GlehenerAnzeiger Dienstag, AO Dezember Erbitterte Kämpfe bei 20 Grad Kälte r, es !»er fianb. Das Ritterkreuz iid el I® f ilnsere Soldaten im Osten brauchen nöliger als Du warme Kleidung! Denke daran! In der Gebend um Balange neu gelandete Truppen bedrohen den Abschnitt im W e st e n Manilas. Die Zerstörung verschiedener Flugbasen um Manila durch japanische Luftangriffe hat die Luftwaffe der Philippinen praktisch außer Gefecht gesetzt. M iw mj 48 aus B- 29. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der O st f r o n t halten die Abwehrkämpfe In unverminderter Härte an. Vor Leningrad erzielte schwere Artillerie des Heeres fünf Treffer auf einem sowjetischen Schlachtschiff. vei erneuten Luftangriffen gegen feindliche Truppen- und Schiffsbewegungen in der Straße von fierffd) wurden ein Transporter versenkt und sechs weitere Transporter sowie zahlreiche kleinere Fahrzeuge beschädigt. In vordafrika fühlte der Feind gegen die deutsch-italienischen Stellungen im Raum von Agedab ia vor. In erfolgreichem Gegenangriff wurden 58 britische Panzerkampfwagen sowie eine größere Anzahl von Panzerspähwagen und Kraftfahrzeugen vernichtet. In derLyrenaika wurden Flugplätze und Truppenansammlungen des Feindes bombardiert. Im Seegebiet nördlich Tobruk erzielten deutsche Kampfflugzeuge mehrere Treffer auf einem britischen Zerstörer und einem im Geleit fahrenden Handelsschiff. Ein deutsches Unterseeboot griff auf der höhe von Warsa Watruk einen militärischen Geleitzug an. versenkte zwei britische Transporter mit zusammen etwa 9000 VRT. und beschädigte ein weiteres Schiff durch Torpedotreffer. Auf der Insel Malta griffen deutsche Kampfflugzeuge bei Tag und Rächt mit guter Wirkung britische Flugplätze und Hafenanlagen an. Britische Bomber griffen in der Rächt zum 29. Dezember Orte in Westdeutschland und im norddeutschen Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte besonders in Emden Verluste an Toten und verletzten. Renn der angreifenden britischen Bomber wurden abgeschossen. Lin weiteres britisches Flugzeug wurde beim Versuch, am Tage in die besetzten Gebiete einzufliegen, zum Absturz gebracht. Bei den Abwehrkämpfen der letzten Tage zeichnete fich Oberleutnant Muegge als Führer eines Jnfanteriebataillons in hervorragendem Maße aus. Mit den sehr schwachen Kräften seines Bataillonsstabes tovrf er den eingebrochenen, weit überlegenen Feind aus eigenem Entschluß lm Gegenangriff zurück, nahm eine vom Feind besStzkr Ortschaft und hielt diese gegen weitere starke Angriffe. Der Führer hat dem Oberleutnant Muegge das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. i/w“ 4'3 Der Wehrmachtbericht. DRB. Aus dem Führerhauptquartie fr u ld ich, «fr innerhalb weniger Tage die erforderlichen Streitkräfte für den konzentrischen Angriff auf Serb-cn bereitgestellt wurden und dennoch der Angriff auf Griechenland nicht verschoben wurde. Dabei wagte man es auch trotz der großen Geländeschwierigkeiten, den Schnellen Truppen von vornherein kriegsentscheidende Aufträge zu geben und, man hatte sich, wie die Ereignisse bald zeigten, in ihrer Kriegsanstrengungen, als vielmehr dem Studium der chinesischen Frage. Die letzte Entwicklung in Ostasien hat nach Londoner Meldungen in britischen Kreisen die Befürchtung ausgelöst, daß Tschungking-China als Faktor für die strategischen Pläne der Antiachsenmächte infolge der japanischen Truppenteil beherrscht das Wasser-Reservoir, aus dem das Elektrizitätswerk Manilas gespeist wird. Erfolge in Fernost bald ausfallen könnte, wenn nicht in großem Ausmaße unterstützt werde. tont' Mitkämpfer für eine bessere Zukunft. Unsere Ausländskorrespondenten berschten an der Jahreswende aus den befreundeten Nationen. UM fr hl hl hl fei n tnu iti 3 Englands Bittgänge um Hilfe Churchill in USA., Eden bei den Bolschewisten. Slowakische Bewährung. Von unserem L.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Preßburg, Ende Dezember 1941. Der Krieg ist die Bewährung der jungen Völker des neuen Europa. Er entscheidet über ihr Schicksal und ist die Schwelle zu einer besteren, gerechteren Zukunft, lieber der Slowakei stand auch im Jahre 1941 der Krieg. Und schon heute kann man sagen, daß die slowakische Nation diese erneute Bewährungsprobe bestanden hat. Zum zweiten Male innerhalb Zweijahresfrist steht sie in hartem Kampf an der Seite Deutschlands, dessen höchste Anerkennung für die vorbildliche Bündnistreue ihr aus dem Munde des Führers selbst zuteil wurde, der bei dem Besuch der slowakischen Staatsmänner im Hauptquartier erklärte: „In den Slowaken haben wir uns nicht getäuscht." Die Bewährung eines Volkes liegt aber nicht allein im Kriege. Sie zeigt sich vor allem auch in der inneren Disziplin und dem Standhalten an der Heimatfront. Aus dem Blick für die Notwendigkeiten einer im Umbruch befindlichen, sich evolutionär aufbauenden neuen Welt entspringt die große Verpflichtung, durch Ausrichtung des Innenlebens und der Kraftreserven des Volkes die Voraussetzungen für den Sieg zu schaffen. Die slowakische Nation ist an diese gewaltige Aufgabe sofort nach Erringen des selbständigen slowakischen Staates gegangen und hat in mühevoller Arbeit, während fich ringsum bereits allenthalben weltpolitische Entscheidungen in atemberaubendem Tempo anbahnten, ihren Aufstieg vorbereitet. Das Jahr 1941 diente dem Ausbau des Erreichten. Es gelang, die Wirtschaft in mustergültiger Ordnung weiterzuentwickeln. Die Arbeitslosigkeit wurde restlos zum Verschwinden gebracht, das soziale Niveau des arbeitenden Menschen gehoben. Der Außenhandel nimmt ein immer größeres Volumen an. Die Jnvestitions- und Aufbauarbeiten finanziert sich heute der slowakische Staat in einem Ausmaß, wie es früher nie möglich war. Der slowakische Arbeiter erhält den Familienlohn. Der Boden und die Landwirtschaft gehen aus jüdischen Händen in den Besitz des einheimischen Bauern über, die landwirtschaftliche Erzeugung wird gehoben. Auch der Gewerbetreibende und der Kaufmann gewinnen durch die Entfernung des jüdischen Elementes und der slowakische Intellektuelle kann sich in allen Zweigen des öffentlichen Lebens, in der Staatsführung ebenso wie in Wirtschaft und Kultur geltend machen. Das markante Zeichen für die allgemeine Entjudung der Slowakei, die im Jahre 1941 ihren Höhepunkt erreichte, ist der Judenkodex, der auf der Grundlage der Nürnberger Gesetze die Ausmerzung des Judentums nach rassischen Gesichtspunkten gesetzlich regelt. Theore- 9htnnhmc von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8' ? Uhr desVormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengcnstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereindarung) 25"/« mehr Berlin, 29. Dez. (DNB.) Trotz der starken Latte von tedroeife mehr als minus 20 Grad er- kberten am 28. Dezember die Truppen eines beut« hen Armeekorps im mittleren Frontab - chnitt in harten und erbitterten Kämpfen ein ei einem bolschewistischen Angriff vorübergehend ä * Jpoh von japanischen Truppen genommen. Tokio, 29. Dez. (Europapreß.) Japanische Streitkräfte haben am Sonntagmittag die strategisch wichtige Stadt I p o h angegriffen und erobert. Die Japaner stoßen in Verfolgung der zurückweichenden Briten weiter nach Süden vor. Der Fall der Stadt Jpoh, die das Zentrum der britischen Zinngewinnung und gleichzeitig einer der wichtigsten Punkte der an der Westküste von Malaya entlangführenden Eisenbahnlinie ist, gibt den Japanern die Möglichkeit, ihren Nachschub zum Vorstoß auf Singapur schneller heranzubringen. Wie „Tokio Asahi Schim- bun" ergänzend berichtet, hatten die Engländer i m Gebiet des Perak-Flusses st arte Verteidigungsanlagen angelegt; die von der 11. Division — hauptsächlich Indern — unter dem Oberbefehl des Generalleutnants Dion gehalten wurden. Die Japaner warfen den Feind jedoch nach kurzen, äußerst heftigen Kämpfen aus diesen Stellungen und zwangen ihn durch Verfolgung zu schnellem Rückzug. Nach dem Uebergang über den Perak-Fluß setzten die Japaner ihren Vorstoß nach Süden fort und haben bereits Jpoh, die Hauptstadt der malaiischen Provinz Perak, genommen. Manila von den Japanern bedroht. Tokio, 29. Dez. (Europapreß.) Jrn südlichen Teil der Insel Luzon gelandete japanische Truppen besetzten einen strategisch wichtigen Platz an der Eisenbahn st recke nach Manilck sowie den kerlorengegangenes Höhengelände zurück. Stärkere sindliche Kräfte, die das Gelände vergeblich zu ver- Itibigen suchten, würben von ben beutschen Trup- ben, bie am Nachmittag des 28. Dezember ihren Angriff umfassend vortrugen, eingeschlossen knb stehen vor ihrer Vernichtung. In zahlreichen hegenangriffen und Entlastungsvorstößen mit Pan- prunterstützung versuchten die Bolschewisten bis- ?r, der Einschließung zu entgehen, ober den beut« hen Ring zu burchbrechen. Neun feindliche Pan- L'rfampfroagen wurden vernichtet. Die Kämpfe auerten in ben Abenbftunden des 28. Dezember joch an. . Das deutsche Heer im Jahre 1941. Von General der Artillerie z.V. Ludwig. Dank ber gewaltigen Siege der deutschen Wehrmacht waren zu Beginn des Jahres 1941 die günstigsten Vorbedingungen für den Entfcheidungs- kampf in Europa geschaffen. In weitem Halbkreis stand die deutsche Wehrmacht zum Angriff auf England bereit. Niemand zweifelte daran, daß sie jeden ihr gestellten Auftrag erfüllen würde. Mit berechtigter Sorge sah daher England dem kommenden Schlage entgegen. Zur Ablenkung bemühte es sich mit allen Mitteln, die Achsenmächte aus anderen Kriegsschauplätzen zu verwickeln und ihren Zusammenhalt zu lockern. Durch einen Ucberraschungs- angriff in Nordafrika gelang es ihm, ben Italienern die Cyrenaika zu entreißen. Aber in bewährter Bundestreue eilte bas Afrikakorps unter bem tapferen General Rommel zu Hilfe und entriß ben Briten in zwölf Tagen das, was sie in drei Monaten erobert hatten. Was hier deutsche Soldaten unter den ihnen völlig fremden Kampsoerhältnissen des Wüstenklimas geleistet haben, wird für alle «t zu den schönsten Ruhmesblätttern der beut« riegsgeschichte gehören. Den vereinten Bemühungen Churchills, Roosevelts und Stalins gelang es dann, auf bem Balkan ben ersehnten neuen Kriegsschauplatz bock; noch zu schaffen. Dort war im März eine bcutsche Heeresgruppe in bem befreunbeten Bulgarien zur Unterstützung des italienischen Kampfes mit Griechenland bereitgestellt worden. Der durch britisch-amerikanisches Gold herbeigeführte Staatsstreich in Belgrad vom 27. März mit seinen deutschfeindlichen Demonstrationen aber schuf eine völlig neue Lage. Wenn es England gelang, den Serben Verstärkun- Welt eine große Rolle spielen müßten. Das kann kaum etwas anderes heißen, als dem Bolschewis- mus in ber britischen Innenpolitik Tür und Tor zu öffnen. Es muß mit Englands Macht schon recht bergab gegangen sein, wenn bie „Times" mit solchen sehr zweischneibigen Empfehlungen sich bei dem bolschewistischen Bundesgenossen lieb Kind zu machen sucht. „Wo bleibt die LtGA -Flotte?" Sorgenvolle Betrachtungen Liddell Harts zur Lage in Ostasien. Stockholm, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der bekannte englische Militärkritiker Liddell Hart sagt in einem Sonderbericht für die südamerikanischen Zeitungen: In ber dritten Kriegswoche habe sich die Situation in Ostasien zweifellos bedenklich verschlechtert. Außer ber Offensive in Malakka hätten die Japaner auch zur See glückliche Operationen in ständig wachsendem Maße durchgeführt. Ihre Geleitzüge gelangten ohne nennenswerte Schwierigkeiten zum Malaiischen Archipel und schifften Truppen auf wichtigen britischen und norbarnerikanischen Besitzungen aus. Hongkong sei gefallen, bie Philippinen in schwerster Gefahr. Auf Malakka seien die wichtigsten Zinngruben und Kautschukplantagen besetzt, auch sei Sumatra und Singapur bedroht. Die Schnelligkeit dieser Erfolge überrasche. Möglicherweise seien sie auf bas Verschulben ber örtlichen Militärbehörden zurückzuführen. Sie beruhten auf der „zumindest augenblicklichen japanischen Seeherr- schaft" und hätten durch eine Aktion der USA.