See, umgeben hatten. Sie bieten keine Fernsicht und dienten wohl hauptsächlich der Verteidigung. Nach dem Mittelalter hat die beginnende Neuzeit dann die Wehrhaftigkeit der Burgen — wie sie vordem selbst in Stadtschlössern notwendig war; ein schönes Beispiel ist das alte Schloß in Stuttgart — aufgegeben zugunsten prunkvoller bequemer weiträumiger Bauten als Wohnungen der Herrscher, gleichviel ob über Königreiche, Bistümer ober nur Grafschaften und Rittergüter. Der kriegerische Zweck ist ganz zurückgetreten. Die Macht ist gesichert, in Verträgen und Verfassungen verankert, braucht nicht mehr jeden Tag verteidigt zu werden. Es genügt, wenn sie durch Schönheit des Baus, durch Pomp, Ueppigkeit, Reichtum weithin zum Ausdruck kommt. Auch jetzt entsteht Herrliches, das deutschen Ruhm kündet: Würzburg, Bruchsal, Sanssouci, Schwetzingen, Wörlitz, Nymphenburg, Solitude — die Residenzschlösser fast alle. Aber sie liegen nicht mehr im Lande, sondern, wo sie noch nicht mit Städten verwachsen sind, in einem zierlichen, gepflegten, abgeschlossenen, in einem nachgeahmten künstlichen Lande und an künstlichem Wasser: in Garten und Park. Alle diese Burgen und Schlösser sind heute mehr denn je Ziel und häufig Herberge unserer wandernden deutschen Jugend und kommen so zu schönstem neuem Leben! Gloria-Palast: »Oie göttliche Jettes Das ist ein Bombenrolle für Grethe Weiser, die wir aus allerlei andern Filmen kennen, für die man aber offenbar erst jetzt das Feld ihrer eigentlichen Begabung entdeckt hat: sie spielt hier die Chansonette Jette Schönborn, die am Königstädtischen Theater in Berlin — lange vor dem Kriege — das Publikum in Entzücken versetzt und volle Kassen macht, bis eines Tages einige ärgernisnehmende Besucher einen kräftigen Theaterskandal heraufbeschwören und die gut gehende Bühne polizeilich geschlossen wird. Jette versucht einen Ausweg in der Heirat mit einem jungen Grafen, der sich mit Hilfe des väterlichen Bankkontos zu ihrem Mäzen aufgeworfen hat, — merkt aber bald, daß dies nicht die geeignete Lösung wäre; ihr Instinkt setzt sich durch, sie gibt dem Grafen einen Korb und kehrt zurück zum Theater, dessen Direktor diesmal auch im Privatleben der richtige ist. Ein Kostüm-Lustspiel mit Gesang und Tanz und ausgesprochen volksstückmäßigem Charakter. Rolf Meyer und Kurt Walter schrieben das Drehbuch; Erich Waschneck führte Regie und setzte das Ganze mit Schmiß und berbem Humor in Szene. Grethe Weiser ist hier offenbar in ihrem Element und kann so richtig aus sich herausgehen: eine wahrhaft kesse Person mit einem unerhört berlinerischen Mundwerk und dem soubrettenmäßigen Spieltemperament, den diese Figur nötig hat. Viktor de Kowa als Inspizient Barsch ist auch genau der gegebene Partner für sie. Aus dem großen Ensemble seien als besonders lustige Personen ferner genannt Eva Tinschmann und Marina v. D i t m a r, Jakob Tiedtke, Olga Limburg und Wilhelm Paul Krüger. — Der schnodderige Witz des schlagfertigen Dialogs schien auch in unseren südlicheren Breitengraden Verständnis zu finden. — (Tobis Europa.) * Vom Beiprogramm ist zunächst die Wochenschau mit den erschütternden Ausnahmen von der Katastrophe in Lakehurst zu nennen; außerdem ein kurzer, sehr gut photographierter Städtefilm „Neuyork", ferner interessante und seltene Bilder von der Jagd auf große Raubfische, endlich ein Vorspann zu dem Lustspiel „Wie der Hase läuft". Hans Thyriot. Oer älteste Sportverein der Welt. Der älteste Sportverein der Welt ist sicherlich der Verein oder vielmehr die Gilde der Bogenschützen des heiligen Sebastian in Brügge. Das genaue Gründungsdatum dieser Vereinigung ist nicht bekannt, muß aber jedenfalls vor 1096 liegen, denn die Gesellschaft führt in ihrem Schilde das Wappen von Jerusalem, das ihr verliehen wurde, weil ihre Mitglieder am ersten Kreuzzug teilnahmen. Der Verein der Bogenschützen von Brügge blickt also auf das ehrwürdige Alter von fast 8V2 Jahrhunderten zurück und dürfte damit der älteste aller Sportvereine der Welt sein. Im Heim des Vereins, in der Rue des Cannes in Brügge, wo die Mitglieder sich in einem großen Garten an eigens dafür errichteten Schießständen im Bogenschießen üben können, sind die Archive der Gesellschaft bis zurück zum Jahre 1416 aufbewahrt. Die Kapelle mit einem kleinen Turm, die neben dem Klubhaus — wenn es erlaubt ist, ein so modernes Wort für eine so alte Gründung zu brauchen — emporragt, stammt aus dem Jahre 1570. Die Ehrenmitglieder des Vereins haben sich in ein goldenes Buch eingetragen. Hier findet man Namen wie den des Stuartkönigs Karl TI. von England und seines Bruders, des Herzogs von Port, als sie im Jahre 1656 in Brügge in der Derban- nung weilten, den des Königs Leopold I. von Belgien, der Königin Viktoria und des Prinzgemahls Albert, des Don Pedro V., Königs von Portugal, der Könige Albert I. und Leopold III. von Belgien und der Königin Astrid. Unter der Leitung feines gegenwärtigen Präsidenten, Verstraete, erfreut dieser Sportverein sich höchster Blüte und Aktivität. Der Gauleiter zu Den Sommerlagern des VDK NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, der den Schulungsstätten und Lagern des BDM. immer größtes Interesse entgegenbrachte und sie tatkräftig unterstützte, nahm dieser Tage Veranlassung, sich mit Obergauführerin Else Riese eingehend über die Sommerlager zu unterhalten. Die Obergauführerin konnte berichten, daß dieses Jahr 18 Lager mit einer Aufnahmemöglichkeit von 15 000 Mädeln durchgeführt werden. Diese Lager stellen sowohl in der Auswahl der Gebäude und deren Ausstattung, als auch im Einblick auf Führung, Freizeitgestaltung und Verpflegung einen erheblichen Fortschritt gegenüber dem Vorjahr dar. Die Laaerleiterinnen sind ausgesuchte und bewährte BDM.-Führerinnen, denen je eine Helferin und Köchin zur Seite steht. Für die gesundheitliche Betreuung der Lagerbelegschaft sorgt ein Lagerarzt, der wöchentlich zweimal Besuche macht; zu schneller Hilfe ist außerdem ein Unfall-Dienst-Mädel im Lager. Die BDM.-Sommerlager haben in erster Linie eine große soziale Aufgabe zu erfüllen. Es kommt vor allem darauf an, dem Mädel aus der Fabrik, aus dem Büro oder Haushalt, das sonst keine Erholungsmöglichkeit hat, für wenig Geld (2 Mark für die Woche) einen frohen und sinnvollen Urlaub zu verschaffen. Unsere Sommerlager sind deshalb keine Schulungskurse und ganz darauf abgestellt, den im Berufsleben abgespannten und eingeengten jungen Menschen durch Sport und Bewegungsspiele aller Art wieder frisch und lebensfroh werden zu lassen. Sing- und Heimabende bringen die Mädel, die ja aus ganz verschiedenen Verhältnissen kommen, einander näher und vermitteln ihnen — ob sie nun dem BDM. selbst, oder der DAF. angehören — das Erlebnis der Kameradschaft eines großen Mädelbundes, stellen sie mitten hinein in das Erlebnis unserer Zeit und praktisch gelebte Volksgemeinschaft. Der große finanzielle Einsatz der NSV. zur Einrichtung und Verpflegung der Lager und der führende und betreuende des BDM. können jedoch nur vollen Erfolg bringen, wenn zwei wichtige Faktoren mitarbeiten: Schule