Veutezahlen unter wiMaßichem Gesichtspunkt w. Jahrgang Nr. 250 Epcherm täglich, außer Smntags und feiertags Beilagen: DRV. Aus dem Aührerhauplquartier, 20. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Südteil der Ostfront rücken die deut- fchen, italienischen, ungarischen und slowakischen Divisionen unaufhaltsam gegen das Industrie- gebiet im Donezbecken vor. Auch an den übrigen Frontabschnitten verlaufen die Operationen erfolgreich. Die Luftwaffe richtete au der gesamten O st - front wirksame Angriffe gegen wichtige Lisen- bahnlinieu und Verkehrs Verbindung en. 3m Südosten, Süden und Südwesten der britischen Insel wurden Häfen und kriegswichtige Anlagen bombardiert. 3m Seegebiet des St.- Georg-Kanals warfen Kampfflugzeuge ein größeres Handelsschiff in Vrand. 3n Nordafr.ika griffen deutsche Kampfflugzeuge am 19. Oktober und in der Rächt zum 20. Oktober mit guter Wirkung die Hafenanlagen von Tobruk an. Det Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein. Belaqerungszustand über Moskau. Stockholm, 20.. Dttpber. (DNB.) Im Moskauer Rundfunk wurde am Montagfrüh em Erlaß vnlck und Verlag: vrühlfche UniverfilÄrd rwderti L Lange Richtung Donez. Von unserer Berliner Schriftleitung. Während die Kämpfe im Raume von Moskau die Welt in Atem halten und in London die Der- Hängung des Belagerungszustandes über die sowjetische Hauptstadt durch Stalin geradezu als Schock empfunden wurde, da diese Tatsache die deutschen Meldungen vom Fortschritt der deutschen Truppen bestätigt, hat sich im Südteil der Ostfront ein Ereignis abgespielt, das wohl ebenso schwerwiegend ist wie die Bedrohung der Sowjethauptstadt. Die Krim ist endgültig vom Festland a b g e s ch n i t - ten, der industrielle Nachschub für die Sowjetbe- festigungen aus der Krim ist unterbrochen, und über Mariupol hinaus haben wir bereits Taganrog, einst in Deutschland bekannt, weil von dort aus der südrussische Hartweizen für gewisse Nudelorten exportiert wurde, genommen. Diese südliche Umflügelung des Donezbeckens aber hat diesen wehrwirtschaftlichen Schwerpunkt der Sowjetunion dem Griff unseres rechten Zangenbackens im Zusammenhang mit dem nördlichen über Drei preisgegeben, und der Wehrmachtbericht vom Montag berichtet, daß die Deutschen und die ihnen verbündeten Divisionen unaufhaltsam gegen das Donezbecken vorrücken. Die Bedeutung dieser Rüstungskammer für die Sowjets ist gewaltig. Der englische Minister Morrison hat offen ausgesprochen: „Die deutschen Hilfsquellen haben sich erhöht. Unsere Kriegserzeugung an Waffen liegt zusammen mit der Euren — also der amerikanischen — noch unter dem, was Deutschland mit seinen ausgedehnten Hilfsquellen und Er- zeugungszentren produziert. Wir haben noch viel verlorene Zeit einzuholen. Unsere Kriegsindustrie kann noch einigen Fortschritt erzielen, aber ihre Höchstleistung wird in nicht allzu grgßer Entfernung erreicht sein." Der Londoner Gewerkschaftsrat hat zwar „im Namen von fünf Millionen britischer Arbeiter" die Regierung aufgefordert, sofort auf der Errichtung einer zweiten Front zu bestehen, aber weshalb diese nicht zustande kam und warum England, wenn es jetzt den Versuch machte, sie zu errichten, ein Fiasko erleben würde, das ist eine Frage, die einfach die Beantwortung findet: Englisches Unvermögen. Womit sich alle Welt in den englisch sprechenden Ländern beschäftigt, das hat die ernsthafte britische Zeitschrift „New Statesman and Nation" geschildert. England befände sich im Zustande der „Irritation" gegen Churchill und gegen jedes Regierungsmitglied. Weshalb habe man nicht im Juni eine zweite Front errichtet? Die Zeitschrift sagt, die Sow- letunion habe jetzt, nach dem Verlust an ausgebildeten Männern, der Ausrüstung und großer Teile ihrer industriellen Kapazität trotz Hilfszusagen keine Aussicht, jemals so stark zu werden, wie sie es in diesem Sommer war. Eine Gelegenheit, den militärischen Einsatz Englands mit dem de^ Sowjets zu vereinigen, .habe sich nur einmal, im Sommer 1941, geboten, er werde aber nie wiederkehren. Die Frage, wer schuld an dieser englischen Unterlassung sei, hat Lord Halifax zum Entsetzen der llnaushaltsamesVorrückengegendasDonezbeüen Auch an den übrigen Frontabschnitten erfolgreiche Operationen. Am 3 Oktober gab der Führer in seiner Rede zur Einleitung des Kriegs-WHW. die Gefangenenzahl an der Ostfront mit 2,5 Millionen, die der erbeuteten und vernichteten Geschütze mit rund 22 000, die der vernichteten oder erbeuteten Panzer mit bereits über Allein" in der ' Doppelschlacht Wjasma- Brjansk sind dazu gekommen: 657 948 Gefangene, 1241 Panzerkampfwagen, 5396 Geschütze und unübersehbare andere Beute. Dabei ift die Doppelschlacht Wjasma-Brjansk nur ein — wenn auch er- beblicher — Teil der 1200 Kilometer langen Ostfront die nach dem Wehrmachtbericht vom 12. Okw- ber vom Asowschen Meer bis zum Waldai-Gebirge in voller Angriffsbewegung nach Osten vorgeht. An diesem Tag wurden vom Sudflugel 64 32o Gefangene, 126 Panzerkampfwagen und 519 Geschütze ^^Recknen wir nur diese Zahlenreihen zusammen, so ergeben sich am 19. Oktober Gesamtresultate: 3122 273 Gefangene, 19 367 Panzerkampfwagen, 27 879 Geschütze. Die vielen Einzelergebnisse auf der riesigen Front von 1200 Kilometer sind dabei nicht berücksichtigt. Der Verlust für die Sowjets liegt auf der fianb- er braucht nicht bewiesen zu werden. In diesem Zusammenhang wird erst das volle Gewicht der Tatsache deutlich, daß etwa 75 v. h. d e r sowjetischen E r z e u g u n g s st a t t e n entweder in deutscher Hand oder durch die sehr nahe deutsche Front tatsächlich „immobilisiert" sind, rote Von Antonius bis Auchinleck Von unserem L.-Korrespondenten. die Sowjets selbst in ihrem fremdwörterreichen Jargon zu sagen pflegen. Die blutigen Verluste der Sowjets liegen noch über der Gefangenenzahl. In diesen blutigen Verlusten und unter den Gefangenen finden sich vor allem die technisch (für Sowjetverhältnisse) bestausgebildeten Elemente. Vergessen wir nicht, daß bei dem Versuch, die ganze Landwirtschaft des sowjetischen Riesengebietes zu motorisieren, auch der sehr militärische Wunsch mitgesprochen hat, die im landwirtschaftlichen Betrieb ausgebildeten Traktorenführer militärisch als Piloten oder als Panzerwagenführer einzusetzen! Was bedeuten diese sowjetischen Verlustzahlen, die für uns Gewinn zahlen sind, für Deutschland? Man braucht nicht eine Reise durch Deutschland oder durch das besetzte Ostland anzutreten, um einen Schimmer von der weittragenden Bedeutung dieser Zahlen zu gewinnen. Auf jedem Spaziergang in Stadt und Land sieht man Gefangene, bei der Feldbestellung, beim Bau von Straßen und Geleisen, als Hilfskräfte in Fabriken aller Art. Im Ost- lanb werden sie hinter der deutschen Front sofort eingesetzt, um jene Verwüstungen zu beseitigen, die sie selbst auf Befehl der Kremlherren anrichten mußten. Die erbeuteten Geschütze, Panzerwagen und die übrige Kriegsbeute sind vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus sehr hoch zu veranschlagen. Dann unb wann erinnert man sich bei uns, alte Lumpen für eine Spinnstoffsammlung abzugeben oder Altpapier abzuliefern. Die Schrottsammlung liegt schon weit hinter uns: sie fiel noch in die Friedenszeit. Das ist fern ganz selbstverständlicher Zustand. Die Engländer, die sich vor zwei Jahren über unsere Sammlungen lustig machten, haben inzwischen einiges hinzulernen müssen. Dort wird nun alles gesammelt. Selbstverständlich Papier und Spinnstofflumpen. Aber auch kein künstlerisch noch so hochwertiges Gitter, kein Eisenportal, an dem Kunstschmiede monate- oder jahrelang arbeitete^ ist vor dem Zugriff sicher. Die Gitter und Tore des Londoner Königspalastes, des Bucking- Ham-Palace, sind längst eingeschmolzen. Dazu die eisernen Grabkreuze, die eisernen Lichtmaste, selbst die Rasierklingen müssen abgeliefert werden. Was an Aluminiumgerät Halbwegs entbehrlich ist, muß in den großen Pott geworfen werden. Aluminium ist selbst in den USA. so knapp, daß alles entbehrliche Haushaltsgerät mit großem Trara gesammelt wird. Ist es da nicht zu begrüßen, daß der Feldzug im Osten genau so wie der vorjährige Westfeldzug, Schrott in riesigen Massen liefert. Quali- tätsstahle aller Art, dazu stattliches Beutematerial anderer Art, das die ungeheuerlich gestiegenen deutschen Verkehrsleistungen erleichtert? Die erbeuteten Kanonen und Panzerkampfwagen stehen nicht im Monde; sie gehen jeden von uns sehr unmittelbar an und machen uns das Leben leichter, den Feinden aber sehr viel schwerer. Dr. Ho. BetmgSvreis: Monatlich......RM1.80 Mellgebühr.-. ,, -35 Ljij bet Nichterscheinen C$1 emzelnen Nummern bl'vige höherer Gewalt ftpitivrechanschluß 2251 jwhtanschrift:„Anzeiger" Mlscheck 11686 F-ranks^M. Das Ritterkreuz. B e r li n , 20. Okt. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall v. B r a u ch i t s ch , das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant hen - rici, Kommandeur einer Jnf.-Division (mot.); Oberst Kleemann, im Stabe einer Schützenbri- gade; Oberst Kreipe, Kommandeur eines Inf.- Reg.; Oberleutnant Tennhardt, im Stabe eines Jnf.-Rgts.; Oberleutnant Bursche, Kompanieführer in einem Jnf.