Der Beitritt Kroatiens zum Dreimächtepakt ist das Gefühl der Verwandtschaft und der Einigkeit. In dieser Zeit einer Weltkrise ist für mich eine Ermutigung und eine Anregung, zu empfinden, daß unsere Hände sich über den Atlantik hinweg vereinen und daß unsere Herzen im gleichen Takt schlagen". Nach einigen weiteren Verbeugungen vor den nordamerikanischen Kriegshetzern kommt Churchill dann rasch auf den eigentlichen Zweck seiner Berlin, 17. Juni. (DNB Funkspruch.) Churchill benutzte die Gelegenheit seiner Ernennung zum Ehrendoktor der nordamerikanischen Unwerst- tät Rochester, um in einer Rundfunkansprache erneut einen dringlichen Hilferuf über den Atlantik zu schick-n. Er beteuerte zunächst: „Ich werde mich immer bemühen, das Vertrauen zu verdienen, aber was mich bei dieser Zeremonie noch tiefer berührt, der anderen Seite des Ozeans vielleicht nicht bewußt — ist kein Krieg wie die anderen, sondern eine Revolution, aus der ein verjüngtes, neuaufgebautes und blühendes Europa hervorgehen foll. Frankreich wird feine künftige Rolle nur unter der Bedingung erfüllen können daß es eine totale, von Hintergedanken freie Zusammenarbeit mit Deutschland annimmt und ausübt. Wir wissen, daß diese Zusammenarbeit euch erstaunt. Sie liegt nichtsdestoweniger in der natürlichen Ordnung der Dinge." Und wenn ein philosophischer Schluß erlaubt ist, könnte man vielleicht noch nachtragen, daß durch die der natürlichen Ordnung der Dinge entgegengesetzte Haltung Roosevelts keine Verzögerung in diesem Prozeß eintritt, sondern im Gegenteil, von diesem Standpunkt aus gesehen, Roosevelt sich geradezu verzweifelt bemüht, die Einheit Europas, die so sehr gefürchtete, herbeizuführen. Der amerikanische Präsident betätigt sich auch hier als ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und immer das Gute schafft. Seine europafeindliche Einstellung ist, für französische Verhältnisse gesehen — und nicht nur für diese — ein nicht zu unterschätzendes Reizmittel für viele Völker, die, in der Lage Frankreichs, sich um neue Begriffe bemühen und langsam beginnen, sich aus der Starrheit einer Haltung zu befreien, die über Jahrhunderte hinaus Europa Unfrieden und Unglück brachte, da sie jener „natürlichen Ordnung" entbehrte, von der heute in Frankreich die Rede ist. Daß darüber gesprochen und, wie Syrien beweist, auch so gehandelt wird, ist viel. »erst C nkurre^' „H Berlin, 16. 3unL (DNV.) Nach beim Ober- fommanbo der Wehrmacht vorliegenden Meldungen wurde Montag nachmittag ein unter starkem Jagdschutz erfolgter Linflugversuch einzelner britischer Kampfflugzeuge an der Kanal- küsie mit fchweren Verlusten für den Gegner abgeschlagen. Bei den «sich entwickelnden Luftkampfen schossen deutsche Jäger 13 englische Jagdflugzeuge und ein Kampfflugzeug vom Muster Briftol-Blen- heim' ab. Lin weiteres feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie zum Absturz gebracht, so daß sich die Gesamtverluste des Feindes auf 15 Flugzeuge erhöhen. Britischer Kreuzer im östlichen Mittelmeer vernichtet. Berlin, 16. Juni. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiff- fahrt war die Luftwaffe weiter erfolgreich. Im A t - lantik, westlich Gibraltar, bekämpften Kampfflugzeuge einen stark gesicherten Geleitzug und vernichteten fünf Frachter mit zusammen 21 OOO A In Nordafrika griff der Feind an der Sol- l u m - F r o n t mit stärkeren Kräften an. Der Angriff brach im Abwehrfeuer der deutsch-italienischen Truppen im Zusammenwirken mit der Luftwaffe zusammen. Nach bisherigen Meldungen wurden 6 0 britische Panzerwagen vernichtet. Die Kämpfe sind noch im Gange. Deutsche Sturzkampfflugzeuge griffen mit besonderem Erfolg starke feindliche Kolonnen und Fahrzeugansammlungen an. Deutsche Jäger schossen in schweren Luflkämpfen über dem Kampfgebiet neun britische Jagd- und zwei Kampfflugzeuge ab. Im östlichen Mittelmeer bekämpften deutsche Kampfflugzeuge unter Führung des Hauptmanns K o t l e w e mit besonderem Ersolg einen Verband britischer Kriegsschiffe. Sie versenkten einen leichten Kreuzer durch vier Bombenvolltreffer schweren Kalibers und beschädigten einen schweren Kreuzer. Andere deutsche Kampfflugzeuge griffen auf der Inset Zypern mehrere Flugplätze wirkungsvoll mit Bomben und Bordwaffen an. Versuche des Feindes, bei Tage in die besetzten Gebiete einzufliegen, scheiterten. Jäger schossen drei der angreifenden britischen Flugzeuge ab. Zwei britische Kampfflugzeuge wurden durch ein Vorposlen- und ein Minenräumboot, ein weiteres durch Marineartillerie abgeschossen. Der Feind warf in der letzten Nacht an mehreren Orten in Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. An einigen Orten entstand unbedeutender Sachschaden in Wohnvierteln. Nachtjäger schossen zwei britische Flugzeuge ab. Bei der Abwehr feindlicher Fliegerangriffe zeichnete sich das unter dem Kommando des Oberleutnants zur See h e i m b e r g stehende Vorpoftenboot durch den Abschuß von vier feindlichen Flugzeugen besonders aus. St 5.N s* *81)01 Unser Bildtelegramm aus Venedig zeigt die feierliche Unterzeichnung durch den kroatischen Staatsführer Dr P a v e l i t f ch. Links von ihm der Marschall von Kroatien, K v a t e r n t f, und der kroatische Außenminister Lorkovitsch. Ganz rechts der deutsche Reichsaußenminister von Ribbentrop und links neben ihm sitzend der italienische Außenminister Graf Crano. — (Scherl.) 15 britische Flugzeuge bei Einslugversuch an der Kanalküste vernichtet. pb Jahrgang ttr.m ttfcheini täglich außer sonntags und feiertags Beilagen: siebener ttamilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Stonailich.......RM1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 p.tcb bei Richterschemen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt xrernivrechanschlust 2251 Lrahtanschrift:,,Anzeiger" tzostsckect 11686 Frankl ^M. „Die Zeit drängt" Neu"r Hilferuf Churchills über den Atlantik. Rede zu sprechen: „Ein wunderbares Geschehen rollt vor unseren Augen ab. Es ist uns nicht gestattet, zu wissen, was das Ende fein wird. Aber auf beiden Seiten des Atlantik fühlen wir alle, daß unser Geschick und das zahlreicher Generationen auf dem Spiele steht". Nachdem er von dem „bewaffneten Bösen, das seinen Schatten auf Europa und Asien wirft", gesprochen und über „zerbrochene Gesetze und Gepflogenheiten, verachtete Freiheiten und ein System des mechanisierten Barbarismus" gejammert hat, kommt die Hauptsache: „Seit einem Jahre leisten wir Briten allein Widerstand, unterstützt von ihrer Sympathie und ihrem Respekt und Aufrechterhaltung durch die Hoffnung auf ihre gewaltige Hilfe. Aber die Zeit drängt. Jeder Monat, der vorübergeht, trägt zur Verlängerung und zu den Gefahren der Reise, die gemacht werden muß, bei. Vereint werden wir uns halten. Geteilt werden wir fallen." „Wo wird Hitler zuschlagen?" Wachsende Nervosität in England. Stockholm, 17. Juni. (DNB Funkspruch.) Nach den Berichten der schwedischen Korrespondenten in London hat die allgemeine Nervosität in England wieder einmal einen Höhepunkt erreicht. Die zahllosen Kombinationen der Blätter und der Rundfunksprecher über den nächsten deutschen Schlag haben die öffentliche Meinung, die ohnehin durch den Verlust von Kreta entmutigt war, i n größte Verwirrung gesetzt. Ueberall im Volke zerbricht man sich Ben Kopf, was die Deutschen tun werden, und angesichts der Erfahrungen der letzten Monate befürchtet man neue unliebsame Ueberraschungen. Seit Kreta ist das Vertrauen in die Voraussicht der mllitärischen Stellen bedeutend abgesunten, man kann im Volke immer wieder die Auffassung hören: „Die Deutschen kommen immer dort und bann, wo sie von unseren Militärs und Politikern nicht erwartet werden". Ein neues Symptom der allgemeinen Unruhe sind die heftigen Angriffe von Blättern wie „Daily Mail" und anderen auf die Kriegführung im allgemeinen und Unfähigkeit einzelner Minister im besonderen. Besonders unzufrieden ist manüber das Versagen des englischen Nachrichten - und Propaganda-Apparates. Dienstag, 17.3unil lnsprch, Ächutzv ^gehanh «wH sme Äi wer Ls W k Mir. Bezirk (a I, die ta lWgx imgchu bneter t weileckr Drtsgrnp ins in te wies 6b iranal e fes für te Rad) M uigstriU- Drache te 3, berti Hrers e> Mholl > Lmidm rgpliW 'ahegek» den i f)ery * eive r ».x*1 de Methode. , _ . liLs wurde anders, als General Rommel auf afri- K ischem Boden auftauchte, und deutsche Panzer- iriifionen gewisse Spekulationen zunichte machten, Si aus dem französischen Kolonialreich so etwas wie ci Pendel zwischen der Achse und dem Jnselreich 'Aichen wollten. Die nächsten Etappen des stusen- Vi.sen Erwachens waren der Zusammenbruch Jugo- slcwiens, die Niederlage Griechenlands und der S;$n.eg aus der Luft, der die Insel Kreta von den ^kiflländern reinfegte. Auf politischem Gebiet war rs'das Gespräch zwischen dem Admiral und dem öftrer, das die Dezembervorgänge um Laval ver- 'neifen ließ und die deutsch-französische .U f a m m e n a r b e i t in dem Maße stärker zum le^esgespräch machte, als die Haltung der Englän- 6i immer feindseliger wurde. . Der Admiral! So wird er genannt, und ,eder driß, daß Darlan gemeint ist, dieser heute noch Wtzt Sechzigsährige mit dem kantigen Gesicht« der Mrrechten, etwas un^ rsetzten Gestalt, der als stell- lieritretenber Regierungschef und Nachfolger Pötains 61« Staatschef auch noch das Innen- und Manne- [Dihifterium verwaltet. Er stammt aus einer alten Mineration von Seeoffizieren, eine Kette, die aller* knqs sein Befer schon unterbrach, denn dieser war iDvüzminister nnb fteUoertretenber Ministerpräsibent leoefen. Der Groll bes Gaskogners gegen England Mebenfalls Familientraditlon. Sie hat sich feit dem Moore 1805 lebendig erhalten, als fein Urgroßvater in der Schlacht bei Trafalgar, die Englands See- kkirschaft begründete, als Kommandant auf feiner 6t*gatte kämpfend untergegangen war. Seine W'-rte in der letzten Zeit haben sehr dazu beige* |(qen, jenen Pro eß zu ' rbern, der heute in den Miinzosen nicht nur e 'en ajifflarfernben Patnotis- §n5 hernorbringt, fordern die Erkenntnis vom ge- hi nfamen Scsii^sol Europas, in das Frankreich sich ■ir bann einzufünen vermag, wenn es gewillt ist h ihm zukommende Rolle zu spielen. Mit anderen M rten, wenn es sich zusammenreißt, d,e Dinae mit Itiiflfernen Augen betrachtet, unb das Schicksal ffrinkreichs nicht als ein dumpf und ftumvf h'nzu- 1-'wenden Unglück betrachtet, sondern als einen krnell an jenen Gemeinsinn. der nach den Hen Worten Montherlants den Franzose" vallia ||f f Die Niederlage begreifen, heißt ihre frBen Und die Franzosen haben Heute hearckson lr, sie sich nicht einer Entwicklung entgegenstellen (irrten, die mit frer Gewalt einer übernmmtmen tb e unb mit Na turnotwendigkeit heute Eurova vrvestaltet. Sie wissen, daß nicht durch die Valsivi- -lif her Nabelb'schau die Dinge geändert werden, hebern durch Archeit. was Betain vom ersten ?rge feiner Regienmg zwar predigte, was ober H: jetzt, nach dem deutsch-französischen Gespräch I tn'i nach Syrien heg iffen wird Gewisse Einschränkungen durften hier allerdings lovoenbig, fein. Derartige Wandlungen, wie sie sirinkreich Heute durchmacht, verlaufen nicht glatt, Mo- allem, wenn mar- die von Grund auf konser- hü I ^nbii | Nta I I b Mo I I l Sitte I aus || e l s 1 ns. orm i l önito I 1932 3 in k Zwischen Dünkirchen und Damaskus Von unserem EK.-Berichterstatter. Denn er1 »X» eigene fr rgen.