Donnerstag, 29. Hlai|94l Eichener Anzeiger owemg Das erhöret oitiy vier Handelsschiffe mit zusammen 5400 Bucht .28. Mai. (PK.) heute wurden die DNB. 8 völkerung den Wiederaufbau. Der neue energische hn.Fiir hip Nation der Türtischen Politik. Irak. »u jetzt und rannt Pfingsten) Oer Wehrmachiberichi. Berlin. 28. Blai. (DNB. Funkspruch.) Überkommando der Wehrmacht gibt bekannt: i n d, /enfopfnnfi thenbildtof, nündAuft (b, Bübiogt1 e ben 0^ ßen- Sießen. 1923 verzichtete die Türkei im Vertrag von Lausanne endgültig auf Syrien, das 1917 von England entgegen den dem Arabertum gemachten Zusicherungen Frankreich versprochen wurde. Schon 1920 hatte Frankreich — Britanniens Einverständnis voraussetzend — mit Waffengewalt Syrien in ein französisches Mandatsgebiet umgewandelt. Daß England auch dann noch in Syrien stets der „Mann im Hintergrund" blieb, wurde besonders offenbar durch die auf Londons Geheiß vorgenommene Abtretung des Sandschaks von Alexandrette an die Türkei, womit sich die Engländer auf Kosten Frankreichs und der in diesem Gebiet lebenden Araber in Aakara Liebkind machen wollten, hier, wie überall, spielten die Briten bedenkenlos mit dem Schicksal' von Millionen Menschen, die sich nichts als Frieden, Freiheit und Arbeit wünschten. Auch die gegenwärtige Haltung Englands gegenüber Syrien entspricht in jeder Beziehung dem System der bri» tatet Einspruch septembet jtt (einem Mitten zu ehmer ge. ehmg der Klagte zu verurteilt. gelang, die Türken zu ihren Kriegsknechten machen. Der gegenwärtige Krieg im Irak hat wieder zu einer türkisch-arabischen Gefühls- Sympathieannäherung geführt. Iran. 7!eue Trager des Ritterkreuzes Berlin, 28. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs- marschall Goring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen Hauptmann N o e s k e, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader, und Oberleutnant C s e r n i k. Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader. Hauptmann Noeske hat als Staffelkapitän eines Kampfgeschwaders in über 100 Feindflügen, davon 60 gegen England, sein hervorragendes Können und seine unermüdliche Einsatzbereitschaft erwiesen und mit seiner Staffel bedeutsame Erfolge errungen. Besonders in der Verminung britische? Häfen ist er seinen Besatzungen durch heldenhaften Einsatz stets ein leuchtendes Beispiel soldatischer Tugenden gewesen. Seine Auszeichnung ist zugleich eine verdiente Anerkennung der Minenleger für ihren schwierigen und entsagungsvollen Einsatz. Oberleutnant Csernik hat fick/ als Staffelkapitän eines Kampfgeschwaders an allen Fronten in über 130 Feindflügen, davon 74 gegen England und 11 gegen Serbien und Griechenland, hervorragend bewährt. Sein frisches Draufgängertum und fein soldatisches Vorbild befähigten seine Besatzungen zu bedeutsamen Erfolgen. Seine Staffel hat in kühnen Tiefangriffen 24 Flugzeuge am Boden vernichtet und vier feindliche Kläger im Luftkampf abgeschossen. Im Tal von Larissa hat er britische Marschkolonnen bis zur völligen Aufreibung bekämpft und bei Chalkis trotz Flaktreffer im Flug, zeug kühne Angriffe auf Schiffsziele durchgeführt. BEI. und beschädigten zwei weitere Handelsschiffe schwer. Lufttransport-Verbände unterstützten den Kampf auf der Insel, indem sie fortlaufend neue Kräfte heranführten. Südlich Kreta stellten deutsche Kampfflugzeuge einen britischen Flottenverband zum Kampf, erzielten Vombenvolltreffer auf einem schweren Kreuzer und einem Zerstörer und warfen einen Tanker in Brand. In 7l o r d a f r*i k a nahmen deutsch-italienische Truppen den halfaya-Pah südostwärts S o l l u m. Sie erbeuteten neun Geschütze, sieben Panzerkampfwagen, mehrere andere gepanzerte Fahrzeuge und zahlreiches Gerät. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste und verlor eine Anzahl Gefangener. Die eigenen Verluste find gering. Zer- slörerflugzeuge bekämpften Truppenlager und Ansammlungen von Kraftfahrzeugen im Baurn um Sollurn. Irn Seegebiel um England vernichtelen Kampfflugzeuge in der letzten Bachl drei Frachtschiffe mit zusammen 17 000 BBT. und trafen ein weiteres Handelsschiff schwer. Weitere Angriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der englischen Südwest- und Südküste sowie an der Themsemündung. Der Feind warf in der letzten Bacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben ausschließlich auf Wohnviertel Westdeutschlands, vorwiegend auf K ö l n. Unter der Zivilbevölkerung gab es Verluste an Toten und Verletzten. Die Besatzung eines Aufklärungsflugzeuges, Leutnant Bemecek, Oberfeldwebel Schackert, Feldwebel Hemmer und Unteroffizier Fahrnbach, zeichneten sich bei erfolgreichen und kühnen Flügen über England besonders aus. löettreter bei 1 Willi un) Der Oelhunger des Empire ließ England mit besonderer Gier nach dem Zwei-Ströme-Land, dem Irak, greifen. Die M os f u l - P e t r oleum- quellen waren ein wichtiger Kraftquell für die britische Mittelmeerflotte, und der Oelreichtum war bequem durch die Pipe-Line nach Haifa zu bringen. Wenn auch der Freiheitswille des irakischen Volkes die Engländer zwang —wie im Falle Aegypten _ das britische Mandat 1932 aufzuheben, so änderte dies im Grunde nichts an dem tatsächlichen Verhältnis zwischen ben beiden Staaten. Eiu, so» genannter „Bündnis- und Freundschaftsvertrag" orgte dafür, daß England im Irak weiterhin seine „Interessen" in gewünschter Weise verfolgen konnte. Diese Tatsache wurde nicht nur durch die Beibehaltung von englischen Luftwaffenstützpunkten im Irak sichtbar, sondern in weit stärkerem Maße durch die Art einer typisch britischen „geheimen Regierungsführung". Sobald sich nämlich die irakischen Staatsführer weigerten, willenlos nach Londons Pfeife zu tanzen, bekamen sie es mit der „englischen Krankheit" zu tun, d. h. sie oerstarben ober verunglückten eines Tages urplötzlich. Diese unerhörte Behandlungsweise eines selbständig erklärten Staates, auf dessen Boden bereits vor Jahrtausenden Geschichte gemacht wurde, schuf im Laufe der Jahre viel böses Blut. Die kürzliche, provokatorische Verletzung des irakisch-englischen Vertrages führte nun zum offenen Krieg. Das kleine, .kaum drei Millionen Menschen umfassende — wenn auch flächenmäßig große Land — wider- etzte sich mit Waffengewalt und gutem Erfolg der neuerlichen nationalen Bedrohung, heldenmütig kämpfen seitdem die Männer des Irak für ihre Freiheit. Im gesamten Vorderen Orient haben die briti- chen Schandtaten im Kampf gegen den Irak eine Welle der Empörung heroorgerufen, die in immer neuen Sympathiekundgebungen für den Irak und in dem offenen Wunsch nach der Vernichtung des englischen Feindes gipfeln. Wie der Irak, so fühlen auch die stammverwandten Völker, daß dieser Kampf eine allarabische Schicksalsfrage ist. Der Vordere Orient hat die britische Tyrannei nicht vergessen. Manipulationen seinen rechtmäßigen Besitzern zu treißen. Denn inzwischen war man sich in London ;rüber klar geworden, daß gerade dieser Kanal der fte Schiffahrtsweg nach Indien sei. Das zweite •eignis waren die beträchtlichen E r d ö l f u n d e n Vorderen Orient, die zwar ebenso----- Wie schon gestern bekannlgegeben, wurde das Schlachtschiff „Bismarck" nach seinem siegreichen Gefecht bei Island am 26. Blai, abends, durch den Torpedolreffer eines feindlichen Flugzeuges manövrierunfähig. Getreu dem letzten Funkspruch des Flottenchefs, Admiral L ü t - jens, ist das Schlachtschiff mit seinem Kommandanten, Kapitän zur See Lindemann, und seiner tapferen Besatzung am 27. Blai, vormittags, der vielfachen feindlichen Uebermacht erlegen und mit wehender Flagge gesunken. Auf der Insel Kreta gehen die Operationen in engem Zusammenwirken zwischen Gebirgsjägern, Fallschirmjägern und Luftlandetruppen gut vorwärts. Gestern brachen deutsche Gebirgstruppen trotz schwieriger Geländeverhältnisse den zähen Widerstand britischer Kräfte und Insurgent e n b a n d e n. Sie warfen in kühnem Angriff den Feind aus seinen Stellungen, nahmen die Haupt st a d t Lhania und verfolgten die geschlagenen feindlichen Kräfte südlich der Suda-Bucht. Unter den zahlreichen Gefangenen befindet sich auch der griechische Warinebefehls- haber von Kreta. Verbände von Kampf- und Zerstörerflugzeugen griffen in rollenden Einsätzen in den Erdkampf ein, zersprengten feindliche Truppenansammlungen, brachten Batterien zum Schweigen und fügten dem zurückweichenden Feind schwere Verluste zu. Sturzkampfflugzeuge verhinderten den Versuch der Briten, sich über See zurück zuzieh en. Sie versenkten in der Suda- Bomben in die Festung Kanöia Erfolgreicher Angriff gegen die Befestigungsanlagen. Bon Kriegsberichter Wolfgang Kiichler. Der Vordere Orient. Oer Baum, die Völker und die Kernfragen. — Unter dem Schatten britischer Gewalt und Willkür. Von Helmut Brcmm. ben Gutes Fortschreiten der Operationen auf Kreta. Oie Hauptstadt Chama genommen. - Gebirgsjäger verfolgen den weichenden Feind. - Halfaya-Paß bei (Sollurn genommen. w,n bie W de; " Staats, torj dar, en Rund, n Reichs«, Js Inten, Kapj, l ,°nl'chkeit. 1 verbun-j unter sei. nNocfr der losl ’ Elast« J draufl 5 schnei iraugete' lchung i, MinP . des Dbir jen. «mvrdme von Hnaetae* für die MtttagSnummer biS8'/,Nbr deS Vormittags «n-eigeu-Breife r Änaetgenteil 7 Ruf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteü 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite RaMaller Wiederholung Malftaffel! Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorfckrtft (vorherige S^rembaruna) 25°/o mehr Reichs, It. Heit bet °?tten. -02 zuin voin J9erra{, ^Pildn °n ben der Rie- von den Engländern gebauten Befestigungsanlagen Kanbias, auch herakleion genannt, mit Bomben belegt. In aller Morgenfrühe schon zieht unsere Zerstörerstaffel los. Ich blicke auf meinen Flugzeugführer, dem dieser Weg nach Kreta nun schon in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es grenzt ans Uebermenschliche, was er und was alle anderen Staffelkameraden in diesen letzten Tagen geleistet haben. Schon vor der Landung deutscher Truppen auf der Insel Kreta sind sie beinahe täglich drüben gewesen, haben in oft tollkühnen Tiefangriffen systematisch die Schlagkraft der gegnerischen Luftwaffe vernichtet, mit dem Erfolg, daß sich über Kreta kaum noch englische Jäger blicken lassen. Dann haben sie Begleitschutz für deutsche Trans- portflugzeuge geflogen, die Fallschirmjäger und Luftlandetruppen nach Kreta brachten. Seitdem sind sie täglich auf der Insel zu Gast. Sie greifen in die Erdkämpfe zur Unterstützung unserer Truppen ein, sie zerschlagen Artilleriestellungen, die das deutsche Vorrücken aufhalten sollen, sie gehen englischen Tanks zu Leibe, sie bombardieren Zeltlager, Befestigungsanlagen, Nachschubkolonnen. Was das heißt, ständig Einsatz zu fliegen, alle Sinne aufs äußerste angespannt, oft in einer .Hitze, die sich lähmend auf Geist und Körper legt, immer und immer wieder diese Oede und langweilige Wafserschipperei durchzumachen, bei der man nur stur nach Kurs fliegen muß, das kann ein Außen- -ai 1941 ü)t: ertarte 4 G’-f litte c uni; vaatsführer sorgte dafür, daß die Natron der Tür- lei nicht bedingungslos in die Netze Englands geilt, sondern ihre nationalen, vornehmlich landwirt- csciftlichen Ausgaben erkannte und erfüllte. Auch ir Versuch Londons, die Türkei durch die zu einem It enteuer überredeten Griechen niederzuhalten, miß- aig 1922 endgültig, da damals — wie freute die 'k'sprochene britische Hilfe im entscheidenden Augen- Hrf ausblieb. .. , Denn auch Kemal Atatürk seinen neuen türkischen o:*iat 1923 durch die plötzliche Abschaffung des ams als Staatsreligion aus ber mohammedani- den und arabischen Welt ausgliederte, soblleb den- ikch ein tiefes Zusammengehörigkeitsgefühl mit den ctrigen Staaten des Vordereen Orients bestehen. e das Johannesburger Gold der Buren von Bri- n entdeckt wurden oder auf britischem Boden gen, aber gerade deshalb zum Schicksal seiner qen-tlichen Besitzer werden sollten. Wo England je Schätze witterte und „Interessen" tdeckte, pflegten noch immer die betreffenden Döl- r Freiheit und Friede zu verlieren. So auch im orderen Orient. Im Weltkrieg köderte England ; arabischen Völker mit großen Versprechun- en. Nichts wurde später davon gehalten. Statt ssen entstanden auf dem Vorderen Orient Man- :te, Protektorate und fogenannte selbständige Staa- r», die durch Englands Terror dazu verurteilt »aren, nichts ohne ihren wahren Herrn und Mei- (tr weder tun zu dürfen noch zu können. -Friedliche Länder, sich in fast der achtfachen Tröße des Deutschen Reiches von den Gestaden des glichen Mittelmeeres bis zum Persischen Golf aus- bd)nenb, wurden durch jene Entwicklung aus den sahnen eines ruhigen Aufstieges geworfen. Von iiglanibs Gnaden bestellte Potentaten erhielten in (infoon Direktiven für eine den wirklichen Jnter- e en ihrer Völker zuwider laufende Politik. So hoff- ttn die Briten, den Suezkanal und die Oelquellen Hin Irak und Iran sich für alle Zukunft zu sichern, ^»gleich war diese „Politik" dazu bestimmt, auch in Landweg nach Indien sowie den eben- fclls über den Vorderen Orient verlaufenden Luft 12g nach Indien, den sog. „Suezkanal der >uf t”, von allen Störungen und Bedrohungen krnzuhalten. All diese für den Bestand des Empires wichtigen Mutationen ließen sich selbstverständlich nur a u f Id ft e n d e r Völker des Vorderen Orients so iige durchführen, als diese gewillt oder gezwungen raren, ihre eigenen nationalen Interessen hinter bin AusberMngswillen Britanniens zurückzustellen. hter keinen Umständen durfte es daher zu einer I orenen Auflehnung in der arabischen Welt kom- lK-n. Jedes Mittel war und ist den Briten deshalb nd)t, um dem Erwachen jener Völker entgegenzu- h’ten. Ob es sich nun um den Irak oder Iran, um Eijrien, Afghanistan, Saudi-Arabien, Transjorda- nen, Palästina oder die Türkei handelte, überall übte Britannien, — wenn auch auf verschiedene Lj eise — seinen Druck rücksichtslos aus. Die meist landwirtschaftlichen Eigeninteressen jener Länder DLirben, wo immer sie den Briten unangenehm waren, mißachtet und unterdrückt. So maßte sich (hglanb an, a 11 e i n nach seinen Mach t= uni) Sell) inte reffen über das Wohl und Wehe dieser überwiegend arabischen Ländergruppe zu bestimmen, wobei die dünne Besiedlung dieser Staa- ki und ihre technisch^wirtschastliche Rückständigkeit elensa wie die systematisch nach indischem Muster pschürte gegenseitige Aufwiegelung bin britischen Plänen sehr zustatten kamen. Die Türkei. vritzlfche UröerftätebnKtareiS. teege General-Anzeiger für Gberhessen in# ‘gjM* ft« Äste 'S u M stehender kaum nachfühlen. Die Leistungen unserer gegen Kreta eingesetzten fliegenden Verbände reihen sich ebenbürtig jenen großen Leistungen an, mit denen Fallschirm- und Gebirgsjäger dem deutschen Waffenruhm ein ewiges Denkmal setzen. Kreta ist heute in einen leichten, grauen Dunstmantel gehüllt, als wir drüben ankommen, und unter uns ziehen die weißen Wattebäusche dicker Kumuluswolken, zwischen denen stählern blau das Wasser des Mittelmeeres heraufstrahlt. Schon von weitem sehen wir diese größte Stadt des Landes mit etwa 35 000 Einwohnern. Außerdem hat Kandia durch einen modernen Flugplatz, durch Kasernen, durch einen Hafen und durch eine größere Festungsanlage, eine Art Zitadelle, große militärische Bedeutung. Diese Zitadelle, einwandfrei am Westrande der Stadt erkennbar, ist das erste Ziel unseres heutigen Angriffs. Wir überfliegen die Stadt, und pünktlich stellen sich auch die weißen Sprengwölkchen der Flak ein. Einmal zerplatzt ein Geschoß nur 50 Meter hinter unserer Maschine, und wenn es auch keinen Treffer gibt, so ist es doch keineswegs angenehm, sich dem Feuer der feindlichen Flak ausgesetzt zu wissen. „Aber euch kriegen wir schon!"