Donnerstag, 28. August Ml W A Dann Gietzener Anzeiger DieVchnImiepetersburg-Moskau unterbrochen luf 8835 — j'pi. der Compagnie des Chemins de fer de ---- "** Bfcii(f)man auch die damals in der Tschecho-Slo- d Groterjsfc es mit der englischen herr- vorbei. Schließlich ist das und der Schotter des Unterbaues der wurden Hunderte von Metern weit ge- Die Reste des Munitionszuges brann- fortwährenden Detonationen vollständig sowjetische Infanterie hatte durch das Schwellen Bahnlinie schleudert, ten unter aus. Die MN M Eelegech» i Dchiel,!« »ensovi'G u Sie hmuhvon^: |t unter 3u|? )aschpulvers? ’fes2Öd|*:: zründl'chttb zumAuM wird W. RSE beginnt Lnfang OLIotel , September ei I iSochdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Tokio, August 1941. Hi^e von Lollfranzosen. ; Defes französische Indochina, dem eine ruhige lud friedliche Entwicklung bestimmt zu sein schien, heute im Zentrum des ostasiatischen Span- Üt VI1 UHltt II ------------/ ' . «leit auch mit dem Einverständnis und mit der der Gaullisten gerechnet, die sich überall als • hinter ihres Vaterlandes betätigt haben und die rin nm Fernen Osten ihre Rolle fortsetzen sollten. Anwesenheit der starken japanischen Kamps- b' nde in Indochina hat aber diesen finsteren ren, es richtet an Bangkok Drohnoten, die aber cheinbar keinen Eindruck machen, denn Thailand verfolgt unentwegt den Kurs einer freundschaftlichen Politik mit Jndochina und mit Japan, mit dem es letztens neue Lieferungsoerträge abge- jervsthändel verwickelt zu werden. |f Lnam und Tonking sind Protektorate. In Der Spitze der Verwaltung steht lediglich ein fort öfifdjer Ueberwachungsbeamter. Der Fürst «onAnnam hat seinen Kaisertitel und seine Würde Jielli ten und auch dem obersten Mandarin in Tongewesen ist, so wäre lichkeit in Singapur herzliche Verhältnis, MEe wie Pnom-Penh und hue (50 000 rilriohner) haben ihren Reiz, überall besteht der piil der guten Küche. Die Zahl der eigentlichen rcr, öfifdjen Siedler in Indochina ist allerdings «^windend gering, der Franzose verläßt nur [igrn sein Vaterland, um sich in den fernen Tro- >eii miederzulassen. Clemenceau meinte sogar, daß *hr gelegenen französischen Skodawerke mit •en Kredit von 10 Millionen Pfund Sterling be- hen. Die Bahn führt über Tschöngtu und biuan nach Tschunking, und diente, bis die japa- den Marschall Tschiangkaischek dazu zu ver- • Haien, in Jndochina einzurücken, wahreno Oer Wehrmachtbericht. DRB. Aus dem Führerhaupkquarlier, 27. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Verbände der Panzerarmee des Generalobersten von Kleist am 25. August nach schwerem Kampf den Brückenkopf von Dnjepropetrowsk und die Stadt selbst im Sturm genommen. Auch nahe der Dnjeprmündung und südlich Kiew wurden die lehlen noch auf dem westlichen Dnjeprufer Widerstand leistenden Kräfte des Feindes zum Teil im Nahkampf überwältigt. Ostwärts Welikije-Luki wurde die Waffe der 2 2. Sowjetarmee nach mehrtägigen hart- näckigen Kämpfen elngefchloffen und vernichtet. lieber 30 000 Gefangene und 400 Geschütze fielen in unsere Hand. Die ungewöhnlich hohen blutigen Verluste des Feindes sind mit mehr als 40 000 Toten festgestellt. Zwischen Ilmensee und Finnischem Weerbusen sowie vor Reval und an der finnischen Front verlaufen die Operationen weiterhin erfolgreich. Die Luftwaffe führte schwere Schläge gegen Truppenansammlnngen ostwärts Kiew und zerstörte mit nachhaltiger Wirkung das Eisenbahnnetz westlich W o s k a u und im Raume um Leningrad. 3m Finnischen Weerbusen versenkten Kampffliegerverbände vier Sowiettruv- pentransporter mit zusammen 9000 BRT., beschädigten vier weitere Truppentransporter schwer und erzielten Bombentreffer auf einem Zerstörer und einem Flottillenführer. Zwei weitere Zerstörer wurden ostwärts der Fischerhalbinsel schwer getroffen. 3m Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht Hafenanlagen an der englischen Ostküste und Flugplätze auf der 3nfeL Bei versuchen, am gestrigen Tage die D e u t s ch e Bucht und die K a n a l k ü st e anzugreifen, ver- lor die britische Luftwaffe 23 Flugzeuge, von denen elf in Luftkämpfen, vier durch Vorposlenboote, je drei durch Flak und zwei durch Marineartillerie abaeschossen wurden. Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge in der Nacht zum 26. August auf den Flottenstützpunkt Alexandria richteten Bombentreffer in Hafen- und Bahnanlagen große Zerstörungen an. Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht an einigen Orten West- und Südweskdeutschlands und il (L auf Wohnviertel in Köln Spreng- und 1 . " ' Brandbomben. Flakartillerie brachte zwei der an- greifenden Bomber zum Absturz. Berislaw in hartem Kampf genommen. Berlin, 27. August. (DNB.) Während der Kämpfe um Dnjepropetrowsk hat ein Infanterie-Regiment in hartem Kampf die von den Sowjets noch verteidigte Stadt B e r i s l a w an der Mündung des Dnjepr genommen. Durch die dichten Minensperren vor Berislaw drang die Infanterie ohne Unterstützung durch Panzerkampfwagen oder Sturmgeschütze in den Ort ein. In schwierigem, Hauser- und Nahkampf wurde der vereinzelt äußerst zähe Widerstand der Bolschewisten gebrochen. Mit Handgranaten, Maschinenpistolen und aufgepflanztem Seitengewehr mußte Haus für Haus und Straße um Straße genommen und gesäubert werden, hierbei zeigte sich wiederum die Ueberlegenheit der Ausbildung und Kampfweise des deutschen Soldaten und sein unbezwingbarer Angriffsgeist. Im Verlaufe dieses Kampfes vernichtete das Infanterie-Regiment fünf sowjetische Bataillone, die durch Pioniere und Artillerie verstärkt waren. 1500 Sowjetsoldaten wurden gefangengenommen, ungezählte Gefallene bedeckten die Straßen. Erfolgreicher Einsatz der Artillerie. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Deutsche Artillerie bekämpfte am Unterlauf des Dnjepr mit gutem Erfolg sowjetische Stellungen auf dem O st u f e r des Flusses. Durch Volltreffer wurden ein Panzerzug und ein sowjetisches Eisenbahngeschütz vernichtet. Eine Lage deutscher Granaten schlug in einen Munitionszug, der mit gewaltiger Explosion in die Luft flog. Sprengstücke, Teile der Waggons, zerrissene Schienen und schlossen hat. Sollten Roosevelt und Churchill einen Taifun im Pazifik entfesseln, so wird Jndochina im Schnittpunkt des Sturmes liegen. Tokio protestiert in Moskau und Washington. Tokio, 27, August. (Europapreh.) Amtlich wird mitgeteilt, daß die japanische Regierung in Moskau und Washington gegen den Transport von Benzin aus den USA. nach der Sowjetunion über Wladiwostok Protest eingelegt hat. Der japanische Ministerpräsident Fürst K o n o y e wurde am Mittwochnachmittag in Audienz vom Tenno empfangen. Anschließend gab der Außenminister T o y o d a dem Tenno Bericht über die außenpolitische Lage. Beide Audienzen beweisen, daß Japan die durch die Ereignisse der letzten Zeit (Atlantik-Konferenz, Churchill-Rede, Jran-Einfall, USA.* Hilfe für die Sowjets) erneut in Fluß geratene internationale Entwicklung nicht unbeteiligt betrachtet. Elektroindustrie den Fortfall der Rohsto-ffzufuhr und andererseits für die von Petersburg abhängigen Industrien in anderen Gebieten eine schwere Behinderung der Ferti-gwarenzufuhr. Durchschlagende Wirkung der Lustwaffe. Berlin, 27. August. (DNB.) Die deutsche Luftwaffe verfolgte die im Raum nordostwärts Dnjepropetrowsk zurückweichenden Bolschewisten und fügte den Sowjetverbänden durch Bomben aller Kaliber und Feuer aus Bordwaffen schwerste blutige Verluste zu. Im Raum von Czer- nikow waren Truppenansammlungen, Feldstellungen, Lager und Lastkraftwagenkolonnen das Ziel fortgesetzter deutscher Angriffe. Ueberall konnte die außerordentlich durchschlagende Wirkung der deutschen Waffen beobachtet werden. Das Eisenbahnnetz Konotop — Brjansk wurde erneut nachhaltig zerstört. Schwere Angriffe auf mehrere Bahnhöfe führten zur völligen Vernichtung der Anlagen. Die Wagen angegriffener Eifenbahnzüge gerieten in Brand und sperrten wichtige Strecken. Auch die Eisenbahnlinien und Knotenpunkte i m Raum um Petersburg wurden mit durchschlagender Wirkung bombardiert. Die Sowfets verloren am Dienstag allein in Luftkämpfen insgesamt 98 Flugzeuge. deutsche Artilleriefeuer äußerst schwere Verluste. Zahlreiche Einheiten wurden in der Bereitstellung durch das gutliegende Feuer zersprengt und vernichtet. Gtuka-Kameradschast. Berlin, 27. Aua. (DNB.) Ein hervorragendes Beispiel von soldatischer Kameradschaft und Kühnheit gaben deutsche Sturzkampfflieger bei einem Angriff auf marschierende Sowjetkolonnen an der Ostfront. Bier deutsche Sturzkampfflugzeuge wurden, nachdem sie den Angriff auf die bolschewistischen Kolonnen erfolgreich durchgeführt hatten, von sechs sowjetischen Jägern in heftige Luftkämpfe verwickelt. hierbei geriet ein deutsches Flugzeug in Brand. Der Flugzeugführer, dessen Fallschirm zu „ , , , das sich zwischen Jndochina und Thailand angebahnt hat, den Briten und Amerikanern ein Dorn im Auge. Die starken Druckmittel, die auf Bangkok ausgeübt werden, um dieses Verhältnis zu stören und um Thailand aus der japanischen Einflußsphäre zu lösen, sind bisher erfolglos geblieben. England läßt an den Grenzen Thailands in den Malaienstaaten und in Birma größere Truppenkontingente aufmarschie- brennen begonnen hatte, versuchte eine Notlandung, bei der er vermutlich verunglückte, während der Bordfunker mit dem Fallschirm ab sprang und wohlbehalten auf einem Kleefeld landete. Der Staffelkapitän konnte drei verfolgende sowjetische Flugzeuge abwehren, wobei er eine „Rata" abschoß. Er setzte bann zur Landung auf dem Kleefeld an, wo er aus einem Gehöft mit heftigem Gewehrfeuer empfangen wurde. Andere • bolschewistische Soldaten brausten auf einem Lastkraftwagen heran in dem Glauben, die deutschen Flieger gefangennehmen zu können. Der mit dem Fallschirm gelandete Bordfunker war jedoch in Sekundenschnelle in das Flugzeug seines Staffelkapitäns gestiegen. Augenblicke später hob sich die Ju 87 wieder vom Boden ab und erreichte glücklich den Heimathafen, begleitet von den übrigen Flugzeugen des Verbandes, die über dem Landeplatz ihres Staffelkapitäns so lange gekreist hatten, bis die Rettung des Bordfunkers gelungen war. Oie Briten verloren Mittwoch 12 Flugzeuge. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Die britische Luft- wasfe setzte im Laufe des Mittwoch ihre Anflugver- suche mit einem ähnlichen Ergebnis wie in den vergangenen Tagen, sowohl was die Wirkungslosigkeit als auch die britischen Verluste anbetrifft, fort. Am 2 6. August fielen 23 britische Flugzeuge der starken deutschen Abwehr zum Opfer. Mittwoch morgen verloren die Briten bereits weitere zehn Flugzeuge in wenigen Stunden durch deutsche Jäger. Ein weiteres britisches Flugzeug wurde am Kanal durch deutsche Flak zum Absturz gebracht. Außerdem wurde ein einzeln Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bts8'/,Uhr desVormittagS Anzeigen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvt. ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvs. ie mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstastell Abschlüsse Mengenstaffel B Pladvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr , gcpii: hl heute im Zentrum des ostastatischen topan-- ..«i ' iUmfeldes. Da es selbst nicht in der Lage ist, *Wni ! |eim Sicherheit und Unversehrtheit vor der ameri- 22. Sowjet-Armee vernichtet. Welikije-Luki nach heißem Kampf genommen. - Lieber 30000 Gefangene. Ungewöhnlich blutige Verluste der Sowjets. die**” ■oie ie s?«16. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Das Varrücken der deutschen Truppen bis an die Eisenbahnlinie Petersburg — Moskau und die ständige Bombardierung dieser Strecke durch die deutsche Luftwaffe bedeutet für die Sowjets die Unterbrechung einer nicht nur in strategischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht äußerst mistigen Eisenbahnlinie. Diese Bahnlinie, von den Sowjets als „Oktober-Eisenbahnlinie" bezeichnet, verbindet ast geradlinig die Hauptstadt des alten Zarenreiches mit der sowjetischen Hauptstadt über die Orte Kalinin (früher Twer) Wyschnij- W o l o t s ch e k und Tschudowa mit Abzweigungen zu weiteren Bahnstrecken der nordwestlichen Sowjetunion. Ihre wirtschaftliche Bedeutung beruht vor allem in der Versorgung Petersburgs und des ganzen nordwestlichen Bezirks mit Kohle, Getreide, Eisen-, Stahl- sowie Walzwerkerzeugnissen aus der Ukraine und dem südlichen Zenttalrußland, mit Oel aus Baku,. Baustoffmaterialien u. a. m. Auch das Gebiet Kola und Karelien ist auf die Zufuhr' durch diese Bahn angewiesen. Don Petersburg aus werden vor allem Holz, Apatit und Nephelin von der halbinjel Kola — Apatit für die Düngemittelherstellung, Nephelin als Rohstoff der Aluminiumerzeugung — in andere Teile der europäischen Sowjetunion transportiert. Der Durchstoß zu dieser Eisenbahnlinie bedeutet also für Petersburg mit seinen Werften, seiner Rüstungsindustrie, seinem Maschinenbau und der 8' Ml e n: M 'M ■ nM Mpieie. »Ä izwörerplan vereitelt. ift vom Standpunkt der Gegner Japans ver- fcllid), daß sie mit allen Mitteln versuchen. Tokio «:ai zu verhindern, in Jndochina festen Fuß zu Fe-, denn strategisch betrachtet ist Jndochina eine BitQr für die beherrschende Stellung von Jp t n - ’hmr, die ein Eckpfeiler des Empire im Fernen 3!