KELL Donnerstag, 17. )uli 1941 1-1. Jahrgang Ur. 168 Erscheint täglich, aufeer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat nnBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich. .....RM1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt tzernfvrechanscklusr 2251 Drahtanschrift:,,Anzeiger" Postscheck 11686 Franks ^M. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desVormittags Anzeig en-Preile: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Wertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenitaffelv Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/« mebr Gießener Anzeiger ».«.^r^r^-Iseneral-Anzeiger für Oberhessen rgaisy mann befördert. 1939 wurde er nach kurzer Tätig- Nation wurde. Deutschland dankt die,en ^mnne ba5 ^0Tt ÜDn bem „Dicken Stock" gebraucht, keit im Reichsluftfahrtministerium Kommandeur und beglückwünscht bÄ5 mit bem hie Yankee- th« Politik betreiben. Di- einer Jagdgruppe. Der Vormarsch im Westen einer ^agogrupve. 22er njormariai i m e h« » xucmt«. ■_—•, . ■ , führt- den Hauptmann Wälders in bie großen Kriegsauszechnung fein eigen nennen bars. rika, betreiben. Die nächsten 30 Jahre nach dem Krieg mit Mexiko und nach der Erwerbung des Goldlandes Kalifornien waren in der Geschichte der USA. ausgefüllt mit der wirklichen Selbftbefreiung von der britischen Kapitalmacht, wobei aber eine schwere Verschuldung der USA. an den Londoner Geldmarkt bis zum Weltkrieg bestehen blieb. In den siebziger Jahren streckt Washington sehr merkliche Fühler nach den Hawai-Jnseln im Stillen Ozean aus, die es 1897 annektiert. Ungefähr zur selben Zeit traten die USA. in den schweren Konflikt mit Spanien um kreuzes. Damit steht Mölders auf dem Höhepunkt seines Ruhms, nachdem sein Name dem deutschen Volke längst vertraut geworden ist. liche Bekanntgabe erfolgte, nachdem ber lennö Sonope eine Audienz gewahrt batte unt> rtef qrofce Sensation hervor. Der Rücktritt wurde in einer außerordentlichen Kabinettssitzung beschlossen die am Nachmittag in Konoyes Amtswohnung tattfand. Danach begab sich der Premierminister unmittelbar nach Hayama. Sodann kehrte er nach Tokio zurück, berief erneut das Kabinett em und gab den kaiserlichen Befehl bekannt daß er bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt bleiben solle. Nankee-Zmperialismus. Es gibt wohl in ganz Europa einschließlich Englands nur wenige Menschen, die über den Griff der Vereinigten Staaten nach Einflußsphären m Europa oder gar nach Gewinnung strategischer Stutzpunkte in Europa und seinen Gewässern erbaut waren. Daß die Engländer ihre Truppen in Island belassen, obwohl die Yankees angaben, zur „Ablösung der Wache" dorthin gekommen zu sein gibt reichlich zu denken. Nur darf aus solchen lieber- leaungen niemand die leise Hoffnung schöpfen, daß England sich unter dem Regime Churchill auf sich selbst besinnen könnte. Es ist ins Rutschen gekommen und rutscht weiter. Sein Bündnis mit den ! Sowjets ist der schlüssige Beweis, daß es fern „Selbstbestimmungsrecht" verloren hat. I Schon vor Jahrzehnten sprach man von der Er ist 28 Jahre alt und in Gelsenkirchen als Sohn eines Studienrates geboren, der 1915 gefallen ist. Die Mutter zog mit ihrem Sohn nach Brandenburg a. d. Havel. Dort erwarb der junge Mölders sich das Reifezeugnis und trat dann bei einem Infanterieregiment ein. Schon in den Schuljahren war Werner Mölders dem Sport eifrig ergeben. Es lag nahe, daß er nach der Wiedererrichtung unserer Luftwaffe seine Laufbahn bei ihr fortsetzte. An den Kämpfen der Legion Condor in Spanien nahm er ruhmreichen Anteil und errang sich die höchsten Ehrenzeichen. Durch seine hervorragenden Leistungen wurde er 1938 außer der Reihe bereits zum Hauptmann befördert. 1939 wurde er nach kurzer Tattg- Anfang an einen Imperialismus, wie er im Buche , Luftschlachen, die der deutschen Luftwaffe die Ueber- legenheit über ihre Gegner erkämpften. Am 19. Juli 1940 wurde er Major und Kommodore eines Jagdgeschwaders. Im Herbst 1940 hatte er bereits 50 Siege aufzuweisen und ward mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Schon mit 27 Jahren wurde Werner Mölders wegen feiner überragenden Leistungen zum Oberstleutnant befördert. „ Seine kameradschaftliche Gesinnung, die von allen Untergebenen und von seinen Mitkämpfern gerühmt wird, und seine hundertfach bewiesene Tapferkeit haben ihn zu einem Vorbild für die deutsche Jugend werden lassen. Die großen Flieger des Weltkrieges, Richthofen, Boelcke und Jmmelmann, haben in Werner Mölders und zahlreichen anderen iegreichen Lufthelden ihre würdigen Nachfolger ge- unden. Keine Luftwaffe der Welt vermag eme °lch° stolz- Reihe kühner und -«ich--I Särmeipolitir" ob'e'r" b« „Sotlarbiplomatie". ner zu nennen, wie es der deutschen Luftwaffe . Nrnüevelts des Namensvetters und weitmöglich ist, die unter demi Reichsmarschall H^maim verwandten des jetzigen Präsidenten, der Göring die wuchtige Waffe im Freiheitskamps ber I 9 Weißen Hause regierte, hat Nation" mürbe, Deutschland ban t total JRanrnrn am Donnerstag i n herabgesunken Die Lieferung aller rustungswich. d e H a u p t st a d t z u r ü ck k e h r e n wird. tigen Rohstoffe und Maschinen habe Japan seinen die i)aupi| ö Feinden überlassen, dafür habe es ihnen Zundhol- vr. Baumwolle und Spielwaren geliefert. Japan ÖCgCtt VieVrlllli Kl|Uliy y. aber aU5 siiner Abhängigkeit erwacht Tokio 16. Juli. (Europapreß.) Die Zeitung und werde alle Gefahren, Nöte und Müheni ae° Romiuri Sbimbun" verlangt, daß Japan n i ch l duldig ertragen, um den Weg zur Unabhängigkeit, stillschweigend zu sehe, wenn die Vereinig- auch wenn er steil und dornig sei, unbeirrt weiter ten Staaten die Einkreisung Japans fortfetzen soll- zu gehen. Das japanischen Heereskreisen nähern Diese Einkreisung habe mit der Entsendung von stehende Blatt Kokumm meint, die neue Ordnung wunderten von Flugzeugen und Piloten nach im westslawischen Raum erfordere von Japan eine AchunAttig beqonnen^und werde durch die Ueber- sorgfältige Beobachtung. Regierung und Volk muß- nabme^von Stutzpunkten in Singapur, in Nieder- ten vorbereitet und entschlossen fe.n, die notwen- lündisch-Jndien und in Hongkong fortgesetzt. Da- digen Schlußfolgerungen aus der Lage zu ziehen. Die hur* hohrnhtpn bie Vereinigten Staaten die Wie- Finanzkrei en naheftehende „Chugai Shogyo sagt, VerMung^ in Ostasien. Japan Ms die Sowjets sich aus SwerdlowskoderNowo- müfse scharf protestieren. Andernfalls bestehe die sibirsk zuruckziehen mußten, wurden siedort e wa Gefahr daß die Vereinigten Staaten die Einkrei- 80 Prozent ihrer Nahrungsquellen beraubt sein sung Japans durch eine weitere Ausdehnung ihrer und in eine schlmimere Lage versetzt werden als Stützpunkte auf Sibirien und die Südsee vollenden. Idas Tschungking-Regime. DNv. Aus dem Führerhauptquarkler, 6. Zull. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt äÄmnton nn hPr nfffronf schoß Oberst-! Die nordamerikanischen Kriegshetzer lassen nichts ! Vei den Kämpfen an der Ostfront styotz Overp unüerr,t, ben ^rand zu schüren. Die Neuyorker eutnant Mölders. Kommodore eines Jagd- > beschäftigt sich in großer Aufmachung mit geschwaders, gestern fünf S o tv) e t f t u g 3 e u g e ejnem Plane des Büros Nelson Rockefel- ab. Lr hat damit in diesem Kriege in5gefamt ter Südamerika mit einem umfassenden Netz von 101 Abschüsse erzielt und einschließlich seiner Informationsquellen und Spitzelzentralen zu über- ...U... 4,w-g-j;1*XÄSMS»; tjaften Vorbild der Lustwaffe und erfolgreichsten stochunqsakti an, die man von Neuyork aus Jagdflieger der Welt als erstem Offizier der H ^heroamerika zu unternehmen beabsichtigt, deutschen Wehrmacht die h ö ch ft e deutsche T a p- 3n weiten Kreisen Südamerikas hat bisher die erkeitsauszeichnung, das Eichenlaub mti praktische Vernunft Raum gewonnen. Man gelangte Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz immer mehr zu der Ueberzeugung, daß Deutschland des Eisernen Kreuzes, verliehen. mit seinem Kampfe gegen den kulturvernichtenden völkermordenden Bolschewismus auf dem einzig Ser^übreranOberstleutnantMowers. richtigen Wege fei und sich hierbei in einer Front -n 1a i..ii i T)pr Führer und mit allen Kulturvölkern der Welt befinde. Diese Berlin. 16. 2uli. (DTlB.) Der F u y r e r Auffassung fand besonders auch m'Brasilien und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat folgendes Argentinien einen lebhaften und starken Ausdruck. Handschreiben an Oberstleutnant Wälders gerichtet. Knuten nun aber die jüdifch-bolschewiftifch- I Nehmen Sie zu Ihren heutigen fünf neuen Luft- demokratischen Kriegstreiber und Kriegsgewinnler iieaen meine aufrichtig st en Glückwünsche^ USA. nicht gebrauchen. Die unbequeme geistige | pntaeaen Sie haben mit diesen Erfolgen im groß- Entwicklung in Jberoamerika mußte unter allen deuttchen ^reiheitskampf 101 Gegner in der Lust Umständen verhindert werden Da man aber, wie oeutfcyen jreii)eii 1 pr a (grfotae immer bei einem Kampfe zwischen Idealismus und abgeschossen und sind einschlietzlichMaterialismus, auf der Seite des Materialismus im spanischen Bürgerkrieg 115 mal bieger un Cuft geistigen Waffen zur Verfügung hat, die auch kampf gewesen. In Würdigung Ihres 'wwerway-einen Erfolg versprechen könnten, ver- renden heldenmütigen Einsatzes im Kampf um me .7* man e5 mit dem jüdischen materialistischen Freiheit unseres Volkes und in Anerkennung Ihrer universalkampfmittel, dem Gelde. Mit Geld hohen Verdienste als Jagdflieger verleihe ich Ihnen g{nubt man immer noch die ganze Welt kaufen zu laub mit Schwertern und Brillanten Z 450 000 Dollar will man ausgeben, um die angeb- krenz des Eisernen Kreuzes. Wit meinem und Des ( Achfenpropaganda in Amerika zu untersuchen, ganzen deutschen Volkes Dank verbinde ich öie g0Q 000 Dollar sollen in die Filmindustrie fließen, besten Wünsche für Ihre Zukunft. lieber 1 Million Dollar soll Nachforschungen über Ihr gez. Adolf Hitler. a([eci roa5 in den verschiedensten Gegenden Amen- fas vor sich gehe, dienen. 