- Flotte vermieden werden können, falls diese eingesetzt worden wäre, bevor die Japaner festen Fuß faßten. Die anglo-amerikanische Stellung breche zusammen, nur eine sofortige nordamerikanische Flottenaktion könne die Lage retten. Churchill in Ottawa eingetroffen. Stockholm, 29. Dez. (Europapreß.) Ministerpräsident Churchill ist am Montagmorgen zusammen mit bem kanabischen Ministerpräsibenten Mackenzie King in Ottawa eingetroffen. Cden auf dem Wege nach Tschungking. Vichy. 29. Dez. (Europapreß.) Die Nachricht von der Reise Edens nach Moskau hat hier nicht sonderlich überrascht, zumal da sie nur eine Etappe auf bem Wege des britischen Außenministers nach Tschungking ist. Wie in neutralen Beobachterkreisen verlautet, gilt bie Reise Edens nicht so sehr einer Koordinierung der britischen und sowjetischen |9l. Jahrgang Nr. 508 Krickiemt täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Meßener Tvcimilienblättex Heimat imBild DieSchoUe Bezugspreis: Nonatlich... RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 nucb bei Nichterscheinen pon einzelnen Nummern infolge höherer Gemalt Berlin, ?9. Dez. (DNB.) Der Führer und tderste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh das Merkreuz an Generalleutnant Laux, Komman- mr einer Infanteriedivision; Generalleutnant i 111) ö f t, Kommandeur einer Jnfanteriedivi- bn; Oberst Wagner, Kommandeur eines Jn- fnterieregiments; Oberst Fries, Kommandeur enes Infanterieregiments; -Brigadeführer und keneralmajor der Waffen-^ Bittrich, Kommcm- biur eines ^-Regiments. tisch ist damit das Judenproblem in der Slowakei gelöst. Der praktische vorläufige Schlußstrich ist spätestens im Frühjahr 1942 zu erwarten, wenn alle Juden in 14 Ghettostädten zum Abtransport im Zuge ber europäischen ©eneralbereinigung gesammelt sein werben. Auf diesem Gebiete ist bie Slowakei mit unter ben ersten Staaten, die frühzeitig die zur Konstituierung eines neuen Europa erforderlichen Maßnahmen nicht nur erkannten, sondern dieser Erkenntnis entsprechend auch realisierten. Die Slowakei denkt heute durchaus gesamteuropäisch. Sie tat dies schon zu einer Zeit, da die europäische Solidarität noch weit außerhalb der politischen Linie der meisten Völker des Kontinents lag. Diesem Denken gemäß ist auch ihr Handeln. Beides zusammen, Gesinnung und Tat, befähigen und berechtigen bie kleine Slowakei, an ber Seite der Großen mitzukämpfen für eine bessere Zukunft. Das Jahr 1941 zeigt nicht bas geringste Abweichen von der großen politischen Linie. Zu Beginn des Jahres erneuerte Ministerpräsident Dr. Tuka in feierlicher Form das Bekenntnis ber Slowakei zu den Prinzipien des slowakischen Nationalsozialismus und prägte dieses in die berühmten 14 Punkte von Trentschin-Teplitz. Der 24. Juni brachte den Kriegseintritt gegen ben bolschewistischen Weltfeind, um in schwerem Kampfe ber in Pistyan am 20. September 1936 beschlossenen ideologischen Absage an ben Kommunismus treu zu bleiben. Am 25. November folgte bie formelle Bestätigung des antikommunistischen Weltbündnisses im Kreise der sich zur Antikominternfront zusammenschließenden Weltmächte. Dazwischen liegt im Oktober ber Besuch ber Staatsmänner Tiso, Tuka, Mach und General Catlos im Führerhauptquartier und ein zweiter Besuch des Staatspräsidenten Dr. Tiso bei den slowakischen Soldaten an ber Ostfront. Die Slowakei hat im vergangenen Jahr auch ihre zwischenstaatliche Stellung wesentlich gefestigt. Besonders enge Fäden knüpfte sie zu ber deutschen Garantiemacht. Wiederholt kam deutscher Besuch zu Gast in die Slowakei, so die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Frick und Funk. Auch slowakische Staatsmänner weilten verschiedentlich im Deutschen Reiche, wie letzthin wieder Innenminister Sana Mach und Wirtschaftsminister Dr. Medricky. Die Gründung der Deutsch-Slowakischen Gesellschaft in Berlin und Wien sind sichtbarer Ausdruck der herzlichen Beziehungen zwischen beiden Völkern. So geht die Slowakei unbeirrt ihren Weg an ber Seite ber Ordnungsmächte des neuen Europa als Mitkämpferin für eine bessere Zukunft. Sie hat sich dank ber Voraussicht ihrer führenden Politiker rasch in ben größeren Rahmen hineingefunden, der das neue Europa kennzeichnet, und sich einen Platz gesichert, dessen sie sich auch auf Grund der zukünftigen Leistungen würdig erweisen wird. In harten und erbitterten Kämpfen, die bis in te Abendstunden des 28.12, andauerten, wiesen je deutschen Truppen im Süd teil der Ostfront rehrere bolschewistische Vorstöße, die von Jnfan- l-rie, Kavallerie und Panzerkampfwagen geführt rurden, erfolgreich ab. lieber einen Bahndamm nroeg griff der Feind mehrfach die deutschen Stel- .ngen an. Alle Angriffe kamen jedoch im zusam- engefaßten deutschen Abwehrfeuer zum Stehen. :mei feindliche Panzerkampfwagen wurden ver- chtet. Erst in den Abendstunden stellten die Bol- yroiften ihre Vorstöße nach schweren Verlusten n und zogen sich zurück. An einer Stelle des ampsgebietes war es feindlicher Kavallerie ge= mgen. die vorgeschobenen deutschen Sicherungen i durchstoßen und in die deutschen Stellungen ein- ibrechen. Im Gegenangriff, der sich bis in die acht hinein hinzog, wurden die bolschewistischen eiter von deutscher Infanterie niedergeworfen, uch im Nachbarabschnitt kam es zu einem harten .impf um einen Bahnhof, gegen ben ber Feind mit iirfen Kräften einen Vorstoß führte. Auch hier urde ber bolschewistische Angriff von ben deutschen ruppen ab gewiesen, der Bahnhof blieb fest in deut- yo?ti tot H686 Srantf vrühlscheUniversttätrdruckerei8.La«ge General-Anzeiger für Oberhessen -iehen^Zchulstrahe 7-9 gen zuzuführen, waren die in Albanien kämpfenden italienischen Truppen in der Flanke bedroht. Der Gegner rechnete ohne Zweifel damit, daß in dem schwierigen Gebirgsgelände Serbiens starke deutsche Kräfte für lange Zeit gebunden sein würden. Der Führer aber kam allen diesen Ueberlegungen und rx • ~ . v , n-. ■ v , Möglichkeiten mit blitzschnellem Entschluß zuvor. Es südlichen Zugang zur Stad^ Em anher er | roar Meisterleistung deutscher Strategie, wie T rntMnyntu'if nonorrtmt nrt« MUntier^’Rolt'rnnii* mt« :_______r. << ... n- J < • - ... a —. Berlin, 29. Dez. (DNB.) Wenn es den Briten sstecht geht, halten sie Reden oder inszenieren Kon- srenzen. So reifte Churchill nach Washington 8; Roosevelt, und so weilt Eden bei Stalin in Moskau, um dort Hilfsgesuche anzubringen. Denn in etwas anderes handelt es sich bei diesen Reisen licht. Es sind Bittgänge um Hilfe. Wenn auch das eglische Nachrichtenbüro Reuter aus Washington reibet: „Man fühlt hier, daß die Besprechungen, : i? in den letzten Tagen in Washington und in Moskau stattfanden, das Schicksal Deutschlands be- (igelt haben, dessen Niederlage jetzt nur noch eine fkiche ber Organisation und der Zeit ist." .Mit so lächerlichen Redensarten kann man die Welt längst nicht mehr hinters Licht führen. Entscheidend ist nirnlich in diesem Krieg nicht das Gerede von Chur- fel oder seines Außenministers. Entscheidend ist vielmehr der Erfolg der Waffen. Und diese sind dr den Briten, Bolschewisten und Roosevelt-Jün- zc7n bisher immer unterlegen gewesen. Tinen für Englands schwierige Lage bezeichnen« ’n Kommentar zu Edens Verhandlungen in Mos- lei enthält ein bemerkenswerter Leitaufsatz ber ; Firnes", der sich mit ben Grundlagen der britischen feßenpolitik beschäftigt und die Forderung nach II n f d) a 11 u n g ber Sowjets in die euro- pci-sche Politik an führender Stelle nach Beendi- 8lrig dieses Krieges aufstellt. Es klingt eigenartig, p gerade bie konservative „Times" sich zur Ver- Mcrin einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen ®iofibritannien und dem Bolschewismus macht und den gemeinsamen Anstrengungen dieser beiden Minder das stärkste Bollwerk für die Wahrung des siedens der Welt sieht. Man rede manchmal da- so heißt es in dem Artikel weiter, daß Eng- die Wahl habe zwischen einer Politik, die sich ll~ Europa beschränke ober einer Politik, die über [h Atlantik gehe. Diese Annahme fei aber falsch, hn militärische und wirtschaftliche Faktoren veröl'en es England, den kontinentalen ober den ozea- "'chen Aspekt aus seinem Gesichtskreis auszufchlie- ■ Großbritanniens Außenpolitik könne nur auf festen Grundlage der Zusammenarbeit mit den Ml. im Westen und mit der Sowjetunion im en beruhen. Diese gemeinsame Politik könne nur durch eine wachsende Gemein- ®nnfeit der politischen Ideale zustande Raunen. England könne nicht nur viel bei ben P'mofratien auf der anderen Seite des Atlantik 4 ®frnen, sondern auch bei den Bolschewisten, deren y y.fftrin der Tradition Großbritanniens zwar fremd t deren soziale und wirtschaftliche Erfolge aber :’He Länder bereits praktisch und theoretisch beein- "vt hätten und bei der künftigen Neuordnung der griff zu machen, der dieses Land zu allen Jahreszeiten kennen gelernt hat. Napoleon hat einmal in seinem Winterfeldzuge in Polen 1807 gesagt, es gäbe in diesem Lande ein fünftes Element, den „Dreck". Auch in diesem Krieg mar der Dreck in dem wegearmen und an Sümpfen, Wasserläufen und Wäldern so reichen Lande das größte Hindernis für den Bewegungskrieg, aber er wurde mit beifpiel- loser Zähigkeit überwunden, so daß alle Operationen planmäßig durchgeführt werden konnten. Das wird ein unvergängliches Ruhmesblatt für den deutschen Soldaten bleiben und in seiner Bewertung nicht hinter den eigentlichen Kampfleistungen zurückstehen. Mit der Vernichtung der Masse der ausgebildeten feindlichen Streitkräfte ift der Kampf um Europa entschieden. Was jetzt noch übrig ist, kann ebenso wie die französischen Massenaufgebote im Winter 1870/71 noch eine Zeitlang in den Tod getrieben