> ift, der als Schildwache an den maritimen Siegen nach Australien und Indien steht, und wo - M amerikanische Admiral Stirling eine englisch- jWlikanische Wehrgemeinschaft errichten will. vM Mchina befindet sich an der Sudostspitze, mcht '.vt von Saigon, der größte und geschützteste - shafen von Carnranh, in dem die gesam M ische Flotte Platz finden könnte^ Die Fran- !!M haben Camranh gern als ihr ’ Miet. Darin liegt eine gewisse Uebertreibuna, •Irr die Militärischen Bauten im Hafen sind erst ■'letten Datums und noch lange nicht been • j>l Mo Pnge von Camranh so vortress kunb so nahe bei Singapur und den anderen d chen strategischen Positionen, daß die britische gt an der Spitze von Malakka viel von ihrem ■[faner grenzt Jndochina an D e n 5 ftb ■m J5 "r Kräh, die schmale Landzunge die' Malakka J' dem Hinterlande verbindet. Sollte dieser O^nus durchstochen werden, wovon viel Die Jteoe „planmäßige Operationen." Wir wissen nun, was hinter den „planmäßigen Operationen" der letzten Tage steckte. An drei wichtigen Punkten ist es wesentlich weitergegangen. Im Süden ist der Dnjepr in seinem ganzen großen Bogen von unterhalb Kiew bis zu seiner Mündung in deutschem Besitz. Südlich von Kiew selbst sowie an der Dnjeprmündung wurden die letzten feindlichen Streitkräfte auf dem Westufer überwältigt. Die Einnahme von Dnjepropetrowsk ist das am meisten in die Augen springende Ereignis. Dnjepropetrowsk, das ehemalige Jekaterinoslaw, war 1926 noch eine Stadt von 188 000 Einwohnern. 13 Jahre später zählte sie 500 000 Einwohner. In ähnlichem Tempo entwickelten sich die beiden anderen Großstädte des Jndustriereviers am Dnjepr: Saporoschje hat es auf 300 000, D n j e p r o d s e r s ch i n s k auf 150 000 Einwohner gebracht. In Dnjeprodserschinsk befanden sich die Dserschinskij-Werke, in Saporoschje das elektrometallurgische Werk „Saporosch- stahl", in Dnjepropetrowsk das Lenin-Werk und das Petrowskij-Werk. Es ist durchaus möglich, daß die abziehenden Sowjetrussen wesentliche Zer- ftörungen angerichtet haben. Im gegenwärtigen Stadium kommt es auch auf die Wiederherstellung dieser Werke für uns nicht an; wohl aber kommt es auf den Ausfall für die Sowjets an. Und der ist enorm. Im Jahr 1937 wurde hier ein Drittel der Gesamterzeugung an Roheisen, Stahl und Walzgut hergestellt. Wichtiger ist noch, daß es sich fast durchweg um Qualitätsmaterial, besonders um Werkzeugstahle für den Waggon-, Automobil- und Flugzeugbau sowie für die Herstellung von Geschützen und Munition handelte. Die Nachricht von der Schlacht bei Gomel war zum Ausgang voriger Woche eine gute Kunde. Jetzt werden wir mit der Meldung überrascht, daß in dem 400 km weiten und nach der landschaftlichen Gestaltung sehr schwierigen Raum zwischen Ilmensee und Smolensk in mehrtägigen hartnäckigen Kämpfen die Masse der 22. Sowjetarmee vernichtet wurde. Die Stadt Welikije Luky (wörtlich Großwiesen) selbst ist nach heißem Kampf genommen worden. Die Stadt, im südlichen Teil des ehemaligen Gouvernements Pshow, am Lowctt-Fluß und an der Bahn Moskau—Riga und nur wenige Kilometer östlich der Strecke Witebsk—Petersburg, zählt rund 20 000 Einwohner und hatte eine rege Lederindustrie, auch Seifensiedereien und Brauereien. Sie war zeitweise Zwischenhafen im Luftverkehr Berlin—Moskau. In der Siegesmeldung wird gleichzeitig das Verhältnis der Gefangenen und der Toten angegeben: 30 000 Gefangene und 40000 Tote. Schon bei Abschluß der Schlacht von Bialystok- Minsk wurde angegeben, daß die blutigen Verluste ein Mehrfaches der Gefangenenzahl ausmachen, hier haben wir ein ganz gegenständliches Beispiel für das Verhältnis der Verluftzahlen. Schon am letzten Sonntag erschien ein PK.-Be- richt, der die Erbeutung der Kurierinaschine des Marschalls Woroschilow schilderte. Dort hieß es, daß der Sowjetpilot in Welikije Luky zwischenlanden sollte, um „dort die neuesten Meldungen von der damals dicht davor verlaufenden Front aufzunehmen und nach Moskau zurückzufliegen". Am 24. 8. wurde dann berichtet, daß stärkere Sowjetkräfte südlich des Ilmensees geschlagen und über den Lo- watfluß zurückgeworfen wurden. Jetzt liegt das Gesamtergebnis dieser Kämpfe vor. Zwischen Ilmensee und dem Finnischen Meerbusen sowie vor Reval verlaufen die Operationen weiterhin erfolgreich. Dasselbe gilt von der finnischen Front. Die finnische Front zu beiden Seiten desLadogasees und die Front zwischen Ilmensee und Jamburg sind Teile der „Front vorPetersbur g", von der der Wehrmachtbericht vom 22. August gesprochen hat. Die Front jenseits des Peipussees und der Narowa bis zum Finnischen Meerbusen in Nordestland hat Reval und Baltisch-Port als Hauptziele vor sich. Eine Meldung vom 26. August verzeichnete einen tiefen Einbruch deutscher Infanterie- und Pioniereinheiten in die sowjetischen Widerstandslinien vor Reval. Bezeichnend für die Küstennähe ist, daß die sowjetische Ostseeflotte in den Erdkampf eingriff, was ihr freilich teuer zu stehen kam. $ie ganz hinterjndien, so bildet auch Jndochina len Uebergang vom ostindischen zum ostasiatischen hiUrfreis. Ursprünglich haben die indischen Ein- M überwogen, sie sind aber, seit Frankreich 'm Frieden von Tientsin 1885 in den Besitz vom ifli'-rreid) Annam , Tonking und C o'ch i n = Iji-.a kam und 1907 noch die thailändischen Pro- Iiin n von Battambang und A n a k o r dazu ktr rb, immer weiter diesen Einflüssen ausge- |*ic-n. Dort an den Küsten des chinesischen Meeres I7-. CKfAr - ' ' - - _ . W n Truppen den Weg versperrten, zum Irans- ScnneKW iJ rtoon Waffen, Munition und anderem Kriegs- erscharfäly6 rjhrial an Tschiangkaischek. Waffen-n jlfibe nun aus zuverlässigen Nachrichten hervor- !j<- hatten Washington und London den Plan ge- Gieil M, den Marschall Tschiangkaischek dazu zu ver- 1 filiert, in Jndochina einzurücken, während A laiche Truppen in Malaya und amerikanische W: sschiffe in Den Häfen Jndochinas seine Ope- ^"7^ !£den unterstützen sollten. Natürlich hatte man in q kinderarmes Land wie Frankreich gut Daran IgesEiklE ili auf Jndochina zu verzichten, um nicht in die ihich-britischen Raubgier zu schützen, so hat es ii einem freundschaftlichen Abkommen unter ui Schutz der japanischen Großmacht HlUt, es hat den japanischen Truppen- und fioienverbänden seine Häfen geöffnet und hat Mi diese Tat die aggressiven Pläne der Gegner bi kreuzt. i Imfing grenzt an Südchina, an das herrschafts- Ebitt des Marschalls Tschiangkaischek, an Io- Zentrum des antijapanischen Widerstandes. Dizls japanfeindliche Südchina ist mit Tonking lurt eine französische Bahnlinie verbunden, an llce Bau sich seinerzeit neben der Banque de s pirs et des Pays Bas, der Banque Franco-Chi- «. Jahrgang Nr. 20$ Brtetnt li-glich, auber Ainntags und Feiertags Beilagen: Di ßener Familienblätter , h^natimBildDieScholle Bezugsvreis: H einzelnen Nummern isitlae höherer Gewalt Lermivrechanschluk 2251 xrhtanschrifti.-Anzelger" < x^scbeck 11686 Franks M. ommf, nm es Frankreich gelungen, sich ohne ernste Zwi- I teefäüe, wenn man von lokalen Erhebungen in WeineMf. I ßjrnrn und Tonking ab steht, ein Kolonialreich zu en getreten. [ |&0 en, das 740 000 qkm mit 20 Millionen Ein- zulachen!Ab©,E Leiern umfaßt, das also um rund 200 000 qkm ।besserhoben.f| Lgior als das französische Mutterland ist. ur'Eiostocorn.l I [«mtreid) hat es verstanden, diesem Lande, zu- !g draufzui^, njr,e|t seinen Städten, das Gepräge seiner Kul- I hr aufzudrücken. In Hanoi und in Saigon, MX*]Ti !Q5 bie Franzosen Die Perle Des Fernen Ostens Ux,EN, finDet man neben Den buddhistischen Pa- Kbn ünter den Tamarindenbäumen und Palmen —— ifle Luxus und Komfort, den eine europäische fi» J feftaöt zu bieten vermag. Der Korso in der Rue lcmat in Saigon findet vielleicht an Eleganz ;ur in Nizza eine Parallele. Auch die kleineren Schnittpunkt Jndochina Von unserem UST.-Berichterstatter. vrühlsche UniversttArdnttlerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhefsen $d,tleiefieit.9Sd)ilKra6eS7-9 irj stehen gewisse Ehrenrechte und Befugnisse in ler örtlichen Verwaltung zu. Neben der ch i n e - jij,en ist auch Die japanische Einwan- ...... -Jd iiiing in Jndochina eine recht bedeutende ge= von (elbetßi Diin, und da die Franzosen keine Rassenschranken . qp.; me:?annt haben, so ist die Zahl Der Mischlinge vem w. gro^ Die meisten dieser Mischlinge haben es schenk' sq den Europäern assimiliert und besitzen die Einweichi umsonst I nunsverlol p.^eterm Lbe"«is T lein fjoijfj I fliegendes britisches Flugzeug «m Mittag nach Ucberfliegen der Deutschen Bucht zur Notlandung gezwungen und die Besatzung gefangengenommen. Damit haben die Briten im Laufe des Mittwoch nach bisherigen Meldungen zwölf Flugzeuge verloren. Alle diese Kämpfe haben die Ueberlegen- beit der deutschen Besatzungen, Flugzeuge und Waffen erneut bewiesen! kein deutsches Flugzeug gkNg verloren. Anschlag auf Laval und Deal. Bei der Abfahrt der Legion gegen den Bolschewismus. Vichy. 28.August. (DJIB.) Wie die französische Nachrichtenagentur 053. meldet, wurde am TNitt- wochnachmittag nach der Zeremonie, die in Versailles anläßlich der Abfahrt des ersten Freiwilligenkontingents der französischen Legion gegen den Bolschewismus flattfand. ein Attentat gegen den ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Pierre Laval und Marcel D6al, den Führer der Neosozialisten und ehemaligem Luft- fahrtmlnlsler, heute Chefredakteur des ..Oeuvre", verübt. Sie wurden beide verwundet. Ihre Verletzungen scheinen nicht lebensgefährlich zu sein. Der Attentäter wurde festgenommen. Cs handelt sich um den 29jährigen Paul Colette aus Caen. Auch Oberst D u v r y . der das erste Kontingent der Legion französischer Freiwilliger kommandieren sollte, wurde nach einer Ligenmeldung der „Frankfurter Zeitung" verwundet. Laval wurde mitten in die Brust getroffen und brach in den Armen eines Begleiters zusammen, als er mit anderen Vertretern der Zivil- und Militärbehörden, darunter auch dem Botschafter de Brinon, das Tor der Versailler Kaserne Borguis-Desbordes betreten hatte, in der die Zeremonie der Verabschiedung der Legion stattfinden sollte. Laval muhte sich einer Operation unterziehen, über deren Verlauf noch nichts bekannt geworden ist. Keine Chancen für eine Landung in Europa. Italienische Betrachtungen. Rom, 24. Aug. (Europapreß.) England und USA. legen sich wechselseitig die Notwendigkeit einer Landung in Europa als einzige Möglichkeit zur Niederringung der Achse nahe. General Wavell und sein Nachfolger haben USA. diese Landung empfohlen. Die Presse Nordamerikas hingegen eifert England an, eine Landung an der Südkuste zu versuchen. Seit einigen Tagen wird mit besonderem Nachdruck eine Landung in Italien und auf seinen großen Inseln empfohlen. Dazu schreibt Gayda im „Giornale d'Jtalia", die Geschichte der Landungen des englischen Heeres werde durch ein ununterbrochene Serie von aufsehenerregenden Rückzügen auf die Schiffe gekennzeichnet. England und die USA seien sogar z u - sammen nicht in der Lage, eine Landung von auch nur Halbwegs ausreichenden Landstreitkräften an irgendeinem Punkt Europas durchzuführen. Fünf Millionen BRT. Handelsschiffsraum feien im Weltkrieg zur Landung eines auch nur eine Million Mann starken nordamerikanischen Heeres notwendig gewesen. Zur Landung sei ein volles Jahr benötigt worden. Dazu komme noch, daß das nordamerikanische Heer in aller Ruhe hintet der französischen Front habe zusammengezogen werden können. So begünstigt sei gegenwärtig keine feindliche Landung in Europa. Ein nur eine Million Mann starkes Heer sei heute nicht ausreichend, um auch nur mit der geringsten Hoffnung auf Erfolg Deutschland und Italien angreifen zu können. Heute könnten außerdem England und die USA. nicht einmal über den zum Transport eines Heeres von einer Million Mann erforderlichen Schiffsraum verfügen. Ein derartiger Versuch wäre nur unter vollständiger Einstellung der Kriegsmateriallieferungen an England über den Atlantik und das Rote Meer denkbar. Auch an der erforderlichen Anzahl von Geleitschiffen würde es mangeln. Im Weltkrieg habe England 62 v. H. der als Geleitschiffe benötigten Kriegsschiffe einsetzen können. Heute aber sei der größte Teil der englischen Kriegsschiffe im Atlantik und im Mittelmeer sowie im Norden zum Schutz der englischen Inseln gebunden. Im Stillen Ozean sehe es für England und die USA. nichts weniger als beruhigend aus, weshalb die USA. unmöglich fast ihre gesamte Flotte zum Zweck des Ausgleichs im Atlantik zusammenziehen könnten. Selbst aus den Berechnungen der englischen und nordamerikanischen Marinefachleute ergebe sich, daß es nicht möglich sei, zu einem ernsten Landungsversuch an den von der Achse besetzten europäischen Küsten die erforderliche Flotte von Handels- und Kriegsschiffen aufzubieten und bereitzustellen. Um eine sowjetische „Burmastraße". Englands strategische Ziele im Iran. Stockholm, 27. Aug. (Europapreß.) Im Gegensatz zu dem stark verbreiteten Optimismus, der fh der britischen Oeffentlichkeit über die britischsowjetische Invasion in Iran herrscht, warnen englische militärische Kreise davor, zu große Erwartungen an diesen Feldzug zu knüpfen. Man solle nicht etwa glauben, daß er schnell und leicht durchgeführt werde. Schon die ersten Kämpfe zeugten von einem gesteigerten Widerstand Irans, der, von ausgezeichneten gebietsmäßigen Vorteilen gestützt, nicht zu unterschätzen sei. In politischen Kreisen