»oq Qu. N irtu ich «et, bi; eiiif bi( dod ser. Gießener Anzeiger General-AnzeigerfürOberhefsen ernivrecbanschluft 2251 Pi i rl-wi k t • ')ltuntrtpr'y )rahtanscyrift:„Anzeiger" oMckeck 11686 Frankf^M. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Gießen. Schulstrahe 7-9 Druck und Verlag: vrShlsche Univerftlätrdruckerei 8. Lange Dienstag, 22. Juli Ml Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/,Ubr desBormittags Anzeigen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zellenbreite, Wertteil 50 Rpf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstafsell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorfchrist (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr u. Jahrgang Nr. (72 Erscheint täglich,, außer sonntags und feiertags Beilagen: siebener Familienblätter «imat rmBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich........ RM 1.80 iustellgebühr... ,, -.25 uch bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern rtfolge höherer Gewalt Gowjettheorien und Gowjetwirklichkeit Von unserem militärischen Mitarbeiter. Tapfere Iliegeroffiziere im Führerhauptquartier t, ein 55,2; cher 58L iurj r. Set B3oi )4 n A Mn. Mn. Mn Set Set. beut einer Iagdgruppe, als drittem Offizier der deutschen Wehrmacht, und das Eichenlaub zum Vtit- terkreuz des Eisernen Kreuzes Oberstleutnant Dino r t, Kommodore eines Sturzkampsgeschwaders, Major Storp, Kommodore eines Kampfgeschwaders, Hauptmann Ihlefeld, Kommandeur einer Iagdgruppe, und Leutnant Schnell, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader. — Presse-Hoff- mann-M.) schottischen O st k ü st e, an der Südostküste Englands und Flugplätze im Südosten der Insel. In Nordafrika belegten deutsche Kampfflugzeuge britische Artilleriestellungen und Kaianlagen in Tobruk wirksam mit Bomben. In Luftkämpsen wurden drei britische Jagdflugzeuge abgeschossen. Bei Versuchen britischer Flugzeuge, am gestrigen Tage und in den heutigen Morgenstunden die Kanalküste anzugreifen, schossen Iäger und Flakartillerie acht, Vorpostenboote und Sperrbrecher vier feindliche Flugzeuge ab. Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an einigen Orlen Westdeutschlands Sprengung Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Verfolgung des geschlagenen Feindes im Güdteil der Ostfront. Fast alle Gedenksteine waren weggeschleppt. Das Denkmal der finnischen Freiheitskämpfer von 1918, das das Relief eines Schutzkorps trug, haben die Sowjets als Zielscheibe für Schießübungen mit der Pistole benutzt. Im übrigen wird in der Schilderung betont, daß die Moral der kämpfenden sowjetischen Truppen im Schwinden begriffen sei. Einen Nachweis der Angriffsabsichten der Sowjetunion gegen Finnland liefert der Kriegsberichterstatter von „Berlingske Tidende" in einem Bericht von der stnmfchen Front. Seit der Besetzung hu Gnt>: nntr nttfl- ich 'el'r, N Ihiit- bet’ chr HB en nt M eich^ spnff erleid chlefeii .1# 'int Frei ;erlo{ Sm bis-1 le irr. lieg! ;rfer- Daj» uni erück' gaben legen- ngen: hnen- Dili enden n den abrnb 5 iot nid)!: I en6; M I > ! jt bfl3 • fi n) zwar hatte man den Bau von fogenannttn ^ndenfatvrmaschinen gefördert, das sind Maschi- nn, die den ausströmenden Dampf durch eine besondere Vorrichtung zu Wasser kondensieren und so dn Wasserbedarf verringern. Damit fallt ein hau- faes Halten zur Wasseraufnahme fort, größere i ktrecken können ohne Anhalten zurückgelegt werden. Der Wehrmachtberichi. Aus dem Führerhauptquartier, 21. Iuti. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im SüdteitderO st front verfolgen deutsche, rumänische und ungarische Truppen den geschlagenen Feind. An der gesamten übrigen Front nehmen die Kampfhandlungen unter Vernichtung zahlreicher eingeschlossener feindlicher Gruppen weiterhin einen erfolgreichen Verlauf. Im Kamps gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht vor der britischen 0 ft t ü ff e zwei Frachtschiffe mit zusammen 11 000 BRT. sowie ein Schnellboot. Kampfflugzeuge bombardierten Hasenanlagen an der alt di' iteeti w Iptt ' seine" • K wieder MS' jtii# ruft«* :abt. Mi ttch, b W her ■ umsetzte, ist Churchill heute fleischgewordener Aus« druck des Verfalls der einstmals schöpferischen Kraft der britischen Herrenrasse, jener Rasse, die nicht ohne Tatkraft und politisches Geschick, aber auch nicht ohne Brutalität und in jedem Falle mit echten Raubinstinkten die gigantische Aufgabe übernahm, die Welt nach ihrem Bilde zu formen. Das ist erst einige hundert Jahre her — eine winzige Zeitspanne für den sinnenden und ordnenden Weltengeist. Aber in dieser Epoche vollzog sich eine der größten Revolutionen der Menschheits» geschichte: der Aufgang und die Vollendung des Maschinenzeitalters, eine ungeheure Explosion, deren zurückgelassene Trümmer die Welt unter Führung des nationalsozialistischen Deutschlands erst heute mühsam zu ordnen sich anschickt. Man hat diesen Trümmern viele Namen gegeben. Man sprach vom Liberalismus und Individualismus, vom Kapitalismus und Marxismus. Als Tatsache genommen bezeichneten diese Schlagworte nichts anderes als den Zustand einer aus jeder seelischen und volkhaften Gebundenheit entlassenen Welt, der es weder um die Bindung an eine in Jahrtausenden gewachsene arteigene Kultur, noch um Ehre, Verantwortung, Leistung und verpflichtenden Dienst ging. In ihnen verwirklichte sich das im Materialismus zusammengefaßte Streben nicht nach Besitz und Eigentum — denn der formgeworüene Lebensstrom eines Volkes in seiner kulturellen und staatlichen Ausprägung ist nicht ohne Eigentum Denkbar! — sondern das Streben nach Weltoeherr- schung und Unterdrückung durch die Macht geroor- bene Finanz kraft einer Klasse, also durch die Diktatur des Geloes, während auf der anderen Seite der Marxismus das gleiche materielle Machtstreben durch die Aufputschuiia oer Masse, durch die Weckung der niedrigsten Instinkte verfolgte. Es würde zu weit führen, im einzelnen zu erläutern, warum das Händleroolk der Engländer und die frühzeitig zur „society“ erstarrte Ordnung des Jnselreichs, das bewußt nur den Staat als Diener der individuellen Freiheit — in diesem Falle also des kapitalistischen Imperialismus — anerkannte, warum aerobe das Jnselreich die Ausprägung der Plutokratenkaste in ihrer nacktesten Form gestattete, während das agrarische Rußland mit seinen gewaltigen, im Unbewußten dahinoegetierenden Volksmassen — deren geschichtliche Entwicklung zur Zarenzeit etwa dort angekommen war, wo das Abendland zur Zeit Karls des Großen stand! — die bürgerliche Epoche gleichsam übersprang und unter das marxistische Dogma Leninscher Provenienz gepreßt wurde. In beiden Fällen handelt es sich für uns um eine Wirklichkeit, die ihr bestimmendes Gepräge durch den Geist des Materialismus erhielt, den zu überwinden sich von Beginn des Maschinenzeitalters an nur eine einzige Raffe und ein einziges Volk anschickte: die preußische mit der kräftigsten und lebensvollsten Staatsidee und das deutsche Bolt mit seinem unbeirrbaren Instinkt für wahre Worte. Der Deutsche hat niemals den typisch englischen Gegensatz von vornehm-arm (Gentleman — Arbeiter), sondern nur den von vornehm und gemein anerkannt. Sein Sozialismus beschränkte sich dort, wo er ungestört sich entwickeln konnte, nicht auf den Gegensatz zum Kapitalismus, sondern war die verpflichtende Tat innerhalb einer disziplinierten Gemeinschaft, in der Befehlen und Gehorchen, Autorität und Unterordnung Bezeichnungen waren, deren Wertskala die Stimme des eigenen Blutes bildete. Um welchen Typ es sich —psychologisch gesehen — bei dem Bolschewisten handelt, das Hal der Georgier Grigol R o b a k i d s e in seiner Studie über Stalin einmal unübertrefflich knapp in die Worte gekleidet: „Wenn man aus dem Kopf eines Indianers das Gottfeuer reißt und ihm statt dessen den Intellekt einpflanzt, bekommt man einen bolschewistischen Typus. Ratio und Tiersinn: eine bessere Verschmelzung für einen Revolutionär läßt sich nicht denken." — Man könnte ergänzen: Nimmt man aus dem Kopf eines müden und dekadenten Nachfolgers einer alten, einstmals zu schöpferischer Leistung berufenen Rasse das Bewußtsein der Bindung an die Idee einer verpflichtenoen Gemeinschaft und überzüchtet dafür seinen Intellekt und sein Streben nach Macht durch die Materie des Geldes, dann erhält man einen Plutokraten. Verfolgt man diesen Standpunkt aus dem Lauf der Geschichte und betrachtet aus diesem Blickwinkel das geheimnisvolle Weben des Weltengeistes, dann nimmt es nicht wunder, daß die Völker der Erde heute wie von einem