-Rgt.; Oberfeldwebel Ernst Sander, Zugführer in einem Schützenregiment. „Eine Brücke vom Volk zu seinen <5othaten/' Berlin, 20. Okt. (DNB.) Generalfeldmarschall Keitel erließ zur Buchwoche folgenden Aufruf: „Dankbar begrüßt die deutsche Wehrmacht die geplante dritte Büchersammlung für den kommenden Winter. In einer Zeit, in welcher das Reich im Schutze feiner Soldaten steht und das Schwert die Zukunft des deutschen Volkes gegen den Bolschewismus sichert, schlägt das von der Heimat an die Front geschickte Buch eine Brücke vom deutschen Volk zu seinen Soldaten. Jeder Deutsche, der nach Kräften der Bücher- sammlung für die Wehrmacht hilft, trägt dazu bei, den Kämpfern draußen eine Freude zu machen und das ganze deutsche Volk immer noch fester zusammenzuschweißen." Tanger, im Oktober 1941. Zunächst mag es seltsam erscheinen, diese beiden Waner zusammen zu nennen. Mancher möchte die llejerschrift wohl mit dem Rückenschild eines Lexi- loivandes vergleichen. Aber dieser Vergleich trifft ichn darum nicht zu, weil zwar Antonius sich einen tzlig in der Geschichte erobert hat, Auchinleck jedoch kjgter noch nichts getan hat, um auch nur in die Msterblichkeit" der Konversationslexika einzugehen. Leches ist dann aber das bindende Glied zwischen )ess römischen Triumvir und dem britischen Oene» baß Gewiß nicht der Umstand, daß Marc Anton |nit einmal Soldaten befehligt hat. Nur in einem Lande der Welt gibt es vielleicht Menschen, denen bei Zusammenhang ohne Erklärung verständlich Ijein kann: in Aegypten. Antonius steht am Knie der ägyptischen Selbständigkeit; gemeinsam [mit Cleopatra verlor er Leben und Herrschaft durch )ie Schlacht von Aktium an Oktavian, den späteren hi er Augustus. Und Auchinleck? Kein romantischer Maz umstrahlt seinen Namen. Er ist heute briti- M Oberbefehlshaber im Mittleren Osten mit dem vitz in Kairo, und viele ägyptische Patrioten hof- llen, daß er am Ende der ägyptischen Abhängigkeit des Staatsoerteidigungskomitees über die Verhängung des Belagerungszustandes in der Sowjethaupt st adt verlesen, den Stalin unterzeichnet hat. Danach wird jeder Personenverkehr auf den Straßen während der Nacht verboten. Gleichzeitig wird angeordnet, daß Ruhestörer unverzüglich vor das Kriegstribunal gebracht werden sollen. „Provokateure, Spione und andere Agenten des Feindes" seien auf der Stelle zu erschießen. Die bewaffneten Zivilisten werden dem Militärkommando unterstellt. Unter dem Angriff deutscher Kampfflugzeuge. Berlin, 20. Oktober. (DNB.) In ununterbrochenen Einsätzen griffen deutsche Kampfflugzeuge am 19. Oktober an der gesamten Oft front sowjetische Truppenansammlungen, Panzer und Verkehrsziele mit Erfolg an. Trotz ungünstiger Wetterlage erfolgten alle Einsätze in den befohlenen Zielräumen planmäßig. Wirksame Bombardierungen wichtiger Eisenbahnstrecken riefen mehrere Unterbrechungen hervor. Riesige Bombentrichter waren auf den Bahndämmen zu erkennen. Die Gleise wurden auf längerer Strecke auseinandergerissen. Zahlreiche Lokomotiven wurden zerstört und viele Panzer teils vernichtet, teils zum Rückzug gezwungen. der Weltöftenllichkeit erregte, war der erste Schritt zur Errichtung der britischen Stellung im Mittleren Osten, hier wirkten vielleicht noch Zufall und staatsmännischer Weitblick zusammen; bann aber trat das Gesetz der wachsenden Macht seine Wirkung an und hat bis heute nicht zu wirken aufgehört. Den goldenen Kugeln folgten bald die Kugeln aus Blei. Die wirtschaftliche Position mußte politisch unterbaut und militärisch geschützt werden. Eine ägyptische Militärrevolte bot den gewünschten Anlaß zur Beschießung und Besetzung Alexandriens (1882), und der fast gleichzeitig ausbrechende Aufstand des Mahdi im Innern des Landes rief die britischen Truppen „zum Schutze des Khediven" nilaufwärts bis in den Sudan hinein. Nach Beseitigung des unmittelbaren Anlasses blieben die Truppen einfach im Land. Die nächsten dreißig Jahre hindurch hat England jeden anderen, vor allem den französischen Einfluß in Aegypten ausgeschaltet, und sich in zäher und rücksichtsloser Arbeit zum alleinigen Herrn des Nittales gemacht. Bei Ausbruch des Weltkrieges war das Fundament für die weitere Politik festgefügt. Wieder wirkte jetzt das Gesetz der wachsenden Macht. Galt ursprünglich die Besetzung Aegyptens nur dem Schutze des Seeweges über Suez nach Indien, so entwickelte jetzt Lord Curzon , früherer Vizekönig von Indien und nachmals Außenminister, eine völlig neue Konzeption; ganz Vorderasien, d. h. der gesamte Mittlere Osten mit Ausnahme höchstens Kleinasiens sind das Vorfeld der indischen Verteidigung und müssen darum unter britische Herrschaft ober Vormundschaft gebracht werden. Der Zerfall des osmanischen Reiches bot die willkommene Gelegenheit zur Verwirklichung des ersten Teiles dieses Programms. Die Gelegenheit erschien so verlockend, daß die Versprechungen, die man Arabern und Juden gemacht hatte, einfach „vergessen" wurden; die Uneinigkeit der Araber kam den Briten noch zu Hilfe. So entstand das Halbsouveräne Gebilde des Irak und die Mandate Syrien mit dem Libanon und Palästina mit Transjordanien. Die Rücksicht auf den französischen Partner verhinderte die vollständige Durchführung des Programms, aber die Gedanken Curzons und das Gesetz der Macht wirkten weiter. Dabei schlug man neue Wege ein und wählte weniger brutal erscheinende Methoden. Der Irak wurde 1932 zum „selbständigen" Staat gemacht. Aegypten 1936 scheinbar aus der Vormundschaft entlassen, und Transjordaniens Emir Abdullah wurde noch im Sommer 1939 das dürftige Mäntelchen einer fadenscheinigen Souveränität um die Schultern gelegt. Die tatsächliche Macht Englands blieb von allen diesen Dingen unberührt. Der neue Krieg, der von England „für die Freiheit der unterjochten Völker" geführt wird, bot nun endlich die Gelegenheit, das Stückwerk von 1919 zu vollenden. Palästina mar schon kurz vorher durch rücksichtslose Gewaltanwendung unterworfen worden. Der arabischen Freiheitsbewegung im I r a k erging es nicht besser. Jetzt aber sollte endlich ganze Arbeit geleistet werden. Der Zusammenbruch des französischen Alliierten hatte jede Rücksichtnahme überflüssig gemacht; Sy r t en wurde erobert und dem Glacis der Festung Indien einverleibt. Die Allianz mit den Bolschewisten ermöglichte schließlich die Krönung dieses Werkes, mit der Besetzung Irans wurde der Schlußstein m das Verteidigungswerk eingefügt. Sollte es noch zu der hier und da schon angekündigten Besetzung Afghani st ans kommen, so würde das höchstens noch eine kleine Verzierung, aber kein wesentlicher Zusatz mehr fein. Die „Befriedung" des Mittleren Ostens ist abgeschlossen. Curzons umfassende Konzeption ist verwirklicht worden. Aber um welchen Preis? Und für welche Dauer? Beides sind Fragen, die sich vielleicht noch nicht der Londoner Regierung stellen, die aber sicherlich den General Auchinleck beunruhigen müssen, der aus der Nähe Wirkung und Gegenwirkung besser verfolgen kann und als Oberbefehlshaber für dieses riesige Gebiet verantworllich ist. Er sitzt immer noch am Nil, Aegypten ist immer noch Basis der britischen Position im Mittleren Osten. Auchinleck kam aus Indien nach Kairo; gewiß keine schlechte Vorschule für die Beherrschung fren*er Nationen. Trotzdem wird dieser kühle Schotte sich manchmal die Frage vorlegen, ob er die ihm gestellte Aufgabe lösen kann. Vielleicht denkt er sogar einmal an Antonius, der auf so seltsame Weise zum Wegbereiter der römischen Herrschaft und zum Totengräber der ägyptischen Unabhängigkeit wurde. Aber Antonius kam nach Kairo, als die Sonne des römischen Imperiums sich eben anschickte, den Zenith zu erreichen, lieber den weiten Gebieten des britischen Reiches liegt heute aber der rötliche unheilvolle Schein der sinkenden Sonne, und die Völker des Mittleren Ostens wissen dieses Zeichen wohl zu deuten. 1 inglani) rühmt sich gern, der Erbe Roms zu fein. Un Aegypten hat es gewiß die Erbschaft angetreten, Loi kann man nicht sagen, daß es sie gut oder im 5ime des Erblassers verwaltet habe; denn während lit römischen Cäsaren Aegypten als organischen | M ihres um das Mittelmeer gelegenen Imperiums I jedachteten und behandelten, war den Briten das tzmd am Nil immer nur militärische Bastion und lütifaüs noch Objekt der wirtschaftlichen Ausbeu- iiiß. Allerdings waren, als die Engländer die Herr- ttyrt in Kairo antraten, die Bewohner Aegyptens jchva so sehr der Frecheit entwöhnt, daß erst Jahr- Mte vergehen mußten, ehe die nationale Selbst- k(hnung sich wieder politische Geltun-g verschaffen lernte. Xie Zeit der ägyptischen Unabhängigkeit teilt sich Trier Hauptabschnitte, die hier nur genannt, nicht üe dargestellt werden können. Fast siebenhundert \ $re hindurch (30 v. Chr. bis 640 n. Chr.) war Hupten Provinz des römischen und byzantinischen Asches. Der junge Islam brach die reiche Nilprovinz ab eine* der ersten und Kostbarsten Juwelen aus btt Krone der christlichen Kaiser, lieber acht Jahrhunderte lang blieb das Land unter der Herrschaft btt Kalifen in Bagdad, bis deren Macht auf das I osmanische Reich überging (1517). Wieder saß der fjzrr Aegyptens am Bosporus, doch minderte die a?ie Entfernung immer mehr die unmittelbare Nicht; Allah ist groß und der Sultan ist weit. So entoidelte sich im 18. Jahrhundert das eigenartige ZVschenftadium der Mameluckenherrfchaft, die bei- nob zur vollständigen Selbständigkeit des Landes fitste. Ihr folgte Mohamed Ali, der zwar die von Sultan befohlene Beseitigung der Mamelucken borgte, sich aber selbst zum Herrn Aegyptens mchte und 1841 vom Sultan als erblicher Dize- ßmg anerkannt werden mußte. Seither war die 0b«rherrschaft der Türken nur noch eine leere Form, Dor einigen Monaten feierten die Aegypter die buhcrtfte Wiederkehr des Tages, an dem Mohamed W Dizekönig wurde, als den Tag ihrer Unabhän- , gefeit. Die äußeren Umstände dieser Feiern dürften ifan allerdings zum Bewußtsein gebracht haben btfi Mohamed Ali, wenn er auch nur den Xitel eines Khediven ober Dizeköniqs trug, sehr viel uscbhänqiger war, als der „richtige König Faruk wsirer Tage: denn an die Stelle des fernen Großhirn in Istanbul ist der sehr nahe General Lchinleck getreten. „ , . tie Geschichte der englischen Herrschaft in Aegyp- tci beginnt mit der gleichen seltsamen Zufälligkeit dir so viele Erwerbungen des britischen Wettreiches w-zeichnet. Es ist allerdings hier wie meistens nur eine scheinbare Zufälliakeit, während tatsächlich das C-sitz der wachsenden Macht dahinter steht, im Falle Alands das Gesetz der Seemacht. Das Mittelmeer Mann den Engländern bis weit ins 19. Jahrhun- d e t hinein nur geringes Interesse ab. Sie besaßen tor: keine Position und wären ohne Napoleon sicher tre sehr viel später dorthin vorgedrungen; denn SoTta, das Napoleon den Ordensrittern nahm, trrbe ihm zwar wiederum von Nelson ab genom- neu, zunächst jedoch nichfroegen feines eigentlichen Wertes, sondern einfach um dem Gegner fchadem 6; verdient Beachtung, daß Napoleon, der sich nach z > Schlacht von Abukir ziemlich mühelos zum 30er™ 2-aiptens hätte machen können, darauf verachtet bl aewiß spielte die Rücklicht auf den türkischen ■ ^’&ünbeten auch eine Rolle babei, aber für ^bte klmacht Enalanb war Aegypten bamals in der -tat l -Ärmlich bebeutunaslos. Tas änderte sich mit dem Rau bes Sue^j h Teils allerbinqs grundlegend. Jnbien, damals ve heute bas "igentliche Kernstück bes ^mmre, me Plötzlich näher an Europa unb bas Muttes leib heran. Das Mittelmeer, bis dahm «leich^am j riefiges Binnenaewäsfer, würbe Teil des W ■ w-res unb bamit Objekt ber S-emachtpolitik. Ae- frtren, burch hoffen Gebiet ber Suezkanal verlaust, leAlelt beträchtliche Bebeutung für England. 