Jahrgang Nr. ^05 Gicbemt täglich, außer Hinntags und feiertags Beilagen: Aeßener Ramilienblättei HtimatimBild DieSchoUe Bezugspreis: n. t !, i Krmsvrechanschlutz 2251 O atitanschrift: „Anzeige^ P stscheck 11686 Franlf./M. ' , Monatlich... RM.1.80 - Zustellgebühr .. ,, -.25 ai-i) bei Nichterscheinen ' üii einzelnen Nummern iifolge höherer Gewalt für die Mittagsnummer bis8' -UhrdesVormittags Anzeig en-Preife: Anzeigenteil 7 Rpf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstanelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/»mehr vrühlsche Univerfilalrdruckerel 8. Lange General-AnzeigerfürGberhessen «letzen,^chvlftr-tze 7-9 zk. dfasvi' O Donnerstag, 25- Zrettag, 26 Dezember I04T Gietzener Anzeiger IftJ liri Piij tbi H _J v ) sie folglich zu handeln wissen. I n Folgendem werden nochmals die Gegenstände im gezählt, die von den Sammlern der ■A : .. .. s ; u v « , ra f ; „ s . , „ «««« l « har 11 DO WZ Sei schneidender Kälte und starkem Schneefall Harte Kämpfe an allen Teilen der Ostfront. 23. Dez. (DNB.) Trotz starker Kälte e r I i n, Kortin 23. Dez. Der Führer unb ; ct)er vermummten Marsmenschen als feldgrauen Oberste Befehlshaber der Dehrmachl verlieh das Landsern. Das war m der Tat ein fröhlicher Pt jH1" j I eö eo >er- litt Tief verschneit sind die Wege im Osten. Auch das Gehöft, bei dem die vordersten Posten der Hauptkampflinie stehen, ist von Schnee eingehüllt. (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Maltry sSch.s.) ör. Goebbels spricht heute abend. Berlin, 24. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Reichsminister Dr. Goebbels spricht heule von 21 bis 21.15 Uhr zu Weihnachten über alle deutschen Sender zum deutschen Bolk und vor allem zu den Ausländsdeutschen. Selbstbesinnung. In der späten Nachmittagsstunde zur gleichen Zeit, als uns früher wohl die kleine Glocke daheim zum weihnachtlichen Gabentisch rief, führte der Kompaniechef im Sternenschein der klaren Winternacht, unter den ungeheuerlichen weißen Schleiern des Nordlichts, das seinen Ring über den' ganzen weiten Himmel zog, seine Mannschaft zwischen den Holzstoß, der jenseits des vereisten Sees auf einem flachen Hügelrücken errichtet worden war. Seltsam genug sah dieser Ausmarsch aus, da er in der Dunkelheit seinen Weg über verharschten, glashart gefrorenen Schnee ertastete. In den Anoraks, den großen, dicken, knopflosen Kitteln aus Renntterfellen mit angenähter Kapuze, glichen wir rtei und ihrer Gliederungen in der it vom 27. 12. 41 bis 4. 1. 42 gefam- zeuge ab. * Mit bem Ritterkreuz ausa-z- chn-t. Ritterkreuz an Generalmajor Böttcher, Führer einer Kampfgruppe. Generalmajor Gause, Lhef des Generalstabes einer Panzergruppe, ff-Brigabe- führer unb Generalmajor ber Waffen-^ Krüger, Kommandeur einer Division, Oberst M i ck l, Kommandeur eines Schühen-Regimenls, und Oberstleutnant v. Barby, Kommandeur eines Bataillons. ntr.ll Mf| i« Ausrüstungsstücke find besonders geeignet, unseren Soldaten im Winter des Ostens zu helfen. Die Heimat wird auch diese Gegenstände bereitstellen, da sie es sowieso von sich weist, in den Tagen, wo Hunderttausende von deutschen Männern mit ihrem Leben und ihrem Blut die Heimat schützen, Wintersportreisen zu unternehmen. Es ist für sie eine Selbstverständlichkeit, daß sie dann, wenn»der Ruf nach diesen Gegenständen ergeht, bereitwillig auf sie verzichtet. Sie beweist auch damit ihre unverbrüchliche Kameradschaft zur kämpfenden Truppe. Die kommenden Festtage mit ihren Mußestunden sind besonders dazu geeignet, die oben benannten Gegenstände herzurichten und sie für die Abholung bereitzuhalten. Es wird die Festfreude der Heimat sein, der Front während der Feiertage ein Festgeschenk zusammenzustellen, das in seiner Wirksamkeit den"Leistungen unserer Soldaten gerecht wird. Es sei schließlich noch darauf hingewiesen, daß für jede Spende, die bei den Sammelstellen abgeliefert, oder die bei den Haussamm- lüngen entgegengenommen wird, eine Quittung die Ablieferung bestätigt. Diese Quittung wird später in eine entsprechende würdige U r * künde umgetauscht werden. Eine Verordnung des Führers Schutz der Sammlung. DNB. Aus dem Führerhauptquarkier, 23. Dez. Eine Verordnung des Führers zum Schuh der Sammlung von Wintersachen für die Front hat folgenden Wortlaut: Die Sammlung von Wintersachen für die Front ist ein Opfer des ^deutschen Volkes für seine Soldaten. Ich bestimme daher: Wer sich an gesammelten oder vom Verfügungsberechtigten zur Sammlung bestimmten Sachen bereichert oder solche Sachen sonst ihrer Verwendung entzieht, wird mit dem Tode bestraft. Diese Verordnung tritt mit der Verkündung durch Rundfunk in Kraft. Sie gilt im Grohdeutschen Reich, im Generalgouvernement und in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten. Führer-Hauptquartier, den 23. Dezember 1941. Der Führer (gez.) Adolf Hitler. Der Dank -er Heimat. Ein Aufruf des Gauleiters zur Eammluug von Wall- und Wintersachen. NSG. Die Partei ist angetreten, um, dem Willen des Führers entsprechend, zu Weihnachten 1941 eine große Sammelaktion von Woll- und Win- . tersachen für die Front zur Durchführung zu bringen. Volksgenossen! Diesmal wird kein Opfer von Euch gefordert! Eure Spende bedeutet lediglich Erfüllung einer selb st verständlichen Pflicht! Deshalb gilt nur eine Parole: Alle in der Heimat nicht unbedingt benötigten Woll- und Pelz-Vekleidungs- stücke sowie Skier und Skistiefel gehören der Front! haltet die Gegenstände vom 27. Dezember 1941 ab bereit zur Abholung, die bis 4. Fanuar 1942 erfolgt, oder bringt sie selbst zu den bekanntgegebenen Sammelstellen. Gez.: Sprenger i Gauleiter und Reichsstatthalter. Weihnachten bei den Gebirgsjägern in der nordischen Tundra. Von Kriegsberichter Karl Schwarz. „Dienst", und der Unteroffizier vom Dienst hatte so manches Mal beibe dienstliche Augen zuzu- ‘ drücken. Aber dann standen wir um das Feuer, in der kalten-, nördlichen Winternacht, und es war wohl keiner, der sich dem Ernst und Eindruck der Stunde hätte entziehen können. An Sitte und Gebrauch unserer Altvorderen erinnerte der Kompanieführer in seiner Ansprache, die Wiederkehr des Lichtes als den festlichen Tag neuer Hoffnung und als das Zeichen des Sieges zu begrüßen. Die Funken ent- stoben dem im Sturm knisternden Holz, da wir der in Narvik gefallenen Kameraden gedachten. Wir standen im Schwur zusammen, bis ans Ende die Treue zu halten, der großen Siege des nun zu Ende gehenden Jahres zu gedenken. Jederzeit freudig bereit, die endgültigen Siege, den Frieden und die Hoffnung aller Deutschen, die Größe einer kommenden Zeit, mit dem Einsatz des ganzen Menschen zu vereinigen und, sei es mit dem Tode, zu besiegeln. Das war der feierliche Treueschwur, der hier dem Führer in der nördlichen Weihnachtsnacht zugerufen wurde. In diesem Geiste feierten die Gebirgsjäger hier ihre Weihnacht, und als der Holzstoß verlodert, die innere Erneuerung des Schwures geleistet war, da trat die Feier der Kameradschaft in ihr Recht, jene bedingungslose Soldatenkameradschaft, die Heimat und Familie nicht nur aushilfsweise er- . setzte, sondern überhaupt der herrlichste Ausdruck unserer deutschen Heimat ist. Reichsminister Dr. Goebbels, der Reichskommnsar für Norwegen und die deuschen Gauleiter hatten durch hochwillkommene Spenden das ihre dazu beigetragen, d^r Festfreude einen soliden Boden zu geben. Da wurde der Feldwebel zum rechten Weihnachtsmann, und nicht ein Kamerad war da, der leer und unbeschenkt ausging. Mancher der bekannten und unbekannten Spender hätte seine Freude gehabt, die Begeisterung, das Lachen und den Humor zu sehen, mit dem es an langen Tischen ans Auspacken ging. Da waren Kuchen, Bücher, Zigaretten, Rasierklingen, Mundharmonikas und alles, was das Soldatenherz begehrt. In der Stubenecke brannte der liebevoll geschmückte Weihnachtsbaum und in einer anderen Ecke hatten kunfttertige Hände aus Birkenholz und Rennierflechten, Moos und ausgesägten Figuren eine Krippe mit allem Getter und den Drei Königen gebaut. Als schönstes stand aber auf den Tischen, zwischen all den Kerzen und den bunten Tellern eine Drehpyramide, die ihren goldenen Fächer unaufhörlich drehte. Auf der unteren Scheibe befanden sich Fiauren der Heimat, ein Salzburger Bauer, eine Bäuerin mit ihrem Kind, Schmied.'Tannenbaum und ein Reh. auf der oberen Seite drehten sich unaufhörlich die Bilder des Nordens, eine Lappentigur, ein Renntier und ein Polarpferdchen. In nächtelanaer Arbeit hatte ein Kamerad dieses weihnachtliche Wunderwerk mit einer Laubsäge, einem Taschenmesser und einem kleinen Hobel zusammengebastelt. Die Gaben waren verteilt, der Glühwein dampfte, und die Tiroler und Salzburger Lieder erklangen durch die festliche Nacht. Allen, die dabei waren, wird dieses Weihnachtsfest unvergeßlich bleiben, und sie werden so manches spätere Jahr, wenn sie das Fest wieder im Kreise ihrer Lieben begehen, daran zurückdenken, voll Freude uüv Stolz. k-i schneidender Kälte griffen im 9torb.^/ hr.itt der Ostfront wiederum an verfchie- tuint Stellen die Bolschewisten die.deutschen Stet, taten an. Der Hauptangnsf des Feindes ZE einer om den deutschen Truppen besetzten Ortschaft, »n die er zwei Bataillone anfetzte Aus dem wiesen die deutschen Truppen trotz des heftigen d iiiewistischen Artilleriefeuers, das auf Bem. vn W. alle Angriffe erfolgreich ab. Als der s°")dl.che iff unter der Wirkung der üeutfchen Abwehr Um Stehen gekommen war, gingen die deutschen W aten sofort zum <3 e g e n a n g rt f f «ir uni Di en die Bolschewisten zurück, lieber 200 gefällte Bolschewisten wurden auf dem Kampffeld fest »t-Ct. Außerdem erbeuteten die deutschen Truppen V endliche Maschinengewehre. ! 3i harten Kämpfen wiesen die deutschen Truppen I* 22. Dezember den in einem Abschnitt: Der IHi Heren Ostfront vom Feinde unternommen |£n heftigen Angriff zurück. Nach vorbereitendem li’Ueriefeuer trat der Gegner zum Q 9 ilt deutsche Linie an. Bon den in leicht onste.g\ ■ I* Gelände gelegenen deutschen Stellungen |bg jedoch den mit Panzern angretjenden schewisten ein vernichtendes Feuer entgegen. In den Mittagsstunden setzte starker Schneefall em, ber die Sicht erschwerte und das Kampffeld mit hohen Schneeverwehungen bedeckte. Trotzdem ließ der Kampf an Heftigkeit nicht nach, bis sich deutsche Flakverbände und Sturmgeschütze durch die Schneemassen Bahn brachen und durch konzentriertes Feuer den gegnerischen Angriff zerschlugen. Don den angreifenden feindlichen Panzern wurden hier fünf und an anderen Stellen 14, insgesamt also 19 Panzerkampfwagen, vernichtet. Bis zum Abend war es den deutschen Verbänden gelungen, den Feind weit zurückzuwerfen, womit ihre riesigen Anstrengungen und ihr unermüdliches Aushalten die verdiente Krönung fand. Starke Kampfflugzeugverbände unterstützten die harten Erdkämpfe des Heeres im gesamten mittleren Abschnitt der Ostfront. * Im Südabschnitt ber Ostfront griffen die Bolschewisten an verschiedenen Stellen mit starker Ar- tiUerie- unb Luftwafsenunterstützung an, wurden jedoch von der deutschen Infanterie abgewiesen. fieftiqe feindliche Angriffe in Bataillon-starke richteten sich aeqen eine von den deutschen Truppen besetzte größere Ortschaft. Infolge der hartep Abwehr durch die deutsche Infanterie blieb den Bplfch-wist-n jedoch ein Erfolg versagt. In einem Nachbar- abschnitt brach ein Vorstoß gegen die deutschen Gefechtsvorposten bereits im deutfchen Artillerie euer zusammen. Drei hintereinander folgende bolschewistische Angriffe richteten sich an anderer Stelle qeaen ein Bahnhofsgelande. Auch hier wurde der Feind abgewiefen und mußte sich unter fchwers en Verlusten zurückziehen. An anderer Stelle fühlten die Bolschewisten zahlreiche Angriffe gegen die deutschen Linien durch, bei denen sie sechs Batail- lone Infanterie und Verbände von Kampfflugzeugen einfetzten. Der Feind erreich e an keiner Stelle einen Einbruch in d>° deutschen Linien, Mnbem mußte sich überall verlustreich zuruckzieben. Deutsche Jagdflugzeuge schaffen acht feindliche Flug- PK. Jrgenbwo an b en nörblichsten K üsten Norwegens traten wir unsere Reise ins Innere bes Laubes an, ber Kälte unb ber immer tieferen schweigenden Einsamkeit entgegen. Drei Tage lang zogen uns bie flinken, unermüblidjen Remitiere auf leichten Schlitten burch bie unend- liche Weite ber Lappischen Schnee-Tundra. Am Enbe einer jeben Tagesreise staub eine Feldküche, bie Kameraden, bie dort einsame Wacht hatten, nahmen uns auf unb entließen uns am nächsten Morgen mit frohen Grüßen unb Wünschen für bas Fest. Sie waren in biefer vorweihnachtlichen Zeit babei, ihre kleinen Räume herzurichten unb mit Kerzen unb Flitter zu schmücken. Endlich gelangten wir am Abenb bes kürzesten Tages du unser Ziel, eine Lappensieblung in ber kältesten Gegenb Europas, wo wir mit unseren ©ebirgsjägerfameraben bas Fest ber zweiten Kriegsweihnacht begehen wollten. Aber wie ber launige Wettergott nun mitspielt, so war es, gegen alle Regel, gar nicht einmal so kalt unb eisig wie es vorschriftsmäßig hätte fein sollen. Wir fanberv unsere Karneraben bennoch aufs beste unb nützlichste mit aller Ausrüstung versorgt, bie sie ber grimmigen Kälte bes Tunbrawinters stanbhalteu lassen wirb. In behaglichen Quartieren untergebracht, burch einen eigenen Motor mit elektrischem Strom versorgt, haben sie sich ihre eigene, in sich geschlossene Welt errichtet, in ber sie ben Dienst erfüllen wie jeber Soldat an jebem Stanbort, ungeachtet ber Kälte unb ber Einsamkeit. Fröhlich unb bester Stimmung unter Singen unb Lachen, waren bie Karneraben babei, sich in ihrer Freizeit auf bas Fest einzurichten, bie Quartiere mit Tannengrün unb Lichtern zu schmücken, kleine Freuben unb Gaben für bie Feier im Kamerabenkreise vorzubereiten. So ging es bie beiben letzten Tage hin, unb nun enblich, heute war ber Heilige Abenb gekommen. Welch anberen Sinn erhält bas große Fest boch hier! Es ist in Wahrheit bas Fest "bes tommenben Lichtes, unb was uns ber Wsihnachtsbaum sonst baheim unb gleichsam als schönes Symbol anbeutet, bas wirb hier bie entscheibenbe Hoffnung für alle: Wintersonnwenbe, Weihnacht, Neujahr, es ist alles eins. Die Gewißheit, baß bie Sonne, ber Spender alles Lebens, beren Strahlen wir »feit Wochen nicht mehr gesehen, boch wieber kommen muß; baß sie sich bereits zum neuen Sonnenjahr roenbet, sich uns wieber zugekehrt hat. In biefem Symbol sucht unb habet ber Solbat ben Sinn seiner nörblichen Kriegsweihnacht, unb bie Gewalt bes Lichtsymbols burchstrahlt bie Stunbe unserer Einkehr unb iF.t tiefen Schnees kam es am 22.12. zu einem ^J= frei Kampf um eine Höhenstellung, die bie deutschen Truppen im hohen N o r b e n oer sirnis ch e n Front bezogen hatten. Mit zahlen- ir ig starken Kräften unb mit Panzer- unb Zlrtrl- Wiunterftüijung griffen bie Bolschewisten diese ist? im Laufe bes'kurzen Tages mehrfach an, wur- pti jedoch jebesmal mit schweren e.r u j1 tziück geschlagen. Die Kämpfe wurden burch i tiiET kühnen umfaffenben (3 e g e n a n g r ii L *nt' Iticben, den die deutschen Truppen von ihrer Hoyen- Wng herab ungeachtet der ei ft?gen A te unb bes Schnees gegen bie bolschewi- it , n Angreifer führten. Der beutsche Gegenan- ?if zwang ben Feind zur Aufgabe des Kampf- Ms. Die Bolschewisten verloren Zwei Panzer- tffiufmaqen, zehn leichte und schwere Maschmen- Mhre und mehrere Granatwerfer. Bei der toau- , 'brinq bes Kampfgebietes wurden von oeutfcyen Mrupps über 500 gefallene Bolschewisten gezahlt. WchnachlderWelienwende. Von Curt Hotzel. Alle Zeichen unb Sinnbilber ber seelische» Kraft werben in biefer Zeit stärker unb lebhafter 66n uns ergriffen unb alle Lichter bes inneren Lebens müssen Heller leuchten, um uns immer stärker unb lebendiger im Geiste zu machen. In einer einzigartigen Anspannung aller Kräfte stehen wir in diesem Kampfe unb haben es beshalb um so nötiger, bas Fest ber Geburt bes Lichts zu feiern. Stärker als früher muß ber Sinn bes Weihnachtsleuchtens in uns bringen: — Wir müssen biese Feier von uns aus neu erfüllen mit all bem inneren Glanz, sonst hat sie keinen Sinn mehr als bloße Gelegenheit, Gaben zu nehmen unb zu geben. Ja, wir alle wissen, baß bie Zeit der Gaben nur um ber Gabe willen nicht mehr ist, baß wir ein eingeschränktes Leben führen müssen, baß bas aber alles um bes einen Zieles willen geschieht: ber Freiheit, des Sieges, ber Ehre. Wir alle sehen es jetzt beutlich, daß biefer -ftrieg bie Ausmünbung jenes Kampfes ist, ber feit einem Menschenalter burch bie Welt geht unb in bem bie Deutschen bas Volk ber Verheißung sinb. Mitten im Weltkriege sagte ber Dichter Paul Ernst einmal: „Noch immer ist Deutschlanb bas heilige Herz ber Völker. In ihm bilbet sich bie neue Lehre, welche die Welt befreien wird ..." Er war davon überzeugt, daß nur das deutsche Volk noch bie Kräfte unb die inneren Fähigkeiten habe, bie Welt noch einmal zu verjüngen unb zu erneuern. An uns liegt es, biesen Glauben ber Besten unseres Volkes zu erfüllen. Unb in uns muß sich biese Lichtgeburt bes neuen Lebens vollziehen. Wir stehen vor bem ungeheuren Geschehen biefer Jahre nur bann fassungslos, wenn wir in uns nicht die Kräfte ber Wiebergeburt, ber Lichtgeburt tragen. Der freilich kann keinen Sinn in ben ungeheuren Opfern sehen, ber über Krieg, Blut, Vernichtung nicht die leuchtenden Sterne ber Zukunft, bie Gewähr ber inneren Notwenbigkeit zu schauen vermag. Und es muß zugegeben werden: in einer Zeit fortgeschrittener Zivilisation, im bequemen Leben ber Ordnung unserer Städte, ist es nicht immer leicht, bie Zeichen bes Ewigen, ben Glanz ber Sterne, bas l t werden: Ueberschuhe, die nach Möglichkeit Mttert ober mit Pelz ausgestattet, warme Woll- Ifai m, Socken, Strümpfe, Westen, Unterjacken ober fulooer unb warmes, vor allem wollenes Unter- ;c j, Unterhemden, Uyterhofen, Leibbinden, Brust- ' Lungenschützer, jede Art von Kopfschützer, Oh- chützer, Pulswärmer und Kniewärmer, Pelze im :e)ten Sinn des Wortes, Pelzjacken unb Pelz- len, Pelzstiefel jeder Art und Größe, Decken, allem Woll-'und Pelzdecken, dicke, warme Hand- Islh he, hier vor allem pelzgefütterte Lederhandschuhe litthtr Strickhandschuhe unb Wollfäustlinge, überhaupt aü<5 aus Pelz wirb an ber Front bringend ge- broitf)t unb ist doppelt willkommen. Gewünscht wer- b.n ferner gesteppte ober gefütterte Unterwesten. Wals, vor allem wollene: Muffs aller Art, die die Iri)poften gut gebrauchen können: Pamenpelze u i .Pelze aus Herrenmänteln können abgetrennt iü in Herrenwesten eingenäht werden, so daß dar- ii!