141. Jahrgang Nr. 64 terfctjeini lanlict). aufeet Sonntags und feiertags Beilagen: Die FUusinerte Gießener Familienblätter Hemiar imBild DieScsiolle Mvnats-Be-rugsvreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte «, 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 aucb bei ^«ichtersckemen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift:,^Anzeiger" Ponscheck 116»k Tranks. M Gietzener Anzeiger Vrühlsche UntDfrfltätsbniderei R. Lange General-Anzeiger für Gberhessen ^^Steßen?§chulftraße 7-9 Montag. 17. MSnMI Annahme von An^elgea für die Mittagsnummer bis8'/»Uhr desBornntlags Anzergen-Preiler Anzeigenteil 7 tftof le mm bei 22 nun Heilenbreite, Tertteil 50 Rvi. le mm bei 70 mm Heilenbreite AackläNe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Plavvorschrrft (oorberme Vereinbarung l 25'-,. mehr Oer Führer beim Staatsakt am Heldengedenktag. Wir danken den gefallenen Helden mit der siegreichen Beendigung dieses Krieges. Berlin, 16 März. (DNB) Zum zweiten Male in dem entscheidenden Freiheitskampf begeht d'e Nation den Heldengedenktag. In Oft und West, in Süd und Nord, außerhalb der Grenzen des wieder- aeborenen Deutschen Reiches stehen deutsche Soldaten an den Gräbern ihrer Kameraden Söhne, die heute den Waffenrock tragen, senken auf fremder Erde ehrfurchtsvoll die ruhmreichen Fahnen über den Hügeln der Väter An Bord der Einheiten der deutschen Kriegsmarine aus allen Weltmeeren kündet der Trommelwirbel unter der wehenden Reichskriegsflagge jene heilige Stunde, die dem Ge- denken der teuren Toten geweiht ist. Den Mittel- vunkt der Feiern am Heldengedenktag im Groß- oeutfchen Reich-bildet der Gedenkakt im Zeug»- haus zu Berlin, jener Stätte, die ruhmreiche Zeugen deutscher Soldatengeschichte birgt Schon Stunden vor der Feier strömten Tausende und aber Tausende zu dem neben dem Zeughaus gelegenen Ehrenmal, zu dessen Seiten die neue und die alte ersten. Wenn der amerikanische General Wood vor dem Untersuchungsausschuß des amerikanischen Senats versicherte, daß ihm Minister Churchill schon im Jahre 1936 die Erklärung abgab, Deutschland wäre schon^ wieder zu mächtig geworden und müßte deshalb in einem neuen Krieg vernichtet werden, dann beleuchtet dieser nunmehr geschichtlich erhärtete Tatbestand nur die wahre Verantwortlichkeit für die heutige Entwicklung. England und Frankreich wollten den Krieg, allein, es waren weniger die Völker, sondern dünne politische und finanzielle Führungsschichten, hinter denen als letzte treibende Kraft das internationale Judentum mit seinen Weltverschwörungen, der Demokratie und Freimaurerei steht. Die Hoffnung dieser verantwortlichen Kriegs- macher aber war es, durch das Vorschieben P o - lens nicht nur den äußeren Anlaß zum Krieg zu sinden, sondern die ihnen aus dem Weltkrieg her noch so nützlich erschienene Zersplitterung der deutschen Kräfte von vornherein sicher- zustellen. Der 1 81ä g i ge Feldzug inPolen hat diesen Hoffnungen ein lähes Ende bereitet Mit stolzer Zuversicht konnte unter diesen Umständen d'e deutsche Ration in das Jahr 1940 eintreten Trotzdem lebte unser Volk in keiner Selbsttäuschung über die Schwere des davorliegenden Kampfes Der Kampi im Westen in der Erinnerung jedes alten Frontkämpfers noch heute lebendig als Weg des Leidens ohne Ende, mußte entschieden werden. In genauer Kenntnis unserer Vorbereitungen und Pläne, im grenzenlosen Vertrauen auf den deutschen Soldaten, auf feine Rüstung, seine Führung, fein Können und vor allem aber seine Haltung, wagte ich es, am Heldengedenktag 1940 den bevorstehenden Kampf als den g l o r r e i ch st e n Sieg unserer G e s ch ich t e anzukündigen. Acht Wochen später begann dieser Kampf. Allein, ehe noch im Westen die Wehrmacht antrat, war die vielleicht wichtigste Entscheidung in diesem Krieg schon gefallen Am 9 April ist mit wenigen Stunden Vorsprung der gefährlichste Versuch Englands, die deutsche Verteidigungskraft vom Norden aus m das Herz zu treffen, vereitelt worden Als der Morgen des 10. Mai graute, war diese in der Folgenauswirkung vielleicht schlimmste Gefährdung unterer militari« scheu und wirtschaftlichen Position schon erfolgreich abgewehrt Der Kampf um die Entschei« düng im Westen konnte also beginnen. Er nahm den vorher bestimmten Verlaus Das in vier Jahren unsagbaren Opferlums im Weltkrieg nicht gelungen war. vollendele sich in wenigen Wochen: Der Zusammenbruch der brili sch-fran;ösischen Front. Ohne Rücksicht auf die geistlosen Meinungen des derzeitigen schuldbeladenen britischen Premierministers wird dieses Jahr 1940 in die Weltgeschichte eingehen als eines der ent- scheidungsreichsten und in der Auswirkung bedeutungsvollsten. Denn in ihm trat eine kräfteverfchiebung von wahrhaft historischer Bedeutung ein. Wenn Reichskriegsflagge flatterten. Oer Führer im Zeughaus. Gegen 12 Uhr traf von der Reichskanzlei her durch ein fast unübersehbares Menschenspalier die „Linden" entlangfahrend der Führer vor dem Zeughaus ein. Schlicht war der Schmuck des Lichthofes Von der Stirnwand herab grüßt ein großes Eisernes Kreuz, darüber die Reichskriegs- flagqe An drei Seiten des weiten Raumes haben Geschütze aller Kaliber Aufstellung gefunden, an den Seitenbalfonen hängen als Symbole preußisch- deutschen Soldatentums die Fahnen der großen Kriege, angefangen von denen Friedrichs des Großen bis zum Feldzug von 1870/71. Rechts und links haben 42 Soldaten mit den Fahnen der alten Arinee, der alten Kriegsmarine und der neuen Wehrmacht Aufstellung genommen Im offenen Viereck vor den Geschützen sind mehrere hundert verwundete der Wehrmacht und der Waffen-^ an- getreten. An der Gedenkfeier nahmen teil fast alle Reichs- chinister, Reichsleiter und Gauleiter, Staatssekre- läre und Führer der Gliederungen der Bewegung Jomie die gesamte in Berlin aktiv dienende Gene- rnlität. In der ersten Reihe nimmt neben dem Führer rechts der österreichische Marschall Freiherr von Boehm-Ermolli in der ihm vom Führer aus Anlaß seines 85 Geburtstages kürzlich verliehenen Uniform eines Generalfeldmarschalls l»ss deutschen Heeres als anwesender rangältefter Offizier den Ehrenplatz ein Der Generalfeldmar- !chall trägt zu seiner Uniform den Marschallstab des Ehemaligen k. u k österreichisch-ungarischen Heeres. Reben Generalfeldmarschall Boehm-Ermolli sieht man Großadmiral Raeder, die Generalfeldmarschälle i»6n Brauckutsch, Keitel und Milch sowie den Führer »es NS-Reichskriegerbundes General der Jnfan- erie a. D Reinhard und den Reichskriegsopferfüh- 'er SA.-Obergruppenführer Oberlindober Zur Lin- len des Führers stehen Reichsminister Rudolf Heß und Reichsführer H Himmler. Nach dem 1 Satz aus der 5 c-moll-Sinfonie von Beethoven, von Heereshochschülern der Staatlichen Akademischen Hochschule für Musik unter Leitung >es Heeresobermusikinspizienten Professor Schmidt Jetritt der Führer das mit der Reichsknegs- ’lagge geschmückte kleine Podium zu seiner Gedenkrede. Oer Führer spricht. Zum zweiten Male begehen wir in diesem Raum lie Heldengedenkfeier unseres Volkes. Mehr noch cis vor einem Jahr ist uns seitdem bewutzt geworden, wie wenig es Worte vermögen, den würdigen Jank einer Nation an ihre Helden abzustatten. In Imgen friedsamen Zeiten verlöschen tn der Erinnerung allmählich die Eindrücke der furchtbaren Er- Icbnisse des Krieges, aus denen sich Heldentum und Todesopfer herausheben. Es kommt dann oft so veit, daß eine Generation den Krieg als solchen überhaupt nicht mehr kennt und Helden verehrt chne auch nur im geringsten ihrer selbst noch wür- itg zu sein. Dann wird der härteste Einsatz des Cannes mit seichten Phrasen gefeiert, ja, es be^ seht die Gefahr, daß sich aus dem Erinnern an Heldentaten vergangener Zeiten die Gegenwart den Freispruch von der Derpflichtuna zu einer ähnlichen Haltung holen zu dürfen glaubt. Wenn aber tas deutsche Volk im Jahre 1941 seine Helden ehrt kann geschieht dies in einer Gegenwart und unter Umständen, die uns das Recht geben, st o 1 z e n Hauptes derer zu gedenken, die in den Kämpfen der ferneren und nächsten Vergangenheit ihr Heben für die Nation opferten Als wir vor zwölf Monaten in dieser weihevollen Holle unserer Helden gedachten, lag hinter uns der überaus erfolgreiche Beginn eines Krieges, Öen Deutschland nicht gewollt hat, sondern der uns von b?n gleichen Kräften aufgezwungen worden war de vor der Geschichte schon die Verantwortung hegen für den großen Völkerkrieg 1914—1918 Es Daren die Elemente, die es sich damals zum Ziele schien, der deutschen Nation das primitivste Lebens- r cht zu rauben, die in den Jahren des Versailler Üiktats die polittsche Versklavung und die wirt- syaftliche Verelendung Deutschlands zum Dogma euer neuen Weltordnung erhoben, und die nun b:r Wiederauferstehung unseres Volkes nut dem geichen Haß begegneten, mit dem sie einst das Zweite Reich verfolgten In einer völligen Verkennung der Sachlage, m einer dadurch mitbeömgten Verschätzung der eige- n*n und der deutschen Stärke aber auch in ihrer vollen Ahnungslosigkeit von der Aillens- und Entschlußkraft der neuen deutschen Führung glaubten sie, b?i der zweiten Niederringung unseres Volkes em dichteres Spiet zu haben als bei der versuchten Errichtung würdiger Kriegersriedhofe. Professor Kr>i S zum Generalbaurat bestellt. B e r (i n, 16. März. (DRV.) Der Führer hat am Heldengedenktag die Errichtung würdiger Kriegerfriedhöfe zur Beisetzung der Gefallenen dieses Krieges angeordnet und einen G e n e r a l b a u r a t für die Gestaltung der deutschen Kriegerfriedhöfe bestellt. Der Erlaß des Führers lautet: „Die Einrichtung würdiger Kriegerfriedhöfe zur Beisetzung der Gefallenen dieses Krieges ist vorzubereiten. Mit der Durchführung beauftrage ich den Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht. Zur Bearbeitung der mit der Gestaltung der Ehrenfriedhöfe zusammenhängenden künstlerischen Aufgaber bestelle ich einen Generalbaurat für die Gestaltung der deutschen Kriegerfriedhöfe. Ausführungsbestimmungen erläßt der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht. * Der Führer hat auf Grund feines Erlasses über die Gestaltung deutscher Kriegerfriedhöfe vom 16 März 1941 Professor Wilhelm Kreis zum Generalbaurat für die Gestaltung der deutschen Istanbul, 16. März. (Europapreß.) Auf dem Ehrenfriedhof im Garten der deutschen Botschaft in Therapia am Bosporus, an oen Arabern Der im Weltkrieg gefallenen deutschen Offiziere und Soldaten fand am Sonntag eine Heldengedenkfeier statt. Damit war eine Gedenkfeier zum 25 Todestage des Generalfeldmarschalls von der Goltz verbunden, der damals vor Kut-el-Amara den Heldentod fand und auf dem Ehrenfriedhof von The- rapia beigesetzt worden ist. Der deutsche Militärattache, Generalmajor v. Rohde, erinnerte an, die vier harten gemeinsamen Kriegsjahre mit dem türkischen Volk. Die Gräber riefen die Erinnerung wach an das Waffenbündnis des Weltkrieges und an eine langjährige Freundschaft der beiden Völker. Die Deutschen gedächten der vielen tausend tapferen türkischen Soldaten, die mit ihnen in vorbildlicher Kameradschaft auf den Schlachtfeldern der Dardanellen, des Iraks und Palästinas und im Kaukasus gekämpft hätten. Auch sie müßten heute geehrt werden. Damit verbinde sich die Erinnerung an den großen deutschen Feldmarschall von der Goltz Pascha, der in sich verkörpert habe, was deutsche und türkische Soldaten miteinander verbunden habe. Er habe das militärische Erziehungswesen der Türkei reorganisiert, und fei der große Lehrer des türkischen Generalstabes gewesen Tausende türkischer Offiziere seien durch seine Schule gegangen, diese Arbeit habe ihre Krönung mit den Siegen auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gefunden, vor allem Kriegerfriedhöfe ernannt. Kreis, der am 17. März 1873 in Eltville am Rhein geboren wurde und auf den Hochschulen in München und Braunschweig studierte, erhielt bereits mit 23 Jahren einen Ersten Preis im Wettbewerb um das Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Ein städtebauliches Meisterwerk vollbrachte er mit dem . Neubau der Augustus- Brücke in Dresden. 1914 zog Professor Kreis als Freiwilliger in den Krieg. In der Nachkriegszeit war er der Schöpfer von Ausstellungsanlagen in Düsseldorf und Dresden sowie einer Anzahl von privaten Industriebauten, bis ihm dann nach der Machtergreifung durch Aufträge des Reiches wieder die Aufgaben zuteil wurden, die feiner monumentalen Schaffenskraft und feinem genialen architektonischen Können entsprechen So ist die Planung für den Bau der Soldatenhalle und des Oberkommandos des Heeres, des Weltkriegsmuseums und anderer wichtiger Museumsbauten in Berlin fein Werk. Wilhelm Kreis war lange Jahre als Pro- feffor und Direktor an demKunstakademien in Düsseldorf- und Dresden tätig. 