und Betrieb. Wir begrüßen daher ganz besonders die Verfügungen der zuständigen Behörden an die Schul- leitungen, in denen eine großzügige Beurlaubung der Schülerinnen zur Teilnahme an den Sommerlagern angeregt wird. Gauleiter Sprenger sprach zum Schluß der Unterredung die Erwartung aus, daß auch die Betriebsführer sich der sozialen Forderung nicht verschließen, ihren jungen Gefolgschaftsmitgliedern Gelegenheit und womöglich auch die Mttel zu geben, sich in einem Sommerlager des BDM. und der Hitler-Jugend neue Kraft und Arbeitsfreude zu holen. Oivisions-auerritt. Trotz fortschreitender Motorisierung des Heeres sind die Erhaltung der Reitfertlgkeit und ihre ständige Förderung von großer Bedeutung, da immer wieder Lagen eintreten werden, in denen die Leistungen von Pferd und Reiter nicht durch den Motor ersetzt werden können. Neben der ständigen Reitausbildung, den herbstlichen Jagden und Der Teilnahme an Turnieren muß jede Gelegenheit genutzt werden, die jungen Ofiziere auf eine Höchstform ihres reiterlichen Könnens zu bringen, damit sie allen Anforderungen, die im Krieg und Frieden an sie herantreten, jederzeit gewachsen sind. Für die Offiziere des IX. Armeekorps ist daher für das Jahr 1937 erstmalig ein Wettbewerb ausgeschrieben worden, der in den einzelnen Standorten der Division als D i o'i f i o n s i> a u e r * ritt und im Herbst als K o r p s d a u e r r i t t gestartet wird. Teilnahmeberechtigt sind in diesem Jahre die Offiziere. Für die nächsten Jahre ist auch ein Wettbewerb für Unteroffiziere vorgesehen. Die Bedingungen des Dauerritts sind sehr mannigfaltig und stellen an die Leistungsfähigkeit der Pferde und beteiligten Offiziere erhebliche Ansprüche. Es wird eine Strecke von 60 bis 70 Kilometer geritten. Davon sind 8 Kilometer Geländestrecke mit 12 Hindernissen und Gräben bis zu 3 Meter Breite und eine Findigkeitsstrecke von 12 Kilometer. Im übrigen wird auf Wegen geritten. Auf der Strecke finden mehrere Derfassungs- und Schießprüfungen statt. Die Ausrüstung ist feldmarschmäßig. Das Mindestgewicht von Reiter und Ausrüstung hat 90 Kilogramm zu betragen. Für die Dauer der Hebung ist eine Mindestzeit von 9 und eine Höchstzeit von 10 Stunden vorgeschrieben. Am zweiten Tag werden eine Dressurprüfung und ein Jagdgalop'p über 1 Kilometer mit 6 Hindernissen veranstaltet. Die Teilnehmer werden nach Zeit und Fehlerpunkten gewertet. Der Start zum Dauerritt der 9. Division erfolgt für die Standorte Gießen, Wetzlar und Butzbach am Donnerstag, 3. Juni, um 4.30 Uhr auf dem Trieb. Die Teilnehmer stellen sich um 4.15 Uhr dem Kampfgericht an der Volkshalle. Da schreitet der Bauer zur ersten Ernte des Jahres. Wo sich das Tal verbreitert und die Hügel auseinandertreten, dehnen sich die Wiesen. Noch hängt der Tau an den Gräsern und Blumen. Wenn sich der Morgenwind erhebt, weht das Gras in Wellen, darüber wandern die Wolken am Himmelszelt wie einst. Die Lerche singt ihr Lied von der Unendlichkeit, ihre Melodien haben kein Ende, steigend und immer steigend, der Sonne zu ... „Im schönsten Wiesengrunde", heißt es im Volkslied. Ja, es ist so. Welch' wundervolles Bild, wenn die schlanken Blätter an den langen Halmen vom Winde bewegt werden! Und nun kommen die Schnitter, nun fallen Blumen und Gräser. Die Ernte beginnt. Wenn wir abends an den Wiesen Vorbeigehen, bann strömt uns ber Duft bes Heues entgegen. Waren die Wiesen der Tummelplatz der Kinder, so sind es die hoch geschichteten Haufen Heu erst recht. Wer kann ermessen, welche Freude die Kinder empfinden, wenn sie im Heu liegen und Purzelbäume schlagen! Und wie stolz sitzen sie auf dem hoch beladenen Wagen, bucken sich, wenn sie unter den tief hängenden Aesten der Obstbäume vorbeifahren! Daheim aber sind sie fleißig und trampeln das duftende Heu ein, damit der Vorratsraum alles fassen kann. Das sind reiche Tage des Jahres. Langsam ansteigend gewann die Sonne an Macht. Langsam kam auch in uns das Gefühl der Stärke, und wir möchten sagen: Verweilet! Diese Tage, an denen sich Abend und Morgen fast berühren, möchten wir festhalten. H. Dornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg) „Die göttliche Jette". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße) „Grenzpolizei Texas". Abschiedsvorstellung für „Heinrich Hub". Am Mittwoch, 2. Juni, findet eine einmalige Abschiedsvorstellung für Heinrich Hub statt, der für die kommende Spielzeit an das Stadttheater in Mainz verpflichtet wurde. Es geht der Schwank: „Der blaue Heinrich" von Schwartz und Lengbach in Szene. Spielleitung Günter Winkel. Bühnenbild Karl Löffler. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß für diese Vorstellung Sommerpreise gelten. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr und endet 22.30 Uhr. NSDAv. - Ami für Dolkswohlfahri. Ortsgruppe Gieheu-Nord. Am Dienstag, 1., und Mittwoch, 2. Juni, wird im Bereich ber Ortsgruppe Gießen-Norb der Lebensmittelopferring durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. NSDAP. Ortsgruppe Giehen-Süd. Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich ber Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen und nicht der Partei angehören, zahlen ihren Beitrag zur Hilfskasse für die Monate Juli, August und September 1937 am Dienstag, 1. Juni, Mittwoch, 2. Juni, und Donnerstag, 3. Juni, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle ber Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29 H. Wer feinen Beitrag nicht rechtzeitig entrichtet, wirb bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. Bon der Universität. Don ber Pressestelle der Universität Gießen wird uns berichtet: Der Rektor der Ludwigs-Universität hat im Namen des Herrn Reichs- und preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsstatthalter in Hessen zum Dekan der Medizinischen Fakultät ernannt den ordentlichen Professor der Hygiene Dr. med. Adolf Seifer. Zu Prodekanen wurden ernannt: In der Medizinischen Fakultät der ordentliche Professor der Allgemeinen Pathologie und Pathelogischen Anatomie Dr. med. Georg Herzog; in der Philosophischen Fakultät, 1. Abteilung, ber beamtete ao. Professor für Neuere Geschichte Dr. phil. Rubolf Gtabelmann ; in ber Philosophischen Fakultät, 2. Abteilung, ber orbentliche Professor für Physikalische Chemie Dr. phil. Hermann Reinholb. Zugendlustschuhtag am 2. Zuni. Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat den 2. Juni zum „Jugendluftschutztag" bestimmt. Die Hitler-JugeiÄ) des Standortes Gießen wirb sich am kommenden Mittwoch, 2. Juni, 20 Uhr, auf Oswaldsgarten an einer Brandbekämpfung, das Deutsche Jungvolk an einer Gasmaskenschutzübung beteiligen. Mädel im Reichssportwettkampf der HZ. Während die Stadt Gießen in festlichem Schmuck auf den Ehrentag der 116er eingestellt war, traten am Samstag frühmorgens die Jungmädel und Sonntag der BDM. zu Den Reichssportwettkämpfen ber H I. an. Geschlossen zogen bie Gruppen durch die festlich geschmückte Stadt zu den Sportplätzen. Zu Beginn traten die Kampfrichter und Mädel gemeinsam zum Fahnenhissen an. Den Wettkampf der Jungmädel nahmen BDM.