1,5 Millionen Dollar will 1200 Umfiege man für Presfeveröffentlichungen, Propaganda- Mölders. broschüren und Kinowochenschauen verwenden. Man des J sieht also, die jüdischen Kricgsschieber lassen es sich Berlin, 16. Juli. (DRV.) Das Jagdgeschwader ^on etma5 fgsien. Wir Deutschen lassen die Tat- Wölders schoß seit Beginn der Kampfhandlungen im |ad)en sprechen. Die Wahrheit ist unsere Waffe. Mit Otten bis wm 12. Juli 500 S 0 wj e t f lu g; eu ge (g^d dagegen wollen die jüdischen Plutokraten und niir srpl riaencn Verlusten ab. Das Geschwader Bolschewistenfreunde durch Strome von Lugen und Z ^mi, nm12 3uü nsqesamt den 12 00. Gemeinheiten die öffentliche Memung «n Jbero- hat damit am 12. Jul, ins gcf arnerika vergiften. Das ist echt fudlscher Geist. Das Luft sieg erkämpft. ^ll helfen. Presse und Rundfunk sollen be- mif stochen werden. Das ist ungefähr gemeinfteJUii5 Das Elchemauv MN " sinnen das die moralfremden indischen Gehirne für Hauptmann Oesau. ausbrüten konnten. Eine gekaufte Presse, die jedes n..|in 4c 3un iDRB.) Der Führer und journalistischen Anstandsgefühles entbehrt, ein demo- oberste Besehlshaber »er ro‘£rmad’t ÄjHs doch:" N ach s ° r Ich u n - happtmann in einem Jagdgeschwader Oesau oas über nUes roa5 ,n den verschiedensten Gegen- Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz oes Amerikas vor sich gehe. In Wirklichkeit bedeutet Eisernen Kreuzes und sandte an ihn das folgenoe eine qroßangelegte <5 p io n ag e tat igfe 11 Schreiben In Ansehen Ihres immer bewahrten ^z^ ^tzen in Jberoamerika, eine Aushöhlung h^dentums 'im Kampf um die Zukunft unseres geistigen Selbständigkeit freier Volker, einen Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 80. Luft- ^ieges a l s d r i 11 e m Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. OefäuT"feiinenb54$®e?ner »UM Absturz I Iotio> 16 3un. ($3118.) Wie """'ch bekannt- brachte. In den seither vergangenen 11 T a g e gegeben wurde, ist das Kabinett Konoye hat der verdiente Offizier somit 2 6 S o w le f = l3 u r ü tf g e t r e t e n. Das Ministerium Konoyes flugzeuge vernichtet, was nicht nur als Imiri> au| Anordnung des Tenno vorläufig die Ge- überragende Einzeleistung zu werten ist, 'ONvern , weit^rführen. . auch einen Maßstab für den Kampfgeist und die schreibt zu dem Regierungswechsel, das Kampfkraft der gesamten deutschen Luftwaffe bar- Labinett Konoye ist geschlossen zuruckgetteten, u m ftem einer stärkeren Regierung Platz zu machen, die der neuen innen, unb außenpolitischen Lage gerecht wird. Das Ministerium Konoyes wirb auf Anordnung des ’-L. -.w, hr» hpn T)1P flinh Blut des Durchschnittsamerikaners begann zu wallen. Washington stellte an Spanien das Ultimatum vom 19. April 1898, die Unabhängigkeit Kubas anzuerkennen und die Inseln sofort zu räumen. Man muß blind sein, wenn man nicht oie Analogien zu unserer Zeit sehen will. Der jetzige Roosevelt läuft genau so dem Kriege nach wie die durchtriebenen Hankee-Politiker 1898, die den Konflikt mit Spanien wollten, das doch damals wahrhaftig in einer politisch-militärischen Verfassung war, die ihm den Wunsch nach Ruhe und Frieden nahelegte. In den großen Ereignissen des Weltkrieges ist übersehen woroen, daß schon 1914 Woodrow Wilson unter Einsatz amerikanischer Truppen in die mexikanische Politik eingriff und den Rücktritt des Präsidenten Huerta erzwang. Mexiko bekam also zweimal auf das empfindlichste die „Aera des guten Einvernehmens" oder der „guten Nachbarschaft" zu kosten. Außerdem verschafften sich die USA. während des Weltkriegs durch die militärische Intervention die tatsächliche Schutzherrschaft üoer die beiden Republiken der Insel Haiti und über Nicaragua. Auch nach dem Weltkrieg landeten sie wiederholt Truppen in Nicaragua. Mit Mexiko gab es ewige Erdölkonflikte. Die „Unabhängigkeit" Kubas von Spanien wurde tatsächlich ein amerikanisches Protektorat. Immer aber haben die Amerikaner diesen nackten Dollar-Jmverialis- mus mit gefälligen, frommen Redensarten drapiert. Es gehört in diese alte Tradition, daß der amerikanische Rundfunksender , Boston erst dieser Tage feierlich erklärte, die Vereinigten Staaten handelten niemals aus egoistischen Gründen. Hier kam es nur darauf an, die Beständigkeit und Zielsicherheit in der nackten Gewaltpolitik der USA. ebenso klar darzustellen wie in der Unsauberkeit der Gesinnung, die- diese Gewaltpolitik mit den Feigenblättern einer unglaubhaften Nächstenliebe garniert. Wie sollte es auch anders sein? Die technisch bewunderungswürdige Entwicklung der USA. ist niemals eine bewunderungswürdige moralische Entwicklung gewesen. Nicht Morse und nicht Edison haben die eigenartige Größe der amerikanischen Wirtschaft begründet, so begnadete Erfinder sie gewesen sind. Die tollen Glücksritter vom Schlage eines Rockefeller, Herriman, Astor, Schiff und Loeb haben den technischen Erfindergeist ausgemünzt und selbstverständlich auch der Politik ihres Landes diesen Stev^el der Geschäftspolitik aufgedrückt. Dr. Ho. 3m Atlantik versenkt. Lissabon, 16. Juli. (Europapreß.) In San Vicente auf den Kapverden traf der portugiesische Aviso „Bartolemeu Dias" mit 24 Ueberlebenden des englischen Dampfers „Auditor" (5444 BRT.) an Bord ein, die er in der Nähe von Tarrafal ausgenommen hatte. Die „Auditor" ist am 4. Juli im Atlantischen Ozean von einem deutschen U-Boot versenkt worden. Der portugiesische Dampfer „Santa Pricesa", der am Dienstag von den Fischbänken Neusandlands nach Oporto zurückgekehrt ist, hatte sieben Mitglieder der Besatzung des englischen Dampfers „Designer" (5945 BRT.) an Bord, die er etwa 300 Meilen westlich der Azoren in einem treibenden Rettungsboot angetroffen hatte. Die „Designer" war am 8. Juli ebenfalls von einem deutschen U-Boot versenkt worden. 80 Mann werden noch vermißt. „Daily Mail" bestätigt die Versenkung der englischen Handelsdampfer „Trafalgar (4530 BRT.) und „R a b a u l" (5618 BRT.) durch deutsche Ueberwasserstreitkräfte im Atlantik. Beide Schiffe waren auf der F a h r t n a ch Südafrika torpediert und versenkt worden. Von den Besatzungsmitgliedern, die in einem englischen Hafen gelandet wurden, wird mitgeteilt, daß die Deutschen sie mit Zigaretten, Schokolade und Frankfurter Würstchen versorgt hätten. Churchills Blutschuld. Berlin, 16. Juli. (DNB.) In einer offiziellen Erklärung wurden heute, nach dem Londoner Nachrichtendienst, die V e r l u st e, die durch deutsche Angriffe in England verursacht wurden, bekanntgegeben. Von Anfang Januar bis Ende, Juni sind danach in England 41 900 Personen geöt« und 52500 Personen verwundet worden. Bier Todesurteile im Sofioter Spionageprozeß. Sofia, 16. Juli. (DNB.) Im hiesigen englischen Spionageprozeh verkündete das Militärgericht unter Vorsitz des Obersten Auditors und früheren Polizeipräsidenten Panteff das Todesurteil gegen die vier ehemaligen Sowjetoffiziere, die als Agenten im Dienste des englischen Nachrichtendien st es gestanden haben. Der fünfte Angeklagte, ebenfalls ein Emigrant der Sowjetunion, hat inzwischen im Gefängnis Selbstmord verübt. In der Anklage wurde besonders die moralische Seite der Schuld hervorgehoben, daß Emigranten, die in Bulgarien Asylrecht und Gastfreundschaft genommen hätten, in dieser schmählichen Weise Vergeltung übten. Kleine politische Nachrichten. gliederten Ostgebieten, der in diesem Jahr mit verstärkten Kräften zur Durchführung gelangt, wurde von Posen aus eröffnet. 450 Jungmannen aus elf Anstalten hatten sich zusammen mit ihren Erziehern zu einem Treffen versammelt, um von der politischen und bäuetlichen Führung die Weisungen für ihren Arbeitseinsatz zu empfangen, für den vorwiegend die neuen Ansiedlungsgebiete des Wartheia n de s ausersehen worden sind. * Der Staatssekretär für Fremdenverkehr Esser empfing in München den neuernannten Generaldirektor für Tourismus im Kgh italienischen Mini- terium für Volksschule, Teffano, der zur Be- ichtigung der italienischen Dienststellen des Frern- lenverkehrs im Reich nach^Dentschlond gekommen ist. Der Führer hat dem Leitenden Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, Pfundtner, zu seinem 60. Geburtstag ein herzliches Glückwunschtelegramm zugehen und sein Bild mit Widmung überreichen lassen. Auch Reichsmarschall ® Öring lieh ihm sein Bild zugeben. Re-ichsmirrister Dr. muck hat in einem Glückwunschschreiben der großen Verdienste Pfundtners gedacht. Der Führer hat dem o. Professor em. Hofrat Dr. Rudolf Jaksch Ritter von Wartenhorst in Prag aus Anlaß der Vollendung seines 86. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die medizinische Wissenschaft und um das Deutschtum im Sudetengau die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Der Führer hat bem o. Professor Dr. Karl Bräuer in Leipzig aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Wirtschafts- und Finanz- wissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Weiterhin günstiger Verlauf im Osten. Oer Wehrmachtbericht. DNB. Ausdem Führerhauplquartler, 16. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Osten nehmen die Operationen weiterhin ihren günstigen Verlauf. An mehreren Stellen wurden verzweifelte sowjetische Gegenangriffe unter blutigen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. 3m Kampf gegen Großbritannien beschädigte die Luftwaffe ostwärts Newcastle zwei große Frachtschiffe schwer. Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht die Hafenanlagen von Margate. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben in Westdeutschland. Nachtjäger schossen drei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab. Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, schoß Oberstleutnant Mölders, Kommodore eines 3agdgeschwaders, gestern fünf weitere Sowjetflugzeuge ab und errang damit in diesem Kriege seinen 101. Luftsieg. ♦ Die Verleihung der höchsten militärischen Auszeichnung an Oberstleutnant Mölders nach fünf neuen Lustsiegen an der Ostfront deutet auf die Heftigkeit der Lustkämpfe in diesen Tagen, in denen der deutsche Wehrmachtbericht seine karge Zurückhaltung in den Mitteilungen beibehält. Immerhin lesen wir in dem Wehrmachtbericht vom 16. Juli, daß die Operationen weiterhin ihren günstigen Verlauf nehmen. Und dann folgt ein Satz, der befon- ders beachtet werden muß. Er lautet: „An mehreren , Stellen wurden verzweifelte sowjetische Gegenangriffe unter blutigen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen." Damit nimmt der Wehrmachtbericht die Mitteiluna auf, die am Dienstagabend über die Sender lief: daß die Reste der zwischen Schitomir und Berditschew geworfenen Bolschewisten, verstärkt durch rasch zusammengestellte gemischte Sowjeteinheiten versuchen, die deutschen Truppen anzugreifen, die wie ein Keil in Richtung Kiew vorgestoßen waren. Außerdem aber haben „weiter westlich eingeschlossene starke Sowjetverbände" verzweifelte Ausbruchsversuche unternommen, wurden aber vernichtet oder gefangen. Hier wiederholt sich also dieselbe Verzweiflungstaktik, mit der Ende Mai 1940 Weygand vom Süden und die in Flandern eingeschlossenen französisch-englischen Truppen vom Norden gegen den deutschen Keil auf Abböoille vorzuprellen versucht hatten. Man darf vielleicht annehmen, daß solche verzweifelte sowjetische Gegenangriffe auch an anderen Brennpunkten der Ostfronten — etwa an der Düna — erfolgt sind, um die gefürchteten deutschen Sensenschnitte aufzuhalten. In diesem Zusammenhang gewinnt die angeführte Bemerkung des deutschen Wehrmachtberichts vom 16. Juli ihr volles Gewicht. Zu den bezeichnenden Einzelheiten gehört ferner, daß die Hilferufe der Bolschewiki an die (schon an sich sehr bedrängten) Kriegsmaterialliefe- ranten in London und Washington immer dringender werden. Waldstellungen bei Gorodischtsche erobert. Berlin, 16. Juli. (DNB.) Dem starken deut- schen Vorstoß nach Osten ausweichend, hatten sich mehrere tausend Bolschewisten im Wald west ° l i ch von Gorodischtsche festgesetzt. Während die deutschen Stoßtrupps links und rechts am Wald vorbeistießen, umzingelten andere deutsche Kräfte die Sowjets. Am 15. Juli drangen rückwärtige deutsche Truppen konzentrisch in die Waldstellung ein und brachten den bolschewistischen Einheiten schwerste Verluste bet. Zahlreiche G e - schütze und beträchtliche Mengen an Munition, Handwaffen und Ausrüstungen fielen in deutsche Hände. Es wurden 5 00 befangene eingebracht, die restlichen Kräfte blieben auf dem Kampffeld liegen. Die deutschen Trup- pen, die keine nennenswerten Verluste hatten, schlossen rasch nach Osten auf und sind im weiteren Vordringen. Eine sowjetische „Straße erster Ordnung". Auf solchen Straßen, deren Zustand jeder Beschreibung spottet, vollzieht sich der Vormarsch unserer Truppen. Wenn man bedenkt, welche riesigen Entfernungen innerhalb kurzer Zeit von ihnen kämpfend zurückgelegt worden sind, kommt einem die Einmaligkeit ihrer Leistungen ganz besonders zum Bewußtsein. — (PK.-Bieling-Scherl-M.) General Weygand ist unter Beibehaltung feines Postens als Generaldelegierter der französischen Regierung für Nordafrika zum Generalgouverneur von Algier ernannt worden als Nachfolger von Admiral Abrial. ♦ Der französische Staatschef Marschall PLtain hat an oie Levantetruppen uno die Bevölkerung der Levante Botschaften erlassen, in denen er darauf hinweist, daß Frankreich infolge eines ungerechtfertigten Angriffs und nach einem erbitterten aber zu unglichen Kampfe einen Fehlschlag erlitten habe. Frankreich bleibe jedoch der Levante auf das tiefste verbunden und versichere seine Dankbarkeit und Treue. * Der Gesandte Irans in London hat in einer Erklärung die strikte Neutralität seines Landes unterstrichen. Seit Ausbruch des Krieges habe sein Land die Neutralität gewahrt, und die Regierung sei mehr denn je entschlossen, diese Haltung aufrechtzuerhalten. Das kubanische Kabinett ist zurückqetre- ten. Die Regierungsneubildung durch Präsident Batista wird für Mittwoch nachmittag erwartet. * Aus Quito wird ein neuer Grenzzwischenfall zwischen Peru und Ecuador gemeldet. Peruanische Truppen sollen versucht haben, im Abschnitt von Ungato den Fluß Zagramilla zu durchqueren. Dabei sei auf die energisch Widerstand leistenden ecuaöora- nischen Streitkräfte geschossen worden. * Der Landdiensteinsatz der N a t i o n a l p o.l i t i- scheu Erziehungsanstalten in den eilige- Deutsche Flak gegen Sowjetpanzer. Von Kriegsberichter Joachim Schulz. DNB......16. Juli. (PK.) Gegen Abend erhält unsere Batterie, die bereits Tage heißer Kämpfe und großer Strapazen hinter sich hat, den ^Befehl, eine schwere Flakkanone a l s Sturmgeschütz zur Vorhut einer auf Minsk vorstoßenden Panzerdivision zu stellen. Der feindliche Widerstand ist dabei mit allen Mitteln zu brechen. Die Spitze kommt nicht weiter. Ein Kradfahrer meldet starkes feindliches Artillerie-, Pak- und MG.-Feuer. Also Flak nach vorn! Unter starkem feindlichen Feuer gehen die Kanoniere in Stellung, arbeiten in der Dunkelheit wie auf dem Exerzierplatz, obgleich einige von ihnen bereits beim Instellunggehen verwundet werden. Im eigenen Abschußfeuer wird ein Sowjetpan- zer erkannt und mit zwei direkten Schüssen vernichtet. Dann geht es auf die feindlichen Pakge - schütze, die den Angriff auf ihren Panzer benutzen, um uns die Zugmaschine zu zerschießen. Nach sechs wohlgezielten Schüssen schweigen sie. Nun heran an die MG. - Nester! Während wir sie unter Feuer nehmen, gehen rechts der Straße weitere sowjetische Pakgeschütze in Stellung, vereinigen ihr ganzes Feuer auf das Flaksturmgeschütz und verwunden den leitenden Offizier. Da die eigene Infanterie zurückgeht, um unnütze Verluste zu sparen, in der Dunkelheit nichts zu erkennen ist, und nur noch vier Mann am Geschütz einsatzbereit sind, zieht der den Kampf leitende Flakunteroffizier seine Männer zurück, springt selbst mit einigen Kameraden hinter einem leichten Panzer wieder zum Geschütz vor und zieht es unter stärkstem feindlichen Feuer mit dem hilfsbereiten Panzer in Deckung. Inzwischen ist die Batterie mit den übrigen Geschützen, alle anderen Kolonnen überholend, herangeeilt und nimmt sofort die Sowjetstellungen unter Feuer. Mitten auf der Straße auffahrend, beginnen die Kanoniere beim ersten Morgenlicht den Kampf. In fünfstündigem Feuergefecht schießen sie zwei sowjetrussische Panzer, mehrere Lastwagen und ein schweres Geschütz zusammen, trommeln auf die Pak- und MG.-Nester, bis sie schweigen, immer unter dem Feuer der Sowjetartillerie, deren Einschläge neben und hinter uns gurgelnd in den Wald sausen. Unsere Männer achten nicht darauf, auch als an einem leichten Flakgeschütz zwei Kanoniere durch Sprengstücke verwundet werden, schießen die Kameraden weiter, verbissen und ganz ihrer Aufgabe hingegeden. Gegen Mittag ist der Kampf beendet, der Feind geschlagen. Weiter geht der Vormarsch an der Spitze der Division, ohne Rast, ohne Schlaf ... Nach kaum einer Stunde fährt schon wieder ein Kradmelder vor: „Flak nach vorn!" Sowjetische Panzerabwehrgeschütze und Maschinengewehre liegen vor uns im Dorf und an einem Waldstück überschütten sie unsere Vorhut mit einem Hagel von Geschossen. Wieder gehen unsere Kanoniere ran, schießen auf 800 Meter Entfernung zuerst die Widerstandsnester im Dorf zusammen, arbeiten sich dann noch weiter vor und nehmen das Waldstück aufs Korn, in dem noch Panzer vermutet werden. Dabei reißt die Hubkette an dem schweren Geschütz. Verdammter Mist! Da macht sich der Waffenwart, ein Obergefreiter, unter dem Feuer der feindlichen Baumschützen an die Arbeit, behebt den Schaden in zehn Minuten, und kommt wie durch, ein Wunder unverletzt davon. Jetzt in seiner neuen Stellung liegt unser Geschütz in der Strichbahn der Sowjetmaschinengewehre, die bei dem unübersichtlichen Gelände mcht auszumachen sind. Die Lage wird bitterernst! In diesen entscheidenden Minuten lernen viele Kanoniere ihren Batteriechef erst richtig kennen. Seine Person nicht achtend, schickt er alle entbehrlichen Leute vom Geschütz in Deckung, feuert selbst mit wenigen Leuten weiter, schießt einen Panzer und mehrere Pakgeschütze zusammen. Da geht, mitten im härtesten Feuerwechsel, die Munition zu Ende! Kanoniere wollen neue heranschleppen, werden aber von MG.-Salven verwundet. So geht es nicht weiter! Den letzten Schuß im Rohr läßt der Oberleutnant herausjagen, um in der vom Abschuß aufge wirbelten Staubwolke seinen verwun- Seien Leutnant zu bergen. Nun steht der Batteriechef nur noch mit zwei Mann am Geschütz, ihre Bewaffnung besteht aus zwei Handgranaten. Kurz entschlossen wirft der Batteriechef die Handgranaten vor dem Geschütz auf die Straße und schickt in der Aufschlagwolke die Männer zurück. Er selbst bleibt allein am Geschütz. Da arbeitet sich derselbe tapfere Obergefreite von vorhin heran und wirft seinem Oberleutnant eine Handgranate zu. Mit ihr kann sich dieser auf die gleiche Art in Sicherheit bringen. Doch er kennt keine Ruhe. Die Sorge um feine verwundeten Kanoniere reißt den Batteriechef wieder aus der Deckung, obwohl er selbst durch einen Streifschuß am Knie verletzt ist. Im Schutz einer Nebelhandgranate birgt er mit einem Unteroffizier Auf am men seine Männer und schleppt sie in den deckenden Straßengraben. Noch eine Nebelhandgranate ist da, mit ihr muß es gelingen, das Geschütz aus dem Feuerbereich der Maschinengewehre herauszuziehen! Also geworfen, dann mit sämtlichen Männern ran an das Geschütz. Schweißtriefend und mit keuchenden Lungen ziehen sie cs 20 Meter zurück, dann ist es aus. Hoher Sand und die wieder klarer werdende Sicht sind unüberwindliche Hindernisse. Die Zugmaschine muß her. Der Batteriechef setzt sich ans Steuer, fährt sie selbst an fein Geschütz heran und zieht es in Deckung. Gerade als wir zu neuem" Sturm vorgehen wollen, räumen die Bolschewiken ihre Stellungen und gehen fluchtarttg rückwärts. Wir atmen auf und sammeln uns. Unsere erste Sorge gilt den verwundeten