Dienstag. 16. September 1941 Gietzener Anzeiger An der Landenge von Perekop Krim und auf das eines Infanterie-Regiments. Oberst Specht, fiom- mandeur eines Infanterie-Regiments, Major Dr. Müller, Bataillons-Kommandeur in einem Schühenregimenl, Major von Lauchert. Abtei- lungskommandeur in einem Panzerregiment, Major R ö ck l, Kommandeur eines Radfahr-Vataillons. Hauptmann Schröter, Bataillons-Kommandeur in einem Infanterie-Regiment, Oberleutnant F r h r. von Werthern, Kompaniechef in einein Schützenregiment, Oberleutnant von Löffel, Kompanieführer in einem Panzer-Regiment, und Oberfeldwebel S a w a h k i, Zugführer in einer 3n- fanterie-Panzerjager-Kompanie, ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe nachstehende Stafselkapitäne eines Schlachtgeschwaders: Oberleutnant D r u f ch e l, Oberleutnant Meyer, Oberleutnant D ö r f f e l und Oberleutnant Dorn- brack. 3n harten Kämpfen um die Befestigungen vor Leningrad Berlin, 15. Sept. (DRB.) Der Führer Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant holludt, Kommandeur einer Infanterie- Divifion, Oberst von Groddeck, Kommandeur Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer biL8'/.Ubr des Vormittags 'Anzeiaen-Prerie: Anzeigenteil 7 Rpt le mm bei 22 mm Beilenbreite, Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Beilenbreite Siatbläfie: Wiederholung Malftallell AbfcblüsieMengenslaffelv Platzoorschritt (vorherige Bereinbarung) 25°/«» mevr Oie deutschen Ll-Boot- Angriffe im Atlantik. Was britische Schiffbrüchige berichten. Berlin, 15. September. (DNB.) Britische Schiffbrüchige berichten Einzelheiten über die deutschen U-Boot-Angriffe auf den britischen Geleit- z u g im Atlantik. Der erste Angriff erfolgte am frühen Morgen. Zwei britische Handelsschiffe wurden sofort getroffen und sanken in wenigen Minuten Zwei Stunden später erfolgte ein weiterer Angriff, bei dem ein Handelsschiff durch einen Torpedotreffer mittschiffs zum Sinken gebracht wurde. Durch einen Torpedotreffer in den Maschinenraum eines großen Handlesdampfers füllte sich der Roum sofort mit Wasser, so daß es der Mannschaft gerade noch gelang, das Schiff zu verlassen. Der britisch Handelsdampfer „Branden- bourg", dem es gelungen war, eine große Anzahl Heberlebender aufzunehmen, wurde bei dem dritten Angriff so schwer getroffen, daß er sofort sank. Don den Ueberlebenden, die die „Brandenbourg" an Borb hotte, und von der eigenen Mannschaft konnte sich nur ein einziger Seemann retten. Einige Schilfe, die mit Schlagseite sehr langsam fuhren, sanken in dem aufkommenden schweren Wetter Heber das Schicksal der Mannschaften ist nichts bekannt. Es ist jedoch anzunehmen, daß die kleinen Boote in dem aufgewühlten Meer untergegangen sind. Oas Ritterkreuz. verstoßen wird und ihre Kinder tötet, knüpft an die Krim und das östlich gelegene kaukasische Gebirge an. In den Stürmen der Völkerwanderung siedelten hier auch die Goten, die um den mächtigen Karpathenbogen herumgezogen waren und erst von der Südukraine und der Krim aus zu ihren Wanderungen auf den Balkan, nach Italien, nach Südsrank- reich und Spanien antraten. In der Lücke stießen tatarisch-turkestamsche Völker vor, die das Chanat der Krimtataren begründeten, das 1478 in ein Bundesverhältnis zum türkischen Reich trat und erst im Jahr 1783 von dem Fürsten Potemkin, dem Günstling der Kaiserin Katharina II., gestürzt wurde. Die Zarenherrschaft dauerte also nur 150 Jahre. Dann kamen die Bolschewisten, die aus der eine autonome Sowjetrepublik machten. Dr. Ho. Vor der britischen O st k ü st e versenkten Kampfflugzeuge in der vergangenen Rächt aus einem Geleitzug heraus einen Transporter von 10 000 VRT. In Rordafrika belegten Sturzkampfflugzeuge Zeltlager fowle Panzer- und Kraftwagenanfamm- lungen der Briten bei S o l l u m mit Bomben schweren Kalibers. Bei dem Angriff eines deutschen Kampffliegerverbandes in der Rächt zum 14. September auf die Hafengebiete um Suez und Port T e w f i k wurden Oellager in Brand geworfen. Der Feind flog weder bei Tage noch bei Rächt in das Reichsgebiet ein. Wirkungsvoller Einsatz der Luftwaffe. Berlin, 15. September. (DNB.) Die deutsche Luftwaffe setzte am Montog mit stärkeren Kräften ihre Dernichtungsangrife gegen feindliche Truppen im mittleren und Süd ab schnitt fort Feldstellungen und Rückzugskolonnen wurden schwer getroffen. Auf zwei Flugplätzen wurden hallen und Baracken getroffen und 25 Flugzeuge am Boden zerstört. Eine stark mit Truppen belegte Stadt wurde mit Bomben beworfen, wobei große Brände entstanden. Der Bahnhof wurde völlig zerstört. Im Raum ostwärts desDnjepr wurden in rollenden Angriffen Feldstellungen, Transportkolonnen und Panzerkampfwagen mit Bomben belegt und vernichtet, lieber 500 Kraftfahrzeuge der Sowjets wurden zerstört, fünf Geschütze zum Schweigen gebracht und ein sowjetischer Panzerzug außer Gefecht gesetzt. Sechs Transportzüge wurden schwer beschädigt. Im Seegebiet ostwärts Odessa wurde ein Transporter von 5000 BRT. durch Bombenvolltreffer versenkt und ein Handelsschiff von 3000 BRT. schwer beschädigt. Zwei weitere Schiffe wurden im Tiel'luq vernichtet. Eine Flakbatterie, die von der Küste aus die deutschen Angriffe zu stören versuchte, wurde zum Schweigen gebracht. Im Nordabschnitt der Ostfront flogen Kampfflugzeuge Angriffe gegen Artilleriestellungen und Truppenansammlungen a u f der Insel Oesel und Moon. Mehrere Batterien wurden mit gutgezielten Bomben belegt und sowjetische Verbände im Tiefangriff durch Bordwaffen unter Feuer genommen. Die Beobachter der deutschen Kampfflugzeuge konnten nach ihrem Rückflug zahlreiche Materialausfälle der Bolschewisten melden. Eine deutsche Schule in Paris. In Paris wurde die deutsche Schule eröffnet. Zu der Feier waren der Kommandant, der Kriegsverwaltungschef und der Stadtkommissar von Paris erschienen, ferner der Generalbevollmächtigte der ranzösischen Regierung, Botschafter de Brinon. Ge° anbter Schleier hob hervor, daß die deutsche Schule auch Kinder anderer Nationalitäten aufnehmen olle, sie werde als Mittlerin deutscher Kultur in Paris ihre Arbeit aufnehmen. Die Patenschaft haben die Städte Karlsruhe und Hamburg übernommen. Die Schule wirb vier Grundschul- und ünf Oberschulklassen umfassen und von einem Studienrat geleitet, dem zwölf Reichsdeutsche und für den französischen Unterricht französische Lehrkräfte zur Seite stehen. i Brüssel, im September 1941. Der Sommer, auf dessen Anfang man bis vor kurzem noch gehofft hatte, geht mm endgültig feinem Ende zu, und abgesehen von den vierzehn brennend heißen Tagen in der Junimitte hat man die Sonne überhaupt nicht gesehen. Wenn dieses Wetter auch nickt dazu angetan war, die allgemeine Laune zu verbessern, so konnte es die in klimatischer Bc^iehung an Kummer gewöhnten Belgier diesmal wenigstens über den Verlust der Küste hinweg- trösten. Denn von wenigen Stellen abgesehen, die für das Baden freigegeben wurden, blieb d i e Küste Kriegsgebiet, dessen Betreten außer den Einheimischen nur denjenigen Zivilisten erlaubt war, welche die Notwendigkeit ihres Aufenthaltes bei einer den erforderlichen Passierschein ausstellenden Behörde nachgewiesen hatten. ts burch Minensperren unb zahlreiche Bunker gc- chert hatten unb bas sie zäh verteidigten. Das »öhengelände wurde in hartem schwerem ta m p f erobert. 