4>as Cücksal ober ber Zufall tarnen mieber einmal zu Mss. Der Khebive Ismail, ein tnemg würdiger Schfolqer bes großen Mohammeb Ali, war durch frn? Vergnügungssucht in Gelbfchwleriaketten ge- phn und sprach davon, die in feinem Besitz P. Hn Aktien der Kanalgesellfchaft verkaufen. Tsiald D i s r a e l i, damals U876) britischer P - tiie-minifter. davon hörte, griff er zu unb ft der Finanzhilfe des Bankhauses REcbW Ihfcbritannien die Aktienmehrheit in der fuezra Gesellschaft. Für die heute geradezu lächerlich qe- r/e erscheinende Summe von vier MckUonen Bsimd ; te-Iing (1938 hatten die gleichen Aktien den Dori über 45 Millionen) erwarb England ö Wigften Positionen ber Welt. D^ses Geschäft, $5 damals kaum einige Tage die Aufm r s - a Dienstag, 21. Moder IM Gießener Anzeiger WX Wiederholung Malstaffell General-Anzeiger für Oberhessen Ssä Abschied von Christian. Von Herbert Dörr. Marita stand am Bahnsteig und sah dem ab fahrenden Zuge mit starrem Bick nach. Bis zuletzt hatte sie sich bemüht, tapfer in Christians lachende Augen zu schauen, als er an der Seite seiner Kameraden wieder hi naus fuhr. Doch jetzt, als die unzähligen flatternden Taschentücher nur noch als kleine, weiße Pünktchen am Firmament sichtbar waren und sie die Gewißheit hatte, daß Christian auch sie im Gewimmel der Zurückbleibenden wicht mehr erkennen konnte, füll« ten sich ihre Augen plötzlich mit Tränen, die unaufhörlich über ihr feines, blasses Gesicht liefen. Sie stand noch eine Weile regungslos, bis der Zug ihrem Blickfeld entschwunden war, und ihre Arme hingen schlaff herab, als sie ein wenig später langsam und mit schleppenden Schritten den Bahnhof verließ. Sie ging nach Hause, versuchte an nichts zu denken und konnte doch darüber nicht hinwegkommen, daß Christian auch beim Abschied das entscheidende Wort nicht gesprochen hatte. Nur ihre Hände wollte er schier nicht auslassen und hatte sie fest und immer wieder gedrückt. Aber die stumme Frgge, die er doch in ihren Augen gelesen haben mußte, die hatte er unbeantwortet gelassen und nichts mehr gesagt. Maria schritt durch die Straßen und spürte das Leben nicht, das sie ringsum umgab. Sie sah den Menschen verständnislos ins Gesicht und wunderte sich, daß manche heiter und unbekümmert drein- schauten und andere hastig und geschäftig vorübereilten, daß jeder irgendein Ziel zu haben schien, das »ihn bewegte und chm Triebkraft gab, und sie fühlte doppett die grenzenlose Leere in ihrem Inneren und flüchtete rascher ihrer Behausung .zu. In ihrem Zimmer lag das Buch, das Christtan ihr gestern zum Abschied geschenkt hatte. Er war so ernst und feierlich dabei gewesen, wie es gar nicht zu ihm paßte und schon gar nicht zu dem unbeschwerten Titel dieses Werkes. Sie mochte das Buch nicht und tat es fast unwillig in eine Lade, ohne auch nur einen Blick darauf zu verschwenden. Gin paar Blumen als letzte Gabe wären ihr lieber gewesen, die hätten ihr mehr britischen Kriegsschuldigen auch in der Labour Party dahin beantwortet, England sei nicht stark genug, um eine Offensive auf dem Kontinent zu unternehmen, und Minister Morrison sieht bereits jetzt das Maximum der englischen Kriegsrüstung erreicht. Auch das „Arsenal der Demokratien", die USA., kann nicht helfen. Nun ist es psychologisch verständlich, daß die Bri- ten auch diesen Krieg mit anderen Nationen führen wollten und zuletzt Stalin als Söldling gewannen. Wenn dieser letzte Ausgehaltene am Boden liegt, dann kommt, das verspürt man jetzt in England, das bittere Ende für das perfide Albion. Daher die Wut über die Unterlassungssünden, daher auch der Schreck über die Bedrohung des Donezbeckens, da mit dessen Besitz die Sowjets den Rest ihrer europäischen Kriegsindustrie verlieren. Damit hat sich das Verhältnis der amerikanisch-englischen Rüstungsfabrikation zur deutschen nämlich grundlegend umgekehrt. Die deutsche hat sie endgültig überflügelt, und daher wohl das Wort des Londoner Gewerkschaftsrates, wenn die Sowjetregierung falle, falle auch England. Das Industriegebiet im Oonezbecken. Das Donezbecken liegt in dem weitausholenden Bogen, den der Donez, ein Nebenfluß des Don, nach Osten bildet. Früher wurden besonders die Salzgruben von Bachmut ausgebeutet. Vor 50 Jahren wurden die großen Kohlenvorkommen entdeckt, die sich von Schachty nach Westen hin in abnehmender Qualität erstrecken. In Schachty, das vor knapp zehn Jahren durch einen — vornehmlich gegen eng- lische (!) Ingenieure gerichteten — Schauprozeß bekannt wurde, wird hochwertigster Anthrazit gefunden, weiter nach Westen zu die in der Sowjetunion seltene verkokbare Fettkohle, und ganz weit nach dem Westen hin Magerkohle für den Hausbrand. Diese Kohlenfunde trugen zur Entwicklung der Ei- senoerhüttung sowohl westlich des Dnjepr, als auch im Donezgebiet selbst wesentlich bei. Daran schloß sich die verarbeitende Industrie, z. B. die Traktorenwerke „Ordschonikidse" in Charkow und .Dserschinsk" in Stalingrad-Zarizyn, Lokomo- tiv- und Waggonfabriken, die allein etwa 60 v. H. des gesamten Jahresbedarfs der ganzen Sowjetunion decken, Röhrenfabriken, Maschinenbauanstalten und in R o st o w auch eine Schuhfabrik, die 1938 213 Millionen Paar Lederschuhe herstellte. In demselben Jahr wurden in diesem Industriegebiet 1626 Lokomotiven, 49100 Güterwagen, 211400 Kraftwagen gebaut! Mariupol ist eine Stadt von 225 000, T a - ganrog eine Stadt von 190 000 Einwohnern. Taganrog hat eine bemerkenswerte Metall-, Leder- und Papierindustrie. Noch wichtiger ist seine Lage. Nur 50 Kilometer entfernt liegt das Mündungsdelta des Do n, dessen wichtigster Nebenfluß der Donez (kleiner Don) ist. Der Don ist nach Wolga und Dnjepr der größte Strom der europäischen Sowjetunion. Oberhalb seines Mündungsdeltas liegt auf feinem West ufer die wichtige Industrie- und Handelsstadt R o st o w, die in ihrer heutigen Form eine verhältnismäßig moderne Stadt ist, nach Odessa als bestgebaute Stadt der Ukraine gilt, aber auch sehr nüchtern ist. lieber Rostow führt die einzige und darum sehr wichtige Großbahnverbrndung nach dem Kaukasus. Dr. Ho. „Island den Amerikanern.. /' England sträubt sich noch. Genf, 20. Oft. (DNB.) Wie man aus amerikanischen Kreisen erfährt, ist von den Amerikanern kürzlich an die Engländer die Forderung gestellt worden, Island den Amerikanern für die alleinige Benutzung freizugeben. Die Amerikaner weisen darauf hin, daß die beschränkten militärischen und technischen Möglichkeiten auf dieser Insel nicht ausreichen, um genügende Massen von Truppen und Kriegsmaterial dort in geeigneter Weise unterzubringen. Amerika beabsichttge, Island zu einem großen amerikanischen Stapelplatz und Truppenlager auszubauen und müsse daher daraus bestehen, daß sich die Engländer zurückziehen. Es sei auch unerträglich, daß die amerikanischen Truppen auf Island weiterhin unter einem britischen Oberbefehlshaber stehen. Aus englischer Seite sei diese Forderung bisher abgelehnt worden, weil Churchill mit dem Widerstand derjenigen englischen Kreise rechnen müsse, die eine weitere Preisgabe englischer Empireinteressen nicht mehr für tragbar halten. Das Ziel der europäischen Zusammenarbeit. Rede des Reichsministers Funk in der Universität Rom. Rom, 20. Oktober. (DNB.) Reichswirtschaftsrni- nifter und Reichsbankpräsident Funk, der einer Einladung des Kgl. Italienischen Außenhandelsrni- nisters Riccardi Folge geleistet hat, hielt am Montag in der Kgl. Universität in R o m eine Rede, in der er zunächst die einmalige geschichtliche Größe der beiden Führer der Achse würdigte und das gewaltige Ausmaß ihrer politischen Zielsetzung — die Neuordnung und Befriedung des europäischen Raumes — umriß. Italien fällt dabei die besondere Rolle zu, so führte Reichsminister Funk im einzelnen aus, in seinem naturgegebenen Lebensraum, dem Mittel- meergebiet, für eine gesunde Neuordnung der polttischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu sorgen. Die immense Bedeutung des Mittelmeergebietes mit feinen außerordentlichen großen Möglichkei- ten liegt vor allem darin, daß es die natürliche Brücke zwischen Europa, Afrika und Dorderasien bildet und dadurch den gewaltigen Güteraustausch zwischen drei Kontinenten zu vermitteln vermag. In feinen weiteren Darlegungen kennzeichnete Reichsminister Funk das Weltwirtschaftschaos der Zeit nach dem Weltkriege und kam ,zu dem Ergebnis, daß ein Wiederaufbau der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen nach diesem Kriege nur unter völliger Abkehr von ben liberalistischen Handelsund Wirtschaftsmethoden mit Erfolg durchgeführt werden kann. Als erstes Ziel der europäischen Zusammenarbeit hob der Redner hervor, den unter dem Zwang der britischen Blockade entstandenen europäischen Großwirtschaftsraum weitgehend von der Einfuhr lebensnotwendiger und wehrwirtschaftlich wichtiger Waren unabhängig zu machen, womit keineswegs einer überspitzten Autarkie das Wort geredet werden soll. Denn wir sind fest üder- Ö, so betonte der Reichsminister, daß sich die illschbeziehungen mit anderen Wirtschaftsräumen nach Beendigung dieses Krieges sehr schnell anbahnen werden, weil die überseeischen Rohstoffpro- duzenten einfach nicht auf die Dauer auf ihren Pro- duktionsüberschüssen sitzen bleiben können und wollen. Dor allem aber sehen wir es als müßig, ja sogar als unwahrhaftig an, die Frage des Wirtschaftssystems als Hemmnis für einen künftig blühenden internationalen Handel propagandistisch herauszustellen, wo doch die Welt heute mit Staunen wahrnimmt, wie die demokratischen Länder, insbesondere England und die USA., die angeblich für die Beibehaltung freier Wirtschaftsmethoden kämpfen, in zunehm^dem Dfaße zu einer ft a a t ■ 1 lichen Lenkung ihrer Innen- und Außenwirtschaft schreiten. Wir müssen daher diese Propaganda als fadenscheinigen Vorwand für imperialistische Ziele dieser Staaten werten. Der Grundsatz „Gesunde Währung nur bei gesunder Wirtschaft" gilt auch für die Lösung der internationalen Währungsfragen. Wir müssen es als eine Irreführung der Weltmei- nung bezeichnen, wenn unsere Gegner das Clearingsystem als Hindernis für eine Neuordnung