-Führerinnen ab, am Sonntag stellte die Hilter-Jugend in selbstverständlicher Kameradschaft die Kampfrichter für den BDM. Obwohl es die Sonne fast zu gut meinte, setzte sich jede einzelne für ihre Schaft und Gruppe mit ihrer besten Leistung ein. Trotz des ungewöhnlichen sommerlichen Wetters wurden gute Leistungen erzielt. Von den 900 Jungmädeln, die auf dem VfB.-R.-Platz kämpften, war nur dreien die Sonne etwas zu viel geworden, so daß sie den Unfalldienst beanspruchen mußten. Erfreulicherweise brauchte am Sonntag der Unfalldienst überhaupt nicht in Tätigkeit zu treten, gewiß ein schönes Zeichen für den Fortschritt in der Sportarbeit. Noch sind die Ergebnisse im einzelnen nicht bekannt. Die besten Gruppen treten am 13. Juni in Gießen auf dem Universitätssportplatz zum Untergauentscheid an. In den Landgruppen wurden auch vormittags die Dreikämpfe der IM. und des BDM. durchge- führt. Nachmittags waren bie Angehörigen zum Gruppensportfest eingeladen. IM. und BDM. zeigten gemeinsam einen Querschnitt durch unsere Sportarbeit. In einigen Gruppen klang ber Abend als Dorfgemeinschaftsabend aus. Wir laden jetzt schon alle Volksgenossen zum Untergausportfest 1937 am 13. Juni ein. Heil Hitler! Die Pressereferentin tm Untergau. Einweihung des Skagerrak-plotzes. Der Oberbürgermeister lädt bie ganze Bevölkerung unserer Stadt zu der Einweihung bes Skagerrak-Platzes an ber Schlageter-Allee ein. Anläßlich dieser Feier wirb am Samstag, 5. Juni, ein Kameradschaftsabenb bes SA.-Marine-Sturmbannes 11/34 in Verbindung mit ber Marine-HI. und der NS.-Marinekameradschaft ftattfinben. An diesem Abend werden zwei Filme aus der Kriegsmarine durch den Gauführer des No.Marinebun- bc« Fregatten-Kapitän a. D. Ackermann gezeigt werben. Ferner sollen gesangliche unb turnerische Darbietungen ben Abend ausfüllen. i Am Sonntag, 6. Juni, erfolgt um 10.30 Uhr ber Abmarsch vom Gebäube ber ^A.-Stanbarte. Um 1’ Uhr beginnt die feierliche Einweihung des Skagerrak-Platzes an ber Schlageter-Allee. Um 11.30 Uhr wird eine Skagerrak-Kunstausstellung mit einfüh- zWlWMMWM Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 4. Als Fogg mit Anna von Donkas Beerdigung in bie Pension zurückkam, fanb er zu seinem Erstaunen die Zimmertür unverschlossen. Das war um so befremdlicher, als er den Schlüssel in der Tasche trug und sich mit Bestimmtheit entsinnen konnte, ben Schlüssel zweimal im Schloß umgedreht zu haben. Sein Erstaunen schlug in lichterlohen Schrecken um, als er ins Zimmer trat. Sein großer Kabinenkoffer mit ben festen Messingbänbern war aufgesprengt, und das darin befindliche Lacklederköfferchen, das er vor der Ueberfahrt in Lima gekauft hatte, war verschwunden. Teufel noch mal, so was konnte auch einem starken Mann in die Beine fahren! Außerdem fehlten seine besten Kleidungsstücke; an den weniger guten Sachen, an den Reiseandenken und der Korrespondenz hatten sich die Gauner nicht vergriffen. Seine ganzen Ersparnisse in Höhe von rund zwölf- tausend Mark waren weg! Das war das Betrüblichste. Fogg sank ziemlich erledigt auf dem einzigen Stuhl seines ziemlich tristen Zimmers, schrie die Anna an, weil sie mit dem Heulen loslegen wollte, und schaffte erst einmal Ordnung in seinem wüsten Kopf. Einbruch, klar, man mußte nach ber Polizei schicken. Er sah natürlich ein, baß bas ganze seine Schuld war. Er hätte das Geld entweder in diebessichere Verwahrung geben ober noch besser durch eine Bank gleich an feinen Bestimmungsort überweisen lassen müssen. Aoer was nützte diese Einsicht hinterher? „Na, das heiße ich ja reichlich Optimismus", begrüßte ihn der von Anna herbeigeholte und bereits unterrichtete Polizeikommissar. „Wer hebt denn auch so viel Geld in einem Pensionszimmer auf? Wirklich leichtsinnig! Sie ermuntern die Leute ja geradezu." „Schimpfen Sie nicht, Herr Kommissar! Ich sehe ein, Sie haben recht. Aber ich komme aus einer Gegend, wo man nachts nicht einmal die Tür zuzusperren braucht." „Idyllisch! Da möchte ich meinen Bezirk haben. Wie heißt denn dieses freundliche Land?" „Kolonie Santa Agatha in Peru." Dann nahm der Beamte ben Tatbestand auf. Schließlich sagte er: „Wir tun unser möglichstes, Herr. Aber versprechen kann ich zunächst gar nichts. Daß es jemand aus der Pension war, glaube ich kaum.. Eher ein Bursche aus diesen Hinterhäusern. Die Jungs im Hafenviertel haben es nämlich in sich. Wenn ein Mann wie Sie in solche Spelunke zieht, ist das im Nu ausbaldowert. Und bann wirb eben das Ding gedreht." „Mein ganzes Geld!" stöhnte Fogg. „Ich bin jetzt blank bis auf bie paar Mark, die ich in der Hosentasche trage. Schöner Empfang in der Heimat, muß ich sagen." „Na, verlieren Sie nur nicht gleich ben Mut! Wir werden unseren ganzen Apparat in Bewegung setzen, darauf können Sie Gift nehmen. Aber seien Sie anderseits auch nicht allzu zuversichtlich. Wie es ausgeht, ist ein Rathaus." Er schrieb noch zwei Seiten seines Notizbuches voll, bann empfahl er sich. Anna legte ihren Arm um Foggs Schulter und klagte: „Du tust mir so leid, Onkel Foga! Du warst so gut zu uns, und nun ist das ber Lohn. O Gott! O Gott! Man kommt aus den Aufregungen gar nicht mehr heraus in diesem Hamburg/ „Laß nur gut sein, Kleines! Die Polizei hier ist sicher tüchtig. Vielleicht komme ich wieder zu meinem Geld", tröstet er sich und das Mädchen; aber es war ein Trost, der nicht recht einschlug. Einige Tage später erkundigte er sich, ob die Nachforschungen schon zu einem Erfolg geführt hätten. Man bedauerte. Es seien noch keine greifbaren Ergebnisse da. Er möge Geduld haben. „Mein Geld ist nämlich alle. Bis auf den letzten Fünfer. Ich kann doch nicht ewig hier sitzen. Wie soll ich denn nach Schellenberg kommen?" „Vielleicht wenden Sie sich an den dortigen Bürgermeister um ein Darlehen. Oder sprechen Sie bei der hiesigen Aerztevereinigung vor", riet man ihm. „Will mal sehen", sagte Fogg, sich entfernend. Er war fest entschlossen, von Diesem Rat keinen Gebrauch zu machen. Mit seinem Pech bei Kollegen hausieren zu gehen ober sich in Schellenberg als Bittsteller einzuführen, lag ihm nicht. Es müßte doch mit dem Kuckuck zugehen, wenn sich fein anderer Ausweg aus diesem Schlamassel finden ließe. Es hieß nur bas Köpfchen anstrengen. Er schlenderte gedankenvoll heimzu. Sein Magen knurrte laut und schamlos. Er hatte gestern seine besten Schuhe bei einem Trödler verkauft, um für sich und Anna wenigstens etwas zum Essen besorgen zu können. Da man aber für getragene Schuhe sehr wenig bekam, war das Geld schon wieder weg. Ihm selber machte so ein bißchen Hunger nicht viel aus, aber bas Mädchen tat ihm leib. Vor einem Bäckerladen endlich, in dem Mohrenkrapfen, Brezeln und knusperige Brötchen ausgestellt waren, hatte er jenen Einfall, der ihm auch noch lange nachher als geradezu genial erschien: Er wollte es mit seinen Reiselichtbildern versuchen. Er stürmte in die Pension „Heidenfroh", schmiß den Hut auf den unsauberen Tisch und kramte in seinem großen Koffer. „Du, Onkel Fogg, hör mal!" begann Anna, die aus ihrem Zimmer herübergekommen war, schüchtern. Aber Onkel Fogg hörte nicht und war ungeheuer geschäftig und betriebsam. Er feuerte Kleider und Wäsche heraus. Die Bilder mußten ganz unten liegen. Richtig, da waren sie. „Ich habe Hunger"» sagte das Mädchen Anna energischer. Fogg dachte: Zum Glück hat dieser Pavian von einem Einbrecher mir wenigstens die Aufnahmen dagelassen. Aber welche nehme ich? Am besten wohl die Karibenfische. Ja, die und keine anderen! Das ist etwas Ausgefallenes, etwas Besonderes. Machen wir! „Onkel Fogg!" „Ja." „So hör doch! Ich habe solchen Hunger. Kannst du mir nicht ein bißchen Geld geben? Du mußt nicht denken, daß ich wehleidig und eine Heulliese wär'; aber ich halte es einfach nicht mehr aus. Mir ist schon ganz schwach." „Nun mach mal die Ohren auf, Anna! Siehst du diese sechs Bildchen? Aus denen mache ich jetzt renbem Vortrag in der Aula der Pestalozzi-Schule eröffnet. Um 12 Uhr ist Vorbeimarsch am Skagerrak- Platz Ab 12.15 Uhr Marsch durch die Stadt zum Marine-Bootshaus mit anschließender Feldküchen» Verpflegung. Gießener IBocbenmarttpreife. * Gießen, 1. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Yi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, XA kg 12 bis 15, gelbe Rüben, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 30 bis 35, Spargel, 1. Sorte 35 bis 42, 2. Sorte 27 bis 33, 3. Sorte 22 bis 27, 4. Sorte 10 bis 12, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 90, Zwiebeln, neue, 15, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, Yi kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, V» kg 15 bis 18 Pf., Kirschen 60 bis 80 Pf., Erdbeeren 1,40 Mark, Zwetfchenhonig 45 Pf., Blu- menkohl 30 bis 70, Salat 5 bis 10, Salatgurken 50 bis 60, Oberkohlrabi 15 bis 18, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen das Bündel 10 Pf. ** Auszeichnung verdienter Sanitäter. Vor versammelter Sanitätskolvnne wurde den Sanitätskolonnen-Halbzugführern Heinrich Pfeif» f e r und Wilhelm Rink von der Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in Gießen als Zeichen der Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um das Deutsche Rote Kreuz die vom Führer und Reichskanzler gestiftete und den beiden Sanitätern verliehene Medaille des Deutschen Roten Kreuzes durch den Kolonnenführer Kratz überreicht. ** Arbeitsjubiläum. Die Angestellte Fräulein Käthe Weber, Rodheimer Straße 56 wohnhaft, kann am heutigen 1. Juni ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Modehaus Carl No» wack, Seltersweg, begehen. Der Jubilarin wurden zahlreiche Ehrungen bereitet. ** Verkehrsunfall. Am heutigen Dienstag- früh gegen 6.30 Uhr ereignete sich auf dem Horst- Wessel-Wall in der Nähe von Hotel Kohler ein Verkehrsunfall. Dort wurde eine junge Radfahrerin von einem Lastzug überholt. Dabei wurde das Mädel von einer anscheinend seitwärts aus dem Lastzüge herausflatternden Wagenplane erfaßt und zu Boden gerissen. Das bedauernswerte Mädel wurde sofort der Chirurgischen Klinik zugeführt, wo es mit erheblichen Kopfverletzungen barnieberfiegt Lebensgefahr besteht zum Glück nicht. Die Bluttat an dem Köpperner Jagdlmfer. LPD. Frankfurt a. M., 31. Mai. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Am 7. Juni wirb vor bem Schwurgericht bes Lanbgerickstes in Frankfurt a M. bie Bluttat an bem Jagbhüter Ernst Hoffmann aus Köppern im Taunus zur Aburteilung kommen. Der Täter ist ber 28jährige berüchtigte Wilberer Wilhelm M i e g e r, ber bei einem feiner Wilberergänge am 16. April in bem unweit Köppern gelegenen Walbbistrikt Bornberg mit bem unbewaffneten Jagbhüter Hoffmann zusammenstieß, biesen zunächst anschoß und dann durch Würgen, sowie Dolchstiche tötete. Wie bei allen diesen Zusammenstößen mit Wilderern gibt der Angeklagte an, er habe sich in Notwehr befunden. Er sei von Hoffmann überrascht worden und im Handgemenge sei ihm dabei ein Schuß losgegangen. Dann habe er Hoffmann gewürgt unb bem bereits auf bem Boden Liegenden im Kampf noch Stiche versetzt. Als Wildererwaffe führte Mie- ger einen Flobert, Kaliber 22, mit sich. Demgegenüber stellt sich die Anklageschrift auf den Standpunkt, daß es sich nach dem Ergebnis ber Ermittlungen um eine vorsätzliche Tötung mit Ueberle- gung hanbelt. Mieger ließ bie Leiche zunächst am Tatort liegen unb beefte sie mit herumliegenben Tannen- reifern zu. Seinen Vater, ben bereits mit mehreren langjährigen Freiheitsstrafen wegen gewohnheits- mäßiger Wilbbieberei vorbestraften Johann Mieger, ber sich jetzt roieberum wegen gewohnheitsmäßiger Wilberei in Untersuchungshaft be- finbet unb auch schon angeklagt ist, will er erst später hinzugerufen haben, um bann gemeinsam mit ihm bie Leiche vom Tatort ein Stück walbeinwärts zu tragen. Geld, so Gott will. Sie kommen in eine illustrierte Zeitschrift. Ich roerbe einen netten kleinen Text dazu schreiben. Ich bin zwar kein großer Schriftsteller vor bem Herrn, und im Deutschen habe ich egal eine Drei gehabt, aber es wird schon gehen. Dazu brauche ich aber Ruhe. Also, halte gefälligst einmal die Klappe mit deinem Hungergebrüll und nimm dich noch ein paar Stunden zusammen. Ich bringe dir bann auch was Schones mit. Wie denkst du über Prinzregententorte?" „Dscha, Prinzregententorte ginge wohl", meinte Anna, unb ihre betrübte Schnute heiterte sich auf. „Also, bann Haltung unb Abmarsch! Ich fange jetzt an." Fogg war so beschaffen, baß er nicht gleich nach jeder Schlappe bie Waffen streckte. Man konnte mal am Boden liegen, kam vor, aber man durste nicht ausgezählt werden. Um vier Uhr nachmittags betrat er das Redak- tionsgebäube unb zog bei Herrn Pachulke, bem Portier, Erkunbigungen ein. Um sechs Uhr ftanb er mit gezücktem Manuskript vor bem Schriftleiter. Die Zeit dazwischen kam auf Konto Warten unb Geplänkel mit verschiebenen Zwischeninstanzen, die als Sicherung vor derartigen Ueberfällen eingebaut waren. „Diese Sache wird Ihre Leser zweifellos interessieren", begann Fogg mutig bas Gefecht. „Meinen Sie? Na, wir wollen mal sehen", lautete die Antwort. „Um was handelt es sich denn?" „Um Karibenfische, um Piranhas. Das hier sind bie Aufnahmen. Scharf, nicht? Beste beutsche Kamera, Tropenmobell. Die Tiere werben etwa 30 Zentimeter lang, bevölkern manche Flüsse bes nördlichen Südamerika unb sehen ganz harmlos aus. Aber ihr Gebiß ist schauberhaft. Sie greifen Pferde, Rinder unb babenbe Menschen gleich in ganzen Schwärmen an unb lassen nichts als bas Skelett übrig. Ich habe selbst einen solchen Fall erlebt." „Ein ganz hübscher Stoff. Gut, nehmen wir. Wohin soll ich Ihnen das Honorar überweisen?" Fogg murmelte etwas von Geldknappheit, und der Redakteur verstand. Zehn Minuten später schwenkte er vergnügt einige Geldscheine in ber Hanb; es war mehr, als er erhofft hatte. Dann betrat er eine Konditorei; denn er erinnerte sich seines Versprechens. Fortsetzung folgt Spielvereinigung 1900 (Sieben. Sportfreunde Siegen 1900 3:2. Mit diesem Resultat haben sich die Blauweißen achtbarer aus der Affäre gezogen, als man erwarten konnte. Die im Laufe der Woche aufgetretenen Schwierigkeiten in der Mannschaftsaufstellung konnten nicht ganz behoben werden, und so war es eine ziemlich