1938 ehrte der Führer den damals 65jährigen Architekten durch die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft. s in den Siegen des von ihm geführten VI türkischen Armeekorps bei Kut-el-Amara Generalmajor von Rohde begrüßte die anwesenden Vertreter der türkischen Wehrmacht und bezeichnete ihre Teilnahme als Anzeichen dafür, daß die türkische Armee ihren ; Marschalls von der Goltz Pascha nicht vergessen habe und niemals vergessen werde — Das Lied vorn Guten Kameraden erklang, während sich die Fahnen über den Heldengräbern von Therapia senkten. Dann begrüßte ,B o t s ch a f t e r von Papen den Kommandanten der Kriegsakademie, A l i Fuad, dessen Erscheinen eine besondere Ehrung für den verstorbenen Generalfeldmarschall von der Goltz Pascha und die gefallenen türkischen Soldaten sei. Diese Feier habe nichts mit Politik zu tun, denn die Soldaten müßten folgen, wohin der Befehl und der Ruf des Vaterlandes sie führe. „Uns aber", so fuhr der deutsche Botschafter fort, „umschließt aus dem einst gekämpften Kampf ein gemeinsames Schicksal, und seine Stimme übertönt die Stimmen, die Haß und Zwietracht säen wollen. Darin liegt das Vermächtnis der Toten, das wir laut und guten Willens bekennen: Wir bitten den Allmächtigen, daß er den Boden, auf dem wir Freundschaft und Gastlichkeit genießen und auf dem wir einst gekämpft haben, vom Kriege verschonen möge!" Botschafter von Papen schloß mit Heilrufen auf den Führer, das Volk und die Wehrmacht. Deutschland noch !m Jahre 1918 nur einen Teil dieser Erfolge hätte erzielen können, wäre der Weltkrieg gewonnen gewesen, heute steht die deutsche Wehrmacht in einem weltweiten Raume bereit, personell und materiell aus das Ungeheuerste verstärkt, entschtuhfreudig und zuversichtlich das zu vollenden, was in dem geschichtlich epochalen Jahr 1940 begonnen wurde. Damit aber treten wir nunmehr mit einem noch stärkeren Recht als 'm Jahre 1940 vor d i e deutschen Helden der Vergangenheit. Noch wissen mir alle, was sie besonders im Weltkrieg erdulden mußten und geleistet haben. Aber wir verbeugen uns vor ihrem Opfer selbst nicht mehr als Unwürdige. Als die deutschen Divisionen ihren Vormarsch im Westen antraten, hat die heutige Heldengedenkfeier ihren erhabendsten Anfang genommen, denn auf unzähligen Soldatenfriedhvren standen in dankbarer Ergriffenheit die siegreichen Söhne an den Gräbern ihrer heldenhaften Väter. Das deutsche Volk hat alles wieder gut ge» macht, was es einst in wahnsinniger Verblendung preisgab und verlor. So können wir uns gerade heute der Todesopfer des Weltkrieges wieder gehobenen Herzens erinnern. Inmitten all des ruhmvollen Geschehens der Gegenwart wollen wir dabei nicht die unermeßliche seelische Kraft übersehen, die das deutsche Volk und seine Soldaten dem Heldentum seiner Vorfahren verdanken. Umsonst sind auck die Soldaten des Weltkrieges nicht gefallen. Wenn auch damals den Opfern der augenblickliche Erfolg versagt blieb, so haben doch ihr heldenhafter Einsatz, ihr über alles Menschliche erhabener Kampfesmut dem deutschen Volk ein Vermächtnis hinterlassen auf das sich nicht nur jede an» ständige deutsche Generation mit Andacht und mit innerer Ergriffenheit besinnen wird, sondern das auch unseren Gegnern in lähmender Erinnerung geblieben ist. Vielleicht auch aus diesem kraftvollen Bewußtsein heraus gelang es heute dem deutschen Volk, so unendlich Großes zu tun. Es fühlt sich als Vollstrecker des Willens seiner tapferen Ahnen. Neben die Toten des Weltkrieges reihen sich nun ieOpferderFortsetzungdiefesKamp- f e s. Und wieder wie damals liegen die Sohne unseres Volkes in der Weite des Raumes und der Meere, überall als tapfere Kämpfer ihrer großdeutschen Heimat. Es ist der gleiche Mensch der — sei es im Weltkrieg oder in der Bewegung, in der Arbeit oder in dem uns heute aufgezwungenen Kampf — das Leben einsetzt und hingibt, um seinem Volk im großen die Zukunft endlich zu sichern und einen Frieden zu erzwingen, der zu einer besseren Organisation d^r menschlichen Gemeinschaft führt als jener, den die Diktatoren von Versailles verbrochen haben. Wir gedenken aber auch der italienischen Soldaten, die als Verbündete heute in großen Teilen der Welt ebenfalls ihr Leben hingeben mußten. Ihre Ideale und Kampfziele sind die gleichen wie die unseren: Die Welt ist nicht nur für einzelne wenige Volker da, und eine Ordnung, die sich für ewig aufbauen will nur auf Besitzende und Habenichtse, besteht nicht länger, als bis die Habenichtse Deutsche Heldengedenkfeier in der Türkei: Das gemeinsame Vermächtnis des großen Krieges. -Xi ■f -p w Der Führer begrüßt vor dem Ehrenmal verwundete S o l d a t e n, die bei der Feier einen Ehrenplatz eingenommen haben. Hinter dem Führer Großadmiral Raeder, Generalfeldmarschall von Böhm-Ermolli, Generalfeldmarschall Keitel, General der Infanterie Reinhard und Generalfeldmarschall Milch. — Nach der Weihestunde im Zeughaus begab sich der Führer, an dem aufmarschierten Ehren- bataillon der Wehrmacht vorbei, zum Ehrenmal, wo er den von Offizieren getragenen Kranz niederlegte. — (Scherl-Bllderdienft^ entschlossen sind, ihr Anteilsrecht auf Gottes Erde anzumelden und zu vertreten. Auch die Heimat muh In diesem Krieg schwerere Opfer bringen als früher. Auch ihr Heldentum trägt dazu bei, den entscheidendsten Kampf der deutschen Geschichte zu einem erfolgreichen zu gestalten. Und hier ist es nicht nur der Mann, der sich in seiner Widerstandskraft bewährt, sondern vor allem auch die Frau. Die Nation ist heute eine kämpfende Lin- heil geworden. Nicht weil fie diesen Kampf suchte, sondern weil erihraufgezwungen wurde. So wie England und Frankreich den Krieg erklärten, so begann England auch den Krieg gegen das zivile Leben. Der Blockade des Weltkrieges, dem Krieg des Hungers gegen Frauen und Kinder, fügte es diesmal den Luft -und Brandkrieg gegen friedliche Dörfer und Städte hinzu. Allein in beidem wird England unterliegen. Churchill wird mit dem von ihm verbrochenen Luftkrieg nicht Deutschland vernichten, sondern Britannien selbst. Und ebenso wird die Blockade nicht Deutschland treffen, sondern ihre Urheber. Wenn nun der Einbruch des Winters die Kampfhandlungen zu Lande beschränkte, dann haben dafür die Kämpfe in der Luft und zur See ihren Fortgang genommen. Dem Heldentum unserer U-Boots- und Schiffsbesatzungen fügt sich hinzu das Heldentum unserer Flieger Wir können den Heldengedenktag nicht würdiger beschliehen als durch die Erneuerung unse- r e s Gelöbnisses, den von unseren internationalen Gegnern angezettelten Kampf zu unserer Vernichtung zum endgültigen deutschen Sieg zu verwandeln. Hinter uns liegt ein arbeits- . reicher Winter. Was an unserer Ausbildung noch zu verbessern war, wurde getan. Die deutsche Wehrmacht ist nunmehr zum militärisch stärksten Jnstrum- ment unserer Geschichte emporgestiegen. Wenn in den Monaten dieses Winters in erster Linie unser Verbündeter die ganze Kraft der britischen Angriffe zu ertragen hatte, bann wird von jetzt ab d i e deutsche Wehrmacht ihren Teil an diesen Lasten wieder übernehmen. keine Macht und keine Unterstützung der Welt werden am Ausgang dieses Kampfes etwas andern: Englandwirdfallen! Die ewige Vorsehung läht nicht jene siegreich fein, die nur für die Herrschaft ihres Goldes das Blut von Menschen zu vergießen gewillt sind. Deutschland hat von England und Frankreich nichts gefordert. Alle seine Verzichte, seine Abrüstungsund Friedensvorschläge waren vergeblich. Die internationale Finanzplutokratie will diesen Krieg bis zum Ende führen. Es mutz und wird daher das Ende dieses Krieges ihre Der- u i ch k u n g fein. Möge uns dann die Vorfehung den rechten Weg finden lassen, um die ihrer Fe feln ledig gewordenen Völker einer besseren Ordnung entgegenzuführen. Kalt und entschlossen werden wir deshalb Im Fahre 1941 antreten um zu vollenden, was In dem vergangenen begonnen wurde. Ganz gleich, auf welcher Erde und in welchem Meer und Luftraum deutsche Soldaten kämpfen, sie werden wissen, datz dieser Kampf das Schicksal, die Freiheit und die Zukunft unseres Volkes entscheidet für immer! Indern wir aber diesen Kampf siegreich beenden, danken wir allen Helden der Vergangenheit am würdigsten: Denn wir retten das, für was auch fie einst gefallen find: Deutschland! Unser Volk und sein Grotzdeutsches Reich! Nack dem N"rklingen der Nationalhymnen begeben sich der Führer und seine Begleitung mit dem Leiter des Zeughauses, Konteradmiral Lörey, in die Sonderausstellung des Zeughauses, die eine große Anzahl interessanter Beutestücke von den oer- schiedensten Fronten aus diesem Kriege zeigt. Am Ehrenmal. Mit Front zum Ehrenmal hat inzwischen das Ehrenbataillon der Wehrmacht, bestehend aus einer Kompanie des Wachbataillons Berlin, einer Kompanie vom Luftwasfenbataillon Berlin und einer Kompanie Marine der Schiffsstammabteilung Weser- münde und Wilhelmshaven mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Bor den Stufen des Ehrenmals bilden Offiziersanwärter der drei Wehrmachtsteile ein Ehrenspalier. Ein besonderer Platz ist auch hier wieder den Beschädigten des Weltkrieges und den Verwundeten des jetzigen Krieges vorbehalten. Kurz nachdem die Teilnehmer an der Gedenkfeier sich zum Ehrenmal begeben haben, kündet das Locken der Spielleute das Nahen des Führers, der unter den Klängen der Nationalhymnen dieFront des Ehrenbataillons abschreitet, das dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht von Oberstleutnant F r o t s ch e r gemeldet wird. Das Lied vom guten Kameraden erklingt und der Führer begibt sich in das Ehrenmal. Ihm voran schreiten Offiziere mit einem Kranz, den der Führer im Jnnen- raum niederlegt. Inzwischen hat sich das Ehrenbataillon formiert und marschiert nun unter Vorantritt des Blocks der ruhmreichen Fahnen der alten und jungen Wehrmacht im Paradeschritt an dem Obersten Befehlshaber vorüber. Während noch aus der Ferne die Klänge des Musikkorps herüberhallen, besteigt der Führer seinen Wagen und fährt zur Reichskanzlei zurück. Das Wunschkonzert am Heldenaedenktag. Berlin, 16. März. (DNB.) Der Geburten- kalender des Wunschkonzerts am Heldenge- denktag verkündete neben den allsonntäglichen Einzel- und Zwillingsgeburten diesmal auch den lehr seltenen Fall von Vierlingen für den Gefreiren Wilhelm Doms aus Mechau (Kreis Sauer in Schlesiens Heinz Goedecke konnte mitteilen, daß der Führer selbst die Patenschaft über diese Vierlinge übernommen hat. Die Spendenliste w'es unter den vielen großen und kleinen Spenden eine in Höhe von 50 000 RM für deutsche Sol- d a t e n h e i m e aus. Die Gesamthöhe der Spenden für diesen Zweck beläuft sich damit auf 7,5 Mill. Reichsmark. Eine besondere Ueberraschung bot die Spende einer Division der Waffen-^ in Höhe von 251 000 RM, die der Ritterkreuzträger ^-Obersturmführer Vogt überreichte unter dem Motto: „Die Waffen-^ bezahlt ihr Reisegeld". Die Division habe ihre sämtlichen Fahrgelder in Polen, Belgien, Holland, Frankreich trg zur spanischen Grenze zusammengezählt und sei auf diese Summe gekommen, Oer preis der Englandhilfe. Schanghai, 16. März. (Europapreß.) Die in Schanghai erscheinende nordamerikanische Zeitung „Shanghai Evenina Post", die offenbar noch nicht von der Roosevelt-Zensur erfaßt worden ist, öffnet den Amerikanern die Augen darüber, welchen Preis sie für das Englandhilfegesetz zu zahlen haben werden. Das Blatt, das die Propaganda für die Annahme des Englandhilfegesetzes mitgemacht hatte, sagt wörtlich: „Die starken Steuern werden anschtvellen, um ein riesiges Rüstungsprogramm zu bezahlen. Jeder Bürger wird weniger ausgeben können für eigene Vergnügungen. Der Kauf von Luxusartikeln wird beschnitten werden. Die Preise werden [teigen. Die Regierung wird weniger Ausgaben für Sportplätze, Kanalisationen, neue Gebäude, Erziehung und Gesundheitsdienst, dagegen mehr für Bombenflugzeuae, schwere Geschütze und Kriegsschiffe machen. Der Lebens- standard des nordamerikanischen Volkes wird h e r u n t e r g e h e n. Die Regierung wird beizeiten Streiks in den Rüstungsindustrien verhindern. Die Konservativen werden mehr und mehr eine Ausdehnung des Begriffes Rüstungsindustrie fordern, und die Arbeiter werden finden, daß ihre stärkste Waffe ihnen allmählich aus der Hand ge- rungen wird. Die Arbeitsstunden werden ansteigen und die Arbeitswoche wird verlängert werden. Die Intoleranz, die bereits jetzt zunimmt, wird noch ausgeprochener werden. Diejenigen, die nicht mit der Regierung oder den herrschenden Gruppen in irgendeiner Gemeinde übereinstimmen, werden als Fünfte Kolonne, Saboteure und Verräter gebrand- markt werden. Die freie Rede und freie Presse werden beschränkt werden. USA., so wie es die Nordamerikaner gekannt haben, wird in den kommenden Monaten nicht mehr dasselbe "ein. Roosevelts Ratgeber unterwegs. Besprechungen in Lissabon. Lissabon, 16. März. (Europapreß.) Oberst D o n o v a n , der seit einiger Zeit als „persönlicher Sonderbeauftragter" des Präsidenten Roosevelt Europa bereist, ist am Freitagabend im Flugzeug in Lissabon eingetroffen. 2Iuf dem Flugplatz Sintra wurde Donovan von Harriman erwartet, der ebenfalls als Sonderbeauftragter Roosevelts auf der Reife noch London begriffen ist, wo er mit den britischen Behörden die mit den nordamerikani- schen Kriegsmateriallieferungen zusammenhängenden Fragen regeln soll. In Begleitung Donovans befand sich ein höherer Beamter des nordamerika- nischen Landwirtschaftsminlsteriums, der sich nach England begeben hatte, um den Engländern Ratschläge zur Steigerung ihrer land- w i r-t s ch a f t l i ch e n Produktion mit Hilfe amerikanischer Methoden zu erteilen. Donovan und Harriman hatten bereits auf dem Flugplatz eine längere Besprechung miteinander. Später hatte Do- novan eine Unterredung mit dem vor wenigen Tagen eingetroffenen Gesandten der Vereinigten Staaten in Portugal, Bert Fish. Es ist anzunehmen, daß dieser Besprechung der britische Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, beigewohnt hat, der am Freitagabend im Kraftwagen in Lissabon eingetroffen ist. Am Samstag reifte Harriman, der von zwei Sachverständigen, einem Obersten im Kriegsministerium und einem Flugzeugfachmann, begleitet wird, auf dem Luftwege nach London weiter. Gleichzeitig trat Donovan an Bord des Clippers die Heimreise nach Neuyork an. Mit dem gleichen Clipper flog auch der Landesverteidigungs- Minister 0 des irischen Freistaates, A i k e n , nach Neuyork, der in den Vereinigten Staaten Kriegsmaterial anzukaufen beabsichtigt. Harriman ist inzwischen in B r i st o l eingetroffen. Seine Aufgabe ist es, noch eigenem Augenschein die Angaben der englischen Regierung über die Hilfe, die sie aus den Vereinigten Staaten benötigt, zu ergänzen. Oie Rüstungsausgaben sollen durch Steuern gedeckt werden' Washington, 16. März. (Europapreß.) Der Unterausschuß des Ausgabenausschusses des Reprä- fentantenhauses genehmigte die von Roosevelt ein- gebrachte Sieben-Milliarde-Vorlage für die Enalandhilfe. Budgetdirektor Harold Smith reichte die Vorlage an das Plenum des Repräsentantenhauses weiter, das am Dienstag ihre Verabschiedung erzielen will. Der oppositionelle Senator Nye (Norddakota) will gleichzeitig mit der Behandlung der Sieben-Milliardenvorlage im Senat einen Steuervorschlag auf minöeftens drei Milliarden Dollar einbringen. Schatz- amtssekretär Marge n th a u unterstreicht in einer Erklärung, daß nicht ein, sondern zwei Drittel der Rüstungsaufwendungen durch laufende Steuern gedeckt werden sollen. Bisher wurde in der Presse nur von der Deckung eines Drittels gesprochen. Damit scheint Morgenlhau die Bahn für nicht unwesentliche Steuererhöhungen freigegeben zu haben. 3,5 Milliarden Dollars für Neubauten der USA.