“ . • ! g-E edick^! ihr-r^ r-E nen ®rA l . bei elf’ vative Einstellung des Franzosen kennt. Zögerer und Zauderer aus Bequemlichkeit, aus einer gewissen bourgeoisen Sattheit, aber auch aus Böswilligkeit, dürften von Zeit zu Zeit immer wieder versuchen, Korrekturen anzubringen, jedoch, wie man heute schon sagen darf, vergeblich. Das franzö- ische Volk hat in feiner Mehrheit in diesem Jahr zwischen Flandern und Damaskus gelernt, mit sehr nüchternen Augen zu sehen. Das trifft vor allem auch auf die „amerikanischen Sympathien" ür Frankreich zu. Die Einsicht, daß Roosevelt heute nur das will, was England für richtig hält, daß er die Wahnfinnspolitik Churchills bedingungslos unterschreibt und daher folgerichtig die Sympathie und Freundschaft für die Franzosen nicht einmal den Anschein des Platonischen tragen können, nimmt allenthalben zu. Die Zeitschrift „Effort" betonte ehr deutlich, daß Europa und Frankreich die amerikanische wirtschaftliche und soziale Zivilisation nicht benötige un& noch klarer wurde diese Haltung in einem Interview, das aus Paris der United Preß gegeben wurde. Es lautete: „Ihr sagt, ihr wollt Frankreich befreien? Aber man muß deutlich bekräftigen, daß diese Großmut heute vollkommen unangebracht ist und nur Taten ohne Wirkung Hervorrufen könnte: ja sogar Taten, die den eigenen Lebensinteressen Frankreichs kraß entgegengesetzt wären. Dieser Krieg — ihr seid euch dessen auf (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Mitte Juni 1941. Henry b e Montherlant, einer der schärfsten lititer des „Zeitgeistes" jenes Frankreichs der g:i)re nach dem Weltkriege, sagt in dem „Brief ries Vaters an seinen Sohn": Gerne in sinn mb Vaterlandsliebe sind ein und dasselbe, Hirn die Vaterlandsliebe wirklich ihren Namen pdüent. Du gehörst einem Lande an, wo es Pa- fiotismus ruckweise gibt und Gemeinsinn n i e = ijals; wo der Gemeinsinn als lächerlich gilt." Die Sorte kamen mir an diesem schönen Juni-Nach- irttag in den Sinn, an einem dieser verzauberten $:ge, an denen das Leben bunt und froh durch br Boulevards strömt, die Stadt wie eine unge- h,ire, aber äußerst geschmackvolle Wandeldekoration «cheint, die den Blick immer wieder auf einen behutsamen Mittelpunkt lenkt, gleichviel für welche 5)nmelsrichtung man sich entschließt. Und ist man br Dekoration müde, so finden sich immer schöne L nkel, wie der Garten des Musee Cluny oder der Palais-Royal, in denen man schnell dem Lärm Jr Straße entrückt ist. Iedoch die Gespräche drehen sich heute nur um tf Thema. Nimmt das Ohr Bruchstücke von Vor- Drgehenden aus, so hört man „Vichy", „Admiral", ehr auch ganze Sätze der Empörung, die sich nach b.n Ueberfall der Engländer auf Sy - t e n derart in den Vordergrund gestellt hat, daß n:n wohl von einer Wandlung sprechen kann. $r Weg zu diesen neuen Bewußtseinsinhalten der Ianzosen wird durch die Stationen Dünkirchen Nb Damaskus abgesteckt. Vor einem Jahr war die sjrndernschlacht beendet, wurde Paris befetzt und pem Franzosen offenbar, daß dieser Krieg, der in tinigen Wochen über sie hinweggefegt war, mit j er katastrophalen Niederlage enden würde. $i5 bann kam, war eine Art apathischer Zustand, «fe Teilnahmslosigkeit gegenüber allen Vorgängen un Ereignissen, deren tieferer Grund eben war, hiz mit der Erkenntnis der Nutzlosigkeit jedes weiten Widerstandes auch jener ruckweise Patriotis- 115 erlosch, den angufachen die Herren um Dala- biir, Reynaud, Mandel und ihre englischen Auftrag- Lier in den Wochen und Monaten vorher so eifrig dmüht waren. Der Gemeinsinn fehlle; wo sollte hr auch Platz gehabt haben im Frankreich nach iiriailles? . Ners-el-Kebir und Dakar war das erste Wettersrichten am verdunkelten Horizont, aber durchaus M kein reinigendes Gewitter. Denn die Zahl jener iManzosen, die diese Schandtaten für das „gute Mcht" des früheren Bundesgenossen hielten, die faar betäubt durch die übermächtige Gegenwart kren, aber mit dem letzten Rest ihres Denkver- igens sich an eine Ordnung klammerten, in der ajeblich nur England das Heil bringen konnte, u i- nicht eben klein. Sie hielten Churchills offenes ^ratentum für einen Einzelfall, sahen aber nicht Gießener Anzeiger vrllhlsch« UnwerfitStrdruckerei B. Lang« General-Anzeiger jürGberhessen «ietzen^Schiilftraht 1-4 Nie Hauptschule. Von Dr. Ludwig Kühle. Aufbau und Aufgabenstellung der Schule werden immer ein dreifaches Problem sein müssen: ein weltanschauliches, ein organisatorisches unb ein praktisches. Es ist unmöglich, ben Schulstoff anbers als auf ber (Brunblage einer Bildungsidee anzuordnen, es bringt auch die Einrichtung der Schulanstalt neue Gesichtspunkte, die von der gebietsmäßigen Verteilung der Schüler, von den aufzuwendenden Mitteln und von der volksmäßigen und wirtschaftlichen Struktur der Landschaft bestimmt werden. Scyließlich hat die Schule die Aufgabe, die Grundlage nicht nur für die Weltanschauung, sondern auch für die Lebensleistung zu legen. Damit aber wird sie notwendig zu den Gesamtauf- gaben bes Volkes in Beziehung gesetzt, an bereu Durchführung sie wichtigen Anteil hat. — Diese breifache Wurzel ber Schulfrage bilbet bie Voraussetzung ber Hauptschule, bie — für bas ganze Reichsgebiet geplant — in Kürze in den neuangegliederten Gebieten eingeführt werden wird. Die Hauptschule ist mehr als ein neuer Schultyp. Es handelt sich um ein revolutionäres Prinzip der Ausbildung, um eine völlig Neugestaltung der Schulidee. Getragen vom nationalsozialistischen Leistungsgedanken wird zum erstenmal die Bildungspflicht der Bildungsmöglichkeit gegenübergesetzt. Die Hauptschule bricht mit dem alten, liberalifti« scheu Gedanken der Freiheit zur Bildung. Nachdem schon vorher der Uebergang von ber Volksschule zur Höheren Schule von der Begabung abhängig gemacht worden war, soll es nun nicht mehr von dem Willen der Erziehungsberechtigten abhängig sein, ob eine vorhandene Begabung ausgenutzt wird. Jedes Kind, das nach Bewältigung der vier ersten Volksschulklassen für hauptschulreif erklärt ist und nicht von den Eltern für die Aufnahmeprüfung in eine höhere Schule gemeldet wird, muß die Hauptschule besuchen, die ebenso schulgeldfrei fein wird, wie die Volksschule. Es wird hier eine erste und für die Gesamtleistung des Volkes besonders wichtige Auslese getroffen, die etwa ein Drittel aller Schüler der Volksschule umfaffen soll. — Diejenigen Kinder, die in den ersten vier Volksschuljahren zeigen, daß an ihre geistige Leistungsfähigkeit größere Anforderungen gestellt werden können, werden somit zu solcher Leistung verpflichtet, wobei neben der geistigen Begabung auch körperliche Eignung unb Haltung des Charakters die Entscheidung mitbeftrmmen werden. Zeigt sich später, daß dieses Urteil die Begabung des Schülers überschätzte, so kann er wieder in die Volksschule zurückversetzt werden. So tritt die Hauptschule neben die Volksschule, ja eigentlich zwischen sie und die höhere Schule. Sie unterscheidet sich von der Volksschule durch das anspruchsvollere Schulziel und durcy die Organisation. Ihre Klassen steigen auf, sie steigern also in fest umriffenen Lehrplänen ihre Anforderungen von Jahr zu Jahr. Der Unterricht ist Fachunterricht, und die Lehrer sind wie in der Höheren Schule Fachlehrer. — Von der Volksschule unterscheidet sich die Hauptschule weiterhin durch die Einführung einer Fremdsprache, die so in den Schulplan eingebaut werden wird, daß auch noch in der zweiten Hauptschulklasse der Uebergang zur Höheren Schule möglich sein wird. — Damit wird das gesamte Schulwesen wesentlich elastischer und leistungsfähiger. Es wird möglich, jedes Talent zu fördern und aus den Begabten wieder die Begabtesten herauszulesen. Sowohl frühreife wie auch spätreife Kinder können zu voller Entwicklung gebracht werden, denn es ist vorgesehen, Volksschulkinder, deren Leistungen sich im fünften Schuljahr Messern, auch schweiß 6s koste!-! MUH Stück. M geräumt ft. notierten' a) 48,5 18,5, b)«; ,5 bis/ - 22 bis ?| »alber (&» ) 59, d> > ; ) 44, bP 61, M । 61. N nach dem normalen Termin in die Hauptschule zu übernehmen. — Für alle geistigen Berufe und für zahlreiche mittlere Laufbahnen, Technik, Handel, Handwerk, Industrie und Verwaltung ist damit eine ergiebige Nachwuchsquelle erschlossen worden, deren voller Strom zahlreiche wichtige Berufe ausreichend speisen wird. Die Hauptschule vermittelt gegenüber der Volksschule eine vertiefte Allgemeinbildung, sie ist also keinesfalls eine Fachschule. Sie bildet aber den natürlichen Uebergang zu Handelsschulen, Ingenieurschulen, Landwirtschaftsschulen und nicht zuletzt zu den Lehrerbildungsanstalten, die als die Aus- bildungssiätten der wichtigsten Erzieher des deutschen Volkes einen hervorragenden Platz unter allen Schulanstalten beanspruchen dürfen. Niemand wird die Wichtigkeit einer solchen umfassenden Neuordnung der Begabtenauslese verkennen können, der die Aufgaben Deutschlands im neuen Europa in ihrem ganzen Umfange sich vor Augen führt. Es gab im letzten Friedensjahr kaum einen Beruf mit besonderen Aufgaben, in dem nicht Mangel an Nachwuchs geherrscht hätte. Weit stärker noch müssen die Anforderungen nach dem Kriege sein, wenn ein zahlenmäßig größeres Volk in einem größeren Raum mit Aerzten, Ingenieuren, Lehrern, Handwerkern, Landwirten und Beamten aller Gruppen versorgt werden muß. Die führende Stellung eines Volkes in einem Kontinent bedingt ein Höchstmaß an Führernachwuchs. Mit der Absicht, den Führernachwuchs zu sichern, tritt die Hauptschule vor die Front des gesamten deutschen Schulwesens. Getreu dem Punkt 20 des nationalsozialistischen Parteiprogramms hilft sie jedem jungen Deutschen zur Ausbildung seiner Fähigkeiten. — Es soll dabei nicht die Volksschule zu einer Schulform der Minder- begabten gestempelt werden. Vielmehr wird auch die Volksschule durch schärfere Auslese und entsprechenden Ausbau der Sonderschulen vom Ballast schwacher Schüler befreit werden, um ihre Gesamtleistung steigern und ihre Anforderungen auf möglichst hoher Stufe halten zu können. Vom Kriegsschauplatz in Syrien. Vichy, 17.Juni. (Europapreß.) Das Kornrnr- niqu6 des französischen Kriegsminifteriums vom Montagabend sagt u. a., auf einem bedeutenden Teil der Kampffront seien die französischen Truppen zu Gegenangriffen übergegangen. In der Gegend zwischen dem Hermon und dem Djebel Drus seien die Panzerverbände und motorisierten Abteilungen ebenso wie die Jnfanterieeinheiten ziemlich tief in den Rücken der feindliche n Truppen vorgedrungen und hätten dort mehrere von den Engländern gehaltene Dörfer angegriffen. Weiter wird von französischer Sette gemeldet, daß die Engländer einen Angriff in der Gegend von Kissoue unternommen haben, der aber durch einen französischen Gegenangriff zurückgewiesen werden konnte. Bei diesem von britischen Panzerwagen unterstützten Angriff verloren die Engländer acht Panzerwagen. Die französische Luftwaffe hat wiederum eine rege Tätigkeit entfaltet. Bei der Bombardierung von Truppenansammlungen ist es zu L u f t - kämpfen mit den Engländern gekommen, wobei mit Sicherheit die Vernichtung von drei Flugzeugen in der Gegend von Saida festgestellt wurde, während ein französisches Flugzeug gezwungen wurde, hinter den britischen Linien niederzugehen. Die Engländer waren bei diesem Luftkampf den Franzosen zahlenmäßig im Verhältnis von 3:1 überlegen. Die französische Luftwaffe Hot auch die britischen Flottenverbände vor der libanesischen Küste angegriffen. Dabei soll ein britischer Zerstörer getroffen und manövrierunfähig geworden sein. An Bord eines anderen Zerstörers sei ein Brand beobachtet worden. ♦ Der „Temps" verweist daraus, daß alle Vorteile der geographischen Lage und der Uebermacht den Engländern zur Seite standen, die an drei Fronten angegriffen hätten. Der französische Widerstand sei ober derartig nachhaltig gewesen, daß der Vormarsch des Gegners verzögert und vor allem der Durchbruch durch die ftanzösijche Haupbverteidi- gungslinie trotz des starken Einsatzes von Panzerwagen und Flugzeugen mißglückt sei. Die Engländer hatten eine Woche gebraucht, um an der Haupt- front 80 Kilometer vorzudringen. Die englische Propaganda wolle diesen zweifelhaften Blitzkrieg, bemänteln und der Welt weismachen, daß die Engländer und Gaullisten die Verteidiger Syriens schonen und daß die Angreifer keinem ernsten Widerstand begegnen. Der Lernps" erklärt diese Tendenzmeldungen für Schwindel und beruft sich auf den „erbitterten Widerstand der an Zahl und Ausrüstung beträchtlich unterlegenen französischen Verteidigung." Anglo-gauttistische Schwierigkeiten. Lausanne, 16. Juni. (Europapreß.) lieber anglo-gaullistische Schwierigkeiten in Syrien schreibt der Ankara-Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung": „Der Widerstand, den die französische Syrienarmee während der ersten Kampfwoche m Syrien geleistet hat, hat die Engländer