werden, aber es vermag das Schicksal nicht mehr zu wenden. Vielleicht werden die durch die Erfolge der deutschen Kriegführung bedingten Zersetzungserscheinungen trotz allen Terrors der Kommissare schon im Laufe des Winters fühlbar werden. Spätestens bei der Wiederaufnahme der Angriffsoperationen aber werden sie für alle Welt erkennbar werden. Das Jahr 1941 hat dem deutschen Heere erneut Gelegenheit gegeben, zu beweisen, daß es das beste Heer der Welt ist. Es hat Siege erfochten, wie sie in diesem Ausmaße die Weltgeschichte noch niemals gesehen hat. Jeder Versuch, für solche Leistungen dem Danke in Worten der Anerkennung Ausdruck zu geben, kann nur unvollkommen gelingen. Dem Heer genügt auch das Bewußtsein, daß es in jeder Lage seine Schuldigkeit gegenüber dem Führer und dem Daterlande getan hat und damit dessen Zukunft gesichert hat. Es weiß, wie sehr es seine Siege der genialen Leistung eines gottbegnadeten Feldherrn zu danken hat, der alle seine Entschlüsse auch mit der Weisheit des Staatsmannes gefaßt hat und der uns damit endlich einmal die volle Uebereinftimmung der Handlungen des Staatsmannes und des Feldherrn gebracht hat, die für den Endsieg so entscheidend ist. Japanische Fallschirmtruppen auf Sumatra. Von unserer Berliner Schriftleitung. Nach englischen Meldungen — mir verzeichnen sie nur unter Vorbehalt — sind japanische Fallschirmtruppen in Medan auf Sumatra gelandet. Der Sprecher des englischen Nachrichtendienstes sieht selbst darin einen Bern eis für die Vorteile der Initiative, die die Japaner in Ostasien besitzen, und fügt hinzu: „Es ist offenbar, daß Japan feine gegenwärtige Überlegenheit zur See und in der Luft bis zum äußersten ausnutzt, um so viele Stützpunkte als nur möglich in feine Hand zu bekommen, die dann in jeder Richtung erweitert werden können, wie es den japanischen Plänen gerade am besten dient. Angesichts der großen japanischen Hilfskräfte muß diese Bedrohung von Niederländisch-Ostindien genau beobachtet werden." Medan liegt jenseits der Meer st raße von Malakka auf der großen Sunda-Jnsel Sumatra, südwestlich Penang gegenüber, und ist mit feinen fast 100 000 Einwohnern sowohl der Mittelpunkt des berühmten Tabakgebie- tes von Doli als auch Hauptstadt der niederländisch- indischen Residenz „Surnatra-Oftküste". Oie Hauptstadt Sarawaks genommen. Die japanischen Streitkräfte, die am 24. Dezember auf Borneo gelandet sind, haben am Sonntag Ku sch in a erobert. Kusching ist die Hauptstadt des britischen Protektorats Sarawak und ein wichtiger britischer Flugstützpunkt. Die japanische Marine hat in den umliegenden Gewässern zwei feindliche U-Boote versenkt und zehn große feindlich« Flugzeuge abgeschossen. Ein japanischer Zerstörer und ein Minenräumboot gingen verloren. Oie japanische Kwangsi-Offensive. Tokio, 29. Dez. (Europapreß.) Die japanische Offensive im -zentralchinesischen Kwangsi-Gebiet konnte weitere Erfolge verzeichnen. Der strategisch bedeutende chinesische Verkehrsknotenpunkt Kaaoan ist von japanischen Truppen besetzt worden. Im Wuning-Gebiet wurde die Stadt L i k i (25 km westlich von Wuning) erreicht. Die Verfolgung der nach Westen fliehenden Tschungking-Truppen wird trotz heftiger Schneestürme fortgesetzt. Schwere Verluste der englisch« amerikanischen Pazifik-Schiffahrt. Tokio, 29. Dez. (Europapreß.) Der japanische Wehrmachtbericht verzeichnet schwere Verluste der englischen und amerikanischen Handelsschiffahrt im Stillen Ozean durch die Tätigkeit japanischer Unterseeboote. Bis zum 25. Dezember sind danach zehn feindliche Handelsdampfer mit einer Gesamttonnage von etwa 70 000 BRT. versenkt und acht weitere beschädigt worden. Kleine politische Nachrichten. Der rumänische Zerstörer „Regina Maria" versenkte im Schwarzen Meer ein sowjetisches U-Boot. * Im östlichen Mittelmeer griffen italienische Torpedoflugzeuge einen feindlichen Flottenverband an und trafen einen schweren Kreuzer und zwei große Dampfer. Die den Geleitzug sichernden Jäger verloren im Luftkampf zwei Curtiß. Eine italienische Maschine ist nicht zurückgekehrt. Die Chronik des Kriegsjahres -1944. Januar 1941. 11. „England-HNfegesetz" im USA.-Kongreß eingebracht. 15. 57 000 Volksdeutsche aus Litauen, Esttand und Lettland kehren ins Reich zurück. 18. Vom Generalkonsulat in San Francisco wird die Reichsdienstflagge unter Tumulten heruntergeholt. 20. Aussprache des Führers mit dem Duce. 21. Roosevelt hebt das Ausfuhrverbot von Flugzeugen nach der Sowjetunion auf. 28. Waffenstillstand zwischen Thailand und Frz.» Indochina. 29. Reichsjustizminister Dr. Guertner gestorben. 30. Führerrede zum Tag der Machtergreifung. 31. Annahme des „England-Hilfegesetzes" im Außenausschuß des USA.-Senats. Februar. 17. Bulgarisch-türkischer Freundschaftspakt. 24. Führerrede in München anläßlich der Partel- gründungs feier. März. 1. Bulgarien tritt dem Dreimächtepakt bei. Am 3. März marschieren deutsche Truppen in Bulgarien ein. 5. Botschaft des Führers an den türkischen Staatspräsidenten. 6. Das „England-Hilfegefetz" vom USA.-Parla- tnent verabschiedet. 25. Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt. Am 27. Staatsstreich in Belgrad. 26. Japans Außenminister Matfuoka in der Reichshauptstadt. — Operationen deutscher und italienischer Verbände führen zur Einnahme von El Agheila in der östlichen Syrthe. April. 6. Einmarsch in Jugoslawien. 9. Der Vardar überschritten, Skopje, Veles, Te- towo und Prilep genommen. Marburg a. d. Drau besetzt. 11. Ungarn überschreiten die serbische Grenze. 13. Belgrad besetzt. 16. Serajewo fällt, die serbische Armee kapituliert. 18. Die Reichskriegsslagge auf dem Olymp gehißt. 25. Die Therrnopylen gestürmt. 27. Deutsche Truppen in Athen, der Isthmus von Korinth besetzt. 30. Deutsche Truppen bis an die Südhäfen des Peloponnes durchgestoßen. 13. Sowjetisch-iapanifcher Neutralitätspakt. 15. Deutschland und Italien erkennen die Unabhängigkeit Kroatiens an. 21. Der Führer empfängt König Daris von Bulgarien. 24. Ungarns Reichsverweser beim Führer. 5. Bengasi genommen. 9. Derna erreicht. 13. Barbia erobert und Tobruk eingeschlossen. 14. Fort Capuzzo und Sollum genommen. Mai. 4. Vierte Kriegssitzung des Reichstags. 6. USA.-Kriegsrninifter Stirnfon fordert den aktiven Schutz durch Kriegsschiffe für Lieferungen nach England. 7. Stalin übernimmt persönlich die Leitung der Sowjetregierung. 8. Roosevelt unterzeichnet Vorlage zum Dau der Zwei-Ozean-Flotte. 19. Herzog von Spoleto wird als Tomislav II. König von Kroatien. 21. Gründung der norwegischen ff. 23. Günther Prien gefallen. 23. Britisches Schlachtschiff ,Hood" durch „Bismarck", der später der Uevermacht zum Opfer fällt, versenkt. 23. Fallschirmjäger und Lufttandetruppen im Kampf um die Insel Kreta. 28. In Nordckfrika der Halfaya-Paß genommen. Juni. 1. Von Kriegsbeginn bis zum 1. Juni 1941 wurden insgesamt 11 664 000 BRT. feindlichen Handels- schiffsraumes versenkt, davon im Mai 746 000 BRT. 2. Der Führer und der Duce treffen sich am Brenner. 2. Kreta vom Feind frei. 4. Der ehemalige Kaiser Wilhelm II. in Doorn gestorben. 6. Der Führer empfängt den kroatischen Staatschef Dr. Anto Pawelitsch. 8. König Boris von Bulgarien beim Führer. 11. General Antonescu in München. 15. Kroatien tritt dem Dreimächtepakt bei. 17. Die USA.-Regierung sperrt die in den USA. befindlichen deutschen Guthaben. 18. Schlacht bei Sollum. 18. Deutsch-türkischer Freundschaftsvertrag. 22. Der Entscheidungskampf gegen den Bolschewismus hat begonnen. 30. Lemberg genommen. JuN. 1. Die Beresina erreicht, die Düna überschritten. 2. Riga genommen, Windau besetzt. 4. Finnland besetzt die Aalandinseln. 7. Czernowitz genommen. 8. Roosevelt läßt Island besetzen. — Die Bukowina befreit. 10. Salla an der sinnifchen Front genommen. 11. Doppelfchlacht von Bialystok und Minsk. 13. Stalin-Linie mehrfach durchbrochen. Witebsk genommen. 14. Provokatorischer Schießbefehl Roosevelts an die USA.-Flotte. 15. Japanisches Kabinett Konoye zurückgetreten. 16. Smolensk genommen. 18. Dnjepr-Uebergang erzwungen. 22. Moskau erstmals bombardiert. 25. Japans Abkommen mit Frankreich über Mt gemeinsame Verteidigung Jndochinas. — Japan- Guthaben in USA. gesperrt. — USA.-Sonderbeauf- tragter Hopkins geht nach Moskau. August. 1. Im Juli 407 600 BRT. feindlichen Handelsschiffsraums versenkt. 7. Bruno Mussolini, der zweite Sohn des Duce, tödlich verunglückt. 9. Vernichtungsschlachten bei Uman in der Ukraine und Roslawl. 13. Dienstzeitoerlängerung im USA.-Heer. 14. Das Schwarze Meer zwischen Bug und Odessa erreicht, das Erzgebiet von Kriwoi Rog besetzt. 17. Nikolajew genommen. 19. Cherson, Nowgorod und Narwa genommen. 22. Bei ihrer Nonstop-Offensive verlor die britische Luftwaffe 931 Flugzeuge. 25. Britische und sowjetische Truppen fallen in Iran ein. 26. Dnjepropetrowsk genommen. 27. Attentat auf Laval und D6at. 29. Führer und Duce trafen sich im Führerhaupt» quartier. September. 4. Jrn August 537 000 BRT., feit Kriegsbeginn 13 088 283 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumvernichtet. , 8. Schlüsselburg genommen, Leningrad ringe- schlossen. — Reichsverweser von Horthy im Führer- hauptqquartier. 14. Generaloberst Ritter von Schobert gefallen. 15. Roosevelt verfügt, daß Kriegsgerät und Passagiere in „einige Gebiete des britischen Empire" befördert werden können. 16. Uebergang über den Dnjepr. 20. Inseln Worms und Moon besetzt. 21. Das Asowsche Meer erreicht. — Oesel genommen. 27. Umfassungsschlacht bei Kiew beendet. 29. ^-Obergruppenführer Heydrich übernimmt die Geschäfte des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren. — Italienische Torpedoflugzeuge versenkten im Mittelmeer drei englische Kreuzer. Oktober. 1. Im September 683 400 BRT. feindlichen Handelsschiffsraums versenkt. Leistungsfähigkeit auch nicht getäuscht. Wie viel schneller die Operationen mit neuzeitlichen Angriffsmitteln geführt werden können, zeigt ein Vergleich mit dem Weltkriege. Damals brauchte man zum Niederwerfen Serbiens sieben Wochen und damals konnte der Sieg wegen des Versagens der rückwärtigen Verbindungen nicht voll ausgenutzt werden. Aehnlich blitzschnell wurde auch der Angriff gegen Griechenland durchgeführt, obwohl dort die Gelände- Verhältnisse für die Abwehr noch günstiger waren. Am 21. 4. war der griechische Widerstand gebrochen, die Engländer vermochten sich noch zum Teil aus die Schiffe zu retten, am 1. 