des internationalen Handels- und Zahlungsverkehrs hinftellen. Es kann zweckmäßig fein, das Gold als Mittel zum Ausgleich sich vorübergehend bildender Zahlungsspitzen zu verwenden. Das hierzu erforderliche Gold werd en wir nach Beendigung dieses Krieges besitzen. Durch eine intensive und fortwährend weiterentwickelte Zusammenarbeit ist die politische Achse Berlin—Rom auch eine wirtschaftliche Achse mit dem Erfog geworden, daß der Umfang unseres Außenhandels sich während des Krieges nahezu verdreifacht hat. Reichsminister Funk begründete sodann näher die bewährte Synthese: Freie Wirtschaftsinitiative unter staa11ich er Gesam11en - ku n g. Nur in einer so verpflichteten Volkswirtschaft können dem ganzen Volk die besten Lebensbedingungen geschaffen werden. Darin liegt für uns der Sinn allen Wirtschaftens überhaupt! Die Zukunft gehyrt den Völkern, so betonte Reichsminister Funk abschließend, die ebenso die Fehler der Vergangenheit wie die extreme Reaktton darauf durch eine sinnvolle Synthese überwinden. Daß und wie die beiden Achsenmächte eine solche Synthese für unseren Lebensbereich befunden haben, hat der bisherige Verlauf des Krieges der Welt mit aller Eindringlichkeit bewiesen, das beweist aber auch die Tatsache, daß das neue Europa, das nach unseren Ordnungsprinzipien aufgebaut wird, bereits weitgehende Realität geworden ist. Wenn England bisher noch immer Hoffnungen auf die wirtschaftliche Erschöpfung der Achsenmächte zu haben glaubte, so muß jetzt auch der größte Illusionist klar erkennen, daß diese Hoffnung zunichte ist. Die englische Blockade ist heute endgültig zerbrochen: Je länger der Krieg dauert, desto schwächer wird England, desto stärker aber werden wir. Mit dem, was im europäischen Ostraum in den letzten Monaten ae- schah, ist der Endsieg um ein gewaltiges Stück nähergerückt. Wir wissen heute, daß er uns nicht mehr entrissen werden kann, komme, was da wolle. 60000 BRT. - Zwei Zerstörer. Oer große Ll-Boot-Erfolg im Blockadegebiet. Von Kriegsberichter Dr. Wolfgang Frank. DNB.....20. Okt. (PK.) Dunkle Nacht im M i t. telatlantif, eine frische Frühbrise weht aus Westsüdwest und führt Böen mit prasselnden Regen- chauern vor sich her. Die Sicht wechselt von Minute zu Minute, und die Männer auf dem Turm eines deutschen Unterseebootes müssen alle Wachsamkeit zusammennehmen, um die Augenblicke freier Sicht Ür ihr unablässiges Spähen voll auszunutzen. Es ist gegen %9 Uhr abends, die Wache noch risch, vor knapp einer halben Stunde aufgezogen. Plötzlich erkennt einer der Ausgucks buckelförmige Erhebungen an der Kimm, sieht noch einmal näher hin, meldet dann dem Wachoffizier tatsächlich einen Geleitzug. Der Kommandant kommt eilig auf die Brücke, sieht und setzt sofort zum Angriff an. Größer und mächtiger wachsen die Schatten aus der Nacht, Silhouetten von mehr als 20 Schiffen, dazu die niedrigen Umriffe von Bewachern und Zer- törern, die umgangen werden. Dann schießt das Boot, und noch nicht eine Stunde nach dem Jnsicht- fommert des Geleitzuges sind bereits an drei Frachtern die Todesfäulen der Treffer aufgestiegen. Sinkend bleiben die Schiffe zurück, mit ihren Stichlammen und Detonationen das Alarmsignal für andere suchende U-Boote gebend. Der Morgen graut, das Wetter verschlechtert sich laufend. Der Wind nimmt zu, es wird diesig, Regenböen prasseln immer dichter und arten schließlich in Dauerregen aus, in dem die Fühlung an den Geleitzug kaum noch zu halten ist. Dazu stoßen immer wieder die feindlichen Zerstörer nach allen Seiten heraus, um die U-Boote abzudrängen und wenn möglich zu vernichten. Stunden um Stunden reißt das dröhnende 91 amumm der wild und planlos geworfenen Wasserbomben nicht ab. Trotz aller Schwierigkeiten bleiben die Boo- t e dran. Abends sinkt ein weiterer Dampfer. Die britische Luftwaffe, inzwischen alarmiert, ist mit schweren Sunderland-Flugbooten ver- treten. Dennoch lassen sich die Boote nicht abschütteln. Immer wieder in dieser zweiten Nacht stoßen sie zum Angriff heran, lösen ihre Torpedos und spähen sofort nach neuen Opfern aus. Detonationen gellen. Rauch und Feuer steigen mit den Spreng- fäulen an getroffenen Schiffen auf, ein Tanker steht als riesig und gespenstisch lodernde Fackel in der stürmischen Nacht. Deutlich gerät der Geleitzug in Unordnung und zieht sich weit auseinander. Wie gehetzte Hunde jagen die Zerstörer umher, in immer neue Richtungen stoßend, doch die Boote lassen nicht locker. Im Morgengrauen braust einer dieser lästigen „Schäferhunde", plötzlich aus Dunst und Regen einem Boote vor die Röhre. Auf ihn! Der Torpedotreffer sitzt genau mittschiffs. Wie unter einem unerhört wuchtigen Faustfchlag bricht der Zerstörer in zwei Teile. Heck und Bug heben sich steil aus der See, schlagen zusammen und fahren in Sekunden auf Tiefe. Der wirft keine Wasserbomben mehr. Weiter geht die Jagd, ein ■ fllooer Bgen kitalter J block" im Kernen Osten. Von Karl Tagert, Konteradmiral a. D. (üole Di nf 'M die r;9e rab' Mcordl Bchte.d jie britif IM 1" * liohe.l Die f Aaßnah ,Ptzen ■irer nie jflein di Milan iln, bis ift ungef 'leuyork. Noch W, de :apur zu • M Ire M 19 C •228000 2 'Hubs w W- E rirbe al rranspoi Men f 5our bis toi Phil itilen.A •tyrbour Ikdiglich nfeln vk i:t jetzt l die nahe» üie fiiNid oischer f -'scheute ds völli ' Segierun Konflikte Milte vesentlick Sief *Mru I - ile Englische Gorgen I® I UHF* gelandet und im Kriegshafen von Saigon, vielleicht ig Lchlo auch in der Camranh-Bucht liegen heute japanisch M, 11: und französische Truppen friedlich nebeneinander. Men Der Name der letztgenannten Bucht gemahnt an den russisch - japanischen Krieg von. 1904/05. Im Mai 1905 lief dort die riesige russisch | Aschen Ersatzflotte des Admirals R o d j e st w e n s k i zun i Mt Kohlennehmen ein, bevor sie ihre Weiterfahrt naij ] eil dem Norden antrat, auf der sie dann bei der Inst J gege Tsushima fast restlos von den Japanern vernicht-t v« Berei wurde. Es war die zweite Flotte, welche die Russe!, verloren. Die eigentliche russische Ostasien-Flotte war bereits bei der Einnahme von Port Artur in japo Nische Hand gefallen. Niederlage auf Niederlage hatte auch die 500 000 Mann starke russische Arm« in Ostasien einstecken müssen. Alles ernste Mahnun- gen, ein leidenschaftliches, stolzes Kriegervolk wir die Japaner nicht zu reizen — und dies zu tun, tt die englische Presse jetzt wieder eifrig am Werk. Die amerikanische Flotte soll gegen di« Japaner helfen. Wenn diese Flotte von Singapur aus gemeinsam mit den englischen Geschwader, operieren würde, so werde sich die japanische Flott« im Süden in ein verzweifeltes Unternehmen ver wickelt sehen. So schrieb der „Daily Telegraph", un) die übrigen englischen Zeitungen äußern sich äbnti» Man lieft aus den drohenden Worten die schwer, Sorge heraus, die England aus dem neuen ener gischen Vorgehen Japans erwachsen ist. Jndochina grenzt unmittelbar an Burma. Di« Burma-Straße, der berühmte „Kanonenweg" der in Tausenden von Kilometern von Rangun bi; nach Tschungking am oberen Jagtse führt uni) Heuti fast den alleinigen Kriegsmaterial-Zufuhrweg für den Marschall Tschiangkaischek bildet, liegt jetzt iir festen Zugriffsbereich japanischer Flugzeuge. Vo« den Malaienstaaten und deren Kernpunkt Singapur, das England mit ungeheurem Kostenaufwand z» einem „Gibraltar" des Fernen Ostens ausgebaur f)at, ist die französische Kolonie nur durch schmale Gebiete des Königreichs Thailand getrennt. Auf beir Seewege find die indochinesischen Südhäfen von Singapur nur etwa 500 Seemeilen (1000 Kilometer) von den reichen Oelgebieten in Britisch- und Nieder- ländisch-Borneo etwa gleich weit entfernt. Japan hat in Jndochina ein reiches Land oorge- funden. Reis, Gummi, Erz, Kohle und andere Roh- „Für Frankreich find die Probleme des Still«,, Ozeans nicht die Knochen eines französischen Sol« baten oder Matrosen wert ... Ueberlassen wir «g den Engländern, Amerikanern, Japanern obtr Russen, sich darum gegenseitig aufzufressen. M haben andere Sorgen." So schrieb noch vor acht Jahren der französische Admiral C a st e x in feinem Buch „Strategische Theorien". Nach seiner Ansicht war es das beste, das reiche Jndochina gegen eine englische Kolonie, vielleicht Nigeria, auszn, tauschen, da es sich gegen einen starken Gegnix doch niemals halten lasse. Die Zeiten haben sich geändert. Japan, bcs Castex als den in Frage kommenden starken Oegntr betrachtete, ist jetzt der geschätzte Freund Frankreich;, der versprochen hat, Jndochina gegen jeden Angriff zu schützen. 70 000 japanische Soldaten sind frort Tasten und Fühlen in Diesigkeit, Dunst, Regeir, Sturm und rollender, hoher See. Einmal scheint er-, als sei der Geleitzug, der hart nach Norden ab» gezackt ist, den U-Booten entkommen, aber bann hart ih^plötzlich eines roieber in Sicht. Wieder zieht ein fahler Tag herauf, und wieder sieht ein Kommanbant plötzlich aus Dunst unö Dreck einen sichernben Zerstörer heraus- toßen, diesmal anfd)einjenb einen der sog. Churchill- Klasse, der ehemaligen Amerikaner, die an (Eng- lanb verkauft wurden. Weg mit ihm, Rohr klar. Rohr los, und Treffer achtern. Eine Stichflamme ch'eßt gen Himmel. Wie vom Schlag getroffen 'leibt der Gegner liegen, sinkt tiefer, richtet ben djarfen Bug auf und ratüjü nach Minuten über das Heck in die Tiefe. Das U-Boot weichlt einem zweiten Zerstörer aus, der heranbraust, um Ueberlebenbe zu fischen, und stößt dem Geleitzug, nach. Sieb en Frachter und drei T a n k e r mitt insgesamt 60 000 BRT. und zwei Zerstörer' bucht der Brite nach diesem U-Bootangrifs auf bas« Verlustkonto. Die Schlacht im Atlantik geht weitem pausenlos und unerbittlich. lotv 3« lern 1 Men", -■nfanfpi » Ziel «mny d thfr die i Mßtei •ft zum erfü i einer X 3efjrp | rctionale chigkeit w&enpol Kons fr artigen sein w ne 'Warte i Mn, t nicht i - «w auch ’fa 3apa gesagt und anders zu ihrem Herzen gesprochen, als einige Blätter bedruckten Papieres. Doch so war Christian und nicht anb-ers. Um nichts in der Welt hätte er Worte gesprochen ober Dinge geschenkt, die ihr Klacheit ober Hoffnungen bringen konnten. Und doch, es war eine glückliche Zeit gewesen, die sie mit Christian verlebt hatte, seine Urlaubstage, die er ihr ganz gewidmet hatte und die sie an feiner Seite verbringen durfte. Sie war ihm dankbar dafür. Es war eine schöne Zeit