für die Mittagsnummer bis 8'/, Ubr desBormittagS Anzeigen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 AbschlüffeNtengenstaffel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25"/» mehr vrühlscheUniversitStrdntckereiU. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «i-ßtn.^chulftratze 7-9 H. Jahrgang Nr. 306 scheint täglich, außer onntags und feiertags Beilagen: lebener Familienblätter eimat imBild DieScholle - Bezugspreis: Jinatlich .,. RM.1.80 stellgebühr... „ -.25 h bei Nichterscheinen t einzelnen Nummern olge höherer Gewalt msvrechanschlutz 2251 ahtansrlnift: „Anzeiger" , stschöck 1168k Frankf./M. 1 Jgegi A a Kamrtag. 27. Komtag. 28 Dezember GietzenerAnzeiger Erbitterte Kämpfe in Schnee und Eis Stark Sowjetangriffe ersolareich abgewehrt Manila zur offenen Stadt erklärt? in die Südrichtung abbiegt. Der Golf von Divero ist non armen spanischen Fischern bewohnt. Der Ort hat nur etwas über 3000 Einwohner und Puerto de Carino ist noch kleiner. Die Spanier haben im Vertrauen auf die selbstverständlichen Kriegsgesetze, daß ein am Krieg unbeteiligtes Land von einem kriegführenden nicht überfallen wird, in den verlassenen Fischerdörfern an dem Golf von Vivero keine Flakartillerie aufgebaut. Der deutsche Dampfer achtete die spanische Neutralität und setzte sich in spanischen choheitsgewässern nicht zur Wehr. Unter diesen Umständen verübten die Engländer ihr Heldenstück. Es wäre nicht vollständig ohne die lumpenhafte Ergänzung, daß die Engländer auch auf die Rettungsboote aus ihren sicheren Flugzeugen schossen. Der Ueberfall von Puerto de Carino ist nicht ein Einzelfall, sondern ein Glied in einer unendlich langen Kette. Die Erinnerung an die „Altmark" in den norwegischen Gewässern taucht auf. Aber wesentlicher ist, daß England seine ganze moderne Geschichte mit solchen Gewalttaten gegen Spanien gefüllt hat. Dor zehn Tagen wurde ein französischer Frachtdampfer unmittelbar vor dem Hafen von Santander von den Engländern versenkt. Während des spanischen Bürgerkrieges wurden die Rotspanier in den nordspanischen Gebirgsprooin- zen von England aus verproviantiert. Die damals noch so großmächtige englische Flotte stellte den Geleitschutz, die wenigen nationalspanischen Kriegsschiffe konnten dagegen nicht aufkommen. Daß der Kampf um die Befriedung Nordspaniens so unerhört blutig war, ist nur auf diese englische Einmischung zur Verproviantierung der Rotspanier zurückzuführen. Aber das alles sind nicht Einzelfälle. Bor Jahrhunderten ist das spanische Weltreich Karls V. und Philipps II. durch solche Methoden zerstört worden. Die Hawkin, Frobasher, Raleihg, Drake haben die spanische Staatlichkeit und die spanische Flagge mit Füßen getreten. Spanien weiß, daß es seinen Abstieg von der Weltmacht den Engländern und — seit 1898 den Amerikanern dankt. B e r l i n, 26. Dez. (DNB.) Britische Bombenflugzeuge haben in dem nordspanischen Hafen Puerto de Carino den deutschen Handelsdampfer „Benn o" durch Bombenwürfe versenkt. Sie eröffneten dann Maschinengewehrfeuer auf die sich in Sicherheit bringenden deutschen Seeleute und die im Hafen liegenden spanischen Fischerboote. Mehrere spanische Zivilpersonen wurden verletzt Von der deutschen Besatzung konnte nur ein Mann nicht gerettet werden. Schon am Vormittag des Mittwoch war der Dampfer „Benno" auf seiner Fahrt innerhalb der spanischen Hoheitsgewässer von englischen Flugzeugen überfallen worden, ohne daß es diesen gelang, ihn zu treffen. Das Schiff suchte daraufhin m Puerto de Carino Zuflucht. Feindliche Aufklärer machten seinen Aufenthalt ausfindig, und einige Stunden darauf wurde der Angriff auf den deutschen Dampfer, der in dem geschlossenen spanischen Hafen ankerte, wiederholt. Nach mehreren Anflügen erzielten die Engländer sechs Bombentreffer Auch auf das bereits sinkende Schiff warfen sie noch Bomben ab. Dann schossen sie die sich in ihren Booten an Land rettende Besatzung. Spanische Seeleute kamen diesen, ungeachtet des feindlichen Feuers, sofort zu Hilfe. Ihrem kameradschaftlichen Einsatz ist es zu verdanken, daß die deutschen Matrosen mit nur einer Ausnahme gerettet werden konnten. Die Engländer krönten ihre zynische Verletzung des spanischen Hoheitsrechtes damit, daß sie die im Hafen vor Anker liegenden spanischen Fischerboote mit ihren Maschinengewehren bestrichen, obwohl die spanischen Besatzungen Sirenen- und Flaggensignale gaben. Mehrere spanische Zivilpersonen wurden hierbei verletzt. Der nordspanische Hafen Puerto de Carino liegt in der schmalen und ziemlich langen Bucht von Divero an der nordwestspanischen Küste: fast dort, wo die Küste mit einem jähen Ruck aus ihrer West- schnltt Truppenbereitstellungen an und zersprengten feindliche Kolonnen aller Waffen. Ostwärts Tichwin und auf der Murman st recke wurden mehrere sowjetische Transportzüge von der Luftwaffe schwer getroffen. Line Fernkampfbatterie der Kriegsmarine beschoß in der letzten Nacht einen feindlichen Ge- leltzug vor Dover. In Nordafrika verlaufen die Bewegungen unserer Truppen planmäßig. Deutsche Kampfflieger- verbände griffen in der Lyrenaika britische Kraftfahrzeugansammlungen an und erzielten auf einem Flugstützpunkt Bombentreffer zwischen abgestellten Flugzeugen. Vor der lydischen Küste versenkte ein deutsches Unterseeboot einen feindlichen Zerstörer. Auf der Insel Malta bombardierten deutsche Kampfflugzeuge bei Tag unter Jagdschutz Hafenanlagen in La Valetta. In der Zeit vom 17. bis 23.Dezember verlor die britische Luftwaffe 54 Flugzeuge, davon 19 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. wahrend der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 16 eigene Flugzeuge verloren. Ll-Voote versenkten 23500 VRT. Der Wchrmachtbericht des 24.Dezember. DNB. AusdemFührerhauptguartier, 24. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Osten hat der Gegner seine unter hohem Vluteinsatz geführten Angriffe auch gestern fortgesetzt. Einzelne örtliche Einbrüche wurden im Gegenstoß beseitigt. An anderen Stellen wurden feindliche Bereitstellungen durch eigenen Vorstoß zerschlagen. _ An der Nordostküste des Schwarzen Meeres warfen Kampfflugzeuge Oellager und Vohnhofsanlagen im Hafen Tuapse in Brand und führten erfolgreiche Angriffe auf feindliche Vahn- transporte im Südteil der Ostfront. Starke Kräfte der Luftwaffe griffen in die Erdkämpfe em und fügten dem Feind erhebliche Verluste an Menschen und Material zu. Sowjetische Kolonnen auf der Eisstraße des Ladogasees wurden bei Tag und bei Nacht mit Bomben belegt. Im hohen Norden setzten Kampffliegerverbande durch Bombentreffer feindliche Batterien außer Gefecht und vernichteten Nachschub- ,üqe auf der Murmanbahn. Nachtangriffe der Lnsi- 3 - sich gegen Moskau. gegen Großbritannien oer- Oer Wehrmachtbericht vom 26. Dezember. VNB. Aus dem Führerhauptquartier, 26, Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht W bekannt: Donezbogen wurden starke feindliche Angriffe unter hohen feindlichen Verlusten a b g e - niesen. An der erfolgreichen Abwehr waren auch ilalienische und slowakische Truppen hervorragend bktriligt. Im mittleren Abschnitt der Ost- fionf dauern die harten Abwehrkämpfe an. Zahl- vllhe sowjetische Panzer wurden vernichtet. Vor Leningrad scheiterte ein von stärkeren Kräften gfiihrter Ausbruchsversuch, der von 30 panzern Merslüht wurde. Der Feind verlor hierbei über MO Tote und 19 teils schwere und schwerste pan- Zlk. Sechs weitere Panzer wurden in Brand geschossen. Verbände der Luftwaffe bekämpften in Mittelabschnitt der Ostfront sowie an der Front Hot Leningrad feindliche Kolonnen, Truppenquar- tiete und Eisenbahnanlagen mit Bomben und Bord- troifen. Kampfflugzeuge erzielten Bombentreffer ans Nachschubzügen der Murmanstrecke. An einer 'S mieten Stelle der Ostfront schossen italienische ^cdflleger vier sowjetische Flugzeuge ab. M Kamps gegen die britische Versorgungsschiss- ßsit versenkte die Luftwaffe in der vergangenen Mf vor der englischen Ostküste einen Frachter von 30(0 VRT. Vier weitere große Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer zum Teil schwer beledigt. ün Nordafrika dauern die Kämpfe an. B en- Safi wurde planmäßig geräumt und vom Feinde che Kampf beseht. Deutsche Kampfflugzeuge bom- bndierten militärische Anlagen an der Nordkuste bt Lyrenaika. 21 Gowsetpanzer abgeschossen ! Jtr Wehrmachtbericht vom 25. Dezember. 1J13. Mus dem Aührerhai>pIqu-rNer. 2. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmach Ser Mensch in unterer Seit Das Jahr, das sich zum Abend neigt, umfaßt mit gewaltigem Griff Probleme, die Jahrhunderte überdauern. Die Entscheidungen des Jahres 1941 sinken ihre Wurzeln über 150 Jahre in die Vergangenheit, in die erregenden Zeiten, als das französische Volk in einer letzten riesenhaften Anstrengung versuchte, die Irrtümer seiner späten Kultur der alten und der neuen Welt aufzuzwingen. Und wer wollte behaupten, daß die Wirkungen des Jahres 1941 in die Zukunft einen geringeren Zeitraum umfassen werden? Wer sich über die Weltpolitik an der Jahreswende Rechenschaft geben will, gibt sich also Rechenschaft über eine ganze Epoche der Weltgeschichte. Wie so oft in den letzten Jahren überschritten mir auch die Schwelle von 1940 zu 1941 mit Fragen und Unwissenheit. Wir mußten unserem Dorstel- lungsvermögen große Zumutungen stellen, wenn wir nur bis zur Ahnung dessen Vordringen wollten, was uns bevorstand. Die Ereignisse selbst haben dann wieder unsere Phantasie übertroffen. Es war symbolisch, daß die ersten Feldzüge dieses Jahres sich in dem Gebiet abspielten, in dem die drei Kontinente Europa, Asien und Afrika sich treffen, i m östlichen Mittelmeerraum. Mit dem wogenden Kampf in der Wüste, dem vollendeten engü- schen Rückzug aus Europa nach dem kurzen stürmischen Balkankrieg, dem englischen Einmarsch in Irak und Snrien und dem Pochen der gesammelten Macht des Bolschewismus an die Tür des Abendlandes zeigte der Krieg die Tendenz, seinen ursprünglichen Rahmen zu sprengen. Wir erlebten die Anfänge eines Ueberganges, der kommenden Jahrhunderten noch sein Gepräge geben wird. Aus dem Zeitalter des Kampfes der Staaten treten wir tn das Zeitalter des K a rn p f e s d e r K o n ti n e n t e. I Der dramatische Wendepunkt war der Antritt VmtaleVerletzungdersWischenHoheitsgewäffer Britische Flieger versenkten deutschen Dampfer in nordspanischem Hafen. Madrid, 26. Dez. (DNB.) Wie Reuter aus Washington meldet, berichtet das USA.-Kriegsmnn- sterium, daß die Z u r ü ck z i e h u n g d e r R e g i e - rung und der militärischen 61 r eit- fräfte aus Manila, der Hauptstadt der Philippinen, in Erwägung gezogen werde. Die USA.- Machthaber auf den Philippinen haben Manila zur offenen Stadt erklärt. Unter den Philippinos und den Chinesin in Manila herrscht darüber Empörung, nachdem bekannt geworden ist, daß diese Erklärung ohne Einvernehmen der Japaner geschehen ist, die diese Erklärung des Generals McArthur nicht anerkennen. Die Bevölkerung verdächtigt das USA.-Oberkommando, die Erklärung nur als Dorwand für den Abzug der Truppen aus Manila abgegeben zu haben, um die Stadt ihrem Schicksal zu überlassen. Allenthalben äußert sich auch lebhafte Unzufriedenheit über das Verhalten des philippinischen Präsidenten O u e z o n, der mit einem Stahlhelm auf dem Kopf mit seiner Familie Manila in einem Motorboot mit unbekanntem Ziel verlassen hat. Der Präsident hat nachttäglich er- klärt, daß er auf den Rat des USA.-Gouverneurs McArthur die Hauptstadt verlassen habe. Er werde von dem Punkt, wo er sich gerade aufhalte, die Zivilverwaltung weiterleiten (!). Gleichzeitig hat der amerikanische Oberkommissar Sayre ebenfalls sein Büro aus Manila verlegt. Vordringen auf Malakka. Bangkok, 27. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Die japanischen Truppen auf der Malaiischen Halbinsel dringen weiter ständig vor. Jeder Widerstand der abgebrochen, als 19 seiner Panzerkampfwagen den deutschen Abwehrwaffen zum Opfer gefallen waren. Als sich der Feind zurrückzog, stellten unsere Truppen Über 1000 gefallene Bolschewisten und unter den 19 Panzern einen 64-Tonner und sieben 52-Tonner fest. Sechs weitere Panzerkampfwagen, die durch gutliegende Treffer in Brand geschossen wurden, werden die bolschewistischen Stellungen kaum noch erreicht haben. Auch in einem Nachbarabschnit5 blieben die Angriffe erfolglos. Als die Bolschewisten versuchten, sich im Schutze von künstlichem Nebel den deutschen Linien zu nähern, wurde der eingenebelte Raum so stark unter deutschen Beschuß genommen, daß der feindliche Angriff unter hohen blutigen Verlusten zusammenbrach. * Um die Mitternachtsstunde des Heiligen Abends unternahmen die Bolschewisten im mittleren Abscknitt der Ostfront mehrere aufeinander- folgende Angriffe gegen den linken Flügel einer deutschen Division. Als die Angriffskraft des Feindes durch den heldenhaften Widerstand der deutschen Truppen gebrochen war, traten diese trotz der Anspannung der vorangegangenen Abwehrkämpfe zum Gegenstoß an und warfen den Gegner. Ein weiterer Angriff, den die Bolschewisten am Nachmittag desselben Tages gegen eine andere Stelle desselben Divisionsbereiches angesetzt hatten, wurde bereits durch Artilleriefeuer und den Einsatz anderer schwerer Waffen zerschlagen, so daß unsere Infanterie nicht mehr in den Kampf einzugreifen brauchte. Starke Verbände der Luftwaffe unterstützten die Abwehrkämpfe des Heeres im Mittel- und Nordabschnitt der Ostfront. Obwohl die Aktionen infolge Schneetreibens und starker Kälte große Anstrengungen erforderten, wurden die Angriffe der Kampfund Sturzkampfverbände mit großer Kühnheit gegen feindliche Kolonnen durchgeführt. Bei Angriffen auf Truppentransportzüge zerstörten mehrere Volltreffer zwei Züge und trafen drei weitere Züge so, daß die Wagen z. T. entgleisten und in Brand gerieten. * Auf 30 Kilometer Breite unternahmen die Bolschewisten in den frühen Morgenstunden des 25. Dezember im südlichen Teil der Ostfront einen starken Angriff gegen die deutschen Linien. Als die erste Welle unter außergewöhnlichen Verlusten für den Gegner im Abwehrfeuer zusammenbrach, setzten die Sowjets mehrere neue Verbände hintereinander zum Sturm an. Aber auch diese Angriffe zerschellten am hartnäckigen Widerstand der Verbündeten. An der entschlossenen Abwehr dieser rollenden Angriffe waren auch slowakische Truppen beteiligt. Auch italienische Truppen wiesen heftige bolschewistische Vorstöße gegen den von ihnen besetzten Raum ab. Als der Feind zur Unterstützung seines Angriffes Luftstreitkräfte einsetzte, gelang es fünf italienischen Jägern im Luftkampf vier Ratas von 10 abzuschießen. Briten wird gebrochen. Die Stadt I p o h, das Zentrum der malaiischen Zinnindustrie, liegt bereits im Bereich der Kämpfe. Die Engländer scheinen sich von hier auf neuangelegte Verteidigungsstellungen am Perak-Fluß an der Westküste der Halbinsel zurückzuziehen. Der britische Ostasien-Ober- befehlshaber abgefetzt. Stockholm, 27. Dez. (DNB. Funkspruch.) Den Meldungen vom Fall Hongkongs und dem unaufhaltsamen Vordringen der Japaner auf der Malaiischen Halbinsel folgt unmittelbar die Nachricht von der Absetzung Des bisherigen Oberkommandierenden der britischen Truppen in Ostasien, Luftmarschall Sir Robert Brooke-Popham. Gegen ihn waren im Zusammenhang mit dem vollständigen Versagen der britischen Luftstreitkräfte während der Kämpfe in Malaya und besonders bei der Versenkung der beiden englischen Schlachtschiffe heftige Angriffe in der Londoner Presse erhoben worden. Nicht zuletzt hatte man ihm vorgeworfen, vor dem Krieaseintritt Japans stets beruhigende Erklärungen über die Kampfbereitschaft der briti- schen Streitkräfte und Stützpunkte in Ostasien abgegeben zu haben. Sein Nachfolger ist Generalleutt nant Sir Henry Royds Pownall. Er ist 54 Jahre alt und war Genevalstabschef des englischen Expeditionskorps in Frankreich, das er mit in die Katastrophe von Dünkirchen geführt hat. Nachher hatte man ihn zum Generalinfpekteur der Heimwehren ernannt senkten Unterseeboote vier feindliche Handelsschiffe —darunter einen großen Transporter — mit zusammen 23 500 BRT. Das durch das Unterseeboot des Kapitänleutnants Bigalk versenkte britische Kriegsschiff ist inzwischen als der Flugzeugträger „Unicom“ feslgestellt worden. Es handelt sich hierbei um das n e u e st e, erst während des Krieges fertiggestellte Schiff dieser Gattung, das in den britischen Flottenlisten als Flugbootträger geführt wird. In Nordafrika gehen die Kämpfe weiter. Deutsche Truppen vernichteten in entschlossenem Gegenangriff zwei britische Batterien und acht pan- zerkampfwagen. Deutsche Kampfflugzeuge zersprengten Ansammlungen des Feindes in der nördlichen Lyrenaika. Heber Malta wurden in Luftkämpfen zwei britische Jagdflugzeuge abgeschoffen, an einer anderen Stelle des Mittelmeerraumes ein großes Flugboot. DiebritifcheLuftwaffe warf in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf einige Orte Westdeutschlands und der befehlen Westgebiete. Die Schäden sind unerheblich. Der Feind verlor zwei Bomber. Ser italienische Bericht. Rom, 26. Dez. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Freitag gibt bekannt: Unsere Einheiten fetzten in der westlichen Cyrenaika ihre vorgesehenen Bewegungen weiterhin geordnet fort, die der Feind trotz heftiger und wiederholter Anstrengungen in keiner Weise beeinträchtigen konnte. Bengasi, das nach den Radio-Meldungen des Feindes praktisch zerstört ist, wurde von indischen Verbänden kampflos besetzt. Wederholte feindliche Angriffe im Gebiet von Sollum und Bardia wurden zurückgewiesen. Der Feind verlor einige Panzerkampfwagen. Berlin, 26.Dez. (DNB.) Tag füt Tag stellen blt Truppen der Ostfront ihre Abwehrkraft den schoeren bolschewistischen Angriffen entgegen. 5>arke Kälte, die oft bis zu 35 Grad reicht, ausgedehnte Schneeverwehungen und Glatteis erfordern von jedem Soldaten bei Tag ttitb bei Nacht höchste Anfpannung aller Kräfte. Wo bet Feind neu herangeführte Verbände immer wilder zum Sturm gegen die deutschen Linien an- I«, stößt er aus erbitterten Widerstand. Selbst die en vielen Stellen b i s zu zehnmal wiederholten Angriffe der Sowjets gegen einzelne Dßfchaften oder sonstige wichtige punkte im Ge- läibe bringen die Kraft und den Linsahwillen unserer Truppen nicht zum Erlahmen. Der Notwendig- fril des Abwehrkampfes bewußt, steigert jeder feine Kriiste zur höchsten Leistung und überwindet Strapazen des Klimas und des Kampfes. Während die bätschen Truppen über riesige (Entfernungen hinweg von der Heimat mit Verpfle- gmg, Bekleidung, IHunition, Waffen und Gerät veisorgt werden müssen, stützt sich der Feind bei seden Angriffen auf die weit kürzeren Nach- schublinien, die allerdings von der deutschen ;Cilroaffe ständig bombardiert werden. Um nur irgendeinen Erfolg zu erzielen,, sehen die Bolsche- triifen tn zahlreichen Abschnitten zur Verstärkung ihrer Infanterie-Angriffe panzerkampf- ivigen ein, die aber an keiner Stelle Lntschei- bmgen erzwingen konnten. Neben hohen Verlusten bei Gegners an Menschen sind es insbesondere Panzer, die den deutschen Waffen zum Opfer fallen. Klein am 25.12. vernichteten deutsche Truppen an verschiedenen Teilen der Ostfront außer zahlreichen inneren Waffen und vielem Gerät 4 9 feindliche Pinzerkampfwagen. * | 8m Nordabschnitt der Ostfront war am ersten Weihnachtstaqe eine von unseren Truppen besetzte Drischaft zweimal das Ziel bolschewistischer Angriffe. Dir deutsche Abwehr setzte rechtzeitig und so stark ein, daß der von Panzern unterstützte feindliche Dor- . W bereits im Vorgelände st eckenblieb. 2K; die Bolschewisten ihre Angriffe einstellten, war bei Ort fest in deutscher Hand, und mehrere Pan- 3et;ampfroagen des Feindes lagen zerschossen auf dm Kampffeld. Donnerstagnachmittag gelang es bischer Infanterie, einen mit starken Kräften un« timommenen Ausbruchsversuch aus L e - ningrab zum Scheitern zu bringen. — Der Feind hite feine Jnfanterieverbände durch den Einsatz Dor 30 schweren Panzery verstärkt und warf seine Aanteristen schonungslos in das heftige deutsche Ävehrseuer, um einen Durchbruch zu erzwingen. Kampf wurde von beiden Seiten äußerst hartnäckig geführt und wurde vom Gegner erst (bl bekannt: , *tn Osten auch gestern starke kampf- ii! igkeit. Bei der Abwehr sowjetischer Angriffe ^mittleren Frontabschnitt wurden durch k Truppen eines Armeekorps 21 fow je tif ch e 13ug ., f ( hnjet ab gesoffen. Kampf-. S,ur;kampf- wafft nd)tet-> ni 3agboetbäabe griffen im Mittel- und Jtorbab-I 3m ftampf . Deutschlands und seiner europäischen Freunde zum Kampf gegen die bolschewistische Mili - t ä r m a ch t. Es ist, um die Bedeutung dieses Ereignisses zu veranschau^chen, auf die' Größenverhältnisse dieses Kampfes hingewiesen worden, die alles bisher Bekannte übersteigen. Zu noch größerem Tiefsinn werden svätere Geschlechter angeregt werden, wenn die Geschichtsschreibung ihnen vergegenwärtigt, daß ein alter Kontinent, der 2000 Jahre hoher Kultur, verfeinerter Kunst, tiefgründiger Philosophie und Jahrhunderte einer den Menschen stark beansvruchenden städtischen Zivilisation sein Erbe nennt, die Kraft nicht nur zu einer ehrenvollen Verteidigung, sonvern zu einem elementaren Angriff gegen das Ungeheuer im Osten besaß. Welch eine Fülle von Entschlüssen, welch eine geistige Spannweite vom weltabgewandten Denken bis zum ursprünglichen Kämpfen in Wäldern und Sümpfen, welch eine Lebenskraft haben Raum in der Brust des deutschen und abendländischen Menschen! Es hatte früher Männer und Zeiten in England gegeven, denen ein Kampf Europas gegen den Osten gleichzeitig ein hohes eigenes Interesse zu bedeuten schien. Als aber der Kampf nun Wirklichkeit wurde und die Völker Europas zusammentrieb, wurden wir Zeuge eines Erlebnisses, das als schmerzhafte Erfahrung im Gedächtnis künftiger europäischer Geschlechter haften bleiben wird. Nach dem erzwungenen Rückzug aus Europa, den England nach den Kämpfen im Westen und auf dem Balkan antreten mußte, vollzog es im Sommer 1941, in der Rettungsstunde des Abendlandes, freiwillig die innere Trennung von Europa und verbündete sich mit dem Zerstörer der Kultur. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß Englands Gesicht dadurch verändert wird. Die herrschende Schicht hat Geister gerufen, die sie nicht wieder los wird. Die Engländer, die ihre abendländische Verbundenheit nickt verleugnet haben, sind der geistigen Heimat beraubt worden. Den europäi- schen Nationen, die früher in der englischen Gedankenwelt lebten, ist durch Englands Verhalten allerdings manche Entscheidung erleichtert worden. Während also im Jahr 1941 der europäische Kontinent sich höher aus den seit Jahrhunderten von Osten und Westen heranbrausenden Fluten heraushob, senkten sich die Gestade des englischen Reiches an vielen Stellen und boten sich fremder Ueberflutung dar. Machtpolitisch, geographisch und geistig zeigte sich England zum Rückzug vor seinen Verbündeten, zunächst und vor allem vor den USA., dann aber auch vor dem Sowjetsystem bereit. Im Atlantik, in Südamerika, in den eigenen Dominien, in Indien und in Interessensphären, wie Iran, und nicht zuletzt im eigenen Lande gab es Beispiele für die englische Resignation, die mit dem Rückzug aus Europa einherging. Darin kündeten sich die ersten Anzeichen eines Absinkens des Empires in die Vergangenheit an. Große Reiche sterben aber nicht, ohne daß die Erde bebt. Und auch neue Mächte können sich nicht, wie optimistische Amerikaner glaubten, auf leisen Sohlen in die Weltgeschichte einschleichen. Das alte Jahr legt sich nicht zur Ruhe, ohne uns auch diese Lehre vor Augen geführt zu haben. Japan und die Vereinigten Staaten traten unter phantastischen Umständen in den Krieg ein. Alle fünf Erdteile und sieben Meere sind nun vom Schlachtenlärm erfüllt. Es ist schwer, zu glauben, daß es noch um das Schlicksal einzelner Nationen gehe. Es klingt überzeugender, wenn gesagt wird, es gehe um das Schicksal des Menschen als Art. Nach einem Rückblick auf das alte Jahr besteht das Verlangen nach einer Schau auf das neue Jahr. Der Mensch steht witternd in der Zeit und sucht das herannahende Geheimnis zu erkennen. Eine Prophezeiung von Ereignissen im Stil astrologischer Voraussagen wäre ebenso müßig wie das < Verlangen danach schwächlich ist. Es ist belanglos §u wissen, was bevorsteht. Es ist aber nicht belang los, klar zu sehen, was um uns vorgeht und wie der Mensch beschaffen sein muß, der sich in diesem Geschehen behaupten will. Wir durchschreiten eine Geschichtsepoche, in der d i e Fragen wieder wichtiger sind als die Antworten, und die sich nicht anmaßt, die Welträtsel lösen zu können. Diese Abkehr vom Optimismus verlangt nach Menschen, die die Kraft haben, die Probleme zu erleben. Nicht das größte Glück der größten Zahl, das der Marxismus predigte, sondern die Reife der Erkenntnis ist das höchste Ergebnis, das sich der politische Mensch wünschen kann/ Es wäre verhängnisvoll, die geistige Auseinderseßung mit der Zeit Einzelgängern zu überlassen. Denn der Verzicht auf Erkenntnis würde zu einer Entartung des Wirklichkeitssinnes führen, die, wie wir in den letzten Jahren erlebt haben, bei einer Reihe von Nationen eine der Hauptursachen katastrophaler Niederlagen wurde. Unsere Generation kann es sich um so weniger leisten, auf die Erkenntnisse der Vorgänge um uns zu verzichten oder sie nur in der Schwarzweiß-Beleuchtung überkommener Vorurteile zu sehen, als ein Kennzeichen der Zeit das Zerbrechen ererbter Formen ist, die sonst für das Durchschnittsdenken Jnhaltspunkte bieten. Machtvolle Einzelpersönlichkeiten haben die Welt in Bewegung gebracht. Aus gesicherten Verhältnissen entstandenes Gewoynheits- denken vermag nicht mehr, eine klare Beobachtung der neuartigen Ereignisse zu gewährleisten. Obwohl der Krieg noch im Gange ist, merken wir an dem Leben, das sich überall mächtig regt, daß die Arbeit schon im Zeichen künftiger Möglichkeiten steht. Die militärischen Taten haben neue Betätigungsfelder geschaffen. Diese rufen nach Menschen. Es wird der Uebergang von einem vorwiegend militärischen zu einem vorwiegend anders gearteten Aktivismus kommen. Wie soll dieser beschaffen sein? Von vielen Schattierungen abgesehen, wird jeder nichtmilitärische Beruf vor allem mit einem Sinn für das Politische ausgefüllt wenden müssen. In anderem Maße als vor diesem Kriege treten politische Fragen an Menschen heran, die sich ihnen früher entziehen konnten. Wenn der Deutsche in den großen Gebieten Europas, in denen das Schwert entschieden hat, nicht versagen will, dann darf sich die politische Weltfremdheit und unmännliche Schwärmerei vergangener Jahrhunderte nicht wiederholen. Damit ist auch gesagt, daß die politische Erkenntnisfähigkeit, die wir als erforderlich ansehen, nicht in einer passiven und unbeteiligten Beobachtungsgabe von Menschen bestehen kann, die abdanken und „von oben herab" urteilen,' sondern nur die nötige Präzision erhält, wenn sie die scharfe Urteilskraft des aktiven politischen Menschen darstellt, der mitten in den Ereignissen steht. Es waren immer Zeiten innerer Schwäche, in denen man Grund hatte, sich über mangelnde Beteiligung der Besten an der Politik zu beklagen. Aus dem Rom der nachcasarischen Zeit, ja sogar aus der Zeit Cäsars selbst, wird diese Beschwerde überliefert. In unseren Tagen erleben wir zum