-Flotte. Washington, 16. März. (Europapreß.) Das Repräsentantenhaus nahm die Rekordvorlage des Marinedepartements in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar an, wovon 1,5 Milliarden Dollar f ü r Neubauten, darunter als neuer Typ sechs Schlachtkreuzer, bestimmt find. Die sechs Schlachtkreuzer sollen je 53 Millionen Dollar kosten, wobei nicht ersichtlich ist. ob die Bestückung in diesem Betrag eingeschlofsen ist. Außerdem wird die Flotte vier schwere und 23 leichte Kreu- z e r bauen. Die neuen Schlachtkreuzer sotten schneller als gewöhnliche Schlachtschiffe und imstande sein, lange Küstenpatrouitten im Pazifik und im Süd- atlantit durchzuführen. Sir Percy Noble als Atlantik-Schützer Stockholm, 15. März. (Europapreß.) Die bri- ttsche Admiralität hat Sir Percy Noble zum „Oberkommandierenden der westlichen Schiffahrtswege" ernannt mit der Aufgabe, mit den englischen Seestreitkräften die Schiffahrt im Atlantischen Ozean zu schützen. Sir Percy Noble wird also künftig der Verantwortliche für die sichere Ankunft der Transporte aus den Vereinigten Staaten von Amerika in England fein. Diese Ernennung, so schreibt „News Chronicle", lasse darauf schließen, daß auch andere Personalveränderungen de- Vorständen. England sei auf die Entschlossenheit und Erfindungsgabe derjenigen angewiesen, die die Strategie leiteten. Trotz schlechten Welters neue Luftangriffe. Vertin, 16. mär}. (DVV> Das 0Sw. gibt bekannt: Der Einmarsch der deutschen Truppen in Bulgarien verläuft weiterhin planmäßig. Ein starker Kampffliegerverband griff in der letzten Rächt trotz schwieriger Wetterlage wichtige Ziele in London und Südengland an. 3m Londoner Hafen entstanden mehrere mittlere Brände und ein Großfeuer. An anderen Stellen Südenglands wurden Flugplätze und Hafeneinrichtungen wirksam mit Spreng- und Brandbomben belegt. 3n Nordafrika bekämpften deutsche Aufklärungsflugzeuge mit guter Wirkung britische Fahrzeugkolonnen und Truppenansammlungen bei Age- dabia. Auf der Insel 2U a 11 a bombardierte die deutsche Luftwaffe die Flugplätze halfar und Cuc'a. Ein deutsches Jagdflugzeug schoß hierbei im Luftkampf ein britisches Flugzeug vom Muster Vickers- Wellington ab. Der Feind warf in der letzten Rächt mit fchwa- chen Kräften im westdeutfchenGrenzgebiet , einige Bomben. Militärifcher Schaden entstand nicht. I Der sonstige Sachschaden ist gering. 3n einem Kriegsgefangenenlager wurden zwei Franzosen ; durch eine britische Sprengbombe verletzt. 3n der 1 Zeit vom 12. bis 15. März verlor der Feind 31 Flugzeuge, davon elf in Luftkämpfen, elf weitere durch Nachtjäger, sechs durch Flakartillerie und drei durch Marineartillerie. Während der gleichen, Zeit betragen die eigenen Verluste 21 Flugzeuge. Oer Wehrmachibericht vom Samstag. Berlin, 15. März. (DNB.) Das OKW. gibt bekannt: Die Luftwaffe fetzte in der letzten Nacht ihre Operationen gegen Großbritannien mit unverminderter Kraft fort Starke Kampffliegeroerbände griffen erneut Glasgow bei gutem Wetter und klarer Sicht mit durchschlagender Wirkung an. 3n Hafen-, Werft- und Speicheranlagen entstanden zahlreiche Grohseuer. Die letzten Staffeln stellten eine außerordentliche Rauchentwicklung über den Angriffszielen fest. Ein anderer starker Kampffliegerverband griff gleichzeitig das Stahlzentrum Sheffield an. Bomben schweren und schwersten Kalibers trafen mehrere Stahlwerke sowie eine Ge- schühfabrik und riefen starke Brände hervor. Weitere erfolgreiche Angriffe richteten sich g e g e n b i e Tilbury-Docks bei London sowie Hafeneinrichtungen von Plymouth und Southampton. Auch in verschiedenen kriegswichtigen Werken von Leeds entstanden nach Abwurf von Spreng- und Brandbomben Großfeuer. Bei einem Angriff gegen einen Geleitzug an der britischen vstküste versenkte die Luftwaffe zwei Han- dclsschiffe mit zusammen etwa 11 000 BRT. und beschädigte ein drittes Schiff schwer. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften an verschiedenen Stellen Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Schäden an Industrieanlagen find geringfügig. Einige Zivilpersonen wurden getötet oder verletzt. Bei Nachtfagd schoß Hauptmann S treib feinen 10.Gegner ab. Angriffe gegen frie Keren-Front Der italienische Bericht. Rom, 16. März. (DNB.) Der italienische wehr- Machtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: An der griechischen Front haben wir im Abschnitt der 11. Armee in Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung Gefangene gemacht und Waffen erbeutet. Abteilungen unserer Luftwaffe haben einen wichtigen griechischen Flugstützpunkt bombardiert. Des weiteren wurden feindliche Truppen mit Splitterbomben angegriffen. Am Nachmittag des 15. März haben feindliche Flugzeuge v a (o n a bombardiert. Es entstand leichter Schaden. Lin feindliches Flugzeug wurde von der Marineflak ab- gefchoffen. Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben die Anlagen des Flugplatzes Hal F a r angegriffen. Lin feindliches Flugzeug wurde abgefchof- Jen. In Nordafrika wurden britische Krastwagen- anfammlungen in der Umgebung von Agedabia von deutschen Verbänden bombardiert. In O st a f r i k a hat der Feind am 15. März mit starken Kräften feinen Angriff gegen die gesamte Keren - Front wieder aufgenommen. Er wurde überall unter großen Verlusten für den Angreifer zurückgeschlagen. Der Feind unternahm des weiteren Luftangriffe gegen Abrafeico (Eritrea), die einigen Schaden anrichteten, auf Diredaua, wo kein Schaden entstand, fowie im Abschnitt von Keren, wo ein feindliches Flugzeug durch Gewehrfeuer ab- geschossen wurde. Neuer Angriff auf Giarabub abgewiesen. Der italienische Bericht vom Samstag. Rom, 15. März. (DNB.) Der ttalienifche Dehr- mochtbericht vorn Samstag hat folgenden Wortlaut: An der griechischen Front Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung im Abschnitt der 11. Armee. In der Nacht zum 14. und am 14. selbst haben Verbände unserer Luftwaffe zu wiederholten Malen Fahrstraßen, feindliche Stellungen, Batterien und Truppen angegriffen. In Luftkämpfen wurden vier feindliche Flugzeuge abgefchossen. Zwei unserer Jagdflugzeuge find zu ihrem Stützpunkt nicht zurückgekehrt. In N o r d a f r i k a ist ein feindlicher Angriff auf Giarabub abgeroiefen worden. In der E y renal k a habcnFlugzeuge des deutschen Fliegerkorps am 13. feindlicke motorisierte Abteilungen mit Bomben und MG.-Feuer belegt Fast 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis der Stratzensammlung am 1. und 2. März 1841 Berlin, 15. März. (DNB.) Kurz vor der Durchführung der 6. Reichsstraßenjammlung des Kriegs-Winterhilfswerkes am 1. uno 2. xiar.s 1941, bei der die Formationen der Partei (SA., ff, NSKK., NSFK.) die G l a s p l a k e t t e n mit den Köpfen berühmter deutscher Männer anboten, behauptete der englische Rundfunk, daß Adolf Hitler zu Unrecht in dieser Reihe großer Deutscher vertreten sei. Das deutsche Volk müsse diese Plakette ablehnen, um auf diese Weise zu zeigen, daß es mit seiner Führung nicht einverstanden sei. Da der englische Rundfunk in Deutschland kein Hörervublikum besitzt, übernahm es der deutsche Rundfunk, seine Hörer von dem englischen Standpunkt in Kenntnis zu setzen. Nun liegt das vorläufige Ergebnis dieser Reichsstraßensamm» lung, die von den Engländern gewissermaßen als Volksabstimmung angesehen wurde, vor: Während bei der Reichsstraßensammlung Anfang März 1940 ein Gesamtergebnis von 11 106 483,02 Reichsmark erzielt wurde, stellt sich das Ergebnis bei der ersten Märzsammlung in diesem Jahre auf 18 804 329,12 RM. Die Steigerung beträgt somit 7 697 846,10 RM., das sind rund 6 9 o. H. mehr. Der Durchschnittsbetrag hat sich je Kopf der Bevölkerung von 14 auf 24 R p f. erhöht. Jeder Deutsche, Kinder und Greise eingeschlossen, gab bei dieser Sammlung 10 Rpf. mehr als im vergangenen Jahr. Die begehrenswerteste unter allen zwanzig Plaketten aber war die Führerplakette, für die in vielen Fällen bis zu 200 RM und mehr gegeben wurden. Diese Antwort, die jenseits des Kanals keine Freude oder Hoffn-mg auslösen wird, ist uns ein selbstverständlicher Beweis, daß das deutsche Volk bedingungslos zu seinem Führer steht. In 0 ff a f r i f a an der Nordfront Aktionen der feindlichen Luftwaffe auf Keren und andere Ortschaften Eritreas. An der Westfront wurde ein feindlicher Angriff abgeroiefen. An der Südfront haben unsere Flugzeuge auf Lastwagen herangebrachte englische Truppen auf der Straße Gorrahei—Da- qabur mit Sprengbomben und Maschinengewehr- feuer belegt i Italienisches Lazarettschiff wider alles Völkerrecht versenkt. Rom, 16. März. (DNB.) 3n der Nacht zum 15. März griffen zwei Torpedoflugzeuge, die sich im Gleitflug genähert hatten, das hell erleuchtete und mit allen völkerrechtlich vorgeschriebenen Abzeichen versehene italienische Lazarettschiff „Po" auf dec Reede von valona an. Das von zwei Torpedos getroffene Schiff sank schnell. Die als Krankenschwester an Bord des Lazarettschiffes weilende Tochter des Duce, Gräfin Edda Eiano, verließ als eine der letzten das finkende Schiff. Es ist eine Anzahl von Toten zu beflogen. Das britische ll-Loot „©nopper' verloren. Stockholm, 17. März. (DHB.) Dle brllische Admiralität teilt mit, daß das U-Boot „Snapper* überfällig fei und als verloren betrachtet werden müsse. Das U-Boot war 1935 vom Stapel gelaufen. Es hatte 670 Tonnen Wasserverdrängung In aufgetauchtem Zustand und 40 Mann Besatzung. Seine Geschwindigkeit betrug 15 Seemeilen über und 10 Seemeilen unter Wasser. Die Bewaffnung bestand aus sechs Torpedoausstoßrohren, einem 7,S-cm-Gefchüh und einem Maschinengewehr. Kleine politische Nachrichten. Im Zuge der Inspektion der neuen Gebiete besuchte Reichsjugendsührer 21 x m a n n in Lothringen den Dienst der neu erstellten Einheiten der Jugend in acht Bannen sowie deren Heimen und Dienststellen. Bei seiner Fahrt durch die Maginotlinie legte der Reichsjugendsührer an den Gräbern gefallener Soldaten einen Kranz der deutschen Jugend nieder. In Metz sprachen der Reichsjugendsührer und Gauleiter Bürckel zu 2000 Jungen und Mädeln. Nach Mitteilung Neuyorker Marinekreise wurde das zweitgrößte Motorschiff mit Kühleinrichtung „A s r i c S t a r" (11 900 BRT.) kürzlich durch feind- liche Aktion versenkt. Das Schiff gehörte der Blue Star Line in London. Der Dampfer „Benjamin Franklin" (7034 BRT), der im Dienste Großbritanniens fuhr, wurde auf der Fahrt von Los Angeles noch England unweit der englischen Küste versenkt. An Bord befanden sich vier Douglas-Bomber sowie größere Mengen Lebensmittel. Von der 37-köpfigen Besatzung haben sich nur sechs Mann retten können. Aus aller Wett. Schweres Larolnenunglück an der Innsbrucker Nordkette. Am Sonntagnachmittag ereignete sich auf dem Südhang der Innsbrucker Nordkette ein schweres Lawinenunglück. Durch die Sck)neemassen wurde ein Hang verschüttet, auf dem sich zahlreiche Wintersportler sonnten. Bis Sonntag abend wurden ein junger Mann und ein Mädchen, deren Identität noch nicht festgestellt werden konnten, so- wie ein Schwerverletzter und zwei Leichtverletzte geborgen. Der Alpine Rettungsdienst des Deutschen Alpenvereins nahm sofort die Bergungsarbeiten auf. Bisher 31 Todesopfer eines Wirbelsturms in USA. In Grand-Forks in Dord-Dakota forderte ein Wirbelsturm, der mit einem plötzlichen Kälteeinbruch verbunden war, mindestens 31 Todesopfer. Der Telephonoerkehr ist unterbrochen und der Straßenverkehr unmöglich. Die meisten Todesfälle find darauf zurückzuführen, daß die Kraftfahrer, die unterwegs von dem Sturm überrascht wurden, ihre Wagen verließen, um irgendwo Unterkunft zu finden. Sie starben dann an Erschöpfung, teilweise erfroren sie auch. Der Sturm erreichte bei nur geringen Schneefällen eine Geschwindigkeit bis zu 136 Stundenkilometer. Hunderte von Kraftwagen sind auf den Straßen von den Insassen verlassen. In St. Hilaire brach ein Feuer aus, das infolge des Sturmes schnell um sich griff. Er vernichtete mehrere Geschäfte. In Noorhead im Staate Minnesota mußten 2000 Personen in einer Schule üdernach« len, da ihnen der Rückweg unmöglich war. Nun das eigene Haus! im Alter ».von 37 Jahren. Jeder Besucher erhält Photos und Grundrisse der zusagenden Häuser. Jedermann willkommen! Persönliche Beratung! Gießen (Am Nahrungsberg 55), den 16. März 194L er 1334 t* stellung gesucht. 134 »d Philipp Luh, Oberassistent i. R. Vermietungen im 65. Lebensjahr liest aus eigenen Werken -Peters 1341 D Gemeinsame Bekanntmachung 1340 D Verkäufe | | Verschiedenes auf de>» gefunden RM.3.80. Bcst Nungen nimmt je e ! Buchhandlung entg? en. *üer anqcn Sie bäte das ausführliche bebilderte Werdeblatt. RM. 0.65 Weiße Leghorn irififd)? lapptr' melden gdaa* iung In il sich im le und 'Zeichen if der :i lot« )ie ab rod« iano, gen. Unser Junge hat ein Lrüderchen bekommen Gießen (Hinter der Destanlage 5), den 17. März 1941 Velerinärbygieniscbes und Tmeucto Institut der Landss-Üniversität Men. Wie und warum gerade jetzt hören Sie in unserem en der e Ort« feind« hoben brachte i—Da« mehr« Kartenverkauf Saalkasse ____________________________1273 D bet bei Die Feuerbestattung findet in der Stille statt. - Von Beileidsbesuchen wird gebeten, abzusehen. Schöne kl. mit Küche lTeilwohnung) zum 1.4.41 nn alleinstehende. ältere Person ob. älter. Ehepaar z.verm. Schr. Ang. uni. 0953 a. d. G. A. u über afsnuni einem In tiefer Trauer: Univ -Prof. Dr. Gerhard Reinhold z. Z Hauptmann bei einem Feldtruppentell mit seinen vier Töchtern. Aelter. Ebevaar t Dauermieter) sucht moderne S-Zm.-Wohfl'jng mit Zentralbeiz, und Bad zum Frühjahr, eventl. auch später, im Süduiertel, evtl, kommt auch Kauf eines entsprech. Hauses infrage. Schr.Angeb.unt 10891) a.d.G.A. r Aeder °b bei flnnge. ÖQlljig die in egeben tanoii fl uni rutscht "Hl Hän, 3n dankbarer Freude Willi Achenbach und Frau Elli, geb. Euler irbe aii । UllM befondr" Mengt" tg ha^ kn. liefe bt> lhring«! : Jugend Dienst'. nie leglt rsallmk > niebit nd @a» Jlufhlärungs-Vortrag veibund.n mit BILDMODELLSCHAU moderner deutscher Eigenheime Dienstag, 18. März 1941, abends %8 Uhr, in GIESSEN, Hotel Hindenburg der Canbräfe der Landkreise Alsfeld, Büdingen, .....Ober- Todes-Anzeige Wenige Wochen nach der Geburt ihres vierten Kindes verschied am 15. März nach kurzer, schwerer Krankheit meine Hebe Frau, unsere treubesorgte Mutter Anni Reinhold, geb. König oor: Mono 483,02 gebni, re au form j töurbt irichtu"! di fei^ « BW »BAVE!