zusammengewürfelte Elf, die die Reise ins Westfalenland antrat. Um so überraschter war man von den Leistungen. Der Spielverlauf. Die erste Hälfte war ziemlich belanglos, denn in diesem Abschnitt fielen keine Tore. Die glühende Hitze ließ es angebracht erscheinen, vorerst eine gemütliche Gangart einzuschalten. Es war daher vornehmlich ein Spiel fürs Auge, das sich hauptsächlich im Mittelfeld abspielte. Die ersten 15 Minuten gehörten überraschend den Blauweißen, Hiernach kamen die Platzbesitzer etwas mehr zu Wort, aber nicht in dem Maße, daß man von einer unbedingten Ueberlegenheit sprechen konnte. Allzu heikle Situationen wurden in dieser Zeit nicht herausgearbeitet. Als sich die Spieler bewußt wurden, daß auch Torerfolge zum Fußballspiel gehören, wurde das Spiel etwas lebhafter. Hier waren es wieder die Blauweißen, denen die meisten Vorteile gehörten, und als eine Flanke von Schellhaas zum Halbrechten kam, schien für die Blauweißen der erste Erfolg zu fallen. Zum Erstaunen der wenigen Mitreisenden jagte er jedoch den Ball aus fünf Meter freistehend über die Latte. Bei der dritten Ecke sah es abermals nach einem Erfolg der Blauweißen aus, als Pankok den Ball von Heuser weiterleitete. Hier stellte sich jedoch die Latte als letzter Retter ein. Nach der Pause erreichte das Spiel voll und ganz seinen Höhepunkt. Tore fielen vorerst jedoch noch nicht, so daß man zu der Annahme kommen konnte, daß es auch im weiteren Verlauf nicht dazu käme. Kaum gedacht, da war es auch schon passiert. Der Linksaußen der Platzbesitzer setzte sich gegen Zeiler durch und brachte trotz größter Bedrängung seine Flanke noch zur Mitte, wo der hinspringende Mittelstürmer unter die Latte einschieben konnte. Dieser Erfolg munterte die Gastgeber mächtig auf. Jetzt waren sie es, die sich längere Zeit in der Hälfte der Spielvereinigung festsetzten. In der 70. Minute konnte der Mittelstürmer das Ergebnis auf 2:0 verbessern. Eine vorherige Abseitsreklamation beachtete der Schiedsrichter nicht, so daß die Siegener ziemlich leicht zu diesem Erfolg kamen. Im Gegenstoß gelang es den Blauweißen durch den Halblinken, der eine Flanke von Heuser nach Umspielen der Verteidigung verwandelte, auf 2:1 zu verkürzen. Dann war die Reihe wieder an den Gastgebern. Wieder war es eine Abseitsreklamation, die den Platzbesitzern den dritten Erfolg brachte. Rahn, der der Annahme war, der Schiedsrichter würde diese Entscheidung treffen, ließ den Ball passieren. Um so überraschender war es, daß der Schiedsrichter diesen Erfolg wertete. Die Blau- weißen ließen sich dadurch jedoch nicht entmutigen und gingen nun restlos aus sich heraus. In der 80. Minute war es abermals der Halblinke, der auf 3:2 verkürzen konnte. Wenig später war es der Halbrechte, der die größte Chance vergab, den Ausgleich herzustellen. Genau wie in der ersten Hälfte stand er nur wenige Meter vor dem Torwächter. Diesmal ging sein Schuß nicht darüber, sondern ausgerechnet dem Tormann in die Hände. Die weiteren Anstrengungen brachten nichts Zählbares mehr ein, und als der Schlußpfiff ertönte, hatten die Blauweißen ein Spiel verloren, das sie auf Grund ihrer Leistungen und den herausgearbeiteten Chancen ebensogut hätten gewinnen können. Kritik. Die Plahbesitzer hatten eine ausgeglichene Elf zur Stelle. Aus der Hintermannschaft ragte der Mittelläufer etwas hervor. Die Verteidigung wußte sich manchmal durch hartes Spiel Respekt zu verschaffen. Im Sturm war der Rechtsaußen der überragende Mann. Bei den übrigen trat nur manchmal das Können richtig zutage. Die Leistung der Blauweißen war durchweg gut. Eine Einzelkritik erübrigt sich, da jeder sein Bestes gab. Lediglich der Hintermannschaft ist zu empfehlen, beim Reklamieren von Abseits den Gegner nicht aus den Augen zu lassen, damit nicht wieder Erfolge auf diese Art zustande kommen. DfB.-Rei^sbahn Gießen. VfB.-R. Liga — Bissenberg Liga 3:1 (1:0). Trotz der drückenden Hitze sah man ein gutes Spiel, das von Anfang bis Ende spannend war. Bei DsB.-R. vermißte man Bach und Wilhelm, die durch Feuster und Sauer gut ersetzt wurden. Besonderes Lob verdient die Abwehr mit Krämer und Kramer, die den Gästesturm sicher abstoppte. Die Läuferreihe war eifrig und konnte gefallen. Im Sturm wurde wieder zu wenig geschossen, doch war kein Versager unter den Spielern. Die Gäste, die ohne ihren Mittelläufer Bingel kamen, zeigten nicht sehr viel, sie verdarben sich die Sympathien der Zuschauer durch zu hartes Spielen. Die Mannschaft war wohl schnell und eifrig, Fönte aber mit ihrer hohen Spielweise nichts erreichen. Dem Schiedsrichter Keller, Naunheim, stellten sich folgende Spieler: Bissenberg: Schönster; Anschütz, Bingel; Geier, Staadt, Keller; Klotz, Anschütz, Bingel, Daubach, Keller. VfB.-R.: Meißner; Krämer, Kramer; Sauer, Thron, Feuster; Berlebach, Radtke, Heß, Fehling, Szponik. Bissenberg spielte mit der Sonne und schuf gefährliche Situation vor dem Tor der Grünweißen, die aber geklärt werden konnten. Die Grünweißen legten größten Eifer an den Tag und setzten sich in der Hälfte des Gegners fest. Aber hier stand eine zahlreiche Verteidigung, die teils noch auf der Linie abwehren konnte. Die Gäste hatten bei einem Durchbruch beinahe Glück, aber Sauer rettete in höchster Not. Das Spiel wurde härter, Freistoß auf Freistoß ging auf das Gästetor, aber der Torwart war vorerst nicht zu schlagen. Sechs Ecken brachte die erste Halbzeit, aber Tore wollten keine fallen. Bissenberg verteidigte mit elf Mann. Schon glaubte man an eine torlose Halbzeit, als Heß eine Flanke kurz vor dem Wechsel zum Führungstreffer einköpfte. Nach der Pause zunächst verteiltes Spiel, ein Spieler der Gäste, der den Schiedsrichter beleidigte, mußte vom Feld. Gerade in diesem Augenblick brachte ein Vorstoß der Gäste durch Schuß von Bingel den Ausgleich. Doch jetzt wurden die Grünweißen drückend überlegen, Szponik konnte den Führungstreffer schießen. Wiederum waren sechs Ecken die Ausbeute der Ueberlegenheit, doch erst in der Schlußminute konnte Berlebach mit einem scharfen Schuß zum 3:1 einsenden. VfV.'R. II — Bissenberg II 5:1 (4:0). In diesem Spiel konnte die Reserve einen verdienten Sieg erringen. In der ersten Hälfte fielen in gleichen Abständen vier Tore. Nach der Pause spielten die Grünweißen verhalten, Bissenberg konnte durch Elfmeter das Ehrentor erziel"n. Nachdem Mattern die Tordifferenz wieder hergestellt hatte, pfiff Schiri Best, Gießen, der seine Sache gut machte, das anständig durchgeführte Spiel ab. Die Leichtathletik-Jugend des Sportkreises Gießen hatte sich am Sonntagvormittag zu den Kreiswettkämpfen (Kreismeisterschaften) auf dem Platz des VfB.-Reichsbahn eingefunden. Das ideale Sportwetter gab allen Teilnehmern Gelegenheit, ihr Können voll zu entfalten. Und es war erfreulich festzuftellen, wie ausgezeichnet dies die Jungens verstanden. In der Mehrzahl der Wettbewerbe wurden Leistungen erzielt, die ohne weiteres mit denjenigen der großstädtischen Leichtathletikzentren Schritt halten können. Da sind zunächst die 15,14 Meter im Kugelstoßen von Goß (1900) zu nennen, eine Weite, die bis jetzt von einem Jugendlichen im Gau Hessen noch nicht erzielt worden ist. Außerdem stachen in der A-Jugend hervor: Schleenbecker (Tvgg. Ruttershausen) mit 1,68 Meter im Hochsprung und Kley (DfB.