bösen Traum erlöst auf Deutschland und seinen genialen Lenker blicken in der tiefinn^rften Ueberzeugung, daß mit dem Kampf gegen den Materialismus der Unterwelt bolschewistischer Prägung auch jenes letzte Bollwerk einer erstarrten und unheimlich blicklos für die Notwendigkeit einer neuen, jungen und vor Vitalität berstenden Welt gewordene Kaste fällt, die, begün- ftiat durch die Jnsellage Englands, die ausgebrannte Schlacke längst überholter Ideen den Völkern als fruchtbare Erde aufschwatzen möchte. Die Welt, die sich nicht rettungslos an Den versinkenden Materialismus gebunden fühlt, anerkennt heute aber die geschichtliche Aufgabe des durch den NationalfoziaUs- mus zur höchsten schöpferischen Leistung gesteigerten deutschen Volkes, jener echten menschlichen Freiheit zum Durchbruch zu verhelfen, in der die Arbeit nicht in das materielle Verhältnis von Ausbeutern und Ausgebeuteten umgefälscht wird, sondern in der sich der Mensch als Träger einer neuen Gestalt begreift, die den Materialismus dadurch endgültig überwunden hat, daß sie den Freiheitsanspruch in einen Arbeitsanspruch verwandelte und in diesem ein verpflichtendes Rangabzeichen sieht. Bs. Oer Führer an vrofessor Heinkel. Rostock, 21. Juli. indrs bemerkenswert dadurch, daß Herr Churchill fort Schwiegersohn Sandys zum Finanzsekre- jL m Kriegsministerium befördert hat. Dieser e sitzt nun an der Quelle und siihrt die Chur- Mche Familientradition, an den Kriegen das Ver- Aon zu steigern und in Kriegsgewinnen zu brll- ijrti weiter. Man muh schon sa-gen, Herr Chur- M versteht es, die Fsist, die ihm gegeben ist, [iifriiD und spekulativ auszunutzen. > im dritten hat sich Herr Churchill einen neuen rv bungsminifter besorgt, und zwar kommt der Lji Mann aus dem britischen Auhenamt, wo er Itigt r parlamentarischer Staatssekretär gewesen ist. ijllter muhte man nicht, wo die Miherfolge der »M schen Kriegskabinette größer sind, auf dem Ge- , ieti der Erziehung oder dem der Außenpolitik. Wdem nun ein Mann der Außenpolitik Er- Angsminister wird, darf man annehmen, dah die aber englischen Jugend fast noch mehr legt als Die Außenpolitik. Ix liefere Sinn des Revirements dürfte fein, tjfeter einmal Sündenböcke in die Wüste zu schicken, rtttie Masten zu beschwichtigen, und bei ihnen den ftnTurf zu erwecken, als ob Herr Churchill, immer Wg, energisch, alle Unfähigkeiten aus dem Wege Zu dem Gefechtsstand der als Flankensicherung der Division kämpfenden A u f k l ä r u n g s a b t e i - l u n g können wir gerade noch mit unserem Fahr, zeug gelangen, da der Wald aus dem Wege au«, reichend« Decknnq gewahrt. 800 Meter vam Fe nde entsernt lieht der Kommandeur mit feinem Ad,utan- len am Funkgerät, um die Meldungen feiner Schwadronen entaegenzunehmen. Sobald der Kamps hier wieder in Bewegung kommt, kann von einem (Gefechts.„Stand" überhaupt nicht mehr gesprochen werden, da der Abteilunaskommandeur dann von seinem Panzerspähwagen aus durch Funk befiehlt. . Hier ist bereits die Grenze zwischen Führung und Truppe nach vorn überschritten. Der Abteilungs- stab ist ein Teil der kämpfenden Truppe und bewegt sich unmittelbar im Tempo des Kamp, ses und des Vormarsches mit. Die wenigen Offiziere und Soldaten, die hier tätig sind, können irgend- einen Geschäftszimmerbetrieb auch nur andeutungs« weise nicht mehr ausrechterhalten, sondern richten alle ihre Sinne auf das Geschehen, das vor ihren Augen abrollt und aus das sie in jeder Minute Linsluh nehmen müssen. mit einem Wert von 1000 Fmk. ein (heute ist der Wert viel hoher), schon bei 4—-WO Renntieren handelt es sich um ein ganz ansehnliches Kapital, zumal es sich durchschnittlich mit 20 bis 30 v. H. per Jahr verzinst. Eine Familie muß schon min« bestens 100 Renntiere haben, um ordentlich zu leben. Die reichen Lappen haben mehrere tausend Stück. Wir finden Lappen, die ein ganz nette« Bankkonto haben. Nun, die Lappen brauchen keine Miete zu bezahlen, haben keine Möglchkeit, in Restaurant« Geld auszugeben. Daß es unter den Lappen ganz gute Steuerzahler gibt, zeigt folgende Begebenheit aus diesen Tagen: für die einmalige Vermögenssteuer für die Entschädiguna an die evakuierten Karelier erhielt ein Lapp» einen ©teuer- zettel über 40 000 Fmk. Diese Summe sollte er In zehn Haldiahresraten bezahlen, doch der Lappe meinte nur: „Ach was, ich bezahle es aus eiumul! Aus Gründen der Kapitalsanlage kaufen dis Lappen mitunter auch Bauernhöfe. Gewöhnlich kommen die Lappen dann zwischen Weihnachten und Neujahr zu ihrem Hof und um den l.Mat herum ziehen sie dann wieder In das Gebirge. Die zum Hof gehörenden Naturwiesen oerpadytet der Lappe gewöhnlich, Im übrigen kann der Hof leer- stehen. Diejenigen Nomad-Lappen, die im Sommer jeweils zur selben Stelle kommen, haben mitunter seststehende Torshütten, in denen He den Sommer über leben. Die Frau macht alle Arbeiten, die die Kleidung betreffen, vom Zuberelten des Heus für die Pelzschuhe (an Stelle von Strümpfen) bis zum Verfertigen der bunten Kleidung und der herrlichen Pelzmäntel und der hohen enganliegenden Pelz- belnklelder, die oben In Lederhosi'n übergehen amt dem Weben der farbigen mit Ornamenten versehe- nen Bänder. Es gibt keinerlei Handarbeltsschulen für Lappinnen, sie lernen es voneinander und geben es weiter von Generation zu Ckmerntlon. Au« den Renntierdärmen drehen die roelblldK« Fami- lienmitglleder mit den Zähnen alle Arten von _jio enen, uen xuem uh, um« Mtlls Divisionen im Begriff waren, vorzustoßen inb die Festung zu entsetzen. Südostwärts von Lim brach das englische Unternehmen zusam- nen Ucber 230 Panzer biteben auf dem Schlacht- i tW liegen. Tobruk ist seiner letzten H o s s - 'm fl beraubt. Seither rührt fkh die gegue- ilfe Artillerie nur selten. Zumeist sind es un- °s,,e schweren Batterien, die bis »um iiil-n Abend die Luft mit dumpfem Dröhnen er- Ibin. Tagaus, tagein hämmern die Stukas und M-nifchen Bomber weiter in den Hafen und auf Vv. Arsenale des Engländers. »I»r Stellungskrieg begann gleich nad Den Öhringen. Er ist allmählich zur Gewohnheit ge- MOen. Aus dem Verbandsplatz gibt es täglich iin paar Verwundete. Dann und mann wird ein nu » Holzkreuz flefdjniiten. Die itallentfdje Mr U Eli, wesentlich verstärkt, lauert auf jeden Schuß 9oh drüben, um ihn foglcid) zehnfach zu beantmor- len Am Abend kommen die Essenträger von vorne. Beier und Feldpost werden vorgebracht. Das Kb n hat feste Farmen und bestimmte Regeln an- geschehen ist. So gegen 6 Uhr abends wird die Sonne gelb. Das Land, das sich In der flirrenden Hitze seltsam zusammenschiebt und schier unsichtig wird, gewinnt plötzlich wieder Weite. Jetzt steht der Wasserturm wieder am Ras el Medauuar. Die kleinen Busche am Acromaer Waldrand sind keine Baume mehr. Die Lust ist klar. Der Horizont, dort wo der Himmel das Einerlei der Halbwüste begrenzt, ist in die Ferne gerückt. Beim Tommu drüben sieht man einen LKW. herumfahren. E s wird Abend. Es wird kühl und damit auch feucht. — Vom Meer her weht der Dunst heran. Man spürt, wie er das Hemd und die kurze Hose durchdringt. Es ist eine fiebrige Feuchtigkeit, die uns en bild) nach dem Rock ober Mantel greifen läßt. Sie kriecht sogar b-urdjs Qclt und sitzt dort in den Ecken. Langsam versinkt nun die Sonne in vrahlerischern Farbenspiel. Die Nächte ohne Mond sind erhellt vom strahlenden, funkelnden Sternenhimmel. Nur Afrika kennt ihn so. Daheim ist's zwar derselbe, aber er leuchtet anders, milder, schüchterner. Wir sitzen beisammen, und manchmal sprechen wir von diesem und jenem, wie es bei Agedabia war und wie neulich am Halfayapaß her Tommy in dichten Haufen in unsere MG^Garben lief daß an die 400 Tote liegen blieben. Die Bleichgesichter vom Ersatz, die eben erst Afrikas Boden betraten, hören M zu. Die „alten Afrikaner" schauen derweil ein wenig geringschätzig herüber und fpinnen il)r Garn vom Ras el Medauuar an der Piste von Acrona, deren Mehlstaub ,eder beutfdje Soldat de- reit» einige Male hat schlucken müssen und ver- fluchen dürfen. Dann horcht man auf. Plötzlich weht es im leisen Nachtwind deutlich und klar herüber: „Soldaten müssen jetzt fdjlafcn gehen! Es ist wahrhaftig unser gutes, altes Signal, das uns hierher begleitet hat. Und so grüßt es uns Abend für Abend, ein Stück Heimat, das nut uns ging das in uns blieb. „Der Hauptmann hals ' aelaat ..." Tief und getragen die letzten Tone letzt. . __ deutscher Zapfenstreid) in der Wüste. Gott segne dich und unsere geheiligte Ordnung. Zwirn. , . m . Das Zelt des Nomad-Lappen hat auf dem Boden einen Durchmesser von etwa 3 vis 4 m