>lIA«-BAU8irAirKA88E G.M.B.H. Karlsruhe (Baden), Karlstrahe 67. Günstige Gesamtfinanzierung — Einlagenverzinsung — Steuerbegünstigung. Zuverlässige, kräftige, jüngere Putzfrau möglichst ganztägig, für Dauer- lrei4‘; iq ab?nl intens itoelW Deut® serb* il ! w Giefeener Vortragsring Volksbildungsstätte Giefeen / Goethe-Bund / Kulturelle Vereinigung (fr. 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März, entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber, herzensguter Mann, mein lieber Bruder, Schwager, Onkel und Pate werden Bcstell- 1331D In tiefer Trauer: Lucie Luh, geb. Bauschke und alle Angehörigen seschansdrucksacnef Rechnungen Briefblatter BriefumscMAoe Postkarten Beschaftskanen sei Brühl Schulstr. ' Hugo Dermühler Verlag Verlin-Lichterfelde hihi 11n1111.il mm hihi nm ....................minn Eintagsküken aus anerkannter Brutanstalt IIIIIIIIHIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIHIII Hugo Vermüdler Verlag Berlin-LtchkerfelOe Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer bfe alle Nam freunde und Vogel teb! aber mit Begeisterung lesen uno schauen werben: Unter Säbelschnablern und Seeschwalben Beobachtungen und Namrurkunden cmr der D gelw« 1 der rutschen Nordsee ilfls von Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Dild rn nach wunde vollkn Naturau nahmen 3n Pe nett Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 19. März, um 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Friedberg, Gießen, Lauterbach sowie des bürgermeisters der Stadt Gießen. 3efr.t Eierverieiluna. 9n der Zeit vom 17. 3. bis 22. 3. 1941 für jeden Dersorgungsberechtigten auf den Kein 21 2 Eier lusgegeben, und zwar auf Abschnitt a. Ziehen, den 13: Marz 1941. 0ör die Landräte der Landkreise Alsfeld, Bübingen, Öriebberg, Gießen, Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen: Der Landrat des Landkreises Gießen: Dr. Lotz. Bekanntmachung Sämtliche Rechnungen, die durch Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1940, d.h. m b;r Zeit oom 1. April 1940 bis einschließlich 24. Marz 1941, entstanden sind bzw. noch entstehen, sind so fort, spätestens jedoch am 25. März 1941, bei den unterzeichneten Verwaltungen einzureichen. 1308D Bei späterem Eingang der Rechnungen ist mit jener erheblichen Verzögerung der Bezahlung der Rechnungen aus technischen Gründen zu rechnen. Gießen, den 14. März 1941. Die Verwaltungen b« Universitäts-Kliniken und der Veterinär-Kliniken und -Institute der Universität Gießen. Rebhuhnfarbige Italiener . RM. 0.75 Bitte rechtzeitig bestellen. Bei Bahnversand Garantie für lebende Ankunft. Bahnstation angeb. Gießener Zoo 1344 A Fernruf 3292. Gießen. Seltersweg 6 Benoten am Freitag, dem 14. März, ein Beintagen am großen Morgen, Erdkauter Weg. Abzugeben geg. Belohnung Am gronen Morgen 4 vart. von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder Nachlässe bollen Veröffentlichungen einer Anzeige i terdccken, gleichfarbig, 1 großer spiegel, Trum, zu verkauf. DBS 1 Wo? sagt die Geschäftsstelle d. Gießen. Anzeig. »lerne Tifchbohrmasch. b.lOmm spann., Wechselstrom Elektromotor ca.l?8,125Bolt, 1 desgl. ca.’/^PS, günst. zu verkauf. srieör. Wiroaai Boöhe.m (öi v?r) Fernruf 23 Rooheim. [ 1337D Gut erhaltener. dunkeleichener Schreibliscii ZU verkaufen Am Ralirungs- berg 10 I. Werbe - Drucksachen bei Brühl, Scbulstr.7 Altertümer Schränke. 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Clara Calama1 ' Das Schicksal einer (Hohen Liehe! Ergreifend und echt gestaltet von ers! Darstellern des italienischen Filmschaffi Die Deutsche Arbeitsfront Uebungsstätte Giefeen Deutsches Berufserzi ehungswerk worden die nachstehend aufgefüBrten Lebrgcmeinschaften und -Aufbaukamcradschaftcn durchgewbrt. Beginn aller Mahnabmen: Mitte Avril, iedoch erst nach Vorliegen ist daher sofort vorzunehmen. 120Std. 12OStd. 120 Std. 12OStd. 7. Maschinenschreiben - Einführung (M/l) Einführung in das Zehnfingerblindschreiben. Im Sommerhalbjahr 1941-------- - - - einer ausreichenden Tellnehmerzahl. Anmeldung a) Technisches Zeichnen ........ b) Mathematik................ c) Physik m. vrakt. Beispielen aus der Technik................. d) Werkstoffkunde.............. . Gesamtdauer: 480 Stunden = ca. 2 Jahre Für alle Berufe 1. Mutes Deutsch (^ 1) z Die deutsche Sprachlehre (Rechtschreibung, Wort- und Satzlehre),.Grundlage, Wieder- holung und Hebungen. Einfache Hebungen zur Stilkunde (Aufsätze, Berichte, Lesestücke, Dau61^40^1. (10 Woch.). Geb.: 8,50 RM. 2. Rechnen (^ 2) Die vier Grundrechnungsarten, Bruchrech- nett, Prozentrechnen, Dreisatz, Sortenver- Dauer:^4O St. (10 Woch.). Geb.: 8,50 RM. Kaufmännische Berufe (Industrie, Groh- und Einzelhandel) 3. Kaufmännisches Rechnen Stufe 1: (Hd. 1) rr r ,. . Rechenvorteile und Kontrolle bei den Grundrechnungsarten, Bruchrechnen, Prozentrechnen, Dreisatz, Sortenverwandlung. Stufe II: iHd.2) m e , Kettensatz, Mischungs- und Verteilungsrechnen, reiner, vermehrter und verminderter Wert, Zinsrechnen. Anwendung von Prozent- und Zinsrechnen bei Warenrechnungen. Stufe 1H: (Hd.3) . Diskontrechnung. Diskont int Warenverkehr. Wechseldiskont. Kontokorrent. Devisen-, Effekten-, Lombard- und Arbitragerechnung. Dauer: jede Stufe 24 Stunden (6 Wochen). Gebühr: jede Stufe 6,50 RM. 4. Doppelte Buchführung, Stufe I (Einführung) (Hd. 4) Die Aufgaben der Buchführung int kaus- männischen Rechnungswesen. Rechtliche Bestimmungen. Inventur und Eröffnungsbilanz. Das Konto. Die Kontengruvven.Der Buchungssatz. Bearbeitung verschiedener kleiner Geschäftsgänge auf Hauptbuckkonten mit Abschluß. Vorkenntnisse in Buchführung sind nicht erforderlich! Dauer: 40 St. (10 Woch.). Geb.: 8,50 RM. 8.Doppelte Buchführung, Stufe II (Hd. 5) Durchführung von Geschäftsgängen in deutscher und amerikanischer Form. Erweiterung und Vertiefung der in Stufe I erworbenen Kenntnisse. - Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe I. ___ Dauer: 40 St.dO Woch.). Geb.: 10,50 RM. 6.Doppelte Buchführung, Stufe III (Abschlusrtechnik) (Hd. 6) Abschlüsse aller Hnternehmungsarten und Recbtsformen (Einzelfirma, stille Gesellschaft, OHG., GmbH., Kommanditgesellschaft, Aktiengesellschaft). Rohbilanz. Hebungen besonderer Abschlußbuchungen (Abschreibungen, Dubiosen, Rechnungsabgrenzung, transitorische und antizipative Buchun- Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufen I und II. Dauer: 40 St.dO Woch.). Geb.: 12,50 RM. 7. Doppelte Buchführung, Stufe IV (Schwierige Abschlüsse) (Hd. 7) Schwierige Abschlüsse aller Hnternehmungsarten und Rechtsformen. Hebungen schwieriger Abschlüsse. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe III. Dauer: 40 St.dO Woch.). Geb.: 12,50 RM. 8. Doppelte Buchführung, Stufe V Die Bilanz (Hd. 8) Wesen und Bedeutung der Bilanz. Die gesetzlichen Vorschriften über Buchführung, Bilanz und Revision. Von der Eröffnungs- bis zur Schlußbilanz. Aufbau und Gliederung. Bilanzwahrheit und -Klarheit. Bilanzkontinuität. Gewinn- und Verlustrechnung. Zwischenbilanzen. Handels- und Steuer- bllanz. Sanierungs- und Fusionsbilanz. Liauidations- und Auseinandersetzungsbilanz. Bilanzrechtliche Fragen. Hmwand- lunasaufgabe. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe IV. Dauer: 40 St. (10 Woch.). Geb.: 15,50 RM. 9. Lohnbuchhaltung (Hd. 9) Bestimmungen über den Abzug von Lohnsteuer, Kriegssteuer, Wehrsteuer, Bürgersteuer. Erstellung von Gehalts- und Lohnabrechnungen unter Zugrundelegung der erforderlichen Unterlagen. Praktische Beispiele und Hebungen. Dauer: 12 St. (6 Wochen). Geb.: 5,50 RM. lv.Durchschreibebuchführung (Hd. IO) Einführung in die Durchschreibebuchführung. Durcharbeitung verschiedener Geschäftsgänge bis zum Abschluß in verschiedenen Durchschreibesystemen. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung der doppelten Buchführung einschl. einfachen Abschluß. _ Dauer: 30 St. (8 Wochen). Geb.: 8,50 RM. 11. Einfache Buchführung für Kleinbetriebe (Handel und Gewerbe) (Hd. 11) Rechtliche Bestimmungen. Beleg, Rechnung, Wechsel, Scheck usw. Konto. Kontenvlan. Inventur und Bilanz. Praktische Durchführung einfacher Geschäftsgänge von der Er- öffnungs- bis zur Schlußbilanz. Vermögensübersicht. Gewinnermittlung und Erfolgsrechnung. Kalkulation. Wareneingangsbuch (für steuerliche Zwecke) und Einführung in die wichtigsten Steuerarten. Steuererklärung und Steuerbescheid. Dauer: 40 St.(10 Woch.). Geb.: 10,50 RM. 12. Steuerkunde a) Umsatzsteuer und andere Verkehrs- Steuern (Hd. 12) Eingehende Darstellung der Hmsatzsteuer. Hrfunbeniteuer. Wechselsteuer. Hebersicht über die sonstigen Verkehrssteuern. ' d) Besitzsteuern (Hd. 13) Bewertungsgrundsätze. Einheitswerte. Vermögenssteuer. Erbschaftssteuer. Grundvermögen- und Hauszinssteuer, insbesondere Billigkeitsmaßnahmen. c) Stencrkunde für Lohnbuchhalter (Hd. 14) Arbeitslohn, Steuerkarte, Steuerberech- , nung, Ermäßigungsmöglichkeiten, Wehr- steuer, Bürgersteuer, Buchführungsvorschrif- ten, Abführung. Dauer der Maßnahmen: Hd. 12, 13, 14 je 20 Stunden (10 Wochen). Gebühr je Maßnahme: Hd. 12, 13, 14 je 6,50 RM. z Dauer: Insgesamt 80 Std. (20 Wochen). Gebühr: 18,50 RM. . Die Teilnehmergebühr kann m 2 Raten gezahlt werden. Im übrigen siebe Zahlungsbedingungen unter 14 a (Hd. 18). Teilnahmevoraussetzungen: Gut? Allgemem- kenntnisse und kaufmännische oder Verwaltungspraxis. Kurzschrift u. Maschinenschreiben 1. Kurzschrift - Einführung (K/l) Einführung in die Grundbegriffe der Ver- kebrsfchrift. Geläufiges Lesen u. Schreiben mittelschwerer Texte in einer Geschwindigkeit von ca. 40-50 Silben in der Minute. Dauer: 40 Std. (13 Woch.). Geb.:8,5O RM. 2. Kurzschrift - Fortgeschrittene (K/2) Kurzgefaßte Wiederholung der Lehrstoffes von K/l. Schnellschriftliche Hebungen. Ansage: 60-80 Silben in der Minute. Heber- tragungsaufgaben. „ Dauer: 40 Std. (13 Woch.). Geb.: 8,50 RM. 3. Kurzschrift - Diktat (K/2a) . Festigung der in den Lehrgememschaften K/l und K/2 erworbenen Kenntnisse. Systematische Steigerung der Schreibgeschwindigkeit auf ca. 100 Silben m der Minute. Diktate u. Hebertragungsübungen. Dauer: 40 Std. (13 Woch.). Geb.: 8,50 RM. 4. Eilschrift - Einführung (K/3) Einführung in die Eilschrift. Schnellschriftliche Hebungen und Lehransagen. Ansagen bis zu 120 Silben in der Minute. Dauer: 40 Std. (13 Woch.). Geb.: 8,50 RM. 5. Eilschrift-Praxis (K/4) ‘ Wiederholung, Erweiterung und Vertiefung der Kürzungsarten der Kurzschrift. Geläufigkeitsübungen. Ziel: 140 Silben in der Mm. Dauer:4O Std. (13 Woch.). Geb.: 8,50 RM. 6. Schnellschriftl. Uebungsgemeinschaft (K/5) Lehransagen und Diktat-Hebungen. Steigerung der Schreibgeschwindigkeit auf 160 bis 180 Silben in der Minute. Dauer: 40 Std. (13 Woch.). Geb.: 4,50 RM. Einführung in da,-------------- . . Maschinenkunde. Dauer: 40Std.(13Woch.). Geb.: 1O,5ORM. 8. Maschinenschreiben - Praxis ,(M/2) . Planmäßige Festigung der Griffsicherhett u. Steigerung der Schreibfertigkeit. Dauer: 3OStd.(lOWoch.). Geb.:lO,5O RM. 9. Maschinenschreiben-Meisterschreib. (M/3) Weitere Steigerung der Schreibgeschwmdig- keit. Hebungen int formgerechten Schreiben von Geschäftsbriefen. Schreiben von formgerechten Briefen a) nach Diktat, b) nach kurzen Angaben, c) selbständig. Dauer: 30 Std. (IO Woch.). Geb.:lO,5O RM. An den Lehrgemeinschaften in Kurzschrift u. Maschinenschreiben können Pflichtjahrmädchen, Hausgehilfinnen, Zigarrenarbeiterinnen und in landwirtschaftl. Betrieben beschäftigte Volksgenossinnen nicht teilnehmen. Technische Berufe (Eisen un- Metall, Elektrotechnik, Mechanik) (Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften für Maschinenschlosser, Werkzeugmacher, Dreher, Fräser, Hobler, Former, Schmiede, Modelltischler, Elektromonteure, Elektromechaniker, Elektro - Installateure, Elektrotechniker, Feinmechaniker, technische Zeichner usw.) 1 . Technisches Zeichnen, Stufe I (Einführung) (EMI) . Ansichtenordnung, Schnitte, Blockschrift, Ergänzungsarbeiten, Skizzierübungen, Lesen von Werkstattzeichnungen. - Dauer: 48Std.(12Woch.). Geb.: 12,50 RM. 2 . Technisches Zeichnen, Stufe I I (EM 2) Durchdringungen und Abwicklungen, normgerechtes Zeichnen, Werkstoffe u. Passungsnormen, einfache Zusammenstellungszeichn. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe I. Dauer: 48Std.(12Woch.). Geb.: 12,50 RM. 3 . Technisches Zeichnen, Stufe III (EM 3) Perspektivische Darstellung, richtiges Reißbrettzeichnen, Sinnbilder, Zusammenstel- lungs- und Grupvenzeichnungen. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe II. ,ll Dauer: 48Std.(12Woch.). Geb.: 12,50RM. Die Stufen IV und V werden nach Durchführung der Stufe III int Winterhalbjahr 1941/42 durchgeführt, um . abgeschlossene Kenntnisse zu erreichen. 4 .Techii. Rechnen, Stufe I (Einführ.) (EM 4) Die Grundrechnungsarten, Dezimalzahlen, Brüche, Prozentrechnen, Flächen- u. Kör- verberechn., Grundregeln d. Rechenschiebers. Dauer: 24Std. (12Woch.). Geb.: 7,50 RM. 5 . Technisches Rechnen, Stufe 11 (EM 5) Gewichtsberechnen, Einführung in die Buchstabenrechnung, Bewegung und Zejt,Hebungen mit dem Rechenschieber. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe I. Dauer: 24 Std. (12 Woch.). Geb.: 7,50 RM. 6 .Technisches Rechnen, Stufe III (EM 6) Potenz und Wurzel, Grundzüge der Winkelfunktionen, Gleichungen ersten Grades, Lohn- und Hnkostenberechnungen, Maschinenleistungen. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe II. Dauer: 24 Std. (12 Woch.). Geb.: 7,50 RM. 7 .Technisches Messen, Stufe I (EM 7) Begriff des Messens, Normung, DIN» Passungssystem, die Gywinde, Hebungen m. den gebräuchlichsten Meßwerkzeugen. Dauer: 24 Std. (12 Woch.). Geb.: 7,50 RM. 8 .Technisches Messen, Stufe 11 (EM 8) Fluchtung und Rundlauf, Oberflächengüte, 18^-Passungssystem, Zahnräder u. Kegelräder, allgemeine Kontroll- u. Meßübungen. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe I. Dauer: 24 Std. (12 Woch.). Geb.: 7,50 RM. 9 .Technisches Messen, Stufe III (EM 9) Die optische Meßtechnik, Vergleichsmessungen, Mengenkontrolle, typische Kontrollfehler, Kontroll-Hebungen, Kontrollorganisat. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des Stoffes der Stufe II. Dauer: 24 Std. (12 Woch.). Geb.: 7,50 RM. lv.Elementare Mathematik (EM 10) Grundlagen der Mathematik. Grundgesetze der Arithmetik. Die vier einfachen Rechnungsarten. Rechnen mit Potenzen, Loga- (4 Semester le Jahr). . Gesamtgebühr: 160,— RM, ie Semester 40,— RM. Der Betrag von 40,— RM. kann jeweils auf Antrag in Raten gezahlt werden. Stoffverteilung: a) Technisches Zeichnen Ansichten flacher Werkstücke. Ansichten prismatischer und zylindrischer Werkstücke, kegel- und pyramidenförmiger Werkstücke. Werkstücke int Schnitt. Schraubendarstellung. Durchdringungen und Werkstücke m. flacher, schräger und geschweifter Bearbeitung. Abwicklungen. Beschriften und Pausen von Zeichnungen. Bemaßen unter Beachtung der DIN-Normen. Zusammenstellungszeichnungen. Herauszeichnen und Bemaßen von Einzeltellen aus Zusammenstellungszeichnungen. Entwerfen von Einzelteilen nach Angaben. Die einschlägigen DIN-Normen. b) Mathematik Arithmetik: Addition und Subtraktion, Multiplikation und Division mit Zahlen und Buchstaben. Klammern, positive u. negative Größen. Einfache Gleichungen. Mehrgliedrige Größen. Verhältnisgleichungen. Potenzen und Wurzeln. Tabellenrechnen. Rechenschieber. Die Funktion und ihre graphische Darstellung. Planimetrie und Stereometrie: Besprechung und Berechnung der Linien, Flächen und Körper. Trigonometrie: Begriff der Winkelfunktionen und die Anwendung derselben. c) Physik Grundbegriffe: Maße, Gewichte usw. Mechanik: Gleichförmig geradlinige und kreisförmige Bewegung. Gleichförmig beschleunigte und verzögerte Bewegung. Arbeit u. Leistung. Wirkungsgrad. Hebel. Wärme: Thermometer, Wärmeeinheit, spezifische Wärme, Wärmeausdehn., Heizwert. Elektrizität: Spann., Widerst., Strom usw. d) Werkstoffkunde Stahl, Gußeisen, die wichtigsten Metalle u. Legierungen. Hilfsstoffe: Holz, Leder usw. Kunststoffe. Schutz- und Schmiermittel. Bearbeitungsversayren. Formänderung. Innere Kräfte, Spannungen. Dehnung, Dehnungszahl, Elastizitätsmodul. Provortionalitätsgrenze. Elastische und bleibende Dehnung, Streckgrenze. Bruchbelastung, Zugfestigkeit. Bruchdehnung. Arbeitsvermögen. Festigkeitslehre: Zug und Druck. Kessel und Rohre, Schub. Kerbe. Dauerbruch. Gefüge. Es werden durchgeführt: In der 1.—20. Woche: je 3 Stunden Technisches Zeichnen ie 3 Stunden Mathematik In der 21.—40. Woche: ie 3 Stunden Technisches Zeichnen ie 3 Stunden Mathematik In der 41.—60. Woche: ie 3 Stunden Physik ie 3 Stunden Werkstoffkunde In der 61.—80. Woche: je 3 Stunden Physik ie 3 Stunden Werkstoffkunde Arbeitskamerad'. Arbeitskameradin! Durch die Teilnahme an den oben aufgeführten Lehrgememschaften haben alle schaffenden Volksgenosten der betreffenden Berufe die Möglichkeit, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten zu erweitern und zu vertiefen und neue Kenntnisse zu erwerben. ^Deutschland braucht tüchtige Fachkräfte! Jeder madtt nut — Jeder kommt vorwärts ! Die Anmeldung kann täglich von 8—13 und 14.30—18 Ubr auf der Dienststelle der DAF., Hauptabteilung für Berufserziehung und Vetriebsfuhrung, Gießen, Schanzemtr. .18, Zimmer 4 (1. Stock) erfolgen. Die Festlegung der Durchführungstage erfolgt im EinvernAmien mit den Teilnehmern. Auswärtige Teilnehmer können beim Besuch der Hebungsstatte Gießen bei bei Reichsbahn auf Antrag 50% Fahrpreisermäßigung erhalten! Nicht zögern — sofort anmelden! Die Durchführung erfolgt wöchentlich, an 2 Abenden, so daß Ausgabe der bisherigen Tätigkeit nicht notwendig ist. Die Maßnahme gliedert sich m rühmen, Zahlen u. Buchstaben. Gleichungen. < Dauer: 40 Std. (10 Woch.). Geb.: 8,50 RM. 11.Elektrotechnik, Stufe I (EM 11) Der elektrische Strom, Magnetismus, elektrische Maßeinheiten, Meßinstrumente, Widerstand, Leistung, Anwendung d.Elektrizitat Dauer: 24 Std. (12 Woch.). Geb.: 7,50 RM. 12.Elektrotechnik, Stufe II (EM 12) Elektromotore, Induktor u. Transformator, Schaltanlage, Umformer, Unfallverhütungs- Vorschriften. rr • Teilnahmevoraussetzung: Beherrfchung des 1^^24^.112 ißocö.). Se6.: 7,5p RM. 13) „ Fertigungsauftrag und Fertigungszeit, Methoden der Stückzeitermittlung, Zeitstudien, Auswerten von Zeitaufnahmen, Beispiele und praktische Hebungen. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung des techn. Rechnens, langjähr. vrakt. Tätigkeit. Dauer: 60Std.(12Woch.). Geb.: 30,50 RM. b) Refa-Fachlehrgang (Svangebende Formung) (EM 14) Fortschritt der spangebenden Formung, Einflüsse auf die Leistungssteigerung, Richtwerte für Schnellftahl und Hartmetall, Feinstbearbeitung, praktische Beispiele. Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Besuch des Refa-Grundlehrgangs. • Dauer: 30Std. (6 Woch.). Geb.: 20,50 RM. c) Ref a-Fachlebrgang (Svanlose Formung) (EM 15) Die fpanlose Formung, Grundplan des ADF., optimale Werkstoffausnutzung, Stückzeitermittlung, Beispiele mit Wirtschaftlich- keitsvergleichen. Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Be- fuch des Refa-Grundlehrgangs. Dauer: 30 Std. (6 Woch.). Geb.: 20,50 RM. 14. Sondermastnahme zur Behebung des Mangels an Technischen Zeichnern. An dieser Maßnahme können alle schaffenden Volksgenossen, die zeichnerisch begabt sind und über ausreicheqße praktische Erfahrungen verfügen, teilnehmen. Ziel der Maßnahme ist die Heranbildung tüchtiger Kräfte, die als technische Hilfszeichner oder technische Zeichner eingesetzt werden können. Zur Teilnahme zugelassen werden Facharbeiter (Maschinenschlosser, Werkzeugmach., Dreher, Fräser, Hobler, Former usw.), Angelernte und Hilfsarbeiter, soweit die Voraussetzungen praktischer Art und Eignung gegeben sind. Die Maßnahme dient weiter der beruflichen Förderung bereits. als techn. Zeichner oder Hilfszeichner tätiger Volksgenossen. Nach erfolgreichem Besuch und mit» gutem Ergebnis abgelegter Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt. 13. Betriebskunde für den Jndustrrekaufmann a) Fabrikbuchführung (Hd. 15) Die Aufgabe der Fabrikbuchhaltung. Die Grundlage für die Selbftkostenrechnung. Bearbeitung eines Geschäftsganges von der Eröffnungs- bis zur Schlußbilanz nut den roicbtiöfte* Nebenbüchern. Kaufmännische Buchhaltung und Betriebsbuchhaltung. Die Konten und der Kontenvlan. Das Anlagevermögen. Die beweglichen und unbeweglichen Anlagekonten. Die Hilfs- und Nebenbücher. Die buchhalterische Darstellung der Roh- und Hilfsstoffe. Die Lagerbuchhaltung. Lohn- und Gehaltskonto und ihre Nebenkonten. Die Betriebskosten: Arten, Verrechnung, Verteilung, Abschreibungen. Teilnahmevoraussetzung: Beherrschung der doppelten Buchführung. Dauer:40 St.dO Woch.). Geb.: 12,50 RM. d) Selbftkostenrechnung (Hd. 16) Wesen und Zweck der Kalkulation. Neues kalkulatorisches Denken. Neue gesetzliche Bestimmungen. Eigenarten der Jndustnekalku- lation. Die Zusammenhänge mit der Betriebsbuchhaltung. Ausbau eines Preises. Kosten. Erlöse, Gewinne. Dimsionskalku- lation. Aeauivalenzzissern. Zuschlagskglku- lation. Abteilungskalkulation (Kostenstellenrechnung). Der Betriebsabrechnungsbogen. Einfluß der Beschäftigungsgradschwankungen auf die Koftengestaltung. Der proportionale Satz. t Teilnahmevoraussetzung: Kenntnisse in der Fabrikouchsührung und im kaufm. Rechnen. Dauer: 30 St. (8 Wochen). Geb.: 9,50 RM. c) Betriebsstatistik (Hd. 17) Die Aufgaben der Betriebsstatistik als Vergleichsrechnung. Stellung neben Buchhaltung und Selbftkostenrechnung. Ermittlung der Miterlagen. Methoden und Technik. Aufbereitung und Gruppierung der Zahlen. Absolute Zahlen und statistische Veryaltms- zahlen. Hngewogene und gewogene Durchschnittszahlen. Gliederungszahlen, Bezieh- ungszahlen, Veränderungszahlen. Gewinnung von Richtzahlen. Fehlerauellen. Zeichnerische Darstellung. Betriebsvergleich. Die Auswertung der statistischen Zahlen für betriebliche Vorfchaurechnung (Budget). Dauer: 12 St. (6 Wochen). Geb.: 5,50 RM. 14. Sondennastnahmen zur Ausbildung und Förderung kaufmännischer Hilfskräfte. a) Von der Hilfskraft zum Buchhalter (Hd. 18) Diese Maßnahme umfaßt folgende Stoffgebiete: 1. Doppelte Buchführung - Einführung 30 Stunden, 2. Doppelte Buchführung - Fortgeschrittene 30 Stunden, 3. Doppelte Buchführung - Abschlutztechnik 30 St., 4. Kaufmännisches Rechnen 30 Stunden, 5. Steuern (Verkehrssteuern und Besitzsteuern) 30 Stunden, 6. Zahlungsverkehr (Wechsel, Scheck, Kreditverkehr usw.) 30 St. Es werden durchgeführt: In der 1.—15. Woche: ie 2 Stunden Buchführung - Einführung je 2 Stunden Kaufmännisches Rechnen In der 16.—30. Woche: • je 2 Stunden Buchführung - Fortgeschritt. je 2 Stunden Zahlungsverkehr In der 31.—45. Woche: je 2 Stunden Buchführ. - Abfchlußtechmk ie 2 Stunden Steuern. Dauer: Insgesamt 180 Stunden (45 Woch.). Gebühr: 27,50 RM. Die Teilnehmergebühr kann in 3 Raten zu ie 9,— RM. gezahlt werden. Mit der 1.State ist die Verwaltungsgebühr von —,50 RM. zu entrichten. Die 1. Rate ist mit der Anmeldung zu zahlen. Vorzeitige Aufgabe des Besuches entbindet nicht von der Verpflichtung zur Zahlung der Gesamtgebühr von 27,50 RM. d)Die gute Stenotypistin (Von der Schreiberin zur perfekt. Stenotypistin) (Hd. 19) Die Maßnahme umfaßt folgende Stoffgebiete : 1. Eilschrift - Einführ. 30 Std., 2. Eilschrift - Praxis (Fortgeschrittene) 30 Std., 3. Maschineschreiben - Praxis 30 Std., 4.Gu- tes Deutsch (Rechtschreibung, Satzzeichen) 30 Std., 5. Kaufmännischer Schriftverkehr (Briefanordnung, Formularwefen usw.) 30 Std., 6. Prakt. Hebungen 30 Std. Es werden durchgeführt: In der 1.—15. Woche: ie 2 Std. Eilschrift - Einführung je 1 Std. Maschineschreiben - Praxis ie 1 Std. Gutes Deutsche In der 16.—30. Woche: je 2 Std. Eilschrift - Praxis je 1 Std. Maschineschreiben - Praxis je 1 Std. Gutes Deutsch In der 31.—45. Woche: ie 4 Std. Kaufmännischer Schriftverkehr in Verbindung mit vrakt. Hebungen. Dauer: Insgesamt 180 Stunden (45 Woch.). Gebühr: 27,50 RM. Die Teilnehmergebühr kann in 3 Raten gezahlt werden. Im übrigen siehe Zahlungsbedingungen wie unter 14a (Hd. 18). Teilnahmevoraussetzung: Kenntnisse i. deutscher Kurzschrift, Mindestschreibgeschwindig- keit 80 Silben in 8er Minute. Beherrschung des Zehnfinger-Blindschreibens, mindestens 120 Anschläge in der Minute. Sind diese Kenntnisse und Fertigkeiten nicht vorhanden, empfiehlt sich zunächst der Besuch der Lehrgemeinschaften Kurzschrift 1 und II und Maschinenschreiben! (siehe unter Kurzschrift und Maschinenschreiben). c) Der Korrespondent, wie er sein soll! (Hd. 20) (Vom schlechten z. rechten Handelsbrief) Die Maßnahme umfaßt folgende Stoffgebiete: 1. Gutes Deutsch (nach Lehrunterlage IV „Deutsch für den Kaufmann") 30 Std., 2. Der Brief des Kaufmanns 30 Std., 3. Handels- und bürgerliche Bestimmungen im kaufmännischen Schriftverkehr 10 Std., 4. Neuzeitliche Briefablage u. Büroorganisation 10 Std. (Besichtigung einschlägiger Betriebe ist vorgesehen.) Es werden durchgeführt: In der 1.—7. Woche: ie 4 Std. Gutes Deutsch In der 8.—15. Woche: je 4 Std. Brief des Kaufmanns In der 16.—20. Woche: je 2 Std. Handels- u. bürgerliche Bestimmungen i. kaufm. Schriftverkehr ie 2 Std. Neuzeitliche Briefablage u. Büroorganisation. Montag,ir.MärzM» Der Heldengedenktag in Gießen -Petersburg. Es fällt vielen auch nicht ei«, daran zu denken, aß vorne zwei Menschen stehen, denen sich wehere hundert Mitmenschen mit Hab und Gut anver- rQut haben. Diese beiden stehen fast stumm da. hre Augen starren unentwegt bei Tag und in der Lacht auf die Strecke, überschauen die ungesicherten Bahnübergänge, ob nicht gerade ein Fuhrwerk chnmt, vor dem ein Ausweichen unmöglich ist. Sie eben acht auf die kleinen Blockhäuser, ob Mann der Weib mit gerollter Signalflagge davorstehen. Sie verfolgen die Strecke, ob nicht etwa die Sck>e- • cn vom Regen unterspült sind oder ob vielleicht er Streckenläufer, der alltäglich vor der Fahrt die ranze Strecke zu begehen hat, vom Schneetreiben Lberrafcht halb erfroren zwischen den Schienen liegen- geblieben ist. Bon alldem träumt nicht mal der sich |o überaus sicher und entspannt fühlende Reisende I iim Abteil oder Schlafwagen. Der ein geschlafene ,i Weisende erwacht wohl mal und brummt vor sich Pin, wenn der Zug über wichtige Kreuzungspunkte rattert, denkt aber gar nicht daran, daß da irgend- . do in einem Stellwerk ein „kleiner" Beamter Tag irnö Nacht hockt, der eine Unzahl von roten und • loelben, blauen und grünen Hebeln an einem Rie- k^nschaltbrett vor sich hat: und jeder Hebelgriff legt 1 (ine Weiche um! Man fährt ja so sicher, daß man I ir-ud) gar nicht daran erinnert wird, wie es einem kleibst manchmal im Leben ergeht, wenn man sich plötzlich eines Namens, den man hundertmal ge- ßlchrieben oder gehört hat, nicht erinnern kann! Was [Lber geschähe, wenn ähnliches bei den vielen ver- ifchiedenen Hebeln im Stellwerk ganz plötzlich dem IBeamten, der sehr oft ganz allein darin sitzt, wider- ti hrt ? - 1: Was würde geschehen, wenn sich plötzlich der Bernte vorn in der Lokomotive nicht erinnern kann, was die vielen Signale mit ihren bunten Farben Burkhard Christoph Graf von Münnich, russischer Generalfeldmarschall und Premierminister, 1683 tm Oldenburgischen geboren, trat noch jung in^ fran- Gießener Gtadttheaier Friedrich Wilhelm Hymmen: „Die Petersburger Krönung". jöfijdw, als Hauptmann in Hessen - darmstadtifche, «dann in polnisch-sächsische, schließlich, 1720, unter Peter dem Großen in russische Dienste. Als dessen Generalingenieur baute er den Ladoga-Kanal uno die dedingungslose Klarheit und Ehrlichkeit ver» "1''hörten zuletzt das Sextett in b-Dur, op._ 18. von Brahms, gespielt vom Streichsextctt des Städtischen Orchesters mit den Herren ^ranz Kerzls« n i k, Gustav Landgraf, Wilhelm Roll, Karl Fast, Ernst Schneider und Kurt Krügers die schlichte, melodisch breit hinslutende Fülle der vier Sätze wurde ausgezeichnet vorgetragen-, im Zusammenwirken des kleinen Streicherkörpers er- gab sich eine orchestrale Geschlossenheit des klanglichen Eindrucks, welche doch die Individualität der Einzelstimmen nicht verwischte: die klare Gliederung und Durchsichtigkeit des thematischen Aufbaues kam besonders in den beiden Mittelsätzen — Andante ma moderato und Scherzo — zu schöner, reiner Wirkung. — .. ,, . Ein stärkerer Besuch wäre zu wünschen geroefent die Hörer folgten mit großer Aufmerksamkeit. Hans Thyriot. MorgenveranstaltungdesBOM-Werks .Glaube und Schönheit^. bedeuten, zumal wir oft erst nachsinnen müssen, wo bei (Sd)iffen backbord, steuerbord ist? An der Strecke aber gibt es viel mehr farbige Lichtsignale. Das alles aber müssen die „kleinen" Beamten sofort wissen,'wenn das Signal auftaucht. Da gibt es kein langes Ueberlegen mehr, der Zug hat seine Fahrzeit innezuhalten, genau wie ein Autobus oder eine Straßenbahn oder der Postbote seinen Zustell, dienst. r m Wir wollen nicht vergessen, eine wie große Verantwortung dieser Riesenapparat von Beamten »zu tragen hat, sei es im Post- oder Verkehrswesen, im Zoll oder Polizeiwesen, jeder noch so „kleine" Beamte ist dem ganzen Volke verantwortlich. Weil er sich dessen immer bewußt war, wuchs unser Sicherheitsgefühl so groß, dah wir vor aller Welt auf unseren Beamtenapparat stolz sein können, auch aus den „kleinen" Beamten, der den ganzen Tag weiter nichts zu tun hat, als die Verschraubungen der Laschen im Gleis zu überprüfen. Dorrwtizen. Tageskalender für Montag. Gießener Vortragsring: 19.15 Uhr in der Großen Aula der Universität „Heirich Zillich liest aus eigenen Werken". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Kampf- geschwader Lützow". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tat ohne Zeugen". Dichterlesung Heinrich Zillich. Der Dichter Heinrich Zillich wird im Rahmen der von der Dolksbildungsstätte Gießen, dem Hymmen zeigt, wie Münnich mit seiner Bega- bung und auf mehreren Gebieten erstaunlichen Rettung die Russen immer wieder, wenn schon Nicht zu deren Anerkennung, so doch zu ihrem Gluck zu zwingen versucht, während doch diese, mit verschwindenden Ausnahmen, ihn oblehnen, weil er Deutscher ist, also fremd unter ihnen; und wenn sie ihr Glück wollen, dann kann es nur aus den Händen eines der ihren kommen. Das bedeutet: em Leben lang Kampf gegen Korruption, Mord, Willkür, Er. prefsung, Dummheit, Neid, Angst und Unfähigkeit, zwei Seelen, zwei Völker, wenn man will, zwei Erdteile stehen sich immer wieder feindlich und im letzten Grunde verständnislos gegenübe#. Schon auf dem Maskenfest des ersten Aktes, in das der drohende Schatten Birons fällt, hort-Mun- nid) non Trub-tzkoj die tyxisch-n Wort- ^- werden nie ein reicher Man.?, weil er die Schiebung mit Lohngeldern für den Kanalbau ablehnh Biron selbst, von Münnich als Verderber und Peiniger Rußlands leidenschaftlich b^ümpft, erscheint hier nicht persönlich, nur indirekt auf der Szene; m Peters I. barbarisch zügelüser Tochter Elisabeth stellt sich bei Hymmen der eigentliche, der russischste Gegner und Gegenspieler gegen Münnich: sie will ihn, sobald sie an der Macht ist, als Kanzler — ober seinen Kopf. Biron treibt zum Turkenkriege; Mun- nich weiß, daß es zu früh ist, er ahnt, daß er tiefen Krieg verlieren und sich damit ans Messer liefern soll, aber entschließt sich, tm Glauben an feinen Stern, doch zum Feldzuge. Nach dem dritten Siege, der Rußlands Fahne am Schmorten Meere aufpflanzt, erreicht ihn auf den Trümmern der erstürmten Festung Otschakow die Nachricht vom Tode der Zarin, vom Sonderfrieden Oesterreichs. Münnich kehrt nach Petersburg zuruck , gegen Biron, der für den unmündigen Iwan genden Generalkonflikt in Münnichs bewegtem der Größe des russischen Reiches und Staates verschriebenen Dasein, daß er, als Soldat, Ingenieur und Organisator hervorragend und vielseitig begabt, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten als Deutscher in Rußland und zum Wohle Rußlands glaubte einsetzen und entfalten zu müssen, war der tragische Grundirrtum in Münnichs reichem und ruhelosem Leben. An der unüberbrückbaren Spannung zwischen deut- chem und russischem Wesen scheiterte die Mission, an die Münnich, innerlich immer ein Deutscher bleibend, aber um die Liebe Rußlands werbend, wie an eine Berufung glaubte. fren Hafen von Riga, befestigte Kronstadt, reorgani- -fierte das Heer, eroberte unter Anna Iwanowna Danzig und focht siegreich im russisch - türkischen Kriege. Nach dem Tode der Zarin stürzte er 1740 den für den unmündigen Thronfolger Iwan vi. eingesetzten Regenten Herzog Biron von Kurland-, . Gs Iwans Mutter Anna Leopoldowna die Regie- rung übernahm, wurde Münnich ihr Premiermim» Iter. Als Anna einer Verschwörung zum Opfer gefallen und ihr Sohn gefangen gesetzt worden war wurde Münnich nach der Thronbesteigung Elisabeths ols Hochverräter zum Tode verurteilt, lm letzten Augenblick begnadigt, feiner Aemter und Wurden für verlustig erklärt und nach Sibirien verschickt. Dort blieb er bis 1762, wo er von Jßeter III. •gerufen und rehabilitiert wurde. Katharina 11. ernannte ihn noch im gleichen Jahre zum General- bireftor der baltischen Häfen. 1767 starb er in träger? der Partei im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, wobei in kurzen herzlichen Worten der Gefallenen beider Kriege und der Toten der Be- wegung gedacht wurde, durch Major W o 1 f als Träditionsverbandsführer der Kameradschaften der alten 116er für das alte Regiment 116, das Reserve- unb das Landwehr-Regiment 116, sowie für die au- dem Regiment 116 im Weltkriege hervoraegangenen Kriegssormationen; durch den stellv. Polizeidirektor Kommandeur der Schutzpolizei: Major H e 11« m e g c Emden für die Polizei; von Regierungsbaurat Gerl ach als Vertreter der Ortsgemenv fchaftsführuna Gießen des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberiürsorge. Nach den Kranzniederlegungen verabschiedeten sich die Abordnungen von dem Ehrenmal und damit von den gefallenen Kameraden mit einem stillen Gruß. Ein Ehrensturm der NS-Kriegsopferversorgung (NSKOB.) begab sich vom 1 Iller-Denkmal zum Ehrenmal auf den Heldenfriedhof des Neuen Friedhofs, wo Kreisamtsleiter Gravelius namens der NSKOB. mit einer kurzen Ansprache einen Kranz niederlegte. Die Ortsgemeinschaftsführung Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgraber- fürforge ließ auch an diesem Denkmal durch Regie-, rungsbaurat G e r l a ch einen Kranz mederlegen. Die Abordnung der ehemaligen Weltkriegskämp- fer aus den Reihen der NS.-Kriegerkameradfchaften Gießen begab sieh vom 1 Iller-Denkmal zu'dem Krie. gerdenkmal von 1870/71 aus den Marktplatz, wo Kamerad Bill mit kurzen herzlichen Gedenkworten den Kranz der alten «Soldaten zu Ehren der Kämp. fer von 1870/71 niederlegtk. chmuck von den Häusern. . Am Vormittag um 9.30 Uhr fand am llller-Denk- mal auf dem Landgraf-Philipp-Platz eine schlichte militärische Gedenkfeier statt. Zahlreiche Offiziere des Standorts Gießen und ein Zug Infanterie, nut einem Doppelposten vor dem Denkmal, hatten zu- ammen mit einer Abordnung der Partei, Vertretern des Reichsarbeitsdienstes, der Polizei, des Deut- chen Roten Kreuzes, der NSKOV., des NS.-Reichskriegerbundes, des Volksbundes Deutsche Krieg?' gräberfürforge, der Technischen Nothilfe, des Neichs- luftschutzbundes und zahlreichen Volksgenossen an dem Denkmal Aufstellung genommen. Der Standortälteste, Oberstleutnant Kühne, legte, nachdem ihm die Einheit der Wehrmacht gemeldet war und er die Ehrenabordnungen soldatisch begrüßt hatte, namens der Wehrmacht einen Kranz an dem Ehrenmal nieder. Er hob dabei in einer kurzen Ansprache die starke innere Verpflichtung hervor, die alle Deutschen und besonders die alten Soldaten gegenüber den auf dem Felde der Ehre im Weltkriege und im jetzigen Kriege gefallenen Kameraden empfinden, die in den Tod gingen, auf daß Deutschland leben kann. Sodann wurden Kränze deraktiven Truppe (Heer und Luftwaffe) sowie des Reichsarbeitsdienstes als Gruß und Dankeszeichen der Kämpfer des jetzigen Krieges niedergelegt. Weitere Kranzniederlegungen erfolgten durch Kreisamts- (eiter Katzenmeier im Auftrage des Hoheits- Im dritten Akt ist Münnich Premierminister: er spürt die ständig wachsenden Gegenkräfte. Die Nusfen fordern seinen Rücktritt; er, „fremd wie Biron , lehnt ab, will keine Gewalt, klammert sich an seine „Berufung" und weigert sich ebenso den aus der Oeimat zu ihm dringenden Stimmen — Konia riedrichs und der eigenen Blutter— die ihn nach Deutschland rufen. „Im fremden Land kann man nicht glücklich fein." Münnich ahnt den entscheiden- den Irrtum seines Tuns, aber er will vollenden und sühnen" Dolgomki meldet den Abfall des Adels: in einer nächtlichen Szene schürt Elisabeth leidenschaftlich gegen Münnich. ihre offene Drohung gegen die Regentin ist schon Wahrheit geworden, das Urteil an Anna bereits vollstreckt, als Mun- niet) erscheint und ein „letztes Gesetz" mit der Unterschrift der Regentin überbringt; er will „die Herzen", nicht die Gewalt in Rußland, erklärt fernen Rücktritt; Elisabeth, der er endlich den Thron zu erkennt, läßt ihn sofort verhaften. — Dies ist — in Umrissen — der Kern, 1739 bis 1741; je sieben Jahre vorher und nachher: Vorspiel und Nachspiel. Die oldenburgische Heimat und die sibirische Verbannung: Aufbruch und Ausklang. In der eisigen Einsamkeit von Pelim ist der Alt- aewordene einem Lebenswerk treu geblieben, aber er hat gelernt: „ich bin fein Russe"; verbrennt sein „System des Festungsbaues" und kehrt in die Freiheit zurück. * Man könnte sich eine Aufführung denken welche sich auf die drei Akte — ohne Vorspiel und Noch- spiel — beschränkte: sie würde wahrscheinlich das geschichtliche Bild am reinsten überliefern, doch wurde sich vermutlich der Dramatiker dagegen strauben: weniger einer mangelnden äußeren Rundung wegen als deshalb, weil er hier, vor allem unNach- spiel, dem historischen Ablauf gleichsam die Deutung vom heutigen Blickpunkt aus zu geben wünschte, öo liefe der Spielleiter Horst Hoffmann vom Staatstheater Bremen a. G. — der Personenzettel weist insgesamt drei Gastbesetzungen auf — bog. Am gestrigen Sonntag, dem Heldengedenktag, gedachte auch die Gießener Bevölkerung in herzlicher Dankbarkeit der Männer, die im Kampfe für Deutschland ihr Leben ließen. Zu Ehren der Gefallenen wehte in allen Straßen reicher Flaggenregieren soll; durch Birons Absetzung und die von Münnich erzwungene Einsetzung Annas von Meck, lenburg als Regentin sieht Elisabeth abermals ihren Weg zum Thron versperrt. In der Szene der beiden Frauen deutet sich noch einmal der unzerstörbare Gegensatz zwischen deutschem und russischem Wesen an, aber auch Anna findet sich von Münnich, der nur fein Amt und seine Arbeit kennt, enttäuscht. etftdÜr* Alleinhersteller: PJos. bf Seifenfabriken. Giessen Ganze unverkürzt: er gab dem Stück des juaenb- liehen Dramatikers, besonders in den ersten Bildern, einen dalladesken Schwung, etwas vom Pathos des Sturm- und Drang-Theaters, vermochte aber auch die gedämpfteren Spannungen dialektisch spürbar zu machen (am geschlossensten wirkte die Szene zwischen Elisabeth und Anna) und hatte überhaupt fühlbar auf eine Intensivierung des schauspielerischen Aus- drucks in den tragenden Nollen ^gearbeitet. M't Hilfe der Drehbühne konnten fließende Verwand- langen erzielt werden. Von Herrn Löfflers Szenenbildern schienen uns Otschakow und das Gemach der Regentin besonders gelungen. ♦ Den Münnich spielte Herr Ernst. Er ließ erkennen, daß die Figur komplizierter angelegt ist, als sie beim ersten, flüchtigen Anblick scheint. Er betonte den Tatmenschen und den deutschen Idealisten folgerichtig — bis in die flüchtigen Zweifel und inneren Schwankungen hinein; er überzeugte durch die Energie des Willens und den immer wieder durchbrechenden Glauben an feinen Stern und feine Be- rung: wie weit die Begriffe von Schuld und Sühno in einem Charakter wie Münnich überzeugend wirk- , (am werden, muß dahingestellt bleiben; allerdings ist diefes Problem nicht vom Darsteller, fondern vom Dramatiker zu lösen. Luise Prasser als Eli- abett) war e|ne Gegenspielerin von elementar betonter Kontrastwirkung: eine temperamentgeladene Prätendentin von raubtierhafter Geschmeidigkeit und Wildheit. Sehr fein, sowohl in der geistigen Uederlegenheit wie in der fraulichen Weichheit und kreatürlichen Angst die von Hilde Heinrich ge- spielte Regentin Anna, die in Sprache und Haltung einem spürbar anderen, ebenfalls fremden Älima entstammte. Neben Elisabeth vielleicht die russischste Erscheinung: der fanatisch-schwärmerische Scha- chowski des Herrn Eaninenbevg: minder unheimlich, stellenweise schon komisch der feiste Tru- betzkoj des Herrn B o s n y. Bodo B r o n s k y a. G. gab den in starrer Treue ausharrenden Dolqoruh, Eva Maroldt a. G. in müder Hoffnuvgslosigkeit Idie Mutter. Die Herren Erler (Leontjew), La- porte (ein preußisch ausrechter Keith), Schewe (Pissarew) und Heinz Müller als verstörter Do< mino auf dem Maskenfest seien noch genannt. —- ♦ Mit den Darstellern konnte zuletzt der Spielleiter den Dank des Hauses entgegennehmen. Hans Thyriot Ein außerordentlicher Mann— ein außemrdent- Üches Leben: es können hier nur die wichtigsten -Stichworte feines Ablaufes gegeben werden; ausführlich beschrieben ist es in dem.^3? ersc^enen^ Höchst interessanten Buche -Munmch, FMerr, Ingenieur, Hochverräter" von Melchior Wscher. Friedrich der Große, der seine glanzenden Fähig- leiten aern für Preußen gewonnen hatte, nannte Münnich den Prinzen Eugen der Russen, und von der Zarin Katharina II. stammt das Wort. Ob- gleich Münnich kein Sohn, so war er doch der Kater des russischen Reiches!" . ... Friedrich Wilhelm hymmen, ein aus derchrl ler-Jugend hervorgegangencr Dramaliker, ™ den acht Bildern seines aus Dorsp'el, dre. Ak en und Nachspiel bestehenden Dramas die Ereipml e zusammen und sammelt nicht ohne dichtensche Frei heiten, den ^andlungsablaus um den Goethe-Bund und der Kulturellen Vereinigung vurchgeführton Dichterlesungen am heutigen Mon- tag, 17. März, in der Großen Aula der Universität aus eigenen Werken lesen. Ortszeit für den 18. März. Sonnenaufgang 7.35 Uhr, Sonnenuntergang 19.33 Uhr. — Mondaufgang v.19.: 2.00 Uhr, Mondunter, gang 10.27 Uhr. Kammermusik zum Heidengedenktage. Die achte Morgenveranstaltung des Stadttheaters brachte ernste Kammermusik und Prosa zum Hel- denqedenktage. Zu Beginn sang Gustav Brey, am Flügel begleitet von Kapellmeister Arthur Apelt, drei Lieder, Slielers „Vor Akkon" (Richard Trunk), dann Mörikes' „Gehet" und Scheffels „Bitterolft in der Vertonung von Hugo Wolf: das warme, füllige Organ und die gepflegte, verinnerlichte Wiedergabe der drei Gesänge waren der stillen gefam- meltcn Stimmung der Stunde wohltuend angemef- fen. Herr Caninenberg sprach daraus das in mehrfacher Beziehung zum Nachdenken anregende „Vermächtnis" von Rudolf G. Binding aus dem Jahre 1926: Totenklage und Gruß eines deutschen Dichters und Offiziers an die im Weltkriege Gefallenen, erfüllt wie die aus dem gleichen Erlebniskreise stammenden Gedichte Bindings von Stolz und trauer, von Ehrfurcht und männlicher Einsicht vor dem Schicksal des Krieges und den letzten Dingen, Am gestrigen Sonntagvormittag trat das BDM.