l-)l. Jahrgang Nr U5 er.'i'em: inn11rt) auhei y umitiuv. und »veienaaS tyi-ilanrn: Tie »UhHtnerte (j)ir Heuer »vnmilifiiblnttei ■vcjimf uuBiid Pie^diülle M 'nata-Be^liasvrc>s: i'iit 4 'Beilngen 1.95 Ebne«Uluftiierte . 1.80 Bui'ellpehübi 25 ai,ct> bei :i.iri)rerfcbemen oon einzelnen > Konti»- a u f den i nach Hause etriebe werden holt. * In Lissabon wurde ein weiteres fitzen. ft Alleinhersteller:PJos.Mob Seifenfabriken« Giessen ikas logen. eukr-Mel' laten und Zusan,' dustriellem en, deren i Hilfs- roßbri« In O st a f r i k a hält der feindliche Druck an allen Abschnitten und vor allem im Gebiet von Amba Aladschi an, wo italienische Truppen Erbitterten Widerstand leisten. Der finnische Staatspräsident hat an Stelle des von seinem Amt entbundenen Freiherrn von Born das Reichstagsmitglied Toivo Horelli zum Innenminister ernannt. Horelli war seit 1934 Direktor der Kansaillis Ofake-Bank in Zvaeskylae. Seit 1933 Im vorigen Jahre war wegen des langen, harten Winters der Ausfall durch Auswinterung, insbesondere bei Wintergerste und den Oelfrüchten, recht erheblich. In diesem Frühjahr dagegen kann der Saatenstand im großen Durchschnitt als durchaus normal, in zahlreichen Gebieten sogar als ausgesprochen günstig bezeichnet werden. Auch unsere Winterölfrüchte weisen im großen Durchschnitt einen ganz hervorragenden Stand auf. Daher besteht sowohl bei Getreide wie auch bei den Oelfrüchten durchaus die berechtigte Aussicht auf eine gute Ernte. Die Frühjahrsbestellung ist fh vollem Gange. Es kann schon jetzt gesagt werden, daß wiederum kein Morgen Land unbestellt bleiben wird. Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat auch die befriedigende Versorgung der Betriebe mit Saatgut und Düngemitteln beigettagen. Bei Getreide und Kar- toffelr Die bei Kriegsausbruch geforderte Ausweitung des Oelfruchtbaues sah als Ziel für das Anbaujahr 1940/41 200 000 ha Raps und Rübsen vor. Dieses Ziel ist erreicht worden. Für das kommende Anbaujahr ist eine weitere Steigerung um nochmals 50 v. H. vorgesehen. Darin sind die Sommerölfrüchte mit Ausnahme von Lein einbegriffen. Der Anbau wird unter etwa den gleichen Bedingungen erfolgen. Für Flachsanbau sind die gleichen Flächen vorgesehen wie im Vorjahr, da wir auch in Zukunft sehr starken Bedarf an Leinenwaren haben werden. Der Hanfanbau muß weiter verstärkt werden. Gemäß der Parole des Reichsbauernführers: „Haltet den Boden gesund", wird es in Zukunft eine besondere Aufgabe sein, der Bodenbearbeitung und Bodenverbesserung erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Untersuchungen haben gezeigt, daß rund 60 v. H. der deutschen Böden untergrund- ohne sich eines Verstoßes gegen den Lohnstop schuldig zu machen, in der Lage sein, die sich aus der erzwungenen Trennung des Gefolgschaftsmitgliedes von seinem Wohnort ergebenden Härten zu mildern. Soweit schon bisher auf Grund von Tarif- Rach einer Meldung aus Vichy ist die Einfuhr schweizerischer Zeitungen nach Frankreich verboten worden. Den schweizerischen Stellen ist von dem Verbot offiziell Kenntnis ge- gehört er als Mitglied der Nationalen Sammlungspartei dem Reichstag an. Er ist Vorsitzender des Verfassungsausschusses. »■) J« Page Ip geben worden. Staatsführer General Antonescu empfing den in Rumäniey weilenden Generalforstmeister Staatssekretär Alpers zu einer längeren Unterredung, an der auch Landwirtschaftsminister General Sichitiu teilnahm. < * V Generalgouverneur Reichsleiter Dr. Frank hat die Schaffung einer „Deutschen Gemeinschaft" im Generalgouvernement verfügt, durch die neben den Parteigenossen nun auch alle anderen im Generalgouvernement lebenden Deutschen politisch und weltanschaulich betreut werden. In allen Standorten der NSDAP, im Generalgouvernement werden Ortsverbände der „Deutschen Gemeinschaft" von dkn Standortführern der NSDAP, in Personalunion geführt werden. tliche Zu- t lediglich len Staa- ation der uisgezeich- istischen aaten. 3n ZusamnM t doch nur artner sein ler unnen einer Gr- politischen rikanischen i. England ts anderes ij die ,chel> eindeutiger tpunkt bri> Der spanische Dampfer „Marques de Camillas" ist auf der Fahrt von USA. nach Santander auf der Höhe von Neufundland von einem britischen Kreuzer angehalten und gezwungen worden, Bermuda anzulaufen. Hier wurden Staatsangehörige der Achsenmächte, die sich an Bord befanden, als Gefangene vom Dampfer Nachbarschaftshilfe. Anläßlich des Muttertages wird von der NS- Frauenschaft eine Uebersicht über die Nachbarschafts- hllfe gegeben. Um die Rüstungsarbeiterin, die Bäuerin und die Geschäftsfrau zu entlasten, haben sich Hunderttausende von Frauen und Mädchen zu einer Hilfsgemeinschaft zusammengeschlossen. Sie nehmen ihnen kleine Pflichten des Haushalts ab, versorgen die Kinder und erleichtern ihren Berufseinsatz. Wenn allein im Kriegsjahr 1940 in dieser Nachbarschaftshilfe über 200 Millionen Stunden gearbeitet wurden, dann ist das ein Denkmal des Dankes an die Mütter für ihre Leistungen im Kriege. 