Mittwoch. 17 vezemberlo« Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'Ubr desBormittags Anzeigen-Tireise: Anzeigenteil 7 Rps. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachläße: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omegr jq. Zahrgang Nr. 299 Erfcheim täglich, außer jonntags und feiertags Beilagen: Siebener A-amilienblötter 1 Heimat imRild DieScholle Bezugspreis: i Monatlich ... RM.I.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt gornsvrechanschluh 2251 Zrabtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Franks. M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Japans Kampf für die Neuordnung Osiasiens ' .. . .. . .....rz.r........s. -t™- ____x*:-a Line stolze Bilanz der ersten Kriegswoche Britenkreuzer vor Alexandrien durch deutsches U-Boot versenkt kreisungs^on t^gegen Japan befindet b ereits auf!zon. Die gelandeten Truppen.sind im Dormarsch, dem guten Wege zum Zusammenbruch. Wir sind! Mit dem Verlust von einem U-Doot und 228 Flug- Soaleich nach Eröffnung der Feindseligkeiten haben unsere Streitkräfte in weniger als zehn Tagen die feindlichen Schlüsselstellungen durchbrochen. Die Hauptmacht der USA.^rotte, dre ihre Basis in Hawai hat, ist vernichtet die Hauptmacht der britischen Fernostflotte ist zerschmettert', die Ein- pans verstehen und ohne unnötige Widerstände, vielmehr als unsere Partner, an der Aufgabe der Errichtung der großasiatischen Wohlstandssphäre teilhaben werden. Es ist sehr bedauerlich, daß das Tschungking-Regime auch gegenwärtig immer noch seinen Widerstand sortsetzt. Sollte es darauf bestehen, auch in Zukunft weiter Widerstand entgegenzusetzen, so wird Japan seinen Druck gegen Tschungking nicht im geringsten vermindern. Die Beilegung der Störungen und der Unruhe in China ist, davon bin ich überzeugt, nicht mehr sehr ferne. Es ist ein Grund gegenseitiger Genugtuung, daß untere Verbündeten, Deutschland undItalien, sofort noch der japanischen Kriegserklärung eben- falls in den Krieg eingetreten sind. Ich möchte hier die feste- Entschlossenheit des japanischen Reiches zürn Ausdruck bringen, niemals die Waffen niederzu- Der Wehrmachtberichi. DMB. Aus dem Führerhauptquarlier, 16. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bei örtlichen Kampfhandlungen an mehreren Abschnitten der Ostfront erlitt der Feind auch gestern hohe Verluste. Die Luftwaffe bombardierte Ziele bei 5 e w a st o p o l und im Raum um Worofchilowgrad und griff mit starken Kampf- und Sturzkampfverbänden in die Lrdkämpfe ein. 3m Wolchowgebiet sowie auf der Eisstraße des Ladogasees wurde der feindliche Rachschub von der Luftwaffe schwer getroffen. 3m hohen Horben belegten Sturzkampfflugzeuge Eisenbahnziele der TNurmanstrecke, Flakbatterien und Barackenlager der Sowjets mit Bomben. 3n Rordafrika kam es im Raum westlich Tobruk erneut zu schweren Abwehrkämpfen. 3m Marineminister Admiral Schimada gab einen Ueberblick über die Operationen der japanischen Wehrmacht. Es war für Japan entscheidend, in überraschendem Angriff auf allen Fronten die Dor-^ Herrschaft zur See und in der Luft herzustellen, was auch gelungen ist. Mit Kriegsausbruch griffen m den frühesten Morgenstunden starke japanische Flotteneinheiten Pearl Harbour an, wo acht Schlachtschiffe und andere schwere Einheiten versammelt waren. Drei schwere Schlachtschiffe wurden versenkt, vier weitere schwer beschädigt, ebenfalls wurden vier Kreuzer schwer beschädigt. Außerdem wurde wahrscheinlich bet Honolulu ein Flugzeugträger versenkt. Hiermit ist die Kampfkraft der 08A.-Pazifikflotte zerschlagen. Bei gleichzetttgen Angriffen auf die Inseln Wake, Midway und Guam wurden zahlreiche Flugzeuge zerstört und ein Mt- nenboot versenkt. Durch diese Operationen sind alle strategischen Verbindungen zwischen Hawai und Ost- asien unterbrochen worden. Am 8. Dezember morgens konnten starke Armeeinheiten ohne Verluste auf Britisch-Malaya gelandet werden, wahrend Flugzeuge bereits in der Nacht in und um Singapur Flugplätze und Kasernen mit größtem Erfolg angegriffen hatten. Ebenfalls am 8. Dezember begannen starke Luftangriffe auf Flugplätze der Philippinen, wo sofort 100 Flugzeuge zerstört wurden. Am 10. Dezember erfolgten Landungen in Nordluzon und am 12. Dezember in Südlu- zeugen ist der größte Teil der USA.-Kampfkraft auf den Philippinen bereits gebrochen. — Ebenfalls am 8. Dezember begannen die Angriffe auf Hongkong. Am 10. Dezember erlitt die britische Asien- flote schwerste Schläge durch die Versenkung des Flaggschiffes „Printe of Wales" und der „Repulfe" sowie eines großen Zerstörers an der Ostküste von Malaya. Japanische Flieger und U-Boote stellten in enger Zusammenarbeit am 10. Dezember morgens diese Schiffe fest und versenkten sie. Als Gesamtergebnis führte Schimada folgende Verluste an: Die USA.-flotte verlor drei Schlachtschiffe, ein U-Bot, einen Minenleger und einen großen Transporter, wahrscheinlich einen Flugzeugträger. Schwer beschädigt wurden vier Schlachtschiffe, vier Kreuzer, ein Zerstörer, ein U-Boot und ein Hilfsschiff, erbeutet ein Kanonenboot. An Flugzeugen verloren die USA. insgesamt 298 auf den Philippinen und den kleineren Inseln, während auf Hawai etwa 200 USA.-Flugzeuge zerstört wurden. England verlor zwei Schlachtschiffe, einen großen Zerstörer, ein Patrouillenboot und ein Kanonenboot. Es ist anzunehmen, daß auch eine große Zahl britischer Flugzeuge zerstört wurde. An 47 Handelsschiffe verschiedener Nationalität mit 120 000 BRT. wurden erbeutet, außerdem 380 kleinere Schiffe. Die japanischen Verluste betragen: ein Minensucher versenkt, ein Minensucher schwer beschädigt, ein Leichter Kreuzer leicht beschädigt, 40 Flugzeuge verloren, 30 bisher nicht zurückgekehrt. Oie japanische Volksgemeinschaft. Nation und Eigenpersönlichkeit im japanischen Weltbild. Von Admiral z. V. Richard Foerster, Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. Gegenangriff zerschlugen die deutsch-italienischen Truppen starke Teile des Gegners, hierbei wurden ein Brigadegeneral. eingebracht und eine größere Anzahl Panzer und Geschütze erbeutet oder vernichtet. Deutsche Kampfflugzeuge warfen Kai- anlagen des Hafens von Tobruk in Brand. Weitere Angriffe richteten sich gegen den wichtigen Bahnendpunkt Abu Schaidan in Bord- ä g y p t e n. Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant P a u l s s e n griff im ö st l ich e n Wittel- meer vor Alexandrien einen britischen Kreuzerverband an und versenkte durch Torpedotreffer einen Kreuzer, der nach gewaltiger Explosion in der Witte durchbrach und innerhalb weniger Winuten unterging. Bei Einflügen schwacher britischer Luftskrelt- kräste in die Deutsche Bucht und in die besetzten Westgebiete verlor der Feind ein Bombenflugzeug. unb Norm. . m .. -Wie aber empfindet sich die ganze Hatton anders, denn als eine große Familie? Das Volksbe- vuhtsein des Japaners ist das Bewußtsein der Sip- peneinheit, die alles umfassende Großfamllle dem einen Dache, dem Dache des Herrscherhauses. Das früheste Weltbild des Japaners, wie es uns m der Mythologie überliefert ist, zeigt bereits den überaus fest geschlossenen Staatsbau der Usolfs» sumilie, repräsentiert durch die eine ununterbroch«! Linie des Herrscher- und Vaterhauses das von der bonnengöttin abstammt. Um diesen 9r°Be Stamm wachsen die Geschlechter in die Bretts Land, Lolk und Staat sind im urjapamschen Weltbild wesensgleich und eben als jene große Famuienei feit unter einem Dache versinnbildlicht. Dieser alles beherrschende Grundzug des Welt- tilbes hat ja jene unerhörte Geschlossenheit und Dichtigkeit der Volksgemeinschaft schallen können, Sie un$ als stärkstes Merkmal der Japaner a f- ! M. Die höchsten völkischen Charakterwerte: hero- iche Tapferkeit, unbedingte Einsatzbereitschaft sur len Ttznno, unwandelbare Liebe zum Land de Säterpnb Götter, sie haben sich in dieser Gejcyioi- Tokio, 16. Dez. (DNB.) Der japanische Reichstag, der zu einer Sondersitzung zusammengetreten war, wurde vom Tenno persönlich eröffnet. Der Tenno stellte in seiner Botschaft fest, es fei sein Wunsch, eine Neuordnung in Ostasien zu schaffen. „Aber England und Amerika haben versucht, diese Mission Japans zu verhindern. Hierdurch wurde Japan zum Kriege gezwungen. Ich bedauere das außerordentlich, aber andererseits bin ich glücklich, feftstellen zu können, daß sich die Zusammenarbeit mit den befreundeten Nationen immer enger gestaltet." Dann nahm Ministerpräsident T o j o das Wort. Er ging auf die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ein. Sie sind geführt worden, um die verschiedenen Mächte, die Japan umgaben, zu veranlassen, nicht allein von einer direkten Bedrohung Japans abzulassen, sondern auch die Wirtschaftsblockade gegen Japan rückgängig zu machen, die normalen Wirtschaftsbeziehungen wiederherzustellen und eine Ausweitung des europäischen Krieges nach Ostasien zu verhindern. Die USA. aber haben Japans Geduld und Zurückhaltung für Schwäche gehalten. Sie haben es nicht allein abgelehnt, auf Japans gerechte Argumente zu Horen, sondern darüber hinaus ihre ursprünglichen Vor- fchläge zurückgezogen und im Einvernehmen mit Großbritannien Japan neue anmaßende Vorschläge überreicht. Japan solle seine Streitkräfte aus China und Französisch-Jndochina zurückziehen, die Nanking-Regierung fallen lassen und den Dreimächtepakt kündigen. Es wurde also klar, daß die Vereinigten Staaten durch den Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen und durch die militärische Einschüchterung Japan auf die Knie zwingen wollten. Hatte Japan die Forderungen angenommen, so wären dadurch nicht allein die angespannten Anstrengungen Japans vieler Jahre zur Stabilisierung Ostasiens zunichte gemacht, sondern es wäre dadurch auch dre Existenz Japans direkt in Frage gestellt worden. Darüber hinaus wäre das Vertrauen zu Japan verlorengegangen, wenn es sich herbeigelassen hatte, sein den Verbündeten gegebenes Wort für die Mitarbeit bei der Wiederaufrichtung des Weltfriedens zu brechen. Derartiges war für Japan unter keinen Umständen tragbar. Malaya, Englands öufofenefet Die Folge des englischen Krieges für die Mitgliedstaaten des Britischen Empires, mag es sich nun um Dominions, Kronkolonien, Protektorate oder sogenannte unabhängige Staaten handeln, ist im allgemeinen ein katastrophaler wirtschaftlicher Rückgang gewesen. Ursache dieses wirtschaftlichen Rückganges der Empireländer ist durchweg die Unmöglichkeit, ihre Produkte abzusetzen, nachdem nicht nur der europäische Absatzmarkt verlorengegangen ist, sondern auch das englische Mutterland sich als unfähig erweist, die zu Beginn des Krieges vorsorglich aufgekauften Ernten des Empires abzunehmen, weil es ihm an Schiffen dafür gebricht, bzw. weil