50 sowjetische Bunker, dar- rtter mehrere mit zwei Meter dicken Betonwänden nd zehn Bunker modernster Bauart mit drehbaren Zanzerkuppeln wurden vernichtet, große Mengen owjetischen Kriegsgeräts erbeutet. Die Bolschewi- -en versuchten vergeblich, unter Einsatz schwerer Kampfwagen das Höhengelände zurückzugewinnen. Ille Gegenangriffe brachen an ber deutschen Abvehr zusammen. In den harten Kämpfen um die Befestigungs- nlagen von Leningrad eroberte am 11. 9. eine eutsche Division eine Ortschaft, die von den Bol- ijewiften überaus zäh verteidigt wurde und durch (elbfteUungen und Bunker gesichert war. Die Divi- on durchbrach die Feld- und Bunkerstellungen, :tzte über 30 Bunker, darunter schwere Geschütz- unker, außer Gefecht. Im Laufe des 12. 9. kämpfte ch die Division in einem durch Minenfelder ge= chützten Verteidigungssystem weiter vor. Die sow- ttischen Widerstandslinien wurden durchbrochen. Moniere räumten über 1000 Minen weg und fetzen 41 Sowjet-Bunker, darunter 16 mehrstöckige ßerfe und zwei Geschützbunker, außer Gefecht. In en Abendstunden des 12. 9. drang die Division in in durch zahlreiche Verteidigungsanlagen und btützpunkte gesichertes Dors vor. Der Wehrmachtbericht. DRB. Aus dem Führerhauptquarlier. 15. Sept. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Osten find große Angriffsoperationen im Erfolgreichen Fortfchreiten. Die Einschließung von Leningrad purde in zähem Kampf um die neuzeitlich ausgelaufen Befestigungsanlagen weiter verengt. Wieder- jolte, von schweren Panzern unterstützte Gegen- mgriffe des Feindes brachen zusammen. Oer Gammler. Von Sigismund v. Radecki. Schon als unschuldiges Kind traf mich jener entscheidende Augenblick, da das Sandkuchenbacken meinen Erlebnishunger unbefriedigt ließ, und ich aus einer leidlich gelungenen Torte ein Steinchen herausgrub und stumm vor mich hinlegte. Es war der Grundstein meiner Sammlung, und ich ward ich selbst: ein Sammler. Einer, der die ganze Mimik des Lebens, einschließlich Sport, Beruf und Ehe ergeben mitmacht und sich dennoch mit Sta- cheldraht ein Naturschutzgebiet seiner Seele reserviert — sein Sammeln. Anfangs waren's also Steinchen, und wenn ich es genau überlege, hätte ich dabei bleiben sollen; denn Steinchen sind das ideale Sammelobjekt: zugleich das unbeachtetste und das schönste. Besonders wenn sie angeschliffen werden. Dann spaltet sich dieser Urtrieb des Steinchen- sammelns in das bekannte M und W, in die Briefmarke und die Puppenkollektion: der Mann muß hinaus ins feindliche Leben, fei's auch nur per Poft, und die Frau besinnt sich aus ihren eigentlichen Beruf. Die menschliche Seele fliegt im Wort inkarniert, darauf zu Tinte verflüssigt und eingetrocknet, mit weißen Papierflügeln über Länder und Meere und trägt jedesmal eine Marke aufgeklebt: und so etwas Wunderbares sollte man sammeln?!... Stück für Stück eroberte man sich die bunten Quadratzentimeter der fernsten Länder, und ich fühle noch heute eine kleine Schwäche für die rote „Aegypten" mit den Pyramiden oder die große blaue „Kolumbus eins". Leider aber entwickelt Markensammeln die kindlich schlummernden Schacherinstinkte. Ach, ich hängte jemand eine „Norme- gen" für eine „Honduras" an und darauf, von Reue ergriffen, das Markensammeln an den Nagel, wobei ich meine ganze Kollektion für eine „Djibouti mit Giraffe" austauschte, die ich dann irgendwie verloren habe... Darauf, so etwa mit neun Jahren, sammelte ich Worte. Unsagbar seltsame Worte, die ich mir vorher selber machte und deren mystischen Sinn man nur dunkel ahnen konnte. Das war das Schöne daran. Versteckt im Garten, sprach ich sie mir vor wie ein Schlangenbeschwörer, und sie wurden plötz- Dnjepropetrowsk den Dnsepr überschritten, wonach sie also der Armee Timoschenkos, die sich angeblicy auf einer siegreichen Offensive gegen uns befand, das Spiel abgewonnen und im Kernpunkt der bolschewistischen Front die Armee Timoschenkos in große Gefahr gebracht hätten. Hinzu kommt, daß die Lage um Leningrad sich zusehends für die Sowjets verschlechtert hat. Die britische Propaganda hatte wochenlang gefaselt, Woroschilow, der dort die Sowjetstreitkräfte kommandiert, habe solche Verteidigungsmaßnahmen getroffen, daß die Deutschen noch weit vom Weichbild Leningrads entfernt seien. Als der Wehrmachtbericht meldete, Leningrad sei eingeschlossen, wußten die Schreibtisch-Strategen Londons das besser und behaupteten, die Meldung sei unmöglich. Jetzt gestehen sie, sie wüßten überhaupt nichts, die Lage sei so undurchsichtig, daß die englischen Kommentatoren nicht wagen könnten, irgend etwas vorauszusagen. In Wirklichkeit ist die Sachlage ganz klar. Wir sind durch die Verteidigungslinien von Leningrad gedrungen und halten die Stadt mit ihren gewaltigen Industrieanlagen in eiserner Umklammerung, und zu Beginn der 13. Kriegswoche im Osten berichtet das OKW. lakonisch, durch den günstigen Verlauf der Operationen bahnten sich neue Schlachtenerfolge an. Am Montag hieß es: ,Lm Osten sind große Angriffsoperationen im erfolgreichen Fortschreiten." Die Front ist in Bewegung. Die Sprache der Wehrmachtberichte ist eindeutig. Leningrad ist — das hat ein englischer Pfiffikus sehr gut herausgefunden — nur ein Entscheidungszentrum neben anderen. Schon beginnen PK.-Berichte und besondere militärische Meldungen uns vorzubereiten. Am Sonntag, 14. September, haben starke Verbände deutscher Sturzkampfflugzeuge feindliche Befestigungsanlagen auf der Landbrücke zur Krim erfolgreich angegriffen. Der Kriegsberichter Dr. Jof. Rieder meldet, daß schon seit drei Tagen der leichte Flakzug, dem er angehört, vorne a m O stufer des Dnjepr liegt. Es ist also ein Brückenkopf gebildet worden. Und der PK.-Bericht fährt fort: „Dieser Brückenkopf — das wissen die Sowjets so gut wie wir, — ist die Schlüsselstellung für den weiteren Kampfabschnitt, das Einfallstor in das Donezbecken und zur Krim. Wenn wir über diesen Fluß gekommen sind, wenn der Vormarsch hier einmal rollt, dann ist er nicht mehr aufzuhalten." Nun, sie sind über diesen Fluß gekommen. Das war drei Tage vor Ablieferung des VK.