(91. Jahrgang Nr. 251 Erscheint täglich auher Sonntags und feiertags Beilagen: Siebener Kam ilienblätter Heünat unBild-DieSchoÜe Be-ugsvreis: Monatlich_______RM 1.80 Zustellgebühr... „ -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernivrechanschlub 2251 Dmbtamchrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Krankl ^M. Montag, 2Y. September IW ■r| AW1 • Mont Giehener Anzeiger Annahme von Anzeigen Eär die Mittaasnummer is8'/,Uhr desBormittagS Anzeigen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Dlengenstaffel B Platzoorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr VrühlschewttverstlätrdrnckereiR. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Neue Erfolge deutscher Ll-Boote. Wieder 12 Schiffe aus britischem Geleitzug versenkt. — Die britische Ver- sorgungsschiffahrt verlor erneut 79000 BVT. DRV. Aus dernFührerhauptquartler, 28. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Aus einem von Gibraltar nach England gehenden Geleitzug haben deutsche Unterseeboote in mehrtägigen Angriffen 12 Schiffe mit 67 000 VRT. und ein Sicherungsfahrzeug versenkt, ferner versenkte ein deutsches Unterseeboot i m S üdatla ntlk einen 12 OOO Tonnen-Tanker. Die britische Versorgungsschiffahrt hat somit in den letzten Tagen wiederum 7 9 0 0 0 232tI. durch Unterseeboote verloren. * Nachdem das Oberkommando der Wehrmacht der Weltöffentlichkeit erst am Donnerstag voriger Woche von der Vernichtung eines aus 12 Schiffen bestehenden, nach England fahrenden Geleitzuges, von oem nur ein kleiner Dampfer entkam, Kenntnis geben konnte, haben deutsche Unterseeboote schon wieder einen Geleitzug gepackt, der von Gibraltar gleichfalls nach Großbritannien unterwegs war. Was bedeutet dieser neue Verlust von 79 000 BRT. für Großbritannien. Ein Vergleich mit den Transportmitteln der Eisenbahn gibt darüber ein anschauliches Bild: 79 000 BRT. versenkt — das besagt, daß England einen Schiffsraum verlor, mit dem es 115 340 Tonnen lebens- und kriegswichtige Güter heranführen konnte. 115 340 Tonnen — das sind 7690 Waggons mit je 15 Tonnen Gewicht. Und wieviel Güterzüge sind das? Berechnet man einen solchen Zug mit rund 60 Waggons, so ergibt sich eine Zahl von 128 Güterzügen, die erforderlich wären, um die Ladungsmengen des versenkten Tonnageinhaltes von 79 000 BRT. aufzunehmen. Diese Zahlen erst vermitteln eine plastische Vorstellung von der Größe der Verluste, die deutsche Unterseeboote der britischen Versorgung von neuem zugefügt haben. Und sie lassen zugleich erkennen, was es heißt: Ein Geleitzug versenkt! Die Schlacht im Atlantik geht mit unverminderter Wucht weiter. Tag für Tag sind die deutschen Unterseeboote auf den Weltmeeren am Feind; und wo Schiffe des Gegners vor ihre Torpedorohre kommen, werden sie auf den Meeresgrund befördert. Großbritannien wird immer deutlicher erkennen müssen, daß seine Hoffnungen auf eine „Entlastung" in der Atlantikschlacht von der stahlharten Kampfkraft der deutschen Kriegsmarine und Luftstreitkräfte in Trümmer geschlagen werden. Hinter den Misten der Atlantik-Konferenz. Schanghai, 27. Sept. (DNB.) lieber die Atlantik-Konferenz zwischen Roosevelt und Churchill veröffentlicht die Nankinger Zeitung „Schung hua je pao" auf Grund von Informationen aus Washington Einzelheiten, die interessante Streiflichter auf die englisch-amerikanische Politik werfen. Danach hatten sich die Gespräche im wesentlichen auf die Materiallieferungen, den Kriegseintritt der USA. und den Sowjet-Feldzug konzentriert. Dabei habe Roosevelts Argumentation, daß die Volksstimmung in den USA. noch nicht reif für einen Krieg sei, bei Churchill ein gewisses Verständnis gefunden. Churchill sei jedoch davon überzeugt, daß es Roosevett gelingen werde, durch die Schaffung von Zwischenfällen die USA. in den Krieg zu bringen. Völlige Uebereinstimmung hätte zwischen Churchill und Roosevelt bezüglich der der Sowjetunion zugedachten Rolle bestanden. Roosevelt habe es als beste Lösung bezeichnet, wenn Deutschland und die Sowjetunion durch den Krieg derart geschwächt würden, daß USA. und England als Sieger allein übrig blieben, was Churchills lebhafte Zustimmmung gefunden hätte. „New York Times" behauptet, die „volle USA.« Hilfe für die Sowjetunion komme nicht in Fluß, weil es schwierig sei, von der Moskauer Regierung Einzelheiten über die Lage in Erfahrung zu bringen. Roosevelt und Churchill hätten in einem Schreiben an Stalin ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diese gegeben werden müßten, ehe die Sowjetunion mit voller Kriegsmaterialunterstützung aus den Vereinigten Staaten rechnen könne. Washington hoffe jedoch, daß man der englisch-nordamerikamschen Mission, die zur Zeit in Moskau weile, Gelegenheit geben werde, das Sowjeihauptquartier und die Front zu besuchen sowie auch Einblick in die Geheimberichte der Sowjetregierung zu erhalten. In dem Chor der Schreier, die auf Roosevelts Befehl durch Verlangen nach Aufhebung des Neutralitätsgesetzes die Kriegsvorbereitungen weitertreiben sollen, erklärt Marineminister Knox in einem Aufsatz in „Foreign Commerce Weekly", „die USA. ständen an der Türschwelle des Weltkrieges Nr. 2". Er sei stets gegen das Neutralitätsgesetz gewesen und müsse jetzt besonders darauf drängen, daß es widerrufen werde. Die USA.-Flotte sei nicht nur dazu da, Handelsschiffe zu beschützen, sondern solle Jagd auf feindliche Schiffe machen. Darum studiere die Marine der Vereinigten Staaten neben den Defensiv- ganz besonders die Offensivmethoden. Als besonders wichtig bezeichnete der Minister die Sicherung folgender Routen: Nordatlantik-Route nach Europa, die Verbindungen nach der Ost- und Westküste Südamerikas und die Pazifik-Route nach Australien, Niederländisch-Jndien und Britisch-Jndien. Der Minister erklärte weiter, daß die Vereinigten Staaten nicht genügend Marine st ützpunkte im nördlichen Pazifik besäßen. Diesem Uebelstand sei zum Teil abgeholfen durch die Errichtung von Stützpunkten für Wasserflugzeuge auf der englischen Johnston- Jnsel, dem gleichfalls englischen Palmyra und Samos. Aber nichtsdestoweniger brauchten die Der- i einigten Staaten noch Stützpunkte, von denen aus Marineeinheiten im südlichen Pazifik eingesetzt werden könnten. „Eine wichtige Garantie des Gelingens" Telegrammwechsel am Jahrestage des Dreimächtepaktes. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Aus Anlaß des ersten Jahrestages der Unterzeichnung des Dre>. miichtepaktes sand zwischen dem Führer, dem Duce und dem japanischen Ministerpräsidenten ein Tel - grammwechsel statt, in dem die Verbundenheit der un Dreierpart geeinten Nationen zum Ausdruck kommt. Der Führer ar>den Duce: „Duce! An dem Tage, an dem sich vor einem Jahre Deutschland, Italien und Japan im Dreimächtepakt Susammen- aeschlossen haben, gedenke ich Ihrer m herzlicher Freundschaft. Der Dreimächtepakt hat sich als die Grundlage der zukünftigen Neuordnung erwiesen, au der inzwischen zahlreiche weitere junge und aufbauende Völker ihren Beitritt vollzogen haben, tfur die Aufgaben, die noch vor uns liegen wird der Pakt auch weiterhin eine wichtige Garantie des Gelingens sein Erst künftige Geschlechter werden erkennen, daß es die Entschlossenheit der un^ Dreimächtepakt geeinten Völker war, ine die Wett vo der Ausbeutung durch raumfremde Machte und der tödlichen Gefahr des Bolschewismus gerettet hat. Adolf Hitler." Der D u c e a n d e n F ü h r e r : "Führer! Große und entscheidende Ereignisse haben sich lI" Der gangenen ersten Jahre des Bestehens des Dre er Paktes vollendet. Ebenso große Ereignisse bereiten sich vor. Die im Pakt von Berlin oorgezeichnete neue Ordnuna hat sich bereits siegreich ihr 1 unerschütterliche Grundlage geschaffen. Empfangen Sie, Führer, an diesem Jahrestag tm tarnen des faschistischen Italiens und in meinem eigenen meinen kameradschaftlichen Gruß. Mussolini. Der Führer an den japanischen Ministerprasi- d-nten Fürst Konoye: Am Abschlusses des Dreimächtepaktes machte ich den herzlichen Gefühlen der Verbundenheit mit der großen Nation des Ostens Ausdruck «»lechen, die mich und das deutsche Volk erfüllen. An dem Rm gen des japanischen Volkes um chi- Sicherung feiner Existenz und der unverbrüchlichen Lebensrechte der ostastatilchen Völker unter der Führung Japans nimmt das deutsche Volk lebhaften Anteil. Ich bin gewiß, daß Japan im Zusammenwirkenmit den Ü>m im Dreimächtepakt verbundenen Volkern die Ziele erreichen wird, die eine gesicherte und blühende Zukunft des japanischen Volkes und des gesamten Ostasien verbürgen. In diesem Sinne grüße ich Eure Durchlaucht am heutigen Tage. Adolf Hitler. Der japanische Ministerpäsiüent an den Führer: „Anläßlich des ersten Jahrestages des Abschlusses des Dreimächtepaktes übermittle ich Eurer Exzellenz meinen herzlichsten Glückwunsch und gebe zugleich meiner tiefsten Hochachtung Ausdruck für den von dem von Eurer Exzellenz geführten Deutschen Reich Schlag auf Schlag errungenen Erfolg bei der„Er- richtung der Neuordnung in Europa. Konoye." Gleichzeitig fand zwischen dem Reichsmimster des Auswärtigen, dem italienischen Außenminister und dem japanischen Außenminister ein Telegrammwechsel statt. Die Japaner in Tschangscha. Schanghai, 27. September. (Ostasiendienst des DNB.) Die Japaner drangen am Samstagnachmit- taa 6 30 Uhr in Tschangscha, der Hauptstadt der Provinz Hunan, ein. 100 000 Mann haben die Tschungking-Armeen an Toten und Verwundeten in den Kämpfen nördlich Tschangschas bisher verloren. Von den 30 Tschungking-Divifionen, die an den Kämpfen teilgenommen haben, gelten zehn als vernichtet. Ferner haben die japanischen Truppen große Mengen von Kriegsmaterial aller Art erbeutet. Nach der Einnahme von Tschangscha weist die Zeitung „Nicht Nicht" darauf hin, daß die japanischen Truppen trotz aller Geländeschwierigkeiten in neun Tagen hundert Kilometer zurücklegten. — „Asahi Shimbun" betont, die Schnelligkeit, mit der die Besetzung Tschangschas durch die japanischen Truppen erfolgte, beweise, daß die Widerstandskraft der Tschungking-Stteitträfte sehr zurückgegangen sei. Der italienische Bericht. Rom, 28. September. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Sonntag meldet u. a.: In Ostafrika hat die tapfere Garnison von U o l ch e f i t, die seit dem 15. 4. belagert wird, da sie seit einigen Tagen alle ihre Lebensmittelbestände aufgebraucht hatte, den Befehl erhalten, vom 26. ab den Kampf einzu stellen. Ihre glänzenden früher durchgeführten Angriffs- und Verteidigungsaktionen hat sie damit gekrönt, daß sie einen letzten kühnen Ausfall machte, in dessen Verlauf sie zahlenmäßig überlegene Kräfte angegriffen und in die Flucht geschlagen hat, wobei sie ihnen bettächtliche Verluste zufügte. In den anderen Abschnitten des Gebietes von Gondar wurden feindliche Angriffsversuche wirksam abgewiesen. — Feindliche Flugzeuge unternahmen Angriffe auf Agrigent, Marsala, Trapanis Cagliari und auf Porto Em- vedocle, wobei drei Tote und acht Verwundete unter Der Zivilbevölkerung zu beklagen sind. Die Bodenabwehr von Cagliari schoß ein Flugzeug ab. Ein weiteres wurde von der Bodenabwehr in Marsala abgeschossen. Im mittleren Mittelmeer sind zur Zeit heftige Angriffe der italienischen Luftwaffe gegen einen großen von Gibraltar kommenden englischen Flottenverband im Gange. * Eine vorgeschobene Sicherung überraschte am 26. 