gewesen. Dann gab es auch besinnliche Stunden, in denen sie still seinen Worten gelauscht hatte, wenn er von ber Zukunft sprach, von seinen Wünschen und Plänen für später, wenn das mächtige, stolze Vater- land seine siegreich heimgekehrten Söhne zu neuen Taten rufen würde, zu Taten des Friedens und der Größe. Da konnten feine Augen sprühen, und er zog sie wohl fester an sich, sie aber merkte immer bestürzter, daß er ihr selbst in diesen Zukunftsträumen keinen Raum gegeben hatte. Das spürte sie in chrer Hellhörigkeit für alles, was Christtan betraf, immer wieder heraus und wollte doch die Weihe solcher Stunden nicht durch selbstsüchtige Fragen stören. Sie lauschte nur vergebens auf die kleinste Andeutung, doch es kam nichts, bis zum Abschied wartete sie umsonst auf ein Wort aus feinem Munde, bas ihre gemeinsame Zukunft betraf. Ein leises Frösteln kroch in ihr hoch. Mutlos ftieg sie endlich ins Bett und zog die Decke fester über sich. Doch als der Schlaf sich nicht einstellen wollte, fiel ihr plötzlich Christtans Buch ein, und auf bloßen Füßen lief sie zur Lade, um feine verschmähte Gabe zu holen. Lesen wollte sie freilich nicht. So wett war sie noch nicht, um sich in fremdes Geschehen vertiefen und dabei Vergessen finden zu können. Noch wollte sie, daß ihre Gedanken ausschließlich und allein um Christtan, den bösen Christian, kreisen sollten. Sie hatte sein Buch nur hervorgeholt, um zärtlich barüberstreichen zu können, denn sie entsann sich, wie er es gestern so langsam und zögernd aus seinen Händen gegeben hatte. Aus seinen lieben Händen! Und ein wenig traurig hatte er dabei geschienen, weil sie das Buch sogleich beifcitelegte. Nun entschloß sie sich doch, den Band zu öffnen, fuhr aber gleich daraus hoch und rückte naher zur Nachttischlampe, denn auf der ersten Seite stand da in Christians steiler, fester Handschrift etwas zu lesen. Das überflog Maria erst einmal, dann noch einmal und schließlich immer wieder, bis sie es fassen konnte und die Worte fest in ihr Herz geschrieben waren: „Meiner liebsten Braut zum Abschied von ihrem Christtan!" Und als am anderen Morgen ein schüchterner Sonnenstrahl ins Zimmer fiel und Marias Nasenspitze küssen wollte, da sprang er gleich erschrocken weiter, denn niemals hatte er ein junges Mädchen- antlitz von so tiefen Runen durchfurcht gesehen. Er konnte ja nicht ahnen, der kleine Sonneustrcchl, daß ein dunkler Mädchenkopf es vorgezogen hatte, in dieser Nacht statt auf einem weichen Kissen auf einem grausam harten, kantigen Buch zu ruhen. Das neue Zriselschiff. s. — ueue Heft der Zeitschrift für die Freunde bes Insel-Verlags zu Leipzig wirb eingeleitet mit Kants Traktat „Von ber Würbe des Menschen" aus bem von Hans Thoma herausgegebenen Kant-Bre- vier ber Insel-Bücherei; der Verlag hofft, daß mancher, der sich nicht an die großen Werke des Königsberger Philosophen wagt, vielleicht durch dieses Brevier den Zugang finden werde. Ungemein lebendig und anziehend wirkt das in den „Begeg- nungen mit Adalbert Stifter" sich spiegelnde Bild der Persönlichkeit des Dichters. Nicht minder reiz- voll, überdies ganz aktuell, erscheint Max Schönauers liebevoller Rilke-Beitrag „Der ,Cornett in Frankreich". Im Paracelsus-Jahre wird es vielen Lesern willkommen sein, die Stimme des großen Arztes einmal unmittelbar zu vernehmen: hier lieft man feine Abhandlung „Don den drei Gründen der Arznei" aus feinem „Buche Paragranum". Der „Dialog von den Büchern" aus der neuen Novalis- Ausgabe der Insel erscheint im Hinblick auf die kommende Kriegs-Buchwoche bemerkenswert. Aus dem übrigen Inhalt des tadellos ausgestatteten Heftes feien noch die Erzählung „Das Gesicht des Meeres" von Gertrud von le Fort, Gedichte von Frida Bettingen und Achim von Akerman, endlich das Bild Carosias im Garten einer römischen Villa hervorgehoben. 3m antiken Zirkus. heute hat der Zirkus noch nicht feinen Zauber verloren. Schon vor bald 2000 Jahren, im alten Rom, waren die Zirkusspiele ein wichtiger Bestandteil des Volkslebens, und ber antike Zirkus hatte manches mit bem unseren gemein. In ber Blütezeit bes römischen Zirkus gab es verschobene Formen bes Baues: runbe Amphitheater, in benen bie Gla> btaiorenfampfe, die Tierhetzen und Wafserschrachien ftattfanben, und langgestreckte Bauten mit einer Doppelten Bahn für bie Pferberennen und Reiter« kunststücke. Eingeleitet wurden die Wettrennen burd) eine feierliche Prozession; bann warf ber Leiter ber Spiele, der feinen Platz über bem Hauptein- gang hatte, ein Tuch in bie Bahn als Zeichen zum Beginn. Darauf fuhren bie Wagen gewöhnlich zu vieren durch die Pforten am Ende der Bahn und jagten siebenmal bie Strecke hin und zurück. Hat sich diese Art Wettfahren bis auf ben Nachklang in unseren Pferberennen verloren, so sind die Dor- führungen, die in den Pausen zwischen ben Wagen- rennen ftattfanben, im Zirkus noch heute in Hebung; da zeigten Kunstreiter ihre Fertigkeiten im Aus- unb Abspringen, sie ritten im Liegen, sprangen über Viergespanne hinweg und zeigten auch beim Reiten künstliche Figuren, wie wir sie noch heute bei Reiterfesten sehen. Die Hauptspiele fanden in ben mächtigen Amphi' Heatern statt. Hier versammelten sich schon in ber Frühe vor Sonnenaufgang zahllose Männer und' Frauen, die einen gewaltigen Lärm vollführten, so daß einmal der Kaiser Caligula, als er von bem ßärm gestört würbe, bie Menge auseinanber treiben ließ, wobei Tausenbe ums Leben kamen. Der Aufwand an Pracht und Massenwirkungen wurde immer maßloser. Im Vordergrund standen dabei die Gladiatorenspiele. Ursprünglich waren sie zu Ehren der Toten aufgeführt worden, aber schließ* lich war ein reines Schauspiel übrig geblieben, beffen Darsteller sich aus Kriegsgefangenen, Verbrechern unb Sklaven zufammensetzten. Verzweifelte unb Verkommene ließen sich freiwillig anroerben, neben ihnen auch wilde Gesellen, für deren rohe Tapferkeit das Gladiatorenwefen ein gewinnbrin* gendes Handwerk bedeutete. Q L k bFoch Jtoeinn : J?9 oon Lilien, sich | . Meng, .Möge! ?! ®ar II® kost! F Licht. M «n Häfen einzuschließen, so kommt um so weniger Ja- oan gegenüber eine solche Maßnahme in Frage für bie Vereinigten Staaten mit der unendlichen Weite stosse werden dem Jnselreich über die wirtschaftliche Abschnürung hinweghelfen, die von seinem Gegner immer stärker durchgeführt wird. Was ihm weiter hauptsächlich fehlt, ist Oel, dessen Anlieferung aus Borneo ihm sowohl die Engländer wie die $)cb länder versagen. Daß Japan jetzt diesem Oelgebiet so naherückt, ist den Engländern ganz besonders schmerzlich. Die Londoner Regierung hat mit energischen Maßnahmen gedroht. Sie will u. a. Thailand „schützen", aber Vertreter der dortigen Regierung haben rundweg erklärt, daß sie sich durch die japanische Besetzuna Jndochinas in keiner Weise bedroht ühlen. Dann sollen die Besatzungen der Malaien- taate verstärkt werden, Australien, Neuseeland ollen neue Kontingente schicken. Vor allem aber ollen die Vereinigten Staat en helfen. Dortige rabiate Politiker sind gern bereit dazu. Man müsse die Japaner von der Erde vertilgen, hat der Abgeordnete Ellis erklärt, und der Senator Pepper machte den Vorschlag, die Vereinigten Staaten und die britische Flotte müßten die japanischen Kriegsschiffe in ihren Häfen blockieren. So etwas ist leicht gesagt. Aber Japan verfügt nach dem Stande vom 1. November 1940 über eine Flotte von ungefähr 10 Schlachtschiffen, 11 Flugzeugträgern, 41 Kreuzern, 112 Zerstörern, 60 Unterseebooten und den nötigen Hilfsschiffen. Eine solche Riesenflotte im Zeitalter der Unterseeboote und Bombenflugzeuge zu blockieren, ist ausgeschlossen. Wenn schon das der deutschen Küste so nahe England aus guten Gründen nicht gewagt hat, unsere kleine Flotte in ihren hrer rückwärtiaen Verbindungswege. Beträgt doch allein die Entfernung von Pearl Harbour, dem amerikanischen Flottenstützpunkt auf den Hawai-Jn- ieln, bis Yokohama mehr als 3000 Seemeilen, das st ungefähr so weit wie von Southampton bis Reupo'rt. Noch phantastischer ist der amerikanische Dor- chlag, den Engländern Landungstruppen nach Singapur zu schicken. Nach englischen Angaben gehören '.um Transport einer einzigen Infanterie-Division von 19 000 Mann mit Zubehör 31 Schifte mit 228 000 BRT. Das Gewicht des erforderlichen Nach- chubs wird auf monatlich 0,5 Tonnen je Mann ge- chätzt. Ein starkes amerikanisches Expeditionskorps würde also ganze Flotten von Handelsschiffen zum Transport und Nachschub benötigen. Diese Flotten müßten folgenden Weg zurücklegen: Don Pearl Harbour bis zu den Philippinen 4000 Seemeilen, von den Philippinen bis Singapur 2000 weitere Seemeilen.Auf der großen Entfernung zwischen Pearl ')arbour und den Philippinen sind zum Anlaufen ‘ lediglich die dürftigen Atolls einiger öder Korallen- nseln verfügbar und die Marianen-Jnsel Guam, hie jetzt befestigt wird, aber stets unsicher bleibt, da bie nahen übrigen Inseln dieser Gruppe ebenso wie die südlich davon liegenden Karolinen fest in japanischer Hand sind. Man versteht, daß japanische Fachleute amerikanische Pläne der geschilderten Art als völlig aussichtslos bezeichnen. Die japanische Regierung hat in loyaler Weise erklärt, daß sie Konflikte zu vermeiden wünsche. Sucht England Konflikte mit dem Jnselreich, so wird es sich im wesentlichen auf seine eigene Kraft verlassen müssen. Oie freie Entwicklung Japans Erklärungen des japanischenAußenministers Tokio, 20. Okt. (DNB.) „Die Ehre des Reiches des Tenno muß unter allen Umständen verteidigt werden", so erklärte am Montag in einer Rundunkansprache Außenminister Togo. Das endgül- iqe Ziel liege in der Aufrechterhaltung und För- derun^ des Weltfriedens, so sagte Togo weiter, was ober die Existenz Japans und seine Ehre angehe, o müßten die Japaner äußerst entschlossen ihr Land Fis zum Tode verteidigen und ihre historische Mis- ion erfüllen. Japans Diplomatie müsse deshalb n einer Einheit zwischen Außen- und Lehrpolitik geführt werden und zum mter- pationalen Frieden beitragen. Aufgebaut auf Ge- echtigkeit und Realpolitik werde die japanische Uußenpolitik die freie Entwicklung Ja- P on 9 durchsetzen. Wenn Japan . die gegenwärtigen Prüfungen bestehe, werde seine Zukunft troig sein. . . . Der neue Marineminister Admiral S ch i m a o a rklärte in einer kurzen Rundfunkansprache an die Nation, daß die