130 000 Frauen, die durch ihre eigene Haushaltung nicht voll beansprucht sind, haben in 9% Mill. Stunden werktätigen Frauen geholfen. Sie haben die Lebensmittel eingeholt oder die Kinder in ihren eigenen Haushalt ausgenommen, auch Flickwäsche ausgebessert und im Haushalt geholfen. Zur Unterstützung der Frau auf dem Lande haben 1,3 Millionen Frauen und Mädchen freiwillig kräftig zugepackt und bei der Frühjahrsbestellung sowie der Ernte 1940 und im Hause 57% Million Stunden für die Bäuerinnen gearbeitet. Die Flickbeutelaktion der NS-Frauenschaft nimmt auch der Landfrau das Soldaten der Welt sich befinden. Dor einem Zabr WwarMeiß Bleich-Soda zieht über Nacht den Schmutz aus-der Wäsche gent für d i e Stützpunkte Azoren und Kapverdischen Inseln ein- geschifft. Es wurden auch Flakgeschütze verladen. Der Einschiffung, die in einer Atmosphäre größter Begeisterung stattfand, wohnte der Unterstaatssekretär im Kriegsministerium bei. l9e Dech. Nscht di, «'N- J«. 'S-- not. Jesandk !?.- »eilt früher n ".erst an der man einen in die W W Mch den l'sax nach r Samuel che Dienst -Anzucht, vlich Qu; J genoim ms 10 000 )ie lieber, s den di. somatische sehr ner. wsgebrei. licher Be. kann auch ß er auch enfalls in mbau, b<$ kkijch aus. nach Ortsklassen abgestuft werden, und zwar zwischen 0,50 und 0,80 RM. je qm Wohnfläche und Monat, gegebenenfalls auch zwischen 0,40 und 0,70 RM. Eine Wohnung in Berlin wird also bei 74 qm Wohnfläche künftig im sozialen Wohnungsbau rund 60 RM. kosten, in einem Ort, für den 0,50 RM. angesetzt wurden, dagegen 37 RM. Es wird jedoch noch im einzelnen zu klären sein, was an Nebenleistungen in der genormten Miete enthalten ist. Wahrscheinlich ist, daß die Heizung darin nicht einbegriffen ist. Oer deutsche HauSbesih Auf einer Tagung des Reichsbundes der Hausund Grundbesitzervereine, Provinzialoerband Rheinland, in Eupen zeigte der Regierende Bürgermeister von Bremen, B ö h m k e r , die personelle Zusammensetzung der deutschen Hausbesitzer auf. Von 4 Millionen deutschen Hausbesitzern sind im Jahre 1936 der weitaus größte Teil s e l b st ä n d i g e Handwerker und Gewerbetreibende aewesen. Den nächst größeren Anteil stellten die Arbeiter, Ange st eilten und freien Berufe, und erst an letzter Stelle kamen Personen ohne Berufe, von denen ein gewisser Teil Witwen verstorbener Handwerker usw. gewesen sind, die den Hausbesitz geerbt hab?n. Nur 4,4 v. H. des deutschen Hausbesitzes standen mit Einheitswerten über 50 000 RM. verbucht, d. h. der Anteil des Besitzes an Großhäusern ist in Deutschland ganz verschwindend gering, und die Bodenspekulation ist, obwohl sie zu vielerlei Auswüchsen gekommen war, iil Grenzen geblieben, die nicht irreparabel sind Hohe Einheitswerte kommen bei Häusern in der Regel nur dadurch zustande, daß der Grund und Boden, z. B. bei Cityhäusern in Berlin und einigen anderen Großstädten, überbewertet ist, während das Haus selbst, abgesehen von besonderen luxuriösen Einrichtungen, nicht teurer in der Erstellung war als das auf billigem Bapgrund erstellte Haus. Nur so erklärt es sich ja auch, daß, abgesehen von einigen Auswüchsen, im Althausbesitz durchweg in Deutschland keine überhöhten Mieten gefordert worden sind. Aber auch der Neuhausbesitz liegt nach den Darlegungen Böhmkers zum weitaus überwiegenden Teil, im Gegensatz zu der üblichen Meinung, in privater Hand. Noch 1933 ist der private Hausbesitz mit 72,5 o. H., die gemeinnützigen Bauvereinigungen nur mit 15 v. H. und die Behörden mit 9.8 v. H. an den erstellten Neubauten beteiligt gewesen. 1939 hat der private Hausbesitz auch immer noch 60 v. H. der Neubauten erstellt, die gemeinnützigen Bauvereine hatten 35 v. H. und die Behörden 5 vH. Anteil an den errichteten Neubauten. Auch für die Zukunft soll, darauf wies der Präsident des Reichsbundes, T r i b i u s , hin, die Privatinitiative im Wohnungsbau weitgehend erhalten bleiben. Bei der starken Spartätigkeit des deutschen Volkes ist auch damit zu rechnen, daß di? Handwerkerkreise und die freien Berufe ihre Ersparnisse weiterhin in Häusern, und zwar nicht nur in Einfamilienhäusern für den eigenen Pedarf, sondern auch in Miethäusern anlegen und so für die Schaffung von Wohnraum mithelfen werden. Zeugnistermine für die Höhere Schule Nach Erlaß des Reichserziehungsministers sind vom Schuljahr 1941 ab von den Höheren Schulen Zeugnisse am letzten Schultage vor dem Weihnachts-, den Oster- und Sommerferien (Versetzungszeugnisse) auszustellen. Trennungszulagen in allen Wirtschaftszweigen. Der Reichsarbeitsminister hat bestimmt, daß für die Dauer des Krieges die verheirateten Gefolgschaftsmitglieder in allen Zweigen der Wirtschaft vom 15. Mai ab ein Trennungsgeld bis zu 1,50 RM. je Kalendertag erhalten können, wenn sie von ihrem Wohnort so weit entfernt arbeite uoeiv'«" e England- B afloj lst hält unter scheu Mll' rechen, dd Der de^ ’fe in ’Ä !.S« !tn0 Für !S' Ä t, d°b d« iftrali« £ 