$ Pelzwesten entstehen, auch einzelne Handschuhe |iüi willkommen, wie alles, was dazu bient, den Rupf gegen die in diesem Jahr so früh eingette- i Jleir Winterkälte zu führen. E ... W1 Jie Sammlung ist darüber hinaus auf D «nb Skistiefel ausgedehnt worden. Diese üeii Kleidungsstücken zu versehen, um sie ben russi- IjAii Winter schadlos bestehen zu lassen. Es wird lni nanben geben, ber seine Mithilfe versagt. Von jiri ?n Dingen, bie ungenutzt in Schränken unb Men liegen, gilt es, sich jetzt zu trennen. Es säßt sich noch unenblich viel Nützliches baraus anfertigen, jia unsere Soldaten gegen Frost unb Kälte schützt! gDtüber aber auch nicht gezaudert, jene Gegen- itä de abzugeben, bie unter Anlegung bes Maß- Wes ber persönlichen Bequemlichkeit unentbehrlich S,einen mögen. Wenn bie Front opfert, ist es minbefte, baß bie Heimat entbehrt. Danach d SG. Der Führer hat uns aufgerufen, wieder euitMiÜnal zu beweisen, baß es keinen unter uns gibt, je,! Denken unb Hcmbeln nicht ber kämpfenden y Zrmt gilt. In diesen letzten Tagen des Jahres 1941, eiftI hol wie keines je zuvor von den Waffentaten der ^NM eren Söhne unseres Volkes Zeugnis ablegt, soll ijta’l W einmal das große und unverbrüchlich starke Neneinschaftsgefühl aller Deutschen in einem ein- ^Hjiltrtigen Werk zum Ausdruck kommen. Gilt es unsere Soldaten an der Ostfront mit wärmen- A wir! Wir. Licht der inneren Weihnacht zu spüren. Die dank dem Genie der Führung riesenhafte Organisation der Leistung unseres Volkes läßt uns manchmal vergessen, welches Wunder der Erneuerung sich mit und durch uns vollzieht. Und doch sind wir alle ergriffen von dieser geheimnisvollen Macht, die alles umgestaltet und alles umfaßt, was wir als unser Leben betrachten. Wir sind oft zu sehr auf die Enge unseres Pflichtenkreises eingeschränkt — mit Notwendigkeit —, als daß wir die große Bewegung spüren könnten, in der wir stehen und mitschwingen in eine neue Zeit hinüber. Wir müssen von Zeit zu Zeit geweckt werden und Ausschau halten nach den Sternen, um den Kurs festzustellen und die Weite, in die uns da- Schicksal trägt. Wenn wir etwa einmal erleben, wie die Jugend der Völker Europas beschwingt und heiter zu uns kommt, bei uns ans Werk geht, die Arbeit bei uns aufnimmt, weil sie notwendig ist zum Aufbau des neuen Europa — dann spüren wir plötzlich, welch neues ungeahntes Leben bereits die Völker des alten Erdteils erfüllt, welche Kräfte der Jugend in Bewegung gesetzt werden, welche geheimnisvolle schnelle Verständigung eben irtx diesem neuen Geiste erfolgt und welche Kräfte entbunden werden, um zum Heile des Ganzen zu wirken. Oder wir hören es von draußen, aus den Weiten des Ostens, die unsere Soldaten durchkämpft haben, wie dort die Menschen aus ihren Schlupflöchern kommen, zuerst verwundert, ängstlich vielleicht vor dem Neuen, dann aber jubelnd zustimmen und freudig einschlaaen in die dargebotene Hand der Befreiung und des Aufbaus. Wir sehen in Unseren Filmwochenschauen die unvergeßlichen Gesichter der befreiten Völker, der uns verwandten Völker und der Deutschen unter ihnen: — es erschüttert uns im Tiefsten, dieses Aufleuchten mitten im Trümmerfeld des harten Kampfes, diese tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Schicksal, das diesen Tag herbeiführte ... Dann stehen wir unter den Soldaten stammverwandter Völker, und solcher, die sich unter der Macht der neuen Idee zu uns bekennen: wir hören fremde Sprachen aus den Mündern derer, die das graue Ehrenkleid tragen, in dem unsere Brüder und Väter einst geblutet haben und in dem sie heute siegen. Lieder des Kampfes und der Freundschaft ertönen in fremder Zunge: — da klingt die neue Seele, die die großen Dichter vor der großen Wende schon befangen. Das alles ist Weihnacht in uns, Weihnacht der Weltwende! Weihnacht, Wiedergeburt des Heils, ist aber auch, wenn wir in diesen Jahren des härtesten Kampfes uns untereinander erschließen und das Licht des Verstehens, der Güte, der helfenden Liebe überströmen lassen in das Herz des anderen. Das moderne Leben hat soviel Verhärtung mit sich gebracht, und zwar oft unterschuldet vom einzelnen. Diese Verhärtung gilt es zu lösen im Sinne der frohen Botschaft von der Volksgemeinschaft und der Gemeinschaft der Volker guten Willens. Wer wollte bestreiten, daß eine so schwere Kriegszeit, wie die gegenwärtige, nicht auch wieder Verhärtung mit sich brächte, die nicht leicht zu lösen ist, da Not und Tod, notwendige Machtausübung, neue strengere Ordnung manches Leben einengt und manche alte liebe Gewohnheit bricht. Der dritte Kriegswinter bringt dazu viele Entbehrungen und stellt hohe Anforderungen an uns alle. Der eine trägt Jie leichter, der andere schwerer. Auch hierin kann Verstehen und Wärme des Herzens vieles mildern, vor allem aber Zugreifen und echte Hilfsbereitschaft. All das ist weihnachtliches Wesen. Die tiefste Dankbarkeit aber sollte uns alle unter dem Weihnachtsbaume ergreifen, wenn wir in der Stunde unseres Festes der Abwendung jener Gefahr gedenken, die von Osten uns zu überfallen drohte, wenn sie der Führer nicht mutig und seherisch auf- gedecht und durch seinen Gegenschlag gebannt hätte. Alles was sich für uns in dem Weihnachtssinnbild zusammenfaßt, sollte durch die von unseren erbarmungslosen Feinden aufgetürmte Lawine des Bolschewismus vernichtet werden. Die Seele der Deutschen und der Kulturvölker Europas sollte zerbrochen werden und untergehen im trostlosen Chaos des bolschewistischen Untermenschentums. Der Führer hat diese Gefahr gesehen und sie gebannt. Das ist wohl die weihnachtlichste Tat, die je ein Volk erlebte: — uns wurde b i e Seele gerettet. Daß damit Millionen das leibliche Leben gerettet wurde, dafür wollen wir alle an diesem Weihnachtsfeste Gott danken, wenn wir zugleich in Trauer und Stolz derer gedenken, die um dieser Rettung willen ihr Leben vor dem Feinde hingeben mußten. Sie werden wiedergeboren werden in dem Reich, das jetzt unter uns erwächst, sie sind für uns die Sinnbilder der Verpflichtung, uns ihrer würdig zu er- weisen. Wenn wir in diesem Geiste Weihnacht feiern, dann wird in uns das Licht steigen, das Licht, in dessen Schein wir mutig einer neuen, schwer erkämpften Zeit entgegengehen können. Der Wehrmachiberichi. DBB. Aus dem Führerhauptquarkler, 23. Dezember. Däs Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die schweren Kampfe im mittleren Abschnitt der Ostfront dauern fort. An mehreren Stellen wehrten unsere Truppen starke Angriffe des Kindes erfolgreich ab und vernichteten hierbei 19 sowjetische Panzer. Kampfund Sturzkampffliegemerbände unterstützten die Kampfe auf der Erde. Sie fünfen dem Feinde hohe blutige Verluste zu, vernichteten zahlreiche Panzer und Fahrzeuge aller Art und fetzten mehrere Batterien außer Gefecht. 3n den Gewässern von Sewastopol beschädigte die Luftwaffe ein sowjetisches Kriegsfahr^eug durch Bombenvolltreffer. Ostwärts der Fischer-Halbinsel versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter mittlerer Große: ein weiteres Handelsschiff wurde in der Kola-Bucht durch Bombenwurf beschädigt. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, griff ein Unterseeboot unter Führung des Kapi- tänleutnants Bigalk im Atlantik einen britischen Flugzeugträger an, der zur Sicherung eines Geleitzuges eingesetzt war. Das Unterseeboot machte den Flugzeugträger durch Torpedotreffer in die Schraube manövrierunfähig. Vach zwei weiteren Torpedotreffem im Vorschiff und in der Mitte ist der Flugzeugträger über das Vorschiff gesunken. In Vordafrika kam es am gestrigen Tage im Baume ostwärts von Bengasi zu Kämpfen, die noch andauem. Deutsche Kampfflugzeuge zersprengten in der westlichen Lyre- n a i k a britische Truppenansammlungen und Last- frcfftraaenfofonnen. Militärische Anlagen auf der Insel Malta rour- „Jetzt heißt es Kampf uni) nochmals Kampf!" Ein Interview des Beichsaußenministers mit einem spanischen Journalisten. Berlin, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gewährte dem Vertreter der spanischen Nachrichtenagentur EFE. eine Unterredung, in der er u. a. erklärte: Die Schuld an der Kriegsausweitung liegt ausschließlich, bei Roosevelt. Roosevelt wollte Japan von seinen natürlichen Rohstoffquellen abschneiben und dem japanischen Volke in Ostasien das Gesetz der Wallstreet-Millionäre vorschreiben, kurz, er wollte Japan strangulieren, so wie Churchill im Verein mit Roosevelt versucht hat, in Europa Deutschland und Italien zu strangulieren. Die Art und Weise, wie Roosevelt hierbei vorgeaangen ist, war allerdings so aggressiv, beleidigens und gleichzeitig so sinnlos, daß jeder vernünftige Mensch sich fragen mußte, ob dieses tolle Gebaren noch einem normalen Gehirn entspringen konnte. Man hat mir gesagt, daß Mr. Roosevelt seit einiger Zeit in immer verstärktem Maße a n Zwangsvorstellungen leidet. Tatsächlich hat er in den letzten Jahren eine Politik getrieben, die nur als größenwahnsinnig gegenüber seinen Freunden und als getrieben von Verfolgungswahn gegenüber seinen Feinden charakterisiert werden kann. Wenn man in dieser Zeit Roosevelts außenpolitische Handlungen beobachtete, wurde man an das Gebaren jenes bekannten amerikanischen Rowdys erinnert, der in ein Gasthaus kommt, sich als großer Herr aufspielt, mit Dollars um sich wirft, alle anrempelt, herausfordert und beleidigt, bis dieses Treiben einem Anwesenden zuviel wird und er diesen Rowdy blitzschnell knock-out schlägt. Roosevelt hat nunmehr einen Schlag erhalten, von dem er sich so leicht nicht mehr erholen wird. Die vernichtende englisch-amerikanische Niederlage während der ersten Kriegslage im Pazifik bedeutet — sofern das Schlachtenglück Japan weiter treu bleibt, woran ich bei dem Heroismus unseres japanischen Bundesgenossen keinen Augenblick zweifle — eine erneute völlige Umwälzungderwelt- politischen Lage und eine in diesem Krieg von den Angelsachsen nie wieder einzuholende weitere Machtverschiebung zugunsten der Verbündeten des Dreimächtepaktes." Auf die Frage, wie es zu der Zusammenarbeit zwischen der Achse und Japan gekommen ist, sagte der Reichsaußenminister u. a.: Schon bald nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus wurde die deutsche Außenpolitik entscheidend beeinflußt von dem unüberbrückbaren Gegensatz zum Bolschewismus. Ich habe daher bereits im Jahre 1933 aus Wunsch des Führers die e r ft e n Fäden mit Tokio angeknüpft und dort auch Verständnis für den von uns angestrebten Zusammenschluß aller ordnungsliebenden Staaten gegen die bolschewistische Zersetzung gefunden. Aus dieser Ideen- gemeiyschaft ist dann der Antikominternpakt erfolgt. Deutschland hat sich dann bemüht, auch England zum Beittitt zu diesem Ordnungsblock zu bewegen. Ich möchte Sie daran erinnern, daß nach meiner Ernennung zum Botschafter in London irri Jahre 1936 ich es als eines der Ziele meiner Arbeit be- «zeichnete, England über dis große Gefahr des Kommunismus aufzuklären. Die Salonbolschewisten von London haben mir das niemals verziehen! In einer Aussprache mit dem englischen Außenminister Mr. Eden bedeutete er mir, daß man in England die Unterzeichnung des Antikominternpaktes durch den deutschen Botschafter in London mit Mißvergnügen betrachte. Ich habe auch später nie mehr etwas" von der englischen Regierung über unsere Anregung gehört. Man war eben in England mit Blindheit geschlagen und wollte nicht sehen. Auf die Frage, ob der Antikominternpakt auch realpolitische Ziele verfolge, meinte der Reichs- auhenminister: „Ein Engländer hat einmal uns, de. Italiener und die Japaner als die Habenichtse dieser Welt bezeichnet, womit er völlig recht hatte. Wenn die Staatsmänner der besitzenden Staaten auch nur einen Funken von Vernunft gehabt hätten, hätten sie selbst einen Ausgleich gefunden. Wie verhältnismäßig leicht und ohne die geringste Belastung für ihr eigenes Wohlleben ein solcher Ausgleich gewesen wäre, vermögen Sie aus dem Beispiel zu ersehen, daß Deutschland von England niemals etwas anderes verlangt hat, als bie Rückgabe der ihm ehemals, wider alles Recht geraubten Kolonien. Als die Rooseveltsche und Churchillsche Politik den Krieg gegen die Achse entfacht hatte, wurde der Dreimächtepakt mit Japan abgeschlossen, mit dem ausgesprochenen Ziel, Roosevelt doch nur zur Vernunft zu bringen und die Vereinigten Staaten aus dem Kriege, der sie nicht das geringste anging, herauszuhalten. Wenn auch Roosevelt heute behauptet, der Dreimächtepakt fei abgeschlossen worden zur Eroberung der Welt, so könnte dies an sich der Ausdruck eines vom Verfolgungswahnsinn befalle- nen Psychopathen sein, in Wahrheit aber verbirgt sich hinter dieser Behauptung — wie wir heute wissen — nur schlecht die wahre Absicht eines Größenwahnsinnigen, der f e I b ft in feinem maßlosen Ehrgeiz die Welt erobern und daher zur Tarnung eine solche Absicht den Dreierpaktmächten unterschieben möchte. Erst durch die Roosevelt- sche Politik ist die im Dreimächtepakt vorgesehene Militärallianz zur Auslösung gekommen. Roosevelt trifft daher die alleinige Schuld am Ausbruch dieses Weltkrieges. Auf die Frage: „Was wird am Ende dieses Kampfes stehen? Wie wird der Friede aussehen? Man spricht von Friedensvermittlung der Neutralen, von deutschen Friedensfühlern in Moskau usw., ist etwas Wahres an diesen Gerüchten?" erwiderte der Minister: „Von Frieden zu sprechen, ist jetzt nicht die Zeit. Jetzt heißt es Kampf und nochmals Kampf. Die Männer, die an den vielen weltweiten Fronten der Dreierpaktmächte stehen, wissen sehr genau, daß im Falle ihres Versager^ ihr ganzes Volk ausgelöscht würde. Deshalb werden wir diesen Kampf kompromißlos und er, barmungslos kämpfen, bis der Gegner endgültig geschlagen und das Leben unserer Völker für alle Zukunft vor der Bedrohung durch Bolsche, wismus und Plutokratie gesichert ist." „Was nun die Frage deutscher Friedensfühler in Moskau betrifft, so ist dies nichts als b u m m e g Geschwätz. Zweifellos stammen diese Gerücht, wieder aus der Lügenfabrik der angelsächsischen Propagandisten. In Rußland wird erst dann dev Kampf eingestellt werden, wenn jede ernste Beunruhigung Europas vom Osten her ein für allemal ausgeschlossen ist. Dies wird eine der Hauptaufgaben der deutschen Wehrmacht im kommenden Jahr 1942 sein, in dem der Führer die deutsche Armes persönlich befehligen wird. Nachdem im Iahte 1941 in planmäßiger Durchführung der ihr gestellten Aufgabe die deutsche Wehrmacht die sowjetische Kernarmee vernichtet oder gefangen genommen unb den größten Teil des europäischen Rußland besetzt hat, hat nunmehr durch den Einbruch des Winters unser weiteres offensives Vordringen eine Unterbrechung erfahren. Die deutsche Armes bezieht zur Zeit ihre Stellungen für den Winter, Im Rahmen der dadurch notwendig gewordenen Umgruppierungen und Frontverkürzungen räumt man da und dort planmäßig gewisse vorspringends Abschnitte. Wenn die Russen nun in diese geräumten Abschnitte mit ihren zusammengekratzten Verbän» den ohne Rücksicht auf Menschen und Material hineinstoßen und dabei durch unsere Nachhuten gewaltige Verluste erleiden, so kann uns dies nun recht sein. Wenn aber dieses Vorrücken dann von den Russen unb Englänbern ber Welt als Sieg verkündet wird, so mag man daran die Bescheidenheit der bisherigen Erfolge unserer Gegner unb ihrs wahre niederdrückende Gesamtlage ermessen. Die russische Frage wird von der deutschen Wehrmacht im kommenden Jahr endgültig bereinigt werz den. Den Angelsachsen aber treten nunmehr auf allen Kriegsschauplätzen die Mächte des Dreierpaktes gemeinsam entgegen. Der Anfang dieses gemeinsamen Kampfes hat sich nicht schlecht angelassen. «Die engste Zusammenarbeit zwischen des politischen, militärischen und wirttchaftlichen Leitung der Dreierpaktmächte unb ihrer Bunbesaenossen ist setzt herbeigeführt, unb so lange der Krieg noch dauern mag — unb mag bies noch Jahre sein —, um so fanatischer wird unser Kamvfeswille unb unser Entschluß sein, nicht eher die Waffen niederzulegen, als bis diesmal ganze Arbeit geschafft ist, Sie können ruhig nach Spanien berichten: So sicher, wie die Erde um die Sonne sich dreht, wird arN Ende biefes großenRingens nur ber voUkom- mene Sieg Deutschlands unb feinet Verbündeten stehen. Drei Tage bei einer Panzerkompanie. Ritterkreuzträger Oberleutnant Feig erzählt der presse. Berlin, 23. Dej. (DNB.) Zu der Presse sprach Ritterkreuzträger Oblt. Georg Feig, Kompanie- ches in einem Panzerschützenbataillon. Oblt. Feia, Weltkriegskämpfer und SA.-Standartenführer, griff drei Tage des Ringens einer Panzerkompanie heraus, die drei Ritterkreuzträger zu den ihren zählt. Frostklares Wetter am ersten Tag. Die Sowjets versuchen, sich von unseren Panzern abzusetzen. Die Spitze bleibt ihnen den Tag über querfeldein auf den Fersen. Ein sowjetisches Rollfeld taucht auf. Endlich einmal freie Fahrt. In ber Dämmerung will man Quartier suchen. Neuer Befehl: Fertigmachen zum 80 Kilometer langen Nachtmarsch! Im Halbdunkel wird eine sowjetische LKW -Kolonne angepirscht unb^ durch Ueberraschung gefangen. Später stößt die Spitze auf neue zurückweichende Sowjetkolonnen. Geschütze, Panzer und LKW.s sind in einem unentwirrbaren Durcheinander auf der Flucht vor den Deutschen, die unsichtbar und mit leisen Motoren herankommen. Die Panzer rollen oft mitten zwischen den Sowjetkolonnen, ohne daß immer Freund und Feind sich in der Finsternis erkennen können. Die Sowjets verstopfen die Straßen manchmal in drei Kolonnen nebeneinander mit zurück- gelassenen Wagen. Sowjetische Scheinwerferstellungen tauchen auf unb die nächtliche Jagd wird aus taktischen Gründen abgebrochen. Am nächsten Morgen wird festgestellt: 480 LKW., zahllose Traktoren unb Kriegsmaterial liegen als Beute hinter den deutschen Panzern. Im Morgengrauen des zweiten Tages kommt der Befehl „Fahrzeuge verlassen". Vorn liegt sine Brücke, die genommen werden muß. Die Panzerjäger sind zu Infanteristen geworden, die als Stoßtrupps die Brücke nehmen fallen. Am Horizont eine sowjetische Stadt, in ber Bränbe wüten. Der beutsche Angriff steckt im Abwehrfeuer. Es gibt Ausfälle. Unter den Verteidigern zahlreiche sowjetische Zivilisten. Der Widerstand wird in hartem Zuvacken gebrochen. Auch hier ist der Sowjetkommissar ber Schuldige an dem sinnlosen Hinfrachten von Sowjetsoldaten unb Zivilisten, die auf die Auf-. forberung zur Uebergabe nur immer die eine Antwort herübergeben: „Kommissar, Kommissar!" Der Oberleutnant ist mit einem kleinen Stoßtrupp von sieben Mann in ber Dunkelheit an die Brücke herangekornmen. Die überraschten sowjetischen Brückenposten ergeben sich. Da kommt die Ablösung herübergependelt. Ein griff an die Kehle, das Gewehr aus der Hand geschlagen, unb sie ergibt sich ebenso lautlos. Später kommen vier Sowjets mit Kochgeschirren über die Brücke, die Lags wird brenzlig, immer noch kommt niemand von hinten nach. Einer der Sowjets wird überwältigt Die übrigen ergreifen aber die Flucht. Alarm bei den Sowjets, bas Feuer bricht los, und drei Mann des deutschen Stoßtrupps fallen aus. Eine unruhige Nacht in verlausten Katen folgt. Die Losung des neuen Tages heißt wieder: Kamps um eine Brücke. Wieder tastet sich die Panzerspitze vor. Längs der Böschungen steht sowjetische Artillerie und hält den Stoßtrupp nieder. Endlich kommen deutsche Granatwerfer nach, legen eine Nebelwand vor die Sowjetgeschütze, unb in rasendem Lauf stürmt b'er Stoßtrupp vor. Die Brückenwache wirb überrumpelt, ein Zündungskabel wird durchgeschnitten, aber alle wissen, die Sowjets legen meist mehrere Sprengkabel. Jeden Augenblick kann die Brücke hochgehen. Ausgepumpt unb fiebernd vor Erregung stürmen sie hinüber! Die Brücke hält, unb schon rollt ein schwerer deutscher Panzer den „abgesessenen Kameraden" nach. Bei weiteren Unternehmungen wurde der Oberleutnant zum zweitenmal verwundet. Erst im Lazarett so sagte er, finde man so recht Zeit, jene Synthese zu erfassen, die ber deutsche Soldat von heute repräsentiert: der alte deutsche soldatische Geist unb der Geist des deutschen Arbeiters, der aus der Güte der Waffen spricht — beide durchdrungen von der nationalsozialistischen Idee. Abschließend äußerte sich Oblt. Feig zur Sammlung von Wintersachen für bie Front. Er dankte der Heimat schon im voraus im Namen von Millionen von Kameraden. „Wir sind ausgerüstet", so betonte er, „mit Mänteln unb Handschuhen unb haben oft sogar zwei Mäntel unb mehrere Paar Handschuhe zur Verfügung. Aber die beißende, alles durchdringende Kälte macht eine zusätzliche Hilfe der Heimat notwendig. Vergessen Sie nicht, daß Handschuhe immer wieder ersetzt werden müssen, vor allem bei der kämpfenden Truppe/ den bei Tag und bei Bucht bombardiert. Deutsche Jäger schossen hierbei zwei britische Flugzeuge ab. Die britische Luftwaffe warf in der vergangenen Bacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben aus Wohnviertel einiger Orte an der Deutschen Bucht. Marineartillerie schoß einen feindlichen Bomber ab. Oie Hauptstadt Mindanaos beseht. Tokio, 23. Dez. (DNB.) Die am 20. Dezember früh auf der Insel Mindanao gelandeten japanischen Truppen haben in engster Zusammenarbeit mit der Marine den heftigen feindlichen Widerstand gebrochen und am selben Tage, 17 Uhr nachmittags japanischer Zeit, die Hauptstadt D a v a o besetzt. Davao liegt in einer tief eingefchnittenen Bucht an der Südküste der Philippinen-Insel Mindanao, der südlichsten großen Insel der Inselgruppe und hat rund 95 000 Einwohner. In der Umgebung der Lingayen-Bucht an ber Westküste der Insel Luzon, wo am Montagmorgen starke japanische Truppenabteilungen gelandet waren, spielten sich nachts schwere Kämpfe ab, nachdem von den USA.