japanische Flotte bereit if, nicht nur den China-Zwischenfall zu regeln, son- lern auch jeder Veränderung in der Lage, vor die ich Japan gestellt sieht, Rechnung zu tragen. Kann Grunelins Roman von Guiöo Brant 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Zweimal hatten sie bis jetzt eine Zwischenlan. düng vorgenommen, um neuen Betriebsstoff, aufzu- tehmen, dem Motor eine Pause zu gönnen und im sich selbst zu erholen von den wie ein Sturm vuf sie eindringenden Stunden des Schauens und krlebens. Vom Meruberg, westlich des Kiliman- d'charoqebirqes über Nairobi, Jubale nach Khar- im war es ein Weg über rätselhafte Urwalderde tnb trostloseste Steppe, in Dämmerungen unklar- ier Sicht. Von Khartum aus hatten sie einen tfunü= l»ruch mit den italienischen Behörden m Kusra inb Tripolis gewechselt und auf IMT ihre schon seit lcngem angekündigte Ankunft gemeldet. Niemand ton den englischen Beamten konnte sich unter den seltsamen Kennbuchstaben K G 23 G M 28 etwas torstellen - Ein wissendes Lächeln umspielte Karins Lippen, c'9 Mr. Brewster sein fassungsloses Gesicht über bis Telegramm beugte, das er weiterleiten foule. Gr bat um Dechiffrierung. „Hören Sie gut zu, Mr. Brewster! erklärte Günther mit leichter Ironie. „Kann Grunelms, d^eiundzwanzig Jahre alt, Günther Merck, achtun • zwanzig. Das ist das ganze Geheimnis. Defnedigt Außerdem sind wir verlobt und gedenken nach> un» hrer Rückkehr zu heiraten. Wir hoffen Sie dann noch anzutreffen, was uns sehr freuen wur lliicht wahr, Karin?" Sekundenlang ließ das Mädchen ihre schmalen Ginger auf Günthers Handrücken liegen, als muffe e- spüren, daß sie ihm durch einen ungeheuren Strom liebenden Gefühls danken wollte Anderseits toer suchte sie seine nervös-hernsche Art zu befans titzen. In dem gleichen Maße, in dem er tromsch nurde, verlor er seine Ruhe. Er trommelte schon erregt auf der kunstvoll geschnitzten Zedernholzplatte b-s Tisches den Takt eines Songs den draußen it der heißen Sonne ein englischer Soldat gelang. "K’ÄÄ* stmmung. Es war nicht so sehr die lange Der Aus der Stadt Gießen. Dollkornbrot ist Dolksbrot. „Bei schwarzem Brot leidet man keine Not", sagt ein altes Sprichwort, in dem, wie gewöhnlich, eine bewährte Erfahrung unserer Vorfahren steckt. Und „Schrotbrot is gvd Brot", sagt man auf plattdeutsch. „Schwarzbrot ist für den Magen, Weißbrot fürs Auge!" lautet eine andere Volksweisheit; und noch manch anderer Wahrspruch ließe sich aus unserem Sprichwörterschatz für die alte Erkenntnis anführen, daß vollwertig ausgenutztes Brotgetreide bestes Nährbrot bietet. Es ist eine in hygienischer und wirtschaftlicher Hinsicht nicht mehr gutzuheißende Mode — man kann auch Unsitte sagen —, das Korn allzufein auszumahlen. Dieses blütenweiße Auszugmehl mag sich für gewisse Kuchensorten, auch für Krankenkost gut eignen, aber für die Verwendung als tägliches Brot kommt es nach den Beobachtungen unserer Aerzte, die durchaus mit jenen alten Volkssprichwörtern übereinstimmen, nicht mehr in Betracht. Der Hygieniker Professor Dr. Kollath beispielsweise sagt lapidar: „Je feiner das Mehl ausgemahlen ist, desto unwirksamer ist es biologisch"; das bedeutet: desto weniger nutzbringend ist es für den Körperaufbau. Der Grund ist darin zu sehen, daß das weiße Auszugmehl viel ärmer an Eiweiß, Mineralien und Vitaminen ist als das stark kleiehaltige dunklere Grobmehl. Und der gleiche Hygieniker erklärt als bemerkenswerte Tatsache knapp und klar: „Bei Vermahlung des ganzen Kornes wird der serment- und vitaminreiche Keimling mitgemahlen und gelangt ins Mehl"; hingegen wird bei sorgfältig ausgeschiedenen Kleien eben der Wertteil des Getreides der menschlichen Nahrung entzogen und gelangt als Kleie bestenfalls ins Viehfutter. Noch ungünstiger liegt es, wenn das Brotmehl nicht aus dem vollen Korn, sondern aus dem „gespitzten Korn" ermahlen wird. „Gespitzt" nennt man solches Getreidekorn, dem in einem Vorverfahren der Keimling weggenommen wird; es geschieht das manchmal, weil die Fermente des Keimlings das Mehl nicht allzulange lagerfähig erhalten, sondern zu früherem Verderb bringen. Dieser letztere Uebel- stand läßt sich aber sehr einfach dadurch abstellen, daß man eben nicht Mehl, sondern Korngetreide lagern und das benötigte Mehl aus dem Vorratsgetreide nicht allzulange vor dem Verbacken erwählen läßt. Das ist auch deshalb zu empfehlen, weil Getreide in unseren neuzeitlichen Silos sich viel besser aufheben läßt als Mehl, das gegen Feuchtigkeit und Gerüche empfindlich ist und leicht dumpf wird. Es empfiehlt sich also die altbewährte bäuerliche Methode, Mehl kurz vor dem Verbacken nicht stark auszumahlen und ihm weitgehend die Kleie zu belassen. Dann erhält man ein nahrungswichtiges Brot, das mit Recht Vollkornbrot genannt wird. Vollkornbrot ist im besten Sinne des Wortes Vollbrot, weil es dem menschlichen Körper die vollwertige Brotnahrung darbietet. Vollkornbrot ist aber auch Dollnutzbrot. Diese vollwertige Ausnutzung des Brotgetreides vermehrt nämlich unseren Ernteertrag mengenmäßig um viele Prozente. Also haben wir gerade im Kriege ein besonderes Interesse daran, Vollkornbrot zu verzehren. Das überfeine Ausmahlen hat ja nicht nur eine Minderung des Nährwertes der Brote zur Folge, sondern bedeutet geradezu eine Verschwendung des Mahlgutes! Wer also der Volksgemeinschaft sparen helfen und zugleich kräftiger essen will, der sollte vorwiegend Vollkornbrot verzehren. Dann langt's noch länger! In diesem Zusammenhänge ist auch darauf hinzuweisen, daß allzu frisches Brot nicht in dem vollen Sinne nahrhaft, ja oft sogar unbekömmlich ist. Schon der Volksmund sagt: „Altbrot bekommt god" und anderseits „Neubacken Brot ist auf der Hand ein Pfund und im Magen ein Lot"; denn es „hält nicht vor". Auch „verschneidet" es sich viel schneller als gelagertes Brot, und somit behält der alte Spruch seine Geltung, der da besagt: „Alt Braut (Brot) un bröget (trockenes) Holt (Holz) helpen hushalten!" V. A. Dornsstzen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 19 Uhr „Liebe in der Lerchengasse". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Komödianten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Siebe) Männer und Harpunen". — Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. zögerung der Verbindung mit Kufra und Tripolis, obgleich Karin Mr. Brewster in Verdacht hatte, die Verschleppung künstlich herbeigeführt zu haben. Günther ärgerte sich vielmehr über die Behandlung, die er von selten der Engländer erfuhr. Es war gewiß nichts Alltägliches, wenn jemand feinen Weg aus dem Innern Afrikas über Khartum nahm, um nach Europa zu fliegen. Abgesehen von den Expeditionen, die sich schon monatelang vorher angesagt hatten, flogen Privatflugzeuge diese Station überhaupt nicht an. Günther hatte also wohl erwartet, man werde ihn mit stürmischer Begeisterung empfangen. Aber über die formelle Begrüßung, die übliche luftpolizeiliche Formalität hinaus, nahm man kaum Notiz von ihm. Karin hatte zwar bei dem einen ober anberen den Einbruch baß er gern ben Flug Mercks wenigstens als sportliche Leistung gewertet hätte, baß ihn aber eine ausgezeichnete Regie baran hinberte, sich zu äußern. In kurzen Abstänben schoben bie Männer die Shagpfeifen von einem Munbwinkel in ben anberen unb gelobten: „Well! Wir werden für Sie tun, was ^Karin^hatte das Gefühl, daß der weiße Glast der Wüstd zu Eis erstarrte, als sie diese Begegnung sah. In ihrer Feinfühligkeit, mit der sie in den Seelen anderer Menschen lesen konnte, entdeckte sie blitzartig die große Enttäuschung Günthers und suchte ihn abzulenken. Dom technischen Personal her schien mehr Verständnis und Bewunderung zu kommen. Aber jetzt war es wiederum Günther, der die Haltung der englischen Offiziere durch frostige Unnahbarkeit und heftig fordernde Sprache übertrumpfte. ®r übersah bewußt, daß er bei den anderen nur einem starren, vom heißen Wüstensand ausgetrockneten Lächeln begegnete. Vielleicht, weil er wußte, daß sie ihn tagelang mit Ausreden über klimatische Schwierigkeiten, erfundenen Nachrichten über Sandstürme oder Heuschreckenschwärme, funktechnischem Versagen festhalten konnten. Die Strecke von Khartum über die libysche Wüste, innerhalb der es auf fast zwölfhundert Kilometer bei einem V-rsagen feiner Maschine keine Hilfe gab, also nur sicheren Tod bei einer erzwungenen Frühlandung, war gewiß keine Kleinigkeit. Erst gegen Nachmittag kam die Verbindung zustande. Günther beschloß, kurz vor Sonnenuntergang Germanische Schilde. Zur 2. Reichsstraßensammlung für das Knegs-WHW. 1941/42. Am kommenden Samstag und Sonntag, 26. Oktober 1941, wird die 2. Reichs- straßensammlung für das Kriegs-Winterhilfs- werk 1941/42 auch in unserem Gaugebiet durchgeführt. Es sammeln die Männer der SA., jf, des NSKK. und des NS.