in Ankara zu der Ueberzeugung gebracht, daß Syrien nicht mit Propaganda und mit Fluablät- fern, sondern nur durch militärische Machtentfaltung erobert werden könne. Verschiedene Kreise glauben, den langsamen Vormarsch und die dauernden Erklärungen über eine britische Ueberredung der ^Eingeborenen als Schwäche auslegen zu könnend Man glaubt, daß ein ähnlicher Eindruck auf die arabischen Stämme übergreifen und einen neuen Aufstand in der Wüste zur Folge haben könnte. Diese Ansicht wird auch von amerikanischen Beobachtern geteilt, die mit den Verhältnissen in Vorderasiey gut verttaut und heute der Ansicht sind, daß, wenn die britische Aktion in Syrien nicht innerhalb acht Togen zu Ende geführt werde, die arabischen Länder zu einem schwer kontrollierbaren Unruheherd werden könnten. Enttäuschung in LtGA. Boston, 17. Juni. (DNB. Funkspr.) In nord- amerikanischen Kreisen wartet man mit immer größerer Ungeduld auf den Abschluß der britischen Aktion in Syrien. Man beklagt sich darüber, von den ersten englischen Meldungen, in denen es hieß, die Aktion sei lediglich als „militärischer Spaziergang" aufzufassen, abermals irregeführt zu fein. Die Hoffnungen der Engländer, daß der größte Teil der in Syrien stehenden französischen Truppen zu ihnen übergehen und die eingeborene Bevölkerung die Engländer mit offenen Armen aufnehmen würde, hätte sich nicht erfüllt. General Wilfon habe sich bereits am ersten Tage der Aktion vor die Notwendigkeit gestellt gesehen, den Widerstand Syriens mit bewaffneter Hand zu brechen. General Wilson habe es nur mit franzöfiichen Truppen zu tun, es sei sonnenklar, daß sich entgegen den früheren Meldungen aus London keinerlei deutsche Einheiten auf syrischem Boden befänden. Man müsse auch die Folgen dieser Aktion «uf die arabische Bewegung des gonzen mittleren Ostens berücksichtigen. Dos Arabertum komme immer mehr in Bewegung. , Japan und der Krieg. Eine eindeutige Erklärung des Admirals Suetsugu. Tokio, 16. Juni. (Europapreß.) In einer Sitzung des „Zentralrates der Bewegung zur Erhaltung der Politik des Tennüs" erklärte der Präsident dieses Rates, Admiral Suetsugu, in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Fürst Konoye, daß „ein Eingreifen der USA. in den Krieg unvermeidlich auch das japanische Eingreifen heraus- fovdern würde". „Die dringendste Aufgabe für Japan vom innerpolitischen Gesichtspunkt aus gesehen", besteht darin, auf allen Gebieten des nationalen Lebens die neue Ordnung und bessere Verteidigungsbedingungen durchzusetzen. Was die Außenpolitik angeht, so erheischen in dieser Hinsicht die chinesische Frage, das Problem der Malayischen Meere und die Frage einer eventuellen Teilnahme der Vereinigten Staaten am europäischen Krieg wichtige Entscheidungen Japans." Der Dreier- pakt, so führte der Redner weiter aus, sei von den Nationen abgeschlossen worden, die die gleichen Ideologien besäßen und er sei geschaffen worden aus dem gemeinsamen Wunsch heraus, eine neue und logischere Weltordnung aufzubauen. Im Dreierpakt arbeite man nicht für Einzelirtterefsen und Einzelvorteile. Wenn die USA. in den Krieg eintreten sollten, so würde Japan nicht zögern, auch seinerseits sofort in den Krieg einzutreten zu Ehren der überlieferten Treue und Ehre des japanischen Volkes. Auch das Problem der Malayischen Meere könne nicht .mit Stillschweigen übergangen werden, denn dieses bedeute für Japan eine Fraae von Leben oder Tod. Um alle diese Probleme zu lösen, sei es notwendig, die größte Entschiedenheit zu wahren und das ganze japanische Volk in höchstem Maße zu allem bereit zu halten. Der Abgeordnete Jmai richtete sodann eine Anfrage an den Zentralrat, in der es u. a. heißt, daß Konoye und Matsuoka bereits amtlich erklärt >hät- ten, daß der oftasiatische Lebensraum ttotz aller Schwierigkeiten geschaffen werden müsse. Um die japanische Führung in Ostasien sicherzustellen, dürfe auch vor Anwendung von Waffengewalt nicht zurückgefchreckt werden. Die Süd Politik müsse im Geiste des Dreierpaktes nunmehr durchgeführt werden, um die Abhängigkeit von England und Amerika zu beseitigen. Suyetsugu antwortete: ,Jch bin überzeugt, daß die Erklärung Jmais die Volks st immung richtig w i d e r g i b t. Die Regierung und Taisei Vokusinkai werden im gegebenen Augenblick eine Erklärung abgeben, die das Volk verstehen wird." * Die Kreuzzügler in den USA. sind wieder einmal dabei, einen neuen Höhepunkt ihrer Kriegskata- strophenagitation zu erklimmen. Unter diesen Umständen wirkt es heilsam abkühlend, daß aus Tokio her noch einmal das Stichwort erklingt:,-Sollten die USA. in den Krieg eintreten, so würde dies gemäß japanischer Traditüm, Treue und Ehre gleichzeitig den Eintritt des japanischen Reiches in den Krieg bedeuten." Schon am 29. Mai hat der Chef der Nachrichtenabteilung in der japanischen Marine, Kapitän Hiraide in einer Rundfunkansprache das japanische Volk zur moralischen Bereitschaft aufae- fordert, den schlimmsten Ereignissen im Stillen Ozean- die Stirn zu bieten und ebenfalls erklärt: „Die amerikanische Kriegsteilnahme wird auf Grund des Dreierpaktes sofortige Rückwirkungen auf Japan Haden." Es ist bezeichnend, daß Kapitän Hiraide in diesem Zusammenhang erklärte, daß die japanische Flotte 300 Schiffe zur Verteidigung des westlichen Stillen Ozeans zur Verfügung habe, obwohl sie mit weiteren 200 Schiffen die Aktion in China unterstütze: „Die japanische Marineluftflotte umfaßt rund 4000 Flugzeuge. Die gigantische* Walfische der japanischen Flotte sind bereit zum Schlag in jedem Augenblick." Aber auch Kapitän Hiraide hat nichts grundsätzlich Neues gesagt. Der japanische Außenminister Matsuoka hat schon am 8. Mai 1941 in einem Interview eines amerikanischen Journalisten als einen Beweggrund Japans zum Dreierpakt den Wunsch angegeben, „die Vereinigten Staaten vom Krieg fernzuhalten". Wenn die USA. aber trotzdem an den Feindseligkeiten teilnehmen sollten, so fühle sich Japan durch Treue uni) Ehre verpflichtet, an her Seite Deutschlands und Italiens in den Krieg einzutreten. Der amerikanische Zeitungsmann machte aus feiner Verblüffung kein Hehl und stellte die Frage: „Aber, Exzellenz, wenn Sie glauben, daß amerikanische Geleitzüge oder Begleitschiffe in Konflikt mit deutschen Flugzeugen oder U-Booten kommen sollten, würden Sie dies als einen Grund ür den Kriegseintritt Japans gegen Amerika aufassen?" Matsuoka erwiderte darauf kurz und bestimmt: ,Ja, das ist meine Meinung." Die Wiederholung dieser Erklärung Matsuökas erst durch Kapitän Hiraide und nun durch den Admiral Suetsugu schließt jedes Mißverständnis aus, umso mehr, als die Presse der USA. vor etwa zwei Wochen in ein großes Geschrei über eine sich verbreitende Neigung japanischer Kreise zu einem „Desinteressement" am Dreimächtepakt verbreitet hat. Matsuoka hat zu dieser „Trick-Politik, wie die der japanischen Armee nahestehende Zeitung ,^Hochi Schimbun" die Gerüchtemacherei der ^anfees nannte, nicht geschwiegen. Er hat ausdrücklich die Unwandelbarkeit der japanischen Politik im Sinne des Dreimächtepaktes hervorgehoben. Weiterhin hat die Einladung des Chefs der Nanking-Regierung, Wang-Tsching-wei, an den kaiserlichen Hof den Wunsch Japans unterstrichen, in China ohne Dazwischenkunft der USA. oder Englands zu einem Abschluß zu kommen. Japan gibt sich auch ^Rechen- Britische Siellungen bei Tobruk A kämen. Der gro- an- — In den Ai Männer i Weiland fü line kleine c ihrer Adolf sie sich- i Mitkämp aber trugt t ui beschütz iider'Lelt in aller L Einige der britischen Stellungen im hart umkärnpften Tobruk, das von den Truppen des deutschen Afrikakorps umzingelt ist. Oben ein kleines FeDlager. — Unten: Ein Geschütz, das zum Tett in den Wüstensand eingegraben ist. — (Associctted-Preß-M.) * L Srofil Lfcs Bel"1 »W* mW* 1 . iiin« ® Wangischingwei in Tokio eingetroffen. Tokio, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) ■r! „fiel1 Ä ilböter blieb W1 £ erneu' jL^Sufh», Ek es UN Bf n, ■Mn treibe: K Erteljg Klaren. der Moders, iSlein ff.,wische 9. ! '»■ s°° En °eren W Sunl b r£>b hä'« »’s "ds Besondere Aufmerksamkeit wurde der Verteidigung der Erdölfelder auf Sumatra und Borneo gewidmet. Sie werden durch starke Abteilungen geschützt werden. Eine Reihe neuer Militärflugplätze ist eingerichtet und mit modernsten Flakgeschützen ausgerüstet worden. B e t o n b u n - k e r sind über, das gesamte Gebiet von Nieder- ländisch-Jndien verteilt worden. Ser Feuerlöschdienst Niederländisch-Jndiens wird au^ebaut; ein Betrag von fL 200 000 ist hierfür zur Verfügung gestellt worden. Der Bericht schließt mit der Mitteilung, daß ständig Flugzeuge und Waffen in ßem Umfang aus den Vereinigten Staaten schäft, daß die merkliche Versteifung in der Haltung der niederländisch-indischen Regierung bei den Wirtschaftsverhandlungen durch ihre einseitige Bindung an England und die USA. bedingt ist. Fortschreitende Mobilisierung in Riederländisch-Jndien. Tokio, lö.Juni. (Europapreß.) Nachrichten aus Niederländisch-Jndien lassen erkennen, daß. die Mobilisierung des Landes in den letzten Wochen weitere Fortschritte gemacht hat. Einer Domei-Mel- dung zufolge ist eine größere Menge von amerikanischen Militärflugzeugen des Brewster-Buffalo-Types in Batavia angekommen und sofort von der niederländisch-indischen Luftwaffe übernommen worden. Das Motorschiff „Weltevreden" der Java-Pazifik-Linie ist ebenfalls feit Ende April mit einer Ladung von Flugzeugen für Java unterwegs. Einem Bericht, der dem Volksraad von Nieder- ländifch-Jndien vorgelegt wurde, ist zu entnehmen, daß verschiedene neue Divisionen von Infanterie, Artillerie und Pionieren gebildet wurden, die mit modernsten Waffen ausgerüstet sind. Ein Fallschirmjäger-Korps ist ebenfalls im Entstehen. Die Infanterie ist ungefähr zur Hälfte motorisiert, während die Motorisierung der Artillerie so gut wie vollständig durchgeführt worden ist. Die Küstenbatterien auf Java, Borneo und Celebes sind verstärkt worden. Mit erheblichen Beschädigungen einer Zerstörers ist zu rechnen. Oer italienische Bericht. Rom, 16.Juni. (DNB.) Der italienische Wehr machtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut In N o r d a f r i k a hat der Feind, der seit mehr» ren Tagen eine Offensivaktion vorbereitete, an bet Sollum-Front am Sonntag mit starken Kräften angegriffen. Er wurde überall mit beträchtliche: Verlusten zurückgewiesen. Die Schlacht geht weiter. Italienische und deutsche Flugzeuge haben wiedev holt Hafenanlagen sowie Befestigungen und Zel lager von Tobruk mit Bomben belegt 51 Marsa Matruk hat unsere Luftwaffe Verso» gungs- und Verteidigungsanlagen bombardiert. 