allgemeinen Schaden, daß sich gute Elemente in den Vereinigten Staaten von der Politik abwenden, weil sie ihnen, wie man öft hören kann, als „schmutziges Geschäft" gilt. Die Forderuitg nach dem politischen Menschen ist groß und ernst: sie tft aber nicht cmsschNeßlich'. Sieben dem politischen Können wird eine ständige militärische Bereitschaft ein Kennzeichen unserer Zeit bleiben. Die hochentwickelte Technik kann die Völker Ueberafchungen aussetzen. Die Weiträumigkeit der Politik hat den Einsatz so erhöht, daß kein führendes Volk auf den Gebrauch des militärischen Instrumentes als Argument der Diplomatie verzichten wird. Abrüftungs- und Völkerbunds- Träume haben in einer Zeit, in der ganze Erdteile gegeneinander antreten, kein Gewicht mehr. Das bedeutet nicht, daß die letzten Entscheidungen in militärische Hunde gelegt werden. Unsere Zeit scheint die Lehre wohl verstanden zu haben, daß die Politik das letzte Wort haben muß. Es bedeutet aber, daß ein Volk oder ein Raum, welcher bestehen will, auf die Beherrschung der militärischen Mittel ebenso wenig verzichten kann wie auf die Beherrschung aller anderen zeitgemäßen Mittel, wie Nachrichtendienst, Propaganda, die letzten technischen Erfindungen oder eine moderne Wirtschaft. Es gab Zeiten, in denen die Völker es sich erlauben konnten, sich zu spezialisieren. Den Engländern trug das den Ruf eines unmilitärischen Volkes ein. Sie ersetzten stehende Heere durch Diplomatie. Die Gegenwart verlangt von jedem Volk eine totale Beherrschung der Mittel. Den Engländern ist das vor kurzem erneut klar geworden, als sie vor der Malaiischen Küste zwei Schlachtschiffe in wenigen Minuten durch einen Gegner verloren, der die Beherrschung der Mittel, in diesem Fall die Kombination und Ausnutzung verschiedener Flugzeug- typen, besser verstand als sie. Es ist ein schlechtes Zeichen für den Selbstbehauptunaswillen des Engländers, daß er solche Lehren über den Gebrauch der Selbsterhaltungsmittel nicht schon aus der Revolutionierung der Kriegführung zog, der er in Norwegen, Frankreich, Griechenland und Kreta begegnet ist. Er vergißt leicht, daß es nicht genügt, eine große Zahl von Flugzeugen zu bauen. Man muß sie auch so einsetzen können, daß die letzten in ihnen liegenden Möglichkeiten erschöpfend ausgewertet werden. Dazu gehört eine hochgezüchtete, durchgeistigte, militärische Führung, ohne die eine moderne Großmacht nicht so sicher dahinleben kann, wie es in früheren Jahrhunderten möglich war. Die Anforderungen an ganze Völker und an die einzelnen Menschen steigen. Uns stehen keine bequemen Zeiten bevor, die etwa für gemächliche Völker, wie Mols Hitler sie in seiner letzten Rede nannte, geschaffen wären. Da aber Europa den Sprung nach Osten gewagt hat, statt daß sich der Osten über Europa wälzt, steht den Völkern und Menschen, die der Härte gewachsen sind, e i n neues Feld offen. Dadurch sind für Erschütterungen, die von Ereignissen in anderen Teilen der Welt ausgehen können, etwa von einem Zerfall des britischen Empires, rechzeitig Auffangmöglichkeiten geschaffen. Der Weltblick weitet sich und der Sinn für das Geschichtliche schärft sich. Das muß so sein. Denn die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Wolfgang Straede. 'ft ie Hongkong kapitulierte. Tokio, 26. Dez. (Europapreß.) Das japanische Oberkommando meldet, daß die Einnahme von Hongkong vollständig durch geführt worden ist. Der Armeepresseoffizier des japanischen Hauptquartiers sprach im Rundfunk über die Bedeutung des Falls von Hongkong, das nach genau hundertjährigem Besitz in Japans Hände gefallen sei. Die Insel Hongkong, die samt den sie umgebenden Inseln modernste Befestigungsanlagen aufweise, sei von 22 000 Mann, darunter 5000 Freiwilligen, verteidigt worden. Die japanischen Truppen hätten den acht Kilometer tiefen, starken Derteidiaungsgürtel der Hongkong vorgelagerten Halbinsel K a u l u n, bereits fünf Tage nach Kriegsausbruch durchbrochen. Nachdem mit Rücksicht auf die 1,4 Millionen zählende Bevölkerung von Hongkong von den japanischen Streitkräften zur kampflosen Uebergabe aufgefordert wurde, diese aber abgelehnt worden sei, wären die japanischen Truppen am 18. Dezember auf der Insel Hongkong gelandet. Sie besetzten ein Fort nach dem anderen und griffen dann die letzte Artilleriestellung der Engländer auf der Ditto riahöhe an. Hier leisteten die Engländer bis zuletzt Widerstand. Am Donnerstag endlich bot der britische Gouverneur die Kapitulation an, nachdem ihm die militärischen Befehlshaber eröffnet hatten, daß kein weiterer Widerstand geleistet werden könne. Die englischen Truppen waren völlig eingekesselt worden. Unter den britischen Verteidigern befanden sich 13 000 Mann reguläre Truppen, in der Hauptsache Inder, ferner 5000 Freiwillige und 4000 bewaffnete Polizisten. 2000 Kanadier waren noch am 16. November zur Verstärkung eingetroffen. Die Festung selbst besaß Verteidigungsanlagen, die 8 km tief gestaffelt waren. Jede der Hongkong umgebenden Inseln war eine Festung für sich. Das Befestigungssystem von Hongkong selbst setzte sich aus zahlreichen Forts, Bunkern, Infanterie- und Artilleriestellungen zusammen. In den Gewässern um die Insel waren ausgedehnte Minenfelder ausgelegt worden. Aus den Frontberichten japanischer Kriegsberichter werden Einzelheiten über den Fall von Hongkong bekannt. Als japanische Soldaten gegen einen noch vom Feinde besetzten Hügel vorgingen, stellten sie fest, daß der Gegner bereits das Feuer eingestellt yatte. Gegen 17 Uhr am Donnerstag erschienen vier englische Offiziere auf der Spitze dieses Hügels mit einem Bambusstock, auf dem eine weiße Fahne befestigt war. Die Engländer wurden an die nächstgelegene japanische Kommandostelle geführt, wo sie sich als Vertreter des Gouverneurs von Hongkong vorstellten. Da die britischen Offiziere jedoch nicht ausreichende Vollmachten vorweisen konnten, wurden sie von japanischen Offizieren ins japanische Hauptquartier gebeten, das den Gouverneur von Hongkong und den britischen Kommandierenden General Malthy aufforderte, vor den japanischen Linien zu erscheinen. Gegen 17 Uhr tauchten dann an vielen Punkten der englischen Linien weiße Fahnen auf und bald darauf erschien auch der Gouverneur in Begleitung von vier Stabsoffizieren. General Maltby wurde dann in das Peninfular- hotel nach Kaulun geleitet, wo die Uebergadever- Handlungen eingeleitet und die japanischen Kapitulationsbedingungen von den Briten angenommen wurden. Sie umfaßten drei Punkte: 1. Zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung werden japanische Truppen auf Hongkong ft a t i o n i e r t 2. Die Engländer übernehmen die Verantwortung für die Einstellung der Feindseligkeiten und für die Verhinderung von unerwünschten Zwischenfällen. 3. Die Entscheidung über die anderen Fragen bleibt für später vorbehalten. Die 6000 Mann bri- ritscher Soloaten müssen bis Freitag 12 Uhr Ortszeit entwaffnet fein. Im Hafen von Hongkong wurden auch vier sowjetische Frachter von dem Kriegsausbruch überrascht. Ein Frachter mit 3000 BRT. wurde im Laufe der Kampfhandlungen versenkt, während die drei übrigen Sowjetfrachter sich nach dem Fall der Kronkolonie unter japanischen Schutz begaben. Bei den Kämpfen um die Insel Hongkong haben die Japaner als 'neugebildete Spezialtruppe „Schwimmende Soldaten" eingesetzt. Don ihnen heißt es, daß ihr zäher Mut unb Angriffsgeist erst die Landungen der Transportschiffe ermöglichte. Ständig unter dem Feuer der britischen Besatzungstruppen durchschwammen sie die tausend Meter breite, minenoerseuchte Lymoon-Enge. Durch Gewehrschüsse brachten sie — unter Einsatz ihres Lebens — die Minen zur Explosion und schufen damit freie Bahn für die nachfolgenden japanischen Transporter. Die strategischen Schwierigkeiten bei der Landung auf Hongkong werden in „Tokio Nicht Nicht" erläutert. Es heißt da, daß nur der unvergleichliche Todesmut der japanischen Truppen es ermöglicht hat, auf der modern befestigten Insel Fuß zu fassen. Diese Landung sei in der Kriegsgeschichte bisher unerreicht. „Aus diesem Siege Japans", so schließt das japanische Blatt, „werden Großbritannien und die bereinigten Staaten lernen müssen, daß die japanische Wehrmacht fähig ist, dank ihrer Führung, ihrer Ausrüstung und ihrem Geiste jeglichen Widerstand zu brechen? Mit der Kapitulation der britischen Truppen in Hongkong ist der nördliche Eckpfeiler des vielgerühmten britischen „strategischen Dreiecks" zusammengebrochen, ungehemmt kann sich die japanische Flotte gegen Malaya und die polnnesische Inselwelt auswirken. Auch Hongkongs Rolle im China-Konflikt hat nun ihr Ende gefunden. Es war der Aus- gangspuükt für die englischen und amerikanischen Lieferungen von Rüstungsmaterial an Tschiang- kaischek. Allein zwischen Januar und November dieses Jahres wurde über Hongkong für über 2,5 Milliarden Pen Material an Tschungking geliefert, während über die Burmastraße nur für rund eine halbe Milliarde ging. Nach Hongkongs Fall ist daher die Verbindung Tschungkings mit der Außenwelt in der Hauptsache abgeschnitten. Der Weg über Indien ist weit und führt durch schwieriges Gelände, und die Burmastraße wird jetzt von den Japanern ernstlich bedroht. Mit Recht betont daher die japanische Presse, daß ein wichtiger Stütz- punkt für die Invasion Englands und der USA. in Ostasien zerstört sei. Erneute japanische Angriffe auf Rangun Tokio, 26. Dez. (DNB.) Die Armee-Abteilung des kaiserlichen Hauptquartiers gibt bekannt, daß am 25. 12. 40 britische Flugzeuge abgeschossen, acht weitere am Boden in Brand gesetzt und das Elektrizitätswerk Ranguns vollständig zerstört wurden. Japanische Kampf- und Jagdflugzeuge haben einen weiteren Massenangriff auf Rangun unternommen, wobei auch auf dem Flugplatz schwere Beschädigungen angerichtet wurden. Acht japanische Flugzeuge werden vermißt. Heimat und Front. ReichSminister Or. Goebbels sprach am Heiligen Abend im Rundfunk. Berlin, 25. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hielt am Heiligabend über den Groß- deutschen Rundfunk eine Ansprache. Er wandte sich darin als Sprecher der Heimat in der Hauptsache an unsere Soldaten. Allen, die dieses Kriegsweihnachten fern von zu Hause, getrennt von ihren Lieben an der Front oder irgendwo in der weiten Welt begehen müssen, übermittelte Dr. Goebbels Grüße und innigste Wünsche. Wenn die Heimat auch jetzt wieder ein drittes Kriegsweihnachten, zwar karger und viel bescheidener als sonst, aber doch beschützt und abgeschirmt gegen die Drohungen unserer Feinde, begehen könne, so müsse sie dafür denen danken, die sie verteidigten, ihren Männern, Vätern und Söhnen, die draußen stehen und in fernen Ländern und unter fremden Völkern erst recht einsehen lernten, was sie an ihrem Vaterland und ihrem Volke haben. Die Heimat sei der feste Pol, um den auch heute all ihre Gedanken und Wünsche kreisten. Es müsse ihr größter Stolz gerade in dieser Stunde sein, daß sie diese Heimat beschützten und vor der Furie des Krieges bewahrten. In Worten wärmster Anerkennung wandte sich Dr. Goebbels an seine vielen auslandsdeutschen Hörer. „Sie leben oft in einer vollkommen fremden, um nicht zu sagen feindlichen Welt. Es darf uns nicht wunder nehmen, daß wir Deutschen von heute, weil wir unsere Lebensrechte ver- teibigen, draußen nicht immer beliebt snd. Dort umgibt unsere Volksgenossen oft Neid und Mißgunst, Haß und Verfolgung. Wir zu Hause erfahren davon nur gelegentlich aus den Zeitungen. Unsere Aus- landsoeutschen aber erfahren das täglich am eigenen Leibe. In einer hoffnungslosen Minderheit stehen sie dem Trommelfeuer der deutschfeindlichen Propaganda ausgesetzt, werden verhöhnt, drangsaliert, mit schimpflichen Haussuchungen bedacht und verhaftet. Wofür anders ertragen sie das mit Stolz und Würde als für uns, für ihre Heimat, die sie genau so und bewußter noch lieben als wir und für die sie sich mit ganzer Hingabe einsetzen? ,Heute weiß die Heimat, was sie denen schuldig ist, die sich mit ganzer Kraft für sie einsetzen. Wie sie uns nicht im Stich lassen, so werden wir sie nicht im Stich lassen. Die Heimat wäre der harten und schweren Opfer, die heute Millionen Menschen für sie bringen, gar nicht wert, wenn sie nicht immerfort bestrebt märe, sich ihrer würdig zu erweisen." Niemand sei wohl unter uns, der nicht an diesem Abend seine Blicke nach oben lenkte. Der Krieg habe uns nicht nur gelehrt, stark zu fein vor unseren Feinden, sondern auch demütig zu sein vor unserem Schicksal über uns. Nach den erhebenden Stunden des Weihnachtsabends mit Besinnung und festlicher Ergriffenheit kehrten wir nun alle wieder zu den Sorgen und Plagen, Lasten, Opfern und Entsagungen des Alltags zurück. Noch freudiger aber als bis- her würden wir ihn hinnehmen. Wir wollten keine Minute vergessen, daß wir allein die Verantwortung tragen, feder an seinem Platz, und daß es von uni serem Kampf und von unserer Arbeit abhänge, ob der Sieg bald unser sei. ,^Jm Gedanken an den Führer, der auch an diesem Abend allgegenwärtig ist da, wo Deutsche zusammensitzen, werden wir uns um das Vaterland stellen. Es soll größer, schöner und erhabener aus diesem Kriege hervorgehen. Cs soll die stolze und freie Heimat für uns alle sein. Das wollen wir in dieser Stunde dem Führer geloben. Er kann sich auf sein Volk an der Front, in der Heimat und in der weiten Welt verlassen. Cr führe uns, wir folgen ihm.. Von keinem Gedanken des Zweifels belastet, tragen wir hinter ihm die Fahne und das Reich, Fahne und Reich sollen rein und unversehrt fein, wenn die große Stunde des Sieges kommt." Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, sprach am Weih, nachtsabend über die deutschen Kurzwellensender zu den Ausländsdeutschen und den deutschen Seeleuten in aller Welt. Gauleiter Bohle gebadete dabei besonders herzlich der Leiter der ihres Deutschtums wegen internierten Auslands, deutschen und übermittelte allen Deutschen im Aus. land die Grüße der Heimat. Dank den Ettern und Soldaten. Berlin, 24. Dez. (DNB.) Reichsjugendführer A x m a n n sagte in einem Weihnachtsaufruf an die Hitlerjugend u. a.: Wenn heute abend an den Bäumen die Lichter brennen und sich die Stube mit festlichem Glanze füllt, dann wandern unsere Gedanken hinaus zu den namenlosen Kämpfern, die an allen Fronten auf einsamem Posten für Deutschland stehen. Aber die Herzen des ganzen Volkes und der Jugend sind bei ihnen. Wir denken an die Kameraden in den Lazaretten, die nicht mit Verbitterung, sondern mit fröhlichem Stolz die schweren Wunden dieses Krieges tragen und in denen nur der eine Wunsch brennt, bald wieder draußen zu fein. Wir öffnen unser Herz dem Gedenken der Gefallenen, die durch das Opfer ihres eigenen Lebens unsterblich geworden find. Und mit Liebe umfangen wir ihre Hinterbliebenen Frauen, Bräute, Mütter, Väter und Geschwister. Vor allem aber hat uns wieder das Vertrauen der Eltern glücklich gemacht, mit dem sie unsere Arbeit trotz der kleinen Schwächen des Alltags ausgezeichnet haben. Zu Weihnachten danken wir ihnen, die unserem Volk so tapfere Sohne aaben, mit aufrichtigem Herzen dafür. Ihr selbstloses Dasein für uns wollen wir lohnen mit Be- scheidenheit, Gehorsam und Fleiß, und ihnen in die Hand versprechen, daß wir ihnen recht viel Freude machen. Eltern und Jugend leben in einer starken und unerschütterlichen Zuversicht, denn die Zukunft kann uns nichts anderes bringen als den Sieg. Und wenn uns die Welt nach den Gründen fragt, so sagen wir: Weil uns der Herrgott unseren Führer gab. Oie Weihnachtsfeier der Alten Kämpfer in München. München, 24. Dez. (DNB.) Am Nachmittag des 24. 12. versammelten sich im Löwenbräukeller wieder wie alljährlich viele der Alten Kämpfer, die auf ihren Posten in der Heimat ausharren müssen, um als Gäste des Führers an tannengeschmückten Tischen und vor den Lichtern des Weihnachtsbaumes die Führerweihnacht der Alten Kämpfer zu begehen. Gauleiter Adolf Wagner überbrachte die herzlichen Grüße und Wünsche des Führers. Front und Heimat seien getragen von der nationalsozialistischen Idee, ihm zu helfen und alles freudig einzusetzen, um die Zukunft der deutschen Nation zu sichern. Die alten Nationalsozialisten seien immer des Füb- rerwortes eingedenk, daß er von seinem Volke nie mehr fordere, als er selbst zu tun bereit ist. In uns brenne nur ein Gedanke, und das fei der Sieg. Or. Goebbels am Heiligabend in einem Berliner Lazarett. Berlin, 24. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels besuchte am Heiligabend die Verwundeten eines Berliner Lazaretts. Die Heimat wisse heute, so erklärte Dr. Goebbels, daß die Lasten und Entbehrungen, die der Krieg ihr auferlegte, verhältnismäßig geringfügig feien gegenüber den Opfern, die unsere Soldaten auf sich nehmen müßten. Den Verwundeten, als den Ehrenbürgern der Nation, bezeuge das deutsche Volk seine ganze Dankbarkeit, die diesmal nicht aus leeren Worten bestehe. Die nationalsozialistische Staatsführung sehe es als ihre Ehrenpflicht an, denen eine gesicherte Zukunft zu geben, die ihre Treue zu Führer und Volk mit ihrem Blute besiegelten. Die Opfer der Front würden der Heimat eine ständige Mahnung sein. Todesurteile im bulgarischen Hochverratsprozeß. Sofia, 26. Dez. (Europapreß.) In dem Hoch» verratsprozeß gegen die Derschwörergruppe Dr. D i m i t r o f f wurde Dimitroff, der für die Nacht aum 13. Avril 1941 einen Staatsstreich mit Hilfe der englischen und jugoslawischen Gesandtschaft in Sofia vorbereitet hatte, wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, ferner die im Ausland befindlichen fünf Mitangeklagten Ausländer sowie der flüchtige Bulgare Kostoff. Vier Bulgaren, die sich in Hast befinden, wurden ebenfalls zum Tode, vier weitere zu lebenslänglichem Kerker und 18 zu Kerkerstrafen von 15 bis eineinhalb Jahren verurteilt. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Kleine politische Nachrichten. Bei den harten Kämpfen im mittleren Abschnitt der Ostfront fand am 21. 12. der Kommandeur einer Infanteriedivision, Generalleutnant Bergmann, den Heldentod. In Ingolstadt 1893 geboren, hat er sich im Ostfeldzug durch persönliche Tapferkeit besonders ausgezeichnet. ♦ Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz an: Feldwebel Koeppen, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. Er hat im Kampf gegen die sowjetische Luftwaffe gegen einen oft zahlenmäßig überlegenen Gegner 40 Luftsiege errungen. In den späten Abendstunden des 24. Dezembtt versuchte ein britischer Geleitzug von Norden y Dover zu erreichen. Deutsche Fernkampfbatterien nahmen den Geleitzuq von der Kanalküste aus unter Feuer und zwangen ihn zur Umkehr. ♦ Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, dah die Taten der Ritterkreuzträger, wtt es im Rahmen der wehrgeistigen Erzieyrmg öer Mitkämpfer für eine bessere Zukunst Von unserem Fe.-Berichterstatter. en. 4 ml» in. tri. sei hick du!» Nk: mit ball' N- k h onh >W * it lif IN (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsinki, Ende Dezember 1941. Machdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Agram, Ende Dezember 1941. 'i«k ., '.Ah iü |ti ban|? ich. Fünfzehnmal um die Erde Oie Leistungen der Nachrichtentruppe im Osten. ter! mnk e bl. nb i'- rhW lenü en<- W,b ötllc M ollr 3nc Bieg. n? ,8# iS, nt,J n. jl ^nlt n am 'M I ";l H . ilk' im Der finnische Waffengefährte ■ {} ÜQf. Wh M -r es 7 n, tz inte en t Sei, 8 title ' ienlf * 1 «b - B i i»f£ | ssnfere Ausländskorrespondenten berichten an derJahreswende aus den befreundeten Nationen .evtember 1918 , sche Regimenter, an der Brust Kreuz und die Goldene Tapfer- Die ersten sechs Monate des vergangenen Jahres waren ausgefüllt mit den Problemen des Wieder- alifbaus. Schwer lasteten die Folgen des Winter- treges und des Moskauer „Friedens" auf dem finnischen Volke. Aber mit der unermüdlichen Kraft »id 11 Jenem ersten Aufstand des kroatischen Freiheitswillens folgten noch viele andere. Zahllose kroatische Nationalisten mußten in Kerkern schmachten oder im Ausland ihre Zuflucht suchen, für den «errat von Politikern, die für Geld und Amt nach Belgrad zogen. Das gefährliche Spiel.dieser Männer, die sich „Bauernführer" nannten, aber in Wahrheit satte Berufspolitiker waren, schwächte die innere Kraft des kroatischen Volkes. Der Traum vom unabhängigen kroatischen Staat wäre wahrscheinlich ausgeträumt gewesen, hätte nicht der heutige Staatsführer Dr. P a w e l i t s ch die Treuesten der Treuen in der Ustascha-Bewegung gesammelt und in seinem unerschütterlichen Glauben an die Auferstehung Kroatiens auch ausgehalten, als die Aussichten bis auf einen Nullpunkt gesunken waren. Tatsächlich war auch Belgrad die Möglichkeit gegeben, durch eine klare Einordnung in die Gemein» schäft des neuen Europa und eine föderative Befriedung seiner Völker den Bestand Jugoslawiens zu sichern. Aber wie noch immer in der Geschichte vermochte das serbische Volk auch diesmal nicht, die Anforderungen zu erfüllen, die es zu einer Ord- nunasmacht in diesem Raum Europas befähigt hätten Dr. Pawelitsch, der von dieser Uneignung des serbischen Volkes überzeugt war, hatte recht- behalten. Die deutschen Truppen machten dem letzten Ueberrest des Versailler Europa rasch ein Ende. Der unabhängige kroatische Staat wurde ausge- rufen und damit ein Volk befreit, das wie kein anderes seit Jahrhunderten nicht nur Beweise seiner Treue und Dankbarkeit, sondern auch seiner Be- Das unabhängige Kroatien SBon unserem Dr. Sch.-Berichterstatter. lit S . nen Berlin, 26. Dez. (DNB.) Mit dem ungestümen Vormarsch unserer Truppen sind die Nachrichtenverbindungen des Heeres in die Tiefe des russischen Raumes vorgetragen worden. Bautrupps der Divisions-Nachrichtenabteilungen brachten ihre Feldkabelleitungen mit den Sturmtruppen über die Grenzhindernisse, Feldfernkabeltrupps der Korps-Nachrichtenabteilungen trieben ihre Dor- marschleistungen durch Sümpf und Wald mit den Kampftruppen vor und die Nachrichten-Regimenter errichteten im Zuge des unaufhaltsamen Vorwärtsdrängens ihre Blankdrahtleitungen, deren Stangen meist selbst geschlagen und zugerichtet werden mußten. Die fernmeldetechnischen Aufgaben wuchsen mit der immer größer werdenden Entfernung von Front und Heimat und der seitlichen Ausdehnung der Fronten, die 2500 Kilometer und mehr erreichte. Spezialgeräte kamen zum Einsatz, die ein Weitsprechen über viele Hunderte von Kilometern und die mehrfache Ausnutzung einer Leitung bis zu zwölf Gesprächen ermöglichten. Die großen Nachrichtenachsen wurden durch Querverbindungen verbunden, und das weitläufige Netz immer enger vermascht. Heute umspannt ein dichtes Fernsprechnetz den erkämpften Riesenraum und nahezu jede Truppe ist daran angeschlossen. An Blankdraht, Feldfernkabel und Feldkabel sind es bis Anfang Oktober über 600 000 Kilometer Leitungslänge. Um sich diese Leistung zu vergegenwärtigen, stelle man sich vor, daß man mit dem eingebauten Kabel die Erde fünfzehnmal umspannen könnte! Die Zahl der auf diesen Leitungen geführten Gespräche ist auch nicht annähernd zu erfassen. Nur ein Einzelbeispiel soll hier als Matzstab angeführt werden, und zwar die Führungsvermittlung einerKorps- Nachrichtenabteilung, die innerhalb eines Viertelsahres 100 000 Gespräche vermittelte. Die Gesamtzahl der über das Leitungsnetz gegangenen Fernschreiben beläuft sich auf rund 1 250000. Die Pupierstreifen dieser Schreiben aneinandergeklebt, ergäben ein Band von der Länge des Erdhalbmessers. Die Fernsprechverbindungen des Ostens fanden ihre Ergänzung und Ueberlagerung im Funkverkehr. Der Funk war dort Hauptnachrichtenmittel, wo der Leitungsbau dem ungestümen Vormarsch nicht zu folgen vermochte. So sind selbst größere Panzerverbände tagelang ausschließlich durch Funk geführt worden. In welch starkem Maße die schnell einsatzfähigen und leicht beweglichen Funktrupps zur drahtlosen Befehlsund Meldeübermittlung in den weiten Räumen des Ostens eingesetzt wurden, geht aus der Gesamt- zahl der von der Nachrichtentruppe im ersten Vier- tefiahr abgewickelten Funksprüche hervor: es sind rund 18 000 000. Im Durchschnitt sind also täglich 18 0 000 Funksprüche durch den Aether gejagt. Dabei wurden von einer Panzerkompanie zwischen Regiment und Division durchschnittliche Laufzeiten der Sprüche von 12,5 Minuten erzielt. Wenn man bedenkt, daß fast alle Sprüche ju per« schlüsseln waren, um dem Feind die Möglichkeit zur Auswertung mitgehörter Funksprüche zu entziehen, vermag man den Arbeitsaufwand der im Osten eingesetzten Funktrupps zu ermessen. Funk- und Fernsprechverbindungen orientierten die Führung über den Fortgang der Kampfhandlungen. Das gleiche Netz aber schuf auch die Voraussetzungen im Zusammenwirken aller Waffen, und über dieselben Nachrichtenverbindungen gingen die Anforderungen der kämpfenden Truppen an Munition, Gerät und Verpflegung an die rückwärtigen Dienste. Mit den Sturmtruppen bauten die Fernsprechtrupps der Divisions- und Korpsnachrichtenabteilungen ihre Kabel hart am Feinde, im heftigsten Artilleriebeschuß setzten die Funktrupps ihre Sprüche ab. Erkundungstrupps der Nachrichtenregimenter drangen in vom Feind besetztes Gebiet vor und stellten als Spähtrupps fest, wie weit es die Lage zuließ, sowjetisches Postgestänge auszunutzen. Die Störungstrupps schließlich scheuten weder Feind noch Dunkelheit, wenn es galt, eine Störung ein- zukreisen und die Verbindung wieder herzustellen. Bei all ihren Unternehmungen hat die Nachrichtentruppe ihren Blutzoll entrichtet. reitschaft zum Einsatz für übernationale Ideen geliefert hat. Nur was auf innerer Wahrhaftigkeit beruht, hat Aussicht auf Bestand. Darum flößt die Jugend des kroatischen Staates Vertrauen ein, auch wenn bis zur Vollendung des staatlichen Aufbaus noch viele und schwere Aufgaben zu bewältigen sind. Die Ustaschabewegung hatte unter dem Belgrader Regime keine Möglichkeit, aus die breiten Massen des Volkes zu wirken. Sie müssen erst geistig und organisatorisch erfaßt werden. Aber der Wille des kroatischen Volkes, um der staatlichen Unabhängigkeit willen auch Opfer auf sich zu nehmen, hat seine Bewährungsprvbe bereits bestanden. Die klare Regelung der dalmatinischen Frage mit Italien hat das bewiesen. Die Anteilnahme an dem europäischen Abwehrkampf gegen die Bolschewismus hat nicht nur in der Entsendung von Freiwilligen an die Ostfront und der Abwehr serbisch-kommunistischer Unruhestifter in Bosnien, sondern auch in der selbstverständlichen Aufnahme aller durch den Krieg bedingten Härten ihren Ausdruck gefunden. Spanien in der europäischen Kampffront Von unserem Sch.