5. war ganz Griechenland in deutscher Hand. Der ganze Feldzug auf Dem Balkan hatte drei Wochen gedauert, eine erschütternde Enttäuschung für Churchill. Nun war Sowjet-Rußland Churchills und Roosevelts einzige und letzte Hoffnung für den Kampf um Europa. Seit dem Herbst 1940 hatte es ihnen trotz seines Freundschaftsoertrages mit Deutschland seine Hilfe zugesagt und sich nur die Bestimmung des Zeitpunkts feines Angriffs vorbehalten. Seitdem hatte es feine Streitkräfte an der Ostgrenze des deutschen Interessengebiets ständig vermehrt und dann seine strategische Stellung für einen Angriff auf Deutschland durch die Besetzung der Ostfeeländer wesentlich verbessert. Die materielle Rüstung wurde mit äußerster Anspannung verstärkt. Sie sollte im August 1941 fertig fein. Der Entschluß des Führers, diesem Angriff ähnlich kühn zuvor- zukommen, wie Friedrich der Große 1756, war von entscheidender Bedeutung. Er wußte, daß er der deutschen Wehrmacht damit eine ungeheuer schwere Ausgabe stellte, aber er wußte auch, daß sie sie lösen würde und daß es im deutschen Heere keinen Führer und keinen Soldaten gab, der am Siege gezweifelt hätte. Diese Ueberzeugung gab dem Heere seine unvergleichliche Schlagkraft und seinen Wagemut, der sich aber nicht in sinnlosen Angriffen entlud, wie bei den Sowjets, sondern jede Operation erst nach sorgfältiger Ueberlegung ansetzen, dann aber mit höchster Kühnheit durchführen ließ. Der deutschen Führung war es klar, daß es sich nicht um Geländegewinn und um frontales Zurückdrängen des Feindes handeln konnte, denn dann wäre ihm die Weite des russischen Raums zugute gekommen. Nur die Vernichtung eines möglichst großen Teils der feindlichen Streitmacht konnte kriegsentscheidend wirken. Diese Vernichtung war aus der 2000 Kilometer breiten, durch den Aufmarsch gegebenen Front schwer zu erreichen. Cs bedurfte auserlesener Führer und vollendet ausgebildeter Soldaten, um die Möglichkeiten, die die stets wechselnde Lage gab, blitzschnell zu erkennen und auszunutzen. Nur so konnten die gewaltigen Eintesselungsschlachten gelingen, die den größten Teil der feindlichen Streitkräfte vernichteten, und an denen Schlieffen eine ungeheure Freude gehabt hätte, weil er gesehen hätte, daß seine Schüler ihn verstanden hatten. Diese Kampfart kam Den Sowjets sicher nicht überraschend. Sie war ja schon bei Tannenberg und im jetzigen Kriege im Westen und auf dem Balkan angewendet worden. Die Sowjets haben daher Zeit genug gehabt, sich zu überlegen, wie sie dieser deutschen Äampfweise begegnen wollten. Sie beabsichtigten offenbar gegen die Flanken der eingebrochenen Stoßkeile vorzugehen und sie abzuschneiden. Das war richtig gedacht, und man tarnt nicht bestreiten, daß ihre Führung vielfach energisch war, wie auch ihre durch jahrzehntelange Agitation fanatisierten Massen sich tapfer schlugen, aber weder die Führung noch die Truppe war derartigen Aufgaben, die schnelle Entschlüsse und klare Uebersicht verlangten, gewachsen. Die deutschen Generale waren ihnen in der von jeher mit besonderem Nachdruck gepflegten Taktik des Bewegungskrieges turmhoch überlegen. Sie wurden auch nicht ängstlich, wenn ihre rückwärtigen Verbindungen vorübergehend unterbrochen waren, denn sie wußten, daß ihnen die deutschen Infanterie-Divisionen in Gewaltmärschen folgten. So kam es, daß alle diese Gegenangriffe scheiterten und daß die dazu angesetzten Truppen um so sicherer ihrerseits vernichtet wurden. Seitdem brachte die sowjetische Strategie nur noch geistlose frontale Massenangriffe zustande, die dem deutschen Kriegsplan wahrscheinlich durchaus erwünscht find, weil sie die noch bestehende Kampfkraft des Gegners mit der Zeit völlig zerrütten müssen. Die jetzige, durch den Eintritt des Winters und die Rücksicht aus die Schonung der Truppen bedingte Pause in den größeren Operationen dürfte dazu dienen, die rückwärtigen Verbindungen zu verbessern und damit eine leistungsfähige Basis für die kommenden Operationen, die den Sieg vollenden werden, zu bilden. Welche Schwierigkeiten in diesem für die Abwehr fo überaus günstigem Gelände von unseren Truppen zu überwinden waren und noch zu überwinden sind, davon vermag sich nur der einen Be° Berchta liebt die Kinder. Von Hedwig Forstreuter. An den Winterabenden, wenn der Bergsturm um die Häuser fährt und das Dachgebälk von seinen Stößen erzittert, erzählen die alten Leute in Bayern und Tirol vom Christkind, bas in der dunkelsten Zeit des Jahres kommen will. Aber sie erzählen auch von Frau Berchta, die noch immer, wie feit Urzeiten, durch die Lande zieht. Dor allem im Spätherbst, wenn morgens die Nebel mit der Sonne kämpfen und die Kräfte der Natur sich zur Wintersonnenwende neigen, läßt sich Frau Berchta sehen. Die Kinder schauen nach ihr aus, denn sie werden oft von ihr beschenkt. Sie läßt sich sehen als eine hohe Frau im blauen Gewand, die Haare fallen ihr in Zöpfen über den Rücken, und von ihrer bräunlichen Stirn und den hellen Augen geht ein sanftes Licht aus. Geschieht es einem Menschen, daß ihm Berchta begegnet, dann muß er wohl zuerst die Augen niedersch^agen vor soviel Helle und Schönheit, doch wenn er sich ein Herz faßt und wieder zu ihr emporsieht, dann lächelt sie ihn an, daß ihm ist, als stünde er in lauter Sonne und Glanz. So ging es auch einem Bauern im Tiroler Land, der fein Stück Acker am Waldrand pflügte. Es war Herbst und die Luft sehr klar mit weiter Sicht in die Ferne. Die Gipfel der Berge leuchteten im frühen Schnee, und an den Abhängen lagen veilchenblaue Schatten. Vor der Bergwand, die über einem sanft abfallenden Wiesenstück vorsprang, sah der Bauer eine Helle hervorgehen und meinte, es wäre Sonnenschein über einem Birkenstamm. Aber es war die Frau Berchta, die da herabgeschritten kam und ihren Weg über die Wiese hin talwärts nahm, an dem Acker mit dem pflügenden Mann vorüber. Ihr Schleier wehte im Winde, und ihr blaues Kleid schimmerte seidig wie der Herbst- Himmel. Das Schönste aber war der Schein ihres Hellen und ftohen Gesichts. An jeder Hand führte sie ein Kind, zwei hielten sich an ihren Rockfalten, ein paar andere trippelten hinterdrein und juchten Schritt zu halten, so gut es ging. Nur das kleinste Kintz, bem die blonden Locken tief in die Augen hingen, stolperte und verfing sich mit den Füßen in seinem zu langen Röckchen. Es fiel und verzog schmerzlich das kleine Gesicht, weil es sich an einer Wurzel gestoßen hatte. Der Dauer fprang hinzu, er hob das Kind auf und schürzte ihm das zu lange Gewand mit feinem Strumpfband, das er schnell gelöst hatte. Das Kind lächelte ihn vertrauensvoll an, nachdem es sich zuerst gegen feine Hände gewehrt hatte. Aber bann spürte es die Güte des ruhigen Mannes und hielt geduldig still, bis es wieder frei war. Danach fprang es mit einem Ju- delfchrei der Mutter nach, deren blaues Kleid schon ein Stück weiter hin unter den Bäumen leuchtete. Frau Berchta schaute sich um; sie sah, was geschehen war, und sie dankte dem Bauern mit einem Lächeln, das ihm den Tag noch strahlender erschei- nen ließ. Seit dieser hilfreichen Tat blühte Wohl-'" stand in dem Haus des Bauern; seine Felder trugen reicher als je vorher. Seine Kinder gediehen, und sein Vieh war glatt und gesund. Da Frau Berchta die Kinder liebte, hatte sie an ihren eignen nicht genug, sondern lud zu ihnen noch andre Kinder ein; die durften teilnehmen an den Spielen und Gesängen der Berchtelkinder, und es geschah ihnen nichts. Beschenkt mit Blumen und bunten Steinen liefen sie abends ins Dorf zurück. Aber bann kam eine Zeit, in bei* Frau Berchta die fremden Kinder bei sich behielt; man sagte, es feien ihr ein paar eigne gestorben, und sie schaue nun alle fremden Kinder an, ob sie den ihren glichen. So verboten die Mütter im Dorf ihren Kindern, abends allein auf der Wiese zu spielen, die sich zum Bergwald hinaufschwingt; sie glaubten, in den Mondnächten tue sich der Bern auf, um die Kinder mit Lichterglanz und zartem Musik- getön zum Kommen zu verlocken. Zwei Dorfkinder waren vom Beerenbrocken nicht wieder heimgekommen; man suchte sie noch in der Gegend und streifte die Wälder nach ihnen ab, als einer Jungen Mutter ihr zweijähriges Kind verlorenging. Es hatte bei Sonnenuntergang noch am Garten- zaun gespielt, und als die Mutter es hereinholen wollte, fand sie nur ein paar Blumen und Steine auf dem Platz liegen, wo eben das Kleine saß. Die Mutter weinte und klagte nicht, wie es die andern Frauen taten, sondern sie ging entschlossen zur Bergwiese hinauf. Da gerade Vollmondnacht war, lag Die Wiese hellschimmernd vor ihr, weit wie ein Tanzsaal. Auch glaubte die Frau ein feines Klingen zu vernehmen. Wie sie dem nachging, wurde der Glanz immer stärker. Sie sah nur Licht vor sich und fühlte sich von unsichtbaren Händen vorwärtsgezogen, gebannt durch diese leise, elsenhaste Musik. Lichte Bogengänge spannten sich vor ihr. Hatte sich der Berg geöffnet? Gewisper von feinen Stimmen war durch die Musik hörbar, und wie sich die Frau nun umschaute, eine Hand über die Augen gelegt, daß sie das Licht nicht blende, da sah sie in einem weiten, glitzernden Saal viel fröhliche Kinder an den Wänden aufgereiht sitzen, in hellen Kleidern, mit Blumenkränzen im Haar. Mitten unter ihnen aber faß eine Frau in blauem Gewände; sie hielt mit zärtlichen Armen ein Kind auf dem Schoß, das lachend zu der Frau Berchta emporblickte. Die suchende Mutter schrie auf; sie hatte ihr verlorenes Kind wiedergefunden. In wilder Eile stürzte sie vor und riß die erschreckte Kleine in ihre Arme, nahm ein andres Kind, das sie als eines aus dem Dorf erkannte, bei der Hand; das packte den Arm feines Brüderchens, und so liefen und stolperten die vier aus der Berghöhle hinaus. Ein Wehruf schallte ihnen nach. Denn Berchta hatte die fremden Kinder lieb wie ihre eignen. Aber sie folgte den Fliehenden nicht; vielleicht weil sie wußte,' wie es einer Mutter ums Herz ist, wenn sie ihr Kind verliert. In den folgenden Nächten klang der Weheschrei immer wieder durch den Bergwald zum Dorf hinab, lange Tage, bis die Weihnachtsglocken zu läuten begännen. Dor ihrem frohen Klang schwieg die Klage. Die alten Leute erzählen, daß unter den Frauen, die nachts in der Christine tte knieten, auch eine hohe, ernste Gestalt in nachtblauem Tuch gewesen fei; die habe unverwandt nach dem Christkind in der Krippe geschaut. So habe die heidnische Frau Berchta bei dem göttlichen Kinde Trost und Frieden gesucht. Ehrlich währt am längsten. Nicht auf feine Rechnung gekommen ift ein Dieb in dem französischen Städtchen Drange, der an einer Straßenecke ein Auto stehen sah. Aus dem Wagen trug von Zeit zu Zeit ein Mann Pakete heraus und verschwand Damit in einem Geschäftshaus. Die Gelegenheit schien günstig, und fo pirschte sich der Gauner an den Kraftwagen heran; es lag wirklich noch ein großes verschnürtes Paket darin. Es an sich reißen und sich damit aus dem Staube machen, war das Werk weniger Sekunden. In einer üblen Kneipe ging der Spitzbube an Die Untersuchung feiner Beute. Er wurde schwer enttäuscht; Denn Das Paket war für eine Buchhandlung bestimmt unD enthielt 600 Broschüren mit Dem Titel „Ehrlich währt am längsten". Zeitschristen. — Im jüngften Heft der Monatsschrift .Kunst Dem Bolt" (Berlag Heinrich Hoffmann, Wien) schreibt Franz Dttmann aus Anlaß einer Ausstellung in Der Wiener Albertina einen Aufsatz über Wilhelm Busch und kommt Darin zu bemerkenswerten Feststellungen; der Beitrag ordnet Busch mit Recht den bekanntesten und zugleich unbekanntesten Größen unserer Literatur und Kunst zu: während seine Bildergeschichten eine sprichwortmäßige Volkstümlichkeit erlangten, sind seine mehr als 600 erhaltenen DelbilDer so gut wie unbekannt; Aehn- liches gilt von seinen Erzählungen, Briefen und Selbstbiographien. Der Aufsatz illustriert den Text sehr reizvoll mit Proben aus dem bekannten wie Dem unbekannten Bestaube von Buschs umfangreichem Lebenswerk. Vom übrigen Inhalt feien eine eingehende illustrierte Würdigung Des Malers und Graphikers Ferdinand Schmutzer, ein Auflatz über niederländische Landschaftsbilder Des 17. Jahrhunderts (zu Reproduktionen nach Vermeer, Ruys- Dael, van Goyen und Hobbema), sowie ein temperamentvoll erinnernder Beitrag zum 15. Todestage des ausgezeichneten Tiroler Malers Albin Egger- Lienz hervorgehoben» I I. Hb lot J* in tb tu »» 3. USA.