-Truppen Verstärkungen herangeholt worden waren. Schwere Waffen griffen in die Kämpfe ein. Am Dienstagmorgen drangen die Japaner bis Santo Tornas la Union vor. Japanische Flugzeuge griffen mehrere USA.-Stützpunkte mit Bomben an unb schlugen USA.-Versuche, japanische Landungen an der Westseite von Luzon zu stören, ab. Hongkong fest in japanischer Hand. Tokio, 23. Dez. (Europapreß.) In heftigem Kampf wurde das starke Verteidigungswerk der Festung Hongkong, Port Mount Cameron, südlich Victoria, samt den zugehörigen brittschen Verteidigungsstellungen von den Japanern genommen. Stützpunkte bei der Ta ring-Höhe und bei Kill' wurden angegriffen. Ihre Niederkämpfung ist im Zuge. Durch Luftangriffe, die nahezu zwölf Stunden im rollenden Einsatz durchgeführt wurden, erlitten bie feindlichen Stellungen schwere Beschädigungen. Der Druck ber japanischen Truppen auf die be,r Hauptstadt Victoria im Süden oorgela- gerten Hügelstellungen nimmt ständig zu, so daß mit raschem Fortschreiten des japanischen Angriffs zu rechnen ist. Militärische Kreise erklärten, daß auf Hongkong zwar noch Kämpfe ausgetragen würden, daß aber die Insel fest in japanischer Hand fei. „Kein Material und keine Truppen." Brooke-Popham zu den britischen Niederlagen ans Malakka. Schanghai, 24. Dez. (Europapreß.) Zu den Niederlagen, die die britischen Streitkräfte auf der Malaiischen Halbinsel hinnehmen mußten, erklärte ber britische Oberbefehlshaber im Fernen Osten, Luftmarschall Sir Robert Brooke-Popham: „Der Rückzug in den malaiischen Gebieten wäre niemals notwendig gewesen, wenn wir mehr Truppen unb vor allem mehr Kriegsmaterial aller Art gehabt hätten." Brooke-Popham betonte, daß die britischen Streitkräfte zu keinem Zeitpunkt über ausreichendes Material verfügt hätten, um ihren Bedarf in allen Teilen der Welt befriedigen zu können. Es fei unbedingt notwendig gewesen, die Sowjetunion mit einer beträchtlichen Anzahl von Flugzeugen unb anderem Kriegsmaterial zu unterstützen. Das gleiche gelte auch von L i b y e n. Dort habe man auch unter Materialmangel zu leiden gehabt. „Wir haben einen großen Teil des nördlichen Gebietes von Malaya verloren", äußerte Sir Brooke-Popham abschließend, „aber nur vorübergehend." Die japanischen Ll-Vooie. Wieder ein USA.-Tanker vor der kalifornischen Küste versenkt. Stockholm, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der 8272 BRT. große USA.-Tanker „M o n t e b e 11 o" wurde am Dienstag vor ber kalifornischen Küste durch ein japanisches U-Boot versenkt. Ein anderer nordamerikanischer Tanker, dessen Name nicht angegeben wird, soll beschädigt worden sein. Die Aufbringung des über 10 000 BRT. großen Passagier- und Kühldampsers „P r e= fibent Harrison" durch die Japaner wird in einem Bericht bes Washingtoner Marineministeriums zugegeben. In Washington rechnet man damit, daß an der Westküste der USA. eine Flottille von 40 japanischen U-Booten, die über einen großen Aktionsradius verfügen, operiert. Das sei eine um so größere Gefahr, als die Vereinigten Staaten unbedingt Verstärkungen nach den Philippinen ent* senden müßten. Japanischer Lustangriff auf Burma« Hauptstadt. Schanghai, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) AsN Dienstagnachmittag unternahmen japanische Lust- geschwader einen Massenangriff auf Rangun, die Hauptstadt Britisch-Burmas. Sie bombardierten den Flugplatz mit den Flugzeughallen, den Bahnhof, die Kasernen sowie die Regierungsgebäude. Eine Anzahl englischer Flugzeuge wurde am Boden zerstört, außerdem schossen bie Japaner mehrere englische Jäger ab, bie sich ihnen entgegenstellten. Eine Reihe von großen Bränden wurde beobachtet. Die japanischen Flugzeuge kehrten vollzählig zu ihren Ausgangsplätzen zurück. Das Weltbild als Werk deutschen Geistes em Obersten Kriegsrat steht. Dies Ergebnis oder ose Zusamrnenfassuna der Knegsanstrengungen bei- er Länder unter Beseitigung aller im Wege stehen« Oie Mission der deutschen Wissenschaft Kopernikus und die Kreisbewegung. — Oer Harmoniegedanke Keplers. Von Dr. Ludwig Kühle. im neuen Europa. Von Professor Walter Frank, Präsidenten des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands. twas derartiges dürfte aus den Besprechungen zwi- ihen Churchill und Rosevelt herauskommen." Roosevelt hat bekanntgegeben, daß ein gemein« amer Ausschuß für die Rüstungspro- Auktion Kanadas und der USA. die „resten Hindernisse" erstreben solle. ,Zch habe", erklärte lovseoelt, „die Vertreter unserer Regierung in die- >m Ausschuß aufgefordert, sich streng an die von ins gegebenen Weisungen zu halten und Unter« achungen darüber anzustreben, wie weit Aende« ungen in der kanadischen Gesetzgebung notwendig ind, um dieser Zusammenarbeit volle Wirkung zu eben." Was es mit dieser „Zusammenarbeit" auf ch hat, verrät die von Roosevelt gegebene Erklä« ang allzu deutlich. „Unter Beseitigung aller im Deg stehenden Hindernisse", d. h. nichts anderes ls unter völliger Ausschaltung jedweden britischen Einflusses soll Kanada dem Willen des tviegsbeses« jenen USA.«Dittators unterworfen werden. Was mit dem Verschachern verrosteter Kähne gegen bri« tische Stützpunkte begann, das wird nun fortgesetzt, der britische Ausverkauf geht weiter in einer Zwangsversteigerung, zu der, um die Ohnmacht Englands deutlich zu machen, Churchill von Roose« velt nach Washington besohlen wurde. Churchills Washingion-Tleise. Stockholm, 23. Dez. (Europapreß.) Zu dem treffen zwischen Roosevelt und Churchill chreibt Reuters Diplomatischer Korrespondent, es errsche deutliche Unruhe über die Kriegs- ussichten im Stillen Ozean. Man hoffe, daß der Zremierminister beim Wiederzusammentritt des Interhauses imstande fein werde, auf viele in par« amentarischen Kreisen in letzter Zeit gestellte graten Auskunft zu geben. Bis dahin würden lle Forderungen auf eine aktive Kriegfüh - rung auf allen Fronten zurückgestellt werden, in parlamentarischen Kreisen erwarte man nach er Rückkehr Churchills eine offizielle Erklärung und nschließende Aussprache. Es sei jedoch möglich, daß 'hurchill es vorziehen werde, dem Unterhaus in iner Geheimf itzung die gewünschte Aus- unft zu geben. * Engländer und Amerikaner freuen sich über den Rut Churchills, den Atlantik zu einer der üblichen Inferenzen zu überqueren. Man merkt, wie beweiben sie sind. In der Sache handelt es sich an- eblich um eine Vorkonferenz, der eine VoIlan s e r e n z aller „alliierten" Mächte inschließlich Der Sowjetunion, Chinas, Niederlän- isch-Jndiens und der diversen Exilregierungen feien soll. Offenbar sind Churchill und Roosevelt be- lüht, zunächst einmal unter s i ch ins Reine zu ommen und die anderen Eventualpartner mehr der minder vor vollzogene Tatsachen zu stellen. >as ist wohl die kürzeste und zugleich erschöpfendste arme! für das neue Treffen Churchill-Roosevelt. Ansonsten überhebt uns die englische Presse eines Auf der Heimfahrt von einer Reife durch Belgien und Nordfrankreich kamen wir in diesem Frühjahr über das Schlachtfeld von Wörth. Auf der großen Wiese vor dem einstigen, dann, 1918 von den Franzosen zerstörten Denkmal des Kronprinzen Friedrich spielte in strahlendem Sonnenschein ein Kindergarten. Wir sprachen mit den Kindern, Kindern deutsch-germanischen Blutes, die nun jahrzehntelang Franzosen hatten sein sollen und jetzt wieder heim- kehrten zum Reich. Einer unserer Begleiter, ein junger Offizier, setzte sich ins Gras zu den Jungen Und sie umdrängten die Uniform und ließen sie sich erklären. Dann trug uns das Auto weiter ... Eine Erinnerung stieg in uns hoch: Hier bei Wörth haben im Jahre 1870 die süddeutschen Truppen unter dem Befehl des Kronprinzen von Preußen gegen Frankreich gesiegt. Zwei Jahrzehnte war es damals her, daß — im Jahre 1849 — preußische Truppen die badische Revolution blutig niedergeworfen hatten und daß in Baden ein Wiegenlied entstand, das manche badische Mutter ihrem Kinde gesungen haben mag: „Schlaf', mein Kind, schlaf' leis, Dort draußen geht der Preuß'. Dein Vater hat er umgebracht Dein Mutter hat er arm gemacht... Gott aber weih, wie lang er geht, Bis daß die Freiheit aufersteht, Und wo dein Vater liegt, mein Schatz, Da hat noch mancher Preuße Platz. Die Frauen, die dies ihren Kindern fangen, haben es noch erleben können, wie ihre Söhne zusammen mit den Preußen das Reich des dritten Napoleon zerbrachen und wie sie zusammen mit anderen deutschen Stämmen in einem großen nationalen Krieg zum Reich getauft wurden. In Feuer und Blut wachsen die großen Völker und die großen Reiche. Aber da, wo ein Reich auf Panzerwagen gekommen ist, kann es in ein oder zwei Generationen bereits friedlich leben in den Wiegenliedern der Mütter. Mitten in den großen Umwälzungen von Feuer und Blut vollziehen sich die großen Umwälzungen der seelischen Empfindungen der geistigen Horizonte, des „geschichtlichen Bewußtseins". Als Heinrich von Treitschke im Zeitalter Bismarcks feine „Deutsche Geschichte" schrieb, sagte er einleitend, daß das deutsche Geschichtsdewußtsein eigentlich erst nach dem Westfälischen Frieden beginne. Es hat tatsächlich der nationalsozialistischen Revolution und des Krieges, in dem diese Revo- lution um ihr geschichtliches Recht kämpft, bedurft, um unserem Geschichtsbewußtsein zu dem „Sprung" über den „Graben des Dreißigjährigen Krieges" zu verhelfen. Was hatten wir noch lebendig gewußt von jenen Zeiten, in denen die Hanseaten die Meere von Bergen bis Brügge beherrschten und nordische Könige ab- und einsetzten? Jetzt standen mit einem gewaltigen Schlage deutsche Heere an den Küsten von Kirkenes bis Brest. Was war in uns noch lebendig gewesen von der Zeit, in der der balkanische Südosten vorn Reiche her geordnet worden war? Jetzt stieg das Lied vorn „Prinz Eugen, dem edlen Ritter" über deutschen Regimentern aller Stämme hoch von Belgrad bis Athen — um dieselbe dem konnte die Revolution nicht vollständig fein, da sie sich von der aristotelischen Forderung der gleichförmigen Kreisbewegung.nicht frei machte. Die Vollendung des Werkes war einem zweiten großen Deutschen vorbehalten. Zwischen dem Denker Kopernikus und dem Hirn- melsmechaniker Kepler steht der Beobachter Tycho de Brahe, dessen bleibendes Verdienst es ist, mit den bescheidenen Hilfsmitteln seiner Zeit die genauesten Messungen an den Gestirnen ausgeführt zu haben, die damals überhaupt möglich waren. Die Ergebnisse seiner Arbeit haben seinen Mitarbeiter Kepler lebhaft angeregt. Während Tycho aber nicht den Schritt zu einer 'nun auch mathematisch exakten Neukonstruktion im Sinne des Kopernikus machte, fand Kevler das für unsere Anschauung vom Bau des Weltalls, noch immer grundlegende Prinzip. Ihm genügte die metaphysische Begründung der „idealen Kreisbewegung" nicht mehr. Er sah in der Sonne den Sitz einer Kraft, welche die Planeten in ihren Bahnen hält und zu ihren Bewegungen zwingt. Er sand die mathematischen Gesetze, auf welchen sich d i e neue Himmelsmechanik begründen ließ. Indem er das formale Schema verließ, das auch Kopernikus noch an Aristoteles fesselte, machte er die Natur frei, und gab ihr eigene Kraft und eigene Gesetze. Selbst den Begriff der Massenanziehung hat er schon gekannt, denn er sagt einmal, daß ein Stein und ein Himmelskörper frei im Raum schwebend, so gegeneinander hingezogen werden würden, wie es umgekehrt proportional ihrem Gewicht entspräche. Kepler kam also der Entdeckung der Gravitation sehr nahe, die wir heute als Newtons große Leistung anzusehen pflegen. Daß er zu feinen berühmten Bewegungsgesetzen der Himmelskörper nicht auch die Gesetze de/ Massenanziehung fand, war nicht zuletzt eine Folge des ihm noch fehlenden mathematischen Handwerkszeugs. Erst die Differential- und Integralrechnung, die einige Jahrzehnte nach Keplers Tode gleichzeitig von Newton und von dem Deutschen Leibniz begründet wurde, machte auch den Aufbau jener Mechanik möglich, die wiederum zur Grundlage und zum Ausgangspunkt der exakten Naturwissenschaften geworden ist. Die schwerfälligen Summationsformeln, mit denen Kepler noch arbeiten mußte, reichten dafür nicht aus. Kennzeichnend für den Deutsches Kepler ist es aber, daß er zuerst von der Beobachtung zum Gesetz gelangte, dann den Versuch gemacht hat, dem Naturgesetz wieder eine Idee zu unterlegen. So glaubte er, in den mathematischen Formeln, die er seinen Gesetzen von der Bewegung der Gestirne gab, Urbilder des göttlichen Geistes zu sehen, und am Ende seines Weges als Forscher und Denker steht sein großartiger Versuch einer „Harmonie des Weltalls". Vom Geist war Kopernikus ausgegangen, um das neue Bild der Natur zu schaffen. Zum Geist kehrte Kepler zurück, nachdem er der natürlichen Welt ihre Gesetze nachgewiesen hatte. Daß die letzte große Idee Keplers nur ein unerfüllbarer metaphysischer Traum bleiben mußte, nimmt seinem Versuch nichts von seiner Größe. Rom, 23. Dez. (Europapreß.) In einem Ml- nrftenat, den der amtsführcMde Vizestaatspräsident dr. Mendez einberufen hatte, wurden vier Mil« Farben Pesos für W e h r m a cht s z w e ck e in den Haushalt eingestellt. Die gemeinsam mit Argentinien geplante Befestigung der Ma- Ialhes-Strahe wurde beschlossen, ferner eine erftärtung des chilenischen Heeres für das Jahr 1942 um 5000 Neu-Einstellungen. Der chilenischen frlotte, einer der stärksten Jbero-Amerikas, ist der » ü st e n w a ch d i e n st und das Geleit der Handelsschiffe übertragen worden. Die Bemerkung des chilenischen Außenministers, Chile könne die Verteidigung feines Gebietes aus eigenen Kräf- ten bestreiten, so schreibt die chilenische Zeitung „Dpinion", sei die beste Antwort auf gewisse nord- «merikanische Versuche, in das Gebiet Chiles ein« Kommentars. Der englische Nachrichtendienst nennt ^ende „schwierige Probleme": „1. Unsere See- e, unsere Flieger und Landtruppen haben noch nicht all das Material in den Händen, das Sjie benötigen, um eine entscheidende Ueberlegenheit on allen drei Kriegsschauplätzen zu erringen; !. Man braucht Zeit, um von einem Teil des Äobus Material und Menschen nach dem anderen zu bringen." Die „Daily Mail" meint resigniert: .Das Problem der Lieferungen ist f a ft nicht zu bewältigen." Sie fährt skeptisch fort: Für die Irategischen Aufgaben ist die Welt in eine Anzahl lon Bezirken aufzuteilen, von denen jeder sein eige- es Oberkommando hat, das in Verbindung mit zudringen. Frankreich im Pazifik. Dichy, 23. Dez. (Europapreß.) Zu der schon von lins gemeldeten Ernennung von Admiral D e c o u x zum Oberkommissar der französischen Besitzungen im Pazifik wird von zuständiger Stelle in Vlchy Keilt, daß sich für die französische Regierung rtwendigkeit ergeben habe, die Gesamtheit der französischen Besitzungen in Ostasien und im Stillen Ozean auf die wirksamste Weise einer nationalen Sntereffen-Sertretung unter« juorbnen und diese Aufgabe dem Generalgouverneur der größten Kolonie, nämlich Jndochina, dem Vizeadmiral Decoux, zu übertragen. Be- l-nntlich ist ein großer Teil der Besitzungen unmittelbar nach dem Waffenstillstand im Sommer 1040 zum Gaullismus ü b e r g e g a n q e n. Die französische Regierung will durch die neue Maßnahme eindeutig feststellen, daß Frankreich au keines feiner Rechte und keinen seiner Besst titel im Stillen Ozean verzichtet hat und da tie Regierung zu einer wirksamen D er leid i - pung die Behandlung aller Fragen, welche Diele Besitzungen betreffen, in einer Hand vereinigt hat. Kleine politische Nachrichten. Im Einvernehmen mit der Reichsregierung ist beschlossen worden, daß Italien ebenso wie Deutschland einen politischen Bevollmächtigten jn ^saris knsetzen wird. Der Botschafter Dino Buti ist hier- fiir in Aussicht genommen. Der Regierung in Vichy i|t davon Mitteilung gemacht worden. \ * Am Weihnachtsabend wird der Leiter der Aus- ündsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, Wer die Kurzwellensender den Auslands« deutschen und den deutschen Seeleuten in einer Veihnachtsbotschaft in aller Welt den Gruß der Heimat übermitteln. • Die rumänische Presse hebt mit besorcherer Genugtuung die Auszeichnung der rumänischen über« fen Korne und Damacianu mit dem Eisernen Kreuz 1 Klasse bei den Kämpfen vor Sewastopol hervor. * * ™, Die Bevölkerung Bulgariens beträgt nach Mtt- Mhmg des Statistischen Amtes 8 424 000 Personen. Die Vorstellung eines Weltbildes, in dem sich die wirklichen Geschehensabläufe und Bewegungen so ganz anders vollziehen, als es der Augenschein lehrt, in dem die Erde eine winzige Kugel ist, die ich im Tagesablauf um sich selber dreht und die im Jahresrhythmus auf einer elliptischen Bahn um die Sonne zieht, während jedes Lebewesen täglich den Auf- und Untergang eben dieser Sonne beobachtet, die Vorstellung einer solchen gegen jede Erfahrung gerichteten Ordnung im All erforderte die Kraft einer Abstraktion, wie sie wohl nur Der nordische Mensch aufbringen konnte. Nichts im Leben der Völker ist Zufall. Nicht die wissenschaftliche Leistung, nicht der forschende Wagemut der Wikinger, die vor 1000 Jahren Amerika fanden und auch nicht die wissenschaftliche Begründung der Mathematik durch die Griechen ober Die Begrün- bung bes ersten Weltreiches burch die Römer. So >ebeutet es etwas mehr als nur eine fulturge« chichtliche Tatsache, daß zwei deutsche Männer, der Zreuße Kopernikus und der Schwabe K e p - er es waren, Denen wir unsere heutige Vorstellung von der Welt verdanken. Der Wea des Kopernikus zu dem Weltbild, das heute mit seinem Namen verknüpft ist, war der jo mancher großer Entdecker. Er stürzte das Ptolemä- ische Weltbild nicht etwa deshalb, weil das kunstvolle Gebilde von Cykeln und Epicykeln, das der Alexandrinische Astronom aufgebaut hatte, um Die ungleichmäßigen Bewegungen, die Knoten und Schleifen der scheinbaren Planetenbewegungen zu erklären, nun mit der Beobachtung nicht mehr über« einstimmte. Die astronomischen Messungen, auf die Kopernikus sich stützen konnte, waren nicht viel ge-, nauer als die der großen griechischen Astronomen. Es mißfiel dem Domherrn von Frauenberg an dem komplizierten und genial konstruierten Himmelsgefüge des Ptolemäus vielmehr, bah dieser seine Planeten sich mit ungleichförmiger Geschwindigkeit bewegen ließ, um ihre theoretischen Bahnen mit ihren wirklichen Orten am Himmelsgewölbe in Ueberein- timmung zu bringen. Aristoteles