Nr. 26 Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, I.Sebrnar 1937 Eichener Anzeiger Ä« 'pSSSSi A44 ▲ AA AA HetmatimVUd DieSchall. fl WM ■ 41 |J 41 MM WM MM yAljT A|T Grundpreise fürimmhöhe Monats-öezugsprets: M M W M MM. Hz M M M M f ■ M M Ä M B M M M M Jr M für Anzeigen von 22 mm «mit 4 «Beilagen RM.l.95 MM W M M M MM M M M M /III ^MM< MM M K M Breite 7 Rpf.. für Text- Ohne Illustrierte 1.80 ÄF H Hj M vk. B M H JOk jB B B M» «k B M B B von 70 mm Breite Zustellgebühr -.25 ■ W M M M' M M W W W WÄ W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen WB _ B V oorh Vereinbg.25°/„ mehr, von einzelnen Nummern W > MM infolge höherer Gewalt w ErmStztgte Grundpreise: MM General-Anzeiger für Oberhesten Postscheckkonto: 1 • 1 • gen, Bäder-, Unterrichts- u. zrlmttur. am Main 1168« vn«K und Verlag: vrühl'sche UnioersttSlLvuch- und Steindruckerei H. Lange in Sieben. Schri,Heilung und Seschästzftelle: Schulftrahe r 5ZWA8KÄM Zwiespältiges Echo in Paris Aegierungskreise und presse zur Zührerrede. werde an der Lösung der den europäischen Völkern gemeinsamen Probleme. Auf die Frage des britischen Außenministers Eden, ob Deutschland sich isolieren wolle, unterstrich der Führer die ausgezeichneten Beziehungen, die Deutschland zu einer Reihe europäischer und überseeischer Staaten unterhalte, der beste Beweis dafür, daß Deutschland sich gar nicht isoliert fühlt. Es wünscht aber aufrichtig auch die gleichen Beziehungen zu allen seinen Nachbarn herzustellen. Es hat immer wieder versichert, daß es zwischen ihm und Frankreich keinerlei wie auch immer gearteten Streitpunkte gebe und daß es jederzeit bereit sei, Belgiens und Hollands Neutralität zu garantieren. Nicht minder ernsthaft hat Deutschland versucht, mit dem Britischen Reich zu einer aufrichtigen und herzlichen Zusammenarbeit zu kommen. Eins ist allerdings dem deutschen Volke unmöglich, jemals dem Bolschewismus die Hand zu reichen, der nach dem Versailler Diktat Europa zum zweitenmal in zwei Hälften auseinandergerissen hat und den Deutschland als eine Weltgefahr erkannt hat, mit der es kein Paktieren geben kann. Der Führer streift dann die Abrüstungsfrage, die nach -der Ablehnung aller früheren deutschen Angebote jedes Volk nur nach eigenem Ermessen beantworten muß. Deutschlands lich aufgegeben wird und wenn im Rahmen des wiederhergestellten Warenaustausches neue Absatzmöglichkeiten sich der neuen Erzeugung öffnen. Zu dieser großen Aufgabe rufen wir Deutschland wie alle anderen Länder auf. Um sie zu einem guten Ende zu führen, wollen wir auf dieser und auf jener Seite die Empfindlichkeiten und das Mißtrauen unterlassen und die Welt von dem Alpdruck des Krieges befreien, indem wir uns selbst davon befreien. An dieser Entspannung werden wir Mitarbeiten mit allen unseren Kräften. Wir sind überzeugt, daß der Krieg nicht zwangsläufig kommen muß und daß dieses Verbrechen für immer geächtet werden muh, weil es für immer die Zivilisation vernichten würde. Wir werden, um den Krieg zu vermeiden, alle Wittel versöhnlichen Vorgehens erschöpfen. Die einzige Grenze unseres Friedenswillens ist unsere unbeugsame Entschlossenheit, uns zu verteidi- gen, wenn wir angegriffen werden sollten, und den Verpflichtungen, die wir eingegangen sind, treu zu bleiben. Wir bieten somit das Beispiel eines freien und starken Volkes, das seiner selbst und seiner Freundschaften sicher ohne Angst allen ehrlich die Hand hinstrecken kann. Aussicht auf baldige Gesundung bietet. Das deutsche Volk kann daher auf die Durchführung des Vier- jahresplans nicht verzichten, denn Arbeit und Brot für ein Volk von mehr als sechzig Millionen läßt sich für die Dauer nur beschaffen durch den Aufbau eines soliden Produktionsprozesses, der die Güter schafft für den Kreislauf der eigenen Wirtschaft oder für den Austausch mit Gütern der übrigen Welt. Wir haben hier schon vorgegriffen auf die Ausführungen des Führers über die Stellung Deutschlands in der Weltpolitik. Mit größter Aufmerksamkeit und freudiger Anteilnahme vernahm der Reichstag und mit ihm das ganze deutsche Volk den Entschluß des Führers, Reichsbahn und Reichsbank von ihren internationalen Fesseln zu befreien und sie wieder restlos unter die Hoheit des Reiches zu stellen. Die feierliche Zurückziehung der deutschen Unterschrift unter die einst im Versailler Diktat einer schwachen Regierung abgepreßte Lüge von Deutschlands Schuld am Weltkriege schließt das vielleicht denkwürdigste Kapitel deutschen Befreiungskampfes unter der Führung Adolf Hitlers. Zur Beruhigung des Auslandes stellte der Führer fest, daß die Zeit der „Ueberraschungen" vorbei sei und Deutschland nun als gleichberechtigte Macht loyal Mitarbeiten Paris, 31. Jan. (DNB.) Die Rede des Führers ist in zuständigen französischen Kreisen mit Zurückhaltung ausgenommen worden. Man wolle, so wird betont, erst den vollständigen Wortlaut kennenlernen. Die Erklärungen des Führers enthielten nichts in positivem oder negativem Sinne, was man nach den Reden Edens und Blums erwartet habe. Der Führer habe versichert, daß es menschlichem Ermessen nach keine Streitpunkte mehr zwischen Deutschland und Frankreich gebe und habe bezüglich der Marokkozwischenfälle es für nötig erachtet, die Loyalität des französischen Botschafters in Berlin, Franxois-Poncet, und die der Pariser Regierung heroorzuheben. Die Tragweite der Entschlüsse über die Reichsbahn und die Reichsbank sei noch nicht zu übersehen: aber man stelle fest, daß die deutsche Regierung wieder einmal zu einer neuen einseitigen Kündigung internationaler Vereinbarungen geschritten sei. Der Vorschlag, an Belgien und Holland ihr Neutralitätsstatut von vor dem Kriege wiederherzustellen, finde besonderes Interesse, sei es auch nur im Hinblick auf die Rückwirkungen auf den Plan des Rheinpaktes, der dazu bestimmt gewesen sei, den Locarno-Pakt zu ersetzen. Das Gleiche gelte für die Erklärung, daß jede neue Verbindung mit dem bolschewistischen Rußland für Deutschland wertlos sei. Man schließe daraus, daß die deutsche Regierung darauf bestehe, Sowjetrußland von einer allgemeinen europäischen Regelung fernzuhalten. gen sei die Erklärung, daß Deutschland als gleichberechtigter Staat loyal an der Lösung der Deutschland und andere Nationen berührenden Probleme Mitarbeiten wolle, ein förmliches Versprechen zur Mitarbeit auf dem europäischen Plan, und man bezweifle nicht, daß der Führer in diesem Punkt aufrichtig sei. Zusammengefaßt gebe es in der Rede Dinge, die ein gewisses Vertrauen in die unmittelbare Entwicklung der internationalen Lage rechtfertigten, und solche Dinge, die sehr verwirrend blieben. Man müsse jedoch die feierlich gegebene Zusicherung festhalten, daß d i e 3 e über Ueberraschungen nun vorbei sei. Vieles bleibe im Dunkeln. Aber es ergebe sich aus der Rede ein ziemlich neuer Geist, der einer aktivenZusammenarbeit günftig sei. „Sntranfigeant" nennt in süß-saurem Ton die Rede „fast versöhnlich". Sie sei mehr, als man erwartet habe. Aber das Blatt bemüht sich krampfhaft, ihre Bedeutung zu ironisieren. Der „Petit P a r i f i e n" behauptet, daß Hitler sich Zurückhaltung auferlegt habe, um zu warten, was die anderen ihm Vorschlägen würden. Immerhin ließe die Rede des Führers inmitten der dunklen Wolken, die seit Monaten auf Europa lasteten, gewisse Lichtblicke erscheinen, doch werde man zweifelsohne noch mehrere Monate warten müssen, um zu wissen, ob das Reich wirklich entschlossen sei, einen neuen Weg zu beschreiten und mit den Volkern zusammenzuarbeiten, die aufrichtig und ausschließlich für den Frieden wirkten. — Der „Excelsior" meint, die Rede sei in französischen Regierungskreisen mit Ratlosigkeit aufgenommen worden. Der einzig tröstliche Teil der Rede sei der Absatz über den spanischen Konflikt. Das „Petit Journal" ist der Ansicht, daß die hauptsächlichsten Streitfragen weiter b e st ü n de n, auch wenn man sich zu dem aufrichtigen Wunsche Hitlers zur europäischen Zu- sammenarbeit sowie zur versöhnlicheren Haltung, die er Frankreich gegenüber eingenommen habe, beglückwünschen müsse. Die „Republique" stellt mit Genugtuung fest, daß der Führer zwischen Frank- Die Pariser Presse kann nicht umhin, die versöhnliche Sprache des Führers anzuerkennen, bemüht sich aber, so zu tun, als ob der Inhalt nicht genug Greifbares geboten fyabe. „Temps" erklärt, der außenpolitische Teil der Rede enthalte Anzeichen dafür, welche Haltung die Berliner Regierung unter verschiedenen Umständen einzunehmen beabsichtige. Zu den Erklärungen über die Reichsbank, die Reichsbahn und die Kriegsschuldlüge bemerkt das Blatt, daß ihnen nur noch theoretische Bedeutung zukomme. Hinge- Frankreichs Außenminister zur Führerrede. Das Ziel ist das gleiche, die Methoden müssen einander genähert werden.—Zn der Stellung zum Bolschewismus scheiden sich die Geister. Forderung nach Kolonien wurde erneut erhoben und die fadenscheinigen Begründungen, unter denen man einst in Versailles Deutschland seiner Kolonien beraubt und sich heute gegen ihre Rückgabe sträubt, mit feiner Ironie zerpflückt. Aber Deutschland hat an Länder, die ihm keine Kolonien genommen haben, auch keine kolonialen Ansprüche, damit werden ein für allemal die Gerüchte widerlegt, die auch in den letzten Tagen wieder von einer sensationslüsternen und an Verdächtigungen Deutschlands interessierten Presse in die Welt gesetzt worden waren. Der Führer schließt seinen außen- politischen Rundblick mit einem in acht prägnant formulierten Punkten niedergelegten Programm für eine wirkliche Befriedung der Welt, die undenkbar ist ohne die gegenseitige Achtung des Lebensrechts und Lebenswillens der Nationen. Erneut bietet der Führer in feiner Rede den andern Völkern die Hand zur Ausräumung vorhandener Mißverständnisse und zu aufrichtiger Zusammenarbeit im Sinne einer europäischen Solidarität, die am besten den Frieden zu wahren vermag. Frank- reichs und Englands Antworten werden zeigen müssen, ob man den Führer verstanden hat und ob die Zeit reif ist für die Inangriffnahme eines wahren Friedensplans. F. W. L. Paris, 31. 3an. (DNB.) Außenminister Del - b o s nahm am Sonntagnachmittag in Chateauroux an der Einweihung des Gefallenen-Denkmals der Stadt teil, nachdem er sich vor dem Ehrenmal der französischen, verbündeten und deutschen Gefallenen verneigt und Blumen niedergelegt hatte. Delbvs erklärte, eine allgemeine Entspannung mache sich geltend. Alle Volker Europas scheinen jetzt ihre Pflicht zu verstehen, das Ende des Krieges in Spanien zu beschleunigen. Eine große Gefahr wäre es aber, wenn man durch eine offensichtliche Verletzung der Grundsätze der Nichteinmischung Spanien dieses oder jenes Regime auferlegen oder verbieten wollte. Spanien allein komme es zu, darüber zu bestimmen. Delbos betonte Frankreichs enge Freundschaft zu England, die Festigkeit- der französischen Verträge mit der Kleinen Entente, mit Polen und der Sowjetunion. Dazu komme die moralische Solidarität so vieler anderer Volker, in erster Linie die der großen amerikanischen Demokratie. Ich bezweifle nicht, fuhr Delbos bann fort, die Aufrichtigkeit der feierlichen Erklärungen, die wir sowohl von jenseits der Alpen her wie von der anderen Seite des Rheins her gehört haben. Gestern noch hat Herr Reichskanzler Hilter seinen Friedenswillen bekräftigt. Die Weinungsverfchiedenheiten erstrecken sich nicht aufdas Ziel,sondern auf die Wethoden. Die Methoden müßte man also einander nähern, so verschieden oder sogar gegensätzlich sie manchmal scheinen. Ich behaupte nicht, eine Antwort auf die Rede von gestern zu bringen. Ich fjabe noch nicht Muße gehabt, ihr die ernste Prüfung und die Uebedegung zu widmen, die sie verdient, denn in der Außenpolitik muß man sich vor Improvisationen hüten. Ich werde nur einige Eindrücke formulieren. Zunächst verzeichne ich gerne, daß die Rede Hitlers keinerlei Angriffe gegen Frankreich enthält und daß er erklärt hat, daß zwischen den Deutschen und uns „es kein menschlich mögliches Streitobjekt geben fan n". Das ist auch unsere Auffassung und unser Wunsch, aber wir sind nicht, er und wir, allein in der Welt und die Aufrechterhaltung des Friedens ist bedingt durch allgemeine Regeln, die über uns beide hinausreichen. Zu der Zahl dieser Regeln zählen wir die Achtung der Verträge. Zweifelsohne beginnt er ein neues Blatt, indem er sich zu einer loyalen Zusammenarbeit in Zukunft bereiterklärt. Aber eine internationale Zusammenarbeit setzt Verträge und Verhandlungen voraus, die sehr schwer zu sein drohen, wenn ein jeder allein Richter darüber ist, was er tun soll, wie er es für Deutschland auf dem Gebiet der Rüstungen — die in der Tat defensiv sind — erklärt. Aber ich erkenne gerne an, daß diese Rede im übrigen positivere Teile selbst über diese Frage der Abrüstung enthält, von der er mit Recht erklärt, daß sie als Ganzes geprüft werden muß. Das glauben auch wir, indem wir die Einberufung einer allgemeinen Konferenz fordern. Vor allem hebe ich folgende Erklärung des Kanzlers heraus: „Der Friede ist unser höchstes Gut. Deutschland wird alles tun, was es kann, um im einzelnen zu diesem Derk bei- zutragen." Was uns anbetrifft, fo wissen wir, daß es nicht notwendig ist, von Anfang an gleicher Ansicht zu fein, um schließlich zu einer Einigung zu gelangen. Wir bleiben bereit zu jeder Anstrengung der Entspannung und der Annäherung unter der alleinigen Bedingung, daß sie gegen niemand gerichtet fei. Wenn ich dies sage, denke ich an die S o ro- mortete der Führer zu Beginn seiner Rede die Frage nach der Notwendigkeit der nationalsozialistischen Revolution. Nicht ein bloßer Regierungswechsel, sondern nur eine radikale Beseitigung der Ursachen deutscher Not durch eine revolutionäre Um- und Neugestaltung, durch eine Reformation des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens bis in die tiefsten Wurzeln hinein vermochte eine Wende deutschen Schicksals heraufzuführen. Daß die nationalsozialistische Revolution so unblutig verlief, wie keine ihrer weltgeschichtlichen Vorläufer, ist kein Beweis dafür, daß sie nicht eine echte Revolution war, daß sie nicht eine totale Umwälzung auf allen Gebieten deutschen Lebens war, wie sie so durchgreifend in der deutschen Geschichte ohne Beispiel ist. Aber da die Nationalsozialistische Partei schon während ihres mehr als ein Jahrzehnt hindurch dauernden Kampfes die weltanschaulichen Grundlagen und staatspolitischen Grundsätze des neuen Reiches bereits ausgebildet hatte, war die Revolution mit dem Augenblick der Machtergreifung auch schon abgeschlossen und konnte in die Evolution, den Aufbau des neuen nationalsozialistischen Reiches übergeführt werden. Das nationalsozialistische Staatsgrundgesetz hat zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit nie Erhaltung der von Gott gegebenen blutgebundenen A r t in den Mittelpunkt gerückt und damit, wie es der Führer prophetisch aussprach, das Tor geöffnet für eine umwälzende Neugestaltung des allgemeinen Weltbildes. Die Erkenntnis der Bedeutung einer Reinerhaltung der Rasse wird nach unserer Auffassung nicht zu einer Entfremdung der Völker führen, sondern vielmehr ein gegenseitiges Verstehen erleichtern. Aus dieser Erkenntnis folgt, daß das Volk Anfang und Ende nationalsozialistischen Denkens sein muß. Alle politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Funktionen sind nur Mittel zum Zweck der Erhaltung des Volkes. Das deutsche Volk ist in der nationalsozialistischen Staatsorganisation selber und allein Träger der Souveränität. In ihm gibt es nur einen einzigen politischen Willensträger: die Partei, und nur eine Quelle der Gesetzgebung und der ausübenden Gewalt: die Führung. Daß dieses Staatsgrundgesetz des neuen Reiches, dessen Festigung in einer Verfassung der Führer ankündigte, im wahrsten und höchsten Sinne des Wortes demokratisch ist, erläuterte der Führer seinen ausländischen Kritikern an dem natürlichen und vernunftgemäßen Ausleseprozeß, der es im nativnalsozial ist i sche n Staat jedem deutschen Jungen erlauben werde, ohne Rücksicht auf Herkunft, Stand oder Vermögen in der politischen Führung den Weg bis an die Spitze des Reiches Zu finden. Des näheren erläuterte dann der Führer das Verhältnis von Staat und Wirtschaft, dessen Gestaltung ja für die kommenden Aufgaben des neuen Vierjahresplcms von grundsätzlicher Bedeutung sein muß. Eine freie, sich selbst überlassene Wirtschaft kann es nicht mehr geben, weil sie bei öer durch die moderne Wirtschaftsentwicklung her- vorgerufenen Konzentration ungeheurer Arbeiter- ch^isen auf einzelne Erwerbszweige nicht mehr imstande ist, die Folgen wirtschaftlicher Fehlschläge Zu tragen. Diese muß ihr die Volksgemeinschaft obnehmen und daher a^ch sich Einfluß auf den Ein- jJS der vorhandenen Arbeitskräfte und auf die ^nfung der Produktion verschaffen. Aber der Staat will nicht selbst Unternehmer sein, er lehnt jebe Bürokratisierung des Wirtschaftslebens ab, ober er lenkt d i e Produktion, wie es das Eesamtinteresse des Volkes erfordert. Die reale Produktion ist die Deckung unserer Währung, denn iuit ihrer Steigerung erhöht sich das Volkseinkommen. Der gewaltigste Ausdruck dieser plan= Aößigen Lenkung der Produktion ist der neue Pierjahresplan, der für die in der Rüstungsindustrie langsam freiwerdenden Arbeitermassen eine oeue und dauernde Beschäftigung im inneren Kreislauf unserer Wirtschaft sicherstellen wird. Seinen ausländischen Kritikern, die in diesem Plan den versuch einer Isolierung Deutschlands und einer Absage an den Appell zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit der Volker erblicken mochten, erwiderte ber Führer, daß es eine solche Zusammenarbeit nur ouf der Ebene eines gegenseitigen Waren- und Güteraustausches gebe. Deutschland arbeitet unentwegt an der Steigerung und dem Ausbau seines Außenhandels. Wenn hier nach wie vor starke Hemmungen sich geltend machen, so ist nicht Deutschland schuld daran, daß die Organisation der Weltwirtschaft in Unordnung geraten ist und angesichts > der zunehmenden bolschewistischen Infektion keine j e ( u n i o n, denke ich daran, wie willkürlich und gefährlich es ist, von der internationalen Gemeinschaft ein Volk von fast 200 Millionen Einwohnern ausschließen zu wollen, das, wie alle, den Frieden benötigt und wünscht (!). Wenn wir sagen, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau Europas bedingt ist durch eine Friedensatmosphäre, durch die Veröffentlichung und die Kontrolle des Rüstungsstandes, durch die Einstellung der Rüstungen und durch die allmähliche Beschränkungen der Rüstungen, so ist man in Deutschland geneigt, in unseren Worten beleidigende Andeutungen zu sehen. Und doch haben wir stets betont, daß diese Feststellungen für alle Länder einschließlich unseres Landes gültig seien. Wir verlangen von Deutschland nicht, was wir nicht von allen verlangen und nicht von uns selbst verlangen. Und wenn wir, indem wir uns bereit erklären, an einer gerechteren Verteilung der Rohstoffe mitzuarbeiten, uns von der Sorge leiten lassen, den Krieg nicht zu fordern, wer hätte da das Recht, sich durch solche berechtigten und allgemeinen Sorgen beleidigt zu fühlen? Um den Frieden durchzusetzen, muß man d i e Kriegsindustrien in Friedensindustrien umwandeln: und diese Angleichung, ohne die man zu gefährlichen Krisen käme, ist um so schwieriger, als die Rüstungen zum Nachteil der übrigen Erzeugung aktiver betrieben worden sind. Diese Schwierigkeit konnte nur dann beseitigt werden, wenn der Rüstungswille klar und deut- Siiich Freiheit zum Frieden. Mit dem Deutschen Reichstag und mit dem Hanzen deutschen Volke lauschten auch weite Teile Les Auslandes in den Mittagsstunden des Sams- rtag der großen Rede des Führers am vierten Jahrestage der nationalsozialistischen Machtergreifung. Man wußte, der Führer werde Deutschlands Stellung zur weltpolitischen Lage darlegen als Antwort auf die Ausführungen des britischen Außen- Ministers. Aber es war auch zu erwarten, daß der Führer diesen Gedenktag zum Anlaß nehmen werde, Ibie beispiellos großartige innere Entwicklung Deutschlands seit jener Wende deutschen Schicksals aulzu- zeigen und die Ausgaben für die nächsten vier Jahre programmatisch zu umreißen, für die der Reichstag in der gleichen Sitzung am Samstag das Ermächtigungsgesetz verlängert hatte. Eine Rede des Führers bedarf keiner Auslegung oder Erläuterung. Sie ist so klar und verständlich im Aufbau sowohl wie in ihren einzelnen Formulierungen, daß es sich hier nur darum handeln kann, noch einmal die Kernpunkte herauszuschälen und zusammenzufassen. Von hoher staatsphilosophischer Warte beant- n r 5 tl e ) reich und Deutschland keinen Gegenstand des Streites sehe und an Belgien sowie Holland ähnliche Worte gerichtet habe, so daß man sich fragen könne, ob man nicht am Vorabend einer völligen politischen Stabilisierung an der deutschen West grenze stehe. Es sei nicht nötig zu sagen, daß man sich dazu beglückwünsche. Vielleicht sei die Stunde gekommen, nun d i e europäische Regelung, von der Leon Blum gesprochen habe, in Angriff zu nehmen. Der sozialistische „Popolaire" schreibt, die Erklärung des Führers schalteten die Gefahr eines baldigen Krieges aus. Sie gäben aber keine Garantien für die endgültige Organisierung des Friedens. Prag stellt Entspannung fest. Prag, 31. Jan. (DNB.) Zur Rede des Führers schreibt die „Lidove Nooiny", deren gute Beziehungen zum Prager Außenamt bekannt sind, u. a.: Der Eindruck der Rede bei den Prager verantwortlichen Stellen ist nicht ungünstig. Man glaubt, daß nunmehr die Wege zur friedlichen Bereinigung verschiedener Mißverständnisse beschritten werden könnten. Es ist nicht von geringer Bedeutung, wenn der tatsächliche Führer des deutschen Volkes vor der ganzen Welt feierlich verkündete, daß jetzt das Ende der fogenanten Ueberraschungen gekommen ist. Als dies Europa hörte, konnte es auf atm en. Hitler erklärte seine Bereitwilligkeit zur breitesten Zusammenarbeit. Es scheint, daß sich die deutsche Politik entschlossen hat, die Armee niemals als Kriegsinstrument, sondern als Machtmittel zur Unterstützung ihrer diplomatischen Forderungen zu benutzen. Die Rede Hitlers, von der wir nochmals betonen, daß sie eine Friedenskundgebung ist, weil wir keinen Grund haben, sie anders aufzufassen, stellt einen gewissen Rahmen auf, in dem man erst die künftige Entwicklung des Bildes hineinzeichnen muß. Im ganzen können wir auch bei der größten Vorsicht annehmen, daß die Welt noch nicht am Vorabend tragischer Begebenheiten steht. Das ist ein großes Kapital, mit dem wir weiterarbeiten können. Das Hauptblatt der tschechisch-katholischen Volkspartei, „Lidove Lisch", erklärt, die Ausführungen Hitlers über die Minderheitenfrage feien gewiß keineswegs als eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Tschechoslowakei aufzufassen. Auch diese Stelle gibt durchaus die Möglichkeit guter Beziehungen zum Deutschen Reich. Der tschechisch-agrarische „Venkov" sagt, man müsse mit dem Reichskanzler übereinstimmen, wenn er sich entschieden gegen die unverantwortlichen Verbreiter falscher und hetzerischer Nachrichten wendet. Das linksdemokratische „Prager Tagblatt" findet, daß Hitler nicht entgegenkommend genug gesprochen habe. Selbstverständlich ist auch das tschechisch-sozial- demokratische „Pravo Lidu" mit Hitlers Rede unzufrieden. Das Scho in Warschau. W a r s ch a u , 31. Ian. (DNB.) „Gazeta Polska" weist auf die Ruhe und Selbstsicherheit hin, die aus der Rede des Führers gesprochen habe. Bei der Aufzählung der Bedingungen für eine Befriedung Europas habe der Reichskanzler zum erstenmal die Minderheitenfrage erwähnt; Polen könne gegen eine derartige Formulierung natürlich nichts einwenden. Der „Kurjer Poranny" meint, die wichtigste Frage, nämlich die der Abrüstungsbeschränkungen, sei so formuliert worden, daß man nicht hoffen könne, auf diesem Gebiet positive Ergebnisse zu erreichen. (?) Adolf Hitler schaue auf Europa und die Welt mit anderen Augen als die westlichen Staaten. Für Hitler sei der Bolschewismus eine gefährliche Pest. Man müsse zugeben, daß der Nationalsozialismus in hohem Ausmaß einen wichtigen Grundsatz der Demokratie verwirklicht Hube, nämlich das „Recht der kleinen Leute", höchste Stellungen im Staate einzunehmen. Die Ausführungen des Kanzlers Über Produktion und Arbeit seien die wirtschaftliche Doktrin eines Menschen, der die Schwachen und Armen versteht. Das Argument über die Notwendigkeit, die Produktion von synthetischem Benzin und Kautschuk fortzusetzen, sei überzeugend gewesen. Wenn Deutschland auf diese Weise wirklich 20 000 Menschen beschäftigen könne, dann seien alle anderen Gesichtspunkte gegenstandslos. Der Vierjahresplan des Kanzlers sei die Maßnahme einer lebensstarken und arbeitswilligen Nation, die sich nicht unter die Diktatur Der Bankiers begeben wolle. Der schwerindustrielle „Kurjer P o l s k y" betont den friedlichen Charakter der außenpolitischen Ausführungen. Die polnische Oeffentlichkeit nehme mit größter Befriedigung die Worte des Kanzlers auf, die die Beziehungen Deutschlands zu Polen kennzeichnen Ihr friedlicher Charakter könne nicht bestritten werden. Auch der konservative „C z a s" geht auf die Sätze der Rede, die sich mit Polen befassen, besonders ein. Die Reichskanzler vor Adolf Hitler hätten die Finktion von dem „Saifon- ftaat" Polens aufrechterhalten. Diese eines ernsthaften Politikers unwürdigen Rechnungen feien nicht aufgegangen. Die positiven Worte, mit denen Hitler Polest erwähnte, seien ein ernsthafter Faktor für die Nachbarbeziehungen zwischen Deutschland und Polen, die erst dann beiden Nationen wirklich Nutzen bringen würden, wenn sie sich auf ein volles gegenseitiges Vertrauen stützen. Man könne wohl ohne Uebertreibung sagen, daß die Rede des Reichskanzlers ein wesentlicher Beitrag 3ur Entspannung der internationalen Beziehungen sei. Erleichterung in Washington. Washington, 31. Jan. (DNB.) Die Rede des Führers wurde mit großem Interesse studiert. In politischen Kreisen der Bundeshauptstadt herrscht ein Gefühl der Erleichterung über den friedlichen, versöhnlichen Ton Adolf Hitlers vor. Als besonders beruhigend sieht man überall die Versicherung des Führers an, daß d i e Zeit der Ueberraschungen nun vorbei sei. Die Bemerkungen über Kriegsschuld, Reichsbahn und Reichsbank betrachtet man vorn deutschen Standpunkt aus als verständlich. Dabei wird hier hervorgehoben, daß die Versailler Behauptung von der deutschen Kriegsschuld in den Vereinigten Staaten schon seit Jahren als ungtaubwür- d i g galt. Neben diesem erfreulichen Bekenntnis, daß das amtliche und politische Amerika ebenso wie die Reichsregierung die Lüge von der deutschen Kriegsschuld für tot hält, wird jedoch in politischen Kreisen Enttäuschung darüber geäußert, daß der außenpolitische Teil der Rede angeblich keine konstruktiven Vorschläge für die allerseits dringend ersehnte Befriedung Europas mache. In diesem Sinne schreibt auch die der Regierung in außenpolitischen Fragen nahestehende „Washington Post". „freundlicher, als vielleicht erwartet wurde." Oer erste Eindruck der führerrede in London. London, 31. Jan. (DNB.) Ueber den ersten Eindruck, den die Führerrede in London gemacht hat, verbreitet das Reuter-Büro einen Bericht, der u. a. besagt: „Der allgemeine Eindruck in London geht dahin, daß Hitlers Rede die Dinge nicht fördert. Die Aera der Ueberraschungen ist zwar vorüber, aber die Aera der Zusammenarbeit scheint noch nicht begonnen zu haben. Reuter erklärt, daß die besonderen Punkte, die Außenminister Eden in feiner kürzlichen Unterhausrede in Bezug auf eine europäische Generalregelung erwähnte, von Herrn Hitler etwas unbestimmt behandelt worden seien. Z. B. scheine Edens Argument, daß alle Nationen als potentielle Partner ausgenommen werden müßten, durch eine Bekräftigung des Standpunktes beantwortet zu werden, daß Deutschland es ablehne, irgendetwas mit dem Bolschewismus zu tun zu haben, und sich der „Doktrin der Zweiblocks" zuwende, die anderswo nicht angenommen worden sei. Der Führer spreche davon, daß der Völkerbund umzubilden sei. Aber es sei in London nicht klar, was er sich darunter vorstelle. In gewissen Stellen seiner Rede betont Herr Hitler, daß Deutschland keinen Wunsch nach Isolierung hat, aber das Gewicht, das er an anderen Stellen seiner Rede auf einen ausschließlich deutschen Gesichtspunkt legt, wird in London dahin ausgelegt, daß er eine Haltung beizubehalten wünscht, die im Gegensatz zur britischen Politik steht. Die Aufkündigung der Kriegsschuldklausel des Versailler Vertrages stellt aber nichts neues bar. Auch wird in London der Ankündigung Hitlers keine besondere Bedeutung beigelegt, daß er beschlossen habe, die deutsche Eisenbahn und die Reichsbank ohne Vorbehalt unter die Oberhoheit der Regierung zu stellen. Preß Association schreibt u. a.: Hitlers Rede wird, wenn sie erst einmal gründlich geprüft worden ist, in britischen Kreisen wahrscheinlich einen etwas enttäuschenden Beigeschmack hinterlassen, obwohl ihr allgemeiner Tenor gegenüber England ausgesprochen freundlich klingt. Trotzdem die Darlegungen, die sich auf Edens Unterhausrede gestützt haben, ziemlich kritisch sind, hat Hitler erneut seine Bereitwilligkeit bekundet, zusammen mit England an der Sicherung des Friedens zu arbeiten, ohne jedoch irgendwelche greifbaren Vorschläge zu machen. Der ganze Ton der Rede ist, selbst wenn sie konstruktive Vorschläge vermissen läßt, gegenüber gewissen Kreisen freundlicher, als vielleicht erwartet worden war. Ihre Bezugnahme auf die Sowjetunion war vorsichtig, und die Tschechoslowakei wurde nicht erwähnt. Die Furcht, die Frankreich immer empfunden hat, ist vielleicht infolge der Erklärung des Führers etwas zerstreut worden. „Sunday Times" schreibt, daß der Führer seine Botschaft an Europa nicht mit einer alarmierenden Geste begleitet habe. Seine Aufkündigung der Schuldklausel habe nur das amtlich gemacht, was die meisten Deutschen mit Recht ober mit Unrecht ftänbig gesagt hätten, seitdem dieser Vertrag unterzeichnet worden sei. Hitler habe wieder an seine früheren Abrüstungsan- geböte erinnert, die alle abgelehnt worden sind, mit Ausnahme des englisch-deutschen Flottenabkom- mens. Wenn das bedeutet, daß er noch immer einen englisch-französisch-deutschen ßuftpaft wünschen sollte, so wird er London immer noch bereit finden, dabei zu helfen, daß ein solcher ausgehandelt wird. Ton und Stimmung seiner Antwort auf die kürzliche Rede Edens legten feinen Wunsch für eine weitere Erörterung nahe. Britische Staatsmänner wünschten das gleiche. „Observer" hebt hervor, die Rede sei wegen ihres friedlichen Tones bemerkenswert und ihre friedliche Note werde willkommen geheißen. In London habe Hitlers beispielhafte Zurückhaltung den besten Eindruck hervorgerufen. „Sunday Expreß" schreibt, wenn Hitler erkläre, daß ein Krieg zwi- Deutschland und Frankreich unmöglich fei, so sage er das, um die Befürchtungen derjenigen Franzosen zu beruhigen, die glaubten, daß Deutschland eines Tages über den Rhein westwärts fegen und Frankreich überrennen werde. Wegen dieser Befürchtung habe Frankreich seinen Pakt mit Rußland geschlossen. Durch eine Beruhigung dieser Furcht hoffe man, in Frankreich die Bewegung gegen diesen Pakt zu stärken. Lord Londonderry, der frühere englische Luftfahrtminister, ging in Seccham Harbour bereits auf die Führerrede ein. Die Behandlung Deutschlands seit dem Kriege sei eine tragische Dummheit gewesen. Die Staatsmänner Europas im Jahre 1815 hätten Frankreich ebenso behandeln können. Die Klugheit von Castelreagh und Wellington hät- ten aber Frankreich und Europa davor bewahrt. England habe aber dieses Mal unglücklicherweise Frankreich die Möglichkeit gegeben, eine Politik zu treiben, die die Rehabilitierung Deutschlands immer wieder hinausgeschoben habe. Diese Politik sei auf das starre Festhalten am Vertrag von Versailles zurückzuführen, der an Unfähigkeit und Nutzlosigkeit nichts Gleiches aufzuweisen habe. Ohne deutsche Mitarbeit sei es unmöglich, auf eine Aera des Friedens hinzuarbeiten. Ein Verständigung könne nur erreicht werden, wenn man anerkenne, daß man mit Deutschland auf der Grundlage der Gleichberechtigung verhandeln müsse, wenn man weiter anerkenne, daß Deutschlands Schwierigkeiten größer seien als die englischen und daß man darüber hinaus daran festhalte, daß Hitler Frieden wünsche. Lebhafte Zustimmung in Italien. Ro.m, 31.Jan. (DNB.) Der „Messagero" stimmt in seinem Kommentar der Führerrede voll und ganz zu. Die Erklärung, derzufolge die Zeit der Ueberraschungen abgeschlossen sei, habe überall Beruhigung hervorgerufen. Der Führer habe damit wahrhaft dem Frieden gedient. Anderseits seien die Ablehnung des Bolschew i s- m u s und des Begriffes eines unteilbaren Friedens Grundsätze der deutschen Außenpolitik, die von allen in Rechnung gestellt werden müßten, die zur europäischen Zusammenarbeit bereit sein wollten. Die Rede verschließe keine Wege, sondern öffne fie für alle Verständigungen, die auf einer klaren Einsicht beruhen. Die wiederholten Hinweise auf das Italien Mussolinis seien ein erneuter Beweis für die richtige Einschätzung der Kräfte des heutigen und zukünftigen Europas. Man könne nur den Wunsch hegen, daß eine solche richtige Wertung sich überall in Europa siegreich durchsetze. Dann würden viele Probleme, die heute noch unüberwindlich zu sein scheinen, sich leicht lösen lassen. Die Turiner „S tamp a" bezeichnet die Rede als ein Dokument der Klärung und der Orientierung in der gegenwärtigen europäischen Lage. Zurückziehung der erzwungenen Unterschrift unter den Versailler Vertrag sei keine Herausforderung, sondern der Abschluß einer Reihe von einseitigen Handlungen, durch die Deutschland die Gleichheit und die Ehre wiedererlangt habe. Der Weg sei von den Ueberbleibseln des Krieges, die einer offenen Und vollständigen Zusammenarbeit des deutschen Volkes mit den anderen europäischen Staaten entgegenstanden, gesäubert worden. Der Kanzler habe auf die Sympathie und die Freundschaft zu dem stolzen Italien angespielt, was in den Herzen der Italiener den stärksten Widerhall auslösen müsse. Mit seinen Darlegungen über den wirtschaftlichen Vierjahresplan habe der Führer denen eine Lektion erteilt, die sich einbilden, ein wirtschaftliches und finanzielles utopisches Netz als Universalmittel gegen alle liebel ber Mensch, heit schaffen zu können. Hitler habe sich mit allem Nachdruck gegen die von Eden behauptete unsinnige Gleichstellung von Faschismus und Bolschewismus, die die gefährlichste Ansicht der gegenwärtigen Zeit darstelle, gewandt. Auch das halbamtliche „Voce d'Jtalia" sagt: Es kann keinen Aufbau und keine Zusammenarbeit in Europa geben, wenn man den Ko m rnunis- mus zuläßt, der nach Ursprung und Zielsetzung das direkte Gegenteil davon ist. Der Kampf gegen den Kommunismus ist daher gleichbedeutend mit dem Schutz der nationalen Kulturgüter und eine Voraussetzung für die internationale Solidarität. Zwi- schen Italien und Deutschland herrscht darin vollkom. mene Uebereinstirnrnung, nicht aber zwischen Hitler und Eden, der weiter auf dem Irrtum einer Gleich» stellung des Faschismus und des Kommunismus beharren will. Das Blatt geift dann die Worte über das Recht Deutschlands auf Kolonien heraus, die, wie es hinzufügt, unmittelbar einleuch' ten. Mit ihrem Hinweis auf die hohe deutsche Pro- duktionsfähigkeit und mit ihrer Klarstellung in Sachen Portugals sind sie direkt an jene beiden Mächte gerichtet, die in Paris das deutsche Kolonialreich untereinander aufgeteilt, haben. Nach Ansicht der halbamtlichen „Voce d'Jtalia" ist nunmehr eine zielbewußte, bestimmte und unablässige Aktion Deutschlands zur Wiedererlangung sein er Kolonien zu erwarten. Dabei will Deutschland dramatische Ueberraschungen vermeiden, was aber nicht die unerbittliche Einhämmerung der deutschen Kvlonialansprüche ausschließe. festlicher Ausklang des ZO.Januar. Der historische fackelzug zur Reichskanzlei. N M -Ä •jvZtv. 