-Flieger- korps, unterstützt durch die Politischen Leiter. Zum Verkauf gelangen Abzeichen, die alte germanische Schilde darstellen. Der Schild tritt schon bei den Urgermanen in der Bronzezeit auf, und zwar in kleiner, runder Gestalt, aus Holz oder Leder gearbeitet; aber nur wenn er mit einem Ueberzug aus Bronzeblech versehen war, ist uns seine Form erhalten geblieben. Getriebe Buckel und Rippen dieser Bronzebleche zeigen die Darstellung der Sonnenbahn (Trojaburg), oder das vierspeichige Sonnenrad, ein Sinnbild der Welt. Neben diesen Rundschilden finden wir feit dem 1. Jahrtausend unserer Zeitrechnung auch rechteckige Schilde, wie sie die Gimbern bei ihren Schlittten- fahrten an den Alpenhängen benutzten, ovale, wie sie besonders für die Sweben nachweisbar sind, und sechseckige, wie sie aus den Darstellungen der Mar- kusfäule und der Halberstädter Elfenbeintafel aus dem 5. Jahrtausend unserer Zeitrechnung Vorkommen. Jetzt, in der Eisenzeit, sind die Schilde aus LindenholH gefertigt und mit einem länglichen Holzbuckel versehen. Später werden die einzelnen Lindenholzbretter durch einen eisernen Schildrand zusammengehalten, und auch der Schildbuckel wird aus Eisen und in runder Form mit einer scharfen Spitze zum Rammen des Feindes hergestellt. Im Gegensatz zum länglichen westgermanischen Schild ist bei den Ostgermanen der runde Reiterschild häufiger. Aber auch die Westgermanen gebrauchen die runde Form. Wir finden sie im 7. Jahrhundert bei den Thüringern. Häufig werden die Spangen, die die einzelnen Schildbretter Zusammenhalten, in reizvollen Mustern angeordnet, wie wir das bei dem altschwedischen Schild von Vals- gärde sehen. Sie haben, wie die Muster der bronzezeitlichen Schilde, sinnbildliche Bedeutung. Auch auf fränkischen, thüringischen und gotländischen Schilden kommt das Hakenkreuz oder der Sonnenwirbel als Sinnbild der sich bewegenden, lebenspendenden Sonne vor. Ursprünglich waren diese Schilde bunt gemalt. Jedes Geschlecht hatte ein besonderes Sinnbild auf seinem Schild, aus dem später das Wappen entstand. Deutlich wird diese Entwicklung gegen Ende der Wikingerzeit, als der Schild von der runden, vorgeschichtlichen Form zu der zugespitzten und heute als Wappen geläufigen Form überging. Mit solchen Schilden, die mit Greifen, Orbenskreu- Derdunkelungszett 21. Oktober von 18.13 bis 7.55 Uhr. zen und anderen Sinnbildern geschmückt waren, eroberten die Normannen im Jahre 1066 England, wie die Darstellungen von Bayeux-Teppich zeigen. Im zwölften Jahrhundert finden wir zum ersten- mal in alten Bilderhandschriften den Schild mit dem Reichsadler als Symbol des Deutschen Reiches abgebildet. Mit der nationalsozialistischen Revolution ist zu diesem alten Reichssymbol bas noch ältere germanische Sonnensymbol, das Hakenkreuz, getreten, das mir schon auf alten, germanischen Schilden finden. Diese germanischen Schilde sollen uns bei der 2. Reichsstraßensammlung des KWHW. 1941/42 daran erinnern, daß wir für ein Jahrtausende altes Erbe Deutschlands und Europas kämpfen, das unsere germanischen Vorfahren mit Schwert und Schild errungen und verteidigt haben. Dem Andenken der Neuberin. Oer Aavaria-Film »Komödianten'' im Gloria-Palast. Was hier, mit hohen Prädikaten ausgezeichnet, als Spielfilm an uns vorüberzieht, darf zugleich, in besonderem Sinne, auch ein Kultur-Film genannt werden: er ehrt das Andenken einer Frau und Künstlerin, der das deutsche Theater bis auf den heutigen Tag zu tiefem Danke verpflichtet ist, der Karoline Friederike Neuber, geborenen Weißenborn, aus Reichenbach im Vogtland (1697 bis 1760). Was der Professor Gottsched in Leipzig (auch dessen Schatten wirb hier beschworen) für die deutsche Dichtung bedeutet, baran erinnert sich wohl der eine oder andere aus der Literaturgeschichte; was er rein theoretisch vertrat, hat die Neuberin praktisch verfochten und mit dem Einsatz ihrer ganzen starken Persönlichkeit ein Leben lang leidenschaftlich durchgekämpft und endlich zum Siege geführt. Davon weiß ber Durchschnittstheaterbesucher heute in Deutschland nur noch wenig oder nichts. Dem Film gebührt das Verdienst, die fortwirkende Leistung der Neuberin dem Volke in einleuchtender Form vor Augen geführt zu haben. Sie hat, als „Prin- zipalin" der seinerzeit berühmten Neuberschen Theatertruppe oder „Bande", einen unbestechlich- hartnäckigen Kampf um die Reinheit und Würde der Schaubühne geführt, vor allem den pöbelhaft-unflätigen Hanswurst aus ihren Stücken verbannt und symbolisch verbrannt, sie hat dem deutschen Theater, vornehmlich der deutschen Klassik die Wege geebnet. Das Motiv ist von Axel Eggebrecht, Walter von Hollander unb G. W. Pabst (nach dem Roman „Philine" von Olly B o e h e i m) geschickt gestaltet, würde aber an sich kaum für bie Handlung eines Films von solcher Länge ausgereicht haben: die Einführung der jungen Philine diente nun aber nicht nur als bequemes Zugeständnis und zur Belebung der Fabel mit einer Liebesgeschichte, sondern auch dazu, Fäden zur Herzogin Amalie von Weißenfels und zum Herzog Ernst Biron von Kurland zu spinnen. Wie weit dessen Beziehungen (der in der Geschichte Münnichs eine Rolle svielt) zur Neuberin historisch sind, bleibe dahingestellt; wesentlich erscheint aber, daß von hier aus die Bedeutung der Neuberin noch von einer anderen Seite her belichtet wird: der Film zeigt sehr handgreiflich die unmögliche soziale Bewertung der „Komödianten" noch im 18. Jahrhundert und zeigt auch, was der deutsche Schauspielerstand wiederum der Neuberin und ihrem Eintreten für feine Würde und für seine soziale Gleichberechtigung verdankt. ♦ Das kommt unter der kulturgeschichtlich farbig belebten, kräftig zupackenden Spielleitung von G. W. Pabst sehr schön und gemeinverständlich heraus; auch was-die Figur des Hanswurst, selbst im ernsten Drama, heute kaum noch vorstellbar, damals bedeutete. Käthe Dorsch ist die Neuberin: eine wundervolle Rolle für sie; sie gestaltet wirklich die große Frau und bie große Künstlerin, von der Biron einmal spricht, und sie gibt mit bem vollen Einsatz ihrer reichen, im edelsten Sinne komödiantischen Mittel das Bild einer reifen, weiblich- kämpferischen Persönlichkeit, die mit hohem Können und reiner Leidenschaft dem deutschen Theater gedient hat. Hilde Krahl spielt klar und aufgeschlossen die junge Philine, Henny Porten fein und sympathisch die den Anschauungen ihrer Zeit und ihres Standes, aber auch der Einsicht ihres Herzens und ihrer Menschenkenntnis verpflichtete Herzogin. Ludwig Schmitz ist, recht kennzeichnend, der derbe, in mehrfacher Hinsicht bebenfenlofe Hanswurst. Richard Häußler, sehr nobel als der junge Armin, CREME ^4711 /jrr schützt \ | Pflegt w zu starten • und die Nacht im Blindflug zu verbringen. Die damit verbundene Anstrengung war ihm lieber, als noch ein paar Stunden Gemeinschaft mit den Engländern. Mit einem heftigen Ruck nahm Günther seine Papiere, die man bis dahin aufbewahrt hatte, an sich. Für den Beamten hatte er weder ein Wort des Dankes noch des Abschieds übrig. Um aber die Situation einigermaßen zu retten, tat Karin etwas, was sich spielerisch unabsichtlich ausnahm, aber sehr berechnet war. Erschrocken streifte sie seinen Arm und fragte mit kindlicher Verwunderung, ob er nicht wüßte, wo sie ihren Talisman, einen kleinen vergoldeten Buddha aus Ebenholz, hingetan hätte. Es schien in diesem Augenblick für sie die wichtigste Angelegenheit von der Welt zu sein. Günther sah sie an, als zweifelte er an ihrem Verstand. Fünfzehnhundert Kilometer von der Farm feines Vaters am Meru entfernt, zweitausend noch bis zur Küste Italiens, ein Weg, auf dem man einen Kontinent überquerte ... und ausgerechnet hier fragte sie nach diesem Stückchen Holz! Als ob es keine größeren Sorgen gäbe! Vielleicht sollte man noch einmal zurückfliegen nach Merckhof, wie? Karin preßte glücklich ihre Handtasche an sich, in der sie den Buddha wußte. Günthers Antwort, sein ironisches Lachen quittierte sie mit einer stummen dulderischen Geste, als sei sie überzeugt davon, daß sie sich dumm benommen hätte. Die Hauptsache für sie war, daß Günther von dem englischen Beamten abließ. Mit stürmischen Bewegungen verließ er bas gelbe Stationsaebäude. Kaum daß er den Vorübergehenden ein „Good bye" zurief oder auch nur Rücksicht nahm auf Karin, die dem Monteur ein paar Schillinge in die Hano drückte. Die Maschine glich einem großen, weißen, seltsamen Vogel. Der langgestreckte Motor nahm sich wie ein kühnes Gesicht aus, bas sich zwischen den beiden Flügeln wie zwischen Schultern vorreckte, lieber dem Boden flimmerte noch, schmerzhaft für unbewehrte Augen, bas Glühlicht ber Sonne. Die heiße Luft strömte sichtbar von ben kantenlosen Flächen ber Maschine auf, als züngelten Tausenbe von burchsichtigen Flammen über ihren Leib. Mit verbissenem Munb, hemmungslos feinen 2Ierger zeigenb, bestieg Günther das Flugzeug. In rasendem Sprung setzte der Propeller an. Der Motor lief bald auf höchsten Touren. Er zog die Glashaube mit einem knirschenden Ruck nach vorn und gab bas Zeichen, baß er bereit sei. Die Startblöcke flogen zur Seite, ber Polizeioffizier senkte bie Flagge. 2)em Strom einer Winb» maschine gleich bog ber Propeller das nieder Gras des Flugplatzes und riß eine Wolke trockenen Sandes hoch, so daß bie wenigen Menschen unb bie Gebäube halb unsichtbar würben. Die Stabt zerftel wie ein Banb hinter ihnen. Vor ihnen begann auf hundert Kilometer Sicht die unendliche Wüste, die große Ungewißheit. Wie in einem Traum schon verwischte sich dieser Start in Karin mit dem ersten Aufstieg in Merckhof. In immer durchsichtiger werdenden Gedanken und immer substanzloser sich bewegenden Vorstellungen, denen sie in ihrer Müdigkeit keinen Halt mehr geben konnte, schien bas grüne Leuchtzifferblatt ber Borduhr wie die rote Laterne hin und her zu schwingen, mit ber Kamante, ber schwarze Diener unb Betreuer bes Flugzeuges, bie Maschine aus ber kleinen Halle auf ben Startplatz lenkte. Ein aufgeregtes Geschrei, ein turbulenter Gesang erfüllten bas morgenbliche Dunkel. Dann brüllten bie Motoren auf, wie damals, als das Schicksal sie wie mit einem unzerreißbar scheinenden Band aneinanderschloß. ♦ Karin mußte tatsächlich geschlafen haben. Die Morgendämmerung schien schon durch die Glashaube herein, als sie wie aus einem Traum aufwachte unb Günthers Hanb ganz warm auf ihrem Arm spürte. Verwirrt sah sie sich um und begegnete einem mitleidigen Lächeln in Günthers Gesicht. „Guten Morgen, Karin! Gut geschlafen?" „Sei mir nicht böse, Günther!" bat sie. Ein leichtes Frösteln überlief sie. Morgendliche Kälte hatte einen zarten Hauch über bas gläserne Dach gelegt, lieber ihr ftanb ber Himmel noch in dunklen Farben, aber im Osten quoll wie aus einem Krater die Sonne hinter blutroten Wolken hervor. Kaum daß man auf der Erbe etwas erkennen konnte. Sie schwamm noch in violetten, bläulichgrünen Tönen bes auf- fommenben Tages, ber ihr hier oben schon entgegenstrahlte. (Fortsetzung folgt.) Das Bauen im neuen Reich. Lichtbildervortrag im Gießener Dortragsring. Gustav D i e ß l (Biron), Friedrich D o m i n (91 eu« ber), Harry Langewisch (Gottsched) und Kurt M ü l l e r - G r a f als der junge Lessing seien vom Ensemble genannt. — An der Kamera: Bruno Stephan. . ♦ Im Vorprogramm läuft die neue Wochenschau, die wir bereits gewürdigt haben. Hans Thyriot. Gemeinschastsstunde der Turner. Am Sonntag konnten der frühere Gau-Ehren- turnwart Wilhelm Will, Gießen, seinen 77. und der Bezirksturnwart Paul Schüler, Wetzlar, seinen 67. Geburtstag in bester Gesundheit und Frische begehen. Aus diesem Anlaß hatten sich Wetzlarer und Gießener Turnfreunde bei Turnkamerad B e p- ler, Bahnhofstraße, eingefunden, um mit den beiden alten bewährten Turnführern diesen Tag in engem Freundeskreise zu verleben. Dereinsführer W i e g a nd vom Tv. 1846 beglückwünschte die beiden Geburtstagskinder und hob die Verdienste hervor, die sich die beiden alten Turnkameraden um die Erziehung der deutschen Jugend erworben haben. Auch der frühere Kreis- und Gauvertreter des Mittelrheinkreises, Arthur Pfeiffer, Wetzlar, war zu dem Geburtstage seiner beiden früheren Mitarbeiter erschienen. Ebenso waren Kreisführer Stein vom NSRL., der frühere Gauvertreter, der jetzige Oberstarzt Dr. Nau (Butzbach) und der Hauptmann der Luftwaffe Otto B o p f (früher Lereinsführer Tv. Groß-Eichen) zugegen. Beim Gesang alter Turnerlieder vergingen die Stunden des Zusammenseins sehr schnell. Manche Erinnerung wurde ausgetauscht und die Mitarbeit und der restlose Einsatz für die heute wichtigen Aufgaben im NSRL- zum Ausdruck gebracht und dies durch den Gruß an den Führer und die Kameraden der Wehrmacht versichert. Für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete dieser Tage durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wieder einige unterhaltsame Darbietungen in Gießener Lazaretten. So erfreuten in der vergangenen Woche zwei Künstler mit ihrem Programm unter dem Motto „100 lustige Minuten" die Verwundeten. Herr Otto Schuhmann als Ansager verstand es, mit seinen Geschichtchen Freude zu bereiten. Verblüffend war das Jonglieren mit großen Zahlenreihen und die „Gedächtniskunst". Fräulein H. Keß bezauberte ihre Hörer mit dem Akkordeon. Ouvertüren und Lieder sanden reichen Beifall. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 21. Oft Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 40, Wiking, % kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 7, Zwiebeln 10, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat, */io 10, Salat, das Stück 10 bis 12, Endivien 10 bis 15, Rettich 6 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf. * ** Ein Siebzigjähriger. Reichsbahn-Stellwerksmeister i. R. Heinrich Mißler, Wetzlarer Dr. Wilhelm Rüdiger hielt gestern abend in der Aula einen Lichtbildervortrag „Das Bauen im neuen Reich", mit dem der Gießener Dor- tragsring sein Winterprogramm eröffnete. Oberbürgermeister Ritter hieß zu Beginn den Vortragenden willkommen und gab seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung Ausdruck. Der Vortrag behandle ein interessantes Thema, das besonders willkommen sei, weil nur die wenigsten unter uns die neuen Bauten des Führers aus eigner Anschauung kennten. Der Redner dürfe gewiß sein, bei uns einer kritischen, aber auch begeisterten Hörerschaft zu begegnen. Dr. Rüdiger entwickelte einen fesselnden Ueber- blick über die Architektur unserer Zeit anhand sehr zahlreicher, geschickt gewählter Lichtbilder von ausgeführten Bauten (nicht Modellen oder Planungen). Er schilderte die aus neuer Baugesinnung entstandenen Bauten im betonten Kontrast zu den Baunormen der Zeit vor 1933, wobei sowohl Parallelen als auch Gegenbeispiele einleuchtend herangezogen wurden. Der,Wandel der Anschauungen und der daraus erwachsenen Stilweisen wurde, immer mit gutem Bildmaterial, an architektonischen Einzelproblemen erläutert, wie etwa dem des Verhältnisses von Ornament und Baukörper ober dem der Fensterverteilung in der Fassade. Es wurde die Sichtbarmachung der inneren Struktur als natürliche Aufgabe des Ornamentes gekennzeichnet, aber auch betont, daß Schmucklosigkeit an sich (neue Sachlichkeit, Bauhaus-Stil, Le Corbusier) noch kein Oualitätsbeweis sei. Für die Bauten nach 1933, so wurde dargelegt, waren eine an klassischen Vorbildern geschulte Ordnung und strenge Symmetrie des Baukörpers die Leitgedanken. Wegweisend für eine Architektur als politische Demonstration, wie sie in den Staatsbauten in Berlin, München, Weimar, Nürnberg usw. Weg 65, begeht am 22. d. M. in geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. — Wir gratulieren. ** Grüße aus dem Osten sendet Gefreiter Gustav Klinket Es ist ein schönes Gefühl, so schreibt er, auch im Felde die regelmäßig nachgesandte Zeitung zu erhalten und so an den Vorgängen in der Heimatstadt teilnehmen zu können. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. 4- Grünberg, 18. Okt. Durch Kreisfeuerwehrführer Bouffier fand eine Besichtigung der Freiwilligen Feuerwehr nebst Hilfsmannschaft statt. Der stellvertretende Wehrführer, Obertruppführer Richard Jäckel, konnte 68 Mann melden. Der Kreisfeuerwehrführer hob in einer kurzen Ansprache hervor, daß gerade in der heutigen Zeit die stete Einsatzbereitschaft der Wehr un- bedingtes Erfordernis sei. Die anschließende Besichtigung der Geräte ergab keine Beanstandungen. Der hierauf folgende Brandangriff legte Zeugnis ab von der Schlagkraft der Wehr. Er zeigte auch, daß die aus den neu hinzugekommenen Jahrgängen entstand, waren die von dem verstorbenen Münchner Architekten P. L. Troost entwickelten Formen. Der Redner verwies ferner, wieder rfrit Beispiel und Gegenbeispiel, auf die wechselnde Bedeutung und Funktion des Materials und auf den notwendigen Ausgleich des Verhältnisses zwischen Baustoff und Bauzweck. Eine interessante historische Begründung erfuhr die Erklärung von Funktion und Symbolik der Säule und des Pilasters vor allem tm repräsentativen Staatsbau. Der Vortragende zog ferner den Industriebau unserer Zeit in den Kreis der Betrachtung und kennzeichnete auch an ihm die wiedergewonnene Klarheit der Baugesinnuna. Das technische Bauwerk im weiteren Sinne (Fabrik, Bahnhof, Brücke, Stadion, Flughafen) hat, so führte Dr. Rüdiger aus, erst heute seine Gestalt gefunden. ... Ein wichtiges Problem des neuen Bauens ergibt sich aus seiner Beziehung zur Landschaft, der es, ohne mißverstandene Heimattümelei, organisch ein- gefügt sein müsse, wofür Autobahnbrücken und mel- sach vorbildliche Bauten der Wehrmacht gute Beispiele liefern. Der Vortragende schloß mit dem Hinweis auf die erzieherische Aufgabe der Architektur und auf die Bedeutung des Raumes als menschenformender Kraft; hier dienten neue Siedlungs- und Einzelwohnbauten als Beispiele. — Insgesamt wurden in dem lehrreichen Ueberblick an den verschiedenartigsten Bauformen die neugewonnene Baugesinnung unserer Gegenwart und die Wege zu einer neuen, natürlichen Ordnung unseres Lebensraumes anschaulich aufgewiesen. — Die Hörerschaft folgte sehr angeregt. Oberbürgermeister Ritter stattete dem Vortragenden namens der Veranstalter herzlichen Dank ab und schloß nach kurzem Ausblick in die große Gegenwart und ver- heißungsvolle Zukunst der Nation mit dem Gruß an den Führer. —7— bestehende Hilfsmannschaft ihre Aufgabe voll erfüllt. In der anschließenden Besprechung sprach sich der Kreisfeuerwehrführer in anerkennenden Worten über den Stand der Wehr aus. 0 Laubach, 18. Okt. Der Untergau W e t - terau veranstaltete unter Leitung der Untergau führerin Inge Haack einen sechstägigen Schulungskurs, an dem JM.-Führerinnen aus Gießen, Friedberg, Bad-Nauheim, Grünberg und an- deren Orten unseres Gebietes teilnahmen. Die vierzehn- bis sechzehnjährigen Mädels waren in der Laubacher Jugendherberge untergebracht. In froher Gemeinschaft gingen die Tage mit weltanschaulicher Schulung, Werkarbeit, Singen und praktischen Hebungen in der Ausarbeitung von Arbeitsgemeinschaften, Heimabenden und Kindernachmittagen dahin. Breiten Raum nahm die sportliche Schulung ein. Denjenigen Mädels, die das Leistungsabzeichen noch nicht hatten, war Gelegenheit geboten, dies nachzuholen. CD Laubach, 16. Oktober, lieber „Berge und Menschen in Albanien" sprach Dipl.-Jng. L. Maz° zoni im Rahmen der Veranstaltungen der Lau- bacher Ku n st gemeinde. Der Redner hat lange Jahre als Forscher und schließlich als Kriegs, fteiwilliger das in seinem nördlichen Teil noch un« erschlossene Land durchquert und seine Erlebnisse in einem aufschlußreichen Lichtbildvortrag zusam- mengefaßt. Es waren nicht nur die farbigen Lichtbilder, die die Vielgestaltigkeit der Landschaft und des albanischen Volkslebens vor den Augen und Ohren der zahlreich erschienenen Hörer erstehen lie- ßen, sondern es war vor allem die lebendige Art der Schilderung, die die Hörer eine Reise durch die Abgeschiedenheit des gewaltigen Gebirgsmassives und die üppige Vegetation des dichter besiedelten Südens unmittelbar miterleben ließ. Interessant war auch die Schilderung der Sitten und Gebräuche des Bauern- und Hirtenvolkes, das zu zwei Dritteln aus Mohammedanern besteht, und des Nebeneinanders von alter und neuer Zeit. Die Ausführungen wurden mit großem Interesse ausgenommen. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 21. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 283 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12 RM., 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 15 RM., 8 bis 10 Wochen alte 15 bis 18 RM., über 10 Wachs, alte Tiere 18 bis 22 RM. das Stück. Es verblieb geringer Ueberstand. Handball-Gaukiaffe. Friedberg — Luftwaffe Gießen 3:17 (2:6). Der Start in der Gauklasse war für die Luftwaffe recht verheißungsvoll. Obwohl sie gegen denselben Gegner in Freundschaftsspielen Niederlagen hinneh- men mußte, gelang diesmal ein verdienter Sieg. Durch eine neue Aufstellung zeigten die Soldaten diesmal ein Spiel, wie man es oon ihnen noch nicht sah. Kurz nach Spielbeginn eröffnete Oberlt. Wagler den Torreigen. Durch einen Strafwurf und einen weiteren Treffer sicherten sie sich schon einen Vorsprung, ehe Friedberg zum Gegentor kam. Wagler und der Linksaußen Sonnabend stellten das Halbzeitresultat her. Nach dem Wechsel gelang der Platzmannschaft ein weiteres Tor, welches auch das letzte bleiben sollte. Der Sturm der Gäste war in hervorragender Schußlaune. Die Hintermannschaft der Gastgeber konnte dem Druck der Soldaten nicht standhalten. Wiederum waren es Wagler und Sonnabend, die am erfolgreichsten waren. Die wenigen Durchbrüche der Friedberger wurden von der Hintermannschaft gestoppt, zumal der Gießener - Torwart die besten Schüsse hielt. Zeigt die Mannschaft weiterhin diese Leistung, so wird sie die Belange des Kreises Gießen gut vertreten. Ein kranker Zahn kann den ganzen Körper vergiften. Grund genug, um es nicht dazu kommen zu lassen. Ch Pörodont we;st den Weg zur richtigen Zahnpflege Sit verbessert die Wirkung, des Wascl^utiers beseitigt restliche Ttedce und gibt dec Wäsche Klarheit und duftige "Frische. Einige Handvoll Sil un testen heißen Spülwasser genügen, um viel