aber hatte gelehrt, daß eine natürliche, in sich zurücklausenbe Bewegung nur kreisförmig und gleichmäßig gedacht werden kann. Kopernikus ging von dieser aristotelischen Auffassung her an die Kritik des Ptolemäus heran. Er verwarf das alte System, weil es der idealen Forderung des großen griechischen Philosophen nicht entsprach. Hier aber begann nun, wie Prof. Caspar kürzlich in einem Vortrag vor der Kaiser-Wilhelm-Gesellschast zeigte, die eigene geniale Leistung des deutschen Astronomen. Er bewies in seinem berühmten Werk „Revolutiones orbium caelestium", daß sich die Darstellung der Himmelserscheinungen wesentlich vereinfachen läßt, wenn man statt der Erde die Sonne in Den Mittelpunkt des Alls setzt und nun die Erde und die übrigen Planeten um das Zentralgestirn sich bewegen läßt, wobei der tägliche Auf- und Untergang Der Sonne zwanglos durch die tägliche Umdrehung erklärt wird. Die Begründung des neuen Weltbildes war also zunächst eine theoretische Leistung, für die der „experimentelle Beweis" noch ausftanb. Außer- Zeit, wo ostmärkische Regimenter im eisigen Norden von Narvik des Reiches Macht verteidigten. Was wußten wir noch lebendig von jenen Jahrhunderten, in denen niedersächsische Fürsten wie Heinrich Der Lowe, in denen die Ritter des deutschen Ordens und die Bürger der Hanse in gewaltiger Kolonisation den slawischen Osten unter den germanisch-deutschen Einfluß beugten? Und heute wehen deutsche Fahnen in Krakau und in Riga, heute kämpfen im Herzen jenes Rußlands, das einst erst durch Nuriks germanische Waräger erste staatliche Gestalt erhielt und in dem 1918 die letzten Reste Deutschen Herrscherblutes in Der roten Flut Der asiatisch-tatarischen Massen ertranken, wiederum deutsche Heere und werfen die ewige Steppe zurück, die einst schon die Hunnen und die Avaren und die Mongolen und dann wieder Die Bolschewisten Lenins und Stalins gegen Europa ausspie ... Und was war uns noch lebendig gewesen von jenen gewaltigen Zeiten der mittelalterlichen Kaiser, der Ottonen, der Salier, der Staufer, in denen das Reich die Führung des gesamten „christlichen Abendlandes" innegehabt hatte? Heute aber tönt Rolands Horn, das einst dem Kaiser Karl in Aachen den letzten Gruß seines treuen Gefolgsmannes aus dem Tale Roncesvalles zutrug, von neuem an allen Marken Europas, von der Biskaya bis in die Steppen Rußland und vom Nordkap bis in die Wüsten Libyens. In all dielen ungeheuren Ereignissen bricht ein neues Geschichtsbild über unser Volk ebenso wie über ganz Europa herein. Ein solches Geschichtsbild aber setzt sich nicht von heute auf morgen durch. Es wächst im Ringen Der Jahre, der Jahrzehnte, eines Jahrhunderts. Auch für dieses Geschichtsempfinden fallen die ersten Entscheidungen im elementaren Machtkampf der Männer und der Volker. Aber hinter diesen ersten Entscheidungen stehen die Meilen Entscheidungen. Die elementaren Machtkämpfe finden ihre geistige Fortpflanzung in dem, was man im weitesten Sinne Erziehung und Volksbildung nennen mag. Der militärisch- politische Machtkampf ist Die Stoßarmee des Neuen, die ein Land erobert. Die Erziehung und die Bildung ist das zivile Gouvernement, bas ben Truppen folgt und das Land ordnet und aufbaut. Erziehung und Bildung aber bedürfen der Wissenschaft. Nicht freilich einer in Zünftigkeit und Blutleere erstarrten und verengten Wissenschaft. Aber einer Wissenschaft, die ihre großen geistigen Traditionen vereint hat mit dem großen politischen Ethos unserer Reichs- biDbung und die daher selbst wieder gestaltende Kraft besitzt. Eine solche Wissenschaft ist heute nicht mehr bloße Forderung, sie ist in den ersten Anfängen bereits verwirklicht. Wer etwa die tiefgründige Kritik des modernen England durch Karl Heinz Pfeffer („England, Vormacht der bürgerlichen Welt", 1940. 2. Auflage 1941) ober durch Rudolf Craemer („Benjamin Disraeli", 1941), die geniale Analyse der germanischen Neutralität durch Christoph Stebing („Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur", 1938. 2. Auflage 1940. 3. Auflage 1941) oder Die neu gestalterische Schau unserer Reichsgeschichte durch Karl Richard Ganzer („Das Reich als europäische Ordnungsmacht", 1941. 2. Auflage 1941.) kennt, Der hat Beisviele für bas; was rott unter dieser politischen Wissenschaft, unter einer „Wissenschaft des Reiches" verstehen. Er weiß vor allem, daß darunter keine Wissenschaft mit kleinen „patriotischen" Nutzanwendungen für den jeweiligen Tagesgeorauch gemeint ist. Hart formuliert: Man könnte ein Buch über ben Nationalsozialismus schreiben und es könnte völlig apolitisch sein. Und man könnte ein Buch über Die griechische Antike ober über die Kultur der Inkas schreiben und es könnte — ohne jegliche äußere Beziehung auf das Heute — ein im höchsten Sinne politisches, dem „Reich" entsprungenes Buch sein. Der militärisch.politische Sieg Deutschlands öffnet Überall die Einbruchsstellen für eine geistige Offensive Der deutschen Ideen und Damit Der deutschen Wissenschaft. LleberaU bricht Der Boden, auf Dem im festen Besitzgefühl alte Mächte thronten, zusammen. Zusammengebroch^n sind die „Maginotlinien", hinter Denen sich Der Sicherheitswahn Der franzü- ischcn Demokratie versteckte; zusammengebrochen inD Die Schranken, hinter Denen sich Das Leben )er germanischen Neutralen gegen Das Reich Der europäischen Mitte absperren wollte, zusammenbrechen werben alle „Stalin-Linien", Die Den russischen Raum für Europa verschließen und in Die ewige Tatarei zwingen sollten, unD zusammenbrechen wirb Die anaelsächsische Plutokratie Des Westens mit ihrem Alliierten, Der Macht bes Weltjudentums. Die Hohlräume aber, die Durch solche Zujammen« brüche entstehen, können nicht allein mit Truppen gefüllt werden, sie müssen auch mit Ideen gefüllt werden. Hier erhebt sich auch die innere und äußere Mission Der Deutschen Wissenschaft. Sie kann den politisch-militärischen Zusammenbruch Der Gegner ideologisch vollenden durch ihre Kritik. Sie kann aber auch dem neuen Reichsvolk Europas wie den anderen Völkern, die zu diesem Reichsvolk in neue Beziehung treten werden, bas positive Bild vom Reich in Europa vermitteln. Wenn die politische Wissenschaft der nationalsozialistischen Revolution in ihrer ersten Periode ganz naturgemäß noch vorwiegend vom innerpolitischen und weltanschaulichen Kampf bestimmt war, so wird sie nunmehr von der Grundlage einer gewaltigen schöpferischen Außenpolitik und eines neuen deutschen Großreiches aus auch wieder Geschichte Der Groß- machts- und Weitpolitik in einem neuen, weit über Die rein Diplomatische" Geschichtsschreibung Der Vergangenheit hinausreichenDen Sinne gestalten können unD müssen. All diese Wissenschaft wird nicht nur Die Ausgabe Haden, Wissende zu belehren, sondern auch die Aufgabe, Wollende zu erziehen. Und wenn es ihr gelingt. Die Tiefe und Gründlichkeit deutscher wissenschaftlicher Methodik zu verbinden mit Der glühenden Kraft politischen Willens, so wird sich Die Prophetie Christoph SteDings erfüllen, daß einer neuen Wirtschaft Des Reiches Die wissenschaftliche Führung Europas anheimfallen werde. Verdunkelungszeit: 24.12. von 17.09 bis 9.30 Uhr. 25.12. von 17.10 bis 9.31 Uhr. 26.12. von 17.10 bis 9.31 Uhr. Die Weihnachts- und Osterferien in der Provinz Hessen-Nassau Zur Einsparung von Brennstoff hat der Ober» Präsident für Den Bereich der Provinz Hessen- Nassau Die Weihnachts- und Osterferien wie folgt festgesetzt: Weihnachtsferien: Montag, Den 22.12.1941 (1. Ferientag); Donnerstag, Den 15.1. 1942 (1. Schultag). Osterferien: Donnerstag, Den 2. 4.1942 (1. Ferientag); Donnerstag, den 9. 4. 1942 (1. Schultag). »Stiftung für Opfer -er Arbeit.« Berlin, 23. Dez. (DNB.) Im Reichsministerium für Volksausklärung und Propaganda trat Der Ehrenausschuß Der „Stiftung für Opfer Der Arbeit", dem Dr. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, Staatsrat Walter Schuhmann und Dr. h. c. Emil Georg von Stauß angehören, 3U seiner Jahressitzung zusammen. Ministerialrat Pros. Dr. Ziegler berichtete, daß die Betreu- ungsmaßnahmen der Stiftung auch auf Die Volksdeutschen Der hinzugekommenen Gebiete ausgedehnt worden sind. Es tarnen insgesamt 4272 Anträge zur Vorlage, von Denen 2468 mit einem Gesamtbetrag von 449 768 RM. bedacht wurden. Unter der Zahl der bewilligten Gesuche befindet sich ein erheblicher Teil solcher, für die Bereits eine Bewilligung zum zweiten- oder Drittenmal ausgesprochen wurde. In Dem Unterstützungsbetrag sind Die Bewilligungen für Die von der „Stiftung für Opfer Der Arbeit auf See" betreuten Hinterbliebenen Der auf See Verunglückten enthalten. Die Bedächten sind noch vor Dem Weihnachtsfeste in den Besitz der Unterstützung gelangt. Insgesamt wurden feit Bestehen der Stiftung rund 7,1 Millionen Reichsmark an die Hinter- blieoenen von im Berufe tödlich verunglückten Volksgenossen ausgeschüttet. Kunst und Wisienschast. Heldentod des Marinemalers Eduard Schloemann. Vor dem Feind gefallen ist Der Kriegsmaler eiger Marine-Kriegsberichtereinheit, Der Leutnant (Ma) Eduard Schloemann. Der 1888 in Düsseldorf geborene Künstler war nach dem Studium an Der Düsseldorfer Kunstakademie Meisterschüler bei Prof. Schönleber (Karlsruhe). Nach mehrjährigen Studienreisen widmete er sich ganz der Marinemalerei. Das Wiedererstehen der deutschen Kriegsmarine hat er mit feinen Schöpfungen begleitet. Jahr für Jahr war er mit seinen Bildern auf der Großen Deutschen Kunstausstellung vertreten. Sein ganzes künstlerisches Schaffen gehörte Der See. Ein Veethovenroman von Heinrich Zerkauten. Der Dichter Heinrich Verfaulen, der früher schon Das Lebensschicksal Des jungen Ludwig van Beethoven bis zu seinem Wechsel von Bonn nach Wien in dem Roman „Musik auf dem Rhein" gestaltete, hat die Persönlichkeit Beethovens zum Anhaltspunkt einer neuen Darstellung gemacht. Der neue Roman schildert die große schöpferische Gestaltungszeit Beethovens in Wien bis zum Heiligenstaedter Testament. Das Werk trägt ben Titel „Der feurige Gott". HauvNchrtftI,«ter: Dr. Friedrich Wilkieim Lange 'Stelloertiftfr bei e>auptidirtftieltet«: Dr. Han« rfiurtot. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr Fr. W. Lange: für da, Feuilleton: Dr. Hon« Dhurtot; für -ladt Gießen, Provinz, wirtichaft u. -.Port: ltrnst 8lum|<6e(n rbeuti.), i.v.: Dr.Han« Thyriot. Druck und Verlag: Brilhliche UnlveriitSttdruckerel R. Lange «. 0. Verlag-leiter: Dr.-Fng. Srich Hamann; «nzeigenleiter: Han« Beck, verantwortlich für den Fndalt der Anzeigen: Dbeodor Kümmel. Pi RrL ■JF ee Ä ■ das altbewährte KPUCrorOl Hustenbonbon ■ wB fch« nur im OrangeMuUU Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, da 13 unser unvergeßlicher, lieber, hoffnungsvoller Sohn, mein lieber, einziger ßrüder, Schwager Pate und Onkel Karl Herbert Unteroffizier in einem Inf.-Re^iment Inh. d. E.K. II sowie d.Verwundetenabz am 23. November 1941 in den Kämpfen an der finnisch-russischen Grenze sein Leben für seinen geliebten Führer und sein Vaterland im Alter von 31 Jahren gab. — Soldatische Pflichterfüllung war sein höchstes Ziel, das er sich gesetzt hatte. In tiefem Schmerz: । Ferd. Ludwig Herbert und Frau Gefr. Ludwig Herbert, z.Z. im Felde Sophie Herbert und Kinder und alle Angehörigen. Steinbach, den 24. Dezember 1941. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 28. Dezember, nachmittags um 2'A Uhr statt. 5220 D Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief am 22. Dezember, 7 Uhr abends, unsere liebe Gote, Tante und Schwägerin Frau Katharine OBwald, geb.Wagner im 81. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Oßwald 4. und Verwandte. Gießen-Wieseck, 24. Dezember 1941. Die Beerdigung findet am ersten Feiertage, 12.45 Uhr, vom Trauerhause, Grabenstr. 4, aus statt. 5227 D I Heute, den 22. Dezember, abends 7.45 Uhr, entschlief sanft nach langem Leiden meine gute Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante FrauKatharinaKlöß,geb.Lisener im Alter von 57 Jahren. In tiefer Trauer: Heinrich Kloß, Reichsbahnsekretär a.D. Willi Kloß, Kriegswerkmeister, z.Z. im und Frau Erni, geb. Born [Felde und Kinder Ilse, Marlies, Ute Heinz Grein, Oberwachtmeister der Gen- und Frau Ottilie, geb. Kloß, [darmerie Homberg, Stockheim, den 22. Dezember 1941. Die Beerdigung findet amFreitag, dem 26.Dez., nachmittags 3 Uhr statt. „ 5226 D Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die vielen Beweise der Liebe und Verehrung für unsere teure Entschlafene Fran Kalha ioa uerw. Schneide', Sei). Lolz Inhaberin des silbernen Mutterehrenkreuzes ' durchWort^ Schrift, letztes Geleit und Blumenschmuck danken wir von ganzem Herzen. Im Namen aller Angehörigen: 04371 Geschwister Schneider. Gießen (Am Riegelpfad 104), im Dez. 1941 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Weisel für die trostreichen Worte am Grabe. Im Namen aller Hinterbliebenen: Johannes Opfer und Kinder. Kinzenbach, den 24. Dezember 1941. 04335 Bekanntmachung. Abbtenn- unb Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper ufw. Durch die Polizeioerordnung des Herrn Reichs- wirtschaftsministers vom 27. November 1939 ist das Abbrennen und Abfeuern von Feuerwerkskörpern, pyrotechnischen Artikeln und ähnlichen Erzeugnissen im Freien verboten. Zuwiderhandlungen werden unnachsichtg mit empfindlichen Strafen geahndet. Gleichzeitig verbiete ich die Abgabe von Feuer- rvertskörpern sowie pyrotechnischen Artikeln und ähnlichen Erzeugnissen, die lediglich im Freien verwendet werden können, weil mit der Abgabe dieser Artikel zwangsläufig eine Verleitung zur Begehung einer strafbaren Handlung verbunden ist. Unter das Abgabeoerbot fallen auch sogenannte Pulverblättchen, jedoch nicht die handelsüblichen Scherzartikel, die als Zimmerfeuerwerk Verwendung finden. 52300 Gießen, den 17. Dezember 194L Der Polizeidirektor. I. V.: gez. Hellwege Emden. W Fußerente, -Puder und -Bad! ist Ihnen zumute ... wenn Sie Ihren Füßen eine wirkliche Pflege Hühneraugen u. Hornhaut beseitigt zuverlässig die bewährte fyjgch/HSdütkuh Zur weiteren Pflege Ihrer Füße dann selbstverständlich WS Statt Karten G' Als Verlobte grüßen Weihnachten 1941 Erfurt 5234 D/ 6 PL sind gut und ein besonderer Genuß von A-Z MILDE SORTE 4 PL MEMPHIS 4 PL HL SORTE 5 PL Ihre Verlobung geben bekannt Ihre Verlobung zeigen hiermit an Gerda Müller Marie Rinner Richard Strauch Verlobte 10, 10, Liz. Ihre Verlobung geben bekannt Ihre Vermählung geben bekannt Garbenteich Annerod lledrMlcher Gut erhaltenes iBahnöof. Hunnel y2-lV2 Jahre alt, e- Schrrftl. üer wundervolle Iveinbttmö J 52V7D USCHAS GmbH.,BERLIN 0112 Die Meisterzigarette det Österreichischen Tabakregie Hat deinen Antrag man gebilligt und neue Schuhe dir bewilligt. dann muht du sie mit Pilo gegen vorzeitiges Verschleißen pflegen1 Angebote unter 5233D an den Gießen. Anzeig. Ihre Verlobung geben bekannt Annelise Dauernheim Dr. phil.Walter Jarrasch Karl Becker Unteroffizier Weschekun z. Z. Gießen Chemnitz z. Z. Gießen Gießen Gr. 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In allen Fachgeschäften. Preis 50 Pf., beschr.lieferb. «vreitag, den 26. Dezember: 7 Uhr heilige Messe. 9 Ubr Hochamt. 11.15 Uhr Singmesse. 15 Uhr Festandacht. Die Verlobung unserer Tochter Hildegard mit Herrn Werner Caspar Baumann, Leutnant und Komp.-Führer in einem Inf.-Regt., geben bekannt Wilhelm Jung Fabrikbesitzer u. Frau Netty, geb. Keiner Kirchliche Anzeigen. (G. --Gottesdienst, KG. ---Kindergottesdienst, HG. --- Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. = Hauptgottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Weihnachten. Donnerstag, 25. Dezember. 1. Feiertag. Stadtkirche. 10 (m. Abendm., Matth.- u. Mark.-Gem.), Becker; 16, Liz. Dr. Jost. Johanneskirche. 10, Wehrmacht- u. Gemeindegottesdienst, anschl. Feier des heil. Abendmahls, Liz. Drommershausen; 15.30, Weihnachtsfeier d. KG., Johs.- u. Luk.- D onnerstaff,25.Dezember 17—20 Uhr 51570 Die Zauberflöte Oper von Wolfgang A. Mozart. Preise von 1.20 bis 4.10 LM. Ihre Vermählung geben bekannt Willi Herpel Bau-Ingenieur Mariechen Herpel geb. Krick MAekmWllllWWk für die Buchhaltung ein. mittleren Fabrikbetriebes in der Nähe von Frankfurt a. M. gesucht. Ausführl. Bewerbungen mit Lebenslauf sowie Angabe der Gehaltsansvr. u. Beifüg. von Zeugnisabschrift, erb. unt.F. M. 215 an Ala, Frankfurt Main gewürzte Fulterkalkmischung ZWERG-MARKE für alle Tiere Berufsorganisation sucht für leichte Büroarbeiten Fräu!ein oder Frau (auch Anfängerin) mit flotter Schrift, eventl. auch nur für halbe Tage. Eintritt sofort oder später möglich. Schriftliche Angebote unt. 5218D an den Gießener Auzeiger erbeten. Sdiieren. melflim NMe„.svei4, zu verkauf. 5239V Udenhausen Noll,Neustadt47 an der Lahn. Kaufe Stutzflügel Pianos o= Beschreibung und Preisangebote an R. Sthönao Bahnhofstraße 76 Tel. 3269 Freitag. 26. Dezember 14.30—16.30 Uhr Dornröschen Weihnachtsmärchen von Robert Bürkner. Preise von 0.30 bis 1.60 RM. 18.30-22 Uhr. Außer Miete! Monika Operette von Herrpecke /Dostal. Preise von 0.90 bis 3.60 RM. MtkSMstMNW M ßM.MWgMM Gietzen. Mittwoch, den 24. Dezember; 14-15 Uhr Beichtgelegenheit. 15.30 Ubr Christmette mit Pre- dicht u. Weihnachtskommunion Donnerstag, den 25.Dezember: 7 Ubr Hirtenmesse m. Predigt. 9 Uhr feiert.Hochamt m. Pred. 11.15 Uhr Singmesse m.Pred. 15 Uhr Vesper. 25. Dezember 1941 04369, Marburg. Str. 23 Liehet Str. 57 Weihnachten 1941 04340/ Weihnachten 1941 04208/ Klavier, zu kaufen gesucht. [»lesD €r. Ebert, Klaviermacher, Bleichstraße 17. Staufenberg Ruttershausen Weihnachten 1941 04341/ Gießen Darmstadt Liebigstraße 82 Meinheimer Str. 35 Weihnachten 1941 04559/ Weihnachten 1941 04339/ Weihnachten 1941 04349/ ^/‘nge^' Am 2. Weihnachtsfeiertag findet nachmittags 4 Uhr in der Stadtkirche 'Weiftnadits-JKusiü statt: Orgel und Violine, Sologesang für Bariton und Alt, Chor- und Gemeindegesang. Eintritt ist frei! — Jedermann ist herzlich eingeladen. — Gesangbuch mitbringen. Evangelisches Pfarramt: Becker. Dr. Jost. Gictzen-Wieseck. 10 G.; 15.30 Christfeier u. Weihnachtsfeier d. KG. Kirchberg. 10 G.-Abendm. für d. jungen Männer u. Frauen von Staufenberg; 16 Lit. Christfeier. Freitag, 26. Dezember. 2. Feiertag. Stadtkirche. 10, Schmidt; 16, Kirchenmusikalische Feierstunde (Chor a. Sologesang), Becker. Johanneskirche. 10, Propst Knodt. Kapelle Alter Friedhof. 10, Walther. Kapelle Wetzlarer Weg. 10, Liz. Dr. Jost (m. Abendm.). Gietzen-Klein-Linden. 13,30 Weihnachtsfeier d. KG., Walther. Gietzen-Wicseck. 10 G. Kirchberg. 10 G. Evang.Stadtmission, Löberstr.l^- 1. Weibnachtstag: 9 Andacht; 16 Predigt. - 2. Weihnachtstag: 16 Predigt. Freie evang. Gemeinde Gietzen, Zu den Mühlen 2. Donnerstag (1. Weihnachtsfeierlag) 16 Predigt. 1. Weihnachtstag. Lich. 10: Kahn. Chorschule. Kirchenchor. Kollekte. 14: Weihnachtsfeier der Kinderkirche. Koll. 2. Weihnachtstag. Lich. 9.45: Beichte. 10: Naumann. Abendmahl. Kollekte. 229 D . __ ____ _ ____— Zum Waschen. Putzen. Schrubben. Scheuern ward früherThompsonsSchwan genommen. Sei FIX zum Bodenglanz erneuern - die beiden werden wiederkommen. Für Schuhe, selbst in dieser Zeit, steht Pilo nach wie vor bereit. WÜWUliMUlllIll /a öotmoninm 161 ndfltznbrlllke. i.sehrgute Hände 311 faufeh g 6fhi»ron Mola,»» Oeiucht. _f04343 sucht,-(LchrÜ Leihgestern Gießen Tückltger krasksahrer für Omnibus gesucht. [ 5221D Göllner Wernerwall 33. Telephon 2802. Wir suchen zur Bearbeit, eines etwa 9000 qm großen Gartens einen [5224D Gärtner oder eine geeignete Person, die Gartenarbeiten versehen kann. 6.WWM [Stellengesuche, Junger, kaufm. Angeslellter bisherinLebens- mittel-Großhdlg. als Lagerist und Reisender tätig, sncht gleichen Wirkungskreis. Schriftl. Angeb. unter 5231D an den Gieß. Anz. Junge Frau mit Kind sucht ab 1. Januar 1942 Stelle als • Haushälterin Schriftl. Angeb. unter 5214D an den Gieß. Anz. 3nng.lMen in allen Hausarb. erfahren, sucht Stelle in Ge- schüftshaushalt (Bäck., Kondit. od. dgl.), wo Gelegenheit geboten, nachmittags im Geschäft mitzuhelfen. Schr. 