9 -> ■ 9 ' ** * *'»** ** - Der Fackelzug vor der Reichskanzlei. Rechts hinter dem Führer Generalfeldmarschall von Blomberg und Reichsminister Rudolf Heß. Im Vordergrund Stabschef Lutze und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach. — (Presse-Illustration Hosfmann-M.) Berlin, 30. Jan. (DNB.) Zu einem unvergeßlichen Erlebnis gestaltete sich beim Abschluß des vierten Jahrestages der nationalen Erhebung der Fackelzug der SA. durch das Brandenburger Tor. Die Wilhelmftraße ist seit Anbruch der Dunkelheit in ein Meer von Licht getaucht. Im Lichte ungezählter Scheinwerfer, die auf den Dächern montiert sind, leuchtet eine wahre Farbensymphonie in Not und Gold hervor. Auch der Wilhelmplatz ist überstrahlt von ungezählten Lichtbögen, die ihn wie mit einem Dach überdecken. Scheinwerfer tauchen die lange Front der Staatsgebäude und ihre blutroten riesigen Fahnen mit den goldblitzenden Bändern in taghelles Licht. Ein bitterkalter Wind fegt durch die Straßen. Aber je näher der Beginn des Fackelzuges heranrückte, desto breiter wurden die Menschenmauern, die den Marschweg säumen. Und mehr und mehr wurde aus den Massen, die den Wilhelmplatz und die Bürgersteige füllten, ein einziges wogendes Meer. In der Siegesallee versorgten Feldküchen der NSV. nicht nur die Teilnehmer des Fackelzuges, sondern auch die vielen frierenden Zuschauer. Kurz nach 20 Uhr setzt sich der Fackelzug in Bewegung. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches marschiert die Spitze durch das Brandenburger Tor. Voran der Führer der SA.-Gruppe Berlin- Brandenburg Obergruppenführer v. I a g o w. Ihm folgt in Zwölferreihen der Gruppenstab, und dann die Feldzeichen der SA. An der Spitze die Standarten Horst-Wessel, Kütemeyer, Hans Eberhardt Maikowski und das alte Berlin-Spandauer Feldzeichen. Nach den SA.-Männem tauchen die glänzenden Sturzhelme des NSKK. auf, dann folgen die politischen Leiter, HI., die Ehrenabordnung der NSBO., die Werkscharen, der Arbeitsdienst, der NSDStB., die NSKOV., der RLB., die TENO., die DLV., der Reichstreubund und der Kyffhäuser. Jubelnd grüßen die Massen auch die schwarzen Kolonnen der SS. Den Abschluß bildet die Leib- st and arte, die im Stahlhelm und mit angezogenem Gewehr durch das Brandenburger Tor marschiert. Als der Fackelzug von den Linden her dem Wilhelmsplah näher kommt, tritt der Führer auf den Balkon. Und nun bricht auf dem stanzen weiten Platz ein Jubelsturm los, in dem öie klänge der Musik untergehen. Um den Führer sind alle seine engsten Mitarbeiter versammelt. Neue Scheinwerfer flammen auf und lassen den Balkon in blendend weißem Licht erstrahlen, vom Dach der Reichskanzlei leuchten Scheinwerferkegel dem Zug entgegen. Und bann Zieht die SA. vor ihrem obersten Führer vorbei. Kolonne um Kolonne, hart und ehern ist der Marschtritt dieser braunen Garde. In der Linken halten die Männer die lodernde Fackel, die Rechte streckt sich zum Gruß empor und ihre Blicke gehn hinauf zum Balkon, sind fest auf den einen Mann gerichtet, den Lenker der deutschen Geschicke, den geliebten Führer der Nation. S S: N»? hi tvMves! ilfWK j(flin,30-3»n Ar »nchskanz Msoollen F e st * des Tages dl ,N den Reichs Sie. 3n herzlich' j,lFührer der Menen Jahren, Sch gestaltet ha ßüianb vorausayn ^Mitgliedern des richtigen Darr ■j ihre treue Mit» tfgt der einzelnen fei besonders wür Mit Rücksicht da, gliedersper gehoben werd eiste Matznahmc den Linlril fieber in b •4 nicht angef, Mjeilig bas (3 bas Höch M verlieh der W dem Ge M. dem G kta preuh li/i| und dem kManzlei 1 PNt der führ Um die pari, I lnvers, Zka Mfiotner der Jlii >1 Kmen des qe S Ministerpröf Ker in tiefbi ^Mitglieder f Knick, daß i iJJ den veri Wien fonr lern, daß As'" Mita M und Bec 2* bei bei Mn Plane ^l Goring \i W« W S “»h 2 und Qr tees •A fMn D( kKte trug Dqs 1 fei? b.su N Q1> zur h. S. zur E Er hinc SÄ fr ihr... . 1 -r Sn*1 JW ' das h SÄ’ ÄS ÄJr jingfit' d-k°-» «eichs Wjjetf'on193; Ä|1 bl 5 1 !°>E // Hoheit Oie Gedenksitzung des Reichskabinetts. Oer Führer verleiht seinen engsten Mitarbeitern das Goldene Parteiabzeichen und kündigt die bevorstehende Aufhebung der Mitgliedersperre an. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hatte für heute nachmittag die Mitglieder der Reichsregierung in den Kabinetts- faal der Reichskanzlei zu einer Ministerbesprechung einberufen, die sich zu einem überaus eindrucksvollen F e st a k t anläßlich der vierten Wiederkehr des Tages der Berufung des Kabinetts Hitler durch den Reichspräsidenten von Hindenburg gestaltete. In herzlichen, bewegten Worten gedachte der Führer der politischen Entwicklung in den verflossenen Jahren, die sich zu einer geschichtlichen Größe gestaltet habe, wie sie vor vier Jahren niemand oorausahnen konnte. Der Führer sprach den Mitgliedern des Reichskabinetts seinen aufrichtigen Dank aus für ihre Leistungen und für ihre treue Mitarbeit, indem er die großen Erfolge der einzelnen Minister in ihrem Arbeitsgebiet besonders würdigte. Mit Rücksicht darauf, daß demnächst die Mitgliedersperre für die Partei aufgehoben werden soll, vollzog der Führer als erste Maßnahme in dieser Hinsicht persönlich den Eintritt der k a b i n e k» s Mitglieder in die Partei, die ihr bisher noch nicht angehören und überreichte ihnen gleichzeitig das Goldene Parteiabzeichen, das höchste Ehrenzeichen der Partei. Ferner verlieh der Führer das Goldene Parteiabzeichen dem Generaloberst Freiherrn v. Fritsch, dem Generaladmiral Dr. b. c. R a e- der, dem preußischen Finanzminister Prof. Popih und dem Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner. Ebenfalls zeichnete der Führer mit dem Goldenen Parteiabzeichen die Parteigenossen Staatssekretär Dr. Lammers, Staatssekretär Funk, Staatssekretär Körner und Staatssekretär General der Flieger Milch aus. Im Namen des gesamten Reichskabinetts brachte hierauf Ministerpräsident Generaloberst G ö ring dem Führer in tiefbewegten Worten den Dank der Kabinettsmitglieder für all das Große und Schöne zum Ausdruck, daß diese unter der Führung Adolf Hitlers in den verflossenen vier Jahren erleben und mitschaffen konnten. Der Führer könne überzeugt sein, daß er im Reichskabinett seine treuesten Mitarbeiter habe und daß feder mit Freude und Begeisterung alles daran setze, um dem Führer bei der Durchführung seiner großen, einzigartigen Pläne nach Kräften zu helfen. Generaloberst Göring schloß seine Ansprache mit den trieben hat, so nimmt doch Deutschland durch die Loslösung von diesen internationalen Bindungen auch auf diesem Gebiet die gesetzgeberische wieder in die eigene Hand zurück. besten Wünschen für des Führers persönliches Wohlergehen, für sein Leben und für sein Werk. Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. Blomberg dankte dem Führer im Namen der Wehrmacht für das unvergleichliche Erlebnis, das jeder deutsche Soldat in den verflossenen vier Jahren gehabt habe. Der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath dankte im Namen der Kabinettsmitglieder, die bisher der Partei noch nicht angehört haben. Oie Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft. Berlin, 30. Jan. (DRV.) 21m für alle Zukunft beschämenden Vorgängen vorzubeugen, verfüge ich mit dem heutigen Tage die Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft. Dieser Nationalpreis wird jährlich an drei verdiente Deutsche in der Höhe von je 1 0 0 0 0 0 Wart zur Verteilung gelangen. Die Annahme des Nobel-Preises wird damit für alle Zukunft Deutschen untersagt. Die Ausführungsbeslimmungen wird der Reichsminisler für Volksaufklärung und Propaganda erlassen. Adolf Hiller. Oie Reichshoheit über die Reichsbank. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat verkündet, daß er die Reichs- b a n k wieder restlos unter d i e Hoheit der Regierung des Reiches stellt. Diese Erklärung bedeutet den Wegfall der letzten internationalen Bindung en für das Bankgesetz. Solche Bindungen bestanden nach Informationen des DHD. bisher insofern für die Reichsbank, als gewisse Vorschriften des Bankgesetzes nicht ohne ein internationales Verfahren abgeändert werden konnten, und als ferner der Reichsbankpräsident gesetzlich verpflichtet war, Mitglied der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zu sein. Wenn auch praktisch diese Bindungen niemals irgend eine Bedeutung für die Führung der Wäh- rungs- und Kreditpolitik der Reichsbank gehabt hatten, da die Reichsbank ihre Politik immer nur nach den Bedürfnissen der deutschen Volkswirtschaft be- Ulihere . HU» h i?Z- fanbein A l®onor hw ÄmQn 'Iler Fried,. der Bauten zum Tage der nationalen Arbeit 1933, für den Nürnberger Parteitag und für den Fest- platz in Bückeberg zum Erntedankfest übertragen. Prof. Speer leitete ferner die künstlerische Ausgestaltung der Funkausstellung 1933 und die Umgestaltung der Reichskanzlei 1934. Nach Speers Berufung zum Leiter des Amtes für „Schönheit der Arbeit" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" liegt ihm die Umgestaltung und Kontrolle sämtlicher gewerblichen Betriebe in Deutschland nach gesundheitlichen und schönheitlichen Grundsätzen ob, sowie die Prüfung aller Entwürfe für die „Häuser der Arbeit" im Reich. Als Unterabteilunasleiter der Reichspropagandaleitung sind ihm die künstlerische und technische Ausgestaltung aller Großkundgebun- aen übertragen. — Speer gehört dem Reichskultursenat an. Der Generalbauinspektor stellt einen neuen Gesamtbauplan für d i e Reichshaupt- stadt Berlin auf. Er hat dafür zu sorgen, daß alle das Stadtbild beeinflussenden Platzanlagen, Straßenzüge und Bauten nach einheitlichen Gesichtspunkten würdig durchgeführt werden. Zur Durchführung seiner Aufgaben stehen dem Generalbauinspektor die Behörden des Reiches, des Landes Preußen und der Reichshauptstadt zur Verfügung. Der Generalbauinspektor sorgt dafür, daß alle seinen Aufgabenbereich berührenden Entscheidungen künftig unter einheitlichen G e - sichtspunkten ergehen. Er kann sich von allen Dienststellen des Reiches, des Landes Preußen und der Reichshauptstadt und von den Dienststellen der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Verbände die erforderlichen Auskünfte über Bauvorhaben geben lassen. Alle von Staatsoder Parteistellen beabsichtigten Maßnahmen, die das Aufgabengebiet des Generalbauinspektors berühren, smd ihm vor ihrer Ausführung $ur Kenntnis zu bringen und bedürfen feiner Zustimmung. Als die letzten Formationen der SS., die SS.- Lotenkopf-Standarte „Deutschland" und die 66.« Lerfügungstruppe vorüber sind, werden die Ab- werrketten durchbrochen. Nun gibt es angesichts >er Masse der von allen Seiten anstürmenden begeiferten Menschen kein Halten mehr. Tosende Heil- ase brausen über den Platz. Ein beängstigendes Gedränge entsteht unterhalb des Balkons. Tausend mb Abertausend Arme recken sich dem Führer entlegen, der immer wieder überallhin dankt und zrüßt. Einigemale schon ist der Führer zurückge- jongen, aber immer wieder rufen ihn diese einzigartigen Kundgebungen der Liebe und Treue auf len Balkon. Nun erlöschen die Scheinwerfer, ein unvergeßlicher Tag ist vorüber. Nur langsam leert ijch der Platz, der wieder Zeuge eines erhebenden und denkwürdigen Tages gewesen ist. Professor Speer Generalbau- WeklorfürbleReichshauptstadl Der Führer und Reichskanzler hat folgende !Anordnung erlassen: Auf Grund meines Erlasses ipom 30. Januar 1937 (RGBl. I S. 103) ernenne ürf) den Architekten Diplomingenieur Professor Albert Speer zum Generalbauinspektor st ü r die R e i ch s h a u p t st a d t. Albert Speer wurde am 19. März 1905 in Mannheim geboren und ist einer der bekanntesten, auch einer der jüngsten Architekten Deutschlands. Er iift insbesondere bekannt geworden als der Schöpfer der Reichsparteitagsbauten in Nürnberg. Schon 1932 wurde ihm der Umbau und die Einrichtung des Adolf-Hitler-Hauses in Berlin übertragen; im folgenden Jahre leitete er den Umbau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Auch wurde ihm die Gestaltung ■nen Darlegung, lble sich einbilde, £W5 Nc E r? Mech lbe sich mit aH(r. ■ö Bolschewik Mgemvartigen I ''Ftalia" M xWmmenQrbpi, 1 Sommunisq j® Zielsetzung da-! gegen ta| deutend mit W r und eine B Solidarität. cht darin vollkU, er zwischen W 'tum einer Gleich- 5 Kommunismen m die Worte M >uf Kolonie«, nittelbar einlech ; lobe deutsche Pia- Klarstellung n 1 t cm jene beide« | as deutsche fiolc- ■ haben. Nach tln-1 Ztalia" iftnun-1 ' unb unablässige I ererlangun'gl len. Dabei ml! I unqen omiben,l inbanumg der« hließe. d°ls stnann'M r&ss -*5.. men m . et«"“ eil 'm li«1 Was lehrt die „Grüne Woche"? Berlin, 30. Januar 1937. Bei der Eröffnung der Grünen Woche ist von Generaloberst Göring und Reichsbauernführer Darr6 eindringlich zum Ausdruck gebracht worben, welchen Sinn und welche Bedeutung diese ^ohresschau der Bauernarbeit in der Reichshaupt- !>adt hat. Damit ist zugleich der Inhalt des neuen ^lrbeitsabschnittes für das deutsche Landvolk um- rissen. Die Grüne Woche hat als Lehrschau für Bauern und Landwirte die wichtige Aufgabe, grundsätzlich und an einzelnen Beispielen die Wege Zu weisen, wie es möglich gemacht werden mutz, ®aB dem Boden von der gleichen Fläche, die bisher eine Ernte trug, im Jahr zwei Ernten abgerun- gen werden. Das bezieht sich unmittelbar auf den Swi sch e n fr u ch tb a u, der bei sachgemäßer Durchführung die zweifache Nutzung des Bodens ermöglicht und zur verstärkten Futterge- ®1 n n u n g , zur Schließung der Futterlücke und damit auch zur Schließung der Fettlücke beizutra- 9en. Darüber hinaus kommt es darauf an, a11 - 9 e mein die Erträge aller Zweige des landwirt- l^astlichen Betriebes zu heben, die Qualität der Erzeugnisse zu steigern und jede Möglichkeit der Intensivierung und' der Nebennutzung zu ergrei- stn, um im vollen Umfange die deutsche Nahrungs- stelheit für das heutige Reichsvolk und für ein in Zukunft wachsendes Volk sicherzustellen. In diesem weiteren Sinne gilt es, zwei Ernten im Jahr zu wachen, wie umgekehrt der Verteilungsapparat und die Derbraucherschaft dafür zu sorgen hat, daß Nichts verloren geht und daß mit einer den deutschen Produktionsverhältnissen angepaßten Ernährungsweise die Arbeit des Landvolkes ihren Lohn findet. Aufgaben des Bauern. Danach richtet sich denn auch die Aufgabenstellung für die praktische Arbeit des Bauern. Als Beispiele sind zunächst Fett, Fleisch und Eier herausgegriffen. Allen gemeinsam ist die Notwendigkeit der vermehrten Futtergewinnung und der sorgfältigeren Futterwerbung und Futterverwertung. Im Mittelpunkt steht dabei die allgemeine Einführung des Zwischenfruchtfutterbaues und die Futtertrocknung bzw. Einsäuerung. Im Stall kommt dazu die Ausmerzung minderwertigen Viehes, die ausschließliche Verwendung von anerkanntem Zuchtvieh und die Fütterung nach Leistung. Der Eier- a n f a l l wird wesentlich gesteigert werden können, wenn künftig statt des wilden Rassenwirrwarrs vom Bauern nur noch die anerkannten Reichsrassen gehalten werden: Weißes Leghorn, Reichshuhn, Wyandottes, rote Rhodeländer und rebhuhnfarbige Italiener. Auch dabei ist zu bedenken, daß die Hühner ihre volle Leistung nur im ersten Legefahr hergeben; es ist also eine recht schnelle E r - gänzung durch Zuchtküken erforderlich, womit gleichzeitig der Fleischanfall mit der Geflügelschlachtung steigt. Der Hinweis auf gesunde, luftige und helle Stallhaltung ist nicht vergessen. Auch die Erhaltungsschlacht, die sich mit der Parole „K a m pf dem Verderb" an die Verbraucher wendet, hat ihre gewaltige Bedeutung für das Land selbst. Von den 1,5 Atilliarden RM., die uns jährlich von unseren Nahrungsgütern durch unsachgemäße Behandlung verloren gehen, ist ein recht erheblicher Teil immer noch auf die Vorratshaltung und unsachgemäße Verwertung auf dem Lande zu rechnen. Die Marktordnung, die Erfassung der Erzeugung und die Verbrauchslenkung sorgen dafür, daß wenigstens der unzweckmäßigen Verwertung einigermaßen vorgebeugt wird. Aber auch in der notwendigen Vorratshaltung ist noch viel zu bessern. Dabei kommt es ebenso auf die richtige Behandlung der Erzeugnisse, auf die Pflege bei der Lagerung wie auch auf die Beschaffung der notwendigen Einrichtungen an. Seltsames Land der Schotten. Von Dr.Zrih Wölcken. Edinburgh, im Januar. Nein, die Schotten sind nicht geizig! Spricht man irgendwo von Schottland, so fällt natürlich gleich die Frage nach den Schottenwitzen und nach dem Geiz. Aber die meisten Schottenwitze werden von den Schotten selbst zur Hebung des Fremdenverkehrs verfertigt, und das mit dem Geiz trifft nicht zu. Aber das Land hoch oben im Norden, mit kargem Boden und hartem Klima, war immer arm, immer ging es in dem Kampf zwischen Mensch und Etde um das nackte Dasein und in solcher Schule lernt man das ©einige zusammen zu halten. Als die Industrie im neunzehnten Jahrhundert Geld ins Land brachte, da zeigte sich gleich, daß der sprichwörtliche Geiz nur Armut gewesen war, denn es wurde reichlich gespendet. Wie in dem reicheren England sind Krankenhäuser und Altersheime, Volksbibliotheken und Spielplätze nicht staatliche oder städtische Einrichtungen, sondern Stiftungen, die ganz von freiwillen Spenden getragen werden. Es gibt mehr Stipendien als gescheite Studenten, und die akademische Bildung auch der untersten Volksschichten setzt eine alte Tradition fort, denn der arme Student aus kleinsten Verhältnissen, der sich zur Kanzel durchhungert, der Bauer, der zum Pfluge zurück muß, aber sein Latein nicht einrosten läßt, seinen Homer liest ober mit gelehrten Herren über dogmatische oder Altertumsfragen disputiert, sie alle gehören seit Jahrhunderten zum Wesen des Landes, das mit Stolz von feinem „einfachen Leben und hohen Denken" spricht. Noch heute gibt die Universität Edinburgh mitten in der Arbeit ihren Studenten einen Montag frei, damit sie in ihre ferne Dorfheimat zurückwandern können und sich einen neuen Sack Hafermehl auf den Rücken laden, der dann für den Rest des Trimesters reichen muß. Aber wenn sie auch lachen, das mit dem Geiz ärgert die Schotten doch, denn niemand ist gern arm. Schon weil es das einzige ist, was die Welt von ihnen zu wissen scheint und weil man sie sonst immer mit den Engländern zusammenwirft. Wenn man einen Schotten Engländer nennt, so tut man ihm damit absolut keinen Gefallen. Brite ist er gern, aber nicht Engländer, und gern erinnert er daran, daß die „englischen" Dominions der Bevölkerung nach eigentlich schottisch sind, denn in Kanada und Australien überwiegen die Macs ganz bedeutend, und in der ganzen Welt sind Schotten verstreut, die in der engen und kargen Heimat kein Feld für ihre Arbeitskraft fanden. Der Schotte läßt sich nicht gern mit dem Engländer zusammenwerfen, aber er hat auch nichts gegen ihn. Und doch ist seit der Vereinigung der beiben Länder Schottland in gewissem Sinne von dem reicheren und stärkeren Nachbarn an die Wand gedrückt worden und das gibt dem Schotten ein gewisses Gefühl von Unterlegenheit, das er gern leugnet. Schottlands völkische Eigenart und staatliches Dasein war so sehr vergessen worden, daß sogar die staatlichen Insignien, Krone und Schwert in einem dunklen Winkel unbeachtet lagen und erst durch archivalische Forschung ans Licht gebracht wurden. Noch schlimmer wurde es, als das neunzehnte Jahrhundert eine Schicht farblosen Bürgertums nach englischem Muster auf das Land aufschwemmte und jetzt, da eine Welle völkischer Selbstbesinnung durch Europa geht, wird es auch in Schottland klar, daß der Einbruch des kapitalistischen Industrialismus, der die großen Städte und ben „schwarzen Gürtel" des Jnbustriereviers schuf, etwas dem schottischen Bauern- und Kriegertum sehr Wesensfremdes ist. Kapitalismus und rücksichtsloser Industrialismus haben in Schottland wohl schlimmer gehaust als irgendwo sonst in der Welt, und die Zerrbilder von Städten und ihren Bewohnern, die sie hinterließen, sind eine schwere Erbschaft. Von der alten Sippenordnung sind nur die Sippennamen übrig geblieben, die übrigens alle letzten Endes auf einen nordischen König zurückgehen, So merke d von den Inseln, denn Schottland war ein Teil des großen nordischen Wikingerreichs. Die alten Webmuster sind heute nach dem Vorbild der schottlandbegeisterten Königin Viktoria zur Sonntagstracht des „besseren" Bürgers geworden oder werden wie Matrosenblusen von Kindern und Mädchen getragen und vom Mann, der ursprünglich allein das Recht auf den „kitt", den Schottenrock hatte, schamhaft abgelegt. Diese Webmuster sind, als Sippenzeichen, genau vorgeschrieben, und es erscheint dem Schotten als Unfug, wenn ihm der Ausländer mit einem phantasievollen „Schottenmuster" kommt. Wer nicht zu einer schottischen Sippe gehört und damit ein Anrecht auf den „fortan", bas Sippenmuster, hat, darf vielleicht noch — als Untertan des Königs — das Sippenmuster der Stuart tragen oder eines der neutralen Regimentsmuster, aber ein neues Muster erfinden — das hat nur Königin Viktoria getan. Heute aber sind die Täler, die einst den Sippen gehörten, leer, die Bauern und Krieger sind vertrieben und nach Kanada verschifft worden, Schafe weiden auf den öden und baumlosen Bergen und Moor- hühner und Hirsche sind die Bewohner der gewaltigen, düster-erhabenen Moore, streifen durch die leuchtenden Täler und trinken an den Wasserfällen und Seen. Die reichsten Leute kommen nach Schottland und pachten sich ganze Inseln und Provinzen, die sie Jagdgebiet nennen, aber nicht darum geht es, sondern um Einsamkeit und Ruhe. Aber das Land ist ewig. Ueberall weht die Meerluft, der Wind geht stark und unablässig und jagt die Wolken über bie hohen Kuppen, und wie die Formen des Landes bald verschwinden, bald geheimnisvoll hervortauchen, sich im Winter kaum mehr aus einem gespenstischen Dunkel hervorheben, dann im Sommer durch Nacht und Tag silbern leuchten und schimmern, so zeigt sich das wahre Wesen und Gesetz des Landes zwischen Wolken und Wasser. Zwischen Wolken und Wasser verschwimmen die Grenzen zwischen menschlichem und außermenschlichem Dasein, Sicht geht über in „zweites Gesicht", nichts gilt das eigene, nur menschliche Leben, selbst die Sippe ist nur ein Baum im großen Wald, keine Form ist endgültig, alles ist offen. Mit billigen Mitteln werden sich feuchte Keller abdichten lassen, um die Fäulnis zu verhindern. Für die Vermeidung von Licht und Wärme wie umgekehrt von Frost lassen sich überall Vorkehrungen treffen. Daß Unsauberkeit, Schmutz und Staub die Keimzellen jeglichen Verderbs sind, und peinliche Sauberkeit in Haus und Hof ebenso wie auf dem Land die erste Voraussetzung wirksamer Schädlingsbekämpfung sind, müßte heute eigentlich Allgemeingut des deutschen Volkes sein. Ebenso ist es mit dem Schutz gegen Feuer, das meist auf die kleine Ursache irgendeiner Unachtsamkeit zurückzu- führen ist und doch immer noch jahraus jahrein unerhörte Werte vernichtet. Was dann der sparsamen Hausfrau zur zweckmäßigen Gestattung der Ernährung und zur Handhabung der Hauswirtschaft gezeigt wird, richtet sich natürlich auch an die Landfrau. Landtechnik bietet sich an. Ein besonderer Beitrag zum Vierjahresplan und zur tatsächlichen Erzielung von zwei Ernten im Jahr wird von der Landtechnik geliefert. Die unerläßliche Mehrarbeit ist ohne den Einsatz der technischen Hilfsmittel überhaupt nicht zu leisten. Die Verwendung neuzeitlicher Maschinen und Geräte ist ebenso ein Gebot der Selbsterhal- tung wie der Pflichterfüllung. Wieder werden einige Beispiele gezeigt und dabei wird nachgerechnet, wieviel Millionen Menschen zusätzlich ernährt werden könnten, wenn das gesamte deutsche S a a t= g u t vorschriftsmäßig gereinigt und gebeizt wird, wenn die D r i 11 m a f cf) i ft e allgemein zur Anwendung kommt und durch Erntefnaschinen der Aehrenausfall verringert wird. Der allseitige Einsatz von Dämpfkolonnen kann die deutsche Futterwirtschaft vor Verlusten bewahren, die ausreichend sind, um 2 Millionen Schweine zu mästen. Eine Sonderschau erläutert eingehend die Bedeutung und die Möglichkeit der Feldberegnung, die in großen Strichen des deutschen Vaterlandes die Voraussetzung für eine Sicherung der Erträge ist. Gesunde Ställe-gesundes Vieh. Was oben über bas Geflügel gesagt wurde, gilt in besonderem Maße für das Großvieh' Beispiel- t a 11 u n g e n in Holz und Eisen geben Anhaltspunkte dafür, wie jeder in seinem Betrieb und nach einen besonderen Bedürfnissen für die Gesundheit des Viehs durch gesunde Stallanlage ohne viel Kosten sorgen kann. Daß die kalte Steinpracht ge- undheitsschädlich ist, weiß man inzwischen wohl allgemein. So werden die Mittel gezeigt, wie man mit einfacher Holzverschalung dem Beschlagen der Wände steuern kann, wie ein bis knapp über den Erdboden geführter Entlüftungsschacht die Stickluft und die Abgase herausbringt, während die noch viel- ach üblichen Luftlöcher in den Wänden lediglich chädliche Zugluft verursachen und deshalb meistens doch verstopft werden. Der saubere Kurz- oder Mittellangstand läßt sich auch mit Klötzen aus imprägniertem Holz Herrichten. Ebenso werden die Kälbertränken und Schweinebuchten zweckmäßig mit Holz hergestellt. Eine billige Hilfe gegen Futtervergeudung ist ein verstellbares Freßgitter aus Holz. So gibt es eine Fülle von Beispielen, wie der Erzeugungsschlacht in der Viehhaltung gedient werden kann. Dazu gehört auch der Tierschutz, weil orgfältig gepflegte Tiere besonders arbeitslib ig, eistungsfähig, frohwüchsig und gesund sind. Tier- chutz und Tiernutz gehen Hand in Hand. In enger Verbindung damit steht die Bekämpfung der Häute- und Lederschäden. Gerade durch Tierquälerei gehen noch ungezählte Häute verloren, die für unsere Lederwirtschaft so wichtig sind. Auch die Schädlingsbekämpfung, vor allem die Ausrottung der Dasselfliege, gehört hierzu. Helfer des Bauern. Den breitesten Raum der gewaltigen Ausstellung nehmen die Helfer des Bauern ein, die mit der Lieferung der Produktionsmittel zur Hand sind und in der täglichen Arbeit im Dorf. Mit dem Bauerntum hatte auch das Handwerk schlimme Zeiten durchmachen müssen. Heute befinden sich beide im gemeinsamen Aufstieg. Mag der Bauer auch nach Möglichkeit die kleinen Arbeiten selbst erledigen, er braucht doch die ständige Hilfe des Handwerks. Da hämmern die Schmiede und zeigen den Hufbeschlag und den Wagenbeschlag; ebenso ist die Instandsetzungswerkstatt für Landmaschinen und Geräte unentbehrlich. Von den Holzhandwerken zeigen die Stellmacher, die Böttcher, Küfer und Korbmacher ihre Kunst und ihre Unentbehrlichkeit für einen modernen Landbetrieb. Aus der großen Jndustrieschau können nur einige wenige landtechnische Neuerungen angedeutet werden. Arbeitsmäßig zur Zeit vielleicht am wichtigsten sind die K l e i n s ch l e p p e r, die bei Luftbereifung eine vielfache Leistung in der Bodenbearbeitung erlauben. Ihnen angepaßt sind neue Pflugkörper und Vielfachgeräte, die auch in der Arbeitsweise eine Verbesserung der Bodenbearbeitung bringen. Da sind Geräte, die in immer besserer Form ausgesprochen für den Bauernbetrieb gestaltet sind und sich schnell einführen werden. Neben anderen Drillmaschinen fällt eine Schubrad-Sämaschine auf, die für Kleinbetriebe und Gärtnereien bestimmt ist. Bei den Düngerstreuern ist ein Modell entwickelt, das auch bei der Arbeit am Hang gleichmäßige Leistung zeigt. Eine Kalkstreumaschine ' hat eine Staubfanghaube erhalten, die jede Staubentwicklung verhindern soll. Bei den Erntemaschinen ist auf der einen Seite der Bewältigung auch der schwierigsten Lagerfrucht Aufmerksamkeit geschenkt. Daneben arbeitet eine neue gewaltige Maschine für eine stündliche Förderleistung bis 45 Zentner. Dann haben wir eine Maisdreschmaschine, die allerdings noch nicht voll zu Ende entwickelt zu sein scheint. Für die Pflege der Erzeugnisse dient u. a. ein „2111 eswäsche r" für Kartoffeln, Rüben, Blättergemüse u. dgl. Sehr nützlich kann ein fliegender Sa atgutlüfter werden, der das lästige Um- schaufeln des Saatgutes erspart und auch bei Stapelgütern anderer Art verwendbar ist. Dazu kommen neue Dämpfkolonnen und kleine Schnelldämpfer, kleine Hauswasserwerke, Alleshäcksler und viele andere Hilfsgeräte. — Es ist schon verständlich, mit welcher Aufmerksamkeit und Freude die Zehntausende von Bauern, die täglich in Sonder- Zügen nach Berlin kommen, durch die Ausstellung gehen. Jeder wird eine Fülle von Anregungen rnit- nehmen, um dem Ziel näherzukommen: Zwei Ernten im Jahr! Frithjof Melzer. Wie die Gangster in Chicago, so treiben in Ihrem Mund unzählige Batterien ihr gefährliches Unwesen. Die amerikanische Regierung Hal ein Heer von hervorragenden Detektiven, die E-Mcn, gegen die Gangster mobilisiert. Und was tun Sie gegen die Feinde Ihrer Gesundheit? Sie haben es bequem und billig: morgens und abends EHIorodont — dann bleiben Sie Sieger über die Batterienfeinde, und schöne weiße Zähne erhallen Sie nebenbei. Aus aller Well in der gesamtdeutschen Geschichte mit an hervorragender Stelle stehen wird. Ernst Blumschein. Statt Karten Gießen, Wil heim straße 69, den 1. Februar 1937 674 D Deutsche Stenografenschaft Die Beerdigung findet in aller Stille statt 0538 672D Fürst zu Lolms-Braunfels'sche Forstverwaltuug. ...und zum Bauen 1 ß — W i e habe ich steuer-Erklärung * Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Februar, nachmittags 15 Uhr in Höchst a d. Nidder statt—Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen meine Einkommenabzugeben? Don Die- amtlichen Mitteilung 13 Angeklagten lauer Theaterprozeh s ch i e h e n verurteilt Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Mathilde Queckbörner, geb. Wagner Am 30. Januar verschied sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 55 Jahren mein lieber, herzensguter Mann, mein treusorgender Vater und Großvater, unser Heber Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel die Begnadigung der abgelehnt, die im 2Hos- 3 u m Tode durch E r- worden waren. ter Merk. Preis 1 Mk., Verlag W. Stollfuß Bonn, Postscheck-Konto Köln 76183. Diese Schrift beant- Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 Am 29. Januar ist meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Henriette Becker, geb. Müller im Alter von 75 Jahren nach längerem Leiden sanft entschlafen. Botschaft einen Kranz am Mausoleum Sunyatsens niederlegen. Die - Freude über das Eintreffen der „Emden" ist bei den deutschen Volksgenossen in Nanking besonders groß, weil ihnen der jetzige Besuch Gelegenheit gibt, mit den Männern der Besatzung gemeinsam die Feier des 3 0. I a - n u a r zu begehen. Ein besonders festliches und reichhaltiges Programm ist zusammengestellt. Hamburger Tankdampfer bei Borkum gestrandet. In der Nacht zum Freitag st r a n d e t e bei Borkum der Tankdampfer „Oliver" der Hamburger Oelfirma Schindler. Der auf der Heimreise von Neuyork befindliche Schnelldampfer „Europa" versucht die Besatzung zu bergen. Bei der hochgehenden See ist es schwierig, an die Strandungsstelle heranzukommen. Trotzdem ist es bereits gelungen, ein Besatzungsmitglied der „Oliver" zu bergen. Die „Europa" setzt die Rettungsmaßnahmen fort. Das Holz sitzt ganz oder in der Nähe von chaussier- ten Wegen. Zur Besichtigung des Holzes steht am Versteigerungstage um 7 Uhr vormittags am Bahnhof zu BUlingen em Führer zur Verfügung. Braunfels, den 30. Januar 1937. Keine Zeugnisse in Urschrift Itmbem nur Zeugnisabschriften dem Be- werbungSfchreiben bei. legen, — Lichtbilder uudBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite -Jia. men und Anschrift beS Bewerbers tragen! Im Namen der Hinterbliebenen : Johann Becker und Kinder. Gießen (Grüner Weg 10), den 1. Februar 1937. Am 30. 