-Be- richts, der den Kampf der Flakabteilung, der der PK.-Mann angehörte, um den so wichtigen Ueber- gang über den Dnjepr schildert. Was jeder vermuten konnte, ist eingetreten: Der Nordflügel der Front ist in seinem Kampf um Leningrad nicht allein geblieben. Die Front bewegt sich. Sie stürmt. Sie weiß, worum es geht. Das deutsche Volk wird bald die Ergebnisse im einzelnen hören. England will die Vernichtung der deutschen", Ä irtschast. Stockholm, 16. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Daß die bekanntgewordenen Aeußerungen über die wirtschaftliche Lähmung des deutschen Volkes, die Millionen dem Hungertode überliefern müßte, nicht Uebertreibungen von Außenseitern darstellen, geht daraus hervor, daß eine führende britische Wirt- schaftszeitschrift, die Londoner „Financial News", einen Artikel veröffentlicht, der die gleiche Forderung aufstellt. Der Hauptschriftleiter des Blattes P. Einzig (!) erklärt, in der Atlantlikdeklaration habe man zwar von der Notwendigkeit der wirtschaftlichen Gleichberechtigung aller Völker und ihres gleichmäßigen Zugangs zu den Rohstoff-Lagern der Erde gesprochen, Deutschland gegenüber müsse man aber gewisse Vorsichtsmaßregeln treffen. Die von Roosevelt und Churchill geplante Entwaffnung Deutschlands müsse auch wirtschaftlicher Natur sein. Der deutsche Aufschwung der Jahre 1933 bis 1939 dürfe sich nicht wiederholen. Infolgedessen sei es unbedingt notwendig, daß nicht nur die deutsche Rüstungsindustrie zerschlagen, sondern auch die deutsche Werk- Zeugmaschinenindustrie vernichtet werde. Das gleiche gelte für alle Anlagen zur E r - zeugung synthetischen Oels und synthetischen Gummis, da Deutschland dadurch von der Einfuhr aus Uebersee abhängig würde. Man dürfe es Deutschland überhaupt nicht erlauben, synthetische Rohstoffe zu erzeugen, sondern müsse es zwingen, diese, soweit es sie noch benötige, von Uebersee zu beziehen, denn nur dann habe man die stete Kontrolle über die Entwicklung der deutschen Industrie. Besonders notwendig aber sei es, daß Deutschland von seinem Handel nach Sü do st en und Osten für alle Zeiten abgeschnitten werde. Je mehr Deutschland vom Ueberseehandel abhängig sei, desto weniger bestehe die Gefahr, daß es noch einmal so mächtig werde, um den Staaten des Westens zu widerstehen, denn die Ueberseemärkte und die Ueber- seerohstoffguellen könnten Deutschland jederzeit durch eine Seeblockade abgeschnitten werden. Finnland kämpst bis zum Endsiege. Von unserer Berliner Schriftleitung. Auf dem fabelhaften Atlantiktreffen Roosevelts und Churchills war unter einem Wust finsterer Anschläge auch der Plan ausgeheckt worden, Finnland zu einem Separatfrieden zu bewegen. Befehlseifria wußten englische und kriegshetzerische amerikanische Zeitungen zu melden, Finnland stehe bereits in Sonderfriedensverhandlungen mit Moskau. Dabei hatten Roosevelt und Churchill im Drange ihres Eifers übersehen, daß Finnland zu den Waffen griff, um ihm schnöde geraubtes Gebiet zurückzugewinnen, daß das kleine Finnland ja im Vorjahre trotz des Friedensschlusses mit Moskau vom Bolschewismus übergeschluckt werden sollte, daß nur das Wort des Führers, gegenüber den Ansinnen Molotows, diese bolschewistische Absicht zu billigen, die finnische Unabhängigkeit gerettet hat. Das finnische Volk führt also im wahrsten Sinne des Wortes diesen Krieg mit Moskau um seine Existenz. Wenn Churchill und Roosevelt, wie die „Times" ausplauderte, dem Bolschewismus die Herrschaft über Europa eingeräumt haben, dann ist es selbstverständlich, daß mit dem Siege dieser drei auch die Selbständigkeit Finnlands erledigt wäre. Aus alledem ergibt sich schon, daß es geradezu Selbstmord bedeuten würde, wenn die Finnen sich mit dem bolschewistischen Erzfeind aussöhnten. Die Siege der Finnen über Stalins Horden waren eine Antwort, die man in London und Washington sehr wohl verstand. Darüber hinaus aber wurde auch politisch das richtige Mittel ergriffen. In den USA. t)at der finnische Gesandte ein Blau-Weiß-Buch erscheinen lassen, in dem dokumentarisch nachgowiesen wird, daß Finnlands Selbständigkeit immer wieder durch den Bolschewismus unterwühlt wurde. Marschall Manner- h e i m, der Sieger über den Bolschewismus, hat erklärt, nur die völlige Vernichtung der bolschewistischen Pest sei das Ziel Finnlands. Zu Beginn dieses Monats nahmen die finnischen Gewerkschaf- t e n eine Entschließung an, die inhaltlich das gleiche besagte, und der Mehrheitssozialistenführer und frühere finnische Ministerpräsident Tanner hat letzt wiederum sich scharf gegen den Bolschewismus gewandt, der als Erzfeind jeder Kultur wie ein ätzendes Gift überall Störungen und Verwirrungen hervorzurufen bestrebt war, um dann zu ernten. Er verwies schon am 10. September darauf, daß die riesenhafte Bewaffnung der Sowjets einen roten Generalangriff gegen die abendländische Kultur, und damit auch gegen die finnische, bezweckt hatte. Und jetzt sagte Tanner, die Gerüchte über einen finnisch- moskowitischen Sonderfrieden seien echt englisch- amerikanische Fabrikate. Durch den Rundfunk und die Zeitungen verbreite man erfundene Gerüchte, nach welchen Finnland große Verluste im Kriege erlitten hätte und das Volk kriegsmüde sei. Deshalb erzähle man, es gebe hier eine starke Friedens- Deutsches Kulturschaffen im Kriege. Oie Tagung des Auslandsamtes der Dozentenschaft. München, 15. September. (DNB.) Unter dem Motto „Deutsches Kulturschaffen" eröffnete des Auslandsamt der Dozentenschaft der deutschen Universitäten und Hochschulen eine Tagung, an der 85 ausländische Künstler und Gelehrte und etwa 70 Deutsche teilnahmen. Reichsdozentenführer Dr. Schultze eröffnete die Tagung mit einer Rede, in der er den Kulturniedergang bei unseren Gegnern und den Aufstieg der neuen deutschen und europäischen Kultur begründete. Der Staatssekretär im Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, G u t t e r e r, legte die Grundzüge der deutschen Kulturpolitik dar. Mit dem Führer bekenne sich das deutsche Volk aus tiefstem Herzen und aus voller Ueberzeugung zur Kunst als einem der entscheidendsten Faktoren des völkischen Lebens. Der Kampf des nationalsozialistischen Reiches gegen den kulturzerstörenden Bolschewismus beweise eindeutig die kulturelle Aufbauarbeit Deutschlands. Die größte Aufgabe der Reichskulturkammer sei, an die Stelle eines unfruchtbaren schranken- und willenlosen Individualismus eine höhere Einheit, das Gemeinschaftsgefühl, zu setzen, das volksverbunden und verwurzelt niemals mit dem gleichmachenden und unschöpferischen Kollektivismus verwechselt werden dürfte. Heute dränge das Volk aus einem wahren Hunger nach Kunst sich in die Theater und Ausstellungen. Es sei kein Geheimnis, daß wir zu wenig Theater, zu wenig Schauspieler und Musiker haben, um die kulturelle Sehnsucht unseres Volkes zu stillen. Das nationalsozialistische Theater sei weit offen allen guten Kräften. Alljährlich werden im Reiche etwa 300 bis 400 neue Werke des dramatischen und musikalischen Schaffens uraufgeführt. In der Spielzeit 1940-41 würden 353 Theater mit 345 000 Plätzen bespielt, außerdem waren 50 Bauerntheater, 30 Mundartbühnen, 28 Laienspielbühnen, 84 Wanderbühnen und 44 Sommerbühnen tätig. 