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Madrid, Ende Dezember 1941. Spanien hat im verflossenen Jahr die innerpolitische Aufmerksamkeit ganz auf seinen wirtschaftlichen Wiederaufbau und auf die politische Ausrichtung des Volkes konzentriert. Außenpolitisch stand es im Zeichen des europäischen Erwachens, das nicht auf die nüchterne Atmosphäre der Kanzleistuben beschränkt blieb, sondern den spanischen Menschen in seiner Seele erfaßte. Unsagbar ist das Leid, das der Bolfechwismus dem spanischen Volk zugefügt hat. Der ganze Zorn und Haß, dessen ein Volk überhaupt fähig ist, richtet sich gegen die Sowjets, die allein die Schuld trugen an der Trauer der spanischen Familien, am Elend des Arbeiters und an den Trümmern der Städte. Als daher am 22. Juni 1941 die siegreiche deutsche Wehrmacht zum Vernichtungskampf gegen den Bolschewismus antrat, da fühlte sich Spanien von einem schweren Druck befreit! Der fast zwei Jahre lang verhaltene Haß gegen den „Weltfeind Nr. 1" brach mit aller Gewalt hervor; die Bewunderung des Weitblicks, mit dem die deutsche Führung die Komintemdiplomatie überrumpelt hatte, erfüllte die Herzen des spanischen Volkes. Man betrachtete es als eine selbstverständliche Pflicht, an dem neuen Kampf mit der Waffe teilzunehmen, den Bolschewismus in feinem eigenen Nest aufzustöbern und sich zu rächen für die Schmach der Jahre 1936/39. In wenigen Tagen waren die Meldelisten für die spanischen Freiwilligen überzeichnet, und schon am 12. Juli verließ der erste Transport der „Blauen Division" unter den Klängen des Falange-Liedes die Halle des Madrider Nordbahnhofes. Seit jenem Tage steht das politische und geistige Schaffen der Nation im Gedenken an seine Freiwilligen im Osten. Mit dem ersten erfolgreichen Einsatz der spanischen Freiwilligen aber und besonders nach Herstellung des angelsächsisch-bolschewistischen Bündnisses erwachte Spaniens europäisches Verantwortungsgefühl zu neuer Kraft. Getragen von dem Vermächtnis der gefallenen Helden feiner nationalen Revolution, von der Erinnerung an feine große geschichtliche Vergangenheit und wutentbrannt über die angelsächsischen Machenschaften, die Spa- einens kulturelles Werk in Südamerika zu vernichten drohen, hat sich Spanien bedingungslos in die europäische Kampffront eingereiht. Spanien fühlt sich als Träger des hispanischen Bewußtseins und als Mittler der abendländischen Kultur in Südamerika nicht nur mitverantwortlich für den Sieg des neuen Europa, sondern darüber hinaus auch verantwortlich für die Bewahrung der südamerikanischen Tochterstaaten vor dem demokratisch-sowjetischen Materialismus. An der Jahreswende steht Spanien am westlichen Ausgang des Mittelmeeres auf der Wacht, Uls sich das große Dölkerringen des ersten Weltkrieges seinem ungerechten Abschluß näherte und die Uen Regimenter der Mittelmächte von den n>lachtfeldern zurückgezogen wurden, führte ihr femweg auch nach Kroatien. Denn die kroatischen tappen hatten mit ihren deutschen Waffengefährten jis zum bitteren Ende ausgeharrt. Kroaten haben Jahrhunderte für Europas Interessen gegen tie Osman en gekämpft, hatten für die habshurgische hmsmacht in schweren Schlachten gestanden, aber fr sie selbst hatte die Ungunst des Geschickes, be- kirgt durch den Raum, in dem sich die Interessen Her Mächte schnitten, bis zuletzt keinen Weg zur taüllung ihrer nationalen Sehnsucht nach dem eige- Hit Staat gefunden. Um die drei kroatischen Länder -Altkroatien, Bosnien und Dalmatien — ungeteilt iu erhalten, schlossen sich die kroatischen Politiker hcen Ende des Weltkrieges mit den Serben und 6hmenen zum jugoslawischen Staate zusammen. Jter wenige Wochen schon genügten zu der Feststel- frfl, daß die Kroaten von Belgrad nicht als gleich- ke>echtigte Bürger, sondern als Siegesbeute ange- p?n wurden, mit der man gegen Recht und Ge- ßtz verfahren konnte. „, . bereits am 5. September 1918 erhoben sich tn ’öram zwei froatifc,. ... Mach das Eiserne Kreuz ,------ . ■ n smedaille, um die Serben davonzujagen und das Wtänbige Kroatien auszurufen. Der Versuch er» im Blute der ersten kroatischen Märtyrer. Verhältnisse mit der nachdrücklichen Aufforderung an Finnland, die Kriegshandlungen einzustellen, die Truppen aus dem besetzten Gebiet zurückzuziehen und Frieden mit der Sowjetunion zu schließen, was jedoch Finnland in seiner Antwort vom 11. November klar und bestimmt zurückwies. Finnland präzisierte seinen Standpunkt: Schaffung einer solchen Grenze gegen die Sowjetunion, die Finnlands Sicherheit garantieren kann, um endlich den vielen, jahrhundertelangen Derteidigungskämpfen gegen den Osten ein Ende zu setzen. Und bar jeder Vernunft, sowie in der gefährlichen Verstrickung des bolschewistischen Bündnisses, erklärte das gleiche England, das noch vor Jahresfrist den Heldenkampf des kleinen Finnland gegen die bolschewistische Gefahr mit Bewunderung und Verständnis begleitet hatte, dem tapferen finnischen Volk den Krieg. Damit hat sich England den letzten Rest von Sympathie in diesem Lande verscherzt und den skrupellosen Verrat an Europa deutlich besiegelt! Im engsten Zusammenhang mit der geplanten neuen Grenzziehung zwischen Finnland und der Sowjetunion steht die teils außenpolitische, teils innenpolitische lebhafte Diskussion der ostka-re- l i s ch e n Frage, d. h. die politische und staatsrechtliche Stellung jenes Gebietes, das sich zwischen der alten finnischen Grenze, dem Syväri im Süden, dem Onega-See und Weißen Meer im Osten und der Kolahalbinsel im Norden erstreckt, das in geographischer, geologischer, ethnographischer und kultureller Hinsicht eine Einheit mit dem finnisch-karelischen Gebiet bildet und das zu einem wesentlichen Teil im Verlauf dieses Krieges von den finnischen Truppen bereits erobert worden ist. In Wirtschafts- und handelspolitischer Hinsicht ist die deutsch-finnische Zusammenarbeit vertieft worden. Wenn wir das vergangene Jahr überblicken und die wesentlichen Meilensteine ins Auge fassen, die aus dem Tagesgeschehen emporragen, so können wir für Finnland in politischer Hinsicht feststellen, daß es seinen Weg gewählt hat. Und wir wissen, daß das finnische Volk seinen Traditionen treu bleibt und mit äußerster Verbissenheit, mit unerschrockenem Mut und mit einer beispiellosen Ausdauer fein Lebensrecht als Nation mit dem höchsten verteidigen wird, was es für ein Volk gibt: mit feiner Ehre! Wie aus Kalkutta gemeldet wird, hat die britische Polizei Dr. Naidu und andere Hindu-Führer ver- hiftet. Auch Dr. Syamprosad Mockerjee, der stell- > virtretende Präsident der hindustanischen Maha- fabfja, und Finanzminister von Bengalen wurde PH jetgenommen, so daß die Gesamtzahl der Verhaf- feien jetzt 320 beträgt. be» Siedlerpioniers ging Finnland daran, die Aunden des Krieges zu heilen. Im Mittelpunkt find die Neuansiedlung der rund 40 000 evakuierten Uelischen Bauernfamilien innerhalb der neuen grenzen. Beim Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges begannen im Mittsommer, sowjetrussische Flugzeuge finnische Städte zu bombardieren. Nach nur 15monatigem Frieden oder besser gesagt „Waf- syistillftand" war Finnland aufs neue gezwungen, in den Krieg einzutreten. Nach all den schweren Prüfungen Winterkrieges, der alle Reserven mschlungen hatte, ein kühnes Unterfangen, aber es gab keine andere Wahls für das hartbedrängte Finnland, nachdem es sich einmal entschieden hatte! 6o bildet die finnisch-deutsche Waffenbrüderschaft les gegenwärtigen Krieges und der Beitritt Finn- liirds zum Antikominternpakt den zentralen Angel- vllnkt für das politische Geschehen des vergangenen «hres in Finnland und ist auch die Grundlage für die Entwicklung in der Zukunft. Innenpolitisch war von grundsätzlicher Bedeu- i$ig: erstens der Wiedereintritt Väinö Tanners in Sie Regierung, des von den Sowjetrussen mit M meisten gehaßten finnischen Arbeiterführers, lc nach dem Moskauer Frieden auf sowjetrufsi- schm Druck hin aus der Regierung ausschied. Zweites der Wiedereintritt der Schwedischen spart ei in die Regierung im Herbst, wo- lurcf) wieder eine nationale Sammlungsregierung Monde gekommen ist. Die politische Entwicklung fr Verhältnisse brachte bann zunächst den Abbruch ier diplomatischen Beziehungen zwischen Finnland Nid Großbritannien mit sich und im November die kttmischung Amerikas in die finnisch-sowjetischen chuljuaend bereits vielfach geschehen ist, in geeig. Her Weise im Schulunterricht behandelt werden. 5 wird Vorsorge getroffen, daß den Schulen hier- r geeignete Unterlagen zur Verfügung stehen. * Der USA.-Frachtdampfer „Abfaroka" (5698 BRT.) ovn der McCormick-Linie wurde durch ein japanisches U-Boot vor der südkalifornischen Küste an- ^griffen und im sinkenden Zustande verlassen. ♦ Der Reichsminister des Auswärttgen, von Ribbentrop, empfing in Berlin Raschid lli e l Gailani, der im Mai dieses Jahres als irakischer Ministerpräsident den Widerstand des irakischen Volkes gegen den verbrecherischen briti- itfen Ueberfall geführt hat. In einer längeren herzähen Unterredung wurden gemeinsam intereffie- Nnde Fragen der arabischen Länder besprochen. * Im Theater des Volkes in Berlin hatten sich am 1 Weihnachtsfeiertag zahlreiche italienische Arveiter zu einer Weihnachtsfeier zusammengefunden. Nach- btm Nuntius Or seni go eine Messe zelebriert bitte, nahm der italienische Botschafter in Berlin, Alfieri, das Wort. Der Duce hat dem von Parteisekretär Minister Serena mehrfach ausgesprochenen Wunsch, zum zpeitenmal als Freiwilliger zu den Waffen eilen zli dürfen, angenommen und an feiner Stelle den ouschiedene Male kriegsverletzten und mit der Dldenen und Bronzenen Medaille für Kriegsver- bimste ausgezeichneten Spanien-Freiwilligen Aldo Aidussoni zum Parteisekretär ernannt . Der Führer hat dem ordentlichen Professor Dr. phil. Dr.. med. h. c. Dr.-Jna. e. h. Adolf Windaus in Göttingen aus Anlaß der Vollendung eines 65. Lebensjahres in Anerkennung seiner wis- enschaftlichen Verdienste um die biochemische Formung, insbesondere auf dem Gebiete der Vitamine, iie Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ver- ltthen. ein Vorposten Europas, durch Krieg und Not hart geworden, mit einem klar definierten nationalen Willen und einem General an der Spitze, der das Land vor dem Untergang rettete und ein ehrlicher Bewunderer der deutschen Erfolge ist. Spaniens Haltung ist neutral, nichtkriegführend, aber europäisch. Es ist entschlossen, seine Unabhängigkeit, die es so teuer erkauft hat, gegen jeden zu verteidigen, der sie anzutasten wagt! Spanien geht in das neue Jahr mit den besten Vorsätzen hinein, kein noch so schweres Opfer zu scheuen, wenn seine nationale Selbständigkeit und die Interessen der europäischen Lebensgemeinschaft es fordern. Spanien will Mitkämpfer für eine bessere Zukunft fein! Aus aller Welt. Heinrich Stelling gestorben. Der Seniorchef des Verlages Gerhard S t a 11 i n g AG. in Oldenburg, der Geheime Kommerzienrat Dr. h. c. Heinrich Stalling, ist in Garmisch-Partenkirchen, wo er Genesung von schwerem Leiden suchte, im Alter von 76 Jahren verstorben. Schon mit 31 Jahren trat er an die Spitze des ererbten Verlages. Im Laufe der Zeit ift der Stal« ling-Verlag zu einem großen deutschen Militär-Verlag aeworden. Beumelburgs „Sperrfeuer um Deutschland" ist eines von den Büchern, bas in der Zeit größter nationaler Erniedrigung von Oldenburg aus seinen Weg zu den Lesern gefunden hat. Berufungen an die Reichsuniverfität Straßburg. Die ordentlichen Professoren Dr. rer. nat. Hermann Weber in Wien und Dr. rer nat. Franz Firbas in Hohenheim wurden in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Straßburg berufen. — Der bekannte Mineraloge Professor Dr. Friedrich Drescher- Kaden, bisher ordentlicher Professor an der Universität Göttingen, erhielt einen Lehrstuhl der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Reichsuniversität Straßburg. — Dem außer- ilanmäßiaen Professor Dr. med. Ludwig Huk- chwerdt, Bruchsal, ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Straßburg übertragen worden. Ein Fußball-Film. Die Aufnahmen für den Bavaria-Film „Das große S p i e l", der seine Handlung in den Rahmen des Aufstiegs einer Fußballmannschaft vom unbekannten Provinzverein zum Deutschen Meister stellt, sind beendet worden. Unter der Spielleitung von R. A. Stemmte waren in den Hauptrollen be- schästigt: Rens Deltgen, Maria Andergast, Hilde Jansen, Gustav Knuth, Josef Sieber, Heinz Engelmann, Adolf Fischer, Wolfgang Staube u. a. Außerdem wirkte eine Reihe bekannter Fußballspieler mit. Berfl Schultes 60 Jahre. Am 13. Dezember feierte der Leiter der Ludwig» Thoma-Dühne in Egern am Tegernsee, Bertl Schultes, seinen 60. Geburtstag. Vom Münchener Volks- cheater ging der gebürtige Altfchwabinger 1903 zum Tegernseer Bauerntheater, dessen Direktion er 1907 übernahm. Ein glückliches Geschick führte ihn mit Ludwig Thoma zusammen, dem er von 1927 ab mit der von ihin und seinen Brüdern gegründeten Ludwig-Thoma-Dühne durch zahlreiche Gastspiele die Anerkennung in Europa und auch tn Ueberfee erkämpfte, lieber tausendmal stand Schultes als „Filser" in Thomas „1. Klasse" auf den Brettern. Heute spielt der Jubilar vor unseren Soldaten an der Front, da die Thoma-Bühne für die Wehrmachtbetreuung eingesetzt worden fft. Lin arbeilslherapeullsches Institut der DAF. Die Deutsche Arbeitsfront hat in Württemberg das ehemalige Jagdschloß Friedrichsruh der Hohenloher Fürsten erworben, um dort ein arbeitstherapeutisches Institut zu errichten, ein Erholungsheim für genesende Kameraden, die mit Hilfe ärztlicher Methoden wieder im Gebrauch ihrer Kräfte geübt werden. Büchertisch. — Trüdners Deutsches Wort erduch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Götze. 