unterstreicht man Englands fortgesetzte Bereitwilligkeit, einen friedlichen Abschluß des Konfliktes anzustreben. Als britische Bedingungen nennt man: Ausweisung sämtlicher deutscher Staatsbürger, Internierung aller antibritischen Agitatoren und militärische Konzessionen zur Sicherung sowohl der iranischen Oelfelder als auch der Verbindungswege für das britische Militär quer durch Iran von Indien nach der Sowjetunion. Die englischen Zeitungen leisten sich im übrigen immer schärfere Angriffe gegen die iranische Neutralitätspolitik und sind der Auffassung, „Neutralität bestehe in einem Lande nicht, in dem sich Deutsche auf freiem Fuß befänden". Der Presse kommt es nur darauf an, daß eine „sowjetische Burma- Straße" geschaffen wird. „Stockholms Tidnin- gen" meint, England habe vorübergehend den Versuch gemacht, den erwünschten Kontakt mit der Sowjetunion im hohen Norden zustandezubringen. Dieser Gedanke sei aber jetzt nach dem gescheiterten Angriff auf Petsamo auf gegeben worben. Erbitterte Kämpfe am pay-i-Tag-paß. Stockholm, 27. August. (Europapreß.) Ein „Times"-Korrespondent, der fich bei den Truppen aufhielt, schildert ausführlich den britischen Einmarsch in den Iran, den er bei der Abteilung mitgemächt hat, die längs der Straße Bagdad — Teheran mit Kermanshcch als erstem direkten Ziel operiert. Der Grenzübergung, so berichtet er, fand am Montagmorgen noch in der Dämmerung in der Gegend von Gafr—Jshirin statt und wurde von Abteilungen des indischen Heeres ausgeführt. Sie waren vor Ausbruch der Feindseligkeiten in Khanaqin rund 150 Kilometer nordöstlich von Bagdad konzentriert worden. Eine i n - dische P a n z e r b r i g a d e , der britische Kavallerie zugeteilt war, ging in Richtung auf Kermanshah vor und stieß anfangs nur auf geringen Widerstand. Als sie sich dem Pay-i-Tag-Paß näherte, wo der Weg in rund 3000 Fuß Höhe in die Zagros-Berge führt, kam es zu erbitterten Kämpfen mit den iranischen Truppen, die sich dort verschanzt hatten, eine Abteilung wurde darauf in Begleitung von Gurkhas (indische Infanterie) auf dem alten Karawanenweg gegen Gilan gesandt, von wo aus die Absicht besteht, den Paß zu umgehen. Diese Operation ist augenblicklich im Gange, während die britischen Streitkräfte vor dem Pay-i-Tag-Paß sich vorläufig etwas zurückgezogen Haben, um nicht noch größere Verluste zu Heinrich Wolfgang Geidet. Zum fimfundsechzigsten Geburtstag des Dichters am 28. August. Kurz vor dem Weltkrieg machte ein Buch von Heinrich Wolfgang Seidel von sich reden: es enthielt neun Erzählungen unter dem Titel „D e r Vogel Tolidan" und zeigte bereits alle Merkmale, sowohl der ererbten als auch der eigenen, einer epischen Begabung, die über den Vater Heinrich Seidel, Fontane und Raabe „sich selbst" zustrebte. Der Sohn des Leberecht-Hühnchen-Dichters sah das Leben in größeren Linien, erfaßte alles Geschehen mit einer stärkeren dichterischen Kraft und formte die Schicksale mit einer nicht selten ins Unheimliche vorstoßenden Phantasie, die kaum mehr an die humorige Kleinkunst des Vaters denken ließ. Mit einer aus gütigem Weltoerstehen gewachsenen tiefen Herzens- und Seelenkenntnis suchte der junge Erzähler den Sinn der Dinge hinter den Zufälligkeiten des Tages zu deuten, und zwar nahm er den ihm eigenen Humor au Hilfe, der vom Wohllaunigen über das Groteske bis in die Bezirke des Gespenstischen reicht. Von dem bunten Leben der Reichshauptstadt, in der Heinrich Wolfgang Seidel aufwuchs, erzählt der Roman „DasvergitterteFenste r". Man gewinnt gute Einblicke in die Gesellschaft des alten Westens,' in Museen und Gesandtschaften, in das Treiben der verwinkelten Gassen an der Spree. Der Inhalt dieses Buches hätte zu einem guten Kriminalroman gereicht, so spannend ist die Fabel, aber der Dichter stellt die gewaltsamen Ereignisse in das Licht dichterischer Verklärung und leiht damit den schicksalhaften Verkettungen einen höheren Sinn. Heinrich Wolfgang Seidels Fontanesche Kunst, das Tägliche zum Gegensatz des Alltäglichen hinaufzuheben, wirkt fich in ihrer ganzen Spannkraft aus in dem Roman „George Palmerstöne". Er beginnt zur Zeit der ersten Berliner Eisenbahn und endet mit dem dänischen Kriege 1864. Auf dem Hintergründe der alten preußischen Hauptstadt schildert Seidel das mühevolle Leben des kleinen Berliners George Palmerstone, dessen Lebensgefühl einmal in den Worten angedeutet wird: „Damals kam in fein Blut das erste Wissen um die Willkür aller menschlichen Ordnungen, die nicht zugleich Gesetze unseres eigenen Wesens sind." Der Erzähler idealisiert das immerhin nüchterne Leben Palmerftones nicht, aber er läßt Durchblicke auf über irdische Zusammenhänge von Führung und Fügung frei, und überhöht auf diese Weise das auf seltsamen Umwegen verwirklichte Leben des kleinen George. Das Werk gehört zu den besten deutschen Entwicklungsromanen. Langsam aber stet wuchs mit den Jahren das Schaffen Heinrich Wolfgang Seidels, es zeigte sich markanter noch als in den früheren Erzählungen in*ber Novelle „©ent a", die einem Nooellenband den Namen gab. Im Mittelpunkt steht ein baltischer Gutsherr, von halbafiatischem Volk um- dröngt, umlauert, der jedoch immer und überall er selbst bleibt, ein schrulliger Gutsherr voll Humor und Lebensklugheit. Die starke Erzählung „E l k" aus dem Bande „Abend und Morgen" beschwört die „Dämonie der östlichen Landschaft an der Kurischen Nehrung und wird fast mythisch, wenn dort in der unheimlichen Stille des Urwalds, wo eben noch ein merkwürdiger Waldmensch hockt, sich das Geweih eines mächtigen Elchs in den Abend hebt. „Elk" ist schlechthin eine deutsche Meistererzählung zu nennen. Wenn Seidel hier und da aus der Freude am Schildern den epischen Gang ein wenig dehnte, so gelang es ihm in seinem letzten großen Roman „Krüsemann", die Handlung ungemein zu straffen, und zwar fo stark, daß seine früheren Arbeiten wie Vorstufen wirken. Im Nachkriegs- bcrlin, in jenen trüben Tagen der Not und des Verfalls taucht das gütige Antlitz Ottokar Krüse- manns über dem Haften und Lärmen der Weltstadt auf. Als das Leben dieses Junggesellen keine Aufgabe mehr zu haben schien, trifft er mit dem „von dem Bolschewikenhai verfolgten" Studenten Sege- wold zusammen, der in tiefstes Elend geraten war. Er nahm ihn mit nach Hause, pflegte ihn gesund und erzählte ihm von seinem Leben als Handschuhmacher, das er aufgegeben hatte. Die weiteren Schicksale des ungleichen Paares hat Seidel mit unsagbar dichterischer Feinheit festgehalten, vor allem Krüsemanns väterliche Sorge und Sege- wolds Schuldgefühl. Bald aber zerbröckelt dem Alten die Zeit, er trauert dem Studenten nach in einer wundersamen Art und stirbt in der Liebe zu einem wie einen Sohn gehaltenen Menschen. erleiden. Gleichzeitig mit dieser Operation überschritt ein englisches Infanterie-Bataillon den Fluß Na fta Sh ah bei der Stadt Nafta Khan und besetzte nach Kämpfen den iranischen Teil des Delhi ft r i f 15 , der hier von dem Grenzfluß durchschnitten wird. Vierzehn Divisionen rücken im Fran ein. Mailand, 27. Aug. (Europapreß.) Nach einer Meldung des „Corriere della Sera" haben die Sowjets gegen Iran sieben Divisionen eingesetzt, und ebenso viele britische Divisionen seien an der Küste des Persischen Golfes gelandet worden, um von hier aus in Iran vor- Aubringen. Dazu kämen die aus Belutschistan in Iran einmarschierenden indischen Truppen. Feindliche Flugzeuge hätten die Städte Ardabil, Rescht, Ahwas und andere Ortschaften bombardiert, wobei in den Wohnvierteln beträchtliche Schäden angerichtet und nur wenige militärische Ziele getroffen worden seien. In Täbris habe die Flak ein feindliches Bombenflugzeug abgeschossen. Motorisierte sowjetische Truppen seien bis nach Dschufa und Maki vorgestoßen. Sowjetische Kriegsschiffe hätten im Kaspischen Meer Operationen gegen die iranische Küste ausgeführt. Die iranischen Truppen hätten den Sowjets in der Nähe von Marand auf dem Wege nach Täbris große Verluste zugefügt. Infolge dieser Kämpfe hätten die Sowjets erst gegen 60 Kilometer weit in Richtung auf Täbris vorrücken können. Erregung in Aegypten. Englandfeindliche Kundgebungen in Kairo. Istanbul, 27. August. (Europapreß.) Der Führer der ägyptischen Wafd-Partei und ehemalige Ministerpräsident Nahas Pascha hielt in einer Parteiversammlung eine Rede, die erstaunlicherweise auch durch den ägyptischen Rundfunk verbreitet wurde. Darm führte Nahas Pascha aus, Aegypten habe zwar mit England ein Bündnis geschlossen, sei aber feit Kriegsbeginn in eine immer stärkere politische und militärische Abhängigkeit zu Großbritannien geraten. Auch wirtschaftlich werde Aegypten immer mehr geknebelt, denn England habe die Ankaufspreise für Baumwolle so niedrig festgesetzt, daß die Erzeuger kaum ihre Produktionskosten decken könnten. Auf diese Weise werde das Land dem Ruin entgegengetrieben. Die ägyptischen Nationalisten würden indessen nicht dulden, daß das Land in eine völlige englische Abhängigkeit gerate. Wegen der Verletzung der Neutralität des Iran kam es laut Meldungen der römischen Morgenpresse zu englandfeindlichen Kundgebungen in der Koran- Universität Azhar, als an einem Bittgebet der Studenten des Iran um Schutz ihrer Heimat im Hofe der tausendjährigen Universität des Islams sich Tausende von Studenten aus der ganzen mohammedanischen Welt beteiligten. Ein ägyptischer Student verwies darauf, daß eine Schwester des Königs von Aegypten die Kronprinzessin des Iran fei, jeder Aegypter würde den gegenüber dem Iran begangenen Gewaltakt als gegen das ägyptische Volk und feinen König gerichtet betrachten. Anschließend wies ein arabischer Student auf das Martyrium feiner Brüder in Palästina hin. Hierauf kam es im Hofe der Universität zu einer stürmischen englandfeindlichen Kundgebung. Von einigen Ulemas (islamischen Geistlichen) war versucht worden, beruhigend auf die Studenten einzuwirken und die Ruhe wiedenherzustellen, was ihnen aber nicht gelang. — Auch Mondo Arabo berichtet aus Tunis über eine große Erregung in den ägyptischen Volksmassen wegen des englischen Angriffs auf Iran. Don den Wafdisten sei in Kairo eine Straßen- kundgebung veranstaltet worden, wobei Hochrufe auf den Schah, den Kronprinzen und die Kronprinzessin des Iran ausgebracht worden feien. Personenverkehr Türkei—Europa unterbunden. I st a n b u l, 27 Aug. (Europapreß.) Die türkischen Militärbehörden haben ein generelles Verbot erlassen, wonach Ausländern die Durchreise durch Thrazien ohne besondere Genehmigung des türkschen Großen Hauptquartiers in Ankara verboten ist. Dieses Verbot wurde auch auf den bisher gestatteten Zug- und Autobusverkehr ausgedehnt, so daß damit praktisch jeglicher Heinrich Wolfgang Seidels Werk zählt — es wäre noch fein treffliches Fontane-Buch zu nennen — nicht viele Garben, aber jede ist voller reifer Aehren, und fo darf er zufrieden auf feine bisherige Ernte blicken. Seidels Werk hat einmal jemand mit Recht ein'„Stück heimliches Deutschland" genannt, von dem, so wäre zu ergänzen, die einmal unerbittliche Auslese haltende spätere Zeit das meiste zur wertvollen deutschen Epik rechnen wird. Die Ehrengabe. Von Willi Fehse. Ein Jahr nach der Beendigung des deutsch-französischen Krieges weilte ein junger Poet, dem gerade der erste Lorbeer grünte, bei Fritz Reuter in Eisenach. Der Mecklenburger hatte nach den bitteren Jahren der Not endlich am Fuße der Wartburg fein eigen Hüsung gefunden. Er war Student und nach seiner Festungszeit Landmann, Lehrer und Schriftleiter gewesen, ehe er zu dem Dichter niederdeutschen Volkstums reifte, der auch auf dem dunkelsten Schicksalsgewölk noch ein Regenbogenspiel aus Witz und Laune zu entzünden vermochte. Ehren und Auszeichnungen flössen ihm jetzt immer mehr zu. Es war, als wollte die Gegenwart cm dem alternden Manne wieder gutmachen, was die Vergangenheit an seiner Jugend sündigte. Reuter freute sich gewiß über den Beifall und Dank, den seine Bücher fanden; denn jedes Echo, pflegte er zu sagen, verstärkt den Hall der eigenen Stimme und läßt chre Rufe vernehmbarer werden. Doch räumte er diesen Dingen keine Macht über fein Herz ein, wie der ruhmsüchtige Jüngling zu tun schien. Vielmehr bewahrte er sich auch im Ruhm die biedere Bescheidenheit, zu der ihn Leid und Svrae erzogen ... Als er nun mit seinem Gastfreund in seinem Garten saß, fragte dieser, welche von all den Ehrungen, die er in seinem Leben empfangen hätte, ihn die wertvollste dünke. Der Ehrendoktor der Universität Rostock? Der Maxirniliansorden des bayerischen Königs? Der Tiedgepreis? Die glodene Medaille für Kunst und Wissenschaft? Fritz Reuter lächelte und strich sich über seinen grauen Bart. Huf ¥ Li Staaten teil ne hm en sollen. Auf dieser Konferenz soll die Zweckmäßigkeit engster Zusammenarbeit nü tif Di! »er« »i N a ch r i ch t e n d i e n st verwenden. Für alle Fäll) & | Her ton bei Mn - L btz J M bei 5 Mir bei (St. DM 51 tür 18tt| rgun bt -in Die ersten Amazonen haben ihren Dienst schon aiw getreten, vorläufig in der Uniform der schwedische» Lotten. Sie werden aber baldmöglichst eine be* sondere Uniform mit militärischen Rangzeichen erhalten. Kleine politische Nachrichten. Anläßlich der 5. Sommerkampfspiele in Breslau fanden Arbeitsbesprechungen zwischen den Fühl' rem der Hitler-Jugend und den ausländischen Dee- den USA. erörtert werden. Das LlSA.