1939 wurden in den Filmtheatern 623,7 Millionen Besucher gezählt. In einem Jahr stieg die ^Zahl um fast 34 v. H. Weiter hob Staatssekretär Gutterer das' Anwachsen der Zahl der Rundfunk- hörer auf 15 Millionen und die Tätigkeit von über 170 Orchestern hervor. Die Gesamtauflagehöhe des im Jahre 1940 erschienenen Schrifttums sei auf tast 250 Millionen angewachsen, was auf jeden Einwohner des Reiches im Durchschnitt fast drei Stück betrage. Zwölf große Buchausstellungen im Ausland trugen die Kenntnis von unserem Buch auch in fremde Länder. Es sei ein Zeichen der Stärke, daß uns die Kunst im Kriege doppelt wertvoll geworden ist, weil sie uns die höchsten Lebenswerte offenbart und weil sie seelische und geistige Widerstandskraft von Volk und Führung stärkt und vertieft. Partei, auf deren Veranlassung man durch Vermittler Friebensverhan'dlungen mit der Sowjetunion erbeten hätte. Die Absichten dieser Gerüchte ist klar, führte Tanner aus. Man versucht, eine Zersplitterung zu bewirken und nur die militärische Lage der Sowjetunion zumindest an der Leningrader Front und an der Murman-Bahn zu erleichtern. Selbstverständlich sind diese Gerüchte v o ll st ä n - d i g grundlos. Von keiner Seite in Finnland oder auf finnische Initiative hin ist man zu derartigen Friedensverhandlungen geschritten. Man fragt sich auch, mit wem man über diesen Fall verhandeln könne. Wir können ja kein Zutrauen zu dem jetzigen Nachbarn im Kreml haben, da er alle seine früheren Verträge ge- b r och e n hat. Außerdem unterliegt es keinem Zweifel, daß die Sowjetunion den Krieg gegen Deutschland verlieren wird. Ein mit ihr geschlossener Friede wäre also von vornherein nichtig. Dieser Krieg ist für uns ein Verteidigungskrieg, durch welchen wir uns gesicherte Grenzen und einen dauernden Frieden verschaffen wollen. Was, um dieses zu verwirklichen, nötig ist, muß getan werden. Oie 7lorh-i?üd-Berbinhung Skandinavien - Mitteleuropa. Kopenhagen, 15. September. (Europapreß.) Die Verwirklichung des jahrzehnetealten Plans der Schaffung einer direkten Nord-Süd-Derbindung von Skandinavien nach Mitteleuropa über den Feh- marnbelt ist eingeleitet. Etwa gleichzeitig mit der Freigabe der Bouarbeiten für die neue Fährverbindung Fehmarn —Rödby auf deutscher Seite wurde am Sonntagnachmittag auch jenseits des heute noch trennenden Ostseearms auf der Insel Lolland das Signal zum Arbeitsbeginn an Verbindungsstraße und Schienenweg nach dem Fährhafen Rödbyhavn gegeben. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller und Reichsminister Dr. Todt hatten sich in Begleitung des deutschen Gesandten in Dänemark, Minister von Renthe- Fink, als Gäste der dänischen Regierung einge- funden. Bei Flintinge, einem Punkt der kommenden Blitzzugstrecke Rödbyhavn—Nyköbing—Kopenhagen, wurden durch den dänischen Minister für öffentliche Arbeiten und den Generaldirektor der dänischen Staatsbahnen die ersten Spatenstiche ausgeführt. Dann wurde an der zwanzig Kilometer entfernten Baustelle Holeby die neue Autobahn vom Fährhafen nach der dänischen Hauptstadt eröffnet. Neue Expreß-Lustverbindung Neuyork—Lissabon. Neuyork, 15. September. (Europapreß.) Die Panamerican Airways geben bekannt, daß sie am 25. September eine neue Expreß-Luftverbindung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa errichten. Die Beförderung von Waren wird von besonderen „aircerts” abhängig gemacht werden, die von den britischen Konsularbehörden ähnlich wie die Navycerts für die Schiffsladungen ausgestellt werden. Es soll bestätigt werden, daß die Pakete keine Konterbande enthalten. Einige der größten Clipper-Flugboote werden benutzt werden» Die Verbindung Neuyork—Lissabon wird dreimal wöchentlich durchgeführt. — Wenn die Clipper-Maschinen jetzt im Gegensatz zu früher Waren mitnehmen, ist dies eine Folge der in der letzten Zeit geringeren Nachfrage nach Fahrkarten für diese transatlantische Route. Vor dem Feinde gefallen. k "4> Wie der OKW.-Bericht vom 14. Sevtember mit- teilte, ist der Oberbefehlshaber einer Armee, Generaloberst Ritter von Schobert, gefallen. Dies ist die letzte Aufnahme des tapferen Armeeführers. Sie zeigt ihn (zweiter von links) mit General Kriege! auf dem Gefechtsstand einer Infanteriedivision. (PK.-Brunnengräber-Scherl-M.) Herzliche Teilnahme in Bukarest. B u k a r e st, 15. Sept. (DNB.) Die gesamte rumänische Presse bringt dos Bild des gefallenen Generalobersten Ritter v. Schobert. Die Zeitungen widmen dem deutschen Heerführer, der erst vor kurzem von König Michael von Rumänien — ftd) lebendig und hoben die züngelnden Häupter... Ich weiß noch, wie der Dämon des Prahlens mich verlockte, gerade mein schillerndstes, mein phantastischstes Wort einem Kameraden als Glanzstück der Sammlung vorzuführen. Wie empört war ich, als dieser mir mitteilte, das muß ein Irrtum fein; denn Ken jenes Wort besitze er schon längst in seiner Kollektion! Auch bot er mir gönnerhaft Dublettenaustausch an... Ich widersprach heftig, wußte ich doch, daß es mein Kind war — „Nun, und was bedeutet es?" fragte ich, um ihn zu fangen. — „Sag du es doch! Wir wissen ja beide, was es bedeutet", replizierte er. So wurde mir klar, daß, wer Worte sammelt, sie für sich behalten muß, weil sie einem sonst geklaut werden. Doch was ist eine Sammlung, die man nicht vorzeigen kann? Hierauf sammelte ich in schneller Folge Stahlfedern, photographische Kataloge, Käfer, Fahrscheine, Reitpeitschen und Autogramme, bis mich endlich eine seltsame, völlig nutzlose Leidenschaft packte; mit langer Schere schnitt ich sämtliche Bilder der illustrierten Zeitschriften aus und stapelte sie in Aktendeckeln auf. Daß ich sie besaß, galt mir wenig, aber eben dieser Prozeß des Ausschneidens hatte für mich einen rätselhaften Reiz, wie es ja auch Menschen gibt, die Bücher nicht so sehr zu lesen als gerade aufzuschneiden lieben. Doch früher oder später mußte ich natürlich im großen Sammelbecken aller Sammler, nämlich bei den Zigaretten-Zugaben, landen. Eine Serie vor allem faszinierte mich, weil sie mein Selbstgefühl stärkte: sie begleitete, was man so starken Tabak nennt, und der Trick war, dem Raucher das Kraut dadurch mundgerecht zu machen, daß man ihn kurzweg einen Helden nannte. Die Zusatzbildchen suggerierten uns nämlich, daß wir durch den Kosum dieser Zigaretten zu richtigen Männern würden, und das hatte schon seinen beizenden Beigeschmack von Wahrheit... Nun ist es mit den Reklamebüros wie mit so vielen anderen Büros: sie verlieren nur zu bald den Kontakt mit der Wirklichkeit und steigern sich in irgendeinen monomanischen Wahnwitz hinein. Diese Männersache wurde den Werbeleuten meiner Zigarette zur fixen Idee: ,F)eros-Zigaretten — richtig — für richttge Männer"; „Männer, die in einem verantwortungsvollen Beruf stehen..."