1. 1937 wurde unser langjähriges Mitglied Kamerad Karl Queckbörner Postinspektor zur großen Armee abgerufen. Sein offenes kameradschaftliches Wesen hat ihm bei seinen Kameraden ein bleibendes Gedenken gesichert. Die Beisetzung findet am 2.2.1937,15 Uhr, in Höchst a.d.Nidder statt. Fahrgelegenheit (Postauto) - Abfahrtszeit ist beim Standortleiter zu erfahren. 676d Standort Giefion d. BeichstreubMd., Soldatenbund e.V. 2. Februar, nachmittags 3 Uhr in Höchst a. d. Nidder. — Abfahrtszeit (Postauto) beim Vereinsführer zu erfahren ___________________________________________673 D Ordentl.Mädchen das ettva§ kochen kann, in einen 2- Personen-Haushalt für tagsüb. sof.od.später gesucht. Vorzustell. von 1 bis '/?3 Uhr oderabends nach 7 Uhr. 6??d Blockstraße 14II Herr Karl Queckbörner Postinspektor Nach einer Meldung des Krakauer Illustrierten Kurier drohte Stalin Woroschilow mit der Verhaftung. Woroschilow entgegnete, daß die Armee für diesen Fall vorbereitet sei. Die Korrespondenz „ATE." berichtet, daß in Moskau ein Gerücht verbreitet ist, wonach dieser Tage auch die Krupskaja, die Frau Lenins, verhaftet worden sei, die noch am 21. Januar an den Feiern anläßlich des 13. Jahrestages des Todes Lenins teilgenommen hatte. Weiter soll Pjatakows Frau verhaftet worden sein. Auch die Familienmitglieder mehrerer Angeklagter in dem Moskauer Theaterprozeß sollen verhaftet worden sein, um von den Angeklagten weitere Geständnisse zu erpressen. Holzversteigerung im Fürst zu Solms-Braunfelsschen Forstrevier Hungen am Donnerstag, dem 4. Februar 1937, vormittags 10 Uhr, im Saale der Wirtschaft Strack zu Villingen. Zum Verkauf kommen aus dem Distrikt Dietrichsberg: 4,2 rm Eichen-Scheiter, 362 rm Buchen--Scheiter, 74,8 rm Eichen-Knüppel, 179,7 rm Buchen-Knüp- Pel, 5 rm Fichten-Knüppel, 88 rm Buchen-Astreiser, 185 rm Schlagraum. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute an seinem 71. Geburtstage nach kurzer schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Anton Lehr Schuh mach er meist er in die Ewigkeit eingegangen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Henriette Lehr, geb. Schmidt Gießen (Marktlaubenstraße 6III), den 31. Januar 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, 3. Febr., um 14 Uhr statt _______ 679 D Fünf Todesopfer eines Verkehrsunglücks in Frankreich. Bei Bellac in der Nähe von Limoges wurde ein kleiner Lastkraftwagen auf einem Straßenbahngleisübergang von einem Zuge erfaßt und vollkommen zertrümmert. Von acht Insassen wurden fünf auf der Stelle getötet und zwei schwer verletzt. Nur ein kleines Mädchen von sechs Jahren blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Zwei verwegene Ueberfälle maskierter Räuber in Köln. In zwei Kölner Vororten sind Ueberfälle auf Zweigstellen einer Konsumgenossenschaft ausgeführt worden. Für beide Fälle kommen aller Wahrscheinlichkeit nach dieselben Täter in Betracht. Zwei maskierte Männer betraten die beiden Filialbetriebe. Während der eine von der Tür aus das Derkaufspersonal und die anwesenden Kunden mit einer Schußwaffe in Schach hielt, sprang der andere Täter sofort aus die Ladenkasse zu, um die Gelder an sich zu nehmen. Die Räuber erbeuteten zusammen etwa 320 Mark. Bestätigtes Todesurteil. Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts hat die von der 30 Jahre alten Angeklagten Anna B i ß - bort geb. Verth aus Contwig gegen das Urteil des Schwurgerichts Zweibrücken vom 24. November 1936 eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Damit ist die Beschwerdeführerin wegen Mordes zum Vode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte rechtskräftig verurteilt. Anna Bißbort hat am 17. Oktober 1935 gemeinsam mit ihrer Schwester Lina und deren Ehemann, dem 46jährigen Christian R i e ch m a n n , ihren Mann, den 33 Jahre alten Adam Bißbort, ermordet. Die Leiche des Adam Bißbort wurde zwei Tage später im Backofen verbrannt. Lina Riechmann hat in der Untersuchungshaft Selbstmord verübt, Christian Riechmann wurde gemeinsam mit der Angeklagten Anna Bißbort vom Schwurgericht Zweibrücken wegen Mordes zum Tode verurteilt. Das Urteil gegen ihn ist ebenfalls rechtskräftig geworden. Grohfeuer im pommerfchen Schloß „Vogelfang". Aus bisher unbekannter Ursache brach im Schloß „Vogelsang" im Kreis Ueckermünde Feuer aus. Innerhalb weniger Minuten stand der ganze Dachstuhl des zwei Stock hohen Schlosses in Flammen. — Das Schloß „Vogelsang" wurde in den Jahren 1845 bis 1847 erbaut. Es dient jetzt als Schulungslager des Reichsbundes der Deutschen Beamten. Lawinenunglück im kleinen Dalferlal. Im Kleinen Walsertal ereignete sich am Hochalppaß ein Lawinenunglück. Eine Gruppe von acht Personen geriet bei der Abfahrt über eine Steilstufe auf ein Schneebrett, das zwei von ihnen in die Tiefe riß. Einer konnte schon nach kurzer Zeit von seinen Begleitern lebend geborgen werden. Der andere Verschüttete wurde später von einer Hilfsmannschaft der Rettungsstelle Mittelberg nach harter Arbeit aufgefunden. Zwei Stunden lang durchgeführte Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Der Tote ist der 24jährige Kaufmann Josef Stef- f e ck aus Pforzheim. Kreuzer „Emden" In Banking. Der Kreuzer „Emde n" ging im Hafen von Nanking vor Anker. Zum Einlaufen des deutschen Kreuzers hatten sich fast alle in Nanking lebenden Deutschen und viele Chinesen im Hafen einaefun- den. Nach den üblichen Besuchen und Gegenbesuchen wird der Kommandant der „Emden", Kapitän Lohmann, mit den Vertretern der Deutschen Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Februar. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1058 Rinder (192 Öchsen, 116 Bullen, 584 Kühe, 166 Für- sen), 479 Kälber, 115 Schafe, 3582 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 34 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 42 bis 48, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe ruhig. Gebrauchte Schreibmaschinen überholt, einwandfrei arbeitend, preiswert bei FranzVogt&Co., Gießen Seltersweg 44 608a Beachten Sie unsere Schaufenster! wartet in leichtverständlicher Weise alle Fragen, die sich bei der Vorbereitung und Ausführung der Einkommensteuer-Erklärung ergeben. Alles wichtige findet man hier zusammengestellt; was steuerpslich. tig ist und was nicht; unter welche Einkommensgruppe die verschiedenen Einkünfte fallen; welche Einnahmen oder Ausgaben zu berücksichtigen oder endlich welche Abzüge zulässig oder unzulässig sind, wann Bücher geführt werden oder nicht. In den letzten Kapiteln behandelt das Bändchen die Bewertung der Dermögensgegenstände, die Gewinnermittlung u. a. Bis zum Schluß, der den Leser belehrt, ob und wie eine Ermäßigung der Einkommensteuer erreicht werden kann, bietet dieses Bänd- chen wertvolle Ratschläge. — D i e Gewerbe st euer. Von Steuerinspek- tor W. Sinzig. Verlag W. Stollfuß, Bonn. Preis 1,25 Mark. Das neue Gewerbesteuergesetz vorn 1. Dezember tritt schon am 1. April 1937 in Kraft. Die Schrift bringt die neuesten Bestimmungen und klärt über alles Wissenswerte in leicht verständlicher und übersichtlicher Form auf. lin »3“"< Ä« sfergi ä*: »e ,! ?■ W tiile * Ü ta beherrscht Formation« 0 Vbas Bild Al» Wg-°r irSS j@6rtng der In Mstag, wo chbener Rechten M vom Reichst Ä von den Reichs fÄ der Führer i Ojribüne Platz. Aer des Führer Ächstagspräsiden ränq des neuen iÄ erklärt. Aus K Frick, wird er hrciewählt. Al kKerrl, Essl Machte der Reichs teil dieses Hause« ewigen Tagen ai Kotes der Reichsn den erhoben sich I Eßen. Reichstagsabgem ha. aus: Das ar 8 rigenommene Gc i'o/ von Volk I! ^äfyigungsgefet], I Ht. Es fei falte Warfeit uni ' VsMflis zum Fü W8 o l l m a c mMärz 1933 re oie "Nen Durchfi fefones. Der R ' Man. Jetzt c ««Führer unk Sek z I S&merl Übgeorbne: | tln einem für das | W'st der Reichst B m Mre sind verc I f W innere 1f | Deutschland seit Vier Fahre, t Men habe als *ng. Das n I zu benutzen 1V? F°"lchrit Wdeutschen mögi I il, Saling all «'taswiteten Aires und ein. | SV Us vi %n n i9C1 HN Ksr «UNS UN »‘"“nq unh r,u< SbenV5 W SK &: MS vwfrveirtRwiWrW WINTERHILFSWERK 1936/37 M Klärung in Japan. Die Armee will keine Diktatur. Tokio, 31. Jan. (DNB.) Nachdem die Armee und die Marine die Unterstützung des neuen Kabinetts Hayaschi zugesagt hatten, trat in allen Bevölkerungskreisen Beruhigung ein. Auch die Presse und die Parteien sind im allgemeinen zuversichtlich gestimmt, zumal die Armee am Samstag eine neue Erklärung abgab. Nach der Erklärung, daß die Armee keinerlei D i k - taturbestrebungen verfolgt und nicht die Absicht hat, die Verfassung zu verletzen. Sie verlangt allerdings eine sinngemäße Auslegung der Verfassung, wobei aber die Rechte des Parlaments grundsätzlich beachtet werden sollen. Dagegen wird die Forderung, daß der Volkswille durch eine Aenderung des Parteiensystems und des Wahlsystems zum Durchbruch kommen müsse, aufrechterhalten. Auch dürfen die Minister nicht parteigebunden sein, sondern müssen aus den Parteien austreten. Wo Aenderunaen in der Verwaltung, der Wirtschaft oder im Finanzwesen im Interesse einer erneuerten Staatspolitik notwendig sind, müssen sie auf verfassungsmäßigem Wege von der Volksvertretung durchgeführt werden. Zur Außenpolitik fordert die Armee eine klare nationale Linie statt einer durch die internationale Konjunktur beeinflußten jeweiligen Gelegenheitspolitik. In politischen Kreisen rechnet man damit, daß der Reichstag auf jeden Fall aufgelöst werden wird und Neuwahlen auf Grund eines reformierten Wahlgesetzes eine wahre Volksvertretung sichern sollen. Neue britische Festung im Fernen Osten. London, 31. Jan. (DNB ) Der Ausbau von P e n a n g an der Nordwestküste der Malaiischen Halbinsel'zu einer starken britischen Festung wird jetzt in Angriff genommen. Ueber 200 Morgen Land sind für die Errichtung von Forts und sonstigen militärischen Anlagen sichergestellt worden. Ganz in der Nähe wird die Luftwaffe einen großen Flughafen anlegen. Die neue entstehende britische Festung soll nicht nur der Verstärkung von Singapur dienen, sondern vor allem dem Schutz des Hafens von Penang und wird als einer der Hauptstützpunkte innerhalb des britischen Verteidigungsplanes im Fernen Osten angesehen. Oie Moskauer Todesurteile werden vollstreckt. rNoskau, 31. Ian. (DNB.) Das Präsidium des Vollzugsausschusses der Sowjetunion hat nach einer Büchertisch. — Deutsche Flagge über Sand und Palmen. Von Werner von Langsdorfs. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Geb. 4,40 Mk.) — (525) — Das Buch enthält Geleitworte des letzten Schutztruppenkommandeurs von Lettow- V o r b e ck und des einstigen Afrikakämpfers, Reichsstatthalters in Bayern General Ritter von Epp. Langsdorfs läßt 53 Kolonialkrieger aus ihrem reichen Erleben und von ihren Eindrücken in unseren einstigen Kolonien erzählen, wobei nicht nur die deutschen Besitzungen in Aftika dem Leser geistig nahegebracht werden, sondern die Blicke auch den deutschen Kolonien in Ostasien und in der Südsee gelten. Die einstigen Kämpfer für deutschen Kolonialboden und deutsche Ehre in fremden Erdteilen berichten von dem schweren Ringen beim friedlichen Aufbau und bei der Verteidigung unseres Kolonialbesitzes mit den Waffen gegen eine Welt von Feinden. Dabei handelt es sich nicht allein um die Kämpfe in den Weltkriegsjahren, sondern auch die Waffengänge gegen aufständische (Eingeborenen- Stämme in Südwestafrika, insbefonbem die Zeit des Herero-Aufstandes und der Niederschlagung anderer Unruhen von unbotmäßigen Schwarzen, treten vor das geistige Auge des Lesers. Hervorragende Männer der deutschen Kolonialgeschichte, wie Wißmann, Peters, Göring, Leutwein, Dominik, von Epp, Lettow-Vorbeck, Meyer-Tsingtau und viele andere Mitstreiter und Opferträger für ein größeres und glücklicheres Deutschland, allesamt Kolonialpioniere mit selbstloser Hingabe und rückhaltloser Einsatzbereitschaft für die deutsche Sache, machen den Lesern dieses Buches deutlich, was dort draußen für die deutsche Flagae über Sand und Palmen und damit für das gesamte deutsche Volk an hervorragenden Taten und persönlichen Opfern geleistet wurde. Es wird aber auch den treuen eingeborenen Mitstreitern, den Askaris, und ihrem ausgezeichneten Verhältnis zu den deutschen Männern em hohes Wort des Dankes und des Ruhmes abgestattet. Besonders ergreifend sind die Berichte über den opferreichen Kampf unserer kleinen deutschen Truppe in Ostafrika, die für das große deutsche Vaterland Opfer und Leiden auf sich nahm, die in der Kolonialgeschichte aller Völker beispiellos dastehen. Durch diese Berichte über persönliche Erlebnisse der Mitkämpfer wird das Buch zu einem erhabenen Heldenlied des Kolonialdeutschtums, das I Einspaltige j werden zum ermäßigten Klomanvoifion Grundpreis von 5 Pf. für die UlcinänZülyen Mllllmeterzelle veröffentlicht! Iwa«ssvevfteisevu«s Dienstag, den 2. Februar, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise geg. sofort. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Aktenrollsckrank, ein Klavier, 1 Büfett, 1 Kommode, 1 Ausziehtisch mit 4 Stühlen, vier Oefen, 4 Herde, 4 Nähmaschinen, 1 Schreibmaschine, 1 Teppich, eine Eisenstange, 1 Eismaschine, einen Elektromotor, 1 Photoapvarat, Auzug- und Kleiderstoffe. Bestimmt wird versteigert: 1 Ladeneinrichtung. 67iD Scharmann,Gerichtsvollz.,Gießen Wernerrvall 33 Telefon 3108. Nachlässe von 3 bis 30 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige/ Wetterbericht des Reichstvetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der über Frankreich führende Strom feuchtmilder Meeresluft hat in Deutschland weiter Raum gewonnen und von Westen her auch unser Gebiet erfaßt. Dabei hat sich auch im Gebirge Tauwetter und Regen eingestellt und eine wesentliche Verschlechterung der Schneesportmöglichkeiten herbeige- führt. Der Zustrom der milden Meeresluft hält nicht mir an, sondern dürfte entsprechend der zunehmenden Wirbeltätigkeit weiter Raum gewinnen und die in Deutschland östlich der Weser noch immer herrschende strenge Winterkälte von Westen her kmgfam abflauen. Aussichten für Dienstag: Vielfach dunstig oder nebelig, sonst wolkig bis heiter und nur geringe Niederschlagsneigung, tagsüber milde, nachts besonders nach Norden und Osten hin noch leichter Frost, Winde um Süd. Aussichten für Mittwoch: Voraussichtlich wieder zunehmende Unbeständigkeit, ziemlich mild. Lufttemperaturen am 31. Januar: mittags + 2 Grad Celsius, abends 1,0 Grad; am 1. Februar: morgens 1,2 Grad. Maximum 2,3 Grad, Minimum — 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Januar: abends 0,1 Grad; am 1. Februar: morgens + 0,0 Grad. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden. — Niederschläge 4,7 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Am 30. Januar ist unser lieber Kamerad z Karl QuecMörner ß Postinspektor s aus dem Leben geschieden BeerdigungDienstag.den Ortsgruppe Giefoen Samstag, den 6. Februar 1937, 20.11 Uhr MaskenhaöiniCaleLeili Karten-Vorverkauf: Pfeiffer’sche Buchhandlung. WaUtor- Straße 21, und Papierhandlung Jung, Seltersweg 29. gtsd Nr. 2b Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, l. Hebruar 19Z7 Deutschlands Weg in die Kreiheit. Des Führers Rede vor dem Reichstag am vierten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution. Das Ermächtigungsgesetz um vier Jahre verlängert. Berlin, 30.Ian. (DNB.) Im Mittelpunkt der Veranstaltungen aus Anlaß des vierten Jahrestages der nationalen Erhebung stand die feierliche Sitzung des Reichstages in der Krolloper. Wie die Feststraße und der Königsplatz hatte auch die Krolloper reichen Festschmuck angelegt. Das Portal war mit Tannengrün und roter Tuchoerkleidung zu einer Ehrenpforte umgestaltet. Zwischen den Fenstern wallten lange Hakenkreuzbanner herab, gekrönt von den Reichshoheitszeichen. Hinter dem Präsidentenstuhl prangt auf roter Bespannung das neue Reichshoheitszeichen, dessen Adler eine Flügelspannweite von 11 Meter aufweist. Der Sitzungssaal oermaa außer den Regierungsoertretern und den 741 Abgeordneten nur wenige hundert Zuhörer zu fassen. Die Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger der fremden Staaten werden von dem Chef des Protokolls empfangen und in ihre Loge geleitet. Im Sitzungssaal und auf den Tribünen beherrscht das bunte Tuch der Uniformen der Formationen der Bewegung sowie der Wehrmacht das Bild. Auf der Pressetribüne sind die Vertreter ausländischer Agenturen und Zeitungen in großer Zahl anwesend. Aus dem Ausland find die Botschafter von Ribbentrop und von Papen zur Reichstagssitzung gekommen; sie nehmen auf den Abgeordnetenbänken Platz. Alle Mitglieder des Reichskabinetts sind anwesend. Von dem nahen Königsplatz hort man bereits die tosenden Heilrufe, die das Rahen des Führers künden. Am Eingang begrüßt der Reichstagspräsident Generaloberst Göring den Führer und geleitet ihn in den Reichstag, wo die Abgeordneten stehend mit erhobener Rechten das Reichsoberhaupt erwarten. Geleitet vom Reichstagspräsidenten Göring und gefolgt von den Reichsministern Heß und Dr. Frick nimmt der Führer in der ersten Reihe der Regierungstribüne Platz. Ihm zur Seite sitzt der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß. Reichstagspräsident Göring eröffnete die erste Sitzung des neuen Reichstages, den er für konstituiert erklärt. Auf Vorschlag des Fraktionsführers Dr. Frick, wird er durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Als Stellvertreter die Abgeordneten K e r r l, Esser und von S t a u ß. Dann gedachte der Reichstagspräsident der Verstorbenen dieses Hauses sowie der Besatzung des vor wenigen Tagen auf See verunglückten Versuchsbootes der Reichsmarine „W e l l e". Die Abgeordneten erhoben sich zu Ehren der Toten von ihren Sitzen. Reichstagsabgeordneter Dr. Frick führte dann u. a. aus: Das am 23. März 1933 vom Reichstag angenommene Gesetz zur Behebung der Röt von Volk und Reich, das sogenannte Ermächtigungsgesetz, sei bis zum 1. April 1937 befristet. Es sei heute nur eine einfache Ehrenpflicht der Dankbarkeit und ein Beweis unerschütterlichen Vertrauens zum Führer, daß der Deutsche Reichstag die Vollmachten des Reichsgesetzes vom 24. März 1933 für den ersten Vierjahresplan um weitere vier Jahre verlängere zur erfolgreichen Durchführung auch des neuen Mer- jahresplanes. Der Reichstag nahm den Antrag einstimmig an. Jetzt erteilte der Reichstagspräsident dem Führer und Reichskanzler das Wort Der Führer spricht. Männer! Abgeordnete des Deutschen Reichstages! An einem für das deutsche Volk bedeutungsvollen Tage ist der Reichstag heute zusammengetreten. Vier Jahre sind vergangen seit dem Augenblick, da die große innere Umwälzung und Neugestaltung, die Deutschland seitdem erlebte, ihren Anfang nahm. Vier Jahre, die ich mir vom deutschen Volk ausgebeten habe als eine Zeit der Bewährung und Beurteilung. Was würde näher liegen als diesen Anlaß zu benutzen, um im einzelnen alle jene Erfolge und Fortschritte aufzuzählen, die diese vier Jahre dem deutschen Volk geschenkt haben? Es ist aber gar nicht möglich, im Rahmen einer so kurzen Kundgebung all das zu erwähnen, was als die bemerkenswertesten Ergebnisse dieser vielleicht erstaunlichsten Epoche im Leben unseres Volkes gelten dürfen! Dies ist mehr die Aufgabe der Presse und der Propaganda. Außerdem wird in diesem Jahr in der Reichshauptstadt Berlin eine Ausstellung stattfinden, in der versucht werden soll, ein umfassenderes und eingehenderes Bild des Geschaffenen, Erreichten und Begonnenen aufzuzeigen, als mir dies in einer zweistündigen Rede überhaupt möglich sein könnte! Ich will daher diese heutige geschichtliche Zusammenkunft des Deutschen Reichstages benutzen, um in einem Rückblick auf die vergangenen vier Jahre einige jener allgemein gültigen Erkenntnisse, Erfahrungen und Folgern ng en aufzuzeigen, die zu verstehen nicht nur für uns. sondern auch für die Nachwelt wichtig sind. Ich wll weiter eine Stellung zu jenen Problemen und Aufgaben nehmen, deren Bedeutung uns und unserer Umwelt zur Ermöglichung eines besseren Zusammenlebens klar sein müssen, und endlich möchte ich auch in kürzesten Zügen die Projekte umreißen, die mir teils für die nächste, teils auch für die fernere Zukunft als Arbeit vorschweben. In der Zeit, da ich noch als einfacher Redner durch die deutschen Lande zog, wurde mir oft von bürgerlicher Seite die Frage vorgelegt, warum wir an die Notwendigkeit einer Revolution glaubten, statt zu versuchen, im Rahmen der bestehenden Ordnung und unter Mitarbeit bei den vorhandenen Parteien die uns als schädlich und ungesund erscheinenden Verhältnisse zu verbessern. Wozu eine neue Partei und wozu vor allem eine neue Revolution? Meine damaligen Antworten wurden immer von folgenden Erwägungen bestimmt: Die Ver- fahrenheit, der Verfall der deutschen Zustände der Lebensauffassungen und der Lebensbehauptung können nicht beseitigt werden durch einen einfachen Regierungswechsel. Diese Wechsel haben ja schon vor uns mehr.äls genug stattgefunden, ohne daß dadurch eine wesentliche Besserung der deutschen Not eingetreten wäre. Alle diese Regierungsumbildungen hatten eine positive Bedeutung nur für die Akteure des Schauspiels, für ******* ■ W ' * * *%< T , xa * - MM •;4 X t* f -’M ,7 I sUET nw II Mt; Adolf Hitler spricht zum Deutschen Reichstag. Hinter dem Führer auf dem Präsidentensitz der wiedergewählte Reichstagspräsident Göring. Links die Mitglieder der R e i ch s r e g i e r u n g, auf der letzten Bank links die Chefs der Wehrmachtsteile und Staatssekretäre. — (Scherl-M.^ die Nation aber fast stets nur negative Ergebnisse. Im Laufe einer langen Zeit war das Denken und praktische Leben unseres Volkes in Bahnen geraten, die ebenso unnatürlich wie im Ergebnis abträglich waren. Eine der Ursachen dieser Zustände lag aber in der unserem Wesen, unserer geschichtlichen Entwicklung und unseren Bedürfnissen fremden Organisation des Staatsaufbaues und der Staatsführung an sich^ Das parlamentarisch-demokratische System war von den allgemeinen Zeiterscheinungen nicht zu trennen. Die Heilung einer Not kann aber kaum je erfolgen durch eine Beteiligung an den sie verschuldenden Ursachen, sondern nur durch deren radikale Beseitigung. Damit aber mußte der politische Kampf unter den gegebenen Verhältnissen zwangsläufig den Charakter einer Revolution annehmen Ein solche revolutionäre Um- und Neugestaltung ist denkbar durch die Träger und mehr oder minder verantwortlichen Repräsentanten des alten Zustandes, d. h. also auch nicht durch die politischen Organisationen des früheren verfassungsmäßigen Lebens, noch durch eine Teilnahme an diesen Einrichtungen, sondern nur durch die Aufrichtung und den Kampf einer neuen Bewegung mit dem Zweck und Ziel, die notwendige Reformation des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens bis in die tiefsten Wurzeln hinein vorzunehmen und dies, wenn nötig, auch unter Einsatz von Blut und Leben. Es gehört dabei zum Bemerkenswerten, daß der parlamentarische Sieg durchschnittlicher Parteien kaum etwas Wesentliches am Lebensweg und Lebensbild der Völker verändert, während eine wahrhafte Revolution, die aus tiefsten weltanschaulichen Erkenntnissen kommt, auch nach Außen hin zu einprägsamsten und allge- mein sichtbaren Veränderungen führt. Wer will aber daran zweifeln, daß in diesen hinter uns liegenden vier Jahren tatsächlich eine Revolution von gewaltigstem Ausmaß über Deutschland hinweggebraust ist? Wer kann dieses heutige Deutschland noch vergleichen mit dem, was an diesem 30. Januar heute vor vier Jahren bestand, da ich zu dieser Stunde den Eid in die Hand des ehrwürdigen Herrn Reichspräsidenten abgelegt hatte? Allerdings, wenn ich von einer nationalsozialistischen Revolution spreche, dann lag dies in der besonderen Eigenart Deutschlands, wenn vielleicht gerade dem Auslände und vielleicht auch manchem unserer Mitbürger das Verständnis nicht ganz erschlossen wurde für die Tiefe und das Wesen dieser Umwälzung. Ich bestreite auch nicht, daß gerade diese Tatsache, die für uns das Bemerkenswerteste der Eigenart des Ablaufes der nationalsozialistischen Revolution ist, und auf die wir besonders stolz sein dürfen, im Auslande und bei den einzelnen Mitbürgern dem Verständnis für diesen einmaligen geschichtlichen Vorgang eher hinderlich als nützlich war. Denn diese nationalsozialistische Revolution war zu allererst eine, Revolution der Re- v o l u t i o n e n. Die nationalsozialistische Revolution ist so gut als vollkommen unblutig verlaufen. Sie hat in der Zeit, da die Partei in 'Deutschland sicherlich sehr große Widerstände überwindend, die Macht übernahm, überhaupt keinen Sachschaden angerichtet. Ich möchte aber nun nicht falsch verstanden werden: Wenn diese Revolution unblutig verlief, dann nicht deshalb, weil wir etwa nicht Männer genug gewesen wären, um auch Blut sehen zu können, lieber vier Jahre lang war ich Soldat im blutigsten Kriege aller Zeiten gewesen. Ich habe in ihm in keiner Lage und unter keinen Eindrücken auch nur einmal die Nerven verloren. Dasselbe gilt von meinen Mitarbeitern. Allein wir sahen die Aufgabe der nationalsozialistischen Revolution nicht darin, Menschenleben oder Sachwerte zu vernichten, als vielmehr darin, ein neues und besseres Leben aufzubauen. Die Vlutsgememschasi des beuischen Volkes. Ich weiß nicht, ob es jemals eine Revolution von so durchgreifendem Ausmaß gegeben hat, wie die nationalsozialistische und die trotzdem unzählige frühere politische Funktionäre unbehelligt und im Frieden ihrer Tätigkeit nachgehen ließ, ja zahlreichen grimmigsten Feinden in oft höchsten Staatsstellen sogar noch den vollen Genuß der ihnen zu- stehenden Renten und Pensionen ausschüttete. Wir gaben dies getan. Allerdings hat uns vielleicht gerade dieses Vorgehen nach außen hin nicht immer genutzt. Erst vor wenigen Monaten konnten wir es erleben, wie ehrenwerte britische Weltbürger glaubten, sich an mich wenden zu müssen mit einem Protest wegen der Zurückbehaltung eines der verbrecherischsten Moskauer Subjekte in einem deutschen Konzentrationslager. Es ist wohl meiner Un- orientiertheit zuzuschreiben, nie erfahren zu haben, ob diese ehrenwerten Männer sich einst auch ebenso gegen die blutigen Gewalttaten dieser Moskauer Veärrecher in Deutschland ausgesprochen hatten, ob sie gegen die grausame Parole „Schlagt die Faschisten tot, wo ihr sie trefft" Stellung nahmen, oder ob sie z. B. jetzt in Spanien gegen die Nieder- metzelung, Schändung und Verbrennung von Zehn- und aber Zehntausenden von Männern, Frauen und Kindern ebenso ihrer Empörung Ausdruck gaben! Hätte nämlich in Deutschland die Revolution etwa nach dem demokratischen Vorbild in Spanien stattgefunden, dann würden diese eigenartigen Nicht- einmischungsapostel anderer Länder ihrer Mühen und Sorgen wohl restlos enthoben sein. Kenner der spanischen Verhältnisse versichern, daß die Zahl der bestialisch Abgeschlachteten mit 170 000 eher zu niedrig als zu hoch angegeben wird. Nach diesen Leistungen der braven demokratischen Revolutionäre in Spanien hätte die nationalsozialistische Revolution unter Zugrundelegung unserer dreimal größeren Bevölkerungszahl das Recht gehabt, vier- bis f ü n f h u n d e r 11 a u s e n d Menschen umzubringen! Daß mir dies nicht taten, gilt anscheinend fast als Versäumnis und findet von feiten der demokratischen Weltbürger — wie wir sehen — eine sehr ungnädige Beurteilung. Der unblutige Verlauf der nationalsozialistischen Revolution war allerdings nur möglich durch die Befolgung eines Grundsatzes, der nicht nur in der Vergangenheit unser Handeln bestimmte, sondern den wir auch in der Zukunft nie vergessen wollen. Es kann nicht die Aufgabe einer Revolution oder überhaupt einer Umwälzung sein, ein Chaos zu erzeugen, sondern nur etwas Schlechtes durch Besseres zu ersetzen. Die erfordert aber stets, daß das Bessere tatsächlich schon vorhanden ist. ' -r vor vier Jahren der ehrwürdige Herr Reichspräsident berief und mich mit der Bildung und Führung