2Iw Oftafrika ist nichts von Belang zu berichten. Oie Verluste der britischen Zerstörerflotte. Berlin, 16.Juni. (DNB.) Die britische Adntt Versenkungen. Allein in diesem» Jahre mürben außerdem von deutschen See- und Luftstreitkräften noch weiteresechs Zerstörer vernichtet. Der Zei» ftörer „Jersey", der nach Auflaufen auf eine Mine untergegangen ist, gehört zu der neuesten britische;« Zerstörerklasse. Er hatte 1690 Tonnen und ent« wickelte die hohe Geschwindigkeit von 36 Seemeile». Die Besatzung betrug 183 Mann. ßin Schnellboot-Kriegsabzeichen. Berlin, 16. Juni. (DNB.) Der Oberbefehls Haber der Kriegsmarine, Großadmiral Raeber,! hat durch Erlaß ein Schnellboot-Krieg sn abzeichen eingeführt. I Mit seemännischer Kühnheit und rücksichtslosem Einsatzwillen, so sagt der Erlaß, haben unserif Schnellboote viele erfolgreiche Vorstöße gegen bet Feind unternommen und in schneidigen Angriffe fahrten manches britische Kriegs- und Handelsschiff auf den Meeresgrund geschickt. In Anerkenniuiff dieser Taten wird die Einführung des Schnellboo-:« Kriegsabzeichens angeordnet. Das Abzeichen fann den Schnellbootbesatzungen — einschließlich der g ff fatfenen oder verstorbenen Soldaten und sonstiasff berechtigten Anwärtern — verliehen werden. Dit Verleihung erfolgt durch den Führer der Torpedo boote. Das Abzeichen wird zur Uniform wie bal| U-Boot-Kriegsabzeichen 1939 getragen. In den Durchführungsbestimmungen wird verfügt, daß das Abzeichen nach Ableben des Belieh-ff neu als Erinnerungsstück den Hinterbliebenen d?i* bleibt, denen es auch ausgehändigt wird, falls :6t Angehöriger zur Zeit der Verleihung bereits fallen oder verstorben ist. Kleine politische Nachrichten. General bet' Artillerie Leeb, der Chef W Heerenwaffenamtes im Oberkommando des Heers;.! vollendet am 17. Juni fein 60. Lebensjahr, Genera Leeb, der aus der bäuerischen Feld-Artillerie heff vorgegangen ist, wurde 1936 Kommandeur M 15. Division in Frankfurt am Main und 1939 Kommandierender General des Xl. Armeekorps in Hb nover. Er führte fein Korps in den siegreich«« Kämpfen des Polenfeldzuges und wurde im AM 1940 als Nachfolger des verstorbenen Generals H Artillerie, Professor Dr. Becker, Ches des Heere-* waffenamtes. Kommandant Professor Carlo Z una und WlufiM meister Emilio Tufacchi, unter deren Leitung die Deutschland-Konzertreise berAcademia di musi_____ ■■* M . mV 4 Deutsche Luftangriffe aus die Insel Cypern An die Gewehre! S deM Leif k l n Sill die bun Emen keiner besonderen Erwähnung. Bei ähr uno ‘ ®wr können ferner Zusatzrente über die Einkommen! grenzen von 110 bis 150 RM. hinaus erhalt^i Die höheren Bezüge werden von Amts wegen ^1 währt, ein Antrag ist nicht notwendig. Jahrmärkte und Krammärkte auch im Kriege. Aoria-^ nö". — nbe", d Die Studentinnen gehen in diesem Sommer einige Wochen als zusätzliche Arbeitskräfte in Rüstungsindustrie, um geschlossen dem Ruf Führers an die deutsche Frau zu folgen. Die freiwillige Fabrikarbeit während der Semesterferien stieg von Jahr zu Jahr. Die Einführung des pflichtmäßigen Fabrikdienstes bedeutete demnach nur den Abschluß einer Entwicklung, die die Initiative der Studentinnen herbeigeführt hatte. 4000 Studentinnen lösten im letzten Jahr urlaubsbedürftige Mütter an der Maschine ab. Sie haben über eine Million Arbeitsstunden der deutschen Arbeiterin als Bekanntmachung. Vetr.: Haltestellen für Oberleitungsomnibusse. Für die Oberleitungsomnibuslinien sind mit Wirkung vom 18. Juni 1941 versuchsweise folgende Haltestellen festgelegt worden: 1. Linie Bahnhof—Ende Rödgener Straße. Bahnhof (Wendeplatz) Liebigstraße (II. Polizeirevier) Hindenburgwall Goethestraße Stadttheater Ludwigsplatz Eichgärtenweg Curtmannstraße Volkshalle , Grünberger Straße Ende Rödgener Straße. 2. Linie Bahnhof—Licher Doll Me oben dis Ludwigsplatz Am Nahrungsberg Bei der „Stadt Lich" Graudenzer Straße Licher Wald. Keine Ursprungszeugnisse, modern nur Zeugnisabschriften dem Be w erbringst chreiben beilegen l — Lichtbilder nndBewerbungsunteo lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift deS Bewerbers tragen I ilmweltwechsel als Erholungsfaktor Wann und wie lange sotten wir Urlaub nehmen? Von Professor H. Lampert, Frankfurt a. M.-Bad Homburg v. d. H. •5 wurde ?Nen m °Ässtiilke sr EUie 1 *« i>i= । ?er als cm in QUs r F Qud) ?Qr ni(f)t 1 «in* st' &.• & “'S, Straßenbahn in der Bahnhofstraße vor der Ana- ...... 2642A zusätzlichen Urlaub erarbeitet. Verbesserungen der KrieoSopferversorgung. In der Kviegsopferversorgung treten ab 1. Juli Verbesserungen in Kraft. Witwen und Waisen erhalten nun ohne Prüfung des Bedürfnisses Zusatzrente. Allerdings wird neben einem Einkommen aus einer Beschäftigung der Witwe im öffentlichen Dienst so wie neben Ruhegehalt und Hinterbliebenenbezügen die Zusatzrente nur gewährt, wenn sie zusammen mit diesem Einkommen monatlich 140 RM. nicht übersteigt. Von dem Einkommen im öffentlichen Dienst bleiben jedoch 60 RM. monatlich außer Ansatz. Für Schwerkriegsbeschädigte wird die Zusatzrente um 15 RM. monatlich erhöht. Schwerkriegsbeschädigte, die nicht mehr arbeiten Die Haltestellen werden zunächst durch ein einem Kreis umschlossenes „H“ in weißer Farbe Mi die will Me" U Atmung Mttselige „Dorthin rin v'U W.el hier D Gpielvereimgung 1926 Leihgestem Die neu ausgestellte Jugendspielgruppe von Lch gestern trug am Sonntag ein Gesellschaftsspiel ge$n die gleiche von Teutonia Watzenborn-Steinberg as. Nach ausgeglichenem und schönem Spiel blieben ü kleinen Gäste aus Watzenborn-Steinberg mit 21 Sieger. Turnverein e V. Allendorf (Lahn). Zu einem Freundschaftsspiel war aW Sonnig die 1. Jugendmannschaft des Sportvereins Lollar Allendorf zu Gast. Bald nach dem Anstoß fon i Lollar durch ein schönes Tor in Führung gehn Aber ein schneller Vorstoß brafyte dem Gastgt! den Ausgleich. Kurz danach konnte Allendorf b ein weiteres Tor die Führung übernehmen. 91: der Pause war das Spiel ziemlich ausgeglich Das Ergebnis wurde bis zum Schluß gehalten. Kurze Sportnotizen. Hessens Fußballelf gewann in Kassels Vergleichskampf gegen den Bereich Mitte knapp m 1:0 (0:0). Das einzige Tor schoß der Kasseler Hum stürmer Hellwig nach Seitenwechsel. Stuttgarts Fechterinnen gewannen ii Stuttgart einen Dreistädtekampf gegen Franks am Main und Ulm. Gegen Frankfurt gewannen ii bei 8:8 durch die bessere Trefferzahl, gegen M» siegten sie mit 10:6. Frankfurt schlug Ulm 11:5. * M i t einem Weitsprung von 5,85 n wartete bei den Leichtathletikmeisterschaften am Kassel Fräulein Kirchhoff (Kassel) auf. Sie srÄ sich damit an die Spitze der Jahresbestenliste. Das Deutsche Volksbildungswerk gibt eine UH tistische Untersuchung über die Fremdspr,.N ch e n k u r s e der Volksbildungsstätten bekannt. jn der Beteiligung am englischen Sprachunterricht $ । ein Rückgang 'zu verzeichnen. Betrug die Beteü. 1 gung an der englischen Sprache gegenüber der u. Die Gestaltung der Erholungssürsorge der Gesunden wird eine der dringlichsten Aufgaben nach siegreich beendetem Kriege sein. Es gilt, durch eine die Konstitution, d. h. die ReaktionsbereitschaN des Körpers berücksichtigende Erholung, alle Schädigungen der Umwelt, besonders die gesundheitsschädigenden Einflüsse der Gewohnheiten und des Berufes, wieder auszumerzen. Zur Beurteilung der Verhältnisse ist es günstig, wenn wir z. B. die Reaktionsgeschwindigkeit des Organismus auf äußere oder innere Reize, also funktionelle Gesichtspunkte, als Einteilungsprinzip für die Konstitutionstypen wählen. Hierbei ergeben sich bei einer Einteilung der Menschen zwei Gruppen, die unscharf ineinander übergehen. Wichtig ist vor allem die Erkenntnis, daß es jene beiden Reaktionstypen, die ganz verschieden auf Umwelteinflüsse reagieren, in ihrer Reinheit unter den Menschen überhaupt nicht gibt, vielmehr sind alle Menschen Mischungen beider Reaktionstypen, wobei der eine mit der Mehrzahl seiner Eigenschaften mehr zu diesem, nennen wir ihn A-Typ und der andere mehr zu jenem Reaktionstyp, nennen wir ihn B-Typ, neigt Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal beider Reaktionstypen ist ihre verschieden starke „Reaktionsgeschwindigkeit", die beim A-Typ gering, beim B-Typ dagegen sehr groß ist. Der X-Typ ist der ruhige, sachliche, oft zu Pedanterie neigende Mensch. Er hat eine besondere Liebe für streng logischen Aufbau, für bas rein Formale. Er ist ein scharfer Kritiker. Der A-Typ ist vorwiegend Verstandes- und Pflichtmensch, vorsichtig, streng konsequent, sehr oft schroff, dabei häufig ruhig und bescheiden. In den Reihen der A-Typen finden sich sehr viele reine Mathematiker, Philosophen, Systematiker und Metaphysiker. Die „Gefahren" dieser Temperamentslage sind Starrsinn, Unduldsamkeit und Fanatismus. Die Reaktionsweise des A-Typs in körperlicher Hinsicht erkennen wir am deutlichsten bei einer akuten Erkrankung. Selten zeigt das Fieberthermometer in den ersten Tagen hohe Grade an. Nur langsam wird bei einem Infekt der Zustand schlimmer oder wieder besser. Die Reaktionen treten beim ausgeprägten A-Typ nicht stürmisch auf, der Heilungsverlauf entspricht mehr einer Geraden. Man findet unter diesen Menschen die Bindegewebsschwächen mit Senkfüßen oder Eingeweidesenkung, die allerdings häufig chronischen Reizen gegenüber lange widerstandsfähig sind. Sind sie aber einmal schwer erkrankt und folgt nicht der Tod, so dauert eine Erholung recht lange. Sie sollten in gesunden Tagen, und darauf kommen wir später noch zu sprechen, ihren Jahresurlaub m ö g l i ch st auf Einmal nehmen, da sie lange brauchen, bis sie auf einen Reiz ansprechen. Im Sportleben sehen wir im A=It)p vor allem den Langstreckenläufer. An Krankheiten kommen bei ihm besonders Tuberkulose, Gärungsdyspepsie, Magen-Darmsenkung, katarrhalisches Asthma u. a. m. vor. Ganz entgegengesetzte Eigenschaften als dieser A= Typ hat der 6-Typ. Dem „Erdenken" des A-Typs steht das „Erleben" des 6-Typs gegenüber. Der 6-Typ ist beweglich, lebhaft, wandlungsfähig; hat eine ausgesprochene Fähigkeit zur Synthese, hat Schwung, Wagemut und Phantasie — beim genialen Führer sich steigernd bis zur eigentlichen schöpferischen Gestaltungskraft. Während der A-Typ mit seinen Kräften haushält, verbraucht sich der B-Typ leicht, da er sich in seiner Begeisterung für alles Neue zu viel Arbeit ausbürdet und sich zu stark ausgibt. Jrn wissenschaftlichen Leben ist er der Ideenreiche, Jntensivhandelnde, der kombinierend zur rechten Zeit das Wesentliche erkennt, die Probleme stellt und Richtlinien angibt. Der B-Typ faßt seine Entschlüsse sehr rasch, ohne lange die der Natur bei akuten Krankheiten; hohe Temperaturen, starke Schweißausbrüche, Drüsenschwellungen, Durchfälle usw. Häufig tritt bei ihnen schon bei geringen Infekten eine vergrößerte Milz auf. Im Sport liegen dem 6-Typ die Sportarten, die nur kurzdauernde, aber intensive Leistungen verlangen. Er sollte, worauf ich später noch zu sprechen komme, seinen Urlaub in mehreren kurzdauernden Perioden nehmen, da er sich schnell erholt, aber ebenso schnell wieder verbraucht. An Krankheiten kommen bei dem B-Typ vor allem Rheumatismus, Gicht, Kreislaufkrankheiten, Diabetes, Fettsucht, spastische Asthma und andere Erkrankungen vor. Für unser Thema „Umweltwechsel als Erholungsfaktor" erhebt sich nun die Frage: „Welche Personen und wie lange sollen sie zur Erholung geschickt werden?" Maßgebend für die Beantwortung des ersten Teiles der Frage ist zunächst der vorliegende Körperzustand. Ist kein krankhafter Befund zu erheben, so müssen wir trotzdem zur Erhaltung der Arbeitskraft des einzelnen einen jährlichen Erholungsaufenthalt fordern. Die Zeitdauer des Aufenthaltes richtet sich nach dem vorliegenden Konstitutionstyp und wird am besten erst von dem behandelnden Kurarzt entschieden. Als Richtlinie diene folgendes: Der A-Typ benötigt durchschnittlich für einen erfolgversprechenden Urlaub eine Erholungszeit von 4 — 6 Wochen. Er braucht relativ lange, bis er auf einen Klimareiz anspricht. Er sollte deshalb seinen Urlaub auf einmal nehmen. Stehen dem 6-Typ, der sich rasch erholt, anderseits aber auch schnell verbraucht ist, 4 Wochen Erholung zur Verfügung, so sollte er lieber seinen Urlaub teilen, 2 Wochen in der schneereichen Märzluft des Hochgebirges und 2 Wochen im August-September an der See oder im Mittelgebirge zubringen. Wie notwendig es ist, daß der Arzt auch bei einfachen Erholungsreisen befragt wird, geht aus einer Bitte hervor, mit der vor einigen Jahren der Schiffsarzt eines KdF.-Schiffes sich an die Aerzte wandte: Er warnte davor, daß Erholungsbedürftige sich für KdF.-Seereisen entschließen, denn es handelt sich hierbei für die Betreffenden häufig um Vergnügungsreisen, die nur derjenige gesundheitlich aushält, der nicht so schnell auf Umweltreize anspricht (A-Typ). Auch hier also müssen wir feststellen, daß nur bei richtiger Dosierung die eigentliche Erholung möglich ist, nämlich dann, wenn wirkliche Entspannung eintritt, die gerade der 6-Konstitutionstyp so notwendig hat. Darum müßte man in Zukunft bei den KdF.-Reisen streng unterscheiden zwischen Dergnügungs- und Erholungsreisen, bei denen eine ganz verschiedene Zeiteinteilung für die Mitreisenden zweckmäßig ist. Am besten schildere ich die praktischen Folgerungen, die wir im Kurort Bad Homburg schon seit Jahren für die uns überwiesenen Erholungsuchenden aus der oben skizzierten Reaktionstypenlehre gezogen haben: Folgen zu bedenken. Im Körperlichen sehen wir die schnelle Reaktion-- -------- _ fähigkeit des 6-Typs in der stürmischen Antwort ersten Tagen einen individuell verschieden starken' iinanöer sie! dal seine , :«fi «in [ her bar| id) ist, venn ffli Summen bc Mchstum i hinten, die itiien in bei ieroor ans (innung in M andere nach unb er klauben Si $ glaub für nicht e Mn Wink Inb wenn Wisches F Id ober in nir alle, h rische ihrer ms junge feines Zim deichermah schenken. $ nitten der landen bi eit verbrii reifen. Edgar BORRMANNaj fiieflen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 undtlti ______________- -""1 Einfam.