'm oerhl? , eigene un ©ar« ,2 Mise" Hb. A $”K- Sini. lalb N ] »"’S i S14 i Wer 11 Ntotnt || h-bl, ch, 11 erW. 11 I! wie der als Mensa, und Vorbisd für alle anderen. Es ist eine Seltenheit, daß ein Mensch in diesem Alter noch so jung und lebensfrisch ist. Er soll uns ein Vorbild sein auch während der Machtprobe, in die wir heute gestellt sind. Generalmajor von Schell hob die große Bedeutung des Motors im Kriege und die Bewährung des Opel-Wagens im gegenwärtigen Kriege hervor, verlas die Glückwunschtelegramme des Reichsver- kehrsministers und des Oberbefehlshabers des Heeres und gab bekannt, daß der Führer Wilhelm von Opel telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt hat. Zugleich hat er ihm in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Kriegswirtschaft das Kriegsverdienst kreuz 1. Klasse verliehen. Gauamtsleiter Professor Dr. L u e r überbrachte die Glückwünsche der Rhein-Mainischen Wirtschaft und überbrachte Geheimrat von Opel die Ehrenplakette der Wirtschaftskammer Hessen. Geheimrat von Opel dankte bewegten Herzens für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen und betonte, daß er sie als Anerkennung der Leistungen der Gefolgschaft der Opel-Werke ansieht und gern annimmt. Im Laufe des Tages wurden Geheimrat von Opel noch zahlreiche Ehrungen zuteil und viele Geschenke aus den Kreisen der Wirtschaft und des Sportes übermittelt. So erreichte z. B. der Betrag für bas Werkskrankenhaus die Höhe von 1 Million RM. Dieser Tag bedeutete eine hohe Würdigung der Lebensarbeit eines Mannes, der bahnbrechend der deutschen Aütomobil-Industrie den Weg zur Motorisierung freigemacht hat. SdjnmrHDriß ff=9Jlänner der Leibstandarte Adolf Hitler an der Weihestätte, von der aus der Staffellairf zu den Olympischen Spielen 1936 erfolgte. Hiex wurde das olympische Feuer, das nach Berlin gebracht wurde, entzündet. — (PK.-Wörner. — PBZ.-M.) NSG. Wilhelm von Opel feierte seinen 70. Geburtstag. Bereits am frühen Vormittag fand in Wiesbaden eine Feier statt, in der Geheimrat von Opel zum Ehrenbürger der Kurstadt Wiesbaden ernannt wurde. Eine festliche Der- ammlung war in R ü sselsheim im Gemein- chaftshaus der Opel-Werke zusammengekommen. Der Betriebsführer der Opelwerke G r e w e n i g konnte außer Gauleiter und Reichsftalthalter Sprenger als Vertreter der Reichsregierung Generalmajor von Schell Vertreter von Partei, Staat, Wehrmacht und Wirtschaft sowie zahlreiche Freunde der Familie Opel begrüßen. Er gab begannt, daß Geheimrat von Opel mehrere Stiftungen gemaust hat. Die Zinsen einer Stiftung von 160 000,— RM. sind für altverdiente Gefolgschafts- Mitglieder bestimmt. Eine Stiftung von 10 OOO,— RM. erfolgte zu Gunsten von Lehrlingen, die sich im Reichsberufswettkampf ausgezeichnet haben. 250 000,— RM. sollen den Grundstock für die Errichtung eines Werkskrankenhauses bilden, das auch der Bevockerung von Rüsselsheim zugänglich sein wird. Äußerem hat der Vorstand der Adam Opel AG. weitere 500 000,— RM. bereitgestellt. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger gedachte in äußerst herzlichen Worten des festlichen Anlasses. Er betonte, daß die Erziehung des Jubilars so gewesen ist, wie wir sie heute für jeden jungen Deutschen vorfehen. Die Fortentwicklung am Stand des Fortschreitens der technischen Entwicklung war für Wilhelm von Opel eine Selbstverständlichkeit, auch wenn die Umwelt verständnislos hierauf blickte. Sein Ruf als Industrieller ist eben so groß lunJn war die Versorgung sogar reichlicher als t r a n t sind. Eine planvolle Gesundung der er- vor dem Kriege. So standen 40 bis 50 v. H. mehr krankten Böden muß eingeleitet werden. Nach bis. Kartoffelvflanzgut zur Verfügung .als im letzten her vorliegenden Erfahrungen sind damit Ertrags- - - - ' fteigerungen von 20 bis 25 v. H. verbunden. verbessern, ihn sozial sicherzustellen und für die Gesunderhaltung seiner Familie zu 'sorgen, sondern man ist auch an die würdige Ausgestaltung seiner Arbeitsstätte herangegangen. Denken wir nur an den Begriff „Schönheit der Arbeit", der allen iüberlieferten Arbeitsformen ein Ende bereitete, ahne daß hierin bereits ein Jdealzuftand erreicht worden wäre. Im übrigen soll der Arbeiter nicht : in der Monotonie seines Faches stecken bleiben. Man hat Wege beschritten, die eine zunehmende Vervollkommnung des bestehenden Könnens nicht nur in der jeweiligen Spezialarbeit, sondern auch Im der Erweiterung des Wissens in angrenzenden Ärbeitsfächern, verwandten Arbeitsgebieten und ' schließlich in der Allgemeinbildung bedeuten. Der Arbeiter hat mit der Erweiterung seines Könnens und seines Allgemeinwissens den Antrieb gefunden, diesen Weg von sich aus weiter zu beschreiten. Die- |fer Erfolg, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, ist in erster Linie den Kursen der DAF. in den verschiedenen Berufsgruppen, schließlich aber j]aud) der instruktiven Methode unserer Staatsführung zu verdanken, die alle Volksgenossen