einer neuen deutschen Reichsregierung betraute, da lag hinter uns ein gewaltiger Kampf um die Wacht im Staate, den wir mit den damaligen streng legalen Witteln durchgefochten hatten. Trägerin dieses Kampfes war die Rationalfozialisiifche Partei. In ihr hat der neue Staat schon längst, ehe er tatsächlich proklamiert werden konnte, bereits eine ideelle und förmliche Gestaltung erfahren. Alle Grundsätze und Prinzipien des neuen Reiches waren die Grundsätze, Gedanken und Prinzipien der Nationalsozialistischen Partei. Sie hat sich auf dem Wege des legalen Ringens um den deutschen Volksgenossen die überwältigende Stellung in diesem Reichstag geschaffen, und als ihr dann endlich tatsächlich die Führung gegeben wurde, da hatte sie diese Führung auch nach parlamentarisch-demokrattschem Rechte schon über ein Jahr lang zu beanspruchen das Recht gehabt. Der Sinn der nationalsozialistischen Revolution lag aber darin, daß die Forderungen dieser Partei eine wahrhaft umwälzende Erneuerung früher allgemein gültiger Auffassungen und Einrichtungen proklamierten. Und erst als einzelne Verblendete glaubten, der mit Recht zur Führung berufenen Bewegung in der Durchführung ihres vom Volk gebilligten Programms den schuldigen Gehorsam aufsagen zu können, hat sie diesen ungesetzlichen Störenfrieden mit eiserner Faust den Nacken unter das Gesetz des neuen nationalsozialistischen Reiches und Staates gebeugt. Damit aber, meine Parteigenossen'und Abgeordnete des Deut- schen Reiches, war die nationalsozialistische Revolu- tion als solche auch schon beendet. Denn von diesem Augenblick der sichergestellten Machtübernahme im Reich durch die Partei an habe ich es als selbstverständlich angesehen, daß damit die Re- oolution übergeführt wird in die Evolution. Diese dadurch eingeleitete Entwicklung beinhaltet allerdings einen ideellen und tatsächlichen U m - bruch, der auch heute noch von manchen Zurück- gebliebenen als außerhalb des geistigen Horizon- tes des Auffassungsvermögens oder über dem Egoismus der eigenen Interessen liegend abgelehnt wird. Denn: Die nationalsozialistische Lehre hat auf unzähligen Gebieten unseres Lebens ohne Zweifel revolutionierend gewirkt und auch demgemäß oft eingegriffen und gehandelt. Grundsätzlich: Unser nationalsozialistisches Programm setzt an Stelle des liberalistischen Be- griffes des Individuums, des marxistischen Begriffs der Menschheit das blutbedingte und mit dem Boden verbundene Volk. Ein sehr einfacher und lapidarer Satz, allein von gewaltigen Auswirkungen. Zum ersten Wale vielleicht, seit es eine Wen- fchengeschichte gibt, ist in diesem Lande die Erkenntnis dahin gelenkt worden, daß von allen Aufgaben, die uns gestellt find, die erhabenste und damit für den Wenfchen heiligste, die Erhaltung der von Gott gegebenen blutgebundenen Art ist. Zum ersten Wale ist es in diesem Reich möglich, daß der Wensch die ihm vom Allmächtigen verliehene Gabe des Erkennens und der Einsicht jenen Fragen zuwendet, die für die Erhaltung feiner Existenz von gewaltigerer Bedeutung find, als siegreiche Kriege oder erfolgreiche Wirtschafts, schlachten. Die größte Revolution des Nationalsozialismus ist es, das Tor der Erkenntnis dafür aufgerissen zu haben, daß alle Fehler und Irrtümer der Wenschen zeitbedingt und damit wieder verbesserungsfähig sind, außer einem einzigen: Dem Irrtum über die Bedeu- fun der Erhaltung seines Blutes, seiner Art und damit der ihm von Gott gegebenen Gestatt und des ihm von Gott geschenkten Wesens. Wir Wenschen haben nicht darüber zu rechten, warum die Vorsehung die Rassen schuf, sondern nur zu erkennen, daß sie den bestraft, der ihre Schöpfung mißachtet, lind ich spreche es hier prophetisch aus: So wie die Erkenntnis des Umlaufes der Erde um die Sonne zu einet umwälzenden Neugestaltung des allgemeinen Weltbildes führte, fo wird sich aus der Blut- und Rassenlehre der nationalsozialistischen Bewegung eine Umwälzung der Erkenntnis und damit des Bildes der Geschichte der menschlichen Vergangenheit und ihrer Zukunft ergeben. Und dies wird nicht zu einer Entfremdung der Völker, sondern im Gegenteil zum ersten Riale zu einem wahren gegenseitigen Verstehen führen! Es wird dann allerdings aber auch verhindern, daß das jüdische Volk unter der Maske eines biederen Weltbürgers alle anderen Völker innerlich zu zersetzen und zu beherrschen versucht. Im Dienste des Sieges unserer Idee stand nun 4V2 Jahre lang d i e deutsche Gesetzgebung. So wie am 30. Januar 1933 durch meine Berufung zur Reichskanzlerschaft ein an sich schon bestehender Zustand seine Legalisierung erhielt, nämlich die damals ohne Zweifel Deutschland beherrschende Partei mit der Führung des Reiches und der Gestaltung des deutschen Schicksals beauftragt wurde, so ist die deutsche Gesetzgebung seit diesen vier Jahren nur die Festlegung einer ideenmäßig geklärten und durchgesetzten Auffassung nach der allgemein bindenden rechtlichen Seite hin. Wie diese Blutgemeinschaft des deutschen Boltes damals staatlich verwirklicht wurde, wird uns allen wohl die schönste Erinnerung des Lebens sein. In wenigen Wochen waren die staatlichen Rückstände sowohl als die gesellschaftlichen Vorteile einer tausendjährigen Vergangenheit beseitigt worden. Oder kann man nicht von einer Revolution sprechen, wenn in kaum drei Monaten ein parlamentarisch - demokratisches Durcheinander verschwindet und an seine Stelle ein Regime der Ordnung, der Disziplin, aber auch der Tatkraft kommt, wie es Deutschland in solcher geschlossenen Einheitlichkeit und umfassenden Machtfülle noch nie besaß? So groß war die Revolution, daß ihre geistigen Grundlagen selbst jetzt von der oberflächlich urteilenden Umwelt noch gar nicht erkannt worden sind. Man redet von Demokratien und Diktaturen und hat noch gar nicht begriffen, daß sich in diesem Lande eine Umwälzung vollzogen hat, deren Ergebnis, wenn Demokratie überhaupt einen Sinn haben soll, im h ö chste n Sinne des Wortes als demokratisch zu bezeichnen ist. Mit unfehlbarer Sicherheit steuern wir auf eine Ordnung hin, die — so wie im gesamten übrigen Leben —, auch auf dem Gebiete der politischen Führung der Nation einen natürlichen und vernunftgemäßen Ausleseprozeß sicherstellt, durch den die wirklich fähigsten Köpfe unseres Volkes ohne Rücksicht auf Geburt, Herkunft, Namen ober Vermögen nur gemäß der ihnen gegebenen höheren Berufung zur politischen Führung der Nation bestimmt Derben. Des großen Korsen schönste Erkenntnis, daß jeder Soldat den Warschallstab im Tornister tragen müsse, wird in diesem Lande die politische Ergänzung finden. Gibt es einen herrlicheren und schöneren Sozialismus und eine wahrhaftigere Demokratie als jenen Nationalsozialismus, der es dank seiner Organisation ermöglicht, dah unter Millionen deutschen Knaben jeder, wenn sich die Vorsehung seiner bedienen will, den Weg finden kann bis an die Spitze der Ratio nl Dies ist im heutigen nationalsozialistischen Deutschland eine uns allen selbstverständliche Wirklichkeit. Ich selbst als der durch das Vertrauen des Volkes berufene Führer komme aus ihm. Alle die Millionen deutscher Arbeiter, sie wissen es, dah an der Spitze des Reiches kein fremder Literat oder internationaler Revolutionsapostel steht, sondern ein Deutscher aus ihren eigenen Reihen. Und zahlreiche einstige Arbeiter- und Bauernkinder, sie stehen in diesem nationalsozialistischen Staat heute an führenden Stellen. Der Zweck der nationalsozialistischen Revolution war es nicht, aus einem bevorrechteten Stand für die Zukunft einen rechtlosen zu machen, sondern aus einem rechtlosen einen gleichberechtigten. Wir haben nicht Millionen Bürge»- vernichtet, um sie zu Zwangsarbeitern zu degradieren, sondern unser Ziel war es, aus Zwangsarbeitern deutsche Bürger zu erziehen. Denn eines werden alle Deutschen verstehen: Revolutionen können als Gewaltakte nur von kurzer Dauer fein. Wenn sie nicht neues aufzubauen vermögen, werden sie als Erzesse das Vorhandene in kurzer Zeit verzehren. Auf dem gewalttätigen Akte der lieber* nähme der Macht muß sich in kurzer Zeit eine segensreiche Arbeit des Friedens entwickeln. Wer aber Klaffen beseitigt, um neue Klassen zu schaffen, legt den Keim zu neuen Revolutionen. Was heute Bourgeois ist und diktiert, wird morgen als Zwangsarbeiter in Sibirien wieder Proletarier fein und dann einmal genau so auf die Befreiung hoffen, wie der Proletarier, der erst unterdrückt war und nun zu diktieren glaubt. Die nationalsozialistische Revolution hat daher nie beabsichtigt, eine bestimmte Klasse des deutschen Volkes in den Besitz der Macht zu setzen, um eine andere auszuschalten, sondern im Gegenteil: Es war nur ihr Ziel, dem ganzen deutschen Volk durch ihre organisatorische Erfassung der Massen die Möglichkeit nicht nur einer wirtschaftlichen, sondern auch einer politischen Betätigung sicherzustellen. Sie beschränkt sich dabei allerdings auf die zu unserem Volk gehörigen Elemente und lehnt es ab, einer fremden Rasse Einfluß auf unser politisches, geistiges oder kulturelles Leben zu geben ober ihm eine wirtschaftliche Vorrangstellung einzuräumen. In dieser blut- mäßigen Verbundenheit unseres Volkes und in der durch den Nationalsozialismus erfolgten Erweckung des Verständnisses dafür, liegen die tiefsten Ursachen für das wunderbare Gelingen unserer Revolution. Vor diesem neuen gewaltigen Ideal verblaßten alle staatlichen, dnnastischen, stammesmäßigen, aber auch parteilichen Idole und Rückstände der Vergangenheit. Und als die symbolischen Zeugen deutscher Vergangenheit und damit deutscher Zerrissenbeit und deutscher Ohnmacht entfernt wurden, da geschah es nicht durch den Beschluß eines Komitees, das wie im Jahre 1918 ober 1919 — wenn möglich durch Preisausschreiben —, das neue Symbol des Reiches herauszufinden hatte, sondern durch die Flagge, die uns als Wahrzeichen der nationalsozialistischen Kampfzeit in die Erhebung hineinbegleitet hat und die nun seitdem zu Lande zu Wasser und in der Luft das Zeichen der Erhebung der Nation geworden ist! Wie sehr aber diesen Wechsel und diese Wandlung das deutsche Volk begriffen und in seiner Bedeutung erfaßt hak. wird durch nichts mehr e»chärtet als durch d i e Z u st i m - mutig, die die Ration uns seitdem so viele Male gegeben Hal. Denn von all jenen, die sich so oft und fo gerne bemühen, demokratischen Regierungen als vom Volk getragene Institutionen zum Unterschied der Diktaturen hinzustellen, hat keiner mehr Recht im Ramen seines Volkes zu reden als ich! Als das Ergbenis dieses Teiles der deutschen Revolution möchte ich folgendes fesiftellen: 1. Es gibt im deutschen Volk seitdem nur mehr einen Träger der Souveränität und dies ist das gesamte deutsche Volk selbst. 2. Der Wille dieses Volkes findet feinen Aus- druck in der Partei als der p 0 liti - fchen Organifalion dieses Volkes. 3. Es gibt entsprechend dem auch nur einen einzigen Gesetzgeber. 4. Es gibt nur eine Gewalt der Exekutive. Diese Umwälzung ist aber ebenfalls nur das Ergebnis der Durchführung eines Grundsatzes der nationalsozialistischen Lehre, daß nämlich der vernünftige Sinn und Zweck alles menschlichen Denkens und Handelns nicht in der Schaffung oder Erhaltung einer von Menschen ersonnenen Konstruktion, Organisation oder Funktion liegen kann, sondern nur in der Sicherung und Entwicklung des von der Vorsehung gegebenen volklichen Bausteines an sich- Daher wurde durch den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung das Volk als das Seiende und das Bleibende über jede Organisation, Konstruktion und Funktion gestellt. Sinn und Zweck der Existenz der von der Vorsehung erschaffenen Rassen vermögen wir Menschen weder zu erkennen noch festzustellen. Allem Sinn und Zweck der menschlichen Organisationen sowie aller Funktionen sind meßbar an ihrem Nutzen, den sie für die Erhaltung des bleibenden und seienden Volkes besitzen. Daher ist das Volk das Primäre. Partei, Staat, Armee, Wirtschaft, Justiz usw. sind sekundäre Erscheinungen, Mittel zum Zweck der Erhaltung dieses Volkes. Die Grundsätze derpartei wurden die Fundamente des neuen Reiches In eben dem Maße, in dem sie biefer Aufgabe gerecht werden, sind sie richtig und nützlich. Wenn sie dieser Aufgabe nicht genügen, sind sie schädlich und müssen entweder reformiert oder beseitigt und durch bessere ersetzt werden. Ich möchte an einigen Beispielen die Bedeutung dieser Grundsätze erläutern, die sie in dem Moment erhielten, da wir sie im praktischen Leben anzuwenden begannen. Es wird für viele erst dann verständlich werden, warum wir von einer nationalsozialistischen Revolution reden. Im Laufe einer langen Zeit ist teils durch Uebernahme fremden Gedankengutes, teils durch das Fehlen einer eigenen klaren Einsicht unferRechtslebenin eine Verwirrung geraten, die ihren prägnantesten Ausdruck fand in der Unklarheit über den inneren Zweck des Rechtes an sich. Zwei polare Extreme kennzeichnen diesen Zustand: 1. Die Auffassung, daß das Recht als solches seine eigene Existenzberechtigung in sich trage und daher überhaupt keinerlei Prüfung über die Nützlichkeit im einzelnen oder im aesamten finden soll. Das Recht bestehe, selbst wenn die Welt darüber zugrundeginge. 2. Die Auffassung, daß das Recht im wesentlichen berufen sei, den Schutz des Individuums in der Person und in seinem Eigentum zu übernehmen und zu sichern. Zwischen beiden meldete sich in verschämter Verbrämung die Vertretung größerer Gemeinschaftsinteressen zumeist nur als Konzession an die sogenannte Staatsräson an. Die nationalsozialistische Revolution hat demgegenüber dem Rechte, der Rechtswissenschaft sowohl als der Rechtsprechung einen eindeutigen kla- renAusgangspunkt gegeben: Es ist die Aufgabe der Justiz, mitzuhelfen an der Erhaltung und Sicherung des Volkes vor jenen Elementen, die sich als Asoziale entweder den gemeinsamen Verpflichtungen zu entziehen trachten oder sich an diesen gemeinsamen Interessen versündigen. Damit steht über der Person und der Sache auch im deutschen Rechtsleben von jetzt ab das Volk. Diel" kurze Feststellung führt in ihrer Berücksichtigung zu der größten Reform, die unser deutsches Rechtsleben und Rechtswesen bisher erlebt haben. Entsprechend dem Ausgangspunkt war die erste einschneidende Wirkung der Proklamierung nicht nur eines einzigen Gesetzgebers, sondern auch einer einzigen Rechtsausübung. Die zweite Maßnahme ist noch nicht abgeschlossen, wird aber in wenigen Wochen der Nation verkündet. In einem neuen deutschen Strafgesetzbuch erhält zum erstenmal aus dieser großen Gesamtperspektive heraus die deutsche Rechtspflege jene Grundlagen, die sie für alle Zeiten in den Dienst der deutschen Volkserhaltung stellen wird. Wie groß auch die Wirrnisse gewesen sind, die wir auf den einzelnen Lebensgebieten im Jahre 1933 vorfanden, so wurden sie doch noch übertroffen von dem Verfall der deutschen Wirtschaft. Wir fanden als Dokument dieser Katastrophe vor allem zwei Erscheinungen: 1. lieber sechs Millionen Erwerbslose, 2. einen ersichtlich zum Untergang bestimmten Bauernstand. Wie schwer diese Seite der deutschen Not damals empfunden wurde, können wir noch nachträglich daraus ermessen, daß ich mir gerade zur Behebung der Arbeitslosigkeit sowie zur Behinderung einer weiteren Vernichtung des deutschen Bauerntums die bekannte Zeit der vier Jahre ausgebeten hatte. Ich darf weiter hier feststellen, daß der Nationalsozialismus im Jahre 1933 nicht in irgendeine erfolgversprechende Handlung derer einbegriffen hat, sondern, daß die Partei mit der Führung des Reiches erst in dem Augenblick beauftragt wurde, als auch die letzte Möglichkeit einer anderen Rettung als gescheitert angesehen werden mußte, als insbesondere alle Versuche einer Behebung der wirtschaftlichen Not sich als Fehlschläge erwiesen hatten. Wenn ich heute nach vier Jahren vor das Angesicht des deutschen Volkes trete und auch vor Ihnen selbst, meine Abgeordneten, Männer des Deutschen Reichstages, Rechenschaft ablege, bann werden Sie mir und der nationalsozialistischen Regierung nicht die Bestätigung versagen, daß ich mein damaliges Versprechen eingelöst habe. Das Ergebnis der deutschen Revolution. Anschließend zeigte der Führer an Hand geschichtlicher Beispiele, wie Deutschland und das deutsche Volk schon sehr schwerer Katastrophen Herr geworden sind. Freilich — so fuhr der Führer fort — es waren immer männer notwendig, um die dann erforderlichen Maßnahmen zu treffen und sich ohne Rücksicht auf Verneiner oder Besserwisser durchzusehen. Ein Haufen parlamentarischer Angsthasen eignet sich allerdings schlecht zur Führung eines Volkes aus Rot und Verzweiflung! Ich hatte den festen Glauben und die heiligste lleberzeugung. daß die Ueberwin- dung der deutschen Wirtschafts-Katastrophe in dem Augenblick gelingen wird, in dem man an die Unverganglichkeit eines Volkes glaubt und der Wirtschaft die Rolle als Dienerinam Leben des Volkes zuweist, die ihr gebührt! Ich war kein Wirtschaftler, b. h. vor allem, ich bin in meinem Leben noch niemals Theoretiker gewesen. Ich habe aber leider gefunden, daß die schlimmsten Theoretiker sich gerade immer dort eingenistet haben, wo die Theorie gar nichts und das praktische Leben alles ist. Es ist selbstverständlich, daß sich auch im wirtschaftlichen Leden im Laufe der Zeit nicht nur bestimmte Erfahrungsgrundsätze ergeben haben, sondern auch bestimmte zweckmäßige Methoden. Allein alle Methoden sind zeitgebunden. Aus Methoden Dogmen machen wollen, heißt der menschlichen Fähigkeit und Arbeitskraft jene elastische Kraft nehmen, die sie allein in die Lage versetzt, wechselnden Anforderungen mit wechselnden Mitteln entgegenzutreten und ihrer so Herr zu werden. Der Versuch, aus wirtschaftlichen Methoden ein Dogma zu formulieren, wurde von vielen mit jener gründlichen Emsigkeit, die den deutschen Wissenschaftler nun einmal aus* zeichnet, betrieben und als Nationalökono* mie zum Lehrfach erhoben, und nur nach den Feststellungen dieser Nationalökonomie war Deutschland ohne Zweifel verloren. Es liegt im Wesen dabei aller Dogmatiker, sich auf das schärfste zu verwahren gegen ein neues Dogma, d. h. einer neuen Erkenntnis, die bann als Theorie abgetan wird. Seit 18 Jahren können wir das köstliche Schauspiel erleben, daß unsere wirtschaftlichen Dogmatiker in der Praxis auf f a ft allen Gebieten des Lebens widerlegt worden sind, allein nichtsdestoweniger die praktischen lieber* minder des wirtschaftlichen Zusammenbruchs als Vertreter ihnen fremder und daher falscher Theorien a b l e h n e n und verdammen. Sie kennen ja den bekannten Fall, in dem ein Kranker seinem Arzt begegnet, der ihm zehn Jahre vorher nur mehr für sechs Monate bas Leben zusagte und der nun seinem Erstaunen über die trotzdem durch einen anderen Arzt erfolgten Heilung nur dadurch Ausdruck verleihen konnte, daß er diese unter solchen Umständen als eine sichere Fehlbehandlung erklärte. Itt 'Mast im Dienst der Volksgemeinschaft. * Meine Abgeordneten! Die deutsche Wirtschaftspolitik, die der Nationalsozialismus im Jahre 1933 einleitete, geht auf einige grundsätzliche Erwägungen zurück. 1. In den Beziehungen zwischen Wirtschaft und Volk gibt es nur etwas Unveränderliches, und dies ist b a s Volk. Wirtschaftsbetätigung aber ist kein Dogma und wird nie ein solches fein. Es gibt keine Wirtschaftsauffassung oder Wirtschaftsansicht, die irgendwie Anspruch auf eine Heiligkeit erheben könnten. Entscheidend ist der Wille, der Wirtschaft stets die dienende Rolle dem Volke gegenüber zuzuweisen und dem Kapital die dienende Rolle gegenüber der Wirtschaft. Der Nationalsozialismus ist, wie wir wissen, der schärfste Gegner der liberalistischen Auffassung, daß die Wirtschaft für das Kapital da sei und das Volk für die Wirtschaft. Wir waren daher auch vom ersten Tage an entschlossen, mit dem Trugschluß zu brechen, daß etwa die Wirtschaft im Staate ein ungebundenes unkontrollierbares und unbeaufsichtigtes Eigenleben führen könnte. Eine freie, das heißt eine ausschließlich sich selbst überlassene Wirtschaft kann es heute nicht mehr geben. Nicht nur, daß dies etwa politisch untragbar wäre, nein, auch wirtschaft- l i ch würden unmögliche Zustände die Folge fein. So wie Millionen einzelne Menschen ihre Arbeit nicht nach ihren eigenen Auffassungen und Bedürfnissen einteilen ober ausüben können, so kann auch die gesamte Wirtschaft nicht nach eigenen Auffassungen oder im Dienste eigensüchtiger Interessen tätig sein. Denn sie ist auch nicht in der Lage, die Konsequenzen eines Fehlschlages heute noch selbst zu tragen. Die moderne Wirtschafksentwicklung konzentriert ungeheure Arbeitermafsen auf bestimmte Er- werbszweige und in bestimmte Gebiete. Reue Erfindungen oder der Vertust der Absatzmärkte können mit einem Schlage ganze Industrien zum Erliegen bringen. Der Unternehmer kann ja vielleicht die Tore seiner Fabriken schließen, er wird möglicherweise versuchen, seinem Tätigkeitsdrang ein neues Feld zu öffnen. Er wird auch zumeist nicht fo ohne weiteres zugrunde gehen, und außerdem handelt es sich hier nur um wenige Einzelwesen. Diesen gegenüber aber stehen hunderttausende Arbeiter mit ihren Weibern und mit ihren Kindern! wer nimmt sich ihrer an und wer sorgt für sie?: Die Volksgemeinschaft. Jawohl! Sie muh cs tun. Allein, geht es dann an, der Volksgemeinschaft nur d i e Verantwortung für die Katastrophe der Wirtschaft aufzubürden, ohne den Einfluß und die Verantwortung f ü r jeden Einsatz und für jene Heber- wachung der Wirtschaft, die die Katastrophe zu vermeiden geeignet find? Meine Abgeordneten! Als die deutsche Wirtschaft im Jahre 1932/33 endgültig zum Erliegen zu kommen schien, da wurde mir mehr noch als in früheren Jahren folgendes klar: Die Rettung unseres Volkes ist nicht ein Problem der Finanzen, sondern ausschließlich ein Problem der Verwen - düng und des Einsatzes unserer vorhandenen Arbeitskraft einerseits und der Ausnutzung des vorhandenen Bodens und der Bodenschätze anderseits. Es ist damit zu allererst ein Organisationsproblem. Es handelt sich daher auch nicht um Phrasen, wie z. B. Freiheit der Wirtschaft, sondern es handelt sich darum, durch alle vorhandenen Maßnahmen der Arbeitskraft die Möglichkeit einer produktiven Betätigung zu geben. Solange die Wirtschaft, d. h. die Gesamtsumme der eigenen Unternehmer dies aus Eigenem fertigbringt, ist es gut. Wenn sie dies aber nicht mehr können, dann ist die Volksgemeinschaft, d. h. in diesem Falle der Staat verpflichtet, ihrerseits für den Einsatz der vorhandenen Arbeite fräfte zum Zwecke einer nützlichen Produktion Sorge zu tragen bzw. die dazu nötigen Maßnahmen zu treffen. Und hier kann derStaat alles tun, nur etwa nicht, nämlich — wie dies der Fall war — über 1 2 000 Millionen Arbeitsstunden Jahr für Jahr einfach verloren gehen lassen! Denn die Volksgemeinschaft lebt nicht von dem fiktiven Wert des Geldes, sondern von der realen Produktion, die dem Gelbe erst seinen Wert verleiht. Diese Produktion ist die Deckung einer Währung und nicht eine Bank oder ein Tresor voll Gold! Und wenn ich diese Produktion steigere, erhöhe ich das Einkommen meiner Mitbürger wirklich, und indem ich sie senke, vermindere ich das Einkommen, ganz gleich, welche Löhne ausbezahlt werden. Und meine Abgeordneten! Wir haben in diesen vier Jahren die deutsche Produktion auf allen Gebieten außerordentlich erhöht. Und die Steigerung dieser Produktion kommt den deutschen Menschen und ihrer Gesamtheit zugute. Denn wenn heute z. B. unzählige Millionen Tonnen Kohle mehr gefördert werden, dann dienen sie nicht etwa dazu, um ein paar Millionären die Zimmer auf ein paar tausend Grad zu erhitzen, sondern um Millionen deutscher Volksgenossen die auf sie treffende Quote erhöhen zu können. So hat die nationalsozialistische Revolution durch den Einsatz einer früher brachliegenden Millionenmasfe deutscher Arbeitskraft eine so gigantische Steigerung der deutschen Produktion erreicht, daß der Erhöhung unseres allgemeinen Rationaleinkommens derfachlicheGegen- wert gesichert ist! Und nur dort, wo wir diese Steigerung aus Gründen, deren Behebung außerhalb unseres Bemühens liegt, nicht durchführen können, find von Zeit zu Zeit Verknappungen eingetreten, die aber in keinem Verhältnis stehen zu dem Gesamtersolg der national- sozialistischen Wirkschaftsschlacht. Den gewaltigsten Ausdruck findet diese planmäßige Lenkung unserer Wirtschaft in d-"- A u f st e l l u n g des Vierjahresplanes. Durch ihn wird besonders für die aus der Rüstungsindustrie wieder zurückftrömenden Massen der deutschen Arbeiterschaft eine dauernde Beschäftigung im inneren Kreislauf unserer Wirtschaft sichergestellt. Es ist jedenfalls ein Zeichen dieser gewaltigsten wirtschaftlichen Entwicklung unseres Volkes, daß wir heute auf vielen Gebieten nur sehr schwer gelernte Arbeiter zu bekommen vermögen. Ich begrüße dies aber aus dem Grunde, weil dadurch mitgeholfen wird, die Bedeutung des Arbeiters als Mensch und als Arbeitskraft in das richtige Licht zu setzen und weil dadurch — wenn auch aus anderen Motiven heraus — die soziale Tätigkeit der Partei und ihrer Verbände auf leichteres Verständnis stößt und eine stärkere und willigere Unterstützung erfährt. So wie wir die Aufgaben der Wirtschaft in einem so hohen volklichen Sinn verstehen, wird von selbst die frühere Trennung in Arbeitgeber und Arbeitnehmer hinfällig. Auch der neue Staat wird und will nicht Unternehmer sein. Er wird nur öen Einsatz der Arbeitskraft der Nation insoweit regeln, als es zum Nutzen aller notwendig ist. Und er wird den Arbeitsprozeß nur soweit beaufsichtigen, als es im Interesse aller Beteiligten sein muß. Er wird dabei unter keinen Umständen versuchen, das wirtschaftliche Leben zu verbeamten. Jede wirkliche und praktische Initiative kommt in ihrer wirtschaftlichen Auswirkung allen Volksgenossen zugute. Der Wert eines Erfinders oder eines erfolgreichen wirtschaftlichen Organisators ist im Augenblick oft für die gesamte Volksgemeinschaft gar nicht abzuschätzen. Es wird in der Zukunft erst recht eine Aufgabe der nationalsozialistischen Erziehung sein, allen unseren Volksgenossen ihren gegenseitigen Wert klar zu machen. Dem einen'zu zeigen, wie unersetzbar der deutsche Arbeiter ist, den deutschen Arbeiter aber auch zu belehren, wie unersetzbar der Erfinder und der wirkliche Wirtschaftsführer sind. Daß in einer Sphäre solcher Auffassungen weder Streik noch Aussperrung geduldet werden können, ist klar. Der nationalsozialistische Staat kennt kein wirtschaftliches Faustrecht, lieber den Interessen aller Kontrahenten steht das Gesamtinteresse der Nation, d. h. unseres Volkes! Die praktischen Ergebnisse dieser unserer Wirtschaftspolitik sind Ihnen bekannt. Ein ungeheurer Schaffensdrang geht durch unser Volk. Ueberall entstehen gewaltige Werke der Produktion und des Verkehrs. Der deutsche Handel ist in einem Aufblühen begriffen wie nie zuvor. Während in anderen Ländern fortgesetzte Streiks oder Aussperrungen die Stetigkeit der nationalen Produktionen erschüttern, arbeitet in unferem Volk die Millionenmasse aller Schaffenden nach dem höchsten Gesetz, das es für sie auf dieser Welt gibt, nach dem Gesetz der Vernunft. Wenn es uns in diesen 4 Jahren gelungen ist, die wirtschaftliche Rettung unseres Volkes durchzuführen, fo wissen wir, daß die Ergebnisse dieser wirtschaftlichen Arbeit in Stadt und Land auch g e - sichert werden müssen. Die erste Gefahr droht den Merken der menschlichen Kultur zunächst stets aus den eigenen Reihen, dann nämlich, wenn zwischen der Größe der menschlichen Leistungen und der Einsicht der sie schäftenden, erhaltenden und betreuenden Volksgenossen kein inneres Verhältnis mehr besteht. Die nationalsozialistische Bewegung hat dem Staate die Richtlinien für die Erziehung unseres Volkes gegeben. Diese Erziehung beginnt nicht in einem gewissen Jahr und endet nicht in einem anderen. Die menschliche Entwicklung brachte es mit sich, daß von einem bestimmten Zeitpunkt an die Weiterbildung des Kindes aus der Obhut der engsten Zelle des Gemeinschaftslebens der FamMe genommen und der Gemeinschaft selbst anoertraut werden muß. Die nationalsozialistische Revolution hat dieser Gemeinschaftserziehung bestimmte Aufgaben gestellt und sie vor allem unabhängig gemacht von Lebens- •Itern, das heißt die Belehrung des einzelnen Menschen kann niemals ein Ende finden! Es ist daher die Aufgabe der Volksgemeinschaft, dafür zu sorgen, daß diese Belehrung und Weiterbildung stets im Sinne ihrer Interessen, d. h. der Erhaltung des Volkes liegt. Wir können deshalb auch nicht zugeben, daß irgendein taugliches Mittel für diese Volksausbildung und Erziehung von dieser Gemeinschaftsoerpflichtung ausgenommen werden könnte. Jugenderziehung, Hitler-Jugepd, Arbeitsdienst, Partei, Wehrmacht, sie sind alle Einrichtungen dieser Erziehung und Bildung unseres Volkes. Das Buch, die Zeitung, der Vortrag, die Kunst, das Theater, der Film, sie sind alle Mittel dieser Volkserziehung. was die nationalsozialistische Revolution auf diesen Gebieten geleistet hat, ist gewaltig. Bedenken. Sie allein folgendes: Unser ganzes deutsches Erziehungswesen einschließlich der Presse, des Theaters, des Films, der Literatur, wird heute ausschließlich von deutschen Volksgenossen geleitet und gestaltet, wie oft konnten wir früher nicht hören, daß die Entfernung des Judentums aus diesen Institutionen zum Zusammenbruch oder ihrer Verödung führen mühtet Und was ist nun eingetreten? Auf all diesen Gebieten erleben wir ein ungeheures Aufblühen des kulturellen und künstterischen Lebens. Unsere Filme sind besser als je zuvor, unsere Theateraufführungen stehen heute in unseren Spihen- bühnen auf einer einsamen Welthöhe; unsere Presse ist ein gewaltiges Instrument im Dienste der Selbstbehauptung unseres Volkes geworden und hilft mit, die Ration zu stärken; die deutsche Wissenschaft ist erfolgreich tätig, und gewaltige Dokumente unseres schöpferischen Bauwillens werden einst von dieser neuen Epoche zeugen! Es ist eine unerhörte Immunisierung des deutschen Volkes erreicht worden gegenüber all den zersetzenden Tendenzen, unter denen eine andere Welt zu leiden hat. Manche unserer Einrichtungen, die noch vor wenigen Jahren nicht verstanden worden sind, kommen uns heute schon als selbstverständlich vor. Jungvolk, Hitlerjugend, BDM., Frauenschaft, Arbeitsdienst, SA., SS., NSKK. und vor allem die Arbeitsfront in ihrer gewaltigen Gliederung sind Steine des stolzen Baues unseres Dritten Reiches. Dieser Sicherung des inneren Lebens unseres deutschen Volkes mußte zur Seite treten die Sicherung nach außen. Und hier, meine Abgeordneten und Männer des Deutschen Reichstages, glaube ich, hat die nationalsozialistische Erhebung das größte Wunder ihrer Leistungen vollbracht! Als ich vor vier Jahren mit der Kanzlerschaft und damit mit der Führung der Nation betraut wurde, übernahm ich die bittere Pflicht, ein Volk wieder zur Ehre zurückzuführen, das 15 Jahre lang das Leben eines Aussätzigen unter den anderen Nationen zu führen gezwungen worden war. Die innere Ordnung des deutschen Volkes schuf mit die Voraussetzung zum Wiederaufbau des deutschen Heeres, und aus beiden zugleich erwuchs die Möglichkeit, jene Fesseln abzu- streisen, die wir als tiefstes Schandmal empfanden, das jemals einem Volk aufgebrannt worden war. Ich habe, am heutigen Tage diesen Prozeß abschließend, nur wenige Erklärungen zu geben. Erstens: Die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung war ein ausschließlich Deutschland selb st berührender und es betreffender Vorgang, wir haben keinem Volk dadurch etwas genommen und keinem Volk damit ein Leid zugefügt! Zweitens: Ich verkünde Ihnen, daß ich im Sinne der Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung die Deutsche Reichsbahn und die Deutsche Reichsbank ihres bisherigen Lharakkers entkleiden und restlos