Kameraden. Mit liebevoller Sorgfalt bringen die Kanoniere sie zurück. Dann greifen wir zu den Spaten und begraben unseren Toten, einen tapferen jungen Flakartilleristen, und schmücken sein Grab mit frifchen Feldblumen und einem Kreuz aus Birkenholz. Wir hängen seinen Stahlhelm darüber. Der Batteriechef spricht ein Vaterunser, wir stehen schweigend ... Minuten später sitzen wir bereits wieder auf den anrollenden Zugmaschinen, die Maschinenpistolen in der Hand, die Augen auf die Waldränder zu beiden Seiten unserer endlos scheinenden Straße gerichtet, aus denen es uns jeden Augenblick entgegen- blitzen kann. Wir kämpfen gegen den Schlaf, der bei uns schon tagelang ein höchst seltener Gast ist, — — und sind doch unsagbar glücklich, als Flakartilleristen hier vorne mit dabei sein zu können! Oie ersten spanischen Freiwilligen im besetzten Frankreich Von Kriegsberichter Fritz Lehmann. DNB. ..., 16. Juli. (PK.) Auf dem großen Um- ladebahnhof im besetzten Frankreich wehen die rotgelbroten Fahnen Spaniens neben denen des Reiches. Ein großes Transparent mit der spanischen Aufschrift: „Wir grüßen unsere Mitkämpfer für ein neues Europa!" Ist das äußere Zeichen dafür, daß hier das erste Bataillon der zur „Blauen Division" gehörenden spanischen Freiwilligen für den Feldzug gegen die Bolschewiken erwartet wird. In dem einfahrenden - Zug stehen die spanischen Soldaten an den Fenstern, die Köpfe mit den knallroten Mützen wie zu dichten Trauben zusammengedrängt. Die Arme zum deutschen Gruß erhoben, begrüßen sie die Vertreter der deutschen Wehrmacht mit begeisterten „Arriba Alle- mania“! Der Führer, ein Oberstleutnant, ist ein verdienter Offizier aus dem spanischen Bürgerkrieg, mit dem „Cruz Laureana de San Fernando" ausgezeichnet. 19 Verwundungen hat er erlitten. Nun roiU er. mit seinen Freiwilligen, von denen ein gro« feer Teil schon im Bürgerkrieg unter seinem Kom- manbo gestanden hat, den gleichen Feind im eigenen Lande bekämpfen. Der weitaus größte Teil sind ganz junge Soldaten, doch haben fast alle schon am Spanienkrieg teilgenommen. Ein 15jäh- riger hat im Bürgerkrieg seinen Vater und zwei Brüder verloren. Damals war er noch zu jung, um zu kämpfen, heute will er auch gegen die Bolschewisten seinen Mann stehen. Ehemalige Offiziere aus dem Spanienkrieg, reihten sich, weil innerhalb der Freiwilliaenverbände nicht so viel Offiziersstellen vorhanden waren, wieder als einfache Sol- baten ein. Das Ritterkreuz für erfolgreiche Nachtjäger. Berlin, 16. Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vor. schlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen: dem Generalmajor Kammhuber, Leutnant Hahn und Oberfeldwebel 0 i l b n e r. Generalmajor Kammhuber war im Frankreich-Feldzug Kommodore eines Kampfgeschwaders und hat an dessen Spitze viele erfolgreiche Angriffe durchgeführt. Bel einem Angriffsflug gegen Paris mußte er mit dem Fallschirm abspringen und geriet in französische Gefangenschaft. Aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, übernahm er das Kommando über eine Nachtjagddivision. Er ist heute der beste Kenner und erfolgreichste Organisator der Nachtjagd. Leutnant Hahn gehört zu den erfolgreichsten Nacht jägern. Mit seiner ganzen Persönlichkeit hat er sich auf bem Neuland der Nachtiagd eingesetzt und durch seine zähe Ausdauer bahnbrechende Erfolge erzielt. Auch Oberfeldwebel Gildner gehört zu den hervorragenden Flugzeugführern eines Nachtjagdgescywaders. Ihm ist es gelun- gen, als erster einen Nachtjagdabschuß zu erzielen. In der Nacht zum 12./13. 3. gelangen ihm, hintereinander zwei Abschüsse und in der Nacht vom 19./20. 6. hintereinander drei Abschüsse. welche die Gründer des Hauses Neuerburg von ihrem Vater mit auf den Weg bekommen hatten, hat sich bis heute bewährt. Zur Zeit der Gründung von Haus Neuerburg war es Brauch, daß jede Zigarettenfabrik viele Sorten, oft 100 und mehr, anzubieten hatte. Haus Neuerburg begann damit, nur wenige Marken herzustellen, mehr als 5 hat es nie fabriziert. Damals leistungen zu konzentrieren. Dieser Grundsatz wurde aber auch dann beide halten, als HausNeuerburg zu einem Großunternehmen anwuchs.Lr hat wesentlich dazu beigetragen, den guten Nus seiner Marlen zu begründen. Güldenring Haus Neuerburg Bis Ireibankverkauf! cKennt 18. Juli 1941: aoioA am Jemand? am 3003 D irSieuöe an öerlialtir üurMrnMer-Mer Schulstratze 7 2VSSv iGLORIni Heute Donnerstag Erstaufführung I BrOhPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2851 MM ist Neuaufführung Heute Donnerstag 3006 A Pilo die zeitgemäße Schuhpflege Anstatt dich drüber aufzuregen, daf} Schuhe schwer zu haben sind, sollst du die deinen besser pflegen. .Nimm Pilo-Lederbalsam. Kind!" Geschmackvoll Vornehm Persönlich Es wird Fleischbrühe ausgegeben. Stadt. 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Reitz, 66 Jahre, Jhefeen, Asterweg 74; Landwirt Könrad Schlierbach V., 74 J-ahre, Rodheim, Kr. Wetzlar; Anna Diehl, geb. Nos, 52 Jahre, Gietzen, Bergstr. 1; Lma Leukel, 13 Jahre, Kinzenbach, Kr. Wetzlar; 8. 7. Sattler- gefeite Mar Kaiser, 44 Jahre, Gietzen, Bahnhofstr. 67; Eckhard Hellbach, 1 Jahr, Götzen, Buddestr. 3; Elisabethe Stunz, geb. Schneider, 58 Jahre, Wetzlar, Pariser Gasse 30; 9. 7. Konstame Rockstedt, geb. Siebner, 61 Jahre, Gietzen, Bahnhof- stratze 42; 10. 7. Henriette Becker, geb. Herr, 62 Jahre, Gietzen, Steinstr. 76; Svenglermeister Lud- wig Mootz, 63 Jahre, Gietzen, Goethestr. 35; 11. 7. Ober-Medizinalrat a. D. Doktor Wilhelm Zmtzer, 72 Jahre, Gietzen, Leihgesterner Weg 2; 12. 7 Katharine Nau, geb. Hohmeier, 80 Jahre, Gietzen, Maigasse 13; Taglöhner Johann Perms, 87 Jahre, Lützellinden, Kr. Wetzlar; Philippir^ Marauardt, geb. Heberling, 58 Jahre, Gietzen, Ludwigstr. 57; 13. 7. Margarete Cambeis, 82 Jahre, Gietzen, Gr. Steinweg 3; 15. 7. Karoline Müller, geb. 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Der „Fliegende Holländer" ist. eine romantiscke Oper, die keineswegs, wie der „Ring", von Anfang an in Bayreuth gespielt wurde und auch heute an vielen Theatern Deutschlands vorzügliche Aufführungen erlebt. Warum nun führt man die Zehntausende von Rüstungsarbeitern und Soldaten nicht in „Holländer-Aufführungen irgend eines guten Opernhauses, sondern scheut weder Kosten, noch Mühe noch die kriegsbedingten Schwierigkeiten, um diesen Besuchern, die gewiß keine übertriebenen Ansprüche geltend machen werden, gerade die Bayreuther Darbietung des Werkes vorzuführen? Die Antwort gab die erste Aufführung selbst. Es ist das Beste, datz gerade gut genug ist für das Volk. Nicht einer reich begüterten Aesthetenschicht allein soll die Befriedigung des Wunsches nach höchster künstlerischer Vollendung möglich sein, auch jene zahllosen Männer und Frauen, die am Schraubstock oder der Schreibmaschine, in Büro oder Fabrik schwere Arbeit leisten, die mit der Waffe oder dem Spaten für des Reiches Ehre, Größe und Fruchtbarkeit kämpfen, sie haben ein sehr fein reagierendes, wenn auch meist nicht in klare Worte zu fassendes Empfinden dafür, ob eine künstlerische Darbietung „gekonnt" ist, ob sie eine Spitzenleistung darstellt oder Mittelmaß. Zugleich bezeugt dieser Kriegseinsatz der weltberühmten Festspiele, daß die höchstsublimierte Leistung des Künstlers als wahrhaft volksnah und lebensnotwendig bewertet wird in einer Gemeinschaft, in der Soldat und Künstler, Arbeiter des Geistes, der Seele und der Hand sich gegenseitig bedingende Glieder eines einzigen Leibes sind. ♦ Wie eigenartig Darbietung und Aufnahmebedingungen des Kunstwerkes in Bayreuth sind, das empfanden schon die Besucher der ersten „Hollän- der"-Dorstellung. Das Werk wird hier nicht als dreiaktige romantische Oper aufgeführt, sondern ohne Unterbrechung durchgespielt. Einem Wunsch des Meisters entsprechend, wird es damit zu einer dramatischen Ballade, in deren Mittelpunkt die Senta-Ballade als Kernstück steht, während der erste und dritte „Akt" Vorbereitung ünd Auswirkung dieses schicksalhaften Zueinanderdrän- gens zweier füreinander bestimmter Menschen darstellen. Die Inszenierung des genialen Wagner- Regisseurs Heinz T i e t j e n sorgt in diesem konzentrierenden Rahmen dafür, daß auch die musikdramatischen, auf die spätere Entwicklung Wagners hinweisenden Elemente dem Hörer stärker zum Bewußtsein kommen als die im „Holländer" noch enthaltenen Elemente der romantischen Oper älteren Stils. Tietjen findet dabei eine beispielhafte Synthese zwischen äußerster detaillierter Anschaulichkeit von Vorgängen (roie auf dem Schiff Dalands und in der Spinnstube) und fast unmerklich einsetzender Stilisierung des Geschehens durch Stellungsänderungen oder die Ueberhöhung des Schiffertanzes zu einem fast spukhaft gespenstischen Taumel unter dem Herannahen des Verhängnisses. Die auf einfache Raumkontraste gestellte, bildlich außerordenllich bannende Szenerie von Emil Preetorius und das technische Wunderwerk (Paul Eberhardts) des aus der Bühnentiefe lautlos herangleitenden „Holländer-Schiffes mit blutroten Segeln ergänzen diese Tietjen-Jnszenierung zu einer ungewöhnlichen szenischen Vision. Unter der dramatischen scharf akzentuierenden, aber dank der ausgleichenden Akustik des Hauses niemals ins Brutale verfallenden musikalischen Leitung Karl E l m e n d o r f f s ist ein vielfach bewährtes Meisterensemble vereinigt: die bei aller darstellerischen Ekstase ebenmäßig und mit bestrickendem Klangreiz singende Senta von Maria Müller, der in Erscheinung und Stimmfarbe das Dämonische andeutende „Holländer" von Jaro Prohaska, Josef von Manowardas kernig- biederer Dalands Erich Zimmermann als ein schauspielerisch wie stimmlich sehr beweglicher Steuermann und die Mary von Ria F o ck e. Eine Sonderstellung nimmt nicht nur dank seiner gesanglich hinreißenden Leistung Franz Völker ein. Der Einsatz dieses heldisch gespannten, prägnant artikulierenden Tenors für die stets von der Gefahr der Blählichkeit bedrohte Rolle des Erik stellt erst