- „Fade", das ist ein Begriff, der unter Männern verhaßt ist..„Wenn Männer etwas trinken, rauchen, dann..."; „Nach harter Männerarbeit ist gut Heros-Zigaretten rauchen..." Mit angehaltenem Atem riß ich jedesmal die Verpackung auf, begierig auf die neueste, immer wieder verblüffende Nuance... Ich entwickelle mich zu einem Dajak, einem Schwachkopfjäger in Borneo, der alle Ausgeburten der Männeridee mit Entzücken sammelte. Aber endlich gab ich auch diesen Kampf auf. Vereinsamt stand ich da und warf einen suchenden Sammlerblick auf die Welt. Ja, sammeln ist der instinktive Trieb alles Lebendigen: von der Ameise bis zu Mr. Mellon ist alles, was da kreucht und über den Ozean fleucht, rastlos mit der Aufstapelung von Strohhalmen, Sektkorken und Tizians beschäftigt. Scheinbar nur eine Veränderung des Standortes der Dinge, birgt das Sammeln in Wirklichkeit einen tiefen Sinn: denn ich, ich und nicht du, so heißt der Mittelpunkt, um den alle diese Dinge malerisch gruppiert werden — Symbol dafür, daß jeder der zwei Milliarden Erdbewohner sich als Mitte des Universums enrpfinbet. Und was wurde nicht alles gesammelt! Männer sammelten Frauen (Don Juans Spanien-Rekord: 1003), Frauen wahrscheinlich Männer, oder doch deren Briefe, Sonderlinge sammelten Bierfilze, Amerikaner Echos oder Burgruinen (wirklich, ich kannte so einen; er kaufte sie in der Inflationszeit wie Ganzsachen auf und hätte gar zu gerne ein bißchen getauscht...) — die meisten aber sammelten zwei Dinge: Lob und Geld. Die Komplimentesammler lagen ständig auf der- eigenen Loblauer, angelten unermüdlich nach Anerkennung und hatten ihre Lobe so tadellos registriert, daß sie sich ihr Leben lang noch des kleinsten erinnern konnten. Aber fast noch verbreiteter waren die Geldsammler, denen es sonderbarerweise bloß auf die Quantität ihrer Münzen ankam: wie erhaben wirkte daneben etwa ein schlichter Numismatiker! Und dennoch wurde gerade den Geldsammlern ihr Trieb zur allesfressenden Leidenschaft... als ob sie jemals das ganze Geld der Welt zusammenbringen könnten! Doch bei allen Sammlern kam, wenn sie ihre Seele an ihre Sammlung hingegeben hatten, der eine Augenblick, da sie dumpf merkten, daß sie zu Museumsdienern der eigenen Passion herabgesunken waren. Dann rafften sie sich auf und schenkten ihre Sammlung weg — an den Staat, an Wohlsahrts- inftitutionen, an irgendwen, nur um diesen Schwamm am Herzen loszuwerden! Allein schon am Tag nach der Schenkung fühlen sie eine Leere und beginnen leise, wie eine Ameise, Hälmchen um Hälmchen der neuen Sammlung in ihren Bau zu schleppen. Das sah auch ich ein. Etwas mußte ich sammeln. Ich schwankte zwischen zwei Sammelobjekten. Beide lagen überall herum, man mußte sie nur aufheben. Das eine wurde von allen gesammelt: die roten Gummibändchen für Pakete. Sie sind elastisch wie die Zeit und ohne Ende wie die Ewigkeit. Angespannt, geben sie einen saitenhaften Ton. Zusammengebracht von der Devise „Man wird das noch einmal brauchen können", liegen sie da wie ein Klumpen Regenwürmer ... Doch nein, ich entschloß mich für Objekt Nummer zwei. Das lag ebenfalls überall herum, doch kaum einer hob es auf. Ich sammelte das häufigste und seltenste, nämlich Gedanken! Ich sammle, verzeihen Sie das harte Wort, mich ... Ach, die meisten zerstreuen sich, indem sie etwas sammeln; wo sind sie nur, die wenigen, die sich sammeln, indem sie sich etwas zerstreuen! ... Oh, meine Sammlung ist phantastisch interessant und, glauben Sie mir, sie wird einmal komplett! Dann aber will ich gesammelt dem schwersten aller Sammler-Augenblicke entgegensetzen — dem, wo er selbst zum Objekt wird, verpackt wird, und sich via Friedhof zu seinen Vätern versammelt. Zahnziehen mit her Eisenbahn. Pedro Fuelves, der Eisenbahnarbeiter in Mexiko war, hatte Angst vor dem Zahnarzt. So erfand er sich seine eigne, freilich etwas ungewöhnliche Methode, um einen schmerzenden Zahn loszuwerden. Er nahm ein Stück Faden, den er um den kranken Zabn band, und befestigte es an dem letzten Wagen emes abfahrbereiten Güterzuges. Sicherlich hatte dieses „Patent" den gewünschten Erfolg gehabt, wenn es Pedro nicht in der letzten Minute mit der Angst zu tun bekommen hätte. Statt bei der Abfahrt des Zuges stehen zu bleiben, fing er wie ein Verrückter gu laufen an und rannte hinter dem anfahrenden Zuge her, um den Augenblick des „Zahnziehens" noch hinauszuschieben. Bei dieser Gelegenheit stolperte er schließlich über eine Schwelle und kam babef Zu Fall, wobei er zwar mit einem scharfen Ruck seinen Zahn los wurde, sich aber auch zugleich den Fuß brach. Er hat geschworen, sich nie wieder durch die Eisenbahn einen Zahn ziehen zu lassen. ff Wieder ein Oberhesse Ritterkreuzträger cs Zeichen des Dankes und der Verbundenheit t?m Korpsführer des NSKK., Hühnlein, einen (hrendolch als Geschenk des Heeres. 4711 (Nachdruck verboten.) H. Fortsetzung. Errrrj weist den Weg zur richtigen Zahnpflege mmeln. . Beide ,sheben. > roten ’a er« Dich wer. i ahn« t aus. lß die ,e der »erben, frei, m die früher in der -karten r mit« Gene« i. Dies Armee- Gene' interie* Mit seinen Glückwünschen zur Vollendung des f3. Lebensjahres widmete der Oberbefehlshaber des feeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, Verdunkelungszeit 16. September von 19.34 bis 6.55 Uhr. Die Zähne hängen eng mit dem Blutkreislauf zusammen. 