9. im Sollum-Abschnitt an der Küstengegend eine britische Kolonne. Es wurden mehrere Gefangene mit Waffen, Munition, Fahrzeugen und anderem Kriegsmaterial eingebracht. An der Tobruk-Front belegte schwere deutsche Artillerie die Molen und Hafenanlagen der einge- schlossenen Festung mit wirkungsvollem Feuer. Der Jahrgang 1923 in die RGDAp. übernommen. Berlin, 28. September. (DNB.) In eindrucksvollen Derpflichtungsfeiern der Kreise und Ortsgruppen des ganzen Reichsgebietes wurden 15Q 000 Jungen und Mädel des Geburtsjahrganges 1923 der Hitler-Jugend in die Partei ausgenommen. Der Bedeutung dieses Tages gedachte auch beim Abschluß der dritten Wasserkampfspiele der Hitler- Jugend in Verlin-Grünau der bevollmächtigte Ver- tteter des Jugendführers des Deutschen Reiches, Stabsführer M ö ck e L In dem stolzen Bewußtsein, daß die Partei einst dieses Reich erkämpft und den Aufbau vollzogen habe, sei die Jugend in die NSDAP, ausgenommen worden. Ihr Weg sei eine Gemeinschaft zum Führer. Jeder, der sich eiyzu- setzen wisse, gleichwohl, wo er hingestellt sei, biene durch diesen Einsatz dem Führer. Die Bereitschaft, im sportlichen Wettkampf stark, kühn und hart zu werden, der Wille, den Millionen junger Kameraden das Beispiel zu geben, sei die schönste Garantie für die Zukunft der Nation, die diese Jugend einmal auf ihren Schultern tragen werde. Stabsführer Möckel schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß der Geist, von dem die Kampfspiele dieses Jahres in Garmisch und in Breslau getragen worden feien, auch über das olympische Grünau hinaus weiterleben möge. Dieser Geist führe die Gemeinschaft eines neuen Europa in eine neue Zukunft und in ein neues schöneres Leben. Die Schlacht bei Kiew. Sechs Tage lang tobte in dem Raum von Kiew— Poltama eine der größten Vernichtungsschlachten aller Zeiten. Eine Einkreisungsschlacht von riesigem Ausmaß wurde von den Deutschen gewonnen. Cannä, Leuthen und Tannenberg erhalten ihre Fortsetzung. Umsonst versuchte Moskau der Welt begreiflich zu .machen, daß Stalins System darin liege, die deutschen Truppen tief und tiefer ins Land hineinzulocken und sie jede Fühlunß mit den bolschewistischen Armeen verlieren zu lassen. Allen Moskauer Vernebelungsversuchen zum Trotz wurde der Ring um große Teile der Sowjetarmeen im weiten Raum zwischen Kiew und Charkow geschlossen. Moskau und London fanden keine Worte mehr, die knappen Angaben der deutschen Wehrmacht zu entkräften. Ja, London begann zu spüren, daß nordostwärts des mittleren Dnjepr eine Entscheidungsschlacht sich anbahnte, die mit einer Niederlage der Bolschewisten enden mußte. Auf einer Fläche von rund 25 000 qkm traten die Deutschen an und holten zum entscheidenden Schlag aus, nachdem die äußersten deutschen Flankentruppen sich nach Ueberwindung von 400 km die Hände gereicht hatten. Was noch vor Tagen Moskau mit aller Gewalt zu vertuschen versucht hatte, ist eingetreten: Budjennys beste Armeen wurden abgeschnürt und eingekesselt, wurden zusammengeschlagen von ununterbrochen vorwärtsdringenden deutschen Truppen und pausenlosen Angriffen der Luftwaffe. Dieser gewaltige Sieg war nur dadurch möglich, daß vom Oberbefehlshaber bis zum letzten deutschen Soldaten jeder erfüllt war von dem Glauben an einen vernichtenden Sieg, dessen gewaltige Größe dem deutschen Soldaten neuen unverwelklichen Lorbeer reicht. In der Schlacht vor Gomel, die am 20.8. ihren Abschluß fand, verlor die Heeresgruppe des bolschewistischen Marschalls T i m o s ch e n k o 84 000 Gefangene. Im weiteren Verlauf ergriffen die Kämpfe auch die südlich anschließende Heeresgruppe des Sowjetmarschalls Budjenny. Auf deutscher Seite waren es die Heeresgruppen der Generalfekd- marschälle von R u n d st e d t und von Bock, die zur Schlacht im Dnjepr- und Desna-Bogen antra- te$m letzten Drittel des Monats August griffen deutsche Kräfte die Truppen Timoschenkos an, war- fen sie trotz zunächst zähen Widerstandes nach Süden auf Tschernigow, die Des na und Öen Sejm zurück und erzwangen in kühnem Zugriff den Uebergang über die Desna und anschließend den Sejm. Dadurch wurde das von den Sowjets zäh verteidigte Tschernigow unhaltbar und am 9.9. von den deutschen Verbänden erobert. Das rund 75 Kilometer südostwärts gelegene Ne sh in Die Vollendung des deutschen Sieges in der Llmfassungsschlacht ostwärts Kiew. 93123. Aus demFührerhauptquartler, 27. Sept Das Oberkommando der IVehrmacht gibt bekannt: 2Vie bereits durch Sondermetdung bekannkgegeben, ist die große Schlacht bei Kiew beendet. In doppelseitiger Umfassung auf gewaltigem Raum ist es gelungen, die Dnjepr-Verteidigung aus den Angeln zu heben und fünf sowjetische Armeen zu vernichten, ohne daß auch nur schwache Teile sich der Umklammerung entziehen konnten. 3m verlaufe der in engstem Zusammen- wirken von Heer und Luftwaffe durchgeführten Operation wurden insgesamt 6 6 5 0 0 0 Gefangene eingebracht, 884 Panzerkampfwagen, 3178 Geschütze und ungezählte Mengen an sonstigem Kriegsgerät erbeutet oder vernichtet. Die blutigen Verluste des Gegners sind wiederum sehr hoch. Sin Schlachtensieg ist damit errungen, wie ihn die Geschichte bisher nicht gekannt hat Die Ausnutzung dieses Erfolges ist in vollem Gange. Die Luftwaffe bombardierte Rüstungswerke im Raum um Tula sowie militärische Anlagen in 2H o 51 a u. 3m Kampfe gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kampfflugzeuge in der letzten Rächt aus einem Geleitzug ostwärts hüll zwei Frachter mit zusammen 15 000 BRT. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd- und Oslküsle der 3nfeL Schwache Kräfte der britischen Luftwaffe flogen in der letzten Rächt in die Deutsche Bucht und nach Westdeutschland ein. Durch Bombenwurf entstanden unerhebliche Schaden. Der Wehrmachtbericht vom Sonntag. DRV. AusdernFührerhauptquartier, 28. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Einschließungsfront vor Leningrad nehmen schwere Batterien des Heeres am 26. September sowjetische Kriegsschiffe im Hafen von Kronstadt und im Küstengebiet südlich davon unter wirksames Feuer. Lin Kreuzer wurde in Brand geschossen. Die L u f f ro a f f e bekämpfte Bahntransporte und Eisenbahnanlagen im Raum um Charkow und Moskau sowie im Quellgebiet der Wolga. Kampfflugzeuge erzielten Bombenvolltreffer schweren Kalibers auf einem sowjetischen Schlachtschiff bei Kronstadt. Rachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen militärische Anlagen in Moskau. 3m Seegebiet der Farör versenkte die Luftwaffe am Tage zwei Frachter mit zusammen 3300 BRT. Bei Versuchen der britischen Luftwaffe, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, verlor der Feind 23 Flugzeuge. Davon wurden 17 in Luftkämpfen, vier durch Flakartillerie und zwei durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen. Der Feind flog weder bei Tage noch bei Rächt in das Reichsgebiet ein. Sowjetischer Landungsversuch am Südufer des Ladogasees gescheitert. Berlin, 28. September. (DNB.) Am 25.9. un- terncchmen die Sowjets am Südufer des Ladogasees zur Entlastung ihrer eingeschlossenen Truppen einen Lanöungsversuch, der jedoch rechtzeitig entdeckt wurde und an dem sofortigen Einsatz deutscher Kamps- und Sturzkampfflug, zeuge scheiterte. Hierbei vernichteten die deutschen Bomben einen Schlepper, zwei Transportkähne von je 600 BRT. und 15 kleinere mit Truppen vollbe- setzte Kähne. Am 27.9. wurden die Bolschewisten bei einem erneuten Versuch, sich am Ufer des Ladogasees festzusetzen, in den See zurückgewor- fen. Bereits gelandete Teile der sowjetischen Truppen wurden am Ufer vernichtet. Bei diesen Kämpfen wurden auch zwei fowjettsche Kanonenboote durch Truppen des Heeres vernichtet. * An der finnischen Front konnten zwei Di- Visionen im raumgewinnenden Angriff gegen star- ken Widerstand bolschewistischer Einheiten gute Fortschritte erzielen. Eine Division erbeutete dabei 12 Sowjetgeschütze. An anderer Stelle wurden zwei Sowjetpanzer vernichtet. 13 Flugzeuge wurden ab» geschossen. Veste der sowjetischen Ostsee-Flotte im deutschen Artilleriefeuer. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Die Reste der sowjetischen Ostsee-Flotte, die nach der Eroberung der baltischen Staaten in ihren Operationen völlig behindert sind, haben sich nach den wirkungsvollen deutschen Luftangriffen der letzten Tage in den Hasen von K r o n st a d t zurückgezogen. S ch w e r st e Batterien des Heeres nahmen sie unter wirkungsvolles Feuer. Hierbei wurde ein Kreuzer der Kirow-Klasse schwer getroffen, eine gewaltige Explosion löste einen Brand aus, der bis in die Abendstunden dauerte. Zwei weitere Kriegsschiffe wurden zum Einstellen ihres Feuers gezwungen. Ein Schlachtschiff mußte seinen bisherigen Ankerplatz verlassen. Auch bei Oranienbaum wurde ein Kriegsschiff wirkungsvoll getroffen. Die deutsche Artillerie belegte auch die Mole von Leningrad mit heftigem Feuer und traf ein Untersee- boot, das im sinkenden Zustand von der Besatzung verlassen werden mußte. fiel kurz darauf. Die wichtige zweigleisige Eisenbahn Kiew — Moskau war erreicht. Der stetige fortschreitende Angriff erreichte die gleiche Bahnlinie auch weiter ostwärts, südlich des Sejm iin Raume von Konotop und überschritt sie auch hier. Wenn auch die Witterungs- und Wegeverhältnisse denkbar ungünstig waren, so konnten sie die hier vorstoßende Angriffsgruppe, die die Ost- flanke der ganzen Angriffsbewegung bildete, nicht am scharfen Borgehen nach Süden hindern, R o m - rny und Loschwitza wurden erreicht. Dadurch war von Norden her die Möglichkeit geschaffen, den deutschen Angriffstruppen, die von Süden her kamen, die Hand zu reichen. Diese hatten den breiten D n j e p r in breiter breiter Front beiderseits Krementschug an mehreren Stellen kämpfend überwunden, die entstandenen Brückenköpfe gegen den harten Widerstand der Truppen ständig erweitert und miteinander verbunden. Krementschug war schon am 9.9. genommen 'igtm Oman Dryevroi tSftoroslie Krim Mer Berditschew 4 Winniu T , itrson Charkow Mfdwd *r ,,. •forosten' Sthilomir hierhin • kr w -Sum, o 100 iOOton Brjansk / firel - jg f =£'pe> .Sümpfe^ i WÄR- worden. Schnelle Truppen stießen wenige Tage später aus dem Raum um und südostwärts Krementschug nach Norden vor. Der anhaltende Regen und die beispiellos schlechten Wege konnten ihren raschen Vormarsch nicht aufhalten. Im Raum von L u b n y, 125 km nördlich Krementschug, fand die e r st e Vereinigung der deutschen Nord- und Südgruppe statt, die sich dann 25 km weiter nördlich bei S ch w i tz a zu einem festen eisernen Ring zu- fammenschloß, den die Sowjets nicht mehr nach Osten zu durchbrechen vermochten. Fünf bolschewistische Armeen waren jetzt Mitte September eingeschlossen. Sie wurden nunmehr auf immer engeren Raum zusammengedrängt, in dem die umschließenden Armeen ihren Angriff nach Süden bzw. Osten und Norden urtb nunmehr auch westwärts fortsetzten und nach Osten hin Abwehrkämpfe gegen die Entlastungsversuche der herangeführten bolschewistischen Verbände durchführten. Für die bolschewistischen Armeen verschärfte sich die Lage durch den Angriff der von Nordosten angettetenen Armee. Sie warf die Sowjets aufdenDnjeprzurück, erkämpfte sich 60 km Nördlich von Kiew den Uebergang über den Fluß und erreichte dadurch die Verbindung mit den Divisionen, die von Gomel her nach Süden vorgingen. Während die deutschen Truppen sich nun nach Süden und Südosten weiter vorkämpften, traten andere Kräfte zum Angriff auf die Befesti- gungsanlagen von Kiew am westlichen Dnjepr-Ufer an. Sie eroberten die zäh verteidigten, neuzeitlich ausgebauten Bunkerlinien im harten Kampf und hißten die Reichskriegsflagge auf der Zitadelle von Kiew am 19. 