das dramaturgische Gleichgewicht zu seinem Gegenspieler, dem Holländer, her. Der Eindruck des Außerordentlichen bemächtigte sich sehr schnell der Besucher, ließ sie der Auffüh- rung scheinbar atemlos folgen, um am Ende mit ergriffener Dankbarkeit ihren herzlichen Beifall auszudrücken. Johannes Jacobi. „Das Rheingold" in Bayreuih. Dor Gästen aus dem Gau Hessen-Nassau. Bayreuth, 16. Juli. (DNB.) Der Beginn des vierteiligen Bühnenfestspiels vom „Ring des Nibelungen" mit einer Aufführung des „N h e i n g o l d" in Bayreuth drängt den Vergleich zu den äußeren und inneren Verhältnissen auf, die vor 65 Jahren bei der Eröffnung des Festspielhauses im Gegensatz zu heute herrschten. Damals sand die erste Gesamtaufführung des „Ringes" vor einem Parkett von illuftren Gästen statt, mit dem Gönner Richard Wagners, König Ludwig II. von Bayern, und Kaiser Wilhelm I. an der Spitze. Ein theatralisches Unternehmen von prickelnder Neuartigkeit war mit beträchtlichem künstlerischem Erfolg gestartet. Die idealistische Anklage Wagners gegen die weltverderbende Macht des Goldes aber wurde im Rausch der Grllnderjahre überhört, und das materielle Ergebnis der ersten Bayreuther Büh- nenfestsplele war ein niederschmetterndes Defizit von 150 000 Mark. Vergeblich entwickelte Wagner den Plan, daß die deutsche Reichsregierung die „Festspiele als der Nation zugehöriges Eigentum" übernehmen und „Plätze gratis an Unbemittelte der deutschen Nation verteilen sollte". Heute, nach 65 Jahren, sitzt das deutsche Volk in seiner ganzen sozialen Breite vor den Wundern der Wag- nerschen Kunst auf dem Festspielhügel. Der Führer des Reiches hat als Schirmherr des „deutschen Geistes", dem Wagner im Richtspruch das Haus zueignete, nicht nur das Kunstwerk von Bayreuth in seinen starken Schutz genommen, auch die ethische Verkündigung des „Ring"-Dramas ist im Bewußtsein der Zuschauer erlebte Wahrheit geworden: In den künstlerischen Sinnbildern des „Rheingold" stehen sich zum ersten Male im Verlauf dieses monumentalen Werkes die Vertreter der gewalttätigen, liebelosen Macht an sich und der schuldsuchenden weisen Weltführung als unerbittliche Feinde zum Kampf auf Leben und Tod gegenüber. Der Ring als Symbol einer plutokratifchen Weltversklavung ist ins Rollen gekommen. Die Darbietung des „Rheingoldes" zeigte die eindrucksstarken Bilder und die unvermindert ausdrucksvollen Leistungen, die zuletzt in der Neuinszenierung des Werkes im Jahre 1939 zusammengefügt worden sind. Die Gesamtausstattung von Emil Preetorius, die im Hinblick auf die Bühnenpraxis dumals einige einschränkende Veränderungen erfahren hatte, besticht vor allem durch die bildlich ideale Lösung der Szenen in der Tiefe des Rheins und der zugleich monumentalen und lieblichen „freien Gegend auf Bergeshöhen". In seiner Doppeleigenschaft als Regisseur und Dirigent leitet Heinz Tietjen die Bewegung auf der Bühne und das Orchester — dort durchdachte Klarheit und in den Nibelungenszenen gespenstische Dämonie bewirkend, hier im unsichtbaren Orchester mit zügigen Tempi und zurückhaltender Klanggebung Ohr und Blick auf die Sänger und ihre unbehinderte Auswirkung gerichtet. Von diesen erneuern völlig ausgereifte, in Gesang und Darstellung ideal zu nennende Leistungen: Rudolf Bockelmann als Wotan, Margarete Klose als Fricka, Käte Heidersbach als Freia, Josef von Manowarda und Ludwig Hofmann als das Riesenpaar und Erich Zimmermann als Mime. Eine vorbildliche Charakterstudie in der Verkörperung des züngelnden, listigen Feuergottes Loge bietet wieder Fritz Wolf, ungeschlachte Gewalttätigkeit prägt den markanten Alberich von Rober Burg. Die übrigen Alben, die Rheintöchter und die Erda sind den Ansprüchen Bayreuths entsprechend besetzt. Die Besucher dieser Vorstellung waren aus den Gauen Mosel, Lahn und Hessen-Nassau gekommen. Ihr begeisterter anhaltender Beifall stürzt, schon in die letzten Klänge des Orchesters. Johannes Jacobi. Hessen-Nassaus Bayreuth-Fahrer zurült NSG. In den Nachmittagsstunden des 16. Juli kamen die 600 Teilnehmer des Gauez Hessen-Nassau an den diesjährigen Kriegs, f e st s p i e l e n in Bayreuth auf dem Hauptbcchu. 1 Hof der Gauhauptstadt an. Zu ihrem Empfang hatte die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude'' den Bahnsteig mit frischem Grün und den Fahnen der Bewegung schmücken lassen. Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, ertönten die festlich-frohen Klänge eines Musikkorps der Wehrmacht. Zahl« reiche Soldaten, Arbeitsdienstmänner und Schws, stern des Deutschen Roten Kreuzes sowie Arbeit;, kameraden aus den Betrieben des Gaues Hessen Nassau hatten Tage größten und eindrucksvollste,, Erlebens hinter sich. Noch spiegelten sich in ihre„ Augen die großen Stunden, die sie dank dem genialen kulturellen Tatwillen des Führers als ein G. schenk mitten im Kriege erfahren durften, wider. Der Gauwart der NS.-Gemeinschaft „Kraft bunt) Freude", von Rekows ky, ließ durch SA- Sturmführer Schwalm jedem Bayreuth^Fahrec als Erinnerungsgabe eine Broschüre über däs Wir. ken des Meisters Richard Wagner überreichen. Notz lange werden die 600 Teilnehmer an die schöne« Stunden in Bayreuch zurückdenken und sie als das werten, was sie nicht nur sein wollten, sondenr auch waren: Ein Geschenk des Führers als eht Zeichen deutschen Kulturwillens. Aus dem Reich. Oie Rechtsarbeit der NSDAP, im Kriege. Unter dem Vorsitz des Reichsleiters Dr. Frank fand im Reichsrechtsamt der NSDAP, in München eine Arbeitstagung statt, auf der Reichsleiter Dr. Frank erklärte, die Partei müsse eine Heimstätte des Rechtsempfindens unseres Volkes und eines echt germanischen Gerechtigkeitsgefühls fein. Darum stehe auch das Reichsrechtsamt der NSDAP, mit dem Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund mitten in dem geistesgeschichtlichen Kampfe unserer Tage. Wir hätten das liberalistische Rechtsdenken ebenso zu überwinden wie die tschekistische Macht des Weltbolschewismus, der jede freie persönliche Initiative durch einen Vergewaltigungsmechanismus vernichte. Weder die käuflichen Richter der Demokratien noch die Scheinrichter des bolschewistischen Blutregimes könnten im Mittelpunkt eines Rechtswirkens stehen, sondern allein der mit allen Nöten des Volkes und mit den Ordnungseinrichtungen des Reiches vertraute Volksrichter. Tagung der internationalen ' Filmkammer in Berlin. Im Kameradschaftshaus der deutschen Filmkünstler in Berlin sand die• erste Tagung der internationalen Filmkammer statt. Professor Carl Frölich, Präsident der Reichsfilm- fammer, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß alle Länder der Einttldung gefolgt seien. Mit der Entsendung sachkundiger Vertreter aus den Ländern Europas sei eine Arbeitsgemeinschaft zustande- gefommen, die berufen sei, der internationalen Filmkammer neuen Inhalt zu geben. Der Vizepräsident der Reichsfilmkammer, Melzer, betont«, daß gerade jetzt die Zeit gekommen sei, aus beit Gebiete des Films zu einer internationalen Zi» sammenarbeit zu gelangen zum Nutzen des gegenteiligen Verstehens und der Leistungen der einzelnen Filmschaffenden. Oie Versorgung der Kriegsbeschädigter des Weltkrieges. Schwerkriegsbeschädigte des Weltkrieges, Krieger, witwen und Kriegerwaisen erhalten neben der zu. stehenden Rente im Falle des Bedürfnisses eine Zusatzrente. Vorn 1. 7. 1941 ab wird die Voraussetzung eines Bedürfnisses für die Hinterbliebenen im allgemeinen beseitigt. Schwerkriegsbeschädigte erhalten künftig Zusatzrente zur Sicherung ihrer Lebenshaltung, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, eine ihnen unter Berücksichtigung ihren Lebensverhältnisse und Fähigkeiten billigerweise zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben. Don ber । Festsetzung bestimmter Einkommensgrenzen konnte! zwar nicht abgesehen werden, sie wurden jedlch wesentlich erhöht. Die Versorgungsbezüge bleiben bei der Feststellung des Einkommens außer Betracht. In gewissen Fällen kann Zusatzrente auch, bei Berufsausübung und Ueberschreitung der Ein- kommensgrenzen gewährt werden. Die Zufatzren- ten der Schwerkriegsbeschädigten sind um 15,— RM. monatlich erhöht worden. Witwen und Waisen erhalten die Zusatzrente künftig ohne Rücksühlt auf ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Nur menia sie ein Einkommen aus einer Beschäftigung im Dienst des Reiches ober sonstiger öffentlich-rechtlicher Körperschaften haben, ist eine gewisse Einschränkung vorgesehen. Aus aller Welt. Wo sind Ersparnisse am sichersten? Ein Fall, der zeigt, wie gefährlich es ist, Ersparnisse zu Hause aufzubewahren, beschäftigte das Berliner Amtsgericht. Die 23jährige Ida Schmidt aus Danzig wähnte feit dem 18. Oktober vorigen Jahres bei der alleinstehenden und völlig erblindeten Frau W. in Schöneberg. Da Frau W. die Angeschuldigte zu ihrer Betreuung bei sich ausgenommen hatte, schlief diese mit ihr in einem Zimmer und hatte schnell herausbekommen, daß Frau W. in einer Kassette 2000 RM. und eine Armbanduhr aufbewahrte. Ende Oktober ließ Frau W. nach einem Fliegeralarm die Kassette im Zimmer stehen und begab sich zur Ruhe. Dies nutzte die Angeklagte, um mit den 2000 RM. und der Armbanduhr zu verschwinden. Knapp einen Monat später hatte sie das ganze Geld bis auf einen Rest von 15 RM. mit Männerbekanntschaften verjubelt. Die Angeklagte erhielt mit Rücksicht auf die Skrupellosigkeit ihrer Handlungsweise zwei Jahre Gefängnis. Vorsicht beim Geldwechseln. Der Kontrollbeamte einer Versicherungsgesellschaft erschien bei einer Berliner Hausftau, um die Rechnung zu kassieren. Es waren 2,65 RM. zu zahlen. „Haben Sie es nicht kleiner?" fragte der Geldeinnehmer, als die junge Frau ihm einen größeren Geldschein auf den Küchentisch legte. Frau 3E. wandte sich um und hielt noch einmal im Küchen- schrank Nachschau, fand aber kein Kleingeld. Da schrie das Kind nebenan, schnell huschte sie hinaus, sah nach dem Rechten und kehrte dann in die Küche zurück. „Das ist ja fein", meinte