-Schiffsbanprogramm. Washington, 27. Aug. (Europapreß.) D« Marineausschuß verhandelt gegenwärtig über bii Herrichtung von 23 weiteren Heilige; auf den bestehenden Werften zwecks Durchführuiv des neuen 1,246 Milliarden Dollar umfaffenbei Personenverkehr von der Türkei nach Europa urti umgekehrt unterbunden ist. Verhaftung kubanischer Staatsangehöriger. Schiffsbauprogramms. Das Programm sieht Neubau von 566 Schiffen vor, wodurch das famtprogramm fich auf 1276 Schiffe erhöht, denen 100 bereits fertiggestellt sind. Die LlSA.-Militärmission für Tschungking und Moskau. Washington, 27. Aug. (Europapreß.) *:3ub M 5 R hrb U hl |Mh Iri Ilm M [bis Mer MSid Mi ftM L* Mrb pt R r ■ [ho i 1 :: M I iS in tau i iwnl i ilipitn ■■ * i-h ßrch jM blid 1 l.'M M M : «ich Berlin, 28. Aug. (DNB.) Wegen ftaatsfeini, , V kicher Umtriebe und Handlungen, die gegen di, : Mm Sicherheit des Deutschen Reiches gerichtet wäre:, ist in den besetzten Gebieten eine Reiht kubanischer Staatsangehöriger in Haft genorm nordamerikanifche Militärmission, die, wie schoi \ gemeldet, nach China entsandt wird, wird von ■ Brigadeaeneral John Magruder geführt. Jh j ist die Aufgabe gestellt, den Materialbedarf um) die strategischen Kriegsprobleme Chinas zu stu frieren. Roosevelt erklärte Pressevertretern, daß fit • im Einklang mit der geplanten U 8 A. - M i s s io u i nachSowjetrußland stehe. Die Ausgaben der Missionen bezeichnet der Präsident als gleich. 1 artig, fügte aber hinzu, daß die Mission nach bet ; Sowjetunion sich nicht mit Hilfsmaßnahmen auf; Grund des Leih- und Pachtgefetzes befassen werde Die China-Mission werde voraussichtlich in vierzehn Tagen abreisen. General Magruder besitz! langjährige Erfahrungen, da er in China als Mil» „Min leewen Fründ", erwiderte er, während sein! Blick über das sonnenüberglänzte, malfrgrüne Tu! zu seinen Füßen schweifte, „’n oller Knaster wiit unsereins hat'n armem Geschmack as son jungem Kirl wie Sei ... Sie werden sich wundern, wem ich Ihnen die Ehrengabe nenne, die mir von allem am meisten Freude machte. Wissen Sie, was es war? Eine Gänseleberpastete!" „Eine Gänseleberpastete?" fragte der Jüngling verdutzt. „Eine Gänseleberpastete", wiederholte der Dichteft und hinter feinen Brillengläsern blitzte es schalkhaft auf. ' | „Allerdings", fuhr er nach einer kleinen Kunft' pause fort, „hatte es damit seine eigene Bewandt? nis. Ein deutscher Soldat schickte sie mir im vorigen Jahr aus Elsaß-Lothringen ... Sozusagen als Probe aus dem neu errungenen Reichsland, wi« er schrieb. Er hatte im Feldlager „Ut mine Festungs- tid" gelesen, wissen Sie, und so kam er darauf Gerade, als die Glocken die Gründung des Reiches einläuteten, kam die Sendung bei uns an. Und nicht wahr, Luising", wandte er sich an seine Frau, bi« jetzt herzutrat und auf das Tischchen zwischen den beiden ein Tablett mit Gläsern niedersetzte, „nicht wahr, Luising, das war uns ein Festmal, als wie fie verzehrten? Ich dachte dabei an meine sieben Festungsjahre, und daß sie, wie der Soldat meinte nun ihren Sinn bekommen hatten; denn jetzt Der- wirklichten sich ja die Träume der Jugend, die wie als Burschenschaftler mit dem Kerker büßen muß-' ten ... Den Brief sollen Sie nachher lesen. Danin verstehen Sie vielleicht noch besser, warum mir bis Gabe des Soldaten über alle andern Ehren geht. - ■ Damit griff der Dichter nach einem der Glases nickte seiner Frau heiter zu und erhob es gegem den Gastfreunfr, der bei feinen Worten sehr nach* denklich geworden war. „Ich trua damals", gestand er später, als er W zu einem bescheidenen und tüchtigen Menschen entwickelt hatte, „das Schreiben eines berühmten deutschen Kritikers in der Tasche, das meiner Eitelke» sehr schmeichelte. Ich habe es weder Reuter, uns ich vorhatte, noch irgendeinem andern gezeigt. Was bedeutete es gegen die schlichte Gabe des Soldaten die dem Wirken eines Dichters zugleich aus dem Glück des Vaterlandes antwortete?" werden sie jedoch in gewissem Umfang auch im MM Waffengebrauch ausgebildet roerbem men worden. M Roosevelt will mit den süd- , amerikanischen Staaten konferieren. . ,« Drfanic. * Der Führer hat dem Geheimen Regierungrm Professor Dr. Dr. e. h. Bruno Tacke in Bremern aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres -in Anerkennung feiner «Verdienste um die neuzeil-? liche deutsche Moorkultur die G o e t h e m ed aill« für Kunst und Wissenschaft verliehen. * In Rom ist Admiral v. Hintze, der ehemalig" Staatssekretär im Auswärtigen Amt, auf dem Washington, 27. Aug. (Europapreß.) Prz. fifrent Roosevelt hat an sämtliche südamerikanische, Regierungen die Anfrage gerichtet, wie sie sich einer Konferenz in Washington stellet, legationsführern statt. Der bevollmächtigte Vertm ter des Reichsjugendführers, Stabsführer Möckell e yV. unterhielt sich mit den Führern der Abordnungen aus Portugal, Dänemark, Japan und mit dem Führer der kroatischen Ustascha-Jugend, Professon tärattach4 tätig gewesen ist. Amazonen-Abteilungen im schwedischen Heer. Kopenhagen, 27. Aug. (Europapreß.) Wer Kopenhagener Blätter aus Stockholm melden, hl» man in Schweden beschlossen, Amazonen-Abteilun- gen im schwedischen Heer einzuführen. Man will die Amazonen nicht direkt im Waffengebrauch aus- bilden, sondern sie vornehmlich auf Schreibstuben in den Kasernen und auch im FelLi als Helferinnen in Stäben und im fcmvv vv v „ । v .. (j ... --- " I • •• D---- V l- an der sämtliche Präsidenten der südamerikanisch^ h ;|l°n ......... " r * ' « niiei': t* 1 f< el) s j K II uor • ßok fcrei a Ml im 1 U? fer ' . «Kta, ti SA..Mii?, „ Sie (»ent als. Diilfion majnatai ■ Die bisher verhafteten Reichsdeutschen Chile wurden auf Grund eines Spruches des Apellationsgerichtes freigelassen. Damit sind dir Verdächtigungen gegen die Reichsdeutschen in Chile zusammengebrochen. Der argentinische Import hat im Vergleich zu 1940 im ersten halben Jahr 1941 einen Verlust von 36,5 v.h. zu verzeichnen. Der Export Argentiniens sank um 16,9 v. 5). ;t°Papre6.)» •SÄ! nffion Kosfoii, Wi "le, mie -t. wrb, wirl: Um der Verbundenheit einer verantwor- ur: bewußten Volks- und Kampfgemeinschaft des ipais Hessen-Nassau Ausdruck zu verleihen, be= ßich Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger i rrcindete Kameraden des östlichen Kriegsschau- uropapieß.)in einem Reseroelazarett der Gauhauptstadt, nim leitenden Stabsarzt ging der Gauleiter iwn Krankenzimmer zu Krankenzimmer. Mit jedem Neuseelands Ministerpräsident Frazer hat sich von London nach Washington begeben, um mit Präsident Roosevelt die Lage im Fernen Osten zu beraten. haupten lassen, wenn das in ihrer Macht gestanden wäre. Da sie eine treue Seele war und von den Kindern heiß geliebt wurde, trug die Familie ihr Joch ohne Murren. Kachi war der einzige Mensch im Hause, der eine Tür zuknallen durfte, daß der Kalk von der Decke rieselte, ohne daß Konrad hell- wanq den geringsten Einspruch erhob. Allerdings war Kathi auch zartfühlend oder vorsichtig genug, ihre Gemütsbewegungen an den Türen nur dann auszulassen, wenn hellwang nicht bei der Arbeü saß. „Ich habe dich schon in deinem Zimmer ge- ^Jftun, was gibt's, Mutter?" Ich habe da eine Anzeige entworfen, Konrad..", die' alte Dame schwenkte einen Zettel in der Hand, hellwang öffnete die Tür seines Zimmers und ^^es^dir das einmal durch", bat sie und reichte ihm den Zettel hin. Der Tag senkte sich schon, und die Farben des van Gogh glommen aus den Gespinsten der Dämmerung, hellwang trat nut dem Blatt ans Fenster und las: Für frauenlosen haushalt wird eine Dame gesucht, die bei vorhandener Hausgehilfin die Wirtschaft führen und drei Kinder von vier, acht und elf Jahren mütterlich erziehen kann. Persönliche Unterredung erbeten. Nun", fragte die alte Dame nach einer Weile, m'ie findest du das?" Sie machte ein Gesicht wie der liebe Gott am Abend des sechsten Schopfungs- taaes und schien mit ihrer Leistung sehr zufrieden zu sew. hellwang kaute an seiner Lippe. „Kathi ist sehr selbständig--und leicht gekränkt", antwortete er schließlich etwas duster, als blicke er in einen Horizont voller Wetterwolken ^Der ewige Eiertanz um Kachi", murmelte die alle Dame und runzelte die Brauen, „sie wird sich daran gewöhnen müssen, daß hier eine neue Ordnung einzieht." Gewiß, gewiß...", sagte hellwang schwach und ohne rechte Ueberzeugung. Also bist du mit dem Text der Anzeige einver- standen und auch damit, daß ich sie noch heute auf- ^hellwang überflog die Zeilen noch einmal er nickte sparsam: „3a, es bleibt mir ja auch mchts befassen sichtlich in t3 Nagruder bs China als R mW (am er °>.F »«"SW Ä* ’JSerfei -n"dürch"dseUh-it"U"®inbant>räden »ine lebendige Wirkung. Der große Schrmbbich an ! F ,er blankgewetzten Eichenplatte stand zwischen e »eiben Fenstern. Holbeins Falkner schaute as hrte. henn A > Arbeitenden nieder. Aus einer Nische im hm -hunb leuchteten die Trompetenfarben Ees van W in ein ^mütliche Ecke mit Nauchtlsch Diwan I oein paar bequemen Sesseln. Alliahrttch focht ^lr»ang mit dem Finanzamt erbitterte K k ob dieses behagliche Zammer als Büro nn k'rs einer gewerblichen Betriebs statte anz i 0 lerver nicht Bisher hatte er den Sieg davong weiten Tage seines Frontaufenthaltes be- - ich König Michael in Begleitung des Mar- -hals Antonescu und des deutschen General- • gj!7S Hausse den Kampfabschnitt von Odessa, wo ie Bolschewisten noch verzweifelten Widerstand über die ganz- Breite d-- ■fe reichte, befand sich die Bibkothek, eine etwas • nonichsvolle und hochtrabende Bezeichnung für 1 ihi Raum von fünf Schritten im Quadrat, m.oem 1 Einigen doppelseitigen Regalen seine Buche ! Men. Die Handbücherei und die wertvollen, zu- ’pfi von befreundeten Autoren signierten Bande ijtin zwei lange Borde unter den beiden Dach sMien seines Arbeitsraumes und gaben dem ^im- M Initiative der Organisatton Todt ist der Bau i it -eiben internationalen Straßen Belgrad — ; a o n i t i und Belgrad — Sofia bereits Hainen. Bei diesen Straßenbauten sind 6000 serbisch Arbeiter beschäfttgt. Bojana (Steiermark), 36,79; 2. Böllinghaus (Dussel- darf), 36,58; 3. häbel (Pommern), 33,35. Fünfkampf: 1. Böllinghaus (Düsseldorf), 3448,34; 2. hillebrandt (Niedersachsen), 3380,13; 3. Stumpf (Nordsee) 3379,7. B D M.-W e r k. Speer: 1. Gerda Schwartau (Hamburg), 38,86, 2. Fink (Nordmark), 37,40; 3. Greverath (Pommern), 35,10. Diskus: 1. Yard (Köln-Aachen), 37,19; 2. Streiff (Nie- dersachsen), 37,05; 3. Wilmes (Brandenburg), 36,88. Hochsprung: 1. Gunda Friedrich (Franken), 1,50; 2. Bock (Niedersachsen), 1,50; 3. Göttsch (Nordmark), 1,48. Fünfkampf: 1. Busch (Berlin), 3441,37; 2. Wölk (Ostland), 3415,96; 3. Schwartau (Hamburg), 3399,34. Erste Iugendmeister im Radfahren. * Auf der Zementbahn in Lilienthal wurden die ersten Meister im Radfahren ermittelt. Unter den 45 Teilnehmern des 1000-Meter-Zeitfahrens er- zielte Günther Plümach er (Düsseldorf) mit 1:11,2 eine Jugendbestzeit. Im Zweisitzerfahren über 2000 Meter konnte Plümacher mit seinem Kameraden P. Kleinhaus einen zweiten Sieg davontragen. Ergebnisse: 1000 Meter Zeitfahren: 1. G. Plümacher (Düsseldorf) 1:11,2; 2. Nagel (Baden) 1:13; 3. Höschen (Ruhr/Niederrhein) 1:14,8; 4. Rattay (Niedersachsen) 1:15,1; 5. Schmuck (Franken) 1:15,1. Zweisitzerfahren: 1. Plümacher/Kleinhaus (Düsseldorf) 2:23,8; 2. Rueth/Krüaer (Köln) 2:26,8; 3. hux- hagen/Näthel (Niedersachsen) 2:27,6; 4. Schmuck/ Flach (Franken) 2:28,4. Für die Einzelmeisterschaft im 100-Kilometer- Straßenradfahren fand eine Ausscheidung unter den Zweiten und Dritten der Gebietsmeisterschaften statt, hierbei siegten in zwei Gruppen Zoll (Mittelelbe) in 1:55,23 vor Ruprecht (Hochland) und Weighardt (Mittelelbe) in 1:57,29,3 vor Böhme (Berlin). Diese vier und noch ein fünfter Fahrer wurden mit den Gebietsmeistern in den Endlauf am Sonntag eingerecht. westfälischer Pimpf im Kunstlauf. Entschieden wurde auch das Kunstlaufen des Deutschen Jungvolks auf der Rollschuhbahn. Kröl (Westfalen) siegte mit 1104 Punkten und Platzziffer 5. mächtigte bereits mitgeteilt, beginnt das Winterhilfs- lbsführei U ml 1941/42 bereits mit dem 1. September 1941. der 2Iborbr Ns pird bis zum 31. März 1942 durchgeführt. Die n und mill; p3 • -..... Jugenb, W ihren. Mm: j ipferen Soldaten unterhielt sich der Gauleiter lengebraudjir™ -...... ** n. InOstafrika richtete der Gegner einen heftigen Angriff gegen die vorgeschobenen Stellungen von U o l ch e f i t, die die heldenhaften Verteidiger auch mit Unterstützung durch die Luftwaffe überlegenen britischen Streitkräften erbittert streitig machen. In den übrigen Abschnitten des Kampfgebietes von G o n d a r erfolgten lebhafte Treffen unserer Truppen mit starken feindlichen Abteilungen, denen beträchtliche Verluste zugefügt wurden. Hlwptschriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thnriot. (beuti.), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Emst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. PLNr.6. >ulchen Friedhof bestattet worden. Der Beerdi- M haben Vertreter des Auswärtigen Amtes, der uldjen Botschaft in Rom, des Oberbefehlshabers x Kriegsmarine sowie der italienischen Behörden §,7 ehemalige jugoslawische Ministerpräsident -lijjad ino witsch, dessen Schicksal seit seiner : Lieferung an die Engländer im März dieses ■ ch-.s nicht bekannt war, befindet sich, wie die donu-Zeitung" mitteilt, auf der Insel Mauritius, V r von den Engländern