- Haus mit Heiz., Bad, Garage u. Garten zu verkaufen im Südviertel. Schr. Anfr. unt. 02048 a. ü. G. A. | Kaufgesuche | Guterhalt.dunkl. Anzug für 16jährigen, 1 Paar Dauu-Neitstrefel Gr. 39, 1 Bücherschrank, Eiche, 1 Büchergestell z.kauf.ges. Schr. Hlng. unt. 02045 a. d. G. A. | Verschiedenes | Hornbrille am 13. 6. am Aulweg 02049 verloren. Fliesen-UJandschonei Handtuchhalter L öfWS. Sand-Seife-Soda Garnituren. Schlüsselhalt» Reiz, der sogar mit Schlaflosigkeit und Bronchitis beantwortet werden kann. Lassen wir ihn in diesem Stadium Trink-, Badekur und Morgengymnastik ausführen, so können wir ihm schweren Schaden zufügen. Der B-Typ muß gezügelt werden, da er in seiner Begeisterung leicht zu Uebertreibungen neigt Der B-Typ aber ist es auch, der uns zeigt, was wahre Erholung ist und wie sie erreicht wird. Er benötigt Entspannung, weil er schon auf die kleinsten Reize reagiert und häufig innerlich gespannt, „verkrampft", ist; Entspannung aber folgt erst auf die richtig dosierte Anspannung. Erholung heißt nicht, sich in der Sonne liegend braten lassen. Erholung ist Entspannung; aber keine Entspannung ohne vorherige Muskelanspannung, die vom Arzt richtig dosiert und überwacht werden muß. Die besten Erfolge erzielte ich deshalb in Bad Homburg dadurch, daß ich schon morgens um s/»7 Uhr auf der Schwimmbadwiese das Morgenprogramm der Kurbehandluna selbst einleitete. Dadurch, daß man als Arzt die Morgengymnastik leitet, kann man am besten die Erholungsuchenden beobachten und nach der oben skizzierten Reaktionstypenlehre die weitere Kurbehandlung durchführen. Gerade auf diese Weise können wir am besten die klimatischen und sporllichen Reize in ihrer Wechselwirkung auf den menschlichen Organismus beurteilen und sie in das Gesundungsprogramm richtig einbauen. Wir sind am Ende unserer Ausführungen, auf Grund derer wir zusammenfassend feststellen können: 1. Umweltwechsel stellt einen Reiz auf den Organismus dar, der je nach Dosierung zu einem Faktor der Erholung ober des Schadens für den Körper werden kann. 2. Erft die Berücksichtigung einer Konstitutionslehre, die die Reaktionsgeschwindigkeit des Gewebes als Einteilungsprinpip wählt, gibt dem Arzt die Möglichkeit, eine Erholungskur konstitutionstherapeutisch, also individuell, persönlich und damit erfolgreich auszuwerten! llleiietiH od. cinf. Stütze mit guten Koch- und Haushaltskenntnissen Alter 25-35 Jahr., für gepflegt. Villenhaushalt in Vertrauensstellung gesucht. Zeugn., Bild u. Gehaltsansprüche an Dr. Lotterhos, Frankfurt tu 9)1., Goetheplatz 5. alle lästig. Haare Lebenlecken Pickel, Sommerspross. usw. entf. u. Gar. kür Immer Frau B. Gulden seit1935Fr.W.Henkel Sprechstund. jetzt Mlttwochs.ßießeu Am Riegelpfad 32, 9-17 Uhr dnrehg. MeineAnzeigcn m Gießener Anzeiger werden von Tausenden beackitet unv gelesen. lienischen, spanischen, russischen und franÄittn vor dem Kriege noch über die Hälfte aller Gesort- teilnehmer an diesen Sprachen, so ist dieser AnH im ersten Kriegshalbjahr schon auf 44,9 v. H. fünfen. Dagegen ist der Anteil der i t a I i enu । scheu Sprache von 29,1 auf 31,6 v. H. gestiegM ' Diese Sprache nimmt fast ein Drittel der genm- ten Fremdsprachen in Anspruch. In Auswirk' des regen Güteraustausches ist auch das Jnteixs, an russischen Sprachkursen stark gemach'!» War vor dem Kriege mit 0,2 o. H. der Anteil biEir Frau oder Fräulein für Eisdiele sofort gesucht. Schäfer, Seltersweg 51 Der Reichswirtschaftsminister hat festgestellt, M die Kriegsverhältnisse fein Anlaß sind, Mess^ 11 «... Jahrmärkte und Krammärfte zu verbieten, son-ss #.'l ober wenigstens die Sehnsucht danach haben Dir alle. Hat nicht die alte Mutter an der Ofen- ifcfje ihren bequemen Stuhl stehen? Sitzt nicht l-.is junge Mädchen am liebsten in der Bücherecke eines Zimmers? Der stille Winkel lockt uns alle -leichermaßen, um uns seine Gemütswerte zu chenken. Wer aber, wie jener Gartenbesitzer, inmitten der blühenden und sprießenden Natur seine stunden der Besinnung in friedlicher Abgeschieden- ! eit verbringen kann, der ist besonders glücklich zu [reifen. H. W. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Mädchen von ifanö". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .^Befreite flänbe". Gießener Vochenmarktpreife. / X. ikachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen 'ch für /^-Ware. Für L-Ware oder abfallende Ware iroie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger. * G i e ß e n , 17. Juni. Auf dem heutigen Wochen- narft kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Watte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, ilte, 5 kg 47, Wirsing, % kg 25, Mischgemüse 15, Tomaten 60, Lauch 24, Sellerie 21, Blumenkohl, das Stück 80 Rpf. bis 1,30 RM., Salat 10 bis 15 Rpf., Salatgurten 40 bis 80, Oberkohlrabi 10 bis 15 Rpf. Ein Knabe erlebt den Krieg. Von Marianne Schirm. Als der Vater 1914 ins Feld zoa, war Dietrich t-hn Jahre alt, sechs Jahre war feine Schwester Inna, und wenige Monate später wurde der kleine Bruder geboren. Was Dietrich in den Kriegsjahren erlebte, war ridjts außergewöhnliches, es war das Schicksal von Millionen deutschen Kindern. Die anfängliche Un- iche, die die Mutter jedesmal überfiel, wenn sie l»n Postboten erwartete, war einem stillen Ernst crwichen. Es waren auch bald so viele andere öor« jsn, daß die Frauen auf ihre Art kämpfen mußten, (s wurde immer schwerer, die Kinder satt zui be= || lummen und die immer dünner werdenden Klei- 1 Lmgsftüde wieder herzurichten. Dietrichs Mutter ging jetzt in eine Mumtions- [|f: bri? vor den Toren der Stadt. Im Aufdammern |ij5 Tages verließ sie das Hasu und kehrte erst am i |5 ad)mittag zurück. Schwer fiel ihr anfangs die |2irbeit, die sie nicht gewohnt war, aber ihre Augen ;| t ieben dieselben: ja, sie blickten inniger auf die [iSinber als in frohen Zeiten. I Zweimal war der Vater auf Urlaub da. Mutter ■ t ieb aus der Fabrik fort in diesen Tagen, sie wa- flr n auch zusammen spazieren gegangen, aber cs 11 Ktar nicht wie früher gewesen, und hinter allem , s'vnd eine dunkle Traurigkeit. Dietrich war mittlerweile dreizehn Jahre alt gc- vtvrden. Halb im Scherz, aber doch mit einem Mnenben Unterton von Ernst in der Stimme, . tjntte der Vater gesagt, ehe er fortfuhr: ..Du bist nun der älteste Mann in der Familie, Dietrich? l Qi half der Mutter, soviel er konnte und hielt i :tf) die jüngere Schwester dazu an. Ehe sie zur Lchule gingen, brachten sie den Kleinsten zur Srippe, und am Nachmittag stand Dietrich mit bim Einkaufsnetz vor den Lebensmittelgeschäften. I;enn er der Mutter in der Küche aufbauen konnte, ans er erwischt hatte, strahlten seine Augen in bim mageren Gesicht. Abends, im Bett, schon halb von Schlaf um- femgen, dachte der Knabe oft: „Alle gegen einen, kns ist ein ehrloser Kampf, und wer im Recht i,t, rrjuf3 ihn gewinnen " Er war dreizehn Jahre alt. „Dann wird der Vater wiederkommen, die Mutter glht nicht mehr in die Fabrik und alles wirb sein nie früher!" dachte er weiter. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fSr Dberhessen) Heiteres aus Oper und Operette. Bunter Abend mit KdF. im Gloria-palast. Die NSG. „Kraft durch Freude" hatte unter dem Motto „M u । i t, Gesang, Tanz — Heiteres aus Oper und Operette" zu einem großen bunten Abend im Gloria-Palast eingeladen, der sich eines ausgezeichneten Besuches erfreute; das Haus war bis auf den allerletzten Platz besetzt. Die Mitwirkenden, sämtlich vom Ensemble des Opernhauses Frankfurt a. M., waren Heinrich Ben - sing, Tenor, Marion Hunten, Alt, Mathias M r a k i t s ch , Baß, Lya I u ft u s, Soubrette, Emil Seidenspinner, Buffo, Emil Franz, Xylophon, Monika Wöhr, Vortragskünstlerin, und eine Tanzgruppe unter Führung der ersten Solotänzerin Lotte Riegel. Am Flügel wirkte als zuverlässiger und taktsicherer Begleiter Karl Kremer; die Kapelle Willi F e r n a u bestritt, sauber musizierend, das Rahmenprogramm. Emil Seidenspinner hieß zu Beginn namens der NSG. ,Kraft durch Freude" und im Namen aller mitwirkenden Kollegen von der Frankfurter Oper die Besucher herzlich willkommen. Angesichts der Fülle der Darbietungen — das nahezu dreistündige Programm umfaßte pljne die zahlreichen Zugaben und Wiederholungen 26 Nummern — ist es nicht möglich, in einem räumlich notwendigerweise begrenzten Bericht jede einzelne Nummer eingehend zu würdigen. Die Vortragsfolge, bunt, zwanglos und abwechslungsreich zuisamm engest eilt, erstreckte sich vom Klassischen bis zum Modernen, von Mozart und Rossini bis zu Strauß, Lehär und Benatzky, so daß jedermann auf seine Rechnung kam. Die Tänzerin Else B a - ros eröffnete mit dem anmutigen Allegretto von Mozart den heiteren Reigen. Mathias M r a k i t f ch, der erste Bassist der Frankfurter Oper, fang mit vollem Einsatz seiner kraftvollen Mittel die Arie „3n diesen heiligen Hallen" aus der „Zauberflöte", mit Heinrich Bensing das Duett aus „Martha", im zweiten Teil „Als Büblein klein" aus Nicolais „Lustigen Weibern". Die Altistin Marion Hunten erfreute durch die geschmackvoll vorgetragene berühmte Arie aus „Mignon" („Kennst du das Land ...") und die Arie der „Carmen" von Bizet. Ausgesprochene Erfolgsnummern waren die Ge- fangsDorträge der Soubrette Lya Justus: sie brachte mit wienerischem Charme und Temperament „Heut hätt' ich Zeit" von Benatzky, „Ja, das Temperament" aus der „Maske in Blau" und gemeinsam mit ihrem in großer Form und sprudelnder Laune befindlichen Partner Emil Seidenspinner ein komisches Duett aus „Wiener Blut" von Strauß, das sogleich wiederholt werden mußte. Heinrich Bensing (Tenor) fand großen Beifall mit Lehärs ,/Freunbe, das Leben ist lebenswert" und belohnte die begeisterten Hörer überdies mit dem „Soldaten am Wolgaftrand", der schlechterdings an keinem bunten Abend fehlen darf. Lebhaften Anklang fayden weiterhin die von Emil Franz mit ungemeiner Fingerfertigkeit gebotenen Tylophon- Paradeftücke („Sonnige Pußta". „Hopfasia", „Witzbold"). Die Vortragskünstlerin Monika Wöhr brachte so erprobte Sachen wie die „Billige Anetta" und „Ach Gott, was sind die Männer dumm" und verbreitete stürmische Heiterkeit. Emil Seidenspinner schoß im zweiten Teil, als die Stimmung schon erhebliche Wellen schlug, mit der komischen Serenade „Pimprinella" und dem parodistischen Gesang „Ach Luise" von Benatzky den Vogel ab. Eine hübfche, auch technisch sauber vorgeführte Tanznummer war die Bauernpolka, die Lotte Riegel tanzte; Lieselotte Zollinger und Emmy Dunst n g zeigten einen kubanischen Tanz und einen aufgekratzten bayrischen Ländler. Von den seriösen Tänzen seien noch der Indische Tanz (L. Zollinger) und der Slawische Tanz von Dvorak (L. Riegel) erwähnt. Die Tanzgruppe präsentierte ihr vielseitiges Können mit Step, Mazurka und den „G'schichten aus dem Wiener Wald". — Die große KdF.-Ge- meinbe erlebte ein paar Stunden unbeschwerter Heiterkeit und dankte mit donnerndem Beifall. Hans Thyriot. Frauen im Dienste derVolkögemeinschast. Bon der Arbeit in der KreiSgeschtistöstetle der 7!S.