9. Die bolschewistische Truppenführung der Stadt entzog sich der Gefangennahme durch die Flucht im Flugzeug. Die Sowjets hatten die Kiewer Stadtbrücken über den Dnjepr zerstört, konnten dadurch aber die deutschen Truppen nicht hindern, den fliehenden Bolschewiken rasch nachzustoßen und sie auf immer engerem Raum zusammenzudrängen. Die zusammengedrängten Massen der Bolschewisten, in die die deutschen Truppen immer neue Keile hineintrieben, spalteten sich rasch in verschiedene Teilkessel auf und zeigten bald Auflösungserscheinungen. Sie erlitten ungeheuere blutige Verluste, mußten 665 000 Gefangene und ein unübersehbares Kriegsmaterial hergeben. Eine der größten Vernichtungsschlachten nicht nur dieses Krieges, sondern aller Zeiten fand damit während der abgelaufenen Woche ihren Abschluß. Fünf Sowjetarmeen sind vernichtet, der Oberbefehlshaber einer der fünf Sowjetarmeen wurde gefangen, der Oberbefehlshaber der bolschewistischen Südwestfront, Generaloberst Kirpono, fiel. Die abschließenden Zahlen der Gefangenen und Beute, die die Sondermeldungen bekanntgaben, lassen ebenso sehr die Größe diesex riesigen Vernichtungsund Umfassungsschlacht sichtbar werden, wie die Masse des 135 000 Quadratkilometer, also ein Viertel des Deutschen Reiches, bedeckenden Schlachtfeldes. Die Umfasiungs- und Vernichtungsschlacht im Raume ostwärts von Kiew bedeutet ein Ruhmesblatt für alle daran beteiligten Verbände, bei deren Kampfeinsatz die Truppen des Heeres, der Waffen-/- und der erfolgreichen Mitwirkung der Luftwaffe ihre ganzen Kräfte im Kampf und in der Ueberwindung großer Räume und Wegeschwierig- keiten hergaben. Sie ist ein zugleich weiterer großer Schritt auf dem Marsch zum Siege. Zwei Todesurteile für Rundstinkverbrecher. Berlin, 27.Sept. (DNB.) Noch immer lassen sich allen Warnungen zum Trotz einzelne Volksgenossen dazu verleiten, ausländische Falschmeldungen abzuhören oder weiterzuoerbreiten. Sie lassen sich dadurch als billige Werkzeuge der feindlichen Agitation mißbrauchen, lähmen, ihre eigene Widerstandskraft und fallen durch ihre landesoerräterische Unterstützung des Feindes der im Entscheidungskampf um ihre Lebensrechte stehenden Volksgemeinschaft in den Rücken. Diese Verräter und Saboteure an dem Schicksalskampf der deutschen Nation schließen sich durch ihr gemeines und hinterhältiaes Treiben von selbst aus der Volksgemeinschaft aus und werden von der ganzen Härte des Gesetzes getroffen. Zwei besonders krasse Fälle von Rundfunkverbrechen fanden in der letzten Zeit ihre Sühne durch Todesurteile, die der Schwere der Vergehen allein gerecht wurden. Das Sondergericht Nürnberg-Fürth verhandelte gegen den 1892 in Nürnberg geborenen Johann Wild, der sich vor und nach dem Weltkrieg in marxistischen Organisationen betätigt und nach der Machtergreifung systematisch unter den Einfluß marxistischer Hetzpropaganda gestellt hatte, indem er die ausländischen, meist von jüdischen Emigranten inspirierten Rundfunksendungen abhörte. Als im September 1939 England und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärten, hoffte Wild auf den Sturz des ihm verhaßten neuen Deutschland. Er stellte sich daher gesinnungsmäßig auf die Seite der Feinde des deutschen Volkes und hörte regelmäßig ihre hetzerischen und verlogenen Rundfunksendungen ab. Unter Verwertung der abgehörten feindlichen Sendungen verfaßte er eine Hetzschrift, die Schmähungen aegen den Führer und andere führende Persönlichkeiten des Staates sowie gegen die Wehrmacht enthielt. Ferner veranlaßte er seine Frau, die Lügenmeldungen au verbreiten. Das Sondergericht stellte fest, daß der Angeklagte zweckgewollten Volksverrat getrieben hat. Es verurteilte ihn daher zum Tode. In einem anderen Falle hatte das Sondergericht in Graudenz gegen die Haushälterin Pelagia Ber- natowicz und mehrere Mitangeklagte, sämtlich Polen, zu verhandeln. Die Bernatowicz war bei einem deutschen Arzt als Wirtschafterin tätig. Während der Abwesenheit des Arztes benutzte sie dessen Rundfunkgerät, um ausländische Send er abzuhören und lud regelmäßig Samstags einen Kreis von polnischen Bekannten zu diesem verbrecherischen Treiben ein. Da ihr genau bekannt war, daß den Polen in den Ostgebieten der Besitz von Rundfunkgeräten untersagt ist und sie wußte, daß das Abhören ausländischer Sender unter Strafe gestellt ist, hat sie sich in schwerster Weise vergangen, um so mehr, als sie versucht hat, ihre polnischen Mitangeklagten zum Widerstand gegen das Deutsche Reich aufzustacheln. Die Handlungsweise der Angeklagten geht weit über den Tatbestand des Rundfunkverbrechens hinaus. Daher war die Todesstrafe die erforderliche Sühne. Gerade in diesen Tagen sind die fortgesetzten feindlichen Lügennachrichten durch die Bekanntgabe der geradezu phantastischen Siege unserer Truppen aufs eindrucksvollste widerlegt worden. Bestände in Deutschland kein Verbot des 2lbhörens ausländischer Sender, so hätten all die feindlichen Lügen vom angeblichen Stillstand der deutschen Operationen oder vom deutschen Rückzug und den siegreichen Offensiven der Sowjets dem deutschen Volk gegenüber dementiert werden müssen, um keine unnötige Beunruhigung aufkommen zu lassen. Solche Dementis hätten zwar dann in der Heimat Beruhigung geschaffen und manche allzu Ungeduldigen befriedigt, unseren SoDaten aber wäre durch die vorzeitige Enthüllung der deutschen Operationen ihre heb denhafte Arbeit doppelt schwer, wenn nicht gar unmöglich gemacht worden. Das ist der Grund, weshalb das Abhören ausländischer Sender in Deutschland verboten ist. Wer sich gegen dieses Verbot vergeht, fällt also damit unseren Soldaten in den Rücken und ist nicht besser als jeder elende Landesverräter. Der Rhein-Mainische Giedlertag. NSG. Wiesbaden, 28. Sept. Anläßlich des rhein-mainischen Siedlertages sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in Wiesbaden zu den Siedlern aus dem Gau Hessen-Nassau. Der Gauleiter führte aus, daß gerade jetzt im Kriege die Siedlung und die Werte, die sie schafft, erst ihre wahre Bedeutung offenbart. Wenn auch der Siedler nicht die Allgemeinheit auf dem Wege über die Markthalle wie der Großbetrieb beliefern ckann, sv unterstützt er doch die Allgemeinheit dadurch, daß er seinen eigenen Bedarf auf vielen Gebieten selbst befriedigt und dadurch den Markt entlastet. Der Gauleiter erinnerte an drei Dinge, die in der Kriegszeit vorbildlich von den Siedlern gelöst wurden: 1. durch die Seidenraupenzucht liefert der Siedler einen wertvollen Rohstoff an Stelle der fehlenden Rohseide: 2. durch die Angorazucht wird ein wesentlicher Beitrag für Bereitstellung eines wertvollen Wollproduktes geliefert und 3. spielt auch die Haltung von Schafen für unsere Textilwirtschaft eine wesentliche Rolle. „Siedler kann nur der sein", so rief der Gauleiter aus, „ber neben feiner beruflichen Arbeit sein Haus, seinen Garten und seine Kleintierzucht in Ordnung zu halten vermag. So ist also diese Zusatzarbeit ein Ausfluß der Arbeitsfreude, und daraus erwächst auch jener Gemeinschaftsgeist, der den Nationalsozialismus ausmacht. Das alles zusammengenommen gibt kraftstrotzende, gesunde Menschen, und die brauchen wir." Die Kleinsiedlung wird einen Hauptpunkt unseres Wohnungsbauprogramms ausmachen. Im Laufe der Zeit sind die Möglichkeiten des Siedlungsund Wohnungsbaues bedeutend verbessert worden. Seit 1938 hat eine starke staatliche Förderung eingesetzt, aber auch die Betriebe haben sich dem Siedlungsgedanken erschlossen. Während in England und in der Sowjetunion heftige soziale Kämpfe ausgetragen werden und die Armen in Not und Elend verkommen, hat der Führer im vergangenen Jahre einen Erlaß herausgegeben, nach dem nach Kriegsende sofort begonnen werden kann, die Wohnungsfrage im Reich zu lösen. „Als wir aus dem Weltkrieg zurückkamen", so sagte der Gauleiter, „fanden wir ein Chaos vor. Heute schon ist die Organisation sichergestellt und das Wohnungsbauprogramm bestimmt, um nach dem Kriege an Stelle der Rüstungsproduktion zu treten. In erster Linie werden Arbeitsgemeinschaften des Handwerks an den Bauten beteiligt fein, tüchtigen Architekten wird die Möglichkeit gegeben werden, sich zu betätigen. Bessere Wohnverhältnisse werden bessere Menschen erziehen. Das Kind gedeiht nur da, wo Licht, Luft und Sonne ist. Nach den Weisungen des Führers sind wir berufen, heute schon vorbereitend den Frieden zu gestalten, der würdig ist der Opfer und der Siege unserer Wehrmacht/ Dipl.-Landwirt Volling, der Leiter der Ausstellung „Siedlung schafft Werte", konnte die Leistungsfähigkeit unserer Siedler im Gau mit folgenden Zahlen beweisen: Nach dem Stand der Zählung verfsigen die rhein-mainischen Siedler über 70 000 Hühner, die zwölf Millionen Eier, wertvolles Fleisch und Federn liefern, 60 000 Kaninchen, die zusätzlich 150 000 Kilogramm Fleisch liefern, 9000 Enten und 2000 Gänse, die 35 000 Kilogramm Fleisch zur Verfügung stellen, 4000 Ziegen und 200 Milchschafe, die neben ihren Fellen rund 2,5 Millionen Liter Milch erbringen, 4500 Schweine, die rund 560 000 Kilogramm Fleisch liefern. Die Siedler im Gau bewirtschaften heute schon 3600 Morgen Land. Der gesamte Ertragswert kann auf etwa zehn Millionen Reichsmark beziffert werden. Das Rhein-Mainische Landesorchester. NSG. Aus Anlaß des Beginns des Winterprogramms des Rhein-Mainischen Landesorchesters unter Leitung des Leipziger Gewandhauskapellmeisters Prof. Hermann Abendroth gab Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger einen Empfang, zu dem er die namhaften Förderer des Or- //-Obergruppenführer Heydrich Vertreter des Reicheprotettors. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der Reichs« Protektor in Böhmen und Mähren, Reichs- Minister Freiherr von Neurath, hat sich genötigt gesehen, beim Führer einen längeren Urlaub zur Wiederherstellung feiner angegriffenen Gesundheit zu beantragen. Mit Rücksicht darauf, daß die gegenwärtige Kriegszeit den vollen Einsatz des Reichsprotektors verlangt, hat Herr von Neurath den Führer gleichzeitg gebeten, ihn bis zur Wiederherstellung feiner Gesundheit von seinen Geschäften als Reichsprotektor vorübergehend zu entbind en und während dieser Zeit einen Vertreter für ihn zu bestellen. Der Führer hat unter diesen Umständen nicht umhin gekonnt, dem Ansuchen des Reichsprotektors zu entsprechen, und hat den //-Obergruppenführer Heydrich für die Dauer der Erkrankung des Reichsministers von Neurath mit der Führung der Geschäfte des Reichsprotektors in Böhmen und Mahren beauftragt. Ministerpräsident Elias wegen Hoch- und Landesverrats verhaftet. Prag, 28. Sept. (DNB. Funkfpruch.) Auf Anordnung des stellvertretenden Reichsprotektors, //-Obergruppenführer Heydrich, wurde der Ministerpräsident der autonomen Protektoratsregierung, Ingenieur Elias, wegen Hoch- und Landesverrats verhaftet und dem Volksgerichtshof des Deutschen Reiches zur Aburteilung überwiesen. Gleichzeitig wurde der Verhaftete seines Amtes als Ministerpräsident der autonomen Protektoratsregierung vom stellvertretenden Reichsprotektor enthoben. chesters aus Partei, Wehrmacht, dem staallichen, kulturellen, kommunalen und wirtschaftlichen Leben gebeten hatte. Der Gauleiter dankte für das starke Interesse, welches dem Aufbau des Orchesters ent- gegengebracht worden ist. Der Gedanke eines neu zu schaffenden Orchesters im Gau Hessen-Nassau — so führte der Gauleiter aus — ist in der Kamvf- ieit der Bewegung entstanden.. Die kulturellen Werte im deutschen Menschen mußten freigelegt und auf die Basis einer völkisch-rassisch gebundenen Kultur gestellt werden. Klar war uns allen, daß dieses Orchester niemals einem materiell sich selbst zu tragenden Unternehmen gleichen konnte. Der Gauleiter dankte dem Gaumusikinspizienten Fritz Cu j 6, dem es innerhalb weniger Jahre gelungen ist, die Kräfte zu gewinnen und dankte vielen behördlichen Stellen und namenlosen Förderern für die finanzielle Hilfe. Drei Aufgaben stehen in der weiteren EntwiÄung: die Darbietung bester deutscher Musik für unser Volk, die Neuaufführung deutscher Werke und die Unterstützung junger Künstler der instrumentalen und gesanglichen Musik. Unter der Leitung von Professor Hermann Abendroth unh unter Mitwirkung von Professor Wolfgang Schneiderhan gab dann das Orchester mit einer Besetzung von über 80 Mann einen Beweis dafür, daß es fein Können noch wesentlich verbessert hat. Das Konzert wurde mit Regers „Vaterländischer Ouvertüre" eröffnet. In Beethovens Violin-Konzert zeigte sich gleichermaßen Abendroths künstlerische Beherrschung des Orchesters und Schneiderhans solistisches Können. Sturm des Beifalls erntete Dirigent und Orchester nach der 1. Sinfonie c-moll von Brahms. Der erfolgreiche Auftakt läßt mit Spannung der kommenden Konzerte in der Gauhauptstadt und den anderen Städten unseres Gaues entgegenfehen. I Srauerfeier für Gottfried Keder. Im Krematorium des Münchner Ostfriedhofs fand die Trauerfeier für Gottfried Feder statt. Vor dem mit der Flagge des Reiches bedeckten Sarg hielten sechs Mann der Gaubereitschaft die Ehrenwache. Professor Karl Alexander von Müller entwarf ein Bild des Heimgegangenen, dessen Name für immer mit der Bewegung und mit dem Aufstieg des Reiches verbunden bleiben werde. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legte (Bauleiter Adolf Wagner dann den Kranz des Führers vor dem Sarge nieder. Heichsschlußoppell des HüstuugS« einsatzes der Stubentenschast. Der Rüstungseinsatz der Studentenschaft fand in der Werkhalle eines großen schwäbischen Musterbetriebes seinen Abschluß. (Bauleiter Murr dankte allen für ihren opferbereiten Einsatz im Kampf für die Sicherung unseres Volkes. Der bevollmächtigte Vertreter des Reichsstudentenführers Dr. (3 m e • l i n betonte, daß die Studenten und Arbeiter ge* Giitteben. Von Augusta von Oertzen. Die Freude an der Darstellung der unbelebten Natur hängt mit einer Lebensform zusammen, die in stillem Genießen die Schönheit des Lebens zu betrachten weiß. Es waren immer Zeiten der Windstille im Leben der Menschen, wenn ein behäbiges, reiches Bürgertum in dem Glanze eines selbst erworbenen Reichtums sich sonnte. Das gilt in hohem Maße von den Niederlanden im 17., von Frankreich im 18. und 19., von Deutschland im 19. Jahrhundert. Die ersten Ansätze zur Stillebenmalerei reichen allerdings in das 16. Jahrhundert zurück. Schon vorher war es im Rahmen größerer Gemälde erschienen. Man mag sich der köstlichen Stoffmalerei eines Grünewald erinnern, die auf dem Jsenheimer Altar reizende Stilleben von Blumen und Geräten schuf, wie überhaupt in der Malerei der Gotik die Verkündigungsszene fast immer mit Vasen und Blumenkörben geschmückt wurde. Einen unbelebten Gegenstand um seiner selbst willen hat um 1500 ein Italiener gemalt, es war Iacopo da B a r b e r i, der als Jacob Walch in Nürnberg, Wittenberg, Frankfurt a. M. gewirkt hat. Das erste Stilleben überhaupt war fein Werk: ein 1504 gemaltes Bildchen, das heute in der Münchner Pinakothek hängt. Diese an einer Wand aufgehängten Rebhühnchen fanden in Künstlerkreisen so viel Bewunderung, daß sie vielfach auf größeren Gemälden wiederholt wurden. Die ersten größeren, rein malerisch gesehenen „Stilleben" entstanden im beginnenden Barockstil. Ein gemeinsamer Name für diese Malerei wurde er ft im 18. Jahrhundert von Houbraken, dem Biographen der niederländischen Malerei, gefunden. Zwei Jahrhunderte lang haben Flamen und Holländer die Führung in dieser Kunstgattung gehabt. Die Freude an der künstlerischen Darstellung alles Stofflichen Hat ihren Grund in der im niederländischen Volke wurzelnden Lust, alles im Bilde zu gestalten, was die Welt der Erscheinungen bietet. Die holländische Gartenkunst und die Liebhaberei für Blumen förderte das Interesse. Es gab Familien von Stillebenmalern in Holland, wie die de Heems, in denen sich die Begabung für diese Kunstgattung durch Generationen vererbte. Psychologisch interessant ist es, die lokalen Strömungen zu verfolgen, die sich in der Wahl der Stoffe kundtun. So geben die Maler der reichen Patrizierstadt Hartem dem Beschauer Gelegenheit, sich an den Freuden der Tafel zu ergötzen. Dem lukullischen Hartem tritt das nahe gelegene Leiden in seiner Würde als Universitätsstadt gegenüber: Stilleben von Büchern in malerischem Aufbau, Schreibutensilien, Musikinstrumente sind bevorzugt: Totenkopf, Stundenglas und Licht als Symbole der Vergänglichkeit fehlen nicht. Im Haag ist es der berühmte Fischmarkt in dem nahen Sche- oeningen, der die Motive bestimmt. In Uttecht wird das Blumenstitleben bevorzugt, es war die Heimat der de Heems, deren größter Sohn, Jan Davidz, mit erstaunlicher Naturnachahmung und prachtvoller Zusammenstellung auf goldigem Untergründe die schönsten Früchte und Blumen, umschwirrt von allerlei kleinen Insekten, geschaffen bat In Amsterdam waren die beiden größten Ge- flügelmaler tätig: Melchior Hondecoeter und Jan W e e n i x. Die nächste Entwicklungsstufe der Stillebenmalerei liegt im 18. Jahrhundert in Frankreich. Es gibt dort zwei Richtungen: den Begriff der „Objets inanim^s“ illustriert die Malerei von Desportes und Oudry, der Porträtisten der königlichen Jagdhunde und Jagdgeräte. Eine andere Richtung, größerer Schöpferkraft, zeigt die Malerei von Chardin, der in feinen Stilleben, meist in Verbindung mit einer menschlichen Gestalt, eine Idee, einen Typus verkörpert. Eine neue Periode beginnt um die Wende des 19. Jahrhunderts in Frankreich: um diese Zeit findet sich in den kritischen Bemerkungen des „Mercure de France" zum ersten Male der Ausdruck „Nature morte". Was Manet und Monet, Renoir und van Gogh, um nur ein paar Namen zu nennen, in der Interpretation des zartesten und vergänglichsten Gebildes der Natur, der Blüte geschaffen haben, kann als Vollendung bezeichnet werden. Die Beobachtung der Valeurs, das bewegte Licht, das alle Gegenständlichkeit nur zu einer Folie machte, auf der sich der Kampf zwischen Licht und Luft abspielte, gao dieser Malerei die Möglichkeit, die Vergänglichkeit der Blume ins Transzendentale zu erheben. ♦ In Deutschland erblühte die Stillebenmalerei in der Zeit des Biedermeier. In Wien schuf Wald- m ü 11 e r, in Berlin Franz Krüger köstliche Proben dieser Bildgattung. Die leicht hingeworfenen Skizzen Menzels wirken stillebenhaft in ihrer geistreichen Jnterpretatton des Stofflichen. Der größte Stillebenmaler aber war Carl Schuch, der schon der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angehört. Die Tonschönheit seiner Palette war die Frucht langjähriger Arbeit und seelischer Vertiefung. Was dieser Künstler über seine Malerei selbst geschrieben hat, gehört zu dem besten, was gesagt werden kann. „Meine früheren Stilleben sind mir alle zu aufdringlich an Realität, es fehlt Distanz, Luft, die Dämmerung des Raumes ... wollen die Leute bloß den plausiblen Schein der Natur malen, so sehe ich den Zweck ihres Malens nicht ein, ich begreife nicht, warum ich mir bann lieber die Natur selbst ansehe ... Nein, hier handelt es sich um etwa anderes, um das Begreifen der Natur und das Wiedergeben ihrer geistigen Wahrheiten, und das „Warum" der Erscheinung, das Hervorheben ihrer Gesetzlichkeit — dafür gibt es keine Maschine, das muß immer der Geist besorgen, und zwar der künstlerische Geist." Die Anschauung von den Aufgaben des Malers der unbelebten Natur gegenüber gilt ebenso für Schuchs Zeitgenossen, für X r ü b n e r und Leibi ... sie alle haben mit der Tiefe deutschen Geistes nach diesem Ideal gestrebt. Ihre Darstellung der „Nature morte" ist zu einer wahrhaft lebendigen Kunst geworden. Das »Museum der Zerstreuten- in einer großen Stadt. Die Statistiken einer großen Stadt enthalten immer manches allgemein Bemerkenswerte. So wird in der statistischen Ue der sicht über das städtische Leben von Stockholm während des Jahres 1940 berichtet, daß in den Straßenbahnen und Autobussen 2000 Regenschirme, 2500 Paar Handschuhe, 900 Schlüsselbunde, 1800 Dokumentenmappen usw. vergessen worden sind, und was noch viel auffälliger ist, daß fast niemand erschienen ist, um sie abzuholen. Die Polizei ist es müde geworden, alle diese Gegenstände in Verwahrung zu behalten, und sie geht mit dem Plan um, ein „Museum der Zerstreuten" zu gründen, bas vielleicht eines Tages zu oen besonderen Sehenswürdigkeiten von Stockholm gehören wird. Dos Anwachsen des städtischen Verkehrs zeigt die Tatsache, daß die Zahl der Kraftwagen stark zugenommen hat: die Kraftwagensteuer hat 4 875 000 Kronen gegenüber 3 778 000 im Vorjahre erbracht. Die Kehrseite aber ist, daß 549 Kraftwagen gestohlen wurden, die die Polizei indessen wieder zurückbringen konnte. Schlimmer erging es den Radfahrern: es wurden 2592 Räder, im Durchschnitt al|o acht am Tage, gestohlen, aber nur die Hälfte von diesen konnte den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden, von denen übrigens der größte Teil bei der Anzeige des Diebstahls sich der Nummer der eigenen Maschine nicht mehr erinnerte. Die Schweden lieben es augenscheinlich, sich zu gerftreuen. Die Vergnügungssteuer, die für Bälle, Schauspiele usw. Entrichtet werden muß, hat einen Mehrertrag um 10 v. H. auf etwa 8 Millionen Kronen ergeben. Schweden ist auch bas Land, in dem es verhältnismäßig die größte Zahl von Kinos gibt, 103 allein in Stockholm, sodaß es nicht Wunder nimmt, baß bie Kinosteuer 60 v. H. von den Gesamteinnahmen der Vergnügungssteuer einbringt 1 i i i t 1 ) e t i i, >' !» I« 5 L S ;« ir n, in re t« m £ m Tb lies zu u. 