-R.) mit 6,31 Meter im Weitsprung. Die 8-Juaend hatte ihren besten Mann in Semmer (VfB.-R.), der die 1500 Meter in 4:31 Min. bewältigte. Eine feine Zeit sind auch die 2:14,2 Min. über 800 Meter von Deibel (1900). In den Sprüngen der 6-Klasfe taten sich hervor Erich Rinn (Tv. Heuchelheim) und Schwarz (VfB.-R.). Als Mannschaftskämpfe kam in den beiden Klassen je eine 4X100-Meter-Staffel zum Austrag. Hier erzielte mit 47 Sek. die A-Jugend der Spielvereinigung 1900 eine Zeit, wie sie seit Jahren von einer Jugendstaffel im hiesigen Kreis nicht mehr gelaufen worden ist. BfB.-R. Jugendabteilung. VfB.-R. 1.3gb. erringt die Gruppenmeisterschaft. Grohen-Linden 2. 3gb. — VfB.-R. 3.3gd. 1:2 Die Spiele um die Gruppenmeisterschaft, die auf dem Sportplatz in Wieseck zum Austrag gelangten, konnte die erste Jugendmannschaft gewinnen und somit die Gruppenmeisterschaft erringen. Vier Gruppenmeister, Leihgestern, Krofdorf, Wieseck und VfB.-R. mußten gegeneinander spielen. Es wurden an alle Spieler hohe Anforderungen gestellt, denn jede Mannschaft hatte drei Spiele auszutragen. Im ersten Spiel siegte VfB.-R. gegen Leihgestern, die technisch gute Spielweise und die Schnelligkeit der Grünweißen gaben den Ausschlag. Wieseck schlug Krofdorf 2:0, dann mußte VfB.-R. gegen Krofdorf antreten. Dieses Spiel wurde mit 1:0 gewonnen, da die Jungens verhalten spielten, um ihre Kräfte für das Entscheidungsspiel gegen Wieseck, die gegen Leihgestern 4:0 gewannen, zu schonen. Bei dem letzten Spiel ging es auf Biegen ober Brechen, denn nur ein Sieg konnte die Grsinweißen zum Ziele führen, da bei einem Unentschieden Wieseck durch besseres Torverhältnis die Meisterschaft gemacht hätte. Das Spiel war teilweise sehr hart, und es ist in erster Linie dem Torwart zu verdanken, daß Wieseck zu keinen Erfolgen kam. In der Schlußminute konnte W. Schlitz das Siegestor erzielen, und glückstrahlend verließ der neue Meister das Spielfeld. 200 Meter: 1. Kley, VfB.-R., 24,3 Sek.; 2. Adolph, 1900, 24,7 ©et.; 3. Schreier. Post-Spv., 25,7 Sek. 400 Meter: 1. Bender, 1900, 58,1 Sek.; 2. Hainer, Tv. Heuchelheim, 59 Sek.; 3. Enkirfch, VfB.-R., 65,6 Sek. 800 Meter: 1. Heller, VfB.-R., 2:15,3 Min.; 2. Röhm, 1900, 2:15,4 Min.; 3. Hahn, Tv. Heuchelheim, 2:22,4 Min. 1500.2)1 et er: 1. Walt. Rinn, To. Heuchelheim, 4:38 Min.; 2. Ruckelshaufen, 1900, 4:38,1 Min.; 3. Haas, Tv. Steinbach, 4:47,4 Min. Hvchfprung: 1. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 1,68 Meter; 2. E. Oehler, VfB.-R., 1,58 Meter; 3. Hinrichs, 1900, 1,51 Meter. Weitsprung: 1. Kley, VfB.-R., 6,31 Meter; 2. Göbel, Mtv., 5,62 Meter; 3. Röhm, 1900, 5,59 Meter. Dreisprung: 1. Schleenbecker, To. Ruttershausen, 11,62 Meter; 2. Göbel, Mtv., 11,53 Meter; 3. E. Oehler, DfB.-R., 11,19 Meter. Kugel st oßen: 1. Goß, 1900, 15,14 Meter; 2. Schmidt, Mtv., 12,31 Meter; 3. Adolph, 1900, 11,87 Meter. LeichtathIetik-ÄgeMäinpse des Spvrlkmses Gießen. Spannende Kämpfe. - Nene Saujugendbestleistung im Kuge stoßen. Die Ergebnisse: A-3ugenb (3afjrgang 1919/20): 100 Meter: 1. Goß, 1900, 11,6 Sek.; 2. Kley, VfB.-R., 11,8 Sek.; 3. Göbel, Mtv., 12,2 Sek. Markisenstoffe Uni n.gestreift in verschiedenen Farben (imprägniert) sowie Läuferstoffe in aparter Musterung für Gartenstühle Fernspr. 3565 GIESSEN Bahnhofstr. 31 Das führende Spezialgeschäft Teppiche, Gardinen, Bettwaren 3814 D Geschäfts-Drucksachen Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 Geschäftskanen Alles fürs Badl Der moderne Badeanzug in seinen mannigfaltigen Variationen ist bei uns in ebenso großer Auswahl anzutreffen wie alles das, was zur Badewäsche ge- hörtl Gute Qualitäten, niedrige Preise ist unser Grundsatz. 3.95 5.90 Bade-Hose n nr gute Wollqualität, Frottierhandtücher n nr solide Qualität......U.uü Bade-Anzug moderne Form Kinder-Badeanzüge in allen Größen vorrätig Bade-Anzug JUVENA..... Bade-Mantel n nn mod. Ausmusterung O.uU UR GIG 3828 A Wir danken der Einwohnerschaft von Gi ßen für die anläßlich des 116 er- Treffens zur Verfügung gestellten Frei quartiere und Geldspenden. Der DolerhrioOongsaDssM Sänger 02770 Mittw,-ch, 2. Juni 1937, 14 Uhr, versteinere ich dahier, Neuenweg Nr.28 (Hof) bzw. an Ort u. Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung: Haus-, Laden- und Büromöbel, Schreibmaschin., Grammophone, Musikinstrumente und Klaviere, Registrierkassen, Kassenschränke, Radios, Schuhmacherart.,Masch. für Schuhmacher, Leder, Körbe, Kordel, Besen, Bürsten, Haus- haltsgegenstände usw.,fern.Füll- sederhalter, Fotoalben, Schreibtischgarnituren, 2 goldene Uhren, Müden, Stone verschiedener Art, Rinds- und Schweinedärme, Gewürze für Metzger. sssov Aus freier Hand werden verkauft: Möbelftücke verfch. Art, mehrer. Ladeneinricht.,Büchergeftll.ufw. BITTORF Gerichtsvollzieher in Gießen Schillerstr. 5, Telefon 3660 aus neuer Ernte. Gut, gesund und trocken kauft: SemMM«uvgS'WvlM Gießen, Telefon 2954 33130 JENA» GLAS ordducteu. Powrie. ntehttehlm. IliieklimTeueraufden^Udi H Topfu.Wesddr zugteidi.Keinedßppetie ■ MhoM)- dopptiterMtudi 6 tatet I &kh£ muhrak andere gute Itoudiadgeidurre. ■ J.B. Häuser । Gießen, a. Oswaldsgarten > Fernruf Nr. 2145 - 2146 I Empfehlungen! Ia. gelbfleifchige Speise- to#ln stets auf Lager, ö. Ireckler Steinstr. 73. Tel. 3581 Verschiedenes Englischer Unterricht gesucht. Schriftliche Ang. unter 02748 an den Gieß. Anz. Handwerker mit eigenem Haus, Anfang 30, ev., wünscht mit ein. Mädel bis zu 28 Jahr. Brief- Äßeim Zuschr.m.Bildu. 02756 a.d.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund Eenen eine Kreatur in Wasser. Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Terwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Un vcrsttat Berlin Dieses Werk bringt er- staunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild» folgen aus dem reichen leben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am B<. obachten ist ein wertvolles naturgeschicht- iiches Urkundenbuch geworden, das hervor- ragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgesche- hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch lebe Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Berlin. Lichterfelde Uf CDRC DRUCKSACHEN WCltDC ßrühl, Gießen Illlllllllllllllllllllllllllll Das hat geholfen! a\' JJuch Ihre hartn dck/gen sa ommers prqgsen । und Houfunreiniqkeiten werden <■, durch Dr. Druck reyS Drula Bleichwachs rcst/os, beseitigt. kür Mk.2.25, ober nur in Apotheken Best.: Univ.