- Werk „Glaube und Schönheit" im Untergau 116 im vollbesetzten Gloria-Palast mit einer Mvrgen- neranftoltung an die Öffentlichkeit, bei der es einen weitreichenden Einlllick in fein Arbeitsfeld und seins anerkennenswerte Zielsetzung bot. Den Besuchern, unter denen sich neben der zahlreichen Jugend auch viele Eltern und eine Reihe von Ehrengästen be- anden, wurden durch die Mannigfaltigkeit der Darbietungen und die feine Ausgestaltung im einzelnen zwei schöne Feierstunden bereitet. Nachdem ein Iugendorchester die Vortragsfolga mit der Ouvertüre aus der festlichen Suite A-duf van Telemann eingeleitet und ein Mädelchor ein ftifches Lied gesungen hatte, sprack) die Führerin des Untergaues 116, Untergauführerin Kätha Töpelmann, kurz zu der Feiergemeinde. Sie erinnerte daran, daß dos BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" schon einmal mit einer solchen Veranstaltung zu Werbezwecken und zu einem nnbern Mal mit derartigen Darbietungen zur Unterhaltung unserer verwundeten Soldaten hervorgetreten sei, die jetzige dritte Veranstaltung dieser Art nun im Dienste des Kriegs-WHW. durchgeführt werde. Dem Gruß an die Ehrengäste, insbesondere an dis Vertreter der Partei, des Staates und der Wehr- macht, schloß sie einen kurzen Hinweis auf den Sinn des Wirkens der Arbeitsgemeinschaft des BDM.- Werkes „Glaube und Schönheit" und ihre Ziel- setzung an, aus dem hervorging, daß hier unfers jungen Mädels ihre geistigen und körperlichen Kräfte für ein Werk einsetzen, das alle Förderung verdient. . , .. Wie berechtigt dieser Eindruck war, zeigten die folgenden Ausschnitte aus dem Schaffen des BDM.. Werks „Glaube und Schönheit". Die Besucher sahen graziöse Darbietungen aus dem Gebiete der Gymnastik und des Tanzes, sie härten schöne Proben des Gemeinschaftsgesanges, und sie konnten feinen instrumentalen Darbietungen des Iugendorchesters lauschen, die allesamt den starken Willen der Jugend zu ernstem Streben und zu vollkommenster Erreichung der gesteckten Ziele bekundeten. Ein Grenzlandspiel von Kilian Koll, das in vier fesselnden । Bildern „Das Spiel vom Birkenzweig" nach einer ostpreußischen Sage brachte, bildete den Höhepunkt der Darbietungen und zeigte, wie stark der Sinn Aus her Stadt Gießen. 6in „kleiner" Beamter. So leicht dahin sagen viele Leute: der Mann r ein kleiner Beamter an der Bahn oder an der oft Gedankenlos, ohne böse Absicht. Dabet wird ier nicht bedacht, welch große Verantwortung auf »n Schultern gerade dieser „kleinen" Beamten ! cht. Man weiß genau, daß der Geldbriefträger um | e und die Zeit kommt, aber niemand weiß, wieviel keld diesem Beamten anvertraut wurde. Er spricht Ld) nie darüber, oh, so ein „kleiner" Postbeamter Icife zu schweigen, obgleich viel Wichtigkeiten und : s ichtigkeiten durch seine Hände gehen. । Will man eine Reise machen, so setzt man sich tn fite Straßenbahn oder besteigt einen Autobus und j Life, daß der eine Mann am Führerstand aufpaßt, i Limit die Fahrt gut verläuft. Dann löst man sich L Fahrkarte, besteigt das Abteil, und sobald man I itzt, tut man ganz wie zu Hause. Man macht es ich'bequem, raucht eine Zigarre, holt die Zeitung tcroor und lieft, ißt vor Langeweile ein Stück Brot dem anderen oder geht in den Speisewagen, L man macht sogar sein Nickerchen und schläft in km selbstverständlichen Gefühl der Sicherheit im rchtzig-Kilometer-Tempo wie zu Hause auf dem I fcofa. Kommt der Schaffner und will die Fahrkarte hen, guckt man ihn verärgert an, weil Jr einen lit dem Finger anstieß, hundert fick aber in der jtille, wie rasch der Beamte einem den Umsteige- ohnhof jagt, als hätte er das ganze Kursbuch im AUoufz im mer griffbereit! inib das Verständnis unserer Jugend auf die grundlegenden Gedanken der Verbundenheit deutscher Menschen mit der Heimaterde und dem reichen Segen des Wirkens aus bäuerlicher Scholle hinge- lenkt werden. Die Einstudierung des Spiels und die Leitung der Aufführung hatte Dramaturg R e u- t e r vom Gießener Stadttheater trotz vielfältiger beruflicher Inanspruchnahme übernommen, und seine dankenswerte Mitarbeit in Verbindung mit dem vollen Einsatz der Mädels von der Arbeitsgemeinschaft „Spiel und Singen" und einiger Mädels aus den Spielscharen konnte den vollen Erfolg als schönes Ergebnis ihrer Gemeinschaftsarbeit verzeichnen. Das Orchester gab der Darstellung einen schönen Abschluß mit dem Marsch aus der festlichen Suite in A-dur von Telemann. Alle Darbietungen der mit ganzer Liebe und Hingabe ihren Aufgaben verbundenen Mädels fanden verdientermaßen herzlichen Beifall. Das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" kann mit Genugtuung auf den Erfolg der gestrigen Veranstaltung zurückblicken und darin einen neuen Ansporn zu weiterer schasfens- froher Arbeit auf den bewährten Wegen sehen. Altmaterialsammlung in G»eßen-Eüi>. Von der Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, wird uns mitgeteilt: Montag und Dienstag, 17. und 18. März 1941, ob 14 Uhr, findet durch die HI. wieder eine Alt- Materialsammlung statt. Es wird gebeten, Papier und Lumpen gebündelt in den Hausfluren bereit- Anlegen, und zwar so, daß es von den Sammlern schnell entdeckt werden kann. Knochen, Metall und Alteisen wolle man ebenfalls in einen Behälter an gleicher Stelle bereitstellen. Es wird noch gebeten, die HI. bei ihrem Sammelwerk überall zu unterstützen und der Aktion selbst die gebotene Aufmerksamkeit ßu widmen. Jeder einzelne hilft an seinem Teil hier mit, daß auch nicht eine Kleinigkeit wertvoller Rohmaterialien verloren tzeht. Gleichzeitig, wird um Mitteilung an die zuständigen Dlockleiter der NSDAP, gebeten, ob und wo unbrauchbare eiserne Oefen vorhanden sind. Dieselben werden später durch den Althandel abgeholt. Die Wito d Wtslroif Achtung! » rNed.-technische Gehilfinnen und med.-lechvische Assistentinnen. An der staatlich anerkannten Lehranstalt für medizinisch-technische Gehilfinnen und med.-techn. Assistentinnen, Frankfurt a. Main-Süd, Eschenbachstraße 14, werden letztmalig folgende Vorbereitungskurse mit abschließender staatlicher Anerkennung gern. § 26 Erste MGAV. vom 17. 2. 40 (RGBl. I S. 371) und Ziffer 9 des RdErl. v. 26.6. 40 (RMBliV. S. 1292) abgehalten. 1. Röntgen- und Strahlenschutzkursus vom 5. bis 10. 5. 41. 2. Laboratoriumsschutzkursus vom 12. bis 17.5.41. Die Zulassung erfolgt durch den Leiter der Lehranstalt für med.-techn. Gehilfinnen und med.-techn. Assistentinnen in Frankfurt a. M., Eschenbachstr. 14. Die Meldung ist 6 Wochen vor Beginn des Kursus an oben angegebene Anschrift einzureichen. Der Meldung sind beizufügen: 1338V 1. Ein polizeiliches Führungszeugnis; 2. ein eigenhändig geschriebener Lebenslauf; 3. die Zeugnisse über die Ausbildung als techn. Assistentin an medizinischen Instituten, 4. die Zeugnisse über die bisherige Berufstätigkeit der Bewerberin; 5. Versicherung der arischen Abstammung. Frohe Stunden ' für unsere Verwundeten. 5m Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht bereitete die NSG. „Kraft durch Freude" den verwundeten Soldaten in einem Gießener Lazarett eine schöne Unterhaltung mit einer Veranstaltung „Virtuose Musik", bei der Max I a g s ch i tz (Violine) und Willi Renner (Klavier) durch die vortreffliche Abwicklung einer ausgezeichneten Vortragsfolge den Hörern einen erlesenen Kunstgenuß bereiteten. Namens der verwundeten Kameraden sprach Unteroffizier Appel den Künstlern herzlichen Dank aus. Verdunkelungszeit 17. März von 19.29 bis 7.34 Uhr. Ferner führte Lehrer Appelmann als Vertreter der Kreisfilmstelle Gießen den Verwundeten den Film „Gronlandsxpedttion mit Alfred Wegener" vor, den er in anschaulicher Weise erläuterte. Die Lazarettinsassen waren mit aller Aufmerksamkeit bei der lehrreichen Darbietung, für die sie'herzlich dankbar waren. — Auf Veranlassung der Kreisfrauenschaftsleiterin Meirich in Lauterbach haben die zu der Patenschaft der Gießener Lazarette gehörigen Orte Ober-Ohmen und Ruppertenrod den hiesigen Lazaretten eine ansehnliche, mit herzlichem Dank begrüßte Küchenspende übermittelt. Oie Versorgungslage im Hhem-Main-Gebret. Ueber die Versorgungslage im Rhein-Mcnn-Ge- biet berichtet das Landesernährungsamt Hessen, Frankfurt a. M., u. a.: Der Bedarf an Milch, Mllch- erzeugnissen, Deien und Fetten war weiterhin in ausreichendem Maße gedeckt. Zur Zeit werden noch die auf die Reichseierkarte Abschnitt c aufgerufenen Eier ausgegeben. Die Eierfassung beginnt sich in den verschiedenen Gebieten auszuwirken. Sie ist zur Zeit als günstig zu bezeichnen. Die Auftriebe auf den Viehmärkten und Verteilungsftellen haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert. Die Voranmeldungen für Großvieh und Kälber, bei denen in der letzten Zeit starker Druck vorhanden war, haben nachgelassen, der Bedarf gleicht sich mit den Voranmeldungen immer mehr aus. Die Märkte und Verteilungsstellen wurden mit einer genügenden Anzahl Großvieh, Schweinen upd Kälbern zur Deckung ihres Bedarfes beliefert, so daß keinerlei Zufuhren von der Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse notroenoig waren. Die Fleischqualitäten sind nach wie vor als befriedigend zu bezeichnen. Generalversammlung der Dolksbank Gießen. Am Samstagnachmittag hielt die Volksbank Gießen im „Frankfurter Hof^ ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsich-ts- rates, Rechtsanwalt Zimmer, begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Er wies auf die großen Erfolge unserer Wehrmacht im letzten Jahr sowie die daraus sich ergebenden großen politischen Ereignisse hin, um dann kurz auf die der Wirtschaft gestellten Aufgaben einzugehen, zu der auch die Dolksbank rnikberufen sei. Sodann gedachte er der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder, deren Gedenken die Versammlung in üblicher Weise ehrte. Hieraus erstattete Direktor Hartmann den Jahresbericht, über dessen Inhalt wir bereits in unserer vorgestrigen Samstagsausgabe ausführlich berichteten. Den Vorschlägen des Vorstandes und Aufstchtsrettes stimmte die Generalversammlung zu, ebenso wurde dem Vorstand und Aussichtsrat Entlastung erteilt. Die aus Vorstand und Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder wurden wiedergewählt, und für das nach Dem Osten abgewanderte Aufsichtsratsmitglied Karl Fritz wurde Bürgermeister und Ortsbauernführer Münch (Wetterfeld) als Stellvertreter bestimmt. Mit dem Gruß an den Führer schloß die Generalversammlung. Gie^en-Mem-Lindell. Der Turnverein Klein-Linden 1889 trat am Samstagabend ifh Saale des Gasthauses ,Zur deutschen Eiche" mit einer Veranstaltung zugunsten des Kriegswinterhilfswerks an üte Öffentlichkeit. Der Abend erfreute sich eines guten Besuches. Der stellvertr. Vereinsführer Karl Weiß eröffnete mit herzlichen Grußworten und grüßte besonders den Vertreter der Partei, Ortsgruppenpropagandaleiter Pg. Wilh. Germer, und die auf Urlaub weilenden Turnkameraden. Die sehr abwechslungsreiche Portragsfolge brachte u. a. Barren-, Pferd- und Bodenturnen der Schülerriege, geleitet von Turn- tamerab Otto Volkert, Keulenübungen der Turnerinnen und Barrenpflicht- und Kürturnen der Jugendturner, geleitet von Turner Hermann H inte r l a n g, dem ein großes Verdienst an der Wiederaufnahme der Turnardeit im Krieg gebührt. Sämtliche Hebungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Das Amt eines Ansagers lag in Händen von Turnkamerad Albert Henkel, W mit seinem Partner Ludwig Lenz für Unterhaltung in den Pausen sorgte. Heitere Szenen, ein Theaterstück und Konzertvorträge einer guten Musikkapelle füllten den wohlgelungenen Abend aus. Stellvertr. Vereinsführer W e i ß dankte zum Schluß allen Mitwirkenden, und Parteivertreter Pg. Wilhelm Germer schloß mit dem Gruß an den Führer den Abend, dessen Reinertrag dem WHW. überwiesen wurde. Keine Anrechnung von Lebensversicherungen auf Genien. Es ist noch viel zu wenig bekannt, daß z. B. bei dem Unfalltod eines Familienvaters die Hinterbliebenen iyre Ansprüche gegen den Schuldigen auf Schadenersatz auch dann voll geltend machen können, wenn zu ihren Gunsten eine Lebens- ober Unfallversicherung abgeschlossen worden ist. Dies hat das Reichsgericht erst jetzt wieder in der Entscheidung vom 30,10.1940 (RG. VI 43/40) bestätigt. Ein selbständiger Klempnermeister verunglückte auf einer Autofahrt durch die Schuld des A. tödlich. Der Anspruch der Witwe auf angemessene Rente wurde trotz Bestehens einer Lebensversicherung über 60 000 RM. für berechtigt erklärt. Denn derartige Einkünfte fallen ja den Erben auf Grund von Aufwendungen zu, die der Verstorbene vor feinem Tode geleistet hat. Aber auch die Zinsen aus dem ausgezahlten Dersicherungskapital brauchen sich die Erben nicht auf ihre berechtigten Schadenersatz- cmsprüche anzurechnen lassen. Es widerspräche dem Sinn eines Versicherungsverhältnisses, so führt das Reichsgericht hierzu aus, wenn die Leistungen der Versicherungsgesellschaft „dem Schädiger zugute kommen würden, im Ergebnis also wie Wirkungen einer Haftpflichtversicherung zu Gunsten des Schädigers einträten, bei der ein anderer, ohne es zu wollen, die Prämien für den Schädiger bezahlt hätte." Diese Erwägungen mußten aber ebenso für das ausgezahlte Kapital, wie für die Zinsen, die aus ihm gewonnen werden, gelten. Die Lebensversicherungssumme und ihre Nutzungen verbleiben somit in jedem Fall in vollem Umfange denen, für die der Erblasser sie bestimmt hat. Das gleiche gilt für die privaten Unfallversicherungen. Aufschristslose Soldatenloffer. ' Bei der Deutschen Reichspost lagern noch zahlreiche aufschristslose Soldatenkoffer mit Wasche und Kleidungsstücken, deren Aushändigung an den Empfänger bisher nur deswegen nicht gelungen ist, well nach den Koffern noch keine Nachfrage gehalten wurde oder weil in den Anzeigen der Absender oder Empfänger der Inhalt des fehlenden Koffers un- vollständig und unrichtig angegeben worden ist. Sol- baten ober beren Angehörige, bie zur Post gegebene Koffer mit Zivilsachen noch nicht erhalten haben, werben aufgcforbert, beim Einlieferungs- ober Bestimmungspostamt die Anzeige über das fehlende Stück alsbald nachzuholen. ** R ichtigstellun g. In unserem Aufsatz „Die Elektrizität im Haus und bei der Arbeit" in unserer Ausgabe vom Samstag/Sonntag, 15./16. März, muß im vierten Absatz der erste Satz richtig wie folgt lauten: „Besondere Vorsicht erfordern Lettungs- schnüre, die zum Anschluß von elektrischen Geraten aller Art bienen." *♦ Tod durch Verbrennung. In der letz, ten Nacht gegen Vz2 Uhr wurde ein 30 Jahre altes Mädchen C. H. aus der Kaplansaasse mit schweren Derbrennungswunden in die Chirurgische Klinik eingeliefert. Dort ist das bedauernswerte Mädchen heute früh an den schweren Brandwunden gestor- ben. Ueber den Hergang des Vorfalles ist bisher noch nichts bekannt geworden. Ergebnisse des Fußball-Sonntags. 