und wird durch eine interessante Konstruktion zusammenge- halten, beim die Zeltstangen gehen oben nicht zu- fainmcn, sondern lassen eine ziemlich große Dei nung für den Naudxibzug offen. Der untere Teil des Zeltes ist gewöhnlich mit dickem, gewebtem Tud) bezogen, der obere mit Sackleinwand. Der Boden ist mit Reisig bedeckt, und nachts werden dann Felle darüber gelegt, die tagsüber auf gerollt sind. Der Zeltraiim ist ziemlich genau einge- teilt nach bestimmten Prinzipien, und Die Personen sitzen In bestimmter Drbming: Feuerstelle, Holzplatz, ftüdjcnbufett, Wohnplätze usw. Auf diese Weise kommen wir auf nicht weniger als neun „Zlmmerchen". Aber es gehört dem Lappen ja mtd> der weite, unermeßliche Raum draußen vor dem Zelt, der ihm |ebe Enge nimmt. Früher gab t« außer der Eingangstür noch einen Hinterausgang, die „blutige Tür", burd> die der ßai^e entweder zur Jagd oder zum Opfern ging — von Frauen durfte diese Tür nie benutzt werden. Nachts brennt kein Feuer In dem Zelt, und die Temperatur wirb schließlick) dieselbe wie draußen: 20, 30, 40 Grab Kälte. Da braucht man schon Renntierpelze, um nm andern Morgen wieder aufzuwachen... Und draußen auf dem weiten, dünnbewaldeten, hügeligen Gelände meiden die Renntlerherden und scharren unter dem ©dmee nach Nennttrrmvnß. Jedes Kind einer Familie, Knabe wie Mädchen, stand der Führungsabteilung liegt stets so nahe wie möglich bei den eingesetzten Korps, ift aber natur, gemäß bei der Ausdehnung eines Armeeabscknitts Ser eigentlichen Atmosphäre des Kamp es entrückt Die höhere Fsihruna bedarf für die Leitung großer Operationen vor allem weitreichender Nachri ch t e n in i 11 e l. bie beute wichtiger finb als bieper- ünliche Berührung nut einem ber zahlreichen Kampfabjdjnllte. Daß bie beutfchen irotz- bem häufiger als fe bei ben Truppen felbst anzu- treffen finb, ist eine ber beachtlichsten Tatsachen bie- (es Krieges. , Schon auf bem Gefechtsftanb bes ® e n e r at. tonVmanbos fehen wir ein oiilvg,anderes Billi. Der Kommandierende General und fein eotab finb mit ihren Fahrzeugen in ein Walbstück gezogen, wo ne sich in fchnell errichteten Selten ober unter freiem filmmel jur Arbeit nieberfleYaffen haben. Tm geeig- netes Drloquartier staub nicht zur Verfügung unb wurde auch nicht gewünfcht, da der Gefechtsstand ichon morgen wieder weiter nach vorn verlegt wer- be21ud)U bist erfolgt die Truppenführung noch In zurückgedrängt. Das Christentum konnte erst im Laufe des 17. Jahrhunderts unter den Lappen Fuß fassen. Im übrigen trafen wir unter den Lappen heute noch auf viele uralte heidnische Vorstellungen. Immer nocy finden wir hier eine Art Medizinmänner, Zauderer, Eingeweihte, die vorgeben, Im Besitz besonderer Kräfte zu sein, als bie letzten Ueberreste ber alten heidnischen Religion der Lappen mit Zaubertrommel und Besd-wörung der Unterirdischen und anderer Geister, von denen die Natur erfüllt ist. Die Dialekte unter den Lappen sind so versdsieden, daß die Enarl-Lappen die von Enon- teklÜ kaum verstehen. Die Enontekiö-Üappen (oöe£ Nomad-Lappen) sprechen außer Lappisch fließend Finnisck), während z. B. die Lappen von Utsjoli (Nordlappland) in der Hauptsache nur Lappisch räumt, um den „Sieg" zu organisieren. Eine« Tage« aber wird diese Methode nicht mehr Erfolg haben, wenn das englische Volk nämlich dahintergekommen sein wird, daß die Unfähigkeit nicht bei Den ©liebem, sondern vor allem bet dem Haupt des Kabinetts vorhanden ist. Dann wird es keinen Ausputz der Fassade mehr geben, sondern dann wird die ganze Fassade zertrümmert werden. Wenn wir eines wissen, dann ist es das, daß diese Zertrümmerung Herrn Churchill nicht erspart bleiben wird, und daß ihm bas Ausputzen auf die Dauer nichts hllft. Vertreter Indiens in den Vereinigten Staaten. Stockholm, 21.Juli. (Europapreß.) Indien hat einen diplomatischen Vertreter in ben Vereinia- ten Staaten ernannt. Er trägt den Titel „Generalagent". Die Ernennung ist im Zuge der Einschal- tumg Washingtons in Englands Indien-Politik, aber auch in die inneren Verhältnisse Indiens vorgenommen worden. Durch den Titel „Generalagent" soll offenbar der Frage aus dem Wege gegangen werden, ob Indien als cnglifd)e Kolonie ohne staatliche Selbständigkeit das Recht zur Ernennung von Gesandten belitzi, das bie Dominien in gewissem Umfange erhalten haben. Der erste Vertreter der USA. in Indien, Wilson, wirb ben Rang eines Gesandten haben uqb ben Titel eines ®cne- ralkommifsars führen. Wehrpflicht in NiederlLndisch-Indien. Stockholm, 21. Juli. (Europapreß.) In Nie- derländisch-Indien wurde die Wehrpflicht eingeführt. Im ersten Jahr sollen auf Java 400 000 und au den übrigen Inseln 200 000 Rekruten einyezoaen werden. Der Oberbefehlshaber von Niederländisch- Indien teilte mit, daß die Verwaltung keinen Unter- schied zwischen holländischen und eingeborenen Dienftpflichtiaen machen werde. Die Gleichbehandlung von Weißen und Farbigen soll nad) dem Krieg fortgesetzt werden. Es bestehe die Absid)t, Nlederlän- disch-Indien ate Ganzes zu verteidigen und die Verteidigung nicht auf einige Inseln zu beschränken. Um die B i n b u n g e n an England zu betonen, werde ein niederländisch-lndisch-englisches Expeditionskorps gebildet werben. Auf dem Gefechtsstand Von Kriegsberichter Dr.F. Metzle. Zu Fuß begeben mir uns von hier aus zu bem Thef der R e 1 t e r f ch w a d r vn, die einige hundert Meter entfernt abgeseffen mit einem bol- id)ewlstisd)en Gegner im © e f e d) t liegt. Dio Psende sind einige hundert Meter weiter rückwärts Im Walde abgestellt. Wir finden den Oberleutnant mitten zwischen seinen Reitern hinter einem tarnenden Gebüsch. Hier gibt es keinen Gefechts- stand mehr, sondern die Führung der Sd)wadron erfolgt ausschließlich durch persönlichen Befehl. Ge- rüde kriecht ein Unterosilzier gedeckt zu seinem Chef heran, um Meldung über einen Erkundungsa'ustrag zu erstatten. Mit einem Relterfpähtrupp hat et Verbindung zum nächsten vatalllon hergestellt und bisher besetzte Dörfer feindfrei angetroffen unb ist nn drei anderen Stellen mit 3nfantede|mer be- schossen worden. Eine entspreckiende handsd)riftlld)e Meldung init Skizze will) sofort an den Abteilungs» stab geschickt. Hier ist die Front! Hier spielen fld) in einem kleinen Teilausschnltt die Ereignisse ab, um bereit Führung und Auswertung sich hie ganze Arbeit in den Gesechtsständen der übergeordneten Stabe dreht. Gerade die Meldung dieses Retterspähtrupps war es, auf die es an diesem Tage ankam. Es Nnni oft ein ganz unscheinbarer Fortschritt ober eine »nebensächliche Beobachtung sein, die beim . Im Gesamtrahmen als Sensation empfunden und zur Grundlage weitreichender neuer Entschluss« gemacht wird. Generalmajor Lancelle an der (Spitze seinerDivision gefallen. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) P e t s a m o , im Juni 1941. Finnisch-Lappland umfaßt ein Gebiet von rund 100 000 ukm mit 45 000 Menschen, d. h. auf zwei Quabrathlomeler kommt noch nicht einmal ein Mensch. Sdjon an Hand dieser nackten Zahlen haben wir das Bild von der ungeheuren Werte und Mensd)enieere diese» Nordlandes. Die Waldgrenze liegt zwischen 400 und 600 in und gewöhnlich wird sie von den buschigen Gebirgsbirken gebildet, die im Herbst jenen unvergeßlich jdyonen Oarben- , auber über die Landidmft breiten, wie man es onft wohl kaum zu seyen bekommt. Neben der Birke ist es in der Hauptsache die Kiefer und bie Fichte, die der Landsdmst das Gepräge geben. Charakteristisch sind auch bie vielen Moore und Sumpfe, benen wir ständig begonnen. Und erst die ungeheuer reichhaltige Beerenwelt! Der Berggrund ist Urgestein und wird von losen, dünnen Erd- |d)ld)tcn bedeckt. Was bie Tierwelt anbetrifft, so trottet hier nod> ber König des Waldes, der Bär, umher, dann der Vielfraß, der gefährlichste Feind des Renntieres, weiter der Wolf, der Lud)», der Fuchs, der ftatilidye Elch bl« zum Hermelin, Wiesel, der Fisd>otter u. a. Von den heute etwa 30 000 Lappen wohnen et- was über 2000 auf finnischem Gebiet. Davon führt aber nur ein Teil ein rein nomadisches Leben. Andere haben sich ganz festgesetzt, leben vom Fischfang und anderen Arbeiten, wieder andere führen ein halbnomadisches Dasein. Wenn auch die lappische Spradje eine gewisse Verwandtschaft mit dem Finnischen hat. so gehört der Volksstamm ber Lappen zu einer sonst In Europa nicht vorkommenden Rasse. Wir haben es hier mit einem Naturvolk au tun, dessen Herkunft bis heute ganz Im Dunkel liegt. Man kann heute annehmen, daß etwa von J)OD n. Chr. die Lappen in der Geschid)tc auftreten. Die' nckrweglschen Könige waren die ersten, die Steuern von Den Lckppen eintrieben; später wurden die Lappen aus Mittel- und Ostfinnland heimge- füllst und auch die russisll)e Macht unter Nowgorod zeigte sich auf dem Plan. Gustaf Wasas ftarle Hand suchte in der schwedischen Zeit auch hier Ordnung zu schaffen, doll, blieb die Geschichte der Lappen immer eng verbunden mit harten, blutigen Kämpfen gegen Eindringlinge. In Finnland sind die Lappen m früheren Zeiten auri> In Südfinn- land und Karelien vorgekommen, doch schon im Mittelalter wurden sie immer mehr nach Norden M1B. ...» 