30. bis 33. Lieferung: Kaum — Lage. Band IV, Lieferung 316). Preis 4 RM. Verlag Walter be Gruyter & Co., Berlin 1941. — (71) — Die Arbeiten am Deutschen Wörterbuch, dessen Fortschritte in zahlreichen früheren Besprechungen an dieser Stelle verfolgt wurden, sind erfreulicherweise auch durch den Krieg nicht zum Stillstand gebracht worden. Die neueste Lieferung von vielfachem Umfang fördert das schon stattlich angewachsene Werk wieder um einen ansehnlichen Schritt, in dem der Buchstabe K abgeschlossen und, über die Mitte des Alphabets hinaus, das L in Angriff genommen wird. Die Mitarbeiter sind, soweit wir zu sehen vermögen, im wesentlichen die gleichen geblieben wie bei den früheren Lieferungen; der Herausgeber Professor Alfred Götze in Gießen, ist selber wieder mit einer ansehnlichen Zahl von Wortgeschichten beteiligt. Auch die neue Lieferung bestätigt den Eindruck, den die oorausgegangenen hinterließen: hier entsteht nicht nur ein gelehrtes, sondern auch ein volkstümliches Werk, nicht nur zum Nachschlagen, sondern auch als Lesebuch" überaus anregend und bildend. Auf die oft überraschend« Fülle und Farbigkeit der Belege sei ausdrücklich hingewiesen. Im einzelnen seien die folgenden Wortgeschichten hervorgehoben: Kauz; Kegel; Keil; Kerl; Kiel; Kind; Kitsch; klar; kneifen; Knochen: kommen; können; Kopf; Kram; Krieg; Kultur; Kunst; Kuß; lächeln; Lachs; Laden. Hans Thyriot — Hans Nowak: ,Zink wird Gold". Ein Roman des wirklichen Lebens. Illustrierte Jubiläumsausgabe anläßlich des 25. Tausend. Mit Bildern, geb. 5,50 RM. Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau. — (42) — Das hier schon bei seinem Erscheinen ausführlich gewürdigt« Buch erzählt die Lebensgeschichte eines Mannes, der in seiner Heimat heute noch als leaenbäre Gestalt lebendig ist. Karl Godulla begann feine Lauttiahn als einfacher Jägerbursche. Durch einen schweren Scyrcksalsschlag, der ihm Jugend und Gesundheit raubte, wurde er auf einen Weg gestoßen, den er bann mit gewaltigen Schritten ging. Er wird der Schatzgräber, der die unermeßlichen Bodenschätze seiner Heimat entdeckt und auswertet und stirbt als einer der bedeutendsten Großindustriellen seiner Zeit. Es ist eine wahre Geschichte, die sich in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts begeben hat und die bis in unsere Tage nachwirkt: Das unterivdiscbe Reich, das sich der geniale Krüppel aufamme«baute, bildet heute das Kernstück einer der größten Bergwerksgesellschaften Schlesiens. Hauvtickrtftkeiter: Dr. Friedrich öilbeim Lange. Stellvertreter des Hanvrichrtjllelters: Dr Han« Thijrfot. verantwortlich für Politik und Bilder- Dr. Lange; für da« Feuilletons Tr. Han« Tbnnot; für Ltadt Gießen, Provinz, Wrnchaft u. -Port Ernst Blumichein beurl.), i. 53.: Dr.Hans Thyriot. Druck und Berlag: Brühljche NniversttätSdruckere« R. Lange S. 0. VerlagSleitcr: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anreigenteiter: Hans Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen:Tyeodor Kümmel. PI.Nr^, Wir haben uns verlobt TMKTUJIR G ' Ihre Verlobung geben bekannt (f 5248 D/ I 6 Pf. Wir suchen f. den Bezirk Gieren einen 523sV sind gut und ein besonderer Genuß von A-Z im Alter von 46 Jahren. 6255D MILDE SORTE 4 PL MEMPHIS 4 PL HL SORTE 5 PL eingezahlt ist. 5257V Wohn- mlfir Geschäftshaus Eintritt gesucht. 5245V 3851V Pelikanapotheke. aus zuverlässige 5254V Silber 1 Mietqesuche A llpulz üwöuovq*# Die Meisterzigaretie dei österreichischen Tabakregie Maria Körner Albert Lipp Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstr.7 jni bei Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei» matzeitung, den BießenerAnxelger ii r Schmutzlösend, scheuerwirksam und seifesparend — das sind die Eigenschaften, die ALLPUTZ zum wertvollen Helfer der Hausfrau machen. Besonders in der Küche sollte ALLPUTZ immer griffbereit stehen. 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Landwirt Ph Heinrich Mank und Familie. Gießen-Wieseck, den 26. Dezember 1941. ___________________________5247 D Kirchliche Anzeigen. (G. --Gottesdienst, KG. --Kinder- gottesdiem't, HG. - Hauvtgottes- • dienst, HG.-Abendm. = Haupt- gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) (Ziesten. Sonntag, 28. Dezember. Stadtkirche: fällt aus (s. Iohan- neskirche). Johanneökirche. 10, Liz. Drommershausen. Kavelle Alter Friedhof: fällt aus (s. Fobanneskirche). Kavelle Wetzlarer Weg: fällt aus (s. Iohanneskirche). Giehen-Klein-Linden: fällt aus. Giesten-Wiescd: fällt aus. Kirchberg. 10 Christfeier KG. Sonntag nach Weihn. (28. Dez.). Lich. 10, Dr. Heymann. Liselotte Kimmel Hellmuth Will cand. med. Weg damit! Zur Beseitigung ist die hochwirksame Esasit-Hühneraugen-Tinktur- richtig. Preis 75 Psg. Sonntag, 28. Dezember 11.30—12.30 Uhr , 4. Morgenveranstaltung Vom frohen Leben Preise von 0.25 bis 0.75 RM. | Verkäufe RotcsJrächtiges Rind z. verkauf, l0437s Watzenborn, Hindenburg- stratze 10. Mitarbeiter für den Außendienst in Dauerst. Es bietet sich hier für den strebsamen Herrn, auch solchen anderer Branchen, d. Reiseerfahrung besitzt, gute und entmicklungs- fäh. Existenz. Sorgfältige Einarbeitung erfolgt. Ausführl. Bewerbung m. Lebens!, erbeten an Deutscher Lloyd Lebensversicherung Akt.- Ges. Frankfurt a/M. Funghofstr. 14 Allpulzestn"/^ir das Fenster, Kind! Wir Enget sind müde und kommen von weither. Wir sind schon durch tausend und mehr Jahre geflogen. Wir wollen uns auf die Lampe setzen ober auf einen Zweig der Weihnachtstanne und wollen euch erzählen. Wir können euch erzählen, was der Wind gesagt hat, als Kolumbus nach Amerika fuhr. Wir wißen Geschichten von den Malern, die uns auf bie Wangen Apfelrot unb bas glißernbe Silber auf bie Flügel aemalt haben. Wir können euch bie Lieder tmeber» holen bie von ben sonnenverbrannten Hirten m ben Wüsten gesungen werben. Wir verstehen bie Sprache ber Vogel. Wir verstehen bie Stummheit nicht, Kind, und wach' auf - wir erhöhten dir von der Zeit, als wir Kinder waren. Ich bin der Enael mit dem zarten und wilden Ant- Nt, und wohnt- in einem Bauernhaus von Umbrien. Ich liebe nicht das R-genwett-r aber dafür Gärten voll Rofen. den strengen Schatten der Zy- oresien und die gelben Früchte der Feigenbaums Fch friere, Kind, und euer Zimmer ist warm und gut. Drum offne dos Fenster und laß mich em und icki werde bir, wöhrenb bu schläfst unb traumft, einen j^eig mit golbenen Nüssen in ben Arm legen. * O-ffn- auch dem Engel mit dem Notenblatt in ^r ftnnb fein Gesicht ist runb unb seine Haare sind blond Er siebt die Berge voll Schnee, di- Kiesel- steine am Donauufer unb eine Schüssel voll bamp» fenber Knobel. Er ist ein bayrischer Engel unb jobelt gut unb singt wie eine Lerche. Er hat auf ber Staffelei des frommen Malers gesessen und bie Farben gerieben, unb jebe Fingerspitze von ihm war anbers gefärbt. Die eine war nachtblau, bie anbere feuerrot, bie britte zitronengelb unb bie vierte olivgrün. Er wirb bir einen Zauberkasten mit böhmischen Gläsern auf ben Tisch stellen. Darin funkeln Gläser, burch welche bie großen Zauberer Merlin unb Bellachini schon gesehen haben, und womit man in ber finsteren Erbe bie Kobolbe unb kleinen Zwerge, am Himmel aber ben Tanzreigen aller Engel sehen kann. Aber spute bich, uns das Fenster zu offnen: sonst laufen bie Gläser in ber Kälte unb im Schneetreiben an unb ihr großer Zauber ist vertan unb verloren. Der Elefant im täglichen Leben. Jeder, ber einen Elefanten im Zoologischen Garten ober auch im Zirkus sieht, wirb sich dem starken Eindruck, den dieses zugleich gewaltige und liebenswürdige Tier macht, kaum entziehen können. Mit Recht, so schreibt, ein indischer Beobachter, liebt der Mensch den Elefanten, denn er ist das freundlichste und gutmütigste Tier ber Welt. Manche finden, baß er verschlagen aussieht, aber tatsächlich ist er vollkommen frei von Hinterlist. Man stelle sich vor, wie er von seinem heimatlichen Dschungel weggeraubt wirb: Ein ,Kheddah" ist einfach eine starke Holzumzäunung, in die an die hundert Elefanten sich von Männern mit Stocken und kläffenden »einen Hunden hineintteiben lassen. Wenn bie Herbe sich entschlösse, ben Zaun niederzutrampeln, konnte nichts sie daran hindern. Statt- Hessen scheint sie verwirrt. Viele ber weiblichen Tiere stehen da mit ihrem Rüssel im Maul, wie Kinder, bie am Daumen lutschen, und lassen sich mit nur sehr geringem Widerstand von ihren zahmen Brüdern in Gefangenschaft abführen. In wenigen Tagen lernen sie, ihrem „Mahout" zu gehorchen, und in ein paar Monaten sind sie vollkommen dressiert. Wenn man auf einem Kissen oder dem „Howdah" auf einem Elefanten sitzt, wird man nicht viel von diesen großen, guten, nachdenklichen Tieren kennenlernen. Aber wenn man den Platz des „Mahout" auf dem Nacken einnimmt, dicht hinter den Ohren, wird man erfahren, wie ber Elefant zu« Horen kann, und wie lebhaft und gelehrig er ist. Wenn man in der Sprache zu ihm spricht, die er versteht, — in Indien ein bestimmter, von den Mahouts erfundener Dialekt, — so scheint er jedes Wort zu verstehen. So sagt man, wenn er stillstehen soll, „Dutt", wenn er weitergehen soll, „Chai". Es gibt auch Worte für rechts, links, „geh schneller", „geh langsamer", „paß auf, hier sind Zuckerrohrstoppeln, die deinen Füßen weh. tun konnten". „Hathi-le-kuba!" heißt „hebe den Baumstamm auf", „Aire-la-kinch", „hebe den Stein auf und gib ihn mir". Ein guter Mahout spricht unausgesetzt mit seinem.Elefanten. Elefanten haben einen ungeheuren Appetit und sind daher sehr teuer zu halten. Der normale täg- liche Speisezettel für einen Elefanten bei Schwerarbeit würde aus etwa folgendem bestehen: fünf Zentner Gras ober Grünfutter, zehn Kilo Korn, zwanzig Kilo Häcksel unb ein Kilo Zuckermelasse. Ihr Geschmack ist verschieben, aber Süßmäuler sinb sie alle. Manche nehmen auch Tee ober starke Getränke. Fast alle mögen Kuchen unb Schokolade und Früchte. Sie erinnern sich an Freunde, die sie gefüttert haben, und sogar an Leute, die sie getragen haben, besonders wenn es sich um Berühmtheiten handelt. Man hat beobachtet, wie ein berühmter Tierjäger von 50 Elefanten, als er vor ihnen erschien, spontan begrüßt wurde, indem sie ihre Rüssel erhoben und ihr Willkommen trompeteten, da sie mußten, daß er die kommende Jagd leiten würde und daß er bei solchen Anlässen gewöhnlich große Mengen Zucker in feinen Taschen hatte. Die Dinge, die dem Elefanten am tiefsten verhaßt sind, sind folgende: Dorfhunde, bie um seine Füße kläffen (je kleiner ber Hund, um so mehr reizt es ihn): Ratten in seinem Stall: Pferbefliegen, bie einen großen Bullen rafenb machen können, so daß er durchgeht und heult wie eine verdammte Seele: Männer mit Sporen, die über den empfindlichen Rüssel in den Sattel gehoben sein wollen, statt oom Schwanz her hinaufzuklettern: baumlose, schattenlose Plätze, Treibsand und über Brücken getrieben zu werben, bie aussehen, als ob sie ihr Gewicht nicht aushalten würben. Wenn sie an einen Fluß kommen, sind Elefanten am glücklichsten. Sie sind großartige Schwimmer, unb es ist ein prächtiger Anblick, sie mit ihren Mahouts beim Bab spielen zu sehen. C. K. lassen werden können, die seit Erscheinen des gründ- legenden Erlasses (22.2.1941) das 25. Lebensjahr überschritten haben. rC/lüiksmann mddtf: Weitere Fünfhundert M. in Siehen. Nachdem bereits in den letzten Tagen bei der Straßenlotterie des Kriegs-Winterhilfswerkes ein Gewinn von 50 RM. und 100 NM. gezogen worden waren, fielen am ersten Feiertag in einer Gaststätte der Bahnhofstraße ein Gewinn von 5 0 0 NM. Der glückliche Gewinner ist ein älterer Herr aus Rüd- dingshausen, der hier zu Besuch weilte. Glücksmann Nr. 193, der bereits für langjährige Tätigkeit mit der Silberplakette ausgezeichnet ist, war der Glücksbringer. Seit dem 15. Dezember, dem Beginn der diesjährigen Lotterie, konnten somit bereits in zehn Tagen über 3500 RM. zur Auszahlung gebracht werden. Keine Treujahrs-Glückwünsche versenden! Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Trotz des dringenden Hinweises in Presse und Rundfunk, in diesem Jahre mit Rücksicht auf die Transportlage und die Notwendigkeit, zunächst die Feldpost für unsere Soldaten zu befördern, von der Versendung von Glückwunsch- briefen und - karten aller Art Ab st and zu nehmen, haben doch zu Weihnachten Hunderttausende die Forderung nicht beachtet und große Mengen derartiger Glückwünsche auf den Weg gebracht. Es wird nochmals kategorisch darum ersucht, derartige Glückwünsche zuNeujahrzu unterlassen, damit die sonst dafür in Anspruch genommenen Kräfte für die Bedürfnisse der Front eingesetzt werden können. Ich fordere nochmals alle Volksgenossen auf, von der Versendung von Neujahrsglückwünschen abzusehen und mache im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen darauf aufmerksam, daß Druckereien, die Neujahrsglückwünsche fertigen und verkaufen, Ordnungsstrafen zu gewärtigen haben. Sanitätsoffizierslaufbahn des Heeres. Schüler höherer oder diesen gleichgestellter Lehranstalten, die sich zur Zeit in der 7. Klasse befinden, ferner Abiturienten von Dollanstalten und Medizinstudenten können, wenn sie aktive Sanitätsoffiziere des Heeres werden wollen, sich bis zum 15. März 1942 bei dem für ihren Wohnsitz zuständigen Wehrkreisarzt zur vorläufigen Annahme als Bewerber für die aktive Sanitätsoffizierslaufbahn des Heeres melden. Die Einstellung erfolgt am 1. Juli 1942. Alle weiteren Einzelheiten sind bei den WehrkreisSrzten zu erfahren und aus den Merkblättern für die Sanitätsoffizierslaufbahn im Heere, die bei den Wehrkreisärzten, Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und Arbeitsämtern erhältlich sind, zu ersehen.