unter die Hoheit der Regierung des Reiches stellen werde. Drittens: Ich erkläre hiermit, daß damit jener Teil des Versailler Vertrages feine natürliche Erledigung gefunden hat, der unserem Volke die Gleichberechtigung nahm und es zu einem minderwertigen Volke degratierte. Viertens: Ich ziehe damit vor allem aber die deutsche Unterschrift feierlichst zurück unter jener damals einer schwachen Regierung wider deren besseres wissen abge- prehten Erklärung, daß Deutschland d i e Schuld am Kriege besitze! Meine Abgeordneten, Männer des Deutschen Reichstags! Diese Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes, die ihren äußerlich sichtbarsten Ausdruck fand in der Einführung der Wehrpflicht, Schaffung einer neuen Luftwaffe, dem Wiederaufbau einer deutschen Kriegsmarine, der Wiederbesetzung des Rheinlandes durch unsere Truppen, war d i e schwer st e und wagemutigste Aufgabe und Arbeit meines Lebens. Ich muß an diesem Tage demutsvoll der Vorsehung danken, deren Gnade es mir, dem einstigen Soldaten des Weltkrieges, gelingen ließ, unserem Volke damit wieder seine Ehre und Rechtschaffenheit zurückzuerkämpfen! Alle die hierzu notwendigen Maßnahmen waren leider nicht auf dem Wege von Verhandlungen zu erreichen. Aber abgesehen davon: Die Ehre eines Volkes kann überhaupt nicht ausgehandelt, sondern sie kann nur genommen werden; so wenig man sie ihm weghandeln, sondern auch nur nehmen kann! Daß ich die notwendigen Handlungen tat, ohne unsere früheren Gegner im einzelnen zu befragen oder auch nur zu verständigen, hatte aber auch seinen Grund in der Erkenntnis, das so oder so notwendige Hinnehmen unserer Entscheidung der anderen Seite dadurch nur erleichtert zu haben. Im Übrigen will ich diesen Erklärungen nun aber noch eine weitere anschließen, nämlich, daß damit d i e Zeit der sogenannten Ueberraschun- gen abgeschlossen ist. Als gleichberechtigter Staat wird Deutschland, seiner europäischen Aufgabe bewußt, in loyaler Weise Mitarbeiten an der Behebung der Probleme, die uns und die anderen Nationen bewegen! Wenn ich nun zu diesen allgemeinen Fragen der Gegenwart Stellung nehme, dann geschieht es vielleicht am zweckmäßigsten in Anlehnung an jene Aeußerungen, die vor kurzem im englischen Unter-1 haus durch Mister Eden gemacht worden sind. Denn in ihnen ist auch im wesentlichen enthalten,1 was zum Verhältnis Deutschlands zu Frankreich zu sagen ist. Ich möchte an dieser Stelle meinen wirklichen Dank aussprechen für die Möglichkeit einer Antwort, die mir geboten wurde durch die so freimütigen wie bemerkenswerten Ausführungen des Herrn englischen Außenministers. Ich habe diese Ausführungen, wie ich glaube, genau und richtig gelesen. Ich will mich natürlich nicht in Details verlieren, sondern ich möchte versuchen, die großen Gesichtspunkte der Rede Mister Edens herauszugreifen, um meinerseits sie entweder zu klären oder zu beantworten. Ich will dabei zuerst versuchen, einen, wie es mir scheint, sehr bedauerlichen Irrtum richtig zu stellen, nämlich den Irrtum, daß Deutschland irgendeine Absicht habe, sich zu isolieren, an den Geschehnissen der übrigen Welt teilnahmslos vorbeizugehen oder daß es etwa keine Rücksicht auf allgemeine Notwendigkeiten nehmen wolle. Worin soll die Auffassung, Deutschland treibe eine Jsolierungspolitik, ihre Begründung finden? Soll diese Annahme der Isolierung Deutschlands gefolgert werden aus vermeintlichen deutschen Absichten, dann möchte ich dazu folgendes bemerken: Ich glaube überhaupt nicht, daß jemals ein Staat die Absicht haben konnte, sich bewußt an den Vorgängen der übrigen Welt als politisch desinteressiert zu erklären. Besonders dann nicht, wenn diese Welt so klein ist, wie das heutige Europa. Ich glaube, daß, wenn wirklich ein Staat zu einer solchen Haltung Zuflucht nehmen muß, er es bann höchstens unter demZwang eines i h m selbst aufoktroyierten fremden Willens tun wird. Ich möchte Herrn Minister Eden hier zunächst versichern, daß wir Deutsche nicht im gering ft en isoliertseinwollen und uns auch garnicht als isoliert fühlen. Deutschland hat in den letzten Jahren eine ganze Anzahl politischer Beziehungen aufgenommen, wieder angeknüpft, verbessert und mit einer Reihe von Staaten ein — ich darf wohl sagen — enges freundschaftliches Verhältnis hergestellt. Unsere Beziehungen in Europa sind von uns aus gesehen z u den meisten Staaten normale, zu einer ganzen Anzahl von Staaten sehr freundschaftliche. Ich stelle hier an die Spitze die ausgezeichneten Beziehungen, die uns vor allem mit jenen Staaten verbinden, die aus ähnlichen Leiden wie wir zu ähnlichen Folgerungen gekommen sind. Durch eine Reihe von Abkommen haben wir frühere Spannungen beseitigt und damit wesentlich zu einer Verbesserung der europäischen Verhältnisse beigetragen. Ich erinnere nur an unsere Abmachung mitPolen, die beiden Staaten zum Vorteil gereicht, an unsere Abmachungen mit Oesterreich, an unsere ausgezeichnete und enge Beziehung zuItalien, an unsere freundschaftlichen Beziehungen zu U n - g a r n , Jugoslawien, zu Bulgarien, zu Griechenland, zu Portugal, zu Spanien usw., und endlich aber auch an die nicht minder herzlichen Beziehungen zu einer ganzen Reihe von Staaten außerhalb Europas. Die Abmachung, die Deutschland mit Japan zur Bekämpfung der Kominternbewegung getroffen hat, ist ein lebendiger Beweis dafür, wie wenig die deutsche Regierung daran denkt, sich zu isolieren, und wie wenig sie sich daher auch selbst als isoliert fühlt. keinerlei etreitounfte iwt Frankreich. 3m übrigen habe ich öfter als einmal den Wunsch und die Hoffnung ausgesprochen, mit allen unfern Nachbarn zu einem ähnlich guten und herzlichen Verhältnis zu kommen. Deutschland hat, und ich wiederhole dies hier feierlich, immer wieder versichert, daß es z. V. zwischen ihm und Frankreich überhaupt keinerlei menschlich denkbare Streitpunkte geben kann. Die deutsche Regierung hat weiter Belgien und Holland versichert, daß sie bereit ist, diese Staaten jederzeit als unantastbare Gebiete anzuerkennen und zu garantieren. 3ch sehe angesichts all der von uns früher gegebenen Erklärungen und des tatsächlichen Zustandes nicht recht ein, wieso also Deutschland sich isoliert fühlen soll oder gar eine Isolierungspolitik betriebe. Allein auch wirtschaftlich gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, zu behaupten, daß Deutschland sich der internationalen Zusammenarbeit etwa entzöge. Es ist ja doch wohl umgekehrt. Wenn ich so die Rede mancher Staatsmänner in den letzten Monaten übersehe, dann kann nur zu leicht aus ihnen der Eindruck entstehen, als ob etwa eine ganze Welt darauf warte, Deutschland mit wirtschaftlichen Gefälligkeiten zu überschwemmen und nur wir verstockte Jsolierungspolitiker an diesen Genüssen nicht teilnehmen wollten. Ich möchte zur Richtigstellung dessen ein paar ganz nüchterne Tatsachen anführen: 1. Seit Jahr und Tag müht sich bas beutsche Volk ab, mit seinen Nachbarn bessere Han- Am Vierjchresplan Ich befürchte allerbings, den Worten MisterEdens entnehmen zu müssen, baß er als ein Element der Ablehnung internationaler Beziehungen von feiten Deutschlands die Durchführung des deutschen Vierjahresplanes ansieht. Ich möchte daher darüber keinen Zweifel aufkommen lassen, daß der Entschluß, diesen Plan durchzuführen, keine Aenderung zuläßt. Die Gründe, die uns zu diesem Entschluß veranlaßten, waren zwingende. Und ich habe in der letzten Zeit nichts entdecken können, was uns irgendwie von der Durchführung dieses Entschlusses hätte abzubringen vermögen. Ich nehme nur ein praktisches Beispiel: Die Durchführung des Vierjahresplanes wird durch die synthetische Erzeugung von Benzin und Gummi allein eine jährliche M e h r f ö r b e r u n g von 20 bis 30 Millionen Tonnen Kohle in unserem Lande sicherstellen! Das heißt aber, die Beschäftigung von vielen Zehntausenden von Kohlenbergarbeitern für die ganze Zukunft ihres Lebens. Ich muß mir wirklich die Frage erlauben, welcher Staatsmann würde in der Lage fein, mir im Falle der Nichtdurchführung des deutschen Vierjahresplanes die Abnahme von 20 bis 30 Millionen Tonnen Kohle durch irgendeinen anderen Wirtfchaftsfaktor außerhalb des Reiches zu garantieren? Und darum handelt es sich. 3d) will Arbeit und Brot für mein Volk, und zwar nicht vorübergehend durch die Gewährung meinetwegen von Krediten, sondern durch einen foliden, dauernden Produktionsprozeß, den ich entweder in Austausch bringen kann mit Gütern der anderen Welt oder in Austausch bringen muh mit eigenen Gütern im Kreislauf unserer eigenen Wirtschaft. Wenn Deutschland heute durch irgend eine Manipulation diese 20 oder 30 Millionen Tonnen Kohle in der Zukunft auf den Weltmarkt werfen wollte, fo würde dies doch nur dazu führen, daß andere Länder ihre bisherige Kohlenausfuhr vermutlich senken mühten. 3d) weih nicht, ob ein englischer Staatsmann z. V. ernstlich eine solche Möglichkeit für fein Volk ins Auge fassen könnte. Dies aber ist das Entscheidende. Denn Deutschland hat eine ungeheure Zahl von Menschen, die nicht nur arbeiten, sondern auch essen wollen. Auch der übrige Lebensstandard ist ein hoher. 3ch kann die Zukunft der deutschen Ration nicht aufbauen auf den Versicherungen eines ausländischen Staatsmannes über irgend eine internationale Hilfe, sondern ich kann sie nur aufbauen auf realen Grundlagen einer laufenden Produktion, die ich entweder im 3nncren oder nach außen abfehen muh! Und hier unterscheide ich mich vielleicht in meinem Mißtrauen von den optimistischen Ausführungen des englischen Außenministers. Wenn Europa nämlich nicht aus dem Taumel seiner bolschewistischen Infektionen erwacht, bann fürchte ich, wirb ber internationale Handel trotz allem guten Willen einzelner Staatsmänner nicht delsverträge und damit einen regeren Güteraustausch zu erreichen. Und diese Bemühungen waren auch nicht vergeblich, denn tatsächlich ist der deutsche Außenhandel seit dem Jahre 1932 sowohl dem Volumen als auch dem Werte nach nicht kleiner, sondern größer geworden. Dies widerlegt am schärfsten die Meinung, daß Deutschland eine wirtschaftliche Jsolierungspolitik betriebe. 2. Ich glaube aber nicht, daß es eine wirtschaftliche Zusammenarbeit ber Völker auf einer anberen Ebene, unb zwar von Dauer geben kann als auf der eines gegenseitigen Waren- unb Güteraustausches. Kreditmanipulationen können vielleicht für den Augenblick ihre Wirkung aus» üben, auf die Dauer aber werden die wirtschaftlichen internationalen Beziehungen immer bedingt sein durch den Umfang des gegenseitigen Warenaustausches. Unb hier ist es ja nun nicht so, baß die andere Welt etwa mit ungeheuren Aufträgen oder Perspektiven einer Steigerung des wirtschaftlichen Austauschverkehrs aufzuwarten in der Lage wäre dann, wenn ich weiß nicht was für Voraussetzungen erfüllt sein würden. Man soll die Dinge wirklich nicht mehr komplizieren, als sie es an sich sind. Die Weltwirtschaft krankt nicht daran, daß Deutschland sich etwa an ihr nicht beteiligen will, sondern sie krankt daran, daß in die einzelnen Produktionen der Völker sowohl als auch in deren Beziehungen zueinander eine Unordnung gekommen ist. Beides hat nicht Deutschland verschuldet. Am wenigsten das heutige nationalsozialistische Deutschland. Denn als wir zur Macht kamen, war die Weltwirtschaftskrise noch schlimmer als heute. wird nicht gerüttelt. zu- sondern eher abnehmen. Denn dieser Handel baut sich nicht nur auf der ungestörten und damit gesicherten Produktion eines einzelnen Volkes auf, sondern auf der Produktion aller Völker. Zunächst aber steht nur das eine fest, daß jede bolschewistische Erschütterung zwangsläufig zu einer mehr oder weniger lange andauernden Vernichtung einer geordneten Produktion führt. Unb ich kann baher bie wirtschaftliche Zukunft Europas leider nicht so optimistisch beurteilen, wie dies ersichtlich Minister Eden tun zu können glaubt. Ich bin der verantwortliche Leiter des deutschen Volkes unb habe nach bestem Wissen und Gewissen seine Interessen auf dieser Welt wahrzunehmen. Ich bin daher auch verpflichtet, die Dinge so einzuschätzen, wie ich sie eben mit meinen Augen glaube sehen zu können. Ich könnte niemals einen Freispruch vor der Geschichte meines Volkes erhalten, wenn ich — ganz gleich aus welchen Gründen etwas versäumen würde, was zur Forterhaltung dieses Volkes notwendig ist. Ich bin glücklich, und wir alle sind es, über jede Steigerung unseres Außenhandels. Allein ich werde angesichts der ungeklärten politischen Lage nichts versäumen, was dem deutschen Volk die Lebensexistenz auch bann noch garantieren wird, wenn andere Staaten vielleicht das Opfer der bolschewistischen Infektion geworden sein werden. Ich muß es auch ablehnen, daß diese Auffassung einfach als eine Ausgeburt einer blassen Phantasie abgetan wird. Denn zunächst steht doch folgendes fest: Der Herr englische Außenminister eröffnet uns theoretische Lebensperspektiven, während z. B. in der Praxis sich ganz andere Vorgänge abspielen. Z. B. die Revolutionierung Spaniens hat 15 000 Deutsche aus diesem Lande vertrieben und unserem Handel einen schweren Schaden zugefügt. Sollte diese Revolutionierung Spaniens auf andere europäische Staaten übergreifen, bann würde dieser Schaden nicht vermindert, fondern vergrößert werden. Ich muß aber nun einmal als verantwortlicher Staatsmann auch mit solchen Möglichkeiten rechnen. Es ist daher mein unabänderlicher Entschluß, bie deutsche Arbeitskraft so ober so nützlich für bie Erhaltung meines Volkes anzusetzen. Wir werden jede Möglichkeit wahrnehmen, dessen kann Herr Mmister Eden versichert sein, unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu den anderen Völkern zu stärken, aber ebenso auch jede Möglichkeit, den inneren Kreislauf unserer Wirtschaft zu verbessern unb zu vertiefen! . Sollte aber — ich muß auch dies untersuchen — die Ursache für die Meinung, Deutschland treibe eine Jsolierungspolitik, unser Austritt aus dem Völkerbund sein, dann möchte ich doch darauf Hinweisen, daß die Genfer Liga niemals ein wirklicher Bund aller Völker war, daß eine Anzahl großer Nationen ihr entweder überhaupt nicht angehörte oder schon vor uns den Austritt vollzogen hatte, ohne baß beshalb jemand behaupten wird, diese trieben eine Jjolierungspolitik. Ich glaube also, baß Mister Eben in biessm Punkte bie beutschen Absichten und unsere Auffassungen sicherlich verkennt. Denn nichts liegt uns ferner als, (ei es politisch oder wirtschaftlich,' die Beziehungen zur anderen Welt abzubrechen ober auck nur zu vermindern. Im Gegenteil, das umgekehrte ist richtiger. 3d) fjabe so oft versucht, zu einer V e r st ä n b i- g u n g in Europa einen Beitrag zu leisten unb habe besonders oft bem englischen Volke unb feiner Regierung versichert, wie sehr wir eine aufrichtige unb herzliche Zusammenarbeit mit ihnen wünschen, unb zwar wir alle, bas ganze beutsche Volk, unb nicht zuletzt ich selbst! Ich gebe aber zu. bah in einem Punkt eine tatsächliche unb wir mir scheint, unüberbrückbare Verschiebenheit zwischen den Auffassungen des englischen Außenministers unb unseren besteht. Mr. Eben betont, baß bie britische Regierung unter keinen Umständen wünsche. Europa in zwei hä 1 f - ten zerrissen zu sehen. Ich glaube, diesen Wunsch hatte wenigstens früher anscheinend in Europa niemand, heute ist dieser Wunsch nur eine Illusion. Denn tatsächlich ist die Zerreißung in zwei Hälften nicht nur Europas, sondern der Welt eine vollzogene Tatsache. Es ist bedauerlich, daß die britische Regierung nicht schon früher ihre heutige Auffassung vertreten hat, daß eine Zerreißung Europas unter allen Umständen vermieden werden müise, denn dann wäre es nie zum Versailler Vertrag gekommen. Dieser Vertrag hat tatsächlich die e r ft e Zerreißung Europas eingeleitet: nämlich die Aufteilung der Nationen in Sieger und Besiegte und damit Rechtlose. Niemand hat mehr unter dieser Zerreißung Europas zu leiden gehabt, als das deutjche Volk. Daß wenigstens dieser Riß, soweit Deutschland in Frage kommt, wieder beseitigt wurde, ist im wesentlichen das Verdienst der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland und damit irgendwie wohl auch mein eigenes! Die zweite Zerreißung erfolgte durch die Proklamation der bolschewistischen Lehre, deren integrierender Bestandteil es ist, sich nicht auf ein Volk zu beschränken, sondern allen Völkern aufgezwungen zu werden. Es handelt sich hier nicht um eine besondere Form des arteigenen Lebens etwa des russischen Volkes, sondern es handelt sich um den bolschewistischen Welt- revolutionsanspruch. Wenn Herr Minister Eden den Bolschewismus nicht so sehen will wie wir ihn sehen, dann mag dies vielleicht mt der Lage Großbritanniens in Zusammenhang stehen, vielleicht auch mit sonstigen Erfahrungen, die uns unbekannt sind auf diesem Gebiete. Allein ich glaube, man kann uns, die wir über diese Dinge nicht als Theoretiker sprechen, auch nicht die Aufrichtigkeit der Ueberzeugung bestreiten. Für Herrn Eden ist der Bolschewismus vielleicht ein Ding, das in Moskau sitzt, für uns ist dieser Bolschewismus aber eine Pest, gegen die wir uns in Deutschland selbst blutig zur Wehr setzen mußten. Eine Pest, die es versucht hat, aus unserem Lande dieselbe Wüste w machen, wie es in Spanien der Fall ist. die dieselben Geiselerschießungen anfing, wie wir es in Spanien erleben! Nicht der Nationalsozialismus hat seine Berührung mit dem Bolschewismus in Rußland gesucht, sondern der jüdisch-imer- nationale Moskauer Bolschewismus versuchte, nach Deutschland einzudringen! Und diesem Versuch gegenüber haben wir in schwerem Kampf nicht nur die Kultur unfers Volkes, sondern vielleicht auch die von ganz Europa m^tbe» Haupte! und verteidigt. Wenn *n den Januar- und Februartagen des Jahres 1933 in der letzten Entscheidungsschlacht Deutschland gegenüber dieser Barbarei unterlegen wäre, und das bolschewistische Trümmer- und Leichenfeld sich über Mitteleuropa ausgebreitet haben würde, hätte man viel- leicht auch an derThemse andere Austassun- gen über das Wesen dieser furchtbarsten Menschheitsgefahr erhalten. Denn nachdem England ohnehin am Rheine verteidigt werden muß, würde es sich jetzt wohl schon in engster Berührung mit jener harmlosen demokratischen Moskauer Welt befinden, deren Ungefährlichkeit uns immer so warm emzu- reden versucht wird. 3d) möchte daher hier noch einmal in aller Form folgendes erklären: Der Bolschewismus ist eine Lehre der Weltrevolution, d. h. der D e l t z e r st o r u n g. Diese Lehre als einen gleichberechtigten Lebensfaktor in Europa aufnehmen, heißt ihm Europa ausliefern. 3n- ioweit andere Völker sich der Berührung mit dieser Gefahr auszufetzen belieben, unterliegt keiner deutschen Stellungnahme. 3nsoweit aber Deutschland selbst in Frage kommt, möchte ich keinen Zweifel darüber lassen, daß wir erstens im Bolschewismus eine unerträgliche Deltgefahr erblicken und Zweitens. daß wir diese Gefahr von unserem Volke mit allen Mitteln fernzuhalten versuchen und drittens, daß wir uns bemühen, das deutsche Volk gegen diese 3nfektion so gut wie möglich immun zu machen. Dazu gehört es auch, daß wir jede engere Beziehung mit den Trägern dieser Giftbazillen vermeiden und daß wir insonderheit nicht gewillt sind, dem deutschen Volke das Auge für diese Gefahr dadurch zu trüben, daß wir selbst über die notwendigen staatlichen Beziehungen hinaus engere Verbindungen damit aufnehmen. Ich halte die bolschewistische Lehre für das größte Gift, das einem Volk gegeben werden kann. Ich wünsche daher, daß mein eigenes Volk mit dieser Lehre in keine Berührung kommt. Ich will aber dann als Bürger dieses Volkes auch selbst nichts tun, was ich bei meinen Mitbürgern verurteilen muß. Ich verlange vom deutschen Arbeiter, daß er keinen Verkehr und Umgang mit diesen internationalen Schädlingen betreibt, und er soll aber auch mich niemals mit ihnen pofulieren oder zechen sehen. Jrn übrigen würde jede weitere deuÜche vertragliche Verbindung mit dem derzeitigen bolschewistischen Rußland für uns gä nzlich wertlos sein. Weder wäre es denkbar, daß nationalsozialistische Deutsche jemals zum Schutz des Bolschewismus eine Hilfspflicht erfüllten, noch wollten wir selbst von einem bolschewistischen Staat eine Hilfe entgegennehmen. Denn ich fürchte, daß jedes Volk, dem eine solche Hilfe zuteil wird, daran seinen Untergang findet. Ich möchte weiter hier aber auch gegen die Auffassung Stellung nehmen, als könnte der Völkerbund als solcher im Falle der Not, ja durch seine Hilfe rettend den einzelnen Mitgliedsstaaten unter die Arme greifen. Nein, daran glaube ich nicht. Herr Minister Eden erklärte in feinen letzten Ausführungen, daß das Entscheidende die Taten und nicht die Reden seien. Ich darf aber darauf Hinweisen, daß das entscheidende Merkmal des Völkerbundes bisher weniger Taten als vielmehr gerade die Reden gewesen sind. Ausgenommen den einzigen Fall, da es vielleicht besser gewesen wäre, es beim Reden bewenden zu lassen. Und dieses einzige Mal ist darüber hinaus — wie vorauszusehen — der Tat der Erfolg versagt geblieben. So wie ich daher wirtschaftlich gezwungen bin, die eigene Kraft und eigenen Möglichkeiten zur Erhaltung meines Volkes in erster Linie in Rechnung zu stellen, so bin ich dies auch politisch. Und gerade daran tragen wir wahrhaftig keine Schuld. Ich habe dreimal sehr konkrete Ange b o t e zu einer Rüstungsbeschränkung oder zumindest Rüstungsbegrenzung gemacht. Diese Angebote verfielen der Ablehnung. Ich darf darauf Hinweisen, daß das größte Angebot damals der Vorschlag war, Deutschland und Frankreich möchten ihre Armeen gemeinsam auf einen Stand von 300 000 Mann bringen; Deutschland, England und Frankreich möchten gemeinsam ihre Luftwaffe auf einen gleichen Stand bringen und Deutschland und England möchten ein Abkommen treffen für das Verhältnis der Kriegsflotten. Davon wurde nur der letzte Teil angenommen und damit auch als einziger Beitrag eine wirkliche Rüstungsbegrenzung in der Welt verwirklicht. Die anderen Vorschläge Deutschlands fan- den ihre Beantwortung teils durch eine glatte Ablehnung, teils aber auch durch den Abschluß jener Bündnisse, durch die die Riesenmacht Sowjetrußlands auf das mitteleuropäische Spielfeld der Kräfte geworfen wurde. Mr. Eden spricht von deutschen Rüstungen und erwartet eine Begrenzung dieser Rüstungen. Diese Begrenzung haben wir selb st ein st vorgeschlagen. Sie scheiterte daran, daß man lieber die größte Militärmacht der Welt vertraglich und tatsächlich nach Mitteleuropa her- einzuschleusen versuchte, als auf unseren Vorschlag einzugehen. Es würde richtig sein, wenn man von Rüstungen redet, in erster Linie die Rüstung jener Macht zu erwähnen, die den Maßstab abgibt für das Rüsten all der anderen. Mr. Eden glaubt, daß in Zukunft alle Staaten nur die Rüstung besitzen sollten, die für Verteidigung notwendig sei. Ich weiß nicht, ob und wie weit über die Realisierung dieses schönen Gedankens mit Moskau bereits Fühlung genommen wurde, und wie weit von dort aus schon Zusicherungen ergangen sind. Ich glaube aber, eines aussprechen zu müssen: Es ist ganz klar, daß das Ausmaß der Rüstung für eine Verteidigung bestimmt wird von dem Ausmaß der Gefahren, die ein Land bedrohen. Darüber zu urteilen, ist jedes Volk s e l b st z u st ä n d i g , und zwar allein zuständig. Wenn also Großbritannien heute das Ausmaß seiner Rüstung festlegt, so wird dies in Deutschland jedermann verstehen, denn wir können es uns nicht anders denken, als daß für die Bemessung des Schutzes des britischen Weltreiches ausschließlich London selbst zuständig ist. Ebenso möchte ich aber betonen, daß auch die Bemessung des Schutzes und damit der Verteidigungswaffe für unser Volk unserer Zuständigkeit unterliegt und damit ausschließlich in Berlin entschieden wird. Ich glaube, daß eine allgemeine Anerkennung dieser Grundsätze nicht zu einer Erschwerung, sondern nur zu einer Entspannung beitragen kann. Deutschland jedenfalls ist glücklich, in Italien und in Japan Freunde gefunden zu haben, die gleicher Ansicht sind wie wir, und es würde noch glücklicher sein, wenn sich diese Ueberzeugung in Europa ausbreiten könnte. Daher hat auch niemand wärmer als wir die sichtbare Entspannung im Mittelländischen Meere durch das italienisch-englische Abkommen begrüßt. Wir glauben, daß dadurch auch noch am ehesten eine Verständigung erreicht werden wird über die Behebung oder zumindest Begrenzung der Katastrophe, die das arme Spanien betroffen hat. Deutschland hat dort keine Interessen außer der Pflege jener wirtschaftlichen Beziehungen, die Minister Eden selbst als so wichtig und nützlich erklärt. Es ist versucht worden, die deutsche Sympathie für das nationale Spanien mit irgendwelchen kolonialen Wünschen in Verbindung zu bringen. Deutschland hat an Länder, die ihm keine Kolonien genommen haben, auch keine kolonialen Ansprüche. Deutschland hat weiter unter der bolschewistischen Rot selbst so stark gelitten, daß es nicht diese Rot mißbrauchen wird, um einem unglücklichen Volk in der Stunde seiner Schwäche etwas zu nehmen oder für die Zukunft abzupressen. Unsere Sympathien für General Franco und seine Regierung liegen erstens im allgemeinen Mitgefühl und zweitens in der Hoffnung, daß durch eine Konsolidierung eines wirklich nationalen Spaniens eine Stärkung der europäischen wirtschaftlichen Möglichkeiten entstehen wird, umgekehrt aber von dort eine noch größere Katastrophe ihren Ausgang nehmen könnte. Wir sind daher bereit, alles zu tun, was irgendwie zu einer Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in Spanien beitragen kann. Ich glaube aber folgende Ausführungen nicht unterlassen zu dürfen: In Europa sind in' den letzten 100 Jahren eine Anzahl neuer Ratio- n e n geboren worden, die früher in ihrer Zerrissenheit und Ohnmacht nur geringe wirtschaftliche und fast gar keine politische Beachtung erhielten. Durch das Entstehen dieser neuen Staaten sind natürlich Spannungen entstanden. Allein eine wahre Staatskunst wird Realitäten nicht übersehen, sondern berücksichtigen. Das italienische Volk, der neue italienische Staat, sie sind eine Realität. Das deutsche Volk und das Deutsche Reich, sie sind desgleichen eine Realität. Und für meine eigenen Mitbürger möchte ich es aussprechen, das polnische Volk und der polnische Staat sind ebenso eine Realität geworden. Auch auf dem Balkan sind Nationen erwacht und haben sich ihre eigenen Staaten geschaffen. Die Völker dieser Staaten wollen leben und sie werden leben. Mit einer geistlosen Aufteilung der Welt in Besitzende und Habenichtse wird dieses Problem aber genau so wenig gelöst oder gar abgetan, als man auch die inneren sozialen Probleme der Völker nicht einfach durch mehr öder weniger witzige Phrasen zu erledigen vermag! Im Laufe der Jahrtausende erfolgte die von ihnen ausgehende Gewalt. Wenn nun heute an Stelle dieser Gewalt eine andere regelnde Institution treten soll, dann muß diese von der Berücksichtigung der natürlichen Lebenserfordernisse ausgehend ihre Entscheidungen treffen. Wenn es die Aufgabe des Völkerbundes zum Beispiel nur sein soll, den bestehenden Weltzustand zu garantieren und in alle Ewigkeit sicherzustellen, dann kann man ihm genau so auch noch die Aufgabe zuweisen, Ebbe und Flut zu bewachen oder in Zukunft den Fluß des Golfstromes festzuhalten. Er wird aber weder dies noch das andere können. Sein Bestand hängt auf die Dauer ab von der Größe der Einsicht, notwendige Reformen, die die Beziehungen der Völker berühren, zu überlegen und zu verwirklichen. Das deutsche Volk hak sich einst ein Kolonialreich aufgebaut, ohne irgendjemand zu berauben und ohne irgendeinen Vertrag zu verletzen. And es tat dies ohne einen Krieg. Dieses Kolonialreich wurde uns genommen. Die Begründungen, mit denen heute versucht wird, diese Wegnahme zu entschuldigen, sind nicht stichhaltig. 1. „Die Eingeborenen wollten nicht bei Deutschland sein." Wer hak sie gefragt, ob sie bei jemand anderem sein wollen und wann sind überhaupt die kolonialen Völker befragt worden, ob sie bei den früheren Kolonialmächten zu sein Lust und Liebe besäßen. 2. „Die deutschen Kolonien sind von den Deutschen gar nicht richtig verwaltet worden." Deutschland hat diese Kolonien erst wenige Ich möchte aber anschließend nun zu diesen Erklärungen noch in wenigen Punkten eine Auffassung äußern Über die möglichen Wege, die zu einer wirklichen Befriedung nicht nur Europas, sondern darüber hinaus zu führen vermögen. 1. Es liegt im Interesse aller Nationen, daß die einzelnen Staaten im Inneren stabile und g e - ordnete politische und wirtschaftliche Verhältnisse besitzen. Sie sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Anbahnung dauerhafter und solider wirtschaftlicher und politischer Beziehungen der Völker untereinander. 2. Es ist notwendig, daß die Lebenserfordernisse der einzelnen Völker offen gesehen und auch freimütig zugegeben werden. Nur der gegenseitige Respekt vor diesen Lebensbedingungen kann Wege finden lassen zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse aller. 3. Der Völkerbund wird, wenn er seiner Mission gerecht werden will, sich zu einem Organ evolutionärer Vernunft und nicht reaktionärer Trägheit umgestalten müssen. 4. Die Beziehungen der Volker untereinander können nur dann eine glückliche Regelung und Lösung finden, wenn sie auf der Grundlage der gegenseitigen Acktung und damit absoluter Gleichberechtigung geordnet werden. 5. Es ist unmöglich, für Rüstungssteige- rung oder Rüstungsbegrenzung nach Belieben bald die eine oder die andere Nation haftbar zu machen, sondern es ist notwendig, auch diese Probleme in jenem gesamten Rahmen zu sehen, der ihre Voraussetzungen schafft und sie damit auch wirklich bestimmt. 6. Es ist unmöglich, zu einer wirklichen Befriedung der Völker zu kommen, solange der fortgesetzten Verhetzung durch eine internationale unverantwortliche Clique von Brunnenvergiftern und Weinungsfäkschern nicht Einhalt geboten wird. Vor wenigen Wochen erst mußten wir erleben, wie es dieser organisierten Kriegs- hehergilde fast gelungen ist, zwischen zwei Völkern durch eine Flut von Lügen ein Mißtrauen zu erzeugen, das leicht auch zu schlimmeren Folgen hätte führen können. Ich habe sehr bedauert, daß der englische Außenminister nicht in einer kategorischen Weise festgestellt hat, daß an den Marokko betreffenden Verleumdungen und Lügen dieser internationalen Kriegshetzer auch nicht ein wahres Wort war. Es ist in diesem eklatanten Fall gelungen, dank der Loyalikäk eines auswärtigen Diplomaten und seiner Regierung die sofortige Aufklärung zu schaffen. Wäre es nicht denkbar, daß aus einem anderen Anlaß es einmal auch mißlingen könnte, der Wahrheit so schnell zum Erfolg zu verhelfen, und was dann? 7. Es hat sich erwiesen, daß die Regelung der europäischen Fragen zweckmäßig immer in dem Jahrzehnte vorher erhalten. Sie wurden mit großen Opfern ausgebaut und waren in der Entwicklung begriffen, die heute zu ganz anderen Resultaten geführt haben würde, wie etwa im Iahre 1914. Aber immerhin waren die Kolonien durch uns doch so entwickelt, daß man sie für wert genug hielt, um uns in blutigen Kämpfen entrissen zu werden. 