21. Juli. (PK.) Der Himmel meint < «läblg in diesem Juli. Er mischt in die Som- tenge frischen Wind. Die Hitze, die peinigend u »erben begann, ist gemildert. Freilich muß man Staub nun mit in Kauf nehmen, der un- ufjrlld) von den breit geführten Pisten herüber- Mmmen. . , , o,v [ 1-iber aber hat der Juli auch eine neue Land- la:« beschert. Es finb die Fliegen, die eines k!5 da waren, wenige erst, aber bann rasch an- ULifcnb. Nun sind es Legionen geworden, die vom in Morgenstrahl bis zum Abend um die Zelte li Stellungen herumschwirren. Der Soldat tragt «I das grasgrüne Moskitonetz wie em Fechter w> Maske. Vor den Zelten blähen sich die weiten liißentüdjer; eigentlich gehören fie über den Schlaf- la.';,, aber da nutzen sie uns herzlich wenig. Dian ul schauen, die Schwärme schon am Eingang ab- if naen. Aber ganz kann sich keiner ihrer er- tlren. Ueberall bringen sie durch. Wo ein Tropfen tz fer verspritzt wird, wo ein Stuck Brot ge d)nit oi wird, wo der Soldat eine Konservenbuch e |hct - in dicken Wolken kommen sie soaleich (bei, um sich häuslich niederzulassen Kein Kraut I 8egen diese Plage gewachsen, und selbst feuchter ! incimHt in Brand gesteckt, hilft nur bedingt, die liifter zu vertreiben. So albt es "jemanden, von tei eral bis zum Schützen, der sichnichtstandm auf li genjagd befindet. Es ist eine Beschäftigung, bie n n ausgewachsenen Mann jedenfalls einige Elchen ausfüllen kann. Dann und wann wird eine Einheit vorübergehend abgclüst. Sie wird herausgezogen. Sie kommt ans Meer Die Männer können baden. Allein das Meer ist salzig, es klebt, unb nicht immer ist es eine Freude, wenn mir auch schon glücklich sind, einmal ins kühle Wasser tauchen zu können. An einem Tage sichten wir einen Prahm. Es ist ein englisches Schiff, das nach Tobruk wollte und fid) verfranzt hat, nachdem unsere Stukas in und vor dem 5>afen von Tobruk gewirkt hatten. Die Männer, die endlich an Land anlegen, erzählen, daß ein Frachter und ein kleinerer Flakkreuzer australischen Ursprungs erwischt worden sind. Ein andermal werden Minen gesprengt, die am Strande antrieben. Der Rauchpilz steht groß über ber Küste. In Tobruk mag man wunder was meinen, was Da Berlin, 21. Juli. (DNB.) Bei den Kämpfen im Osten fiel — wie NSK. meldet — an ber Spitze feiner Division ber ehemalige SA.- Oberführer Generalmajor L a n c e l l e. Er war 1885 geboren, trat 1905 als Seekadett In die Kaiserliche Marine ein, nahm, nachdem er zur Armee übergewechselt war, als Batterieführer, zuletzt als Regtmentssührer, am Weltkriea teil wobei er durch ganz besondere Tapferkeit seiner Truppe ein leuchtendes Vorbild und ein hervorragender Führer mar der durch den Orden Pour le nitrite unb andere hohe Orden des Weltkrieges ausgezeichnet wurde. 1919 nahm er an ben Freikorpskämpfen in Oberschlesien und in München teil. Schon 1922 trat er hi die NSDAP, ein und war in den Tagen des 9 November 1923 Führer sämtlicher Wehrverbande Mitteldeutschlands, seit 1.2. 1924 Führer im Frontbann, später in der SA. 1931 wurde er SA.-Ober. sichrer und später Referent In ber Obersten SA.- Führung. Nach der Machtübernahme erwarb er sich als Leiter der Reichsschule des NAD. hohe Verdienste um den Aufbau he« RAD. 1936 trat er wieder zur Wehrmacht über. Auch im jetzigen Kriege tand Generalmajor Laneelle von Anfang an wieder n vorderster Front. Sein Heldentod an der Spitze einer Division im Kampf gegen den alten bolschewistischen Feind ist symbolisch für sein national- osialistisches Leben. Partei unb Staat verlieren eine kämpjerisll-e PersönlichkM, deren Verdienste um den Ausbau und bie Sicherung des nationalsozialistischen Reiches unvergesfen bleiben werden. erster Linie d u r ch d i e T e l e p h o n l e i t u n g e n, aber man kann mit bem Krad oberbe m ® e - (änberoagen schon einmal schnell zu ben nur wenige Kilometer entfernten Divisionen hin üb erbrausen, um fid) persönlich zu orientieren. Der Lärm des Artilleriekampsev Ist bei der Arbeit des Stabes ständig hörbar. Häufig erscheinen Offiziere ber Kampftruppen zur persönlichen Meldung im Gefechtsstand des Generalkommandos, unb null) Gelungene werden ast schon kurze Zeit nach dlttN Kamp e hier zur Vernehmung vorgesührt. Die Atmosphäre dieses Gefechtsstaiibes atmet bereite eine ausgesprochene Frontnähe. * Den Divlsionsgesechtsstond treffen wir mitten im Umzug an. Der Divisionskommandeur befindet sich bei einem feiner Infanterieregimenter und wird seinen Stab erst auf dem neuen, von chm ernmünNid) befohlenen Gesechtsstand wieder an- reffen. Mit den letzten Fahrzeugen erreichen wir bei hereinbrechender Dunkelheit den neuen Dirn- ionsgefechtsstand, der nur aus einigen getarnt ausgestellten Wagen in einer Waldspitze besteht Kommandeur und la arbeiten In einem als Befehlswagen eingerichteten Omnibus, die übrigen Re- erenten des Stabes schlagen fid) In der Nahe irgendeinen Tisch auf. In unmittelbarer Umgebung des Gefechtsstandes stehen einige Batterien in Feuerstellung. Wenn sie zu schießen beginnen, mutz ber la am Teleohon seine Stimme gewaltig steigern, um sich verständlich zu machen. Dauernd kommen und gehen d i e K r a b m e l - d c r von den Regimentern und den übrigen unterteilten Truppen. Offiziere im Stahlhelm berichten unmittelbar unter den Eindrücken der Kampfe. Em Panzeralarm, der von einem der Regimenter plog- lich durch Funk gegeben wird, drinat auch den D - oislonvgefechtsstani sofort In Verteidigungsbereit, chast. Die Nacht wird erleuchtet durch den Brand einiger Dörfer, die beim Artilleriekampf dieses Tages in Flammen aufgegangen finb. LK. Ein Offizier des A r m e e o b e r k o m man- : t os bekommt den Befehl, sich zu den vordersten r.ppen in einem Brückenkopf des Dunaabschn tts uegeben, um bestimmte, für die höhere Führung !h- wichtige Feststellungen über bie Feindlage zu :essen. Er soll aus dieser Fahrt mit allen für den lereffenben Abschnitt zuständigen Kommanbostöllen LDlung nehmen. Innerhalb weniger Stunden fuhrt her Auftrag vom AOK. über sämtliche dazwischen leientx? Gesechtsstä.rde zu den vordersten, unmMel t am Feind stehenden Truppen -- ein Inter iif:nter Längsschnitt durch den Fuh tu'» asmechanismus des Heeres unb ein i: ben Soldaten geradezu dramatische Steigerung ti gerischer Eindrücke, wie sie sich gerade die Oss jife höherer KommaiU>obehorden so häufig w Mt dem zweiten Teil dieses Monats ist es .tras stiller vor Tobruk geworden. Ein |ho»cher englischer Panzervorstoh wurde ab- «Magen. Dann hielt man drinnen, bei ben Ein- «esc offenen, den Atem an, denn sie wußten, daß Aus dem Reich. bekommt ein paar Remitiere, pflegt sie und bekommt auf diese Weise, wenn es erwachsen ist, eine hübsche Anzahl eigene Tiere, die es bei der Heirat sofort mitnehmen darf, wenn es wegzieht, während die Herde des Vaters erst nach seinem Tode unter die Kinder aufgeteilt wird. Ja, eine seltsame, wunderliche Welt tut sich uns hier aus, die Welt eines Naturvolkes, das einzig und allein nach den Gesetzen lebt, die die Natur ihm auferlegt. Wir sehen in einen Lebenszustand, wie er weit weit in die Geschichte unseres Daseins zurückreicht als einer der letzten Ausläufer, aber vielleicht auch als ein kleiner Maßstab, wie weit oder wenig weit wir es gebracht haben. Das eine kann man ohne weiteres sagen: Das Dasein eines Nomad-Lappen ist mit seinem eigenen Leben vollkommen ausgefüllt und erfüllt; können wir das auch von unserem Dasein sagen? Oie bulgarischen Staatsmänner in Nom. Rom, 21. Juli. (Europapreß.) Der bulgarische Ministerpräsident F i l o f f und Außenminister P o - p o f f sind in Rom eingetroffen. Sie wurden vom Duce und von Außenminister Graf Ciano begrüßt. Auf der Fahrt nach der Villa Madama wurden den bulgarischen Gästen von der römischen Bevölkerung begeisterte Kundgebungen bereitet. Die bulgarischen Staatsmänner wurden dann vom König und Kaiser im Quirinal empfangen. Alsdann begaben sie sich in den Palazzo Venezia zu einer Unterredung mit Mussolini, der auch Graf