Mittwoch, w. März Ml Ünnadme von Anzeige« für die DttttagSnummer biS 8'/. Uhr ded Vormittag- Anzeigen-Prerie r Anzeigenteil 7 Rvf. le mm bei 22 mm Beilen breit e# Wertteil 60 Rvf. te mm bei 70 mm Meilenbreite Nachlasse: Wtederdolimg MalstasseH Abschlüsse ^rengenstaffel B Plavvorschrift (vorbertge Vereinbarung) 25°/« mehr (9b Jahrgang M 66 Erfcheuu täglich, iiufcei Sonntags und »Veienags Beilagen: Die ^Uuftncrte (Siebener ftnmilienblätt er Heimat nnBild DieScholle Monats-BezugsvreiS: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Cbne illustrierte » 1.80 SufteUgebübr. ,, -.25 auch bei Wicbterftbemen von einzelnen Nummern infolge böberer Gewalt Nernlvrechanschlusr 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11685 ^rankf. M SichenerAnzeiger ».säu« General-Anzeiger für Oberhessen Englands drückende Verschuldung eg dem gewollten Zweck □erben können. Beitrage Stockholm,18.März. (DNB.) DieWirtschafLGroß- britanniens hat in diesem Jahre eine passive Handelsbilanz in Höhe von 1464 Millionen Dollar aufzuweisen. Im laufenden Jahr wird Groß- britannien aus dem Empire außer Kanada und Neufundland 2759 Millionen Dollar in Gold und Valuta allein an die Bereinigten Staa- land aus Gründen des „Gleichgewichts" nach der Errichtung des Staates Mandschukuo den von dem damaligen Staatssekretär S t i m s o n energisch betriebenen Versuch einer Aktion nicht mitmachte, also die Verpflichtung aus dem Neunmächtepakt ab- lehnte und inzwischen Franklin D. Roosevelt amerikanischer Präsident geworden war, verlegte Washington den Schwerpunkt auf den W i r t - chaftskamps gegen Japan. Es verfolgte gleichzeitig aber auch völlig unverhüllt seine Stütz- punktpolitik, die ein „strategische Brücke" von bleiben. Gauleiter Wagner erläuterte dann seine neue Anweisung an die Reichsgruppe Industrie und die noch herauskommenden Richtpunkte für einzelne Gruppen von Unternehmungen, die zwar den Unternehmer in jeder Form an die Grundsätze einer im Staats- und Dolksinteresse gelenkten Wirtschaft binden, nicht aber seine persönliche Initiative und Verantwortung schmälern. Deshalb wird in ihnen auch besonderen Leistungen und Verhältnissen bei Dollar contra tzen. Zur Entwicklung des amerikanisch-japanischen Verhältnisses Bon unserem W.B.-Berict)terstatter DeutschlandsWirtschafi unter dem Gesetz des Krieges Preiskommissar Wagner über die Abführung der Kriegsgewinne. durch: Das wichtigste, was wir unter dem Druck des Krieges lernen müssen ist, daß es nur Sachwerte sind, die etwas bedeuten und nicht Geld. ,0er amerikanische Steuerzahler wird die Rechnung der Englandhilfe begleichen." Washington, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Das Repräsentantenhaus begann am Dienstag mit der Beratung des Antrages Roosevelt auf Bewilligung von 7 Milliarden Dollar für die E n g l a n d h i l f e. Die Debatte wurde durch den Demokraten Woodrum eröffnet. Als dieser aus dem Hause gefragt wurde, wie die Mittel für die Durchführung der Englandhilfe aufgebracht werden sollten, antwortete er, das selbst nicht zu wissen. Der amerikanische Steuerzahler werde jedenfalls die Rechnung begleichen müssen. Es sei auch noch fraglich, ob das ausreichen werde. 44 000 Kühlschiff-Tonnage weniger. Berlin, 18. März. (DNB.) In letzter Zeit häufen sich die Derlustmeldungen der für die englische Fleisch- und Buttertransporte besonders wertvollen Kühldampfer Flotte. Nachdem mit der Versenkung des fast 12 000 BNT. großen Kühldampfers „A f r i c Star" die Versenkungsverluste an britischen Kühldampfern innerhalb der letzten zehn Tage auf 36 000 BRT. gestiegen waren, lief das 7951 BNT. große englische Kühlschiff „Pacific Star" mit schwerer Schlagseite in die Bucht von Rio de Janeiro ein. Die Bordwand des Schiffe? ist aufgerissen. der Bemessung des dem Unternehmer verbleibenden Gewinns entsprochen. Wer die Anweisung zu lesen versteht, findet in ihr auf jede Frage, bie er aus betriebswirtschaftlichen Motiven vernünftigerweise stellt, eine ausreichende Antwort. Es spricht dagegen nicht für Geist und Gemeinschaftsgesinnung, wenn einzelne Unternehmer den Versuch machen, für sich besondere Bedingungen bei der Bemessung der Gewinnbegrenzung zu erzielen. Kannvorschrif» ten in der Lohnpolitik z. B. finden preispolitisch keine Anerkennung. Unternehmen, die sich unter Berufung auf Kannoorschriften zu gesetzlich nicht vorgeschriebenen Lohnzahlungen verstehen, bringen damit zum Ausdruck, daß sie auf einen Teil des ihnen zugebilligten Gewinnes freiwillig zugunsten der Gefolgschaft verzichten. Ansprüche auf Zube- Messung eines höheren Gewinnes oder höherer Preise werden in diesen Fällen nicht anerkannt. Ein Zugeständnis in dieser Richtung würde in kürzester Zeit der Preispolitik einen verhängnisvollen Stoß versetzen. In diesem Zusammenhang wandte sich Gauleiter Wagner gegen Versuche, unter der Flagge sozialer Großzügigkeit sich der Abführung zü hoher Gewinnbeteiligungen zu entziehen und mögliche Preissenkungen für die Zukunft hintanzu- halten. Wer als Wirtschafter mitten im Kriege aus kleinlicher Geldgier egoistisch handelt, während die Allgemeinheit der Wirtschaft sich willig den übergeordneten volkswirtschaftlichen Interessen fügt, hat feinen Besitz verwirkt und darf auch fürderhin nicht Betriebsführer sein. Schon in der Vergangenheit mußte die Preispolitik den Standpunkt einnehmen, daß Investitionen unmöglich in vollem Umfang und in jedem Falle für den Preis sichergestellt werden durften. Auch alle im Rahmen der neuen Anweisung zugebilligten betriebswirtschaftlichen Son- derrückstellungen, die über das von den Steuerbehörden zuerkannte Ausmaß hinausgehen, haben zweckgebundenen Charakter. Werden sie diesen eindeutig bezeichneten Zwecken nicht zugeführt, sind sie nachträglich als abführbarer Gewinn zu behandeln. Mehr denn je muß vom einzelnen Unternehmer Einsatz aller Kräfte bei höchster gemeinsamer Leistung gefordert werden. Jede Gefahr muß in gemeinsamer Anstrengung gebannt und abgewehrt werden. Wenn es das Jnterefse der Allgemeinheit notwendig erscheinen läßt, dürfen wir vor keiner Konsequenz zurückschrecken, auch wenn damit die Konzentrierung von Produktionen in weniger, aber besseren und besten Betrieben verbunden ist. Es ist selbstverständlich, daß sich alles das auf die gesamte Wirtschaft bezieht und für den Handel ebenso Geltung hat wie für das Handwerk und andere Gewerbe. Entsprechend den unterschiedlich gelagerten Verhältnissen wird im Zusammenwirken mit den berufenen Vertretern in geeigneter Weise verfahren werden. scheidend ist die Absicht, weiteren Preisauftrieben vorbeugend zu begegnen, emporgeschnellte Preise, wo dies auf Grund der Produktion und Verteilungs- Verhältnisse möglich ist, zu senken und über die öffentliche Hand mit solchen Mitteln, die auf dem direkten wirtschaftlichen Weg dem gewollten Zweck nicht dienstbar, gemacht werden können, Beiträge zum inneren Ausgleich und damit zur Preisstabilität zu leisten. Selbstverständlich werden sich auch weiterhin Preise ändern: aber keinesfalls dürfen diese Aenderungen zu einer Erschütterung der gesamten Verhältnisse führen. Die Lenkung der Wirtschaft muß fester denn je in den Händen des Staates Wirft man einen Blick auf die wichtigsten Daten der Beziehungen zwischen den beiden Anrainern des Stillen Ozeans, die auf politische Erdbeben auch in der „Alten Welt" von jeher am empfindlichsten reagierten, also auf Japan und die Vereinigten Staaten, dann zeigt sich mit überraschender Deutlichkeit, daß sich auch in diesem Raum das Spiel wiederholt, das von England bis zur äußersten Möglichkeit durchgeführt wurde, nämlich über Handelsbeziehungen politischen Ein- sluß zu gewinnen und daraus schließlich imperialistische Ansprüche abzuleiten. Das Entscheidende dieser heute überlebten Weltordnung ist der Drang, mit Hilfe des Goldes und einer starken Flotte bis in die fernsten Räume eine Vorherrschaft auftechtzuerhalten, die allen historischen und aktuellen Notwendigkeiten der in diesen Räumen lebenden Nationen kray zuwider- läuft, ja bewußt die eigenen Kapitalinteressen höher stellt als die konsequente Verfolgung der Eigenraumpolitik dieser Länder. Es sollen hier nicht alle Einzelheiten der Geschichte der amerikanisch-japanischen Beziehungen bargelegt, sondern nur Die hauptsächlichsten Daten herausgehoben werden, um zu beweisen, daß Nordamerika sich anschickt, die imperialistischen Gedanken des untergehenden Englands zu Übernehmen: Als der Commodore Perry im Frühjahr 1833 mit amerikanischen Kriegsschiffen in der Bucht von To- tio erschien, führte dieser etwas handgreiflich aus- gedrückte Wunsch des Präsidenten F i l m o r e, Handelsbeziehungen mit dem bis dahin hermetisch abgeschlossenen Japan anjufnüpfen, im Jahre 1858 zu einem Handelsvertrag mit Japan, das gleichzeitig innerhalb weniger Jahrzehnte die Riesenarbeit bewältigte, von einem Feudalstaat zu einer modernen Großmacht zu werden. Amerika stand dieser Entwicklung zunächst absolut gleichgültig gegenüber. Auch als 1867 Alaska von Rußland gekauft wurde, konnte man noch nicht von einem imperialistischen Brückenschlag sprechen, der über den Stillen Ozean hinweg die Vereinigten Staaten fordert von jedem den Beitrag, den er zu leisten imstande ist. Die volkswirtschaftlich geforderte Beschränkung für den einzelnen ist i m Kriege ft ä r f e r als in normalen Zeiten. Eine Verwertung der verdienten Gelder nach eigenem Geschmack ist auf Grund der Warenverknappung nicht ohne weiteres möglich. Dies gilt ganz besonders für alle Lebensrnittel und Konsumgüter. Die Beschrän- tung hinsichtlich des Warenerwerbs steht in scharfem Widerspruch zu dem mechanistischen Wirtschaftsprinzip von Angebot und Nachfrage. Die Forderung nach preispolitischer Stabilität, gleichgültig, ob der Warenbezug mengenmäßig vorgeschrieben ist oder nicht, ist in jedem Falle für die gesamte Volkswirtschaft Gesetz. An die Stelle individueller Ausnutzung wirtschaftlicher Schwierigkeiten ist das Gesetz volkswirtschaftlicher Disziplin getreten. Geldbesitz und höheres Einkommen dürfen sich aber ebensowenig im Erwerb von Gütern und Waren zu jedem Preis betätigen, wie umgekehrt Warenmangel den Produzenten und 93er- fäufer zur schrankenlosen Verteuerung der Ware verleiten dürfen. Die preispolitische Stabilität ist der größte Schutz sowohl der Produktion als auch des Verbrauchers, weshalb auch alles getan werden muß, preisverteuernde Tendenzen durch Preislenkung auf der anderen Seite wieder auszugleichen. Der Unternehmer ist daher genötigt, sich fortlaufend um die innere Entwicklung seines Unternehmens zu kümmern und sich im Jahre in kürzeren Zeitabständen über den Stand des vorläufigen Ergebnisses, der berechneten Preise und den wahrscheinlichen Gewinn Rechenschaft abzulegen. Der Zweck der neuen Anordnungen ist nicht primär im Abschöpfen von Gewinnen für die Zeit des Krieges zu sehen: ent- Staatssekretär H a y proklamierte den Grundsatz der । „offenen T ü r", um für Nordamerika den Anteil am Geschäft zu sichern. Damit waren die USA. im wahrsten Sinne des Wortes zu einer pazifisch e n M a cht geworden, was durch die Erwerbung H a w a i s 1898 und wenige Monate später a^ich der Philippinen (die Spanien abgenommen wurden) deutlich zum Ausdruck tarn. Daß gleichzeitig die Insel Guam und der östliche Teil der Samoa-Gruppe amerikanisch wurde, hatte damals noch nicht die alarmierende Bedeutung, trug aber dazu bei, die nun folgenden Krisen zwischen beiden Ländern noch zu verschärfen. Das Mißtrauen der Japaner gegen die USA.- Politik wurde zum erstenmal nachdemrussisch- japanischen Kriege durch den infolge der Intervention Theodore Roosevelts zustande gekommenen Frieden von Portsmouth (5. September 1905) geweckt, der Japan zwar den südlichen Teil Sachalins und das Prvtekorat über Korea brachte, gleichzeitig aber durch amerikanischen Einspruch verhinderte, daß Japan eine Kriegsentschädiguna erhielt. Der Weltkrieg brachte eine neue Lage: Einmal konnte Japan durch den Ausbau seiner Handelsbeziehungen seine Exportbilanz aktivieren und sodann auch seine Flotte so weit ausbauen, daß es hinter England und Amerika den dritten Platz einnahm. Wenn die USA. auch durch das Lansing-Jshii-Abkommen 1917 die „besonderen Interessen" Japans in China anerkannte, so konnte dieser Vertrag, der sechs Jahre später aufgehoben wurde, nicht verhindern, daß die USA. immer deutlicher ihre imperialistischen $iele verfolgten, wahrend Japan immer klarer seinen Anspruch auf die Vormachtstellung im ostasiatischen Raum zu erkennen gab. Die Konferenz von Washington (1921/22) ist ein weiteres wichtiges Stadium der gegenseitigen Beziehungen: denn auf ihr wurde nickst nur die Flottenstärke der drei stärksten Seemächte England, USA. und Japan im DerhäUnis von 5:5:3 festgelegt, sondern Japan mußte auch die Provinz Schantung an China zurückgeben und einer Nichtbefestigung seiner Stützpunkte für 15 Jahre zustimmen. Im gleichzeitig a^9^l^‘(?0cncn Neunmächtevertrag, der am 6. 