interniert ist. Sofia wurde eine kommunistische Geheim- ; ru^rei ausgehoben, wobei zwei leitende Mitglieder ?r ligalen kommunistischen Organisation verhaftet tuten. Die Polizei beschlagnahmte eine Menge fehler Literatur. Jie Bukarester Polizei nahm Verhaftungen Ulk Juden, verdächtigen Ausländern und links- ! "I «er blankgewetzten Eichenplatte stand zwischen /« '•eiben Fenstern. Holbeins FalkE schaut« aus gte der 3 rholte^ । HIP'« WlUU CIUICU1C IlW ------ - . H »J i scs auser und die Wipfel der Lohe bis zu der ter ^L-: 1 Kette des Gebirges hin, dessen Rinnen sich ; eigene ^rv ui Anlagen greifbar nah heranschoben. Reben inir• ------ - *«— Breite des ,^immelsakrament, wer schreibt das Buch, du oder ich? Sag doch nur gleich, daß es nichts taugt, und daß ich es in den Ofen schmeißen foUr Dann wurde es still. Luisa verzog sich wie ein Schatten. Rach einer halben Stunde fuhr feine Stimme durchs Haus: „ßuifa! hallo, Luisa!" „Ich komme ja schon, sei nicht so laut, die Kinder schlafen!" Sie drückte sich in den Sessel, dessen Kissen noch den Abdruck ihres Körpers und ein wenig von seiner Wärme hielten, und war ganz voller Erwartung. „Du, Luis', ich habe da einen Satz geändert ... hm, weißt du, er war zu langatmig, zu verschachtelt, nicht knapp, nicht soldattsch genug; schließlich geht es bei diesem Buch um Steuben, verstehst du ...?" Ach, Luisa, nie mehr würde auf feinen Ruf ihre Antwort ertönen, hellwang ließ sich in dem Schreib- tischfessel nieder und vergrub bas Gesicht in den Armen. Die Zukunft war so dunkel und unsicher geworden. Wohin trieb das Schiff mit der kleinen Besatzung? Sie hatten von seinen Einnahmen gut, aber nie üppig gelebt, hellwang hätte erfolgreicher sein können, was die pekuniäre Seite seines Berufes betraf, wenn er sich dazu verstanden hätte, mehr zu veröffentlichen. Er war zu gründlich in den Studien zu seinen historischen Abrissen und Romanen, zu kritisch gegen das Wort, zu gewissenhaft gegen die Ge- schichte. Sein Verleger Dollerthun mußte ihm^ die Manuskripte durch Luisa aus den Händen reißen lassen. Seiner Meinung nach hatte er nur unreife, roh behauene Bücher veröffentlicht. Wie sollte et jetzt jemals fertig werden? Es klopfte. Er richtete sich auf und strich sich di» verwühlten haare aus der Stirn. Es war Kathi. Sie brachte ihm den Kaffee. „Sie sollten chn doch warmstellen!" rief er unwillig. „ha, damit er nach drei Stunden noch dasteht, und Sie haben ihn nicht angerührt?!" Sie stellte das Tablett auf den Schreibtisch, schob ihm den Teller mit drei Schnitten Kuchen hin und schenkte in die Tasse ein. Er ergab sich wortlos in die Vergewaltigung. (Fortsetzung folgt-). anderes übrig; nur wäre es mir lieb, wenn du das Wort „mütterlich" stteichen würdest. Es stört mich irgendwie und läßt sich mündlich vielleicht besser anbringen als auf einer Anzeigenseite..." Er zog seinen Drehbleisttft aus der Brusttasche und machte das Wort mit fräftigen Strichen unleserlich. Die alte Dame schickte sich an, das Zimmer zu verlassen. „Soll Kathi dir den Kaffee heraufbringen?" „Rein, danke, sie soll die Haube über die Kanne tun, ich gehe nachher hinunter." hellwang wanderte zwischen den Bücherborden durch die Breite des Raumes. Unten stürmten die Kinder, von Kachi zum Kaffee gerufen, ins Haus. Wenn es Streuselkuchen gab, trödelte nicht einmal Lydia. Jede Runde führte hellwang zweimal am Schreibtisch vorüber. Ein Stapel braun marmorierter Bände aus der Staatsbibliothek mit vielen Lesezeichen war rechts an die Kante geschoben. Unter dem gelben Pergamentschirm der Lampe lag ein Schnitzelregen kleiner Zettel mit Stichworten, Auszügen und sttlisttschen Nottzen. In der Mitte der dunkelgebeizten Platte schimmerte ein halbbeschriebener Kanzleibogen; ber sechzehnte seiner Arbeit über Friedrich Wilhelm von Steuben, den Organisator der nordamerikanischen Armee, Washingtons Generalstabschef, einer von den vielen Männern, die deutschen Lorbeer an fremde Fahnen hefteten. Und ,Lorbeer für fremde Fahnen" sollte auch der Titel des entstehenden Buches sein. Luisas Tod hatte die Arbeit unterbrochen und hellwang den Auftrieb zu neuem Beginnen genommen. Fast täglich versuchte er, das Lebensbild und Schicksal seines Helden weiter zu formen. Aber sein Gestaltungswille zerstieß sich an dem leeren Sessel in der Plauderecke vor den bunten Bücherreihen. Er hatte die Arbeit mit Gewalt weiterzutreiben versucht. Ein paar neue Sätze waren entstanden, aber die Worte schienen ihm alt und klanglos, die Gedanken blaß und ohne Saft zu sein". Seine Neigung zur Selbstkritik wurde lähmend und zerstörerisch. Luisas Zuspruch fehlle ihm, ihre Stimme aus der dämmerigen Ecke: „Das ist gut, Konni, das ist dir ausgezeichnet gelungen ... Lies mir den letzten Satz noch einmal vor ... ad), findest du ihn nicht ein wenig arg verschachtelt? Könntest du nicht zwei oder drei Sätze daraus machen, kurze einprägsame Sätze. Weißt du, es klänge foldattfcher ..." i*s gegen den Bofichewismus 250 Einsätze ifimen und 50 feindliche Flugzeuge in Luft- °PQpreh e wichen abgeschossen, 20 am Boden zerstört und ^Qhierii J: It dabei nur zwei Maschinen verloren, wie A 1 a8t0’K leler 6a./ Will für das Winterhilfswerk werden in der glei= ljei Weife wie im Vorjahr aufgebracht. Für die ! Idt igung der Beamten, Angestellten und Arbeiter les ssentlichen Dienstes sowie der Empfänger von zksagungsbezügen und Militärrenten ist Grund- i^erür die freiwilligen Spenden wieder die Lohn- flek Da am 1. Oktober eine neue Lohnsteuer- ttfue in Kraft tritt, bei der der Knegszu- idlng mit der Lohnsteuer zusammengefaßt ist, iliitiiiie Spende nach der Lohnsteuer berechnet, die fid ei Anwendung der alten Lohnsteuer- k:v!>. He ergeben würde. Die Spende beträgt mo- Tife 10 Prozent der Lohnsteuer ohne Kriegs- MpeSrelWMng«er - II Vornan von Horst hiernach die mir Sfcrtfefcung. (Nachdruck verboten.) i*en 1 kmang erhob sich, um hinaus zu gehen. Das >k;c-schoß des Hauses gehörte der Famitte, das ■e Stockwerk mit den abgeschrägten Wanden ' d.t bis auf zwei nach Westen gelegene Raume 1 Bereich, hier oben lag sein Arbeitszimm^, ! Sicht erstreckte sich über die (Bärten der Nach- % dem Bukarester Militärfriedhof wurde in en • n^senheit von Vertretern des Königs und von mimischen und deutschen Fliegerkameraden einer 119en0; [C isfannteften Flieger der rumänischen Luftwaffe, SriFTii Trepp- begegnete -r Mutter. als11'ereits oben gesucht zu haben Men. Dl» EenW/I- :^5 wohnte in einem der beiden Westrau • U«1 »-hörte Kachi, die den großen und kleinen --leit elf Jahren drente. Sie war |5 Namensträgerin, der Zarin aller . nur körperlich ähnlich, sondern ueig Öene zum Despottsmus und war ^ew Jyj fern Konsum an Männern, die enfe y «ttte und nach dem Fasching kaltblütig hatte ent ff In einer Hafenstadt mitten im Ursprungsgebiet des besten Orienttabaks richtete Haus Neuerburg das erste tabakologische Laboratorium ein. Mit deutscher Gründlichkeit wurde hier die klimatische Gebundenheit des Orienttabaks strengen wissenschaftlichen Prüfungen unterzogen. ergab sich die Erkenntnis, daß es bislang übersehen worden war, den Verarbeitungs- NACH EINER ALTEN TABAKPACK U NC n X\W\\W » Esbit zubereitet 1 I üeberall erhSltl., h Preis 20Tabletten 1 W mllklelnemKoch- t testen 60 M, ü Bezugsquellen ; weist nach der । | Hersteller: Erich I 5 Schümm. EsDIt- , i Brennstoff Fahrt!, n Stuttgart W109 Heli Finkenzelier Theo Lingen Ida Wüst Hans Holt Fita Benkholf Paul Henckels Ralph Arthur Roberts Rudolf Platte Regie: Johannes Meyer • Musik: Franz Grothe THEATER DER UNIVERSITÄTSSTADT GIESSEN Samstag, den 30., und Sonntag, den 31. August, 19.80 Uhr 2 große Werbe-Abende ALLES FÜR DICH Ein bunter Bilderbogen mit Musik und Tanz in zwei Teilen Gesamtleitung: Intendant Hans Walter Klein Spielleitung: Franz Payer Mitwirkende: Das gesamte Solistenpersonal — Der Singchor Die Tanzgruppe — Das Städtische Orchester Ein fröhlicher Auftakt zur neuen Spielzeit - Eine schillernde Revue der Lebensfreude - Preise von RM. 0.90 bis RM. 3.60 Der Vorverkauf hat bereits begonnen 3566 D Statt Karten Kreibankverkauf am 29. August 1941: 3596A Kaufgesuche ]| Reitstiefel ■ ■■■■ ------1 Größe 38/39, |Verschiedenes| Für Privathaus- Halt in Braunfels monatlich f. zwei Tage tüchtige Büglerin für Herren- und Haushaltswüsche gesucht. Schriftl. Angeb. u. 3593D an den Gießener Anzeiger erbeten. Gießen, den 27. August 1941 (z.Z. Kath. Schwesternhaus) __________________ 02837/ 6-10 Hühner mit Hahn, mögl. junge, zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 3598D an den Gieß. Anzeiger. zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02839 an den Gieß. Anz. 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August Ml lkr. 204 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Aus dem Reiche der Krau Kinder und Hausordnung Wer will Schwester werden? und daß r svoller Kameradschaftlichkeit raten die Eltern zu elastisdt Der Nome tiXlftcMa-ptaSt Bitte genou beoditeril [Hansapiast 10 wüt Opekta UNg und [ der die den be- ihm be- wir ein- 27» sch von den Eltern unverstanden glauben. Um diese Spaltung zu vermeiden, müssen «filtern die bestimmte Haltung zeigen, welche kngen Menschen nicht überlegen erzieherisch [inbett oder einfach kommandiert, sondern lierständnis für die Notwendigkeit einer zu kchtenden Hausordnung beibringt. Nehmen ns den Jungen oder das Mädel einmal mit schälten Gurken werden in V- cm dicke Scheiben geschnitten uni) mit Zwiebelscheiben schichtweise in ein Glas oder Steintopf gepackt. Jede 2-fingerdicke Lage bekommt V2 Eßlöffel Salz. Am 2. Tag gießen wir dieses Salzwasser ab und gießen halb Wasser, halb guten Essig kochend über die Gurken. Am 3. Tag kochen wir diesen Essig noch einmal auf und geben ihn wieder auf die Gurken. Am 4. Tag schütten wir die Gurken auf einen Durchschlag zum Ab- Um den Müttern, Frauen und Schwestern der deutschen Soldaten, die aus dem Wehrmachtbericht, Wochenschau, Feldpostbriefen und den hartgewordenen Zügen ihrer Urlauber die Größe dieses Männerkampfes abzulesen verstehen, um aber auch den Soldaten selbst zu zeigen, daß sich die Frauen ihren Anteil am deutschen Entscheidungskampf nicht haben nehmen lassen, deshalb legt die nationalsozialistische Frauenorganisation jetzt Rechenschaft ab über ihren Einsatz in zwei Jahren Krieg. Sie tut es in der strengen Ausdrucksweise der Zahlen, wohl wissend, daß sie dadurch nur einen Teil des Geleisteten zu erfassen vermag. So berichtet sie nicht von den Frauen, die sich an die Arbeitsplätze ihrer emge- zogenen Männer stellten, die als Bäuerinnen, Ru- stungsarbeiterinnen, Schwestern, Beamtinnen und Angestellte Beruf und Haushalt bewältigen. Der Bericht gilt vielmehr den besonderen Kriegsleistungen der deutschen Frauen, die sie, zusammengefaßt in der deutschen Frauenorganisation, überall dort vollbrachten, wo eine zusätzliche Hilfe unumgänglich Der Mitgliederstand der NS.-Frauenschaft/ Deutsches Frauenwerk stieg in den zwei Kriegsjahren um 1,1 Millionen, das sind rund 20 v. H. Es war vor allem der Wunsch, vielseitigen und sinnvollen Kriegseinsatz zu leisten, der die Frauen zur deutschen Frauenorganisation führte. Einen hohen Hundertsatz ihrer Mitgneder hat die NS -Frauenschaft den Forderungen des Krieges entsprechend von der Arbeit in ihrer Organisation frei- gestellt damit sie in der NSB., im Deutschen Roten Kreuz und im Reichsluftschutzbund sowie bei kriegs- bedingten Dienststellen und Behörden ine diesen Organisationen übertragenen kriegswichtigen Aufgaben erfüllen. Zur Betreuung bedürftiger Volksgenoßen, zum Sammeln und Sortieren von Kleidungsstücken, für die Einkochaktion, für die Werbung von Kinderfreiplätzen und Kinderpflegestellen, für die Ueber- nahme von Schutzaufsichten und Vormundschaften, für den Einsatz im Kriegswinterhilfswerk und für den Bahnhofsdienst stellt die deutsche Frauenorgani- sation ihre Mitglieder zur Verfügung. Um den deutschen Frauen alle diese Aufgaben zu erleichtern, wurden die Lehr- und Unterrlchtsmog- lichkeiten der deutschen Frauenorganisation m den letzten beiden Jahren in stärkstem Maße ausgenutzt. In mehr als 200 000 Schulungskursen und Vorträgen, vor allem der Abteilungen Kultur/Er- ziehunq / Schulung, Volkswirtschaft / Hauswirtschaft und Mütterdienst wurden im Kriege 10 350 000 Frauen erfaßt. In den beiden Kriegsiahren konnte der Gedanke der N a ch b a r s ch a f t s h i l f e schönste Früchte tra= qen Tausende Frauen in den Städten sahen sich zu jener natürlichen Hilfsbereitschaft aufgefordert und zurückgeführt, die auf dem Lande niemals auf- qehört hat. So stellten sich für die Haushalte kinderreicher Familien und werktätiger Frauen — die »umeift auch Kinder haben — und für die Betreuung der Kinder in den Kinderstuben der NS.