-Frauenschast. Gfs. Das deutsche Frauenwerk ist die größte Zusammenfassung von Frauen. In dieser sehr gut durchgegliederten Organisation wird eine Unsumme von Kleinarbeit geleistet, von der sehr wenig gesprochen wird, und die nicht Überall so ins Auge fällt. Die vielen Helferinnen trugen keine Uniform, und nur die kleine Nadel, das Abzeichen, zeigt, daß alle diese Frauen zusammengehören. Wir wollen einmal stille Zuschauer auf der Kreisgeschäftsstelle jein, um eine Ahnung zu bekommen von dem umfassenden Betrieb dieser Arbeitsstelle. Früh kommt die Post, die sofort erledigt wird. Eine Ortsgruppe des Kreises bittet für ihren Ge- meinfchaftsabend um den Film „Frauen-Schaffen im Krieg". Schnell wird versucht, den Film zu besorgen und den anzugeben, an dem er zu haben ist. Jeder Gemeinschaftsabend wird mit viel Sorg- falt zusammengestellt, denn diese Abende sollen jeder Frau ein Erlebnis werden, und in ihrer Mannigfaltigkeit sollen sie den Frauen helfen, die heutige Zeit zu verstehen und mit den Schwierigkeiten der Zeit fertig zu werden. Eine andere Ortsgruppe bittet, daß ein Kurs des Mütterdienstes in ihrem Orte stattfindet. Wieder eine andere bittet darum, daß ihre Frauen angelernt werden, die neuen Lieder zu fingen. Immer wird geholfen und alles eingeteilt unb eingeorbnet. Es klopft. Eine junge Frau steht braußen. „Mein Mann liegt hier im Lazarett, darf ich um ein Quartier bitten?" Sie wirb gebeten, in zwei Stunden wieder zu kommen, bis dahin wird ihr mitgeteilt, welche Familie sie während der Dauer ihres Aufenthaltes aufnimmt. Jetzt werden Pakete gebracht. Beim Aufpacken zeigt sich, daß bas erste Pantoffeln enthält, bie eine Ortsgruppe in Ar- beitsabenben für die Soldaten fertiggestellt hot. Das andere Paket enthält Flickbeutel. Diese kommen vom Land zur Entlastung der Bauersfrau in die Stadt, und ihr Inhalt wird in den Nähstuben geflickt. Das Telephon schrillt. „Ja wir flicken auch Soldatenwäsche und Strümpfe, schicken Sie sie nur in die Nähstuben, dort wird Ihnen geholfen." Unendlich viel ist hier schon geflickt und gestopft und fertig gemacht worden. Wieder klopft es. Eine Frau fragt nach der Schuhaustaufchstelle. „Die ist heute gerade geschlossen, aber kommen Sie Mittwoch, sicher wird es einen Rat für Sie dort geben." Eben kommt bie Abteilungsleiterin für Volkswirtschaft-Hauswirtschaft. Sie hat neue Rezepte zu- gefanbt bekommen, die einem großen Kreis von Frauen zugänglich gemacht werden müssen, denn sie sollen helfen, die Nährmittel und Gemüse, die uns zur Verfügung stehen, richtig einzuteilen und zu verwerten. 'Schnell werden die Rezepte vervielfältigt und versandfertig gemacht. Ein Kochkurs wird vorbereitet. Alle Frauen sollen Vorratswirtschaft treiben, und wir wollen helfen, daß dies möglich ist. In der Beratungsstelle wird der Kochkurs stattfinden, dies muß nun Überall bekanntgegeben roer^ den. Nun kommt eine der Betreuerinnen, die ins Lazarett gehen und die Verwundeten von Zeit zu Zeit besuchen. Sie sucht sich aus den gespendeten Dingen aus, was sie für unsere Verwundeten brauchen kann: Briefpapier, Rasierklingen, einen Obstsaft, ein Buch, jeder soll eine kleine Freude haben. In einer Ecke liegen Päckchen zum Fertigpacken. Wer bekommt denn diese? Sie sehen eigentlich dem Inhalt znad) mehr nach Mädchen als Soldaten aus. Stimmt, die sind für unsere „weiblichen Soldaten", Aber bann fiel ber Vater, kurz ehe ber Krieg beendet wurde. Die Mutter saß mit der Nachricht stundenlang am Fenster, die Augen blicklos ins Weite gerichtet, ohne Tränen. Später schrieb sie an einen Kameraden des Vaters, sie wolle alles wissen. So erfuhr auch Dietrich, baß ein Kopfschuß bas Leben seines Vaters beenbet hatte. Ein Amerikaner hatte ihn im Nahkampf abgegeben, das stand so beiläufig da, weil Mutter doch gebeten hatte, ihr alles ganz genau zu schreiben. Der Sohn ober kam nicht mehr davon los. Ja, das hatte er damals gelesen, daß Amerika, ber große, blühende Weltteil, nun auch feine Soldaten herüberschickte, frijche, wohlgenährte Burschen, denen der Krieg ein Abenteuer war. Denn ihr Vaterland war nicht bedroht, und von Deutschland wußten sie nicht mehr, als die Greuelgeschichten, die ihnen ihre Zeitungen erzählt hatten. Nein, bas würde er nie vergessen. Es kam ein Tag nach dem Kriege, da trafen in dem ausgehungerten Deutfchlanb Wagenladungen ein mit dem weißesten Mehl unb bem feinsten Zucker, mit fettem, eingesalzenen Schweinefleisch unb Hülsenfrüchten. Das sollte für die halbverhungerten deutschen Kinder sein, unb in ben Schulen suchten die Aerzte die hohlwangigsten und bleichsten aus, damit sie dieses Segens teilhaftig mürben. Unb es gab Leute in Deutschland, bie lobten den Edelmut unb bie Größe biejes fremben Erdteils so sehr, daß in ihren Reden etwas mitklang: ;,Seht, das sind Deutschlands Gegner; ja gewiß, es ist selbst am Kriege schuld gewesen." Nicht einmal bas sahen sie in ihrem Wahn, daß, was ba hereinkam an Nahrungsmitteln in bas Land, ein Almosen von beschämenber Niedrigkeit war, gemessen an dem, was Amerika am Kriege verdient hatte. Während unter internationaler Kontrolle Wene über Werte in Deutschland vernichtet wurden, Wagenzug auf Wagenzug als Tribut über die Grenzen des ausgebluteten Landes ging, das einen vierjährigen Kampf gegen die halbe Welt durchgefvchten hatte, speiste man die Aermsten im Namen der ■ Humanität mit amerikanischen Lebensrnitteln. Aber da geschah einmal in einer Schulstube etwas, was wie ein Wunder schien und bas doch selbsiverstänblich war, weil nur eins bazu gehörte: Ein lauteres Herz unb bie Ehrfurcht eines Sohnes vor dem Andenken des Vaters, der erschossen wurde auf französischem Boden von einem Amerikaner. Als der Schularzt durch die Reihen der Kinder ging, um die herauszusuchen, die sich zur Untersuchung einzufinben hätten, der Schulspeisung wegen, da sagte der Eine laut unb deutlich: „Nein, ich will nicht, mein Vater wurde von einem Amerikaner getötet!" Röte überzog die Stirn des Knaben nach diesen Worten, denn er fand, daß es so wenig fei, was er um des Vaters willen tat, und er wünschte ein Mann zu sein, dem größere Taten zukämen. Lächerliches Mäuschen. Von Werner Schumann. Als nach bem glücklichen Ende des Deutfch-Fran- zösischen Krieges 1871 die Berliner in hellen Scharen den Linden zuströmten, die heimkehrenden Sieger, an ihrer Spitze den Kaiser, mit gebührender Begeisterung zu empfangen, war unter ihnen auch der Maler stolzer preußischer Tradition: Adolf Menzel. Er hat sich freilich nicht allein zum Hurrarufen eingefunden, sondern um den Einzug ber Helden, wie vor einem Jahre bie Abreise des Königs ins Feld, für die Nachwelt im Bilde festzuhalten. Damit er in seiner Zwergenhaftigkeit von den wogenden Massen nicht erdrückt werde, auch um rascher in die Akademie zu kommen, hat er sich in eine Droschke gesetzt, deren Kutscher er fortwährend antreibt: „Schneller, schneller, Seine Majestät wartet nicht!" Es juckt nämlich den Arbeits» wütigen schon gewaltig in den Fingern. Durch ein Meer von wehenden Fahnen fahren sie, um endlich nach allerlei Zwischenfällen die Akademie zu erreichen, von deren Fenstern aus Menzel die geschichtliche Stunde aufs Papier bannen will. Der kleine, hurtige Mann stürmt die Treppen herauf und durch die verlassenen Korridore, denn vom jüngsten Malschüler bis zum würdigsten Lehrer drückt sich die gan^e hohe Akademie an ben Fenstern die Nasen platt. Jetzt fallen bie Glocken aller Berliner Kirchen machtvoll in ben Jubel ein. Menzel fegt burch die Säle, einen möglichst günstigen Platz zu erwischen. „Sind sie schon da?" ruft er atemlos im Dorübereilen, worauf es respektvoll zurückschallt: „Noch immer nicht, Herr Professor, aber bie Glocken läuten ja schon!" Die Glocken, die Glocken — was scheren ihn die Glocken! Die Majestät will er sehen, bie flatternden Fahnen, Dienstag, 17. Mi Ml unsere Mädchen in den kriegswichtigen Betrieben. Auch sie werden nicht vergessen. Der Bahnhofsdienst der NSV. ruft an. „Bei uns fehlt heute eine Hilfe, es find Frauen krank geworden." Wieder wird schnell für Ersatz gesorgt. Die Nachbarschaftshilfe meldet sich. Wir brauchen Hilfe für eine erkrankte Mutter. Die Kinder müssen versorgt werden. Auch die Erntehilfe muß eingeteilt und organisiert werden. Es geht nicht, daß unsere Bauersfrauen in der Haupterntezeit ganz allein stehen. Irgend eine Anordnung vom (Bau kommt, die durchgegeben werden muß, auch dies spiegelt sich wider in ber Arbeit ber Kreisgeschäftsftelle. Sieht man hier einmal länger zu, so bemerkt man erst, wie mannigfaltig bie Arbeit des Deutschen Frauenwerkes ist, unb daß es immer wieder diese Frauey sind, die hilfsbereit einfpringen unb keine Mühe scheuen, unb die jede Unbequemlichkeit auf sich nehmen, um zu helfen. Wissen wir doch alle, daß auch das nur ein Beitrag ist zum Gelingen bei dem großen Einsatz unseres deutschen Volkes. Oberhessische Diehversicherungs- anstatt a. <5. in G'eßen Die Oberhessische Viehversicherungsanstalt A. G. in Gießen hielt am Sonntag im Hotel Hopfeld ihre diesjährige Generalversammlung ab. Als Gäste waren von der Volksbank Gießen und der Bezirksviehverwertung Gießen Karl Sommer- Gießen, von dem Pferbeversicherungsverein in D i e z (Lahn) der Geschäftsführer Münz-Diez anwesend. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Bauer W. Müller-Salzböden, erstattete der Direktor, Dr. oan Bentheim, den Jahresbericht für bas abgelaufene 96. Geschäftsjahr. Der Geschäftsbetrieb ber Anstalt erstreckt sich auf bie Tierlebens- (Mit- glieberversicherung) von Pferden unb Rindern, ferner auf bie Versicherungsarten gegen feste Prämie (Nichtmitaliederoersicherung) unb zwar: Weide- Versicherung, Versicherung gegen Diebstahl unb Blitzgefahr, Versicherung von trächtigen Stuten, von zu erwartenden Fohlen, von Schlachtvieh, Transport- und Operationsversicherung. Rückversicherungen würben nicht genommen unb nicht gegeben. Der Geschäftsgang war zufriebenstellenb. Das Versicherungskapital erreichte eine Höhe von 3 908 260 RM. aus bem Mitgliebergeschäft unb 4 329 300 RM. aus dem Nichtmitgliedergeschäft. Durch die Verminderung des versicherten Pferdebestandes infolge ber von ber Wehrmacht eingezogenen Pferde ist in ber Tierlebensversicherung ein Beitragsrückgang zu verzeichnen, währenb im Nichtmitglieder- gefchäft bie Beitragseinnahmen und Versicherungssummen gestiegen sind. Die Prämieneinnahme beträgt in ber Viehlebensversicherung 170 528,10 RM., in ber Nichtmitgliederoersicherung 59 942,68 NM. Es würben bem Reservefonbs die Zinsen aus Kapital unb Effekten, bie außergewöhnliche Einnahme von zurückgezahlter Steuer und ber Gewinn aus dem Geschäftsjahr zugeführt. Das Geschäftsgebiet hat sich über ben früheren Freistaat Hessen unb 26 angrenzende Kreise erstreckt. Es sind 128 Viehbesitzer im abgelaufenen Geschäftsjahr neu eingetreten, 60 Diehbesitzer gingen in Abgang. Im Durchschnitt wurden die Pferde mit 619 RM., die Rinder mit 355 RM. entschädigt. Die Anstalt war im abgelaufenen Geschäftsjahr auch wieder an dem Körtierversicherungsvertrag, der zwischen ber Gemeinschaft Deutscher Privattierversicherer Berlin und bem Reichsnährstand geschlossen ist, beteiligt. Aus biesern Vertrag würbe eine Summe von 1300 RM. an. unverbrauchter Prämie zurückvergütet. Die Bilanz und bie Gewinn- und Derlustrech- nung für 1940 würben von Bücherrevisor Albrecht Kostet jedes Kind die Butter einen ES hängt ganz von dem Verhalten der werdenden Mutter ab, ob jedes Kind sie einen Zahn kostet. Wichtig ist vor allem, daß sie in dieser Zeit ganz besonders auf die Zähne achtet und sie stets richtig pflegt. Zur richtigen ZaHnpflebe gehört außer der täglichen, gewissenhaften Reinigung der Zähne mit Zahnpaste und Bürste eine vernünftige Ernährung, gründliches Kauen und die regel-^ mäßige Überwachung der Zähne. Chlorodont rotifti den Weg zur richtigen Zahnpflege bie blitzenden Helmspitzen, bas Gewoge ber Pferde unb bie langen Kolonnen des tapferen Fußvolks! Wie von ungefähr fällt da der Blick des Rastlosen auf eine griechische Statuette. Wer weiß, was seinem scharfen Auge in diesem Augenblick des unentschiedenen Wartens daran gefallen mochte? Schon ist das Brausen vergessen, hält ihn die plötzliche Vision gepackt, beginnt seine winzig-feste Hand übers Papier zu fliegen, während aus der Straße der Sturm von Minute zu Minute anschwillt. Der Fanatiker des Augenblicks — „unb wo ihr's packt, da ist's interessant!" — hgtte sein Objekt gesundem Wie ein Besessener steigert er sich in die Skizze, alles um sich her vergessend. Sein Ohr bleibt taub für ben Lärm, der die große Stabt erfüllt. Doch ein geheimnisvolles Rascheln unb Knabbern — bas schreckt ihn unversehens auf. Siehe da, ein zierliches, emsiges Mäuschen erscheint furchtlos am Sockel der Figur. Wie gebannt starrt es den Meister, nicht minder gebannt jtarrt der Meister fein