2.1922 von England, USA., Japan, Frankreich, Italien Hol- land, Belgien und China abgeschlossen wurde, gelang es Washington, den von ihm aus wirtlchasts- imperialistischen Gründen verkündeten Grundsatz der „Offenen Tür" zum Hauptpunkt seiner Politiken Bestrebungen zu erheben, was selbstverstano..4 keine Klärung des „pazifischen Problems" darstellte sondern bei der völlig klaren Haltung Japans und den von ihm verfolgten Zielen nur Anlaß zu einer weiteren Verschärfung der Krise bot. Die nächste Station war bann der Einma r ch in die Mandschurei 1931. Japan benutzte klug und folgerichtig die Weltkrise, die bereits 'm Jahre 1929 als Auswirkung der verblendeten „Status- quo-Politik" der Versailler Siegermachte akut ge- worden war, um die angelsächsische Einkreisung wie sie in den Washingtoner ©ertragen 3um Ausdruck kam, zu sprengen. Es kam hinzu, daß die USA. be- teils 1920 bie erste Abwehrm-chnabme gegen bie japanische Einwanderung ergriffen, als fIC /en -uer« tauf und bie Verpachtung van Lanb an Auslonber verboten, um bann schließlich 1924 Japaner völlig von der Einwanderung auszuschließen. Als Eng- Alaska (Dutch Harbour) über Hawai und Guam als „Verteidigungslinie" vorsieht, die in Wirklichkeit nichts Anderes darstellt, als das offene Eingeständ- nis, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit einer Folgerichtigkeit ohnegleichen alle Stadien imperialistischer Taktik durchlaufen, um getreu ihres Lehrmeisters England dessen Erbe anzutreten. Der Berliner Dreierpakt hat allerdings Washington vor eine gänzlich neue — und unerwartete — Lage gestellt! Er sagt nicht mehr und nicht weniger, daß die Neuordnung der zwischenstaatlichen Beziehungen heute ein weltweites Prinzip geworden ist, das nicht durch das Schwergewicht des Gol- des, sondern durch die Weitsicht großer und kühner Staatsmänner bestimmt wird, für die diese entscheidenden Fragen keine Angelegenheit der Kapitalkraft sind, sondern eine verpflichtende Idee, deren Verwirklichung durch den Siegeszug der Achsenmächte in greifbare Nähe gerückt ist. ten transferieren müssen. Dadurch schrumpfen die beim Jahreswechsel vorhandenen Reserven des britischen Mutterlandes auf den kleinen Rest von 348 Millionen zusammen. Diese 348 Millionen sind außer den direkten Kapitalanlagen Englands in den Vereinigten Staaten wie Fabriken, Grundstücke, Plantagen und englisch-amerikanische Tochtergesellschaften eine letzte Reserve. Seiner riesigen Dalutaschuld hofft sich England jedoch \ durch ein grohangelegtes Transferierungs- Manöver entledigen zu können. Die englische Valuta- schuld gegenüber Kanada beträgt angeblich 685 Millionen Dollar, d. h. einen beträchtlichen Teil der gesamten Vatlutaschuld Großbritanniens. Nur soll „mit etwas Erfindungsgabe", wie „Aftonbladet" schreibt, das obengenannte britische Sachkapital in den Bereinigten Staaten in kanadische nBe- sitz übergeführt werden, um sozusagen in der britischen Familie zu bleiben. Auf diese Weise hofft England, am Ende des Krieges gegen Lieferung eigener Kriegs- und Friedensprodukte an Kanada seine in der Zwischenzeit in kanadischen Besitz übergegangenen Werte zurückzuerwerben. Da in der vergangenen Woche die britischen Kriegskosten nahezu auf 100 Millionen Pfund anstieg en, lastet auf England die schwere Sorge vor (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tokio, im März 1941. Im Hinblick auf den bevorstehenden Deutschland-Beluch des japanischen Außenministers Matsuoka dürfte der nachstehende Artikel besonders interessieren: Berlin, 18. März. (DNB.) In einer Kundgebung im Haus der Flieger in Berlin erläuterte der Reichskommissar für die Preisbildung Gauleiter Josef Wagner seine jüngsten Maßnahmen zur Preissenkung und Gewinnabführung im Krieg, besonders seine kürzlich der Reichsgruppe Industrie erteilte Anweisung zur Durchführung des Abschnitts IV (Preise) der Kriegswirtschaftsverordnung irm Bereich der Reichsgruppe Industrie. Die deutsche Wirtschaft so führte er aus, hat im Laufe der acht Jahre nationalsozialistischer Herr- schäft sich von der ehedem entscheidenden Beherrschung durch das Golddenken befreit, sich unumschränkt auf die eigenen, dem deutschen Raum von der Natur geschenkten Rohstoffe sowie die Arbeitskräfte der Nation gestellt und die innere Stabilität von Geld, Ware und Einkommen mit Hilfe der Preispolitik herbeigeführt. Der Krieg hat die Verpflichtung, die jedem einzelnen in der Wirtschaft auferlegt ist, erheblich gesteigert. Die Wirtschaft muß nun alle Güter und Waren erzeugen, verteilen und dem Verbrauch zuführen, die das Volk zur materiellen Sicherung seines Ledens in jeder Phase seines Sckiicksalsweges benötigt. Die Arbeitsteiligkeit unserer modernen Wirtschaft benötigt zur Durchführung dieser Forderung des Geldes, weil nur mit dessen Hilfe das erforderliche Fließen der Güter und die Leistung der Dienste im Sinne der Wesensbestimmung der Wirtschaft ohne allzu große Komplikationen möglich ist. Der Währungsmaßstab Reichsmark muß in seinem Wert der sich als Kaufkraft äußert, durch ein möglichstgleichbleibendes Verhältnis zwischen Einkommen und Preisgefüge behauptet werden. Volkswirtschaftliches Denken im nationalsozialistischen Sinne bewegt sich also nicht in Geld- und Guthabenbereich, es ist vielmehr auf den inneren Ausgleich der Verhältnisse abgestellt und strebt über die volle Entfaltung aller produktiven Energien auf die Befriedigung der gerechtfer- tigten Ansprüche Der ganzen Nation. Diese Ansprüche richten sich nach den großen politischen Problemen, deren Lösung sich das Volk unter seiner Führung zugewandt hat, und erfahren demgemäß die entsprechenden Abwandlungen. Im Krieg ist alles zuerst und zuletzt dem Ziel untergeordnet, den Krieg siegreich zu bestehen. Hier- bei ckömmt es nicht daraus an, ob einzelne aus dem gemeinschaftlichen Kampf mit mehr ober weniger Geld und Guthaben hervorgehen: es kommt nur darauf an, daß die Nation insgesamt sieg- reich besteht, weil Damit auch für Den einzelnen Der größte Gewinn wirtschaftlicher unD materieller Art erzielt ist. Gemeinschaftsverpflichtung ist also nicht eine Parole, Die sich Durch Hergabe von Spen- Den unD Beiträgen erschöpft. Sie Drückt sich wirt- schriftlich in Der Leistung aus. Die vom einzelnen zu Gunsten der Allgemeinheit vollbracht wird, unD ZwischenMnIerlindFrWing Bon Helmut Gttndermann, Stabsleiter des Rcichspressechess. Wenn die Nächte kürzer unD Die Sonnenstrahlen kräftiger werden, löst sich Das Eis im Boden und die «starre des Winters von Der Landschaft. Es acht wie ein großes Atemholen durch die Natur: Alle Kräfte sammeln sich, um bald hervor- zudrechen und Der Welt Die Zeichen des Frühlings aufzubrücken. Auch Der moderne Krieg ist verbunden geblieben mit den großen Gesetzen der Jahreszeiten, ja, die Erfahrung zweier Jahre lehrt uns, daß gerade jene Art des Kampfes, der nicht nur mit Bergen und Ebenen, mit Schluchten und Flüssen, sondern auch mit Dem Reich Der Lüfte und den Wasserwüsten Des Meeres rechnet, enger Denn je verbunden ist mit Den Geschehnissen Der Natur und von ihr Aufgaben und Möglichkeiten vorgezeichnet erhält. Daß Dies so ist, hat Das deutsche Volk im Winter nach Dem Polenfeldzug gewußt, und es hat Die Lehre jener Monate nicht vergessen, als der Frankreich-Sieg errungen war und ein neuer Herbst und Winter beoorstand. Im Jahre 1939 haben wir uns auf bie Entscheidung im Westen mit aller Entschlossenheit und Umsicht gerüstet, und als es Dann galt. Dem Gegner entgegenzutreten, Da trat hinter Den genialen Plan Des FclDherrn Die ganze sorgfältig vorbereitete unD solide organisierte Wucht Der deutschen Wehrmacht, die ganz logisch und klar geleitete Kraft Der Heimat. In Den Wochen der Entscheidung war alles zur Stelle, was nötig war, um Den Sieg zu erzwingen: es fehlte keine Division, keine Waffe, keine Granate, keine schaffende Hand. Aus ein KommanDa wirkte Die ganze zusammen geballte Kraft Des Deutschen Millionenvolkes zusammen, um Dem Gegner, Der den Kampf gewollt, die Antwort zu erteilen, die er verdiente. Heute steht Deutschland wieder im letzten Stadium eines Atemholens, erneut konzentrieren sich Die Kräfte unD werden alle Reserven mobil gemacyt. In jcbe Stadt, in jedes Dorf, in Den Betrieb wie in Die Familie trägt diese M o - bilmachung aller Kräfte ihre Wellen: Das alte Gesetz Des nationalsozialistischen Erfolges tritt gcraDc in Diesen Monaten wieber zutage — das Gesetz, Das verlangt, Daß Dort, wo Die EntscheiDun- gen fallen, ein gewaltiges Uedergewicht an konzentrierter Stärke mit Umsicht vorbereitet wird. Lieder Tausende von Soldaten zuviel, als nur einen zu wenig einsetzen: lieber Millionen Granaten über Das MinDestmaß zur Verfügung haben, als nur einen Schuß unterlassen müssen, Der blutige Opfer sparen kann: lieber Durch rechtzeitige Sparsamkeit übervolle Scheuern zu be- n°h-r bie neue afiatifdje bringen “XÄ n“«T»U^ ©“eiern sollte. Erst nach b e m ch i n e s ij ch' I ® P ® n Unter Diesen Umständen ringt sich sogar bas britische schen Kriege, als China in „IntereFinanzblatt „Financial News" zu her Feststellung aufgeteilt würbe, würben bie USA. aufmerqarn. |u 0 "u fitzen, als in den Tagen der Entscheidung nur eine Minute durch plöfcliaje Sorge verlieren! Vieles Prinzip, oas das Geheimnis unseres Erjoiges von gestern ebenso war wie es die Garanlle unserer Siege von morgen sein wild, lordert von jedem Volksgenossen den vollen Einsatz. Cs gibt für keinen eine Insel, die ihn herausheben rourue aus dem großen Strom der geschichtlichen Entscheidungen. Jeoer, der neu den grauen 'Jiod des Soldaten anzieht, macht die Uebeimicht des öeut,chen Heeres noa) erbtüaeaber; jeder, der eine Stunde meyr an Arbeit leistet ober sich neu in den Arbeitsprozeß einschaltet, macht Kräfte frei für d i e größeren 2luj« gaben, die dort gestellt sind, wo unmittelbar für den Sieg gearbeitet wirb! Veutschlan-d ist in der glücklichen iZage, daß ihm durch die Unterstützung freiwilliger Aibeitstraste aus zahtreichen Länoern Diele von den Scha,senden, Die unter Den Waffen stehen, ersetzt werden und ihm dadurch mehr Dinge des iriedensmaßigen Konjums anderthalb Jahre nach Kriegsbeginn noch zur Verfügung stehen, als tische Empire und die Vereinigten Staaten gemein- s sam die seierlick-en aber glänzenden Verpflichtungen ' teilen, die sie gemeinschaftlich zum krönenden Siege führen werden. „Die Worte und Handlungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten sind für uns wie ein Lebenselixier und haben uns wieder stark gemacht." Doch diese Worte, mit denen Thurchill noch einmal das Lebensgesühl Englands aufzupeitschen hofft, sind schon überschattet durch die ernsten Schläge d-?s szu. „Sie haben Schiffe bereits weit im Westen । versenkt. Hier und an den westlichen Zugängen au unserer Insel wird jetzt ein heftiger unbarmherziger Kampf geführt, damit uns die Lieferungen aus USA. nicht erreichen können, ohne die unsere Kriegsanstrengungen hier sowohl wie im mittleren Orient nicht aufrechterhglten werben können! Unsere Verluste sind in diesem Augenblick gestiegen. Wir wenden unsere ganze Macht, unsere sämtlichen Hilfsquellen, unser ganzes Talent und unsere Wissen- vom Führer angekündigten' Kampfes auf allen Je- schast an, um in dieser tödlichen Prüfung bestehen wässern, die an Englands Küste reichen. .Nicht nur' 31t können." Krampfhafte Jlluswnsmache ist der lei- deulsche 11 Boote, sondern auch deutsche tende G.dapke auch dieses Gestammels, das von Schlachtkreuzer sind bereits in den A t -! dem Alpdruck des ständig und schnell drohenden l a n t i k gegangen", so gibt Churchill pessimistrich ! deutschen Zugriffs ausgelöst wird. Von deutschen Fliegern zwei Sch'achWsse im östlichen Mttelmeer torpediert. es idnjt hiuguu) wäre. Dieses Glück will richtig genützt fein: nicht das weitere bequeme Hinnehmen dieser Vorteile kann jetzt unsere Parole fein, sondern nur die Entschlossenheit, diese Leistungsreserve im rechten Augenblick in d i e Waagschale der Entjcheidun- gen z u werfen, eine ganz klare Bilanz unserer Kräfte zu ziehen, auf alles zu verzichten, was im Kriege nicht unabdingbar nötig ist und alles e i n * j zusetzen, was bieje achtzig Millionen im Herzen, Europas qn Mut, Kraft und Entschlossenheit zu ent-< wickeln fähig sind! | In diesem Geiste marschiert Deutschland in die Monate des Frühlings und dieses Sommers: jeder i Wehrfähige mit der Waffe in der Hand, jeder schaffende Ann mit Aufbietung allen Fleißes und aller Kräfte, jeder Volksgenosse mit der Entschlossen-1 beit, seinen Teil zum Siege überall dort beizutragen, I wo der Ruf an ihn ergeht — über allen die ordnende । Hand des Führers, die verantwortungsbewußte und I sicgesfichere Planung des Feldherrn und Staatsmannes Adolf Hitler. Diese Verbindung der überragenden Kraft der Persönlichkeit mit der unüberwindlichen Wucht einer entschlossenen Nation wird das Geheimnis des Sieges der Freiheit über die plutokratifche Weltversklavung sein, und der Frühling der Natur wird zum Anbruch einer neuen, glücklicheren Epoche Der italienische Bericht. Flugzeuge einen Luftangriff auf Tripolis dnrchge- führt. Einige verwundete und Schaden an WohnRom, 18. März. (DNB. Funkspruch.) Der Ua- Häusern. lienische Wehrmachtberlcht vom Dienstag hat fol- 3n Ostafrlka ging die Schlacht Im 2(b- genden Wortlaut: schnitt von Keren heftig weiter. Unsere Trup- An der griechischen Front Spähtrupp- und pen Haden bei mehreren Gegenangriffen dem Feind Artillerietätigkeit. Unsere Flugzeuge Haden feind- schwerste Verluste zugefügt und wiederholle, mit liche Flugstützpunkte mit Bomben und MG.