sie erfreut zu dem Kassierer, „daß sie bereits wechseln." — „Ich wechseln, woher denn? Das rft doch der 2 0 - Markschein, den Sie mir hingelegt haben!" — „Ausgeschlossen, ich habe Ihnen einen Fünfzigmarkschein hingelegt!" — „Sie irren sich", entgegnete der Kassierer, aber die Hausftau bestritt energisch jede Möglichkeit eines Irrtums, und so ging man zusammen zur Polizei, wo sich auch keine Klärung herbeiführen ließ. Am Abend beim Staubwischen fand die Hausftau dann unter d e r Decke des Küchent -ifches einen Fünfzigmark" schein. Sie behauptet, der Geldeinnehmer habe diesen Schein in seinem Schuldbewußtsein heimlich, dort hingelegt, während sie sich auf dem Flur an» zoa, um mit ihm zur Polizei zu gehen. Der Angeklagte dagegen erblickte darin den schlüssigen Beweis dafür, daß sich die Zeugin geirrt habe. Wenin sie ihm tatsächlich den Fünszigmarkschein gegeben, ijätte, wie hätte sie ihn nachher bei sich auffindeiu können?" Auch das Berliner Amtsgericht sah sich» vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Es stand Aussage gegen Aussage. Der Angeklagte ebenso wie bi« Zeugin waren bestens beleumdet und unbestraft. Bei dieser Sachlage tonnte sich das Gericht zu einer Verurteilung des Geldeinnehmers nicht entschließen. — Der Fall zeigt, daß man sich beim Geldwechsel nicht abwenden darf, sondern warten muß, bis einem das Wechselgeld aufgezählt wird. Am beste« läßt man währenddessen den gewechselten Schon» noch in sichtbarer Nähe liegen. Der Taucher und der Tintenfisch. Ein schreckliches Abenteuer hatte ein Taucher, der in der Nähe von Tarragona auf dem Grund bei Meeres im Wrack eines gesunkenen Schiffes zu arbeiten hatte. Er wurde plötzlich von einem gewaltige» Tintenfisch angegriffen, der ihn mit seinen Fang- armen umklammerte. Der Taucher wäre einer schrecklichen Todes gestorben, wenn er nicht noch |» viel Geistesgegenwart besessen hätte, sofort das Notsignal zu geben. Seine Kameraden auf dem Begleitschiff zogen ihn an die Wasseroberfläche, wo er allerdings schon besinnungslos ankam. Mit ihm wurde auch der Polyp aus dem Wasser gezogen, der siÄ an den Gliedern seines Opfers feftgefogen hatte. Dec Tintenfisch, der eine Länge von zwei Meter aufwie0 bis 30, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 60, Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 35, Blumenkohl, I ba5 Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 12, Rettich, das Bund 12 bis 15 Rpf. __________________ „Guru' ucucu«. .....— Tat wirkte Professor D. Joh. Aug. Vullers, im Jahre 1803 in Bonn geboren wurde, an ... Universität Gießen als Professor der orientalischen Sprachen vom Jahre 1833 bis zu seinem Tode im Jahre 1880. Aus dem Ortsgrundbuch der Gemeinde Gießen geht bestätigend jeroor, daß Professor Vullers seit 1845 bis zu einem Tode Eigentümer des Gebäudes war, las jetzt einen Teil der Jugendherberge bildet. Von einem Haus am Hardthang hatte der sprachkundige Gelehrte einen freien Blick über' das Lahntal hinweg auf die Stadt mit ihren umgebenden Höhen, während er zugleich fern vom städtischen Treiben einer stillen Tätigkeit nachgehen konnte. Die Fragen des Wildschadens und bes Wilösch ade nsersatzes haben oft nicht wenig zur Erhitzung der Gemüter auf dem Lande beigetragen. Jeder ist sich darüber klar, daß die hier anstehenden Probleme tatsächlich schwierig zu lösen sind. Um so begrüßenswerter ist es, wenn jetzt durch gemeinsame Erlasse des Reichsemährungsministers und des Reichsjägermeisters klare Feststellungen in dieser Sache getroffen werden. Dabei wird vor allem betont, daß ber Ersatz des Wildichadens im Einklang stehen muß mit den Grundsätzen ber Erzeugungssteigerung und der Ernährungssicherung. Nach den bisherigen Bestimmungen des Reichsjagdgesetzes ist z. B. der Wildschaden, der an Frei- landpflanzungen von Garten- oder hochwertigen Handelsgewächsen angerichtet wird, nicht zu ersetzen, wenn die Herstellung von üblichen Schutzvorrichtungen unterblieben ist. Eine eindeutige Definition des Begriffes „hochwertiges Handelsgewächs" Formte nicht erfolgen in Anbetracht der sich verändernden Anbauverhältnisse in ber Landwirtschaft und der üblichen landwirtschaftlichen Unterschiede im Anbau. Bisher war nach diesen Bestim- Einstich von fünf Millimeter, und wenn wir die Aufgabe hätten, herauszubekommen, aus welchen Stoffen er besteht, ob es in ihm heiß oder kalt ist, jo müßten wir daran verzweifeln, auf diese Weise, durch winzige Mückenstiche in die große Kugel hinein, zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen. Die Geophysiker haben denn auch andere Mittel, um uns darüber aufzuklären, wie es im Innern dieses Balles aussieht, auf dessen Oberfläche wir einherwandern, aber auch die Bohrlöcher (die tiefste deutsche Bohrung befindet sich bei Sülze, Lüneburger Heide, und hat 2681 Meter) sind von großem Nutzen, weil sie uns über Erzlager, Kohlenlager usw. orientieren. Nehmen wir einmal an, es wäre uns auf irgeubeine Weise gelungen, den großen Globus, von dem wir oben sprachen, zu wiegen, und wir hätten herausbekommen, daß er so schwer ist, als bestände er ganz aus Eisen. Wenn wir nun mit Hilfe unserer Bohrungen in der großen Kugel, mit Hilfe jener kleinen Nadelstiche und dessen, was sie zutage fördern, feststellen, daß diese Schichten nur Kalk ober Sandstein enthalten, ein Material, das viel leichter ist als Eisen, so hätten wir immerhin herausgebracht, daß unmöglich bie ganze Kugel aus so leichtem Stoff bestehen kann, daß in ihrem Innern viel schwereres Material liegen muß, denn sonst könnte die Kugel nicht das hohe Gewicht haben. — Genau so aber ist es mit der Erdkugel. Man kann den mächtigen Ball, auf dem wir leben, wirklich wiegen, wenn auch auf eine andere Weise, als wir etwa die Schwere eines Fußballes ober einer Kegelkugel bestimmen. Das Gewicht der Erbe ist sehr genau bekannt unb beläuft sich auf rund sechs Millionen-Trillionen Kilogramm. Vergleicht man aber damit das durchschnittliche Gewicht der Gesteine an der Oberfläche unseres Wohnsternes, so zeigt es sich, daß sie viel leichter sind, daß ber Planet unbedingt in seinen Tiefen aus viel schwererem Material bestehen muß. Schon lange wußte man also, daß die Erde wahrscheinlich einen Eisenkern von enormem Ausmaß besitzt, und diese Annahme hat sich wirklich bestätigt. Das war aber auch aus astronomischen Ueberlegungen wahrschein- ■ lich, denn nahezu die Hälfte aller Meteorsteine, bie i aus dem Weltall zur Erde niederfallen, als Bruch- . stücke irgendwelcher fernen Welten, besteht aus t Nickeleisen. Das Eisen spielt im Universum eine Attindische Inschrift in Gießen Von Dr. Th. Dusebcrg. Bei einer Wanderung kam ich einmal in einer rlten Stadt an ein Wirtshaus, das sich, wie em mächtiges verwittertes Schild kunütat, den sonderbaren Namen „Zum Mittelpunkt der Erde" zu- gelegt hatte. Für die Zustände im Mittelpunkt der ^wattigen Kugel, die wir bewohnen, habe ich mich immer interessiert, und da der heiße Tag zudem i Tminf »mnfnnrrfirh machte. Ittea Der Alte schaute mich mit einem verschmitzten i Lächeln an; ich konnte ihm nicht bestreiten, daß । man auch hier, in seinem Keller, schließlich zum ; geheimnisvollen Mittelpunkt unseres Planeten hinabsteigen könnte, und wir schieden als gute ! Freunde, wenn mich auch die geologischen und geophysikalischen Kenntnisse dieses Mannes, ber -öe» I litzer des Einsteigschachtes zum Kern der Erde war . rinigermafsen enttäuschten. Ja, ein Dierkeller hat I doch eine etwas zu geringe Tiefe, uber selbst das I reffte Bohrloch der Welt, das sich bei Lillis Welsh ' n Kalifornien befindet unb 3254 Meter btnab» r reicht in die steinerne Haut unseres Planeten, U la ein Nadelstich, wenn wir es mit der ganzen Zrdkugel vergleichen, denn bis zum Erdmittelpunkt । lind es 6 378 000 Meter. Denken wir uns einen Globus, ber so hoch ist wie ein normales Groß- stadthaus, bann wäre jenes tiefste Bohrloch nur em " bedeutet im Sanskrit „Gelehrter". In ment, worin bas Herkommen, das Dasein, die Wir- - - ' - ~ " hing alter Helden aufbewahrt wird. Erne lieber» setzung eines Teiles dieses gewaltigen Epos brachte uns erst Friedrich Rückert am Ende des 19. Jahr- O den Menschen vor diesen Großen die nötige Ehr« furcht beizubringen." Dieses Gefühl der Ehrfurcht mußte Erzieher und Schüler packen, als am geftri- gen 16. Juli, am letzten Tage des Schuljahres 1940/41, die Lang^marckfchule, einer Anregung der Reichsmufikkamer folgend, zur Erinnerung an den 150. Todestag W. Ä. Mozarts eine eindrucksvolle Feier dieses frühvollendeten, frühverstorbenen, genialen Tonkünstlers veranstaltete. Studienrat B u ß würdigte in schönen Worten Lebenslauf und Wirken des tragischen Menschen, des hervorragen, den Künstlers, des guten Deutschen. Unter der be. währten Leitung des Musiklehrers Blaß gaben die Schüler ihr Bestes, die Vokal« und Jnftrumen. talmufik der Hauptwerke und die großartige Aus« druckskraft des Meisters würdig vorzutragen. Die Sauberkeit der technischen und geistigen Ausführung war lobenswert. Das schwere Ave verum wurde ergreifend gesungen. Die Feier hinterließ starken Eindruck. Derwoltungsberufsschule in Gießen. Eine Verwaltungsberufsschule für Lehrlinge der Staats- und Gemeindeverwaltung wurde mit Beginn des laufenden Schuljahres von Handels-Studiendirektor Dr. Wendel mit Genehmigung des Reichsstatthalters als Abteilung der hiesigen Kaufmännischen Berufsschule ins Leben gerufen. Die Schule wird von den Lehr- lingen der öffentlichen Verwaltungen im Kreis Gießen besucht, die wöchentlich an zwei Halbtagen zehn Unterrichtsstunden (z. Z infolge der Kriegsverhält- niste ermäßigt) in Wirtschaftskunde mit Schriftverkehr, kaufmännischer und kameralistischer Buchführung, in Rechnen, Kurzschrift, Mafchinenschrelben, Deutsch Reichskunde und Verwaltungskunde haben. Das letztere Fach, für das wöchentlich zwei Stunden vorgesehen sind, wird als spezielle Brufskunde von Oberinspektor Rahn von der Gießener Stadtver- waltung erteilt. ** Grüße