3. „Diese Kolonien besäßen gar keinen wirklichen Wert." Wenn dies der Fall ist, dann wird diese Wertlosigkeit ja auch für die anderen Staaten zutresfen, und es ist nicht einzusehen, weshalb sie uns dann trotzdem vorenthalken werden. Im übrigen: Deutschland hat niemals Kolonien gefordert zu militärischen Zwecken, sondern ausschließlich z u wirtschaftlichen. Es ist klar, daß in Zeiten einer allgemeinen Prosperität der Wert eines bestimmten Gebietes sinken mag, es ist aber auch ebenso klar, daß in Zeilen der Rok eine solche Bewertung eine sofortige Aenderung erfährt. Und Deutschland lebt heute in Zeiten eines schweren Kampfes um Lebensmittel und Rohstoffe. Ein genügender Einkauf wäre nur denkbar bei einer fortgesetzten und dauernden Steigerung unserer Ausfuhr. Also wird die Forderung nach Kolonien in unserem so dicht besiedelten Land als eine selbstverständliche sich immer wieder erheben. Rahmen und in dem Umfang vollzogen wird, die möglich sind. Deutschland ist glücklich, heute mit Italien ein enges und freundschaftliches Verhältnis hergeftellt zu haben. Möge es doch gelingen, diese Beziehungen auch auf ähnlichem Wege mit anderen europäischen N a - Honen anzubahnen! Das Deutsche Reich wird mit seiner starken Armee über seine Sicherheit und seine Ehre wachen. Allein es wird auch, erfüllt von der Ueberzeugung, daß es für Europa kein höheres Gut als den Frieden geben kann, stets ein verantwortungsvoller und verantwortungsbewußter Träger dieses europäischen Friedensgedankens sein. 8. Es wird dem europäischen Frieden insgesamt nützen, wenn in der Behandlung der Nationalitäten, die als Minorität in fremden Völkern zu leben gezwungen find, eine gegenseitige Rücksicht auf die berechtigte Empfindung des nationalen Stolzes und Bewußtseins der Völker genommen wird. Dies würde zu einer tiefgreifenden Entspannung zwischen den Staaten führen, die durch das Schicksal gezwungen sind, nebeneinander zu existieren und deren staatliche Grenzen sich nicht mit den Volksgrenzen decken. Ich möchte nun am Schluß dieser Ausführungen noch zu einem Dokument Stellung nehmen, das Üie britische Regierung anläßlich der Be s e tz u n g des Rheinlandes an die deutsche Regierung gerichtet hat. Ich möchte vorweg erklären, daß wir glauben und überzeugt sind, daß die englische Regierung damals alles getan hat, um eine Verschärfung der europäischen Krise zu vermeiden unb daß das in Frage stehende Dokument auch nur dem Wunsche die Entstehung verdankt, einen Beitrag zu leisten für die Entwirrung der damaligen Sage. Trotzdem war es der deutschen Regierung nicht möglich, aus Gründen, die sicherlich auch die Regierung Großbritanniens würdigen wird, eine Antwort auf diese Frage zu geben. Wir haben es vorgezogen, durch praktische Ausgestaltung unserer Beziehungen zu unseren Nachbar st aaten einen Teil dieser Fragen auf die natürlichste Weise zu erledigen. Ich möchte heute nun nach der Wiederherstellung der vollen deutschen Souveränität und Gleichberechtigung nur abschließend erklären, daß Deutschland niemals mehr einen Vertrag unterzeichnen wird, der mit seiner Ehre, mit der Ehre der Ration und der es vertretenden Regierung irgendwie unvereinbar ist, oder der sonst sich mit den deutschen Lebens- interessen nicht verträgt und daher auf die Dauer nicht gehalten werden könnte. Ich glaube, diese Erklärung wird des Verständnisses aller sicher sein. Im übrigen hoffe ich zutiefst, daß es der Einsicht und dem guten Willen der verantwortungsbewußten europäischen Regierungen trotz aller Widersacher gelingen wird, Europa dennoch den Frieden zu bewahren. Er ist unser allerhöchstes Gut. Was Deutschland im einzelnen dazu an Beiträgen leisten kann, wird es leisten. Wege w einem wahren Frieden Die neuen Aufgaben. Wenn ich nun diesen Teil meiner Ausführungen beschließe, möchte ich den Blick noch ganz kurz werfen auf d i e Aufgaben der Zukunft. An der Spitze steht die Durchführung des Vierjahresplanes. Er wird gewaltige Anstrengungen erfordern, allein unserem Volke ein ft auch von großem Segen sein. Er umfaßt eine Stärkung unserer nationalen Wirtschaft auf allen Gebieten. Seine Durchführung ist sichergestellt. Die großen Arbeiten, die außer ihm begonnen worden find, werden weitergeführt. Ihr Ziel wird sein, das deutsche Volk gesünder und sein Leben a n g e n e h - m e r zu machen. Als äußeres Zeichen für diese große Epoche der Wiederauferstehung unseres Volkes aber soll nunmehr der planmäßige Ausbau einiger großer Städte des Reiches treten. Und an der Spitze b i e Ausgestaltung Berlins zu einer wirklichen und wahren Hauptstadt des Deutschen Reiches. Ich habe daher an diesem Tage ähnlich wie für den Bau unserer Straßen, für Berlin einen Generalbauinspektor ernannt, der für die bauliche Ausgestaltung der Reichshauptstadt verantwortlich ist und dafür Sorge tragen wird, in das Chaos der Berliner Bauentwicklung jene große Linie zu bringen, die dem Geist der nationalsozialistischen Bewegung und dem Wesen der deutschen Reichshauptstadt gerecht wird. Für die Durchführung dieses Planes ist eine Zeit von zwanzig Jahren vorgesehen. Möge der allmächtige Gott uns den Frieden schenken, um das gewaltige Werk in ihm vollenden zu können. Parallel damit wird eine großzügige Ausgestaltung der Hauptstadt der Bewegung, der Stadt der Reichspcnfteitage und der Stadt Hamburg ftattfinben. Dies soll aber nur die Vorbilder geben für eine allgemeine Kulturentwicklung, die wir dem deutschen Volke als Bekrönung seiner inneren und äußeren Freiheit wünschen. Und endlich wirb es die Aufgabe der Zukunft fein, bas wirkliche Leben unseres Volkes, wie es sich nun staatlich ausgebilbet hat, burch eine Verfassung für immer unb ewig zu besiegeln unb bannt zum unvergänglichen Grunbgeseh aller Deutschen zu erheben. Wenn ich auf bas große Werk ber hinter uns liegenden vier Jahre zurückblicke, dann werden Sie verstehen, daß meine erste Empfindung nur die des Dankes sein kann gegenüber unserem Allmächtigen, ber uns dieses Werk gelingen ließ. Er hat unsere Arbeit gesegnet und unser Volk durch all die Fährnisse glücklich hindurchschreiten lassen, die diesen Weg umdrohten. Ich habe in meinem Leben drei ungewöhnliche Freunde gehabt. In meiner Jugend war es die Not, die mich durch viele Jahre begleitete. Als ber große Krieg zu Ende ging, da war es das tiefe Leid über den Zusammenbruch unseres Volkes, das mich nun erfaßte unb meinen Weg vorschrieb. Seit diesem 30. Januar vor vier Jahren habe ich als dritten Freund b i e Sorge für das meiner Führung anvertraute Volk und Reich. Sie hat mich feitdem nicht mehr verlassen und wird mich wohl nun begleiten bis an mein Ende. Wie könnte aber ein Mann diese Sorge zu tragen vermögen, wenn er nicht i n gläubigem Vertrauen auf feine Mission mit ber Zustimmung dessen rechnen würde, der über uns allen steht. Es ist das Schicksal, das Menschen mit besonderen Ausgaben so oft zwingt, einsam unb verlassen zu sein. Ich will auch hier der Vorsehung danken, daß sie mich eine Schar treue ft er Mi t k ä m p - fer finden ließ, die ihr Leben an meines angeschlossen haben und die nun seitdem an meiner Seite für die Auferstehung unseres Volkse kämpfen. Ich bin so glücklich, daß ich nicht als Einsamer durch das deutsche Volk zu schreiten brauche, sondern daß neben mir sich ehre Garde von Männern Befindet, deren Name in ber deutschen Geschichte ein bleibender fein wird. Ich möchte an dieser Stelle danken meinen alten Kampfgefährten, die durch die langen, langen Jahre unentwegt an meiner Seite standen unb die mir nun, sei es als Minister, fei es als Reichsstatthalter oder Gauleiter oder an anderen Stellen ber Partei und des Staates, ihre Hilfe schenkten. Es spielt sich in diesen Tagen in Moskau ein Schicksal ab, bas uns erst zeigt, wie hoch die Treue zu werten ist, die führende Männer miteinander Derbtnbet Ich möchte auch jenen meinen aufrichtigen Dank aussprechen, die, nicht aus den Reihen der Partei kommend, in der Führung ber Reichs- regierun g mir in diesen Jahren treue Helfer und Gefährten geworden sind. Sie gehören heute alle zu uns, auch wenn ihnen in diesem Augenblick äußerlich noch bas Zeichen unserer Gemeinschaft fehlt. Ich möchte den Männern und Frauen danken, die unsere Organisation der Partei aufbauten unb so erfolgreich führten. Ich muß aber hier vor allem danken den Führern unserer Wehrmacht. Sie haben es ermöglicht, dem nationalsozialistischen Staat ohne jede Erschütterung die nationalsozialistische Waffe zu geben. So sind heute Partei und Wehrmacht die beiden für ewig verschworenen Garanten der Behauptung des Lebens unseres Volkes. Wir wissen aber auch, daß unser aller Tun vergeblich geblieben wäre, wenn nicht Hunderttausende von politischen Führern, unzählige Beamte des Reiches und zahllose Offiziere im Sinne unserer Erhebung in Treue zu uns gestanden wären. Unb noch mehr, wenn nicht hinter uns gestanden wäre die breite Frontdes ganzen deutschen Volkes. An diesem geschichtlichen Tage muß ich wieder jener Millionen unbekannten deutschen Menschen gedenken, die in allen Lebensschichten, die in allen Berufen unb Betrieben unb in allen Gehöften für das neue Reich ihr Herz unb ihre Liebe, uns ihre Opfer gegeben haben. Und mir alle, Männer und Abgeordnete des Reichstages, wollen gemeinsam danken vor allem ber deutschen Fr au, den Millionen unserer Mütter, die dem Dritten Reich ihre Kinder schenkten. Denn welchen Sinn hätte alle unsere Arbeit, welchen Sinn die Erhebung der deutschen Nation ohne unsere deutsche Jugend. Jede Mutter, die in diesen vier Jahren unserem Volk ein Kind gegeben hat, trägt durch ihren Schmerz und ihr Glück bei zum Glück der ganzen Nation. Wenn ich dieser gesunden Jugend unseres Volkes gedenke, dann wird mein Glaube an unsere Zukunft zu einer freudigen Sicherheit. Und ich empfinde in tiefer Inbrunst die Bedeutung des einfachen Wortes, das Ulrich von Hutten schrieb, als er zum letztenmal die Feder ergriff: -Deutschland! DerReichslag huldigt demFuhrer Die Schlutzansprache des Reichstagspräsidenten Göring. Nachdem die Minuten lang andauernden Beifallskundgebungen verklungen waren, hielt Reichstagspräsident Hermann Göring die Schlußansprache, in der er u. a. ausführte: Meine Abgeordneten! Soeben haben wir eine Stunde eines gewaltigen inneren Erlebens empfunden. Der Führer hat uns einen Blick tun taffen in das Weltgeschehen um uns herum. Keiner von uns hätte in feinen kühnsten Träumen wagen können, vor vier Jahren vorauszusagen, daß nach einer so kurzen Spanne Zeit e i n von Grund auf neues Deutschland entstanden sein würde. Wer hätte vor vier Jahren gewagt, vvrauszusehen, daß Deutschland beute wieder als eine mächtige Großmacht unter den Völkern ber Welt steht? Ein Weg, umbranbet unb umtost auch von Verleumdungen und Anfeindungen. Man wollte es nicht wahrhaben, man wollte nicht sehen, baß biefes Deutschland, in seiner Zerrissenheit unb Ohnmacht so bequem für alle, nun unter ber eisernen Führung unb Entschlossenheit bes Führers zu bieser Kraft emporstieg. Diese Kränkungen fallen jebesmal auf bie zurück, von denen sie kommen. Wenn wir sehen, baß man versucht, Deutschland vor der Welt zu kränken, indem man einem Landesverräter, einem mit Zuchthaus bestraften Individuum einen Preis des Friedens zuerkennt, bann ist bas nicht für Deutschland beschämend, sondern es ist lächerlich für die, die solches getan haben. Weil aber Deutschland auch in Zukunft sich diese beschämenden Dinge weder gefallen lassen will, noch überhaupt darüber zu disputieren wünscht, hat ber Führer mit bem heutigen Tage bie Stiftung des Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft bestimmt. Mein Führer! Unlösbar gehören wir Ihnen, unlösbar sind wir mit Ihnen verbunden, unser Leben, unsere Arbeit, unser Tun hat keinen Sinn ohne Sie, ist nur begründet in Ihnen. Ihnen gehört dieses Leben, zu Ihnen sehen wir auf als dem Mann, ber uns bas Größte, unsere Ehre wiebergeschenkt hat, und so ist es wahr geworden, was wiederholt gesagt wurde, daß Deutschland unb Hitler ein und derselbe Begriff ist. Nun gehen wir in die zweiten vier Jahre, in den zweiten Dierjahresplan, unbeirrbar unter Ihrer Führung bem Ziel entgegen. Das biefes Ziel bas Glück des Volkes und die Größe ber Nation ist, haben Sie uns bewiesen. Vor der ganzen Welt aber und vor unserem Volke wissen wir: Der Garant dieses Zieles heißt Adolf Hitler. Unser Führer unb Kanzler! Sieg-Heil! Die Abgeordneten erhoben sich von ihren Plätzen, stimmten begeistert in den Heilruf auf den Führer ein und fangen bie Lieder ber Nation, mit denen diese historische Sitzung des Deutschen Reichstages beendet wurde. Als der Führer mit Generaloberst Göring den Sitzungssaal verließ, grüßten ihn erneut stürmisch Heilrufe, die auf ber Straße von ber Menge braufenb ausgenommen würben. Der Dank des Führers. Berlin, 31. 3an. (DRB.) Dem Führer unb Reichskanzler find zum gestrigen vierten Jahrestage ber Machtübernahme Treuegelöbnisse, Glückwunsch- unb Dankesbezeigungen aus allen Volkskreisen bes Reiches unb von vielen Deutschen im Aus - l a n b e telegraphisch unb brieflich in so großer Zahl zugegangen, baß es ihm nicht möglich ist, biese kunbgebungen im einzelnen zu beantworten. Der Führer unb Reichskanzler spricht baher auf biesem Dege alten Volksgenossen, bie am 30. Januar seiner Arbeit für bas beutsche Volk gebucht unb ihm auch weiterhin treue Gefolgschaft versichert haben, seinen herzlichen Dank aus. Nr. 26 Drittes Matt ... --------- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, l.Zebruar 1937 Der ÄV.Ianuar 1937 in Gießen. Die Feier in der Universität (Aufn.: Pfaff, Gießen.) Die Schlußkundgebung auf Oswaldsgarten nach dem Fackelzug. — Der Gruß an den Führer. Wirklichkeit hat der Nationalsozialismus all das beseitigt und umzuformen begon- und nur dem den Kampf angesagt, was im Laufe der Zeit an Undeutschem und 3n nur nen sich Ohne den 18. Januar 1871 hätte es keinen 30. Januar 1933 geben können, und ohne den 30. Januar 1933 hätte sich das, was 62 Jahre vorher begonnen wurde, nicht erfüllen können. Der Kreisleiter schilderte dann kurz den Unterschied in den Verhältnissen bei der Gründung des Reiches und hob hervor, daß die Gründung des Zweiten Reiches in einer Zeit erfolgte, die von unserer Zeit, in der der Frührer das Dritte Reich schuf, völlig verschieden war. Er erinnerte daran, daß Preußen unter Bismarck sich zur Großmachtstellung emporgekämpft hatte und führende deutsche Macht geworden war, die Bismarcksche Reichsgründung daher den Schlußstein einer natürlichen Entwicklung darstellte. Als der Führer und die Bewegung den Kampf um die Wacht antraten, hatte Deutschland den größten aller Kriege verloren, das Reich war am Zusammenbrechen, der Wahnsinn der Inflation bedrohte Willionen von Volksgenossen in ihrer Existenz, anderseits bereicherten sich Spekulanten und Schieber am Ausverkauf des deutschen Volksvermögens. Vaterland, Ehre und Freiheit waren Begriffe, die bei den meisten in Vergessenheit geraten waren, diejenigen, die sich zu ihnen bekannten, wurden verfolgt und geschmäht. Eine Weltanschauung wie die des Nationalsozialismus, die in solchen Zeiten geboren wurde, muß hart und kompromißlos sein, wenn sie ihre Träger zum Nutzen der Gesamtheit zum Erfolg führen soll. Das müssen auch alle diejenigen bedenken, die heute noch im stillen darüber jammern, daß der Nationalsozialismus sie in ihren alten, liebgewordenen Gewohnheiten behindert und ihnen Einrichtungen und Symbole genommen, sowie Anschauungen verleidet hat, an denen sie einstmals gehangen haben. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang an das Beispiel einer belagerten F e st u n g, in der sich alle geschlossen z u- sammenfinden müssen und alle Kraft restlos zur Abwendung der Gefahr eingesetzt werden muß. Wir ringen heute nicht nur um die eigene Selbsterhaltung, sondern wir verteidigen heute auch Europa und die menschliche Kultur. Werden wir schwach und erliegen wir, dann werden deutsche Art und deutsches Volkstum für alle Zeiten zerstört und wir als Volk für ewig ausgelöscht werden. Erliegen wir dem jüdischen Bolschewismus, so ist der Untergang des Abendlandes besiegelt. Bei dieser Lage muß das Wohl Reicher Flaggenschmuck von Haus zu Haus in den Straßen unserer Stadt bekundete am Samstag wiederum die enge und treue Verbundenheit der Gießener Bevölkerung mit dem Führer und seinem Werk, zugeilch brachte er sichtbar den Dank zum Ausdruck, den auch wir Gießener dem Führer darbringen in vollem Vertrauen für den Weiter- Harsch unter seiner Führung in die deutsche Zukunft. Die Feiern in den Schulen mit der Uebertragung der Rede des Reichsministers Dr. Goebbels am Samstaavormittag machte auf die Hörer einen starken Eindruck. Am frühen Nachmittag, von 13 Uhr ab, unmittelbar nach Beginn der Reichstagssitzung, waren die Straßen Fremdem bei uns eingeschlichlen hatte. Wenn er darüber hinaus in der Lebensgeslaltung unseres Volkes neue Wege geht, so ist dieses handeln der neuen Staatsführung getragen von dem gleichen Geist, der die Großen der deutschen Vergangenheit bei all dem leitete, was sie Großes und Erhebendes für Deutschland getan haben. Die Geisteshaltung, die aus dem Lebensbild Scharnhorsts spricht, ist die gleiche, die die Wänner des nationalsozialistischen Deutschland beseelt. Unser nationalsozialistisches Drittes Reich ist neben die anderen vergangenen Reiche der Deutschen als eine organische Neuformung unseres volklichen Lebens getreten. Wir haben daher allen Anlaß, am heutigen Tage auch der Vergangenheit und vor allem des Tages zu gedenken, an dem Bismarck vor 66 Jahren die mehrhundertjährige Sehnsucht des deutschen Volkes nach einem Wiederauferstehen eines einheitlichen großen Reiches aller Deutschen vorläufig erfüllte nur noch von wenigen Nachzüglern belebt, die sich eilia auf dem Heimweg zu ihrem Radiogerät befanden. Etwa 13.30 Uhr ab waren — wie wir von verschiedensten Seiten, z. B. von Straßenbahnern, hörten — die Straßen wie völlig ausgestorben; die Straßenbahn fuhr in diesen Stunden nahezu vollständig leer; alles saß vor dem Radio und hörte die Rede des Führers. Nach Schluß der Reichstagssitzung setzte der übliche starke Samstagnach- mittags-Verkehr wieder ein. Am Abend lenkte der große Fackelzug der Gliederungen der Partei das starke Interesse der Bevölkerung auf sich. Der Verlauf des Tages war in feiner Gesamtheit so eindrucksvoll, daß man ihn allezeit im Gedächtnis behalten wird. wir in den lebten vier Jahren eine geistige Umformung größten Ausmaßes in unserem Volke erlebt, wohl hat der Nationalsozialismus fast alles, was im Zwischenreich, in der Nooemberrepublik, von Bedeutung war, von Grund auf geändert und beseitigt und sich auch angeschickt, in großem Umfang Gedanken, die noch aus der Vorkriegszeit in die Gegenwart hinüberreichten, einer Umformung zu unterziehen, so daß manchem die heutige Auffassung als etwas ganz Neues erscheint. Die Reichsgründungsfeier der Ludwigs-Unioerfi- tfit am Samstagvormittaa wurde von Sr. Magni- ftzenz dem Rektor Prof. Dr. P f a h l e r mit Gruß- rvorten an die Vertreter der Partei, des Staates und der Wehrmacht, die Ehrendoktoren und Ehren- smatoren, sowie die übrigen Versammelten einge- Kitet. Der Rektor wies sodann auf den tiefen Sinn dieser Feier als einer Vorbereitung auf das große Erlebnis der Rede des Führers hin und füllte in diesen Zusammenhang die Bedeutung der Lbendkundgebung der Partei und ihrer Gliederun- i?n als ein Ereignis der N a ch b e s i n n u n g. So- mn lenkte er die Aufmerksamkeit der Festver- fcmmlung auf den Festvortrag und würdigte mit eindringlichen Worten die Tatsache, daß als be- nifener Vertreter der Partei der Kreisleiter zu der Versammlung sprechen werde Anschließend hielt Prof. Dr. Stadelmann seinen am Samstag von uns im Auszug bereits berichteten Festoortrag über das Thema „S ch a r n - horst und die Revolution seiner Zeit." Vach einer musikalischen Darbietung des Orchesters strach dann Kreisleiter Dr. Hildebrandt. 6r sagte u. a.: Der Monat Januar spielt in der «eueren deutschen Geschichte eine besondere Rolle. 2m 1. Januar 183 4 brachte der deutsche Zollverein erstmalig eine Einheit Deutschlands, wenn auch nur auf wirtschaftlichem Gebiete, zustande. 2m 18. Januar 1871 fand die Einheit der deutschen Stämme, die sich in den Leistungen der Truppen aller deutschen Kontingente auf den Schlachtfeldern Lothingens und Frankreichs offenbart hatte, ihre vorläufige Erfüllung in der Gründung des Zweiten Reiches, des deutschen Kaiser- rcichs Bismarckscher Prägung. Der 3 0. Januar 19 3 3 ist der Tag, an dem Adolf Hitler das vollendete, was Bismarck sechs Jahrzehnte vorher be- ?onnen hatte. Wenn wir heute den 18. Januar S71 und den 30. Januar 1933 gemeinsam feiern, isi die Frage angebracht, ob uns die Gründung des Zweiten Reiches heute noch etwas bedeutet oder ob nicht inzwischen so viel Geschichte darüber h nweggegangen ist, ob sich nicht unsere politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse inzwischen derartig geändert haben, daß es widersinnig wäre, beider Tage in einer gemeinsamen Feier zu gedenken. Wir haben allen Anlaß die erste Frage durchaus zu bejahen. Der Redner beschäftigte sich sodann mit der Stel- hinq des Nationalsozialismus zur Geschichte und betonte, eine politische Bewegung wie der Nationalsozialismus, deren weltanschauliche Grundlage so ausschlaggebend durch alle die Werte bestimmt wird, die von jeher für deutsches Wesen bestimmend waren, konnte niemals in den Fehler verfallen, unter Außerachtlassung der mehrtausendjährigen Geschichte unseres Volkes etwas absolut Neues, noch Niedagewesenes schaffen zu wollen. Wohl haben des Volksganzen oberstes Gesetz sein und das Interesse des einzelnen oder kleiner Gruppen zurückstehen. Unsere Hochschulen müssen den Besten und Tüch« tigsten der Nation eine solche Ausbildung vermitteln, daß sie ihr Wissen und Können zumNutzen der Nation verwerten. Wir wissen, welche gewaltigen Aufgaben der deutschen Wissenschaft bei der Durchführung des Vierjahresplanes harren. Eine solche Auffassung des Studiums bedingt auch eine andere Auffassung vom studentischen Leben. Es soll anerkannt werden, daß die studentischen Verbindungen in der Vergangenheit eine gewisse Aufgabe erfüllt haben und daß sie in Zeiten tiefer vaterländischer Rot und allgemeinen Niederganges Pflanzstätten vaterländischer Gesinnung und deutscher Ehrauffassung gewesen sind, wenn wir anderseits auch nicht verkennen wollen, daß teilweise ihr innerer Wert durch Aeußerlichkeiten erheblich beeinträchtigt wurde Darüber müssen wir uns klar sein, daß im heutigen Reich nationalsozialistischer Volksgemeinschaft für solche Einrichtungen, bei denen jeder glaubte, mehr als der andere zu sein, kein Platz mehr ist. Ob wir Beamter, Offizier, Hochschulprofessor oder Führer in der nationalsozialistischen Bewegung sind, ob wir als Handarbeiter schaffen, oder den Pflug durch deutsche Erde führen, wir sind alle nur Diener der Nation und stehen nicht um unserer selbst willen an unserem Platze, sondern lediglich um unsere Pflicht für Deutschland zu erfüllen. Manche glauben noch, ihr Grüppchen, ihren Stand, ober ihr Vereinchen besonders herausheben zu müssen, glauben für diese oder jene religiöse Front streiten zu müssen und vergessen dabei, daß es nur eine Front gibt, an der heute ganz Deutschland kämpft und daß unser aller Einzelschicksal unlöslich mit dem Geschick der Gesamtnation verknüpft ist. Wenn mir auf die letzten vier Jahre zurückblicken, sehen wir den Erfolg unserer Arbeit. Während wir noch vor wenigen Jahren keine Großmacht mehr waren, sondern nur ein Objekt, auf dessen Kosten andere Völker ihre Rechnungen bezahlen wollten, stehen wir heute — wenn auch nicht überall beliebt — doch wieder geachtet in der Welt. Eine starke Wehr schützt unseren Lebensraum. Die Geißel der Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Not ist von uns genommen. Während sich ringsum die Völker im Bruderzwist und Parteihader zerfleischen, ist Deutschland ein hort des Friedens, der Arbeit und selbstbewußter Stärke. Wenn der Führer auch selbst stets betont, daß er es vornehmlich nur den Leistungen seiner Mitkämpfer und der Mitarbeit des ganzen Volkes zu verdanken habe, diese Leistungen für Deutschland vollbringen zu können, so wissen wir doch, daß alle Einzelleistungen und Versuche bester Deutscher umsonst gewesen wären, wenn uns die Vorsehung nicht den Führer in schwerster Stunde gesandt und er uns nicht mit unbeirrbarem Instinkt, unerschütterlichem Glauben an die Kraft des deutschen Volkes und größter Zähigkeit geführt hätte. Der heutige Tag soll ein Tag tiefer Dankbarkeit des ganzen deutschen Volkes an den Führer sein, dem wir in unerschütterlicher Treue allezeit folgen wollen, ganz gleich, was das Schicksal auch von uns fordere. In das „Sieg-Heil!" auf den Führer als Gruß und Treuegelöbnis stimmte die Festoersammlung begeistert ein. Mit dem Gesang der beiden ersten Verse der Nationalhymne und mit dem feierlichen Ausmarsch der Fahnen und des Lehrkörpers fand dis Feier ihren Abschluß. Astronomische Vorschau auf 1937 Äon Dr. Erwin Kossinna. Zu den wichtigsten Aufgaben der Astronomie gehört die Vorausberechnung des jeweiligen Ortes der Gestirne am Himmel für größere Zeiträume. Das Ergebnis dieser Rechnungen ist im „Berliner Astronomischen Jahrbuch" niedergelegt in Form non Tafeln, die über den Lauf von Sonne und Mond, über die Stellung der Planeten, über Sonnen- und Mondfinsternisse, Sternbedeckungen durch den Mond und anderes mehr genaueste Auskunft geben. Auf den Laien wirken freilich die umfangreichen Tabellen meist abschreckend. Doch hat es auch seinen Reiz, das zukünftige Geschehen am Himmel aus den Tafeln abzulesen Lassen wir also die Zahlen sprechen! Sichtbarkeit der Planeten. In den ersten Monaten des Jahres leuchtet Venus als Abendstern in wunderbarem Glanz am Südwesthimmel. Ihre Helligkeit, die die des birius um das zehn- bis zwölffache übertrifft, nimmt noch langsam zu und erreicht am 12. März ihren Höhepunkt. Im Fernrohr erscheint der Planet als Sichel, die immer schmäler wird, je näher Venus sich der Sonne nähert, ähnlich wie dies bei dem abnehmenden Mond der Fall ist. Am 18. April wandert Venus zwischen der Erde und der Sonne hindurch, um nach einigen Tagen auf der andern Seite der Sonne als Morgenstern wieder zu erscheinen. In den Sommer- und Heichstmonaten bildet Venus das auffälligste Gestirn am Osthimmel vor Sonnenaufgang. Erst im November nimmt ihre Sichtbarkeit bedeutend ab und Ende des Jahres verschwindet sie in der Morgendämmerung. Viel enger an die Nachbarschaft der Sonne gebunden ist der M e r k u r, der sich niemals aus dem Dämmerungsbereich entfernt und daher so schwierig zu beobachten ist, obwohl er an sich ein recht heller Stern ist. Die günstigsten Zeiten, den Merkur zu sehen, sind die Tage um den 10. April, wenn Merkur am Westhimmel links über der Venus steht, etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde nach Sonnenuntergang; ferner Ende September und Anfang Oktober, wo Merkur im Osten 1V< Stunde vor der Sonne aufgeht. Ein Fernglas leistet beim Aufsuchen des schnell wandernden, immer nur wenige Tage sichtbaren Planeten gute Dienste. Ein bemerkenswertes astronomisches Ereignis ist der Vor- iibergang des Merkur vor der Sonnenscheibe am 11. Mai, der aber nur auf der südlichen Halbkugel zu sehen ist. Der rötliche Mars ist in den ersten Monaten des Jahres Morgenstern, geht aber Ende März bereits vor Mitternacht auf und gelangt am 19. Mai in den Gegenschein (Opposition) zur Sonne. Der Planet ist dann während der ganzen Nacht im Sternbild des Skorpions sichtbar und durch seine bedeutende Helligkeit und rötliche Farbe leicht erkennbar. Jupiter, der Riese unter den Planeten, bewegt sich langsam im Sternbild des Schützen. Er löst sich Ende Februar allmählich aus der Morgendämmerung, geht im April drei Stunden vor der Sonne auf und gelangt am 15. Juli in Opposition zur Sonne. Jupiter ist dann der hellste Stern am Südhimmel. Saturn, im Sternbild der Fische, kann bis Ende Februar abends am Südwesthimmel beobachtet werden. Dann verschwindet der Ringplanet in der Dämmerung, um erst Ende Mai wieder am Morgenhimmel im Osten zu erscheinen. Die Planeten Uranus im Sternbild des Widders und Nep - tun im Löwen sind nur mit Hilfe eines Fernrohrs auffindbar. Sonnen- und Mondfinsternisse In jedem Jahre ereignen sich mindestens zwei und höchstens sieben Finsternisse. Das Jahr 1937 bringt nur zwei Sonnen- und eine Mondfinsternis. Aber keine von ihnen ist in Mitteleuropa sichtbar. Die Sonnenfinsternis am 8. Juni 1937 ist total und insofern bemerkenswert, als der Mond sich am Morgen dieses Tages in Erdnähe befindet, feine Scheibe also erheblich größer erscheint als die der Sonne. Infolgedessen erreicht die totale Verfinsterung nahezu die längste überhaupt mögliche Dauer, nämlich sieben Minuten und vier Sekunden. Der Kernschatten des Mondes hat die Form eines langen, schmalen Kegels, dessen Spitze die sich drehende Erdkugel in den Tropen streift. Leider kehrt die Erde während der Sonnenfinsternis dem Monde und der Sonne gerade ihre Wafferseite zu, so daß die Sichtbarkeitszone der totalen Verfinsterung mitten durch den Stillen Ozean verläuft, und zwar von den Neuen Hebriden bei Australien in einem nordwärts geschwungenen Bogen nach Peru. Für die wissenschaftliche Beobachtung der Sonnenfinsternis ist es sehr nachteilig, daß in der Gegend, wo die vollständige Verfinsterung am längsten dauert, weit und breit auch nicht das kleinste Inselchen im Ozean vorhanden ist. Zur Aufstellung der empfindlichen Instrumente ist aber fester Boden als Unterlage unbedingt erforderlich. Die zweite Sonnenfinsternis ist ringförmig, da der Mond in Erdferne, die Erde aber sich in Sonnenähe befindet, der Mond daher kleiner erscheint als die Sonnenscheibe. Auch dieses Himmelsschauspiel ist nur im Gebiet des Stillen Ozeans sichtbar. Die etwa 200 Kilometer breite Zone der ringförmigen Verfinsterung verläuft von den Bo- nin-Jnfeln südlich Japan über die Marschall-Inseln und die Fanning-Jnsel nach der Halbinsel Niederkalifornien, ohne jedoch dieses Land zu erreichen. Bei der Mondfinsternis am 18. November wird nur etwa ein Siebentel des Monddurchmessers vom Kernschatten der Erde verdunkelt In Deutschland ist der Vollmond um diese Zeit schon untergegangen, dagegen kann die Verfinsterung in England, im nördlichen Atlantischen Ozean, in Amerika und Nordasien beobachtet werden Der Sonnenlauf. Während der Wintermonate zieht die Sonne in geringer Hohe am Himmelsgewölbe ihre scheinbare tägliche Bahn. Nur 16 Grad erhebt sie sich im mittleren Deutschland um die Mittagszeit über den Horizont und beginnt erst im Februar stärker zu steigen Wenn am 21 März, zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche, die Sonne um 1.45 Uhr (Mittel- europ. Zeit) den Himmelsäquator überschreitet und astronomisch der Frühling beginnt, steigt unser Tagesgestirn bereits 38 Grad über den Horizont. Im April nehmen sowohl Mittagshöhe wie Tageslänge besonders rasch zu; im Mai schon nicht mehr so schnell, bis am 21 Juni, dem Tage der Sommersonnenwende, die Sonne um 21.12 Uhr den nördlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn im Wendekreis des Krebses durchläuft und an diesem längsten Tage des Jahres bei uns eine Hohe von etwa 62 Grad erreicht Nachts sinkt die Sonne kaum 15 Grad unter den Horizont, so daß Abend- und Morgendämmerung zusammenfließen Es ist die Zeit der hellsten Nächte. Zunächst kaum merklich, bald aber rascher und rascher wendet sich die Sonne wieder dem Süden zu und überschreitet am 23. September 12.13 Uhr den Himmelsäquator womit astronomisch der Herbst beginnt. Die Verkürzung der Tageslänqe macht sich besonders im Oktober geltend, wo sie mehr als zwei Stunden beträgt. Am 22 Dezember 7.22 Uhr erreicht unser Tagesgestirn den südlichsten Punkt seiner Bahn im Wendekreis des Steinbocks. Der kürzeste Tag des Jahres leitet astronomisch den Winter ein Da sich die Erde im Winter in Sonnennähe, im Sommer in Sonnenferne befindet, wandert sie im Winter etwas schneller als im Sommer. Diesem Umstand haben wir es zu verdanken, daß unser Sommerhalbfjahr. gerechnet vom 21. März bis zum 23 September, um eine volle Woche länger ist als das Winterhalbjahr. Kometen und Meteore. Ob das Jahr 1937 nach langer Zeit endlich wieder eine glänzende Kometenerscheinung bringen wird, läßt sich leider nicht vorausberechnen. Dis kurzperiodischen Kometen sind meist so