- Frauenschaft in den beiden Kriegsjahren 627 500 Frauen für 58 300 000 Stunden zur Verfügung. Das bedeutet daß in diesen beiden Jahren jede zehnte Frau der deutschen Frauenorganisation sich 14 Arbeitstage lang ausschließlich der Betreuung der deutschen Familie gewidmet hat. Das ist der burd)= schnittliche Jahresurlaub einer jungen berufstätigen tropfen und verpacken sie danach mit den Zwiebeln wiederum schichtweise mit Lorbeerblatt, Dill, Meerrettichstückchen, bis wir obenauf mit dem Gewürz abschließen und das Ganze mit einer Lösung von 1 Liter Weinessig, '/- Liter Wasser und je nach Geschmack 250—750 Gramm Zucker kochend übergießen. Die Flüssigkeit muß 2-fingerbreit über den Gurken stehen, sie zieht nachher ein. Danach können wir die Gurken zubinden und kühl aufbewahren. Frau. Diese Zahlen umfaßen nur Hilfeleistungen in der Stadt. Daneben setzten sich in bäuerlichen Haushalten sowie zur Frühjahrsbestellung und Ernte 4 130 000 Frauen in 118 195 000 Arbeitsstunden von Kriegsbeginn bis heute ein. Zwölf Sonntage oder wiederum einen durchschnittlichen Jahresurlaub chenkte damit jede eingesetzte Frau kameradschaftlich in angestrengter Arbeit der überlasteten Bäuerin. In Handel, Handwerk und Industrie traten rund 1 Million Frauen in 20 Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit an die Stelle eingezogener Männer oder erholungsbedürftiger Frauen und Mütter, denen es dadurch ermöglicht wurde, einen zusätzlichen bezahlten Urlaub zu nehmen. Auch wo die, Frauen aus zeitlichen oder sonstigen Gründen nicht in die Haushalte und Betriebe gehen konnten, fanden sie einen Weg, um zu helfen. Abends, nach der Arbeit, sah man sie in den Nähstuben der NS.- Frauenschaft, wo sie flickten, was die Kinder^werk- tätiger Mütter zerrissen hatten. Wer selbst einmal müde und zerschlagen nach des Tages Arbeit vor einem überfüllten Stopfkorb faß, weiß, wieviel Arbeit die Frauen der NS.-Frauenschaft den deutschen Müttern aus den müden Händen nahmen, wenn sie, 535 000 Frauen, in 51400 000 Abendstunden neben zahllosen Einzelstücken 200 000 Flickbeutel bewältigten, die meist die Wäsche einer mehrköpfigen Familie enthielten. Die schönste Form nachbarschaftlicher Hilfe wird wohl stets die Sorge für die werdende Mutter und die Wöchnerin sein. In den zwei Kriegsjahren wurden für Wöchnerinnen und Kranke VA Millionen Mahlzeiten zubereitet. In dieser Zeit, in der die Züge überfüllt, die Bahnhöfe verdunkelt sind und der Reiseverkehr manche Schwierigkeiten bietet, sind es auf jedem Bahnhof und bei jedem größeren Transport die Frauen im weißen Kittel mit dem Abzeichen der NS.-Frauenschaft, die helfend zugreifen. Bisher leisteten über XA Million Frauen 16 250 000 Stunden ehrenamtlicher Bahnhofsdienst. Ist es schon schwer, die von den deutschen Frauen als selbstverständlich empfundenen Leistungen auf dem Land, in Haushalten, Fabriken und Bahnhöfen zu erfassen, so ist es bei den Arbeiten für die Wehrmacht fast unmöglich. Erfaßbar sind die Zahlen für Großeinsätze. So haben z. B. in den beiden Kriegsjahren 330 000 Frauen 9 400 000 Arbeitsstunden in den Küchen der Wehrmacht ausgeholfen. An Soldatenwäsche wurden von den Frauen rund 24 400 000 Stück genäht, gestopft und gewaschen. 354 00 Frauen hatten sich für die Lazarettbetreuung zur Verfügung gestellt. . Die Führung der deutschen Frauen war sich bet Kriegsausbruch dessen bewußt, daß ihr Millionen helfende Hände zur Verfügung stehen würden, die sie nach den Notwendigkeiten zu leiten vermochte. Zu diesen vielen Helferinnen hat der Krieg immer neue hinzugesellt. Heute kann sie nicht nur sagen, daß ihre Führungsmethoden und Organisationsprinzipien sich bewähren, sondern daß auch auf diesem Sektor der Frauenarbeit — es muß noch einmal betont werden, daß es sich bei diesem Leistungsbericht nur um einen Ausschnitt aus der umfassenden Kriegsarbeit der deutschen Frauen handelt — das Notwendige geschehen und das Menschenmögliche geleistet worden ist. Paprika ist nicht gesundheitsschädlich? Resteverwertung ist oftmals für die Hausfrau ein chwieriges Kapitel. Es entsteht dabei vielfach ein fades und farbloses Gericht, das niemandem recht munden will. „Ohne kräftiges Würzen bekommt man keinen richtigen Geschmack hinein", sagen dann viele Hausfrauen entschuldigend. Und wenn sie von Gewürzen schlechthin sprechen, so meinen sie damit zunächst einmal vor allem den Pfeffer und die anderen überseeischen Gewürze, die ihnen jedoch im Augenblick nicht zur Verfügung stehen. An die einheimischen Gewürzkräuter sowie an die in unseren Nachbarländern wachsenden Gewürze wird meistens erst in zweiter Linie gedacht. Dabei steht uns im Paprika, der hauptsächlich in Ungarn, Bulgarien und Spanien wächst, ein Gewürz zur Verfügung, das uns fast alle übrigen ausländischen Gewürze ersetzen kann. Seine hervorragenden Eigenschaften sind seine pikante, aber doch milde Schärfe, feine feurigrote Farbe und feine Farbkraft. Letztere kommt uns im Hinblick auf die Resteverwertung wiederum besonders zustatten, denn wir alle essen ja auch „mit den Augen". Neben der hohen Färb- und Würzkraft aber besitzt Paprika noch den großen Vorteil, daß ihm die gesundheitsschädlichen Eigenschaften, die uns den Genuß überseeischer Gewürze so verleiden, vollkommen fehlen. Paprika enthält vielmehr Vitamin C in so reichem Maße, daß sein Genuß durchaus zu empfehlen ist. Nur die feinsten und mildesten Sorten des Paprikas werden als Gewürz verwendet, die scharfen Paprika-Sorten bleiben ausschließlich chemisch-pharmazeutischen Fabrikationszwecken vorbehalten. Die vielfach herrschende Vorstellung, daß man es hier mit einem besonders scharfen und nur dem südlichen Gaumen mundenden Gewürz zu tun hat, ist also grundfalsch. Selbstverständlich ist eine vorsichtige Dosierung am Anfang anzuraten. Aus Grund seiner vorzüglichen Eigenschaften und seiner vielfachen Verwendungsmöglichkeit sollte jode Hausfrau — besonders, wenn es sich um die Verarbeitung von Resten handelt — einen Versuch mit Paprika machen. Einfache Gerichte, wie Tunkenkartoffeln, Mischsalate usw. können pikant abgeschmeckt werden. In vielen Füllen wird man nicht die Speisen selbst mit Paprika würzen, sondern eine mit Paprika abgeschmeckte Tunke dazu reichen. Als Grundbestandteil nimmt man hierzu Einbrenne, die nach Belieben mit Wasser, Sauermilch oder Brühe abgelöscht und bann mit einer Messerspitze Paprika gewürzt wird. Jode Hausfrau, die einmal Paprika zum Würzen verwandt hat, wird sicherlich niemals wieder darauf verzichten wollen. in schwarz — eingefaßt und ein leichter Stoff wird als Futter genommen, das mit einem Zierstrich 3.11m Schluß eingesetzt wird. Die Weste sieht lustig aus und hält den Rücken warm. Elise Skibbe. jCtern werden derartige Ausnahmefälle gern in Sauf nehmen, wenn sie dafür die Gewißheit haben, ließ ihre Kinder offen alles mit ihnen besprechen, nenn sie sich zu Hause wohlfühlen und nicht früh- Zwei Jahre Kriegseinsatz der nationalsozialistischen Kran ichen Vernunftgründen vor. Wir legen dar, daß ■ ine Hausordnung notwendig ist, daß Vater, Mut- tr und kleinere Geschwister sich auch daran halten. Air erklären, welche Umstände es macht, wenn hefe Ordnung gestört wird, damit die jungen Köpfe Izcr Einsicht kommen, es handelt sich nicht einfach m eine starre Form. Nun geht es natürlich nicht Immer, daß die Ord- ung des Hauses beachtet werden kann. In solchen füllen wird sich der Sohn oder die Tochter von nrnherein mit den Eltern verständigen. Und kluge e Müheloses, rasches Verbinden mit Hansa* Klein» plast-elastischI Nur einen Streifen ab» schneiden, die Gaze entfernen und den lA/e71*fjlDlA Verband auflegen, schon ist die Wund» hygienisch verschlossen. bmden mit Zellophan ab. - .. -Für Senf gur ken verwenden wir große, reife gilbe Gurken, schälen sie. halbieren fte und >cha- 6tn die Kerne mit einem silbernen oder verchrom- d-i Lössel heraus. Dann föneiben wir sie in 2 cm fneite und 4—5 cm lange Stucke und salzen sie l> cht ein Auf 5 Kilogramm Gurkenstucke rechnen °ir 300 Gramm Salz. Am nächsten Tag wird die. Salzwasser abgegossen und die Gurken nnt genölten und in Scheiben goschnittenen Schaloüsm Meerrettich. Wacholderbeeren. .Bohnenkraut etoas Snfilitum und Senfkörnern m ftemtopf- emge- Nichtet und mit Weinessig bedeckt. D e Flusstgke ruft nach einigen Tagen noch einmal abgegossen. UekoS und^kochenZ iiber^die Gurker. gegeben Verden, die dann mit einem Beutelchen mit Senf, firnem bedeckt' werden und nnt einem Stern be Nwert werden. Sollte d,e Müssigkeit späterhin tiiber werden, muß sie abgegossen und durch eine r-ue Essiglosung ersetzt werden ,. an:.. Werden die Gurken draußen durch schlechte W hrunq u.dgl. schon fleckig, können wn: fte frtr cut für folgende Einmachart, einer Art G ur k snlat, nerwenden. Die gewaschenen unü^abge^ flach oto Küchenb«: zungs*1*0 Essen auf e» Zlmmer-Hf1“ BratkartoSibt iSfiÄ 9 Alles arffa ’ kenbre®!- j Esbitmbec I Cebertil^ h wdw | mUKleiMW x jestelljfj k BenW,® tungsschule, Haushaltspflege und Kinderbetreuung in Mütter- und Kinderheimen der NSV., sowie in Krankenanstalten, die vertraglich an b$n Reichs- bunb gebunben sind, sind Stellen, die einer geeigneten Vorbildung dienen. Je nach Alter und Vorbildung erhalten die Dorschülerinnen ein Taschengeld von 5 bis 20 RM. monatlich. Die Wirkungsmöglichkeiten der Reichsbundschwester sind sehr vielseitig. In der Krankenanstalt wird neben den allgemein krankenpflegerisch tätigen Schwestern außerdem eine große Zahl von Spezialschwestern gebraucht; so die Operationsschwester, die Röntgenschwester, die Büroschwester usw. Auch als Leiterin von Erholungs- und Kurheimen und in der Privatpflege findet die Schwester des Reichsbundes ein weites Tätigkeitsfeld. In den Säuglingspflegeanstalten werden staatlich anerkannte Säuglingsschwestern immer wieder benötigt. Eine wichtige gesundheitspolitische Aufgabe ist der Säuglings- und Kinderschwester durch ihre Zusammenarbeit mit der Volkspflegerin in der vorbeugenden Familienhilfe innerhalb der NSV. übertragen. Kindererholungsheime sowie die Mütter- und Säuglingsheime der NSV. bieten schöne und befriedigende Arbeitsfelder. Eingehende Auskunft erteilt die Gaugeschäftsführ ' des Reichsbundes der Freien Schwestern Pflegerinnen e. V. bei der Gauamtsleitung NSV., Darmstadt, Steubenplatz 17. tfnfere Herbstkleidung. - Es läßt sich nicht mehr verheimlichen — der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Abende wer- den schon empfindlich kühl, und hochsommerliche Kleidung ist nicht mehr angebracht. Wir waschen unsere Hellen Kleider zum letzten Mal in diesem Jahr und packen sie ungebügelt sauber in die Truhe ober einen festen Karton, worauf wir dann unsere sauber weggemotteten wärmeren Sachen hervor- ^Das erste, was mir den Herbstsachen angedeihen lassen, ist eine gründliche Stiftung. Das bringt am besten den Naphtalingeruch fort. Sollte noch das und jenes Stück Flecken oder andere Schaden auf- weisen, so wird gereinigt und ausgebessert, damit alles gut instand kommt. Die geschickte Hausfrau wird nun daran gehen, unmoderne Kleidungsstücke zu modernisieren, und die ungeschickte wird sich wenigstens bemühen, diesem und jenem Stück em neues Gesicht zu geben, was sich schon durch eine moderne Kragengarnitur, ein paar schöne Knöpfe, einen neuen Gürtel, eine Stoffblume oder was dergleichen kleine Lieblinge der Mode mehr sind, ohne Schwierigkeiten durchführen läßt. Für die Uebergangszeit nehmen wir vor allem die leichteren Wollsachen in Gebrauch. Wir wollen uns nicht verwöhnen, und die ganz warmen Sachen lassen wir darum für den Winter zurück. Doch tut jetzt schon eine Wolljacke gut, die man abends im Zimmer überziehen kann, wenn man von der Arbeit ausruht und die frische Luft, die zum Fenster hereinkommt, recht kühl ist. Sollte sich die Wolljacke als gar zu abgetragen erweisen, dann machen wir uns vielleicht daran, eine ärmellose Weste aus Flicken herzustellen. Das ist gar nicht schwer, selbst nicht für ungeübte Hände. Wir verschaffen uns einen Schnitt, der glatte, einfache Teile zeigt, ein Rücken- und zwei Vorderteile. Nun schneiden wir aus Stoffteilen aller Art, die in der Flickenkiste herumliegen, handtellergroße Stücke zurecht, die wir auf das Papier des Schnittes so aneinanderheften, daß überall eine 1 Zentimeter breite Naht übersteht. Es ist dabei zu beachten, daß die Nadel mit den Flicken auch immer das Papier des Schnittes faßt. Haben wir auf diese Weise den Schnitt fertig benäht, bann reißen wir das Papier vorsichtig ab und verbinden die kleinen bunten Teile auf der anderen Seite durch einen hübschen Zierstrich in schwarz. Nun werden die drei Teile der Weste zusammengenäht, die Kanten werden mit etwas Band — am besten So um das sechzehnte ober siebzehnte-Jahr her- im fängt es meistens an. Die Umwelt beansprucht las Kind, das bis dahin seinen Mittelpunkt im llternhause suchte und fand. Freundschaften und . erpflichtungen rufen den jungen Menschen zu sich, c macht zwar anfangs wohl mit Verlegenheit, Imin aber mit Freude die ersten Versuche zur j Ibftänbigen Zeiteinteilung, verfügt über Tag unb < benb — und gerät dabei gelegentlich ober auch fier mit der elterlichen Hausordnung in Konflikt, ^regelmäßiges Einhalten der Mahlzeiten, unbe- iimmtes Nachhaufekornrnen und am unerfreulichen spätes abendliches Heimkehren zu ungewisser >it bringen Verstimmungen zwischen Eltern und l^ranwachsenden Kindern. Diese Verstimmungen tufen in eine besonders unerfreuliche Spitze zu, renn der Sohn ober die Tochter sich in ihrer Frei- !;it beeinträchtigt glauben, wenn sie sich unmürbig rres Heranwachsens am Gängelband fühlen Ein Lus»1 er ßese»! heo t-lsS6’ lanÄeli NSG. Der Beruf der Schwester ist außerordentlich vielseitig und verantwortungsvoll. Er ist aber einer derjenigen Frauenberufe, der neben hohen Anforderungen, die er an den Menschen stellt, ebenso große Befriedigung in der Arbeit bietet, da er die besten Eigenschaften der Frau verlangt, diese