... denkt der Staffelkapitän und merkt sich die jetzt schießende Batterie für nachher vor. • Nach einer weiteren Kurve liegt die Stadt wieder vor uns. Schon ist das Flugzeug des Staffelkapitäns, Hauptmann v.R.,^ im Sturz auf die FeMag Obwohl die Völker des Vorderen Orients eine ffofee geschichtliche Vergangenheit besitzen, läßt sich f!r heutiges Schicksal unmöglich von den Auswir- bngen jener Herrschaftsbestrebungen trennen, die rit dem Machteinbruch Englands in diesen riesigen f=aum herbeigeführt wurden. Britanniens „An- irücfre" und „Interessen" im Vorderen Orient sind fmtlich sehr jungen Datums. Längst war die einst- jiolige Größe der arabischen Welt zusammenge- h?ochen, als die Briten, teils mit nackter Gewalt, i ls mit Finanzmanövern und politischen Intrigen |re Herrschaft über den Vorderen Orient antraten. Zwei bedeutsame Ereignisse waren es, die die iglänber auch in diesem Raume nach altbewähr- Methode ihre „weit- und menschheitsveredelnden rlichten" dort entdecken ließen, wo Vorteile und i'roinne winkten. Der erste „Fingerzeig Gottes" [bete die Schaf-fung des Suezkanals, für ijfen Zustandekommen England außer Feindselig- r.ten und Drohungen nichts beisteuerte, um öcuin ter nach dessen Fertigstellung ihn durch finanzielle Jahrgang Rr.126 Tfäetnt täglich, außer konntagS und Feiertags Silage«: Die Illustrierte siebener Familienbiälter eimat tmBilü DieScholle «onats-Bezugspreis: xüt 4 Beilagen RM.1.SS )hne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr... „ .25 pudb bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern ufolge höherer Gewalt erusvrechanschlub 2251 Dwhtanschrift: „Slnzeige^ Postscheck 11686 ftranff J3R. Auch Iran, das frühere Persien, verstand es/ ich den britischen Einflüssen nicht gänzlich auszulie- ern, obgleich dies bei den reichen Oelvor« kommen des Landes keineswegs leicht war. Das iranische Erdöl wurde selbstverständlich von London mit Beschlag belegt, nachdem ein Secret-Seroice- Agent in der Maske eines Geistlichen für England die Bohr- und Schürfrechte für das gesamte per- ische Gebiet ergaunert hatte. Die „Anglo-Jranian- Oil-Company" sorgt seitdem dafür, daß Irans wertvollste Bodenschätze zu niedrigsten Preisen dem bri- lischen Weltreich zufließen. Wie lange noch? Das kann niemand sagen. Jedenfalls wurden die gegen den Irak begonnenen Blockademaßnahmen auch auf den Iran ausgedehnt, und zwar, weil England von feiten des Iran, in dem 15 Millionen Menschen leben, eine Unterstützung der arabischen Sache befürchtet. Dies Land, das rund zweieinhalbmal so groß wie Deutschland ist, kann für, seine Naturprodukte gewiß bessere und vor allem ehrlichere Käufer als die Engländer finden. Saudi-Arabien. Als der selbständigste unter den arabischen Staaten muß Saudi-Arabien angesprochen werden, dessen Oberhaupt, Ibn Saud, eine umsichtige, auf Selbstbeschränkung, aber nicht auf Verzicht beruhende Politik treibt. In diesem Lande liegen auch die für die mohammedanische Welt heiligen Städte Mekka und Medina. Die Undurchsichtigkeit und das folgerichtige Handeln Ibn Sauds machen es den Briten schwer, hier im Kraftzentrum des Argbertums den gewünschten Einfluß zu gewinnen. Ibn Saud und sein etwa sieben Millionen zählendes Volk lassen sich von den britischen Manö- nern nicht stören. Die Behinderung der Pilgerfahrten nach Mekka loste einen Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt aus. Es kam daher nicht zu der beabsichtigten Schwächung des Ansehens Ibn Sauds, sondern jene britische Infamie stärkte feine Stellung nur noch. Die religiöse Strenge der Saudi-Araber hat kei- nesmegs verhindert, daß hier das Auto, das Flugzeug, der Rundfunk ufw. zur Selbstverständlichkeit wurden, und daß das überwiegend Ackerbau und Viehzucht treibende Volk eine verhältnismäßig große militärische Kraft aufweift. Wenn, das Reich Ibn Sauds im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einem arabischen Musterstaat wurde, so beweist das, daß auch die wirtschaftliche Schikanierung sowie die Errichtung britischer Militärbastionen rings um Saudi-Arabien den Lebens- und Freiheitswitten hier nicht zu brechen vermochten. Palästina. Was die Briten seit dem Weltkrieg sich in P a - l ä ft i n a an gemeinem Betrug und brutaler Vergewaltigung gegenüber der arabischen Bevölkerung leifteten, durfte heute jedermann bekannt fein. Hier ging es England weder um die Oliven- und Apfel- finenbäume einer friedlichen Araberbevölkerung, noch wollte man ernsthaft die den Juden versprochene „Nationale Heimstätte" errichten, sondern Englands ganzes Sinnen und Trachten wurde allein von' dem Gedanken beherrscht, die nach Haifa gelegten Delleitungen für die britische Mittelmeerflotte „sicher" zu machen. Das Schicksal des arabischen Palästinas ähnelt daher auch stark demjenigen Aegyptens, das 1882 nach der grundlosen englischen Beschießung der damals offenen Stadt Alexandria feine Freiheit verlor und sie, trotz aller späteren Verträge, nie mehr zurückgewann; denn die Herrschaft über Aegypten war für England gleichbedeutend mit dem Besitz des Suez-Kanals, um den man heute in London mehr denn je bangt, zumal die Aegypter sich nicht zu einer Beteiligung an Englands neuem Krieg bewegen ließen, und die siegreichen Truppen der Achsenmächte schon an der westlichen Grenze Aegyptens stehen. Syrien. Nach dem Weltkrieg begannen die Briten damit, den gesamten Vorderen Orient gegeneinander zu ir iben und alle zum Feinde aller in einen unüber- ieiibaren Wirrwarr von Spannungen v,d Verdächtigungen zu stürzen. Die Türkei lnd sich zuerst wieder. Unter der Führung Kemal li a t ü r f s begann die vierzehn Millionen starke List nach dem Tode Atatürks vollzog sich 1939 in bc- Türkei ein grundlegender politischer Wandel, öe- zu einer beträchtlichen Annäherung an Cnglanö tiirte und durch die Abtretung des S a n d - t als von Alexandrette in der arabischen $2lt Befremden hervorrief. Seitdem hat die ^"rkei ben Weg einer äußerlich labilen und undurchsichtigen Mitit beschritten, die schließlich für England doch tut einer Enttäuschung endet, da es London nuyt dMThyriol! i umföem. d •Wmgefta :: Ni 'M imei Wi abgekippt. Wir folgen als zweite Maschine hinterher. Tiefer und Tiefer geht der Sturzflug, rasender, immer schneller wird die Fahrt. Da sehen wir, wie sich der eiferne Morgensegen, den wir den Briten in Kandia zugedacht haben, von der Maschine des Kapitäns löst. In höchster Spannung verfolgen wir den rasenden Flug der Bomben. Getroffen, wunderbar getroffen! In die Mitte der Bastion, ins Herz der Zitadelle, sind die B o m ben gefallen, und aus den schweren Steinmauern und den hohen Türmen, aus den stark befestigten Werken schält sich langsam, dann rasch dicker und voller werbend, schwerer stickiger Rauch, der in dichten Schwaden nach oben steigt. Längst sind auch wir über das Ziel hinweggerast, haben auch wir uyMe Morgengabe dargebracht. In einer Steilkurv^hreht Feldwebel R., mein Flugzeugführer, die Maschine wieder hoch, und während wir um neunzig Grad verkantet zur Erde fliegen, sehe ich, wie sich drüben in Kandia immer mehr Rauchpilze hochranken. Es ist das so oft erlebte und doch immer wieder faszinierende Bild der schweren Wirkungen eines Bombenangriffs. Ich kann gerade noch dieses Bild in die Kamera einfangen, da kommt schon der Befehl des Flugzeugführers: „Kanonen durchladen!" Jetzt geht es also gegen Erdziele, und es ist allen flar, daß wir jetzt der Flak, dis uns vorhin so belästigt hat, einen Denkzettel mitgeben werden, den sie ewig in Erinnerung behalten wird. Doch jetzt, da wir im Tiesflug die ganze Gegend nach den Batterie-Stellungen absuchen, schweigen die Herren da unten plötzlich. Jetzt, wo es ihnen an den Kragen geht, wollen sie sich nicht durch das Mündungsfeuer ihrer Geschütze verraten. Doch das hilft ihnen nicht viel, der Staffelkapitän hat sie trotzdem schon herausgefunden. „F l a k st e l l u n g erkannt!" kommt die Meldung im Funksprechgerät, durch das alle Maschinen miteinander verbunden sind, an die anderen Besatzungen. Dann folgt die genaue Bezeichnung des Standortes und dann die Aufforderung „Mir nach!" Einem friedlich scheinenden Olivenhain geht es entgegen, doch beim Näherkommen geht der friedliche Charakter des Wäldchens verloren. Im Gegenteil, vier oder fünf Mündungsrohre, die uns drohend entgegenragen, machen das Bild durchaus kriegerisch. In Sekunden sind wir an die feindliche Stellung heran. Ganz tief nimmt der Flugzeugführer die Geschütze an, und jetzt gibt es ein leises Rütteln in der Maschine: Die Kanonen haben ihre Arbeit begonnen! Im Bruchteil von Augenblicken ist das Knattern der Schüsse zu hören. Wie sie gesessen haben, kann ich kurz hinterher feststellen, als sich unten leise blaue Rauchwölkchen hochkräuseln. Nun, da sie sich erkannt wissen, feuern die Burschen plötzlich wieder. Aber das soll ihnen schlecht bekommen! Zum zweiten Male jagt unser Karren im Tiefangriff auf die feindlichen Stellungen los. Noch schwerer, noch vernichtender als das erste Mal wird die Batterie jetzt getroffen. Leutnant S., der diesmal vor uns fliegt, hat seinen Feuersegen anscheinend in das Munitionslager prasseln lassen und unten schlagen plötzlich mehrere Flammen hoch. „Hier brauchen wir nichts mehr hinzuzufügen", funkt mein Flugzeugführer, drängt im letzten Augenblick die Maschine etwas nach links und nun rasen unsere Granaten haargenau gezielt in die feindliche Batterie. Jetzt rührt sich unten schon nichts mehr. Doch wollen wir ganz sicher gehen. Noch ein drittes Mal wird der Feuerkampf entfesselt. Furchtbar sind seine Wirkungen. Bis zu unserem Flugzeug hinauf werden die Geschütz brocken und Trümmer st ücke hochgewirbelt, tanzen wie trunken in der Luft, um ganz leise wieder nach unten abzusacken. Diese Flakstellung ist von unserem Schwarm im buchstäblichen Sinne zerhackt worden. „ Als wir nach Westen weiterfliegen und darauf über die deutschen Linien kommen, sehen wir unten die Kameraden in wilder Begeisterung winken und Tücher schwenken. In überschäumender Freude danken sie uns. Wir haben ihnen den Kamps etwas erleichtert, und sie mögen fühlen, daß sie nicht au] einem verlorenen Posten kämpfen, sondern datz über ihnen ständig der schützende Arm der deutschen Luftwaffe wacht. Eine andere, weiter westlich liegende Gruppe von Fallschirmjägern können wir ebenfalls durch mehrere Tiefangriffe gegen britische Artilleriestellungen beii ihrem schweren Kampf wesentlich unterstützen. Am Strand der Insel entlang fliegen wir über die Suda-Bucht, in der zehn größere feindliche Schifte liegen, von denen sechs mit Sicherheit als ab gesackt anzusehen sind, während die restlichen wahrscheinlich auch alle schon einen Knax abbekommen haben, und über Chania, das bereits von den deutschen Truppen genommen ist, nach Hause. Der italienische Bericht. r. Kon1'™28- Mai. (DNB. Funkspruch.) Der ita- liemsche Wchrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: In der Nacht zum 28. Mai haben Einheiten der Luftwaffe die Stützpunkte von M a l t a bombardiert. 