lichtschwach, daß sie nur im Fernrohr gesehen werden können. Die Hellen Kometen mit großartiger Schweifentwicklung, wie deren eine ganze Anzahl im vorigen Jahrhundert erschienen sind, haben dagegen sehr lange Umlaufzeiten, so daß mit ihrer Wiederkehr erst in Jahrhunderten oder Jahrtausenden zu rechnen ist. Sie bewegen sich in außerordentlich langgestreckten Ellipsen um die Sonne. Es müßte also schon ein neuer, bisher unbekannter Komet der Sonne zustreben, wenn uns eine glänzende Himmelserscheinung dieser Art beschert werden sollte. Zu manchen Zeiten des Jahres häuft sich das Auftreten von Sternschnuppen und M e - teoren, wenn nämlich die Erde bei ihrem Umlauf um die Sonne die Bahn eines großen Meteorschwarmes kreuzt. Die Meteore eines solchen Schwarmes besitzen gleiche Richtung und Geschwindigkeit und scheinen daher alle aus derselben Himmelsgegend zu kommen. Man benennt sie nach dem Sternbild, von welchem sie auszustrahlen scheinen. Die bedeutendsten Schwärme sind die Lyriden und Virginiden um Mitte April, die aus der Leier (Lyra) und Jungfrau (Virgo) ausstrahlen; die Aquariden in der zweiten Julihälfte; die Perseiden vom 10. bis 15. August, die Leoniden Mitte November und die Geminiden Mitte Dezember. Von diesen Meteorschwärmen sind die Augustmeteore, die vom Perseus ausstrahlen, und die Novembermeteore, die aus der Gegend des Löwen kommen, am ergiebigsten und daher auch am bekanntesten. Das Aufleuchten dieser Meteore, deren Masse meist nur wenige Gramm oder Bruchteile eines Gramms beträgt, geschieht durchschnittlich in 130 Kilometer Höhe, ihr Verlöschen in 80 bis 90 Kilometer Höhe. Entwaffnende Logik. Als der Dichter Gaf P l a t e n in Erlangen studierte, geriet er einmal wegen eines persischen Wörterbuches in Schulden. „Weißt was", tröstete ihn sein Freund Döderlein, „da trinkst halt alle Tag a Maß Bier weniger." Unwirsch entgegnete der allen derben Genüssen abholde Dichter: „Ich trinke ja kein Bier." Darauf erwiderte Döderlein mit feiner entwaffnenden Logik: „Hab ich dir net immer gesagt, Platen, du sollst Bier trinken?! Jetzt wann du Bier tränkst, könnst dein Wörterbuch zahlen." Oer Fackelzug. Von J9.30 Uhr ab sammelten sich die Stürme der SA. und die übrigen Formationen der Bewegung an ihren Sammelplätzen und rückten von dort aus geschlossen zum Ausgongspunkt des Fackelzuges, zum Ludwigsplatz und seinen Nebenstraßen. Mit der SA. an der Spitze, setzte sich der Fackelzug gegen 20.15 Uhr in Bewegung. Das Feldzeichen der Standarte 116 und die Sturmsahnen der SA. waren zu einer geschlossenen Gruppe zusammengefaßt, der die Stürme in sturmbannweiser Gliederung folgten. Daran anschließend marschierten die übrigen Kolonnen, NSKK. mit Fahnen, die Fahnen der Ortsgruppen und DAF., die Kreisleitung, Politische Leiter, NSBO., Werkscharen, NSStB., HI. und Jungvolk mit ihren Föhnen, am Schluß die SS. Der Marsch ging vom Ludwigsplatz aus durch die Gartenstraße, Neuen Baue, Neuen Weg, Seltersweg, Frankfurter Straße, Alicenstraße, Bahnhofstraße, Neustadt zum Oswalüsgarten. Tausende von Volksgenossen säumten die Bürgersteige als stark interessierte Zuschauer und fanden sich dann auch zu der Schlußkundgebung aufOswalds- g arten ein. Hier waren die Marschkolonnen in weitem Viereck und mit einer großen Gruppe inmitten des Platzes aufmarschiert. Der Lichtschein der Fackeln bot hier ebenso ein schönes Bild, wie der Fackelzug durch die Straßen. Kreisletter Dr. Hildebrandt richtete an die Volksgenossen eine kurze Ansprache, in der er betonte, daß dieser Tag ein Tag der Freude, aber auch ein Tag der Dankbar- k e i t des ganzen deutschen Volkes sei. Die vom Führer vor vier Jahren vom deutschen Volke geforderte Frist zur Bekämpfung der deutschen Not und zur Lösung der dringendsten Probleme sei abgelaufen. Wir wüßten heute alle, daß der Führer mehr getan habe, als nur sein Wort zu erfüllen, daß er mehr leistete, als wir alle angenommen hätten. Wenn der Führer darauf Hinweise, daß sein Werk in erster Linie durch die Mitarbeit seiner Kämpfer und des ganzen Volkes zum bisherigen Erfolg gebracht werden konnte, so wüßten wir doch, daß all unsere Einsatzbereitschaft, all unser Wollen und Streben umsonst gewesen wäre, wenn der Führer uns nicht mit unerschütterlicher Zielsicherheit, mit seinem starken Glauben an Deutschlands Zukunft und mit seinem edlen Wollen geführt hätte. Deshalb sei es heute unsere Pflicht.dem Führer dankbar zu sein. Diese Dankbarkeit finde ihren Ausdruck darin, daß wir, wie in der Vergangenheit, auch in der Zukunft eisern zusammenstehen und in bedingungsloser Treue stets und überall dem Führer folgen, komme, was da wolle. Gewaltig brausten hierauf das vom Kreisleiter auf den Führer ausgebrachte Sieg-Heil und der Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes über den Platz. Damit hatte die Kundgebung ihren Abschluß gefunden. Die Ortsgruppen veranstalteten anschließend in vier Gaststätten noch Kameradschaftsabende. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Schwarzarbeit im Schuhmachergewerbe. Kreishandwerksmeister Stühler von der Kreishandwerkerschaft Gießen bittet uns um die Veröffentlichung nachfolgender Zuschrift: Die Nachkriegszeit mit all ihren unseligen Auswirkungen und einer sogenannten „Weltwirtschaftskrise" stürzte das deutsche Volk in eine soziale Not sondergleichen. Einstmals gesicherte Existenzen zerbrachen. Die Inflation nahm den meisten Kleinrentnern ihre sauer verdienten Notgroschen für den Lebensabend. Junge, arbeitshungrige Hände wurden durch verantwortungslose Regierungen und jüdische Freibeuter einer liberalistischen Wirtschaftsauffassung zum Nichtstun und Darben verurteilt. Das Arbeitslosenheer wuchs in den Jahren 1929 bis 1933 in die Millionen, und diejenigen, die noch einen Arbeitsplatz hatten, mußten verkürzt arbeiten, so daß die Kaufkraft des deutschen Volkes in den Jahren der schwarzroten Systemregierung beträchtlich sank. Kein Wmrder, wenn aus dieser großen Not heraus mancher Erwerbslose und auch viele schlechtbeschäftigte Volksgenossen einmal, um die vielen zwangsweise nutzlosen Stunden des Tages auszufüllen, und zum anderen, weil das Geld zur Auftragserteilung für den Handwerker einfach fehlte, selbst versuchten, „Schreiner, Spengler, Schuhmacher usw." zu sein. Ganz „Tüchtige" glaubten den Handwerker für den ganzen Bekanntenkreis ersetzen zu müssen. So entstand in dem damals politisch und wirtschaftlich zerrütteten Deutschland der Typ des Schwarzarbeiters, sich auswirkend als der Totengräber eines ehrsamen und bitter um seine Existenz ringenden Handwerkerstandes. Dieser Schwarzarbeiter ward aber auch gleichzeitig zum Feind des Staates, da er weder Steuern noch sonstige Abgaben aus diesen Arbeitserträgen abführte, hierzu oft stillschweigend die Arbeitslosenunterstützung weiterbezog und so dem, der ein Handwerk ordentlich gelernt hatte, einen Arbeitsplatz vorenthielt. Mit der Machtergreifung im Jahre 1933 durch unseren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler war für die zielbewußte nationalsozialistische Regierung die Schaffung von Arbeitsplätzen für die erwerbslosen Volksgenossen eine brennende Fruge geworden. Zug um Zug konnte man von Monat zu Monat ein Absinken der Erwerbslosenziffer feststellen. Die in Arbeit stehenden Volksgenossen zogen wiederum andere mit in den Arbeitsprozeß. Der wieder in Arbeit stehende Kamerad lernte erneut eine gute Werkmannsarbeit schätzen und war stolz darauf, auch wieder einem Handwerker einen Auftrag geben zu können. Handel und Handwerk lebten sichtbar auf; der Lebenswille dieser Berufszweige war plötzlich neu erwacht, und es begann, was jahrelang vermißt wurde: ein Wettstreit, qualitativ das Beste in fachlicher Hinsicht dem deutschen Volke zu geben. Dieser neue . Lebenswille gab der deutschen Wirtschaft einen neuen Auftrieb, das Handwerk bekam seine so lange ersehnte Gewerbeordnung. Durch die nationalsozialistische Regierung wurden Gesetze zum Schutze und zum vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks gegeben. Das Handwerk wurde so durchorganisiert, daß ein Selbständigwerden nur noch demjenigen möglich war, der seine Qualitäten mittels einer abgelegten Meisterprüfung bewies. Die Schwarzarbeit wurde unterbunden. Aber trotz aller Aufbauarbeit, trotzdem wir nur noch einen verhältnismäßig geringen Prozentsatz an erwerbslosen Volksgenossen haben, hinkt auffallenderweise das Schuhmacherhandwerk im Beschäftigungsgrad allen anderen Berufsschichten bedenklich nach. Halten wir uns einmal ein paar Stunden in einer Lederhandlung auf, dann stellen wir leider sehr oft fest, daß dort als Lsderkäuser nicht nur der zuständige, selbständige Schuhmacher zu finden ist, sondern auch leider oft der Beamte, Arbeiter usw. Wenn der Schwarzarbeiter als Volksschädling seiner entsprechenden Bestrafung zugeführt wird, ist das für jeden vernünftigen Menschen eine Selbstverständlichkeit. Nun fragen wir uns: Ist der Volksgenosse, welcher seine und seiner Familie Schuhe, um ein paar Mark Arbeitslohn für den gelernten Handwerker zu sparen, verpfuscht, nicht ebensosehr ein Saboteur des Arbeitsbeschaffungs- Programms? Diese Frage kann nur mit einem „Ja!" beantwortet werden, denn er verweigert durch das Selbstbesohlen seiner Schuhe, leider auch oft der seiner Verwandten, dem Arbeitskameraden des Schuhmacherhandwerks seinem ihm zustehenden Arbeitsplatz. Sagen wir nicht: Auf meinen Auftrag kommt es nicht an! Doch es kommt auf jeden Auftrag an, denn wirtschaftlich gesehen, leistet der Pfuscher dem deutschen Volk einen schlechten Dienst. Der Laie als solcher kann mit seinem Rohmaterial, dem Leder, nicht so sparen und zweckmäßig umgehen wie der Fachmann. Darum, deutscher Volksgenosse: Wenn es dein Wille ist, daß auch der letzte erwerbslose Kamerad Das fremde Gesicht Vornan von Garen. 31 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Der Bezirkskommissar hängte ab und ging händereibend durchs Zimmer. „Herr Kriminalrat Meixner wird sofort nach Marseille recherchieren, ob der Paß echt ist. Im Lauf des Nachmittags können wir schon Antwort haben. So lange bleibt der Mann da. Und behalten Sie ihn im Auge, damit er uns nicht auskommt, verstanden! Wer weiß, was wir da für einen Fang gemacht haben!" Drei Stunden später traf aus Marseille die Nachricht ein, daß der Paß Nummer 1131 gefälscht sein müsse. Der Inhaber des echten Passes war ein in der Umgegend von Marseille ansässiger Geflügelzüchter mit völlig anderslautendem Namen. Eine Mitteilung, die den Kriminalrat Meixner veranlaßte, sich diesen höchst zweifelhaften Herrn Bertrand schleunigst auf die Hauptpolizei kommen . Zu lassen, um ihn samt dem gefälschten Paß in Ruhe ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Der Paß mußte aus einer erstklassigen Firma stammen, wie Meixner nicht ohne Bewunderung für die saubere und exakte Arbeit feststellte, mit der alle diese Stempel und Unterschriften angefertigt waren. Selbst der geübteste Fachmann hätte ihre Echtheit nicht anzweifeln können. Wenn der Besitzer dieses vorzüglichen Dokuments ebenso undurchsichtig war, würde es eine harte Nuß zu knacken geben ... Aber schon nach den ersten Sätzen, die er mit Bertrand gewechselt hatte, war sich der Kriminalrat darüber im klaren, daß diese Nuß gar nicht so hart war, wie sie sich gab, daß sie zum mindesten eine weiche, allzu weiche Stelle hatte, wo man sie, wenn man sich nur darauf verstand, mit einem Daumendruck öffnen konnte. Der erfahrene Kriminalbeamte erkannte mit seinem in jahrzehntelanger Praxis geschärften Instinkt für den menschlichen Typus auf den ersten Blick, daß er es mit einem schweren Alkoholiker zu tun hatte. Und eben so genau wußte er auch, wie gering die moralische Widerstandskraft solcher Leute ist. Es entmutigte ihn nicht im mindesten, daß der beim ersten Verhör den Beleidigten spielte und sich hartnäckig weigerte, auf seine Fragen zu antworten. „Wir werden ihm die Zunge schon noch lösen", sagte er zu einem seiner Unterbeamten, dem Wachtmeister Schleh, als der Arrestant in seine Zelle abgeführt worden war. „Vor allem keinen Tropfen Alkohol, keine Zigarette! Morgen wird er schon zugänglicher sein, denke ich. Inzwischen ergibt sich vielleicht auch allerhand Neues." Krimmalrat Meixner war ein kleiner, sehr freundlicher Herr von gepflegtem Aeußeren, der die Verbrecher mit einer gewissen weitläufigen Vertraulichkeit behandelte unb mit dieser entwaffnenden Methode weit mehr Erfolge erzielte als die meisten seiner Kollegen mit der grimmigsten Strenge. Dabei verstand er das Handwerkliche seines Berufs aus dem Effeff und entfaltete eine unermüdliche Betriebsamkeit, wenn es galt, das rechte Fadenende eines besonders verwickelten Falles zu finden. Noch bis spät in die Nacht hinein beschäftigte er sich mit diesem Philippe Bertrand, von dem er jetzt, dank seiner eifrigen Arbeit, schon einiges mehr wußte, als was ihm das Protokoll des Bezirkskom- mrssars verraten hatte. Er machte in Gedanken Bilanz: Erstens also hatte die Anfrage beim Meldeamt ergeben, daß Bertrand in der Privatklinik eines Dr. Alland in Höttingen wohnte oder gewohnt hatte, und es bedurfte nur eines kaschierten Telephonanrufes beim Pförtner der Klinik, um festzustellen, daß diese Angabe stimmte. Zweitens war sein dreiviertelstündiges Ferngespräch mit der Berliner Kriminalpolizei ebenfalls nicht ergebnislos gewesen, denn es hatte zu der immerhin interessanten Entdeckung geführt, daß ein gewisser Richard Stubensand, auf den sowohl die Beschreibung des Paßbildes als auch die von Ina Lenk angegebenen Personalien stimmten, vor Jahren von der Berliner Polizei gesucht worden war wegen dringenden Verdachtes, an einem Tresoreinbruch beteiligt gewesen zu sein. Einer von der Bande, den man ein paar Monate nach dem Einbruch gefaßt hatte, war geständig gewesen und hatte unter anderem auch Stubensand als Komplicen angegeben. Man hatte indes die Recherchen einstellen müssen, da Stubensand inzwischen aus Berlin verschwunden und unauffindbar geblieben war. wieder in Arbeit und Brot kommt, wenn du sparen helfen willst an teueren Rohmaterialien, für die wir dem Auslande Devisen geben müssen, dann gib deine Aufträge dem hierfür zuständigen Handwerk; es wird es dir danken. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast: „Der lachende Dritte". — Lichtspielhaus: „Und Du mein Schatz fährst mit". — Oberhessischer Geschichtsverein: 20.15 Uhr im Kunsthistorischen Institut, Ludwigstraße 34, Vortrag von Prof. Dr. Stadelmann über „Unbekannte Friedensbemühungen im Weltkrieg". NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Bekr. LebensmittelOpferring der Ortsgruppe Gießen-Ost. Die Sammlung wird Dienstag, 2., und Mittwoch, 3. Februar, von der NS.-Frauenfchaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Cs wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Betr.: Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden ausgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. Februar täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37. Ortsgruppenführung Gießen-Süd. Am Dienstag, 2. Februar, Mittwoch, 3. Februar, Donnerstag, 4. Februar, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die WHW.- Pfundsarnrnluna statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten. Ortsgruppenabend der Frauenschast Sießen-Nord. Einen Vortragsabend veranstaltete die Frauen- schaft Gießen-Nord mit dem Frauenwerk im Burghof (Cafe Ebel). Der Abend stand unter dem Thema „Geschichte als Lehrmeisterin". Kreisschulrat Pg. N e b e li ng zeigte in zahlreichen Beispielen den geschichtlichen Werdegang des deutschen Volkes, die rassische Zusammensetzung, die den deutschen Menschen zum fleißigsten Bauern, zum strebsamsten Arbeiter, zum begabtesten Erfinder und ebenso zum schneidigsten Soldaten werden ließ. Das Aufwärts und Abwärts in der deutschen Geschichte, die kurzen Zeiten des Wohlstands, zu denen das Land durch bedeutende Herrscher geführt wurde, das alles zog in lebendiger Schilderung klar und eindrucksvoll an den Hörerinnen vorbei. Zuletzt sprach der Vortragende vom Führer, der 1918, als alles verloren schien, allein durch die Macht seiner Persönlichkeit und seines unerschütterlichen Glaubens an die schlummernden Kräfte aus Not und Hoffnungslosigkeit ein neues Deutschland schuf. Reicher Beifall dankte dem Redner, der es verstanden hatte, in allen Frauen Stolz und Vertrauen zu wecken. F. K. Stellt Schaufenster zur Verfügung! NSG. Die Gaujugendwaltung der DAF. erläßt gemeinsam mit der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel folgenden Aufruf an die Einzelhandelsgeschäfte. „Wir rufen hiermit zum dritten Male alle im Einzelhandel tätigen jungen deutschen Kaufleute zum Schaufen st erwettbewerb im vierten Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend in der Zeit vom 28. Februar bis 6. März 1937 auf. Wir erwarten von den Einzelhandelsgeschäften, daß sie ihre Schaufenster für diesen Wettbewerb zur Verfügung stellen. In diesem Schaufensterwettbewerb gibt die deutsche Jugend ihrem Willen Ausdruck/die politische Aufgabe unserer Zeit in ihrer Leistung und in ihrer praktischen Aufgabe zu gestalten. Den Lehrlingen und Junggehilfen aus dem Einzelhandel soll Gelegenheit geboten werden, nach eigenen Gedanken eine Schaufenstergestaltung durchzuführen und die Parole: „Wir werben für deut- Eine nicht zu unterschätzende Mitteilung, die zur Enthüllung des Rätsels „Bertrauo' wesentlich beitragen konnte, sobald die Identität dieses angeblichen Franzosen mit jenem Stubensand einwandfrei feststand. Kein Zweifel, daß das bald zu erreichen war! Aber da war noch ein Drittes, ein seltsam dunkler Punkt, der den an sich nicht ungewöhnlichen Fall merkwürdig komplizierte. Da war dieser Brief, den man bei Bertrand gefunden hatte, als man ihm im Arrest seine Sachen abnahm. Wachtmeister Schleh hatte beobachtet, wie der Häftling den Versuch machte, diesen Brief verschwinden zu lassen, der, noch unfrankiert und mit dem Vermerk „Einschreiben" versehen, an einen Mann mit Namen Gallatin in Genf, „Hotel du Lac", gerichtet war. Ein in mangelhaftem, von orthographischen Fehlern wimmelndem Französisch abgefaßter Privatbrief, in welchem Bertrand seinem Freund Gallatin gelinde Vorwürfe machte wegen irgendeines nicht näher bezeichneten „Geschäftes", das Gallatin ihm und sich selber „mit seiner Inkonsequenz" verdorben habe. Und dann hieß es wörtlich weiter: „Es wäre doch eine Dummheit, wenn man die Verbindung nicht ausnützen würde, so was findet sich nicht alle Tage. Du wirst schon sehen, wie dieser Dr. A. kuschen wird, wenn's drauf ankommt. Wir haben ihn ja in der Hand ..." Dieser Passus war es, der Kriminalrat Meixner eine schlaflose Nacht bereitete. Als er am nächsten Morgen gegen neun sein Büro betrat, war sein erstes Wort an den Wachtmeister Schleh: „Fragen Sie mal nach, ob wegen dieses Bertrand eine Aogängigkeitsanzeige gemacht worden ist." Er rieb sich vor dem Ofen die von der Kälte steifen Finaer und setzte sich dann in seinen bequemen Schreibtischstuhl. „Nun, was macht unser Pensionär?" Schleh grinste vergnügt. „Ich glaube, er wird schon mürbe, Herr Kriminalrat. Er hat's heute morgen schon mit dem Heulen bekommen, weil wir ihm den Kognak verweiaert haben, den er sich zum Frühstück bestellt hat. Kognak — auf nüchternen Magen — brr!" Der Wachtmeister schüttelte sich. "Jetzt spielt er den Mißhandelten, flucht und schimpft und heult und simuliert Ohnmächten, damit wir uns erbarmen sollen." sches Gut und deutsche Leistung" sinnfällig und wir. kungsvoll zum Ausdruck zu bringen." Verbilligter Zucker für Imker. Fwd. Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat auch für das Jahr 1937 einen Betrag in Höhe bis zu 1,5 Mil- lionen Mark für die Zuckeroerbilligung für Imker zur Verfügung gestellt. Nähere Einzelheiten über die Durchführung der Zuckeroerbilligung sind nach einer Bekanntmachung des Landesbauernführers für Hessen-Nassau von dem Vorsitzenden der Orts, sachgruppe Imker, ober, falls ein solcher nicht vorhanden ist, von dem Landesgruppenvorsitzenden Imker, zu erfahren. Jeden Tag eine Kleinigkeit sparen! Das Streben unzähliger Volksgenossen geht dahin, sich eine kleine Geldrücklage für unvorhergesehene Zwischenfälle zu schaffen. Die Bildung von Er- sparnifsen setzt jedoch eine Lebenshaltung voraus, bei der Kleinigkeiten zurückgelegt werden können. Großes Einkommen bietet keine unbedingte Gewähr dafür, daß in jedem Falle Sparbeträge auch tatsächlich erübrigt werden. Anderseits zeigt gerade das Anwachsen der Spareinlagen, daß es nicht zuletzt die Bezieher kleiner Einkommen sind, die Pfen- nig auf Pfennig und Mark auf Mark zurücklegen. Wer sparen will, muß jedenfalls zuvor gelernt haben, sparsam zu wirtschaften. Nicht nur für größere Ausgaben, denen sich der einzelne gegenübersieht, gilt dies, sondern gerade auch für die all- täglichen Dinge; z. B. lassen sich bei planmäßigem Reinigen der Möbel, der Kleider und des Fuß. badens Beträge sparen. Auf zweckmäßigen Einkauf in größeren Mengen in Jahreszeiten, die eine be- sonders reichliche Versorgung und darum niedrigere Preise mit sich bringen, muß derjenige bedacht fein, dem es ernsthaft um beharrliche Mehrung seines Sparguthabens zu tun ist. Fast alle Nahrungsmittelreste lassen sich bei geschickter Zubereitung und Zurichtung restlos verwerten und helfen damit das oft spärliche Wirtschaftsgeld zu strecken. Bei ein wenig Ueberiegung vermag jeder im Bereich feines Geldbeutels unzählige Möglichkeiten ausfindig zu machen, die einer sparsamen Wirtschaftsführung zugute kommen und damit Rücklagenbildung zum eigenen Besten und dem der Gesamtheit ermöglichen. ** Ei n Fünfundsiebzigjähriger. Der Zugführer i. R. Heinrich Krämer, Gnauthstr. 22, kann am morgigen Dienstag, 2. Februar, in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag feiern. ** Ein Siebzigjähriger. Heute, Montag, 1.Februar, kann der Bäckermeister August Dei- bei, Neuenweg, in ausgezeichneter körperlicher und geistiger Frische feinen 70. Geburtstag feiern. Der Jubilar erfreut sich in weiten Kreisen der Bevölkerung infolge seines sympathischen Wesens größter Wertschätzung. ** Eine Sechzigjährige. Am 3. Februar kann Frau Elisabeth Stein, geb. Vmner, Löber- straße 7, in voller Gesundheit ihren 60. Geburtstag feiern. Rundfunkproaramm Dienstag, 2. Februar. 6 Uhr: Larghetto, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sperrzeit wegen Antennenarbeiten im Sendebezirk des Reichssenders Frankfurt. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Schneebericht. 13.15: Mittagskonzcit. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Frauenfunk: ...aber — abergläubisch bin ich wirklich nicht! 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Ein Flügeladjutant reitet gen Westen! Lebensbild um Friedrich Wilhelm von Steuben. Aufgezeichnet von Hugo Heffter-Basil. 17.45: Theaterbesuch in Peking. Eine Plauderei. 18: Konzert. 19: „Der Kongreß tagt..." Hörbilder aus den Gründ erfahren der Vereinigten Staaten von Nordamerika. 19.30: Kampf dem Verderb! Bericht von der „Grünen Woche Berlin 1937". 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Im Tanzschritt durch Jahrhunderte. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Nachrichten der DAF. 22.20: Echo vom Internationalen Reit- und Fahrturnier. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Deutsche romantische Musik. Der Kriminalrat nickte befriedigt. „Sehr gut, das ist das letzte (Stadium vor der Kapitulation. Bis spätestens heute abend, schätze ich, wird er reif sein zum Verhör ... Haben Sie die Lenk für neun Uhr bestellt?" „Ist schon da, Herr Kriminalrat." „Dann lassen Sie sie nur gleich rein ... Also — wegen der Abgängigkeitsanzeige und — ja, sehen Sie auch gleich drüben nach, ob es einen Personal« akt ,Alland' gibt. Alland, Dr. meb." Meixner machte eine entlassende Handbewegung. Gleich darauf wandte er sich Ina Lenk zu, die blaß und übernächtig, aber mit merkwürdig gesammeltem Gesichtsausdruck an dem Wachtmeister vorbei in das von frostigem Morgenlicht erfüllte Zimmer trat. Es entging dem Kriminalbeamten nicht, daß seit dem Vortag eine Veränderung mit dem Mädchen oorgegangen war. Sie schien ihm heute viel ruhiger, von einer seltsam gespannten, fast unnatürlichen Ruhe, als horche sie über die Gegenwart hinweg auf etwas noch Entferntes, Kommendes. „Haben Sie mir den Zettel mitgebracht, den Sie damals in Berlin nach Stubensands Verschwinden in Ihrem Briefkasten fanden?" fragte Meixner. Ina nickte gehorsam und reichte ihm das vergilbte Papier. Der Kriminalrat suchte nach seinem Zwicker. „Kein Datum natürlich. Sagen Sie, Fräulein Lenk, erinnern Sie sich zufällig noch genm- an welchem Tag Sie Ihren Verlobten zum le^f ral gesehen haben? Das Jahr wissen wir ja schon " Ina lächelte geringschätzig über die Zumutung, daß sie dies schwerwiegende Datum vergessen haben könnte. „Es war am 20. August — an einem Samstag", erklärte sie ohne Besinnen. „So, wissen Sie das genau?" Meixner blätterte in dem vor ihm liegenden Akt und richtete dann seine funkelnden Zwickergläser auf das ihm gegen« Überfitzende Mädchen. „Am 21. August gleichen Jahres, an einem Sonntag also, war der große Tresoreinbruch bei der Berliner Handelsbank, bei dem die Einbrecher noch im letzten Augenblick versprengt wurden und zum Teil flüchten gehen konnten. Ich muß Ihnen leider den Kummer machen, Fräulein Lenk, daß Ihr Schicksal mit diesem Bankeinbruch in ziemlich direkter Verbindung steht." (Fortsetzung folgt!) rger. Di; ^authstr.y , in förpc ®eburtsk: let. tz 'Ä *lni Hqa Ä ,aren! P* d«hj, "aetf; °°n 6 'S.totoit /""Hit J’fle Qu: ei9t gerQb . :s««4> j Oie I or öelerr - In?Ur j ur oie c[. ! des U en Sinti ,Ie eine ’ niedrig 'edocht . ^rungs-, feitung uni damit b(i-: ■ Sei ein M feinet «g zu 'Nwng oung zun :,t ermög: ie, Monte: Wst Sei. körperliche skag feien sen der $ len Weier OJl.-'fpOTt Kie Sfimeisterschasten ber@ouei2/13 Nach der feierlichen Flaggenhissung, die auch den Auftakt zum zweiten Tage der Ski-Meisterschaften d r Gaue XII und XIII in Gersfeld bildete, wurden i: Staffelläuse über 4 mal 10 Kilometer durchge- s ihrt, für die das Schützenhaus oberhalb von Gers- f d Start und Ziel bildete. Die Schneeverhaltnifse waren vortrefflich. Aus dem ungemein spannenden fiimpf, Äer sich auf der ganzen Strecke entwickelte, tfig die erste Mannschaft des Wintersport-Vereins Gersfeld als Sieger hervor. Die erfolgreiche Mann- ä-aft setzte sich aus den vier SA.-Läufern des Lurmes 5/418 Knittel, W. Hofmann, Willi ch l e i ch e r und Otto Baier zusammen, die nicht u?niger als fünf Minuten Vorsprung herausholen kennten. Nur eine der sieben gestarteten Mann- sc asten schied vorzeitig aus der Konkurrenz aus. Die beste E i n z e l l e i st u n g vollbrachte der j ifteler Läuser Riebeling mit 37:38 Minuten f r die 10 Kilometer lange, an Höhenunterschieden nichen Strecke, während der Gersfelder Otto ^aier gleichfalls als Schlußmann ferner Staffel :27,05 Minuten benötigte. Am dritten und letzten Tage der Ski-Meister- f (haften der Gaue Süd west und Hessen wurde der 1 arlauf und der Sprunglauf am Simmelsberg bei l ersfeld in der Rhön ausgetragen. Die Schnee- -rhältnisfe waren nicht mehr besonders günstig. ! ie Organisation durch das Gaufachamt und die A.-Einheiten war wieder mustergültig. Meister für 1937 in der Kombination Sprung- !nb Langlauf wurde Siegfried Hofmann '.3SV. Gersfeld, SA.-Sturm 5/418). Den zweiten latz belegte Schneider vom Rhön-Club Frank- irt a. M. vor E. Schleicher (WSV. Gersfeld, SA.- Cturm 5/418). Sieger in Klaffe 3 wurde Mathias Cm Rhön-Club Frankfurt a. M. In der Kombi- ation Abfahrts- und Torlauf errang urg ft einer vom Ski-Club Gießen den ' itel eines Gaumeisters 1937. Hinter ihm nimmt 1.. Schleicher (WSV. Gersfeld, SA.-Sturm 5/418) ! n zweiten Rang ein und Schneider (Rhön-Club ! ^ankfurt a. M.) steht an dritter Stelle. Abfahrts- itb Torlauf-Siegerin bei den Frauen wurde nneliese Hillebrandt vom Ski-Club Fulda, ei den Jungmannen holte sich im Spezial- runglauf Petermann vom Taunus - Bund rankfurt a. M. den ersten Platz; gleichzeitig wurde etermann auch Kombinationssieger. Skimeisterschasten der deutschen Hochschulen. In Oberammergau wurden am Samstag die :ki-Meisterschaften der Deutschen Hochschulen mit :m 18-Kilometer-Langlauf fortgesetzt. Da die besten Oie II. Reichs-Skiwettkämpfe der HI. Der Geländelauf am Donnerstag. Der erste Kampftag im Rahmen der Zweiten Reichs-Skiwettkämpfe der HI. in Bad Reichenhall begann sehr vielversprechend. Nachdem am Abend des Vortages der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, im festlich geschmückten Kurpark die feierliche Eröffnung der Veranstaltung vorgenommen hatte, kam am Donnerstagvormittag der einleitende Geländelauf der HI. zur Durchführung. Die sechs Kilometer lange Strecke mit Start und Ziel am Hotel Forst führte über verschiedene Hänge nach Bayrisch-Gmain. Die Strecke selbst stellte an die jugendlichen Läufer erhebliche Anforderungen. 400 Teilnehmer stellten sich dem Starter Franz Miller. Kurz vor dem Ziel mußte eine Kleinkaliber-Schießübung abgelegt werden. Jede Mannschaft bestand aus fünf Läufern, insgesamt nahmen 40 Mannschaften in drei Gruppen den Kampf auf. Wie erwartet vollbrachte die Mannschaft des Gebietes Hochland in der Hochgebirgsgruppe die beste Leistung, aber auch die übrigen Mannschaften wiesen beachtliches Können auf. Die Abfahrtsläufe. Am Nachmittag wurden die Abfahrtsläufe abgewickelt. Die drei Kilometer lange Strecke vom Predigtstuhl wies ein sehr starkes Gefälle auf und war durch den glatten und ausgefahrenen Schnee sehr schwierig. Dennoch wurden recht ansprechende Zeiten erzielt. Am besten schnitt auch hier wieder das Gebiet Hochland ab, das in der Hochgebirgsgruppe in Gantner, Guggenbichler und Haberl die drei Besten der Einzelwertung stellte. In der Mittelgebirgsgruppe gefiel der Niederrheiner Dübgen sehr gut. Den Sieg holte sich hier das Gebiet Kurhessen. Torlauf des VD7N. Am Freitag wurde der Torlauf des BDM. abgewickelt. In Anwesenheit des Reichsjugendführers Baldur von Schirach und seines Beauftragten für die körperliche Jugendertüchtigung, des Reichssportführers von Tfchammer und Osten gab es bei dem wegen Schneemangels auf den 1600 Meter hohen Predigtstuhl verlegten Wettbewerb spannende Kämpfe bei einer sehr großen Beteiligung. In zwei Gruppen gingen insgesamt 105 Mädel an den Start. 60 von ihnen gingen über die große 500 Meter lange Strecke mit 14 Toren, der Rest über die kleinere Strecke mit acht Toren. In Front war wiederum Obergau Hochland, doch zeigten auch die Obergaue Baden, Württemberg und Schlesien recht gute Leistungen. Die Tagesbestleistung erzielte auf der großen Strecke Lang (Hochland) in 1:52.6 Minuten. > 3. ftebnir iner, Ä . Geburt-!:: m. naftif. ft djten. A* mnenarbft Frankfurt id) aus heu ttagskonz:!: int euch ci: u Gast! 15: ... aber- llachmittW gen Weju/ in Stecke 17.45: > 18: te er aus » i von M Bericht v: 0: Der P chten. 