es den noch vorhandenen Schiffs- raum auf der kürzesten Versorgungsroute einsetzen muß. Diese kürzeste Dersorgungsroute ist aber heute die nach den Vereinigten Staaten, so daß die Engländer vielfach Waren aus Amerika beziehen müp fen, die sie früher aus ihrem eigenen Kolonialreich erhielten. Damit ist indessen den Dominions und Empireländern wenig oder gax nicht geholfen. So sitzt Südafrika heute noch aus seiner Wolle, Aegypten auf seiner Baumwolle, Australien auf Wolle und Fleisch fest. Eine Ausnahme von diesem Zustand allgemeinen wirtschaftlichen Niederganges im Empire machte jenes englische Gebiet, das gerade jetzt in den Brennpunkt der Entwicklung in Ostasien geraten ist, nämlich Britisch-Malaya. Diese englische Besitzung hatte nicht nur eine völlig gegenteilige wirtschaftliche Entwicklung, nämlich eine gewaltige Steigerung ihrer wichtigsten Ausfuhren im Kriege erfahren, sondern sie war auch im Gegensatz zu den übrigen Empireländern, die der finanziellen Stützung durch das Mutterland bedürfen, ein für England außerordentlich wertvoller Devisenbringer. Die Ursache dafür ist allerdings einzig und allein darin zu suchen, daß Malaya ein Hauptlieferant für die Vereinigten Staaten geworden mar. Gummi und Zinn sind die Hauptausfuhrprodukte, also die beiden wehrwirtschaftlich wichtigen Rohstoffe, in denen die USA. als größte Verbraucher der Welt von jeher auf hohe Einfuhren angewiesen waren. Britisch-Malaya produzierte 50 v. H. der Weltkautschukernte, hatte also auf diesem Gebiet Nieder- ländisch-Jndien bereits überflügelt und ungefähr ein Drittel der Weltzinnerzeugung. Die Nachfrage für diese beiberi Rohstoffe ist im Kriege außerordentlich gestiegen. Bezeichnend dafür ist, daß die Kartellquote für die Zinnproduktion von 40 v. H. im Laufe des Krieges auf 130 v. H. erhöht wurde. Dementsprechend waren auch die Ausfuhren Ma- layas gewaltig angewachsen. Betrug die Zinn- ausfuhr 1939 rund 82 000 Tonnen, so erhöhte sie sich 1940 auf rund 131000 Tonnen, also um weit mehr als 50 vH. Die Kautschukausfuhr stieg von 553 000 Tonnen auf 773 000 Tonnen, also nicht ganz um 50 v. H. Mit der quanttta- ’ tiven Steigerung der Ausfuhr ging eine P r e i s - ; fteigerung Hand in Hand, die bei Zinn unge- . führ 23 v. H., bei Kautschuk sogar 75 v. H. aus- Wie abgründig falsch dieses Urteil ist, erkennt jeder, der sich länger und gründlicher mit Japan befaßt hat. Wer das Glück gehabt hat, mit führenden Persönlichkeiten der japanischen Kunst oder Wissenschaft, des Militärs, der Politik oder Wirtschaft nähere Berührung zu gewinnen, entdeckt bald, daß sich hinter den gleichmäßigen und genormten Umgangsformen, der oft starren und zere- numieUen Außenseite häufig genug eine Fülle von persönlichsten, eigentümlichsten Gedanken und An- chauungen, von individuell scharf geprägten seeli- . chen Zügen verbirgt, die allerdings nicht so leicht ( und von der Oberfläche her kenntlich sind, weil sie ■ eben nicht zur Schau ge st eilt sind. Wer die Reche der großen geschichtlichen Führerperiönlich- feiten studiert, wie etwa Shotoku Taishi, Hideyoshi, Meist Tenno, Ito, Prinz Saionji usw., oder die großen Dichter und Maler der japanischen Nation, ' dem geht es auf, daß ihm sehr eigenwillige, kraftvoll entfaltete, in sich vielfach differenzierte Eigen- persönlichkeiten höchsten Formats gegenüberstehen. Die Geistesgeschichte dieser hochbedeutenden Kulturnation verrät den Studierenden eine unübersehbare Fülle von scharf umrissenen Persönlichkeiten auf allen Gebieten des Lebens. Dennoch bleibt es eine richtige Beobachtung, daß die Aeußerungen der japanischen Menschen einander ähnlich sehen, nuteinanöer mehr Uebereinstimmung aufweisen, ass das im Abendland der Fall ist. Die japanische Kunst beispielsweise zeigt einen viel eingeschränkteren Umkreis der Themen, Formen und Ideen- als irgendeine abendländische Kunstgesch chte. Der Spielraum der Originalität im klassischen Schwarzweißbild oder im jahrhundertlang sestge- legten undurchbrechbaren Rhythmus des Kurzgedichts ist vergleichsweise in überaus enge Grenzen gebannt In diesen engen Grenzen allerdings lebt , sich Individualität und Originalität in feinsten und zartesten Abtönungen aus, die nur dem emgewech- tcn Auge und Ohr vernehmbar sind. Hier rühren wir nun an das Tiefste des japanischen Geistes. Die Eigenpersönlichkeit löst sich me- NI als in dem Maße los von der Tradition, von der Autorität des Hergebrachten, von der Bindung an das Ganze, wie etwa der stürmische Schwung der Emanzipation der Idee von seiner Umwelt im Geistesleben Europas. Große Macht hat d i e Vergangenheit, das von den Vätern Gelebte und Gelehrte. Die Ehrfurcht vor ihnen ist immer lebendig und durch kein Neues zu erschüttern. Im Ahnenkult ist die Vergangenheit stets in der Gegenwart da. Die Familie ist der Raum des Ahnenkults. Große Macht hat Familie und Sippe bis heute in Japan gewahrt. Sie bestimmt Erziehung, Beruf, Ehe und Lebensstil von einzelnen in viel höherem Grade, als das bei uns möglich ist, sie behält ihn in ihrer Fürsorge und unter ihrer Aufsicht. Ehre und Unehre des einzelnen ist Ehre und Unehre der Sippe, und noch heute kann es Vorkommen, daß eine uralte Familie ihren Adel zu- ridgibt und den Namen ändert, wenn eins ihrer Glieder in Unehre gefallen ist. Sippen- und Sippen- Derbänbe bestimmen weitgehend bas öffentliche ue- ben, ihr Einfluß reicht tief in Wirtschaft und Politik, lies enge Geschlecht der Sippen schafft Tradition senheit des Weltbildes jebem einzelnen Glied der Volksgemeinschaft unverlierbar eingeboren. Diese Geschlossenheit des Weltbildes hat auch jene feste unb starke Norm geprägt, die in so vielen Gebieten des japanischen Lebens als Gleichförmigkeit unb Einheitlichkeit sich äußert und scheinbar die Freiheit des Individuums, die Fülle des Persönlichen beschränkt und einengt Sie ist aber auch die unvergleichliche Stärke dieser Nation. Dieses geschlossene urjapanische Weltbild hat sich im Laufe der Geschichte mit mächtigen Fremd- einflüffen auseinandersetzen müssen. Die Uebernahme der chinesischen Kultur in ihrem ganzen Umfang hat bas Dasein ber Japaner von Grund aus umgewandelt. Inhalte eines völlig anders beschaffenen Denkens und Tuns mußten ein» geschmolzen werden. Jahrhunderte haben daran gearbeitet. Und noch einmal überfiel eine völlig wesensverschiedene Welt das japanische Jnseloolk mit der abendländischen Kultur und Zivilisation, die ebenso tiefe und entscheidende Wandlungen im Volksleben mit sich gebracht haben. Gerade das abendländische Denken mit seinem ich- betonten Rationalismus und freiheitsgierigen Liberalismus hat zeitweise gefährliche Krisen in ber japanischen Intelligenz heraufbeschworen. Aber das Grundgerüst des urjapanischen Weltbildes hat in all diesen Stürmen nicht zum Einsturz gebracht werden können, ja, hat sich vielmehr als ungeheuer starkes Einem Abendländer, der eine Weile in Japan lebt, fällt im allgemeinen bald auf, daß die japanischen Lebensformen einheitlicher und gleichförmiger sind, als er es im Abendland gewöhnt ist. Nicht nur sind die Wohnräume, ihre Ausstattung, die Äauweise der Häuser, Kleidung und Schmuck fast im ganzen Lande und letztlich auch in allen Ständer irgendwie gleichartig, sondern auch Haltung unv Benehmen der Menschen, ihre Begrüßung, die zere- monieUen Formen der Gespräche, die Art und Weise, auf Glück unb Unglück zu reagieren, schließlich bas Denken unb Hanbeln selbst erscheint dem Beobachter überall weitgehend genormt zu sein, wie er bas im Abenblanbe vielleicht nur noch im bäuerlichen Umkreis ober in entlegenen Gegenben ähnlich beobachten kann. Das hat nun manchen abendländischen Kritiker dazu verführt, anzunehmen, daß der Japaner im allgemeinen weniger differenziert sei, eine geringer ausgeprägte Eigenpersönlichkeit besitze als der durchschnittliche Europäer ober Amerikaner, ber doch viel mehr seine Verschiebenheit und Besonderheit gegenüber seinen Mitmenschen hervorkehrt, gern seine Originalität zur Schau trägt. Es hat das, besonders in den demokratischen Ländern, die be- konnllich die „Freiheit des Einzelmenschen" gepachtet haben, zu dem absprechenden Urteil geführt, baß die Japaner ein Volk der Masse seien, bas überhaupt keine überragenben Persönlichkeiten oder Führernaturen hervorgebracht habe. Haus bewährt, in dem die fremdesten unb artver- schiebensten Gäste Platz fanden und schließlich ein» geordnet ober ausgeschieben wurden. Die Bikdungs- roelt des Japaners ist heute durchsetzt von chinesischem und abendländischem Geistesgut. Abe'r ber Charakter hat über bie Bildung gesiegt. Das Entscheidende: die Grundhaltung und Gesinnung, die Stellung zu Staat und Land, Stolz und Opfermut, heroische Vaterlandsliebe, die Einheit unter dem Dache der Volksfamilie, hat sich bis heute in voller Größe erhalten. Die Wege der Völker sind verschieden. Das Abendland hat sich durch ungeheure geistige Revolutionen eine höchstgespannte Freiheit ber Eigenpersönlichkeit erkämpft, bie es nicht wieder aufgeben wird. Aber es hat sich in diesem Kampf vielfach überschlagen und bei all seiner Freiheit oft nur die leeren Hüllen bes Jchs in seelisch verarmten Gemeinschaften übrigbehalten. Die ljberalistischen Demokratien zeigen uns die Folgen dieses falschen Freiheitsrausches. Wir Deutsche haben heute, in unserer urgermanischen Form von Führer und.Gefolgschaft, wieder ganz zur Bindung zum Volke zu- rüdgefurtben und lernen nun von neuem, daß Die Persönlichkeit nur Früchte bringt, wenn sie im Boden des Volkstums tief verwurzelt ist und aus ihm die Kräfte zieht. Das japanische Volk hat sich aus seiner Geschlossenheit niemals herausreißen lassen. Seine großen Persönlichkeiten haben sich wohl mit einem kleineren Spielraum der individuellen Originalität beschieden, als die führenden revolutionären Geisteshelden der abendländischen Geschichte. Aber Japan hat auch weniger Entwurzelte in Kauf nehmen müssen und feinen Bestand als Volk niemals in Frage gestellt gesehen. Die Kräfte seines völkisch geschlossenen Weltbildes wird es auch in seine heroische Zukunft hinübertragen. auf einen langen Krieg vorbereitet. Wir müssen uns stets vor Augen halten, daß unser Land später noch vielen Schwierigkeiten zu begegnen haben wird. Daher müssen wir uns bestreben, die glänzenden Siege zu Kriegsbeginn durch verstärkte Anstrengungen zur Verüichtung der feindlichen Streitkräfte forttusetzen unb gleichzeitig ein großes Aufbauwerk in Angriff zu nehmen, indem wir verschiedene Gebiete im Süden, die sich neuerdings unserer Aufgabe angeschlossen haben, in die Struktur eingliedern. Der eigentliche Krieg muß erst noch ausgefochten werden. Japans Vorgehen in den südlichen Gebieten hat kein anberes Ziel, als bie tyrannische Politik