-Apoth. z. gold. En.iel, Pelikan-Apotheke. icoeV Druckschriften°°°°" HMlUMmnnif In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen Jede Lieferung schnell, gut und preiswert Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Gestoch scharfe Schrift, unver wüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein-Toroedo mit Segment umschaltung Nur RM. 186 - Schon f 8 30mtl. Niederhausen Bahnhofstral3e49 (Hellen nnA Stadttheater Gießen Mittwoch, den 2. Juni 1937 20-22.30 Uhr Einmalige Abschieds-Vorstellung für Heinrich Hub Der Maur Kewvrch Schwank von Schwartz und Lengbach 3825 D Hier abschneiden! ..............I...... o o Päckchen 353 Kündigungsfrist vereinbart ist. Das gilt natürlich dann nicht, wenn sie — auch nur stillschweigend — dem Vertrag zugestimmt hatte. Das gleiche gilt, wenn der Vater kraft seines Nutznießungsrechtes, also nicht kraft seines Derwaltungsrechtes namens des Kindes, ein Grundstück seines minderjährigen Kindes verpachtet hat und die Nutznießung endigt. (Z. B. das Kind wird volljährig, die minderjährige Tochter heiratet mit Genehmigung des Vaters.) Ein Vormund braucht die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts, wenn er für sein Mündel etwas pachten oder verpachten will und der Pachtver- ttag länger als ein Jahr nach Vollendung des 21. Lebensjahres des Mündels fortdauern oder (bei Vormundschaft über Volljährige) das Pachtverhältnis länger als vier Jahre dauern soll. Päckchen, s. Postpäckchen. Packen der Koffer, siehe unter Koffer. Packung — Einpackung des ganzen Körpers (ohne Kopf) oder Teilen des Körpers in ein in kaltes Wasser getauchtes und gut ausgewrungenes Laken, über das Wolldecken kommen (feuchte Ganz- oder Teilpackung). Im Ge- genfatz dazu gibt es noch trockene Packung nur mit einem gewärmten Laken oder mit Wolldecken. P. sind ein gutes Mittel bei Ent- zündungs- und Fieberzuständen. Es ist sorgfältig darauf zu achten, daß sich der Patient nicht erkaltet. Nach Abnahme der Pak- kung gut abfrottieren und warm halten. Ganzpackung etwa 1, bis Palaver 2 Stunden liegen lassen. S. auch Umschlag. Pädagogik, griech., Lehre von der Erziehung. Paddelboot, schmales, leichtes Boot, in dem der Fahrer flach sitzt und die Fortbewegung mit einem Paddelruder bewirkt. Das Ruder hat an beiden Enden eine Ruderfläche, die abwechselnd eingetaucht wird. Jrn Gegensatz ßu anderen Ruderbooten bewegt sich das Paddelboot in der Blickrich- tung des Paddlers, fo daß er freien Blick auf fein Ziel hat. Zu den Paddelbooten gehören auch die Faltboote, die jeweils vor Beginn der Fahrt aus einem sparsamen Holzgerüst und einer Segeltuchhülle aufgebaut werden. Zu den schönsten Freuden des Paddlers gehören Wasserwanderungen flußabwärts. Pailletten, franz., Bedeutung kurzes Stroh, entbehrliches Fremdwort für Flltter, kleine, runde Plättchen, die an Kleidern oder Maskenkleidern aufgenäht werden. Paket, franz., Bedeutung Packen, verpackte Gegenstände. Von der Post werden Pakete bis zum Ge- wicht von 5 Kilogramm befördert. Bei der Aufgabe muß eine ausgefüllte Paketkarte mit vorgelegt werben. Der Preistarif ist nach der Entfernung gestaffelt. Palast, lat., Prachtgebäude, ur« sprünglich Gebäude auf dem pa- latinischen Hügel in Rom. Palaver, langer Schwatz, ursprünglich die Beratung einer Negerversammlung. Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Diskuswerfen: T. Goß, 1900, 34,68 Meter: 2. Schieferstein, VfB.-R., 32,02 Meter; 3. Linkmann, VsB.-R., 29,96 Meter. Speerwerfen: 1. Kley, VfB.-R., 43,94 Meter; 2. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 41,61 Meter; 3. Schmidt, Mtv., 38,59 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 1. Spvgg. 1900, Adam, Adolph, Hinrichs, Goß, 47 Sek.; 2. Mtv. 49,1 Sek.; 3. VfB.-R. 49,3 Sek. B-Jugend (Jahrgang 1921/22): 100 Me t e r: 1. Erich Rinn, Tv. Heuchelheim, 12,4 Sek.; 2. Diedrich, VfB.-R., 12,8 Sek.; 3. Jug- hard, Mtv., 12,9 Sek. 2 00 Meter: 1. Diedrich, VsB.-R., 25,9 Sek.; 2. Krollpfeiffer, VfB.-R., 26,5 Sek.; 3. Wendel, 1900, 26,8 Sek. 8 00 Meter: 1. Deibel, 1900, 2:14,2 Min.; 2. Gilbert, VfB.-R., 2:24,6 Min.; 3. Eawein, VfB.-R., 2:27,5 Min. 1 50 0 Meter: 1. Gemmer, VfB.-R., 4:31 Min; 2. Beppler, Tv. Heuchelheim, 5:01,7 Min.; 3. Balzer, 1900, 5:06 Min. Hochsprung: 1. Schwarz, VfB.-R., 1,58 Meter; 2. E. Rinn, Tv. Heuchelheim, 1,58 Meter. Weitsprung: 1. E. Rinn, Tv. Heuchelheim, 5,61 Meter; 2. Büdenbender, VfB.-R., 5,37 Meter; 3. Schwarz, VfB.-R., 5,34 Meter. Dreisprung: 1. Gemmer, VfB.-R., 10,82 Meter; 2. Deibel, 1900, 10,53 Meter; 3. Diedrich, VfB.-R., 10,36 Meter. K u g e l st o ß e n": 1. Jughard, Mtv., 11,16 Meter; 2. K. Schieferstein, VfB.-R., 10,34 Meter; 3. Büdenbender, VfB.-R., 10,32 Meter. Diskuswerfen: 1. Büdenbender, VfB.-R., 30,72 Meter; 2. Jughardt, Mtv., 28,82 Meter; 3. Schneucker, 1900, 24,22 Meter. Speerwerfen: 1. E. Rinn, Tv. Heuchelheim, 42,46 Meter; 2. Jughardt, Mtv., 38,85 Meter; 3. Schwarz, VfB.-R., 38,61 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 1. VfB.-Reichs- bahn 1. Mannschaft 51,4 Sek.; 2. Spvgg. 1900 52,5 Sek.; 3. VfB.-R. 2. Mannschaft 53,8 Sek. Rundfunkprogramm Mittwoch, 2. Juni. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 1140: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das deutsche Lied. 15.15: Erbärztliche Beratung. Referat: Professor Dr. Frhr. O. von Verschuer. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Bunte Musik zur Unterhaltung. 17.30: Mit KdF. durch die sommerlichen Ausbildungskurse. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Reichsnährstandsschau München 1937. Großer Bauernabend im Löwenbräukeller. 22: Nachrichten (auch aus.dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Klaviermusik. 23: Unterhaltungsund Tanzmusik. Hans Bund und sein Orchester. 24 bis 2: Nachtkonzert. Brahms — d'Indy — Beethoven. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31. Mai. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige-je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W16 214, W19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,80, W16 29,90, W 19 29,90, W 20 30,25; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, \V20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlen- station. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu 5,80, do. drahtgepreßt 6,20, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00, do. gebündelt 2,70. - früh jM/u, Qesdwact' wi/wM yJiMswW üiwigwH r H A w J/Wa*'* w h E B w ' ■ h / • ■■ 1 / M MN NMHMW MM« ggw WWW Seidenstoffe Bem erg-Streifen. 80 cm breit, in richtigen Farbstellungen......p. m filaroc-Tnpfen, 95 cm breit, in aparten Farbstellungen............. p. m DIattkrepp-Drnck, 95 cm breit, schöne bunte Blumenmuster ....... p. m Flamenga-Druc’-, 95 cm breit, in schönen Frauenmustern......p. m Krepp-Satin-Topfen, 95 cm breit, in viel. Farbzusammenstellungen, p. m lüattkrepp-streifen, 95 cm bieit, in fabelhafter Farbzusammensteil., p. m Mattkrepp-Ernck, 95 cm breit, herrliche, großzügige Blumenmuster auf erstklassiger Grundware......p. m Piqnö • Streifen, 95 cm breit, gewebte Ware in entzückend. Farbstellungen 0 QC für Sportkleider.............p.m LuU Cloquö, 95 cm breit, sehr schöne Kleider- und Kompletware in allen Q QE modischen Farben...........p.m ü.Z U Ottomane-Brock, 95 cm breit, schwere Jackenware in neuartiger Ausmuste- R RC rung.......................p.m Einfarbige Waschstoffe Silesko-Frotti, 70 cm breit, in schön, rt O/l Kleiderfarben...............p.m UtOl Leinen-Imitat, 80 cm breit, einfarbig, rt Q Q in allen Indanthrenfarben .. . .p. m Ueüü Zellwoll-Honan, 65 cm breit, sehr sch. fi fiT Kleider wäre in allen Farben . . p. m uLuU Schweizer Voll-Voile, 112 cm breit, 4 Ofl sehr schöne Ware............p.m LuU Gmindcr Halblinnen, 80 cm breit, in 4 OE großem Farbensortiment......p. m |,Zd Banernleinen, 80 cm breit, für Röcke 4 flE und Sportkostüme. . . .......p. m Organdy. 