aber auch zur vollen Entwicklung und Hingabe steigert. Unter den der NSV. angeschlossenen Schwesternorganisationen hat der Reichsbund der freien Schwestern und Pflegerinnen die Aufgabe, zunächst einmal seinen Mitgliedern den Berufsweg zu ebnen. Er erfaßt die Krankenschwestern, Säulingsschwestern und Pflegerinnen, sorgt für gute Anstellunasbedingungen und sicht für feine Mitglieder die Aufnahme in eine zusätzliche Altersversicherung vor. Die Ausbildung der Schwestern erfolgt in staatlich anerkannten Krankenpflege- bzw. Säuglingspflegeschulen. Sie dauert nach den augenblicklich geftenben Bestimmungen 1 Jahre unb ist in allen Schulen bes Reichsdunbes kostenlos. Es wirb außerbem neben freier Verpflegung, Wohnung unb Kleidung ein Taschengelb gewährt. Die bereits mit 14 ober 15 Jahren schulentlassenen Mäbel überbrücken bie Jahre bis zur Schwestern- ausbilbung, inbem sie sich sinngemäß für ben Schwesternberuf vorbereiten. Lanbjahr, hauswirtschaftliche Lehre, bas hauswirtschaftliche Jahr, ßanbbienft, Arbeitsbienst, Besuch einer Haushal- Gurken auf verschiedene Art eingemacht. inem netten Anzug, stecken vielleicht ein paar loschen extra zu unb: „... mit dem Nachhause- 1 mmen wirst du es ja vernünftig einrichten, sag' ngesähr eine Stunde, denn es ist mir lieb, wenn v) sehe, daß du dir selbst eine Grenze setzen kannst nb nicht bloß ein Mitläufer bist. Du verstehst mich v miß richtig!" H. Ch. Hansen. Für Essiggurken nehmen wir kleine, zarte (iiirfen, bürsten sie sauber ab und legen sie 1 Tag j Salzwasser. Dann trocknen wir sie ab und packen ;i. ft fest in Gläser ober kleinere Steintöpfe, schichten eich gleich etwas Meerrettich, Senfkörner, Dill, (Ttragen, Bohnenkraut, Borretsch, evtl, auch sehr tE?nig Anis dazwischen und übergießt das Ganze ! rit einer Lösung von 3 Teilen Weinessig und 1 Teil L asser, bie vorher mit Salz unb Zucker oufgeEodjt nb abgeschmeckt würben. Die Lösung wirb ledoch Ht über die Gurken gegeben. Nach 8 Tagen gießt roan von den Gurken bie Lösung ab, kocht sie noch j! trnnal auf unb gibt sie erkaltet wieder über die (urten, die gut bedeckt sein müssen. Die Gläser lsrben mit Pergament oder Zellophanpapier zu- ‘ p buhben. Auf Steintöpfe geben wir vorher em hd), Brett und Stein, damit die Gurken nicht das der Flüssigkeit herausragen. Als Gewürzgurken nehmen nur ebenfalls hine zarte und rechnen für etwa SO^O Stuck 2 Liter Einmachessig, 250 Gramm Zwiebeln, 125 Gramm Salz, 75 Gramm Zucker, Dill, Meerrettich n Würfel, und Estragon. Die gebürsteten Gurken kiffen wir 1 Stunde in Salzwasser liegen, trocknen fr bann ab und packen sie mit den Gewürzen fest h «Steintöpfe. Essig, Salz unb Zucker werben zu- summen aufgekocht und erkaltet über bie Gurken Heben, bie'kühl mit einem Brett beschwert aus- biivahrt werden müssen. Nach etwa 8 Tagen gießt nun die Lösung ab, kocht sie noch einmal auf und güt sie erkaltet wieder darüber. Man achtet darauf, d ß die Gurken gut bedeckt sind. Mit Tuch, Brett und Stein decken wir den Stemtopf vor dem Zu- ptig den Wunsch äußern, sich mit einem möblier» tu Zimmer selbständig zu machen, um der ewigen iicvormundung zu entgehen. Da ist vielleicht eine festlichkeit oder eine sportliche Veranstaltung mit i>cht genau festgesetzten Schlußfrist. Mit verständ- ati°DeDL^ ( 1 X [utri**- J»i zu- Tageskalender vom Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Stukas". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Diskretion — Ehrensache". Lm -LSsot'stVnwaituna und WHW. Brennholz für bedürftige Volksgenossen. » Zur tatkräftigen Unterstützung des Winterhilfs- werkes waren die hessischen Forstämter durch die Forstabteilung der Landesregierung angewiesen worden, wie in den vergangenen Jahren auch im Winter 1940/41 der Belieferung von bedürftigen Volksgenossen mit Brennholz erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Zufolge dieser Anordnung wurden aus den hessischen Staats- und Gemeindewaldungen gegen mäßiges Entgelt und im Wege der Selbstwerbung insgesamt 19 359 rm Brennholz an rund 7000 minderbemittelte, kinderreiche und bedürftige kriegsbeschädigte Volks.genossen abgegeben. Während die Menge des abgegebenen Brennholzes um etwa §000 rm abgenommen hat, ist die Zahl der zu beliefernden bedürftigen Volksgenossen im Vergleich zum Vorjahr um rund 1100 gesunken. Verdunkelungszeit 28. August von 20.20 bis 6.21 Uhr. Anja Rau, Jugendliche Salondame. Ich bin Kölnerin, studierte 2 Jahre an der dortigen Schauspielschule und begann dann meine Bühnenlaufbahn. Auf Oberhausen, Trier und Front- theater folgt nun Gießen. So, das ist alles, was ich Ihnen verrate. Sie wollen noch mehr wissen? Lieber nicht! Mein Auftreten im Theater wird Ihnen vielleicht mehr über mich sagen. Ich freue mich, daß ich gerade in Kriegszeiten die heitere Muse vertreten kann, und hoffe, daß ich Ihnen recht viele frohe Stunden bereiten darf. Gertrud Memel, Altistin. kanonen getroffen ist, nicht entkommen zu lassen. Man ist verwundert, daß auch dort im Süden der Ukraine der deutsche Soldat nach errungenem Siege von der Bevölkerung herzlich empfangen wird, doch man versteht es sofort, wenn man sieht, daß durch sein Erscheinen sich unausbleiblich eine naturgebundene Ordnung wieder einstellt, vtatt der politischen Kommissare erhalten die Bauerndörfer wieder ihren Dorfältesten, einen Mann aus ihrem Kreise, der ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihr Herz kennt. Erschaudernd erblicken wir in Mittelrußland Sowjetpaläste inmitten elendester Wohnungsverhältnisse, Paläste, die einmal im Rundbau an den Turm von Babel erinnern, in anderer Form wie halbgeglückte Wolkenkratzer aus gefrorenem Stuck erscheinen. Nichts ist natürlich in diesem Land geblieben, ja nicht einmal kalter Verstand blmkt aus dieser „Kultur" hervor. Gomel, der Name der Stadt, die nut einer der größten Schlachten dieses Feldzuges verbunden ist, klingt plötzlich aus dem Lautsprecher. Und wir sehen dieses Gomel, das die Sowjets tagelang zäh verteidigt haben. Es ist kaum eine Stadt mehr. Was nicht zerschossen wurde, haben die Bolschewisten auf ihrem Rückzug angesteckt. Narwa, Nowgorod, sind die weiteren Schauplätze, an denen wir die Kämpfe unserer Truppen verfolgen. Unter dem Eindruck des Angriffs unserer Sturzkampf-Bomber auf die Eisenbahnlinie Petersburg—Moskau und der großen Treffsicherheit unserer Flugzeugführer entläßt die Wochenschau diesmal den Beschauer aus ihrem Bann, der den Eindruck gewonnen hat, daß es kräftig vorwärts geht, daß alle Fronten an dieser Tausende von Kilometern langen Gesamtfront miteinander arbeiten und das große Ziel, den Bolschewismus mit der Waffe aus Europa hmauszu- weisen, kurz vor seiner Erfüllung ist. H. H. G. Die neuen Mitglieder unseres Stadtiheaters Sie berichten über ihr bisheriges Wirken. Der Führer bei seinen Soldaten Die neue Wochenschau. Trockenheit im Nasenrachenraum die häufig mit Kopfschmerzen und ähnlichen De« schwerden verbunden ist und die besonders bei starken Rauchern auftritt, läßt sich ausgezeichnet be> einflussen durch Klosterfrau-Schnupfpulver. Hergestellt aus wirksamen Heilkräutern von der gleichen Firma, die den bekannt guten Klosterfrau-Melissen- g-ist e^ugt 3570V Verlangen Sie Klosterfrau-Schnupfpulver in der nächsten Apotheke oder Drogerie in Originaldosen A 50 Pfg. (Inhalt 4 Gramm), monatelang ausreichend da kleinste Mengen genügen. und Helfer ihres Lebens nahen. Max Schwarze, Oberspielleiter der Oper und Operette. Nach dem Besuch der Oberrealschule geriet ich ins Konservatorium in Augsburg. Von dort 1925 an das Landestheater Stuttgart als Regievolontär. Aus besonderer Neigung ergänzte ich meine musik- theoretischen Kenntnisse an der dortigen Musikakademie bei Hermann Roth, dem Uebersetzer der Händelopern Auf dessen Empfehlung holte Operndirektor W. Brüamann mich nach einer mehr- wöchentlichen Prüfungszeit als assistierender Mitarbeiter an mehreren Uraufführungen während der Musikfeste in Baden-Baden 1927 an das Stadttheater Leipzig. Bis 1934 blieb ich dort fein Assistent, besuchte dort die Universität, hörte dort und nahm bühnenbildnerischen Unterricht bei Prof. Vetter. 1934/37 Oberspielleiter der Oper und Operette am Friedrich-Theater in Dessau, 1937/41 als Spielleiter der Oper und Operette am Deutschen Theater. Am dortigen Musik-Seminar Güntzel erteilte ich auch operndramatischen Unterricht, um mit dem Sängernachwuchs in lebendiger Verbindung zu bleiben. Nun erwarten mich hier in Gießen große und interessante Aufgaben als Oberspielleiter der Oper und Operette. Oswald Enterlein. Kapellmeister und Chordirektor. Geboren 1915 in Berlin-Charlottenburg. Daselbst das Gymnasium absolviert. Danach kurze Dienstzeit bei den ehemaligen Zietenhusaren als Freiwilliger. Ab 1936 Studium an der staatlichen akademischen Hochschule für Musik bei den Professoren Dr. Fritz Stein, Kurt Thomas, Walter Gmeindl, Arthur Kusterer u. a. m. Während der Studienzeit Konzertreisen durch Deutschland und den Balkan mit der Kantorei der Hochschule unter Leitung von Prof. Kurt Thomas, dem jetzigen Leiter des 1. Musischen Gymnasiums in Frankfurt a. M. Im Sommer 1940 Dirigierstudien unter Leitung von Generalmusikdirektor Prof. (Siemens Krauß mit dem Städtischen Orchester in Berlin. Beginn, meiner Kapellmeisterlaufbahn beim Mitteldeutschen Landestheater Halle. Wilhelm Michael Mund, OberspieHeiter und Chefdramaturg. Ich bin der Kunst der Bühne auf vielen Wegen begegnet, und alle führten notwendig zur eigenen künstlerischen Gestaltung. Ob es die Schülerzeit war mit ihren Laienspielen und darauffolgenden Ausbildung im Schauspielstudio der Gräfin Dilleneuve, Wiesbaden, oder die 7 Semester Umversttätsstudium mit ihren Fächern in der Sprach- und Theaterwissenschaft sowie Sprecherziehung, oder die Arbeit in der Presse, im Rundfunk, im Volksspiel, Verlagswesen, der Festgestaltung und der Kulturpolitik, am Ende stand immer wieder die Bühne als das Forum, auf welchem die in den auf gezählten Gebieten gemachten Beobachtungen der Menschen und ihrer Lebensbewährung zu künstlerischem Ausdruck drängten. So wurde mein Werdegang an der Bühne über die Stationen Köln, Godesberg, Heilbronn, Saarbrücken, Liegnitz, Halle, Greifswald ein Dienst, der beim Rollenspielen, Inspizieren, Kassieren, Soufflieren begann und zur Oberspielleitung und Chefdramaturgie sich entwickelte. Diesem Weg am Guckkasten = Theater ging der Weg am Freilichtspiel mit einer vortrefflichen künstlerischen Ergänzung parallel. Bei einer als Werkstudent froh ersparten Studienreise mit meinem Lehrer Prof. Dr. F. K. Roldemeyer durch Italien und nach Griechenland lernte ich diese älteste theatralische Darstellungs- form in der viele tausend Jahre alten attischen Theaterruine zu Syrakus bei den neuitalienischen Ausführungen altgriechischer Tragödien kennen. Die eigene Mitarbeit als Schauspieler und Regisseur an den Marburger Festspielen unter Dr. Fritz Buddes genialer Leitung, dem Dolksschauspiel Oetigheim (Baden) und den Spielen auf dem Greifenstein zu Ehrenfriedersdorf (Erzgebirge) erhielt damit fundierten sicheren Maßstab. Gießen ist mir eine neue glückhafte Stufe meines Lebenswegs. Meine Aufgabe als Regisseur, Darsteller und Dramaturg wird sein, zur Erhaltung der Gießener Schauspieltradition durch Schaffung eines Ensembles mit einheitlichen Gemeinschaftsleistungen im Licht und der Tiefe eines dichterischen Stils der Darstellung bei* : zutragen. Ich wünsche mir dazu das Vertrauen all । derer, die dem Theater als einem wahren Freunde Mit einem herrlich weiten Blick mitten hinein in Die Mitternachtssonne, die ihre Strahlen durch den mit silbernen Wolken bedeckten Himmel hindurch auf den Strand vor Murmansk sendet, beginnt die neue Deutsche Wochenschau (U 573). Der Luftwaffe gehören diese Bilder. Sie greift unter anderen Zielen den Hafen von Murmansk an, die einzige Verbindung der Sowjets mit den Weltmeeren. Darauf bekommen mir einen Eindruck von der in Nischen Front, an der im Süden Finn- ands deutsche Verbände mit ber tapferen finnischen Wehrmacht zusammen vorwärtsgehen. Immer vorwärts über Flußläufe, die keine Brücken, durch Wälder, die anscheinend kein Ende haben. Der Stalin-Kanal, der die Ostsee mit dem Eismeer verbindet, liegt im Hagel deutscher Bomben, der ihn -un Salmas) diQ ans uv jjundjiag unjaiQ uoa brauchbar machte. Im Süden der riesigen Ostfront erleben wir ein Ereignis mit, das uns durch den Ton schon seine Besonderheit "-ankündigt. Begeisterung malen diese Stimmen, helle Begeisterung strahlt aus den Augen der Männer, die in Uniform, im Arbeitsdreß, mit nacktem Oberkörper und noch ganz bedeckt mit den Spuren des harten Kampfes und harter Arbeit dort die Wege säumen. Der F ü h r e r ist bei ihnen. Begrüßt von Generalfeldmarschall von Rund- st e d t geht er an den Kolonnen vorbei und wird jubelnd als der große Heerführer empfangen, der die deutsche Wehrmacht zu bisher noch nie erreichten Siegen führte und die Gewißheit des Endsieges mit sich trägt. Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen wir daher die nun aufblendenden Bilder von der Einnahme des Hafens N i k o l a j e w durch deutsche und ungarische Verbände. Es ist wieder die Leistung des einzelnen Mannes, die wir bewundern, des Mannes, der sich bis auf wenige Meter vor die feindlichen Panzer heranarbeitet, um die Besatzung, sobald der Koloß von Geschossen deutscher Sturm- Geboren bin ich in der Kunststadt München. Schon während meiner Schulzeit hegte ich den brennenden Wunsch, zum Theater gehen zu dürfen, entweder als Schauspielerin oder als Sängerin. Zunächst jedoch mußte ich die Handelsschule besuchen. Dann war ich noch etwa 1^ Jahre kaufmännisch in einer Bank tätig. Zwischendurch ließ ich heimlich meine Stimme prüfen, da meine ganze Liebe noch immer dem Theater und vor allem der Musik galt. Endlich gaben meine Eltern meinem Drängen nach und ich durste Gesangunterricht nehmen. Freilich durfte ich nur „Oratoriensängerin" werden. Nach kurzem Unterricht bestand ich jedoch die Bühneneignungsprüfung mit gutem Erfolg. Ich studierte dann fleißig weiter, u. a. bei Frau Kammersängerin Luise Miller von der Bayerischen Staatsoper München, und erbrachte dann auch dort meinen Leistungsnachweis. Nun komme ich vom Grenzlandtheater Konstanz, wo ich inzwischen meine ersten Bühnenjahre erfolgreich hinter mich gebracht habe. Eine meiner schönsten Rollen war bis jetzt die „Zigeunerin" in „Troubadour", wie ich eben auch Verdi und Wagner besonders schätze. Ich freue mich sehr auf mein neues Engagement und hoffe, daß alle mit meinen Leistungen "* Aus der Stadt Gießen. „Oasen." Der Weltenbummler, der zu seinem Vergnügen auch mal die Wüste kennenlernen will, oder der Forscher, der sie im Dienste der Wissenschaft durch- । streift, freut sich, wenn er in der Ferne eine Oase i erblickt, nachdem er stundenlang nichts als Himmel und Sand gesehen hat: von neuem Lebensmut ' erfüllt beschleunigt er feine Schritte, um den Ort der Sehnsucht schnell zu erreichen: er labt sich an dem erwünschten Naß, erfreut sich am Anblick der Vegetation und erquickt sich im Schatten der Bäume und Sträucher; befriedigt setzt er bann seine Wanderung fort. Lieber Leser, ich nehme an, du hast auch eine Fußwanderung geplant, nicht durch die Wüste, sondern durch dein Heimatland, und hast dich frühzeitig auf die Socken gemacht. Eben hast du ein Dorf durchquert; da waren die Leute schon auf den Beinen; das Vieh brüllte in den Ställen, Pferde wieherten, Schafe blökten, Ziegen meckerten, Hähne krähten, Hühner gackerten, Hunde bellten, Wagen holperten aus den Höfen auf die Straße; Leben und Verkehr hatten dich umflutet. Einige Kilometer weiter betrittst du die Stadt, vor dir eine endlos scheinende Straße; du siehst zunächst nichts als Pflastersteine oder eine ununterbrochene Asphaltdecke; rechts und links davon ein bißchen Bürgersteig; dahinter Haus an Haus, die Fensterläden geschlossen, die Vorhänge zugezogen, die schwarzen Derdunkelungsvorrichtungen heruntergelassen; kein Mensch auf der Straße, kein Verkehr, kein Leben; du allein erfüllst die Stille mit dem Schall deiner Tritte; gelangweilt ziehst du deines Weges. Plötzlich stehst du vor einer „Oase"; aber sie labt dich nicht und erquickt dich nicht; sie bietet dir keinen Trunk und keinen Schatten; ihr Anblick macht dir keine Freude, erregt nur deinen Aerger, denn du stehst vor einer Verunreinigung des Straßenbildes: Bierteller, Zigarettenschachteln, Einwickelpapier, Tüten, verbrauchte Lebensmittelkarten, Reklamezettel usw. liegen beschmutzt, zerrissen, vertrampelt auf Straße und Bürgersteig herum! Woher stammt wohl diese Ansammlung? Aha, da ist eine Wirtschaft und daneben ein Kauf lad en; das sind die Quellen dieser Ablagerungen, die von Gästen und Kunden beim Verlassen des Lokals oder Geschäftes getätigt wurden in Gedankenlosigkeit oder zu ihrem Zeitvertreib, aber zum Aerger der Straßenbewohner und -paffanten. Du bist vielleicht ganz unbekannt in der Stadt, lieber Wanderer, aber wenn du eine Wirtschaft suchst oder ein Lebensmittelgeschäft, dann brauchst du dich nur noch solchen „Oasen" umzusehen und du findest dabei gleich, was du suchst; wenn du es nicht glauben willst, dann mach nur mal die Probe; wandere, wenn du die Zeit und Lust dazu hast, im Morgengrauen kreuz und quer durch die Stadt und du wirst mir rechtgeben, denn überall sind diese „Oasen", bald größer, bald kleiner, brs die Kolonne der Straßenkehrer sie hinwegfegt; oft hoben sie sich bis dahin aber schon weit über die Straße aus- gebreitet, wie das Unkraut im Garten. ~ Es ist nur ein Glück, daß nicht alle Menschen, die ein Wirtshaus besuchen oder in einem Geschäft ihre Einkäufe machen, mit derartigen wegwerfenden Gesten ihr Dasein ausfüllen, sonst wäre fruh- viorgens die Straße eine einzige große „Oase"; aber auch so schon leidet das Straßenbild unter der Unart der Kinder und Erwachsenen mehr als dem Aussehen und Ansehen der ganzen Stadt dienlich ist; sie kmin und will gern auf solche „Oasen" verzichten'. H. G. Renate Freiherr, Salondame. Ich bin Künstlerkind. In Berlin geboren, aber in Süddeutschland im schönen Würzburg ausgewachsen, wo ich auch zum erstenmal schon als Kind auf der Bühne stand. Don dort ging ich nach Aachen und freue mich nun hier auf meinen Wirkungskreis. frieden fein werden. Annemarie Schwind, Operelkensoubrekle. Sie wollen wissen, wie es kam, Daß ich den Weg zur Bühne nahm? Das war wie oft: man träumt vorn Glück Und wartet auf den Augenblick ... In Kolberg war's, am Ostseestrand, Im Sommer spielt das Kurtheater, Wo heimlich ich (aus Angst vor Vater) Zur Probe auf der Bühne stand. Weil ich zuvor Gesang studiert. Gefiel ich und würd' engagiert Die „Försterchristl" war die wundervolle, Die erste große Bühnenrolle, Die ich voll Stolz in Zwickau fang. Wie lachte da das Publikum, Denn — ich riß die Kulisse um! Dann ging's nach Wuppertal von Sachsen. Die Rollen und Erfolge wachsen! Und die Belohnung dieser Müh'n? Theaterspielen in Berlin! Lustspiel, Komödie, Operette, Und auch so manche Tanzsoubrette. Die „Plaza" faßt dreitausend Stühle — Das war nicht leicht, wenn ich da spiele. Und schön war's, wenn ich auf Tournee Die weite deutsche Heimat seh! Auch auswärts spielt ich das und dies Im Haag, in London und Paris. — Von Krefeld komm' ich nun nach Gießen, wo mir (toi toi!?!) Erfolg wird sprießen Durch Liebe und durch großen Fleiß. So, — das ist alles, was ich weiß. 500 RM. für das Rote Kreuz im Gommerurlaub ersunqeu Eine nicht alltägliche Veranstaltung zum Besten des Deutschen Roten Kreuzes brachte die Sängerin an unserem Stadttheater Gabriele Possinke in Gemeinschaft mit Fachkolleginnen von den Theatern Darmstadt, München, Chemnitz und Wien zustande. Fräulein Possinke verbrachte kürzlich ihren Sommerurlaub in Hintertux im Zillertal, ohne zu wissen, daß in dem kleinen Dörfchen im Hochgebirge, in 1500 Meter Höhe, das nur aus drei Hotels und einigen wenigen Bauernhäusern besteht, Kolleginnen der gleichen Fakultät ebenfalls auf Urlaub weilten. Beim Herumstreifen in den Bergen wurde vor Lebenfreude kräftig „losgeschmettert", d. h. frisch drauflos gesungen. Plötzlich gab es eine Ueber- raschung. Von anderen Bergen kamen ebenfalls frohe Gesänge, die kein Echo sein konnten und sich schließlich als Lebensäußerungen der anderen Vertreterinnen der hohen Kunst erwiesen. Nachdem sich die durch Zufall zusammengekommene Künsterlerjn- nenschar gegenseitig „beschnuppert" hatte, wurde beschlossen, in der luftigen Höhe ein Wohltätigkeitskonzert für das Deutsche Rote Kreuz zu geben. Das „tolle Programm" enthielt Lied, Oper und Operette. Zur großen Freude der KünstlerinnSi kamen frei= willige Spenden in Höhe von runb^400 RM. als schöner Lohn für ihr Mühen ein. Fräulein Pos- sinke brachte dazu noch eine Sonderspende von 100 RM. in die Kasse. Sie hatte mit dem Gesang der Arie der Mimi aus „Boheme" besonders starken Beifall der begeisterten Hörer geerntet, die stürmisch eine Zugabe verlangten. Für diese künstlerische Sondergabe, bei der Fräulein Possinke aus „Fanny Elßler" das Lied „Draußen in Sievering blüht schon der Flieder" fang, war die 100-RM.-Sonderspende gefällig. Man sieht, daß Künstlerinnen mit dem Herz auf dem rechten Fleck auch im Urlaub für eine gute Sache etwas besonderes herausholen können. ♦♦ In der Lahn kann wieder gebadet werden. Die Ortspolizeibehörde gibt heute im Anzeigenteil bekannt, daß die Sperre des Badens in der Lahn wieder aufgehoben worden ist, so daß also die Freunde eines Flußbades dort wieder ihrem Wassersport obliegen können. Schießsport im RS.-Kriegerverband Wetzlar. Eine der wichtigsten Aufgaben des NS.-R^chs« kriegerbundes ist die Pflege des Schießsports. Auch im Kreiskriegerverband Wetzlar haben sich die Kameraden der Heimat in den Kamps der inneren Front gestellt. Dazu gehört die Wehrertüchtigung der Jugend und die Wehrerhaltung der gedienten Soldaten. Im Mittelpunkt des Schießsports standen die Kleinkaliberwettkämpfe, die im Juni, Juli und August 1941 ausgetragen wurden. Während sich an diesem Kampf vor dem Kriege im Jahre 1938. = 883 Kameraden beteiligten, konnten in diesem Jahre 1159 Schützen an Start gehen. Von 80 Kameradschaften des Kreiskriegerverbandes beteiligten sich an den Wettkämpfen 63. Der Kampf fetzte sich zusammen aus: dem Wettkampf innerhalb der Kameradschaften ohne Klasseneinteilung mit 5 Schuß liegend freihändig, dem Entscheidungskampf innerhalb des Kreiskriegerverbandes um den Titel „Meistermannschaft" und „Meisterschütze" mit 10 Schuß liegend freihändig, dem Fernwettkampf der Meistermannschaft und des Meisterschützen mit 10 Schuß liegend freihändig. Beim Wettkampf innerhalb der Kameradschaften erzielten: je 1. Mannschaft Kameradschaft Aßlar 1926 220 Ringe, Wißmar 219 R., Wetzlar 216 R., Dutenhofen 214, Münchholzhausen 212 Ringe. llrfter 1159 angetretenen Einzelschüßen erreichten mit 5 Schuß: Karl Schwalm, Wißmar, 57 Ringe, Franz Antonioli, Wißmar, 57 R., Adolf v. d. Heydt, Aßlar 1926, 56 R., Karl Gerth, Aßlar 1926, 55 R., Rudolf Hofmann, Hermannftein, 55 R., Jakob Luz, Wetzlar, 55 R., Albert Leid, Bieber, 55 R., E. Ebener, Aßlar 1926, 55 R., Heinrich Wolf, Berghausen, 55 R., Willi Loth, Wetzlar, 55 R., Albert Weber, Dutenhofen, 55 Ringe. Am 27. Juli traten die 4 besten Mannschaften unter Leitung von Kreiskriegerschießwart Arm- b r e ch t zu einem Entscheidungskampf mit 10 Schuß liegend freihändig auf den Schießständen des Vorstädter Schützenvereins in Wetzlar an. Dabei errangen: Kameradschaft Wetzlar mit 410 Ringen die Kreismeisterschaft und den 1. Preis, Aßlar 1926 mit 390 Ringen den 2. Preis, Dutenhofen mit 377 Ringen den 3. Preis, Wißmar mit 368 Ringen den 4. Preis. Die Leistungen der besten Einzelschüßen waren: Maas, Wetzlar, 108 Ringe, Kreismeisterschütze, Luz, Wetzlar, 106 R., A. v.d. Heydt, Aßlar 1926, 105 R., Klingelhöfer, Wetzlar, 104 R., Hofmann, Wißmar, 103 R., Emmrich, Aßlar 1926, 103 Ringe. Die Kreismeisterschaft und der Kreismeisterschütze traten am 17.8. zu einem Fernwettkampf auf dem Schießstand der Kameradschaft Wetzlar an. Die Leitung lag in den Händen des Kreiskriegerführers, Kreisleiter Haus, und des Kreiskriegerfchießwarts Ar mb recht. Das Ergebnis dieses Femwettkamp- fes entscheidet, ob die Kreismeisterschaft und der Meisterschütze an dem von der Gaukriegerführung festgesetzten Fernwettkampf innerhalb des Gaukriegerverbandes teilnehmen. So hat der Schießsport im Kreiskriegerverband Wetzlar ein gutes Aufwärtssteigen zu verzeichnen. Die von den Schützen eingezahlten Nenngelder in Höhe von 463,60 RM. konnten mit 55 v. H. der Wunschkonzertspende des NS.-Reichskriegerbundes zur Verfügung gestellt werden. Schwarzfahrten eines Polen. Lpd. Frankfurt a. M., 26. Aug. Der vol- nische Zivilarbeiter Iwan Sagen, in Hassel- b o r n im Kreise Wetzlar beschäftigt, bekleidete sich mit SA.-Mütze, Koppel und Schulterriemen des Sohnes feines Arbeitgebers, holte heimlich dessen Auto aus der Garage und unternahm Spazierfahrten zu seinen Landsleuten. Das Sonderge- richt Frankfurt verurteilte den Polen wegen unberechtigter Benutzung des Autos und Vergehens gegen das Heimtückegefeß zu sechs Monaten Gefängnis. Gießen-Klein-tinden. Am kommenden Sonntag findet hier der (3*. meindefporttag statt. Die Morgenfeier am Sportplatz beginnt um 8.30 Uhr. Dann werden die Wett, kämpfe in Form von volkstümlichen DreiEampfen, bestehend aus Weitsprung, Ballwurf bm>. Kugel- stoßen und Lauf, ausgetragen. Die Politischen Leiter und der Schützenklub „Roland" führen Schießwett- kämpfe durch. Es werden 12 Gruppen mit mehr als 200 Teilnehmern antreten. Den Nachmittag werden Hand- und Fußballspiele , ausfullen. Die Siegerehrung wird um 17 Uhr durch den Ortsgruppenleiter rorgenommen. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 28. Aug. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 65 Wirsing, kg 8, Weißkraut 8, Rotkraut 8 bis 11, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Römischkohl 8, Bohnen, grün, 30, Tomaten 25 bis 40, Rhabarber 15, Salatgurken 20 bis 25, Einmachgurken 20, Endivien, das Stück 15 bis 20. Bon einem D-Zug zur Seite geschleudert und bald darauf gestorben. Am gestrigen Mittwochvormittag ereignete sich auf dem Bahnhof Lollar ein schwerer Unglücks- fall. Dort wurde der 54 Jahre alte Weichenwärter Friedrich Kaletsch aus Niederwalgern, der in Lollar Dienst tat, beim Überschreiten der Gleise von einem durchfahrenden O-Zug, den er nicht bemerkte, erfaßt und zur Seite geschleudert. Der be- dauernswerte Mann wurde mit inneren Verletzungen, schweren Kopfwunden und Brüchen beider Beine sofort der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt, wo er bald nach seiner Einlieferung d e r ft a r b. .