der USA. unb bes britischen Empire zu beenben, allen Gebieten bes größeren Ostasien ihre ursprüngliche Art unb Form wieberzugeben unb ein Aufbauwerk großen Stils in Angriff zu nehmen. Wir hoffen fest, ------- -----. . - - . <- daß bie mehrere bunbert Millionen zählenben Völ- legen, bis nicht bie Vereinigten S aalen und das ker des größeren Ostasien die wahren Absichten Ja- britische Weltreich mebergerungen sind. machte. Man kann also wohl behaupten, daß in Malaya die Geschäfte wirklich außerordentlich profitbringend waren. Dabei ist mit der genannten Ziffer die Bedeutung Britisch-Malayas für die Zinn- und Kautschukwirtschaft noch keineswegs erschöpft. Hier, in Singapur und in Penang, befinden sich auch die großen englischen Zinnhütten, an die nicht nur die Zinnerze Thailands und Burmas, sondern auch, nach der Trennung vom Mutterlands, die niederländisch-indischen Zinnerze zur Verhüttung gegeben wurden. Die Erzeugung Malayas und Niederländisch-Jndiens an Zinnerzen machte aber ebenfalls zusammen fast 40 v. H. aus, so daß also über Britisch-Malaya rund 90 v. H. der gesamten Zinnerzförderung der Welt gingen. Daraus mag man am besten die Bedeutung dieses Landes für die Zinnwirtschaft der gesamten Welt erkennen. Für England hatte diese Entwicklung die angenehme Wirkung, daß ihm aus den Zinn- und Gummiausfuhren Britisch-Malayas ein reicher Devisen ström zufließt. Die Amerikaner zahlten in Dollars, allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 1940 gewann England aus diesen amerikanischen Käufen 250 Millionen Dollar. Die Einfuhren aus Thailand sowie aus Niederländisch-Jndien wurden dagegen auf Sterlingbasis berechnet. Bri- tisch-Malaya war also heute wirklich ein wahrer Dukatenesel für England. Völlig anders aber sieht das Bild aus, wenn man die Interessen der malaiischen Wirtschaft selbst berücksichtigt. Don der gesamten Zinnförderung hatte der Malaie so gut wie gar nichts, da die Zinngruben sich entweder in englischem Be- s i tz oder — zu ungefähr 33 v. H. — i n ch i n e s i - s ch e m Besitz befinden. Mit 2,225 Mill, machten die Chinesen fast die Hälfte der gesamten Bevölkerung aus. Der Malaie selbst ist Bauer, d. h. heute überwiegend Kautschukpflanzer. Aus der Vergangenheit haben die Malaien aber gelernt, daß vorübergehende Hochkonjunkturen für Rohkaut- schuk ebenso wie für Zinn ihnen selbst nur wenig nützen, da ihnen meist um so schlimmere Krisen folgen. Aus diesem Grunde war man bereits seit Jahren bemüht, die gefährliche, einseitige Monokultur des Kautschukanbaues zu beseitigen, indem man Oelfrüchte, Kopra und Ananas zusätzlich anbaute. Diese erfolgreichen Bemühungen — im Ananasanbau waren bereits mehr als 10 000 Arbeiter beschäftigt — sind jetzt mit einem Schlage zunichte gemacht worden. Die Ausfuhr an Kopra ging um 40 v. H. zurück und der Ananasanbau mußte gänzlich eingestellt werden, nachdem eine Ernte infolge völliger Absatzunmöglichkeit auf den Feldern verfaulte. Die Kehrseite der Medaille, nämlich die Ein- fuhr entwicklung, ist ebenfalls wenig günstig. Eisen, Stahl und Maschinen, Kabel und Metallwaren waren vor dem Kriege hauptsächlich aus Deutschland bezogen worden. Sie fehlen na- turgemäß jetzt. Die billigen Konsumwaren, hauptsächlich Textilien, kamen aus Japan. Vor allem jedoch war die Ernährung des Landes völlig ungesichert. Das Hauptnahrungsmittel ist der Reis. An eigener Erzeugung deckte Malaya knapp ein Drittel seines Bedarfs, die restlichen zwei Drittel wurden aus Burma und aus Thailand eingeführt. Zu allem Unglück lagen die malaiischen Reisanbaugebiete auch noch fast ausschließlich im Norden des Landes an der thailändischen Grenze. Bei den jetzt eingetretenen kriegerischen Verwicklungen ist die Vevsorgungslage also außerordentlich ungünstig, zumal da noch englische Truppen mit verpflegt wer- den müssen. Im Interesse der Malaien lag also die Erhaltung des Friedens. Aber dank der von England bewußt geförderten staatlichen Zersplitterung waren die Malaien nicht in der Lage, ihre Interessen durchzusetzen. Neben den unmittelbar unter britischer Herrschaft stehenden Straits Setttements mit Singapur und Penang stehen die im malaiischen Bund zusammengeschlossenen Sultanate Perak, Selangor, Negri-Sembilan und Pahang, zu denen dann noch fünf „unabhängige" Sultanate kommen, nämlich Iojore, Kedan, Kelantan, Trengganu und Perlis. Bei einer solchen staatlichen Zersplitterung des insgesamt 144 760 qkm großen, von rund 4,5 Mill. Menschen bevölkerten Gebietes dominierte selbstverständlich Englands Wille absolut. Der Malaie war im eigenen Lande nur Arbeitstier für England, Großbritanniens Dukatenesel. V. A. Stockholm, 16. Dez. (Europapreß.) Wenn man auch in Londoner Kreisen die Hoffnung hegt, daß die Festung Hongkong nicht kapitulieren werde, solange auch nur die geringste Aussicht auf Verteidigung besteht, so erkennt man doch den Ernst der Lage, da Hongkong unter dem Beschuß der schweren japanischen Artillerie liegt, die rings um die von japanischen Truppen erstürmte Festung Die Insel Hongkong. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Udiimfsdwo. Wtngmö: bfpo.t •Ufiiu Tsimuri IAULUN i Linah'i । kihihMl. Nmepmt- ■.Gruppe - .Hsinan Xg(Sanon) Kaulun in Stellung gebracht worden ist. Die Menge der in Hongkong aufgestapelten Lebensmittel soll für eine Belagerung von drei Monaten reichen. Doch wird die Tatsache als gefährlich bezeichnet, daß die Insel Hongkong auch von der Seeseite her völlig abgeschnitten und ganz sich selbst überlassen ist. Die trübe Auffassung über die Zukunft der Festung wird auch durch den Eindruck verstärkt, den der japanische Vormarsch auf Malakka hevvorgerufen hat. Nachdem sich die Japaner dort einen Weg über den schmälsten Teil der Landenge gebahnt haben, ist nunmehr jegliche Landverbindung zwischen Malakka und Burma unmöglich gemacht. In der Provinz Kedah haben die Japaner das schwierigste Gelände bald überwunden, womit sich ihnen eine verhältnismäßig günstige Vormar^lini^^U^^in^a^ur^rö^fnet^Die^e^tek^ in London vorliegenden Meldungen aus Singapur berichten von weiteren h eftigen Kämpfen b e i Kedah. Das Kedah-Gebiet ist die reichste Gegend der malaiischen Staaten, ihr Verlust wird von Kennern der dortigen Verhältnisse als ein schwerer Schlag aufgefaßt. Gefährlich sei auch der Verlust von Flugplätzen in den malaiischen Gebieten, weil es den Japanern mit der Zeit gelingen werde, mit ihrer Lusttvasfe weiter nach Süden vorzustoßen. Am Wochenanfang hat eine britische Tankdivision, die den südwärts vorrückenden japanischen Truppen entgegengeworfen worden war, eine schwere Niederlage erlitten. Inzwischen landen die Japaner eine große Anzahl Tanks an der Ostküste der malaiischen Halbinsel Die Schwierig- feiten, die die Tankwaffe im tropischen Klima zu überwinden hat, stellen an die Tankbesatzungen größte Anforderungen. Die Räumung des wichtigen Flugstützpunktes am Kap Viktoria, das als südlichster Punkt von Burma an der engsten Stelle der Landenge von Kra eine besondere strategische Bedeutung besitzt, hat vielen Engländern blitzartig die ernste Gefahr für Singapur aufgezeigt. Kap Viktoria ist ein Luftstützpunkt, von dem aus Bombenangriffe gegen Singapur unternommen werden können. Von Kap Viktoria aus können auch die Gewässer der Straße von Malakka beherrscht werden und die Kontrolle zu Lande über große Teile der Halbinsel. „Daily Mail" greift verschiedene Militärpersonen und Politiker an, die sich „überoptimistisch" über die Lage in Ostasien ausgesprochen hätten. Insbesondere richten sich diese Vorwürfe gegen den Oberbefehlshaber der Fernostttuppen, Sir Robert Brooke P o p h a m, den Vizeluftmarschall P u l f o r d, den früheren Informationsminister Duff Cooper und Sir Carle Page, den Repräsentanten der australischen Regierung in London. Die „Daily Mail" fragt anzüglich: „Haben die Japaner von Kreta gelernt, während wir die „Prince of Wales" und „Repulse" verloren haben, weil wir nichts gelernt haben?" Auch „News Chronicle" verlangt eine gründliche Untersuchung. Eine neue Geheimsitzung des Unterhauses wird am Freitag stattfinden. Die stürmische Kritik, die neulich, geführt von Großadmiral Sir Roger Key es-, an der Erklärung Churchills über den Verlust der beiden SchlachtDie moderne Musik und das Publikum. Von Wilhelm Furtwängler. Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, der als Dirigent der Berliner Philharmonischen Konzerte sich verantwortungsbewußt für das Schaffen der Zeitgenossen einsetzt, macht über die Gesichtspunkte, nach denen er neue Werke auswählt, und über die Verpflichtung des Publikums zur Kritik die folgenden Ausführungen. Ein gelungenes Werk, das nicht nur für den Tag geschrieben ist, war zu allen Zeiten selten. Die Generation von heute hat aber ein Recht darauf, zu Worte zu kommen, auch da, wo sie irrt oder tastet. Eines freilich immer vorausgesetzt: daß sie wirklich von heute, daß sie lebendige Gegenwart ist. Nicht ist dies der Fall bei allen jenen Werken, die versuchen, dem, was schon einmal Gestalt gewann, nochmals Ausdruck zu geben. In der Kunst kann man nichts zweimal sagen; solche Werke sind, sie mögen so geschickt gemacht sein wie sie wollen, von innen heraus überflüssig. Nicht in Frage kommen ferner alle jene Werke, die ich als ,chilet- ta n t i s ch" bezeichnen möchte, und die gerade heute einen großen Teil der anfallenden Produktion ausmachen. Es sind das solche, in denen das, was sie aussagen wollen, noch nicht oder nicht ganz Kunst geworden ist, sei es, daß der Autor den Gebrauch der eigenständigen Mittel der Kunst nicht genügend beherrscht, sei es, daß er diese Mittel — selbst von rein intellektuellen Theorien besessen — vergewaltigt. Ein modernes Werk muß vor allem vom wirklichen Menschen von heute etwas aussagen. Dann hat es genug Bedeutung und Gewicht, um für die Gegenwart als repräsentativ gelten zu können. Nicht darf von der Auswahl dieser Werke unmittelbar auf meine persönlichen Neigungen und Anschauungen geschlossen werden. Als Künstler bin ich notwendig ein anderer wie als Verwalter eines Instituts, mag auch beides schließlich zusammenhängen. Sinn der Aufführung neuer Werke ist, daß das Publikum sich mit ihnen auseinandersetzt. Alles, was eine solche Auseinandersetzung hemmt, ist oom. liebel Das Publikum soll feine eigene Meinung haben, soll sie äußern; es ist besser für alle Beteiligten, nicht zuletzt auch für den betreffenden Autor, wenn es seinem Mißfallen Ausdruck verleiht, als wenn es unter allen Umständen in wohlanständiger Zurückhaltung zu verharren sich bemüht. Was wäre einerseits sein Beifall wert, wenn es auf der andern Seite nicht zu einem herzhaften Mißfallen imstande wäre?! Ich habe mich, was an mir liegt, stets bemüht, zu verhindern, daß das Publikum den Konzertsaal mit einem Museum verivechselt. Dieses muß der Bildung gehören, jener gehört dem Leben. Abschied von Reichsminister Hanns Kerrl Berlin, 16. Dez. (DNB.) Am Dienstag wurde der Reichsminister SA.