3n Nordafrika haben an der Sollum-Front italienische und deutsche Streitkräfte in einem siegreich durchgeführten Unternehmen, das zur Eroberung einer wichtigen, vom Feinde gehaltenen Stellung führte, Gefangene gemacht und neun Geschütze sowie sieben Panzerwagen erbeutet. Am 26. Mai haben italienische und deutsche Fliegerverbände zahlreiche* englische Flotten- e ml) eiten ungefähr 100 Seemeilen östlich von Demo bombardiert. Ein Kreuzer, ein Flugzeugträger, ein Zerstörer und vier Dampfer erhielten Treffer. Auf einem weiteren von Bomben schweren Kalibers getroffenen Kreuzer wurde eine heftige Explosion beobachtet. Andere Flugzeuge bombardierten die Hasenan- lagen von Tobruk und dort liegende Schisse. Im O st a s r i k a wurden feindliche Angrifte an der Nordfront im Gebiet von Galla^Sidamo überall abgewiesen. In den Kämpfen der letzten Tage im Gebiet der Seen fand an der Spitze seiner Bataillone Oberst de Cicco den Heldentod. Im Gebiet von A m a r a hat die italienische Besatzung von Uoldchesit, die seit einiger Zeit eingeschlossen ist, erneut die Aufforderung zur Uebergabe zurückgewiesen. Dor einem Lahr. Am 29. Mai 1940 geht die Schlacht in Flandern und im Artois ihrem Ende entgegen. Englisches Expeditionsheer flüchtet in völliger Auflösung zum Meer Südlich der Linie Poperinghe—Cassel vereinigen sich unsere von Osten und Süden angreifenden Armeen. An der unteren Somme feindlicher Panzerangriff abgewiesen. Die Luftwaffe führte Angriffe auf den Feind, durch, der an der Kanalküste zu entkommen versuchte. Ueber 60 Schifte wurden getroffen, davon 3 Kriegsschftse und 16 Transporter versenkt. oniU 0 wralli r a a für die Die schnellsten und neuesten Zerstörer Berlin, 28. Mai. (DNB.) Die vier englisch e n Z e r st ö r e r, die die britische Admiralität bisher in der See- und Luftschlacht bei Kreta als uft , angegeben hat, gehören mit zu • den । ch n el lsten und n e u e ft e n Einheiten der e^Ächen Zerstorerflotte. Die drei Zerstörer,Huno", „Kelly" sind erst in den Jahren 1938 bis 1939 vom stapel gelaufen und haben eine Wasserverbrangung von 1690 Tonnen. Abgesehen non der sehr starken Armierung der Zerstörer, die le eine Einheit zehn Torpedoausstoßrohre haben, besitzt diese Klasse mit 36 Knoten Geschwindigkeit — k>a2 sind fast 67 Kilometer je Stunde — in ihrer Schnelligkeit eine außerordentlich gefährliche Waffe M llN Oer Heldenkampf der „Bismarck" in "‘T stoß versetzen konnte, stellt vor aller Welt die überlegene Leistung unserer „Bismarck" unter Beweis. Flottenchef, Kommandant und Besatzung haben sich mit der Versenkung der „Hood" ein unvergängliches Ruhmesdenkmal gesetzt und ihre Namen alle Zeiten in die Seekriegsgeschichte und in Herzen aller Deutschen eingeprägt. Stukas versenken Britenkreuzer. Feindlicher Flotienverband nördlich Kreta vernichtend geschlagen. Von Kriegsberichter Karl-Heinz Holzhausen. Frnkc tzanis. M'iii öe P* Ä gliche Der Kreuzer „Gloucester", dessen Verlust Churchill eingestand „prinfc cf Wales" beschädigt. Stockholm, 28. Mai. (Europapreß.) Die britische Admiralität gibt in einem Bericht über die Verfolgung des deutschen Schlachtschiffes „Bismarck" bekannt, daß das englische Schlachtschiff „P r i n c e o s Wales" in der Schlacht bei Island beschädigt worden ist. Die „Prince of Wales" gehört zur „King George"-Klasse. Das Schlachtschiff hat 35 000 Tonnen Wasserverdrängung und entwickelt eine Geschwindigkeit von 30 Knoten. Seine Besatzung beträgt 1500 Mann. Es ist 'mit zehn 35,6cm-Geschützen, sechzehn 13,2cm=ßuftab-- wehr-Geschützen und 32 4cm-Flak ausgestattet. Es hat vier Flugzeuge an Bord. Ilemqo hals bi H angch Min ju' llefe bi Üblicher pclpunl ttn Ri nur d :i|! J.W Wnpiere j idjen ■5. 1 All'll Wslosei S glaub: W unb Wetzl, i |> Mei WMzi Wi ■te R R'5 unte Marita Bgcnei Mi {in w ca totyn Der) ’Monbei IDO k Sl ir St- öie । Südfront: Unsere nationalen irregulären Truppen haben die feindlichen Truppen bei Maa- k a l und C h o u e i b a angegriffen, wobei sie dem Gegner schwere Verluste zufügten. In der Nähe von Maakal wurde von unseren Truppen ein feind- liches Flugzeug abgeschossen. Luftwaffe: Unsere Flugzeuge führten Erkun- dungssluge über den feindlichen Stellungen aus. Die feindliche Luftwaffe führte einen Angriff auf einen unserer Flugplätze im Norden des Landes durch, jedoch ohne Schaden angurichten. r »u &s‘ “"«litt w»n. iLH fc-N DNB. ..., 28. Mai. (PK.) In letzter Stunde wollte ein starker britischer Flottenverband dem bedrohten Kreta zu Hilfe eilen. Mit einem Schweren und zwei Leichten Kreuzern sowie einigen Zer- törem versuchten Einheiten der Alexandrien- Flotte nördlich Kreta in die Kämpfe auf Kreta einzugreifen, wurden jedoch schon auf dem Wege dorthin von der deutschen Luftwaffe gestellt und mit Bomben stärksten Kalibers getroffen. Südlich der Insel M y l o s sichtete die erste Kette der Sturzbomber die britischen Kriegsschiffe. Mit hoher Fahrt liefen sie auf südwestlichem Kurs auf Kreta zu, an der Spitze einige Zerstörer. Aus allen Rohren feuernd versuchten die Kriegs- chisse sich zu schützen. Unbeirrt fliegen die ersten Sturzbomber ihre Angriffspositton und stürzen sich trotz rasendem Abwehrfeuer der Schiffe auf den SchwerenKreuzer. Mit fortwährend wechselndem Kurs zickzackten die stählernen Kolosse auf dem Meere dahin und waren sichtlich bestrebt, aus dem Hexenkessel herauszukommen, in den sie sich da unvermutet zwischen den griechischen Inseln um Kreta gedrängt sahen. Unablässig feuerten die Geschütze, Uhren die schlanken Rohre der Flakartillerie herum. Hatten jedoch bei dem beständig neuen Kurs schweres Zielen. Bei klarster Sicht und hellem Mittagslicht stürzten sich die nächsten Ju auf den Schweren Kreuzer und trafen ihn mittschiffs mit einer 500- Kilo-B o m b e. Der Treffer verursachte eine Ex- Boston. Für Sekunden verschwand der Kreuzer hinter einem Nebel, dann verzog sich der Qualm und gab die Sicht auf das nunmehr gestoppt liegende Kriegsschiff frei. Aus höchster Fahrt lag es plötzlich regungslos mit Schlagseite da, hatte sein Abwehrfeuer eingestellt und schien schwer getroffen worden zu sein. Nach dem Abfanaen des ersten deutschen Sturzkampfbombers griff der nächste unverzüglich das gleiche Schiff an und warf eine schwere Bombe cbarf backbord und die zweite steuerbord ab, die unerhörte Sprengkraft der Bomben riß die starken Panzerungen auf und fügten dem Schweren Kreuzer neue Wunden zu. Auf dem Schiff entwickelte sich ein Brand, der es in eine immer dichter werdende Qualmwolke hüllte. Dann stürzten sich die Stukas abermals auf den Britenkreuzer. Fünf-, sechsmal blitzten die Flammen neuer Bombenexplosionen überall an Deck des mkenden Kriegsschiffes auf. Der vordere Drehturm wurde von einem Volltreffer zerstört bas Heck ebenfalls von Bomben getroffen, die dicken >vtahlwande waren schon längst aufgeriffen, durch bie das Wasser gurgelle. Das Schicksal des Schiffes war besiegelt. Die anderen Kriegsschiffe des Flottenverbandes tinien mußte, dem Zwang der Verhältnisse folgend, Kredite im Gesamtbetrag von 110 Millionen Sol« lar von Washington nehmen, die kleineren ©taaten & rj( konnten sich noch viel weniger dem nnr b am er i tani« ( scheu Einfluß und den politisch-strategischen Ziel« WM- setzungen Washingtons entziehen, aber bei all die«» jen verwickelten Problemen zeigte es sich doch deutzK lieh, daß die Erinnerung an die Jahre 1914 bis 1918 nicht verschwunden ist, daß gerade die größten ibero-amerikanischen Länder aus den Entwicklungs« krisen junger, durch Revolutionen erschütterter Staaten herausgetreten sind, und daß sie imnwj stärkeren und bewußteren Anteil an den weltpolsi tischen Problemen nehmen. Sie tun das auf eine Art, die weder auf der ßini( Londons noch der des großen Erbonkels in Washing« ton liegt, wie die sehr deutlich oorgebrachten Ansprüche Argentiniens auf die Falklandinseln beweisen. Diese Frage ist zwar seit dem 17 Jun» 1833 akut, an dem der damalige diplomatische Vett) treter der „Vereinigten La-Plata-Provinzen" (mij die heutige argentinische Republik damals hieß) iii London gegen die widerrechtliche Besetzung der Falk« lmb-Jnseln durch England protestierte, aber die Bei gründung zeigte schon damals deutlich, daß man bie GiDudsätze der Panamerikanischen Konferenzen in Jbero-Amerika anders auszulegen gewillt ist, als Washington dies für richtig hält. Man weiß aber, daß für Herrn Roosevelt diese Grundsätze, wie er durch die einseitige Uebemahme englischer Stütz« punkte bewiesen hat, ohnedies nur auf dem Papier stehen. Was den wirtschaftlichen Druck Washingtons an*] geht, so mußten zwar die meisten der Länder, bie] von ihrer Ausfuhr nach Europa abgeschnitten sind, amerikanische Kredite annehmen, aber die vielfachen Hinweise aus diesen Ländern, daß man keine Anleihen, sondern Märkte brauche, zeigen schon, wie' wenig die USA. wirklich imstande sind, das Witt- schaftspwblem Jberoamerikas zu lösen. Außerdem hat die Stützpunktpolitik Roosevelts in Jbero-Amerika Ueberlegimgen ausgelöst, die durchaus nicht den Zielen Washingtons entsprechen, was schon auf der argentinisch-uruguayischen Konferenz vom Dezember Des Vorjahres deutlich wurde. Die La-Plata-Länder offenbaren immer deutlicher das Bestreben, Wirtschafts g «spräche unter sich in Gang zu bringen. Das hat schon M einem Handelsvertrag zwischen Argentinien und Kolumbien geführt, wie auch Brasilien und Argentinien bereits ein Abkommen abgeschlossen haben. Immer stärker zeichnet sich die Entwicklung zweier geschlossener Wirttchastskreise in Jbero-Amerika offi! bie unter der Führung Argentiniens und Brasiliens j eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit deutlicher Spitze gegen die Hegemonieansprüche Washingtons \ anstreben. Die Verwirklichung all dieser Pläne hatten weder Zeit noch die Möglichkeit gehabt, dem Schweren Kreuzer nach dem ersten Dollttefter zu Hilfe zu kommen. Sie wurden von immer neuen Stukas, die der Himmel auszuspeien schien, bedrängt und flüchteten vor dem drohenden Unheil. Zwei Zerstörer mußten ebenfalls ihre Fahrt stoppen, als sie von Bomben getroffen worden waren. Die beiden Leichten Kreuzer fuhren, ständig feuernd, in großer Kurve einmal auf nördlichen, dann wieder auf Gegenkurs davon. Als die Sturzkampfbomber nach wenigen Stunden mit neuen Bomben über der Kampfstätte erschienen, war an jener Stelle, wo der Schwere Kreuzer vorhin noch sinkend beobachtet worden war, nur ein großer schimmernder Oelsleck, schwammen auf dem Wasser einige Trümmer. In kurzer Zeit mußte der Schwere Kreuzer gesunken sein, während der andere Teil der zerschlagenen Flotteneinheit in wilder Flucht von Kreta weg nach Alexandrien sein mußte. Aber auch diese Schiffe entgingen ihrem Schicksal nicht. Abermals gestellt, wurden die brittschen Kriegsschiffe erneut von den Sturzkampfbombern angegriffen, wurde ein Sieg über schwere englische Flotteneinheiten im östlichen Mittelmeer vollendet, wie dies der Erste Lord der brittschen Admiralität in seinen düsteren Ahnungen nicht^voraussehen konnte. An einem einzigen Tage verlor die Alexandrien- Flotte in Kämpfen um Kreta drei moderne Kreuzer und Zwei Zerstörer. Die deutsche Luftwaffe zeigte mit diesem Erfolg erneut der -ffielt ihre Ueberleaenheit über die englische Flotte, auf deren Stärke sich das britische Empire aufbaut unb das mit ihrem Untergang ebenso untrennbar verbunden ist. Das Schlachtschiff „B i s m a r cf", das in völlig manövrierunfähigem Zu st and das Opfer einer gewaltigen englischen Uebermacht geworden ist, hat burch seinen Sieg über den englischen Schlachtkreuzer „H o o b" unsterblichen Ruhm an seine Flagge geheftet und ist dadurch für alle Zeiten zu einem hehren Vorbild deutschen Heldentums zur See geworden. Unter Führung des Flottenchefs Admiral Lüt- jene war der Flottenverband am 23. Mai abends in ben Gewässern umIslanb mit feindlichen Seestreitkräften in Berührung gekommen. Das Schlachtschiff „B i 5 m a r ck" stieß o erb ei am 24. Mai morgens auf ben brittschen Schlachtkreuzer „H o o b" und ein Schlachtschiff ber „King Georg V."-Klasse. Trotz dieser feindlichen Ueberlegenheit ging „Bismarck" sofort zum Angrift über und eröffnete um 6 Uhr morgens auf eine Entfernung von etwa 20 Kilometer das Feuer auf bie „Hooo", währenb der Feind das Feuer seiner beiden Schlachtschiffe auf die „Bismarck" zusammenfaßte. Die außerordentlich wirkungsvollen Salven der „Bismarck" hatten zur Folge, daß bie ,L)ood" in ber fünften Minute des Kampfes in bie Luft flog. Nunmehr lenkte „Bismarck" fein Feuer auf das Schlachtschiff ber „King Geora V."-Klasse, auf bem schon nach einigen Salven schwere Treffer mit Sicherheit beobachtet wurden. Das feindliche Schift entfernte sich unter starker Qualmentwicklung und blieb mehrere Stunden außer Sicht. Die „Bismarck" hatte ihren Sieg mit sehr geringem Munitionsverbrauch von nur 91 Schuß ber schweren Artillerie errungen. Die beiben Schlachtschiffe gerieten gegen Abenb erneut in kurze Gefechtsberührung. „Bismarck" mußte infolge eines Treffers im Vorschiff mit leicht herabgesetzter Geschwindigkeit fahren. Die Nacht brachte bann von einem feindlichen Flugzeugträger aus feinbliche Fliegerangriffe auf bas beutsche Schift, jeboch hatten einige Torpebotrefter keine nennenswerte Auswirkungen auf den Gefechtswert des Schiffes. Der 25. Mai verlief kampflos. Am 26. Mai würbe bas beutsche Schlachtschiff mieberum durch feindliche Flieger angegriffen. Im Laufe der Nachmittagsstunden wurden die feindlichen Flugzeuge burch einen schweren Kreuzer verstärkt, ber sich allerdings in sicherer Entfernung von dem beutschen Schlachtschiff hielt. Bei bieser Lage war es dem Feind möglich, Torpedoflugzeuge von einem Flugzeugträger aus gegen bie „Bismarck" einzusetzen unb mit zwei Lufttorpebos Treffer zu erzielen, von benen einer in ber Wirkung belanglos blieb, ber andere jeboch bie Schrauben- und Rubereinrichtung befchäbigte. Dieser Zufallstreffer machte gegen 21 Uhr bas Schift manävrier- pnfähig, fo baß ber Flottenchef, Abmiral Lüt- jene, sich zu feiner bekannten Melbung an den Oberbefehlshaber ber Kriegsmarine genötigt sah. Der Feind hatte inzwischen zahlreiche schwere Seestreitkräfte herangebracht, die noch in der Nacht zu wiederyolten Gefechtsberührungen mit bem manövrierunfähigen Schift kamen. Die artilleristische Ueberlegenheit der „Bismarck" bekam ber Feind auch dabei wieder zu spüren. Trotz ihrer starken Uebermacht wagten die Engländer nach ihren Erfahrungen vom Samstag noch immer nicht, sich ber bewegungsunfähigen „Bismarck" zum Entschei- bungskampf zu nähern, sie zogen vielmehr immer weitere Einheiten heran und warteten bereu Eintreffen ab. Erst nachdem sie das beutsche Schlachtschiff mit brei Schlachtschiffen, zahlreichen Kreuzern unb Zerstörern umstellt und noch einen Flugzeugträger f) er angeführt hatten, fiihllen sich die Engländer stark genug zum entscheidenden Angriff. Heldenmütig leistete bie „Bismarck" Widerstand, aber bie Ueberlegenheit ber Zahl war zu groß, so baß sie ein Opfer bieser Uebermacht würbe. Nachdem bie „Bismarck" das größte Schlachtschiff ber Welt, bie „Hoob", in fünf Minuten vernichtet hatte, brachten es bie Wechselfälle des Seekrieges mit sich, baß bas siegreiche deutsche Schiff burch einen unglücklichen Zufallstreffer lahmgelegt unb in biefem Zustand ein Opfer bes Feindes wurde. Die Tatsache, daß der Feind erst mit insgesamt 16 Kriegsschiffen ber „Bismarck" ben Tabes- Englands Blockade gegen Frankreich. Stockholm, 28. Mai. (Europapreß.) Schiffen mit Bestimmungsort im unbesetzten Frank« reich werben feine englischen Navycerts mehr erteilt, gab Churchill am Dienstag ;m Unterhaus bekannt. Diese Mitteilung hat in Vichy lebhaftes Befremden ausgelöst. Man weist an bin ' zuständigen französischen Stellen darauf hin, daß England sich schon bisher trotz der Hergabe von Navycerts durchaus nicht verpflichtet gefühlt habe, die betreffenden Schiffe auch wirklich passieren zu lassen. Syrien und Libanon „vom Feinde besetztes Gebiet". N e u y o r k, 28. Mai. (DNB., United Preß meldet aus London eine Verfügung des britischen Handels- und Blockadeministeriums, wonach Sy« r i e n unb Libanon als „vom Feinde besetztes Gebiet" betrachtet wird. Damit dehnt Englanb feine unmenschliche Hungerblockade, die in Deutschland bank vorsorglicher Maßnahmen unb planvoller Organisation wirkungslos geblieben ist, auf weitere am Kriege gänzlich unbeteiligte Ge« biete aus, bie noch dazu unter Manbatsherrschast feiner früheren französischen Bundesgenossen stehen. (Snahfdjer Lustangriff auf algerische Hafenstadt. Vichy, 29. Mai. (Europapreß.) In Vichy traf Qm Mittwochabend die Meldung ein, daß englische Flugzeuge den Hafen von S f a x in Tunesien vom barbiert haben. Getroffen wurden ber im Frachtdampfer „Rabe« Iai5 (4999 BRT.) und bie Büros ber Französischen Phosphatgesellschaft. Einige Personen wurden oer« letzt. Oie Lage im Irak. Damaskus. 29. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Hauptquartier der irakischen Strettkräfte gab am Mittwoch bekannt: W e st f r o n t: An der Wesffront ist keine Aende« rung ber militärischen Lage eingetreten. Die Ope« haben sich auf gegenseitiges Geschützfeuer beschrankt. Bei Habbaniyah haben unsere Panzerelnhelten ben Kampf gegen motorisierte feindliche Verbanbe ausgenommen. Der Feinb wurde zerstreut unb erlitt dabei schwere Verluste an Gefallenen. Lbero-Amerikas Weg. g an - - 8 Wer bie Vorgänge auf bem ibero-amerikanischen' Kontinent mit Aufmerksamkeit verfolgt hat, muj feststellen, baß trotz ber wirtschaftlichen Zwangslag in ber sich bie Staaten Jberoamerikas befinde trotz aller angelsächsischen Agitation sich dort Bestr düngen geltend machen, die denen Washington- kraß jumiberlaufen, ja, daß ber Druck ber Ver« einigten Staaten aus biese Länder zu Reaktionen gei führt hat, bie man in Washington gewiß nicht aus« lösen wollte. Vorweg muß festgestellt werben, baß man weder in Argentinien noch in Brasilien auch nur einen Augenblick jene Washingtoner Version von ber „Uneigennützigkeit" bes „guten Nachbarn" zu übafluh %ni nehmen gewillt ist, fonbern mit größtem Mißtraue^ ja mit offener Enttäuschung ben Weg Washingtons t l verfolgt, ber zu rein imperialistischen Zielen führt P^^as unb rücksichtslos über alle Beschlüsse ber Panameri» IN konischen Konferenzen hinweggeht. Gewiß, Argen« • , * > ■ „'• ■ ■ Wa in dieser [ton5, in Uru- Generalslabsbesprechung in Afrika Generalleutnant Rommel und General Garibaldi mit dem italienischen Kolonialminister Teruzzi bei einer Lagebesprechung (PK.-Atlantic-M.) m-rLi-.i,, I aj.e e aumme, u-urti) n M Alich-n S^roDu'ng DU|Cr | V. |ini.n#j. iiiniaiffp Hai in BiE Mist an W Pflichtjahr ist ein Arbeitsverhältnis. sind natürlich nicht erst setzt entdeckt worden, [on- mutter" für die Hausfrau oder Bäuerin gebraucht bcrn wie man annehmen darf, dem Präsidenten 1 wird, in deren Haushalt em Mädchen fein Pflicht- _ ' . ... r , .. . ____r.„ OhtahrnrP nsr-lsito rui2H hlP mtlich murt: ner deutlichl räche ur hat schon r mtinien iri i und Arg!- »lassen hab!- cklung D!!! -Amerika c! nb Brasilien mit deutlich Führer Frauen Reichs- zustän- N *V. wird. Das zeigte dieser Tage eine in Neuyork ragende Ernährungskonferenz, auf der der Leiter des amerikanischen Bundessozialamtes Mac Rutt laut „United Preß" berichtete, daß in den Vereinigten Staaten 4 5 Millionen Men- schen unterernährt seien und daß bei 75v.H. der Bevölkerung der USA. die Ernährung verbessert werden müsse. Diese furchtbaren Zustände Roosevelt bereits bekannt gewesen, sonst hätte er nicht, wie er es getan hat, an die Ernährungs- konferenz eigens das Ersuchen gestellt, alles zu tun, „um die weit verbreitete und beunruhigende Unter- ernährung vieler Millionen USA.-Büryer zu beheben". Das ist ein würdiges Gegenstück zu den schaurigen Zuständen in der anderen Plutokratie England, von der auch ein bezeichnender Fall vorliegt. In einer Zuschrift an die „News Chro- fahr ableistet. Dieser Ausdruck verleite dazu, die Rechte und Pflichten der Hausfrau oder Bäuerin und das Rechtsverhältnis zwischen ihr und dem Pflichtjahrmädel in einem falschen Lichte zu sehen. Aus dem Ausdruck Pflichtjahrmutter könnte entnommen werden, daß die ihr zustehenden Rechte Das Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront weift darauf hin, daß häufig der Ausdruck „Pflichtjahr- 6e$N P >ie imnt ben weltM Japanische Warnung an USA. Amerikas Teilnahme am Kriege berührt Japans Lebensmteressen. In feiner letzten Reichstagsrede hat der zu verstärktem Arbeitseinsatz der deutschen und Mädchen aufgerufen. Nun hat der studentenfuhrer im Einvernehmen mit den w . digen Stellen des Reiches alle Studentinnen der deutschen Hoch- und Fachschulen in der vorlesungsfreien Zeit der Ferien für die Dauer von mehreren Wochen zum Großeinsatz in der Rüstungsindustrie verpflichtet. Ausgenommen von diesem Einsatz sind Studentinnen, bie unmittelbar vor dem Examen -LZ >«S r-Ä Oer v Eine neue Hetzrede Roosevelts „Freiheit -er Meere-' - wie Roosevelt sie versteht. eta6)1 UN« der Ich aber die & baß man mserenzen i willt ist, ü "„weiß abr >>ätze, wie ii 'lischer Sitz dem Papik shingtons Ql ' Länder, ü schnitten sni die vielfach« an keine Ai |en schon, d, das Wir, n. Außerdii oosevelü' usgelöst, ft s entsprech!! )ischen M Möglichkeiten zur Sicherung seiner Versorgung und seines Kriegspotentials unterbunden werden. Diese Haltung der Vereinigten Staaten ist nicht neu. Auch Wilson hatte sich in seinen 14 Punkten zur Freiheit ber Meere bekannt, später aber durchaus nichts dagegen, daß sie in Versailles von England über den Haufen geworfen wurden. Wenn jetzt Roosevelt wieder das Problem in diesem Sinne auslegt, so gibt ihm der bekannte USA.-General Johnson die passende Antwort darauf, wenn er im „World Telegram" sagt: „Wie besitzen heute keine Freiheit der Meere dort, wo englische Interessen berührt werden. Man kann beispielsweise keinen Luftpostbrief nach Venezuela schreiben, ohne daß dieser Brief von Engländern auf den Bermudas geöffnet wird — und damit sind wir durchaus einverstanden." Die Stimme der Vernunft ist also trotz wüstester Agitation in USA. nicht zum Schweigen zu bringen. Auch die Verdrehungen und Verleumdungen, mit denen Roosevelt jetzt wieder an die Oeffentlichkeit trat, werden dieses kaum erreichen. 45 Millionen Unterernährte in USA.! Es gehört zum Rüstzeug der Plutokratien, der Welt immer vorzugaukeln, als ob bei ihnen alles in bester Ordnung sei und sie ein Dorado darstellten, in dem es weder Hunger noch Not gibt. Die Tatsachen lehren aber anderes. Wo immer gründliche Untersuchungen angestellt werden, zeitigen sie ein geradezu fürchterliches Ergebnis in Bezug auf die soziale Lage in diesen Plutokratien. Auch die Vereinigten Staaten, die sich sonst nicht genug tun können, mit der Wohlfahrt in ihren Staaten zu protzen, müssen ganz klein werden, wenn die Sonde der Untersuchung an sie angelegt Winant, wird sich zur Berichterstattung nack ~ shington begeben. Er wird seine Reise noch ieser Woche antreten. D— also an der Mündung des La Plata — Stützte anzulegen, als eine starke Gefährdung Argentinischen Sicherheit, da nicht weniger als i.H. des argentinischen Handels über die La- p,-Mündung gehen. 5 Brasilien sind vor allem starke Bemühun- !am Werke, die kulturellen Beziehungen der x-arnerikani sehen Länder stärker zu festigen. Erst Kurzem wurde von der Lehrervereinigung von d Paulo eine Institution „Centro de Estudos C-Americanos" in Leben gerufen, die sich an Tokio, 28. Mai. (Europapreß.) Anläßlich der Gedächtnisfeiern des Sieges von Tsufchima betonte der Chef des Nachrichtendienstes im Marineministe-' riurn, Kommandant Hiraide, früher Marine- Attachö in Rom, in einer Rede, das japanische Volk müsse sich bereit halten, den schlimmsten Ereignissen im Stillen Ozean die ©tim zu bieten. Die Ereignisse in Europa könnten ernstliche Rückwirkungen im Pazifik haben. Die Vereinigten Staaten schickten sich an, Geleitzüge mit Kriegsmaterial nach England zu schicken. Die Vereinigten Staaten müßten wissen, daß eine solche Maßnahme zu einem neuen Kriege führen könne. Die Lebensinteressen Japans würden von einer Kriegs teilnahme der Vereinigten Staaten betroffen. Japan würde niemals unnötigerweise andere Länder herausfordern, aber die japanische Marine verstärke mehr und mehr ihre Kampfkraft, so daß sie jederzeit für einen möglichen Kampf mit jedem noch so mächtigen Gegner vorbereitet sei. Japan blockiere mit über 200 Kriegsschiffen die süd chinesische Küste, während 300 Kriegs- scyiifte und bestens befestigte Marinebasen im Westpazifik gegen jede, Japan eventuell herausfordernde und Pflichten gegenüber dem Mädel aus dem elterlichen Sorge- und Erziehungsrecht abgeleitet find. Das fei nicht der Fall. Die Rechte und Pflichten der Hausftau oder Bäuerin hätten ihren Ursprung allein in dem Arbeitsverhältnis, das zwischen ihr partige Einrichtungen in Argentinien, Chile, |:uat) und Paraguay anlehnt und den kultu- )re Austausch bezweckt. Zwischen Brasilien und ' bie chntinien wurde außerdem noch ein Tourist en- Möglichkeit, daß Japan schon auf Grund des Dreierpaktes am Kriege teilnehmen könnte, könnte Japan auch aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen werden, zu den Waffen zu greifen. Dieser wirtschaftliche Druck sei jetzt schon vorhanden, so daß das japanische Volk Hiraide darin zustimme, daß das a n g l o - a m e r i t a - nische W i r t s ch a f t s j o ch ab geschüttelt werden müsse. Gleichgültig, ob die USA. im Falle einer Verwicklung im Pazifik einen offenen Kampf führen oder versuchen würden, durch die Taktik o-es Guerilla-Krieges Handel und Verkehr zu unterbinden, in jedem Falle seien die geographischen Faktoren so, daß eine Großblockade Japans unmöglich sei. Das Blatt fügt hinzu, es sei der aufrichtige Wunsch Japans, den Frieden in Ostasien aufzurichten und zum Weltfrieden beizutragen. „Falls aber ein feindliches Element sich uns in den Weg stellt, sind wir fest entschlossen, den Feind niederzuschla- gen und bis zu seiner Vernichtung zu kämpfen. Die Vereinigten Staaten sollen das im Auge behalten", erklärt „Tokio Nichi Nichi". Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat als äußere Anerkennung für hervorragende Dienste um die Kriegführung, die sich Kapitäne von nicht unter der Reichskriegsflagge fahrenden Schiffen erwerben, durch Verordnung den Kriegsverdienstwimpel geschaffen. Der Kriegsverdienstwimpel ist ein roter Wimpel, in dem sich ein rundes weißes Feld mit dem von einem schwarzen Eichenlaubkranz umgebenen (Eifernen Kreuz befindet, über dem Eisernen Kreuz liegt auf dem Kranz ein schwarzer Wehrmachtadler, dessen Kopf zur Stange blickt. Der Kriegsverdienstwimpel ift auf Schiffen im Vortopp, in Booten im Bug zu setzen. An Land und an Kraftwagen darf der Wimpel nicht gesetzt werden. * Der amtierende Vizepräsident Dr. Ramon Cast i l l o sackdte an den Führer folgendes Telegramm: „Lebhaft danke ich Eurer Exzellenz für die herzlichen Grüße, die Sie in 91)rem Namen und im Namen der deutschen Rsgierung sowie des deutschen Volkes geruht haben, mir anläßlich des argentinischen Nationalfeiertages zu übermitteln. Ich erwidere dieselben yerzlicb mit meinen besten Wünschen für das Wohlergehen Deutschlands und Ihrer eigenen Person." An Oberstleutnant Castagna, dem Befehlshaber der kleinen Garnison der Oase Giarabub, die drei Monate lang einer überwältigenden feindlichen Uebermadyt Widerstand leistete, wurde das Ritterkreuz des Militärordens von Savoyen verliehen. ! *„»$ I K.'M,' ,?Äl t USA™ M !«.**£ SXSTÄRK«*■» HAK ganz in d-r Ordnung wenn dem G-gn-r alle I eine Schwester .n Entb.ndungshe.m und K'---- Donauflottille auf großer Fahrt Einheiten der Kriegsmarine, die während des Feldzuges gegen Serbien die Sicherung der Donau übernommen hatten, auf einer Dienstfahrt. Hier geht es in langer Kiellinie bonauabroarts. Hachaus ragt der Leapoldsberg bei Wien mit seiner die wette Flußlandschaft beherrschenden Silhouette (PK.-Schwarz-Scherl-M.) Aus dem Mich. bzw. dem Haushaltungsoorstand und dem Pflichtjahrmädel bestehe. Es sei deshalb angebracht, den Ausdruck „Pflichtjahrmutter" zu vermeiden. Großeinsatz der Studentinnen in der Rüstungsindustrie. ir!e bedeuten, daß das außerordentlich wichtige Mystem des La Plata gewiffermaßen als nkeglied dieser beiden Systeme funktionieren |ie. Damit würden auch die Wünsche der beiden Umländer Jbero-Arnerikas, Boliviens und Pa- nays, Zugang zum Atlantischen Ozean zu er- $rt, durch eine Art Zollunion und Jnternatio- . Jiferung Der La-Plata-Mündung Erfüllung fin- ^ktionp ^n können. Sollten diese Zielsetzungen wirklich zu $ nidif Mtben Ergebnissen führen, würde das eine unge- au5fßin2 Stärkung der politischen Stellung all dieser I man Her darstellen. Vor allem in Argentinien treibt in dieser Richtung eine äußerst kluge Politik, betrachtet die Absichten Wachinat! — also an der Mündung des La Pi refj.) ip .ojeDeit, dem es nicht einmal gelungen ist, die en dran jtslosennot in den Vereinigten Staaten zu ban- . ^ce .J'frn glaubt mit der lächerlichen Vorstellung, „die Dienstag ■ e und Arbeitsstunden würden von Adolf Hitler I rft setzt, und der Lebensstandard des amerifani- ’-jÄ Arbeiters und Farmers werde dahin fein", auf i)in, UMruck zu machen. Der USA.