95 cm breit, weiß, in sich 4 Ifi gemustert.................p. m |, | Organdy, 95 cm breit, farbig, in sich 4 Oft gemustert........... p.m I.Ju Banernle-nen, 140 cm breit, natur- O Ot färben, für Kostüme geeignet, p. m ZaUU V stra-Kos ämleinen, 140 cm breit, schwere Kostümware in richtigen fl Eifl Indanthrenfarben...........p. m ■•Uv Gemusterte Waschstoffe Piqud-Volle, 90cm brt., buntkariert, ßQ eine ganz besond. Gelegenheit p.m U.ÜU Dirndl-Kretonne, 80 cm breit, in ft 7E flotten Mustern ............p. m U• I U Organdy, 95 cm breit, kleine bunte rt Ql) Karos.....................p. m U.UÜ Dentschmnslin, 80 cm breit, solide ft QE Frauenmuster ..,...........p. m UeUU Vistra-Tnpfen, 80cm brt., sehr schöne geschlossene Ware in vielen Färb- ft QE Stellungen..................p. m U.UU B^nte Vistra-Streifen, in schönen ft ßQ Farbstellungen..............p. m v.UÜ Modekretonne, 80 cm breit, in herr- 4 4 ft liehen, neuen Druckmustern, p.m |e g (J Bedr. Bem’'erg-Tseida, 70 cm breit, schwere Ware, in sehr schönen, be- 4QO deckten Frauenmustern......p.m |eUÖ Vistra- nslin. 80 cm br., in herrlichen, neuartig. Blumenmustern. Die beste 4 AE Ware, die auf dem Markte ist, p. m |s*tu B-stickter Voile, 70 cm breit, ent- 4 Qft zückende Kindermuster......p. m l.uU 3834 A Paletot 354 Panamarinde Paletot, franz., entbehrliches Fremdwort für Überzieher, Überrock Mantel. Palette, franz., dünne, flache Holzscheibe, auf der der Maler seine Farben mischt. Die Palette hat ein Loch zum Hindurchstoßen des Daumens, mit dem die Palette gehalten wird. Palisander, hartes, dunkelfarbenes Holz eines südamerikanischen Nadelholzbaumes. Palisander wird auch blaues Ebenholz genannt. Palmarum. Palmsonntag, der letzte Sonntag vor Ostern, benannt nach dem Palmstreuen beim Einzug Christi in Jerusalem. Palme, in den tropischen und südeuropäischen Ländern beheimatet, wird auch bei uns als Zimmerpflanze gezogen. Bekannt stnd Fächerpalmen (Phönix- oder Dattelpalme, s. d.), Schirmpalmen (Kentia) und Kokospalmen. Empfindlich in der Jugend. Deshalb bei uns besser ältere Pflanzen kaufen. 2m Winter hellen Standort bei 10 bis 15 Grad geben, im Sommer möglichst ins Freie stellen, pralle Sonne aber vermeiden. Wachstumszeit liegt rm Sommer, dann viel Wasser und Dunggüsse (Kuhdünger). Umpflanzen erfolgt alle 3 bis 4 -öo^re. Öfteres Äbwaschen und Spritzen hält die Blätter unge- zrefersrei. Absterbende Blätter sogleich entfernen, da sie unnötig Kratte rauben. S. auch Aspidi- stra. Palmöl, Palmbutter, aus Palmfruchten gepreßtes wohlriechendes yl. das zur Herstellung von Seifen und Kerzen verwendet wird, ähnlich Palmkernöl. Palmsekt, herber Wein aus der Gegend von Palma, der aus Trockenbeeren gewonnen wird. Palmwein, vergorener Saft aus den Vlütenkoloen verschiedener Palmarten. Pampelmuse, Grape fruit, große, gelbe Frucht, halb Orange, halb Zitrone, von süßsäuerlichem Geschmack und leicht abführender Wirkung. Pampelmusen werden in England und Amerika vielfach zum Frühstück gegessen. Man teilt die Frucht, ei.tfernt mit einem Messer die Kerne und die inneren Häute, zuckert und gießt Maraschino, einen anderen Likör oder Weinbrand hinzu und ißt dann das Fruchtfleisch mit einem kleinen Löffel. Panamahütc, aus leichtem, mit- telamerikanischem Stroh einer Palmart geflochtene Herren- und Damenhüte, die im Gegensatz zu Nachahmungen einen elfenbeinartigen Schimmer haben. Panama reinigt man, indem man das Geflecht zuerst mit Zitronensaft bürstet, mit milden Seifenwasser nachwäscht und es dann über einer passenden Form trocknen läßt. Bevor der Hut wieder völlig getrocknet ist, muß er zurecht gebogen werden. Panamarinde, Quillajarinde, die Rinde des chilenischen Seifenbaumes wird als Waschmittel bei empfindlichen Stoffen. Wolle Seide, Stickereien gebraucht. Auf 100 Gramm Rinde gießt man 1 Liter heißes Wasser, läßt den Aufguß 12 Stunden stehen und seiht ihn dann durch. Der Aufguß Wohin mit dem Altpapier? 3.0/.ein TjaPi.erlorb'. ^ann ist für die Papierabfälle gleick) der richtige Platz geschaffen. Ein Papierkorb sollte auch in der Küche stehen, damit das Altpapier gesammelt wird. So ein Papierkorb ist ja gar nicht so teuer bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Krauter-Tees für alle Krankheiten! Mit der Einführung meiner eigenen Kräutertees habe ich einen übergroßen Erfolg gehabt. Ein Beweis dafür, daß die Zusammen-, Stellungen aus besten Kräutern fachmännisch richtig sind. 3816d Sie kaufen bei mir folgende Sorten : Abführtee ............RM. 0.90 Arterienverkalkungstee.. RM. 1.— Asthmatec ...........RM. 1.— Blasenerkältungstee .... RM. 1.— Blutreinigungstee......RM. 1.— Brust- und Lungentee. . . RM. 1.— Deutscher Familientee . .RM. 0.75 Frühstückstee.........RM. 1.25 Ind.Nieren- u. Blasentee . RM. 1.— Leber- und Gallentee. . . . RM. 1.25 Magenstärkungstee.....RM. 1.25 Mate.................RM. 0.70 Nervenberuhigungstee . . RM. 1.— Rheumatee............RM. 1.— Schlaftee...........' RM. 1.— Tee für Zuckerkranke . . . RM. 1.— Tee zum Schwitzen.....RM. 0.90 Diese Tees gibt es nur in der Drogerie Gieben / Kreuzplatz 10 ® Inh. C. Wörner Gießen, Plockstra&e 5, Ruf 2398 Sommersprossen LIONIN mit LIONINSEIFE Pelikan Apotheke 2695d Ab Monat Juni spielt Mittwochs, Samstags und Sonntags nachm. und abends die bekannte Kapelle Ernst Sehirwitz AndenandeienmusikfreienTagen sind die Preise für alle Getränke sowie für Konditoreierzeugnisse ermäßigt Empfehle meine anerkannt gute Küche. 38 03 d Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum HappelS Cq. Kl. Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 U IO M ■ MW W« I \l llllllllllllllllllfDIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIllllll Wichtige Neuerscheinung: SM M WM II. Men nach der Raturschutzoerordnuna । oom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent >m Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Dolhsbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen 6uioBe[müh'erFerlog.Beriin-£i(fiterf. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIiiiiiiiii Iapelen Tlwelenhaus rienWei Goetbestr.7 l Hinter bei Hagebant) Kataloge bei Brühl, Gießen Der strapazierfähige Sportanzug, bequem geschnitten und flott gearbeitet ist jetzt die richtige Kleidung. Natürlich wählt man ihn mit aller Sorgfalt, wozu die vielseitige Farben- und Formen- Auswahl den Herren gut zu statten kommt :Fischgrät, glatt oder gemustert, grau, braun oder grünlich — mit langen Hosen oder Knicker — es ist alles da bei uns. — Bitte überzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch an unserem großen Lager < An Ihrer Stelle zögerte ich nicht mit dem Kauf eines neuen Sportanzuges Herren-Bekleidungshaus Adolf Möhl K.-G. Gießen - Marktplatz 3527a