-Feuer zahlreichen Kräften geführte Angriffe abgewiesen, belegt. !Auch die eigenen Verluste sind empfindlich. General An 16. haben Flugzeuge des deutschen!corenzini hat an der Spitze seiner Bataillone Fliegerkorps eine im ösitichen Mitlelmeer auf den Heldentod gesunden. 3m Luflkampf haben un- Fahrt befindliche F l 0 t t e n f 0 r m a t l 0 n ange- sere Iäger ein englisches Flugzeug abgeschossen. Ein griffen. Bei dieser Aktion wurden z w e i S ch l a ch t- eigenes Flugzeug ist nicht zu seinem Stützpunkt zu- schiffe mit Torpedos getroffen. I rückgekehrt. Britische Luftangriffe auf einem unserer 3n Nordafrika sind feindliche Einheiten, die ' Stützpunkte haben einigen Schaden verursacht. Eine sich unseren Stellungen bei Siarabub genähert vor Berbern erschienene feindliche Flotten- hattcn, zurückgeschlaaen worden. Unsere Bomder f 0 r m a H 0 n hat nach heftigem Bombardement haben motorisierte Kampfmittel, Brennffofflagcr Truppenabteiluneen gelandet, die unsere Besatzung und die Anlagen eines feindlichen Stützpunktes ge-, überwältigt haben. troffen. 3n der Rächt zum 17. haben feindliche j — Meder ein Unrecht von Versailles ausgelöscht. Rückgabe des ehemaligen deutschen Gesandschastsgedäudes in Tanger. der Menschheit werden. Ll-Bootversenkte3S30NBRT. Berlin, 13. März. (DNB. Funkspruch) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Lin Unterseeboot versenkte aus feindlichen Geleit;ügen fünf bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 35 300 BBT. Bei bewaffneter Aufklärung Über der Nordsee versenkte die Luftwaffe ostwärts Newcastle ein Handelsschiff von etwa 4000 BRT. 3n der Nacht zum 13. März bombardierten Kampfflugzeuge die Hafen- und Dockanlagen von Newcastle, weitere Angriffe richteten sich gegen Häfen an der schottischen Ostküste. Der Feind griff in der letzten Rächt an verschiedenen Stellen das nordwestdeutsche Küstengebiet an. Einige Brände in nichtmilitärischen Anlagen konnten sofort gelöscht werden. Der Einsturz verschiedener Wohnhäuser verursachte Opfer an Toten und verletzten, lieber Dover wurden im Laufe des Tages vier Sperrballone abgefchoffen. Oie Flak zwang englische Flieger zum Abdrehen. Planloser Bombenabwurf auf Wohnviertel Madrid, 18. März. (DNB.) Am Montag fand in Anwesenheit deutscher und spanischer Rcgierungs- Vertreter die Eröffnung des deutschen Konsulats in langer statt. Die Kommission .Der deutschen Regierung zur Uebern-aihme des früheren deutschen GesanDlschaflsge'bäudes und zur Em- setzung des deutschen Konsuls beftdjt aus Botschaftsrat öc berlein von der deutschen Botschaft Madrid, Legationssekretär Stille, Dem deutschen Konsul in xetuan Dr. Richter und dem neuer- nannten Konsul Dr. Möhnng. Der Oberkommissar der spanischen Marokkozone, General Äsen- (io in Tetuan gab seiner Freude Darüber Ausdruck, daß nun das ehemalige deutsche Gesaydtschaftsge- bände wieder dem rechtmäßigen Besitzer übergeben werden konnte. Um 11 Uhr wurde die Flaggenhis- sun-z 'auf dem deutschen Konsulat unter Ehrendezei- gunz Der spanischen Legion vorgenommen. Zur gleichen Zeit verließ Der Mendub, Der Stellvertreter , Des Sultans von Rabat in Tanger, das Gebäude. Der Mendub war das letzte internationale Bollwerk in Tanger. Das Deutsche Reich war bis zum 19. August 1914 bei Der marokkanischen Regierung durch eine sandtschaft vertreten, di« ihren Sitz im internationalen Tanger hatte. Am 19. August fand sich Der Vertreter Des Sultans beim deutschen Geschäftsträger (Legationssekretar D l e ck h 0 f f) ein, teilte ihm mit, daß Marokko Die Beziehungen zu Deutschland abbreche und stellte ihm die Pässe zu. Nachdem Der Sultansvertreter das GesanDtschaftsgebäud-s verlassen hatte, Drang marokkanische Polizei unter Führung französischer Polizciofsiziere mit Waffengewalt in die Gesandtschaft ein und nahm Die Mit- § lieber Der Gesandtschaft fest. Sie wurden an Bord es französischen Kreuzers „Cassard" nach Palermo gebracht. Die Festnahme Des Geschäftsträgers und seines Personals war ein Durch n.chts begründeter schwerer Bruch des Völkerrechts. Das Gebäude Der Gesandtschaft blieb trotz aller Bemühungen Der deutschen Regierung in den Jahren nach dem Weltkrieg im Besitz Der marokkanischen Regierung. Durch Die Rückgabe an Das Deutsche Reich, Dessen Konsulat, in Tanger es nunmehr beherbergen wird, verschwindet wieder ein Punkt von Der langen Liste Des Unrechts, Das Dem Deutschen Volk im Versailler Frirdensdiktat angetan worden ist. Die spanische Regierung hat nach der Beseitigung Des Tanger-Statuts und Der Eing-liederu-ng Tangers in Die spanische Marokkozone alles Unrecht ausgelöscht. An einem Der wichtigsten Handels- Plätze Marokkos sindet sich nun wieder eine amtliche Vertretung des Deutschen Reiches. BemLoyds schon ZMMnenTonnen zugeben Bon unserer Berliner Schriftleitung. t mehr mit .Pilgrims", einer Vereinigung Der in • Lloybs versichert. Lloyds hat ja nur Diejenigen Kn Amerikaner, sprach Churchill Schiffe als verloren angegeben, für Die bei Der Ge- Der eberfee tebenb« in Anwesenheit Des neuen Botschafters Der USA., der Winant. Nach heuchlerisch«» Huldigungen, die er als „Freund und getreuer Kamerad" an diesem . großen Wendepunkt der Geschichte" der Person des Botschafters widmete, fuhr Churchill fort: Sie teilen unsere Gefahren, unsere Interessen und Geheimnisse. Der Tag wird kommen, an dem das bri- Dieses Zugeständnis von Lloyds bedeutet in Wirk- lichkeit einen erheblich größeren Schiffsverlust der England zur Verfügung stehenden Handelsflotte als ..nur* runb 5 Millionen BRT. Denn erstens einmal sind nicht alle Schiffe, die für England fahren, bei englischen Behörden geschlossen. Ts ist anzu- nehmen, daß sich die englischen Maßnahmen gegen Bangkok, 18. März. (Europapreß.) Wie Sender „Unabhängiges Indien* meldet, wurden alle Jutespinnereien in Kalkutta von den , ____...J sich auf den Straßen aufhielt. Die Zahl der Opfer wurde noch dadurch erhöht, daß einer der schnell errichteten provisorischen Luftschutzräume durch eine Bombe großen Kalibers zerstört wuvd«. Die deutsche Luftwaffe habe den Luftraum über und um Das Industriegebiet von Bristol vollkommen beherrscht, so daß die deutschen Bomber stundenlang die Stadt überfliegen konnten. Mehrere Bomben fielen auch auf ein Autobusdepot, das gänzlich zerstört wurde. Der Schaden ist umso empfindlicher, als viele der Autobufse für Lebensmitteltransporte ein gefetzt wurden. Viele Häuser und Lagerschuppen sowie Gebäude, in denen industrielle Unternehmen untergebracht waren, wurden «in Raub der Flammen, Die die Stadt zum Teil taghell erleuchteten. „Lebenselixier aus LISA." Churchills kramvfhafte Jllusionsmache. Stockholm, 18. März. (DNB.) Bei einem Genf, 18. März. (Europapreß.) Nach Liverpool und Glasgow hat vorn Sonntag auf Montag, wie die Zeitungen berichten, Bristol aufs neue eine schwere Nacht erlebt, in Deren Verlauf Die deutsche Luftwaffe in zwei Luftangriffen ungeheuren Schaden anrichtete. Vor allem ist eine große Anzahl Toter zu beklagen, die, wie amerikanische Korrespondenten aus Bristol berichten, darauf zu- rückzuführen sei, daß die Bevölkerung von Bristol nach Schluß des ersten Angriffs nid) einem zweiten rechnete und sellschaft Prämien liefen. Zum zweiten werden von der Gesellschaft nur solche Fälle als oersicherungspflichtig gemeldet, Die als verlorengegangen bezeichnet worben finD. Das beDeutei, Daß ein er- hebkicher Zeitraum zwischen D-m Verlust eines Schiffes und Der Anmeldung des Verlustes bei Lloyds liegen kann. Weiter liegt zwar Die Berech- in Nordwestdeutschland. Berlin, 18. März. (DNB) In den Morgenstunden des 18. März flogen englisck-e Flugzeuge von der Küste her in Norddeutschlano ein. An der schnell einsetzendcn und sehr wirksamen deutschen Abwehr scheiterte die planmäßige Durchführung des Angriffes. Die englischen Verbände kamen über das nordwestdeutsche Küstengebiet nicht hinaus und wurden durch das ständig stärker werdende Flakfeuer zerstreut, so dag Der Bombenabwurf ziel- und planlos auf Wohnviertel in städtischen und ländlichen Siedlungen einer mittelgroßen Stadt Nordwestdeutschlands erfolgte, in der sich weder militärische noch wehrwirlschafllich wichtige Anlagen befinden. Ein Volltreffer ging in eine Mädchenschule und richtete starken Sachschaden an. Da der Schulunterricht noch nicht begonnen hatte, sind glücklicherweise keine Opfer zu beklagen. Die deutschen Lustangriffe auf Bristol. Daß Die Derk-uiste er dem Kriegsoerdienstkreuz ausqe- studentenführer um Enthebuna von seinem Amt oder b e h i l d aus Schneeberg im Erzgebirge ernannt. ik mufti Bcrorö» mirb (o it niÜ , rnJuit' :r Gen- i unter Qnbitni Ipl im feit ent- i stau» Missae ifl non lenld^t tytlti , wenn eorbnd können enn sie id eine W, den W Swahle» alen det 46 Ami- feprd Verzinsung der Kapitaleinlagen) gleichmäßig unter die Gesellschafter verteilt wurde. Darin sah es eine Bevorzugung dieses Sohnes und wollte statt der Einkommensteuer die höhere Schenkungssteuer an- wenden. Der Reichsfinanzgerichtshof sagte aber: Stopp!" Er sieht da--' Wesentliche de« Gesellschaft terverhältnisses in der P f l i ch t z ur M i t a r b eit, Mitverantwortung und Mithaftung, verneint also das Bestehen einer Schenkung und bestimmt den Tatbestand dahin, daß ein Rechtsgeschäft auf der Grundlage von Leistung und Gegenleistung vorliege, während das Begriffsmerkmal der Schenkung d a s F e h l e n der Gegenleistung ist. Für weitere Kreise mag das reine Rechtsver- hältnis weniger interessant sein als die Tatsache, daß das Leistungsprinzip als unterscheidendes Merk- mal so entschieden in der steuerlichen Rechtsprechung anerkannt wird, die mit recht strengen Begriffs- gebeten. Zum Amtschef des Altherrenbundes der Reichsstudentenführung wurde Dr. Karl 0 |t a r • !Mt» sich di, in di, aß di, i Mschlt» art",' M« seisol > Der italienische Sportslieger Oberstleutnant Grcrf i Pietro Scapinelli, Träger der Goldenen Tap- In Lissabon wurde die Torpedierung von vier in englischen Diensten fahrenden griechischen an 5.11.40, im Atlantik von deutschen Seestreit, tu ten 86 000 BRT. versenkt wurden. Konter- adniral Maltby befand sich an Bord des großen dros", „Nicolas Filines" und „Ppanis Embiricos", wurden vor der irischen Küste versenkt. «ttschaitliche Gewinn wird nicht durch betriebs- ftmbe oder außergewöhnliche Aufwendungen für i «irschungszwecke, übermäßige freiwillige soziale Ästungen, übertarifliche Löhne und dergleichen gefordert abzu führen. flufWunsch vieler Verbraucher gibt es sienko, Henkels Cinweich- unü Cnthärtungsmittel, jetzt auch im Öoppelpaket. Preis 25 Hpf. 6. ie „Lot' ihen öit limbisch- ges tor länbijchs Lntwulf öer,ij nstciiiZ vrnn ’ $o[» Irab;, ’• Und n wir mmeni »ersai^ tag» y" en unb ite bir|| i(h bei bleibt Dr.Ho. vermindert. Auch Abschreibungen über das ver- brauchsbedingte Maß sind dem Gewinn ebenso zuzurechnen. Vermögensertrage ober Erträge aus be- triebsfremden Beteiligungen werden nicht als Erzeu- gungsaewinne angesehen. Ausfuhrgewinne können vom Gewinn abgesetzt werden, soweit die Ausfuhr nachweislich höhere Leistungen als die Lieferung an inländische Käufer erfordert. Zunächst werden mit der Reichsgruppe Industrie Richtpunkte für die G-ewinnbcmessung ausgearbeitet, Handel, Verkehr und Banken folgen nach. Die Richtpunkte bestimmen den Gewinn, der bei einem mit kriegswirtschaftlich ange- messenen Selbstkosten arbeitenden Betrieb zulässig ist. Wenn ein Betrieb mit überdurchschnittlichen Kosten arbeitet, so muß er sich mit einem verringertem Gewinn begüügen oder überhaupt auf Gewinn verzichten. Für ganz hervorragende' Leistun. gen eines Betriebs, in dem durch weitgehende Ra- tionalisierung die Gestehungskosten besonders gesenkt sind, wird zur Förderung des technischen Fortschritts eine Difserenzialrente (Vorzugs- rente) bewilligt. Aufwendungen für Neuanla - gen (Investitionen) dürfen nicht vom Gewinn abgesetzt werden, womit die allzu weitgehende „Selbstfinanzierung" unterbunden wird: Sonderbewilligungen können nur in Einzelfällen auf Grund besonderer Entscheidung des Reichskommissars oder seiner Amtsstellen für besonders risikoreiche Neu- anlagen in der unmittelbaren Kriegswirtschaft genehmigt werden, wobei eine betriebswirtschaftliche Nachprüfung näch Kriegsschluß vorbehalten wird. Oer Gewinnstop. Orr Inhalt der Verordnung des preiskommiffars Von unserer Verlmer Schristlettunq. rufen. Nachdem der heutige Stand des NS.-Alt- Herrenbundes von über 100 000 Mitgliedern eine ehrenamtliche Leitung nicht mehr ermöglicht, bat M X macht eingesetzt sind. Einberufene W'hrsteuerpflich- füge, bi-e die Voraussetzungen für die Befreiung am Schluß des Kalenderjahres noch nicht erfüllen, finö bei der Veranlagung auch zur Wehrsteuer zu veranlagen, ohne daß jedoch Wehrsteuervorauszah- lungen zu leisten wären. Die Veranlagung fällt weg, sobald eine der Befreiungsooraussetzungen erfüllt ist. Bei wehrsteuerpflichtigen Arbeitnehmern ist für die Dauer ihrer Wehrdienstleistung eine Wehrsteuer nicht einzubehalten und abzuführen. W hr- fteuerbeträge, die zu unrecht gezahlt wurden, sind zu erstatten, auch wenn der Wehrdienstpflichtige während der Ableistung von Wehrdienst verstorben ist- Zusatzfleiderfarte für Jugendliche. Wie bereits bekanntgegeben wurde, wird auch ht diesem Jahr wieder eine Zusatzkleiderkarte für Jugendliche aus gegeben mit 50 Bezugea-'o schnitten für Knaben unb 40 Bezugsabschnitten für Mädchen. Die Hälfte aller Dezugsabschnitte ist sofort gültig, die ander« ^Hälfte wird besonders aufgerujen werden. Die Zusatzkleiderkarte wird auf Antrag an aue Jugendlichen ausgegeben, die zwischen dem 2. September 1922 und dem 1. September 1927 geboren sind und im September 1940 eine volle Reichs- Neider karte erhalten haben. Die Vorbereitungen für die Ausgaben sind so weit fortgeschritten, daß nun die Anträge bei den Wirtschaftsämtern iKartenaus- gabefteilen) gestellt werden können. Die Jugendlichen haben ihre zweite Reichskleiderkarte sowie einen Ausweis, aus dem das Geburtsdatum hervorgeht, (z. D. Kennkarte, HI.