Ciano beiwohnte. Bei dem zu Ehren des bulgarischen Ministerpräsidenten Filoff und des Außenministers Popoff am Montagabend gegebenen Essen hielt der Duce einen Trinkspruch. Ministerpräsident "Filoff antwortete. Infolge der Siege der Achse sei Bulgarien zum Grenznachbarn Albaniens geworden. Das bulgarische Volk beglückwünsche sich zu dieser neuen Nachbarschaft und wünsche in dieser seiner neuen Westgrenze das Band zu sehen, das auf Grund einer unaufhörlichen Freundschaft für die kommenden Jahrhunderte die Schicksale der beiden Staaten glücklich vereinen, zahlreiche Wege der Zusammenarbeit in allen Lebensäußerungen öffnen und damit den vielfachen gemeinsamen Interessen dienen werde. Im Namen des bulgarischen Volkes könne er, Filoff, dem Duce die Versicherung geben, daß Italien im bulgarischen Volk immer seinen aufrichtigsten Freund auf dem Balkan finden werde. Oie Abschüsse der rumänischen Lustwaffe. B u d a p e st, 21. Juli. (Europapreß.) Der rumänische Verteidigungsminister General I a c o b i c i erklärte in einer Rede am Tage des Schutzpatro- nes der rumänischen Luftwaffe, bis jetzt seien von der rumänischen Luftwaffe und der Flak 22 3 feindliche Flugzeuge abgeschossen worden. Davon habe allein die 53. Staffel 35 Abschüsse erzielt, ohne selbst auch nur einen einzigen Verlust zu erleiden. Der Minister verlas eine Reihe von Namen verdienter Flieger, die zu Ordensauszeichnungen vorgeschlagen worden sind. Kleine politische Nachrichten. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley unternahm eine Inspektionsreise durch die Gaue Köln- Aachen und Westfalen-Nord. Er wurde von dem Gauleiter G r o h e und dem Stellvertretenden Gauleiter Stangeer begleitet. Generalfeldmarschall List hat nach einer Meldung der römischen Presse dem Oberkommandierenden der italienischen Besatzungstruppen in Griechenland, General Geloso, in Athen einen Gegenbesuch abgestattet. Das griechische Unterrichtsministerium hat ab Januar 1942 an allen griechischen Mittelschulen Deutsch als Fremdsprache obligatorisch einaefuhrt. Der Unterricht wiw vorerst in den drei oberen Klassen beginnen. Aus Georgetown (Britisch-Guayana) meldet der Londoner Nachrichtendienst, daß Truppen der Vereinigten Staaten dort angekommen seien. Britisch- Guayana gehört zu den Stützpunkten, die auf Grund des Leih- und Pachtgesetzes von England an die USA. abgetreten wurden. Schülerauslese für die Hauptschule. Zum Beginn des neuen Schuljahres im Herbst werden in den neuen Ost- und Westgebieten des Reiches Hauptschulen nach dem Vorbild der Ostmark errichtet, Schulen also, die die besonders leistungsfähigen Schüler der Volksschulen, soweit sie nicht auf eine Höhere Schule übertreten, nach der vierten Volksschulklasse für die restlichen vier Jahre der Schulpflicht zu einem über das Volksschulziel hinausgehenden Bildungsziel fördern sollen. Verantwortlich für die Auslese ist der Leiter der Volksschule, der sich dabei auf die Beobachtungen des Klassenlehrers stützt. Für jeden Schüler wird die charakterliche Haltung, körperliche Eignung und geistige Leistungsfähigkeit in Betracht gezogen. Schülern mit charakterlichen Mängeln, die im allgemeinen Verhalten in und außerhalb der Schule deutlich erkennbar sind und auf offenbar schlechten Anlagen beruhen, darf der Uebergang in die Hauptschule nicht zuerkannt werden. Die körperliche Eignung für die Hauptschule ist nicht gegeben bei einem besonders schweren Leiden, das nach Meinung des Schularztes in absehbarer Zeit nicht behoben werden kann und voraussichtlich eine Behinderung für das Mitkommen in der Hauptschule darstellt, ferner bei einem besonders auffallenden Mangel an Mut und Einsatzbereitschaft bei Spiel und Sport und bei dauerndem Sträuben gegen jede Körperpflege. Im übrigen setzt die Hauptschule sichere Leistungen vor allem in Deutsch und Rechnen voraus; die Rechtschreibung muß in einem der Altersstufe entsprechenden Ausmaß beherrscht werden.-Es kommt ferner auf die erkennbare Anlage zum selbständigen Denken und einen ausdauernden Lernwillen an. Der Uebertritt in die Hauptschule erfolgt ohne Aufnahmeprüfung, aber das erste Halbjahr in der Hauptschule gilt als Probezeit. Die Ellern sind von dem Ergebnis der Auslese frühzeitig zu unterrichten. Der Hoheilsträger der NSDAP, erhält eine Liste der in die Hauptschule zu überweisenden und der in der Volksschule verbleibenden Kinder. Beschwerden der Eltern gegen die Entscheidung des Schulleiters find dem Schulrat vorzulegen, der im Benehmen mit dem Kreisleiter der NSDAP, entscheidet. Oie Höchstlöhne für Haus- personal. Der Sachbearbeiter beim Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg, Regierungsrat Krumsdorf, erläutert in der „Sozialen Praxis" die für Hausperfonal ergangene Höchst- lohnanordnumg. Die irrige Ansicht, daß der Lohnstop für die Hauswirtschaft nicht gelte, habe dazu beigetragen, daß die Löhne auf diesem der Beaufsichtigung schwer zugänglichen Gebiet a u f eine unangemessene Höhe stiegen. Der Referent erklärt, daß die Ermittlung gerechtfertigter Löhne für Aufwartungen und Waschfrauen verhältnismäßig einfach war. Bei den Löhnen und Erziehungsbeihilfen für Pflichtjahrmädchen und Haushaltslehrlingen mußte schon weitgehend auf den Wert der Sachbezüge Rücksicht genommen werden. Bei den Pflichtjahrmädchen erschien es angebracht, einen etwas höheren Lohn vorzusehen, da hier neben dem Erziehungsgedanken auch die Arbeitskraft von Bedeutung ist. Schwieriger liegen die Verhältnisse bei den Hausgehilfinnen. Neben den Leistungen und Erfahrungen, neben dem beruflichen Können der Hausgehilfinnen ist auch der Arbeitsumfang sehr unterschiedlich. Die Lösung konnte nur darin gefunden werden, daß den tatsächlichen Verhältnissen durch Einführung von Lohnspannen Rechnung getragen wird. Die obere Grenze gilt als absoluter Höchstlohn, der nur gezahlt werden soll, wenn besondere Verhältnisse ober hervorragende Leistungen der Hausgehilfin dies rechtfertigen. Besondere Aufmerksamkeit verdiente die allgemeine Uebung, der Hausgehilfin zum Geburtstag, zu Weihnachten und anderen Anlässen Geschenke zu machen, die oft einen erheblichen Wert besitzen. Es konnte nicht die Absicht sein, mit dieser Uebung zu brechen. Aber es waren auch hier Beschränkungen notwendig, da sonst Umgehungsmöglichkeiten Tür und Tor geöffnet wäre. Der Referent weist darauf hin, daß die Höchsllohnregelung auch auf dem Arbeitseinsatzgebiet Vorteile zeitigen werde. Ein Wechsel des Arbeitsplatzes könne künftig für die Hausgehilfin keine oder nur unwesentliche Lohnverbesserungen mit sich bringen. Sollte es jedoch einmal einer Hausgehilfin gelingen, unter Verstoß gegen die Anordnung eine höhere Entlohnung zu erreichen, so setze sie sich der Gefahr einer Bestrafung aus. Endlich sei zu beachten, daß für schon jetzt gezahlte höhere Löhne nicht eine unbedingte Pflicht zur Herabsetzung, sondern nur eine schriftliche A n - zeige an den Reichstreuhänder vorgeschrieben werde. Dieser habe es dann in der Hand, angemessene Löhne festzusetzen, und, soweit dies überhaupt vertretbar fei, Hausgehilfinnen in besonderen Fällen günstigere Lohnbedingungen zuzuge- stehen. Beim Stellungswechsel dürfe allerdings wieder nur der Höchstlohn gefordert und gezahlt werden. Ausstattungsbeihilfe auch im Elternhaus. Zur Einführung der Ausstattungsbeihilfe für Hausgehilfinnen i n kinderreichen Haushalten wird mitgeteilt, daß auch Be- «schäftigungs - und Lehrzeiten im elterlichen Haushalt berücksichtigt werden können, wenn das Arbeitsamt die Notwendigkeit der Beschäftigung vor deren Beginn anerkennt und schriftlich bestätigt. Hierdurch ist die Möglichkeit zum Erwerb der Äusstattungsbeihilfe, besonders auch in solchen elterlichen Haushalten gegeben, in denen aus wirtschaftlichen Gründen eine fremde Hausgehilfin nicht gehalten werden kann. Heranwachsenden Töchtern, die sonst nach der Schulentlassung entgeltlich Arbeit aufzunehmen pflegen, wird es durch die Aussicht auf die Ausstattungsbeihilfe erleichtert, ihre Arbeitskraft zur Unterstützung der kinderreichen Mutter dem elterlichen Haushalt zur Verfügung zu stellen. Oer Soldatendienst der Reichsstudentenführung. Der „Altherrenbund" veröffentlicht einen Bericht über den Kriegseinsatz des Studententums. Neben den Leistungen des Studententums an der Front fei nicht weniger wichtig die Kleinarbeit der in der Heimat verbliebenen Studenten. Der Bericht hebt den Kriegsleistungskampf, den Ernteeinsatz, den Facheinsatz Ost und den Rüstungseinsatz der Studenten und Studentinnen hervor. Das wichtigste