-Präfident versteigt hergaoe o ,j5 tz^r Devise erbärmlicher (Emigranten; „so- flefül)li bas Recht, Gott zu dienen, würde durch die « passieren - [fl- ,5 unterbunden sein", um die Panikfttmmung it merikanischen Volk zu erwecken, die es für den Weg geneigt machen soll. Dibei sind es nicht nur die USA., denen Roosevelt i wi der von ihm erfundenen Bedrohung Angst zu United WM-c en versucht. Der unermüdliche Kriegstteiber hat british- • 'S iesonders auch auf Jberoamerika abge- monai 6tJ wo er mit seinen Parolen auf Dummenfang ->inde besep' ^;ceht, um gleichzeitig feine dunklen Aggressiv- ffnalonb V i die er Dort hat, zu verdecken. „Keine Frage s e die '' ei', so behauptet Roosevelt, „daß Deutschland durch .nahmen nU*en wirtschaftlichen Würgegriff die iberoamerikani- rtoblieben Nationen erdrosseln wolle. Es ständen ,Quis= beteiligt« '"V1' zbereit, die die Regierung dort übernehmen hfenbar glaubt Roosevelt durch solche Schauer- tnoil pichen die Iberoamerikaner von seiner Absicht, W Regierung dieser Staaten mit Nordamerikanern ii durchsetzen, abzulenken. Kürzlich erst hat es nicht Siiges Aufsehen erregt, daß der USA.-Admiral l ckley zum Generalstabschef für Peru er- "s.q6 engl'W |ltn®t wurde. Statt der nebelhaften deutschen Tuneti,!! '-tu slings" sind es also mehr reale Rooseveltsche Lrben her - ckleys", die die Selbständigkeit der mittel- und 0 IL)°merikanischen Staaten zu untergraben ver- "LzM U°n. Girlien Tienso grotesk verdreht Roosevelt das Prinzip 0 dir „Freiheit der Meere", um es für seine Kriegs- treii erei zu verwenden. „Alle Freiheit", so sagte er, t ^ir.gt von der Freiheit der Meere ab. Die ganze Jh , toritanifd)e Geschichte ist unaufhörlich mit diesen I-”ien verbunden. Angriffe auf die Schisse unserer grafte H Jbton aber stellen eine Bedrohung dieser Freiheit 01834 2389D SläfltVottafl Gießen liefert BrGhl'sche Druckerei Zu haben I. Drogerien u. Apotheken Freibankverkaus am 30. Mai 1911: 2301A 6 Mio die zeitgemäße Schuhpflege Hofften durch einfachen Umbau der Herdfeuerung It^nuWnWWiniitaiuhniditl Da UtgtdfMün Pftfitr! Diele Frauen find von früher her noch daran gewöhnt, schmutzige Arbeitssachen mit Seife und Waschpulver zu waschen. Asse sollten siq erfahren, daß es keinen einfacheren Weg gibt und daß sie dabei Zeit und Seife sparen und bas Gewebe schonen. Gerade schmierige, ölige und fettige ArbeitSsachen lassen sich mit Seife und Lasch- Pulver allein nur schwer sauber kriegen. Diel besser ist ein Mittel, das speziell diesen zähhosi Lenden Schmutz lost - wie iMi. Über Nacht wird io lauwarmer iMkCöfung einqeweicht - am Morgen 15 Minuten in neuer idAi-Lösung gekocht - und danach gründlich gespült — dos ist die einfachste und billigste Methode. Litte ynfrfcrp-fl SleÄ Darum paßt das nicht für schmutzige Handwerkeranzüge? E7 & stehen, und solche Studentinnen, die für andere krieasdringliche Arbeiten seitens der Reichsstuden- tenfuhrmrg freigestellt werde». Stenotypistin wird Bürogehilfin. Die bisher bestehende Unordnung auf dem Gebiet des Stenotypistinnenberufes verleitete sowohl Eltern wie junge Mädchen dazu, sich mit einer unzureichenden Kurzschulung zu begnügen, um dann als Anfängerin „ins Büro" zu gehen. Bisher war in diesem Berus von der vierwöchigen Kurzausbildung bis zur dreijährigen Kaufmannslehre alles an Ausbildungen vertreten. Dieser Weg wird in Zukunft nach der Festsetzung des neuen Berufstyps der „Bürogehilfin" nicht mehr gangbar fein. Nunmehr ist auf Grund voll Anregungen des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF- in Zusammenarbeit mit dem Reichsinstitut für Berufsausbildung in Handel und Gewerbe der Ausbildungsgang für den Beruf der Bürogehilfin festgelegt worden. Die neue Berufsbezeichnung bringt schon zum Ausdruck, daß sich der Arbeitsbereich nicht auf die Leistung der Stenotypistin beschränkt, sondern die Ausführung von büromäßigen Hllfsarbeiten umfaßt. Die Kenntnisse in Deutsch, Kurzschrift und Maschineschreiben als Kernpunkte der Berufsausbildung find schulmäßig zu erlernen. Auf diesen Kenntnissen baut die Praxis in der kaufmännischen Verwaltung auf. Sie verlangt die Behandlung der ein- und ausgehenden Post, Terminüberwachung, ordnen und verwalten der laufenden Eingänge, Regiftraturarbeiten und einfache Oft werden je# Gedanken rege von Sdiuhversdileik und Lederpflege. Nehmt Pilo. Leute, denn ihr wifit. wie wertvoll ein Bezugsdiein ist! Ältere Herde haben oft zu grolje Roste, man vergeudet dadurch viel Brennstoff. Solche Herdfeuerungen sind leicht und mit wenig Mitteln umzuändern und dadurch bedeutend zu verbessern. Nach dieser Umänderung werden Sie erstaunt und erfreut sein, wie sparsam und vorzüglich Ihr Herd mit UNION-Briketts arbeitet. Gerichte haben das bisher angenommen. Sie sind dabei offenbar der Meinung gewesen, daß die allgemeine erbbiologische Untersuchung zu einem anderen Ergebnis kommen könne als die Blutgruppenuntersuchung. Demgegenüber weist die „Deutsche Justiz" darauf hin, daß nach heute allgemein anerkannter Auffassung solche Abweichungen nicht möglich sind. Die Blutgruppenbestimmung liefert, wenn sie mit der gebotenen Sorgfalt und unter genauer Beachtung der Richtlinien durchgeführt wird, einen unumstößlichen Beweis. Mit Recht habe das Reichsgericht deshalb ausgesprochen, daß eine erbbiologische Untersuchung vollkommen überflüssig ist, wenn durch die Blutgruppenbestimmung der Beklagte als Vater ausgeschlossen worden ist. Am Freitag, dem 6.3uni 1941, 14 Uhr, werden hn Hofe der Polizeidirektion, Landgraf-Philipp- Platz Nr. 1, abgelieferte und noch nicht abgeiholte 7 Richtige 1 Rostgrbbe 21cm lang 15cm breif von 8- 9 Uhr Nr. 741-770 von 9-10 Uhr Nr. 771-810 von 10-11 UbrNr. 811-840 am 31. Mai 1941: von 8- 9 Uhr Nr. 841-880 von 9-10 Uhr Nr. 881-920 von 10-10.30 Uhr Nr. 921-940 Es wird Fleischbrühe ausgegeben, Gesäße mitbringen. SM. Schlachthok, Gießen. 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IMlfdialMatüMir rte Arbeiten im Verkehr mit Bank, Post und Eisenbahn. Daran schließen sich allgemeine Kontorarbeiten und im Rechnungswesen die Führung einer kleinen Kasse sowie Hilfsarbeiten im Buchhaltungs-, Lager- und Rechnungswesen. Die Ausbildungszeit ist auf zwei Jahre festgesetzt und bedarf der Ergänzung durch die Berufsschule -oder durch Lehrgänge. Es ist die Möglichkeit gegeben, auf die zweijährige Ausbildungszeit einen Handelsschulbesuch von 2 Jahren mit IV- Jahren, einen von 1 Jahr mit V- Jahr abzurechnen. Den Abschluß der Ausbildung bildet eine Bürogehilfinnen-Prüfung. Rach bestandener Prüfung und weiterer Praxis ist der Bürogehilfin die Möglichkeit gegeben, auch in andere kaufmännische Tätigkeiten überzugehen, z. B. Korrespondentin oder Buchhalterin zu werden. Bisher ist der Geltungsbereich des neuen Berufes auf die Betrüge der gewerblichen Wirtschaft beschränkt. Für den ganz ähnlichen Berufstypus in der Der- wallung und in einigen freien Berufen werden zwischen den beteiligten Stellen weitere Verhandlungen geführt. Blutgruppenbestimmung hat absolute Beweiskraft. Das Reichsgericht hat in einer Entscheidung (VIII 22/41) auch zu der Frage Stellung genommen, ob es der Einholung eines allgemeinen erb- biologisechn Gutachtens dann noch bedarf, wenn die Blutgruppenbestimmung den Ausschluß der Vaterschaft des Beklagten ergeben hat. Einige wenige Dienstag, den 3. Juni 1941 (3. Feiertag) ist das Bad mit seinen sämtlichen Abteilungen aus technischen Gründen geschlossen Ab 4. Juni 1941 Beginn der S ommerbadezeiten 2392 A | Kaufgesuche | Eine Milch ziege und ein größerer (billiger) oieis Wachhund zu kaufen gesucht. Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G.A. 139^ io allen Apotheken^ ffatentamtlich geschützt DRPTngemeldet. Am 27. Mai rief der Herr über Leben und Tod unseren innigstgeliebten Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Walter Schmidt im vollendeten 20. Lebensjahr von seinem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schmidt und Frau, geb. Schäfer Albert Faber und Frau, geb. Schmidt Wilhelm Schmidt und Frau, geb. Kräuter Ludwig Cyriax und Frau, geb. Schmidt. Hörnsheim, den 29. Mai 1941. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 30. Mai, nachmittags um 3 Uhr statt. MkilWgeWweWl findet im Außendienst für bedeutenden Verlag lohnende Dauerarbeit in Gießen und Umgebung. Außer einer gediegen. Allgemeinbildung werden reine Vorkenntnisse verlangt. - Schriftliche Bewerbungen tu. Lichtbild u Angabe der bisherigen Tätigkeit u. 2380V an den Gießener Anzeiger. Aus aller Wett. Eine Frau in Flammen. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der Waschküche eines Wohnhauses in Weis bei Bendorf. Eine Frau wollte unter dem Waschkessel Feuer anzünden; durch das in der 9Vaschküche untergebrachte Benzin, Petroleum und Farbstoffe war diese von dem Dunst der leichtentzündlichen Stoffe so angefüllt, daß sich eine große Stichflamme bildete, von der die Frau erfaßt wurde. Auf ihre Hilferufe kamen Nachbarn herbei, denen es gelang, sie Frau vor dem Flammentod zu retten; doch hatte sie bereits so schwere Brand Verletzungen erlitten, daß sie in das Krankenhaus nach Engers gebracht werden mußte. Geldbörse am 18. 5. 41 in d. Telephonzelle am Oswalds- garten lregenge- lassen. Finder wird gebeten, dieselbe gegen gute Belohnung auf der Hauptpost abzugeben. 100 Menschen vor dem Tode bewahrt. tzn der Gegend der erbitterten Kämpfe um 91cft vik im vorigen Jahre, zwischen Björnefjell Hundalen, ereignete sich ein gewaltiger Eig. rutsch, der beinahe 100 Menschen das Leben gekostet hätte. Dank dem Eingreifen eines jungen; Mannes wurde die Katastrophe verhindert. Dielet hörte das Dröhnen der abrutfchenden Eismassen Ätz! lief auf dem Bahngeleise zwischen den beiden ge, nannten Eisenbahnstationen einem gerade auf bei i Strecke befindlichen Zuge entgegen, den er im letz, i ten Augenblick anhalten konnte. Andernfalls man der Zug mit Sicherheit entgleist und mit 100 Fahr,, aästen über einen Steilhang in die neben den (Bleu sen verlaufende Schlucht gestürzt. Verheerende Ileberschwemmnng auf Ceylon. Begleitet von einem Orkan verheerte eine graf, Ueberfchwemmung weite Sttecken Lande; auf der Insel Ceylon. Der Schaden ist erheblich. Mehr als 500 Häuser in der Nähe der Stadt Kandy im Zentrum der Insel wurden zerstört. Die 3$ der Opfer läßt sich noch nicht schätzen. Post-, Tele, phon- und Bahnverbindung sind unterbrochen. Elektro- Oefen eingetroHen 2387D Carl Scbunck Bahnhofstraße 66 Elektr.Dampf- Bügeleisen eingetroffen CarlSchunck Bahnhofstr. 66. Geburtsanzeigen bei Brühl. GleBen [Stellenangebote] Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter» lagen müssen zur Der- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Zuverl.,ordentl. rilädchm sofort ob. später gesucht. [2351D Frau Waldschmidt, Goethestr. 211. Hauptichrtftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter bei Hauptichriitletters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Polith g» Bilder: J.B. Ernst Blumschetn; für das Feuilleton:Dr. Hans Thqriov für Stadt Gießen. Provtm, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschem. Druck intö Verlag. Brühlsche UniversttätSdruckeret R. Lange K-, Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzetgenleiter: Hans Üfej, Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr^ AachlÄssevsAs«, re v. 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Im schönsten Frühlingsgrün prangt nun der 4* sich st! elastisch i/ertwiclewlÄi Oer Nome ist&M*dka-plast. Bitte genau beachten! fit Hänsapiastz e rpflege. Verdunkelungszeit 29. Mai von 21.31 bis 5.08 Uhr. dentenamt er nunmehr übernimmt. Dis zum Dienst, antritt des neuen Lcmdgerichtspräsibenten in Oießert wird dieses Amt vertretungsweise von einem Land- gerichtsdirektor versehen. Bau'nspektor Philippi 70 Zahre alt. 1*»! Kümmel Ml Mauervorsprung wird durch ein paar Latten oder mindestens eine Kantenleiste gesichert. Natürlich mutz dieser Schutz gut befestigt sein. Vorbeugen, ist auch hier besser als nachher klagen. Landgerichtöpräsident Eolnot verläßt Gießen. Am 1. Juni wird Landgerichtspräsident C o l n o t Gießen verlassen, um in gleicher Eigenschaft in Darmstadt tätig zu werden. Der scheidende Landgerichtspräsident, der sich allgemein und insbesondere bei den ihm unterstellten Beamten und Angestellten der Justizverwaltung großer Beliebtheit erfreute, verabschiedete sich am gestrigen Mittwochvormittag von den Beamten und Angestellten des Landgerichts, des Amtsgerichts und der Staatsanwaltschaft. In einer schlichten würdigen Abschiedsfeier gedachte zunächst der dienstälteste Landgerichtsdirektor in ehrenden Worten der Tätigkeit des scheidenden Präsidenten, der in besonderem Matze das Vertrauen der ihm unterstellten Beamten und Angestellten gehabt habe. Anschließend dankte der Kreisleiter dem Landgerichtspräsidenten, daß er sich neben seiner Berufstätigkeit stets aktiv für die ihm übertragenen Aufgaben der Partei eingesetzt habe und daß seinem verständnisvollen Wirken das jederzeit harmonische Zusammenarbeiten zwischen Partei und Justizverwaltung zu verdanken fei. Anschließend dankte Landgerichtspräsident C o l n o t für die ihm gewidmeten ehrenden Abschiedsworte und hob seinerseits anerkennend hervor, daß ein erfolgreiches Arbeiten seinerseits nur möglich gewesen wäre dank der bereitwilligen Mitarbeit aller derjenigen, mit denen er während seiner amtlichen Tätigkeit zu tun hatte. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell, weiterhin im Sinne nationalsozialistischen Denkens zu arbeiten. Die Feierstunde endete mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil au^ den Führer. Landgerichtspräsident Colnot war am 1. Septemder 1939 von Wiesbaden, wo er als Amtsge- richtsdirekror an der Spitze des dortigen Amtsgerichts gestanden hatte, als Landgerichtspräsident an das Landgericht Oberhessen in Gießen versetzt worden. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1940 erfolgte seine Versetzung in gleicher Diensteigenschaft an das Landgericht in Darmstadt, dessen Präll- es steht dahin, ob es nicht die ist, auf der einmal Blas der Herr war, ehe er mit Elis auf Lehen einig wurde, im „Schweren Blut" kann man es nachlesen. Da ist ferner der Krämerladen, und es steht angeschrieben, daß es hier Zwetschen gibt. Ise ist um nichts in der Welt davon abzubringen, zwei Pfund Zwetschen zu kaufen, außerdem will sie wissen, ob hinter dem Ladentisch Agathe hantiert, die Krämerin, die Freundin von David, diesem tüchtigen Knaben, dem der Herr Bischof eigenhändig eine silberne Uhr schenkte, wie wir aus dem „Jahr des Herrn" wohl wissen. Agathe ist aber nicht da sondern der Krämer. Er gibt uns die Zwetschen und zeigt uns den Weg zu des Dichters Haus. Es geht hügelan, an einem Kruzifix vorbei, ein paar schritte noch, bann sind wir da. ,^ier wohnt er also", sagt Ise. Es ist ein Helles, blankes Haus, nichts Großartiges, das wäre übertrieben, aber es kann sich sehen lassen und paßt in die Welt hier, sittlich und verläßlich und fröhlich mit den Blumen, bic an allen Fenstern blühen, an den Gittern. Ja, die Fenster haben Gitter, aber das mutz man recht verstehen, es sind keine Gitter, die die Fenster sperren und verriegeln, sondern mehr ein Zierat, erfreulich zum An- und Hindurchsehen. Aus dem Tagebuch weiß man ja auch, daß der Dichter einmal seinen Kövf hindurchgesteckt hat, als er draußen weibliche Stimmen hörte, und-daß er so schnell nicht hat zurückkönnen, als die Damen sich umsahen. Neben dem Haus ist ein Garten, Kohl und Kürbis wuchsen damals darin, auch eine Menge Blumen und drumherum läuft ein Zaun, wie es sich gebührt für den harten eines Mannes, der eine Vorliebe für Zäune hat, wie er sagt, weil es ihm wohltut, wenn sich das Innere sauber vom Aeutze- ren scheidet. „Wollen wir anklopfen?" fragte Ise. Doch ich meinte, es ginge wohl nicht an, daß zwei Hergelaufene kämen und mir nichts dir nichts dem Dichter ins Haus fielen, wenn sie auch alle seine Bücher im Schrank hätten. Und dann noch Besuch mit zwei dicken Tüten voller Zwetschen! Ise redete aber dagegen an. Im „Tagebuch" schreibe Waggerl selbst, wie er einmal zwei Damen freundlich ausgenommen habe. Da mutzte ich Ise daran erinnern, daß eine dieser Damen luftige SoMmersprosjen auf der Nase gehabt habe und der Hunde und Katzen stellen, fetzen ober legen gern ans offene Fenster oder auf sein Außenge- sims. Leider stürzen hierbei alljährlich viele dieser Hausgenossen vom Fenster herab und verletzen sich leicht ober schwer, wenn nicht gar tödlich. Die weitverbreitete Annahme, daß Katzen immer auf die Füße fallen, ist nicht richtig. Hunde sind schon oft auch von hohen Mauervorsprüngen auf die Straße gestürzt und dadurch zugrunde gegangen. Die Tiere mögen sich jahrelang auf dem Gesims oder Vorsprung sicher verhalten haben, eines Tages vergessen sie über einem fesselnden Vorgang auf der Straße die Gefahr oder sie bekommen im Halb- schlummer das Uebergewicht und schon ist das Unheil geschehen. Deshalb ist es Pflicht ihrer Besitzer, solchen Unfällen vorzubeugen. Eine Leiste oder eine sonstige Schutzeinrichtung kostet nicht viel und ist leicht draußen vor dem Fenster angebracht. Der Mensch selbst zur rechten Zeit seine Ruhe begehrt, fo auch unser Wild. Wer das Wild beobachten will, kann es zur Genüge aus der Ferne tun bei ganz stillem Verhalten: das Wild darf gar nicht merken, baß ihm die Aufmerksamkeit eines Menschen gilt. Ilf Te«,. muß man recht tief in den Wald hineingehen, dort . JOtl’ sitzen die Rehe am liebsten. Wie prachtvoll ist es, w ’ne hi rocnn f*e beim Erscheinen des Menschen plötzlich ' erschrecken und in hohen Sprüngen davon jagen." . etijeS Nein, liebe Waldbesucher, in den Dickungen, in der eigentlichen Wildheimat, hat kein Mensch etwas 0". Die d verloren, die betritt sogar der Jäger nicht. Wie der Gerade in der jetzigen Jahreszeit sind besonders Die dem Rehwild durch Spaziergänger drohenden Gefahren größer als zu anderen Zeiten. Die jungen Reh'chen, die Kitze, find wenige Wachen ober gar Tage alt und werden von der sorgsamen Rehmutter gewissenhaft betreut. Es ist ein gar zu nettes Bild, wenn die Rehfamilie am frühen Morgen ober späten Nachmittag zur Aesung auf eine saftige Miese ober einen im tiefem Dunkelgrün prangenden Kleeacker heraustritt: überall sichert das alte Reh hin und prüft mit dem Windfang, ob nicht ein verdächtiger Geruch wahrnehmbar ist. Keinen Augenblick läßt sie die Kinderchen, die sich oft wie kleine Zicklein benehmen und lustig herumtollen, aus tiefn Auge. Bei dem geringsten Verdacht läßt ein kurzes Fiepen ober ein Schlag mit dem Vorderlauf die Kleinen lautlos in sich zusammensacken, denn ihr einziger Schutz ist ja in den ersten Lebenswochen diese plötzliche Unsichtbarmachung, wozu sie die von der Natur gegebene Schutzfärbung besonders befähigt. So kann es Vorkommen, daß neugierige Menschen mit Rod. Schumanns „Fantafieftücke aus Werk 12", das bei ausdrucksvollem, dynamisch fein abgestuftem Spiel Selbständigkeit der Auffassung verriet. Technische Anforderungen stellten Fr. Chopins Impromptu, Werk 29 und Max Regers Humoresken, Nr. 1 und 4 aus Werk 20, die sicher gemeistert wurden. Wenn der Künstler vorzugsweise die Romantiker mit Einschluß des Neuromantikers M. Reger wählte, so dürfte der Grund hierfür darin zu finden sein, daß den mit reichlichem Innenleben bedachten Blinden die Kunstrichtung der Romantik, die sich an das Gefühlsleben wendet, besonders nahe liegt. Als Baßsänger mit vorzüglichen Stimmitteln stellte sich Adolf Spang vor. Mit lockerem Ton, der in den verschiedenen Höhenlagen gleich gut anspricht, brachte er drei Lieder von Ich. Brahms (Sapphische Ode, Werk 94, Nr. 4, Felbeinsamkeit, Wie bist du meine Königin, Werk 32, Nr. 9) in inniger, natürlicher Wiedergabe zu Gehör. Großes Gestaltungsvermögen verriet er in den beiden Löwe- Balladen: ,cherr auf" und „Hochzeitslied", von denen letztere sprechtechnisch besondere Schwierigkeiten birgt, die aber vollendet überwunden wurden. Die Balladen, die ihm die Entfaltung seiner kraftvollen Baßstimme erlauben, scheinen dem Sänger besonders zu liegen. Wenn die vier Lieder von B. Klaeser, die nicht besonders ansprechend sind, doch mit Beifall ausgenommen wurden, so dürfte dies hauptsächlich dem vollendeten Vortrag des Sängers zu verdanken sein. Das Konzert war erfreulicherweise gut besucht. Mit dankbarem Beifall wurden die Leistungen der Künstler ausgenommen, die sich zu Zugaben verstehen mußten. Heinrich Dietrich. Die Konzerte blinder Künstler find zu einer Einrichtung geworden, die sich in unserer Stadt einen weiten Freundeskreis erworben hat. Diese Tatsache mag ebenso begründet sein in der Auswahl der gebotenen Stücke, die auf höchster Stufe stehen, wie auch in der mustergültigen Ausführung der Werke. Am gestrigen Mittwochabend in der 2lula der Universität erfreuten uns mit ihrer Kunst Franz Meggle, Stuttgart (Violine), Adolf Spang, Waiblingen (Baß) und Erwin Wieland, Stuttgart (Klavier). ... Franz Meggle spielte Violinwerke, die sich bet Geigern von jeher großer Beliebtheit erfreuen. So hörten wir A. Carellis La Folio, die ihres schönen, markigen Tones wegen oft gespielt wird, und auch hier in ansprechender Weise bargeboten wurde. In einer Einfühlung brachte sodann der Künstler Beethovens f-ckur-Romanze, deren Wohllaut besticht, zu Gehör. Die mit Sicherheit ausgeführten Läufe und Doppelgriffe und das ausdrucksvolle Spiel liehen das Stück als besonders gelungen erscheinen. Bei Max Regers Wiegenlied und in La Capriziosa von Fr. Ries zeigte der Künstler neben der Fähigkeit inniger Wiedergabe und technischer Gewandtheit auch seine Vertrautheit mit dem Stil neuerer Meister. x In dem ebenfalls blinden Erwin Wieland stand dem Geiger ein feinsinniger Klavierbegleiter zur Seite, der dynamisch genau und rhythmisch präzis sich den Feinheiten des Violinvortrags anpaßte. Die Begleitung sowohl, als auch der Vortrag der Solostücke, die der Künstler infolge seiner Erblindung auswendig mit größter Sicherheit meistern mußte, war eine staunenswerte musikalische Gedächtnisleistung. Seine Solovorträge begann er Lichtspielhaus: „Männerwirtschast". Dies ist eine ganz bekömmliche Mischung aus Volksstück und Lustspiel, aus dem Kontrast zwischen Stadtleben und Landleben, aus altem Brauchlum und etwas Kriminalspuk, angesiedelt in niederdeutschen Gefilden, etwa in der Gegend von Hinrich's Schwein Jolanthe und dem krähenden Hahn, gelegentlich ein bißchen geradezu und derb, gelegentlich auch ein bißchen übertrieben, aber sonst ohne schwere Probleme gut gelaunt und selbstverständlich mit gutem Ausgang, das heißt also mit zwei glücklichen Paaren zum Schluß, womit die allerdings schauder, hafte'und auch ganz unnatürliche Männerwirtschaft ein für allemal ihr Ende gefunden hat und das Weiberregiment beginnen kann. Das Drehbuch schrieben Hans K l a e h r , Paul Peter K e i m e c und Alma Rogge gemeinsam nach einer Idee von Bruno Nelissen-Haken. Johannes Meyer hatte die Spielleitung: er mischte die oben genannten Ingredienzien der Fabel mit gutem Humor und Sinn für volkstümliche Wirkung. Volker v. C o l - lande und Josef Lieber standen in der rup- pigen Front der Männer ganz oornebran, wurden aber dann ziemlich klein, auch Leo Peukert, Paul Henckels und Erich Fiedler waren dabei. Karin Hardt, ein wenig zu zart für die bäuerliche Umwelt, Carsta Lö ck und Claire Reig- b e r t führten mit wechselndem Erfolge und unterschiedlichen Mitteln das Weiberregiment. Konstantin Jrmen-Tschet stand an der Kamera: ihm sind die hübschen Landschaftsbilder zu verdanken. (Ufa.) — Im Bei^ogramm läuft die neue Wochenschau^ die schon angezetgt wurde. Hans Thyriot. Regenschirme gegen Spahenplage. In einer der Hauptgeschäftsstraßen der chinesischen: Stadt Kanton hat die Spatzenplage so stark überhand genommen, daß es für die Besucher von Läden und Gaststätten nahezu unmöglich ist, ungefährdet von den flüssigen „Andenken" der Vögelchen dort zu gehen, denn alle Augenblicke fällt etwas vom Dach auf die Kleider der Vorübergehenden. Das hat sich ein findiger Chinese zu nutz- gemacht, indem er ein „Geleitzugsystem" organisierte, und zwar mit Regenschirmen. Junge Burschen,' die in seinem Dienst stehen, bieten den Passanten ihren Schutz und „Schirm" an. Das Geschäft lall sich lohnen. M Der in weiten Kreisen bekannte Bauinspettor a.D. Heinrich Pilippi, Großer Steinweg, kann am heutigen Donnerstag, 29. Mai, in bester geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Philippi war in Ruppertenrod geboren und war beim Schreinermeister Schmidt in Groß-Eichen in der Lehre gewesen. Nach seiner Gesellenwcmbe- runq und dem Besuch der Gewerbeschule in Bens- heim und Alsfeld trat er 1899 als Bautechniker in die Abteilung Bauwesen des Hessischen Ministeriums in Darmstadt ein und kam nach Verwendung bei verschiedenen staatlichen Hochdau- ämtern 1915 nach Gießen, wo er zum Bauinspettor ernannt wurde. In Gambach leitete er 18 Satyrs lang die Sonntagszeichenschule. Als 21 jähriger gründete er den Turnverein in Nieder-Wollstadt, der im nächsten Jahre auf sein 50jätyriges Bestehen zurückblicken kann und dessen Ehrenmitglied Philippi wurde. In Gießen gehört er dem Turnverein uon 1846 an. Für seine langjährige aktive Mit- gliedichaft zur Deutschen Turnerschaft wurde er mit dem Kreisehrenbrief der DT. ausgezeichnet. Philippi gehörte auch der Böckel-Bewegung an und schuf 1936 den Entwurf zur Gedenktafel für Kohler- Langsdorf an dessen Geburtshaus. Seine praktischen Kenntnisse hat er vor allem in langjähriger Mitarbeit dem Gießener Ziegenzuchtverein und dem Kreisziegenzuchtverein, außerdem dem Ge» flügelzuchtverein Gießen zur Verfügung gestellt. Noch heute ist der Jubilar im Vorstand der beineti Züchtervereine tätig, für die er zugleich als Fach- berater für den Stallbau fungiert. Ferner wurde cr in den Beirat des Tierzuchtvereins Gießen und Umgebung berufen, für den er aufklärend in praktischen Fragen des Tierschutzes tätig ist. Der 7Ojährige getyört der Technischen Nothilfe als Ober» uormann an. Seine Freunde in Stadt und Land werden sich des aufrechten und allezeit hilfsbereiten deutschen Mannes gern erinnern. Dem Jubilar bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch dar. Sorgt für Ordnung und Sauberkeit im Walde! Es ist in diesen Tagen wieder verschiedentlich darüber Klage geführt worden, daß in der nächsten Umgebung unserer Stadt, vor allem im Nizzci, in der Gegend des Schisfenbergs, auf den We^en und in der Nähe der Bänke des Stadtwaldes ekne Unmenge von Papier und sonstigen gedankenlos fortgeworfenen Abfällen umherliegt, was für jeden natur- und ordnungsliebenden Menschen ein höchst unerfreulicher Anblick ist. Insbesondere werden Spaziergänger und Ausflügler durch solche leicht vermeidbaren Mißstände in ihrer Freude an der Natur und ihxem Erholungsbedürfnis empfindlich gestört. Jeder, der im Walde zu tun hat oder nur spazieren geht, sollte es für feine Pflicht halten, an seinem Teil dazu beizutragen, daß Unerfreulichkeiten der geschilderten Art verschwinden bzw. von vornherein vermieden werden. Es ist eine Rücksichtslosigkeit gegen alle Volksgenossen und Naturfreunde, unsere gerade in diesen Frühlingstagen so reizvolle Umgebung auf solche Weise zu oerfetyan* dein. Siebener wochenmarktpreise. Nachstehende Preise find Händlerpreise und verstehen sich für ä-Ware. Für 8-Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger. * G i e ß e n , 29. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 7 bis 9, Kartoffeln 5 kg 46, gelbe Rüden kg 12 bis 15, rote Ruben. plötzlich vor einem solchen hilflos sich duckenden Ge- schöpfchen erscheinen ober gar mit Absicht sich der Stelle nähern, wo sie „eben noch" ein geflecktes Rehkind gesehen hatten. Und dann geschieht mei- siens, was nicht geschehen darf. Die Meinung, daß man doch mit aller Do laicht fo ein goldiges Tierchen auch ein wenig streicheln ober gar auf ben Arm nehmen darf, ist leider noch allgemein verbreitet, und doch ist sie gänzlich falsch. Jede Berührung von Menschenhand kann einem Jungreh das Leben kosten. Cs gibt viele Rchmütter, die ein einmal berührtes Kitz nicht mehr annehmen und verhungern lassen, weil ihre Scheu vor der menschlichen Witterung die Mutterliebe überwindet. Ebenso falsch ist es, ein allein angetroffenes Rehkitz für verwaist zu Hatten und es aus reinem Mitleid mit nach Hause zu nehmen, wo man glaubt, es groß ziehen zu können. Ganz abgesehen davon, daß dies gar nicht leicht ist, ' droht auch schwere Strafe, denn der seiner Meinung nach tierfreundliche Mensch begeht einen Wilb- diebstahl und stellt sich mit dem Wilderer auf eine Stufet Also Hände weg von ben Rehkitzen! Hier Hilt 'das Wort: „Das Berühren der Figuren mit den Pfoten ist verboten!" Der Spaziergänger braucht sich um die Zukunft des Jungrehwildes nicht tzu kümmern. Dafür sorgt schon der gewissenhafte Jäger. Und noch eine Warnung an die Hundebbesitzer! Führt überall in Flur und Wald eure vierbeinigen Freunde an der Seine. Es ist besser für sie und das Wild. Nach dem Reichsjagdgesetz ist der Jäger berechtigt, jeden frei herumlaufenden Hund zu erschießen, einerlei, ob er gerade Wild verfolgt oder sucht. Es verfällt nach §60 jeder, der Hunde ober Katzen unbeaufsichtigt in einem Jagdbezirk laufen läßt, einer Geldstrafe bis zu 150 RM. oder einer Haftstrafe bis zu sechs Wochen. Schließlich sollen auch die den Wald liebenden Spaziergänger im eigensten Interesse das Betreten Dichter deshalb diesem Besuch viel nachgesehen habe, und sie, Ise, habe keine Sommersprossen. Ise ließ sich bereden, wir gingen weiter den Hügel hinan und fanden dort braune Holzhäuser, auch sie mit Blumen vor ben Fenstern, fanben eine Schule unb eine Kirche. Unb diese Kirche paßte hierher, das sah man gleich. Drinnen standen bunte Heilige an den Wänben, Prozessionsfahnen hingen da, und am Altar thronten Gottvater, Maria und das ^Jesuskind. Es war still unb kühl in dem kleinen Raum, und der Himmel schimmerte herrlich hinter den bunten Fenstern. Als wir eine Weile auf ben Hol.zbänken gesessen hatten, gingen wir zurück, wieder an des Dichters Haus vorbei. Sie habe es fick) überlegt, sagte Ise, sie wolle den Dichter doch besuchen, wenn sie auch keine winzigen Sommersprossen auf der Nase habe. Der Herr Waggerl könne nicht anders sein, als man ihn aus feinen Büchern kenne, er werde sich schon nicht sperren. Ich gab ihr dagegen zu bedenken, daß es mir zuwider sei, mit diesen lächerlichen Zwetschenpaketen dahergeschneit zu kommen und unversehens einen Dm>ter zu überfallen, fo baß er meinen müsse, wir wollten ein Jahrmarktswunder beäugen. Ise aber meinte, ich sei also boch eifersüchtig, das solle sie aber wenig bekümmern. Unb sie ging wahrhaftig auf das weiße Haus bes Dichters zu, so entschlossen, daß ich nahe daran war, ihr zu folgen. Doch da kehrte sie um, allein möge sie auch nicht anklopfen, sagte sie, ich aber sei nicht nur eifersüchtig, sondern auch feige. Unb bann ist noch etwas geschehen. Ise hat sich umgebretyt und laut ,^)uhu!" gerufen, vielleicht hat sie gehofft, der Dickster würde aus einem Fenster aucken. Es ist indes nur ein Hund hinter einem der Gitter aufgetaucht, ein schwarzer Pudel, und hat wie wild gebellt. Eine männliche Stimme im Haus hat ihm gut zugeredet, und da ist er füll geworden unb wieder verschwunden. „Der da gerufen hat, das war er", hat Ise gesagt, und dann hat sie drei Stunden lang nicht mit mir gesprochen. Erst am Abend hat sie wieder den Mund aufgemacht. „Wir hätten ttyn doch besuchen sollen", hat sie gesagt. Rund um des Dichters Haus. Von Hans I. Tott. Ich will mich nicht weitläufig einlassen und nicht »erst umständlich erzählen, wie es sich begab, daß roir nach Wagrain kamen. Das ist eine Ge- sscbichte für sich, unb sie. handelt davon, daß ich em- Heschlafen war, während Ise neben nur am Steuerrad saß und uns durch das Tal der Salzach oahlN- sfuhr. Als ich wieder wach war, waren wir langst micht mehr dort, wo mir hätten sein sollen, sondern eben in Wagrain. Ise fogte, sie habe sich verfahren, aber man muß wissen, bah wir auf ben Dichter, ber in Wagram zu Hause ist, große Stücke unb feine Bücher in Siebe unb Ehren hatten, unb darum sagte ich Ise auf Den Kopf zu, sie sei wissentlich und vorsätzlich hierher gefahren, aus Zuneigung gewissermaßen. Da wollte Ise wissen, ob ich vielleicht eifersüchtig auf Herrn K. H. Waggerl sei, unb ob es nur etwa zuwider fei, hier auf Wagrainer Boben zu stehen. Ich habe gesagt, ich sei nicht eifersüchtig und es sei mir nicht zuwider. Und dann sind wir ins Dorf gegangen, an der Kirche vorbei, an ber wir gehalten hatten, bie Straße entlang. Was die Kirche betrifft, so verwunderten wir uns roie sie hierher geraten sein mochte, so frisch uno neu, wie sie aussieht. Wir hörten aber spater, daß anno 1927 hier ein wütiges Feuer viel verwüstet hat und danach diese Kirche erbaut worden ist, dem heiligen Franziskus geweiht, wenn ich mich recyr entsinne. An der Straße standen niedrige Häuser, ein paar Eiell verputzt, die meisten aber festgefügt aus wetter- öraunem Holz, als wären sie nicht gebaut, sondern geradezu gewachsen. Ihre breiten Dächer haben jie sich tief über die Ohren gezogen, bieder und gemut- i dich sehen sie Drein. Linkerhand steigt hinter den Dächern ein grüner Hügel an, hinter den Hausey auf der anderen Seite quirlt und strudelt em Dach, üinf und redselig, die Kleinarler Ache, wie auf um "erer Karte stand. Die Straße macht Platz für em paar Bäume, und hier steht em Wirtshaus, viellelcht Lft es das, in dem Jakob der Hausierer sich ferne Rausche antranf, dumm und verblendet wie nur jje ein Mannsbild — Waggerl hat es in dem Buch ^Mütter" evMlt. Auch eine Sage gibt es, rntü von Dickungen, Waldblößen ufro. vermeiden und die Waldwege nicht verlassen, denn sie begeben sich leicht in bie große Gefahr, von einer verirrten Kugel getroffen zu werden. Der Jäger kann unmöglich Damit rechnen, daß sich im Waldinnern Menschen befinden, wenn er -auf ein Stück Wild pirscht. Die Statistik über Jagd Unfälle beweist zur Genüge, daß bie Zahl derartiger Unfälle immer noch sehr hoch ist. Wenn von Dem Jäger weitgehende Rücksichtnahme auf die Belange der Nichtjäger verlangt wird, fo wird mit dem gleichen Recht auch entsprechende Rücksichtnahme auf die besonderen Interessen des Jägers durch alle Dolksaenossen verlangt. Sehr treffend heißt es in der Dorbemerkung zum Reichsjagdgesetz: „Für alle Zukunft sollen Wild und Jagd als wertvolle deutsche Volksgüter dem deutschen Volke erhalten bleiben, die Liebe zur heimatlichen Scholle vertiefen, seine Lebenskraft stärken und ihm Erholung bringen von der Arbeit des Tages." H. K. Borno ti$ett. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Settersweg): „Auf Wiedersehen, Franziska". — Lichtspielhaus (Bahnhoffttaße): „Männerwirtschaft". Schützt Hunde und Katzen vor dem Sturz auf die Straße! mit 6^ ge f* is-°< . frie^' fXj 9 Der Schneflverband Honsaplasf-efastiscf» jCletHe- ist infolge seiner Querelashzität be». • g wegungsfügig, d. h. er paßt sich ollen Be-< wegungen an, ohne dabei zu behindern. « Aus der Stadt Gießen . beiben tetHfon -ütni |u/uu|it:ii uim/uiry^giun prangi nun uec mit tv SßalD, unb zahllose Naturfreunbe unb solche, die >ben Fas es sein möchten, wandern im lebendigen, grünen Oenj Dom. Da kann man oft hören: „Wenn man bie Gewohnheiten unserer Jagbtiere kennen lernen will, eldet Bezirkssparkasse Grünberg Nach dem Beamtenbesoldungsgesetz wird bei vorhanden. # Wißmar, 29. Mai. Am vergangenen Sonn- Deutschland sicherzustellen, wie es sich der Führer tag fanden aus dem hiesigen Sportplatz die Wettais sein Ziel den>ke. Ortsgruppenleiter S ch ü tz lo-bte t ä m p f e der HI., Gefolgschaft 13/88 Wißmar, den vorwärts- und aufwärtsstreben^en Geist der I statt. Es wurden bei ungefähr 300 Teilnehmern an- Dorn Drei- Platt 12 Monate gezahlt. Unter den jetzigen Verhältnissen hat diese Regelung zu Schwierigkeiten geführt. Einmal ermöglicht die Lage des Wohnungs» Marktes nicht immer einen Wohnungstausch binnen Jahresfrist. Ferner kehren zahlreiche zur Wehrmacht oder zu sonstigen Kriegsdiensten einberufene Kinder nach dem Kriege wieder in das Elternhaus und in die Schul- oder Berufsausbildung zurück. Der Wohnraum für sie muß also weiter bereit gehalten werden. Der Reichsfinanzminister hat daher genehmigt, daß die vorübergehende Aenderung des Familienstandes ohne Einfluß auf den Wohnungk- geldzuschuß bleiben soll, wenn Kinder infolge Einberufung zum Wehrdienst, Arbeitsdienst, Notdienst oder Luftschutzdienst vorübergehend ausscheiden und später voraussichtlich wieder in das Elternhaus zur Fortsetzung ihrer unterbrochenen Schul- oder Be- rufsausdildung zurückkehren. Sonderregelung für den Wohnungs geldzuschuß im Kriege. (Wißmar), 3. Schleich (Odenhausen). Urkundenfälschung auf Kleiderkarten-Abschnitten im kleinen zeige, so solle sich eine große Gemeinschaft des deutschen Volkes bilden, um ein ewiges LPD. F ran k für t a. M., 28. Mai. Wegen versuchten Verbrechens gegen § 1 der Kriegswirtschaftsoerordnung und gewinnsüchtiger Urkundenfälschung verurteilte das Sondergericht Frankfurt einen 39jäh- rigen Stofthausierer aus dem Kreise Limburg zu 9 Monaten Gefängnis. Der Angeklagte erhielt von seiner Kundschaft K l e i d e r a b s ch n i t t e, die noch nicht aufgerufen waren, reichte dem Landratsamt aber auch diese ein, nachdem er sie in auf- gerusene Abschnitte gefälscht hatte. Er erreichte da2. Elfriede Würtz (Wißmar), 3. Erni Schmidt (Wißmar). — Weitsprung: 1. Anni Schleich (Oden- Haufen), 2. Erni Schmidt (Wißmar), 3. Lina Platt (Wißmar). — Ballweitwurf: 1. Margot (Wißmar), 2. Daupertshäuser (Krofdorf). — kämpf: 1. Erni Schmidt Mißmar), 2. Lina nehmbare Leistungen erreicht. Nach der Flaggen- hissung sprach Gefolgschaftsführer Kraft. Sieger wurden im 100-Meter-Lauf: 1. Schieferstein (Launs- bach), 2. Krämer (Wißmar), 3. Würtz (Wißmar). — Weitsprung: 1. Schieferstein (Launsbach), 2. Würtz (Wißmar), 3. Krämer (Wißmar). — Keulenwurf: 1. Krämer (Wißmar), 2. Stange (Odenhausen), 3. Pfaff (Odenhausen). — Dreikampf: 1. Pfaff (Odenhausen), 2. Blltendorf (Wißmar), 3. Krämer (Wißmar). Beste Kameradschaft: Launsbach.—BDM. 75-Meter-Lauf: 1. Anni Schleich (Odenhausen), jarnteinlagen (Spar- und Giroeinla, insgesamt um 27,1 v. 5). auf 5 57'. im Kleinsparoerkehr (He im spar buchsen und Schul- sparkaslen) wurden gute Ergebnisse erzielt. Wesentlich höher als in den Vorjahren war die Zahl der durch, daß ihm 5885 Punkte gutgeschrieben wurden. Nicht nachgewiesen wurde dem Angeklagten, daß er für die ihm zu Unrecht gutgeschriebenen Punkte Ware bezogen hatte. Steine statt Gänsebraten. LPD. Frankfurt a.M., 26. Mai. Der 42jäh- rige Heinrich Herrmann war an Weihnachten in einer Wirtschaft in Sachsenhausen erschienen und gab für einen dort verkehrenden Gast ein Paket mit einer Gans ab. Den Wirt bat er, für den Gast 15 RM. auszulegen, was auch geschah. Später stellte sich heraus, daß das Paket keine Gans enthielt, sondern B a ck st e i n e. Einer Gemüsehändlerin wurde von dem gleichen Mann ein Paket für 8,75 RM. angedreht, in dem sich Lebensmittel befinden sollten. Das Paket war für einen Kunden der Frau bestimmt. Die Fraiu, die den Betrag gezahlt hatte, mußte dann feststellen, daß sie ihrem Kunden Ziegel st eine in die Hand drückte, als sie ihm das Paket übergab. In Erbach und L i m- b u r a verübte der Mann Zechprellereien, ferner unterschlug er Kleidungsstücke, die er heute auf dem Leibe träA. Der Amtsrichter verurteilte Herrmann, der elfmal vorbestraft ist, zu drei Jahren Gefängnis. Der Umstand, daß durch die Straftaten des Angeklagten jeweils nur geringer Schaden angerichtet wurde, bewahrte ihn nochmals vor Zuchthaus. + Grünberg , 28. Mai. Die B e z i r k s s p a r- kasse Grünberg hielt am Dienstagnachmittag im „Hotel Hirsch" ihre diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende des Der- waltungsrats, Bürgermeister König (©rünberg), begrüßte die 27 Gemeindevertreter sowie die Mitglieder des Vorstandes, des Derwaltungsrats und insbesondere den Vertreter der NSDAP., Ortsgruppenleiter Schütz. In seinen einleitenden Worten wies der Vorsitzende darauf hin, daß das Jahr 1940 ein Jahr außerordentlichen Erfolges für die Bezirkssparkasse Grünberg war. Wenn auch gegenüber den großen Ereignissen der Kriegführung alles Heimatgeschehen klein erscheine, so sei doch die Tätigkeit der öffentlichen Sparkassen, die als Kapitalsammelbecken dienen, für die Kriegführung nicht gering zu bewerten. Direktor Diehl erstattete den Geschäftsbericht über das 107. Geschäftsjahr. Aus feinen Ausführungen ist folgendes hervorzuheben: Der Umsatz steigerte sich mit 10 Millionen um 45 v. H. auf 32,6 Millionen RM. Der Zuwachs bei den Spareinlagen mit über 1 Million RM. berechnet sich auf 25,8 v. H. Firma. Betriebsobmanp Horst sprach ben Dank der Gefolgschaft aus und gelobte im Hinblick aift die Verpflichtung der Auszeichnung treue Mitarbeit der Betriebsmitglieder. In einem Lichtbildervortrag „Aus vergangenen schönen Tagen" wurden dann Erinnerungen von früheren Betriebsausflügen nach Koblenz, Wiesbaden, Kassel und Heidelberg aufge- frjscht. Musikvorträge und Gedichte, ernsten und heiteren Inhaltes, sowie gemeinsam gesungene Lieder umrahmten die Ansprachen. Die Feier, die mit dem Gruß an den Führer und den Liedern der Nation ausklang, nahm einen würdigen Verlauf. — Die elfte Veranstaltung des Feierabendrin- g e s brachte das Lustspiel „Einen Sommer lang" von Katharina Stoll, das als Gastspiel der Rh e i n- Maini scheu Landesbühne gegeben wurde. Die Veranstaltung war gut besucht, und das gute Spiel der Künstler erntete reichen Beifall. Schweinemarkt la Gedern. * G e d e r n, 27. Mai. Der heutige Schweinern a r k t war mit rund 500 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis 8 Wochen alte Ferkel 15 bis 18 RM., 8 bis 12 Wochen alte Tiere 25 bis 30 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief lebhaft, der Markt wurde geräumt. Kreis Wehlar. dieser Bilanzposition zu. Gebäude und Geschäftseinrichtung sind auf je 1 RM. abgeschrieben. Die gesetzlichen Rücklagen berechnen sich aus 7,8 v. H. des Gesamteinlagenbestandes. Unter Hinzurechnung der stillen Reserven beträgt das gesamte eigene Vermögen der Bezkrkssparkasse über 600 000 RM. oder 11 v. H. des Gesamtbestandes an Spar- und Giroeinlagen. Sehr günstig ist auch die Liquidität. Hier ist Vorsorge getroffen, um für die Aufgaben nach Kriegsende gerüstet zu sein. Für gemeinnützige Zwecke wurden 3710 RM. verausgabt. Von dem ausgewiesenen Reingewinn in Höhe von 38 986 RM. wurden 15 000 RM. der Ruhegehaltsrücklage zur Einlösung gebrachten Spargeschenkgutscheine. Die Umsatzziffern im Spargiro- und Kontokorrentverkehr zeigen die günstige Weiterentwicklung dieses Geschäftszweiges. Der Darlehensbest and erfuhr durch Rückflüsse eine kleine Verringerung. Wesentlich erhöht hat sich der Bestand an eigenen Wertpapieren. Der starke Spareinlagenzuwachs und die Darlehensrückzahlungen flössen zum größten Teil (im Vorjahr 12 v. H.) des alten Bestandes; die Ge- "" " igen) erhöhten sich (3 686 RM. Auch Briefkasten -er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ft C. in G. Wenn der Verstorbene zehn Jahre im Bergwerk beschäftigt war, ist anzunehmen, daß die Wartezeit für die Knappschaftsinoalidenrente erfüllt ist. Es besteht daher Anspruch auf Waisenrente für die noch nicht 18 Jahre alten Kinder. Voraussetzung für die Gewährung der Witwenrente ist, daß die Witwe 1. dauernd invalide (66% erwerbsunfähig) ist: 2. vorübergehend invalide ist; 3. das 65. Lebensjahr vollendet hat; 4. zur Zeit des Todes des versicherten Ehemanns mehr als drei Waisenrenten- berechtigte Kinder erzieht. Die Anträge sind bei der zuständigen Knappschaftskasse einzureichen. 