Mäuschen an. Der Zug, mahnen ihn die Stimmen, die vor Aufregung sich überschlagen, der Zug nahe sich mit Pauken unb Trompeten, der Herr Professor möge nur eilig ans Fenster kommen! Doch Menzel denkt: das hübsche Mäuschen da, es darf mir ja nicht wieder entwischen, bas muß ich unter allen Umständen malen — und holt auch schon ein Stück Kaffeezucker aus ber Westentasche, um es dem kecken Nager behutsam hinzuschieben. Und dann führt die Meisterhand den Stift mit Eifer und Inbrunst, als gelte es, einen nie mehr wiederkehrenden Augenblick für die Ewigkeit zu skizzieren: der spitze Kopf erscheint auf dem Zeichenblock und bie weiche Linie des Rumpfes, die scharfen Krallen unb der schuppig geringelte Schwanz, währenddessen im Herzen Berlins der Triumphzug der Heimkehrer unterm Donner ber Kanonen vorüberzieht. Er hat bann geflucht unb gewettert, als es offenbar ward, daß er ein Stück Weltgeschichte zugunsten einer gewöhnlichen Hausmaus unwiederbringlich oerjäumte. Doch was hilft's, über die verrutschte Nickelbrille so tatenlos wütend btt Fahnen anzustarren und das boshafte Getuschel der Herren Kollegen anhören zu müssen? Er nimmt abermals den Block zur Hanb und kritzelt in einer Mischung von Ironie, gerechtem Zorn und überlegenem Humor unter den sanft geschwungenen Schwanz zwei Worte: lächerliches Mäuschen... Verhütet Wald- und Heidebrände *711 CREME schützt pflegt - Schuh den Vögeln! Hecken und Nistkästen als wertvolle Hilfe. Nach den'gesetzlichen Vorschriften wird, wer vorsätzlich Waldungen in Brand setzt, mit erheblichen Zuchthausstrafen belegt. Wer durch Fahrlässigkeit einen derartigen Brand- herbeisührt, kann Gefängnis bis zu einem Jahr erhalten. Wer an gefährlichen Stellen in Wäldern und auf Heiden oder in gefährlicher Nähe von feuerfangenden Sachen Feuer anzündet, kann mit empfindlichen Geldstrafen oder mit Haft bestraft werden. Diese Bestimmung gilt insbesondere für das Abbrennen von trockenem Gras auf Weiden, Wiesen usw. in der Nähe von Wald. Weiterhin sind Geld- und Haftstrafen angedroht für Personen, die mit unverwahrtem Feuer und Licht Wald- oder Heideflächen betreten, oder sich ihnen in gefahrbringender Weise nähern, wer in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober irrt Walde oder auf Heideflächen raucht, im Wald oder auf Heideflächen brennende oder glimmende Gegenstände fortwirft oder unvorsichtig handhabt, wer ebendort ohne Erlaubnis des Grundstückseigentümers oder seines Vertreters oder des.zuständigen Forstbeamten Feuer anzündet oder das gestattete Feuer gehörig zu beaufsichtigen oder auszulöschen unterläßt, wer schließlich bei Wald- oder Heidebränden, von der Polizeibehörde usw. zur Hilfe aufgeford'ert, keine Hilfe Zu den Eindrücken, die sich in unserem Erinnerungsbild mit dem Begriff der Heimat verbinden, gehört nicht nur, was unsere Augen sehen, sondern ebenso und oft noch nachhaltiger auch alles, was die Natur mit dem Wipfelrauschen der Wälder, dem sanften oder wilden Lied der Wellen, mit allem Singen und Klingen in Nähe und Ferne an tiefer Empfindung in unserer Seele weckt. Zum Sommermorgen gehört das jubelnde Tirilieren der Lerche, dis aus der Höhe Kaskaden von Tönen herniederrieseln läßt. Wo immer ein Dichter ein Liebesidyll besingt, wird neben dem duftenden Blütenrausch der Syringen das Schluchzen der Nachtigall nicht fehlen. In den Volksliedern lebt der Ruf des Finken und der des Kuckucks, wird von Amsel, Drossel, Fink und Star, von allen Vögeln gesungen! Wir brauchen uns nur der andachtvollen Stimmung zu erinnern, die auf einsamer Wanderung in der tiefen Versunkenheit dämmernder Buchendome oder am schilfgesäumten Ufer deutscher Seen über uns kam, um zu begreifen, wie untrennbar das Singen und Zirpen, das Rufen und Locken der Vögel in das unvergeßliche wald. Durch einen unglücklichen Zufall war der bedauernswerte Mann mit dem Oberkörper zwischen sein Lastauto und eine anrollende Kipplore mit Steinmaterial geraten, ipobei er so schwer verletzt wurde, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Um den so jäh aus dem Leben abberufenen Mann trauern seine Frau und mehrere kleine Kinder. mer errichtet, der auch die Leitung der Fachklasie übernommen hat. Bis letzt sind für diese neue Fachklasse der Berufsschule bereits über 20 Schüler vorgemerkt. ** Im Steinbruchtödlichoerungluckt. Am gestriaen Montagmittag verunglückte der 34 Jahre alte Kraftfahrer Franz Urrigshardt, Schottstraße 17 wohnhaft, im Steinbruch im Stadt- Lied verflochten ist, das die ' Heimat unserem Herzen sang. Und doch sind wir in Gefahr, dieses köstlichen Volksgutes beraubt zu werden. Was Jahrhunderte zuvor den Sängern des Waldes an Hege und Pflege gaben, was Hecken und Zäune, Nistkästen und winterliche Futterhäuschen ihnen an Heimstatt und Nahrungsmöglichkeit boten, das alles hat ein Zeitalter materiellen Denkens und fortschreitender Sachlichkeit, zwar ohne vorgefaßte Absicht, aber mit umso nachhaltigerer Wirkung genommen. Es ist so manches über die Notwendigkeiten gesprochen worden, um der Erhaltung des Heimatbildes willen, jedoch auch mit Rücksicht auf die unzerstörbare Lebenseinheit von Pflanze, Mensch und Tier eine neue und bewußte Harmonie zwischen Natur und Technik zu schaffen. Dahin gehört auch die schon vom guten alten Brehm erhobene Forderung „Schutz den Vögeln!", — nur in einem tieferen und umfassenderen Sinne, als wir dies je zuvor erfaßt und erfüllt haben. Mancher wird auch öfters yrit Verwunderung und Bedauern festgestellt haben, um wieviel klangJugendliche machen noch immer mit ihren Fahrrädern vollkommen überflüssige Fahrten. Aber auch Erwachsene gibt es, die gern einmal mit ihren Rädern hinaus ins Grüne flitzen, was man begreifen kann und was ihnen auch von Herzen gegönnt wäre, wenn dies zu einem anderen Zeitpunkt geschähe als gerade zu dem jetzigen. Der Stabsführer des Reichsjugendfuhrers hat durch entsprechende Maßnahmen das Radfahren der Hiller-Jugend für die Dauer des Krieges unterbunden. Sein eindringlicher Appell ist nicht ungehört verhallt, und die Hitler-Jugend wird gern das Opfer des Verzichtes auf das Radfahren für die Kriegsdauer auf sich nehmen. , v _ Ein ebenso ernster Appell gilt nun auch den Er- wachsenen. Manche Fahrt könnte eingespart werden, vor allem auch in den Städten. Da gibt es Straßenbahnen, die uns jederzett gut befördern. Aber auch das Laufen ist gesund. „Es ginge alles viel besser, wenn alles mehr ginge", hat einmal ein kluger und erfolgreicher Arzt gesagt. Folgen wir ihm, wir tun dabei etwas für unsere Gesundheit, Kahrradmäntel und -schlauche schonen Sas Fahrrad nur zur Berufsfahrt verwenden. und lassen wir die kostbaren Fahrradmäntel und -schläuche für unsere werktätigen Volksgenossen, denen die Entfernungen und Verkehrsverbindungen zu ihren Arbeitsstätten, an denen heute jeder einzelne unentbehrlich ist, Schwierigkeiten bereiten. Wir alle wissen, daß Fahrradmäntel und -schläuche aus dem kostbaren Rohstoff Gummi hergestellt werden. Daß dieser bei uns in Kriegszeiten knapp ist, ist für uns keine Neuigkeit. Und weil wir das wißen, wollen wir alles tun, um die Schwierigkeiten auf diesem Gebiete nicht noch zu verschärfen. Verzichten wir alle darum jetzt auf überflüssiges Radfahren zugunsten derer, die es aus triftigen Gründen nach wie vor tun müssen. Und je einsichtiger und treuer wir all diese Dinge auch im kleinen befolgen, desto mehr arbeiten wir für den Sieg. Darum heißt unsere Parole: Unser Fahrrad wird jetzt in Ferien geschickt, unsere Mäntel und Schläuche sollen den Werktätigen vorbehalten bleiben! Nach dem Kriege aber dürfen wir wieder mit einem zünftigen „Allheil!", so oft wir nur immer mögen, ins Grüne fahren! leistet. Auch Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Feld- und Forstpolizeiverordnung oder das Sengen von Rotchecken, über das Brennen von Waldflächen, über jede Art von Usberlandbrennen, wodurch Feuer in benachbarte Waldungen, bestellte Felder oder Weinberge gelangen kann, sowie über Verbrennen liegender oder zusammengebrachter Bodendecken, werden mit Geldstrafe oder Haft bestraft. Außerdem werden der Täter und seine Angehörigen für allen Schaden haftbar gemacht, der durch einen Waldbrand entsteht. Jedermann ist verpflichtet, bei Wald-, Moor- oder Heidebränden ohne Aufforderung Hilfe zg leisten, bzav. sie sofort zu löschen, sofern er hierzu in der Lage ist: andernfalls ist schnellstens die nächste Forst-, Feuerlöschpolizei- oder Polizeidienststelle zu benachrichtigen. Das Unterlassen dieser Verpflichtung wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren oder Geld» strafe bestraft. In den letzten Jahren mußte sehr viel über das Abbrennen von trockenem Gras auf Wiesen, Weiden, Böschungen usw. geklagt werden. Cs wird darauf hingewiesen, daß ein solches Ab- brennen von Gras usw. für jedes ht der Nähe befindliches Waldstück mit Feuersgefahr verbunden und deshalb strengstens verboten ist. ärmer das Konzert unserer gefieberten Sänger ht Wald und Wiese, in Gärten und Hecken geworden ist, soweit wir in unserem deutschen Vaterlande Überhaupt noch Hecken finden können! Kein anderer als der Führer legt die Erhaltung der Hecken, Sträucher und Bäume der Landwirtschaft durch einen Aufruf des Reichsbauernführers im Interesse des Vogelschutzes und deutscher Landschaftsyestal- tung dringend ans Herz. Er selbst hat, wie im letzten Odalheft Heinrich Schröder mitteilt, schon vor einigen Jahren auf dem Obersalzbera 5000 Nistkästen aufhängen lassen und zu ihrer Betreuung einen Dogelwart hauptberuflich eingestellt! Tatsächlich sind durch bi* Niederlegung von Hecken und Gehölzen — die übrigens auch insofern unentbehrlich find, als sie das Kulturland durch Abhal- tung der sonst ungehindert einfallenden Winde vor Austrocknung und Versteppung bewahren — die meisten Nistmöglichkeiten für unsere heimatliche Vogelwelt verloren gegangen. Der eigentlich für den Notfall plötzlich auftretender Schädlingsgefahr gedachte Masseneinsatz chemischer Spritzmittel zur Insektenvertilgung, der den zehnfachen Kostenauf- wand eines sinnvollen Vogelschutzes erfordert, hat mit den Schädlingen zugleich ungezählte Scharen von Singvögeln durch direkte oder indirekte Aus- Wirkung vernichtet. Ganz abzusehen von der Schädigung unserer Bienenvölker, die als Lieferanten der volkswirtschaftlich und volksgesundheitlich wertvollen Honigs und weiterhin durch die von ihnen vollzogene Befruchtung unserer Obstbäume und vieler anderer Pflanzen unentbehrlich sind. So ist es in jeder Beziehung zu unterschreiben, wenn der Reichsbund für Vogelschutz und die Arbeitsgemein, schäft deutscher Vögelschutzwarte als Hauptpunkt ihres gemeinsam gestalteten Programms die Forderung aufstellten: Weitgehende Wiederherstellung des Gleichgewichts m der Natur! Als erstes Der- suchsgebiet für eine großzügige Durchführung des Programms unter staatlicher Leitung ist der Harz ausersehen, dessen Vogelwelt besonders gefäbrbet erscheint. Für fpäter sind für alle deutschen Gaue Vogelschutz-Aemter geplant. 