1900 — Sportfreunde Wetzlar 3:0. Watzenborn-Steinberg — Bissenberg Letzterer nicht angetreten. DsL. Marburg — VfB.-R. 3:0 Naunheim — Luftwaffe 4:4 Lei etwas mehr Glück hätten die Sportfreunde für bie Ueberraschung des Tages sorgen können, denn die 1900er lieferten stark ersatzgeschwächt ein mäßiges Spiel. Die Bissenberger traten erneut nicht an. Da sie auch in Marburg nicht antreten wollen, sind sie satzungsgemäß im Falle der Aufrechterhaltung ihres Nichtantretens in Marbura auszuschließen. Es ist abzuwarten, ob die Bissenberger unter diesen Umständen ihren Antrag nicht zurückziehen. Trotz einer überlegenen Halbzeit wurden die DsBer geschlagen. Da bei den Marburgern fünf Spieler ohne Gastspielgenehmigung mitwirkten, wird über bie Wertung des Spieles noch zu entscheiden sein. Die Luftwaffe brachte verdient einen Punkt nach Hause. Nachdem sie den l:0-Vorsprung der Naunheimer sofort nach Halbzeit ausgeglichen hatte, zogen diese mit 3:1 Toren in Front. Der Luftwaffe gelang dann der Ausgleich. Als kurz vor Schluß Naunheim erneut in Führung ging, konnte die Luft- mqffe zwei Minuten vor Schluß aus einem Eckball, der verwandelt wurde, ein Unentschieden erzielen. 1900 — Sportfreunde Wetzlar 3:0. Die Blau-Weißen taten sich wieder einmal schwer, bis der Sieg gegen bie Wetzlarer Vorstädter zustande gebracht war. Erft als gewisse Hemmnisse be- feitigt und alles mit oem nötigen Eifer bei der Sache war, ging es wie erforderlich, und da stellten sich auch die Erfolge ein. Gegen einen anderen Gegner wäre dies nicht möglich gewesen, denn dieser hätte bie Schwäche der Platzbesitzer besser auszunutzen gewußt, als bie Sportfreunde in der ersten Hälfte bie Möglichkeit hatten. Einige rasche Vorstöße der Wetzlarer zu Beginn des Spieles schufen recht gefährliche Momente vor dem Tor der Platzbesitzer, da die Verteidigung sich nicht richtig ins Bild zu bringen vermochte ober wie es bei Kraft I. schien, nicht richtig wollte. Auf der Gegenseite war es gerade dieser Mannschaftsteil, der d»m blau-weißen Sturm immer und immer bie besten Erfolgsmöglichkeiten verdarb. So schleppte sich das Spiel bis zur Pause ohne nennenswerte Er- ereignisse hin. Lediglich ein Elfmeter, durch Kraft I. verschuldet, p)ar ein gefährlicher Moment für die Platzbesitzer. Wetzlar wußte diese Chance jedoch nicht zu nutzen, denn der Ball wurde verschossen. Nach der Pause waren bie Blau-Weißen plötzlich ba. Das Spiel lief, und ba blieben auch die Erfolge nicht aus. Man konnte der Meinung sein, daß die Umstellung in der Halbzeit hierfür ausschlaagebend gewesen ist; zum Teil ja, in erster Linie aber bcr nunmehrige volle Einsatz einzelner Spieler. In der 50. Minute erhiett Schmelz eine planvolle Vorlage von Kraft II., unb gegen ben Schuß aus spitzem Winkel mußte der vorzügliche Wetzlarer Hüter zum ersten Male kapitulieren. Fünf Minuten später war es wiederum Schmelz, der auf fast dieselbe Art den zweiten Erfolg buchen konnte. Wenig später war es ein Strafstoß von Schmelz, der gefayrvoll aufs Tor schwirrte, doch diesmal gelang es dem Hüter, den Ball über die Latte zu boxen. Nach einigem wechselvollem Feldspiel war es Koch, der in der 75. Minute zum 3:0 einschoß, an dem sich bis zum Schluß nichts mehr änderte. Wetzlar hatte in der Hintermannschaft seine besten Kräfte. 1900 hKtte bei vollem Einsatz von Anfang an ein weit höheres Ergebnis erzielen können. DfV.-Reichsbahn in Marburg geschlagen. Wenn auch die Gießener dieses Spiel verloren haben, so war, rein spielerisch gesehen, die Aufgabe nicht so schwer lösbar, wie man es sich auf der Gießener Seite vorgeftellt hatte. Die Marburger, durch weitere sechs Gastspieler verstärkt, zeigten nicht die Leistungen, die den 3:0-Sieg gerechtfertigt hätten. Zur allgemeinen Ueberraschuna waren bie Gießener im Felde tonangebend. Das 8:1-Eckenver- haltnis in der Halbzeit spricht hier eine eindeutige Sprache. Es beweist aber auch die Unfähigkeit des Sturmes, sog. totsichere Torgelegenheiten zu verwerten. Was Fröhlich und Wunderlich hier leisteten, war nicht zu überbieten. Dieser Ausfall lähmte die«. Aktivität des ganzen Sturmes. Hinzu kam, daß be-" sonders in der zweiten Halbzeit die Außenläufer aus der Defensive, die überhaupt nicht geboten war, auf bauen wollten^ Glänzend war trotz der drei Tore nur die Hintermannschaft. Spielverlauf: Die erste Halbzeit stand vollkommen im Zeichen der Gießener. Alle Angriffe wurden jedoch durch die Schußunsicherheit und mit Glück abgeschlagen. Hinzu kam, daß der Schlußmann der Marburger eine gute Partie lieferte. Nack Halbzeit gingen die Marburger durch Wagner, den ßcut- Heuser im Strafraum vergeblich zu umspielen suchte, in Führung. Als die Gießener bei zwei Marburger Eckbällen, die von links getreten wurden, den Rechtsaußen vollkommen ungedeckt stehen ließen, war es diesem Spieler, dessen sonstige Leistungen in keiner Weise befriedigen konnten, vergönnt, die Marburger mit 3:0 in Führung zu bringen. Trotz aller Bemühungen änderte sich an diesem Resultat nichts mehr. Beim Schlußpfiff des gut amtierenden Schiedsrichters Gerhard (Annerod) hatten die VfB.er eine vermeidbare Niederlage erlitten. tMäMfflOiifötrWL Roman von Otto üaifclit. 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten ) Er prüfte sich und fand, daß er durchaus korrekt und pflichtgetreu gehandelt habe. Er hatte sich von jeher demühf, Verständnis für seine Kinder zu haben und auf ihre Gedanken einzugehen, sofern sie nicht gewissen Grundsätzen widersprachen, die nicht erschüttert werden Durften. Einer dieser Grundsätze war das, was er die Intaktheit" der Familie nannte, und er begriff darunter die Gemeinsamkeit der Anschauungen, des Herkommens und der Ziele, sah aber nicht ein, daß er allein es war, der diese Grundsätze ausgestellt hatte. Er hatte gefürchtet, daß Stefans Frau diese „Intaktheit" zerstöre; er#roar glücklich, sich geirrt zu haben. Charlotte aber und dieser Abenteurer — unmöglich! Hatte sie sich tatsächlich um dieses Menschen willen losgesagt, so würde er der letzte sein, der sie je zurückriefe. Als er an der Tür ein Geräusch hörte, wendete er fick um. Er hatte erwartet, seine Frau verstört und schuldbewußt zu sehen; stattdessen las er in ihrem Gesicht Widerstand und heimlichen Vorwurf. Er küßte ihr die Stirn und entschied sich, ihre widerspenstige Haltung zu übersehen. „Was ist mit Charlotte?" fragte er. „Die Triebsch behauptet, sie sei auf und davon. Ich möchte lieber glauben, sie sei Gert nachgefahren." Frau Mathesius konnte daraus nicht antworten. Sie war selber völlig ahnungslos, deutete aber die Vermutung an, daß Frau Triebsch recht habe. Mathesius biß sich auf die Lippen. Zum ersten Male überlegte er sich, welchen Eindruck es in der Stadt machen würde, wenn man erfuhr, daß feine Tochter das Weite gesucht habe. „Wir sind uns hoffentlich darüber einig", sagte er, „daß wir diesen unüberlegten Streich so schnell wie möglich ungeschehen machen müssen, wenn dir Charlotte und uns selber nicht vor aller Welt lächerlich machen wollen." „Was willst du jetzt noch ungeschehen machen, nachdem Charlotte weg ist? Er bemühte sich, feiner Stimme einen spöttischen Ton zu geben. „Sie wird nicht allzulange wegbleiben." „ Wenn du glaubst, kennst du sie nicht!" antwortete seine Frau leise. „Wir wollen nicht darüber streiten, Helene", sagte er, „ob auf unserer Seite etwas versäumt worden ist. Sie hat sich blindlings in ein Abenteuer gestürzt und wird bald wieder zur Vernunft kommen. Hast du irgendeinen Anhalt dafür, wohin sie sich gewendet haben könnte?" Frau Mathesius schüttelte den Kopf. „Vielleicht läßt sich in ihrem Zimmer etwas ermitteln? Ich möchte vermeiden, fremde Leute um Auskunft zu bitten. Ich werde' alls diesem Grunde auch keineNachsorschungen anstellen.Charlotte magsich selbst überlassen bleiben, so lange sie daran Gefallen findet. Dars ich mich darauf verlassen, daß ich unterrichtet werde, wenn sie etwas von sich hören läßt?" ,^)abe ich dir je etwas verschwiegen?"" „Nein, und ich wäre dir dankbar, wenn es auch diesmal nicht geschähe. Ich möchte schon heute klarstellen, daß ich Charlotte die Rückkehr durch keine Vorbehalte und Bedingungen erschweren werde, vorausgesetzt natürlich, daß ähnliche Streiche küns- tig unterbleiben, und daß sie keinerlei Beziehungen mehr zu dem Menschen unterhält, der sie zu diesem Abenteuer überredet hat." Seine Frau schwieg. Er fuhr fort: ,Hch hoffe, daß Gert einiges zu gestehen haben wird. Und im übrigen: keine Jam- mermiene vor den Leuten! Das gäbe der ganzen Sache mehr Wichtigkeit als sie in Wirklichkeit hat. Ich werde Frau Triebsch Schweigen auferlegen. Bis wir Näheres wissen, werden wir sagen, haß Charlotte sich in Heiderskrug befinde." Als Gert von feiner Sekretärin Fräulein Blümich erfuhr, daß aus dem Chefsekretariat angerufen worden sei, sein Vater wünsche ihn sofort bei sich. 3-u sehen, schlief er gerade mit offenen Augen über seinem Schreibtisch. Nach einer ziemlich anstrengenden Nacht fühlte es sich elend und sehnte sich nach Schlaf. Fräulein Blümich war ein dürftiges ältliches Mädchen, hager, mager und pflichtgetreu, und gerade dieser Eigenschaften wegen hatte Mathesius sie feinem jüngsten Sohn als nächste Mitarbeiterin gegeben. Sie betrachtete ihren jungen Chef mit tiefem Mitgefühl und der schweigenden Mahnung, sich zusammenzunehmen. „Blümelein!" bat er. „Seien Sie nett! Rufen Sie den alten Herrn an und teilen Sie ihm mit, ich sei foebeji verschieden. Ich hab's im Gefühl, wir beide werden heute tinen Anpfiff bekommen, daß wir acht Tagö lang stumm und häßlich umherlaufen. Immer, wenn ich unvermutet 'rübergerufen werde, hat's faule Rückstände und Reklamationen gegeben. Was haben wir verbrochen? Haben Sie eine leise Ahnung?" Fräulein Blümich versicherte ihm, er könne ein ganz reines Gewissen haben. „Am besten ist es", seufzte er, „Sie kommen gleich mit, damit ich jemanden bei mir habe, auf den ich alle Schuld abwälzen kann." Sie lachte, denn sie wußte genau, daß er niemals andere für seine eigenen Versehen büßen ließ. Mit bösen Ahnungen zog er ab. Ihr tröstender Zuspruch begleitete ihn bis zur Tür. Dr. Neubauer, der Direktionsassistent, empfing Gert und machte kein heuchlerisch mitleidiges Gesicht wie sonst, wenn Gert hierherbefohlen wurde, um einen Rüffel entgegenzunehmen. Was aber eigentlich „los" sei, wußte er auch nicht. Da Mathesius im Augenblick noch eine Unterredung mit dem Verkaufsleiter hatte, mußte Gert warten und schlief beinahe im Stehen ein. Als die gepolsterte Doppeltür sich endlich öffnete, richtete er sich auf, versuchte frisch und fröhlich auszusehen, wie sein Vater es liebte, und schüttelte auf der Schwelle noch dem Verkaufsleiter die Hand, der mit einem ganzen Briefstoß und sichtlich gestärkt durch die Unterredung mit dem Ches in fein Büro zurückkehrte. Dann trat Gert beklommen bei feinem Vater ein. Der alte Herr grollte nicht! Gert hatte ein durch vielfältige Erfahrung geschärftes Ahnungsvermögen für die Stimmungen seines Vaters und erfaßte mit dem ersten Blick, daß chm kein Strafgericht bevorstand. Mathesius blätterte noch in einigen Telegrammen, legte sie aber plötzlich beiseite uni) blickte Gert in die Augen. »Du warst heute nacht auswärts, hörte ich?" begann er. Nanu? dachte Gert Überrascht. Will er mich künftig in Ketten legen? „3a, td> bin nachmittags zu den Metzdorffs nach Petersmühl hinaufbefahren. Du weißt ja, Metzdorff hat sich dort oben ein kleines Blockhaus gebraut, und Karl sieht von Zeit zu Zeit gerne ein paar Freunde ..." „Du bist erst heute morgen zurückg-ekommen?" „Da. War es dir nicht recht?^ Gert hatte noch immer nicht die leiseste Ahnung, wohin dieses Verhör führen sollte. Mathesius erkannte, daß auch er nichts von Charlottes Flucht wußte. „Darum handelt es sich nicht, mein Junge",' sagte er väterlich, „ich wollte nur wissen, ob du etwa deiner Schwester behilflich gewesen bist." „Behilflich? Charlotte? Wobei denn?" „Bei ihrer Flucht", antwortete Mathesius. Eine Weile schwieg Gert mit offenem Munde. Die Denkverbindungen in feinem Kops waren heute morgen noch nicht in der gewohnten Ordnung und neigten zum Kurzschluß. „Flucht ...?" wiederholle er. „Charlotte ... Flucht ...?" „5a, sie hat anscheinend in der letzten Nacht unser Haus verlassen." Gert ließ sich in den Besuchersessel fallen. „Das hab' ich mir denken können!" rief er unbedacht. „Was hast du dir denken können?" fragte Mathesius schnell. Gert biß sich auf die Sippen. „Daß sie eines Tages durchbrennen würde." „Sie hat also darüber mit dir gesprochen?" Gert erkannt seinen Fehler. Mathesius beobachtete ihn genau und fühlte, daß Gert einen diplomatischen Rückzug vorbereitete. ,Zch hoffe, du bleibst bei der Wahrheit, mein Junge!" sagte er mahnend. „Kameradschaftliches Zusammenhalten zwischen Geschwistern schätze ich ebenso hoch ein wie du, aber dergleichen darf nicht zu einem kindischen Komplott werden. Worüber hat also Charlotte mit dir gesprochen?" „Nicht über einen Fluchtplan! Wahrhaftig nicht! Das wäre zu viel gesagt. Von solchen Dummheiten hätte ich ihr natürlich abgeraten." „Schön! Du wolltest mir aber erzählen, was sie dir anoertraut hat." (Fortsetzung folgt)