Ereignis in der studentischen Kriegs ar beit dieses Jahres ist die Einrichtung eines Soldatendienstes der Reichsstudentenführung, dessen Aufgabe die umfassende Betreuung aller Kriegs st udenten ist. Mit der Durchführung dieses Soldatendienstes, der eigene Dienststellen bei allen örtlichen Studentenführungen einrichten wird, sind das Sozialpolitische Amt der Reichsstudentenführung und das Reichsstudentenwerk beauftragt worden. Auch an die „Alten Herren" wird appelliert, sich bei dieser Betreuungsarbeit einzuschalten. Der Soldatendienst wird die vom Wehrdienst zu- rückkehrenden Soldaten-Studenten und vor allem die verwundeten Studenten in allen Fragen betreuen und beraten. Wohnungsvermitt- lung, Studienberatung, sachliche Studienerleichterung und wirtschaftliche Studienvergünstigung stehen im Vordergrund. In die Reichspropagandaleitung der NSOAp. berufen. Berlin, 21. Juli. (DNB.) Der Reichspropa- gandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, hat unter Entbindung von ihren bisherigen Aemtern folgende Parteigenossen in die Reichspropagandaleitung der NSDAP, berufen: Den Gaupropagandaleiter von Berlin Wächter (MdR.), den Gauschulungsleiter von Sachsen Studenkowski (MdR.), den Gaupropagandaleiter von Tirol-Vorarlberg Dr. Lapper (MdR.), den Leiter der Aktiv-Propagandaleitung von Berlin Frölich, den Leiter der Abteilung „Ausstellung" im Institut für deutsche Kultur- und Wirtschaftspropaganda Bötticher, den stellvertretenden Gaupropagandaleiter von Hessen-Nassau Wilhelm Lehr, den Leiter der Rundfunkabteilung der DAF. Fischer, den Kreisleiter in Küstrin Krämer, den Gaufilmstellenleiter von Sudhannover-Braunschweig Kadach, den Gaufilmstellenleiter von Brandenburg Teuchert, den Referenten fa Volksmusik in der Reichsmusikkammer Rekto, Jung und den Chefdramaturgen der Ufa-Werb^ film Funke. Dramatischer „Siegfried" in Bayreuth. Bayreuth, 21. Juli. (DKD.) Zwischen „Wal. küre" und „Götterdämmerung", den tragisch umstrittenen Stationen des „Ring"--Dramas, bildet bec „Siegfried" — aufs Ganze gesehen — bei lyrischen Ruhepunkt. Und der poetische Kern diesem vom Fluche des Goldes unberührten Mittelstücke; der Trilogie ist wiederum dessen Mittelakt, in bei» die absolute Ruhe der Natur und die Unbefangenheit des freien Helden musikalische Gestalt geworben sind. Gleichwohl lag der Schwerpunkt der ersten „Siegfrieü"-Aufführung der diesjährigen Bayreuther Fe st spiele in den Außenakten. Do; hatte seinen Grund einmal in der vorwiegend auf das Dramatische gerichteten musikalischen Jntervre. tation Heinz Tietjens. Aber auch Max Lo, r e n 3, in Erscheinung und Spiel der Prototyp be; Wagnerischen Siegfried-Darstellers, hat nicht nur seine schauspielerische Ekstase bis an eine äußech Grenze herangeführt, üuch das schwere Metall seine; Heldentenors entfaltete sich am glanzvollsten bies- mal in der deklamatorischen Wucht der Schmiede, lieber und im hymnischen Zwiegesang mit der erwachten Brünhilde, die von Marta Fuchs eint dezent zurückhaltende Verkörperung selbst in heiklen Szenen und kraftvollen Spitzentönen erhielt. In den Vordergrund der künstlerischen Wertunz rückte Erich Zimmermann, dessen Mime durch eine schlechthin vollkommene Vereinigung von schärfster, bis in jede Bewegung durchdachter Cha. rakteristik der Rolle, von prägnanter Sprachartikula- tion und vorbildlicher Gesangsphrasierung gekennzeichnet war. In der affenartigen Maske mit Zimmermanns Mime „brüderlich" verwandt sicherte Ro. bert Burg die Eigenart seines Alberich durch for. eierten Baritonklang. Ein ruhender Pol — Hoheit und Wissen mit Humor und blühender Schönheit ber Tongebung verbindend —, stand Rudolf Bocke!- m a n n als Wanderer zwischen dem neidischen Zwei- gengezücht. — Der Eindruck der Bayreuther „Ring'. Aufführung ist auf den täglich wechselnden Be- sucherkreis einheitlich stark. Auch die Gäste aus ben Gauen Magdeburg-Anhalt und Tirol antworteten I nach jedem Akt mit hingerissenem Beifall. Johannes Jacobi. [ Aus aller Well. 3n den piemonlesischen Voralpen abgeslürzk. Zwei junge Alpinisten aus Stella sind bei ber Ersteigung des Mucrone in den piemontesischen Voralpen abgestürzt. Einer von ihnen verunglückte dabei tödlich. Starker Nebel und nasse Felsen erschwerten den Aufstieg. Auf halbem Wege rutschte einer von ihnen im Kamin aus und riH den Freund mit sich. Gefängnis für einen Tierquäler. Vor dem Solinger Amtsgericht war angeschuldigl ein Mann, der bei einer Schäferhunddreffurprüfung feine drei mitgeführten Schäferhunde mit den Worten „Faßt ihn!" auf einem einzelnen Schäferhund eines 72jährigen Stallmeisters gehetzt hatte. Bevor der angegriffene Hund recht wußte, wie ihm geschah, hatte ihm die Uebermacht von drei Art« genossen ein Ohr in zwei Teile gespalten. Das Gitarre 3. kaufen gesucht Angebote unten 02425 a.d.G.A. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Nr. 172 Zweites Statt Aus her Stadt Gießen. Hygiene in Llrlaubstagen. Bon Dr. med. Hartmann. Heute unteichalten wir uns einmal mit denen, die un Urlaub sind oder in absehbarer Zeit in Urlaub gehen können. Der Kreis dieser Glücklichen ist unvergleichlich viel größer als von 50 oder auch nur vor 20 Jahren, und bannt ist ein wesentliches Stiick auf dem Wege zur vollkonnnenen 'Volksgesundheit geschasst. Die HOgiene des gesamten Boltes ist da- her allein durch die Tatsache, daß grundsätzlich jeder Volksgenosse seinen Urlaub haben soll, um eine oder gar mehrere Stufen höher gehoben worden Aber leider weiß nicht jeder seinen Urlaub in der rechten Weise anzuwenden. Mancher verschläft ihn im wesentlichen, andere sitzen beim schönsten Son- nenschein im rauchigen Lokal (das auch ein feiner Salon mit Klubsesseln sein kann) und verbringen die Zeit beim Kartenspiel, andere meinen, der Platz vor der Theke sei der richtige, wieder andere bekam- men cs mit dem Kilometerfressen oder ralen die Berge hinauf, jeden Tag einen anderen, und kommen überhaupt nicht zur Entspannung. Sie müßten dann am Ende des Urlaubs gleich nochmal einen Urlaub antreten, um sich von dem ersten zu erholen. Entspannung aber ist das A und 0, der Anfang und das Ende jedes rechten Urlaubs. Entspannung im allgemeinen, so daß keine Uebermüdung eintritt, Entspannung aber auch für die einzelnen Körper- organe, die man nicht überlasten soll. Herz und Nieren, Lungen und Magen, sie alle sollen nicht zu viel zu tun bekommen. Auch sie bedürfen der Erholung, und rechtes Maß ist eine Vorbcoingung für die „große Gesundheit", die doch das Hauptziel jedes Urlaubs ist. Dazu muß auch eine seelische und gel- Vcrdunkclungvzcit 22. Juli von 21.28 bis 5.23 Uhr. ir|l )fil O (tu nm 3ir. dju': M ul ft* k hntz eil )on fm I th d. ! iaiu Nil eü 1 p 1 K tOÜB ich m.t trntif W- ii 1» wi Vdi telU stige Entspannung kommen. Es ist am besten, sich möglichst jvenlg mit den Dingen zu befassen, die unseren Sinn während des ganzen Jahres in Anspruch nehmen. Der geistig Arbeitende mache sich also von Papier und Druckerschwärze möglichst frei, wer den ganzen Tag an der Schreibmaschine sitzt, klappere nicht im Urlaub, sondern schreibe seine Briefe und Ansichtskarten ruhig handschriftlich (mancher merkt dann, daß er kaum noch schreiben kann; dann tut cs ihm sehr gut, eß wieder zu lernen). Am besten hat es in dieser Beziehung der Handarbeiter. Für ihn kann es geradezu eine Erlösung und besondere Freude bedeuten, daß er sich einmal ruhig in Zeitschriften oder ein Buch vertiefen kann. Nun nehmen wir aber einmal an, daß wir so vernünftig sind und befolgen diese grundsätzlichen und vorbeugenden hygienischen Ratschlage gerne unb vollkommen. Wir haben also einen schönen Ausgleich gefunden zwischen Schlafen und Wachen, Essen und Trinken, Wandern, Klettern aber Sdpvlmmen und Nuhen. Wir verspielen oder vertrinken nicht die Nächte, um dann im Morgengrauen ins Bett zu gehen. Aber auch dann noch lauern (Gefahren, die wir uns besser vorher überlegen; sonst verderben wir uns den halben ober gar den gan.zen Urlaub. Da bekommt her eine nach ein paar Tagen eine Verdauungsstörung, ber andere kann nicht schlafen, den dritten plagen die Mücken so, daß er am liebsten gleich wieder nach Hause möchte, der vierte ärgerr sich so entsetzlich über schlechtes Wetter, daß ihm der ganze Urlaub zur Qual wird. Da ist oft guter Rat teuer, aber wir wollen gerne versuchen, ihn zu geben. Der erste: es kommt allerdings häufig vor, daß die veränderte Kost zu einer Magenverstinzmung sührt, besonders wenn plötzlich heiße Witterung eintritt. Man wird oft tage- ja wochenlang nicht damit fertig, und muß womöglich sogar die Urlaubsreife abbrechen. Also, seien wir vorsichtig und essen und trinken wir bei plötzlich auf- tretender Hitze sofort weniger, auch wenn wir nach nichts Besonderes spüren! Ist aber die Sache einmal ausgebrochen, so verschleppen wir sie nicht, sondern nehmen sofort Nizinus, unb zwar auch wenn wir denken, „es sei nicht mehr nötig"; denn es müssen alle schlechten Stoffe heraus, wenn fein Rückfall kommen soll. Dann, wenn das Del gewirkt hat, Xannalbin mit Wismut, und bann fange man langsam an, Nahrung aufzunehmen. Man ängstige eD 'n Mädel zu mir . mlii nmfi a.W )41 M n«$| M Wil XsUllIv lUll/vllt-, 11 u 71 f. । x ,Dante. Es kam mir nicht auf dos Gelb an. Ich wollte nur wissen, ob ber Herr sein Wort gehnI- Hn hat!" Und sie nickte ihm zu und verschwand. ,Was ist das für 'n Fünfziger?" erkundigte ich mich, ;erter kommen! Hab ich auch schon erlebt! Ein I tiungc steckte seinen Kopf zum Fenster. „Hamse ne I neue Fliegcrzeitschrift?