-Obergruppenführer Hanns Kerrl zur letzten Ruhe gebettet. Zu Ehren des Verstorbenen fand im Marmorsaal der Neuen Reichskanzlei ein Staatsakt statt. Zahlreiche führende Männer des nationalfozialisttschen Deutschlands, Diplomaten der uns befreundeten Mächte, Mitarbeiter, Mitkämpfer und Freunde erwiesen ihm die letzte Ehre. Vor der rückwärtigen, mit dem Hakenkreuz geschmückten Wand war der Sarg auf« gestellt. Die Farben des Reiches deckten ihn. Darauf lag die SÄ.-Mütze. Die SA.-Standarte Peine, eine Sturmfahne der SA. und eine Fahne des Reichsarbeitsdienstes hatten Aufstellung genommen. Staatsminister Meißner führt die Angehörigen des Verstorbenen in den Saal. Kurz danach erscheint der Reichsmarschall zusammen mit Staatssekretär Dr. Muhs. Er nimmt an der Seite der Witwe des Verstorbenen Platz. Nach dem Vorspiel zu Parsi- fal erhebt sich Reichsminister Rust. Er schildert, wie Hanns Kerrl zunächst als Kreisleiter in Peine, als Abgeordneter im Preußischen Landtag und später als Landtagspräsident den Vaden für den Führer erkämpfte, dann als preußischer Iustizmini- ster das preußische Erbhofgesetz schuf und auch als Ches der Reichsstelle für Raumordnung ein fruchtbares Arbeitsfeld erhielt. Als Leiter des Reichsministeriums für die kirchlichen Angelegenheiten führte er sein Amt mit jener Derantwortungsfreu- oigkeit, die den echten Nationalsozialisten kennzeicb- nete. Er schließt mit den Worten: „Deine Ehrlichkeit und Gradheit, deine Verläßlichkeit in guten und schweren Stunden, deine Herzensgüte und deine immer wieder durchbrechende Frohnatur haben wie eine Naturkraft Licht und Leben geweckt, auch noch in der letzten Zeit, da deine sichtlich angegriffene Gesundheit uns allen Sorge machte. Daran schließen sich herzliche und sehr persönlich gehaltene Worte des Staatssekretärs Muhs, der dem Mi- nister Lebewohl sagt namens aller Gefolgschaftsmitglieder des Reichsministeriums für die kirchlichen Angelegenheiten. Nun erhebt sich der Reichsmarschall. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legt er den Kranz des Führers nieder. Der Führer hat mich beauftragt, in seinem Namen Abschied von dir zu nehmen, so sagt er. Ich soll dir seinen Dank sagen für all deine unerschütterliche Treue in den vielen Jahren, wir wissen es, daß von allen Tugenden der Führer stets die Treue als die höchste und edelste Eigenschaft des deutschen Mannes bezeichnet hat. Diesen Dank, Hanns Kerrl, sage ich dir in seinem Namen. Und damit darf auch ich dir danken für die vielen Jahre, da du mir ebenfalls ein nie wankender, unerschütterlicher, treuer Freund gewesen bist. Der Führer wird dein Andenken stets als das eines immer kampfbereiten, ihm treu ergebenen Nationalsozialisten wahren. Lebwohl! Der Reichsmarschall reicht der Witwe die Hand. Inzwischen intoniert das Staatsorchester den Trauermarsch von Beethoven. Unter seinen Klängen wird der Sarg aus dem Raum getragen. Im Ehrenhof ist eine Kompanie der Leibstandarte Adolf Hitler zur Trauerparade angetreten. Nach Dahlem führt der Weg zum Waldfriedhof, wo ein Ehrenzug der SA.-Standarte Feldherrnhalle Aufstellung genommen hatte. Oberkonsistorialrat Lic. Ellwein entwarf bti der Trauerfeier in der Kapelle inbewegten Worten ein Bild des mitten aus feinem reichen Schaffen entrissenen Mannes. — In das abendliche Dunkel hinaus wird dann der Sarg zur Gruft getragen. Während drei Salven über den stillen Friedhof hallen, finkt der Sarg in die Tiefe. schiffe geübt wurde, ist durch die ausweichenden Erklärungen des Ministerpräsidenten nicht befriedigt worden. Es kann sicher damit gerechnet werden, daß Keyes einen neuen Vorstoß gegen die Regierung unternehmen wird. Außerdem werden voraussichtlich wirtschaftliche Probleme eine wichtige Rolle spielen, da durch den zu erwartenden Ausfall der amerikanischen Lieferungen eine weitere Anspannung der britischen Industrie notwendig wird. Dies wird auch eine weitere Erhöhung der Kriegskosten mit sich bringen, die in den bisherigen 27 Kriegsmonaten 8,3 Milliarden Pfund betragen. * Schanghai, 16. Dez. (Europapreß.) Die australische Regierung hat die Evakuierung aller Frauen und Kinoer aus der Stadt Darwin ungeordnet. Darwin, an der Nordwestspitze Australiens gelegen. ist die wichtigste Basis des Verteidigungssystems dieses Kontinents nach Norden. Seit 1935 ist der Hafen von Darwin stark ausgebaut und befestigt worden. Durch die Anlegung von Flugplätzen, Brennstofftanks und den Ausbau neuer Verkeyrs- verbindungen ist Darwin neben Hongkong und Singapur einer der stärksten Stützpunkte des britischen Weltreiches im Fernen Osten geworden. Knox bei Roosevelt. Die Verluste der NSA.-Marine bei Hawai. Lissabon, 16. Dez. (Europapreß.) Marine- minifter Knox hatte sofort nach feiner Rückkehr aus Hawai eine zweistündige Unterredung mit Roosevelt. Er bezifferte die Verluste der USA.-glotte an Menschenleben auf 2729 Mann und gestand, Goethes unvergeßliche Suleika. Von Herbert Caspers. Eine der unvergeßlichsten und schönsten Frauen- gestalten der deutschen Literatur ist Marianne von Willemer, der Goethe rrn „West- ösllichen Divan" als Suleika ein ewiges Denkmal fetzte. Sie war die Frau, die in glücklicher Weise die Temperamente ihres künstlerisch aufgeschlossenen ostmärkischen Blutes verband mit den reichen Anregungen ihrer rhein-mainischen zweiten Heimat, die den alternden Dichter zu leidenschaftlichen und schönheitstrunkenen Versen anfeuerte und ihm im wahrsten Sinne des Wortes zur Muse luuroe, der wir vor allem die Schönheiten des Divans verdanken. Das schönste Denkmal aber setzte ihr Goethe, indem er Gedichte der Marianne von Willemer als seine eigenen in den Divan aufnahm. Maria Anna Katharina Theresia Jung ist am 20. November 1784 in Linz aw der Donau geboren worden als Tochter eines Instrumentenmachers, der seinem Kinde die Neigung zu den schönen Künsten vererbte. Das hübsche Mädchen war schon frühzeitig geistig und künstlerisch vielseitig interessiert. Musikalische Gaben hatte ihr das Vaterhaus mitgegeben. Der Geistliche Welty vermittelte ihr die ersten Einblicke in das literarische Leben der Zeit. Zu Weihnachten 1798 kam die 11jährige nach Frankfurt am Main. Sie spielte dort Modesachen von Kotzebue, Iftlcmd und anderen, gefiel aber besonders durch ihre bezaubernde Anmut und Zierlichkeit in den Ballett-Divertissements einer gefühlvollen Zeit. Hier wurde Clemens Brentano, der durch Frau Rat Goethe auf sie aufmerksam gemacht morden war, von ihr begeistert. Er hat Marianne Jungs Bildnis in verschiedenen Gestalten seiner Werke, so in den Zügen der holdseligsten Tänzerin Biondetta, nochge- schaffen. Die große Wende im Leben Mariannes wurde durch den Frankfurter Bankier und Kunstmäzen, den späteren Geheimen Rat Johann Jakob Willemer, der 1816 den österreichischen Adel erhielt, herbeigeführt, als er sie als Pflegetochter l"is der Unsicherheit des Theaterlebens heraus in Vm Haus holte. Dort erhielt Marigmre eüw vortreffliche Erziehung. Willemer war reich, fünft- lcrifch außerordentlich interessiert und angesehen. Nachdem sie 14 Jahre im Hause ihres väterlichen Freundes gewohnt hatte, heiratete sie am 27. November 1814 den 25 Jahre älteren Johann Jakob Willemer. Es wurde eine gute Ehe, die auch von dem großen Schicksal nicht berührt wurde, das ihr kurz darauf begegnete, als Goethe in ihr Leben trat. Goethe war 65 Jahre alt und Marianne zahlte 31 Jahre, als sie sich im September 1814 zum erstenmal begegneten. Goethe war entzückt und begeistert von der reifen Schönheit, dem jugendlichen Temperament, dem fraulichen Liebreiz und der Klugheit der allen Musen gleichermaßen verwandten Frau, die ganz offenbar die schönste Frucht einer Vereinigung des lebensfrohen und kunstbegeisterten ostmärkischen Temperamentes mit den Genien mar, die Goethes Heimat zwischen Rhein und Main, den uralten Kulturzentren des Reiches, ihren Menschen mit auf den Weg gibt. Die Familien Willemer und Goethe waren schon lange miteinander bekannt. So ergab es sich zwanglos, daß der weltberühmte Dichter auf dem Sömmersitz der Willemers vor den Toren der alten schönen Reichsstadt am Ufer des Mains und später auch in der Stadtwohnung mit der jungen Frau des Hausherrn zusammentraf. 1815 war das Verhältnis zwischen ihm und Marianne schon zu dem innigen Liebesbunde geworden, der in dem Liebesgesang zwischen Suleika und Hatem im West-östlichen Divan seine schönste Erfüllung fand. Für den alternden Dichter wurde seine späte Liebe zu einer unerhörten neuen Erweckung des Genius. Die Gedichte seines West-östlichen Divan erhalten jugendliches Feuer, Glut, Leidenschaft, Sehnsucht und Leid, sprechen so menschlich an wie nie, feit Suleika-Marianne dem Dichter zur Muse wird. Es entsteht die Einzigartigkeit, daß dem größten Dichter des deutschen Volkes auf seine Liebesgedichte eine Frau gleichwertig antwortet. Goethe hat Mariannes Gedichte als seine eigenen in den Divan ausgenommen, weil sie „von ihm geweckt und ihm gewidmet, denn auch wohl im schönsten Sinn sein Eigen genannt werden dürften". Allerdings geht die Annahme fehl, alle Suleika-Gedichte stammten von Marianne. Sie hat später Hermann Grimm gegenüber vier ausdrücklich als ihre eigene Poesie bezeichnet, aber „doch hab ich manches angeregt, veranlaßt und erlebt"« x Marianne von Willemer hat an der schönsten deutschen Frauen- und Liebeslyrik mitgeschaffen. Köstlich bleibt immer ihr berühmtes „Lied an den Ostwind", das sie jubelnd auf der Fahrt nach Heidelberg zum Wiedersehen mit Goethe gesungen hat: Ach, die wahre Herzenskunde, Liebeshauch, erfrischtes Leben Wird mir nur aus feinem Munde, Kann mir nur fein Atem geben. Als Goethe sich zu alt fühlen möchte zu neuer Liebe und entsagen will, ruft sie ihm zu ein jubelndes Nein: Denn das Leben ist die Liebe, und des Lebens Leben Geist! Aber dennoch ringt sich nach Wochen des Glücks Goethe zur Entsagung durch. Mariannes schönstes Lied entsteht, das ,Zied an den Westwind", als der Geliebte abreift: Sag ihm nur, doch saa's bescheiden. Seine Liebe sei mein Leben! Freudiges Gefühl von beiden wird nur feine Nähe geben. Es entwickelt sich in den nächsten Jahren ein reicher Briefwechsel zwischen Frankfurt und Weimar, an dem sich auch der Gatte Willemer lebhaft beteiligt. Die Liebe schläft nicht, aber sie findet ihren leidenschaftlichen Ausdruck nur noch in den „Chiffre-Briefen", in .denen die Liebenden einander auch Du sagen, während im übrigen Briefverkehr die Anreden und die persönlichen Wünsche zeitgemäß konventionell gehalten