* ** Keine F e u e r w e r k s kö r p e r ! Eine Be- kanntmachung der Polizeidirektion weist das Publikum darauf hin, daß das Abbrennen und Abfeuern von Feuerwerkskörpern, pyrotechnischen Artikeln und ähnlichen Erzeugnissen im Freien verboten ist und mit empfindlichen Strafen geahndet wird. Auch der Verkauf solcher Gegenstände ist verboten. Näheres siehe Bekanntmachung von 24. d. M. Landkreis Gießen. * Mainzlar, 20. Dez. Am Montag, 29., und Dienstag, 30. d. M., abends ab 19.30 Uhr, werden auf dem hiesigen Rathaus die Winter fachen für die Wehrmacht in Empfang genommen. Niemand wird beim „Weihnachtsgeschenk des deutschen Voltes für die Ostfront" zurückstehen wollen. * Ruppertsburg, 25. Dez. Unser Ob stund Gartenbauverein hielt kürzlich seine erste Winterversammlung ab. Sie erfreute sich eines sehr starken Besuchs. In seiner Begrüßung gedachte der Leiter der an der Front stehenden Mitglieder. Sodann behandelte er das Thema: „Was können wir tun, um die Lücke, die durch den großen Frostschaden in unserer Obstversorguna entstanden ist, nach Kräften zu schließen?" Die Antwort ist eine dreifache: Der Beerenobstbau muß stärker betrieben werden. Die noch vorhandenen Obstbäume sind durch richtige Pflege und Düngung zu regelmäßigeren Erträgen zu bringen. Laßt euch durch keine Enttäuschung oder andere Gründe, wie bevorstehende Feldberelnigung usw., von Neupflanzungen abhalten und pflanzt richtig! Eine Aussprache schloß sich an. Den Schluß bildete eine Freiverlosung von 20 schönen Obstbäumchen. Strafkammer Gießen. In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen Wilhelm G a tz in Butzbach verhandelt. Er ist beschuldigt, in den Jahren 1939, 1940 und 1941 mit männlichen Personen unter 21 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen und auch versucht zu haben, unzüchtige, Handlungen vorzunehmen. Der Angeklagte wurde des versuchten Verbrechens der Unzucht in Tateinheit mit einem Vergehen der Unzucht in drei Fällen, sowie eines versuchten Verbrechens der Unzucht für schuldig erkannt und als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zu einer Gesamt- zuchthaus strafe von drei Jahren vek- urteilt. Im übrigen wird der Angeklagte freigesprochen. Auf die Strafe werden drei Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Die Sicherungsverwahrung wurde angeordnet. Die einschlägigen Vorstrafen wirkten straferschwerend. in: ißt Ihr noch, Kameraden? Wollsachen und pelze gegen den östlichen Winter! Hört einmal her, die ihr mit mir in der Winterschlacht in Masuren die erste eisige Bekanntschaft mit dem russischen Winter machtet! Hört her, ihr Kameraden, die ihr diese unerfreuliche Bekanntschaft im Winter 1915/16 in den vorn eisigen Wind erstarrten Hängen der Karpaten erneuertet! Und ihr anderen, 'die ihr mit mir in der „Winterfrische" am Narotsch-See gewesen seid. Wann das war? Niemand fragt es, jeder weiß es: als überall in Europa die Erde im Frost erstarrte, in den ersten Monaten des Jahres 1917. Um den Narotsck-See Hätte sich der Kältepol Europas verlagert — so glaubten wir. Durch unsere Pelzmäntel pfiff der eisige Sturm, die hoppelt und dreifach überzogenen Kopfschützer erwiesen sich als sommerliche Mückenschleier, durch die der Wind pfiff. Wißt ihr noch, wie wir, wenn wir nach 20minütigem Postenstehen abgelöst wurden, uns gegenseitig aus den brettsteifgewordenen Hüllen schälen mußten: Pelz und Mantel (vielleicht noch ein zweiter Mantel), Fausthandschuhe aus Leder ÄDOX Fofofilni und aus Pelz, darunter Fäustlinge aus bester Wolle und als Abschluß noch ein paar warme wollene Handschuhe, Kopfschützer einfach oder doppelt (oft aber dreifach, dazu zwei wollene Halstücher. Nicht zu vergessen die Pelz- oder Filzstiefel (die wir uns fast ausnahmslos von den Russen geholt hatten) und die doppelte Lage bester Wollstrümpfe. Aber Kameraden, wir wollen auch an etwas anderen denken: damals war Vater Hindenburg, unter dessen Oberbefehl wir ja kämpften, gar nicht in der Lage, uns die wollenen Strümpfe und Handschuhe, Leibbinden und Halstücher, Pulswärmer und Knieschützer, die herrliche wollene Unterwäsche und die vielen Kopfschützer und was an warmen Hüllen über unteren Korpus gezogen wurde, sozusagen aus den Beständen des Heeres zu liefern. Gewiß, es gab allerhand, aber was es gab, war für den Normalfall berechnet. Der russische Winter sozusagen als Uebergröße verlangte schon eine individuelle Behandlung. Und hier hat damals doch die H e i • m a t dem alten Feldmarschall und feilten Soldaten in geradezu beispielloser Weise geholfen. Da ergoß sich ein wahrer Strom von Wolle und Pelzen an b i e Front — in diesen drei harten Wintern habe ich jenen unbekannten Spender immer wieder gesegnet, dem ich die während der Winterschlacht in Masuren empfangene Pelzweste verdankte. . Der Heimat war es einfach ein unerträglicher Gedanke, daß der deutsche Soldat an der Front frieren sollte. Denkt einmal daran, ihr Kameraden, wie wir, wenn im Herbst die vielen Wollsachen bei den Kompanien eintrudelten, halb gerührt, halb ärgerlich, weil sie uns an eine körperliche „Schwäche" erinnerten, diese Fürsorge mit einem soldatischen Scherzwort begrüßten, und wie wir dann dankbar der Heimat gedachten, wenn Wolle und Pelz unfern Leib vor den unbarmherzigen Stichen des östlichen Frostes schützten. Wann das war? Vor 25 Jahren! Eine lange Zeit, nicht wahr, sie steht uns als besonderes Erlebnis nahe! Sie wird jetzt für uns zum unmittelbaren Erlebnis, wenn wir daran denken, daß heute wieder deutsche Soldaten einen östlichen. Winter ertragen müssen. Uns fällt es gar nicht schwer, das heute für unsere jungen Kameraden zu tun, was damals die Heimat för uns getan hat: aus im» jerem reichen oder schmalen Bestände heraus^u- suchen, was Soldaten vor der unbarmherzigen östlichen Kälte schützen kann: wollene Sachen in allen Formen (und Farben, das schadet nichts), dazu Pelze und Decken und warme Ueberschuhe. Hört einmal her, Kameraden aus der Masurenschlacht, aus dem Karpatenwinter und vom Kältepol Narotsch-See: Uns braucht niemand zu erzählen, daß man zu Hause bei geregeltem Leden — meist noch in geheizten Räumen — auf vieles verzichten kann, was draußen im östlichen Winter unentbehrlich, ja lebensnotwendig ist! Und das, ihr Kameraden, sollen unsere Jungens doch haben! Wir werden mehr tun: denen, die den russischen Winter nicht kennengelernt haben, davon erzählen. Damit sie ebenfalls schleunigst strenge Musterung halten und unseren jungen Kameraden Gutes tun, wie damals die Heimat uns Gutes getan hat. Kurt Winkler. SJ.-fport Aufruf des Reichssportführers zur Wollsammlung. Berlin, 24. Dez. (DNB.) Unsere Soldaten brauchen zusätzlich warme Winlerkleidung. Der Führer hat die Heimat aufgerufen, der Front zu helfen. Daß der deutsche Sport diesem Ruf folgen wird, ist eine Selbstverständlichkeit. Ml besonderer Eindringlichkeit aber wende ich mich heute an Euch, meine Skiläuferinnen und Skiläufer. Gerade Ihr besitzt jene Ausrüstungsgegenstände, deren unsere Soldaten so dringlich bedürfen. Die meisten von Euch haben sich die Skiausrüstung zusammensparen müssen. Ls gibt niemanden, der feinen Sport mehr liebt als Ihr. Manchem von Euch mag es daher im Augenblick schwer erscheinen, sich mit der Hergabe der Ausrüstung für eine Weile von seinem Sport trennen zu müssen, aber, Kameraden und Kameradinnen, was bedeutet das, gemessen an dem Opfer, das unsere Soldaten bringen? 3n ihren Reihen stehen unsere Kameraden. Wer möchte In diesem Winter beim Sport nicht auf seine beste Ausrüstung verzichten in dem Bewußtsein, den deutschen, Soldaten ihre Aufgabe erleichtert zu haben? Die Front seht ihr Leben ein. Sie verteidigt mit der Waffe in der Hand das, was die Heimat an Glück und Frieden besitzt. Der Führer hat 'gerufen, der Aufruf wird freudig befolgt. Der deutsche Skisport gibt dafür alles her, was er hat. Gez.: von Tfchammer und Osten Reichssporlführer. Tschammerpokalspiele. Nachdem die Sieger der zweiten Klasse in den beiden ersten Runden um den Tschammerpokal der Sportkreise des Sportgaues Hessen-Nassau ermittelt sind, treten zur dritten Runde die Vereine der ersten Klaffe mit in den Wettbewerb ein. Für die Staffel 9 Gießen-Wetzlar sind für kommenden Sonntag folgende Paarungen festgesetzt worden: Steindorf — Luftwaffe Gießen Wölfersheim — VfB.-R. Gießen Sinn — Adlerwerke Frankfurt a. M. Im ersten Spiel um den Tschammerpokal muß die Luftwaffe zu dem Spv. Steindorf bei Wetzlar. Beide Mannschaften standen voriges Jahr schon einmal im Tschammerpokal gegenüber, wobei es Steindorf gelang, die Luftwaffe aus dem Rennen zu werfen. Obwohl Steindorf auf eigenem Platze einen sehr gefährlichen Gegner abgibt, sollte die Luftwaffe, die sich zur Zeit auf eine gut eingespielte Mannschaft stützt, iw der Lage fein, diese Runde zu überstehen. Der zweite Gießener Vertreter, VfB.-R„ ist beim Spv. Wölfersheim zu Gast, lieber die Spielstärke von Wölfersheim ist wenig bekannt. Will DsB.-R. weiterhin an den Tschammerpokalspielen teilnehmen, muß ein Sieg erkämpft werden. Sinn wird nach den gezeigten guten Leistungen gegen 1900 zu beweisen haben, daß sie auch gegen die Adlerwerke Frankfurt bestehen können. Aus eigenem Platze ist Sinn ein knapper Sieg zuzu- trauen. VfB.-ReichSbahn in Wölfersheim. Arn kommenden Sonntag fahren die Reichsbahner zu einem Tschammer-Pokalspiel nach Wölfersheim. Sollten sie es fertig bringen, auf dem dortigen Gelände einen Sieg mit nach Hause zu nehmen, so werden wir an einem der nächsten Sonntage einen großen Gegner aus der Gauklasse in Gießen zu sehen bekommen. Wölfersheim war seither ein Gegner, welcher nicht zu unterschätzen war. Die Platzverhältnisse sind für unsere Verhältnisse sehr schwierig. Der Platz ist sehr klein und war für manchen größeren Verein ein heißes Pflaster. Auch verfügt der Verein noch über eine gute Mannschaft und wird einen harten Gegner ab geben. Energie und Eifer verhalfen der Mannschaft zu manchem Siege. Trotzdem dürften die Reichsbahner der Papierform nach einen knappen Sieg davontragen können, zumal einige Urlauber zur Verfügung stehen. Wir wollen hoffen, daß es den Reichsbahnern gelingt, über die Klippe zu kommen, damit die hiesige Bevölkerung wieder mal einen guten Gegner in Gießen zu sehen bekommt. Heffen-Tlaffau. Spitzenreiter vor neuen Punktgewinnen. In der Gauklasse Hessen-Nassau sind für Sonntag nur zwei Begegnungen angesetzt, beide in der Gruppe 1. Die mit 12:0 Punkten führenden Kickers Offenbach haben den SD. Wetzlar 05 au Gast und werden nicht versäumen, Punkt- und Torkonto weiter zu verbessern. Schon in Wetzlar gab es mit 3:0 einen klaren Kickers-Sieg. Auch die Frankfurter Eintracht, die mit 10:2 Punkten den zweiten Tabellenplatz hält, hat mit 1860 Hanau einen Gegner, der normalerweise geschlagen die Heimreise antreten wird. Der Eintracht-Sieg könnte ähnlich hoch wie im Vorspiel, das 5:0 endete, ausfallen. Kurze Sportnotizen. Pokalsieger Dresdner SC. mußte nach langer Pause endlich wieder einmal eine Niederlage in einem Fußball-Meisterschaftskampf einstecken. Der DSC. wurde auf eigenem Gelände vom Planitzer SE. mit 3:1 (0:0) geschlagen. Der Kämpf um Sachsens Meisterschaft ist damit.wieder völlig offen. ♦ Fortuna DÜss eld o r f schlug Schalke 0 4 in Düsseldorf vor 10 000 Besuchern knapp und glücklich mit 1:0 (0:0). Beide Mannschaften bestritten diesen Freundschaftskampf mit eintgw auf Urlaub weilenden Stammspielern. Reese-Gesellschaft, Hameln Explosion inRaumS Roman von H. G. Hansen Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Eldtadter, Gröbenzell b.MOnehen 22. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Willst du dich nicht über ihn erkundigen?" „Dabei werde ich nicht mehr erfahren, als ich schon weiß. Er ist Kriminalkommissar und wird vielleicht eines Tages Kriminalrat." „Ich meine auch nicht, daß er einen üblen Leumund hat. Bei seiner Stellung ist das ausgeschlossen. Aber so privat könnte man vielleicht etwas er- fahren." „Morgen versuche ich, etwas, rauszukriegen." Damit schloß Herr Kobelt das Gespräch und grübelte bis Äum Einschlafen darüber nach, ob er Karlas etwaige Wahl billigen oder verwerfen sollte. ♦ Die letzten Tage waren Kammin und seinem Gehilfen Michel Crusius viel zu schnell vergangen. Sie reichten kaum aus für all die Arbeit, die schnellstens getan werden mußte. Ihre Aufträge für das Patentamt und die Kafpar-Kobeltschen ^Betriebe waren hinausgegangen. Ein Ergebnis lag noch nicht vor, und es war durchaus ungewiß, ob diese Anfragen jemals ein Ergebnis zeitigen würden. Mit verbissenem Eifer und unter Zuhilfenahme des ganzen Rüstzeuges, das ihnen der Apparat der Polizei bot, wühlten sie sich in die Dergangenhett eines Toten ein und förderten ununterbrochen neue Tatsachen zutage, die jedoch ohne Ausnahme belanglos waren. Da hatte ein junger Mensch aus achtbarer Familie das Gymnasium.besucht, studiert, fleißig gearbeitet, Erfindungen gemacht, privat mehr als zurückgezogen gelebt, geschafft und gewirkt, bis in die Minute seines Todes hinein. Nirgends kam der kleinste Hinweis zum Vorschein, der auf einen rachsüchtigen Bekannten schließen ließ. Kammin hatte fast die Hoffnung verloren, daß er ohne einen glücklichen Zufall, den er nicht dirigieren konnte, etwas finden mürbe. Erst der Abend, an dem er im Gespräch mit Karla die neue Erkenntnis gewonnen hatte, ließ seine Zuversicht wieder beträchtlich ansteigen. Und am nächsten Morgen kam ihm Michel Crufius mit einem Vorschlag, der einfach toll war. Ilm seinen Mitarbeiter über den Stand der Dinge auf dem laufenden zu hatten, erklärte er ihm kurz die gegen Aenne Barkow getroffenen Maßnahmen und erreichte damit, daß Michel für eine Stunde lang wortlos über den Eingängen brütete und kein Wort verlauten ließ. Erst als diese Frist verstrichen war, räusperte sich der junge Beamte und sah fragend zu Kammin hinüber, der sofort verstand, daß Crusius ihm etwas sagen wolle. „Na, was ist denn?" ' ,^Herr Kommissar, vielleicht wäre es ganz gut, wenn man einen anderen Weg gegen die Barkow einschlagen würde, nicht nur den üblichen der lieber- wachung und der Nachprüfung der Verhältnisse." „Was meinen Sie damit?" „Nun, ich dachte mir, man könnte einen zuverlässigen und gewandten Mann mit der Aufgabe betrauen, die Barkow persönlich kennenzulemen, sozu- sagen eine Bekanntschaft mit ihr anzuknüpfen, um etwas zu erfahren." „Ausgeschlossen!" lehnte Kammin sofort ab. Ich kann keinem Beamten den Aufttag erteilen: Fang mit der und der