^ Bedächtig lächelnd blickte ! er Händler dem Jungen nach, der mit seiner Flic- !:erzeitschrift davonging. „Wir lasen früher Hauber* I |»istolen!" sagte er. „Ja, ja, wenn man noch mal png sein dürfte. Heute!" Er besann sich. „Aber ich öollte Ihnen ja erzählen ... Ach so! Da kam mal I ’n Mädel zu mir ..." In diesem Augenblick stand wirklich ein Mädchen vor dem Kiosk. Ein sehr huv- (ches Mädchen. Ausmerkfam betrachtete es die aus- iehängten Plakate. Der Händler stieß mich an. .Passen Sie auf: Film!" flüsterte er. Und wirklich: I jrtzt verlangte vas Mädchen eine Filmzeitschrist. । ,Das seh ich den Mädels schon an", sagte er. Bald tauchte ein neuer Kunde auf. Nein, dies- I nal war es kein Kunde. Jemand fragte nach dem । !ßcg zur Straße 3E. Der Mann im Kiosk wußte Äefcheib. „Zwanzig sind's so am Tag, die nach dem d ^Leg fragen", meinte er dann. Plötzlich wurde sein I czesicht sehr freundlich Eine Dame stand am Fern fcfer. „S>at der Herr die 50 Pfennig abgegeben? B s'agte ie interessiert. „Aber gewiß doch, meine ■ bame", erwiderte der Händler und reichte ihr einen M fünfziger, „wenn's auch nicht gerade der war! W l»ie Dame lächelte, nahm aber das Geldstück nicht. Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Kindergärten in der Obhut der 7tGV. Zu den bisher schon in zahlreichen Orlen von der NSV. betreuten Kindergärten, In denen unsere Kleinen eine gute unb liebevolle Obhut genießen, während ihre Mütter ber Arbeit in 'Betrieben ober auf den Werfern nachgehen, sind am geftrigen Montag weitere 30 Kindergärten im Kreise WeHeran durch die NSB. übernommen worden. Die lieber- gäbe erfolgte in örtlichen Feiern jeweils diirch den Ortsgruppenleiter ber Bartei an den Drtsgrllppen- amtmeiter der NSB. in (flegemonrt ber örtlichen Führerschaft der Partei unb ihrer Gliederungen, ber Bürgermeister und zahlreicher Mütter unb Kinder. Ueberall vollzog sich die Ueberführuna dieser Kindertagesstätten in die Obhut ber NSB. in schlichi-seierlichem Nahmen. — Jii Gießen wurden die Kiiidersllzulen in der Diez st ratze und im Wetzlarer Weg, ferner in Klein-Linden der NSB. übergeben. Lieber die Veranstaltungen lagen uns heute früh die nachstehenden Berichte vor. lleberiiahme des Kindergartens in der 'Oiezstraße. In einer schlichten Feier in dem mit dem Bild des Führers, Fahnen unb Blumen schön ge schmück- ten Aufenthaltsraum mürbe gestern vormittag ber Klelnkinbergarten in der Diezstraße von dem Orts* gruppenleiter Gießen-Nord E. H i tz als 'Vertreter ber Partei in die Betreuung burd) Die NSB. überführt. An ber Feier nahmen neben 'Vertretern der NSB., der NS.-Frauenschast unb ber Stadt (fließen auch etwa 60 Mütter unb runb 100 Kinder teil. Orlsgruppenleiter H i tz wies in einer kurzen Ansprache u. a. darauf hin, Daß der iiatlonalsozialistlfche etaat die gesamte Erziehungsarbeit an Der Jugend als eine besondere Ausgabe unb Verpflichtung ansehe, die er auch Im Nahmen ber Kindergartenarbeit zu erfüllen habe. Er würdigte bann ble verdienst- volle Arbeit ber bisherigen Kindergärten an der Jugend unseres Volkes mit Worten der Anerkennung und dankte dabei oud) Den bisher im hiesigen Klelnkinbergarten wirkenden Kräften unb Betreuerinnen ber Kinder für ihre Mühewaltung. Im Hin- bllrf auf den Totalitätsanspruch des Staates bei ber Jugenderziehung auf der Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung erfolge nunmehr, wie überall im (flau Hessen-Nassau, auch die llcberfüh- rung des hiesigen Kleinklndergartens in die Betreuung burd) die NSB., ber anschließend von ber Vertreterin der NSV. übernommen wurde. Als Vertreter ber Stadt (fließen sprach hierauf der Vorstand des ftäbtlfdjen Sozialamtes, 'Verwaltungsdirektor Reifeer über ble soziale Bedeutung der Kindertagesstätten besonders in der heutigen Zeit mit ihrem stärkerem Einsatz der Frauen als Mithelferin bei unserer kriegswirtschaftlichen Arbeit. Er übermittelte bann der 'NSV. die Glürfwünsche ber Stadt (fließen für diese neue Aufgabe Ihrer guten Arbeit an unserer Jugend unb zum Aufbau unseres Volkes, und er bat die Mütter, Ihre Kleinen and) weiterhin dem Kindergarten anzuvertrauen. — Die Leitung des Kindergartens in ber Diezftraße wurde der Kindergärtnerin Frl. L e i) c r- zapf aus (fließen übertragen. Gieften-Mein'Linden. In Gegenwart des Vertreters der Partei, der NSV., der örtlichen Frauenschaft, vieler Mütter und Kinder wurde am Montagvormittag die Liebergabe der hiesigen Klnderschule an die NSB. vollzogen. Ortsgruppenleiter Jung als Beauftragter her NSDAP, begrüßte die 'Dhltter und Kinder unb widmete der neuen Leiterin des Kindergartens, Frl Hildegard DI e tz ((fließen), besonders herzliche Worte der 'Begrüßung. Er übergab bann die KInder schul e der 'NSV. und führte höbet u. a. aus, daß noch dem Willen des Führers ble 0 yiehung der Heranwachsenden Jugend Ausgabe des Staates und der Partei |cl. Der Staat letze sich heute in besonderem Maße |ür die Erziehung der Jugend ein unb sorge dafür, baß eine starke Jugend In ble gesicherte Zukunft unseres Volkes hineinwachse. Es bestehe deshalb für alle Eltern ble Verpflichtung, ihre Kinder In die Jugenderzlehungsltätten zu schicken. Pg. Jung svrach bann nodj Worte bee Dankes an die seitherige KinberschGtz-hweller Lina Morio, ble sich mit viel Mühe und großer Liebe Ihrer Arbeit angenommen habe. Er sprach den Wunsch aus, daß auch ble neue Kindergärtnerin, die auf dem Gebiet der Klndergartenarbelt genügend Erfahrung gesammelt habe, sich die Herzen der Kinder bald erobern werde. NSB -0rtsgruppenomtsIe11er K e h 1 übernahm den Kindergarten, wünschte der neuen Kindergärtnerin guten Erfolg In ihrer Arbeit unb versprad) vollste Unterstützung und beste Mitarbeit am neuen Werk, damit es lcld)t falle, die Kinder im Sinne des nationalsozialistischen Staate» zu erziehen. Er teilte nod) mit, daß dar Schulgeld In derselben Höhe Höhe bestehen bleibe wie seither. Frl. DI e ß al» neue Klnbergartenlelterln nahm nun ble Kinder in ihre Obhut und teilte nach Rücksprache mit den Eltern mit, daß die Besuchszeit des Kindergartens von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 1!) Uhr festliege. * Die Kinderschule In Klein-Linden wurde im Jahre 1896 von dem damaligen Pfarrer Hepding in Gemeinschaft mit weitblickenden Männern gegründet. Als (flrübimgotag de» damaligen Klnderschulverelns ist der 4. Juni 18U0 anzusehen. Die Nechnergeschäste lagen 30 Jahre lang In Händen des damaligen Lehrers und späteren Nektar» Albert Boßler. Die erste Schwester Luise Frei b u r g e r hielt am 17. Juni 1806 Ihren ('Inzug unb war 22 Jahre lang hier tätig. Als Lokal für die Kindersd)Ule dienten anfangs einige Räume Im Hause von Johannes Germer II. Im Jahre 11)06 wurde die heutige Kinderschule erbaut und das Gebäude im September desselben Jahres seiner Bestimmung übergeben. 