von derFront. Die besten Grüße an die Heimat senden von der Ostfront Karl Degen, Elimar Schirmer, Arthur Sack, Hans Löb er, Bernhard Becker, Karl Hock, Karl Dietz und Heinz Goß. Canbfrei» Gießen # Mainzlar, 15. Juli. Dieser Tage fand bei Gastwirt Wilhelm Müller die Generalveriamm-- lung des Vereins für Krankenpflege statt. Rach Ehrung der verstorbenen Dorstandsmtt- glieder, des Schriftführers Pflüger und des Ehrenvorsitzenden Dekan G u ß m a n n erstattete der Vorsitzende, Bürgermeister Kreiling, den Jahresbericht. Zur Zeit wird der Krankenpflege- dienst von der Schwester in Daubringen in anerkennenswerter Weise mitversehen, da die örtliche Krankenschwester sich im Krankenhaus befindet. Rechner Wilhelm Wehn gab den Rechnungsbe- richt. Die Kassenlage ist gut. Zu Rechnungsprüfern wurden August Kern und Karl Dietz bestimmt. In den Vorstand wurde Aug. Kern als 2. Schriftführer neu berufen. Hch. Krug I. wurde 1. Schriftführer. Sonst blieb der Vorstand unverändert. Nach reger Aussprache schloß der Vorsitzende die Der- sammlung in üblicher Weise. Werner Plath. Ursula Pollack. Inge Schmidt. SJL-'fpoti Joachim Balke. WB Die Großdeutschen kriegsfchwlmmelslerfchaften in Wien. Bei den im Wiener Prater-Stadion am vorigen Samstag und, Sonntag, ausaetragenen deu^chen Schwimmeisterfchaften gab es bei spannenden Kämpfen eme Anzahl ^^Erraschungen. Der über raaende Schwimmer der Meisterschaften war Werner Plath (Askania Berlin), der tm Kraul schwimmen nach wie vor eine Klasse für sich ist unb alle vier Meistertitel Im Krau en gewanm Er holte sich im 100-, 200=, 400« und 1500-m-Kraul chwlmmen den Sieg, und zwar 100 m in der Ait von 1 02 3 200 m in 2:18,3, 400 m in 5:02,2, 1500 m in 20:26,5. - Die Meisterschaft lM 200-m-Brustsch'wimmen holte sich Joachim Balke (Kriegsmarine Kiel) in 2:45 - Bei«denFrauen siegte im 200-m-Brustschwimmen in der Zeit von 3:00 vor der bisherigen Rekordhalterin Ann Kapetl die Hamburgerin Inge Schmidt. — Ursula P o l l a ck (Spandau) gewann das Ivo-M. Kraulschwimmen in 1:10,15. — (Schirner-M.) Die rückwirkende Aenderung der Lohnsteuerkarke. Die erste Lohnabzugsoerordnung enthält neben den zahlreichen Deremfochungsmaßnahmen auch eine wichtige Aenderung des Lohnsteuerrechts, nämlich die rückwirkende Berücksichtigung des Familienstandes und der Lohnsteuererstattung. Der Grundsatz, daß die wirklichen Verhältnisse beim Steuerabzug erst dann berücksichtigt werden, wenn sie auf der Lohnsteuerkarte eingetragen sind, führt in der Praxis zu Spannungen, die jetzt soweit wie möglich ausgeglichen werden sollen. Die Neurege- lung gibt die Gewähr dafür, daß alle innerhalb eines Kalenderjahres vorkommenden Abweichungen zwischen dem Inhalt der Steuerkorte und dem tatsächlichen Familienstand auch für die Vergangenheit beseitigt werden können. Zuviel einbehaltene Lohnsteuer wird erstattet. Da auch diese Bestimmmung am 1. August in Kraft tritt, gilt sie für alle Fälle, in denen nach dem 31. Juli Aenderungen der Lohnsteuerkarte erfolgen. Der Reichsfinanzminister wird sich damit einverstanden erklären, daß auch die Fälle eingeschloffen werden, in denen der Antrag auf Aenderung schon im Juli gestellt wurde. Eine Erstattung von Lohnsteuer ist auch dann zulässig, wenn dabei ein Zeitvunkt in die Steuerkarte eingetragen wird, der vor Dem 1. August liegt. Pilzvergiftungen, von denen oft ganze Familien betroffen werden, und die nicht selten sogar tödlich verlaufen, kommen alljährlich vor. In den meisten Fällen werden sie durch selbstgesammelte Pilze ver- ursacht. Wer Pilze sammelt, sollte nur solche Arten nehmen, die ihm sicher als eßbar bekannt sind. Ist er sich über die Genießbarkeit im geringsten im Zweifel, so wende er sich an eine Pilzberatungsstelle (in Gießen. Universitäts-Garteninspektor i. R. R e h n e l t, Heyerroeg 18). Allgemein gültige Erkennungszeichen und Prü- fimgsmittel zur Unterscheidung von eßbaren und giftigen Pilzen gibt es nicht. Weder das Vorhandensein von Milchsaft oder die klebrige Beschaffenheit des Hutes, noch die Braunfärbung eines in das Pilzgericht getauchten Löffels oder die Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel deuten auf Anwesenheit von Giftpilzen. Allein die genaue Kenntnis der be- sonderen Merkmale der einzelnen eßbaren und giftigen Pilze schützt vor schädlichen Folgen des Pilz- genusseo. Besonders hüte man sich vor dem gefährlichsten aller Giftpilze, den KiwUenblätterschwämmen, von denen der grüne Knollenblätterschwamm (Amanita phalloides), der öfters mit einigen eßbaren Taub« lingsarten ober mit dem eßbaren Grünling ver- wechselt wird, die meisten tödlichen Vergiftungen In einer Erläuterung der neuen Bestimmungen in der „Deutschen Steuerzeitung" bezeichnet der Sachbearbeiter des Reichsfinanzministeriums, Regie- rungsrat Hoheisel, diese Maßnahme als eine besonders großzügige Regelung. Sie komme den Arbeitnehmern in großem Umfange entgegen. Der steuerliche Ausgleich für die Vergangenheit könne sich auf einen Zeitraum bis zu einem Kalenderjahr er- strecken. Es werde nicht mehr geprüft, ob den Arbeitnehmer an der verspäteien Aenderung der Steuerkarte ein Verschulden trifft oder nicht, ob er biß Haushaltslifte sorgfältig ausgefüllt hat unb ob er bie Lohnsteuerkarte nach Empfang geprüft hat. Es müsse aber oermieben werben, daß aus dieser großzügigen Regelung eine wesentliche Mehrbelastung der Arbeitgeber ober Finanzämter entsteht. Die Fälle einer ruckwirkenben Aenderung müßten auf ein Minbestmaß eingeschränkt bleiben. Das werbe bann erreicht, wenn alle Arbeitnehmer in der bisherigen Weise die Haushaltsliste besonbers sorgfältig ausfüllen unb ihre Steuerkarte sofort nach Empfang auf die Richtigkeit ber Eintragungen prüfen. Es sei' weiter erforderlich, baß alle Arbeitnehmer bei einer Veränberung im Farnilienstanb usw. die Ergänzung ber Steuerkarte beantragen. verursacht. Es gibt aber noch eine Reihe anderer Giftpilze, deren Genuß verhängnisvolle Folgen haben kann. Um die Kenntnis der Pilze zu verbreiten unb bamit ber Gefahr ber Pilzvergiftung nach Möglichkeit entgegenzuarbeiten, hat bas Reichsgefunbheits- amt einen Ueberblick über bte wichtigsten eßbaren unb fchäblichen Pilze in gemeinverftänblicher Darstellung im Pilzmerkblatt gegeben, bas unter Mitwirkung bes Botanischen Museums in Berlin-Dahlem unb ber Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt bearbeitet wurde. Wer Pilze für seinen Haushalt sammeln will, verschaffe sich zu- nächst durch Beteiligung an Pilzwanderungen unter sachkundiger Leitung die erforderlichen Kenntnisse. Zeigen sich nach dem Genuß von Pilzen Erscheinungen, die den Verdacht einer Vergiftung erregen, so versäume man keine Zeit, für ärztliche Hilfe zu sorgen. Bis solche zur Stelle ist, muß man sich bemühen, bas Gift aus dem Magen zu entfernen. Falls Erbrechen nicht bereits erfolgt ist, rufe man es dadurch hervor, baß ein Finger tief in ben Rachen gesteckt wirb. Die fchäbliche Wirkung bes Genusses giftiger Pilze äußert sich gewöhnlich nach einigen Stunben, bei ben Knollenblätterschwämmen tritt sie meist erst nach 8 bis 40 Stunden ein. 46. Deutsche Leichtathletik- Meisterschaften. Im Vordergrund der sportlichen Veranstaltungen bes kommenben Wochenenbes stehen biesmal bie Titelkämpfe ber Leichtathleten im Berliner Olyrn- pmftabion. Die zweiten Kriegsmeisterschaften weisen eine Beteiligung unb Besetzung auf, wie sie in bie- fern Ausmaße nicht erwartet wurden. Rund 800 Männer und Frauen sind gemeldet; 850 Meldungen entfallen auf bie Einzel- unb 80 auf die Staffelwettbewerbe. Mit ganz wenigen Ausnahmen werden alle Dorjahrsmeister unb Spitzenkönner am Start erscheinen, so baß von vornherein ausgezeichnete Leistungen gewährleistet sinb. Bei ben Männern Hot ber 100-Meter--auf mit 64 Bewerbern bie größte Beteiligung gefunben, aber auch alle anderen Wettbewerbe weisen Rekorbfelber auf. Bei ben Frauen vermißt man bie tüchtige Erika Bieß biesmal als Einzelkämpferin, außerbem fehlt bie Meisterstaffel bes Hamburger SV. Die Kämpfe werden, wie üblich, an zwei Tagen erledigt. Oie Reichswettkämpfe der Studentinnen. Die in diesem Jahr wegen bes Krieges nur auf bie Stubentinnen beschränkten akademischen Reichs- Äportwettkämpfe in Darmstadt haben eine stattliche Besetzung gefunden. Für bie vom 24. bis 27. Juli im Darrnstäbter Hochschulstabion ftattfinbenbe Veranstaltung haben sich 800 Teilnehmerinnen ange- melbet, bie etwa 1000 Wölbungen abgaben. Zu ben eigentlichen Reichswettkämpfen in ber Leichtathletik, im Schwimmen unb im Tennis, wo gewisse Win- beftforberungen gestellt wurden, haben sich 400 Aktive eingetragen, unter denen sich zahlreiche bereits im NSRL. hervorgetretene Spitzenkönnerinnen befinden. Die übrigen Weibungen verteilen sich auf bie Rahmenwettbewerbe im Handball, Hockey, Basketball sowie bie Vorführungen gymnastischer unb tänzerischer Art. Vom Handhall. Ein Sonntag mit großen Ueberraschungen. Alle Platzmannschaften mußten Rieberlagen hinnehmen. Holzheim — Lang-Göns 8:11 (4:6). Dieses Treffen fügte sich gut in ben Rahmen bes Holzheimer Sporttages ein. Die Platzmannschaft in oeränberter Aufstellung mußte eine verdiente Niederlage hinnehmen. Die junge Gastmannschaft überraschte in angenehmer Weise. Beiderseits wurde das Spiel anständig durchqeführt. Im Jugendspiel beiher Vereine gewann Holzheim mit 7:0 (2:0) Toren. Heuchelheim — 2Nlv. Gießen 7:12 (4:6). Die Gießener zeigten diesmal eine bessere Leistung als in ben früheren Spielen, mährenb es bei Heuchelheim nicht klappen wollte Leiber war der an- gefetzte Schiedsrichter ausgebüeben. Wit dem Ersatzmann war man beiderseits nicht zufrieden. (Brtiningen — Luftwaffe Gießen 7:16 (2:6). Ein Spiel, wie man es nicht gern sieht. Solche Härte muß unter allen Umständen unterbleiben, bann werben auch bie vielen Strafwürfe unb Herausstellungen nicht erfolgen. (Brüningen eröffnete ben Torreigen, jeboch glichen die Soldaten sofort aus. Wiederum ging bie Platzmannschaft in Führung. Allmählich kam bie Luftwaffe mehr auf unb stellte bas Halbzeitergebnis von 6:2 zu ihren Gunsten. In ber Mannschaft ber (Brüninger wollte es nach bem Wechsel nicht mehr klappen. Wan versuchte burch gegenseitige Vorwürfe unb hartes Spiel zu Erfolgen zu kommen unb erreichte gerabe das Gegenteil. Die Solbaten waren tonangebenb und nützten bie Schwächen ber Gastgeber aus. Diese konnten wohl noch einige Treffer erzielen, Siea und Punkte mußten sie jeboch bem Gegner überlassen. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern 2. 3gb. — Göbelnrod 1. 3gb. 6:3 (1:3). Arn Sonntag hatte die 2. Jugenb die 1. Jugend von Göbelnrod zu Gast. In diesem Spiel zeigte sich abermals, daß die 2. Jugend sich so leicht nicht geschlagen bekennt. Durch überraschende Durchbrüche konnte die körperlich stärkere Jugend von Göbeln- rod zu Anfang gleich mit 3 Toren in Führung gehen. Die 2. Jugend von Leihgestern lief nun zu großer Form auf. Tor auf Tor wurde geschossen, so baß am Enbe das Spiel 6:3 für Leihgestern ausging. Da bie 1. Jugend von Grünberg in letzter Minute ab sagte, blieb die 1. Jugend von Leihgestern ohne Spiel. Arn kommenden Sonntag will Grünberg das Versäumte nachholen unb bas fällige Rückspiel aueftraAn. Die 2. Jugenb von Grünberg wirb vor diesem Spiel ihre Kräfte mit ber 2. Jugend von Leihgestern messen. Hier werben die Gäste wohl kaum um eine Niederlage herumkommen. Betriebssport in den Heereöbetrieben. Am vergangenen Sonntag kam in ber Bleibornkaserne ein Faustballwettkampf zum Austrag, an dem sich 5 Mannschaften beteiligten. Es entwickelten sich spannende Kämpfe. Die Mannschaft der Betriebssportgemeinschaft ber Bezirkssparkasse Gießen ging als Sieger aus bem Wettkampf hervor. 1. Sieger: Bez.-Sparkasse Gießen; 2. St.-O.-Sportgemeinschaft Gießen, 3. St.-O.-Sportgemeinschaft Warburg: 4. N.-E.-Abt. 15 Wetzlar; 5. St.-O.-Ver- waltung Wetzlar. Kurze Sportnotizen. Zur 17. Hanauer Ruder-Regatta am 27. Juli auf bem Main haben 22 Gemeinschaften aus Hanau, Offenbach, Frankfurt, Aschaffenburg, Gießen, Wiesdaben, Kassel, Mainz und Hann.- Wünben 50 Boote mit 200 Ruberem und Rübe- rinnen gemelbet. Vorsicht beim Gammeln von Pilzen Die Dominiks. Roman von Hellmuth M. Böttcher. 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Nissen ist aufgeftanben. „Das ist hoch selbstverstänblich " „Gut!" Noch eine kleine Pause laßt ber Chefingenieur verstreichen, in ber er seine Gebauten ordnet. Dann sagt er: „Vielleicht ist das auch bei Weg, ber bem Pflanzenexperiment am nächsten kommt. Denn wir brauchen babel feine so hohen Temperaturen unb bebienen uns bes gleichen Mittels zur Wegnahme des Sauerstosfs wie bie Natur cs offenbar anroenbet: des Kohlenstoffs " „Das heißt — mir leiten bie Kohlensäure über glühenbe Kohlen?" fragt Nissen. „Sie haben mich verstanden!" Seitdem arbeitet jeder ber beiben Herren an seinem eigenen Projekt. Die Nordbeutsche Werst hat bie gleiche Anfrage gekriegt wie Dominik — nach pncl Eisbrechern unb hunbertunbsünfzig Flußdampfern Linb setzt sich sofort ins Auto und fährt nach Berlin Er ist ein Mann ber Verbindungen. Warum soll nicht eine darunter fein, die nach Unter den Linden in bie Vertretung ber sübamerikanischen Schiffahrtsgesellschaft führt. Es ist eine barunter. Nach brei Tagen kann Lind wieder nach Hause fahren Den Auftrag für die beiden Eisbrecher hat er in der Tasche Der Auftrag für die Flußdampfer ist ihm so gut wie sicher. So gut wie Mattheus Lind wejß, was man im geschäftlichen Leben von solchen halben Zusagen zu halten hat. Er wird in ber nächsten Zeit öfters nach Berlin fahren müssen. Immerhin sinb hunbertunbsünfzig Flußbampfer ein Auftrag, um den man schon ein paar hundert Mark Spesen machen kann. Selbst auf ein paar braune Lappen würde es da nicht an- kommen. Die Dominiks warten vergeblich auf ihr so sorg- faltig ausgearbeitetes Angebot. Die Verkaufspraxis der Dominik«Werke ist zu spröde für bas Geschäft mit Südamerika Seit der Unterredung zwischen Friedrich Dominik und Frinzka ist wieder geraume Zeit vergangen. Frinzko hat aber nichts von sich hören lassen. Das kann bedeuten, daß er die vierwöchige Frist aus- nützen will, es kann aber auch sein, daß er bie Dinge an sich herankommen läßt Zur Besserung ber Stimmung Friedrich Dominiks kann diese Ungewißheit nicht beitragen. Er hat auch eine Auskunft bei seinem Rechtsanwalt eingeholt, die zwar grundsätzlich bie gleiche Auffassung für vertretbar hielt, bie Dominik Frinzka gegenüber eingenommen hat. Aber ber Anwalt hat auch gleichzeitig einen Prozeß gegen Frinzka für recht bedenklich erklärt. Schon bie ungeheuren Kosten dieses Rechtsverfahrens könnten die Vermögensverhältnisse selbst eines reichen Mannes in Unordnung bringen. Das sei schließlich wieder ein Grund mehr für die Verständigung mit Frinzka, ber, wie jeder Mensch von Einsicht, sich sagen mußte: einen Prozeß, den man oermeibet. hat man halb gewonnen. Lietzendors hat sich auch roieber als ein Helfer von anftänbigem Charakter erwiesen. In einer gerabe,^u heroisch anmutenden Selbstlosigkeit springt er seinem jungen Chef immer wieder mit seinem wissenschaftlichen Rüstzeug bei, wenn es diesem an ben theoretischen Grundlagen für seine Arbeit fehlt. So kommt es, daß er selbst mit seinen Planungen ins Hintertreffen gerät und Nissen Dominik ihm schnell den Vorrang abläuft wieder füllen sich Blatt um Blatt mit Zeich- nungen. Grundrisse und Schnitte entstehen. Schon ist Nissen so weit, daß er an die Konstruk- Hon ber Einzelteile gehen und Zeichner aus bem Konstruktionsbüro an die Kleinarbeit stellen kann. Denn keiner vermag bem Detail anzusehen, in welches Gesamtbilb es einmal hineingehören wird. An dieser Stelle wäre also sede Geheimnistuerei vom Hebel Sie wurde nur ben Fortschritt ber Arbeit unnütz aufhalten Dann kommt ber Tag, wo alles so weit vorgeschritten ist, baß man mit ber Ausführung in der Werkstatt beginnen barf. Für bie Dominik-Werft ist das natürlich nicht bie richtige Arbeit. Das gehört in ben Bereich ber Maschinenfabriken. Davon gibt es viele in Deutschlanb, die gerne knifflige Apparaturen nach Zeichnungen liefern. Nach einem vorsichtig ausgearbeiteten Plan geht Nissen dabei zu Werke. Dann vergibt er bie Herstellung ber Einzelteile an bie verschiebensten Kleinbetriebe. Keiner ber Fabrikanten hat eine Ahnung bovon, welchen Zwecken ber Hebel, bas Ventil ober bas Gußober Schrniebestück bient, bas er zu liefern hat. Nur bie genauen Maße, die Materialvorschriften, bie winzigen Toleranzen, die ihm aufgegeben sind, lasten ihn ahnen, daß es sich um einen Maschinenteil handelt, an den allerhöchste Präzisionsansprüche gestellt werden Unb nach unb nach kommen aus allen ©egenben bie Arbeitsstücke wieder, Dreharbeiten, Hobelarhei- teil, Rohre, Hähne, Kolben, Kupplungen, Zahnräder, Nippel, Zapfen, Achsen, Wellen, Lager, Nieten, Keile. Schrauben, Exzenter, Schubstangen. Aber kaum sinb bie Bauelemente eingetroffen, ba verteilt Nissen sie roieber in bie verschiedenen Abteilungen der Sck)losserei unb Maschinenbauroerk- ftatt. Die Leute, die ba zusammenpassen, bohren, schrauben, nieten, drehen, hobeln, schlichten, feilen, schrubben — keiner ahnt, wozu seine Arbeit dient, keiner weiß, wie sein Werkstück zu dem seines Nachbars ober eines ganz entfernt arbeitenden Kameraden paßt. Nur Nissen weiß Bescheid. Und Lietzendors. Sie gehen durch die Fabrikräume. Erklären, erläutern, verbessern, loben, fabeln, greifen ba unb dort mit zu Wenn ein Teil fertig montiert ist, wirb er fort- geschasst, in einen gegen sede Sicht verkleideten Teil des Wontageftanbes, zu besten kompliziertem Schloß Nissen allein ben Schlüssel hat. Keiner barf da hinein. Nicht einmal ber ßageroerroalter, ber zu allen anberen Abteilungen ben Schlussel hat. Der Wann, ber sich nie im Leben etwas hat zuichulben kommen lasten, ist natürlich gekränkt. Er versteht die Vorsicht nicht, die er für Mißtrauen hält, und läuft herum mit einem Gesicht, daß bie Arbeiter ihre Milchflaschen vor ihm in Sicherheit bringen, damit ber Inhalt nicht sauer wirb. Wag er beleidigt sein. Wag er mit Recht ober ohne Recht ben Gekränkten spielen. Es geht hier nicht um ben Wann. Es geht um die Sache. Das hat nichts mehr mit Vertrauen ober Witfrauen zu tun. Es hanbelt sich um Selbstverständlichkeiten. Unb allmählich sammelt sich Stück für Stück auf bem Wontageftanb. * Die Südamerikaner haben sich nun doch noch ge< rührt! Die Leute brauchen bie Flußbampfer zum Transport von ßanbesprobutten zur Küste und für die Einfuhr von technischen Emrichtungen ins Landes- innere. Der Amazonenstrom ist auf 4300 Kilometer schiffbar unb erschließt über 7 Millionen Quadratkilometer Land. Von seinen Nebenflüssen sind hundert schiffbar. Der Parana ist 3500 Kilometer lang. Daher die große Anzahl von Dampfern mit verhältnismäßig kleiner Tonnage. Mit einem Wale haben bie Herren es eilig. Urplötzlich kommt ein Anruf aus Berlin, und schon fünf Stunben später ist ein kleiner, lebhafter Herr ba, ber ganz leiblich beutsch spricht unb mit bem man sich barum tabellos verstänbigen kann. Die fertig ausgearbeiteten Vertragsentwürfe hat er gleich mitgevracht. Don Bauttsta be Castro heißt er. Auf bie Vertragsentwürfe kommt's ihm besonders an. Die sind ihm von Buenos Aires mit Flugpost zugesandt worden, nachdem man dort monatelang mit ber Schwestergesellschaft in Rio be Janeiro über leben Satz unb jebe Bebingung herumgeklügelt hat. Danach soll bie Dominik-Werft sofort mit bem Bau beginnen unb schon zum 1. Oktober bie ersten brei Flußbampfer liefern. Und dann jeden Monat wieder drei — Dauer des Abkommens vorläufig vier Jahre. Dominik überrechnet bie Zahlen im Kopf. Sie verschlagen ihm ben Atem. Der liebe Gott hat also doch noch einmal ein Einsehen gehabt! „Wozu brauchen Sie aber so viele Dampfer?" fragt er. Er muß irgend etwas sagen, um dem Druck in seinem Herzen Luft zu machen. Der Südamerikaner erklärt bereitwilligst. Er ist die Liebenswürdigkeit in Person. (Fortsetzung folgt.)