für die Ereignisse unserer Äeit interessiert und zu tätiger Mitarbeit heranzieht. Was Leistung, Fachwissen und Allgemeinbildung angeht, gibt es neben dem deutschen Arbeiter gegenwärtig nicht annähernd Gleichwertiges in der zivilisierten Welt. Nahm die deutsche Qualitätsarbeit schon vor dem Weltkriege eine internationale Sonderstellung ein, o bedeutet sie heute einen Faktor von unerhörter Schlagkraft. In den wenigen Friedensjahren natio- nalsozialiftifcher Aufbauarbeit erwarb sie sich durch ihre Güte die Ausfuhrmärkte, wie die einzelnen Messen immer wieder unter Beweis stellten. Deut« che Waren in ihrer unübertrefflichen Qualität und Anwendungsfähiakeit eroberten ein Land nach dem .inberen, so daß schließlich, um ein Beispiel zu nen« aen, der Südostraum fast nur noch deutsche handwerkliche und industtielle Produkte kaufte, ein Markt, der im Kriege noch wesentlich erweitert wurde. Ueberhauvt bringt der jetzige Krieg für den neuen Kutschen Arbeitsrhythmus in allen seinen Graden — vom Forscher und Wissenschaftler bis zum ein- iachen Arbeiter — einen Höhepunkt und eine Bewährung der Leistung, die in den deutschen Waffen ihren überzeugendsten und schlagkräftigsten Ausdruck findet. Man muß gerade auf dem Sektor der Kriegsindustrie das Facharbeitertum Herausstellen, !>as nicht nur Höchstleistungen nach der mengenmäßigen Richtung zu vollbringen hat, sondern auch luf Präzisionsarbeit im geringsten Einzelteil sehen muß. Die Technisierung des Krieges hat diese hohen Qnforberungen bedingt. Wenn wir heute irgendeinen Rüstungsbetrieb besuchen, sei es eine Flug- seugfabrit, eine U-Boot-Werst oder die Montage- lalle von Artilleriewaffen, Panzerwagen und dergleichen, so finden wir an den Schraubstöcken Ar- Beiter stehen, die aus den untersten Gruppen ihres Berufes kommend mit einer schier unbegreiflichen Selbstverständlichkeit wichtige Teile einer Waffe usammensetzen. Man könnte glauben, in diesem Mrbeiter einen „Ingenieur" vor sich zu haben, mit iolcher Sicherheit arbeitet er und spricht er über ein Werk. Doch es sind keine Ingenieure, die an kn Schraubstöcken stehen, sondern deutsche Facharbeiter, die ihr spezielles Arbeitsgebiet Md die anschließenden Arbeitsvorgänge vollkommen ©er „Mann vom Fach". Wie oft ist die Redewendung des „Mannes vom Fach" schon abgewandelt rooroen, ohne daß man eigentlich überlegte, wie weit dieser Begriff, auf welchen Sektor von Arbeit und Leistung er auch zugeschnitten mar, noch größere Vollendung finden könnte. Schließlich galt diese Redewendung auch schon Jahrhunderte vor der nationalsozialistischen Revolution, sie galt nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern, und es besteht kein Zweifel darüber, daß die vollendete Arbeitsleistung, die wir darunter verstehen, auch schon früher erreicht worden ist. Immerhin hat diese Redewendung erst im z nationalsozialistischen Deutschland ihre höchste praktische Verwirklichung und in dem Wort „Facharbeiter" ihre charakteristische Ausprägung gefunden. Sie hat sich aus den industriellen und handwerklichen Arbeitsgebieten entwickelt, die in Deutschland eine neue Sinngebung und Formung erhielten. Dem deutschen Arbeiter wurden als erstem in der Welt die internationalen klassenkämpferischen An- Ichauungen durch die Erkenntnis der nationalen, ur das Gemeinwohl bestimmten Arbeit ersetzt, und zwar in einer Form, daß der Arbeiter an die neuen Ideale glauben konnte. Man hat nicht nur begonnen, den privaten Lebensraum des Arbeiters zu zeitraubende Ausbessern und Stopfen von Wäsche und Kleidung ab. Hunderttausend Flickbeutel wurden in einem Jahr bewältigt. Die Hilfe für die Geschäftsfrau wird geleistet beim. Transport der Waren von der Markthalle zum Geschäft, beim Marken- klcben und »zählen sowie im Haushalt. Auch hier wurden allein in einem Jahr 9 Millionen Stunden Nachbarschaftshilfe geleistet. Ferner galten weitere rund 13% Millionen Stunden der Pflege und Hilfe für werdende Mütter. Je mehr Kinder - um so billigere Miete. Für den kommenden sozialen Wohnungsbau ist eine der Hauptvoraussetzungen die tragbare Belastung und Miete. Für die tragbare Belastung, losgelöst von den Kosten und ihrer Finanzierüng, sprach man meist von 30 RM. Monatsmiete. Der Geschäftsführer des Reichskommissars für den sozialen Wohnungsbau hat diese Auffassung jetzt berichtigt. Danach ergibt sich eine Belastung von rund 50 RM., auf die nach dem Kriege die Kinderbeihilfen von je 10 RM. monatlich angerechnet werden, so daß bei einer Familie mit zwei Kindern die Durchschnitts- belaftung von 30 RM. monatlich für eine genügend große und neuzeitlich ausgestattete Wohnung wieder erreicht wäre. Die Belastungsgrenze soll künftig ^herrschen. Wenn man berücksichtigt, daß Millionen solcher Männer an den Werkbänken der deutschen habe, gw Rüstungsindustrie stehen, wenn man weiß, daß alle d für diese wese Arbeiter einer Leitung unterstellt sind, die Tausch' km Können und Wissen nach ihrerseits höchsten