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N zlr.505 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)______________24./25.vezember 1941 WM W - '’l. \ •••• iW >• J'8*, Dchongauns Ejtiligt Samilit auf auch stecher seiner Zeit und der Nachwelt vertrauter ge-1 die Seinen blickt. Uebrigens erscheint er (wie < • i r ■_____ m nrx Xi« ©inh ntr+\^ mohr nnm miniin imh nllflns Schopenhauer feiert Weihnachten mit feinem Pudel. Das Weihnachtsbäumchen. Eine Geschichte von Heinrich Zillich. Nicht lange vor einem Weihnachtsfest im letzten Krieg wurden zwei blutjunge österreichische Offiziere aus ihrer Hochgebirgsstellung zu einem Offizierskurs ins Tal besohlen. Als der Heilige 'Abend dämmerte, verließen sie den festlichen Kreis der. Kameraden und traten vor die verblauenden Berge,' wo die letzten Tagesfo^ler auf den Firnen eben er- 1 loschen und stille überirdisch zu klingen begann; und da meinten sie, kein Lichterbaum und kein Gesang könne diesem Bilde an Herrlichkeit gleichen. Weil sie ober durch lange Kämpfe in der Einsamkeit des Eises durchs rauhe Hausen in den Felshütten bei Rum und Tabak eine Scheu vor jeder Rührung erworben hatten, die ihnen heute aus den weihnachtlichen Vorbereitungen besonders drohte, beschlossen sie, nicht mehr in das Bauernhaus zurückzukehren, darin die andern ihren Kasinoschmalz genießen mochten, und beschlossen, allein zu feiern, oder besser, nicht zu feiern. Indem sie auf den Weihnachtszimt, wie sie es nannten, schimpften, der nur für Kinder einen Sinn habe, und ihnen längst blutig abgeschwemmt worden sei, schritten sie bergan zur kleinen Stube des einen von ihnen, die er sich in einem leerstehenden Gehöft zum Wohnen gewählt hatte. Dort brannte auch das Feuer im Ofen. Sie setzten sich auf die Bank und blickten, ohne die Lampe zu entzünden, in die gleichmäßig flutende Flamme. Doch nach kurzem war es ihnen, als ob dieses schweigende Beisammensein nicht besser sei als das fröhliche der Kameraden. Der eine stand auf, machte das Zimmer hell und nahm aus dem Wandschrank die Flasche mit Enzianschnaps, setzte an und trank, bot sie dem Freunde, der gleichfalls einen Schluck tat. Und da warf der Gastgeber die Spielkarten auf den Tisch und lachte: dies sei noch das beste Gebetbuch, bloß könne man damit nicht ins Gefecht gehen, denn die Karten zögen nun einmal die Kugeln an. Ja, antwortete der zweite, das Leben werde niemand ausschöpfen — und weil vollen Mitte ihrer kleinen Gemeinschaft begegnen und vereinigen. hth. mit neu entzündeter Andacht in das unerschöpfliche Thema versenkt: davon legt das Werk der Mem- ling und Altdorfer, Dürer und Cranach, Grien und Grünewald und mancher andern vielfältig Zeugnis ab. Etliches daraus haben wir in früheren Jahren an dieser Stelle und in der „Heimat im Bild" gezeigt; heute haben wir das. minder bekannte Bild eines nicht weniger berühmten Meisters gewählt, „Die heilige Familie" von Martin Schongauer aus der Staatsgalerie in Wien. Schongauer, vor dem Jahre 1450 in Kolmar geboren, 1491 in Breisach gestorben, ist als Kupfer- In Frankfurt a. M., Schöne Aussicht Nr. 17 im Erdgeschoß, wohnte als Untermieter beim Kaufmann Schneider der Doktor Schopenhauer mit seiner alten Haushälterin Christiane Schnepp und einem Pudel Atma. Trotz seiner Weltfeindlichkeit war der berühmte Mann doch ein großer Kmder- und Tierfreund. Der Pudel Atma war aber auch ein seltenes Exemplar seiner Act. „Mit mehr als gewöhnlichem Menschenverstand" pflegte Schopenhauer zu sagen. Er rief ihn liebend immer Atma; nur wenn er ihm einmal böse war, nannte er ihn „Mensch". „Mensch, hinaus!" — dann klinkte der Pudel selber die Tür auf und verschwand. Mit dem Pudel Atma allein feierte Schopenhauer alljährlich Weihnachten in inniger Freude. In seinem geräumigen und mit Büchern angefullten Z'mmer war keine Spur von dem Feste zu entdecken Da leuchtete nur wie immer von der Konsole in der Ecke die vergoldete Buddha-Statuette und spendete dem großen Philosophen ihren Segen. Aber drüben in der Stube, der Haushälterin war Weihnachten. Dort stand auf dem Tisch ein kleines Bäumchen, ganz mit Frankfurter .Bratwürstchen behangen. Für das treue Tier. Für die alte Christiane aber lagen auf der Kommode ebenfalls jedes Jahr ein „Zoppelrock", ein großer Zuckerhut und „Ich wollte dem Herrn Leutnant bloß das Bäumchen auf den Tisch stellen!" entschuldigte sich der Bursche und stand noch immer linkisch da. Dann setzte er munter fort: „3d) dachte, der Herr Leutnant sind unten in der Messe. Und wenn der Leutnant nach Hause gekommen wär, hält er den Baum vorgefunden. Er ist halt von dem Herrn ^ytjjant seiner Mutter, wo mir geschrieben hat, ich soll so ein Bäumchen hinstellen, meld gehorsamst! Und damit nahm der Soldat einige Bucher, flaschen und auch die frischgewaschenen Hemden seines Osfi-1 ziers vom Fensterbrett, stellte das Bäumchen hin und fragte, ob er die Kerzen anzünden dürfe. Es antwortete niemand, so tat er es. Er kam auf Zehenspitzen bis zur Petroleumlampe, blies sie aus, und der flackernde heimliche Lichtersch.mmer der wenigen armseligen Kerzen füllte die Stube warm Es war wohl Ungeschicklichkeit, daß der Fähnrich mit einer Bewegung Würfel und Bucher vom Tisch fegte, daß er die Enzianflasche wegruckte und, den Kopf in die Hände gestützt, auf den Baum starrte. Und es war nach etlichen Sekunden wohl nur wie der Anschlag einer Uhr, die nah die Stunde glockt, daß der Leutnant, indem er sich erhob, sagte: „Bu, zwei solche Esel wie wir zwei Esel gibt es nie mehr!" Darauf nahm er die Kappe, setzte sie aus und wandte sich dem Burschen zu: „Den Enzian ein Louisdor (goldenes Fünftalerstück). Der Zoppelrock war, um die alte Frau recht warm zu halten, aus Atmas Haaren gewebt, und der brave Atma war deshalb oft geschoren worden. Frau Schnepp aber strickte ihrem Herrn jedes Jahr ein Paar Strümpfe, wo ebenfalls des Pudels Haare mit in der Wolle verwebt waren. Die eigentliche Weihnachtsfeier begann immer erst, wenn aus dem ersten Stock die kleine Lucia mit ihrer neuen Puppe herunterkam. Dann führte der große Mann sie an beiden Händen in dieses Stübchen, und es war auch für sie ein Christkindchen da: ein Teller voll schöner Aepfel und ein Paket Offenbacher Pfeffernüsse. Behaglich plauderte der berühmte Alte mit dem Kinde. Zuletzt kam der Höhepunkt: Atma hatte schon lange sittsam vor seinen Baumwürstchen gesessen; jetzt riß ihm Schopenhauer eine ab, — der Pudel machte sein Männchen — und warf sie mit einem „Schnapp!" in die Luft; schnapp, hatte er sie gefangen. Auf diese Weise bekam er jeden Tag eine. Lächelnd sagte der Verfasser der „Welt als "Wille und Vorstellung" zum Kinde: „Lucia, nimm dir an Atma ein Muster! Denn ich glaube, die Süßigkeiten an euerm Christbaum nehmen zusehens ab! Atma stibitzt^nie eine, auch wenn er allein im Zimmer ist." F. A. Z» Anmut zu empfinden, die Schongauer schon bei Lebzeiten berühmt gemacht hat. dazu stim nen die kindliche Stirn, die geschwungenen Augenbogen, der zierliche Hals, die gesammelte Gelassenheit der Haltung und Bewegung, wie denn die Szene überhaupt nichts von der Erregung des Gefühls mitteilt, mit denen andere Künstler dergleichen ausgestattet haben, auch nichts von Flucht und Armut und bitterer Sorge um das Nötigste — nur die stille, in sich ruhende Dreieinigkeit der kleinen Familie. Der Stall mit Ochs und Esel, von jeher zum vertrauten Bestände der weihnachtlichen Begebenheit gehörig, ist im Hintergründe eben angedeutet, von wo unter rundem Türbogen Josef, mit Stroh für die Tiere herzutretend, ernsthaft und bedächtig r-; Darauf mußte der Junge zu Bett. Er schlief, weil der Vater seit Jahr und Tag im Kriege war, mit der Mutter in einem Zimmer. Aber heute schlief er nicht. Heute lag er wach und lauschte, was die Mutter denn so ewig lange im Nebenzimmer mache, wo doch das Christkind so früh kommen sollte. O, er wußte es schon, was sie da tat, sie machte das Christkind, das war es. — Warum sie aber so lange blieb? Sie hatte doch gesagt, das Christkind sei dieses Jahr arm, weil es im Krieg sei und Not. Ja, das war sicher wahr, die Mutter war arm und manchmal in Not. Am Tage mutzte sie waschen, bei remden Leuten. An all das dachte der Junge und konnte nicht schlafen. Er lag da und war traurig und am liebsten hätte er jetzt wieder ans Christkind glauben mögen und dann glücklich schlafen. Manchmal hörte er nebenan die Mutter. Einmal nähte sie auf der Maschine. Viel später klopfte sie Nägel ein. Ob sie wieder meine Schuhe mit Riemenleder flickt? dachte der Junge, und wurde rot vor Scham, weil er mit Schuhen gehen mußte, die die Mutter selber flickte, lieber dieser neuen Trauer schlief er ein, als letztes glaubte er noch einen dünnen Brandgeruch zu vernehmen. * Später, als die Mutter ins Zimmer kam, wurde er für einen Augenblick wach. „War es schon da?" fragte er. „Nein, aber bald kommt es, schlaf wieder!" sagte die Mutter und sie war seltsam fröhlich. Sie kam und küßte den Jungen und sagte, er müsse nun recht fest an das Christkind denken. Dem Jungen fiel die Fahne ein. Er sagte aber nichts davon. Nein, es war schon so, rote der Peils Willy gesagt hatte, ein Lügenmärchen der Großen. Als die Mutter am anderen Morgen ihn weckte, hatte sie rotglühende Wangen, hatte sie eine ganz aufgeregte Stimme. „Junge, komm mal schnell, es war da!" Sie zog ihn an, schnell und hastig, sie sagte: „Sing! Aber der Junge mochte nicht singen. Ich bin zu groß, dachte er. Diel zu groß. Und er hatte gar keine Eile, er ließ sich eine ganze Menge Zeit ... Jedoch, als er in die Stube trat, brannte der Weihnachtsbaum und ... Er untersuchte die Spielsachen. „Freust du dich?" fragte die Mutter. „Ja", sagte der Junge und ging umher und sah. Da mar seine alte Schubkarre, neu gestrichen, da war seine Husarenuniform mit einem neuen Helm. Der alte war ihm in einer Schlacht gespalten worden. » Und dann gab es heißen Rübenkaffee und Weihnachtsgebäck. Und dann gab es mit einem Male einen Schrei. Die Dämmerung war über die Welt gekommen, drang durch das Fenster 'in das zuckende Kerzengeflimmer. In diesem Zwielicht wurde etwas Rotes sichtbar, ganz hinter dem Baum. Der Junge wurde j blaß vor Schrecken und Freude. Die Mutter lachte still vor sich hin. Eine riesengroße Türtenfahne ent- I rollte sich hinter dem Weihnachtsbaum; größer als ein Mann. „Mutter", sagte der Junge: „von der Front?" „Sieh sie dir an!" Er ging hin und holte sie ans Licht. Es war eine : blutrote Fahne mit gelbem Halbmond und Stern, aber sie hatte überall kleine runde Brandlöcher, ein Dutzend fast. „O, Mutter!" sagte der Junge, und er sah nicht > die Armut und den spärlichen Gabentisch. Er sah i auch später nicht, daß vor dem Flurfenster der rote ; Baumwollvorhang fehlte und der lange Stiel des - Spinnenbesens. . Er hatte eine Türkenfahne von der Front, untz i er hatte keine Zweifel mehr. ! „Gleich", sagte er, „gehe ich nach unten und er« - schieße den Peils Willy." , „Warum?" fragte die Mutter. „D, das kann ich dir nicht sagen" 6n säufst mir aus!" „Jawohl, Herr Leutnant!" „Und die Lichter lösch aus, damit noch was Da ist, wenn ich aus der Messe wiederkomm. „Jawohl, Herr Leutnant!" „ „Und jetzt gehn wir, was?" ., . . w Es war kein Zufall, daß der Fähnrich seinem besten Freund auf dies auch nur militärisch an - wortete, aber spröd und verträumt: „Jawohl, Herr Leutnant." .... ,, Als sie durch die Türe traten, vor siH. das.schnee- blaue, roeitgeöffnete Tal, von dessen Jtirdjlein o Weihnachtsgeläute wieder zu klingen begann, sah sie unten das große Bauernhaus der Kamerad mit einem Dutzend Fenstern leuchten, Angst uv - kam sie, daß das Lied von der Heiligen Nacht dort schon gesungen worden sei — sie liefen bergab, i beim Laufen faßten sie sich an den Händen w e Knaben» auf dieses rätselhafte Wort keine Erwiderung paßte, fragte der andere lachend, ob sie es nicht wagen wollten, beim nächsten Angriff in der Tasche das Kartenspiel mitzunehmen, das selbst die ver- brühtesten Soldaten bei solcher Gelegenheit von sich warfen ober wenigstens im Unterstand zurückließen, von wo es später geholt werden konnte, wenn die Gefahr bestanden war. Aber der Vorschlag schien ihnen, kaum geäußert, so undurchführbar, daß sie verstummten und darüber nachsannen, welche Macht der Aberglaube über den Verstand habe, der sich solcher Dummheit doch bewußt sei. Unbehaglich ließen sie die Karten auf dem Tisch liegen und blickten leer vor sich hin. Im Tal schlug die Abendglocke an, klar wie nur an Winternächten, wo sich das gefrorene Erz durch die reine Luft auf leichterem Wege kündet als sonst. „Laß' es bimmeln!" knurrte der Leutnant und sah des Fähnrichs Gesicht zucken. Rasch griff er zu, mischte die Karten, legte aus und schob dabei dem Jüngeren die Flasche Enzian näher; doch der schüttelte den Kopf und lauschte weiter. „Dann würfeln wir", meinte der Leutnant. Sie wußten nicht, worum sie würfelten, dennoch reichten sie und nahmen sie den Becher, warfen die schwarzen Steine, zählten die weißen Augen, rechneten zusammen und versanken allmählich, indes draußen die Glockentöne erstürben, in ihr dumpfes Treiben, das sie in den Wänden der Dolomiten oft über die Schwere der Zeit getröstet, wenn der Schneesturm die kleinen Unterstände durchgerüttelt hatte und nach jeder halben Stunde die Posten froststarr aus den Grabennestern ins Warme hereingerissen werden mußten. Während sie nun auch hier würfelten und tranken, fühlten sie sich glücklich, denn ihr Leben, ihre schwertschwere Jugend spiegelte sich in dem Tun, obschon in einem getrübten Schein. Sie versanken so tief in die Vorstellung der Fronteinsamkeit, daß der Fähnrich mitunter aushorchte, ob der schneegedämpfte Schritt der Postenablösung nicht herbeitappte, und auch der härtere Leutnant blickte bald unruhig zur Tür. Da wurde die Klinke wirklich niedergerdruckt, und beide, mit den Händen noch auf der Platte, wandten den Kopf um, wie oft in den Eisgräben, bereit eine schlimme Meldung zu vernehmen. Aber wer da eintrat, war kein schneebestäubter Soldat, dem Die Zapfen vom Schnurrbart starrten, nein, ddr Bursche des Leutnants war es, der einen kleinen Lichterbaum hielt und wie ertappt auf der Schwelle stehen Oie Fahne. Eine Weihnachtsgeschichte vonBastianMüller „Du mußt jetzt aber zu Bett gehen", sagte die Mutter. „Warum?" bettelte der Junge. „Es ist Krieg —", sagte die Mutter. . Der Junge sah sie mit großen Augen an. Er wußte es längst, daß Krieg war; seit zwei Jahren war Krieg und der Vater war im Felde. „Es ist Krieg", sagte die Mutter wieder, „und du mußt jetzt zu Bett gehen, denn das Christkind kommt heute sicher früh, weil es noch an die Front muß, zum Vater und den anderen Soldaten." „Fliegt es wirklich an die Front?" fragte der Junge. „Ja, warum fragst du so?" Der Junge schwieg. Es war nun so, daß er nicht mehr an das Christkind glaubte. Nein, es war ein Märchen, wie jedes andere, ein Lügenmärchen der Großen. Er wollte es aber der Mutter nicht sagen. Sie war so traurig, man konnte ihr kaum in die Augen sehen, so traurig war sie. worden als mit feinen Gemälden, von denen die 1473 (wohl unter dem Einfluß von Roger van der Weyden) entstandene „Madonna im Rosenhag" aus der Kolmarer Martinskirche als Hauptwerk gilt. Die zarte, manchmal fast gebrechliche Anmut namentlich der Frauengestalten auf Schongauers Stichen wird man auch in diesem Wiener Bilde der heiligen Familie wahrnehmen. Es ist eine sehr ruhige, schlichte, ganz aus dem Gefühl und der Vorstellung des Deutschen gemalte Szene; sie hat nichts vom Pathos und der Dramatik mancher Darstellungen des gleichen Motivs, sie wirkt vielmehr idyllisch und genreartig. Die Maria ist eine sehr junge, fast mädchenhafte Mutter; das Kind, auf ihrem Schoße stehend, richtet seine Aufmerksamkeit ! erwartungsvoll und begierig auf die Traube, welche die Mutter aus dem Korbe zu ihren Fußen gegriffen hat. Mit spitzen Fingern zupft sie die Beeren ab, das Kleine damit zu füttern, und im graziösen Spiel" der schlanken Hände ist eine aus spätgotischem Schönheitsideal übernommene adlige Eleganz des körperlichen Ausdrucks und eben jene das Kind nicht mehr ganz wimig und hilflos-neu- geboren ist) im Verhältnis zu Maria einigermaßen bejahrt, vollbärtig und mit schon gelichtetem Haupthaar, ein ganz irdischer und sehr verläßlicher Hausvater; seine Gestalt beansprucht kompositionell nur einen vergleichsweise bescheidenen Anteil am Bild- ganzen, das nachdrücklich von der Gruppe Mutter und Kind beherrscht wird. Die schweren, gebrochenen Falten im Gewände der Frau fallen malerisch raumfüllend in den Vordergrund des schmalen Ausschnittes aus der kleinen Herberge. In der Anordnung und Beziehung der Figuren zueinander ist — schon bewußt oder noch instinktiv, aber jedenfalls deutlich— die Sammlung auf das Kind als das Bildzentrum hin zu bemerken: in der Betonung der Diagonale, die vom Haupt des Vaters über die Hände der Eltern, Buch und Tuch in Marias Schoß zum Korbe mit den Trauben führt, wie in der Wendung und Neigung der Köpfe von Vater und Mutter, deren Blicke sich im Kinde als der sinn- Der Junge war acht Jahre alt und groß und aufgeweckt. Es war ein Kriegsjunge, erfahren auf der Straße, aufgeschlossen von der Not der schweren Zeit. Heute hatte er sich mit Peils Willi geschlagen, weil der gesagt hatte, das mit dem Christkind sei Blödsinn, ein richtiger Unfug und gar nicht wahr. Er hatte sich mit dem großen Peils Jungen ge- chlagen, weil es vielleicht doch ein Christkind geben ’onnte, und wenn es eins gab, dann durfte man owas nicht sagen. Aber es gab wohl keins, denn er hatte verloren, er war ganz jämmerlich zu Boden geschlagen worden. „Mutter", sagte der Junge, „könnte das Christkind nicht eine Fahne von der Front mitbringen?" „Was sagst du, Junge?" Die Mutter war erschrocken. Sie erkannte plötzlich, wie es um den Jungen stand, sie erkannte das zweifelnde Gesicht, die wachen, fast erwachsenen Augen. „Eine Fahne", sagte der Junge, „es kann ja eine Fahne sein, die der Feind erobert hat. Das Christkind kann sie doch dem Feinde wieder abnehmen ..." Der Junge sann nach. Wenn es ein Christkind gab, bann konnte es ja jeden Wunsch erfüllen. Dies war nun ein ganz schwieriger Wunsch, aber dachte der Junge. „Nein, ich glaube, das Christkind wird es nicht können", sagte die Mutter traurig. „Ich hätte aber gern eine große, richtige Fahne. Sie kann auch ein bißchen verbrannt sein, von den Schüssen und Granaten", sagte der Junge. „Nein, das wird das Christkind nicht können." Die Weihnachtsgeschichte ist allezeit ein Lieblingsgegenstand der deutschen Kunst gewesen, und be- I sonders die alten Meister haben sich immer wieder junge Frau nicht mehr gesehen, und nun liegt er da in der stillversonnenen, nächtlichen Stunde. Weißt du, liebe Frau, wo die Träume all dieser Männer münden? Kein Weihnachtsbaum läßt uns hier seine Lichter flackern. Draußen tastet die Kälte um die.einsame Kate, des Postens Stiefel knirschen im Schnee, zwölf Schritte hin, zwölf