8 bis 12, «pinat 14 bis 15, Erbsen 35 bis 40, Rhabarber 15, Lauch 24, Sellerie 21 Salat 18 bis 25, Salatgurken, das Stück 55 bis 85, Rettich, Bd. 23 bis 25 Rpf. Aus der engeren Heimat. Sternwanderung im Oberhessischen Gebirgsverein. —Homberg, 26. Mai. In diesem Jahre wurde die Sternwanderung des Ober- hessischen Gebirgsvereine am gestrigen Sonntag durchgeführt. Sie führte die oberhessischen Wanderer auf die Burg Mellnau im Burgwald. Mellnau wird erreicht von Station Wetter in einer Stunde oder von Station Sarnau über Unter- und Oberrosphe in anderthalb Stunden. An dieser Sternwanderung beteiligten sich von hier 21 Personen. Diese fuhren morgens mit dem Zuge bis (Station Cölbe. Von dort wanderten sie zu dem 12 Kilometer entfernten Wetter und später bis Mellnau, wo um 13 Uhr die Kundgebung stattfand. Schatzmeister G a tz e r t (Marburg) stellte die Wandergäste nach der Begrüßung vor, worauf Vereinsführer H. Walter (Marburg) eine Ansprache hielt, an deren Schluß er des Führers gedachte. Alle Teilnehmer kehrten sehr befriedigt von der Wanderung hierher zurück. Feier in einem Musterbetrieb. Grünberg, 27. Mai. Die hiesige Firma Karl Schott hielt anläßlich ihrer Auszeichnung mit dem Gaudiplam für besondere Leistungen im Hotel .Hirsch" einen Betriebsappell ab. Der Be- triebsführer, Prokurist Fr. H o f m a n n, konnte dabei eine Anzahl Ehrengäste begrüßen, u. a. Kreisleiter Backhaus, Gaustellenleiter der DAF. Steiner, Kreisobmann der DAF. Katze n- meier, die Kreishauptstellenleiter Bittner und H a n ß, Ortsgruppenleiter Schütz, Ovtswart der DAF. Müller und Bürgermeister König. In seiner Ansprache gedachte er zunächst der im Felde stehenden Gefolgsihafts Mitglieder. Dann würdigte er nach einer EI)rang des kürzlich verstorbenen Ve- triebsinhabers Karl Schott dessen Verdienste, der durch Schaffung guter Einrichtungen sich einen treuen Stamm von Personal herangezogen habe. So seien in der Firma tätig seit 1924: er und Betrieb sob mann Heinrich Horst, feit 1925 Sommer (Ettingshausen), seit 1927 Schneider (Londorf) und Fräulein Hartmann (Alsfeld). Auf zehnjährige Gefolgschaft können zurückblicken: Jüngel (Saasen), Schultheiß (Beuern) und Fräulein Hillgärtner (Rüd- dingshausen). Er wies noch darauf hin, daß die Firma es sich stets werde angelegen sein lasten, ihre Gesolgschaftsmitglieder fachlich und kaufmännisch gut auszubilden. Kreisleiter Backhaus gab feiner Freude darüber Ausdruck, an der Feier eines solchen vorbildlichen Betriebes teilnehmen zu können. Frau Schott könne mit berechtigtem Stolz auf das Werk ihres verstorbenen Mannes blicken, und er hafte, daß sie es mit ihrem Schwager Hofmann im Geiste ihres Mannes weiterführen werde. Der Zweck der Diplomverleihung durch die Partei fei, einen Anreiz zu geben, den sozialen Gedanken in allen Betrieben immer stärker zu »verwirklichen. Hierbei spiele die Person des Betriebsinhabers eine entscheidende Rolle. Wie sich hier die Gemeinschaft setzung des Wohnungsgeldzuschusses zur Folge haben, der Wohnungsgeldzuschuß in der bisherigen Höhe noch für den laufenden und die folgenden und der Rest der Sicherheitsrücklage zugeführt. Der Direktor schloß seine Ausführungen mit der Mitteilung, daß der Spareinlagentzuwachs im neuen Jahr anhalte. Bis jetzt betrage der Einzahlungsüberschuß 440 000 RM. und fei wesentlich höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. -Bürgermeister König dankte im Namen der Mitgliederversammlung den leitenden Beamten und der Gefolgschaft der Bezirkssparkasse für ihre Leistungen im Jahre 1940. Der Direktor teilte noch mit, daß nach einer Verordnung des Ministerrats für die Reich-sverteidigung vorn 24. April 1941 die Sparkassen den Gemeinden und Gemeindeverbänden für lebenswichtige, im allgemeinen öffentlichen Interesse liegende Zwecke langfristige Darlehen gewähren könnten. Es sei zu wünschen, daß dieser Lockerung des Kommunalkreditverbots bald dessen Aufhebung erfolge, damit die Bezirkssparkasse wie- _____v _____ _____________,__________ der in die Lage käme, den Bezirksgemeinden in der Linderungen des Familienstandes,"die"eine Herab- früheren Weife mit Darlehen zu dienen. Die — *■-- wn-’----------c Voraussetzungen für eine umfangreiche Kreditgewährung, auch für alle Ansprüche der Bezirksem- wohner, sei.durch Bereitstellung reichlicher Mittel AleDsmelmM. Boman von Elisabeth -Sjolt 30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ueberhaupt — zu welchem Zweck ist die Luckner in ihr Schlafzimmer gegangen?--Von draußen wurde an die Tür geklopft, der Polizeiphotograph meldete sich, hinter ihm drein schleppte man ein leiterähnliches Gestell, er mußte die Leiche auch von oben her aufnehmen. Als Mühsam und seine Leute wieder in der Halle auftauchten, ging es schon auf eins, von der halben Höhe der Treppe übersah er die Gesichter — erschreckte, aufgeregte, sensationshungrige, vielleicht auch ein oder zwei traurige. Hinter einer verschlossenen Tür hervor kam eintönig das schreiende Schluchzen einer Frau. Großer Gott, so etwas lieft man in der Zeitung, ober man erlebt es doch nicht selbst. Dor einer, vor zwei Stunden, während man drinnen im Musi ksaal saß und dumme Witze über den Film riß, ist ein Mörder über diese Perserbrücken gegangen, er hat Po la erdrosselt. Die Steinmark schrie in langgezogenen Tönen wie ein eingesperrter Hund. „Um Gottes willen", sagte Mühsam nervös, „schaffen Sie doch endlich die Frau weg, das ist ja nicht zum Aushalten." Dr. Brenner erschien und bemerkte bissig, der Wagen der Gräfin warte seit einer halben Stunde vor dem Haus, aber der Polizeiposten erlaube nicht, daß man die Kranke fortbringe. Mühsam winkte nur — ja, ja, ja — der Chauffeur soll hereinkommen und die Patienttn abtransportieren helfen. Nachher schleppten zwei Männer die schwere urau, durch die Halle; sie sah zum Erbarmen aus. Der Polizeirat warf einen Blick auf die aufgestörte Gesellschaft und kam dann ohne Umschweife zur Sache. „Sie wissen alle, was da oben passiert ist. Ich frage Sie: hat jemand etwas gesehen? Es muß nichts Ungewöhnliches gewesen sein, ich will nur wissen, wer ist während der letzten zwei Stunden über diese Treppe gegangen?" Fräulein Rosa kämpfte mit einem Nervenanfall, ihre Nase stand weiß und spitz inmitten des fleckigen Gesichts. „Ich bin hinaufgegangen, bitte schön." „Sie sind die Zofe, Sie haben die Tote aufgefunden", stellte Mühsam fest. „Ist Ihnen oben etwas ausgefallen?" „Ich bitte", sagte Rosa erstickt und kämpfte mit Tränen, „ich bin seit sechzehn Jahren im Hause, alles hat mir die gnädige Frau anvertraut, wenn ich den Schmuck hätte nehmen wollen, jeden Tag wäre mir das möglich gewesen —... ich bitte — oft war die gnädige Frau ein, zwei Wochen weg, und ich habe die Schlüssel gehabt zu allen Kästen." „Aber um Gottes willen — der Polizeirat vollführte besänftigende Gesten — „Sie verdächtigt doch niemand! Wer war denn zuletzt in der Halle? Wer hat Gelegenheit gehabt, ins Schlafzimmer hinaufzugehen?" „Wir waren doch alle im Musiksaal beim Film", sagte eine ärgerliche Männerstimme, und dann redeten gleich sechs, acht andere. Natürlich, feit eln- halb elf saßen alle drinnen bei der Filmvorführung. „Und überhaupt", bemerkte ein junger Herr, der Pilz hieß und bei der Crema Filmschnitte machte, „das ließ sich nicht so leicht bewerkstelligen, mit dem Hinausgehen, der Saal war höllenfinster. Und dazu haben die meisten Leute gerade vor der Eingangstür gesessen." Alle redeten durcheinander. Niemand hätte die Tür passieren können ohne erhebliche Störung der dort Sitzenden. Die Tür war geradezu verbarrikadiert — hätte zum Beispiel der Filmstreifen Feuer gefangen, kein Mensch wäre heil davonge- kommen. „Nicht alle!" Mühsam nahm Kommissar En- zinger die genau stenographierten Erstprotokolle fort, „nicht alle sind im Saal geblieben, einige Herren haben sich bald nach Beginn der Filmvorführung entfernt." Er schaute sich suchend um — sogleich näherte sich Dennis Wilson, Reporter des „Herold". Eingeführt bei Frau Luckner durch den Komponisten und Landsmann Howard Carter. Hier hob Kommissar Schweiger plötzlich den Kovf und bekundete wachsendes Interesse. Herr Wilson hat also in Begleitung Dr. Brenners den Saal verlassen und hat etwa eine halbe Stunde, vielleicht auch etwas länger mit Dr. Brenner im kleinen Speisezimmer bei verschiedenen Schnäpsen gesessen. „Na, schön", sagte Mühsam und freute sich der klaren Aussage. Später wird er Dr. Brenner befragen, und wenn alles stimmt, hat Dr. Dennis Wilson aufgehört, die Wiener Polizei zu interessieren. „Wer hat Ihnen denn den Schnaps serviert?" Niemand hatte serviert, die Herren hatten sich' die Flaschen ganz einfach vom Büfett geholt. Auch zu sehen war niemand gewesen, das ganze Haus wie ausgestorben — aber gehört — „Ich habe Frau Luckner draußen in der Halle reden gehört", sagte der Amerikaner ruhig, „sie ist an unserer Tür vorbeigegangen und hat zu jemand gesprochen." „Wann?" verlangte der Polizist gierig. „Wann war das?" Das jedoch konnte der Journalist nicht sagen. „Was hat Frau Luckner gesprochen? Haden Sie etwas verstanden?" Nein, verständlich war das nicht, aber es schien dem Reporter, als sei Frau Luckner ärgerlich — erregt gewesen. Der hohe Raum wurde immer kälter, der auf« gescheuchte Portier hatte aufgehört, sich um die Heizung zu kümmern, und der Hauch der Frostnacht kam in Wellen von oben herunter, dort her, wo die gewundene Treppe in die Dunkelheit des oberen Flures stieß und der treibende Schnee über das schräge Glasdach fegte. „Und der Mann?" „Hat geschwiegen." „Was wär nachher?" Der Amerikaner antwortete mit langsamem Kopfschütteln. Nachher? Nachher war nichts mehr. Mühsam hörte fürs erste auf, den jungen Mann weiter zu fragen. Vorläufig muß er endlich auf die Kernfrage kommen: Warum ist die Luckner überhaupt in das Schlafzimmer hinaufgegangsn? Niemand wußte das, man hatte ja nicht einmal gewußt, daß sie den stockfinsteren Saal verlassen hatte. Und wo sie gesessen hatte? Zuerst einge- zwängt zwischen der Sängerin Kreim und Madame Basseni, ziemlich weit hinten bei den Projektionsapparaten. Später rückte man so viel hin und her, daß keiner mehr seinen ursprünglichen Platz behielt; man wußte auch nicht, wo Pola hingekommen war. Mühsam war über diese ausweichenden Antworten sehr ärgerlich. Schärfer, als sonst seine Art war, sagte er: „Da hat ein Kerl eine ahnungslose Frau überfallen, hat sie stranguliert, hat sie qualvoll umgebracht, weil sie wertvolle Juwelen am Leib getragen hat — eine bestialische Tat, die jeden anständig denkenden Menschen in Empörung versetzen muß. Ich wundere mich, meine Herrschaften, daß Sie mir bei der Aufklärung dieses Verbrechens so wenig Helsen wollen. Ich stoße auf lauter reservierte Diplomaten, die sich an nichts erinnern und nichts bemerkt haben. Wie stellen Sie sich unsere Arbeit eigentlich vor? Glauben Sie, wir sind Zauberer? Ich habe mir die Lage drinnen im Saal angeschaut, die Projektionsapparate stehen ja in nächster Nähe des Ausganges. Wer hat dort gesessen?" „Ich", sagte Fritz Gredler mit einer Stimme, die ihm durchaus nicht gehorchte. ;,Jch und noch etwa sechs Leute, die sich nicht von der Stelle gerührt haben. Der Ausgang war blockiert. Außer Dr. Brenner und Wilson ist niemand durchgekommen, weder hinaus noch herein. Pola — ich meine Frau Luckner, muß erst nach Beendigung des Films hinausgegangen fein, ich kann mir's wenigstens nicht anders vorstellen." Mühsam wurde langsam nervös. In diesem Augenblick ging die Tür auf, hinter der Baron Birinsky mit feinem versagenden Herzen kämpfte, und Polas Sekretärin kam herein. Gerda schob mit einer tastenden Bewegung ein paar Leute aus dem Weg, zwischen ihr und dem Polizisten war eine schmale leere Gasse. Gerda marschierte steif und marionettenhaft über den roten Perser, ihre Stimme war sehr unzuverlässig. „Herr Polizeirat — Frau Luckner ist durch die kleine Tapetentür dort vorn hinausgegangen. Ich hab' sie gesehen. Ich habe neben der Tür gesessen. Mit einem Mann ist sie hinausgegangen." „Na endlich! "sagte Mühsam, „wer war es benn?e „Das weiß ich nicht." „Das wissen Sie nicht?" In der Halle war es totenstill. „Nein", sagte Gerda, „es war ja ganz finster, und er ist hinter Frau Luckner gegangen. „Horen Sie einmal", tastete Schweiger, „war das überhaupt--ich meine, wieso haben Sie denn die Luckner erkannt, wenn's gar so dunkel gewesen ist? War's nicht vielleicht eine andere Dame?" _____________ (Fortsetzung folgt) nut dun altbewaluten Hausmittel * (lefkeiz Gnmachehülfe! 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