'S en ie- ür ier it« ng lst- im -l' |Q5 nn och nit In jen Dr- en. kl et« en« ibe» and lern [ten iche. larf für des [an« lau» rers i ) hi [ter« ntte tigte ne* g* * r rs z" choli" im* wird Le« > de' ußen 900 ner- ligit ibZU' s e[* nm; ibffli* t alP , 00" 'M. , tfil nt* l»!" M lie»!« A1 Stil’3* KB' irin# ,K* (Nachdruck verboten.) [»Fortsetzung. Gegen- an die- H. Verdunkelungszell 29. September von 19.04 bis 7.16 Uhr. schwer! und hoffnungsreich genießen sie die wart. Wollen wir es ihnen nicht gleichtun [en schönen herbstlichen Tagen? Vornoti,en. Tageskalender für Montag. Dleöre! Hellwang Möer Roman von ^orlt Alematft Oie Straße gehörte dem deutschen Sport Vorbildlicher Einsatz für da« KriegS-WHW. gebens. . „Lorbeer für fremde Fahnen, wurde em Erfolg. Dollerthun behielt recht. Das Buch schlug ein. Auch drüben. Aber seine Briefe schlossen stets mit immer dringlicher werdenden Fragen: Woran arbeiten Sie jetzt? Weshalb melden Sie sich nicht? Wo bleibt der neue Hellwang. Sagten Sie mir nicht, die Figur Emin Paschas interessiere Sie? Oder die venezolanische Kolonie der Welser? Seine Briefe bekamen immer dickere Fragezeichen. Hellwang wand sich in ‘ Ausflüchten. Je wort- reicher seine Briefe waren, um so weniger enthielten sie. Er schrieb Sätze, die wie mit dem Schraubenzieher hingedreht waren. Manchmal überfiel ihn eine panische Angst vor der Zukunft. Er glaubte ausgeschrieben zu sein, ausgeblutet und ausäehöhlt. Emin Pascha, die Welser, es waren leere Namen. Er hörte die Trommeln des Mahdiuufftandes nicht mehr dröhnen. Und er sah nicht mehr vom Schanz- deck der tanzenden Karavelle über die flimmernde See und über der kochenden Brandung den Küstenstreifen des geheimnisvollen Kontinents. Die Tage vergingen, ohne daß er sich an seine Versprechungen erinnerte, mit den Kindern wegzufahren, Kmos zu besuchen, zu baden, Schwammerl zu suchen oder zu wandern. Seine Angelruten in den moosgrünen Futteralen standen unangetastet zwischen Schrank und Wand. Kathi holte sie beim Staubwischen vor und ließ sie scheinbar aus Unachtsamkeit neben seinem Schreibtisch stehen. Am nächsten Morgen sand sie sie wieder an ihrem alten Platz. Sie wurde deutlicher: „Vergangenes Jahr um diese Zeit haben Sie so schöne Hechten heimgebracht, Herr Doktor..." ", Hellwang winkte unwirsch ab. Er verbrachte die Tage in seinem Zimmer, als sei der Funken, auf den er wartete und der das Feuer entzünden sollte, ein Gast, dessen Erscheinen er versäumen könnte, wenn er sich fern vom Hause aufhielt. Die Mädel gingen wieder zur Schule. Sie atmeten auf, als sie ihre Schulranzen zum ersten Male wieder packen durften. Das Leben daheim war unerträglich geworden, es ging dort wie in einem Krankenhause zu. An den schulfreien Nachmittagen schlichen sie fort, in die Nachbargärten zu ihren Spielgefährten, die Väter mit vernünftigeren Be- Aus der Stadl Gießen. Sonnige Herbsttage. Wie aern lassen wir uns von der Sonne tauchen! Und doch hängen an der Hecke schon die weißen Marienfäden, die Abschiedszeichen des Iah- res. Wehmütige Stimmung legt sich leise auf unser Gemüt. Dankbar genießen wir die besonnten Herbsttage. Wir lassen die Schönheit der Natur noch einmal stark und frisch auf uns wirken. Wohl liegt uns noch der Klang der Sicheln und Sensen im Ohr, wohl sehen mir im Geiste, wie die reife Frucht unter der Hand der Schnitter dahinsank und nur noch kahle Stoppeln von der Schönheit des Feldes erzählen. Aber schon hat der Herbst auch hier seine weichen Farben aufgetragen. Ueberall sproßt neues Grün, wo nicht der Lanpmann die Ende umgepflügt hat. Die Natur tat ein großes Wert, still und ergeben. Nun, nachdem der Segen geborgen, geht sie langsam zur Ruhe. Feierliche Stille zieht üver das Land. Am Feldweg aber, am Ackerrain, blühen noch Wegwarte, Rainfarn und Schafgarbe. Die letzten Blüten sammeln wie ein Hohlspiegel die herbstlichen Sonnenstrahlen und geben sie verstärkt zurück. Aber rufen besaßen. Söhnchen hing den ganzen Dag an Kathis Schürze. „Oiroei is er jetz grantig, der Konm , wisperte er; er hatte sich einen bösen Flüsterton an gewöhnt und ging seinem Vater möglichst aus dem Wege. „Es ist em Kreuz mit euch Mannsbildern!" seufzte Kathi auf. Ihr tapferes Herz war randvoll mit Sorgen beladen. Wenn es nur Hellwangs Launen gewesen wären! Sie hatte breite Schultern und, wenn es darauf ankarn, eine unempfindliche dicke Haut. Es hatte auch früher schon, zu Luisas Zeiten, bei Hellwang Perioden der Erschöpfung und der ungeduldigen Vorbereitung für eine neue Arbeit gegeben. Zustände, wo er abgeschlossen und ungenießbar gewesen war. Aber dieses Mal saß die Geschichte tiefer. Es sah aus, als sei ihm alles gleichgültig geworden, als verbinde ihn mit dem Leben nur noch ein haardünner Faden. Es gab Tage, an denen er vom Morgen bis zum Abend in dem alten, grauen Morgenrock herumlief, ohne Kragen, vernachlässigt und mit dunklen Stoppeln auf Kinn und Wangen, daß man sich schämen mußte, wenn der Blockwart kam oder der Zählerkontrolleur oder der Herr Inspektor von der Ortskrankenkasse. Und vielleicht bas Allerschlimmste, was Kathi den heißesten Kummer bereitete, war, daß er den geistigen Rausch, bas Fieber des erhöhten Lebens, das von ihm gewichen war, künstlich herbeizuführen versuchte. Denn im Büfett, in dem früher die Kognak- flasche alt geworden war, wuchsen in kurzer Zeit ansehnliche Batterien leerer Flaschen an, und Kathi bemerkte, daß Hellwang zuweilen schon an den Schrank heranging, bevor er noch gefrühstückt halte. Sie versuchte es mit törichten, kleinen Kniffen, sie verwahrte die Flaschen oder taufte die hochprozentigen Spirituosen mit Wasser. Es war ja zwecklos. In den ersten Oktobertagen hatte Britta Geburtstag. Ihr sehnlichster Wunsch war ein Fahrrad. Zwei Tage vor dem großen Ereignis ftiea Kathi zu Hellwang hinauf. Er sah am Schreibtisch. Ein Konzeptbogen lag vor ihm, auf dem ein paar Zeilen mit dicken, wütenden Strichen zum Teufel gejagt waren. Das Zimmer stand voller Rauch. Im Aschenbecher häufte sich ein überquellenber Hügel von Zigarettenresten. Er warf den Kopf herum und starrte Kathi feindlich an. „Was wollen Sie schon wieder?!" Es hörte sich an, als würde er vom frühen Morgen bis zum späten Abend belästigt. mb ohne Verantwortung Panamas. Kein Gesetz (anamas verbiete die Bewaffnung. Kleine politische Nachrichten. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eröffnete in tr Reichsschulungsburg Lobeda den ersten Lehr- ing für Werkscharführer der NS.-Muster- ?triebe. Damit verbunden ist eine Arbeitstagung fr Gauwerkscharbeauftragten, die den Auftakt hilft zu einer verstärkten Mitarbeit der Werkscharen i Leistungskampf der deutschen Betriebe. die schönsten Blumen deuten das Ende an. 3m Garten haben wir die letzten Rosen geholt, noch ind es Knospen, aber im warmen Zimmer öffnen sie sich bald. Am meisten Freude haben unsere Kinder an diesen letzten Sonnentagen. Am Waldrand locken die Brombeeren, die reifen Haselnüsse wollen gepflückt sein. Und bann die Hagebutten! Das gibt köstliche Marmelade, aber auch klingenden Lohn; denn im Schulzimmer steht ein großer Kasten, der bald gefüllt sein wird. Jeden Tag bringen die Kinder ganze Mappen und Tüten voll mit. Im Winter aber erhalten sie ein paar gute Bücher dafür. Auch die Obstbäume haben hier und da noch eine vergessene Frucht. Wie gut schmecken die gestoppelten Aepfel! Singend ziehen die Buben aus dem Dorf hinaus ins Feld. Nun dürfen sie über alle Aecker laufen, fein Feldschütz hat etwas einzmven- den. Dann ruhen sie am Waldrand und schauen hinauf nach dem blauen Himmel. Sie hören bas Summen eines Motors. Fachmännisch stellen sie fest, welchem Typ bas Flugzeug angehört. 3n diesen Dingen wissen heute alle Buben, auch die kleinsten, genau Bescheid. Am frühen Abend kommen die Kinder, mtt den letzten Blumen in den Händen, nach Hause. Unbe- Zwei Tage lang stand unsere Stadt im Zeichen der ersten Reichsstrahensammlung für das vom Führer kürzlich eröffnete 9. Kriegs-Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Es waren Diesmal alle äußeren Vorbedingungen eines guten Gelingens gegeben, und unsere Turner und Sportler nützten diese Gelegenheit bis zum letzten aus. Alles war aufgeboten, was irgendwie mit der deutschenLeibesübung zu tun hat. Und diese Jungens und Mädels, aber auch die „Alten" verstanden es, eine Sarnmelhochftim- mung zu erzeugen, wie sie wohl noch selten erlebt wurde. Unaufhörlich klapperten die Büchsen, unaufhörlich rollten die Veranstaltungen. Dort wanderte der schnelle Ball, kämpften heiß die Mannschaften um die entscheidenden Tore und vergaßen zwischen- durch „nicht zu klappern". Hier knallten die Büchsen der Schützen, und die Büchsen des WHW. füllten sich am laufenden Bande, daneben rollten die Kugeln der Kegler und brachten immer wieder noch einen Groschen für „Eine in die Vollen". Daß sich die Bezirksführung Gießen viel vorgenommen hatte, wußten wir vorher, daß es aber ein solcher Erfolg werden würde, konnte man nicht ahnen. Wie glänzten aber auch die Augen der frischen Jungens und Mädels, wie freuten sie sich, well sie die Büchsen schwingen durften. Es ist leider unmöglich, alles zu schildern, was uns die Gießener Gemeinschaften des NSRL. am Samstag und gestrigen Sonntag boten. Man kann ihnen dafür nur herzlich danken und hier nur das Wichtigste festhalten. Blitzschnell zischte der kleine Ball der Tischtennisspieler, die sich vor dem Stadttheater aufgebaut hatten und dort heiß kämpften. Man sah, hier waren Könner am Werk, die beweisen wollten, daß dieses schöne Gesellschaftsspiel ernster Sport ist, wenn er so gekonnt wird wie hier. Für manche mag es eine besonders schöne Heber- raschung gewesen sein, als in die laufende Vorstellung des Gloria-Palastes eine Bühnenschau, gestaltet von Turnern und Turnerinnen, eingebaut wurde. Für die Sammlung war es eine bombensichere Einnahme, die Turner bankten dafür mit prachtvollem Können am hohen Reck. Die anschließenden Bodenübungen zeigten die wundervolle Beherrschung gut trainierter und geschmeidiger Körper. Es waren Hebungen, wie sie der neuen Auffassung vom deutschen Turnen entsprachen. Sie hatten Tempo und Zündung. Heberschläge, Saltos, Kipven, federnd und radfchlagend schnellten und wirbelten die Turner über die Bühne, eine prachtvolle Werbung für deutsches Turnen. Ein Filmabend im Gasthaus „Hindenburg brachte die Vorführung eines Werbefilms vom deutschen Sport im Kriege, wobei die verschiedensten Sportarten zur Geltung kamen und u. a. auch der Turnländerkampf Deutschland — Finnland 1941 gezeigt wurde. 