-Militarmission in Tschungking. — Orel tt deutsä-er Hand. 4. Der Führer spricht zur Eröffnung des Kriegs- rinterhilfswerks. 7. Umfaffun-gsschlacht nördlich des Asowfchen »eeres. m ’ 10. Roosevelt verlangt Bewaffnung der Handels- 6 shiffe. Hl 16. Javanisches Kabinett Konoye zuruckgetreten. in venera! Tojo bildet neue Regierung. — Rumänische fl. | Sruppen in Odessa. ij; 19. Dopelschlacht von Brjansk und Wjasma. i 21. Sowjetreglerung rückt nach Samara ostwärts. — Stalino im Donez-Becken genommen. 22. Dago genommen 127. Deutsche Sturzkampfbomber versenken hn Nittelmeer einen britischen Kreuzer. 30. Oberlauf des Donez erreicht. November. 1. Im Oktober 441 300 BRT. feindlichen Handels- ] fhiffsraumes vrsenkt. \ 3. Japan entsendet Botschafter Kurusu nach den | bereinigten Staaten. 8. Führerrede in München. 12. General Huntziger tödlich verunglückt. 12. Schwarzmeerrüste südlich Kertsch erreicht. * 15. Im Mittelmeer der britische Flugzeugträger \ .Art Ronal" durch deutsche U-Boote versenkt, j kchlachtschiff „Malaya" schwer beschädigt. 17. Kertsch genommen. — Roosevelt fordert wei- 1 tire 6687 Millionen Dollar für die Armee. ib|l I J 18. Die Vorlage zur Bewaffnung und Ent- fnduna von Handelsschiffen in die Kriegszone tritt b Kraft. 20. In Nordafrika neue schwere Kämpfe. 21. General Weygand tritt in den Ruhestand. 23. USA.-Regierung sendet Truppen nach Hol- lcndtsch-Guayana. 25. Beitritt Bulgariens, Dänemarks, Finnlands, Lroatiens, der Slowakei und Chinas zum Anti- tminternpakt. 28. Gondar in Ostafrika aufgegeben. Dezember. 1. Seit Beginn des Feldzuges im Osten betrug he Gesamtzahl der Sowjetgefangenen 3 806 865, 5 391 Panzer, 32 541 Geschütze und 17 322 Flug- itt >eb lutt, ck W 1 n lup injf hl!k> en. pirf' !g>m iwni 10H. I toi ziuge. 1. Im November 231 870 BRT. feindlichen Han- tlsschiffraums versenkt. 1. Unterredung zwischen Göring und PStain. 2. Kämpfe südostwärts Tobruk. 2. Britischer Kreuzer vor Tobruk durch italienische Torpedoflugzeuge versenkt. 3. Der australische Kreuzer „Sydney" wird von hn deutschen Hilfskreuzer „Cormoran" vor der «istralischen Küste versenkt. '3. Die Sowjets räumen Hanko (Hangö). 5. Kriegserklärung Englands an Ungarn, Rumä- ren und Finnland. 6. Schwere Kämpfe in Nordafrika. 8. Japan erklärt England und den USA. den lrieg. 8. Japanische Truppen landen auf der Malayen- frlbinsel. Auf Hawai werden fünf Schlachtschiffe jir amerikanischen Pazifik-Flotte versenkt. 9. Der Führer empfängt den Großmufti von Pa- Iclina. — Japaner landen auf den Philippinen. — hneralfeldmarschall von Böhm-Ermolli gestorben. 10. USA.-Stützpunkte auf Guam und Wake von ki Japanern besetzt. — Japanische Torpedoslug- zcuae versenken die britischen Schlachtschiffe „Re- p;lle" und „Prince of Wales" . 1t. Kriegssitzung des Reichstags. Kriegszustand ir t den USA. Abkommen zwischen Deutschland, Folien und Japan. 11 SäMtz' und Trutzbündnis zwischen Japan und Mailand. 14. Reichsminister Kerrl gestorben. 15. Japanische Landung auf Britisch-Borneo. Der- liier Sondertagung der Dreierpaktmächte. 16. Britischer Kreuzer vor Alexandria durch Kitsches U-Boot versenkt. 17. Uebergang zum Stellungskrieg der Winter- wnate an der Ostfront. — Schwere Abwehrkämpfe vstlich Tobruk. 18. Javaner auf Hongkong gelandet. 20. Die Insel Penang von den Briten geräumt. If ■24 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) llt!l ck M 0U? i $ W* H11 > W" Sollt' Oll * $ 5* M V Explosion inRaum5 Roman von H.G. Hansen C«pyrl|M by Prom«th* * **uB-V«r1ag Dr.Elchadccr, Cr6b«nx«ll b.MOnchan Aach einer endlos erscheinenden halben Stunde i)en Aenne Barkow sowohl mit ihrem Kaffee wie j hi der Zeitung fertig zu sein. Sie erschien im 1 in gang zu der Terrasse und schlug einen Weg - ir, der von den beiden Freunden wegführte. Soin eilten sie im Geschwindschritt hinterher. Kurts 1 Knierad machte, daß er neben die junge Dame in, betrachtete sie ausgiebig von der Seite, grüßte a n mit lächelnder Ueberlegenheit und begann aus e einzusprechen. Nur den Bruchteil eines Augen- ■lifs stockte ihr Fuß. Sie musterte den zudring- iöen Menschen, der sich eine solche Dreistigkeit i^usnahm,-warf empört den Kops hoch und beruhigte ihre Schritte. ^verdrossen blieb aber dieser Bursche, der sie i ihr der Straße belästigte, neben ihr und bat flehent- *4 sie möge doch nicht so kühl und abweisend sein, ür verspreche, sich sehr artig zu benehmen, wenn n sne nur begleiten dürfe. Dabei wandte er inner- von zwei Minuten den gesamten Phrasen- feaU auf, von dem er glaubte, daß er bei solchen ^«egenheiten angewandt wurde, und tat bann pört, als plötzlich Kurt zwischen ihm und Aenne k-kow auftauchte, korrekt grüßte und mit schnei- Mer Stimme erttärte: _. ■3d) beobachte schon eine geraume Zeit, daß Sie je Dame belästigen. Machen Sie, daß Sie fort- turnen, sonst —1" ^er Klassenkamerad verzog das Gesicht, gnnste hii-erschämt und blieb zurück. Aenne stellte mit lirwm Seitenblick fest, daß ihr Beschützer ausge- Mnet aussah, groß, kräftig, sportlich, mit sehr ^apathischem Gesicht. „Verzeihen Sie, gnädige ■ü 11» j ir ot , btn ßoli» * W *5 M barir- itflui* ciiikk W i>M [fl bh V - Britischer Ueberfall auf Timor. 21. Der Führer übernimmt das Oberkommando I« Heeres. — Aufruf zur Sammlung von warmen L vierfachen für die Ostfront. 22. Britischer Flugzeugträger von deutschem U«Boot im Atlantik versenkt. — Fortschreiten der jw anischen Offensive auf Malaya und den Philippen. 27. Erbitterte Abwehrkämpfe an der Ostfront. — Hongkong kapituliert. 28. Mißglückter britischer Handstreich auf die norwegische Küste. — Die Stadt Jpoh auf Malakka wi den Japanern besetzt. _________________ Derdunkelnngszeil: 30.12. von 17.14 bis 9.31 Uhr. Aus der Giadt Gießen. Dor der Jahreswende. Die Zeitspanne, die wir jetzt durchleben, hat ihre eiaene Note. Zwar ist der Alltag wieder eingekehrt, doch zwischen dem Weihnalytsfest und dem neuen Jahr scheint die Besinnlichkeit einen stärkeren Wirkungsgrad zu besitzen als zu anderen Zeiten. Das Werktagsgetriebe hat einen stilleren Klang, es ist, als ob das ganze Leben eine gemächlichere Tonart anschlage. Man könnte meinen, daß das 3ur Rüste gehende Jahr die letzte Frist, die ihm gegeben ist, nach dem Wort „Eile mit Weile" be- däcbtig auskosten möchte. Und doch jaaen sich draußen die Geschehnisse, steht die Welt im Zeichen gewaltiger Ereignisse. An den Fronten gibt es kein Ausruhen, keine Atempausen ber Besinnung. Es ist ein Jahr schicksalsooller Ent- scheidungen, das binnen kurzem im Ozean der Zeit versinken wird, um von einem neuen abgelöst zu werden, das an Bedeutsamkeit wahrscheinlich noch überragender sein dürfte. Das Gesetz des „Stiro und Werde" aber, das der Gegenwart so sichtbar seinen Stempel aufdrückt, besitzt gerade in den Tagen um den Jahreswechsel seit altersgrauen feiten für unser Volk eine besondere Bedeutung. Nach altgermanischem Glauben kamen vor allem in den Nächten, die man auch Rauhnächte nannte, die loten zu den Ueberlebenden. Dieser Vorstellung lag der durchaus richtige Gedanke zugrunde, daß ja die loten zu den Lebenden gehören, daß beide erst gemeinsam das große Volk bilden, das sich aus feinen ewigen Quellkräften immer wieder neu verjüngt, xßir spüren heute wieder, wieviel Ehrfurcht und wieviel gesundes Empfinden in dieser Anschauung wurzelten. Es ist bezeichnend, daß die sogenannten Zwölften, die man die zwölf Rächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar nennt, in den Überlieferungen des Brauchtums viel Geheimnisvolles an sich haben. Was man in diesen Nächten träumte, sollte in Erfüllung gehen. Wer sich darauf verstand, das Wetter in dieser Zeit richtig zu deuten, sollte den Witterungscharakter der kommenden zwölf Mo- nate Voraussagen können. Aber auch für die Er- forfchuna des Schicksals waren die Zwölften überaus günstig. Mancherlei Orakelspiele erinnern daran, und wenn wir uns in früheren Jahren am Silvesterabend dem Bleigießen widmeten, dann taten wir im Grunde nichts anderes als die Mädchen der bäuerlichen Bevölkerung, die einen Schuh mit dem Fuß über den Kovf warfen, um aus der Stellung des Schuhes zu sehen, ob sie im kommenden Jahre heiraten würden. Daß die Erscheinungen der Natur das Schicksal des Menschen in starkem Maße mit bestimmen, kommt uns in diesen Tagen mehr als sonst zum Bewußtsein, wenn wir uns auch von manchen Vorstellungen unserer Vorfahren entfernt Haven und mehr unserer eigenen Kraft vertrauen. Ein neues Jahr steigt herauf, es soll uns für alle großen Aufgaben gewappnet finden. H. W. Sch. * ** Die Versorgung mit Winterkariös f e l n betrifft eine im heutigen Bekanntmachungsteil veröffentlichte Anordnung des Ernah- rungsamtes der Stadt Gießen. Die Anordnung wird zu allgemeiner sorgfältiger Beachtung empfohlen. ** 85 Jahre alt und 60 Jahre Sänger. Der In weiten Bevölkerungsschichten, Insbesondere in Sängerkreisen Gießens und Umgebung bekannte frühere Inhaber der Gaststätte „Zum Schipkapaß", Jean Arnold, kann am 1. Januar 1942 feinen 85. Geburtstag feiern. Seit 1882 gehörte er der deutschen Sängerbewegung an und nimmt noch heute an den Singstunden und gesanglichen Veranstaltungen des Gesangvereins „Heiterkeit" regelmäßig teil. In dankbarer Würdigung dessen und seiner großen Verdienste um seine „Heiterkeit" ist er mit allen Ehrungen, von ber Ehrenmitaliedschaft seines Vereins bis zum Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes ausgestattet worden. Auch in der Feuerwehrbewegung hat Herr Arnold fast 60 Jahre lang feine stetige Hilfsbereitschaft im Dienste der Nächstenliebe tatbereit zum Ausdruck gebracht: ebenso war er jahrzehntelang im Dienste des hessischen Waisenschutzes gemeinnützig tätig. Der noch sehr rüstige alte Herr, der sich allseits großer Wertschätzung erfreut, unternimmt täglich seine ausgedehnten Spaziergänge