20.1l' >: Wadjrii leichten br i Reit- uii usik. 24 bk M. _ A gut 1‘ Mion. » er reif fs ir neun W ...Also- - ja, W >n Person rutschen Studenten schon nach Zell am See ab- :reift sind, war der Ausgang ziemlich offen. Am rsten schnitten die Münchener Gebr. Walter und orl Ringer ab. Am dritten Tag der deutschen Hochschulmeister- yaften begann schon um 8 Uhr früh der Torlauf. :ier war Christ! Cranz nicht zu schlagen, die Ibst die Männer — denn beide Torlaufstrecken ?aren gleich lang — hinter sich lassen konnte. Jns- irsamt nahmen an diesem Wettbewerb 30 Winter- porUer teil. Kurz vor Mittag gingen 20 Springer ir» ei mal über die Schanze, wobei sich W ö r n e r München) als Bester erwies. Er sprang 40 Meter. Jer Nachmittag sah sechs Mannschaften zum I !X 10-Kilometer-Staffellauf am Start, zu dem die :anglaufstrecke bei Ettal ausersehen war. Hier lief ne Technische Hochschule München die weitaus beste Nannschaftszeit. Walter Ringer (München) als kinzelläufer erreichte mit 35:39 die schnellste Zeit ür 10 Kilometer. Nie Ereignisse n Garmisch-Partenkirchen. Zwischen den beendeten Eishockeykämpfen und en erst am Samstag ihren Fortgang nehmenden Ckiwettbewerben wandte sich am Freitag das Jnter- fte der zahlreich in Garmisch-Partenkirchen versam- iielten Zuschauer den Ereignissen auf und über dem Ueßer-See zu. Willi Sanbner wieder Schnellauf-Meister. Als dritter zur Deutschen Meisterschaft im Eis- chnellaufen zählender Wettbewerb wurde der 1500- lleter-Lauf durchgeführt, der wie die tags zuvor gerufenen Strecken von 500 und 10 000 Meter eine Beute des Münchener Titelverteidigers Sandner mürbe. Sein scharfer Rivale Heinz Games (Ber- in) belegte den zweiten Platz. Die 5 0 0 0 Meter telen dann an den Berliner Barwa, während hier Meister Sandner nur den vierten Platz belegen konnte. Doch genügte ihm sein bis dahin bestehender Vorsprung, um mit 210,773 Punkten vor Sarnes, Barwa und May (alle Berlin) seinen deutschen Meistertitel erfolgreich zu verteidigen. ichtett W ’M & der h „ r«5 ibbenjegui -u, die bll I gesamt .jster Dorh lte 3^ cht, W m W** nie! rubf nnatürli®1' »art ** o danial- i in Ina w e Micken . e, Fron' gen"" ‘ « lew ? ja „Wetterslein" vor „Werdenfels". Das Frostwetter hatte bewirkt, daß die Bobbahn örter und dadurch „schneller" geworden war und » kamen die Viererbobs am Freitag im Rennen m den Wanderpreis des Deutschen Bob-Verbandes icht an den Bahnrekord von 1:18,6 heran, den im I Borjahre bei den Olympischen Winterspielen der Schweizer Capadrutt aufgestellt hatte. Der Haupt- ompf spielte sich zwischen den beiden deutschen Ma- chinen „Wetterstein" und „Werdenfels" ab, von enen schließlich „Wetterstein" mit der Mannschaft Kousfell-Goldbrunner-Dirnich-Kemser mit 1:20,03 md 1:20,06 für die beiden Fahrten und einer Ge- amtzeit von 2:40,09 Minuten siegte. Hans Kilian »ar wieder nicht am Start. Die Oesterreicher konn- rn sich mit den Tücken der Bayernkurve nicht ab» inben. ♦ ^In Garmisch-Partenkirchen wurde am Samstag im Rahmen der Internationalen Winter- oortwoche der 18-Kilometer-Langlauf entschieden. 3on 48 gemeldeten Läufern fanden sich 38 am Start im Olympia-Eisstadion ein. Sieger wurde 'er Norweger Sigurd Röen in 1:05:59 vor Willi 3 ogner - Deutschland (1:07:35) und M. Fo s- e id e-Norwegen (1:07:47). * Birger Ruud, der norwegische Springerkönig und Olympiasieger, gewann am letzten Tage der aternationalen Wintersportwoche in Garrnisch-Par- inkirchen den Spezialsprunglauf vor Sörensen und ^afelberger. Die zweitbeste Note des Tages erreichte \er Oesterreicher Bradl, der bei den Jungmannen kartete und gewann. Die Kombination Lang- Sprunglauf gewann der Norweger Sigurd R o e n ior feinem Landsmann Busterud und den Deutschen Willi Bogner- München. Mit dem Torlauf gingen die 2. Reichsski- wettkämpfe des HI. in Bad Reichenhall zu Ende. Wie erwartet, fetzte sich in sämtlichen Altersklassen bei der Wertungsgruppe Hochgebirge des Gebiet Hochland erfolgreich durch; bei der Mit- telgebirgsklaffe waren Kurheffen und Franken am besten. Die Ereignisse des Wintersportes. Sächsischer Skimeister wurde Gesr. Hunger vor Hans Leonhardt und Feldwebel frommer. Hunger hatte im Lang- und Sprunglauf der als Generalprobe zu den Deutschen und Heeres-Skimeisterschasten in Altenberg abgewickelten Meisterschaften jeweils den 7. Platz belegt. Günther Meergans holte sich in großem Stile die schlesische Skimeisterschaft. Nach seinem Sieg im fiangtauf holte er sich auch das Springen zur Kombination und schließlich dazu noch den Spezialsprunglauf. In Augsburg wurden nach mehrmaliger Verlegung endlich die bayerischen Eisschnelllauf-Mei st erschasten entschieden. In allen Klassen setzten sich die Läufer des Münchener Eislauf-Vereins erfolgreich durch. ♦ Bei dem Eisschnellauf-Europa- bzw. Weltmeisterschaften in Davos gab es zahlreiche neue Weltrekorde. Die Norwegerin Laila Schon Nielfen holte sich sämtliche Titel über 500, 1000, 3000 und 5000 Meter in neuer Weltrekordzeit und wurde damit Weltmeisterin. Bei den Männern wurde Staksrud, der über 1500 Meter einen neuen Weltrekord aufstellte, Europameister. — England gewann in Cotina d'Ampezzo die Zweierbob-Weltmeisterschaft mit der Mannschaft McAvoy-Black. 20. Deutsche Rodelmeisterschaften. Auf der 2000 Meter langen Hochwald-Naturbahn bei Oybin wurden am Sonntag die 20. Deutschen Rodelmeisterschaften vor über 1000 Zuschauern durchgeführt. Die Beteiligung war außerordentlich gut, neben 30 Sachsen und Schlesiern waren über 40 Sudetendeutsche über die nahe Grenze gekommen. Wie nicht anders zu erwarten war, zeigten sich die Schlesier erneut als die Beherrscher dieses wahren Volkssports und entführten sämtliche Meistertitel in ihre Riesengebirgsheimat. In den internationalen Wettbewerben teilten sich die HDW.-Vereine aus Reichenberg und Morchenstern in die Erfolge. Deutscher Sieg im „Preis der nationalsozialistischen Erhebung". Vor vollbesetztem Hause wurde am Sonntagabend in der Deutschlandhalle der „Preis der nationalsozialistischen Erhebung" mit dem zweiten Jagdspringen entschieden. Der wertvollste Wettbewerb des gesamten Turniers erbrachte einen deutschen Sieg von „Alchimist" unter Oberleutnant Brinkmann, der als einziger Teilnehmer aus beiden Springen fehlerlos hervorgegangen war. Hinter ihm belegte „Fridolin" (Rittm. Kurt Haffe) und der Franzose „Volant III" die nächsten Plätze. Der Abschluß der deutschen Hallen- tennismeisterschasten. In Bremen gingen am Sonntag die 22. Internationalen Hallentennismeisterschaften von Deutschland zu Ende. Im Männer-Einzel schaltete G. von Cramm im Endspiel Henner Henkel 6:4, 6:1, 3:6, 6:3 aus, während bei den Frauen Frau Sperling mit 6:1, 6:2 über Frl. Zehden triumphierte. Das Männer-Doppel gewannen von Cramm- Henkel 6:2, 6:4, 6:4 gegen Fisher-v. Metaxa, Jedrzejowska-Zehden siegten im Frauen- Doppel gegen Sperlmg-Porke 6:0, 6:2 und Frau Sperling-Henkel kamen im Gemischten Doppel kampflos zum Titel. „Waffersreunde" Hannover Deutscher Wafferballmeister. Am Samstag und am Sonntag standen sich in Hannover die 4 Gruppensieger — Wasserfreunde 98 Hannover, Weißenfee 96 Berlin, Duisburg 98 und München 99 — zum Endkampf um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft gegenüber. Ein Zeichen für die Ausgeglichenheit unserer Spitzenvereine war der Schlußstand, nach dem Hannover, Weißensee und Duisburg mit je 4:2 Punkten gleichstanden. Nur München verlor sämtliche Begegnungen. Den Ausschlag gab das Torverhältnis zugunsten Hannovers. Die Wassersteunde wurden damit Meister vor Weißensee, Duisburg und München. Hessen schlug Westfalen im Gau-Geräteturn-Wettkampf. Am Sonntag standen sich in Limburg die Turner-Gaumannschaften von Hessen und Westfalen in einem Wettkampf gegenüber. Nach einem Dieb vortrag am Vormittag begann nachmittags der eigentliche Wettkampf nach Begrüßungsworten durch Kreisleiter, Bürgermeister Hallender (Limburg). Für die beiden Gaue dankten Gauoberturnwart E i ch h o f f (Lüdenscheid) und der stellvertretende Gaufachamtsleiter Schäfer (Kassel). Der Gau Hessen konnte einen verdienten Sieg mit 1069,7:1059,4 Punkten erringen. An den einzelnen Geräten wurden folgende Ergebnisse erzielt: Westfalen: Pferd längs 196,4; Ringe 182,9; Barren 193,7; Pferd quer 180; Freiübungen 206,3; Reck 199. Hessen: Pferd längs 183,4; Ringe 187,4; Barren 200,9; Pferd quer 194,1; Freiübungen 200,2; Reck 198,9. Bester Einzelturner war Fink (Kassell mit 113,5 Punkten vor Schmeifing (Kassel) 112,3 und Frisch (Eichen) 111,9 Punkte. (Ein ausführlicher Bericht folgt.) Fußball der Gauliga-Mannschaften. Gau Hessen: Hessen Bad Hersfeld — Germania Fulda ausgefallen; Kurheffen Marburg — SC. 03 Kassel 1:7; Spvg. Niederzwehren — 1. FC. Hanau 1893 0:0; Kewa Wachenbuchen — VfB. Fried- berg ausgefallen. Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — War- matia Worms 2:2 (abgebr.); Kickers Offenbach — Union Niederrad 2:5; Sportfr. Saarbrücken — FV. Saarbrücken 0:2; FK. Pirmasens — SV. Wiesbaden ausgefallen; Borussia Neunkirchen — FSV. Frankfurt 1:1. Gau Bayern: VfB. Jngolstadt-Ringfee—BC. Augsburg 3:5. Ergebnisse der Bezirksklasse. Gestern wurden in der Bezirksklasse des Bezirks Gießen nur zwei Spiele ausgetragen, deren Ergebnisse aber mit besonderer Spannung erwartet fein dürften. Der Kampf Sinn — Lollar endete mit einem Unentschieden von 4:4 Toren. Die Auseinandersetzung zwischen Dillenburg und SV. 05 Wetzlar in Dillenburg endete mit einem Siege der Wetzlarer von 2:3 Toren. Deutschland-Holland 2:2. Eine Minute vor Schluß fiel der Ausgleich. Das hätten die 62 000 im Düsseldorfer Rheinstation doch nicht geglaubt, als Deutschland eine Viertelstunde vor Schluß des 15. Fußball-Länder- kampfes gegen Holland mit 2:1 führte und ganz überlegen immer neue Angriffe vor Hollands Tor schickte. Und doch — eine Minute vor Schluß machten die Holländer uns einen Strich durch die Rechnung. Ein schneller Vorstoß brachte ihnen den Ausgleich. Schon ab 12 Uhr mittags herrschte im Stadion Hochbetrieb. Rund 16 000 holländische Schlachtenbummler wollten ihrer Mannschaft einen starken Rückhalt geben. Vor 62 000 Zuschauern pfiff der französische Schiedsrichter ßeclercq das Spiel an, zu dem sich folgende Mannschaften stellten: Deutschland: Jakob; Janes, Münzenberq; Gellesch, Goldbrunner, Kitzinger; Lehner, Hohmann, Friedel, Szepan, Günther. Holland: Halle; Wilders (Ersatz für Weber), Caldenhove; Paauwe, Anderiesen, van Heel; Wels, Spaandanck, Bakhuys, Heetjans (Ersatz für Smit), van Nellen. Mit leichtem Wind im Rücken wehren die Deutschen den ersten gefährlichen Angriff Hollands ab. Dann geht unsere Fünferreihe vor. Doch sind zunächst alle Spieler ziemlich unsicher; selbst szepan kann sich erst langsam mit dem glatten und tiefen Boden abfinden. Schließlich aber rollt der deutsche Angriff. Günther und Szepan spielen sich glänzend in den gegnerischen Strafraum, wo Hollands ausgezeichnete Verteidigung sicher abwehrt. Goldbrunner wird bei einer Verteidigung von Jakob umgerissen und etwas verletzt; doch hält der Münchener durch. Von Sprechchören begleitet, gehen die Abschläge des Regensburgers bis fast an den gegnerischen Strafraum. Aus der Torlinie kann Anderiesen einen von Halle verfehlten Flankenball Lehners gerade noch vor dem heranbraufenden Günther retten. Deutschland wird klar überlegen. In der 26. Minute geht unsere Elf in Führung. Friedel spielt Günther frei, paßt diesem zu, Günther schießt gegen die Latte und Lehner köpft den ab- prallenden Ball ins Netz. Deutschlands Außenläufer gehen immer weiter nach vorn. Hollands Spiel wird nur dank der aufopfernden Arbeit feiner Läuferreihe gehalten. Dann fällt überraschend der Ausgleich in der 40. Minute. Aus einem Getümmel vor dem deutschen Tor heraus lenkt Spaandonck den Ball über die Linie. Nach dem Wechs-el ebbt das Spiel langsam ab. Auf deutscher Seite verpaßt Friedel die schönsten Gelegenheiten. Aber auch Hollands Fünferreihe ist nicht mehr so gefährlich. Da ist es roieber Lehner, der eine feiner wunderschönen Flankenläufe mit dem zweiten Tor abschließt. Immer stärker drückt jetzt unsere Elf. Mit einemmal ist wieder die Spannung da; die Zehntausende gehen begeistert mit. Deutschlands Sturm läßt einige gute Gelegenheiten vorüber. Einen Augenblick wird unsere Abwehr bei der drückenden Überlegenheit leichtsinnig, und schon ist der Ausgleich da. Eine Minute vor Schluß verwandelt Spaandonck eine schöne Vorlage van Heels: 2:2. Von den deutschen Spielern war die Abwehr ausgeglichen und im allgemeinen gut, bis auf den einen leichtsinnigen Augenblick, der uns allerdings den Sieg kostete. In der Läuferreihe hielt Goldbrunner trotz feiner Verletzung tapfer durch, unterstützt von Gellefck und Kitzinger. Ausgesprochen schwach war Friedel im Sturm, viel zu langsam und unsicher im Schuß. Szepan wieder der Dirigent des Angrifts, dessen gefährlichster Mann Lehner. Auch Günther hiell sich gut. Hohmann hatte viel Pech mit seinen Schüssen. Die größte Leistung bot wohl die holländische Läuferreihe, die den mitunter starken deutschen Druck immer glatt überstand und für ihren Sturm Luft schaffen konnte. Der Angriff Hollands war äußerst gefährlich, aber es wirkte sich doch das Fehlen von Smit nachteilig aus. Bakhuys verteilte großartig die Bälle und fand in Wels und van Nellen beste Unterstützung. In der Verteidigung war Wilders ein glänzender Ersatz für Weber, ergänzte sich gut mit Caldenhove. Halle hielt prächtig, beim zweiten Tor hatte er Pech. G Hier abschneiden! Verstopfung 549 Verwandlungsmöbel und in Kästen mit Schubladen aufbewahrt, die man selbst basteln kann. Verstopfung, verzögerte Darmentleerung, hervorgerufen durch Darmträgyeit oder ungenügende Füllung des Darmes, aber auch bei akuten Krankheiten. Wer zur Verstopfung neigt, sollte sich vor allem angewöhnen, jeden Tag zur gleichen Zeit eine Darmentleerung zu versuchen, wenig Fleisch, dagegen viel Gemüse und Obst essen. Stopfende Nahrung wie Kakao und Schokolade meiden, ebenso Rotwein. Abführmittel nicht zu häufig nehmen, da sich der Darm allmählich an den Gebrauch gewöhnt und von alleine überhaupt sich nicht mehr entleert. Wenn man für die Dauer ein Abführmittel nehmen will, so eignet sich am besten Paraffinöl und dgl. Bei längerdauernder Verstopfung ebenso wie bei plötzlich auftretenber, mit Übelkeit verbundener Verstopfung. läßt man sich am besten ärztlich untersuchen, damit nicht ein ernsteres Leiden übersehen wird Vertikal, lat., entbehr!. Fremdwort für senkrecht, lotrecht. Vertrag. Einen Vertraa kann man regelmäßig mündlich schließen; nur in besonderen Fällen ist Schriftlichkeit oder gerichtliche oder notarielle Beurkundung erforderlich ; z. B. Miete von Grundstücken über 1 Jahr, Kaufvertrag über ein Grundstück. Annahme an Kindesstatt usw. Wer die ihm nach dem Vertrag obliegenden Leistungen nicht erfüllt, muß dem anderen den durch die Nichterfüllung entstehenden Schaden ersetzen. Erfüllt der Gegner den Vertrag seinerseits nicht, so kann man vom Vertrag nach vergeblicher Fristsetzung zurücktreten oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung verlangen. S. Miete, Dienstvertrag, Anfechtung, Genehmigung, Kündigung, Irrtum, Drohung, Schein, Scherz. Vertretung. Bei Vornahme von Rechtsgeschäften kann man sich meist durch einen Bevollmächtigten vertreten lasien (nicht zum Beisp. bei Heirat). Der Bevollmächtigte muß geschäftsfähig sein. Die Erklärungen des Bevollmächtigten (Vertreters) haben unmittelbare Wirkung für und gegen den Vertretenen. Der Vertragsgegner kann die Vorlage einer schriftlichen Vollmacht verlangen. S. a. gesetzlicher Vertreter. Verwachsungen kommen manchmal nach Bauchoperationen vor. so nach Blinddarm- und Unterleibsoperationen, besonders wenn es sich um Eiterungen handelt. Oft sind solche Verwachsungen die Ursache von mannigfachen Beschwerden wie Kreuzschmerzen, Leibschmerzen, Stuhlträgheit usw. Beseitigen lasien sich die Beschwerden in ärztlicher Behandlung durch Wärmeanwendung in Form von Diathermie oder Moorbädern, unter Umständen ist nochmalige Operation nötig. Berwandlungsmöbel, Betten, die am Tage in einen Divan oder Schrank verwandelt werden können. oder Waschtische, die auf- Unser Groß-Einkauf- ---IhrAutzen! Oberhefsen. ZtatSherrensitzung in Grünberg. r+ Grünberg, 29.Jan. Bürgermeister Wagner eröffnete die Sitzung und wies dabei darauf hin, daß dies die erste Sitzung im neuen Jahre sei, die am Vorabend eines bedeutungsvollen Tages stattfinde. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß jeder Ratsherr auch im neuen Jahre mit vollem Pflichtbewußtsein zum Besten der Stadt hier mitarbeite. Auf Anfrage der Büraermeisterei hinsichtlich des Umfanges der Felobereinigung ist von der Behörde Antwort dahin ergangen, den Orts- kern nicht zu bereinigen, sondern nur die Gebäude am Rande der Gemeinde mit in die Feldbereinigung einzubeziehen. Bürgermeister Wagner weist auf die hohen Kosten einer allgemeinen Ortsbereinigung hin, die daher im Hinblick auf andere dringende Aufgaben der Stadt und mit Rücksicht auf die städtischen Finanzen wohl unterbleiben müsse. Don den Ratsherren dagegen wird gewünscht, mit Rücksicht auf die vielfach bestehenden Unklarheiten über die Besitzverhältnisse, die doch einmal geregelt werden müßten, auch den Stadtkern mit in die Bereinigung einzubeziehen. Reben der im alten Spritzenhaus untergebrachten Milchvertei- l u n g s st e l l e soll ein kleiner Raum als Laboratorium eingerichtet werden. Mit der vorgesehenen Jahresmiete von 30 Mark für diesen Raum waren die Ratsherren einverstanden. Die im Jahre 1929 mit ziemlich hohen Kosten hergerichtete Bahnhof st raße weist stets schadhafte Stellen (Schlaglöcher) auf. Um etwas Dauerhaftes zu schaffen, soll neben den notwendigen Ausbesserungsarbeiten eine Pflasterung der Straße vorgenommen werden. Die Kosten hierfür sind mit 18 000 Mark veranschlagt und die Arbeit soll auf sechs Jahre verteilt werden. Die erste Rate mit 3000 Mark soll im Voranschlag für 1937 eingesetzt werden. Architekt Balser, der den Plan erläutert, schlägt hierbei vor, beim Beginn der Arbeit, die am Denkmalsplatz erfolgen soll, gleich die vorgesehene Aenderung dieses Platzes mit in Angriff zu nehmen. Angeregt wurde weiter, die auf der einen Seite noch fehlenden Bordsteine zu setzen und dies bis zum alten Spritzenhaus durchzuführen. — Ein Antrag der Uhrmacher-Innung ging dahin, das Ausspielen und Ausschießen von Uhren meist minderwertiger Qualität auf Jahrmärkten zu untersagen. Dem Antrag soll entsprochen werden. Von Bedeutung war noch eine Mitteilung des Bürgermeisters, wonach man in Gemeinschaft mit dem Obst- und Gartenbauoerein scharf aus das Ausmerzen der Schäden an den Obst- bäumen sehen will. Wildspende für das WHW. * Alsfeld, 30.Jan. Die Jägerschaft des Kreises Alsfeld hat für das diesjährige W i n- terhilfswerk 81 Rehe im Gesamtgewicht von 1010 Kilogramm und 132 Hasen im Gesamtwicht von 477 Kilogramm als ihre Wildspende ab- aeliefert. Die Spende kam hauptsächlich nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden für hilfsbedürftige Volksgenossen, die vom WHW. betreut werden. Landkreis Gießen. A Heuchelheim, 30. Jan. Unser ältester Mitbürger, Heinrich Kreiling IV., „Treppches Henrich" geheißen, wurde heute unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Er hat ein Alter von fast 96 Jahren erreicht. Seine stille Hoffnung, die 100 ereichen zu können, sollte sich nicht erfüllen. Eine Grippeerkrankung setzte dem bis kurz vor seinem Tode noch tätigen Manne ein Ziel. — Lollar, 30.Jan. In der hiesigen Schule hielt der Bezirk Lollar des RSLB. seine erste Versammlung im neuen Jahre ab. Der Bezirksobmann E m m e l (Stufenberg) gab zunächst einen Rückblick auf die politischen Ereignisse und die Erfolge der Regierung Adolf Hitlers in den vergangenen Jahren und besonders im letzten Jahr. Er gedachte dann des vor wenigen Tagen aus dem Bezirk geschiedenen Amtsgenossen Lehrer Hugo Brasch, der wieder eine Stelle in Santiago in Chile, wo er früher schon wirkte, angenommen hat. Alsdann eröffnete der Leiter der Fachschaft „Volksschule", Lehrer Eberle (Lollar), die Tagung der Arbeitsgemeinschaft. Rach einigen Mitteilungen sprach Lehrer Fenchel (Lollar) über die Neugestaltung des Lehrplans. Seine Ausführungen wurden mit Beifall ausgenommen. ch Beuern, 29. Jan. Im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht fand hier eine Dortrags- veranstaltung statt. Ortsbauernführer Wilhelm Hermann begrüßte die Teilnehmer und die Redner des Abends. Zunächst sprach Herr Eberle von der Bäuerlichen Werkschule Gießen über die Pflege und Düngung der Wiesen, über die Eiweiherzeugung im Futterbau, ferner wies er auf die hohe Bedeutung des Zwischenfruchtbaues hin und empfahl außerdem die Anlage von Silos. Anschließend sprach Dr. Lung (ebenfalls von der Bäuerlichen Werkschule Gießen) über den Anbau ölhaltiger Pflanzen und über die Grünfutterbeschaffung für das Frühjahr. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde ein Film gezeigt, der in sehr anschaulicher Weise die Bedeutung guten Saatgutes insbesondere im Kartoffelanbau behandelte. Eine rege Aussprache schloß sich an. Ortsbauernführer Hermann dankte den Rednern und ermahnte die Bauern, das Gehörte und Gesehene zu beherzigen. O Ettingshausen, 30. Jan. Bei der innerhalb der Ortsgruppe durchgeführten Getteidesamm- lung für das Winterhilfswerk wurden erhebliche Mengen Getreide gespendet. In Ettingshausen wurden 19,24 Zentner Roggen, in Queckborn 31,20 Zentner Roggen und 1,30 Zentner Weizen und in Münster 9 Zentner Roggen aufgebracht. Der Ertrag belief sich also aus insgesamt 60,74 Zentner Brotgetteide. * L i ch, 29. Jan. Dieser Tage begannen die Holzver st eigerungen im fürstlichen Wald mit einem Brennholz-Verkauf rings um den Albacher Hof. Trotz der Ungunst der Witterung — kalter Wind wirbelte den feinen Schneestaub um Nase und Ohren und, was empfindlicher war, zwischen die Seiten der Derkaufsbücher — hatte sich doch eine Menge Kaufliebhaber aus den Dörfern der Nachbarschaft eingefunden. Besonders Scheitholz und Knüppel waren gefragt und fanden guten Absatz, während das Geschäft in Reisern trotz der anerkannten Güte der Aufarbeitung mancherorts nur schleppend ging Es wurden erlöst: für den Raummeter Buchenscheitholz 9 bis 11 Mk., Eichenscheitholz 5 bis 6 Mk., Buchenknüppel 7 bis 9 Mk., Eichenknüppel 3,50 bis 4,50 Mk., Buchenstockholz 3 bis 5 Mk., für 100 Wellen Buchenreiser 8 bis 20, im Mittel 12 Mark. Kreis Friedberg. + Butzbach, 29. Jan. Sämtliche Frauen- verbände unserer Stadt veranstalteten in der Aula unserer Stadt einen Vortragsabend, bei dem Medizinalrai Dr. Zinser einen allgemein verständlichen Vorttag über Rassenfragen hielt. Eine größere Anzahs Lichtbilder erläuterten die Darlegungen des Redners. — Auf der großen Rodelbahn am Schrenzerbera, die seit einigen Tagen von jung und alt gern aufgesucht wird, ereigneten sich einige Unfälle. Ein Mädchen erlitt einen Schlüsselbein- ein anderes einen Nasenbeinbruch. Bei einem Zusammenstoß zweier Schlitten wurde ein drittes Mädchen derart vom Rodelschlitten geschleudert, daß es in bewußtlosem Zustand vom Platze getragen werden mußte. Kreis Bübingen. 8 Nidda, 29. Jan. Gestern abend fand in der hiesigen Ortsgruppe des Ob ft- und Gartenbauvereins für den Kreis Büdingen im Gasthaus „Zur Krone" vor zahlreichen Interessenten ein Vortrag von Dr. Wetzel (Frankfurt a. M.) über „Deutsches Obst" statt. Der anschließende Gedenket der hungrigen Vögel! Tonfilm veranschaulichte in leichtverständlicher Weise den Werdegang des Obstbaumes vom Stadium als Setzling bis zur Entwicklung als Baum mit vollem Ernteertrag, ferner die notwendige Bodenbearbeitung, sowie Düngung und Pflege, außerdem noch die hauptsächlichsten Obstbaugebiete im Deutschen Reiche. Dem Redner wurde reicher Beifall gespendet. Eine rege Aussprache über den Obstbau beschloß den lehrreichen Abend. — In einer vor einigen Tagen stattgefundenen Versammlung des gleichen Vereins behandelte der Vorsitzende, Lehrer i. R. Bopp, „Die Kulturen von Johannisund Stachelbeeren". 80. Geburtstag des„Baters derDarmstädterGtudenteu^ LPD. D a r m st a d t, 29. Januar. Am Freitag konnte der Geheime Baurat Dr.-Jng. e. h., Dr. h. c. Otto Berndt, ordentlicher Professor des Maschinenbaues an der Technischen Hochschule Darmstadt, seinen 8 0. Geburtstag in all der Frische und wohlgemuten Lebensart, die seit jeher seiner kraftvollen Persönlichkeit eigen war, feiern. Otto Berndt ist eine der markantesten Erscheinungen des Darmstädter Hochschullebens. Im Jahre 1892 nahm er als ordentlicher Professor seine Arbeit an der Darmstädter Technischen Hochschule auf. Seine wichtigsten Lehrgebiete waren Eisenbahnmaschinenbau, Verbrennungskraftmaschinen und Materialkunde. Er war kein Freund von abstrakter, trockener Wissenschaft. Seine Methode war lebensnahe Forschung, die nach unmittelbarem technischen Fortschritt hinsttebte. Sein Leben lang ist er in unermüdlichem Eifer um die Entwicklung und den Ausbau der Technischen Hochschule Darmstadt bemüht gewesen. Unter seiner aktiven Mitarbeit sind in Zeiten schwierigster Finanzlage die Institute für Gerbereichemie, für Zellulosechemie und für Hochspannungstechnik geschaffen worden. Sein Werk ist auch die bekannte Turn- und Festhalle der Technischen Hochschule, die heute seinen Namen trägt. Die Sorge um das Wohl der Studenten auch außerhalb der rein wissenschaftlichen Gefilde hat ihm den Beinamen „Vater der Darmstädter Studenten" eingebracht. Die Technische Hochschule Karlsruhe und die Universität Frankfurt a. M. verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. Er wurde Ehrensenator der Hochschule seines Wirkens. Preußen. Oie Dummen werden nicht alle. LPD. Herborn, 28. Jan. Zwei mit Spitzen hausierende Frauen sprachen auf ihrem Rundgang durch die Westerwaldgemeinde Driedorf auch bei einer Witwe vor, die an einer Nierenerkrankung leidet. Als im Laufe der Unterhaltung die Witwe von ihren Beschwerden erzählte, erbot sich eine der beiden Besucherinnen, sie von ihrem Lei- den zu befreien. Sie schlang zunächst in einen Zwirnsfaden einige Knoten und ließ sich dann ein Ei geben, das sie in einen Lappen hüllte und von der Frau mit der flachen Hand zerschlagen ließ. Hierauf breitete sie den Lappen auseinander und suggerierte der Witwe, daß der Eierbrei die Züge eines Totenkopfes aufweise, das untrügliche Zeichen einer schweren Krankheit, von der sie nur erlöst werden könne, wenn das zerschlagene Ei „über drei Landesgrenzen getra« gen mürb e". Hierzu erbot sich die Schwindlerin, die aber zur Ausführung dieses seltsamen Austra, ges selbstverständlich auch Geld benötigte. Die dumme Frau fiel auf den Hokuspokus herein und händigte der Hausiererin zunächst 2 Mark aus. Als die Schwindlerin damit noch nicht zufrieden war, entnahm sie ihrer Schatulle noch einen Zwanzigmarkschein, steckte diesen aber später wieder ein, da ihr inzwischen wohl doch einige Bedenken gekom- men waren. Die beiden Besucherinnen zogen darauf von dannen, doch wurden sie bald darauf von einem Gendarmen gestellt. Es ist anzunehmen, daß der Spitzenhandel nur ein Vorwand für die betrüge« rischen Absichten der beiden war, zumal sie über keinen Wandergewerbeschein verfügten. Die Wort- führerin wurde in Haft genommen und dem Amtsgericht vorgeführt. Kreis Wetzlar. < Wißmar, 29. Jan. Der hiesige Revierförster Kleinschmidt begab sich in der vergangenen Woche in den Wald, um mit seinem Dackel in einem bewohnten Fuchsbau den Fuchs zu sprengen. Anscheinend ließ sich der Fuchs in einen Kampf mit dem Hund ein, da weder der Fuchs noch der Dackel aus dem Bau tarnen. Da nun alles Warten vergebens war, ging der Förster mit einigen Leuten an die Arbeit, um nachzugraben. Nach einiger Zeit gelang es auch, den Hund aus einer ziemlichen Tiefe wohlbehalten herauszuholen. Vergeßt die nistenden Vögel nicht! LW. In der Winterszeit, wenn der Gärtner darangeht, die Obstbäume zu verschneiden, ist die beste Gelegenheit gegeben, um den Singvögeln Nest- unterlagen zu schaffen. Die Vögel sollten alles vorbereitet finden, wenn sie in wenigen Wochen zu uns zurückkehren und uns den Frühling bringen mit all feiner Wärme und feinem Licht und ihrem fröhlichen Gesang. Die Höhlenbrüter werden immer ihren Nestplatz finden, ja dafür sorgen sie selbst besser, als es Menschen vermögen. Nicht aber so geht es den Freibrütern. Sie bleiben auf dem Astquirl und auf die Astgabel angewiesen, wenn sie sich ein Nestlein bauen wollen. Hier kann der Vogelfreund beim Verschneiden der Bäume und Sttäu- cher leicht dafür sorgen, durch den Schnitt eine Ast- quirlung herzustellen, so daß auch einzelne Ausschüsse in waagerechten oder spitzen Aesten eine fingerartige Quirlung bekommen. Ja, es Genügt schon, wenn zwei Aeste eine Gabelung so erhalten, daß sie ein Nest aufnehmen können. Das wird besonders bei Aepfelbäumen nicht schwer fein, bei denen sich die Wasserreiser in großer Zahl finden. Hier läßt man nur drei bis vier Stummel einfach stehen. Mehr Freude an der Matur durch Vermühler-Vüchee Bervandtenehe geklappt wie ein Schränkchen aussehen. Es gibt verschiedene Ausführungen. Verwandlungsmöbel sind besonders praktisch für möblierte Zimmer, denen zur größeren Behaglichkeit das Aussehen des Schlafraumes genommen werden soll. Da bei Verwandlungsbetten das Bettzeug vielfach in Kästen untergebracht wird, fft vorher für gute Durch- lüftung zu sorgen. Verwandlenehe siehe Ehehindernisse. Verwandtschaft, Bezeichnung für Menschen, die von einem gemeinsamen Vorfahren abftammen ober durch Ehe in ein Verwandt« schaftsverhältnis getreten sind, Schwägerfchast. Blutsverwandte sind Großeltern, Eltern, Kinder sowie Geschwister und Geschwisterkinder. Kinder mit verschiedenen Elternteilen nennt man Halbgeschwister. Zu der Schwägerschaft gehören die Schwiegereltern, Schwiegerkinder, Schwager und Schwägerinnen sowie die Stiefkinder aus einer früheren Ehe, ebenso die Stiefgeschwister. Verwandte sollen den natürlichen Zusammenhalt durch Familien- sinn pflegen und einander durch Rat und Tat beistehen. Mit Verwandten, die nicht am gleichen Orte wohnen, empfiehlt es sich, wenigstens zu den Feiertagen so« Vesper wie Geburts- ober Namenstagen einen Briefwechsel zu unterhalten. Verwesung, Zersetzung organischer Stoffe durch Bakterien in Wasser, Kohlensäure unb Ammoniak. Verzeihung. Durch die Verzeihung werden Ehescheidungsgründe hinfällig; der Schenker kann ein Geschenk nicht mehr wegen groben Undanks zurückfordern, der Erblasser nicht mehr den Pflichtteil entziehen. Die Verzeihung kann in jeder entsprechenden Handlung liegen, z.B. Fortsetzung des ehelichen Verkehrs, Kuß, liebevoller Brief trotz Kenntnis der Verfehlung. Verzicht. Auf ein Recht soll man nur nach reiflicher Ueberlegung verzichten. D. von einem Gläubiger lasse man sich stets schriftlich geben. Verzogene Möbelflächen, wie Schranktüren, können nur durch den Fachmann wieder gerichtet werden. Versuche, die man selbst mit mangelhaften Mitteln unternimmt, können den Schaden nur vergrößern. Vesper, lat., Bedeutung: Spätnachmittag, Abend. Vesperbrot soviel wie Nachmittagskaffee, österreichisch Jause. 399 Gut verzinkt — hält länger. Natürlich gibt es auch bei verzinkten Geräten Unterschiede. Im Gebrauch zeigt es sich bann, was gut ist. Nehmen Sie barum bei Gieß- können, Eimern, Wannen usw. eine gute Qualität. Sie finb trotzbem billig bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgartea, Fernsprecher 2145/2146. Lichtspielhaus Gießen GLORlfl mitreißenden Erlebnis. 67OA wi£in PALAST Giessen Das große und einmalige Können der MARIKA RÖKK als Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und Artistin wird in diesem Film abenteuerlicher Geschehnisse vor und hinter den Kulissen einer musikalischen Ausstattungs-Revue zu einem Beiprogramm: Besuch in Frankfurt/M.♦ Fox-Ton-Woche Spielzeiten täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr Mit: Alfred Abel — Leopold!« Konstantin Senia Nikolajewa — 0. Sima — P. Hoffmann. Heute Montag Erstaufführung I Marika Rökk fjansSöhnker Heute Montag Erstaufführung! Der lachende Dritte n. d. gleichn. Bühnenstück von H. Naderer Darsteller: Lncie Englisch, GinaFalckenberg, Josef Eichheim, Sepp Rist, Harald Paulsen. Bauernschläne — Hädchentreae Wildgetue - Bayernruhe Wohlgeruch und Schwefelstank Wrürzen diesen guten Schwank! Im Beiprogramm: atoä Kreuz und Halbmond — Ufa-Ton-Woche 1 leichter Mennigen wie neu, 2 gebt. Wogen unb 1 Willen zu verkauf. 0536 HeinrichGrafV. Villinaen Oberhessen. Atlas,Sa tin.Tarlatan,Sen- Masken- delstoff, Brokat kunstseidene Stoffe, einfarbig und gemustert Ponpons, Larven, Blumen, Kopfbedeckungen. Strümpfe, Schmuck usw. MODEHAUS Schneberger Schulstrabe 4 (früher Salomon) 675 A