-Auswcis) vorzulegen. Die An- ttagsfrist endet am 30. April 1941. kn, vom grauenden Tag an bis in den Spätnachmittag hinein. Und endlich war das Werk geschafft: die Straßen waren frei für den Verkehr: uno als dann etwas später auch die Flußübergänge wieder hergestellt waren, konnten die Kolonnen Rcthel passieren und ihren Zielen entgegenfahren. ff- 2? große Frage ist nun: was i ft Gewinn? Zugebilligter Gewinn ist der Gewinn, der riiegswirtschastlich gerechtfertigt ist. 2'ser Gewinn ist nicht identisch mit dem Steuer- i flfslnn. Soweit es sich um die Zeit seit dem 1. Sep- \ Unber 1939 handelt, sind, wie gesagt, U e berge- renoüli Posen, 18. März. (DNB.) Die Kulturtage des ommi|' Drthelandes fanden mit der Weihe dcs Großen talfch hi u s e s der Theater in Posen in An- Besse:. ----- - Die Wehrsteuerpflicht beginnt am Anfang des Kalenderjahres, das auf den Stichtag der Personen- standsaufnahme folgt, an dem die endgültige Entscheidung über die Nichteinberufung zur Erfüllung der zweijährigen aktiven Dienftvflicht vorliegt. Kriegsmusterungsentscheidungen führen nur dann zur Wehrsteuerpflicht, wenn sie lauten: garnisonverwendungsfähig in der Heimat (Ersatzreserve H), arbeitsverwendungsfähig (Ersatzreserve II) unb ar» beitsverwendungsunfähig. Während bisher grundsätzlich Wehrsteuerfreiheit nur durch die Erfüllung der aktiven zweijährigen Dienstpflicht erreicht wer- gen konnte, wird nun die Wehrsteuer auch bann nicht mehr erhoben, wenn der Wehrsteuerpflichtige einschl. eines etwa im Frieden abgeleisteten Wehrdienstes insgesamt mehr als 90 Tage Wehrdienst geleistet hat, ferner wenn der Wehr- steuerpflichtige bei der Ableistung von Wehrdienst durch feindliche Waffeneinwirkung verwundet lllle wirtschaftlich und sozial interessierten Kreise ttd)ä,tigen sich auf das lebhafteste mit der Anwei- su g des Reichskommissars für Preisbildung vom 5. März über die Durchführung des G e - n NN stop S. Die allgemeinen Richtlinien sind in nniglid) bekannt: Der Krieg muß billig ge- jiirt werden. Darum bestimmt schon § 22 der jb.egswirtschaftsverordnung, daß Preise und Ent- gile für Güter und Leistungen nach dem jinug sei. Der Osten fei unsere nationale Peripherie gegen 613 Polentum. Hier gerade müsie die Zirkulation utleres Dolksblutes immer wieder angeregt und di^chleuniqt werden. Hier gerade müßten darum die KIfkn Gehirne und die stärksten Herzen, über die i(e Vaterland verfüge, eingespannt werden. Harte Abend des 9.6. noch unter feindlichem Artillerie- und Maschincngcwehrseuer und bann den 10. über an den Zufahrtstraßen der Srütfe bei Barby. Dort galt es, an den Uebergängen über die Aisne und den Kanal und in der dazwischenliegenden Niederung Auffahrten passierbar zu machen, Baumstümpfe zu beseitigen, ®ranattrid>ter und Sumpflöcher zu füllen, durch Ueberschwemmungsgebiete hindurch Behelfsstraßen instandzusetzen und so den vorrückenden Kolonnen den Weg zu ebnen. In Nan- kuil mußten einige schwere Straßensperren abgeräumt werden. Dann gingen auf den von uns betreuten Uebergängen und Straßen, den ganzen Tag über in ununterbrochener Folge fast, die gepanzerten Verbände vor, die bestimmt waren, die vorn kämpfende Infanterie zu entlasten und die feindliche Front durch einen Tiefstoß in südlicher Richtung zu durchbrechen. Der Feind hatte seine leichte Artillerie am Morgen des 10. 6. zurückgezogen, aber er setzte von weither schwere Brocken in bas Wiescngelande zwischen Fluß und Kanal. Feindliche Flieger erschienen mehrmals, um über dem Brückenkopf aufzu- klären, und versuchten vergeblich, den Uebergang der Kolonnen über die Aisne durch MG.-Feuer zu stören. Als am Abend des 10. 6. die deutschen Stoßtrupps die Enge bei Barby glücklich passiert hatten, da wußten wir, der Durchbruch i-st gesichert, der Kampf an der Aisne führt zum Siege. Der nächste Tag, der 11. Juni, sah das Bataillon hei neuem Einsatz. Die Straßenbrücken in R e t h e l, die ein gut entwickeltes und ausgedehntes Straßennetz nördlich und südlich der Aisne miteinander verbanden, waren unbrauchbar. Die Franzosen hatten sie vor ihrem Rückzug gesprengt, die Durchgänge durch dis Stadt selbst waren infolge des heftigen beiderseitigen Bombardements ver- chüttet. Häusertrümmer türmten sich auf allen Straßen. Während ein anderes Bataillon die Stadt- brücken passierbar machte, erhielt das Bataillon 213 den Befehl, in kürzester Frist die Zugangstraßen aufzuräumen. Nachdem der Bataillons-Kommandeur am 10. 6. im deftigen Feindfeuer persönlich die Erkundung des nördlichen Stadtteils Dorgenommen- hatte, war eine der Kompanien ichon in Der Nacht vom 10. zum 11. damit beschäftigt, bie Nord —Süd st raße bis zur Kathedrale freizumachen. In der Frühe des 11. wurden noch andere Einheiten des Bataillons eingesetzt, denn bis zum Abend des Tages sollten die Straßen durch Rethel offen fein für Reserven und Nachschuboerbande, die darauf warteten, den vorn fämpfen- den Truppen Munition, Betriebsstoff und Leb.ns- mittel heranzubringen. In unermüdlich pausenloser Anstrengung arbeiteten die Männer des Bau-Bataillons zwischen rauchenden Häuserzeilen bei Temperaturen, Die V Bauerngeschlechter würden hier die Wacht halten, ein reiches unb unerschöpfliches deutsches Kulturleben werde sich hier enthalten können. Jeder junge Deutsche würde es für seine Ehre halten müssen, wenigstens ein paar Jahre seines Lebens dem Osten zu weihen. Ungezählte darunter würden hierbleiben unb den Wall der Leiber verstärken, der unser Vaterland beschirme. Städte wie Danzig, Königs- berg, Breslau und Kattowitz würden von jetzt ab in die besonders pflegliche Fürsorge des Reiches genommen werden. Gerade hier gelte es vor allem, starke kulturelle Kräfte zu konzentrieren und den Aufbau in diesem Gebiet so zu beschleunigen, daß in absehbarer Zeit ein Abstand zwischen dem Kul- turstand in anderen Teilen des Reiches und dem im Osten nicht mehr bemerkt werden könne. Schon im und besonders gleich nach dem Kriege werde dieses Programm verwirklicht werden. Dies sei, wie alles, was der Nationalsozialismus einmal in Angriff nehme, nicht ein Programm der Theorie, fon- dem tatkräftiger unb energischer Praxis. Der Führer selbst habe dazu den Befehl unb die Initiative gegeben’ In der Verwirklichung dieses Programms seien wir nur die Vollstrecker seines Willens. Er habe dieses Land zurückgeholt in den Verband des Reiches. Seine staatsmännische und soldatische Tat bedeute die endgültige Rettung des deutschen Ostens. Durch sie werde die vielhundertjährige deutsche Ko- lonisationsarbeit in diesem schweiß- und blutgetränkten Lande erst ihre Erfüllung finben. Den Dank ber beutschen Bevölkerung des Warthe- landes an Reichsminister Dr. Goebbels brachte ©au- feikr Greiser zum Ausdruck. Durch tue „Reichs- ftiftung für deutsche Ostforschung" sei bte Möglichkeit gegeben, die kulturellen Aufgaben auf breiter Front in Angriff zu nehmen. Als Präsi- Dent der Stiftung verkündete der Gauleiter einen „Claufewitz - Preis" für die beste Arbeit auf dem Gebiete der Erforschung der für den Osten notwendigen volkspolitischen Kräfte, unb einen „Preis des Großen Königs" für die beste Arbeit auf dem Gebiete der Erforschung ober des ! Einsatzes der im deutschen Bauerntum ruhenden Kräfte für den Dftraum. Merkmalen arbeitet. Auch das gehört zu den Auswirkungen des Leistungsprinzips, dessen Bedeutung der Führer in seiner Rede vor den Berliner Rüstungsarbeitern erst neulich wieder so stark unterstrichen hat. Der Reichsfinanzhof ist sich dessen auch vollkommen bewußt, denn er sagt in seiner Entscheidung, daß in der heutigen Wirtschaft nicht das Kapital, sondern die persönliche Leistung im Vordergrund stehe. Ausnahmen von der Arbeitsplahwechselverordnung Der Reichsarbeitsrninifter hat bestimmt, daß es einer Zustimmung des Arbeitsamtes zur Lösung von Arbeitsverhältnissen nicht bedarf, wenn Führer von Verwaltungen des Reichs, der Länder, der Gemeinden (Gemeindeverbände) oder ber Deutschen Reichsbank ihren Gefolgschasts» mitgliebern tünoigen. Ferner werden die Einstellung und bie Kündigung eines bestimmten Kreises von Kulturschaffenden von ber Zustimmung bes Arbeitsamtes ausgenommen, sofern es sich um eine Berufstätigkeit handelt, für die die Mitgliedschaft zur Reichskulturkammer vorgefchrieben ist. Wehrdienst von über drei Monaten befreit von der Wehrsteuer. Leistungsprinzip und Gieuerpsttchi. I Das Leistungsprinzip ist in unserem Steuerrecht tyon mehrfach begünstigt, z. B. auf dem Gebiete I bc Umsatzsteuer künstlerische, literarische und wissen- L^aftlidie Leistungen ober, auch auf dem ©ebiete Einkommensteuer Exportgeschäfte. Jetzt hat der I^ichsfinanzgerichtshof eine Entscheidung getroffen, bi- die Steuerpslicht zu Gunsten des Lelsungs- ^nzips in einem vemerkenswerten Etnzelfall ein- Ein Vater hatte feine drei Söhne als Gesellschafter , «genommen. Zwei Söhne brachten große, einer ■rnr eine kleine Kapitaleinlage ein. Das Finanzamt hatte angenommen, daß für den Sohn mtt ■jrlnger Kapitaleinlage eine Schenkung vor- $F.lüge, da der Gewinn (nach einer vierprozentigen Kreuz oder dem Kriegsverdienstkreuz zeichnet worden ist. Die Befreiung von der Wehrsteuer gilt auch für die Angehörigen des Reichs- arbeitsbienftes, soweit sie im Rahmen ber Wehr- Wechsel in der Führung des Altherrenbundes der Nkichsstudentenführung. Berlin, 18. März. (DRD.) Der Stellvertreter des Führers hat auf Vorschlag des Reichsstubenten- führers, ^-Oberführer Dr. Scheid, den bisherigen Amtschef des NS-Altherrenbunbes ber deutschen Studenten, ^-Oberststurmbannführer ©.Steimle in den Führungskreis des NS.-Altherrenbundes be- st am- en vef Zie'lchsminister Dr. Goebbels verkündet em umfassendes Ausbauprogramm, erst m - n n n e unter Verrechnung mit den bisherigen €:!ucrlciftungen an das Finanzamt abzufÜh - rin; für die Zukunft sind Uebergeroinne zur lGenkung der Preise für die Ware ober Lei- fingen zu verwenden, wobei wieder die Waren dlvnders bevorzugt werden sollen, die für die drei- tt en Derbraucherschichten wichtig sind. Der krieg;- II. Am 9.Juni war es, als das Bataillon an der Aisne einaesetzt wurde. In den vorhergehenden Tagen unb Woch:n nach dem Abmarsch aus dem Raume MonthermS war es Damit beschäftigt, das Straßennetz zwischen Maas und Aisne instandzusetzen und zu überwachen. Jetzt Durfte es wieder an einer lebenswichtigen Stelle Der Armee zum Erfolg beitragen, und Diesmal dazu dicht hinter einem Brennpunkt Des Kampfes. Offiziere des Bataillons hatten bie Dormarschstraße zur Aisne bis in das seinbliche Artillerie- unb Maschinengewehrfeuer hinein sorgfältig erkundet, und alle Einheiten waren für die neue große Aufgabe bereitgejteHt. Am 9.6. wurde um 4.45 Uhr der Angriff über bie Aisne in breiter Front seitwärts Der Orte EHLieau Porcien unb Rethel an-gesetzt. In Rethel hatte sich am 9. 6. die Lage nicht verändert. Die für Den Brückenbau Dort bereitgeftellten Kräfte tarnen daher vorerst nicht zum Einsatz. Westwärts des Ottes jedoch gelang es, an durch Baumbestand ber Feindsicht entzogenen Stellen im Laufe der Nacht oom 9. 3um 10. bei Barby, im Laufe des 10.6. zwischen Ecly unb Taizy je eine 16-Tonnen- Kriegsbrücke zu bauen. Am 10. 6. war gleichfalls bie Fertigstellung einer 8-Tonnen-Drücke bei Acy gelungen. Die Infanterie überschritt die Aisne unb Den jenseits verlaufenden Kanal, bildete südwärts Rethel einen Brückenkopf und nahm am gleichm Tage die südlichen Vorotte Der Stadt. Das Bau-Bataitton 213 erhielt den Auftrag, Die Zu- fahtten der beiden Drücken bei Barby unb Acy zu I verbessern unb für Nachschub motorisierter Kolonnen nutzbar zu machen. Eine Kompanie wurde am 10.6. zum Freimachen Der Zufahrtsstraßen bei Acy und diesseits des Flusses eingesetzt, andere Einhe-iten des Bataillons arbeiteten bereits feit dem Mfenheit von Reichäminister Dr. Goebbels ihren jfiljepunft. Im Mittelpunkt des Festaktes, dem die fö^renben Vertreter aus Stabt, Partei unb Wehr- m: d)t, unter ihnen Generalfeldmarschall von Bock jlnie bie Leiter ber Propagandaämter, die Inten- imten der Reichsbühnen unb Reichssenber, Kultur- Hassende unb Kunstschriftleiter aus dem ganzen ^iid) beiwohnten, stand eine bedeutsame Rede des Rächsministers über die künftige kulturpolitische Hifgabenftellung im neuen deutschen Osten. Dr. . fr ebb eis nahm bie Eröffnung zweier Theater in | ir Gauhauptstabt Posen zum Ausgangspunkt für iit Verkünbigung eines großzügigen tulturel- 1 Im Aufbauprogramms für sämtliche neuen I 0: fleLvte, bas bereits mitten im Kriege begonnen i ttirbe und nach dem Endsieg seine restlose Verwirk- Jje- An amerikanisches Küstenwachschisf hat in der Ä der Bermudas Teile der 'Brüte und des °ltt3 Aistes sowie einen Rettungsring des USA.»9rad>», +>icuu ö i u p i n c 111, *mgec uer ujuiuenen *ap- fc-3 „M ahllkona" (3512 BRT.) aufgefunden. I ferkeitsmcdaille der Luftwaffe, ist einem Flugun- ffRin nimmt an, daß der Frachter untergegangen I fall zum Opfer gefallen. 