'Von Vereinen, Instituten und Firmen, ble der Kinder- schule viele Jahre lang Unterstützung gewährten, verdienen besondere Erwähnung die Bezlrkvspar- kasse Gießen, ble ehemalige Ferniescho Bergwerksverwaltung, die Gießener Firmen Henllgenstaedt, Goll und Klingspor, der ehemalige Naiffeisenvereln und die Spar- und Darlehnskosse Klein-Linden, ble 'Verwaltung der Nelchsbohn, ble Frauenhilfe Klein-Linden, die Gemeinde Klein-Linden und seit der Eingemeindung die Stadtverwaltnng (fließen. In den letzten Jahren nahm sid; her von Pforrer König wieder in» Leben gernsene „'Verein znr Fördernng der Klcinkinderschule" der Station besonders an. sich nicht burd) Begriffe wie Sommer rühr! Dies alles gilt für den Normal fall; jeher muß sich aber so gut kennen, daß er weiß, wann er zum Arzt gehen muß. Dao gleiche gilt für Zahnschmerzen, die Den ganzen Urlaub verderben können. Man muß aus Erfahrung wissen, ob Job hilft ober ob man lieber Zeit, Mühe unb Kosten opfert, um zum nächsten Zahnarzt zu gehen ober zu fahren. Damit rettet man bann oft den Rest her Erholung. Dem zweiten faaen wir: für die Reise, wo man mit lauten Gast Hausern ober summenden Fliegen ober nächtlicher Mufik rechnen muß, Ohropax mit- nehmen! Tüchtig marschieren, dann kommt der Sd)las meist fdwu. Nicht zu hoch hinauf in die 'Berge, wenn man sich nicht kennt und weiß, baß man dort and) Schlaf findet! Dem dritten: immer eines der bekanntesten .Hausmittel gegen Mückenstiche mit (Id) führen, unb |n nie blutig kratzen! Und dem vierten: grundsätzlld) sid) nid)t über das Wetter ärgern, sondern and) viel bei Neuen ouogehen, das Ist sehr gesund, jebenfallo sofort jede kleine Lücke Im schlechten Wetter ano- nützen; notfalls kann man and) den Aufenthaltsort wechseln, wenn man ausgerechnet in eine Rege necke geraten ist. Und nun noch ein Wort für ble, ble aus irgendeinem Grunde den Urlaub zu Hanfe verbringen müßen (was übrigens sehr fd>ön sein kann). Für sie gilt fast alles Gesagte mörflld) and). Also lesen Sie eo nod)malo! Dao erste und letzte auch, hier: Ent'spanuung an Leib und Seele und maßvoll und vernünftig leben! Vornotizen. lagcßfalnibcr für Dienstag. Gloria-Palast, Seitersweg: „Benns vor (flerld)l". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann, von hem "Hin spricht" ____________________ auogebolfen hatte. Der .Herr hatte ver]vrod)en, dos Geld Im Zeitungskiosk abzugeben, weil es ein Ort mar, zu dem sie beide manchmal kamen. „Wenn sie sid) wieder mal in der Straßenbahn treffen", schmunzelte der Händler, „unb er hat diesmal fein Geld nicht vergessen, wird er sie wohl zu einer Tasse Kaffee einlaben." Dine Stunde faß ich bei dem Zeitungshändler im Kiosk. Immer neue Gesichter waren vor dem Fenster erschienen, wildfremde, die auch der Händler nicht kannte, aber auch solche, die er wohl leben Tag sah. „Wie geht'o Ihrer Frau?" fragte er. Ober: ,,'Jla, wie war Die Reise?" Da waren Beziehungen, ble man mir ahnen konnte. Sicher wußte der Mann im Kiosk so manches aus den Häusern und Läden ber Gegend. Eine Frau kam und fragte, ob schon ber Milchwagen vorbeigekommen wäre. Dann stellte sie ihre Mild)slasche aus dem 'Brett ab und ging davon. Manche Leute, die eilig ankamen, wollten keine Zeitungen, sondern mir ein Markstück in Groschen gewechselt haben. „Dao find die leie- Isomerer!" erklärte mir her Händler. Der Milch- mögen kam vorbei, und das Mädchen, das den Wagen begleitete, füllte hie Flasche auf dem Ab- ftcllbrett. Die Frau hatte wohl das Geld glcid) daneben gelegt. Später kam sie und holte sich die Milch ab. „Manchmal steht hier 'n halbes Dutzend Flaschen!" meinte der Händler. Jetzt erhob er sich „Muß mal weg. Komm gleich wieder. Sie wissen a hier Bescheid. Ist ja nur ’ne Kleinigkeit, unb Vertrauen kann man doch zu Ihnen haben." Mußte er wirklich fort, ober wollte er mich nur mal allein im Kiosk la-ssen? Etwas aufgeregt faß ich da. Schließlich hatte ich noch nie Zeitungen verlauft. Plötzlich stand ein junger Mann da. „Vater Schulz!" sagte er hastig. „Können Sie mir dis morgen drei Ern borgen?" Da erkannte er, daß nicht Vater Schulz im Kiosk saß. Erlagen entfernte er sich. Sicher hätte Vater Schulz ihm das Geld geborgt. Ein neuer Zweig feiner vielseitigen Tätigkeit war mir bekannt geworden. Nacheinander verkaufte Id) nun zwanzig Zel- tun gen. Zwei Kunden zahlten mit Zehnmarkscheinen, was mir Schwierigkeiten bereitete. Eine junge Dame erschien unb verlangte ein Modenheft Ich gab ihr eins, aber sie blätterte nur Darin herum, bann gab sie es zurück. Es war nicht das richtige. Ich gab ihr ein anderes. Nachdem flc aufmerksam Darin geblättert hatte, gab sie es wieder zurück. Auch dies war leider nicht dan rlrfytlge. „Haben Sie nicht noch etwas anderes? fragte sie von oben herab. Id) weiß irldü, was Vater Schulz gesagt hätte. Viel leid)!: „Bitte sehr! Natürlich!" Oder auch: „Scheren Sie sid) zum Teufel!" Dao hätte id) am liebsten gebrüllt, ober ich begnügte mich mit einem zornigen: „'Jlein!" Die Dame runzelte die Stirn. „Ilnl)oflid)er Mensch!" sagte flc und stelzte Davon Jeden Tag solche Kundin, und man iviiö gallen- krank, dachte ich. Eine Frau kam. „Ad) (flott", stöhnte sie, „ist Herr Schulz nicht ha? Ich möchte nur mein Netz hier ab geben. Herr Schulz ist immer so freunblid). Ich muß noch was besorgen." lind |d)on reichte sie mir das Netz durch das Fenher, nickte mir zu und verschwand. Ich legte das Netz beiseite. Es waren Apfelsinen Drin und in Zel- tungspopier gepackte Dinge. Endlid) kam Vater Schulz zurück. „Via, wie geht's?" fragte er. „Alles in Ordnung", erwiderte id). Dann erhob ich mich. „Sie wollen schon gehen?" fragte er. ,/kf) habe Ihnen ja nod) gor nicht erzählt, was man hier tagsüber alles fo erleben kann." Dos war nicht mehr nötig. Id) weiß jetzt, daß Vater Schulz nicht nur Zeitungshändler ist, sondern oud) 'Verkehrsbüro, Wechselstube, Leihamt, Ge- oärfaufbewahrungsstelle und Zentrale für kleine Neuigkeiten. Was wäre Die Straße oyne Vater Schulz! flinoerflärer und Kinoorgel. „Kinder, wie die Zeit vergeht ..." ist der Titel eine« Film», der ein Thema anschlägt, bas une immer wieder das größte Vergnügen macht: zu sehen, aus welchc'n uns heute grotesk erscheinenden Anfängen her Film sich in» Laufe weniger Jahrzehnte zu seiner heutigen Hähe entwickelt hat. Ganz abgesehen von den llnoollkommenheiten her Technik, die hie Menschen nur in rurfartlgen Bewegungen vorwärts kommen ließ, ist es auch ble wilde Dramatik des (flesd)ehens, die lieber finge rung des Ausdrucks bei den Schauspielern, über hie mir Tränen lachen. Aber eins fehlt in diesen Vorführungen, und es lohnt sich, sie nad) dieser Seite zu ergänzen, die Art nämlich, wie die Szenen auf der Flimmerleln- wand dem Publikum elnbringlld) näher gebracht »tatst««. 22.31111 Ml Gloria Palast . vor CtcricfyP. Das Motiv zu diesem Film (Buch und Sviel- leitung: Hans .» Z e riet I) findet sich bereit» iBßO In Hebbels kleinem Drama „Michel Angela" der Künstler vergrabt einen van Ihm gesd)assenen Torso, um Ihn „zufällig" finden und wieder ausgraben zu lassen nnd ans diese Weise an einem vermeintlich antiken Werk von klassischer Vollkommenheit seine reise Künstlerschast und die «Hagwürdigkelt de» zell- genössisüien Urteils zu beweisen. Der dramatuvgifd) eniseheihendc' Punkt ist natürlich die Beiveisbarkelt der nachträglid) vorgebrochten Behauptung: '1)1 ld)eh angelo bei Hebbel erbringt den Nachweis mühelos, weil er voraussdmuend einen Arm seiner Statue zur-Ückbehalten hat, den e> dann vor aller Augen dem J m fo anpassen kann. Der junge Bildhauer Brake, der sid) al» Natlonalfozlalist In der < nstemzeit und gegen Ihre entartete Kunst nicht durdrzufetzen vermag, versucht es mit demselben Einfall; aber Ihm mangelt der Beweis. Seine Zeugen in einem Meineidvprozeß verfagen; auf die einzige Kronzeugin, sein Modell, verzichtet er selbst an» Anständigkeit, um da» Mädchen, das inzwischen den Bürgermeister einer kleinen Stadt geheiratet hat, nicht All kompromittieren. Im letzten Moment, knapp vor der 'Verurteilung, wird er Durch die freiwillige Aussage dieser Kronzeugin gerettet Zwar geht deren Ebe hil|äd)lld) an einem Skandal in bin Brüche, aber <» Ist nicht schade darum: der Bürgermeister erweist sid) al» geschäftstüchtiger Lump, und die Fran wird, wie der odjhiß des Films andeutet, mit dem Bildhauer glücklicher werden als mit dem wurmstichigen Drisoderhaupt Zerlett hat dem nrsprünalld) teilt äschetifchen Motiv ein» entschiedene Wendung ins Politlscho und Kultur- volillsche gegeben: die Szenen beim Kunsthändler, Im Kultusministerium, vor Gericht und Im Wirts- Haussaale der Heinen Stadt, wo zuguterletzt eine gediegene Prügelei ausbricht, sind ätzende Satire. Das drückt sid) auch In der Darstellung aus: Siegsried Breuer als jüdisdier Kunsthändler, Erhard Siedel als Kultusmi-nister, Hubert v. Mene- r I n (f als Sachverständiger und Paul Dahlke als Bürgermeister sind satirisch gesehene Tnpen versd)ie- denen Grades nnd- von nnterschiedl! ihren (unteren Berns und für ihr ganze» Leben zu tüd)tlgen Mannern ausgebildet. Diejenigen Jugendlidien, die die ted-nischen Laufbahnen elnschlagen, erhalten bei den IlnternfflAlar- Vorsd-nlen der Kriegsmarine eine abgeschlosseno ted)iilfd)C Fachausbildung, die her Lehrllngsanv- Gesundheit ist Schönheit. Wenn wir durch richtige Zuhupsteqe, die 3