ermg Anforderungen entsprechen und über schöpferische '/"jen, so können wir verstehen, wenn sich heute auf deutscher Seite in den „Männern »om Fach" ein Begriff darstellt, der in jeder Be° riehuna so vollkommen ist und gegenüber den üb= igen Staaten einen so großen Vorsprung aufweist, daß die von ihm geschmiedeten Waffen nicht besiegt «erben können, zumal sie in der Hand der besten Am 16. Mai 1940 gelang es, zwischen Antwerpen und Namur die Dyle-Stellung südlich Wavre zu ? durchstoßen und die Nordostfront der Festung Namur zu nehmen. Südlich Maubeuge bei Carignan wurde die Maginot-Linie «in einer Breite von '00 km durchbrochen. Französische Panzerkräfte, He sich westlich Dinant unseren Panzern entgegen» warfen, wurden geschlagen. Verbände des Heeres inb der Luftwaffe verfolgten den nach Westen zu- lückgehenden Feind. Der' deutsche Panzerkeil stieß in Richtung auf die Kanalküste vor. Die Luftwaffe vernichtete Transportzüge und zersprengte Trup- i'enansammlungen und Marschkolonnen___________ Hans Thyriot. — WaldemarBonselsiBegegnungen. Auf der Tagung der Gau- und Kreis-Frauen- 26 Abbildungen in Kupfertief-1 dem vorliegenden schmalen Bändchen, als Gruß trachtet, ^as gewiß nicht leichte Unternehmen 'st .ruf«: q i imh mphiirtcitnnÄnnhp an leine aroae Gemeinde, eme! kier mit Geschick und, großer Unmittelbarkeit anze> IGLORIfll 2242 D 17 Der grobe Emil-Jannin^s-Film der Tobis 2237 A mit zum Verkauf sieben 01685 STADTTHEATER GIESSEN vor Beginn der Vorstellung geöffnet 2238 D Die Intendanz des Stadttheaters yJEDRC DRUCKSACHE* VV C n D G Brühl. Gießen Freitag 3.30 Sonn- und Feiertag 3 geschlossene Vorstellungen Kassenöffnung Wochentags 2.30 — Sonntags 12 00 Uhr. ab 14 Jahre haben Zutritt! 2209 D 30Pfq 12 Pfg 17Pfg i POLPST Giessen Stadttheater reinigt putzt für die Hauvtbuchhaltung eines größeren gemischten Herftellungs- und Vertriebs- unternebmens zu tage- oder regelmäßiger halbtageweiser Mitarbeit gesucht. Buchhalterisch erfahrene Damen oder Herren erhalten Auskunft in der Ge- schäftsstelle des Gießener Anzeigers. Heute Freitag Erstaufführung! staltunq und Malerei). Grete Weckerle (Handwerk-s begleiten, sind erfreuNch knapp: es ist zu erwägen, liehe Gestaltung) und den Mitarbeiterinnen der ob statt der hymnisch gesteigerten Deutung nicht Versuchswerkstatt der Hauptabteilung Kultur / Er-- S-rade für den ungeschulten und unoorbereite- ziehunq / Schulung in der Reichsfrauenführung zu- ten Betrachter - einige sachliche Angaben über sammenarbeitete. Die zu den Bildern gehörigen Künstler und Werk vorzuziehen waren. . Sprüche wurden mit der Hand geschrieben von Her- * Hans hvr,nf mann Zapf. — Das hübsche Bändchen wird Eltern, -------- - - ~ „ - _ft und Kindern, Lehrern und Fugendführern willkom- Erzählungen. 85 Seiten. Leinen 3 RM. West-Ost- Rembrandt bis Ludwig Richter, von Michelangelo bis zur Autobahnbrücke. Der Stoff ist unendlich, der Gedanke ist gut und kann anregend und fruchtbar wirken. Die Texte, welche die Bildwiedergaben den hier den Stil und die Art der Weltbetrachtung wiederfinden, die ihnen aus den großen und berühmt gewordenen Büchern Bonsels' geläufig sind. Eine der hier gesammelten Geschichten, „Der letzte Brief", erschien kürzlich im Feuilleton des Gießener Anzeigers. . Hans Thyriot — D r. Friedrich Nikol: Ein Tag physikalisch. Mit 60 Zeichnungen und vier Bildtafeln. Preis in Ganzleinen 3,30 RM. Verlag C. C. vaupLid)P|tietter: Dl .trteond) Wtidetm Vaxge. Eteuveiaete» DU HaupnchrlZetters fntft Blemfifirta. Snantroortiid) ür i*oitd. und BilDCT Dr. ftt. W. Hange für da- Reir.ieton: Dr. HanS Thyriot; ffc Stad« Gieße«. Prvvnv, Sinichau u. Sport: (imn rü'umiche n. Druck imo Verlag «rühi.che Uniceritatroratferei R. Hange K. U. Bertaafietter. Dr.. Ing. SU» Hamann «n,e«genle ter t>ane Beck. Ver td ür ben .Inhalt bet >?ln-etofn- ?bcoDnT8flmmei Pl.N^.g Beuern, den 16. Mai 1941. Die Beerdigung findet Sonntag, 18. Mai, nachm. 3 Uhr statt. 01691 WHW. und im Hilfswerk „Mutter uiid Kind" nicht immer in vollem Umfang bekannt sei, schilderte er die umfassenden fürsorgerischen Maßnahmen und Pläne der Partei. Der Hilfsdienst der RS.-Frauen- schast müßte sich da ergänzend emschalten. Gauleiter und Reichsstatthalter S a u ck e l wies darauf । hier mit Geschick und großer Unmittelbarkeit ange. ! packt. Die an die einzelnen Vorgänge des Tages- ! ablaufs angeknüpften naturwisienschaftlichen Erläu- Gestern abend 8 Uhr entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Schwester Frau Marie Katharine Niklas, geb. Opper im 53. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Heinrich Niklas Ottilie Keil, geb. Niklas Philipp Keil Elfriede Niklas. Neueste Deutsche Wochenschau! fnfo'ge der Bedeutung und der Länge des Filmes neue Anfangszeiten, die wir genauestens zu beachten bitten Wochentags 2 geschlossene Vorstellungen Als erster Film ausgezeichnet mit dem höchsten Prädikat: Der Film der Nation! naturwissenschaftliches Lesebuch entstanden, das die Aufmerksamkeit für das Wirken der Natur um uns herum in uns roedt L Von nächster Woche ab beginnen die Vorstellungen an den Wochentagen um SKT 19.30 Uhr Die Vorstellungen an Sonntag-Abenden fangen wie seither im allgemeinen um IW“ 19 Uhr an. Die Abendkasse wird werktags sonntags! Stunde Ordnungen oder mit besonderer Zustimmung des Reichstreuhänders der Arbeit Trennungsgelder gegeben worden sind, bleibe« diese in der alten H^he bestehen. Abschluß der Reichstagung der NS -Irauenschast. Emil Jannings * Ferdinand Marian * Hedwig Wangel ♦ Alfred Bernauer * Gustaf Gründgens Lucie Höflich ♦ Gisela Uhlen * Hilde Körber Elisabeth Flickenschildt * Werner Hinz ♦ Max Gülstorff • Otto Wernicke ♦ Franz Schafheitlin GESAMTLE1TUNG: EMIL JANNINGS RER1E: HANS STE1NHOFF Die unvergleichliche große Darstellungskunst Emil Jannings macht dieses packende Zeitbild aus den dramatischen Jahren des Burenkrieges zu einem mitreißenden Erlebnis von unvergleichlicher Kraft und Wirkung. Mit dem Schicksal des Präsidenten Kruger verbindet dieser bisher grölite deutsche Film eine Reihe von Einzelschicksalen, die ihm seine erschütternde Wirkung geben. Die gewaltigen Ausmaße des Films, der internationale Hintergrund, das aktuelle Thema, die Fülle bedeutendster Schauspieler im Ensemble um Jannings, die künstlerisch vollendete Form — alles berechtigt zu der Feststellung: dieser Film ist der < Gipfelpunkt deutschen Filmschaffens! Gestern abend um 10y2 Uhr verschied sanft nach länget em Leiden der frühere Gastwirt Wilhelm Stein im fast vollendeten 73. Lebensjahre. Philipp Wolf und Frau Emma, geb. Vorbach, Lieh, den 16. Mai 1941. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag, um 3% Uhr, in Lieh statt (Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! Lim mit GesHl und Verstand, x.ne iiiinemedineritnnöiicbe Daruelünm aei *}ov rtnrnnuernebn ne über bne Seelenleben öer Tiere mit ura weben Ver ncbsan'e'tnngen von Tr Werner riiebe weiter der ftoncbunflvftelle rüi Tier ee en itnhe am Westiäwchen Üoo Zarten w Münster I4o Seiten mit 10’» Abbildungen, n Vemen geb UM 3.RO — eder G'estenet Bnckbandlnne CTbriithcb öflgo Beraiüüler Berlar Berlin Wrlelöe Verkäufe | Wegen Aufgabe der Landwirtschaft 2 Vogelsberger 2240D Mühe zu verkaufen Burkhardsfelden, Albacher Str. 8. DKW. Meisterklasse Cabriolet ingutemZustand preiswert abzugeben. 2241D W. Appel Kraftfahrzeuge Kaiserallee 49 Telefon 4067. Anzahl kurzer Erzählungen zusammengefaßt, die auf seinen Fahrten und Reisen durch die Heimat i uviuu|i> untjemupiicn । unb in fremde Länder entstanden sind: Erlebnisselterungen setzen .mm V"rstandnis im all-'M? nen I und Begegnungen mit Menschen und Tieren, mit' nur eine aufgeschlossene Berettschaft des Mitgeyens Kindern und Alten. 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Es ist ein interessantes und lehrreiches Buch: die meisten von uns werden ohnehin vom militärischen und politischen Leben und Wesen unserer Bundesgenossen mehr wissen als von ihrem Schrifttum, mindestens von der gegenwärtigen Literatur Italiens. Dafür geben die vier mal vier Erzählungen dieses Bandes ein vorzügliches Beispiel: man bekommt jedenfalls während des Lesens, ohne das mehr als gefühlsmäßig begründen zu können, den Eindruck, als ob dies hier bis zu gewissem Grade beispielhaft gültig sei fi^r das, was heute in Italien geschrieben wird. Diese 16 Erzählungen, von denen eigentlich nur eine im strengen Sinne als Novelle bezeichnet werden könnte, sind mehr oder minder bewußt und ausdrücklich pointierte kurze Erzählungen, in denen sich das heutige Italien, ein Stück italienischer Gegenwart spiegelt. In der „Braut" bespielsweise erfährt man etwas vom Leben, Denken und Fühlen der jungen Generation, die zwischen zwei Kriegen herangewachsen ist. „Der Leopard von Dil-Dil" wird manchen Leser am aktuellsten anmuten, weil diese Geschichte in Afrika spielt. „Maß gegen Maß" und „Unter dem Zeichen des Adlers" sind vielleicht noch kennzeichnender für das Lebensgefühl diesseits wie jenseits der Grenzen unserer italienischen Freunde. Sonst sind die Erzählungen ganz verschie- dener Art, spürbar untereinander verbunden nur durch die nationale Grundhaltung und den sachlichen, aber nicht farblosen Stil Pavolinis. Die Eindeutschung ist gut, nur selten einmal klingt ein Satz hörbar übersetzt. Die äußere Ausstattung des Bandes zeugt von gediegenem Geschmack. Hans Thvriot. — Spielzeug aus Wald und Wiese. (Arbeitsblätter der Reichsfrauenführung, Heft 2, herausgegeben und bearbeitet von Erik« S e m m - l e r.) 1,20 RM. Ludwig Doggenretter Verlag, Potsdam. — (23) — Das mit Liebe und Sorgfalt gearbeitete, mit guten farbigen Zeichnungen geschmückte Heft gibt eine Fülle lustiger und phanta- sieooller Anregungen zur Anfertigung einfachen Spielzeugs: das dafür gebrauchte Rohmaterial bietet sich reichhaltig und kostenlos in Wald und-Wiese: Zweige, Federn, Stroh, Kastanien, Ahornnasen, Moos und Borke bieten neben