4 Jahre Zuchthaus wegen Kofferdiebstahl«. Lpd. Frankfurt a. M., 16. Juni. Der 30jah. rige, aus Marburg an der Lahn gebürtige Karl Sch äfer lebte in Wiesbaden mit einem Mädchen in wilder Ehe. Er drangsalierte das Mädchen häufig, schlug es und hielt es zu Unredlichkeiten an. Das führte zu keinem guten Ende. Kürzlich wurde Schäfer in Wiesbaden wegen Diebereien zu 2Vt Jahren Gefängnis verurteilt und nun erhielt er vom Sondergericht Frankfurt außerdem 4 Jahre Zuchthaus und 4 Jahre Ehrverlust. Das Mädchen hatte nämlich eingestanden, daß Schäfer auch zwei Diebstähle unter Ausnutzung der Verdunkelung begangen halte. Die harmlosere Tat davon war der Diebstahl eines Fahrrades eines Abends vor einem Wiesbadener Kino. Schwerwiegender war ein Kofferdiebstahl am 21. Dezember in einem v-Zug, der wegen Fliegergefahr verdunkelt war. Das Paar kam von Wiesbaden und wollte die Weihnachtstage in der Heimat Schäfers zu- bringen. Der Zug war sehr besetzt. Unterwegs stieg ein Soldat ein, Der feinen Koffer in den Seiten- gang stellte und dabei äußerte: „Es wird sich wohl keiner an meinem Koffer vergreifen". Als bann kurz nach der Abfahrt von Frankfurt im Zug die Lichter ausgingen, raunte Schäfer feiner Begleiterin zu: „Der Koffer gehört uns". Das Mädchen wollte von dem Diebstahl nichts wissen und warnte Schäfer noch mit dem Hinweis auf die strengen Kriegsgesetze. Schäfer aber ließ sich nicht abhalten, packte in Marburg den Koffer und verließ den Zug. Das Sondergericht erachtete, den Angeklagten als Volksschädling und betonte in seinem Urteil, wer sich am Gute eines Soldaten vergreife, der werde schwer bestraft Iäge r-Giehen geprüft, richtig befunden und von der Generalversarnrnlun genehmigt. Dem Verwaltungsrat wurde Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder, Bauer und Genossenschaftsdirektor Heinrich Schneider- Hungen, Bauer Wilhelm S ch m i d t-Wachenbuchen (Kreis Hanau) und Hermann I h r i n g-Lich wurden wiedergewählt. Der Vorsitzende dankte in seinen Schlußworten den Angestellten und den Vertretern der Versicherung für ihre treue Mitarbeit und bat die Mitglieder, auch weiterhin für ihr Versicherungs-Umer- nehmen zu werben in der Erkenntnis: Der Einzelne ist nichts, die Gemeinschaft ist alles. Dieser Grundgedanke sei auch fernerhin ihr altes schönes Ziel. HI.-Schützen im Wettkampf. Am Sonntagmorgen fand auf den Schießständen am Schützenhaus in Gießen die.Vannmeisterschaft 1941 im KK.-Schießen des Bannes Wetterau (116) statt. Das unter Leitung des Bannfachwartes durchgeführte Schießen wurde bei einer Beteiligung von acht Mannschaften und insgesamt 46 Schützen durchgeführt. Geschossen wurde in den drei Anschlagsarten, liegend, kniend und stehend freihand. Bester Schütze und damit Bannmeister 1941 wurde Richard Dem (Gefolgschaft 9/116, Schütze n- verein Leihgestern) mit 141 Ringen. Es folgen als 2. Heinz Rau (Bannstab, Schützengesellschaft 1926 Gießen) mit 132 Ringen: 3. Fritz Helf end ein (SRD. 1/116, Schützengesellschaft 1926 Gießen) mit 131 Ringen: 4. Günter Sundheim (Nachrichten 1/116, Schützengesellschaft 1926 Gießen) mit 125 Ringen: 5. Joachim H ö l z e l (Fähnlein 2/116, Schützenverein Gießen) mit 124 Ringen: 6. Wolf- aang Schäfer (Fähnlein 19/116, Postsportgemein- schäft Gießen) mit 122 Ringen; Heinrich Stipp (Gefolgschaft 42/116, Schützenverein Assenheim) mit 120 Ringen: 8. Ernst Schindler (Gefolgschaft 13/116, Schützenverein Steinbach) mit 120 Ringen; 9. Eberhardt B e i g a n g (SRD. 1/116, Schütze n- nerein Gießen) mit 120 Ringen; 10. Ernst Schnei- d e r (Gefolgschaft 13/116, Schützenverein Steinbach) mit 119 Ringen. In der Mannschaftswertung errang die 1. Mannschaft der Schützengesellschaft T926 Gießen (Heinz Rau 132 Ringe, Fritz Helfendem 131 Ringe, Günter Sund heim 775 Ringe, Kurt Petri 89 Ringe) mit 477 Ringen die Bannmeisterschaft 1941. Än zweiter Stelle folgte die Mannschaft des Schützenoereins Assenheim (Heinrich Stipp 120 Ringe, Klaus Engelbach 116 Ringe, Ernst Künzel 111 Ringe und Wilhelm Fcrulstich 111 Ringe) mit 458 Ringen. VH6 Gieheu. Nach einem der schönsten Teile unserer weiteren Umgebung, dem Gebiet des Scheider Waldes, lenkte am Sonntag der VHE. Gießen mit 40 Teilnehmern feine Schritte anläßlich feiner Juniwanderung. Von Eibelshausen, bis wohin die Bahn benutzt wurde, ging es nach dem anmutig am Berghang gelegenen -Eiershausen, um von hier das überaus reizvolle Schwarzbachtal teilweise zu durchschreiten. In kräftigem Anstieg wurde, nachdem der Segelflugplatz passiert war, bas 553 Meter hoch liegende Hirzenhain erreicht, wo die erste Rast gehalten wurde. Auf guter aussichtsreicher Landstraße wanderte man sodann zum Hauptziel des Tages, der rfüt einem 50 Meter hohen Turm versehenen Eschenburg. Von dort hatte man einen schönen Blick auf die umliegenden Berge des Scheider Waldes, auf die verschiedenen Orte des Dietzhölzetals, auf die Höhen des Hinterlands des Westerwalds, auf Greifenstein und Hohenfvlms. Auch dem neben der Gaststätte untergebrachten Museum mit zahlreichen Gesteinsarten, Ausgrabungen upd Versteinerungen wurde ein Besuch abgestattet. Nach ausgiebiger Rast erfolgte der Abstieg nach dem schön gelegenen Nanzenbach mit interessanten eigenartigen Fachwerks- bauten, und weiter ging es bann durch das idyllische, von hohen Waldbergen umsäumte Nanzen- bachtal zum Endziel Dillenburg, von wo nach einer Schlußrast die Heimfahrt angetreten wurde. . * ** Die Haltestellen der Oberleitungsomnibusse auf den beiden von morgen ab in Betrieb stehenden Linien werden heute in einer Bekanntmachung der Stadtwerke zur öffentlichen Kenntnis gebracht. »* Eine Fachklasse für das V ersiehe - rungsgeroerbe wird im Rahmen der hiesigen Berufsschule vom heutigen Tage ab im Zusammenwirken der Deutschen Arbeitsfront, der Jndustrie- und Handelskammer Gießen und der Reichsgruppe Versicherungen durch Versicherungsdirektor Kretsch- (Nachdruck verboten.) 6. Fortsetzung. 1 rene Wiese. Die durch Näder in den Boden geschnittene Spur ist von Gras überwachsen. Es Unwillkürlich zuckt Nissens Hand am Zügel. Auch Brigitte hält ihr Pferd an. Die Augen der beiden jungen Menschen halten sich gegenseitig fest. „Wie meinst du das?" fragt der Mann nach einer Weile. „So wie ich es sage." „Sei deutlicher. Bitte." „Herr Lietzendorf hat darum gebeten, öfters mit mir zusammen sein zu dürfen. Er schlug zufälligerweise den heutigen Nachmittag zu einer Dennis» xartie vor." „Unverschämtheit! — Und was hast du ihm geantwortet?7' Das junge Mädchen schüttelt den Kopf. „Nichts, was ich mir gemerkt hätte. Vielleicht genügt dir aber die Tatsache, daß ich den Nachmittag für dich freigehalten habe. Komm weiter." Nissen reitet hinter ihr her. So findet er Zeit, seine Gedanken in Ordnung zu bringen. Natürlich ist nichts dabei, wenn Lietzen- borf bei Linds verkehrt. Ein Betriebsleiter ist kein Sklave. Er kann sich seinen persönlichen Verkeyr suchen, wo er will. Er hat auch nickst die Pflicht, auf die Sentiments der Dominiks dabei Rücksicht zu nehmen. Seines Vaters Voreingenommenheit hat auch ihm den. klaren Blick getrübt. Wenn wirklich etwas dahinter steckte, bann hätte Brigitte ja njcht von dem Besuch Lietzendorss zu sprechen brauchen. So weltfremd ist die Tochter Mattheus Linds nicht. Er läßt den Braunen einen kurzen Galopp machen und ist nun wieder dicht neben der Kameradin. Die sieht, ba£ sein Gesicht wieder hell ist und nickt ihm zu. „Schön heute!" „Köstlich, Brigitte" „Ich freue mich, daß ich Lietzendorf abgesagt habe." Und halblaut fährt sie fort: „Ich freue mich, daß du da bist." „Danke, Brigitte." Der Himmel ist wieder blau wie Azur und steht Die Dominiks. Roman von Hellmuth M.Dottcher. voller blendender Lichter. Das Wasser glänzt wie Silber und ist spiegelglatt. Nistens Blick wandert weit, weit nach Unendlichkeiten und kehrt bann zurück und ist voller Staunen und voller innerster Beglücktheit. „Du hast seltsame Augen, Nissen", sagte eine warme Stimme dicht neben seinem Ohr. Eine hemmende Befangenheit fällt über ihn. „Du bist der einzige Mensch, der mich mit Dor- unb Vaternamen anredet. Warum tust du das?" Brigitte lacht. Eine Tonleiter hinauf. Ihr Pferd zuckt nervös mit den Ohrenspitzen. Es hält nicht viel von solchen menschlichen Geräuschen. „Laune , kichert Brigitte. „Du weißt ja, daß ich voller Launen stecke. Nissen — so nennen dich viele. Dominik nennen dich alle andern. Für mich liegt viel Besonderes gerade im Zusammenklingen deiner beiden Namen. Nissen! Ich habe im Lexikon nach- gesehen. Nissen kommt von Dionys. Und Dominik — das ist trotzig wie altes Herrentum. Und beides miteinander —'oas bist du." Sie biegen ah und galoppieren landeinwärts. Unter den Hufen der Pferde breitet sich jetzt Grasboden. Jeder Sprung durch die Halme gibt einen leisen surrenden Ton. Nissen sieht Brigitte heimlich an. Er ist verliebt--verliebt, ohne es zu wissen. Auch so etwas gibt es. Das Meer raunt von ferne. Das Gras um die Pferdehufe zirpt. Der Himmel ist blau. Herrgott, ist es da ein Wunder, wenn es anfängt im Herzen zu singen und zu klingen. „Schau dir mal die Birken an", sie weicht feinem heißen Blick aus, „dieses wehende, hauchzarte Geäst, das erste Lenzgrün, wie ein Schimmer von Licht..." Aber Nissen Dominik ist verliebt. „Genau so bist du, Brigitte!" sagt er und grüßt das junge Mädchen mit beglückten Augen, „es scheint mir oft so, als trügst du aus einem anderen Sein her die Seele einer Birke .." Aus ihrem halbgeöffneten Mund leuchten die weißen Zähne. „Achtung — Graben!" Sie fliegt schon drüber hin, wie verwachsen mit ihrem Pferde. Der Waldweg mündet in eine selten durchfah- blühen Vergißmeinntcht und Wiesenschaumkraut. Da und dort heben erste Sauerampferstauden ihre mit rotbraune^ Schildchen behangenen Stiele. „Du bist schön, Brigitte", sagt Nissen vor sich hin. Wie oft hat er es schon getan? Brigitte hält plötzlich ihr Pferd an. Ihr Gesicht ist gerötet von dem wilden Ritt. „Sag das noch einmal, Nissen Dominik." Er begreift erst jetzt, daß sie ihn gehört hat. „Ich habe geträumt." Sein Blick fliegt zu ihr hinüber und überflutet sie mit einer Fülle von Innerlichkeit. „Du hast es nicht Horen sollen." Das klingt wie zur Entschuldigung. „Aber ich habe es gehört--was nun?" scherzt Brigitte mit ernstem Gesicht. Ein weibliches in» stinkthaftes Urgefühl jagt ihr Gluten in die Stirne. „Vergiß esr lächelt Nissen und spürt sein Herz schmerzhaft schlagen. ' „Nie!" Sie erschrickt selbst vor der Hefttgkeit, mit der sie das Wort herausstößt. „Komm weiter", bittet sie nach einer Weile. Ihre Hand streicht dem Schimmel durch die Mähne und klopft ihm den Hals. „Bist du zufrieden mit meiner Reiterei?" „Ich bin dir böse wegen deines Leichtsinnes, Brigitte, aber... ich möchte immer so hinter dir herjagcn--immer „Immer, und möchtest mich niemals einholen?" „Doch!" „Und bann?" „Dann möchte ich dich kästen, Brigitte!" bricht es aus ihm heraus. Ihr ist es, als schlage ihr eine Hand aufs Herz. Der Schlag tut wohl und wehe. „Wir wollen umkehren", bittet sie leise, nur um ' etwas zu sagen. Sie hätte ebenso das Gegenteil verlangen können. Stillschweigend gehorcht Nisten. Seine Sippen werden schmal und weiß. Da stolpert der Schimmel über eine Wurzel. Brigitte verliert bei der plötzlichen Bewegung den Halt und stürzt nach vornüber. Nissen faßt zu. Mit raschem, heftigem Griff packt er die Zügel der Stute und reißt sie auf. I „Danke, Nissen!" sagt sie leise. 1 „Bist du müde?" fragt er. „Du hast dir vorhin zuviel zugemutet. Das Umkehren ist immer M schwerste." v ~ ■ Sie ertastet versonnen einen dunklen Untertort seiner Worte. „Das Umkehren ist immer dar Schwerste." „Was denkst du, Brigitte?" , „Das hat keine Worte, Nisten — lieber Nisten. Langsam sinkt das Dunkel auf sie nieder. Dann reiten sie heim. Dicht nebeneinander gehen die Pferde. Manchmal beim Schritt drängen die Reiter m» den Knien zusammen. Wenn es geschieht, wagt Nissen Dominik nicht zu atmen. Und noch minutenlang später spürt er den Druck wie eine Liebkosung. Aus der Ferne schallt das Bellen der Hunde in der Dorstadt. Ein Faulbaum gespenstert durch die Dunkelheit und füllt die Luft mit heißem, schwerem Duft. So reiten sie durch die Stadt. Lietzendorf begegnet ihnen. Er grüßt, wie es sich gehört. Aber über sein Gesicht zuckt etwas wie ein Lächeln. Nur eine Sekunde. Dann ist das Gesicht wieder glatt und höflich. „Werdet ihr den U-Boot-Au strag kriegen?" fragt Brigitte. Nissen ist betroffen. „Woher weißt du?" „Vater sprach davon." ,chm." „Wundert dich das?" „Wir wissen von unserem eigenen Betriebe nicht so viel wie dein Vater, merkwürdig!" Brigitte findet es nicht merkwürdig. Wer wie Mattheus Lind seine Hände in hundert Geschäften hat, hort viel. Vielleicht hat er sogar in Berlin bei der Reichsregierung davon gehört. Aber auch in der kleinen Stadt spricht sich so etwas ja herum. Plötzlich steht zwischen ihnen beiden wieder der Haß ihrer Väter. Sie fühlen es nur dumpf, unbewußt. Es ist nicht so stark wie bas Klingen m ihren Herzen. Aber es ist da. Dann sind sie am Gartentor der Lindschen Dma. „Gute Nacht, Brigitte." „Gute Nacht, lieber Nissen." . „Dielen Dank für den schönen Tag, liebe Brigitte." „Das müßte ich dir sagen." .. Sie reichen sich die Hände, (Fortsetzung