3ft cs ein Wunder, datz kranke Zähne den Körper vergiften? fahrt zu ermöglichen. Das Zeitzeichen der deutschen Seewarte NSG Den Hörern des Reichssenders Frankfurt wird es aufgefallen (ein, daß feit einiger Zeit tag. lich kurz vor 14 Uhr der Ansager das Kurz-Zeit- ken gelassen hatte. Und dann richtete sich seine dumme Empörung gegen dos Schicksal, das sich ge- rade ihn als Opfer ausersehen hatte. Es war em kindischer Zornesausbruch, ein Hadern mit dem Schicksal, töricht und ein wenig komisch, wenn man die Ursachen bedachte. Aber zum Teufel, hatte er nicht seine Aufgabe, die ihn ganz in Anspruch nahm und die keine Ablenkung vertrug, und vor ollem keine so dumme und lästige Ablenkung wie diesen Weiberkram? Oder sollte das jetzt etwa so eine Art Nebenbeschäftigung von ihm werden, den Derrnitt- lungsaugust zwischen den beiden Weibern zu spielen? Danke! Er klopfte an Fräulein Zöglings Tür und mel- bete sich. „Äch möchte Sie sprechen — wenn es möglich ist." -st. ite ru* allenen ie Zei' »er erst den - jen um Bau zu Die ötti HMmgMöer Vornan von Horst Blernath Der Führer hat dem Generaldirektor der Ufa Ludwig K l i tz s ch zum 60. Geburtstag telegraphisch feine herzlichen Glückwünsche übermittelt. * Der Führer hat dem Hofrat Friedrich Geh- » a ch e r in Salzburg aus Anlatz der Vollendung im es 75. Lebensjahres in Würdigung feiner großen erdienfte um die Pflege der Musik Mozarts die o e t h e. M e d a i l l e für Kunst und Wissenschaft rrliehen. chien überhell ins Zimmer und spiegelte sich vot- end in dem polierten Nickelfuß der kleinen Lese- ampe, die auf dem Tischchen unter dem Femter /Bitte, Herr Doktor, nehmen Sie doch Platz .." Er ging etwas ungeschickt, die rechte Schulter vorschiebend, als fürchte er. in dem kleinen Raum ein Möbelstück umzustoßen, zu dem angebotenen Sessel in der Nähecke und wartete, daß Fraulein Zögling ihm gegenüber Platz nehme. Jedoch er wartete vergeblich. Fräulein Zögling trat zum Fen- (ter und blieb dort stehen. In der hell einfallenden Mittagssonne waren nur die Umrisse ihrer Gestalt deutlich gezeichnet; ihr Gesicht, von dem lichtüber- flossenen Haar wie von einem blinkenden Silberrahmen eingefaßt, lag in tiefem Schatten. Ähre Hände zerrten an einem zusammengeknüllten weißen Spitzentüchlein. Unter diesen Umständen verachtete Hellwang darauf, von dem angebotenen Stuhl Gebrauch zu machen. Er trat einen kleinen Schritt zurück und lehnte sich gegen die gelbe Biedermeierkommode, auf der das Abschiedsgeschenk des Grafen Ädell-Ädell leise auf der metallenen Unterlage klirrte. (N. üllept; sand kk ie W kranke" f) )i. we"" ,r Ängsl s Ä griffen, daß ein wichtiger Brückenkopf gegen bedrohliche feindliche Angriffe gehalten werden konnte und somit die Vorbedingungen für das weitere Vorgehen der deutschen Truppen geschaffen wurden. Bei seinen Schlachtflügen hat er bisher sieben feindliche Flugzeuge abgeschossen. „Eine Sekunde, bitte.. Er wartete und starrte auf seine Armbanduhr. Innen gab es ein eiliges Hin- und Herhuschen, Wassergeplätlcher, Klirren von Glas... Es dauerte zwei Minuten und fünfundzwanzig Sekunden, bis Fräulein Zögling ihm die Tür öffnete. (Er_ trat, ein wenig geblendet, über die Schwelle, die sonne ufiker !olk.z ' weij n iiy ‘Qma. lührt. r mit '■Bau. dbüh. iijnen IDhl. 9 öie fretar >iun(. über e b»5 'I M Ein. Ctück Auz. 1 auch ’tärte, •Q ge. m>erte Biber» ) Der» Abschiedsfeier für Käthe Töpelmann. Der vorige Sonntag war ein bedeutsamer Tag für die Führerinnen des Untergaues 116. Am Vortag hatte eine Tagung aller Gruppenführerinnen, Sozialwartinnen und Sportwartinnen des Untergaues stattgefunden. Hieran schloß sich die Feier am Sonntag, die insbesondere der scheidenden Untergauführerin Käthe Töpelmann galt. Die allzeit bereite Spielschar der HÄ. eröffnete die Stunde mit einer Komposition von Telemann und steuerte im Verlaufe noch einen schönen Satz von Händel bei. Gedichtoorträge und Lieder des HÄ.-Ehores brachten hübsche Abwechslung. Die erste Ansprache hielt Gauredner Wagner. Er betonte den Dreiklang im germanischen Men- schen: Körper, Geist und Seele, und leitete aus ihm die Unsterblichkeit unseres Volkes ab. Arbeit, Kampf und treue Kameradschaft sind die Merkmale der heutigen Zeit. Alles, was das Große und Schöne zersetzt, leynen wir ab. Wir müssen dafür sorgen, daß in keinem Deutschen mehr auch nur ein Rest des jüdisch-kapitalistischen Geistes verbleibt. Dann wird noch in ferner Zeit der Satz gelten: Deutschland ist der Nationalsozialismus — der Nationalsozialismus ist Deutschland! Nach dem letzten Lied sprach die Obergauführerin Gertrud Samper. Sie dankte der bisherigen Untergauführerin Käthe Töpelmann für die van ihr geleistete Arbett, besonders in den Äähren, wo sie restlos auf ihrem Posten stehen mußte und stand. Mit den herzlichsten Worten für das weitere Leben der verdienstvollen Führerin schloß sie. Käthe Töpelmann dankte für die Anerkennung ihres Wirkens und gab den Dank weiter an alle Führerinnen, die chr bei der Arbeit halfen, sowie an den Kreisleiter und die Bürgermeister des Untergaues für alle Unterstützung. Kreisleiter D a ck h a u s , der sich besonders an die scheidende Führerin wandte, und Inge Hack, dis jetzige Untergauführerin, richteten noch kurze Worts an die Ehrengäste. Es folgte der Gruß an den geliebten Führer des Volkes, und mit den Liedern der Nation fand die schöne Feier ihr Ende. Die am Nachmittag stattfindende wohlgelungene Sportschau des DDM. in Bad-Nauheim fand reges Interesse. ____________________ „Also heraus damit, Kathi, weshalb vertragen Sie sich mit Fräulein Zögling nicht?" „Ich...?" rief Kathi gekränkt und erstaunt und bekräftigte ihre maßlose Verwunderung noch da- dirch, daß sie den Daumen empört gegen ihren tufen stieß; „fragen Sie lieber das Fräulein, wer sich hier vertragen tut und wer nicht! Und wer sich her andauernd beleidigt fühlt und wer nicht! Und iter in die Küche gerannt kam und mit dem Tratsch argefangen hat! Bittschön, und Hann wird sich ja h: rausstellen, wer hier Grund hat, sich nicht wohl jx fühlen..." Und hier lachte Kathi dumpf und verächtlich, so wie im Greiffinger Liebhabertheater „D‘ Wildfeuer" Schreinermeister Bierdimpfl zu la- ieu pflegte, in dessen bewährten Händen stets die Sollen schuldlos ins Unglück verstrickter Helden la- g>n. Aber Kathi beeindruckte Hellwang damit nicht alju stark. Er ließ den Sessel airf den Hinterbeinen nippen und warf ihr einen schmalen, mißtrauischen tlirf zu, und sein verkniffener Mund schien zu fegen: Kathi, Kathi, wir beide kennen uns, und ich veiß, daß du ein Satan bist, wenn dir jemand ^Äch werde mit Fräulein Zögling sprechen!" ocr- ktzidete er schließlich. .. „Das tun Sie nur, Herr Doktor , mckte Kathi beifällig; ihre fromme Stimme dabei war reine Niedertracht. „ ... s „Ich werde es auch tun!" schrie Hellwang wütend, .Mb zwar sofort!" Er ließ Kachi stehen und rannte ns dem Zimmer. Die Kinder zogen die Kopse ?ii, als er an ihnen vorüberfegte. Nur Söhnchen blieb gleichmütig. „An Zorn hat er, der ftonm, an mächttqen Zorn..." stellte er laut und unbekum- Hellwang verhielt ein paar Sekunden, bevor er bie Treppe emporftieg. Stunk im Hause, wo e >!uhe brauchte! Herrgott noch einmal, so mutzte das kcmmen. Für einen Augenblick empfand er fast Erfühl der Bitterkeit gegen Luisa, so als ob sie (chnenflüchtig geworden war und chn im Dreck stei- zeichen der deutschen Seewarte ankündigt. Dieses Zeichen, dos jeweils eine halbe Minute dauert und genau zur vollen Stunde endet, wird — allerdings ohne Ansage — auch um 10, 18 und 22 Uhr in die lausende Sendung eingeblendet. Insgesamt 17 Töne werden in verschiedenen Abständen ae« sendet, von denen die ersten 11 lediglich zur Ankündigung dienen. Die folgenden sechs Zeichen wer- । den genau auf Sekunde 45, 50, 55 und 58, 59, 60 der letzten Minute zur vollen Stunde gegeben. Maßgebend für äußerste Genauigkeit beim Uhrenvergleich ist immer der Anfang der einzelnen Töne. Der Hörer, der seine Uhr wirklich einwandfrei -und ganz genau stellen will, hat jetzt durch Vergleich mit dem Zeitzeichen der deutschen Seewarte täglich mehrmals Gelegenheit dazu. Für unsere Soldaten. Im Auftrag des Oberkommandos der Wehrmacht wartete die NS.