3m „Burghof" brachte der Skiklub im Rahmen eines Kameradschaftsabends zugunsten des WHW. einen Film aus der' Wunderwelt der Dolomiten zur Vorführung, der für die Besucher zu einem schönen Erleben des winterlichen Sports in den Alpen wurde. Die Kleinen, Kinderaruppen, beherrschten am Sonntagvormittag den Platz vor dem Stadttheater, der in seiner neuen Gestaltung den geeigneten Rahmen gab. Daß man nicht früh genug anfangen kann, Leibesübungen zu treiben, wurde hier gezeigt. Frische und vor allem von Herzen fröhliche Kinder, das ist das Ziel der Arbeit, Die die NSRL.- Gemeinschaften hier leisteten. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 stellte sich bereitwillig in den Dienst der guten Sache und gab mit flotten Weisen einen schönen Abschluß dieser Morgenveranstaltung. Den Verantwortlichen und Teilnehmern mag in diesen Tagen die Zeit recht knapp geworden sein. Schon um 14 Hhr standen sie wieder am Oswalds- garten, um mit einem Werbemarsch die Hauptver- anftaltung am Schwanenteich einzuleiten. Es war ein Festzug, ganz improvisiert, und vielleicht gerade deshalb so gut gelungen. Fanfarenbläser des 3ung- volks eröffneten den Zug. Unter Führung des Sportkreissührers Stein und seiner Fachwarte Reuter und Becker zogen die einzelnen Grup- pen mit ihren Geräten, auf Rollschuhen, mit Rennbooten der Ruderer und Kanuten, vorüber. Am Schipanenteich entfaltete sich bann vor Tausenden von Zuschauern ein Dreistunden-Prvgramm, wie es in dieser Vielfalt in Gießen noch nie gezeigt neinfam die Errungenschaften der nativnalsozialisti- jhen Revolution erhalten und Schulter an Schulter teweifen wollten, daß die Volksgemeinschaft und der putsche Sozialismus das Bindeglied und das Hoch- zel feien, für das sie angetreten sind. Das Ritterkreuz. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf larschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das xitterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann fing, Bataillonskommandeur in einem 3nfan- irieregiment, Hauptmann Hupfer, Kompa- r echef in einem 3nfanterieregiment, Leutnant iindenmann, Bataillonsadjutant in einem Infanterieregiment und Oberleutnant Hopf, Kompaniechef in einem 3nfanterieregiment; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe an fauptmann Linke, Gruppenkommandeur in inem Kampfgeschwader, Hauptmann Freiherr ion Beust, Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader und Hauptmann Guenzel, hruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader. Oie Bewaffnung der Handelsschiffe Panamas. Neuyork, 27. Sept. (Europapreß.) Panama it die unter eigener Flagge fahrenden Schiffe icht zur Bewaffnung ermächtigt, wie ?r Außenminister dem Neuyorker Generalkonsul itteilte, nachdem die Reeder von Panamaschiffen esen befragt halten. 3eber Reeder, der seine chiffe bewaffne, tue dies auf eigene Gefahr So fuhren sie heiler und vergnügt in die Stadt uib stopften sich in der Schüsselpassage mit Schoko- toe, Kirschkuchen und Eistorte so voll, daß die kllnerin Hellwang bei Lydias fünfter Bestellung ernsthaft auf die möglichen Folgen dieses Exzesses aufmerksam machte. Später gingen sie noch ms D-arionettentheater. Es wurde „Kalis Storch gebest. Während des letzten Bildes schlief Söhnchen en. Er schlug die Augen erst auf, als Kathi ihm die -chuhe auszog und ihn ins Bett legte, da lächelte ei satt und selig, kuschelte sich in die Kissen und 1^ lief sofort weiter. Oben im Arbeitszimmer wanderte Hellwang rast- hs zwischen den Bücherborden hin und her Durch dir offenen Fenster strömte die Nachtlust mild biein. Der Mond glitt über den sommerlichen mmel und streute fein silbernes Licht über den Achen. Hellwang löschte die Lampe. Die Glut seiner 3 garte schrieb rote Kurven in die Luft. Auf dem Schreibtisch lag Vollerthuns Brief. Erfolg ... Erlüg ... Gewiß, es war erfreulich, daß ihn für einige C-it keine Sorgen brennen würden, daß das Leben 'nieder einmal gesichert war, daß er Atem schöpfen hnnte, Atem für ein neues Werk. Für ein neues ert? Eine unbekannte Furcht schlich in fern Herz. Lar Dollerthums Begeisterung für das soeben vou- bete Buch echt? Spürte er nicht die h dem Werk? Spürte er nicht, daß das Buch m Ijoei Teile zerfiel, von denen nur der erste warm uib lebendig war? Die Bruchlinie hatte em Datum. Luisas Todestag. Was danach entstanden war, Stoied sich nach Hellwangs Meinung so deutlich von H hm ersten Kapiteln, als wären diese als ymrer- Wlc|senes Fragment von der schwächeren Feder ■eines Fremden ergänzt und vervollständigt worden. I Ein neues Werk?---, Er wartete. Er wartete und hoffte, eines Mor Mms zu erwachen und wieder jenem quälenden, Herr- 'j hfjen Zustande zu verfallen, der ihn früher an den Schreibtisch gedrängt und dort fiebernd festgehal batte, bis in den Gestalten, die er formte, der NSG. „Kraft durch Freude": im Gloria-Palast, 19.30 Hhr, „Triumph der Heiterkeit". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Annelie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Krach im Vorderhaus". Für unsere Verwundeten. Dieser Tage lief in einem hiesigen Lazarett der KdF.-Film: „Der Mustergatte". Die luftige Unter- Haltung war den Verwundeten eine angenehme Er. holung. — Am Freitag und» Samstag zeigte KdF. ein schönes Programm: „Die lustige Stunde" mit ausgesuchten Darbietungen von Polbi Dolly in verschiedenen Tänzen, Anneliese Bizar 0 w als 3ongleuse auf rollender Kugel, Fiffy Klein auf verschiedenen Musikinstrumenten. Wilhelmine Hop- per sang Lieder und Tonfilmmelodien mit viel Charme. Kapellryeister Barth zeigte sich als geschickter Begleiter. Als Vortragsmeister erfreute die Verwundeten August Schnitzler, der auch die Ansage und die Leitung der Veranstaltung hatte. Seine eigenen zusammengestellten (Soldatenlieder- folgern ernteten besonders reichen Beifall. Die Veranstaltung erfreute die Verwundeten sehr. — Am Samstag brachten Frauen der Ortsfrauenschaften Storndorf und Vadenrod im Kreise Alsfeld-Lauter- bad) auf Veranlassung der Kreisfrauenschaftsleiterin Pgn. Meirich eine reichliche Kuchenspende aus den beiden Orten. Außerdem hatten sie noch eine große Anzahl Blumen mtt, für die ihnen die Derwun- beten Dank sagten. lebende Puls einer frommen Schöpfung schlug. Aber er wartete auf die göttliche Eingebung oer- wurde. Hundert fünfzig Nachrichtenhelferinnen boten mit ihrer Gymnastik und einem Tanz wohlgelungene Ausschnitte aus dem täglichen sportlichen Betrieb, den sie als Ausgleich in ihrem Dienst nicht missen mögen. Die Kreisriege der Turner zeigte, daß sie auch den Barren in voller Meisterschaft beherrschte. Die Hebungen über das Sprungpferd mit Federbrett zeugten von viel Mut und Können. Graziös und anmutig waren die Sing, und Tanzspiele der Gießener Turnerinnen; sie holten sich viel Beifall. Frisch und fröhlich wieder das Turnen der Kinder und <5portbienftgruppen. Dazwischen zeigten die Rollschuhläufer und Säuferinnen in immer neuen Variationen die Kunst dieses schonen Sports. Besonders bemerkenswert war die Kür eines Gastpaares aus Hanau, deren Können wir f. Zt. bei der Bereichsmeisterschaft im Sommer schon bewundern konnten. Auf dem Teich waren die Kanuten und Ruderer bei der Arbeit, die in scharfem Rennen ihre Vereinsmeister ermittelten. Das „Kinderichiff", der große Kanadier, gab Gelegenheit zu den beliebten Rundfahrten. Er war immer bis zum höchstzulässigen Maße besetzt. Einlagen und Heber« raschungen von .Ftollschuhanfängern" gaben dem Programm eine launige Würze. Der Ansager Dr. P s es f e r fand immer den richtigen Kontakt zu Teilnehmern und Zuschauern. Die zweite Bühnenschau, diesmal von Turnerinnen gestaltet, gab am Abend im Gloriapalast noch einmal in gedrängter Fülle die Schönheit der Leibesübung unserer Frauen wieder. Sie war ein würdiger Aus klang dieser hochgestimmten Tage. Daß neben dem Sportprogramm der Einsatz der Sammler bewundernswert war, haben wir schon erwähnt. Ein heißer Wettstreit war zwischen den einzelnen Gemeinschaften entbrannt um den „Meister" in diesem Sammelwettbewerb. Die Gruppe der Aktiven und Amtsträaer des NSRL. mit dem Bezirksführer an der Spitze scheint besonders erfolgreich gewesen zu sein. Wir sahen jedenfalls Büchsen, die randvoll waren und deren Gewicht dem Sammler „Stummer* bereitete. Wir hoffen, daß der Kampfruf, den der Ansager des Lautsprecherwagens — in dankenswerter Weise von der Polizei zur Verfügung gestellt — sich erfüllt hat: „Das höchste Ziel im Deutschen Sport, fürs WHW. den Weltrekord." Luftwaffe - Stadt Gießen/Klein-Liuden komb. 10:1 (4:1). Durch die verschiedenen Ortsveranstaltungen für das Kriegs-WHW. mußte das vorgesehene Spiel Stadtmannschaft Gießen — Gießen-Land ausfallen. Man war froh, daß noch in letzter Minute dieses Spiel zum Austrag kam. Da auch die Spieler von Watzenborn-Steinberg nicht zur Verfügung standen, mußte man auf Spieler von Klein-Linoen zurückgreifen. Mit dieser Verlegenheits-Elf war es von vornherein klar, daß die Mannschaft gegen die starke Lustwaffen-Elf keine Gewinnchance hatte. Wenn auch die einwandfreie bessere Elf gewonnen hat, so ist dennoch die Niederlage dem Spielverlauf entsprechend zu hoch ausgefallen. Bei entschlossenerem Eingreifen des Tormannes hätten einige Tore vermieden werden können. Die Luftwaffe hatte die bessere Stürmerreihe, und dann war die Elf in der zweiten Halbzeit jederzeit ihrem Gegner klar überlegen. Das Spiel begann für die kombinierte Mannschaft vielversprechend. Kaum waren zehn Minuten gespielt, so hieß es durch Ehmann 1:0. Dir Freude dauerte aber nicht lange. 3m Gegenzug konnte Meermann durch Alleingang an dem verdutzt stehen- gebliebenen Tormann ausgleichen. Bis jetzt hatte die kombinierte Mannschaft etwas mehr vom Spiel. Einest Eckball von rechts, schön hereingegeben, schoß Ebert scharf an die Latte. Doch nach zwanzig Minuten Feldüberlegenheit war „das Pulver verschossen". Die Luftwaffe kam mächtig auf, ihre An- griffe wurden immer gefährlicher, und hier war es efonders der 3nnenfturm mit Meermann und Bruhn, welcher der Hintermannschaft schwer zu schaffen machte. Durch Tore von Meermann (Elfmeter) und Bruhn wurde der Halbzeitstand von 4:1 hergestellt. Nach dem Wechsel sah man schon bald, daß die Luftwaffe das Spiel jetzt sicher in der Hand hielt. Die kombinierte Mannschaft konnte das Tempo der ersten Hälfte nicht mehr mithalten. 