sind. Gleichwohl versichert im Dezember 1818 Marianne dem geliebten Mann: „Wenn ich mir jetzt jenen Zustand (der Liebestage im Jahre 1815) vergegenwärtige, so möchte ich wohl nicht mit Unrecht mich mit einem Baum vergleichen, dem ein schöner Herbst neue Blüten entlockt: die alles belebende Sonne schmückte mich noch einmal mit dem Kranze der Jugend; es war mein letztes Glück! — Der Ernst tritt in mein Leben wie ein kalter Winter und die Blüte fällt." Und auch Goethe versichert im Jahre darauf der Geliebten in der Ferne: „So höre doppelt und dreifach die Versicherung, daß ich jedes deiner Gefühle herzlich und unablässig erwidere." Der Dichter ist bis zu seinem Lebensende Mariannen nicht mehr in den Weg getreten. Am 22. März 1832 schloß er die Augen. Sein getreuer Eckermann schrieb einige Tage darauf aber an Marianne Willemer, daß der Sterbende noch wenige Tage vor dem Tode ihrer gedacht habe und „daß picht leicht eips Mett ein innigeres Verhältnis zu ihm hat haben können wie Sie. Ja, wer sich an Ihn halten konnte, mußte etwas fein, und wer sich an Ihn hielt, mußte etwas werden." Als „Großmütterchen", das alle Welt liebte und verehrte, starb Marianne von Willemer am 6. Dezember 1860. Sie hat ihr Geheimnis nicht mit ins Grab genommen, sondern Hermann Grimm, Wilhelms Grimms Sohn, im Herbst 1850 die schöne Tatsache geoffenbart, die Suleika in Goethes Leben gewesen zu sein. Aber Grimm hat pietätvoll geschwiegen, bis er 1869 in den Preußischen Jahrbüchern eine der schönsten Episoden im Leben Goethes enthüllte. Düchertifth. — Frei vor dem Tod. Zeugnisse von heldi-- schem Leben und stolzer Trauer. Ausgewählt von Alwin R ü f f e r. 64 Seiten mit Bildern. Im Verlag von Karl Christ in Gießen, 1941. — (107) — Das mit einigen guten Photowiedergaben bebilderte Bändchen des Gießener Verlegers Christ sammelt in Aussprüchen, Briefstellen und Gedichten aus alter und neuer Zeit bekannte und minder bekannte, zeitnahe, herzerhebende und tröftenbe Beiträge zum ewigen Thema der Vaterlandsliebe und des tapferen Opfertodes. Don Friedrich dem Großen und Bismarck bis Adolf Hitler und Rosenberg, von Kleist und Clausewitz bis zu Rilke und Kolbenheyer sind hier Stimmen der Dichter und Denker und Staatsmänner zu einem Chore vereinigt, der heute mehr denn je zuvor vernommen zu werden verdient. Hans Thyriot. — Hirts Erdkunde in Stichworten. Kurzausgabe in zwei Heften. Heft 1: Deutschland und Europa, mit 26 Abbildungen im Text und 96 Bildern. Steif geheftet 1,10 RM. Heft 2: Die fremden Erdteile, mit 18 Abbildungen im Text und 48 Bildern. Steif geheftet 0,90 RM. Verlag Ferdinand Hirt in Breslau. — Diese Kuxzausgabe bringt eine gedrängte, sachliche Zusammenfassung des erdkundlichen Wissens der Gegenwart unter Berücksichtigung der grundlegenden wirtschaftlichen, rassischen und' kulturellen Zusammenhänge.'. Klare Gliederung und sorgsam gewählte sprachliche) Form haben es ermöglicht, den umfangreichen Svoff in knappester Form darzustellen. Ueberstchtlich^ Heraushebung des Wesentlichen und Veranschaulichung in Kartenskizzen uni> Diagrammen erleichterm die Benutzung, > daß bei dem japanischen Angriff auf Hawai sechs »eitere U8A.-Schlffe verloren gingen, und zwar bie Zerstörer „Cassin", „Downes" und „Shaw", das glottenzielschiff „Utah", ein früheres Linienschiff unb die beiden Minenleger „Oglala" und „Lark^. Knox warf die Frage auf, warum die Marinebe- Herden von Hawai nicht rechtzeitig von dem Angriff unterrichtet gewesen seien, da die Gewässer um die Insel ständig patrouilliert würden. Roosevelt werde eine genaue Untersuchung einleiten. Roosevelt hat eine Reihe von Gesetzesvorlagen drm Kongreß vorgelegt. Don besonderer Wichtigkeit ift die Vorlage, durch die Roosevelt die gleiche uneingeschränkte Kontrolle über die Verkehrsmittel unb das gesamte Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten übertragen werden soll, die Wilson schon im letzten Weltkrieg ausübte. Der Heeresausschuß des Repräsentantenhauses'hat den Gesetzesvorschlag angenommen, nach welchem alle Männer zwischen 18 und 65 Jahren sich für die nationale Dienstpflicht mi melden haben. Alle Männer zwischen 21 und 44 Jahren können zum Militärdienst eingezogen werden. Damit würde der Vorschlag des Kriegs- ministeriums zurückgewiesen, nach welchem auch die 18- und 20jährigen eine militärische Ausbildung erhalten sollten, die Regierung war der Ansicht, datz genügend Truppen ausgebildet werden könnten, wenn die Grenze bei 21 Jahren gezogen werde. Das Eichenlaub für -en gefallenen Kommandanten -es Hilfskreuzers „Pinguin". 8 e rl t n, 16. Dez. (DRV.) Der Führer und Aerste Befehlshader der Wehrmacht verlieh dem gefallenen Kapitän z. S. Krueder, Kommandant des Hilfskreuzers „Pinguin", in Anerkennung der Leistungen des von ihm geführten Schiffes als 40. Offizier der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz. 1940 war ihm das Ritterkreuz verliehen worden, nachdem von seinem Hilfskreuzer in überseeischen Gewässern 79 000 BRT. feindlichen Hondelsschiffsraumes versenkt worden waren. Im Juli ging „Pinguin", der insgesamt 200 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet und alle ihm gestellten anderweitigen Aufgaben in vorbildlicher Weise gelöst hatte, im Indischen Ozean in einem Gefecht mit dem weit überlegenen britischen schweren Kreuzer „Cornwall" unter. Kapitän z. S. Krueder fand dabei mit dem größten Teil der Besatzung den Heldentod. Der Einsatz -er italienischen Kriegsmarine in der Atlantikschlacht. Berlin, 16. Dez. (DNB.) Vom 10. Juni 1940 bis Ende August 1941 versenkten die an der Seite deutscher Seestreitkräfte operierenden ita li e Nische n U n t e r s e e b o o t e im Atlantischen Ozean 62 Handelsschiffe mit insgesamt 401440 WT., davon 12 Tanker mit 89 525 BRT. An bri- !N' i tischen Kriegsschiffen vernichteten die italienischen Itr Unterseeboote einen leichten Kreuzer, drei Zer- l)rt| ftorer, vier Hilfskreuzer. Diese Erfolge sind um so ta' gewichtiger, als die italienische Kriegsmarine zum ui-1 erften Male feit ihrer Entstehung im Atlantik ope- nl' l- riert Sie mußte sich deshalb mit den besonderen len ^ozeanographischen Verhältnissen vertraut machen, jen ! ] ------------------ | Kleine politische Nachrichten. der Reichsminister des Auswärtigen von Ribben- giltrop empfing den neuernannten kroatischen Ge° ■ | sandten in Berlin, Mile Baduk, zum Antrittsbesuch. ms da tiU I» ui ii| der kroatische Staatsführer verabschiedete auf ibrni Markusplatz in Venedig ein kroatisches Frei- Mgen-Bataillon, das im Rahmen italienischer Lttbände an der Ostfront kämpfen wird. * N die französische Regierung hat bei der Regierung dir Vereinigten Staaten gegen die Maßnahmen iMestiert, die die nordamerikanischen Behörden ' jjtgen die in amerikanischen Häfen ankernden ftan- Dchen Schiffe ergriffen haben. | lie schwedische Gesandtschaft in Washington Dittbe angewiesen, einen Protest gegen die Be- 1 chicgnahme des schwedischen Dampfers „Kungs- Dlti * W* einzulegen. 0 !er gesamte Postdienst mit USA. und Besitzungen " i!Mschließlich Philippinen ist eingestellt. Ferner wer- ® Jen Sendungen nach Süd- und Mittelamerika, den l'Ü'!' Fnoern, Grönland und Island nicht mehr beför- btrl. Luftpostsendungen nach Süd- und Mittel- u™ mrika, soweit nicht zu USA. gehörig, können noch nfgegeben werden. ————! W- ; ' ? Explosion in Raum5 £ Roman von H. C. Hansen Citrrlffrt by Prometheue-Verlag Dr.Eldiadter, Gröbenzell b.MOndien ck. DJ» Bec* | lbil' | jam* I nöi* ei^ f Bi W t qß W« uii f ot ^Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Äammin trat interessiert näher. Die äußere Tür Mfcnb aus dem Holz der Täfelung. Die innere ott verschlossen. „Und wie schließt man sie aus? Wflic er wenig geistreich. . r „Nit einem Schlüssel, Herr Kommissar. Wo der rtütbings jetzt steckt, weiß ich nicht." Sie riesen die Wirtschafterin herbei und liehen il)r sämtliche Schlüssel bringen, die im Nachlaß lt- Verstorbenen gefunden waren. Mit kundigem 8i'd suchte der Kommissar schnell den richtigen her- 105 und steckte ihn in das Schloß. Die Tür offnere und gab den Blick auf einen kleinen Tresor frei, tei eine Menge Papiere enthielt. Sorgsam wurden auf dem runden Tisch aufgestapell. Kammin mit der ersten Durchsicht. ..das Tagebuch fand sich sofort. Es war ein ziem- iltz dicker, in Leder gebundener Band, der teils nut Lnte, teils mit Schreibstift beschrieben war. Die mbecen Papiere bestanden aus Briefen, die sich ittr einen Zeitraum von drei Jahrzehnten er- ' «täten, aus Familienpapieren und belanglosen ökirataufzeichnungen. Nicht das Geringste deutete io, den technischen Beruf des früheren Besitzers )i". Viel würde sich aus diesen Papieren nicht en. Das einzige von Bedeutung blieb wahr- ^iUich das Tagebuch. Sorgsam wurde alles in • pi mitgebrachten Aktentaschen verstaut, und Herr ;tonmin rüstete zum Aufbruch, damit er in Der 1 seines Arbeitszimmers die Lektüre ungestört '^Zehen konnte. ♦ , „ Zerf ich Ihnen eine Tasse Kaffee oder ein Glas ■ w onbieten, Herr Kommissar?" fragte Karla im Verdunkelungszeit 17.12. von 17.06 bis 9.26 Uhr. Aus der Stadt Gießen. „Auswischen!" Wenn unsere Kleinen die ersten Schrerbversuche auf der Tafel unternehmen, wenn sie sich abmühen und dann endlich einige Ungetüme hervorgezaubert haben und stolz erklären, es solle „das^ heißen, dann kommt es vor, daß der Vater zu dem Jungen sagt: „Das ist ja verrückt. Das mußt du noch einmal schreiben. Auswischen!" Vielleicht gibt es Tränen, aber das Weinen hilft nichts. Der Kleine muß so lange üben, bis die Sache richtig ist. Manchmal kommt es auch vor, daß die Spielkameraden auf der Straße warten, dann wird sehr schnell eine Schreib aufgab e hingeworfen, damit man doch zu seinem Spiel kommt. In diesem Falle hat der Vater wieder recht, wenn er abends sagt: „Aus- wischen!" — Das ist manchmal sehr bitter, aber unbedingt nötig. Es wird uns im Leben nichts geschenkt. Auch den Erwachsenen nicht. Es gibt immer wieder einige trübe Stunden. Folgenschwere Ereignisse oder harte Schicksalsschläge lassen schmerzliche Eindrücke in unserer Seele zurück. Aber auch da muß es einmal heißen: „Auswischen!" Wir dürfen nicht zu sehr in der Vergangenheit leben, sondern wir müssen fest in der Gegenwart stehen und die Bahn frei halten für alle Aufgaben, die noch auf uns warten. Freilich dürfen mir dieses „Auswischen!" nicht so anwenden, daß wir uns einfach über verschiedene Unbequemlichkeiten des Lebens Hinwegsetzen. Jeder ernste Mensch wird schon fühlen, wann ein Auslöschen angebracht ist. Da ift unser Freund T. Er hat sich in seinem Zorn verleiten lassen, einige böse Worte gegen uns zu schleudern. Nun bereut er es. Er will es wieder gut machen. Aber er pocht vergebens an unser Herz. Wo vorher bei uns Freundschaft war, da ist jetzt abweisende Kälte. Vielleicht roerben die äußeren Beziehungen wieder einigermaßen hergestellt, aber innerlich haben wir noch nicht vergeben. Eines Tages muß es aber auch hier beißen: „Auswischenst* Versöhnen wir uns wieder! Aber nicht nur äußerlich, sondern mit ganzem Herzen, ohne jeden Hintergedanken. Es darf nichts von Feindschaft oder gar Rachsucht zurückbleiben. Genau so ergeht es uns, wenn irgendeine Enttäuschung unser Leben verbittert. Eine Hoffnung, ein schöner Plan wurden vernichtet. Nun stehen wir da und klagen uns und das Schicksal an. Wir lassen den Kopf hängen, wir bedauern uns selbst und lassen uns bedauern und wollen gar den andern etwas vorjammern. Aber was hilft das alles? Es muß auch hier der Tag kommen, an dem wir aus tiefster Ueberzeugung heraus sagen: „Nun aber Schluß damit! Auswischen!" Unter Vergangenes, Unabänderliches muß endgültig ein Strich gemacht werden. Im täglichen Leben, beim Kampf mit den „Kleinigkeiten", ist dieses Wort „Auswischen!" ein sehr gutes Mittel. Wieviel Reibungen, wieviel Zank und Aerger könnten vermieden werden, wenn wir des öfteren — beim stillen Ueverdenken irgendeines Tatbestandes — sagen würden: „Auswischen!" — h. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 18.12.1941, nachmittags von 15 bis 17 Uhr in Gießen statt. Dornoti,en. Theater der Universitätsstadt Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Heute, Mittwoch, gelangt Giuseppe Verdis „Rigoletto" — die erste der Opern, die seinen Weltruhm begründeten — in neuer Inszenierung im Theater der Universitätsstadt zur Aufführung. Musikalische Leitung: Otto Söllner; Inszenierung: Max Schwarze; Tanzleitung: Andreas Volpert: Chöre: Gerhard Hergert; Bühnenbild: Karl Löffler. In den Hauptrollen: Valeska Lange, Cilly Mauer, Lifel Schröter- Beckers, Milenka Sfiligoj, Eva Weber; Ludwig Drufchel, Walter Escy, Hans Lott, Heins Roux, Josef Sattler, Bernharb Schmitz. 3u Weihnachten keine Dor- oder Tlachzüge. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Deutsche Reichsbahn nicht in der Lage ist, zu Weihnachten einen stärkeren zusätzlichen Reiseverkehr zu bewältigen. Jeder bat daher die Pflicht, die Reisezüge während der Weihnachtszeit den Soldaten und denjenigen Volksgenossen freizuhalten, die getrennt von ihrer Familie arbeiten und aus dienstlichen Tone einer Hausfrau, die liebe Gäste empfangen hat. „Ich bin im Dienst!" war die kurze Antwort. „Oh, das ist also ein Hindernis." Karla lachte. „Meine Einladung halte ich trotzdem aufrecht. Nur bitte ich Sie, auch im Namen meiner Eltern, sich zur Einnahme des Kaffees in mein Elternhaus zu bemühen, wenn Sie dienstfrei sind. Wann dürfen wir Sie erwarten?" Das war Theo Kammin doch etwas zu viel. Er starrte das Mädchen zuerst verblüfft, bann grimmig an und überlegte, ob seine Stellung gegenüber diesem offenbaren Hohn eine grobe Antwort oder fein Mcmnestum eine kavaliermäßige Zusage erforderte. Der Mittelweg schien ihm der klügere. „In den nächsten Tagen bin ich sehr besetzt, Fräulein Kobelt." Zum erstenmal an diesem Tage redete er sie direkt an. „Es ist fraglich, ob ich Zeit zu Besuchen habe." „Das macht nichts. Wenn nicht morgen, dann übermorgen ober nächste Woche. Anruf genügt." Diesmal- preßte er ein knappes „Danke" hervor und fügte nach einer Pause noch „Ja" hinzu. Er wußte selbst nicht, ob er damit diese merkwürdige Einladung angenommen oder abgelehnt hatte. Karla nickte jedoch gönnerhaft, ging straff und gerade voraus durch die Diele, verabschiedete sich von der aufgeregten Haushälterin und stieg in den Wagen, als ob das selbstverständlich sei. Bitte, setzen Sie mich zu Hause ab, Herr Kommissar!" Kammin unterdrückte die Bemerkung, daß ein solches Auto nebst seinem Benzin nur für streng dienstliche Fahrten vorhanden sei, und gab zu seinem eigenen Erstaunen dem Fahrer die Weisung, zuerst zur Wohnung von Fräulein Kobelt zu fahren. Unterwegs sprach niemand ein Wort. Erst als das Mädchen ausstieg, sagte sie neckend zu ihrem mürrischen Begleiter; Nun-funk für die Werkpausen. Das Programm des großdeutschen Rundfunks ist seit einigen Wochen völlig auf die Bedürfnisse der Betriebe während der Hauptwerkpausen eingestellt worden. In den zwischen der DAF. und der Reichsrundfunkgesellschaft vereinbarten Zeiten sendet der großdeutsche Rundfunk täglich leichte und volkstümliche Musik mit vielen bekannten Melodien in der Art der früheren Werkpausenkonzerte. Es wird erwartet, daß die Betriebe die Möglichkeit, mittels Rundfunkübertragung während der Werkpausen Freude zu spenden, weitgehend ausnutzen. Die festgelegten Zeiten sind: für die Frühstückspause von 8.30 bis 9.30 Uhr, für die Mittagspause von 12 bis 13 Uhr. Für diejenigen Betriebe, die ihre Mittagspause aus zwingenden Gründen nicht in diese Zeit legen können, wird werktäglich das fröhliche Musikprogramm des großdeutschen Rundfunks bis 14 Uhr gesendet. Das Propagandaamt der DAF. macht im Einvernehmen mit dem Hauptamt Rundfunk der Reichspropagandaleitung, Amt Sendewesen der NSDAP., und dem Reichsintendanten des großdeutfchen Rundfunks nochmals darauf aufmerksam, daß es dringend erwünscht ift, die Werkpausen nach Möglichkeit in die oben angegebenen Zeiten zu verlegen, da auf diese Weise die Gewähr gegeben ist, daß die schaffenden Volksgenossen in den Betrieben während ihrer Werkpausen durch den Rundfunk angesprochen werden können. Aus diesem Grunde wurde seinerzeit auch der Rundfunk-Nachrichtendienst um 12.30 Uhr — also mitten in der Hauptwerkspausen- zeit — eingerichtet, zu dessen Abhören den Gefolgschaftsmitgliedern in den Betrieben nach Möglichkeit Gelegenheit zu geben ist. Das interessiert -ie Hausfrau. Bevorzugte Bedienung der Berufstätigen unb der NSV.-Betreuten. Es ist verständlich, daß jeder Volksgenosse seinen Einkauf mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit durchführen möchte. Es ist ebenso einzusehen, daß eine unbedingt gerechte Behandlung aller verlangt wird, daß sich beim Einkauf niemand vordrängen darf, und auch vom Geschäftsführer niemand in ungerechtfertigter Weise bevorzugt wird. Nicht unter die letztgenannten Fälle ist die gesetzlich vorgesehene Bevorzugung der Berufstätigen und NSV.-Vetreuten zu rechnen. Ihrer beschleunigten Abfertigung muß Verständnis entgegengebracht werden. In ganz kurzen Arbeitspausen müssen sie häufig in größter Eile nebenher ihre wichtigsten Einkäufe erledigen. Vor allem gilt dies für berufstätige Frauen. Es bestreitet niemand, daß auch die Hausfrauen sehr überlastet sind und daß auch sie ihre Zeit zusammennehmen müssen, um mit allem fertig zu werden. Die Berufstätigen sind aber nun einmal an ganz bestimmte Tageszeiten oder,.wie schon erwähnt, ganz kurze Zeitspannen gebunden, wenn sie einkaufen wollen. Dafür müssen wir das nötige Verständnis aufbringen, lieber die NSV.-Betreuten braucht an sich kein Wort verloren zu werden, da es sich bei ihnen um Volksgenossen handelt, die durch Alter oder sonstige Behinderung auf eine schnellere Versorgung in den Geschäften angewiesen sind. Gerade auf sie sollte jeder Volksgenosse von selber Rücksicht nehmen. kartenpflichlige Waren nicht in den letzten Tagen des Versorgungsabschnittes einkaufen. Wie festgestellt wird, kommen immer häufiger Hausfrauen in den beiden letzten Tagen des Versorgungsabschnittes mit ihren Lebensmittelkarten in die Geschäfte, um nun alles, was sie noch zu bekommen haben, ausgerechnet in diesen beiden Tagen mitzunehmen. Alle Ermahnungen und Bitten haben bisher wenig Erfolg gehabt. Daher wird von neuem gebeten, die Einkäufe früher zu tätigen und auf die schwierige Arbeitslage Rücksicht zu enhmen, die auch für den Einzelhandel gegeben ist. Gerade die letzten Tage im Versorgungsabschnitt sind für den Mann unb die Frau hinter dem Ladentisch besonders mit Arbeit ausgefüllt, weil die Endabrechnung für den Versorgungsabschnitt gemacht, die Marken sortiert, geklebt und pünktlich an das Ernährungsamt ab geliefert werden müssen. Die Einhaltung dieser Termine ist nicht nur für den Kaufmann, sondern auch für die Hausfrau sehr wichtig, da hiervon die rechtzeitige Belieferung des Einzelhandels und damit auch die Möglichkeit zur Ausgabe der Lebensrnittel im neuen Versorgungsabschnitt abhängt. Also, bitte, liebe Hausfrau, ruhte Deine Einkäufe so ein, daß Du in der letzten Woche des Dersor- gungsabschnittes möglichst wenig beim Lebensmittelkaufmann zu holen hast! Gründen ihren Urlaub nur während dieser Zett nehmen können. Reisende, die während der Weihnachtszeit eine unaufschiebbare Reise ausführen müssen und nicht im Besitz einer Zulassung starte für einen bestimmten Zug sind, werden davor gewarnt, sich vorher auf einen bestimmten Zug festzulegen. Erfahrungsgemäß sind gerade während des Festverkehrs immer ganz bestimmte Züge überfüllt, so daß zahlreiche Reisende zurückbleiben müssen, während andere Züge noch aufnahmefähig sind. Da außerdem während der Weihnachtszeit gewisse Aenderungen im Zugverkehr Eintreten, wird dringend empfohlen, sich rechtzeitig vorher bei den Fahrkartenausgaben ober Reisebüros zu erkundigen, welche Züge in der gewünschten Verkehrsbeziehung erfahrungsgemäß weniger stark besetzt sind. Kreisel zur 4. Reichsstraßensammlung. NSG. Alljährlich um die Frühjahrszeit sehen wir unsere Buden und Mädel auf den Bürgersteigen und auf freien Plätzen sich mit dem Kreiselspiel tummeln. Es scheint dieses Spiel also, wie so manches andere, irgendwie an eine bestimmte Jahreszeit gebunden zu fein. Nicht in diesem Jahre! Zur 4. Reichsstraßensammlung, die wie in jedem Jahr vor Weihnachten mit HI. und BDM. durchgeführt wird, gelangen 10 bunte, originelle Kreisel zum Verkauf und werden dem Kriegs-Win- terhilfswerk einen beträchtlichen Erfolg bringen. Wer eine der hübschen Figürchen gekauft hat, wird bestimmt alle übrigen besitzen wollen. Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Dezember, wird uns die Hitler-Jugend nach ihrer Parole „Einkreisung — keiner entkommt!" auf allen Straßen anhalten, und wir werden dieser Jugend freudig ihre Holzkreisel abkaufen. „Eigentlich hätte ich wenigstens einen ganz kurzen Dank erwartet, Herr Kommissar." Sie erlebte ein Wunder. Theo Kammin, achtunddreißigjährig, einsneunzig groß, ein Hüne von Wuchs und Kraft, der es glatt mit einer ganzen Horde von Schwerverbrechern aufnahm, errötete wie eine Jungfrau bei ihrem ersten Liebestreffen. „Sehr wohl, gnädiges Fräulein." Er verbeugte sich tief, als er ihre Hand schüttelte, und sagte gemessen: „Selbstverständlich ist Ihnen meine Behörde zu Dank verpflichtet. Empfehlen Sie mich bitte Ihren Eltern?" Mit klopfendem Herzen stieg er wieder in den Wagen und fuhr davon, wobei das Geräusch des Motors ein helles Mädchenlachen übertönte, das hinter ihm herklang. ♦ Karla ging, übermütig trällernd, ins Haus, zunächst ins Zimmer ihrer Mutter. „Also, dieser Kommissar Kammin, nein, ich hätte nie geglaubt, daß ein Mann so schwerfällig und ein schwerfälliger Mann so behende und ein behender Mann so schüchtern sein könnte!" „Du ergehst dich neuerdings nur noch in Widersprüchen", war die tadelnde Antwort. „Aber Mama, sei nicht pedantisch! Paß auf, es gibt einen Mordsspaß, wenn er zum Kaffee kommt! „Wer? Der Kommissar?" „Natürlich, Herr Kammin. Ich habe ihn gleich in eurem Namen eingeladen." „Aber Karla! Wie kommst du dazu! Niemand hat dich beauftragt. Ueberhaupt, wo hast du ihn denn getroffen?" Frau Kobelt wurde mißtrauisch. „Auf dem Präsidium. Ich habe ihn besucht und ihm einen Tip gegeben. Jetzt ist er sehr dankbar dafür." „Um Gottes willen, wenn das Vater erfährt! Er ist sowieso schon reizbar und nervös wegen der ganzen Geschichte. Und jetzt hängst du dich noch herein!" „Ach, mit Papa werde ich schon fertig! Eine Tasse Kaffee haben wir für Herrn Kammin doch übrig. Werrichiigkochi,spariGeldundEneraie Es soll vorweggenommen werden, daß die Speisen bei großer Hitze angekocht werden müssen, damit sie schnell den Siedepunkt erreichen. Bei geringer Hitze anzukochen, wäre falsch, da langsames Erhitzen die Schutz- und Wirkstoffe (vor allem die Vitamine) sehr schädigen würde. Weitergekocht wird natürlich bei geringer Hitze. Beim Kohlen Herd ist sehr wichtig, daß er richtigen Zug hat. Der Herd muß täglich gereinigt werden. Die Rostslächen, die übrigens nur so groß wie zwei Briketts sein sollen, müssen immer gut gereinigt werden, damit die zur Verbrennung notige Luft von unten her durch den Rost strömen kann. Der Aschenkasten muß aus demselben Grunde regelmäßig geleert werden. — Auch der Ruß ist von Zeit zu Zeit gründlich aus allen Ecken zu entfernen. Um möglichst sparsam zu wirtschaften, wird man die Kochdauer vorher berechnen, um rechtzeitig mit dem Nachlegen der Kohlen aufzuhören. Selbstverständlich wird man rechtzeitig genügend Wasser zum Abwaschen mit aufstellen. Beim Gasherd ift der Brenner der wichtigste Teil. Je mehr er gepflegt wird, um so besser wird die Heizkraft des Gases ausgenutzt. Die Flamme soll einen scharf ab gesetzten blaugrünen Kern haben. Ist das nicht der Fall, so haben vielleicht Reste von übergekochten Speisen die Brenneröffnungen zum Teil verschlossen. An neueren Herden ist der Brennereinsatz herauszunehmen; er wird mit einer Drahtbürste und Wasser gereinigt. Flache, breite Töpfe (mit Deckel natürlich) sind als Kochtovfe am besten geeignet. Beim Elektroherd ist vor allem darauf zu achten, daß die Speicherwärme richtig ausgenutzt wird. Beim Einschalten nimmt man zunächst die größte Heizstärke und schaltet dann, wenn das Essen anfängt zu kochen, auf kleine Heizstärke um. Wenn das Essen gar ist, schaltet man ab — nach Möglichkeit schon 5 bis 10 Minuten vorher — und setzt zum Ausnutzen der Nachwärme einen Topf mit Wasser zum Abwaschen noch darauf. Beim Elektrischkocher ist noch folgendes wichtig: Die Koch- Und außerdem ift er zwar ein grober Bär, aber ein netter Kerl. Uebrigens, wie findest du den Namen Kammin? Wenn man ihn zuerst hort, klingt er schauderhaft." Frau Kobelt wußte nicht, was sie von diesem sprunghaften Durcheinander halten sollte, und begann, die Bahn aller argwöhnischen Mütter zu beschreiten. Ein Blick beruhigte sie jedoch. Ihre springlebendige, spöttische und lebenskluge Karla neben Kommissar Kammin — undenkbar!-- Der hatte inzwischen das Polizeipräsidium erreicht. Er eitle die Treppen hinauf in sein Zimmer, schleuderte die Türe hinter sich bis Schloß und warf die Aktenmappen auf den Tisch. „Blöde Gans!" schimpfte er laut und vernehmlich. Das half. Er gewann sein Gleichgewicht wieder und stellte fest, daß es eine Schande fei, vor den Augen und dem albernen Gerede eines Mädchens in Verwirrung zu geraten. Dabei war sie nicht einmal schön. Was heißt jedoch schön? Sie war wirklich nett. Zwei Kämpen standen in seiner Brust auf und hoben die Schwerter für und wider Karla Kobelt. Theo Kam- mins Herz war der Tummelplatz des Duells, das erst abgebrochen wurde, als die Lektüre des lyrischen Tagebuches eines Ingenieurs ihn zu fesseln begann. Komischer Kerl, dieser Wand. Da hatte er seit seinem ersten Semester getreulich Tagebuch geführt. Die ersten Eindrücke auf der Hochschule, die erste Liebe, später die Berufsjahre mit ihrem steten Wechsel, der Eintritt in die Fabrik für Sprengstoffapparate, die erste Erfindung und ihre Bedeutung, alles hatte eine manchmal längere, manchmal knappe Würdigung erfahren. Aber nach Stunden angestrengten Lesens mußte sich Theo Kammin ein- gestehen, daß nicht ein Buchstabe der engbeschrie« denen dreihundert Seiten den geringsten Aufschluß über ein etwa geschehenes Verbrechen gab. Keinerlei Zusammenhang bestand zwischen den Aufzeichnungen und dem Tode ihres Verfassers. Die letzte Erfindung war überhaupt noch nicht erwähnt. (Fortsetzung folgt.) E&4__ — ^1&£t^-WHW1941/42 HJBDM ♦ANMELNAM20/21.DEZ» empfehlen, von SJ.-fpori er» Gerede. GLORIri 5124 V 11. Dezember 1941. 5118 P GIESSEN AM OSVALDSGAßTEN-HIM15U5M 5058 A Gnauthstr.s«v. bei 8r0hl, SohulitrJ PQLQ ST -Giessen Handball. Gauklasse. * Gleich morgen In derWeihnachtswoche 22. bis 28. Dezember keine Sprechstunden THEATER der Universitätsstadt Gießen Wir kaufen u. verkaufen gebrauchte, guterhaltene KRAFTWAGEN all.Fabrik.,bereift u.un bereift OPEL, Gießen, Buf 2847 48 ____________3316 D in Führung gehen. Anerkennenswert war auch der große Eifer, den die Gäste noch noch der Pause zeigten. Auffallend bei den Gästen war das viele Ein Tobis-Film um das Leben eines Kindes der Manege. Das Schicksal verschlägt den kleinen Vagabunden in eine neue, völlig andere Lebenswelt. Nur sehr langsam gelingt es ihm. nach UeberWindung ernster Gefahren, sich in diese Umgebung hineinzufinden. Norbert Rohritiger Eugen Klöpfer Aribert Wäscher Albert Florath Carsta Löck Hilde Körber Spielleitung: F. P. Busch Neueste Wochenschau Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Jugend hat Zutritt! Ehepaar m.6jhr. Sohn sucht ab l.Jan. od.später r3lmm.ni.KWt> o. KüchenbenuK. HansBergmann Noonstr.2III od. Theater d.Univ.» Stadt Gießen. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl’schen Druckerei Unter ungeheuren Strapazen und Entbehrungen erfüllen unsere Soldaten ihre Pflicht! Zeigen wir, wie wir mit ihnen verbunden sind, durch unsere Spende zur Grammophon- apparake- und Schallplattensammtung. RuhigesEhepaar sucht für sofort 1—2 Zimmer und Küche nebst Zubehör. Schr. Ang. unt. 04248 a. d. G. A. Haushälterin für frauenlosen Beamtenhaushalt in Braunfels zum 1.1.42 gesucht. Zuschriften unt. 04244 an den Gießener Anzeiger. topfe müssen plan geschliffen, d. h. eben geschlissen sein zur besseren Leitung der Wärme. Bei der Pflege des Elektroherdes ift es wichtig, daß die KotAlatten von Rost freigehalten werden. besorgen • Esbit-Trocken- j Brennstoff f. d. ® Mittagspause * _ z. Erwärmen v. S ® Speis’ u. Trank. Kauft, in einschl. • Geschäft. Packung 20 Tabl. Auch £ ? zum Feldpostversand zugelassen. G D Bezugsquellen-Nachweis durch t • • HERST. ERICH SCHÜMM • STUHGARLW 109 Kaufe Stntzllüfiel Pianos J Beschreibung und Preisangebote an R. Schönau Bahnhofstraße 76 Tel. 3269 Preisklasse. Grüningen — Luftwaffe Gießen II 11:5. Das Spiel sah die Platzmannschaft sofort im Vorteil. Das Zusammenspiel klappte vorzüglich, und bereits in der 2. Minute schoß sie das Führungstor. Durch restlosen Einsatz gelangen in regelmäßigen Abständen sünf weitere Treffer. Die Gaste, welche sehr zerfahren spielten und sich auf Einzelaktionen stützten, konnten bis zur Spielhalfte nur einen Treffer erzielen. Rach dem Wechsel änderte sich das Spielgeschehen. Grüningen hatte eine Schwächeperiode zu überstehen, welche die Gäste durch drei Gegentore ausnutzten. Diese fanden sich nun auch etwas besser auf dem kleinen Platz zurecht. Die Gastgeber nahmen nun das Spielgeschehen 'wieder in die Hand. Bis zum Schluß konnten sie den Schlußmann der Soldaten noch fünfmal bezwingen, während die Luftwaffe nur noch zu einem in der Tabelle ein. Kurze (^porinotiren. Auf dem Felde der Ähre blieb im Osten ein bekannter Kanusportler, der Münchner Hans G a l i tz , der die deutschen Farben^ auch schon in Länderkämpfen vertrat. Sachsens Skisport beklagt den Tod von Werner Fricke, der als Leutnant der Luftwaffe im hohen Norden vor dem Feind blieb. Fricke war ein ausgezeichneter Skiläufer und holte sich vor einigen Jahren den Titel eines Studentenmeisters. Ein Ski-Lei st ungrabzeichen wird vom NSRL. angestrebt, um das sportliche Skilaufen zu fördern. Dem gleichen Zweck soll auch die Austragung volkstümlicher Abfahrts- und Langläufe dienen. e Zwei Handball-Vergleichskämpfe hat der Gau Hessen-Nassau vereinbart. Am 8. Februar ist der Bereich Nordmark in Frankfurt zu East und am 8. März wird in Heilbronn gegen Württemberg gespielt. In der Mainzer Stadthalle werden m diesem Winter wieder verschiedene Hallen-Hand- ballturniere durchgeführt. Am 4. Januar steigt ein Vergleichskampf zwischen Mainz und Wiesbaden den neuen Christbaumständer. Aber es muß „Immergrün", der praktische Glas- Christbaumständer sein. „Immergrün" ist wirklich der Christbaumständer, wie er sein soll. Er ist vollkommen aus Glas und hat keinerlei Eisenbestandteile. Ein Festschrauben des Baumes ist nicht mehr notwendig, denn „Immergrün" garantiert für einfachste Montage bei festem und sicherem Stand des Baumes. Dabei bleibt der Baum, infolge der Wasserfüllung, wochenlang frisch und das lästige Nadeln fällt weg. Aber nicht nur der Christbaum, auch der Maienbaum hat hier seinen Platz gefunden, und im Sommer ist dieser Christbaumständer die schönste Vase, die man sich denken kann, für große Blumen und gereicht Ihrer Wohnung zur Zierde. Kommen und sehen Sie! Harnsäure im Übermaß, Gicht, Rheuma, Magen-, Darmlcatarrh, sowie Arterienverkalkung, Saures Brennen, Gallen- u. Nierensteine sind Zeichen schlechter Magenpflege. Mit Sol digestivus Nattermann bereitet man sich ein Heilwasser, das übermäßige Harnsäure aussdiwemmt, das Blut u. die Säfte reinigt u.den Magen richtig pflegt. Die wohltuende Wirkung ist bald festgestellt Glas:1.25RM In Apoth.u.Drog. Lietzener Schlachtviebmartt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehverstei- aerunqshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 36,5 bis 45,5 Rpf., Bullen 24 bis 48,5, Kühe 11 bis 50, Färsen 32,5 bis 42,5, Kälber 25 bis 57 Rpf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,20 NM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,20, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,18, c (100 bis 119,5 kg) 1,14, d (80 bis 99,5 kg) 1,08 e bis f (unter 80 kg 1,04, gl (fette Specksauen) (Altschneider) 1,18, g2 (andere Sauen) 1,08 NM. — Marktverlauf: alles zugeteilt. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 17. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 41, Wirsing, % kg 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8 Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 10, rote Ruben 10, Grünkohl 6 bis 10, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat, x/io 10 Rpf. Dezirkssparkafsen wer en Kreissvarkafsen Wir erhielten die Nachricht, daß unser lieber, tapferer Heinz Eger Dr. rer. nat., Assistent am naturhistorischen Museum in Köln Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment Inhaber des EK. II, des Inf.-Sturmabzeichens und des Verwundetenabzeichens am 18. November östlich der Wolga beim Angriff auf eine russische Stellung gefallen ist. Dorette Eger, geb. Kirchhof Professor Dr. Otto Eger und Frau Margarete, geb. Zoeppritz Dr. Sophie Luise Stadelmann, geb. Eger Hauptmann Helmut Eger Professor Dr. Rudolf Stadelmann Dorothe Eger, geb. Jaeger. Köln am Rhein, Gießen, Tübingen, im Felde, Naumann Heilpraktiker Am 10. Oktober 1941 hat unser lieber braver Sohn, unser guter lebensfroher Bruder, Enkel, Pate, Onkel und Neffe Reinhard Damm Schütze in einem motor. Infanterie-Regiment bei einem Angriff auf Krosn. Troschino, südlich Wjasma sein junges Leben im Alter von 20 Jahren für Führer, Volk und seine geliebte Heimat geopfert. Sein heißer Wunsch war kämpfen und siegen, Wiedersehen seine und unsere Hoffnung. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Damm II. riebst allen Verwandten. Großen-Linden, Gießen, Leihgestern und im Felde, im Dezember 1941. 04202 mit le Bier Mannschaften, am 15. Februar findet ein gauoffenes Turnier statt. Am 29. März steigt bann ein reichsoffenes Turnier. Deutschlands Amateurboxer, gingen nach dem in Stockholm verlorenen Landerkampf gegen Schweden am Sonntagabend in Gateoorg an den Start, hier schlugen sie eine starke schwe- dische Auswahlmannschaft überlegen nut 12:4 Punk» ten. Dabei wurden die Punkte im Fliegengewicht wegen einer Verletzung von Götzke noch kampflos abgegeben. ,... . Eine Europa-Tenntsrangltste wurde in Ungarn aufgestellt. Als Nummer 1 rangiert der Ungar Josef Äsboth vor Heinrich Henkel (Deutschland). Von unseren Spielern wurden noch Kurt Gies als achter und Koch als Neunter aufgeführt. Die Eislaufmeisterschaften des HI.. Gebiets und Obergaues Hessen-Nassau finden am 10. und 11. Januar in Frankfurt-Höchst statt, Verschiebetermin ist der 24. und 25. Februar. Heute Mittwoch Erstaufführung | Kaufgesuche | 3 bis 4 Mlel-Mn z. kaufen gesucht. Helfrich, Walüorsttaße 39 im Laden. 0424s bestehen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 2L 5. Für die Beurteilung der Frage, inwieweit Sie Ihrer volljährigen Tochter Unterhalt zu gewähren haben, sind die Paragraphen 1601 bis 1603 des BGB. heranzuziehen. Diese haben, soweit sie hier interessieren, folgenden Wortlaut: „8 1601: Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. §1602: I Unterhaltsberech- tiqt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. § 1603: I Unterhaltspflichtig ist nicht wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung fernes standes- mäßigen Unterhalts den Unterhalt zu gewahren. Falls ein Zusammenleben mit Ihrer Tochter m Aus dem Reich. Oie Frau im ehel chen (Süferrdif. Die Zeitschrift der Akademie für deutsches Recht berichtet über Vorarbeiten für ein neues eheliches Güterrecht. 'Sine für alle Schichten des Volkes gleich, mäßige paffende Ideallösung des ehelichen Guter, rechts ist eine Utopie. Man muß daher vom Durch, schnittstyp der werktätigen Bevölkerung ausgehen und für die abweichenden Fälle die eheoertragliche Gestaltung gestatten. Wahrscheinlich wird als ehe- vertragliche Gestaltung nur noch die allgemeine Gütergemeinschaft und die Gütertrennung zugelassen werden, wobei die Fehler des bisherigen Rechts vermieden werden sollen. Bei der bisherigen allgemeinen Gütergemeinschaft ist die Frau in Wahrheit entmündigt und ihr Vermögen der Gefahr der Entrechtung ausgesetzt. Ebenso ungeeignet ist die Beziehungslosigkeit der Gütertrennung, die der sozialen Struktur der Normalehe widerspricht und außerdem die überlebende oder geschiedene Frau um die Früchte ihrer ehelichen Mitarbeit bringt. Aber auch der bisherige gesetzliche Güterstand verbindet trotz Sicherung des Stammvermögens der Frau ihre „Entmündigung" wahrend der Ehe mit ihrer ungerechten Behandlung nach deren Auflösung. Das künftige gesetzliche Guter- recht soll die Prinzipien der Gütergemeinschaft und der Gütertrennung organisch miteinander verbinden. Der hauswirtschaftliche Sektor, Ehewohnung und Hausrat, soll mit wirksamerem Schutz für die Ehefrau ausgestattet werden. Alles andere in die Ehe gebrachte oder in der Ehe erworbene Vermögen soll Sondergut bleiben, dessen Nutzungen in den Dienst des Familienunterhalts gestellt werden und desien Verwaltung der Stellung des Mannes als Fa- milienhaup't Rechnung tragen soll. Daneben ist eine besondere Regelung für die einer selbständigen Erwerbs- oder Berufstätigkeit der Frau dienenden Vermögensgüter in Aussicht genommen. Endlich soll die Mitarbeit der Frau als Hausfrau, Mutter und oft auch Mithelferin im Geschäft oder Benis des Mannes gerechter als bisher gewürdigt werden. Gedacht ist an ein v e r st ä r k t e s E r b r e ch t, das der Frau besonders die Weiternutzung des Hausrates und einen größeren Anteil am sonsttgen Erb« gut als bisher sichert. Bei Scheidung oder Aufhebung der Ehe ist an einen billigen „Zugewinnanspruch" gedacht, der die Frau an der ehelichen Errungenschaft des Mannes angemessen beteiligt. Mittwoch, 17. Dezember 15—17 Uhr Dornröschen Weihnachtsmärchen von Robert Bürkner. Preise von 0.30 bis 1.60 RM. 18.30—21.30 Uhr 6070D 16. Mittwochmiete u.HalbmieteB Neuinszenierung! Rigoletto Oper von Giuseppe Verdi. Preise von 1.20 bis 4.10 RM. Um den Reicksbundpokal. Die Nordmark-Fußballels tritt am Sonntag in Hamburg zum Reichsbundpokalspiel gegen Kom- Aachen m folgender Besetzung an: Kowalkowski: Dörfel, Miller; Manja II, Rohde, Seeler; Ahlers, Panse, Weber, Noack, Carstens. Die Mitte-Fußballelf zum Reichsbundpokalkampf gegen die Ostmark am Sonntag in Halle stthtwie folgt: Senftleben; Schüßttr, Schipphorst; Weihen- born, Gehlert, Beckert; Werner, Wollenschlager, Gräbsch, König, Nehlsen. Dom Fußball. Cuftroaffen-SB. Gießen — SL. Ehringshausen 2:0. Wer mit mangelhafter Darmtätigkeit zu tun hat, weiß seit langem die hervorragende Wirkung von Burchards Blut- und Darmreinignngs- Perlen zu schätzen, besonders aber in der heutigen Zeit, wo es manchmal schwierig ist. eine Packung zu ergattern, trotzdem täglich noch Tausende davon die Erzeugungsstätte In unveränderter Güte und Wirkung verlassen. Im Rahmen der aus Rationierungsgrunden folgenden Zusammenlegungen im Sparkassenwesen werden die bisherigen Bezirkssparkassen zu Alsfeld, Nidda und Friedberg zu Kreisspar- kassen erhoben. Die Bezirkssparkasse Nidda nimmt als künftige Kreissparkasse des Landkreises Budm- hingenornrnen werden. Dabei begann das Spiel recht vielversprechend für die Soldaten. Man setzte die Außenspieler ein, und ehe sich die Gäste versahen, führte Gießen durch Müller, Obl. Wagler und Sonnabend mit drei Toren. Dietzenbach brauchte geraume Zeit, ehe sie ihre Gegentore anbringen konnten; durch großen Eifer holten sie den Vorsprung der Soldaten auf. Den Einheimischen gelangen durch Sonnabend und Schlüter bis zum Pausenpfiff noch zwei Treffer, denen die Gäste noch eins folgen ließen. Nach dem Wechsel war die Luftwaffe wiederum durch Wagler und Kraft erfolgreich. Die Gäste gaben sich aber nicht geschlagen. Sie erzwangen zunächst den Ausgleich. Ein Strafwurf brachte sie bald in Führung. Bei der Luftwaffe wollte nun nichts mehr gelingen. Dietzenbach gelang es, noch drei Treffer anzubringen, denen die Soldaten kurz vor Schluß durch Müller ihr letztes Tor folgen ließen. Mit diesem Spiel hat die Luftwaffe die Vorrunde beendet. Durch diesen Sieg nimmt jetzt die Luftwaffe sicher den zweiten Tabellenplatz ein und bleibt somit den Naunheimern weiterhin stark aus den Fersen. Die ■ Luftwaffe erwies sich m diesem Spiel trotz energi- Erfolg kam. scher Gegenwehr der Gäste als die bessere Mann-! ^ann llv. schäft und zeigte sich in technischer Beziehung von Lang-Gon s — W. ° S t e i n b e r g 21.3 (12.1). ihrer besten Seite. Besonders Mittelläufer Rose und Ein^ hohe Niederlage mußte ^Watzenborn^ m Mittelstürmer Meermann hatten großen Anteil an 5 dem Erfolg. Die im Zu arimenipiel beh - \i Pl^g- s! 8S8L8ZMZ-MM | Vermietungen"! Wertes SWWim mit 2 Betten und Küche zu verm. Schr. Ang. unt. 5126Da.d.G.A. ! 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Diese ist jedoch verständlich, oem isnuiq. .... o« «. ........ . < — - -» ^-v , da die Gäste mit mehrfachem Ersatz antreten muß- besitzer konnten vor der Pause durch Meermann ten. Die Ersatzspieler konnten die Lucken nicht aus- oeps-r IU...IUU. ----1 1— xav süllen. Lang-Göns bestimmte m beiden Spielhalf- ten das Spielgeschehen. Der wurffreudige Sturm der Gastgeber überrannte die Gästeverteidigung, zumal dies die schwache Stelle der Gäste war. Mit diesem Siege nimmt Lang-Göns die zweite Stelle Große Sendung MAnAs- tiäume eingetrosien SteiN, 04247 Kaiserallee 32 pllppenjluben- Taveien inreich.Auswahl empfiehlt 14723D Tavetenbaus Kreiling, Bahnhofstr. 33. Gebrauchte Schieihmaschioe z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04245 an den Gieß. Anz. Klavier zu kauten gesucht. (4.630 G. Ebert, Kiaviermacher, Bleichstraße 17. gen die bisherigen Bezirkssparkassen Büdingen und Schotten auf. Die Bezirkssparkassen Butzbach und tmaf f e Gießen — Dietzenbach 8:10. Dilbel werden auf die Bezirkssparkasse Friedberg ^luf Gießener Boden ist scheinbar kein Sieg der überführt, die Kreissparkasse des Landkreises ^ried- ( £uftmafre iU erwarten. Wiederum mußte eine Nyberg wird. Im Vogelsberg bleibt die bisherige, ^rlaae mit zwei Toren Unterschied (wie so oft) 1833 gegründete Schottener Bezirkssparkasse weiter- \' • " *-t-s ------ hin als Hauptzweigstelle der Kreissparkasse Nidda Gut erhaltene WenMlrW mit Keilen ges. Evtl, auch Bettstelle mit Patent- svrungrahmen. Schriftl. Angeb. unter 04249 an den Gieß. Anz. Bahnhoj od. ähnliches für Spielzeug-leisen bahn,gut erhalt., zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 5128 D an d. Gieß. Anzeig. [Stellenangebote In frauenlosen Haushlt.m.Klein- gartenundKlein- tierhaltung in Nähe der Stadt Bahnstat., wird AusWertu gesucht. Schr. Ang. unt. 5123D a. d. G.A. Verkäufe Menmolei wenig gebraucht zu verkauf. 04242 0 s o