1933 hatte er den Bleriot- 5" Heber das Schicksal Der 25köpsigen Besatzung ist pokal gewonnen, als er eine Geschwindigkeit von 0 viöts bekannt. t620 Kilometer erreichte. r Ioö. Hiftis lijung finden wird. Unter lebhafter Zustimmung der Zuhörer erklärte t. Goebbels, daß ber Osten für uns nicht mehr CHuttabladeplatz für im Reich gescheiterte Beamte irt Offiziere sei, nicht mehr Erperimentierseld neuer Artschaftstheorien, kein Strafversetzungsgebiet für kurzsichtige Behörden, die nach dem Grundsatz ver- schren, daß das, was in unserem Daterlande sich dB unbrauchbar erwiesen habe, für den Osten immer n d) gut genug, wenn nicht sogar zu schade sei. ! efer Grundsatz stelle genau das Gegenteil von dem bir, was der Nationalsozialismus unter Ostpolitik oir|tcl)c. Uns sei die Tatsache, daß dieses Land i Ir'olge seiner tragischen geschichtlichen Entwicklung at*f diesem oder jenem Gebiet anderen Teilen des fridjes gegenüber etwas zurückstehe, nur ein Br- vis dafür, daß hier mehr getan werden muffe als anderswo, und daß daher das Beste an Henschenmaterial für den Osten gerade noch gut In den folgenden Tagen galt es für die Kompanien des Bataillons im Einzeleinsatz weite Teile Der südlich ber Aisne gelegenen feindlichen Sperrzone aufzuräumen. Der Gegner hatte in Berücksichtigung der deutschen Angriffstaktik für sein HauptkampsfelD davon abgesehen, eine durchgehende Wderstandslinie in Der Art seines Ostwallcs zu schaffen. Er suchte nach tanksicheren Wiber- ftanDsneftern vor allem an Den Straßen und glaubt« sie in Den Ortschaften zu finden, Die er durch Anlage von Straßensperren sicherte und zu kleinen Festungen ausbaute. Das Bau-Batalllon 213 wurde bereits bei Beginn feines Einsatzes an- Sewiesen, sobald es Die Lage zuließ, am jenseitigen :fer der Aisne mit Dem Aufräumen Der Sperren zu beginnen unb hierbei vor allem einen Straßenzug von Rethel aus feinbwärts frei zu machen. Es entfernte in Zusammenarbeit mit einem anderen Bau-Bataillon am 12. 6. alle Sperren im Zuge der Hauptstraßen in Perthes und in Taanon, Hindernisse in Iuniville und Sperren in La Neuville en Tourne a Fuy: unb so war am Abend dieses Tages auch Die mit großem Aufwand angelegte tiefe Sperrzone für zweibahnigen Straßenverkehr frei gemacht. Ein besonders stark gesichertes Widerstandsnest an der Durchgangsstraße Reims—Rethel war bas Städtchen T a g n o n. Hier hatte ber Feinb Sperren eilet Art angelegt, von dicken verbundenen Bruchsteinmauern oder einzementierten Eisenbahnschwellen an bis zum einfachen Wegehindernis, bas nur aus ineinan- dergeschobenen landwirtschaftlichen Maschinen und Fahrzeugen bestand. Ganz wichtige Sperren waren durch Pakgeschütz gesichert oder durch Tellerminen, di« mit Dem Füllmaterial der Einschulungen durch Drähte feft verbunden, ein Niederreißen der Hinder- nisse unmöglich machen sollten. Zwei Züge einer Kompanie haben hier in rund zwölf Arbeitsitunden bei regnerischem Wetter und In m'hrfacher Gefährdung durch Minen über zwanzig Sperren beseitigt, die Durchgangsstraßen freigelegt und die Ortschaft den nachfolgenden Truppen als Quartisrgelegenheit geöffnet. An derselben Straße nördlich Tagnon räumte ein Suchkommando des Bataillons cm 13.6. eine umfangreiche Minensperre ab, die zur Sicherung für ein Straßenhindernis seitwärts im Gelände verlegt war. b diejtt Lovtt jen W üfibeniw «litt dkl Jrunbfatj der kriegsverpflichteten jftlkswirtschaft gebildet werden müssen. Diese W im frdzeitigen allgemeinen Anweisungen werden nun, Wit, nchdem sich ein gewisser Ueberblicf ergeben hat, spezialisiert. Ein bisheriger übermäßiger Ge. kriez» tD n n ist von Den Betriebsführern unaufi Ä foirt an das Fi-na nzamt rs 5b Dr große Frage ist nun: was #K 1 Heute entschlief unser innigstgeliebter Vater und Schwiegervater nach einem Leben der Treue und Pflichterfüllung im 73. Lebensjahre. 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Sie wollte von einem Kraftwagen aus eine etwa eine Meile entfernte Farm erreichen, nachdem durch die Schneeverwehungen ein Weiterfahren unmöglich geworden war. Auch bei den übrigen Opfern des Schnes- Wir kaufen gebrauchte möll.neawertifie Kranwagen gegen Barzahlung Opel, Gleiten Ruf 2847/48 Die Beisetzung findet am Freitag, dem 21. März 1941, nachmittags 3.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt - Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. kann junger w U Mann täglich einige Stunden bei der DurdiKhreihe- MMMi prakt. kostenlos Mitarbeit.? Scbr. Angeb. unt. 0990 an d. Gieß. Anz. Atze MtzllW zahle ich demjenigen der mir mein rotbraunen Zwergschnauzer wiederbringt ob. nachweist, wo er sich befindet «ms Scbiesthalle W. Slier sen. Oswaldsgarten. Elektr. llühlschrant mittlerer Größe, fall neu und sehr gut erhalten zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 0977 a. d. G.A. 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Vollstreckung eines Todesurteils. Am 14. März 1941 ist der 1905 in Brünn-Sebro- witz geborene Matousek hingerichtet worden, den das Sondergericht bei dem Deutschen Landge- !$f Biufreinigung wichtig I , Nehmen Sie . J Schoenenbergers Pflanzensaft-Kur: 6 Fluchen Brennerei-, Spitz- / j wegerlch- und Löwenzahnsatt / v 2 Pakete Tee.... RM. tliififlPrffllf Nachlässe von 3 0/3 20 v H er* £/ iWIg £ HUH halten Sie bei wiederholten Vorgesetzter Unterschlagung und Untreue zu zwei Jahren 4 Zuchthaus und 50 000 RM. Geldstrafe. Seit 1926® war der Angeklagte in der Wechselabteilung einer Berliner Großbank beschäftigt. Nachdem er sich zehn Jahre lang einwandfrei geführt hatte, begann er großangelegte Unterschlagungen durchzuführen, die schließlich 125 000 RM erreichten. Es gelang ihm durch geschickt fingierte Buchungen jeden Verdacht von sich abzulenken. Erft als der Angeklagte einige Zeit seinen Arbeitsplatz verlassen mußte, war es möglich geworden, hinter seine Schliche zu kommen. Der Angeklagte, der einen soliden Lebenswandel führte und großen Aufwand vermied, hat die unterschlagenen 125000 RM. restlos auf Renn, bahnen verwettet. Ein Buchmacher hat für ihn 200 000 RM. umgesetzt. — Mit Rücksicht auf die seltene Hartnäckigkeit, mit welcher der Angeklagte seine Unterschleife durchgeführt hat und im Hinblick darauf, daß er nicht einmal während des Krieges, wo doch, wie er als Bankfachmann wissen muß, dem geordneten Geldverkehr eine besondere Bedeutung zukommt, vor seinem Treiben zurückschreckte, hielt das Gericht die Annahme eines besonders schweren Falles für gegeben. : Oeffeniliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden muß: 1371C 12. Rate Grundsteuer 1940, 1. Rate Bürgersteuer 1941. Bei dieser Gelegenheit weise ich erneut daraufhin, daß die Grundsteuer bis zum 15. eines jeden Monats zu zahlen ist. Gießen, den 17. März 1941. _______Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.)________ Bekanntmachung. Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß Fräulein Luise Schmidt, Gießen, Liebigstraße 99, Telephon 4368 für den Stadtteil Giehen-Wieseck als Leichenkleiderin bestellt wurde. 1372C Gießen, den 17. März 1941. Der Oberbürgermeister^J. A.: gez. Gra v e rt. 6ffentHchunoen einer Anzem* Nach gröhtem Erfolg in (rieben! Nun auch in Lidi, Lollar und Hungen Wenn Kleidergeld und Punkte rar, Nimm den „Goldenen Schnitt“ nnd spar! Einladung an alle Hausfrauen u. Töchter! Zuschneideschau Großes 1374V Raiiiogerät (Wechselstrom) zu verleihen. Rat 3085. inge schein Wr die Lahn sind noch abzugeben. Schriftliche Anfragen unt. 0997 an den Gießener Anzeiger erbet. fUBllfe IN NU Zs viiliunö ülflioi -Sflirrtren Schriftl. Angeb. unt. 0991 an den Gießen. Anzeig. Wohnung mit Küchenbe- nubung, Stadtmitte, zu verm. Schr. Ang. unt. 0987 a. b. G. A. In gutem Hause m. guter Pension an Schülers in) ober berufstätig. Herrn ob. 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Mörz I<>0 Oer Tag der Wehrmacht in Gießen musizieren. liegt 's drin — Da in Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tat Irland". ohne Zeugen". — Öffentlicher Vortrag der Uni- leien-Soda zum sind dentenheim am Leihgesterner Weg. Löffel Essen an Ort und Stelle der Ausgabelokale gerade jorgen. Uhr eine Publikums, die Schriftsteller inbegriffen, einzige Aufgabe sein, so daß sich sagen ließe: Des Lebens und der Schriftsteller Güte erkennt man an der Unbeträchtlichkeit der Pointen. Wenn ein Leben und ein Schriftsteller trotz dem Fehlen der Pointen (denn bei beiden können sich „Pointen" in etwas ganz anderes verwandeln, wovon auch zu reden wäre) nicht langweilig sind, sondern fesselnd und packend, dann — erst dann allerdings sind sie wirklich gut. Lichtspielhaus: »Tat ohne Zeugen^. Dies ist ein italienischer Film der Vi-Va-Produk. tion in Rom, dessen Handlung im Jahre 1507 in Venedig spielt. Das Drehbuch schrieb T. Smith. Das prunkvolle Kostüm der Renaissance und die in ein malerisches Helldunkel getauchten Architekturen der Lagunenstadt ergeben die stilvolle Einkleidung und den Hintergrund für einen Kriminalsall, in dem sich eine ganze Reihe seit langem erprobter Motive wirksamen Theaters verbinden: Liebe und Eifersucht, Verdacht und Intrige, Duell und Meuchel- mord und zum Schluß eine große Gerichtsverhandlung, welche die kunstvoll geschlungenen Fäden entwirrt und den Beschauer mit einer seine berechtigten Erwartungen erfüllenden Befriedigung entläßt. Unter der Spielleitung von John Bard, der über bedeutende Mittel und große Ausstattung ver- fügte und die Konflikte stellenweise zu opernhaften Eindrücken steigerte, stellen sich die pikante Clara C a l a m a i als große Kurtisane Olympia, Enrico G l o r i als schurkischer Richter, Elsa de G i o r g i und Roberto Villa als unschuldig verfolgtes und leidendes junges Liebespaar in den Hauptrollen dem deutschen Publikum vor. Bemerkenswert sauber klingt die technisch einwandfreie Synchronisation. (Deutsche Fassung: Lüdtke und Dr. Rahnst e i n.) An der Kamera stand Jan Stallich, der hier in dankbaren Motiven schwelgen konnte. Im Beiprogramm läuft außer einem Vorspann zur Wiederaufnahme des „Wunschkonzertes" eine reichhaltige neue Wochenschau; aus ihrem Inhalt: Krieg in Ferndst; Brandkatastrophe in Santander; Winterkampfspiele der HI.; Göring und Antonescu; Leipziger Messe; der Führer in Linz; U-Boot- Schule und U-Boot-Bau; die Luftwaffe in Bulgarien; deutsche Truppen in der Wüste; Fernkampfflugzeuge im Angriff auf einen Geleitzug. Hans Thyriot. Verdunkelungszeit 19. März von 19.33 bis 7.29 Uhr. welcher Steigerung aber ist seine Stimmung erst irhig, wenn es sich zeigt, daß der Frühling auf die sier-ae steigt. Alle jene Grillen und hypochondrischen h-efuhle, die ein langer Winter hervorzurufen vermag, sinken wie ein Häuflein Asche zusammen. Da- |5r‘ bricht der ungestüme Drang hervor, auf Ent- lrckungs^ahrten auszugehen, um dem neu sich zei- gnden Wunder des Lebens nachzuspüren. Freilich, c äußert sich auf mannigfache Weise, dieser Drang, i5er immer ist er geradezu verklärt von dem be- gisterten Bestreben, sich als Freund der Natur zu l-tätigen. Du hast vielleicht einen Garten, in dem du die inederenid eckte Liebe zur Natur unter Beweis irllen kannst. Das wäre auf alle Fälle die beste lölung, denn dann ist dir reichlich Gelegenheit ge- bten, die Zuneigung zur leben spendenden Scholle rJt erheblichem Schweißverlust aufzuwiegen. Im inderen Falle tut es natürlich auch ein Balkonkasten per ganz und aar ein Blumentopf. Die Hauptsache t ia, daß das Bemühen, das Wachstum zu fördern, [iiif feine Kosten kommt. Wenn es dir trotzdem nicht ' if)neTI genug gehen sollte, so brauchst du nur das Beispiel jener Ungeduldigen nachzuahmen, die sich on irgendeinem Blütenbaum . einige Zweige ab- jhneiden und sie in der geheizten Stube ins Wasser ftllen, womit sie dann sozusagen gratis einen Dor- shuß auf die Fruhlinasherrlichkeit erlangen. Jedenfalls erfüllt dich die Gewißheit des ahnungs- öflen lenzl'ichen Werdens mit Gefühlen ledens-be- fthender Freude. Ob der Rasen hinter deinem ßnufe anfängt zu grünen, ob die Knospen an den Rüschen zu schwellen beginnen, ob der erste ver- fuhte Schmetter^'ng durch den sonnigen Mittag tuniE.lt oder ob Frau Meier im dritten Stock An- falten zu der alljährlich wiederkehrenden großen srühsahrsreinigung trifft: alles, was davon kündet, bfc nun endlich die schönen Tage wiederkehren, v-irb als glückverheißendes Zeichen gewertet und mit besonderem Interesse vermerkt. Es ist ja nur tintmal Frühling im Jahr! ______________Sch. Wie von uns am vorigen Samstag bereits mitgeteilt wurde, führt der Standort Gießen am kommenden Sonntag — wie überall im Reiche — den „T a g der Wehrmacht" zum Besten des Kriegs-Winterhilfswerks durch. Aus diesem Anlaß wird am kommenden Sonntag a b 11 Uhr die Bergkaserne für den Besuch durch die Bevölkerung geöffnet fein. Bei dieser Gelegenheit werden die Besucher mancherlei Vorführungen unserer Soldaten zu sehen bekommen. In den Speisesälen der Kaserne werden die Besucher das Mittagessen aus der Feldküche einnehmen können. Die Feldküchen werden das Mittagessen für die Besucher der Berg-Kaserne und für die Essenabnehmer in der Stadt in reichem Ausmaß Herstellen. Das Essen wird markenfrei zum Preise von 50 Pfennig pro Pdrtion abgegeben. Die Essenkarten, die zum Bezüge des Essens berechtigen, werden von den Blockwaltern und Zellenwaltern der NSV. in den Wohnungen der Volksgenossen jetzt bereits zum vorherigen Kauf angeboten. Wer also Wert darauf legt, sich ein Manches Beispiel zeigt, daß die kulturelle Erschließung selbst kleinerer Dörfer kein utopischer Gedanke bleiben muß. Wo große Betriebe in der Nelhe kleinerer Ortschaften liegen, haben diese oft Theaterfahrten durchgeführt, denen sich die Einwohner der Dörfer anschlossen. Es war keine Seltenheit, daß ein ganzes Dorf sich zum Wochenende auf die Bahn fetzte, um in die nächste Stadt ins Theater zu fahren. So sehr auf der einen Seite auch in den Menschen des Landes der Hunger nach kulturellen Dingen lebendig ist, so sehr muß man auf der anderen Seite mit der Trägheit derjenigen rechnen, die erst aus einem Zustand der Lethargie aufgerüttelt und an das Kunstleben herangeführt werden müssen. Diese Trägheit der Menschen hat besonders auch der Sportarbeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" auf dem Lande größere Schwierigkeiten entgegengesetzt, als dies in der Stadt der Fall war. Auf vielen Wegen hat jedoch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ihre Gedanken in das Leben der Dörfer hineingetragen. Auch die Dorfoerschöne- rung war ein solcher Weg. Manche Bresche ist bereits in den Wall der Gleichgültigkeit geschlagen worden. Trotz aller Schwierigkeiten ist die KdF.