3nnerhalb von „Britta hat übermorgen Geburtstag, Herr Doktor", sagte Kathi mit unerschütterlicher Ruhe. „Und — und — und?" fragte er, und es klang, als würde er im nächsten Augenblick in Tränen und Wut ausbrechen, daß man ihm keine Ruhe ließ. „Sie wünscht sich gar so sehr ein Fahrrad! Er riß die Schublade seines Schreibtisches auf und warf zwei Fünfzigmarkscheine hin: „Da! Nehmen Sie! Kaufen Sie es ihr! Aber lassen Sie mich zufrieden!" Er schlug mit den Knöcheln wütend auf das Papier: „Sie sehen doch, daß ichiMbeite!" Als Britta am Qkburtstagsmoraen Unter einem Vorwand vor die Haustür geschickt wurde, lehnte an der Wand ein funkelnagelneues Damenfahrrad mit verchromten Felgen, mit Pedalrückstrahlern und Ballonreifen, ein Traum von einem Fahrrad. Die Morgensonne blitzte in den Nickelteilen, daß man vor lauter Glanz die Augen schließen muhte. Britta ahnte nichts — bis Kathi, die hinter ihr dreinge- schlichen war und zur Haustür hinausspitzte, mit ihrem verdächtigen Unschuldsgeficht fragte, wie ihr denn „die Karre" gefiele. „Meins ..stammelte Britta atemlos. Und Kathi nickte strahlend: „Kannst dich bei dei’m Pappa bedanken! Da hat er was Nobliches ausgespuckt, hat?" „Der Konni", fragte Britta, als könne sie's nicht glauben, daß er an sie gedacht hatte. „3a, meinst, daß ich's dir von meinen Ersparnissen hingestellt hab'? Mittags wirst dich bei ihm bedanken, hast g'hört? Denk' fei dran!" „Freilich!" Britta schwang sich selig aufs Rad und zog eine Ehrenrunde über den Rasen. „A rassige Maschin'! Und laffa tuats, grad pfundi! Du Kathi, heut derf i damit in die Schul' fahren, gell?" „Aber nur heut, weil's ein besonderer Tag is!" Britta kam nicht dazu, sich bei ihrem Vater zu bebauten. Er verließ bas Haus kurz nach dem Essen und fuhr mit der Bahn in die Stadt. Er kam weder zum Kaffee noch zum Abendbrot zurück. Die Geburtstagsfeier fand ohne ihn statt. 3n später Nacht rollte eine Taxe vor. Der Chauffeur führte Hell- mang ins Haus. Oben beugte sich Kathi über das Treppengeländer. Die straff geflochtenen Zopfe fielen steif über ihre Schultern. Und dann schlich sie in ihr Zimmer zurück und setzte sich aufs Bett und heulte. (Fortsetzung folgt) Mit einem Festakt im Gewand hause wurde das Musische Gymnasium in Leipzig, das zweite seiner trt in Deutschland, eröffnet. Reichsminister Rust itö der italienische Minister für nationale Erzie- Lng, Bottai, woynten der Feierstunde bei. * 3n Zürich wurde eine vom Werberat der deut- ben Wirtschaft veranstaltete Ausstellung neuer k utscher Werkstoffe eröffnet. Die Schau soll der bweizerischen Bevölkerung beweisen, daß die neuen putschen Werkstoffe jeder Kritik standhalten. Es terden bie einzelnen Werkstoffe unb ihre Entstehung tirgestellt, ferner wirb an vielen Beispielen bie faktische Anwenbung ber* neuen Werkstoffe gezeigt. Der Vertreter des britischen Kriegskabinetts im Mittleren Osten, Oliver Littleton, ist in Lon- j)h eingetroffen. General Wavell befindet sich auf dem Wege rach Teheran, der Hauptstadt 3rans. ♦ In Singapur ist das größte Schiff der Welt, der 6>000 BRT. große britische Cunard-Dampfer ,2 u e e n Elizabeth" eingelaufen. Das Schiff Bfrb dort repariert. * Wegen gewisser Schwierigkeiten, bie japanischen kchiffen durch die britischen Militärbehörden im ^fen von Basra gemacht wurden, hat bie japanische Regierung beschlossen, den Schiffsverkehr lud) Basra einzustellen. Ein General be Gaulles, Le Gentilhomme, früher bertommanbierenber in Französisch-Somali, würbe r;m französischen Kriegsgericht in Gannat wegen hnbesoerrat unb Fahnenflucht in Abwesenheit zum lobe verurteilt. Das Gericht verfügte außerdem bie Anziehung feines gesamten, Vermögens. Weiter narbe bie Todesstrafe gegen die französischen Haupt- ! Icate Appert und des Essart verhängt. Beide tzchorten zum Stabe Le Gentilhommes. ßaubticfirfftleitet: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei ki$Wftleiter8: Ernst Blumschein. Verantwortlich Ar PolM und »der: Dr. Fr. W. Lange,' für da« Feuilleton ^Dr. Tbqrtot, fir Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft u.SLort: Ernst ®Iuon!,*% Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckere R. Lange «. G. k-'.i°g-leiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Han» Beck, kerantworiltch für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6. Preisträger im Milchleistungs-Wettbewerb Feierliche Ehrung der Sieger. Air ei Karl wrfi ■mng line Lollar tCi Statt Karten bensmillelverforgung gestellt werden. 4038V Apotheken. 6OSfdt UM 2,20 TABLETTE Junges Ehepaar Mietgesuche | sucht zumis.Okt. ' großes, leeres Heute Montag: Erstaufführung in allen Apotheken und Drogerien. * MD & X D-eL TraumaPlast Täglich 3, 5.15, 8 Uhr iosjA Jugend hat keinen Zutritt! btbei Kma h ei »lieb 13 Lei lezu jber Lezk e sur; In bebt er 16. 25; bis 59, bis bis Wir haben uns verlobt Hedwig Schneider Heini Seibert Feldwebel und Hpfw.-D. i. d. Luftnachr.-Tr. re K. .Ne H iüen । sind. M Suche für meine zwei schulpflicht. Buben(6 u.8 I.) Nähe Pestalozzi- schule oder Lud- wigsvlatz in gut. Hause, geg. gute Bezahl, tagsüber Belteüüoö. Eilangebote unt. 4048 D an den Gieß. Anzeiger. Ihre Vermählung geben bekannt Emil Schmittdiel Dora Schmittdiel geb. Mössmer nimmt Großmutter einen Leinenlappen. Der hindert zwar bei der Arbeit und es heilt nicht darunter. Aber dafür rutscht er dauernd und ist immer schmutzig. Im Ernst: nehmen Sie lieber das heilende Wundpf lasier lebhafte Nachfrage nach Reichsschätzen. Reichsaltbe» sitz und Steuergutscheine I etwas fester, 161,30 bzw. 104. Jndustrieobligationen blieben still, kursmäßig war keine einheitliche Tendenz festzustellen, Farbenbonds verloren fast 3 ü. Sy Im Aktienfreiverkehr war die Haltung ruhig bei sehr stillem Geschäft, zumal die Vorgänge am amtlichen Aktienmarkt nicht geeignet waren, sich stärker zu engagieren. — Tagesgeld unverändert 1,75 v. H. b) 38,5 bis 40,5, c) 32 bis 34,5, d) 18 bis Färsen a) 44 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 34 36,5, d) 22 bis 28; Kälber a) 59, b) 56 bis c) 17 bis 50, d) 33 bis 40, Hämmel b2) 48 51; Schafe a) 42 bis 44, b) 35 bis 40, c) 14 Wochen ein bis zwei gut möblierte Zimmer in ruhiger Lage. Wohn-u. Schlafzimmer, od ein großes Zwei- betten-Schlaf- zimmer. Heizung erwünscht. Schr. Angebote unter O323O and. Gieß. Anzeiger erbet. Trainingsanzug Gr. 50 und gröber zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unt.O3231an den Personen, die mit dem Wohnungsinhaber in einem Verwandtschaftsverhättnls stehen, gelten nicht als Untermieter. Der Kohlenbezug erfolgt zweckmäßig bei dem Kohlenhändler, der den Haushalt des Vermieters beliefert. Gießen, den 27. September 1941. Der Oberbürgermeister. — Wirtschaftsamt. "sich W j)inb :^ni Die Milchflasch’ wärmen — Lotte hatte recht — machtEsbit wirklich mundgerecht. Trockenbrennstoff Esbit zum Wärmen von Speis und Trank Ist überall erhält]. Preis 20 Tabl." mit kleinem Kochgestell 60 Pfg. Bezugsquellen weist nach der Hersteller i Erich Schümm. Esbit- Brennstoff-Fabrik, Stuttgart W 109 _ ,--..2OSkk RM-,11 Von gröber. Industriebetrieb in Gieben wird weiblichedürokrast mit Kenntniss.im Maschinenschreiben zum mögt, baldigen Eintritt gesucht. Schriftliche Angeb.mit Lebenslauf, Lichtbild und Gehaltsansprüchen unter 40140 an den Gießener Anzeiger erbeten. Marburg/L. z. Z. im Felde 0n s pW1 Bekanntmachung. Befr.: Kohlenversorgung der Untermieter. Untermieter in Haushaltungen mit Einzelofen- heizung erhalten für den Kohlenbezug eine Kohlen- bezugskarte. Anträge auf Ausstellung der Kohlenbezugskarte können in der Zeit vom 29. September 1941 bis 4. Oktober 1941, von 8 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr (Sonnabend, den 4. Oktober 1941, nur bis 12 Uhr), bei dem Wirtschaftsamt, Liebigstraße 16, Zimmer 9, gegen Vorlage des Personalausweises für die Le- Heirat Alleinstehender Arbeiter sucht ebensolche Frau aus dem Arbeiterftand, Alter 30 bis 50 Jahre. Zuschriften unt. 4015V an den Gieben. Anzeig. LUISE ULLRICH KARL LDIEHL-WERNER KRAUSS Ein herrlicher Film, in dem sich der Reichtum, die Schönheit, aber auch das Leid und die Bitternisse eine» wunderbaren Frauenlebens spiegeln. Tlgl. 3,5.15,8 Uhr - Jugend ab 14 Jahre hat Zutritt Heute Montag; 3 Uhr Hauptf., 4.45 UhrVVochen schau, 5.15 Uhr Hauptfilm Die Vorstellung heute 8 Uhr fällt aus! pi tief heiben kl 20 ■1 her ) I Der Sert si Mo fi mal |0 den |«)en. 32, Schweine a) 63, bl) 63, b2) 62, c) 60, d) 57, e) 55, gl) 63. — Marktoerlauf: Alles zugeteilt. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 29. Sept. Der heutige Schweinemarkt war mit 141 Ferkeln beschickt. Es kosteten 7 bis 9 Wochen alte Tiere 12 bis 16 RM. das Stuck. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb Ueber- stand. Mv iönn>c Lehrmädchen möglichst musikalisch sucht für sofort oder später mufllalleDöanöluöflßOoDier Neuenweg 10. (4035D nach dem gleichnamigen Boman von Maximilian Böttcher GRETHE WEISER ROTRAUT RICHTER LOTTE WERKMEISTER ERNST WALDOW Spielleitung: PAUL HEIDEMANN Ein sehr heiterer und zuweilen sehr derber Film aus dem Berliner Volksleben, eine Komödie von menschlichen Schwächen, Klatsch u.Eifersucht,mit waschechtem Berliner Humor u. einer Fülle komischer Überraschungen Neueste Wochenschau Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrQhl'schen Druckerei ■nt N>, IS iei M B!( iMmu u Vk 28. September 1941 ____________________03171/ Gießen, Asterweg 40 Innsbruck x. Z. im Felde im September 1941 s____________________________03226/ Frau Erna Bley). d) Bei der Molkereigenossenschaft W e t t e r f e l d: 1. Preis: Landwirt Rudolf Jöckel, Röthges (Melk- kraft: Frau Lina Jockel). — 2. Preis: Landwirt Heinrich Schmidt I., Queckborn (Melkkraft: Frau Frieda Schmidt). — 3. Preis: Landwirt , Schmidt III., Lauter (Melkkraft: Tochter). Heute Boilensee Blaufelden ab 19 Uhr Bahnhofgaststätten ««fe Weiin 1 ■ 5; 9'« Jtm । öonöraogen zu kauf, gesucht. H. Schäfer Leimenkauter- weg 9. Iv32L7 POLOST Giessen Bekanntmachung. Wegen notwendig gewordener Einschränkung der Müllabfuhr erfolgt die nächste Abholung TNittwoch. den 1. Oktober 1941. Es Wird gebeten, nur den notwendigsten Müll in die Eimer zu tun und das übrige entweder zu verbrennen oder im Garten zu verwerten. Gießen, den 27. September 1941. 4036V Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. I. A.: G rav er t. IWarurn SPALT-TABLETTEN? Beim Kopfschmerz wirken Nerven, Blutbeschaffenheit und Blutbewegung zusammen, so kommt es, daß die Ursachen selbst nicht immer im Kopf zu liegen brauchen. Gerade weil der Kopfschmerz aber an seinen verzweigten Wurzeln angepackt werden muß, sind die bekannten „Spalt-Tabletten” geschaffen worden. „Spalt-Tabletten” sind ein Kombinationspräparat, das auch die spastischen Ursachen der Kopfschmerzen bekämpft, und zwar in einer dem Körper verträglichen Form. Die guten Erfahrungen mit „Spalt-Tabletten” haben zu einer sich täglich steigernden Beliebtheit geführt. Zu haben in allen (Melkkraft: Ehefrau Elisabeth Schadeck); Wilhelm Klotz III., Holzheim (Melkkraft: Ehefrau Susanne Klotz). — 3. Preis: Bauer Heinrich Fritzel, Reis, kirchen (Melkkraft: Ehefrau Frieda Fritzel); Land- wirt Heinrich Wagner, Wißmar (Melkkraft: Ehefrau Margarete Wagner); Landwirt Karl Schwarz (Melkkraft: Ehefrau Marie Schwarz); Landwirt Friedrich Gerhardt, Dutenhofen (Melkkraft: Ehefrau Luise Gerhardt); Landwirt Karl Braun, Daubrin- gen (Melkkraft: selbst); Ludwig Horn III., Burkhardsfelden (Melkkraft: Paul Lüneburg). c) Molkereigenossenschaft Hungen: 1. Preis: Richard Becker, Trais-Horloff (Melkkraft: Frau Frieda Becker); Heinrich Kraufch III., Birklar (Melkkraft: Frau Marie Kraufch). — 2. Preis: Heinrich Steul II., Bettenhausen (Melkkraft: Frau Lina Steul); Heinrich Schpfer, Bethenhausen (Melkkraft: Tochter Dorothea Schäfer). — 3. Preis: Heinrich Koch I., Berstadt (Melkkraft: Ehefrau Karoline Koch); Wilhelm Bley, Trais-Horloff (Melkkraft: „Dezima“ Gesamt Abzugstabelle Ausgabe Oktober 1941, 60 Seit. Enthält alle ausgerechneten Beträge für 4stündige, eintägige, ein- und zweiwöchentliche sowie monatliche Zahlungen von Gehalt u. Lohn. Gibt Erläuterungen über Lohn-, Bürger- u. Kirchensteuer, Krankenkassen, Invalid.