in die heimatlichen Fluren. ** Arbeitsjubiläum. In diesen Tagen sind 30 Jahre vergangen, seit der Kutscher Heinrich H a u s s a ue r bei der Firma Ernst Niemann in Frau, daß ich hier auf der Straße diese Szene herbeiführte. Ich glaubte aber, in Ihrem Interesse zu handeln." Er spielte den Verwirrten, der beim Anblick eines bezaubernden Gesichtes die sonstige Gewandtheit verliert, stammelte einige unzusammen- hängende Worte und verbeugte sich bann, wobei er murmelte: „Gestatten Sie, mein Name ist Kurt Niehaus." Aenne Barkow amüsierte sich. Begonnen hatte es zwar mit einer Szene, die sie verabscheute. Aber eg war direkt köstlich, wie schnell sich Herr Niehaus wandelte. Zuerst energisch und drohend in seinem »eramt, dann verwirrt wie ein Jüngling lick in die Augen einer Frau. ,Das ist ein ganz unverdorbener, sehr gut erzogener Junges dachte sie befriedigt und neigte zum Dank für die Vorstellung den Kopf. „Ich danke Ihnen, Herr Niehaus. Wenn es Ihnen nicht aufdringlich erscheint, möchte ich Sie noch bis zur nächsten Ecke begleiten, gnädige Frau. Es könnte ja sein, daß dieser — Das glaube ich kaum", antwortete sie schnell. , Der Herr hat sicher genug. Und bitte sagen Sie nicht gnädige Frau, ich bin nicht verheiratet. Dh" meinte er gedehnt und betrachtete sie noch intensiver, ats fei diese einfache Feststellung für ihn eine Offenbarung. . Noch ehe sie die nächste Ecke erreicht hatten, war ein fröhliches Gespräch zwischen ihnen im Gange. Kurt begann schon, den eigentlichen Zweck biejer Bekanntschaft zu vergessen, und war auf dem besten Weae statt der Rolle eines Kriminalisten die eines Bewunderers zu spielen. Das trug nurdazu bei, sein ganzes Benehmen natürlich zu gestalten und in Aenne Barkow jedes Mißtrauen auszuloschen Sie strebte einem Restaurant zu, m dem sie zu essen pflegte, und verhielt sich durchaus nicht ab- lehnend, als ihr Begleiter fie.bat i^n an ihrem Tische zu dulden, da er sonst sein Mahl einsam und nerfo fen einnehmen müßte. Bevor sie spater' den letzten Löffel mit Kompott zu ftd) genommen batte wußte er auch ihren Namen und strahlte, als sie Dienst getreten ist. Herr Hausiauer ist ber Dienstälteste von den 40 Gefolgschaftsmitgliedern und hat sich in diesen 30 Jahren als ein stets zuverlässiger und fleißiger Arbeiter erwiesen, wofür ihm bereits an seinem 25jährigen Jubiläum, wie auch jetzt wieder die Anerkennung feines Arbeitgebers zuteil wurde. ** Pferbevormusterung 1942. Eine Bekanntmachung ber Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil weift die Pferbehalter auf bie Pferde- oormufterung 1942 für den Stadtkreis Gießen hin. Das Nähere ist aus ber Bekanntmachung zu entnehmen. Wo»-, pelz- und Winlersachen für die Fronl! Oer Dank der Heimat sei die Tat! Die Partei ist angetreten, um dem Dillen des Führers entsprechend zu Weihnachten 1941 eine große Sammelaktion von Doll - und Winter- fachen für die Iront als Weihnachtsgeschenk der Heimat für unsere Soldaten zur Durchführung zu bringen. Volksgenossen und volksgenoffinnent Diesmal wird kein Opfer von Luch gefordert! Lure Spende bedeutet lediglich (Erfüllung einer selbstverständlichen Pflicht! Das wird gesammelt? Alle Arten von Pelzen, Doll- und Pelzdecken, warme Handschuhe aus wolle oder mit Pelzfutter, Leibbinden, warme Socken, desgleichen Strümpfe, Doll- und Petzwestcn, Pullover, warmes Unterzeug, warme Schals, Brust- und Lungenfchüher, Kopf- und Ohrenfchüher, Pulsund Kniewärmer, Wollfäustlinge und alles, was dazu dient, den Kampf gegen d I e Winterkälte erfotgrench zu führen! Alle Spenden fallen fofort Verwendung«- fähig, alfo sauber und evtl, gewaschen fein! Die Sammlung erfolgt vom 27. Dezember 19 41 bis zum 4. Januar 1 942. Die Gegenstände werden von Beauftragten ber NSDAP, in den Wohnungen gegen Quittung abgeholt, können aber auch in Gießen an folgenden Sammel- stellen täglich (auch sonntags) von 9 bis 11 und 15 bis 17 Ahr abgegeben werden, und zwar: Ortsgruppe Mitte: Goelhefchule, parL, Ortsgruppe Bord: Schlllerfchule, pari, Ortsgruppe O ft: Ortswaltung der DAA., Cid)er Straße und der Gefchäftsstelle der TlSDAp^ äalferaUee 6, Ortsgruppe Süd: Ckbigbau, I. Stock, Zimmer 5. Ausgezeichnetes Sammelergebnis in Gießen. Es muß aber noch viel mehr werden! — Besuch in einer Wollsammelstelle. ADOX Gießener Bevölkerung alle Ehre. Schon jetzt kann ein großer Waggon mit warmenSachen an die Front abgehen. Aber es versteht sich, daß dies bei weitem noch nicht genügt, und daß die Sammeltätigkeit in den kommenden Tagen bis zum 4. Januar 1942 einschließlich mit allem Nachdruck fortgesetzt und gesteigert wenden muß. Es wird jedes Stück gebraucht, und jeder einzelne unter uns ist aufgerufen, alles für die kämpfende Front zu geben, was er irgend entbehren kann. Zum Schluß sei eine dringliche Bitte von zuständiger Stelle an die spendende Bevölkerung weitergeleitet: Gebt, wo es irgend möglich ist, in erster Linie und vor allem instandgesetzte, fertige Sachen ab, die keine weitere Behandlung und Verarbeitung bedürfen; die Nähstuben und Jnstandsetzungsstellen bedürfen bei dem außerordentlichen Arbeitsanfall dringend der Entlastung; kleinere Reparaturen und Instandsetzungen sollen also nach Möglichkeit schon vor der Abgabe bei der Sammelstelle zu Hause oorgenommen werden. llngegerbte Kaninchen- und Hasenfelle für die Woll. und Pelzsammlunq. Auch bie ungegerbten Kaninchen- und Haienfelle sollen durch die Woll- und Pelzsammlung für die Front erfaßt werden. Sie liefern nach ihrer Verarbeitung ein gutes Pelzfutter für Militärmäntel. Die unbearbeiteten Felle sind an bie zuständige Ortsgruppe der NSDAP, abzuliefern, wo sie der Bearbeitung zugeführt werden. Zur Abgabe von Skiern und Skistiefeln. Zur Abgabe von Skiern und Skistiefeln gibt ber Reichssportführer im Einvernehmen mit den zuständigen Wehrmachtsstellen folgende technische Erklärungen: Abgegeben werden sollen Tourenskier mit Bindungen, mit und ohne Stahlkanten. Arn besten zu gebrauchen sind solche ohne Stahlkanten. Länge zwischen 1,70 und 2,15 Meter. Nicht zur Ablieferung kommen sollen Spezial-Sprungskier, Spezial- Abfahrtsskier und Spezial-Langlaufskier, wie sie im allgemeinen nur für Wettbewerbe gebraucht werden. Gebraucht werden außerdem alle Stöcke über 1,20 Meter lang in beliebiger Ausführung. An Skischuhen werden gebraucht alle normalen Tourenskischuhe von Größe 41 an auswärts, jedoch keine Spezial-Abfahrts, und Spezial-Langlauf- schuhe. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß von der Abgabe nur ausgenommen werden Dor ber Turnhalle der Goethe-Schule, ber Sammelstelle der Ortsgruppe Mitte, stehen die Fahrzeuge der Wehrmacht bereit, die in der Turnhalle aufgestapelten Spenden zur Woll- und Pelzsammlung für unsere Soldaten aufzunehmen. Die Sachen werden von hier aus un- mittelbar zur Bahn gebracht und dort in einem großen Waggon ohne Aufenthalt an die Ostfront transportiert. In der Turnhalle selbst sind Arbeits- kommandos der Wehrmacht damit beschäftigt, die Spenden zu sortieren, zu bündeln und zu verladen. Bei unferm Besuch am gestrigen Vormittag hatte sich bas Chaos schon erheblich gelichtet, da inzwischen bereits starke Bestände zum Abtransport verladen werden konnten. Immerhin kann man sich auch jetzt noch bei einem Rundgang ein Bild da- von machen, was bereits in den ersten beiden Tagen der Sammlung, also am letzten Samstag und Sonntag, an freiwilligen Spenden zusammengekom. men ist. Es ist natürlich ganz unmöglich, hier auch nur im Ueberblirf alles Einzelne aufzuzählen. Dicke wollene Strümpfe türmen sich zu kleinen Bergen. In einer Ecke ift Pelzwerk aller Art aufeinander- geschichtet, Bettvorleger und Umhänge, Muffe, Besatz und Reste in den verschiedensten Farben, Formen und Größen. In einer anderen Ecke liegen sauber geschichtet Wolldecken, Steppdecken und Mäntel, Pullover und Westen, Hemden und Unterhosen in dicken Bündeln, gefütterte Handschuhe und Ohrenschützer. Auch Skier und Skistiefel sind bereits ab geliefert und zum Abtransport bereitgestellt. Alles dies sind Dinge, die ohne weitere Verarbeitung auf dem schnellsten Wege an bie Front geschickt werden können. Eine Menge anderer Sachen werden, wiederum in kürzester Frist, in den Nähstuben von aeschickten Händen instandgesetzt und hergerichtet. Als praktisches Beispiel zeigt man uns eine gewöhnliche alte Herrenweste, die mit ver- schiedenen Pelzstücken mollig ausgefüttert ist und oem Soldaten, der sie erhalten wird, einen gediegenen Schutz gegen bie russischen Kältegrade geben wird. Schon jetzt kann gesagt werden, daß die Gießener Bevölkerung den an sie gerichteten Appell im Aufruf Aur Sammlung von Wintersachen für unsere Soldaten an der Ostfront vollauf verstanden und beherzigt hat. Das Sammelergebnis, wie sich nach oen ersten beiden Tagen darstellt, darf vorzüglich genannt werden. (Einige Zahlenangaben mögen dies verdeutlichen. So wurden neben vielem anderen, was hier im einzelnen nicht aufgeführt werben kann, In den vier Gießener Ortsgruppen allein bis zum Sonntag einschließlich zusammengebracht: 395 Wolldecken, 1360 Pullover, 2050 Paar Strümpfe, 2040 Schals, ungefähr 900 Hemden, 700 Unterhosen, 20 Pelzmäntel, 1000 Ohrenschützer und 500 Kniewärmer. Auch an Filzschuhen, Pelzkragen und Muffen war die Ausbeute bisher erfreulich groß. Das Sammelergebnis macht ber feinen Vorschlag, sich abends zu treffen, nach einigem Zögern annahm. Man würde hinaus aus der Stadt in ein Gartenlokal fahren, in dem eine anerkannt gute Kapelle gastierte. Erft vor der Haustür Aennes wurde Abschied genommen, und sie ließ die letzten Bedenken angesichts seines jugendlichen Feuers untergehen, das sie langsam zu erwärmen begann. Angeregt kam Kurt nach Hause. Die Vorwürfe seiner Eltern, daß er erst um halb drei Uhr zum Essen komme, prallten wirkungslos an ihm ab. Er zog sich mit Bärbel und Michel in ein Zimmer zurück und aab einen ausführlichen Bericht von den Erlebnissen des Vormittags. Seine Schwester staunte unmäßig. „Das hätte ich dir nie zugetraut." Etwas Verlegenheit, etwas Besorgnis und ein großer Schuß Bewunderung lag in der Feststellung. „Tja, Mädchen", protzte Kurt. „So muß man es anfangen. Aber das ift jetzt Nebensache. Es handelt sich nicht um eine Liebesgeschichte, sondern um einen Kriminalfall. Und da muß ich nun doch gestehen, daß sie durchaus nicht den Eindruck einer Komplizin von Schwerverbrechern mackt." „So? Du bist mir gerade ber Rechte für eine solche Aufgabe!" Unverkennbarer Hohn sprach aus jeder Silbe, die von Bärbels Lippen kam. „Anscheinend braucht eine Frau nur ein Allerweltsgesicht und keine Verbrecherphysiognomie zu haben, um dich sofort für sie zu begeistern. Und so etwas studiert Jura!" „Laßt jetzt bas Hanken!" Michel fürchtete, es komme zu Auseinandersetzungen, die feinem Plan durchaus nicht förderlich waren. „Sie macht tatsächlich keinen schlechten