Verdächtigen einen Flirt an und versuch dabei, etwas herauzukriegen. Sie müssen ein bißchen vernünftiger über die Arbeit der Kri- minalpolizei denken, Crusius. Außerdem halte ich ein solches Vorgehen für nicht ganz anständig." „Aber es handelt sich um ein schweres Verbrechen." „Wenn schon. Die Polizei arbeitet korrekt, notfalls rücksichtslos und streng, aber immer anständig. Solche Sachen machen wir nicht, und mir würde es widerstreben, wenn es erlaubt wäre." Michel sagte kein Wort mehr dazu, aber den ganzen Vormittag über ließ ihn der einmal gefaßte Plan nicht mehr in Ruhe. Als er mit Bärbel zusam- menfam, merkte diese ihm sofort an, wie zerstreut und nachdenklich ihr Verlobter war,'und sie drängte daraus, die -Ursachen zu erfahren. Er antwortete nicht auf die gestellten Fragen, sondern erkundigte sich nach der Sekretärin Aenne Barkow. Bärbel gab ihm erstaunt, aber bereitwillig Antwort und kramte alles aus, was sie wußte und auf Grund ihrer Eindrücke empfand, und das war nicht wenig. Als sie fertig war, trottete Michel weiter wortlos neben ihr her und ließ auch ihr Zeit zum lieberlegen. Sie dachte inteirfh) darüber nach, was Michel von der Barkow wollte, und brauchte nicht viel Zett, bis sie begriff. Bärbel verstand sich selbst nicht mehr. Damals war die Barkow aus Herrn Kaspars Zimmer gekommen, aus dem Zimmer, in dem sich am 11. Mai abends einhalb sieben Uhr ein als Kaspar verkleideter Frentder aufgehalten hatte. Wie konnte sie nur diesem wichtigen Umstand im Zusammenhang mit den Erwägungen der letzten Zeit so wenig Beachtung schenken? „Wollt ihr sie verhaften?" fragte sie atemlos. „Wen?" „Die Barkow." „Unsinn!" sagte Michel und war fest entschlossen, nichts von dem weiterzugeben, was der Kommissar ihm morgens anvertraut hatte. Immerhin war ein Unterschied zwischen der Zeugin Bärbel Eberhard und ihren wichtigen Bekundungen und seiner Verlobten, der er keine Dienstgeheimnisse mitteilen durfte. „Warum Unsinn? Du und vielleicht die Herren bei euch sind schon auf sie aufmerksam geworden. Ich begreife nur nicht, daß ich das bisher ganz übersehen konnte. Sie war doch mit dem Kerl allein im Zimmer und hat mit ihm gesprochen. Also muß sie beteiligt sein." „Wenn du selbst daraus kommst, kann ich ja mal mit dir darüber sprechen", brummte Michel in sich hinein. „Du meinst also, sie müßte unbedingt wissen, daß der angebliche Kaspar am Abend des 11. Mai nur eine Imitation gewesen ist?" „Aber natürlich. Sie kannte kaum getäuscht werden. Sie ist mehr als ein anderer Mensch im ganzen Betrieb mit Herrn Kaspar zusammen. Zumal eine Frau weiß, welche Eigenarten ein Mann hat, wie er sich setzt, wie er geht, wie er spricht, sich räuspert, wie er den Federhalter hinlegt und so. Wenn ich in dem Zimmer gewesen wäre, ich meine an die- fern Abend, dann hätte ich sofort an Kleinigkeiten gemerkt, daß etwas nicht stimmt." „Jemand kann auch mal nervös fein und sich anders als sonst benehmen." „Kann er, aber gerade, wenn er fahrig ist, übertreibt er höchstens feine gewohnten Gesten, setzt aber nicht neue an ihre Stelle. Und die Stimme, die Stimme muß ihn verraten." „3a", gab er zu. „Das hat manches für sich." „Alles, Michel, alles. Du mußt sofort Tirit Herrn Kammin darüber sprechen." „Unnötig", versicherte er. „So schlau wie du und ich sind Kriminaldirektvr Ball und Kommissar Kam- min schon längst." „Dann wissen sie bas also?" Bärbel war ganz aufgeregt. „Und du fragst, wen ich meine, wenn ich mich erkundige, ob sie verhaftet wird!" „Man kann einen Menschen nur dann verhaften, wenn ganz klare Verdachtsmomente vorliegen, die schon Beweiskraft fyaben/' 41nb bei Herrn Kaspar?" „Mußten wir auf Grund deiner und des Pförtners Aussagen sowie auf Grund der Eintragungen im Pförtnerbuch zumindest annehmen, daß er einen Meineid geschworen hat. Die Verhaftung mar also gerechtfertigt. Bei der Barkow liegt der Fall aber anders. Da kann höchstens von einem Verdacht die Rede sein, von mehr nicht." „Und was werdet ihr tun?" bohrte sie weiter. „Das kann ich dir nicht sagen." Bärbel verstand. Die internen Vorgänge bei der Behörde durfte Michel auch seiner Verlobten nicht verraten. Sie wähtte deshalb einen Umweg. „Was würdest du tun, wenn du nach ganz freiem Ermessen handeln dürftest?" „Die Bekanntschaft der Barkow suchen und fte aushorchen." „Pfui!" Bärbel war empört. „Du bist verlobt und hast dich mit keinem anderen Mädchen einzulassen." Dann verstand sie aber, was hinter seinen Worten steckte und erwärmte sich an dieser V-ee. „Sonst ist das aber nicht übel. Nur darfst du das nicht machen, sondern jemand anders." „Ich habe Herrn Kammin den Vorschlag gemacht. Er hat ihn aber rundweg abgelehnt, weil das nicht zulässig und auch nicht ganz anständia sei." „Schade", sagte sie enttäuscht und fand erst fnrj vor der Haustür einen rettenden Gedanken. „Was meinst du, ob Kurt das könnte?" „Kurt?" Michel blieb stehen. Der Vorschlag fesselte ihn sofort. Sein Schwager Kurt, Bärbels einziger Bruder, studierte Jura und kam in den nächsten Tagen heim in die Ferien. „Geht nicht", meinte er dann resigniert. „So schön es mir auch vorkommt. Aber Herr Kammin ist grundsätzlich dagegen." „Soll er." Bärbel läßt sich nun nicht mehr abbringen. „Kurt ist schließlich kein Kriminalbeamter und kann die Bekanntschaft eines Mädchens ruhig machen. Ich werde mit ihm darüber sprechen." „Das wirst du nicht! Es handelt sich um meine dienstlichen Kenntnisse." „Ach sei doch nicht so steif! Alles, was ich von dem Fall Wand weiß, stammt nicht von dir, sondern von meinen eigenen Beobachtungen und lieber- legungen. Wer hat denn die Polizei überhaupt auf die richtige Smir qebrndyf - D i* hoch gewesen. Herr Kriminaldirektor Ball hat das ausdrücklich anerkannt. Und mir ist es nicht verboten, mit meinem Bruder darüber zu sprechen." „Das nicht", muhte Michel zugeben. (Forts, folgt.) Die Toten des Lahres Wieviel mehr Waschpulver braucht man für das linke Tuch? 3353/41 Gas linke Handtuch ist viel sauberer. Mutz man da nicht annehmen, datz zum Waschen dieses Handtuchs mehr Waschpulver verbraucht wurde? Das ist aber nicht der Fall! Das linke Tuch wurde nur länger und gründlicher eingeweichN Wie kommt es nun, datz das Einweichen so viel Schmutz herauszieht? einer guten Einweichlösung quillt die Wäschefaser auf. Der Schmutz wird weich, hebt sich vom Gewebe ab und wird dann von der Einweichlösung festgehalten. Diese Schmutzlösung braucht natürlich Zeit. 8n 2 bis 5 Stunden ist das nicht geschafft. Erst wenn man die Wäsche über Nacht, d. h. mindestens 12 Stunden, in der Einweichlösung läßt, kann sich ihre Wirkung voll entfalten. Sie brauchen keine Sorge zu haben, datz gründliches Einweichen der Wäsche schädlich ist. Die Wäsche wird im Gegenteil mehr geschont, weil sie dann nicht hart gerieben Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! zu werden braucht. Aber eins ist zu d^l achten 7 Niemals heiß einweichcnl heitzer Lösung gerinnen eiwektzhaltige Ds» schmutzungen, wie Blut, Eiter usw. Sl» werden hart und geben häßliche Fleckes die sich nur schwer wieder aus der Wäsch« entfernen lassen. Also am besten kalt odevj schwachwarm einweichen und am anders Morgen gut spülen, bevor die Wäsche ii» den Kessel kommt. Das ist vielen Haus« frauen fremd. Aber man erkennt dem Nutzen, wenn man mal darauf achtet, wie« viel Schmutz sich dabei aus der Wasche lös^ General der Flieger Helmuth Wilberg, verum glückte am 20. November. Auch in die Reihen der alten Militärs hat der Tod im vergangenen Jahre wieder Lücken gerissen. Am 8. Januar starb Generaloberst Graf von D a n k l, einer der ältesten Armee-Kommandanten des alten Oesterreich. Am 15. Januar verschied Generalmajor a. D. Hofrat Deutelmoser, ein Pionier der Luftfahrt. Am 21. Januar starb General der Infanterie C o n t a, Armeeführer des Weltkrieges. Am 10. Dezember Generalfeldmarschall Eduard Freiherr v. Boehm-Ermolli. Schmerzlich sind auch die Verluste, die Partei und Staat zu verzeichnen hatten. Am 14. Januar starb der Leiter der Reichszeugmeisterei, Haupt- oienstleiter B u e ch n e r. Am 29. Januar wurde der Tod des Reichsjustizministers Dr. G ü r t n e r gemeldet. Am 16. Februar starb Botschafter Oberst Hermann K r i e b e l, einer der ältesten Mitkämvfer des Führers. Der Führer der SA.-Gruppe Westfalen, SA.-Obergruppenführer Otto Schramm, siel auf Kreta. Im Juli fielen im Osten der Leiter des Hauptorganisationsamtes der Partei, Oberbefehlsleiter M e h n e r t, Generalmajor L a n c e l l e, ehemaliger SA.-Oberführer und Leiter der Reichsschule des Reichsarbeitsdienstes, ferner Gauleiter a. D. Leopold. Am 28. Juli starb der Präsident des Reichsluftschutzbundes, General v. Schröder, als Militärbefehlshaber in Belgrad. Anfang August fiel der Kommandeur der ^-Polizeidivision, Generalleutnant Mülverstedt, im Osten. Bei den Kämpfen im Osten fielen weiterhin der Oberbefehlsam 13. November Gabriele N eirk e r. Der fangt Dichter Carl v. Bremen fiel im Osten. Der Verlagsbuchhändler Heinrich Stalling starb Mitte Dezember, am 1. Februar der Meister des Tierbildes, Heinrich o. Zügel, am 11. April der Bildhauer Nikolaus Friedrich, am 4. Juli der Maler Felix K l i p st e i n , am 14. August der Kriegsmaler Pros. Elk Eber, am 3. September der Tondichter Camillo Horn, am 3. Oktober der Komponist Wilhelm Kienzl, am 4. Januar der Schauspieler Rudi G o d d e n , am 21. April der Schauspieler Arthur Krauhneck, am 2. Juli der Schauspieler Guido T h i e l s ch e r, am 8. Juli die Schauspielerin Agnes Straub, am 9. Juli der Zirkusdirektor Hans Stosch ■ Sarrasani, am 3. August die Filmschauspielerin Marie Luise Claudius. w ' Schließlich seien noch einige bekannte Namen aus dem Ausland verzeichnet: Am 27. Januar der ungarische Außenminister Graf C z a k n , am 28. Februar der ehemalige spanische König A J f o n s XIII., am 3. April der ungarische Ministerpräsident T e - l e k i, Anfang August Mussolinis zweitältester Sohn Bruno, Anfang September Prof. Na- g a y o, eine Autorität auf dem Gebiet der Bakteriologie, am 12. November der französische Kriegsminister General Huntziger, am 3. Dezember der norwegische Komponist Christian Sin« ding. fetter Gotthard Urban, Stabsletter des Reichs- leiters Rosenberg, der Führer der SA.-Gruppe Niederrhein, SA.-Obergruppenführer Heinz Knick- mann und Ministerialdirigent Dr. Georg Usa- d e l, Leiter der Abteilung für körperliche Jugend- ertüchtigung im Reichserziehungsministerium. Am 4. September starb der Münchener Verleger Hugo Bruckmann, einer der ältesten Mitkämpfer des Führers. Der Führer der SA.-Gruppe Frankfurt (Oder), SA.-Obergruppenführer M a n t h e y , fiel gleichfalls im Osten, der Chef des Personalamtes, SA.-Obergruppenführer R a e ck e, starb in einem Luftwaffenlazarett auf Kreta. Am 23. September wurde der Tod Gottfried Feders gemeldet. Am 15. Dezember starb der Reichskirchenminister, SA.- Obergruppenführer Hanns K e r r l, 54 Jahre alt. Don weiteren Toten aus dem Gebiet des politischen Lebens seien erwähnt der frühere Berliner Polizeipräsident v. Ja gow, ferner Staatssekretär v o n Hintze, Forstrat Escherich und der frühere Kölner Oberbürgermeister, Reichsinnenminister und Reichstagspräsident Wallraf. Don bekannten Wirtschaftsführern starb am 10. Juli Carl Friedrich v. Siemens. Aus Wissenschaft und Technik der Nestor der deutschen Geschichtsschreibung Alois Schulte, der Archäologe und Literarhistoriker Adolf Trendelenburg, der Wirtschaftswissenschaftler Werner S o m b a r t, Mitbegründer der deutschen Kinderheilkunde Adalbert Czerny, der Physiker Walter N e r n st, der Gynäkologe Albert Döderlein. Lang ist die Reihe der Toten aus Schrifttum und Kunst. So starben am 1. Februar Johannes Schlaf, am 20. Februar Oskar Loerke, Mitte Juli der Dramatiker Paul Joseph Cremers, |ii einem Gedenken an die Toten des abgelau- —Jahres verneinen wir uns in Ehrfurcht vor uften tapferen Soldaten, die in den Feldzügen im auf dem Balkan, in Afrika und im Kampf Iw England ihr Leben eingesetzt und ihre Tapfer- j^it vor dem Feinde mit dem Letzten besiegelt l'jticn. Da ist die Zahl der namenlosen Helden Krieges, da ist aber auch die Zahl derer, die tjh bereits einen Namen gemacht hatten und Trä- Lr !,oher und höchster Tapferkeitsauszeichnungen «aem. Ihnen allen gehört zunächst unser Gedenken, Hei' wir die lange Reihe der Toten eröffnen, die |Zf allen Gebieten des öffentlichen Lebens in diesem Aphls gemeldet worden sind. Ein besonders schwe- tir Zerlust erwuchs unserer Wehrmacht in jüngster "'eiterst durch den Tod des Generalobersten Übet gti) des Obersten Mölders. Am 26. April wurde U-Boot von Kapitänleutnant S ch e p k e ver- Mttgegeben, am 23. Mai das U-Boot von Kor- Wttnkapitän Günther Prien. Im August kehrte Bier unserer erfolgreichsten Jagdflieger, Haupt- Joppin, nach feinem 70. Luftsieg nicht f. Der- Flottenchef Admiral L ü t j e n s starb in Untergang der „Bismarck" den Heldentod. Am Februar verunglückte der Martnebefehlshaber ^setzten Gebiet. Vizeadmiral Lothar von A r - 0UI b b e l a Peri 4 re, Ritter des Pour le rite. Am 26. Februar wurde der Tod des Gene- Uoterstabsarztes Prof. Dr. Waldmann gemel- des ersten Heeresfanitätsinspekteurs Großlands. Einer der ältesten Fliegeroffiziere, DER HAUSARZT x i r. Die Schuhe hajten länger und bleiben langer schorv Für die Erhaltung des Wohlbefindens ist neben der ärztlichen Kunst und Erfahrung die persönliche Kenntnis des gesamten Lebensbildes des Patienten entscheidend. So ist der Hausarzt der Mittelpunkt der gesundheitlichen Betreuung, unentbehrlich in seiner Hilfsbereitschaft und Güte. Hausarzt! Ein Wort, in dem ständiges Bereitsein, unermüdliche «der Naturschutz und Naturkunde K'°m"L l»