- und Angestellten-Versicherungs- Beiträge sowie DAF-Urlaubsmarken f. Bau-u .Nebengewerbe. „Dezima*1 ist d. zeitverringernde Handwerkszeug f. alle Gewerbetreibenden 4034V Reichsansgabe kostet BAL 3.—. Ausgabe Bayern und Saarland RM. 4.—. Gegen Voreinsendung auf Postscheck- Konto Frankfurt a.M. Nr. 52509 od. p. Nachnahme PETER SCHMITT Buchhandel, Frankfurt am Main Neue Mainzer Str. 58. Tel. 23760. Die Milchleistungsausschüsse bei den Molkereien :m Kreise Gießen (Gebr. Grieb, Gießen; Molkereigenossenschaften Geilshausen, Hungen, Wetterfeld) hatten zu einer Siegerehrung mit Ueberreichung der Urkunden an die Preisträger im ersten Wettbewerb in der Milcherzeugungsschlacht 1940 am gestrigen Sonntag in das Gasthaus „Zum Burghof" in Gießen eingeladen. Der Einladung waren viele Milcherzeuger und fast alle Preisträger aus der Umgehend von Gießen gefolgt, so daß der Saal vollbesetzt war. Kreisbauernführer O t t von der Kreisbauernschast Oberhessen-West richtete zunächst herzliche Begrüßungsworte an die Versammlung. Als Ehrengäste waren anwesend: Regierungsrat Weber vom Landratsamt, Regierungsoberveterinärrat Dr.Monnard vom Kreisoeterinäramt, Dr. Bert vom Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt, Dr. Rix vom Unioersi- täts-Tierzuchtinstitut, Landwirtschaftsrat Dr. Erwin Wagner vom Tierzuchtamt Gießen und die Leiter der Landwirtschaftsschulen Gießen und Grünberg Oberlandwirtschastsrat Dr. Lung und Landwirtschaftsrat Dr. Dien st. Sodann dankte er den erfolgreichen Milcherzeugern für ihren vollen Einsatz im Kampf um die Ernährungsfreiheit des deutschen Volkes. Dabei ging er auch auf die Arbeit und die Bedeutung unseres Bauernstandes in dem Ringen um Deutschlands Freiheit ein und betonte, voller Einsatz aller sei mehr denn je notwendig, um die Ernährungsgrundlage zu sichern. Hierauf sprach der Vorsitzer des Milch- und Fettwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau und des Landesmilchleistungsausschusses De sch. Er begründete zunächst die Notwendigkeit und den Aufbau der Marktordnung. Derartige Maßnahmen könnten nicht allein von der wirtschaftlichen Seite her gesehen werden, sondern sie hätten auch einen politischen Hintergrund. Eine ausreichende Ernährungsgrundlage für unser Volk zu schaffen, war und ist die Aufgabe des deutschen Landvolkes. Auch die Marktordnung in der Milchwirtschaft war eine vorbereitende Maßnahme für den Kriegsfall. Alle diejenigen, die seinerzeit darin eine Behinderung ihrer Wirtschaftsfreiheit sahen, müßten heute erkennen, daß der beschrittene Weg richtig gewesen fei Es gelte alles den Notwendigkeiten dieses Krieges unterzuordnen und durch eine vernünftige Preisgestaltung jedem deutschen Volksgenossen Milch und Butter zu festen und erschwinglichen Preisen zu geben. Im besonderen gedachte der Redner der Arbeit der Frauen. Trotz aller Schwierigkeiten sei es gelungen, die Milcherzeugung noch weiter zu steigern. Die dem Milcherzeuger seinerzeit zugestandene Milchpreiserhöhung verpflichte zu höchster Leistungs- sttgerung. Die Preisträger aus dem ersten Wettbewerb in der Milcherzeugungsschlacht hätten mit der ihnen ausgesprochenen Ehrung eine besondere Verpflichtung. Sie müßten alles daransetzen, um an der Spitze zu bleiben und den anderen ein Vorbild zu sein, den nötigen Anreiz geben, es ihnen gleich zu tun. Kreisbauernführer Ott nahm nunmehr die Siegerehrung durch Ueberreichung der Ehrenurkunden 2^ Ä K Ml 'S 1 SA m.Küchenbenutz. Schr. Ang. unt. 03233 a.b.G.A. | Kaufgesuche~| Radio 220 Volt gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03232 an denGieß.Anzeig. Guterhaltener SeiWret zu kaufen gesucht. Wo? sagt dieGe- Geschäftsstelle d. Gieh. Anz. 03235 Äon der Börse. Abbröckelnde Aktienkurse. Frankfurt a.M., 26. Sept. Die Berichtswoche stand ganz im Zeichen erwarteter neuer Maßnah. men auf dem Gebiete des Kapitalmarktes, die am Freitag ihren Niederschlag in einer amtlichen Mit. teiluna fanden, wonach börsengängige Aktien, Kuxe , und Kolonialanleihe, die seit Kriegsbeginn erworben und bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht wieder veräußert werden, gemeldet werden müssen, ferner daß Kreditgewährungen für Aktien. . ankäuse untersagt werden und daß alle Aktien. Umsätze von Kreditinstituten über die Börse zu lei- ten sind. Zu Beginn der Berichtszeit war eine Fort, setzung der Abwärtsbewegung zu verzeichnen, um plötzlich einer kräftigen Aufwärtsbewegung Platz zu machen, die aber ebenso schnell wieder einem Kursabschlag wich. Die Umsätze waren durchweg klein. Per Saldo hat sich das Kursniveau am variablen Markt um etwa 5 v. H. gesenkt, stärker gedrückt lagen u. a. Zell-Waldhof, Salzdetfurth, Fel. ten, Demag und BMW., bei denen die- Verluste etwa 10 v. H. betrugen, etwa 8 v. H. niedriger schlossen Rheinstahl, RWE., Conti Gummi, IG. Farben verloren etwa 5 v. H. Am Schissahrtsmarkt war auf die Reprivatisierung eine etwa 13—14prozentige Kurssteigerung für Hapag und Lloyd aufzuweisen, Großbanken lagen meist mehrere Prozente niedri- vor. Mit herzlichem Glückwunsch und kräftigem Händedruck übergab er den Preisträgern ihre Urkunden. Er kam dann noch einmal auf die Tätigkeit des Landvolkes im allgemeinen zu sprechen. Gleichzeitig kündigte er noch den Besuch des Kreisleiters an, der infolge anderweitiger dienstlicher Inanspruchnahme zu"Deginn der Veranstaltung noch nicht anwesend sein konnte. Kcssisleiter Backhaus nahm sofort nach seinem Erscheinen das Wort und beglückwünschte zunächst die Preisträger. Dann gedachte er der Arbeit des Landvolkes und brachte seine Bewunderung für die bisherigen Leistungen unserer Bauern und Landwirte zum Ausdruck. Der jetzige Kamps um Deutschlands Freiheit erfordere von allen Volksgenossen restlosen Einsatz auf dem Platze, auf den sie gestellt seien, well wir weder für eine Wirtschaftsgruppe, noch für das Wohlergehen einer Vereinigung kämpfen würden, sondern für den Bestand des deutschen Volkes. Unser ganzes Tun und Denken müsse auf ein einziges Ziel ausgerichtet fein, und das sei unser Endsieg! Hierzu sei es notwendig, daß jnan fest auf dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung stehe und auch nicht kleinmütig werde, wenn einmal nicht jeden Tag Sondermeldungen über militärische Erfolge bekanntgegeben würden. Der Bauernschaft und deren Frauen dankte der Kreisleiter zum Schluß nochmals für ihren seitherigen Einsatz. Den heute geehrten Preisträgern solle diese Ehrung ein Ansporn zu weiteren Leistungssteigerungen fein. Herr Desch dankte Kreisleiter Backhaus für seine Ausführungen und schloß dann die in allen Teilen wohlgelungene Feierstunde mit dem Gruß an den Führer. Die Kapelle Willi K r e n g e I verschönte die Veranstaltung mit vortrefflich vorgetragenen Musikstücken. Die Preisträger. a) Bei der Molkereigenossenschaft Geilshausen: 1. Preis: Bauer Karl Häpser, Atzenhain; Landwirt Heinrich Göbel IV., Treis a. d. Lda. — 2. Preis: Bauer Karl Schullheiß, Stangenrod; Landwirt Heinrich Zahkt, Lumda. — 3. Preis: Landwirt Georg Höchst, Kesselbach; Landwirt Hermann Stein, Climbach. b) Bei der Milchzentrale Gießen Gebr. Grieb: 1 Preis: Landwirt Friedrich Kuhl, Lützellinden (Melkkraft: Ehefrau Katharine Rühl); Landwirt Wll- helm Schmidt IX., Großen-Buseck (Melkkraft: Ehefrau Emma Schmidt); Landwirt Friedrich Becker, Bieber (Melkkraft: Ehefrau Kath. Becker); Landwirt Karl Schwarz Wwe., Trohe (Melkkraft: Schwiegertochter Berta Schwarz); Landwirt Ludwig Albach, Lieh (Melkkraft: Ehefrau Katharine Albach); Landwirt Paul Leib, Krofdorf (Melkkraft: selbst). — 2. Preis: Landwirt PH. Heinrich Schmidt, Albach (Melkkraft: Ehefrau Elisabeth Schmidt); Landwirt Hch. Kinzebach III., Oppenrod (Melkkraft: Tochter Marie Kinzebach); Landwirt August Gorr III., Eber- stadt (Melkkraft: Ehefrau Gretchen Gorr); Landwirt Karl Wagner, Leihgestern (Melkkraft: Mutter Christine Wagner); Landwirt Ludwig Schadeck, Lollar Jjfotet lldjen Iß d fi'L’rn iityu Zur Eröffnung unserer Winterspielzeit Ab heu e Montag der große Ufa-Spitzen! Im zehn Minuten kam die Luftwaffe zu drei weiteren Toren; 2)lecrmann war jedesmal der Schütze. Infolge Verletzung schied der Tormann der kombinierten Mannschaft aus, wofür Kramer in das Tor ging. Auch er mußte noch drei Tore von Meer- mann und Bruhn passieren lassen. Den Anforderungen der kombinierten Mannschaft genügten nur Mobs, Kramer und Ehmann. Schiedsrichter Nesseldreher war dem Spiel ein gerechter Leiter. Keine Kinderspiele auf der Fahrbahn. Wiederholt haben sich in letzter Zeit Verkehrsunfälle ereignet, die durch spielende Kinder oer- urjacht worden sind. Der Reichserziehunasminister 'hat angeordnet, daß die Kinder im Unterricht immer wieder auf die Gefahren aufmerksam gemacht worden sollen, denen sie sich beim Spielen auf der Fahrbahn aussetzen, daß sie ferner nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das des Kraftfahrers gefährden. Da die Eltern während des Krieges vielfach nicht in der Lage sind, die Kinder hinreichend zu oeaufsichtigen, sollen die Schulhöfe für spielende Kinder freigegeben werden. ger. Von Kassawerten waren Grün 8t Bilfinger stärker ermäßigt, auch Lanz gaben nach. Demgegenüber zeigte der Rentenmarkt eine liebS' Sckr. Ang. unt. _________________ 4041D a. d.G.A. Gieß.Änz. erbet. ** Von der Stadtbücherei. Im Monat September wurden 1540 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf Romane und Novellen 940, Jugend- schriften 267, Reisebeschreibungen 96, Geschichte und Kriegsgeschichte 140, Technik und Naturwissenschaft 50, Kunst 8, Politik 27, Sport 8, Philosophie vier Bände. Tödlich verunglückt. * Queckborn (Kreis Gießen), 27. Sept. Der 63 Jahre alte Bauer Karl G ö r n e r t I. verunglückte durch Scheuen seines Pferdegespanns tödlich Auf der Fahrt zum Kartoffelacker waren die Pferde durchgegangen und hatten den alten Mann eine Strecke weit mitgeschleift. Der Bedauernswerte erlitt so schwere Verletzungen, daß er in der Gießener Klinik am Tage nach seiner Einlieferung verstarb. * Gedern, 27. Sept. Die etwa 20 Jahre alte Frau Elfriede Ziegler von hier kam bei der Arbeit auf der Dreschmaschine mit einem Fuß in das (Betriebe. Ehe der bedauernswerten jungen Frau Hilfe gebracht werden konnte, war sie von dem Räderwerk so schwer verletzt worden, daß sie bald darauf v e r st a r b. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Sept. Es notierten je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41 bis 42,5, c) 34 bis 37, d) 22 bis 29; Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 34 dis 35,5, d) 22 bis 27; Kühe a) 43 bis 44,5, Iglo Ri st.. IBogenroinöe z. kaufen gesucht. 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