-Kulturarbeit auf dem Lande auch im Kriege nicht zum Stillstand gekommen. Die Aufgabe der Zukunft wird es fein. gutes Feldküchenessen für den nächsten Sonntag zu verschaffen, sichere sich durch den sofortigen Kartenkauf diese Möglichkeit. Am kommenden Sonntag werden Essenmarken nicht mehr zu haben fein. Die Ausgabe des Mittagessens erfolgt a m Sonntag von 11 Uhr ab in der Berg- Kaserne, in der Alten Pestalozzi- Schule am Wernerwall, im Caf 6 Leib, auf dem Platz vor der Universität und im Stu» K-F.-Kuliurarbeii auf dem Lande (Sin Weg zur Erschließung der Kunst für alle. deckende und färbende » »e • Nignn-fla? für die Erweiterung der kulturoermittelnden Arbeit den kleinen Städten und Dörfern zu Dornottzen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Schwarzer Peter". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Mein Leben für das Geheimnis tadelloser Farbauffrischung selbst ganz aller und abgetragener farbiger Schuhe, in der Nigrin Patent- Rastel Die Anwendung ist ganz einfach; deshalb auch für Ihre Schuhe das heißt, wie man eben heißt, wie andere Leute auch heißen, und ist, was ein Mann eben ist, und was andere Männer auch find, und es ist kein Geheimnis und nichts dabei, und kein verräterischer Zettel ällt ihm aus der Tasche, und er erblaßt nicht, wenn rgendwer plötzlich vor ihm auftaucht, sondern er aal: Das ist mein Freund Hugo Müller, wir waren zusammen auf der Schule. Es ist ein Elend mit uns gemeinem Publikum. Es scheint, daß wir um mindestens Dreiviertel aller Lebenssensationen betrogen werden. Wenn wir in einer Gesellschaft sitzen, dann fallen keinerlei geist- sprühende Worte, wie sie in Romanen stehen, einem blitzblanken witzigen Rededuell, wie wir es von der Bühne her gewöhnt sind, haben wir im Beisammensein mit Freunden noch niemals angewohnt. Wenn wir wo sitzen, dann lachen Leute, wie wir selber sind, über mäßige Scherze, und unterhalten sich in ziemlich schlechtem Deutsch, wie man sich halt so unterhält. Wenn wir Ehemänner sind, dann sind mir — ob wir wollen oder nicht — braue Ehemänner, denn uns widerfährt es nun einmal nicht, daß in einer Hotelhalle eine rasend schöne Frau auf uns zustürzt und flüstert: Retten Sie mich! Wie kommt das alles nur? Selbst wenn wir Schauspieler sind oder Zirkuskünstler oder überhaupt Künstler oder Rennfahrer oder Polarforscher ober was es sonst an Berufen gibt, von denen man Wunderbares erwarten könnte: uns begegnet nichts. Wir stehen auf der Probe und lernen Rollen oder wir üben am Seil und arbeiten am Trapez, wir machen bei Tee und Butterbrot Entwürfe oder haben einen Defekt am Motor oder suchen nach einem wasserdichten Stiefel, kurz, es ist ganz einerlei, was wir find oder machen oder vorhaben, uns hat die Prosa des Lebens unaufhörlich an der Gurgel, mit der Poesie haben wir kein Glück. Schließlich zucken wir resignierend die Schultern und sehen ein, daß es nun mal eben so mit uns ist und daß es vermutlich daher kommt, weil wir keine Ausnahmemenschen sind, sondern wie gesagt gemeines Publikum, nochmals: gemein im altertümlich freundlichen Sinn: im Geheimen aber wurmt es uns doch, daß es mit den herrlichen (Erregungen so gar nichts bei uns ist, und wir schielen weiterhin neidvoll auf jene uns aus Geschichten und Romanen, Theaterstücken und Filmen bekannten Leben, in denen in berauschender Reihe ein Wirbel dem andern folgt. Was sind das nun für Leben? Um sie zu erkennen, muß man sich vor Augen halten, rote sie entstehen. Sie entstehen so, daß fast ununterbrochen viele Schriftsteller, denen persönlich auch nichts Be- Wnhersteller.PJos.Möbs Seifenfabriken. Giessen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat im Sinne der als kulturelle Erlebnis-Gemeinschaft gestellten Aufgabe sich des Kunsthungers ländlicher Bezirke angenommen. An vielen Orten ist sie heute die alleinige Mittlerstelle deutschen Kulturgutes. Ihre Wanderbühnen bringen beste Leistungen aus begeisterungs fähigen Herzen und als aufrichtige Diener der Kunst. Der Einsatz verschieden großer Spielkörper ermöglicht es, selbst in den kleinsten Städten, wo sich eine KÄF.-Theatergemeinde zusammengefunden hat, Aufführungen stattfinden zu lassen. Das Theater der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" erreicht selbst die entlegensten Baulager und bringt den dort arbeitenden Männern Freude und Entspannung in ihren harten Alltag. Von der Operette bis zur Oper und vom Schwank bis zum Schauspiel umfaßt das Programm dieser Wanderbühnen alles, was es in der großen Welt des deutschen Theaters an Sehensund Erlebniswertem gibt. Neben dem Theater sind auch die Kinder der leichteren Muse wertvolle Helfer für die KdF.-Arbeit auf dem Lande. Variete und Kabarett, die gleichfalls in Wandertruppen eingesetzt werden, bieten Zerstreuung und Entspannung. Filme, Puppenspiel und Bauerntheater runden das Bild einer Arbeit, die auf keines aller mir irgendwie greifbaren Mittel verzichtet, um einen Abglanz des Zaubers, den die großen Städte mit dem bunten Leben ihrer Theater, Konzertsäle und Lichtspielhäuser ausstrahlen, auch auf das Land zu tragen. Was bisher im Dienste dieser Aufgaben erreicht wurde, kann nur als ein Anfang gewertet werden. Nach wie vor sind die technischen und materiellen Schwierigkeiten, die sich der Kulturarbeit in den kleinen Orten entgegenfteüen, außerordentlich groß. Wer die Landflucht an der Wurzel des Hebels bekämpfen will, muß auch den Unterschied, der im kulturellen Leben zwischen Stadt und Land besteht, ausgleichen. Nach dem Kriege muß hier ein großzügiger Einsatz aller Mittel Abhilfe schaffen. Aus der Stadt Gießen. Erfreuliche Gewißheit. Eines Tages überkommt dich die Gewißheit. Mrzlich noch hattest du deine Zweifel und wußtest CJf die hoffnungsfreudigen Hinweise deiner Kolben nur mit einem pessimistischen „Na, na" zu dtmorten. Zugegeben: kürzlich' lieh deine Laune Üierhaupt zu wünschen übrig, vielleicht lag es Kran, daß du mit dem linken Fuß zuerst ausge- hnben warst. Jedenfalls schien dir noch kein Grund geben, Hymnen der Freude über das Nahen des Kühlings anzustimmen. Kurz darauf sah die Welt rit einem Schlage anders aus. Wenigstens erschien & dir so. Gerade, als du um die Ecke bogest, um bn kürzesten Weg zur Straßenbahn zu nehmen, k ertönte von dem First eines Hauses der melo- töse Schlag einer Amsel. Und eben dieser Jubel- nf brachte dir die erfreulidje Gewißheit, daß es un wirklich dem Lenz entgegengeht. Der Mensch ist ein gefühlvolles Wesen. Er freut ich bereits, wenn ihm auf der Straße ein Schorn- ieinfeger begegnet, und er gerät in Rührung, wenn |>r Paketbote an feiner Korridortür klingelt. Zu Pointen. Von Rudolf Schneider-Schelde. In den Geschichten, Erzählungen und Romanen, !rie man liest, und in den Theaterstücken und Filmen, ie man sieht, kommen fast immer interessante Dinge or, Schicksale, die aufregend sind, Zwischenfälle, die verblüffen, Leidenschaften, welche erregen, erheben der erschüttern, Lebensläufe zum Staunen, Auf- chwunge, Abstürze, schöne Frauen, machtvolle Männer, Menschen, welche wahre Wunderwerke von Zeist oder Liebe oder Güte oder Tiefe oder allem yfammen vorstellen. Wir Publikum nehmen das alles gefesselt oder lerounbern (ober gelangweilt) zu uns und denken ns höchstens: Komisch, daß uns so gar nichts Der- : rtiges passiert! Uns gemeinem Publikum wider- öhrt nämlich eigentlich nicht das geringste im Le- iien an wunderbaren ober sonderbaren Dingen. Wir irrnen weder den verkappten Millionär kennen, der nsere Ideen finanziert, noch begegnen wir (wenn oir Frauen sind) auf einer Almhütte dem Zufällig tert weilenden Maharadscha, der uns fein Reich - ab seine Perlen vor die Füße legt. Wenn wir :Iber wirklich einen Milliardär kennenlernen, dann irden wir, daß er sich für alles auf der Welt mehr itereffiert als für unsere Ideen, und wenn wir i alb wir Frauen sind) eine Art von Maharadscha iiu Gesicht bekommen, müssen wir uns meistens ge- 1 eben, daß sein Aeußeres leider in keiner Weise un- -ren Erwartungen entspricht. Wie kommt das? Wir erleben eben gar keine Romane. Wir gemeines Publikum, gemein im guten alten Sinn von Egemein verstanden, lieben natürlich auch und Giraten und bekommen Kinder und haben unsere Sorgen und Aufregungen und selbstverständlich auch '.mser Glück, aber — es ist eben alles so furchtbar irosaisch, was wir machen oder was uns begegnet. &enn wir junge Männer sind und em Mädchen lieben, dann stellt sich einfach gar nichts heraus, weder kommt sie aus Mexiko, wo sle bisher wilde Uferbe zuritt, noch reift sie in geheimer Mission durch He Welt, so daß ihre graziöse Erscheinung nur eine Verkleidung darstellt: Nein, das Mädchen, bas mir — man könnte schon fast sagen — das Pech zu heben haben, ist die ehrbare Tochter einer ehrbaren ramilie aus der Soundsostraße, sie muß um Zwölf ihr zuhaus sein, sonst schimpft der Papa, und sie inrf nicht mehr weggehen, basta! — Wenn wir em junges Mädchen sind, dann ist der Romeo, der er- lötend unfern Spuren folgt, auch keineswegs em | getarnter Hidalgo, sondern er stellt sich uns^or_urm mitzubringen! Am Sonntagvormittag von 8.30 bis 9.30 werden Spielmannszüge der Wehrmacht durch Reihe von Straßen marschieren und mit ihrem Spiel alle Volksgenossen noch einmal an die Bedeutung des Tages erinnern. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Obersturmführer Herrmann wird an diesem Tage merkenswertes widerfährt, sich den Kopf zerbrechen, was sie machen könnten, damit bas, was sie schreiben, dem gemeinen Publikum gefällt. So ein Schriftsteller sagt sich: Wenn ich die Geschichte so erzähle, wie sie war, dann lieft sie natürlich kein Mensch; ich muß da etwas hineintun oder erfinden, eine Spannung, eine Handlung, einen Effekt, damit die Sache nach etwas aussieht. Da aber die Schriftsteller ihrerseits in ihren Lüsten, Wünschen und Träumen um nichts besser sind als mir gemeines Publikum, fällt ihnen natürlich auch nur ein, was uns zur Not auch noch einfallen würde. Also reißt bas Drahtseil, wenn der Artist drüber geht, weil ein eifersüchtiger Rivale es angesägt hat, also verbrennt dem Künstler sein wertvolles Werk, zu dem ihm in einsamer Mondnacht die gigantische Vision kam, also springt die unbekannte Schauspielelevin für den erkrankten Star ein und hat einen Erfolg, wie noch keiner da war, also jagt der Polarforscher durch Nacht und Eis auf feinem Hundegefpann mit einem Eisbären um die Wette (und gewinnt sie), nachdem fein letzter Schuß ein Rohrkrepierer war. So, aus der Suche nach Pointen, entsteht dieses Leben, auf das wir privatim vergeblich warten. Es gibt es gar nicht in Wirklichkeit. Um jedoch gerecht und etwas ernsthafter zu fein: Sollte es im wirklichen Leben nicht doch jene tausendfältigen göttlichen und teuflischen Erregungen geben, die den Schriftstellern, wenn sie - lang genug danach suchen, manchmal einfallen? Von woher sollte ihnen denn schließlich etwas einfallen, wenn nicht aus dem Leben selbst? Es gibt sie natürlich, die Erregungen, oder richtiger gesagt: die Daten dazu, jedoch nicht in den Zusammenhängen, nicht in der Reihenfolge und nicht in der Häufung, wie die Schriftsteller sie zu brauchen glauben. Im wirklichen Leben, auch in unserem, des gemeinen Publikums Leben, sind sie etwa in der gleichen Menge enthalten wie Rosinen in einem ziemlich billigen Kuchen. Man merkt sie kaum, so selten kommen sie vor. Sie kommen so selten vor, daß man kaum einen Geschmack von ihnen wahrnimmt, während man an dem etwas faden Teig kaut, und erst hinterher erinnert man sich: da war doch irgendetwas. Aber wir wollen nochmals nicht ungerecht und noch ernsthafter sein. Es gibt auch andere Kuchen. Es gibt Kuchen, bei denen der Teig so gut ist, daß jeder Bissen davon Genuß bedeutet, und man die Rosinen ganz vergißt, ja, daß es ganz unwichtig ist, ob Rosinen drin sind ober nicht. Es gibt auch solche Leben. So zu leben, dahin zu zie- Icn und dorthin zu schauen, müßte des gemeinen oersität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße, Vortrag Prof. Dr. Vollrath über „Der Gestaltwandel britudjer Weltanschauung". Sladtthectter Gießen. Am heutigen Mittwoch wird die Märchenoper für kleine und große Leute „Schwarzer Peter von Norbert Schultze wiederholt. Musikalische Leitung: Otto Söllner. Spielleitung: Max Schwarze a. G. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. 23. Mittwoch-Miete. Gießener Konzertring. Im Rahmen der Konzertreihe des Gießener Kon- zertringes Arbeitsgemeinschaft NSG. „Kraft durch Freude", Gießener Konzertverein, Stadttheater Gie- ßen) findet am nächsten Montag, 24. März, das sechste Konzert der Konzert-Miete A statt. Es spielt das Rhein-Mainische Landesorchester unter Leitung von Professor Abendroth als Gastdirigent mit Kurt Stiehler (Violine) als Solist. Die Vortragsfolge sieht Werke von Mozart und Beethoven vor. Die siebente Veranstaltung des Konzertringes 1940/41 bringt am kommenden Donnerstag einen Solistenabend. Die bekannte Altistin Lore Fischer und der Tenor Heinz Marten fingen Lieder und Duette von Schumann, Brahms und Wolf sowie Volkslieder. Das Konzert findet in der Aula statt. Ortszeit für den 20. Mrz. Sonnenaufgang >.30 Uhr, Sonnenuntergang 19.36 Uhr. — Mondaufgang 3.13 Uhr, Monduntergang 11.57 Uhr. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 20. März 1941 von 15 bis 17 Uhr in Gießen statt. Urlaubsansprüche für 1940 sind vorerst noch nicht abzugetten. In den Amtlichen Mitteilungen des Reichstreuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen Nr. 5 vom 10. 3. 1941 wird eine Bekanntmachung des Reichstteuhänders vom 6. März 1941 bett, die Abgeltung der Urlaubsansprüche für 1940 veröffentlicht. Hiernach bleiben die 1940 entstandenen Urlaubsansprüche bis zum 30. 6.1941 bestehen. Es ist gerade mit Rücksicht auf die starke Beanspruchung der Arbeitskraft jedes einzelnen während der Kriegszeit eine besonders wichtige Aufgabe der Betriebsfuhrung, dafür zu sorgen, daß möglichst alle Gesolgschaftsmitglieder ihren Urlaub durch Gewährung von Freizeit erhalten und daß die Abgeltung des Urlaubs nur auf dringendste Einzel- fälle beschränkt bleibt. Es wird besonders darauf hmgewiesen, daß unter allen Umstanden dann Urlaub in Form von Freizeit gewährt »erben muß. wenn im Vorjahr bereits eine Abgeltung des Ur« laubs erfolgt ist. Wenn sich die Gewähruna von Freizeit bezüglich der noch ossenstehenben Urlaubsansprüche aus tarn Jahr 1940 bis zum 30. 6. b. 3 nicht für sämtliche basür in Frage kommenden Ge- folgschallsmitglieder mit ihrem vollen Urlaubsam sprach durchführen läßt, haben bie Betriebssührer schon jetzt Vorkehrungen zu treffen, daß ben Urlaubs» berechtigten ein möglichst großer Teil ihres Urlaubs in Form von Freizeit bis zum Ende des Monats Juni gewährt werden kann. Anträge auf Urlaubsabgeltung können erst nach dem 30. Juni d. I. gestellt werden. Die Betriebssührer werden ersucht. von der Einreichung von Anträgen auf Ur- laubsabgeltung bis dahin abzusehen. Osterjendungen nicht zu spät abschicken. ** Siebzig Jahre alt Am morgigen Don-' sitzender des früheren Marinevereins Gießen, der nerstag, 20. März, vollendet der Spengler- und heutigen NS-Marinekameradschast, zu deren Ehren- Jnstallaleurmeister Rudolf R ö di g e r. Walllor« Mitgliedern er zählt. Als Obermeister der Jnstallä- straße 35 wohnhaft, sein 70. Lebensjahr. Der Jub>- tcurinnung leistete er viele Jahre lang seinen Velar stammt aus dem Rheinland In M.gdeburg er- ' russkameraden wertvolle Dienste, in deren Atter- lernte er sein Handwerk, auf der Wanderschaft kam ; kennung er bei dem Rücktritt von dem Amt des er im Jahre 1890 nach Gießen. Hier arbeitete er, Obermeisters zum Ehrenobermeister ernannt wurde, bis zu seinem Eintritt in die Kriegsmarine u. a. : Heute noch, feit 39 Jahren, versieht er das Amt bei dem Spengler Marx. Nach seiner Dienstzeit in eines Meisterprüfers. Dem Jubilar gelten auch der Kriegsmarine übernahm er hier das Joh. unsere herzlichen Wünsche zu seinem morgigen Ge- Schneidersche Geschäft, das 1936 in eine offene Han- burtstage und für einen weiteren schönen Lebens- delsgesellichaft umgewandelt wurde. Rudolf R ö - j abend. big er war Mitbegründer und lange Jahre Vor-! -------- Mehrleistung der Landkrankenkassen. Abweichen von den beschränkenden Bestimmungen jetzt möglich. Unter den gegenwärtigen außergewöhnlichen Derbaltnissen ist es mehr denn je vaterländische Pflicht der Postbenutzer, Ostersendungen (Pakete und Päckchen. hauptsächlich Feldpostpäckchen) so früh ro.e möglich. spätestens bis zum 3. April, ein^uliefern. Haltbare Verpackung und genaue Aufschrift sind unbedingte Erfordernisse für richtige Ankunft. In febe Paket- oder Päckchensendung ist ein Doppel der Aufschrift einzulegen. Auch brieflidje Ostergrüße dürfen nicht erst an ben letzten Tagen vor dem Fest aufgeliefert werben, wenn sie rechtzeitig bei dem Empfänger eintrcssen sollen. siebener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schtackstvieh-Derteitungsmarkt) ip der Diehoersteige- rungshalle Rhein-Main koste tert: Ochsen 30 bis 45,5, Dullen 32 bis 49,9, Kühe 20 bis 46,5, Färsen 21 bis 49,9, Kälber 37 bis 57, Schafe 44 Rpf. fe Vs kg Lebendgewicht, Ziegen 25 RM. Für Schweine wurden fe kg "Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,13, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (90 bis 119 5 kg) 1,07, d (80 bis 89.5 kg) 1,01, e—f (unter 80 kg) 0,97, gl (fette Sveckfauen) 1,13, i (Altschnei- der) 1,11, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Marktvertauf: regelmäßig, alles zugeteilt. ©tefoener rvochenmarktpreife. Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für ä-Ware Für 6-Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger * G i e ß e n, 19. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, 'A kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln 5 kg 45, Wirsing, % kg 13 bis 14, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 13 bis 15, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10 bis 12, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 13 bis 15, Feldsalat, */.o 10, Aevsel. % kg 25 bis 40, Lauch 24, Sellerie 21 bis 23 Rpf. Oieöen-Klein-Linden. In der Wirtschaft von Fritz Weller hielt am Sonntagnachmittag die Kricgerkameradschaft Klein- Linden ihren gut besuchten Jahresappell ab. Kame- radschastsführer Diehl gedachte nach seinen Gruß- worten zunächst der Gefallenen des Weltkrieges, der nationalsozialistischen Bewegung und des jetzigen Krieges, zugleich ehrte er das Gedenken der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden. Den Kassenbericht erstattete Kassenwart Philipp Wei- g c l XXIV. Die Rechnung wurde genehmigt. Schieß- roart Gottfried Benderoth erstattete Bericht über das Schießwesen. Wie in früheren Jahren, so wurde auch dieses Jahr wieder dem Winterhilfswerk ein Betrag über wiesen. Kamerad Philipp Diehl, der von 1916 bis 1920 in russischer Gefangenschaft geweilt hatte, gab einen Bericht über diese Zeit. Zum Schluß wies Kamerad Valentin Kehl als Parteivertreter auf die besonderen Aufgaben der Kriegerkameradschaften und ihren Einsatz am kommenden „Tag der Wehrmacht" hin. ♦♦ Deutsches Frauenwerk, Abt. Gießen-Mitte. Am Donnerstag, 20. März, findet im „Burghof" um 15 Uhr ein Amtswallerinnen- Appell statt. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. ** Grund- und Bürger st euerfällig- feiten bezahlen. Die Stadt fasse mahnt im heutigen Anzeigenteil die Zahlung von Grund- und Bürgersteuer. Sie weist nochmals darauf hin, daß die Östundsteuer nicht mehr wie früher jeden zweiten Monat, sondern monatlich zu entrichten ist. Noch immer bestand für die reichsgesetzlichen Krankenkassen, die einen Beitragssatz von mehr als 5 v. H. erhoben, aus der Systemzeit her eine Beschränkung in der Gewährung der Mehrleistungen. Davon wurden gerade die Landkrankenkassen betroffen, die infolge des niedrigen Grundlohnes viel- i fach gezwungen waren, Beitragssätze von über I 5 v. H. zu nehmen. Eine große Reihe von Land- | krankenkassen befand sich finanziell in der Lage, die Mehrleistungen auszubauen, war aber infolge der ! obengenannten Beschränkungen daran gehindert. Nunmehr ist durch das „Gesetz über weitere Maßnahmen in der Reichsversicherung aus Anlaß des Krieges" vom 15. Januar 1911 im §3 geregelt, miß der Reichsarbeitsminister über Mehrleistungen Näheres bestimmen und damit von gesetzlichen Vorschriften abweichen kann. Soweit es also den Landkrankenkassen finanziell möglich ist, — das ist der weitaus überwiegende ■ Teil — werden sie jetzt in die Sage versetzt, an den | Ausbau der Mehrleistungen heranzugehen. Es ist selbstverständlich, daß vor allen Dingen Leistungen hierbei berücksichtigt werden müssen, die für das Landvolk von besonderer Bedeutung sind. Zu diesen Mehrleistungen gehören insbesondere folgende: 1. Die Krankenhilfe für Mitglieder über 26 bzw. die Krankenpflege für Familienangehörige über 13 Wochen hinaus; 2. größere Heilmittel an Mitglieder oder Famr- lienangehörige bzw. die Uebernahme höherer Kostenzuschüsse dafür; 3. Familienhilfe an „sonstige Angehörige" der Kassenmitgkieder; 4. weitere Mehrleistungen in der Wochenhilfe und in der Famliienwochenhilfe. Von besonderer Bedeutung ist, daß ärztliche Behandlung, Versorgung mit Arznei- sowie kleineren Heil- und Hilfsmitteln sowohl den Mitgliedern, als auch i-h»en Familienangehörigen für die ganze 1 Dauer einer Krankheit zugesichert werden. Es beidarf hierzu allerdings noch einer entsprechenden 'gesetzlichen Regelung, die in Kürze erwartet werden kann. Dadurch entfallt für diese Leistungen die so- genannte Aussteuerung, d. h. das Aushören der Le ist un-gs pflicht der reichsgesetzlichen Krankenversicherung. Hierdurch ist es möglich, unnötige und unverständliche Härten re-stlos zu b-ef eiligen. Jedenfalls weiden die Landkrankenkassen, soweit es ihnen irgendwie finanziell möglich ist, alles versuchen, um Urtier Beachtung der obengenannten Richtlinien die Mehrleistungen für ihre Mitglieder und deren Familienangehörige auszubauen und dadurch noch stärker an der Gesunderhall'ung des Landvolkes mitzuwirken. Von besonderer Wichtigkeit ist, daß nach dem erb enge nannten Gesetz bei Ge schle chtskra n khe iten sowohl die Mitglieder als auch die mitversicherten Familienangehörigen die Krankenpfle-ge bereits zeitlich unbegrenzt erhalten. Die Kosten für Arznei-, Verband, und kleinere Heil- und Hilfsmittel werden in vollem Umfange von der Kasse getragen und er« forderliche Krankenhausbehandlung von ihr gewährt. Die Gebühren für den Krankenschein und der Beitrag für bas Arzneiverordnungsblatt entfallen bei Geschlechtskrankheiten. Aus her engeren Heimat. Generalleutnant v Kleinschmit f. SPD. Darmstadt, 18. März. Im Alter von fast 83 Jahren ist Generalleutnant Exzellenz von Kleinschmit in Darmstadt gestorben. Er trat 1875 in das ehemalige Großh. Artilleriekorps ein und hat ihm über 30 Jahre lang, zuletzt als Major und Abteilungskommondeur, angchört, Im Weltkrieg zog er als Kommandeur des Reserve-Art.- Regts. 51 ins Feld und erwarb sich 1916 an der Spitze der 60. Artilleriebrigade vor Smorgon besonderen Ruhm. Später war er Artilleriekommandeur auf dem westlichen Kriegsschauplatz und wurde mit den höchsten Orden ausgezeichnet. Grmeinderat in Schotten. CO Schotten, 15. März. Mit verschiedenen wichtigen gemeindlichen Fragen befdjäftipte sich der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung. Mit einer geplanten Umgehungsstraße um Schotten für den Durchgangsverkehr könnte sich die Stadt nicht einverstanden erklären, dagegen wird ein großzügiges Projekt der Straßenerweiterung und Niederlegung verschiedener Gebäude, wie es vom Straßenbauamt ausgearbeitet wird, sehr begrüßt. Mit den Einzelheiten dieses Projektes wird sich der Gemeinderat noch zu belassen haben. Die Stadt hat bereits das Anwesen Blum gekauft, das zwecks Verbreiterung der Orts st raße, die an diesem Teil besonders eng ist, niedergelegt werden wird. In der Schulstraße ist ein neuer Bürgersteig angelegt worden. Ein Teil der Straße wird Klempstasterung erhalten. Mit den Arbeiten ist bereits begonnen worden. Das Gelände des früheren Sägewerks Neumann wird ein anderes Gesicht bekommen, so daß das gesamte Straßenbild und der Weg zum städtischen Friedhof wesentlich verschönt werden wird. Die Frage der Neubesetzung der Schäferstelle bei der städtischen Schafherde wurde besprochen, ebenso bas Projekt eines neuen Kindergartens, bas in Verbindung mit der NSV. gelöst wird. Der große Brand von Ulrichstein. Line Erinnerung an den Winker 1763. cZ Ulrichftein, im März 1941. In diesen Tagen jährte sich wieder der Tag, an dem vor fast ISO Jahren unsere Stadt von einem k a t a ft r o » phalen Brand Unglück heimg-sucht wurde. Am 5. März 1 7 63 schreibt der damaliae Bürgermeister von Ulrichi't'ein in einem Bericht an das Amt folgendes: „Als Geschichte der großen Feuersbrunst, welche jedem Bürger der Stadt Ulrichstein diesen Tag so wichtig macht, kann folgendes erwähnt werben. Der Winter von 1762 und 63 war gegen alle Erwartungen dergestalt lind, daß bein-ahe jeden Tag bas Rindvieh zur Weide ausgetnieben werben konnte. Es trat kein harter Frost ein, es fiel fein Schnee, und die Strohdächer y-atten eine große Dürre angenommen. Der 1. Februar war sehr schön, man glaubte oder konnte glauben, der Frühling wäre schon eingekehrt. Durch den Sieben-jährigen Krieg hatten sich Erwachsene sowie auch Kinder in den Besitz von Schießpulver gesetzt. Auf diese Weise waren selbst Schulknaden in den Besitz eines Materials gekommen, das nicht in die Hände von Kindern gehörte. Ein zwöl-fjähriger Knabe fertigte sich aus einem Hohlschlüssel eine sog. Schlüsselbuchs-e. Sobald dieselbe fertig, mußte nach einem Schwarm Sperlingen geschossen werden, die auf dem Hause des Bürgers Johann Georg dermalen von Johann Henrich Alt, Schuster, saßen. Der Stopfen von Werg oder Papier flog in das ausgetrocknete Stroh- I ss ! IM Ulf, ................. i dach, welches sofort Feuer fing. Kaum erklang di« i Sturmglocke, so erhob sich ein solcher Wind, der mehrere Strohdächer mit sich führte und sechs an- bere Häuser in Brand setzte. Der Jammer war an« deschreiblich. Auswärtige Hilfe konnte so schnell nicht ha fein. Alle Brunnen und Teiche, bis auf bin Siadtbrunnen, waren trocken. Ein altes Mütterchen, welches na di ein paar Habseligkeiten retten wollte, kam nie meyr Aum Vorschein. Ein paar kümmerlich« verbrannte und' verkohlte Reste fand man später unter den Trümmern. Unterdessen war auswärtig Hilfe herbeigeeilt, von denen besonders die Bürg.