Eindruck. Aber das spricht ebensowenig für sie wie ein böses Aussehen gleich als Beweis für einen niedrigen Charakter genommen werden kann. Glaubst du, daß sie bei näherer Bekanntschaft aus sich herausgeht und vielleicht manches erzählt, was uns nützlich ist?" „Das kommt nur auf ben Bekannten an." Kurt konnte es nicht lassen, sich auf den Unwiderstehlichen hinauszuspielen. Fröhlich und guten Mutes eilte er abends über die Straße, sobald Aenire aus dem Hause trat. Er begrüßte sie eben 0 höflich wie betont glücklich und brachte es fertig, ie auf dem Wege zu dem Gartenlokal in eine hei ere Stimmung zu bringen, über die sie sich selbst wunderte, weil sie sonst eher zu trüben als zu ausgelassenen Stimmungen neigte. Der Abend verlief, wie er begonnen hatte. Die beiden unterhielten sich großartig, summten manche der gespielten Melodien mit, tränten eine lieblich schmeckende Bowle und traten den Heimweg erst nach Mitternacht an. Kurt war unterwegs zwar von heftiger Versuchung geplagt, das Mädchen in die Arme zu nehmen und zu küssen, behielt aber einen Rest von Ueberlegung, der ausreichte, um ihn von einem solchen Vorgehen abzuhalten. < Ihr Abschied war diesmal viel vertrauter als am Mittag, und es machte Kurt feinerfei Schwierigkeiten, von Aenne die Zusage au einem neuerlichen Beisammensein am folgenden Abende zu erlangen. Vorsichtig schlich er um ein Uhr morgens auf den Zehenspitzen die Treppe hinaus, schloß leise die Korridortür auf und vermied jedes Geräusch, um niemanden zu wecken. Im letzten Augenblick unterdrückte er in seinem Zimmer einen Ausruf des Erstaunens, denn Michel stand vom Sofa auf, reckte sich und gähnte. Er hatte auf die Heimkehr des Schwagers gewartet und war begierig, alles zu erfahren. „Mensch, warum hast du sie nicht geküßt?" fragte er am Schluß des Berichtes erstaunt. „Das ... das konnte ich nicht. Es mtberftrebte mir, mit solchen Mitteln zu arbeiten." „Wenn du Skrupel hast, bann laß die Finger davon. Was ist denn schon dabei, einem Mädchen einen Kuh zu geben." „lieber Geschmacksfragen kann man nicht streiten", stellte Kurt überlegen fest. „Will ich auch nicht. Aber denke mal darüber nach, was rid)tiger ist." (Fortsetzung folgt.) Neue Filme zum Jahresende )fll tH Schaukämpfe der Boxer. - [ih 3. u ri ■ ifci tu 5268 D -I nachmittags 134 Uhr. statt. ktcf)t9 möglichst !Ml.WMl!-2WL°r- bald gut heizbar, von oato 04388 gut veizvar, von ^*»*6*—*—^ kleine Wohnoog. sä“- erau ®Ä?n m Für die uns in so reichem Maße schriftlich und mündlich bezeigte Teilnahme am Hinscheiden unseres lieben Helmut Siebeck, Obergefreiter in einem Inf.- I . II 0 1 1 0 0 Gew. 6 4 3 3 2 2 1 0 Verl. 0 1 2 2 3 3 5 5 Schr. Ang. unt. 04386 a. d.G.A. Spiele 7 5 6 5 6 6 6 5 Tabelle wie Tabelle Pkte. 13:1 8:2 7:5 V. 6:4 5:7 5.7 2:10 0:10 Näheres Kirchenvlatzl4I Unentsch. 1 0 folgt: nach dem Stande vom 31.12.41: Salon (jötj Frankfurter Straße 42 Ab heute Rufnummer 3192 5275 D THEATER der Universitätsstadt Gießen Kirchliche Anzeigen. (G. --Gottesdienst, KG. --Kinder- gottesdienst, HG. = Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. = Hauvt- gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Mittwoch, 31. Dezember. Altjahrsandacht. Stadtkirche: 18, Schmidt. Jobanneskirche: 15.30, Lic. Drommershausen. Kapelle Alter Friedhof: 15.30, (m. Abendmahl), Walther. Kapelle Wetzlarer Weg: 18, Lic. Dr. Jost. Gießen-Klein-Linden: 16, Lic. Dr. Jost. Gicßen-Wieseck: 15.30. Lollar: 20. Lich: 20, Naumann (im Gemeindesaal), Kollekte. wird auf die Berufung der Spielvereinigung 1900 hin laut Gauentscheid als Meisterschaftsspiel gemäß seinem Ergebnis gewertet. Mithin ändert sich die Bel jeder } Temperatur H erwärmt Esbif- • Trocken-Brenn- O Stoff Speisen, O Getränke, Ra- H sierwasserusw. H Praktisch für H Jedermann. * Käuflich i n Z einschlägigen Z • Geschäft. Packung 20 Tobi. Auch H • zum Feldpostversand zugelassen. J » Bezugsquellen-Nachweis durch t G • HERST. ERICH SCHÜMM • STUTTGARTS 109 Neuer Tabellenstand Das Spiel VfB.-R. gegen 1900 am 19.10.41 Glona-palast: »Die Kellnerin Anna". Das alte, immer wieder aufgegriffene Thema der einander widerstreitenden Generationen — der Vater will den künstlerisch begabten, leidenschaftlich der Musik ergebenen Sohn in den bürgerlich-einträglichen Beruf zwingen — wird in diesem Film von Wolf Neumeister und Ursula B l o y (Drehbuch von Friedrich F o r st e r und Peter Paul Brauer) vom Motiv der großen, entsagungsvollen, zu jedem Opfer fähigen Mutterliebe überschnitten und überspielt: das geschieht unter der Regie von P. P. B r a u e r in einer verständnisvoll und maßvoll abwägenden Weise, im geschickt verzweigten Gefüge einer sehr menschlich geführten, an Spannungen und psychologischen Feinheiten reichen Handlung, bei der vielleicht allein der allzu glatte Schluß nicht vollkommen überzeugend erscheint: man kann sich jedenfalls den Ausklang dieser auch filmisch dankbar aufgegriffene Möglichkeiten bietenden Geschichte etwas minder theatralisch-effektreich vorstellen. Sonst geht es ganz natürlich und möglich zu: es würde hier zu weit führen, Geschichte und Vorgeschichte eingehend zu verfolgen. Die Darstellung wird entscheidend beherrscht von der starken, erwärmenden und überzeugenden Kraft der Schauspielerin Franziska K i n z, die eine nicht leichte, in schwächeren Händen vermutlich zur sentimentalen Kolportage absinkenden Frauenrolle mit einem bei aller Verhaltenheit großartig ausdrucksvollen Gefühlsreichtum durchdringt und beseelt. Ihrem tiro- lerischen Wesen steht Wernickes kühles, norddeutsches Temperament kontrastreich, aber mit nicht geringerer Gestaltungskraft gegenüber: er gibt den Vater, hart, schroff und kantig, und es ist sehr schön zu sehen, wie ganz allmählich eine gütige und Regiment, danken wir herzlich. Ida Siebeck, geb. Muth und Töchterchen Ernst Siebeck, Pfarrer Philipp Muth III. und Familien. Heuchelheim bei Gießen und Echzell. Unsere liebe Mutter Anna Katharina Euler geb. Schmidt ist nach langem, schwerem Leiden im Alter von 84 Jahren von uns gegangen. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Margarete Rock, verw. Erb, geb. Euler. Treis a.d. Lumda (Hohlstr.3), den 28. Dez. 1941 Die Beerdigung ist am Mittwoch, 31. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus. 04387 Betr.: Pferd evormusterung 1942. Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 7. Januar 1942, 9 Uhr, wird für den Stadtkreis Gießen die Pferdevormusterung 1942 durchgeführt. Musterungsplatz ist die Schlachthofstraße. 30 Minuten vor der angesetzten Zeit sind auf Grund des Reichsleistungsgesetzes § 3 Abs. 2 und § 15 Nr. 1 und 2 vorzuführen: Sämtliche 3jährigen und älteren Pferde sowie alle Pferde, die nach der Musterung am 30.11.1940 in Zugang gekommen sind. Nicht vorzuführen sind: 1. Kleinpferde unter 135 cm Stockmaß, 2. Pferde, die in Bergwerken dauernd unter Tage gehen. Pferde aus Gehöften mit Maul- und Klauenseuche und anderen ansteckenden Krankheiten sind getrennt von den übrigen mit desinfizierten Hufen vorzuführen. 5271C Die Tiere sind frisch geputzt, ohne Geschirr und ohne Decke, mit Zaumzeug oder Halfter mit Gebiß vorzuführen. Die Hufe sollen an der Sohle sauber, aber nicht gefettet oder geteert sein. Die Vorführung hat durch geeignete Männer, keinesfalls durch Kinder, zu erfolgen. Gießen, den 29. Dezember 1941. Der Oberbürgermeister. I.V.: gez. Nicolaus. Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Unteroffizier K. Wilhelm, der Pionier ist, hatte bereits im Feldzuge im Westen das Eiserne Kreuz II. Klasse erhalten. Kreis Büdingen. * Schotten, 30.Dez. Die hiesige Kameradschaftehemaliger hessischer Leibgar- d ist en hatte sich kürzlich zu ihrem diesjährigen General-Mitgliederappell zusammengefunden. Kamerad Widmann eröffnete den Appell mit dem Gruß an den Führer. Er gedachte dann der Großtaten des deutschen Volkes und seiner Soldaten im Kriege und widmete besonders den Gefallenen und den aus den Reihen der Kameradschaft Verstorbenen (Karl Weitz I. und Karl Schmidt III.) einen warmen Nachruf. Im Jahresbericht wurde ein Ueberblick gegeben über das Leben innerhalb der Kameradschaft, wobei besonders betont werden konnte, daß sich die Kameraden mit schönen Spenden für die jungen Soldaten des Traditionsregiments beteiligt hatten. Den Rechnungsbericht gab Kamerad Bing, dem Entlastung erteilt wurde, nachdem die Rechnungsprüfung durch die Kameraden H a i n z und I. M e i ü t zu Bemerkungen keinen Anlaß gegeben hatte. Mit Worten des Dankes für alle Mitarbeit und mit dem Ausdruck siegesstolzer Gewißheit eines glücklichen Ausgangs des gewaltigen Kriegsringens schloß Kamerad Widmann den Appell. Neue Fernspfecbnummer: 2577 Plötzlich und unerwartet verstarb am zweiten Feiertag meine liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Ernestine Mahr im Alter von 42 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Ernst Mahr Hilmar Krause, Bräutigam Familie Heinrich Ullrich und ein Enkelkind. Gießen (Schanzenstr. 1), den 29. Dezember 1941. Die Trauerfeier findet Mittwoch, 31. Dezember, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04383 Naunheim Luftwaffe Ehringshausen W.-Steinberg Burgsolms 1900 Sinn DfB.-R. Emil Bechstein Gummiwarengroßhandlung, Leder-, Gummi-, Kamelhaar - Treibriemen, Holzriemenscheiben und Verbinder Selters weg 49.04102 Dienstag, 30. Dezember 18.30—21.45 Uhr bistD Neuinszenierung! Außer Miete! Der Zarewitsch Operette von Frans LehAr. Preise von 1.20 bis 4.10 RM- Schr. Ang. unt. 04406 a. d.G.A. b : s • 04407 ■ ■SÄ verstehende Väterlichkeit von ihm Besitz ergreift und ihn umstimmt. Hermann Brix ist der Sohn, so heftig, trotzig, ahnungslos und hilflos, wie ein junger Mensch in solcher Lage zu sein pflegt. Auch sonst ist eine ganze Reihe vorzüglicher Darsteller am Werk: es seien nur Gustav Waldau (eine scharmante Figur), Danegger, Dahlke, Hans Olden und vom jungen Nachwuchs Winnie Markus und Elfriede D a tz i g genannt. — (Terra.) Lichtspielhaus: „Ehe man Ehemann wird.'' Im Lichtspielhaus geht es derweile, wie man wohl schon dem wortspielerischen Titel entnehmen wird, weit harmloser zu: dies hier ist eher etwas für eine aufgekratzte Silvesterstimmung. Hier handelt es sich nicht um Schicksal, um Probleme und widerstrebende Generationen: hier regiert der Schwank, hier wird ein ausgemachter Weiberfeind zur Ehe bekehrt. Zuweilen ist es ganz reizvoll, dem entfesselten Spiel der Situationen, jenseits aller Wirklichkeit und Wahrscheinlichkeit, zuzuschauen. Der Regisseur Dr. Alwin E l l i n g hat das, nach dem Lustspiel „Hochzeitsreise ohne Mann" von Leo Lenz, reichlich ausaekostet. Ewald Balser, eigentlich viel zu schade für eine solche Farce, macht mit Anstand den Hagestolzen Professor: Heli Finkenzeller ist die sehr reizende und unternehmungslustige Dame, die den Widerspenstigen bändigt. Erich Fiedler, Rudolf Carl, Maria P a u d l e r, Lotte Rausch und Günther L ü - d e r s vervollständigen das unbedenklich vergnügte Ensemble. — (Deutschland-Film.) Hans Thyriot. sollen: 1. Die gesamte Bergbevolkerung, soweit sie die Skier zu beruflichen Zwecken benötigt, 2. die Skilehrer und anerkannten Uebungswarte des NSRL., die ihre Skier für die Durchführung der ihnen übertragenen Ausbildungsaufgaben gebrauchen, 3. alle noch nicht zur Wehrmacht einberufenen Angehörigen der HI., die sich in der vormilitärischen Ausbildung befinden und dazu ihre Skier benötigen. Bei Brandgefahr Weihnachtsbäume plündern! NSG. Ist die Brandgefahr schon bei frischgrünen Tannenbäumen groß, so erhöht sie sich sehr bei Bäumen, die lange in geheizten Räumen stehen und dadurch austrocknen. Deswegen plündert den Weihnachtsbaum noch im alten Jahr, denn jeder Tag, den er länger als nötig aufbewahrt wird, heißt die Gefahr vergrößern, in die uns Unachtsamkeit bringen kann! Ganz besonders aber achtet darauf, daß Kinder keine Streichholzschachteln in die Hand bekommen, wenn sie allein und unbeaufsichtigt im Weihnachtszimmer spielen. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 45 bis 46,5 Rpf., Bullen 41 bis 42, Kühe 40,5 bis 42, Kälber 44 bis 57 je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,20 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,20, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,18, c (100 bis 119,5 kg) 1,14, d (80 bis 99,5 kg) 1,08, e bis k (unter 80 kg) 1,04, gl (fette Specksauen) 1,20, j (Altschneider) 1,18, g2 (andere Sauen) 1,08 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. Aus der engeren Heimat. Z5 Jahre hessisches Staatsbad. - Bad-Nauheim, 29. Dez. Es sind in diesem Jahre 75 Jahre gewesen, daß das bis dahin kur- hessische Nauheim nach dem Kriege 1866 an Hessen- Darmstadt fiel. Damit hatte sich für Bad-Nauheim ein territorialgeschichtlicher Wandel vollzogen, der für die Entwicklung des Bades von größter wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung werden sollte. Der hessische Staat hat in den 75 Jahren der Zugehörigkeit Bad-Nauheims zum Lande Hessen dem Staatsbad bis auf den heutigen Tag stets seine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge zugewandt und damit einen wesentlichen Anteil an der ungeahnten Entwicklung, zu der der Grundstein mit dem ersten wissenschaftlichen Bohroersuch vor 125 Jahren gelegt worden ist, auf welche bedeutsame Tatsache wir vor einigen Tagen bereits hingewiesen haben. Landkreis Gießen. * Großen-Buseck,29. Dez. Der Obergefreite Ernst Volk, Horst-Wessel-Straße, erhielt wegen Tapferkeit vor dem Feinde im Osten das Eiserne Kreuz II. Klasse. = Grünberg, 29. Dez. Die von Rektor Häusel in vorbildlichem Einsatz verwaltete Bezirkssammelstelle Grünberg der RfH. (Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung) hat ihr Ergebnis gegenüber dem Vorjahre ganz wesentlich gesteigert. Insgesamt kamen in 226 großen Säcken 1465 kg Trockengut cm H e il- und Teekräutern an die Gausammelstelle in Frankfurt a. M.-Höchst zum Versand. An dieser Menge sind im wesentlichen 21 verschiedene Einzel- drogen beteiligt. Dazu kommen noch 33 Zentner Hagebutten. An dem Aufkommen der Bezirkssammelstelle sind die einzelnen Sammeleinheiten wie folgt beteiligt: Volksschule Grimberg 442,5 kg Trockengut ( + 354 kg Hagebutten): Oberschule Grünberg 205,5 kg Trockengut (+ 50 kg Hagebutten); Volksschule Oueckborn 142,5 kg Trockengut (+ 371 kg Hagebutten): Volksschule Lumda 125,3 Kilogramm Trockengut; Volksschule Harbach 120,3 Kilogramm Trockengut (+ 524 kg Hagebutten); Volksschule Weickartshain 88,2 kg Trockengut (+ 22 kg Hagebutten); Volksschule Stockhausen 59,8 kg Trockengut (+ 103 kg Hagebutten); Volksschule Lauter 47,7 kg Trockengut; Volksschule Stangenrod 44,9 kg Trockengut (+ 93 kg Hagebutten); Volksschule Reinhardshain 37,7 kg Trockengut (+ 20,5 kg Hagebutten); Volksschule Göbelnrod 37,5 kg Trok- f en gut (+ 30 kg Hagebutten); Volksschule Linden- struth 29,6 kg Trockengut; Volksschule Saasen 29,9 kg Trockengut (+ 92 kg Hagebutten); Volksschule Beltershain 9,2 kg Trockengut. HI. und DJV. 16,3 kg Trockengut; Jungmädel 28,2 kg Trockengut. Die Volksschule Grünberg hat außerdem noch 23 kg Roßkastanien für die Wild-fütterung gesammelt. Kreis Alsfeld. * Homberg, 29. Dez. Der Unteroffizier Karl Wilhelm, Sohn der Kriegerwitwe Wilhelm, in der Michelbach wohnhaft, wurde im Osten wegen Ahordnung des Ernährungsamtes der Stadt Gießen, Abt. B. Betr.: Versorgung mit Mnterkartoffeln. Um eine gleichmäßige Versorgung mit Speise- kartofseln sicherzustellen, wird für die Stadt Gießen angeordnet: 1. Haushaltungen, die sich aus eigenem Anbau mit Kartoffeln nicht versorgen können und ihren Winterbedarf an Kartoffeln nicht eingekellert haben oder, falls sie weniger als ihren Normalbedarf ein- gekellert haben, die eingekellerten Vorräte restlos verbraucht haben, können die von ihnen benötigten Kartoffeln beim Kleinverteiler beziehen. 2. Bezug und Abgabe von Kartoffeln erfolgen nur gegen Vorlage eines von dem Ernährungsamt ausgestellten roten Einkaufs-Ausweises. Die Ausstellung desselben erfolgt werktäglich von 8 bis 13 Uhr im Zimmer 1 des Ernährungsamtes, Liebig- straße 16, gegen Vorlage des Lebensmittel-Personalausweises. 3. Der Ausweis wird auf den Namen des Haushaltungsvorstandes ausgestellt und ist nicht übertragbar. 4. Bei Aenderung der Personenzahl ist der Einkaufsausweis dem zuständigen Ernährungsamt alsbald zur Berichtigung vorzulegen. 5. Solange sich Versorgungsberechtigte aus eigenem Anbau mit Kartoffeln oder aus eingekellerten Kartoffelvorräten versorgen können, wird ihnen ein Einkaufsausweis nicht ausgestellt. 6. Versorgungsberechtigte, die Kartoffeln im Kleineinkauf beziehen, müssen sich bei einem Kleinverteiler in eine Kundenliste eintragen lassen. Sie können nur bei dem Verteiler Kartoffeln beziehen, in dessen Kundenliste sie eingetragen sind. 7. Der Kleinoerteiler hat beim Kleineinkauf jeweils in dem ihm vorzulegenden Einkaufsausweis den Tag der Lieferung und die gelieferte Menge an Kartoffeln mittels Stempels bzw. Kopierstift zu vermerken. 8. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Vorschriften werden nach den geltenden Bestimmungen bestraft. 5272C 9. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Gießen, den 29. Dezember 1941. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B. G. A.-Sport. Turnen und Sport im dritten Kriegsjahr. Die turnerische und sportliche Arbeit in unserem engeren Heimatgebiet im neuen Jahr wird, wie bereits kurz berichtet, ihren Auftakt nehmen mit einer großen Arbeitstagung, zu der der Sportgauführer des NSRL.-Gaues Hessen-Nassau die Amtsträger der Sportkreise W e 11 e r a u - N 0 r d (G i e« ß e n), Wetterau-Süd (Friedberg), Wetzlar und Dillenburg-Biedenkopf für den 3. und 4. Januar nach Gießen einberufen hat. Mit der Tagung verbunden sind eine Kundgebung in der Universität. und mehrere turnerische und sportliche Großveranstaltungen. Das Erscheinen zur Kundgebung des NSRL., die als Hauptarbeitstagung stattfindet, ist vom Gauführer allen Vereinsführern, Vereinsführerstäben zur Pflicht gemacht worden. Bei der Kundgebung werden Sportgauführer SA.-Obersturm- sichrer Rieke (Frankfurt a. M.) und Kreisleiter Backhaus (Gießen) sprechen. Im Anschluß an die Kundgebung findet im Gloria-Palast eine Werbeveranstaltung „Turnen und Sport im dritten Kriegswinter" statt. Sportkreisführer Stein (Gießen) hat eine abwechslungsreiche Vorführungsfolge aufgestellt; sie umfaßt: Kinderturnen; Geräteturnen, Gymnastik und Tanz der Turnerinnen: ) Bodenturnen der Pimpfe und Jungmädel; Kugel- |i gymnastik und Pferdspringen der Männer: Boden-, Barren- und Reckturnen der Gau- und der Kreis- riege; Einzel- und Paarlaufen der Rollschuhsportler: Einzel- und Gruppenfahren der Radsportler; Statt Karten Danksagung. alle lästig. Haare Leberflecken Pickel, Sommer- ivross. usw. entf. u. Gar lür Immer Frau B. Gulden seit1935 Fr. W. Henkel Svrechstund. jetzt mittwochs,Gießen Am Riegelpfad 82, 9-17 Uhr dnrchg. Mittwoch, 31. Dez., keine Sprechstunden Habe 6 Zentner auf ein. liefern). MMtzeouO 3rooHiHtii.nl. niilzlMlmeo. geg. gute Bezahl. Karl Beuer, Mündersbach, PostSelters.^O AlterHerr verlor amHeilig.Abend nachm. zwischen 15 und 16 Uhr, auf dem Wege vom Biebertalbahnhof z.Haupt- bahnhofivermut- lich in der Bahnhofshalle! einen Briefumschlag, enthaltend Wochenlohn, Weihnachtsgratifikation, Fleisch- und Brotmarken. Der ehrliche Finder wird gebeten dies gegen hohe Belohnung auf dem Fundbüro des Polizeiamtes abzugeben. 04393 Praxis wegen Erkrankung vorläufig geschlossen Dr. Stangier Dutenhofen Vertr.: Dr. Buchacker, Atzbach Dr. Speck, Groben-Lindea 5269 D__ Verlobungs-Anzeigen liefert BrühPsche Druckerei |Stellenangebote| Putzfrau f.einige Stunden am Vormittag in Dauerstellung gesucht. 5276D Gloria-Palast Gießen. Hofgut Räbe Gießen sucht älteres, geb. Phichtjahririädchen kinderlieb. 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Kurze Sportnotizen. Generalmajor Richard Herrmann, der Leiter des Fachamtes Handball im NS.-Reichs- bund für Leibesübungen, fand im Kampf gegen den Bolschewismus den Heldentod. Hermann Wilker, der frühere deutsche Meisterruderer und Olympiasieger, Mitglied der Ludwigshafener Rudervereins, starb im Alter von 67 Jahren in Ludwigshafen. Hauptfchriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» HauptichrijtleiterS: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und, Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr.Hans Thyriot: für Stadt Gießen, Provinz, Wrtfchaft u. Sport: Ernst Blumschein (beurs.), i.B.: Dr.Hans Thyriot. Druck und Verlag: Brühlfche UniversitStsdruckeret R. Lange K.tS. Derlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: HanS BeL. Berantworllich für den Inhalt der Anzeigen:Theodor Kümmel. PI.Nr.S. Wer tauscht Radio (Wechselstr.) geg. gleichw. Gleich- od Allstromgerät. Schr. Ang. unt. 04389 a.d.G.A. Viereck-Seitochal am 27. 12. 41 zwischen 20 und 21 Uhr auf dem Wege Ludwig- straße—Bergstr. verloren. Abzugeben geg. Belohnung auf dem Fundbüro. Brauner, rechter Lederhandschuh Wilhelmstraße— Erdkauterweg verloren. Abzugeben geg. BelohNUNg 04396 Fundbüro. 1. Feiertag abds.- Ecke Alicenstr.— Frankfurter Str.. gnmerW WringkW. Abzuholen gegx Anzeigenkost, beti Emil Schwall. Biergroßhandlg- Frankfurt. Str. (Büro). 044» Nachlässe 20 v. S. erhallen 66 bei wiederholten Ao!" nahmen einer Anreise | Vereine 50 er 1888-1938 Neujabrstaa vorm. 10y2 1M bei Hch.Techctt. Wachsame WseMM zu verk. 04392 KarlSommerlad Gastwirt Beuern Tel.Gr.-Buseck51 3 Wellen darunter 1 Kinderbettstelle, gebraucht, abzug. Roonstr. 32 v. Gebr. schw. H.- Wintermantel, mittl. Gr., gebr. weiß.K.-Plüsch- mantel, für 1-1% Jahre, gebr. 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