Schritte her. Manchmal hält der Posten inne, vielleicht geht sein Blick zu den Ster- nen, den milden und versöhnenden Kameraden am winterlichen Fimmel — Er wird sich gar nicht schämen, zu gestehen, daß er mit seiner Frau, mit seinem Jungen, innige Zwiesprache hält. Und ist kein falscher Klang dabei, wenn er sagt: Ich bin dir gut. Gleich, liebe Frau, werde ich mich zwischen die Schlafenden legen. Ich werde die Gedanken wandern lassen durch die Träume und werde zu euch kommen. Ich werde ganz nahe bei euch sein, ganz nahe bei dir und den Kindern. „3n Gedanken bin ich bei Euch!" Ein Weihnachtsbrief von der Front an Frau und Kinder. Von Kriegsberichter Walter Henkels (PK). Heimat-Traum. von Maria Kahle. Nun brennt im hohen vterngefunkel Des Noröens ewiger Lichterbaum/ Unö LLeöer schwellen aus öem Dunkel Dom Meer bis an öen Alpenraum. Vom Meer bis zu öen fernsten Zonen/ was sonst auch Lanö unö Staaten schieö/ wo immer öeutsche Menschen wohnen. Da klingt öas öeutsche weihnachtslieö. Es steht ein Daum in harter Lröe, Die wurzeln trieb er in öle Welt, Auf öast er breit unö mächtig weröe, Auf öast kein Sturm öen vtamm zerspellt. Unö Zweig an Zweig in weiten Kernen Träumt öiese Nacht öen Heimat-Traum- Es leuchtet unter fremöen vternen Der öeutschen Weihnacht Lichterbaum. Weihnachten ohne Vater Von Hildegard Burwick. weicher geworden ist. Um mich versammelt sind die schlafenden Kameraden. Mir ist wunderlich zumute, denn mitsamt dem Schnarchen des einen segelt nun meinerseits ein tiefströmendes Gefühl des Glückes, der Dankharkeit durch den engen Bereich unseres Gemaches. Man hat es nie glauben wollen, daß diese rauhen Seelen, die dort schlafen, die schossen und auf die geschossen wurde, so schlafen könnten. Ich weiß, wohin auch ihre Träume gehen. Der da, der hat ein Kind von zehn Monaten, das hat er noch nicht gesehen; diese beiden, Ernst und Robert, sind genau ein Jahr lang nicht mehr zu Hause gewesen. Der Leutnant hat elf Monate seine kommen, um bei Euch zu sein, wenn die Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet werden. Ich bin gekommen nur in Gedanken, ja, nur so. Es ist wunderbar, nur in Gedanken zu reisen. Ich spürte ganz deutlich, wie meine Schritte vom Bahnhof beschwingt wurden, wie ich um die Ecke bog, wie meine Stiefel im Schnee knirschten; dort drüben unser Haus, im Gärtchen die schützend abgedeckten Rosenbüsche. Ich klingelte, dreimal ganz kurz, wie früher; dreimal kurz, das war ich. Ein leichter Schreck wird dir ins Herz gefahren sein, denn niemand außer mir würde dreimal klingeln. Das Schleichen der Kinderbeinchen hörte ich im Flur. Wer ist da? rief die Große. Gleichsam wie aus einem fernen Traum hast du den Schrei der Kinder gehört, den Jubel ihrer hellen Stimmen. Ich hin nun da, liebe Frau. Ich bin bei euch, obschon ich geschrieben hatte, daß ich nicht kommen würde. In Gedanken bin ich bei euch. Ich denke jetzt daran, als ich damals auszog, im August 1939. Ich denke daran, wie die Tage und Wochen wuchsen. Ich denke yn die erste Kriegsweihnacht im Bunker am Westwall, wo ein kümmerliches und beklagenswertes,Bäumchen den Weihnachtsabend erhellte, ich denke an die zweite Weihnacht im einsamen Unterstand am Meer, und nun ist die dritte Kriegsweihnacht da. Soll ich noch einmal diese unvergeßlichen Tage beschwören, die Wochen des Westfeldzuges, unsere Märsche auf dem Balkan und die unerhörten Monate des Kämpfens und Ringens gegen den Bolschewismus, die hinter uns liegen? Ich vermag es nicht in Worte zu fassen. Kaum, daß ich an Einzelheiten denke; ein Bild steht vor mir, vor dem alle homerischen Schlachtenbilder erlöschen. Nie, soweit wir denken können, hat es ähnlich Großes und Gewaltiges gegeben. Aber nun bin ich bei euch. Du hast die Kerzen angezündet, dein Wesen ganz und gar dem Augenblick zugewandt. Ein tiefes Strömen ist in dir. Dort stehen die Kinder, siedelnd, glühend, was der Weihnachtsmann gebracht hat. Drei Paar Kinderaugen sind unverwandt auf die flackernden Kerzenlichter gerichtet. Stumm und beglückt stehe ich in der Ecke, sehe die Gesichter der Kinder, das Leuchten und Glänzen ihrer unschuldigen Augen, aus denen eine unzerstörbare Gewißheit erwächst. So und nicht anders sehen die Engel des Himmels aus. Der Weihnachtstisch ist nicht so reich gedeckt wie einst; es ist gut so, daß wir uns bescheiden müssen. Kein Klagen und Jammern ist bei dir laut geworden, kein. Wort des Unzufriedenseins, des Kleinmutes und des Haders. Ein tiefströmendes Glücksgefühl will mich überkommen, liebe Frau. Es ist jetzt, während ich den Briefe schreibe, drei Uhr des Morgens. Ein kleines Kerzenlicht wirft Vätern, seinen Söhnen, seinen Frauen an ihrer Seite steht und ihnen seinen Männern, seinen Brüdern und auch mit die Hand reicht, zieht auch sie hinein in die deutsche Weihnacht. Für uns alle aber ergibt sich die Forderung und », daß wir einer dem anderen helfen und uns eihnachtsfest ganz besonders der großen Zusammengehörigkeit bewußt werden, daß wir in liebevollem Verstehen manchen Schmerz tragen helfen oder uns bemühen, die Trennung, die der Krieg fordert, durch herzliches Zusammensein und Kameradschaft zu überbrücken. Weihnachten in Kriegsbriefen gefallener Studenten. Bei F o u r n e s, Weihnachten 1914. Weihnachten im Felde! Wir lösten gerade den 24. abends ab, so um 10 Uhr. Die Engländer sangen auch Weihnachtslieder, z. B. ein herrliches Quartett. - Auch bei uns klangen die schönen, alten Lie- >der, nur hier und da ein Schuh dazwischen. Die Postenstände im Graben schmückte man sich mif Tannenzweigen und Flittergold aus der Heimat, auch die Erdbuden. Dann um 10 Uhr kam eine andere Kompanie, wir marschierten ins Quartier, anderthalb Stunden lang. Es war die schönste, klarste Nacht seit langer Zeit, so still, und herrlich rein, wie Weihnachten sein muß. Es wurde Frost, und damit ein Ende des Schlammes und Drecks. Ich dachte sehr an zu Hause und bedauerte, daß Ihr keinen Weihnachtsbaum gemacht habt, denn so konnte ich mir Euch gar nicht vorstellen. Schön war es, wie die Leute zusommenstanden, die Namen ayfgerufen wurden und die Pakete dann über die Köpfe hinweg hingereicht wurden — alle waren Weihnachtskinder, die vor ihren Paketen knieten und kramten, bei Kerzenlicht, an den Krippen im Kuhstall, wie in der ersten Weihnacht. Freudig ist es zu sehen, wie religiös die Grundstimmung ist, wie — wenn man die Religion als Mittelglied ansieht, — die Scheu und Ehrfurcht vor Stillem zu fühlen ist. Frivolitäten kommen kaum mehr vor. Alles wird neu erlebt. Köstlich diese tragisch späte, ungeschickte Reise und Stille! Bei alten Volksliedern weinen Leute, denen man ganz anderes zutraute, die einen wohl gar an das erinnerten, was man früher Proleten nannte. Vaterlandslieder, Soldatenlieder und Choräle fließen mit ganz neuer, ungehemmter Unmittelbarkeit chervor. Fast immer auf Nachtposten hört man Choräle singen. Das Glück in diesem reichen, unmittelbaren Erleben unseres Volkes ist mir sehr wertvoll, zumal es sicher eine Neugestaltung ist. R o u l e r s, 26. Dezember 1914. Mit dem Heiligen Abend gingen zwei furchtbare Tage zu Ende. Achtundvierzig Stunden hatten wir da des Schrecklichen hinter uns ... Den ganzen 24. lagen wir in der Deckung. Der Feldwebel-Zugführer lag neben mir. Wir rauchten andauernd und zählten die Schüsse. Der Feldwebel war in Südwest, hat seit dem 8. August alles mitgefochten, ist beim Todessturm auf Dixmuiden ^dabeigewesen, und im Granathagel an der $fer. Aber das achtundvierzigstündige, mit kurzer Nachtruhe unausgesetzte Granatfeuer in den Schützengräben mit Volltreffern Kriegsweihnacht bedeutet für viele Verzicht auf die gewohnte Gemeinsamkeit des Festes. Hunderttausende deutscher Soldaten werden auch diesmal das Weihnachtsfest nicht zu Hause verleben können, und Frau und Kinder, Eltern und Geschwister wer- den ohne sie das Fest begehen müssen. Mancher wird in solchem Falle vielleicht sagen: „Dann feiern wir überhaupt nicht. Wir schmücken auch keinen Weihnachtsbaum, denn Weihnachten ohne Vater ist doch kein rechtes Fest--•.* Aber hat eine Mutter ein Recht, daran zu denken, ihren Kindern die Weihnachtsfreude vorzuenthalten, weil Vater im Felde ist? Wer so denken wollte, versetze sich ein wenig in die Lage all der deutschen Männer, die diesmal fern der Heimat im Kameradenkreise Weihnachten feiern. Gerade an diesem Abend werden ihre Gedanken bei den Lieben zu Hause sein. Sie sehen im Geiste ihre Frau mit den Kindern oder die Eltern um den Weihnachtsbaum sitzen, und sie wissen: Daheim denken sie an mich, sprechen von mir und werden meine Briefe lesen und schließlich doch froh sein, auch wenn ich nicht bei ihnen bin. Weil wir um diese Empfindungen und Gedanken unserer Soldaten wissen, wollen wir in der Heimat Weihnachten feiern, denn wie sollten sich die Männer im Felde im Gedenken an ihre Lieben freuen, wenn sie sie ohne Weihnachtsbaum, ohne eine schöne, stille Weihnachtsfreude wüßten? Vor allem dort, wo Kinder sind, liegt auf den Müttern doppelte Verantwortung, denn sie sollen'dafür sorgen, daß ihren Kindern die Kriegsweihnacht zwar im Wissen um den Ernst der Kriegszeit, aber doch in kindlicher Freude lebendig wird. In diesen Tagen und Wochen sind ungezählte Weihnachtspäckchen und Weihnachtsbriefe ins Feld gereist, oft weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, irgendwohin, wo Väter, Männer und Söhne Wacht für Deutschland halten. Mit heißen Wangen und brennendem Eifer haben Tausende deutscher Kinder zusammen mit der Mutter Weihnachtspäckchen für den Vater gepackt, und ungeschickte Kinderhände haben lange Briefe an Vater geschrieben. Und am Weihnachtsabend, obwohl diesmal Mutter und Kinder allein find, werden sie das Bäumchen an- zünden, werden Vaters Bild darunterstellen und natürlich besonders viel von ihm reden. Vielleicht sind auch die Großeltern da und berichten aus Vaters Jugend ^und es kann fein, daß auch Großvater von seinen Kriegserlebnissen aus dem Weltkrieg erzählt. Um so mehr aber wird in unseren Kindern das Verständnis für die Notwendigkeiten des Krieges, für die höchste Einsatzbereitschaft jedes deutschen Mannes aufkeimen. Es wird eine ernste und stille Weihnacht sein. Aber gerade aus ihr werden uns allen die stärksten Kräfte erwachsen, denn aus dem Erlebnis der Weihnacht wissen wir, wofür wir kämpfen: Für das deutsche Lebensrecht, für deutsche Art und Sitte, für das deutsche Wesen, für die deutsche Zukunft. Und darum dürfen bei dieser deutschen Weihnacht, die unser ganzes Volk trotz Krieg und Trennung feiert, auch jene nicht, abseits stehen, die das schwerste Opfer gebracht haben und im leidvollsten Sinne Weihnachten ohne den Vater, ohne den Sohn, ohne den Mann begeben müssen. Das Bewußtsein, daß unser ganzes Volk mit allen seinen Ich bin heute zu euch gereift, ohne Urlaubsschein, seinen Schein in die enge Bleibe, in der nun alles ohne Fahrschein, nur mit dem leichten Gepäck mei- “-:J--------"" "iA ------(i"h "" ner Träume und Gedanken beladen. Ich bin ge- Weihnachtsbrlef einer Braut. von Karl Vröger.v Möcht mich wieder halten still an deiner Brust, wo du in der kalten Nacht nun wachen mußt. Heute brennen Kerzen auf dem Tannenbaum, und mir glüht im Herzen tief ein schöner Traum. von dem süßen Knaben, der verkündet war, daß wir Zrieden haben, von der Engel Schar. Mrd er mir geboren? Meg ich ihn im firm? Geht er mir verloren, bin ich alt und arm. Durch den Kerzenschimmer, durch das matte Licht seh ich. Liebster, immer ihn und dein Gesicht. Du bist in der Zerne, lang schon, viel zu lang. Droben gehn die Sterne ihren alten Gang. Möcht mich wieder halten still an deiner Brust, wo du in der kalten Nacht nun wachen mußt. fei bis jetzt nicht bagemefen. Dann kam die ftern« klare Heilige Nacht. Das Schreien der Verwundeten, das Pfeifen der Gewehrkugeln, das Platzen dec Granaten — eine furchtbare Weihnachtsmusik. Endlich, um zwei Uhr, kam die Ablösung. Mit welchem Wonnegefühl ich um Weihnachtsmorgen nach stark siebenstündigem Marsch in die diamantglitzernde Winterlandschaft mit der goldroten Sonne schaute, beschreibe ich nicht. Morgen geht's wieder vor. Leb' wohl, ich danke Dir für alles. Chiry, westlich Noyon, 25. Dezember 1914. Das Schönste, das ich im ganzen Kriege erlebt habe, mar heute der Gottesdienst in der franzöfijcyen Kirche, der erste im Felde, denn bisher hatten wir dazu keine Zeit, wußten auch kaum, wann Sonntag war. Da saßen sie: Infanteristen, Artilleristen und Pioniere, so wie sie aus dem Schützengraben herauskamen, und fangen: „Das ist der Tag, den Gott gemacht" — und durch zerschossene Fenster fuhr der Wind und der rollende Kanonendonner ersetzte die Bässe der Orgel. Auch hier in der Kirche brannten die Weihnachtslichter und gaben ein heimisches Licht zu den Worten, die der Leutnant von der Artillerie sprach. Und wie Erz unt> Eisen klangen die Worte über das Wesen des Deutschen, dessen Höchstes die Treue und die Liebe ist ... An der Bzura, Ende Dezember 1915. Den Heiligen Abend verbrachten wir in der Feuerstellung, jeden Augenblick gewärtig eines Angriffs der Russen, die sich uns“ gegenüber an der Bzura verschanzt haben. Ich war dazu noch Wachhabender, und nie vergesse ich den Zauber dieser Nacht auf der unermeßlich weiten Ebene im Scheine des Mondes. Schwarz und drohend lagen die Geschütze, aus einem beleuchteten Unterstand klang es trotzig „Ein feste Burg ist unser Gott" — das war unsere Weihnacht! Nichts Weiches, nichts Versöhnendes, mit dem Feinde Äug' in Äug'; und doch war es gut so, man wäre leicht zu weich geworden. Erst deuchte mich Weihnachten Hohn und Spott: „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen". Aber freilich, es ist der Friede des Herzens gemeint, und den haben wir; immer sagten wir uns: Wofür wir hier kämpfen und entbehren, es ist die Gesamtheit; es ist gut, daß wir hiev liegen, und wenn mir fallen, so ist's unsere schönsts Vollendung. Oie Wunderwurzel. Von Waldemar Bonsels. Da hat man mich nun gebeten, über das schönste Weihnachtserlebnis der Kindheit eine kurze Erzählung zu schreiben, und während ich mir die Erlebnisse dieser Hellen und glücklichen Stunden der Vergangenheit durch den Sinn gehen lasse, wird mir deutlich, daß alles sich mehr und mehr zu einer lichten Atmosphäre der Erinnerung vereinigt hat, in der die Einzelheiten beinahe bedeutungslos werden. Nur eines weiß ich zuversichtlich, um keinen Takt schlägt das kleine Herz, das um diese Stunden groß und weit wird, und das erfahrene Herz, das um diese Stunden jung wird, anders, als die Herzen einst im Lichterglanz schlugen. Das holde Wunder unseres Glaubens ist vom Wandel der Zeit um seinen alten, tiefen Ruhm gebracht worden, nicht um den Schein der Freude. Freude — du altes, hohes Wort! Wer es zu sagen und zu hören versteht, dem grflingt es über das Trümmerfeld der tausendfachen Tagesbedrang- niffe hin wie eine Glocke von unaussprechlicher Reinheit. In diesem Klang wird das mildeste Wort zum mächtigsten, her zarteste Gedanke königlich, das verborgenste Gefühl zum Thron der Güte. Die Wundertat dieses Wortes ruht in der Macht, alle Dinge und Gaben ihres errechenbaren Wertes zu entkleiden, und den Schimmer der freundlichen Gesinnung wie eine Gloriole auch um das Nichtigste zu legen, dem vergänglichen die unsterbliche Seele einzuhauchen, und sei es nur für den Augenblick, in dem dies Vergängliche von einer liebenden Hand in eine nehmende wandert. Was wußten wir von diesem Licht, als wir in ihm noch schritten da wir fein Herz und Angesicht im Freudenrausch erlitten. Erinnerung, mach die Seele still! . Nur einmal noch, nur heute; so klingt, was ich am liebsten will im dunklen Nachtgeläute. lieber allem Unnennbaren bleibt mir jedoch ein kleines Erlebnis, das sich in der Heimatstadt zutrug, unvergeßlich in der Erinnerung haften, wie sich denn das Bedeutsame oft an den kleinsten Geschehnissen zu entzünden vermag und in ihnen fort» besteht. Aus dem Weihnachtsmarkt meiner Kindheit, der unter den Fenstern des Elternhauses stattfand, war dicht an der Eingangstreppe zu unserem Haus ein Zeltdach aufgeschlagen, nicht größer als ein Familienregenschirm. Es brannte darunter in der Abenddämmerung eine wild zischende Lampe, dicht über dem Gesicht des Verkäufers, und der Tauschnee leckte durch das angewärmte Segeltuch. Der Händler pries seine Ware mit so wildherziger lieber» zeugungskraft an, daß es ihm nach meiner Meinung fein Pfarrer, kein Bühnenkünstler und kein Volksredner hätte gleichtun können. Er trug einen weißgrauen Vollbart und einen langen, blauen Mantel, unk verkaufte eine kleine, graue Wurzel, von der große Mengen in einem ungeordneten Haufen vor ihm auf einem Holzbrett lagen. Diese Wurzel war ein Heilmittel gegen Melancholie und Zahnschmerzen, sie verbannte böse Geister und löste das Hühnerauge, sie war gut gegen Magenschmerzen und Ohrenreißen, auch half sie, zerrieben mit Wasser geschluckt, gegen den Liebeskummer, dies vor allem. Wie ich diesem zugleich ehrwürdigen und übereifrigen Beschwörer glaubte! Besonders, wenn es ihm gelang, das Läuten der Kirchenglocken mit seiner Stimme zu übertönen. Der Duft aus . einer Bonbon-Gießerei nebenan stärkte die Andacht bis zur Gehobenheit. Nqch beendeter Anpreisung schlug der Alte eine Wurzel nach der anderen in einen Papierfetzen, hoch aus der geschwungenen Hand, als erlegte er einen Panther mit der Faust, und reichte sie ins Publikum, das meinen Glauben teilte und kaufte. Ich schrieb diese Wurzel an erster Stelle auf meinen Wunschzettel, und all meine Hoffnung auf die kommende Festfreude wanderte mit dieser Wurzel in die Unterwelt des Heils, die sich mit solchem Besitz eröffnen sollte. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mit wachsender Enttäuschung unter dem Schaukelpferd, im Kuchenteller und schließlich im Christ- bäum danach gesucht hatte. Meine Mutter bemerkte bald, daß Blick und Verlangen nach etwas ganz Bestimmtem ttachteten, das ich vermißte, und sie fragte mich. Ich jagte ihr, was mich so sehnsüchtig bewegte und erzählte ihr von den Wunderkräften, die die geheimnisvolle Wurzel barg. In ihrem Angesicht entstand über meinen Worten ein aufmerksames und forschendes Lächeln. Ich sah ihr Angesicht im Glanz der Kerzen, im silbergrünen, glitzernden Rahmen des Baumes. „Hast du denn Liebeskummer?" fragte sie mich zart und ohne Herablassung, „daß du diese Wurzel so notwendig brauchst?" ' In ihrer Frage sttahlte liebevoll eine milde Vorsicht im Gewähren und Beschränken auf mich nieder, ihre Sorge, meine Hoffnung nicht zu enttäuschen und ihr reiner Wille, alles zum Guten zu kehren. Mein Herz war zu jung, diese Wohltat im vollen Bewußtsein zu erkennen ober zu ermessen, aber sie betraf mich in diesem Augenblick zum erstenmal mit solcher Macht, daß ich die kleine Wunderwurzel nie vergessen habe. Ein atthessisches Weihnachtsspiel. In der Entwicklungsgeschichte des deutschen Theaters haben die Weihnachtsspiele eine nicht unwichtige Rolle gehabt, indem sie den Sinn des Volkes für bühnenmäßige Darstellung von Vorgängen weckten, die es stark beschäftigten. Der nach sinnlicher Veranschaulichung hinstrebende Geist des mittelalterlichen Gottesdienstes bemühte sich früh, die Geburt Christi und die damit zusammmhängen- den Vorgänge szenisch zu gestalten. Schon im 12. Jahrhundert fanden solche mimischen Darstellungen der Krippe, der anbetenden Hirten und der Heiligen Drei Könige allgemein in deutschen Kirchen statt; es wurde bald darüber geklagt, daß sie den Ernst und die Würde des Gottesdienstes störten, so daß sie 1210 von dem Papst Jnnocenz III. verboten wurden und den Geistlichen aufs strengste untersagt wurde, in solchen Schauspielen aufzutre- ten. Nun übernahm aber das Laienelement die Führung, das sich vorher nur in einzelnen deutschen Versen hatte regen können, und es entstanden Spiele, die in eine ganz andere, uns heute noch heimlich vertraute, naiv gestaltende Welt versetzten. Als ein Muster der solcher Art aufgeführten Spiele ist uns ein hessisches Weihnachtsspiel erhalten, das zeigt, wie im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts in der Gegend von Alsfeld die Geburt des Heilands dramatisch dargestellt wurde. Dies Spiel, das zunächst nur als eine grobe Posse erscheint, gewinnt durch seine volkstümlich innige und harmlos gutmütige Behandlung des Stoffes einen besonderen Reiz und erweist, wie konsequent man damals die Vorgänge der heiligen Geschichte in den eigenen Dorstellungskre-is zu versetzen wußte. Gleich zu Anfang eine ganz realistische Szene, in der die Zweifel des Joseph geschildert werden. Dann folgt das Suchen nach einer Herberge. Zwei Gastwirte, Arnold und Czulrich, weisen die Obdachlosen von ihrer Tür, und schließlich müssen sie in das „gemeine Haus" gehen, wo Joseph die Wiege auffteöt. Der Christjubel erhebt sich, die Engel fingen das Gloria und die liebliche Wechselrede des ,Kindelwiegens" klingt mit ihren trauten, damals allgemein beliebten Versen hinein. Joseph und sein Diener, die Jungfrauen, die das Kind verehren, die Engel, alle tanzen im Reigen um die Wiege. Während der Neugeborene sogleich seine hohe Würde und Machtfülle zeigt, fingen und sprechen kann, klagen Maria und Joseph ihre Armut, und der Zimmermann von Nazareth legt schließlich das Kind in „zwo alt Hosen", um es warm zu halten. Dann ruft er die Wirtsmägde Hillegart und Gutte 1 herbei, die sich aber recht grob gegen den alten Mann zeigen und ihn tüchtig verprügeln. Darauf geraten sie sich selbst in die Haare, werfen sich ihre Schandtaten vor und müssen von Joseph getrennt ; werden. Nun kochen sie dem Kindlein den Brei und tanzen mit den Wirten, die vorher so grob gewesen sind, um die Wiege. Rührend ist es, wenn die Hir- | ten vor dem Kindlein niederknien und ihm ihre bescheidenen Wünsche vortragen: es möge Zw'-beln und Knoblauch wachsen llassen und gute Weide, damit sie angenehm und ohne Sorge leben konnten. Plötzlich erscheinen die Teufel auf der Bildslache, aber sie verbreiten keinen Schrecken, denn es sind gute Alsfelder Teufel, sie haben Alsfelder Namen, reden und lachen ganz alsfeldisch. Dann schließt das । Stück mit her Warnung des Engels vor Herodes .und dem Aufbruch nach' Aegypten, aber Joseph' ist es damit nicht recht ernst, er will lieber „nach denß 1 guden hier-. f 64» feit der alten Herzen wurden sie müde und schliefen Deutsche V'eihnaJit 1941. Von Franz Karl Ginzkey. usir lieh erwidernd langsam seine Person mit Karla Flügel saß. Dom Klavierspiel verstand der Kom- uu' . c.______u\e mtffnr momnur nl-i nnn Astronomie. Trokbem be- (Nachdruck verboten.) l^'ttsetzung. pfer und gerade auf liebten Winkelzüge, abscheulich vorkam. Aber man der und und tid) und ein bei jten reu, ein, wobei sich Kälte ein Stück M »en Dir Mag auch schwer in Ungewittern Finstern Streits die^Velt erzittern, Viel sich uns an Not gesellen Rings im aufgewühlten Raum, Wirst du doch zu deinem Frommen Hell in deine Stuhe stellen, Deutschland, deinen Weihnachtshaum. ien fit inb tv lott her bis ten h« der zen (fen k- )ie n« in, i« Denn im Herzen steht geschrieben Dir ein leidgeprüftes Liehen, Das nur jene nicht erkennen, Die nicht wissen, wer du bist» Jene Liebe ist am Werke, Die von der gerechten Stärke Nicht die Güte weiß Zu trennen, Die mit rechtem Maße mißt. Möge einst an deinem V^sen Wahrheitsfroh die Welt genesen, Mög* uns dies den Mut erhellen Als ein langersehnter Traum: Allen Völkern werde Frieden, Und dir selber sei Geschieden Auf den Tisch derW^elt zu stellen, Deutschland, deinenWeiknachtsbaum. Tiefe des Hauses den Platz gefunden, wo der Wem lag. Don den vierzehn Stühlen um den Tisch brauchten sie nur drei, denn sie waren scheu zuerst und sittsam, aber als es elf Uhr schlug aus irgendeiner eingebauten Uhr, lagen alle überflüssigen Stühle in einem fröhlichen Haufen abseits, während die drei Herberger fröhlichkeitstrunken den Tisch umstanden und sich den Vers zusangen, den sie heute von Haus zu Haus bis zum Heiserwerden geschrien hatten. Und alle Lichter in allem Zimmern des Schlosses brannten, weil die Heiterkeit der drei Männer Licht und Helligkeit um sich wollte. Darüber wunderte man sich im Dorf, weil es noch nie geschehen war, daß der Graf alle Lichter in allen Zimmern gebrannt hatte. Die Herberger in ihrer arglosen Heiterkeit tranken den Wein wie das Wasser vom Brunnen. Im Reden und Trinken und der erschöpfenden Heiter- ein jeder zum Bedecken vor herannahm, das ihm wert aus dem Kreis der anderen herausbugsieren, bis sie wieder in den bequemen Sesseln saßen, wo ihre denkwürdige Unterhaltung begonnen hatte. „Wen wollen Sie verhaften lassen?" „Das erfahren Sie nicht. Ich muh schweigen. „Was hat Doktor Ball gesagt?" ,LZon Ihnen habe ich keinen Ton verlauten lassen. Trotzdem gilt die Zustimmung von Kriminaldirettor Ball nicht mir, sondern Ihnen. Ehr«, wem Ehre nimmt und ausübt. * In diesem Jahre wird es oft die Mutter ge- tan haben. Sie holte mit dem Christbaumstander er- bö bit irbe. W niflt W M '# ißle. brk W lach' eia W bes fein bit W O M btf al«° -eaai uflb K Itifo p j $ M ch'b bes Explosion in Raum5 Roman von H.G. Hansen Gttvi jht by Prometheut-Verla® Dr.Eldiodrer, Cröbenrell b.MlnA«n ton hnen hatte die zarten Gläser aus der Vitrine cen'imen, und der bedächtige Bechtel, vom Mut- *1 der eigenen Torheit berauscht, hatte in der passend erschien. Als gegen den Morgen 'hm dem Mädchen des Kutschers im Haus nebenan der Lichtschein aus allen Fenstern störend in den leicht gewordenen Schlaf Hrang, schlug das Kind die Decke zurück und trat ans Fenster, um das Schloß zu beschauen, das doch leer war und nun aus allen Fenstern in die Nacht hinaus leuchtete. Das Kind stand eben in dem Alter, wo man das erste Fürchten schon ver- gebührt." „ „Nicht höhnen! Das hab« ich nicht verdient. „Gewiß nicht." Das klang begeistert. „Ich möchte Ihnen noch ganz anders danken. Aber dieser Dank ist gleichzeitig eine Ditte, die der Selbstsucht nicht entbehrt, weil ich dabei nicht nur an Sie, sondern auch an mich denke, also an uns beide zusammen." Er rückte ihr mit dem Sessel näher und beugte sich vor, um die Hand des Mädchens zu «ergreifen. „Himmel, ist der zähe!" stammelte sie inne^ich. Dor eineinhalb Stunden bin ich so ausgewichen, daß er es merken mußte, und schon sängt er wieder an. Sie stand entschlossen auf. „Wollen wir nicht in den Salon gehen? Ich spiele leidlich Klavier. Wenn Sie einen besonderen Wunsch haben ... „Musik interessiert mich im Augenblick gar nicht . knurrte er böse. Dann sind Sie kein Kavalier", stellte Karla lächelnd fest. „Eine Dame will ihre Talente für Sie opfern, und Sie lehnen ab, als wenn Sie von einem Schwindler übers Ohr gehauen werden soll- „Warum hast du dich andauernd mit diesem ungeschlachten Menschen unterhalten?" frage die Mutter, sobald sie allein waren. „Ungeschlacht? Erlaube, Mama, das Urteil scheint völlig verfehlt!" Sie war böse, als ob man sie persönlich angegriffen hätte. Frau Kobelt hatte aber nichts anderes erreichen wollen. Ihr Derdacht wurde stärker. Dieses Mädchen hatte sich offenbar Herrn Kammin in den Kopf gesetzt, obwohl er schon rein äußerlich gar nicht zu ihr paßte. Zu klug, um weiter darüber zu sprechen und Widerstande wachzurufen, sagte sie gute Nacht und fragte im Schlafzimmer ihren Mann. „Was hälft du von diesem Herrn Kammin?" „Weiß nicht. Erfahrung mit Kriminalkommissareni hatte ich bisher in meinem Leben nicht." ,Artur, ich glaube, Karla hat sich in ihn verliebt." „Was sagst du da?!" „Ja, ich wollte es anfangs auch nicht glauben, obwohl eine Frau für (o etwas ein untrügliches Gefühl besitzt." „Sie ist unsere einzige Tochter", stellte Artur Kobelt fest. „Man soll einem Mädchen von sechsundzwanzig Jahren keine Vorschriften darüber machen, wen sie heiraten soll oder nicht. Aber so ganz paßt es mir nicht." (Fortsetzung felgt) btt Hut »5 nach oben ging.. b | I Pitzlich, ohne es so eigentlich gewollt zu haben, bet jfen sie in einem mächtigen Saal, sie fanden den ch i hif für das Licht und schufen Helligkeit in dem tftt |fuBun, über den eigenen Mut verwundert und des im unbilligen Tuns nicht so ganz sicher. Sie hatten gen mailen schon gehört, daß der Graf mit seiner mb «fcirlie zur Winterszeit lieber in der Stadt wohne - ifs ier auf dem einsamen Schloß, aber selbst in chb !Mm Fall mußte der Diener oder der Kutscher, ' stxr wer sonst für das Abschließen des Gebäudes lMar fein mochte, eine große Nachlässigkeit be- s haben mit dem Offenlassen der Tür. liier hätte am anderen Morgen sagen können, nie itles gekommen war. Der Trentimiglia jeden- hll$ hatte als erster seinen Zwerchsack abgestellt, Hm hatten die beiden anderen ebenso getan, einer aus Bechtels Sack einen blutroten Apfel und aus Trentimialias Sack ein Stück billiges Backwerk. Mit ehrfürchtigem Dank nahm das Kind die Gaben hin, und weit, die drei Herberger vor dem Tagwerden noch das Schloß verliehen, erfuhr man im Dorf am anderen Morgen nur, daß die drei Könige im Schloß zur Nacht geblieben wären, während der Bechtel in seiner schweigsamen Gründlichkeit es so bedachte, daß vom Bettler zum König nur ein ganz kleiner Weg sei, wenn einer nur die rechte Heiterkeit mitbrächte, um beides in Ehren zu sein. Die Pläne und Vorbereitungen, die sich auf Weihnachten richteten, waren in diesem Jahre mehr denn je den Gedanken verbunden, die zu den Unseren der Front gingen: sie begleiteten uns 'eihnachtlichen Wegen vom Aussuchen “er Iah ein, daß er mit solchen MeihSden nicht rum Ziele kommen würde, und verwünschte es, niemals Uebung im Umgang mit jungen Mädchen ae- sucht und Erfahrungen gewonnen zu haben. An- chänend war es grundfalsch, tapfer und gerade- aus ein Ziel loszugehen. Frauen liebten Winkelzuge, obwohl^ to abf&ulid) vorkam. Aber man mußte sich schließlich fügen, solange eine solche Frau noch nicht die amttich abaestempelte eigene Frau war Aber später ...! Er drohte ihr mGe- danken mit dem Finger. Wenn sie erst Karla Kam- min hieß, würde sie so handeln müssen, wie ihr Mann es für richtig hielt. «nah**, —. Sein Un-willL sla das Vödches ®» .lo»elt dankte und wandte sich ab. Er wollt« mit längeren Gespräch nicht die Aufmerksamkeit anderen unnütz erregen. Trotzdem kam der ; MMissar vorerst nicht dazu, mit Karla allein zu t *W-r.n- Eine halbe Stunde lang mußte er ganz- ! ^"interessante Meinungsäußerungen von wew- und männlichen Personen anhören. sie 9°r lernt und das zweite noch nicht kennengelernt hat, und ging darum ohne Scheu über den Schneeweg in das Schloß hinüber. Der Mathäußer fetzte sich auf, als die leise tappenden Schritte in den Saal kamen, und ein Kind in weiß fallendem langem Hemd verwundert vor ihm stehenblieb. Ob sie denn die Heiligen Könige wären, fragte das Mädchen und legte, halb in Scheu, halb in staunendem Bewundern, die Hände über die junge Brust. Der Mathäußer lachte heiser: sie müsse das wohl selbst sehen. Ja, ja, das Kind sah die Würde von Königen in dem schlohweißem Haar und den welligen Bärten, und es sah eine Brokatdecke um des Matthäußers Schultern geklungen und bestaunte die zwilchenen Quersäcke, in denen die reichen Haben wohl verborgen sein mochten. Da tat der Mathäußer, wie nur ein König es mit gleicher Würde tun konnte: er gab dem Mäd- chen aus seinem Sack eine Schnitte Früchtebrot, draußen an der Front gingen: sie begleiteten uns auf allen weihnachtlichen Wegen vom Aussuchen unserer kleinen Gaben und dem Packen der Feldpostpäckchen, vom Brief und selbstgemalten Bild der Kinder, das doch nicht fehlen durfte, bis hin zum Gang auf den Christbaummarkt; dieser Gang war sonst dem Vater vorbehalten gewesen, es war das männliche und hausväterliche Weihnachtsamt seit eh und je, und es war auch seine Ausgabe, den Baum aufzustellen und zu schmücken. Bei jedem Hieb mit dem Beil, das den knorrigen und harzigen Stamm für den Ständer zurichtete, gingen unsere Gedanken zu dem, der das sonst getan und niemanden dabei geduldet hatte — der Zeit entgegen, die da kommen wird, wenn er sein angestammtes Amt wieder über* rspiel verstand der Kommissar weniger als von Astronomie. Trotzdem begriff er instinktsicher, daß Karla das Instrument wie eine Meisterin beherrschte. Er verfolgte das Spiel ihrer Finger auf den Tasten, als feiert sie weltberühmte Jongleure. Soviel Fertigkeit war beinahe besorgniserregend. Nur aut, daß Taschendiebe selten über eine derartige Gelenkigkeit verfügten! Nach den technischen Feststellungen gelang es ihm auch, sich musikalisch ergötzen zu lassen. Die Flut der Töne schwoll an und verebbte. Sie drang ihm ins Blut und machte ihn fast trunken. Dann begann Karla zu fingen. Sehr groß war die Stimme nicht und hätte höchstens für einen kleineren Konzertsaal genügt. Aber, sie war unendlich weich und süß, zauberhaft zart und dabei straff in der Führung. Es war zuerst ein ganz einfaches Liedchen, das sie fang, ein Volkslied, das Theo Kammin feit einem Viertel- jahrhundert vollkommen vergessen hatte. Es erinnerte ihn an seine Kindheit, an die längst verstorbene Mutter. Er träumte und wurde aerührt. Aus dieser Stimmung riß ihn jäh und schroff ein im Uebergang fast beängstigend wild klingender Sang, der sicher einer Oper entstammte. Der Kommissar stellte innerlich die Behauptung auf, obwohl er noch niemals eine Oper gehört hatte. Die anderen Gäste kamen aus den Nebenzimmern und Weihnachtsfest des guten Willens. Vierzehn Tage vor Weihnachten ... zehn Tage vor Weihnachten ... acht Tage vor Weihnachten. Es kommt immer näher. Eines Abends fangen die Kinder an zu fingen: dreimal werden wir noch wach, heißa, bann ist Weihnachtstag .. Dreimal, zweimal, einmal ... unaufhaltsam. Es ist der Höhepunkt des Jahres bei den Kleinen, von Glanz und Geheimnis umflossen auch jetzt im Kriege. Weihnachten gibt es nur einmal, aber alle Jahre wieder, unbegreiflich, unbezweifelbar, eine Naturerscheinung. Zwar hat das Fest in diesem Jahre seinen besonderen Akzent, seine eigentümliche Farbe und einen spezifischen Geschmack: den Ernst der Zeit, der sich auch der Stimmung der Erwartung und der Vorfreude mitteilt, werden selbst die Kleinen chon gewahr. Sie empfinden es ganz naiv, mit den Sinnen wie jeder natürliche und naturnahe Mensch, ie schmecken an den genaschten oder auf Vorschuß zugeteilten Plätzchen, den kleinen Proben vom Weihnachtsgebäck, welche die Mutter ihnen gibt, den eigentümlichen Geschmack heraus, das Aroma der Kriegsweihnacht; das kommt auf wiederum natürliche Weise daher, daß die Mutter in diesem Jahre nicht so viel nehmen konnte wie sonst und bei den Gewürzen und Zutaten manches weglassen mußte, was früher als unerläßliche Zugabe galt: aber wenn sie helfen durften beim Teigrühren, Aus- techen und Jndenofenschieben, war dies Besondere vergessen, denn es roch trotzdem gut, weihnachtlich, appetitanregend und verheißungsvoll. ♦ Es stellte sich bald, bei den Kleinen wie bei den Großen, heraus, daß die erst ängstlich und hoffnungsarm geäußerten Befürchtungen — was soll ich machen, es gibt nichts, es geht nicht — wieder mal voreilig und übertrieben gewesen waren. Es gab"nämlich doch allerhand; man muß sich nur nicht gerade drei Tage vor dem Heiligen Abend auf den Weg machen, man muß auch nicht er» chrecken vor einem Schild „Wegen UeberfüHung vorübergehend geschlossen", vor dem Bescheid „Ausverkauft" oder „Zur Zeit nicht lieferbar": man muß sich nicht darauf kaprizieren, genau und ausgerechnet gerade diese ganz besondere Glasschale auf den Gabentisch stellen zu wollen, auf die man feit Wochen liebende und begehrliche Blicke geworfen hat, — nicht auf diesen Roman ober jene Grammophonplatte, die im Herbst schon unweigerlich bestimmt war, unterm Christbaum zu liegen. Man muß sich umstellen können, neu disponieren, überlegen, Phantasie und Findigkeit spielen lassen: siehe, dann entdeckt man unvermutet noch allerlei an geheimen Wünschen, an kleinen und großen Freuden, an praktischen und zeitgemäß nützlichen Möglichkeiten, zu schenken, zu überraschen und Liebe zu erweisen. Wenn es gerade fein Briefpapier fein kann, dann kann es vielleicht ein Aschenbecher fein ober eine geheimnisvoll gluckernde Flasche, ein blühender Blumenstock oder eine Photographie; und wo die Kleiberkarte keine Strumpfpunkte mehr aufwies, da langte es vielleicht zu einem hübschen Wäschestück ober einem aparten Schal, und auch - für den Roman und die Platte und d a s Kaffeeservice gab es immer noch einen nicht zu verachtenden Ersatz. So war die Weihnachtswelt unserer Vorstellung in vielen Hüllen, sehr frei nach Schopenhauer, zu erschaffen und neuzuschaffen durch den guten Willen, aus dem noch immer reichlich Gebotenen schön und sinnvoll, liebevoll und praktisch zu wählen. „Sie sind ein schreckliches Mädchen", seufzte Theo Kammin. „Warum verderben Sie einem schlichten Menschen die Freude?" „Damit er endlich merkt, daß man mit reinem Selbstbewußtsein und Grobheit auch anderen die Freude verderben kann." „So?" sagte er ziemlich verblüfft und dachte angestrengt darüber nach, wann und wo er sie mit solchen Eigenschaften feines Wesens gekränkt haben könnte. Der Abend ging dann schnell zu Ende. Die Gäste verabschiedeten sich eine halbe Stunde vor Mitternacht. Theo Kammin blieb zu seinem Kummer nichts anderes übrig, als dem Beispiel der anderen zu folgen. Er verbeugte sich tief vor Frau Kobelt und küßte ihr in plötzlichem Entschluß sogar die Hand. Karla empfing einen warmen Händedruck, der recht nachhaltig wirkte, nebst einem verliebten Blick. lauschten. Den Schluß der kleinen musikalischen Darbietung bildete ein sehnsüchtiges Liebeslied. Kammin kannte es nicht. Er lauschte selbstvergessen und^ach- tete auch der anderen Zuhörer nicht mehr. Sein Blut rauschte und fang. Seine Finger glitten liebkosend über das glatte Holz des Flügels, als könnte er damit auch Karla etwas zuliebe tun. Sie brach so schnell ab, wie sie begonnen hatte, schloß das Instrument und nahm bescheiden den Beifall entgegen, der ihr gespendet wurde. Kammin klatschte in feine riesigen Hände und strahlte wie ein beschenkter Junge. Er hätte es nicht für möglich gehalten, daß ein Glücksgefühl ihn so aus* zufullen vermöchte. „Sehen Sie, fo macht man hartgesottene Kriminalkommissare weich", hauchte Karla ihm entgegen und lächelte trotz der wenig erfreulichen Worte so bin geb end, als wolle sie an fein» breite Brust k Iso doch." Der Fabrikant stöhnte und war wil- ■ die Hände zu ringen. „Ich kann es mir ein» st ritt lucht denken. Haben Sie Pe weise, wirkliche Be« I Ä gische Bewerfe, keine aus Metall oder Holz." i »Lieber nur Gedankenschlüsse. Es ist -um Ber- 8 W; In, Herr Kommissar. Erzählen Sie mir Nähe- Oie Herberger. Eine Weihnachtsgeschichte von Josef Martin Bauer. Arne Tektsel nannte man sie Seit vielen Jahren ' man es jo, baß sie in ihrer Armut, um auch ' eiK' zu gewinnen von ber Feiertagsfreude der - cübeen, getreulich miteinanber von Haus zu Haus irgn, richtig gesagt, um etwas zu erbitten für - e Feiertage. Weil sie sich nun bes Bettelns 