-r von Herbstein hervorgchoben werben. Dieselben leisteten nicht nur tatkräftige Hitte, sondern stellten auch noch vier Wochen lang täglich 16 Mann zur Aufräumung und Bewachung der noch glimmenden Ruinen. 103 Gebäude mürben bei dem Brande ein. geäschert." Die Namm der Brandgeschädigten sind in dem erwähnten Schriftstück aufgezcichntt. Hundert Jahre lang wurde dieses Tages alljährlich in einem Gottesdienst gedacht. G A Sport. LfK. VS Alsfelv Brrirksm jster im Ringen. Am Sonntag kämpfte die Ringermannschaft des VfB.-Reichsbahn in Alsfeld um die Bezirksweister« schaft und verlor knapp mit 4:3 Punkten. Die Er- gebniffe: Bantamgewicht: Lorenz (Gießen) wird kampflos Sieger. Federgewicht: Dem (Gießen) war gut in Form und besiegte Bröder (Alsfeld) mit Hüftschwung in der ersten Minute. Leichtgewicht: Hier hatte Gießen dem Gewichtheber Fritz Funk stehen, der gegen den Ge- bietsmeister Kraft (Alsfeld) nach guter Gegenwehr verlor. Weltergewicht: In dieser Klaffe standen sich in Alois Funk und Schott I. (Alsfeld) zwei alle Bekannte gegenüber. Diesmal war Schott der Glülk- kichere, denn Funk warf sich in der 11. Minute bei Ausführung eines Schlenders selbst. Mittelgewicht: Braun (Alsfeld) wird kampflos Sieger, da Gießen diese Klasse nicht besetzt hat. Halbschwergewicht: Schember (Alsfeld) konnte bei bem schwereren Klotz seine gefürchteten Hüftschwünge nicht anbringen. Klotz erreichte durch Hamerlok und Ueberstürzer Wertungen und siegte in der 5. Minute durch Hüftschwung. Schwergewicht: Der bärenstarke Gießener V o b e l t setzte dem erfahrenen Schwalm (Alsleld) hart zu und konnte ihn auch wiederholt gefährden. Sck)walm erzielte zum Schluß noch eine Wertung und wurde knapper Punktsieger. Lecke, Kassel, siegt im Leichlgewichtsturnler. Dor dem Mannschaftskampf fand ein Turnier statt, das eine gute Besetzung aufzuweisen hatte. Leider war der deutsche Meister Bischoff, Dortmund, durch Verletzung nicht am Start. Der ausgezeichnete Kasseler Lecke wurde nach spannenden: Kämpfen Turniersieger vor Wissel (Hanau) unfr Kraft (Alsfeld). BfA. Reichsbahn Kietzen. Allen-Bufeck 1. Igd. — Vfv.-N. 1. 3gb. 1:2 (0:1). Die 1. Jugend von DfB.-R. Gießen, die mit drei Ersatzleuten nntreten mußte, konnte einen verdienten Sieg über bie 1. Jugend von Alten-Buseck erringen. Vom Anstoß weg entwickelte sich ein seht schnelles Spiel, das VfB. in der ersten Viertelstunde überlegen gestalten konnte. Dann wurde das Spiel ausgeglichener. Teilweise war sogar Alten-Buset tonangebend. Kurz vor Schluß der ersten Halb-eü nahm Pütz eine Flanke aus der Luft und schoß ben Ball aus 25 Meter Entfernung unhaltbar ein. In der zweiten Halbzeit sah man wieder ein ziemlich ausgeglichenes Spiel. Gegen Mitte der zweiten Hälfte schoß Dörr einen vom Tormann abgewehr- ten Ball zum zweiten Treffer ein. Nun drückte Alten-Buseck auf eine Verbesserung des Resultats, wobei der Hintermannschaft von VfB. einige krosse Deckungsfehler unterliefen. Zehn Minuten vor Schluß erzielte Alten-Buseck das verdiente Ehrentor. Morgen Donnerstag, 20 30 Uhr. Univ.-Aula Me 8 er des Gesanges / Lieder und Du tte AMWiisiisSer Ml. Roman von Otto flcufclöt. 17. ^orflettnng «Nachdruck verboten > Er wischte sich mit seinem Aermel das Gesicht ab und । u« zu u.i)aiiütte auf. als |a)ame er sich seiner unmännlichen Tränen. Sie kniete vor ihm nieder, streichelte ihn, gab ihm Koseworte und fühlte [ich bei aueOim von oem Mäocnen beobachtet. Anscheinend waren auch bie Stubenmädchen in ben Hotels oute Menschenkennerinnen und durchschauten jeden Schwindel ihrer Gäste. Sicher benimmt eine Mutter sich ganz anders! dachte Charlotte beklommen. Ich mache alles falsch. Das Mädchen sieht so verständig aus. Wahrscheinlich hat sie kleine Geschwister. i|t den Umgang mit Kindern gewöhnt und hat längst erkannt, welche Hochstaplerrolle ich hier spiele Das Mädchen ging endlich hinaus. Jockele folgte ihr aufmerksam mit den Augen und sagte anscheinend etwas Lobendes über sie, was Charlotte indessen nicht verstand. Seine Tränen waren versiegt. und mit einem kleinen begeisterten Juchzer schlang er seine Aermchen um Charlottes Hals. Sie mußte lachen wie er, und für Augenblicke vergaß sie alle ihre Verlegenheiten und vergaß sogar, daß sie Lasard erwartete. Er kam, noch ehe eine Viertelstunde um war. Das Stubenmädchen hatte ihn bis zur Tür begleitet. Charlotte richtete sich vom Boden auf, wo sie neben Jockele gekniet hatte, und errötete vor Gluck, vor Verlegenheit, vor Erwartung, als sie Lasard auf der Schwelle erblickte. Er hatte beide Hände halb erhoben und ließ sie sinken. Seine Ueberraschuna, sie neben einem Kinde auf bem Boden fnieen zu sehen, war so groß, daß er vor der Tür stehen bl'eb. so daß das Mädchen sie nicht hinter ihm schließen konnte. Beide schwiegen, beide starrten sich i dann ging Lasards Blick zu Jockele, der gleiapalls den Fremden mit großen Augen musterte. .,Hö!" rief Jockele. „Na, du?" Lasard trat näher, wortlos und zaubernd. Die Tür wurde endlich hinter ihm geschloffen. „Wer ist denn bas?" fragte er. .Henry!" rief Charlotte und lief ihm entgegen Er machte eine halb abwehrende Handbewegung, lächelte aber, wie man eben lächelt, wenn einem ein Stretch gespielt worden ist, besten Sinn man noch nicht versteht. „Was ist denn das für ein Kind?" „Gott sei Dank, Henry, daß du da bist! Denk dir an, ich habe auf der Reise nach Berlin diesen Jungen aufgegabelt." „Ja, wie denn, um alles in der Welt?" Jockele richtete sich auf seinen kleinen strammen Beinen auf, ram näher und nv sterle mit todernstem Gesicht Lasard, indem er schräg zu ihm aufblickte. Er stellte auch eine Frage, die jedocy von beiden nicht beachtet wurde. Charlotte beugte sich zu ihm nieder. „Sei hübsch artig, kleiner Jockele! Komm, mir setzen dich dort ans Fenster und du siehst ein bißchen hinaus. Die vielen Autos, die Straßenbahnen und die Menschen, bie -Väben drüben ..." „Ja, was ist benn nun eigentlich mit dem Bengel?" rief Lasard ungeduldig. Jockele drehte, sich nach ihm um, als wolle er ihn ermahnen, gie chs>lls „artig“ zu fein. Lasard folgte ihnen zum Fenster. „Ich begreife das alles selbst noch nicht", begann Charlotte und erstattete ihm aussührlich Bericht, wie sie ju Jockele gekommen war. Er horte kopfschüttelnd, halb belustigt, halb mit ärgerlicher Ungeduld zu. „Ja, und nun?" „Ich weiß nicht, was ich tun soll!" „Das erste und wichtigste ist, ben B ngel so geräuschlos wie möglich wieber loszuwerben!" „An wen und wie?" „Das muß dir gleichgültig sein!" „Das ist mir nicht gleichgültig!" rief Charlotte. „Aber ich bitte dich! Was willst du benn tun? Hast du einen emsigen Grund, mütterlicher zu sein als feine eigene Mutter?" Sie schwieg und betrachtete Jockele, der nun auf bem Stuhl am Fenster stand und mit lauten Ent- zück"n--rnfen die '^orgönae auf der Stroke verf"l"te „Du meinst also", begann sie zögernd, „ich soll ihn im Stich lassen, ihn einfach... „Du überaibft ben Jungen der Polizei, wie es sich gehört. Das ist wahrscheinlich sogar deine gesetzliche Pflicht." „Daran habe ich selber schon gedacht." „Na also! Und mirum hast du es nicht getan?" ..Weil .. weil ich mich vor der Polizei fürchtete? Man wird Verhöre mit mir anstellen, wird mir nicht glauben wollen, wird mich vielleicht sogar festhalten, bis sich meine Aussagen als wahr her- ausgestellt haben. Ich weiß ja gar nicht, wie Jockele heißt, wer seine Mutter ist, wo sie jetzt steckt... nichts, nichts! Und das alles soll mir die Polizei glauben? Man wird in Oschnitz rückfragen, uni) ich werde lächerlich sein vor meinen Angehörigen, vor ber ganzen Stadt! Begreifst du nicht?" Das begriff er. Vor allem mit ber Polizei' durfte sie nichts zu tun bekommen. Das mußte unbedingt vermieden werden. In ihrer Ahnungslosigkeit würde sie ihn rnithineinziehen in bie ganze Angelegenheit, und die Folgen könnten unabsehbar sein. Darin hotte sie recht. Er nahm eine Zigarette, zündete sie an und betrachtete den kleinen Jockele. „Schöne Bescherung!" murmelte er. Charlotte gab keine Antwort. „Eins ist sicher", erklärte er, „wir müssen ihn loswerden, und dies so bald wie möglich. Wir wol- len weiter. Ich wollte morgen mit dir nach ber Schweiz Weiterreisen." „Dos wird nicht gehen, Henry!" „Ja, worum benn nicht?" rief er ärgerlich. „Wegen dieses kleinen Ungeziefers, das bu bir hast aufhängen lasten?" Jockele drehte sich roieber zu ihm um. Er schob beide Lippen vor, und sein Gesicht bekam dadurch einen Ausdruck, als habe er dos Wort .Ungeziefer' richtig verstanden. Charlotte legte schützend einen Arm um ihn. „Ich kann ben Jungen nicht im Stich lasten, Henry! Ich kann einfach nicht! Bedenke doch! Seine Mutter kümmert sich nicht um ihn ..." „Eben! Und was verpflichtet dich, für diese Frau einzuspringen?" „Mein menschliches Gefühl. Henry!" antwortete sie leise. „Ja, was willst du denn für ihn tun? Bitte, überlege dir das! Wollen wir ihn morgen mitnehmen noch Lugano? Oder willst du hier in Berlin bleiben? Und soll ich dir dabei Gesellschaft leisten? Worauf willst bu warten? Unb wie lange? Bis seine Mutter sich melbet?" „Ich habe auf bem Bahnhof hinterlassen, wo ich abgestiegen bin!" Er lochte höhnisch aus. „Viel Glück beim Warten! Die Mutter ist zufrieben, daß sie bie Plage los ist." „Wenigstens ein paar Tage ..." „Es wäre sinnlos! Sei besten sicher! Sie kommt nicht! Sie hat es darauf angelegt, bas Kind los- zuwerden, unb bu bist töricht genug gewesen, bar« auf hereinzusallen." „3a, Herrgott, was soll ich benn tun?" Lasard ging einmal hin unb her durch ben Heb nen Raum. „Die einzige Möglichkeit ist, den Jun« gen genau so loszuwerden, wie sie es getan hat." „Wem soll ich ihn geben?" „Es wird sich schon jemand seiner onnehmen/ „Ihn ... einfach aussetzen?" „Nenn's, wie du willst! Nicht bu trägst bie Verantwortung für ben Jungen?" „Wie stellst bu bir bas praktisch vor? Soll ich ihn hier im Hotel zurücklassen, wenn wir morgen weiterreisen?" Er schüttelte eifrig ben Kops, ba sie endlich auf feine Ratschläge einzugehcn schien. „Das geht natürlich nicht. Man kennt hier doch deinen Namen, nicht wahr? Na, also! Statt der Mutter kämest du zunächst in Teufels Küche. Nein, hier im Hotel dürfen wir ihn natürlich nicht zurücklassen. Ich glaube nicht einmal, daß es klug wäre, ihn hier in Berlin nuszusetzen. Man käme zu leicht auf deinen Namen unb deine Spur. Wir reifen morgen zum Beispiel nach München ober nach Köln —'das ist gleichgültig —- bleiben dort ein paar Stunden, unb wenn wir es so einrichten, daß wir abends dort sind, ist es sicher leicht, den Jungen irgendwo abzusetzen, wo ihn bald Leute finden, bie sich um ihn kümmern werden. Ihm geschieht nichts, unb wir sind ihn los, ohne baß jemand auf dich einen Verdacht haben kann " Charlotte schwieg: sie betrachtete den ahnungslosen Jockele, ber wieder auf bie Straße hinunter- sah unb jauchzend seiner Freude über olles das Ausdruck gab, was es dort unten zu sehen gab. Sie stellte sich vor, was mit ihm geschehen sollte: Man würde morgen nachmittag in München ober Köln ankommen, mit Jockele durch die Stobt gehen, einen wenig begangenen Park oufsuchen unb warten, bis es dunkelte, bis bie Menschen sich verlaufen hatten. Dann würde man Jockele roegjagen wie einen kleinen räudigen Hund, ihn sich selbst überlasten. Er würde eine Weile umherirren, meinen, würde sich niederhocken, die Kälte würde ihn schütteln, bis ... bis ihn vielleicht Leute bemerkten, die sich seiner annohm"n ober ihn auch seinem Schicksal überließen, weil sie sich nicht mit ihm befallen wollten. (Fortsetzung folgt.)