manchem andern den Grundstoff Daraus entstehen unter Halbwegs geschickten Händen die hübschesten Spielsachen, wie , z. B. Ketten, Flöten, Bäume und allerlei Getter, Windmühlen und Schiffchen, Hühnerhof und Kaufladen, Puppenwägelchen, Jagd und Erntefest. Die Arbeitsanweisung zum Schluß zeigt anschaulich, wie man es machen muß. Den einführenden Text schrieben Reinhard Drabsch und Erika Semmler, die ihrerseits mit Erna Piffl (künstlerische Durchge- Aus aller Welt. Strafbares photographieren. ,Lpd. Frankfurt a. M., 13. Mai. Bei einem Betriebsinhaber in Oberstedte n arbeitete ein französischer Kriegsgefangener, der öfter aus dem nahen Hirschgarten Hotz abfuhr. Der Gefangene äußerte den Wunsch, eine Photographie zu erhalten, auf der er mit einem zahmen Hirsch abgebildet sei. Der Betriebsinhaber wollte eines Tages die Aufnahme machen, wurde aber verhindert und beauftragte seine Frau. Diese wollte nicht allein nut dem Gefangenen gehen und nahm deshalb noch zwei bekannte Frauen mit, von denen eine dann die Aufnahme machte. In dem Verhalten der Frauen lag unbefugter Umgang mit einem Kriegsgefangenen, und alle vier Beteiligten — der B^ triebstnhaber und die drei Frauen — mußten sich wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Wehrmacht vor dem Amtsgericht Frankfurt ein- sind en. Die Frau, die lediglich mitgegangen war und Zuschauerin gespielt hatte, wurde an Stelle von zwei Tagen Gefängnis zu 10 RM. Geldstrafe, die übrigen drei Angeschuldigten an Stelle von vier Tagen Gefängnis zu je 20 RM. Geldstrafe verurteilt. Zuchthaus für Verstöße gegen die preisbest.mmungen. Lpd, Frankfurt a. M., 12. Mai. Gegen mehrere Gemüsehändler schweben Strafverfahren, weil sie im Verdacht stehen, gegen die Preisbestimmungen gefehlt, die Bedarfsdeckung gefährdet und sich als Volksschädlinge erwiesen zu haben. Vor dem Sondergericht wurde jetzt zunächst gegen den wegen Schleichhandels und auch sonst erheblich vorbestraften 53jährigen Großhändler Albert Römer verhandelt. Er wurde des Verbrechens gegen die Kriegswirtschaftsverordnung schuldig befunden und als Volksschädling betrachtet. Römer ließ sich bei der Belieferung von Straßenhändlern Ueberpreise zahlen, einmal um die „Unkosten" (Bestechungsgelder) beim Erwerb der Waren zu decken, andererseits aber auch des Gewinnes wegen. Die Aufgelder wurden nicht in seinen Büchern eingetragen. Der Angeklagte, der nicht unerhebliche Gewinne einheimste, wurde zu 2 Jahren Zuchthaus, 3 Jahren Ehrverlust verurteilt und bekam Berufsverbot auf die Dauer von 3 Jahren. Auf der Tagung der Gau- und Kreis-Frauen- men fein. fchaftsleiterinnen in Weimar sprach Reichsamts-1 — Fritz von leitet Hilgenfeldt. Nach Worten,herzlichsten Soldatentum. <,u ... । —----- .-z . - -,u- ■ „ - Dankes an die NS.-Frauenschaft, deren immer- druck. 68 Seiten. Halbleinen geb. 3 RM. Ehr. Bel-। und Geburtstagsgabe an feine große Gem.inde e.ne währender selbstloser Einsatz beispielsweise im fer Verlag, Stuttgart. — (29) — Der Stuttgarter M 6 " **“ " --- * - * "" " ' “!Ai Bildhauer Prof. v. Graevenitz wendet sich mit dem gut gedruckten kleinen Buche in erster Linie an den - , Soldaten an der Front, darüber hinaus an jeden, i= I der sich den Blick für die großen Sinnbilder der ..... , i-! Kunst bewahrt hat, und dem es ein Bedürfnis ist, »alter S a u ck e l wies darauf. fein Lebensgefühl aus den von großen Kunstwerken ( dieser größten Entscheidungs- : ausgehenden Eindrücken und Empfindungen zu । °------—-r—- mr-»", s^rken un& 3U erhöhen. Die Auswahl reicht von der hin, daß wir uns in , zeit unseres Volkes kompromißlos unserer Welt- — u—_.. .. anschauung verschreiben müßten. Niemand könne klassischen Plastik der Griechen bis zu Kolbe, von das tiefer empfinden als die Frau und Mutter. ~ ' *“ Frau Scholtz-Klink schloß darauf die Tagung. 1 Oberqangsmantel Gr. 46 Itaemnlel Gr. 44 beide gut erhalt., zu verk. «2390 Bromberger Str. 7 | Kaufgesuche | Att-Gold und LoublS auch Silbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier oieeo Balmbontrasiel Telefon 4041 Genehm. Besch!. Nr. A 404113, Spe”. ümarheitmi v. alt. Tranringen Buchner in Bamberg. — (272) —Ohne daß wir es immer merken, kommen wir im Alltag mit Naturgesetzen in Berührung und sind auf Schritt und Tritt von physikalisch-technischen Errungenschaften der Neuzeit umgeben. Um sich nun klare Vorstellungen daküber machen zu können, wie sich der menschliche Geist die Naturkräfte in seinem tägl'.cken irern nnuium- —... —~ Leben dienstbar macht, wird m diesem Buch der Hans Thyriot. Verlag, Berlin SW 61. - (26) - Dönsels, der in Ablauf eines Tages im Familienkreise unter dem Graevenitz: Kunst und diesem Jahre seinen 60. Geburtstag begeht, hat m Gesichtspunkt des Wirkens der Naturgesetze betrach- y? .7.5 11 ‘ 9 1 r .. r V 1 ____'s.™ S ntrfif toirhto Iniprnt'kirnen ist I Verschiedenes Lastrrazen 2*/21, fährt leer von Giehen über Ulrichstein nach Lauterbach u. v. Wetzlar n.