1 Säulen, fangen sie in jedem Haus einen gereim» Mpruch, daß sie auf der Herbergsfuche feien :cn kleinen Herrgott, der in dieser Nacht doch oien werden sollte. Dieser gereimte Spruch, der rtot des Bettelns mit dem Stolz der dreie in >ii Reim zu bringen versuchte, trug den drei en Menschen einen Namen ein, so daß man sie c:ll und zu jederzeit des Jahres die Herberger rite. gu den Herbergern gehörte der hagere Mat- |>r, den eine unbrüderliche Hinterhältigkeit um Besitz eines bescheidenen Hofes gebracht hatte, n der gesprächige Trentimiglia, der sich gescheit iiM wenn er fein allzu reichliches Reden mit ni)en Brocken spickte und daher seinen fremdenden Namen bezogen hatte, und als dritter lulle Bechtel, den seine Mutter im Schäferkarren oien hatte zum Schäfer für die Gemeinde, zum chchaber und zum ewig armen Teufel. Was sie änziges besaßen, war eine beinahe ungetrübte ikrteit, um deren willen man ihnen bereitwillig UX ÜS etwa den Lcmdsahrenden die Tür aufmachte )ie Gab? für die Festtage in die Tasche schob, j W die drei Herberger von den Einödhösen her jDorf tarnen, waren ihre Zwerchsäcke schon recht httg, und die Leute in den Häusern an der links und rechts ber Straße gaben auch mit illigen Händen, so daß die Männer es am H des Dorfes wahrlich nicht mehr nötig gehabt ittin, zum Schloß hinaufzugehen, wo der Graf h:1e. Der Bechtel jedoch, dessen Gewohnheit es , bei Licht wie in der Dunkelheit nach dem in zu sehen, glaubte an der Wegebiegung eine gefunden zu haben, die ganz so aussah wie »aghaft -gesetzte Schritt eines kleinen Kindes, -diese Spur deutete zum Schloß hinauf. Äo schleppten die Herberger ihre schweren Säcke Hang hinaus, unter dem Schutz des Portals toirjelten sie den Schnee von den Schuhen, denn sollten keine Ungelegenheiten in das Schloß wen, und der vorwitzige trentimiglia zog drei- 1 heftig am Glöckenstrang ^sonderlich erschien es den dreien wohl, daß riennb sich regte im Schloß, aber sie waren an- Äige Männer und warteten erst eine ganze -Sei:, ehe sie ein zweites Mal zu läuten wagten. Ms auch dieses Mal keine Antwort kam, drückte ] ,x Mathäußer wie unversehens auf die Klinke und eüi, beinahe mit Widerwillen, fest, daß die -hllre Tür dem Druck nachgab und sich öffnete. KrTrentimiglia hustete, der Mathäußer rief halb- ' iui etwas in den weiten Gang, und der über- Sgre Bechtel drehte «inen Lichtschalter an, den er Iti )ämmer entdeckt hatte. Aber wenn sie erwartet läatK ber grelle Lichtschein werde nun doch irgend- i ien tm Schloß aufmerksam machen auf di« Ein- i rinlingc, so mußten sie nach einer weiteren Weil« U»s Wartens diesen Irrtum einsehen, und der I Mel riet unter solchen Umftänben zu einer so- jitten Umkehr. | J: murmelte der Trentimiglia etwas Veracht- iäti durch den Bart und . ging, wie wenn er hier- l er iclaben wäre, dön breiten Gang vor bis zur i llmpe. Die anderen trieb eine ängstliche Neugier | Mir ihm her, sie folgten dem Dorgeher auch la-ir noch, als der bereits über den Treppenläufer |±»^nn ich nicht und darf ich nicht. Sie verraten ! W Patent« a-uch keinem Fremden." Jdis ist doch etwas ganz anderes." Lieso denn?" Ihfere Patente berühren keinen Außenstehenden. r Ihre Maßnahmen berühren uns, mich, ben Betrieb. Also ist es mehr als begreiflich, c $ oir gern Näheres wissen wollen." I H'er unverständig, Papa." Karla war hinzuge- I *FLunb hatte den zweiten Teil des Gespräches r 11 art. „Herr Kammin ist als Beamter nicht Herr 1 ein Wissen." .öimte", sagte Kammin erleichtert zu dem Mad- c ’• „So gern ich Ihrem Herrn Vater „gefällig r ,e in diesem Fall kann ich es nicht sein." »vrnn versprechen Sie mir wenigstens, daß Sie ? küi Gäste nicht beunruhigen! Dor allem Kaspar *; itmer nervös. Wenn er etwas von der Geschichte ? M, möchte er aus der Haut fahren." ►urs verspreche ich gern. Von uns und von mir c erfährt niemand das Geringste." jni cht ge- Gustav 4 -- Aus der Stadt Gießen s r^eda/ax -Draq^ elastisch [Verschiedenes $ Heirat 04362 -Wie kommt das..? - 5223 D 5075 A 7vc geregelten. Stuhl Htutsuplast - RM.1.45 Packung ( 75 St) Packung aus fllolabon Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei 19 h *) z. Zt. beschrankt nur lieferbar doch; nach dem Kriege immer da Fraif Schulze hat nach dem Einweichen die ganze Arbeit noch vor sich. 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Der meiste Schmutz ist ja der schwarzen Einweich* frühe aufgelöst die bekannte, schon etwas schadhaft und unansehnlich gewordene Schachtel herbei, worin der Christbaumschmuck und die Kerzenhalter und das übrig gebliebene Lametta aufbewahrt werden bis zum nächstenmal; sie hatte ihre Freude daran, wenn sie die hübschen, vertrauten Stücke wieder durch die Hand gehen ließ, und sie fand auch noch ein paar von den Holzreiterchen und den andern geschnitzten Figürchen, die einmal für das WHW. verkauft wurden; sie sind ein anmutiger Schmuck im dunklen Tannengrün und goldenen Kerzenlicht, und in diesem Jahre haben wir unsere kleine Sammlung um eine Anzahl lustiger Stücke vermehrt: der Kreisel oder Drehdopsch, rote man bei uns jagt, taugt nicht nur dazu, im Frühjahr über die Straße gepeitscht zu werden, man kann ihn auch im Winter, wenn Kreisleiter Backhaus überbrachte dem ff.^m von Reichsminister Dr. Goebbels gestiftete Bücher, Für die Weihnachtsfeier stifteten durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin Wrede die Orts, frauenschaften in Allendors (Lumda), Climbach unb Treis für alle Lazarette eine große Zahl guter pelze für die kämpfende Front! Cs gibt erfahrungsmäßig nichts Unbeständigeres als die Mode. Früher war es leider so, daß unsere Frauen und Mädchen sich mit Vorliebe vom Ausland anziehen ließen., Das hat sich geändert, nachdem der Beweis erbracht worden ist, daß unsere deutschen Modeateliers, überhaupt unsere deutschen Modeschöpfer und -schöpferinnen es ausgezeichnet verstehen, die deutsche Frau schick, elegant und vor allem deutsch zu kleiden. Die deutsche Frauenmode ebenso wie die deutsche Herrenmode brauchen die Auslandskonkurrenz wirklich nicht zu fürchten: im Gegenteil, die deutsche Mode hatte sich bereits vor diesem Kriege, mindestens in Europa, einen tmtner größer werdenden Käuferkreis erworben. Diese deutsche Mode hatte in den letzten Jahren viel Pelz verarbeitet, nicht nur zu vollständigen Kleidungsstücken, wie Mänteln, Jacken, Umhängen, Kragen, Müssen, Handschuhen usw., sondern Pelz vor allem auch als Besatz, d. h. zur Garnierung verwandt. Pelz in jeder Form war die große Mode. Nun tritt der deutsche Soldat — richtiger seine Sprecher — an jeden von uns in der Heimat heran, um uns zu sagen: Der Ostwinter ist bitter, hart und rauh. Seine eisigen Winde treiben uns nicht nur den Schnee wie spitze Nadeln ins Gesicht, sie sausen uns um die Ohren und blasen uns durch Mantel und Rock, machen unsere Hände steif und klamm und unsere Füße zu Eisständern. Ja, wenn wir Pelze hätten! Pelz hält warm, ist leicht und läßt den eisigen Ostwind nicht durch unsere Kleidung. Wenn nun jede deutsche Frau, jedes deutsche Mädchen und jeder Deutsche einmal Kleiderschrank, Kasten und Kisten (die berühmte Mottenkiste!) durchsehen und bei jedem Stück Pelz, vom kleinen Besatzstück bis zum Pelzfutter des kaum noch getragenen Mantels, sich ernsthaft die Frage vorlegen würde: Kämest du in Wintersnöte, wenn du fie Vogtsche Piivot-Hondelsschule Gießen, Goelhestr.32 -l |H' ,»d- Voraussetzung für den Schulbesuch ist: in den Abteilungen 1 und 2: acht erfolgreiche Schuljahre und Aufnahmeprüfung, in der Abteilung 8: Reife für die 7. Klasse einer Oberschule oder Abschlußzeugnis der Mittelschule, in der Abteilung 4: Reife für die 6. Klasse einer Oberschule oder der entsprechenden der Mittelschule. Anmeldungen werden von jetzt ab schon entgegengenommen. — Das Schuljahr in allen Abteilungen beginnt bis zum Jahre 1948 immer nur an Ostern. Das Sekretariat der Schule ist vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 8 bis 5 Uhr geöffnet. Ausführlicher Prospekt kostenlos. Fernruf 2480. Der Direktor, 1. Handelsschule für Junten 3. Höhere Handelsschule 2. Handelsschule Itir M&dchen 4. WirlsdiaHsoberschnle Ins Feldpost* J Päckchen • gehört Esbffe • frodcen-Bronn« ® Stoff z. raschen ? Erwärmen von Speisen, Ge- * tränken, Ra. * sierwosser.usw. D • In einschlägigen Geschäften G ? käuflich. Packung 20 Tabletten. G * Zum Feldpostversand zugelcssen. G • Bexogsquellen-Nochweis durch, _w • HERST. ERICH SCHÜMM • STUTTGART.W 109 5m lehn ttcho k be 1 ba if b< tebii r Dr tem Keine deutschen Weihnachten ohne das Geschenk für die Front: warme Wintersachen! im nie 1 N i*oi Ar UM W. ms lRi|f1 M J :: kil !; Haje, fein Ganz einfach: Frau Müller löst den Schmutz vor dem Waschen gleich richtig euf I Sie verwendet stets Burnus, den Schmutzauflöser, der gleich* zeitig das Wasser weich macht. Andere Mittel lehnt Frau Müllet ab. Lieber fragt sie noch einmal nach, wenn Burnus nicht gleich erhältlich ist. Burnus ist ja auch besonders sparsam im Gebrauch, Das macht den Unterschied f Schmutzauflösen schon beim Einweichen - das Ist das Besonder® •n Burnus; seine Wirkstoffe lösen auf natürlichem Wege den Wäscheschmutz so auf, daß er völlig ins Einweichwasser übergeht. Das Gewebe wird niemals angegriffen. Langes Kochen und scharfes Reiben der Wäsche werden überflüssig - die halbe Wascharbeit, Waschmittel, Seife und Feuerung werden gespart. Die Wäsche wird geschont und hält länger» Mekol - Frostschutz vorrätig. es schneit, als Miniatur an den Mantel hängen und endlich, wenn er da seinen Dienst getan hat, an den Christbaum. Die großen, silbern glänzenden und tiefrot leuchtenden Kugeln haben es auch überlebt: wir hängen sic an den Baum, und es ist ein wunderbarer Anblick, wie sie, von den Kerzenflammen beschienen, aus dem dunklen Grün funkeln, die Kinder haben gern ihren Spaß damit, weil sich ihr kleines Gesicht, wenn sie nahe davor stehen, in der Kuael wunderlich und lustig verändert. Wir Großen hängen derweil mit jedem neuen Stück einen heimlichen Wunsch an den Baum und denken an die Zeit, wo auch die Augen derer, die heute fern von uns sind, sich wieder weihnachtlich darin spiegeln werden. — y— Städtische Han del sieh ran statt Gießen Wernerwall 11/15 (am Oswaldsgarten) oser mit der Doppelwirkung Nur, wenn Sie dasKühlwasserin kurzen Abständen überprüfen und notfalls ergänzen lassen, sind Sie vor Frostschäden an Ihrem Kraftwagen geschützt. n OI *n Gießen 62ieD Up Ul Marburger Straße 145 Dienstag, den 80. Dezember, 18.30 Uhr Neuinszenierung Der Zarewitsch Operette in drei Akten von Franz Lehär - Musikai. Leitung: Gerhard Hergert- Inszenierung: Intendant Hans Walter Klein Preise von 1.20 bis 4.10 RM. Mittwoch, den 31. Dezember, 19 Uhr Silvester im Theater Der Meisterboxer Schwank von Schwarz und Mathern - Spielleitung: Karl Volck Mit Kabaretteinlagen Preise von 0.60 bis 3.10 RM. Bis zum 5. Januar keine Mietvorstellungen Vorverkauf an der Theaterkasse, Johannesstraße 8 und Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg 39 THEATER DER UNIVERSITÄTSSTADT GIESSEN ______________ 5217 D 11 Weihnachtsfeiern für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete in den letzten Tagen gemeinsam mit der NSG. -Kraft durch Freude" wiederum verschiedene Weihnachtsfeiern fürunsere Verwundeten und Kriegskranken in den Lazaretten. In der Chirurgischen 'Klinik begrüßte Oberstabsarzt Professor Dr. Brügaemann als Chefarzt für das Reserve-Lazarett II Kameraden und Gäste und dankte Kreiswalter Pg. Schemel und Kreisamtsleiter Pg. G r a v e l i u s für die Lazarettbetreuung im abgelaufenen Jahre. Pg. Groß hielt die Ansprache. Die Feierfolge wurde vom Untergau 11b unter Leitung der Führerinnen Hack und F l o e r k e sowie vom Bann-Orchester unter Leitung von Oberscharführer Braun ausgestaltet. In der Nervenklinik begrüßte Professor Dr. B o e n i n g die Teilnehmer an der Feier, die von Mitgliedern der NS.-Frauenfchaft und ihrer Ju- gendgrupe unter Leitung von Fräulein Ritter gestaltet wurde. Pg. Z i n s e r hielt die Festansprache. In der Medizinischen Klinik hieß Stabsarzt Dr. Kornmann die Teilnehmer willkommen, wahrend Kriegszahnarzt Dr. Schneider die Ansprache hielt. Der Untergau 116 unter Leitung der Führerinnen H a ck und F l o e r k e sowie das Bannorchester unter Leitung von Oberscharführer Braun hatten die Programmgestaltung übernommen. A In der Augenklinik, wo Unterarzt Dr. Mun- zert die Anwesenden willkommen hieß, sprach Kreispropagandaleiter Z i n s e r. Die Programmgestaltung hatten die Kultureinheit des Bannes 116 und JM.-Spielgruppe unter Leitung von Dieter Bommer und Gudruy S t a n d f u ß. Im ---Heim begrüßte ---Obersturmführer Medi- zinalrat Dr. Klein Kameraden und Gäste, während Pg. Zinser die Festansprache hielt. Unter- aau 116 und Orchester der HI. (Leitung: Hack, F l o e r k e, Braun) hatten die Programmgestaltung übernommen. In der Ohrenklinik sprach nach einer Begrüßung des Oberstabsarztes Prof. Dr. Brüggemann Pg. G r o ß. Die Kultureinheit des Bannes 116 und die JM.-Spielgruppe unter Leitung von Dieter Bommer und Gudrun S t a n d f u ß wirkten mit. Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8-jährig. Schulbildung. Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits vor Ostern stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Einjährige Handelsfach- Iflaccon für Schüler mit Volks- MdooCII schulreife und höherer Schulbildung, bei Sekunda-oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Gießen, 6oethestr.32 Ruf 2486. endgültig aus der Halle rollt, doch noch mit lauter Glück endet. Der Spielleiter Jürgen v. Alten hat das Drehbuch von Walter Forster und Rudo Ritter mit Humor und Sinn für unsere alltägliche Wirklichkeit in Szene gesetzt: wenn nicht ge- nau so — ungefähr so kann es vorkommen. Gustav Fröhlich ist der Unterosfizier, ein netter, frischer Kerl und sl)mpathischer Kollege (Zivilberuf: Schriftleiter); Maria A n d e r g a st ist das Mädchen Agnes mit dem geschwindelten Bild und hat hier eine ihrer hübschesten und lebendigsten Rollen. Lotte W e r k m e i st e r ist ein Berliner Hauswart von großartiger Lebensechtheit. Außerdem: Käthe Haack, Hildegard Grethe, Hilde Sessak und Günther Lüders. Edmund Nick schrieb die Mu- ik, und Herms Niel dirigiert. Es ist, alles in allem, eine angenehme, halb heitere, halb ernsthafte Unterhaltung, und wir glauben, daß den Leuten dieses Feiertagsprogramm gefallen wird. (Märkische-Panorama-Schneider-Südoft.) Hans Thyriot. kennenzulernen. Ernstgem. Zuschriften mit Bild, wird zurückgesandt, unter R. D., bauvt- vostlagernd Marburg / Lahn. bah man von Kopfschmerzen, Zahn« Sirzen, rheumatischen oder fltdj- n Beschwerden plötzlich über" t wirb. Wer Melabon zur Hand hat, kann diese ost unerträglichen Schmerzen rasch lindern, bevor der Arzt zur Stelle ist. Melabon wirkt peripher u. zentral schmerzbesrelend, daher der gute Erfolg. Berwcnd. Sie Melabon auch bet starken Schmerzen sparsam, meist genügt schon eine Kapsel. Pekg. 72 Psy. m Apotheken. nicht hättest? Die ehrliche und wahrheitsgemäße Antwort würde und müßte lauten: Ich kann sie gut entbehren; oder gar: Ich wußte gar nicht, daß ich sie noch besaß! Von dieser Feststellung bis zu dem Entschluß: „Das soll unseren Soldaten im Osten auf ihrer Wacht für mich, für uns, für Deutschland gute Dienste tun", ist nur ein kleiner Schritt. Wir sind überzeugt, daß es dann in jedem deutschen Haus heißen wird: Pelzsachen an die Front! Mit den Besatzstücken aus Pelz läßt sich aus Vaters, des Bruders oder des Mannes abgelegter PZeste eine prima warme, schützende Pelzweste arbeiten. f R- P« Gloria-palast: ,6 Tage Heimaturlaub^. Da kann man sehen, wie man es nicht machen soll: ein Feldpostpäckchen an einen unbekannten Soldaten schicken und einen netten Brief dazu schreiben, das ist ja gerade das Richtige für ein appetitliches Mädel ohne Anhang; allerdings möchte der Soldat wissen, wem er die Liebesgabe zu verdanken hat, und deshalb muß natürlich auch- ein Bild dabei sein. Auf solche Art soll schon öfters der schönste Briefwechsel zustande gekommen sein, un,d wenn dann das Glück günstig Ist, und der Soldat darf in Urlaub fahren („kann gewährt werden"), dann liegt es sogar nahe, den anfangs lockeren Briefwechsel zu verbindlicheren Beziehungen auszubauen. Wenn man aber gerade kein Bild bei der Hand hat, und wenn beim Photographen ein schauderhafter Andrang herrscht, und man hat es doch eilig mit dem Päckchen —? Dann ist es auf alle Fälle verkehrt, wenn das Mädchen ein Bild aus dem Modenheft herausschnippelt und seinen Namen darunter schreibt mit herzlichen Grüßen an den unbekannten Soldaten, als wenn es das eigene, allerneueste Originalphoto wäre. Das kann bestimmt nicht gut gehen, wenn dann der Unbekannte wirklich kommt, und sechs Tage hat er bloß und freut sich schon mächtig ... Es geht nicht gut, es war vorherzusehen, und in diesem Film kann man erleben, was dabei herauskommt. Es ist sogar ein Wunder, daß zuletzt, eine Stunde vor Abgang des Fronturlauberzuges, ein Rattenkönig von Schwindel, Mißverständnis, Enttäuschung und noch allem möglichen durch den guten Rundfunk sänftlich entwirrt wird, und daß das Abenteuer, als der Zug Klaviere werden fachgemäßrepariert und gestimmt G. Ebert Klaviermacher Bleichstr.i7,Tel.24O3 Verk. v. neuen u. gebrauchten Klavieröp 865d Mietklaviere Witwe, 47 Jahre alt, evang., vermögend, sucht sich zu oetijeirtfen. Beamter oder Lehrer. Zuschriften unt. 04365 a.d.G.A. l/leinbildDergrößcrungcn IX und fotohopien besonders große Sammelaufträge für Wehrmachtsangehörige liefert schnellstens in bestm: Ausführung auf Markenpavieren. /M278 Fotomeister Ph. Pfaff Butzbach (Hessen) Preisliste wird gerne gegen adres- siertes Rück-Kouvert zugesandt. Kuchen. Zur Verteilung kamen Päckchen von ber RSP.-Kreisamtsleitung Wetterau, der RS.-Frauen, schäft und der SA.-Wehrmannschaft. Durch die Gau«, amtsleitung der RSKOB. wurden Spenden ein» heimischer und auswärtiger Firmen und Dienst stellen überreicht. Hit lentldje M Meili!« Die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront bleiben geschlossen. Sämtliche Dienststellen der Deul^ schen Arbeitsfront bleiben in den Tagen vom 24.11, 1941 bis 4.1.1942 einschließlich für den Publikums verkehr geschlossen. 5228D ** Mit dem Eisernen Kreuz crftee Klasse ,ausgezeichnet wurde der Dberge» freite Karl Matern, Gießen, Werrastraße 15/ zur Zeit an der Ostfront. ! ** Auszeichnung. Unteroffizier Willi Gla-j. g o w (Gießen), der an der Nordostfront steht, wurde mit dem E. K. II ausgezeichnet. ** Eine Achtzigjährige. Am 25. Dezember begeht Frau Henriette Schreiber Wwe., geb. Mohrherr, Ebelstraße 7, bei guter Gesundheit ihrem 8 0. Geburtstag. Die Jubilarin versieht in? hohen Alter noch den Haushalt ihrer Enkelin. Win gratulieren herzlich. . 1 Landkreis Gießen. • Großen-Bufeck, 23. Dez. Funker Wilhelm Hahn, Kirchstraße 12, erhielt im Offen sm Tapferkeit vor dem Feinde ixis Eiserne Kreuz II. Klasse. ♦ Leihgestern, 23. Dez. Ihre Silberne Hochzeit können am Mittwoch. 24. Dezember, den Reichsbahnbeamte i. R. Eduard Kothe und feine Ehefrau Christine, geb Seipp, Rathausstraße, begehen. | Weitactoumh Witwer, 52 I., mit einem Kind, Hausmeister, sucht passende Ehe. Bildzuschriften unter 5232 D an den Gieß. Anz. Arn22.Dezemb. Petzkragen auf dem Wege Kaiserallee - Neuen Baue - Walltorstraße verloren. Abzugeb. gegen Belohn. [04367 Walltorst.67H.P Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schuletr.7 i I