°>Gemeinschaft .Kraft durch Freude" vor Einheiten der Wehrmacht mit einem Bunten Abend auf, der von Mitgliedern des Frankfurter Opernhauses bestritten wurde. Än ähnlicher Zusammensetzung durften die Frankfurter Künstler bereits im Sommer dieses Jahres im Gloria-Palast vor dem Gießener Publikum Lorbeeren ernten. Was da in bunter Reihenfolge an musikalischen, gesanglichen und tänzerischen Leistungen an unseren Soldaten vorbeizog, war recht dazu angetan, sie in eine frohe Feierahendstimmung zu versetzen. Die dankbaren Besucher wurden immer wieder zu lebhaftem Beifall hingerissen, der die Künstler zu verschiedenen Wiederholungen und Zugaben zwang. Der Widerhall, den die Darbietungen in den Herzen der Soldaten fanden, wird den Künstlern der schönste 'Lohn gewesen fein. So war auch der Dank an die Bortragenden, den ein Offizier am Schluß der Darbietungen zum Ausdruck brachte, den Zuhörern ganz aus dem Herzen gesprochen. Dieser Tage sprach vor einer Einheit Prof. Dr. Vollrath', Gießen, über England und Schottland, ein Kapitel innerbritischer Zwistigkeiten. Aus Grund seines langjährigen Englandstudiums durch öftere Besuche der Insel verstand es der Redner in der ihm eigenen anregenden Art, die Zuhörer zu fesseln, indem er ein klarumrissenes Bild schottischen Wesens zeichnete, das sich so vielfach im Gegensatz zu englischem Wesen befindet und andererseits manches mit unserer eigenen Art Gemeinsame aufweist. Heimatliebe und doch Drang in die Ferne und soldatische Tugend wurden an vielen Beispielen her- ausgestellt, die Beziehungen der Schotten zu deutschem artverwandtem, Wesen wurden geschichtlich gewürdigt. Don dem eigenartigen schottischen Humor war die Rede als der inneren Heiterkeit eines politisch Verdrossenen. Die sogenannte schottische Renaissance als eine Besinnung auf die eigene Art wurde beleuchtet. In ihrer Zielsetzung erstrebt sie Homerule, eigenes Parlament, Selbständigwerden, in manchen Vertretern eine vollständige Loslösung von England. Auch die Art, wie England mit die- 1 Jen schottischen Bestrebungen fertig zu werden sucht, wurde eingehend gekennzeichnet. Das nähere (rin* , gehen auf die Geschichte einzelner schottischer Regi- ' menter fand bei unseren Soldaten natürlich beson- t bere Aufmerksamkeit. Der Redner hatte die Zuhörer . über eine Stunde in feinen Bann gezogen, und ihre - Spannung löste sich am Schluß^in^starkem^Beifall^ „Sie können sich gewiß denken, weshalb ich Sie aufgesucht habe — und da Kathi sich wie gewöhnlich bockbeinig stellte und nichts aus sich herausbringen liefe, möchte ich nun Sie bitten, mir doch zu sagen, ; was sich da eigentlich für eine Tragödie abgespielt Wie wir an anderer Stelle unseres heutigen Blattes berichten, wurde der Staffelkapitän in der Luftwaffe Alfred D rusche! vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Oberleutnant D r u s che 1 erblickte in Ober- Hessen das Licht der Welt. Er wurde am 4. Fe- bruar 1917 in Bindsachsen (Kreis Büdingen) geboren. Bei zahlreichen Einsätzen in den Feldzügen gegen Polen, Frankreich, England, auf dem Balkan und auch im Osten hat er seine Todesverachtung und seinen beispiellosen Mut bewiesen. Er brachte seine Staffel wiederholt so zum Einsatz, dafe entscheidende Krisen zugunsten der eigenen Truppe gewendet werden konnten. So wurde unter anderem südlich Grodno eilt aus der Flanke angelegter feindlicher Panzerangriff durch das todesmutige Eingreifen feiner Staffel im Keime erstickt, wobei elf feindliche Panzer durch Bomben und Bordwaffen vernichtet wurden. Äm Raume von Ulla hat er, ebenfalls an der Spitze seiner Staffel fliegend, so entscheidend in den Erdkampf einge- Zusani' 15 noch Die ein ntfeN benM iuf. 34 dein ße len, !»e in!-: eret""! jinplett- en aller ■m, Bei der Geburt Alfred Drusch eis im Februar 1917 stand sein Vater Äohann Konrad D r u s ch e l, Sohn eines Landwirts, als Vizewachtmeister im Artillerie-Regiment Nr. 84 im Weltkrieg im Felde. Die Mutter des neuen Ritterkreuzträgers, Anna Druschel, geb. Naumann, ist die Tochter eines Landwirts in Bindsachsen und hielt sich damals, während ihr Mann im Felde stand, im Elternhause auf. Nach dem Kriege verließ das Ehepaar Druschel mit seinen Kindern Bindsachsen, und der Vater trat in die Beamtenlaufbahn bei der Strafeenbauoerroaltung über. Zuletzt war er als Kreisstraßenmeister tätig und wohnte in Wiesbaden, wo er inzwischen verstorben ist. Die Mutter Alfred Druscheis wohnt noch in Wiesbaden. cs gut mit jungen Hunden meint „Willst du wohl" klingelte der Wahrer drohend. Bekam der kleine . Hund plötzlich Angst? Er hockte sich nieder und erledigte etwas. Gebannt starrten aller Augen auf den Hund. War es vorstellbar, dafe das krumme Pünktchen etwas so Gewaltiges wie eine Straßen- dahn zum Stehen brächte? Oder würde die Stra- zenbahn, dieses Riesentier aus Eisen, einfach über das bißchen warme Leben hinwegfahren, über einen dummen jungen Hund ...? Da bremste der Fahrer mit hartem Ruck den Wagen und hielt drei Meter vor dem Hündchen, das ihm entqegenftarrte, ohne sich vom Fleck zu rühren. Der Fahrer trat auf die Klingel; so mußte früher das Sturmläuten bei Feuersbrünsten von den Türmen geklungen haben. Der dumme junge Hund aber blieb sitzen. Da stieg der Fahrer ab, griff das Hündchen, das sich vertrauensvoll in feine großen Männerfäufte schmiegte und trug es ganz behutsam zum Bürgersteig. Ueber das, was zwischen den Schienen zurückblied, ging er zur — Der- kehrsordnung über. Die Bahn fuhr weiter. Der Fahrer meinte seufzend: „Mit was man sich nicht alles abgeben muß!" Und die Menschen hinter ihm lächelten milde. H. W. Sornofiien. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 19 Uhr „Die Zauberflöte". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Rothschilds". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Grüß mir die Lore noch einmal". „Die Zauberflöte" im Theater der Universitätsstadt Gießen. Die heute zur Eröffnung der Opernspielzett als Festvorstellung zur Aufführung gelangende Oper „Die Zauberflöte" von W. A. Mozart soll dem Gedenken Mozarts anläfelich seines 150. Todestages in diesem Jahre huldigen. Das Mozart-Jahr 1941 voran- Iahte die Intendanz, die Opernspielzeit unter den Leitgedanken zu stellen: Don Mozart zu Mozart. Die Eröffnung mit „Die Zauberflöte" wird darum ihre Ergänzung mit „Figaros Hochzeit" erfahren. Die Festvorstellung der „Zauberflöte" steht unter der Stabführung Otto Söllners, die Inszenierung leitet Max Schwarze, in den Hauptrollen fingen die Damen Possinke, Schröter-Beckers, Abbt, Mauer, Meinet, Lange und die Herren Schmitz, Ecsy, Lott, Druschel. — Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufführungen der „Zauberflöte" wegen großer technischer Anforderungen jeweils schon um 19 Uhr beginnen müssen. Am Mittwoch singt in der Operette „Zigeuner- liebe" wegett Erkrankung von Fräulein Annemarie Schwind die Partie der „Ilona" als Gast Fräulein Hansi Salzmann, die den Gießenern aus ihrer früheren Tätigkeit als Operettensoubrette an der hiesigen Bühne noch in bester' (Erinnerung sein dürfte. — Es sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß diese Vorstellung, wie übrigens alle Mittwoch-Vorstellungen, um 19 Uhr beginnt, um den auswärtigen Besuchern die rechtzeitige Ruck- hat..." (Er blinzelte in die Ecke und wartete auf eine Antwort; aber er begegnete einem Schweigen und bemerkte plötzlich bei dem Versuch, das Gesicht von Fräulein Zögling zu erkennen, daß sie den Stopf sinken liefe und den kleinen weißen Spitzenball an ihren Mund drückte. „Oh — oh!" machte er betroffen und streckte die Hände vor, als beabsichtigte er, ihr zu Hilfe zu eilen; „was haben Sie denn? Was ist denn geschehen? Um Himmels willen..." (Er war mit ein paar Schritten bei ihr und nötigte sie, etwas unbeholfen und gewaltsam besorgt, sich zu setzen. Er selber blieb vor dem Sessel stehen, ziemlich ratlos und mit unglücklichem Gesicht, und brachte dabei irgendwelche mertroürbigeri Laute in beruhigendem Baß hervor, „aber, aber" und „ta ta ta", als hätte er ein verirrtes, weinendes Kind vor sich. „Verzeihen Sie", stammelte Fräulein Zögling mit zitternder, tränenerftidter Stimme, „aber ich kann nicht mehr — ich halte das nicht länger aus..." Er beugte sich über sie. „Nun beruhigen Sie sich doch erst einmal...", bat er und legte seine Hand beruhigend auf ihre Schulter und atmete etwas verwirrt den herben Duft ihres Haares und spürte die Wärme ihrer Haut durch die dünne Seide der Bluse... * „Ich versuche ja, mich zu beherrschen", flüsterte Fräulein Zögling mit einem verschleierten Lächeln, das tapfer wirken sollte und so kläglich anzusehen roar, daß Hellwang eine Welle ehrlichen Mitgefühls und einen tüchtigen Grimm gegen Kathi in sich auffteigeu fühlte. „Glauben Sie mir, bitte, Herr Doktor", fuhr Fräulein Zögling mit kleiner Stimme fort, „ich wollte mir ja nichts anmerken lasten — und ich wollte Sie gerade jetzt, wo Sie Ruhe dringend nötig haben, mit diesen Geschichten verschonen, aber es ging einfach nicht — meine Nerven versagten..." Ihre Sippen zitterten schon wieder, und Hellwang griff behutsam nach Fräulein Zöglings Hand, um sie beruhigend zwischen seinen Fingern zu halten und ihr gut zuzusprechen. „Sie sind wirklich sehr freundlich zu mir, Herr Doktor", flüsterte Fräulein Zögling beschämt, als verdiene sie soviel Güte garnicht. „Nun ja", sagte er und starrte dabei auf dir breiten Nagelköpfe aus Messing, mit denen die Armlehnen des Sessels beschlagen waren, „dazu sind wir ja schließlich da, um uns bas Leben gegenseitig leichter zu machen. Ich revanchiere mich sozusagen nur..." Fräulein Zögling betupfte sich bie Augen: „»ch habe mich in Ihrem Hause sehr wohlgefühlt, Herr Doktor — ich kann es wohl sagen, wie nirgends sonst in meinem Leben. Die Kinder sind mir richtig ans Herz gewachsen..." Ähre Stimme sank zu einem kaum mehr verständlichen Flüstern herab: ,Zch habe sie geliebt und mich um sie gesorgt, als ob es meine eigenen wären .. .* Sie zögerte plötzlich, als ginge das, was sie nun sagen mußte, über ihre Kraft: „Trotzdem muß ich Sie jetzt bitten, sich nach einem Ersatz für mich umzusehen. Ich verstehs vollkommen, daß Sie Kathi nicht entlassen können, da sie nun schon so lange zu ihrem Hause gehört. . Äch bin ja erst ein halbes Jahr hier. Und es wird Ähnen gewiß nicht schwer werden, sich an einen neuen Menschen zu gewöhnen..." „Um Himmelswillen!" fiel Hellwang bestürzt rn, „liebes Fräulein Zögling, was reden Sie da! Nem, das dürfen Sie mir nicht antun, Sie dürfen mich jetzt nicht im Stich lasten! Auf keinen Fall! Ich laste das einfach nicht zu, ich nehme Ähre Kündi- gung gar nicht an! Bitte, bedenken Sie doch, was soll ich hier allein anfangen?" „Sie haben ja Kathi..." „Kathi, Kathi", polterte er los, „warten Sie, der werde ich Bescheid sagen! — Aber was war denn eigentlich los? Nun möchte ich es wirklich wissen .." „Ich weiß ja selbst nicht", klagte Fräulein Zögling „womit ich die Behandlung verdient habe, dis Kathi mir widerfahren läßt. Ich habe mit allen Mitteln versucht, mich mit ihr gut zu stellen, aber vom ersten Augenblick an bin ich auf eisige Ablehnung und stummen Widerstand gestoßen. Verstehen Sie bitte, nicht auf Beleidigungen, nicht auf offene Kränkungen, sondern auf einen stillen, sturen Haß, der auf die Dauer einfach unerträglich ist. Niemals richtet sie ein Wort an mich, uno wenn ich etwas sage, so ist es, als spräche ich zu einem Stein ober gegen bie Wand..." (Fortsetzung folgt) Aus der Stadt Gießen. Höhere Gewalt. Die Fahrgäste eines vollbesetzten Sttaßonbahn- wagens erfuhren dieser Tage, daß es sehr sonderbare Fälle ,chöherer Gewalt" gibt. Die Bahn fuhr in flottem Tempo dahin. Zwischen den Schienen tanzte ein breiter Streifen Sonne. Aber dann er» chien darin ein dunkles Pünktchen, und der Fahrer ihne errangen an Preisen: Die Coppa Mussolini i cs bester italienischer Film „Die eiserne : r o n e", den Pokal der Faschistischen Partei „D a s reiße Schiff" (Italien), den Dolpi-Pokal für : ?n besten Schauspieler, (Ermete Za c coni für *n Film „Buonaparte" (Italien). Den Pokal der iennale: „Die mißbrauchten Liebes- riefe" (Schweiz), „Eine Nacht in Sieben- ürgen" (Ungärn), „Mariane11a" (Spanien) tnb „Ä l Marit i" (Italien). Kleine politische Nachrichten. Än der Nacht zum 15. September bombardierten rutsche Kampfflugzeuge erfolgreich Hafen und erschiebebahnhos von A l e x a n d r i e n. Der Führer hat dem Kronprinzen von Italien l-im Geburtstag telegraphisch seine herzlichen Glück- rünsche übermittelt. ». *