(Äießen und von Gießen nach Lich u. kann Güter leglich.Art mitnebrn. Näher. Mittelweg 7. Schwarzer Damen-Leder. Handschuh Nähe Kugelberg verloren. Abzugeben oieee Ludwigstr.14111 Gelber WeilenflttiiO entflogen. Wiederbringer erb. Belohnung. Marburger Straße 32 I. Mevev & Derkev Telefon Herborn 485. Werbe-Drucksachen Hefen Brühl’sche Druckerei | Emptehlungen Elektro Oefen eingetroflen. 22obD CarlSdiunck BahnholitraßeBG. Htoföiöeöeu Die Lebensgemein, schast des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahme,» qu» dem Tier- und ^lanzenleden des heimatlichen Waites auf 128 Kupfertiefdruck« tafeln, mit lebendigem und auffchluhreichem (Einführungstep von K.Gerhard u.iö.W Iff Preis RM. 4,80. „Es lebt und webt in dem Drche, und wer es versteht, mit emp- fän ilichen Sinnen ? i« bildgeword. Natur- fchdnheiteninfi^auf- zünehmen, dem singen u. Klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes.' Nec!ams Untverfum Verlangen Sie Kostenlos unsere beb.Iderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung? Hugo Bermühler Verlag Berlin. 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Das ausgebaute Dachgeschoß birgt weitere Wohnräume, darunter auch Schlafräume für zusätzliche Belegschaft, die namentlich im Winter in Anspruch genommen werden muß. Die bauliche Gestaltung aller Raum-' und deren Einrichtung unter Verwendung Hein ' hen Materials ist gediegen. Ein langgestreckter massiver Geräteschuppen als einstöckiger Querbau dient der Unterbringung der für den Sommer- und Winterdienst erforderlichen Geräte. In einer großen Fahrzeughalle befinden sich Werkstätten für die Arbeiten an den betriebseigenen Fahrzeugen, ferner weite Räume zur Unterbringung dieser Fahrzeuge (Lastwagen, Schneepflüge, Streumaschinen usw.) Eine überdachte offene Halle ist vom Dienst- und Wohngebäude aus vor dem Querbau her geschaffen worden. Ein großer asphaltierter Werkhof mit eigner Tankanlage ist den Gebäuden vorgelagert und ermöglicht die Lagerung von Geräten, die Reinigung der Fahrzeuge und das beliebige Wenden auch mehrerer Fahrzeuge zugleich. Ein Streugutsilo und die besondere Zubringerstraße sowie Siedlungshäuser für einen Teil der Belegschaft sind noch im Bau begriffen. Sämtliche Gebäude werden zentral beheizt. Nach den gleichen Grundgedanken ist das Straßenmeistereigehöft bei Alsfeld errichtet worden. Das Dienst- und Wohngebäude mit schönen Raumen und allen neuzeitlichen Einrichtungen und die Fahrzeughalle mit den Werkstätten sind fertiggestellt-, im Bau sind noch der Betriebshof und einige »eitere technische Anlagen, dabei auch der große Silofanninp Ti Jahren von nn- ksal des deutsche seine er- Landes (Thema, 'anninfi t zu iVhndßh. tfgrfaftcM V» Schöne Zweckbauten an den Straßen des Führers Die Straßenmeistereien Reiskirchen und Alsfeld. — Die Raststätte Reinhardshain. weitgehende Maßnahmen und viele Manner sorgen für die Verkehrssicherheit. Weiß prangen. Im Mai beginnen die vielfarbigen Nelkenarten hr Duftkonzert, der zwerghafte kanadische Phlox □reitet seine weißen, rosanen, himmelblauen- oder I purpurnen Teppiche aus, der tiefblaue Enzian meldet sich, das wie Unkraut wuchernde, der Vogel- ’-niere verwandte Hornkraut leuchtet weiß, verschiedene alpine Astern lodern in Blau und Rosa, die -ast zahllosen Steinbrech-Arten, die teils Rosetten, :ei(s Polster, teils moosdichte Kissen bilden, recken auf zierlichen Stengeln ihre zarten, in allen weiß mit rot gemischten Farbentönen leuchtenden Blü» ten, der alpine Mohn entfaltet sich in Weiß und 3k*lb, und das üppig wogende Schleierkraut ist wie mit Tautröpfchen von winzigen Blütchen über- pritzt. Dann, während Steinkraut, Gänsekresse und andere Frühblüher langsam abklingen, treten Thymian, Hartheu, Purpurglöckchen, Lavendel, Wolltest, Edelweiß und die mannigfachen Arten von Fetthennen und Hauswurz, letztere mit ihren präch- tigen, an Kakteen erinnernden Rosetten, aus denen Die schlanke Halme die hohen Stengel mit roten aber gelben Blüten schießen, an ihre Stelle. Und dazwischen grünen die.zierlichen Moos- und Strei» infame, Denushaar und Engelsüß, die Hirsch- $imge und der Waldfarn, Zwergwacholder und Zwergmispel, die weiß blüht und sich im Herbst mit korallenroten Beeren schmückt, sowie andere ;wsrghaften Nadel- und Laubgehölze. Bis in den September hinein leuchten die lieblichen Heidekräu- ler. die Besen- und Glockenheide, die Rauschbeere and andere Sorten in Weiß und Rosa, in Scharlach und Purpur, mit einfachen und gefügten Blü- len. Don den Knollen» und Zwiebelgewächsen seien »or allem die Blaustern-, Hyazinthen- und vielen Wann braucht man Reisemarken? Einige nützliche Winke. geschützt wissen. Die Reichsautobahn-Verwaltung alle ihre Männer sorgen in unermüdlicher Ar- werden gleichsam zu einem Neuerstehen und augenblicklichen Entstehen werden lassend. Da schloßen die großen Sonatenwerke jedes für sich eine eigene Welt auf. Zu Beginn des Abends sammelte Dvoraks Sonatine in G-dur die Hörer und stimmte sie mit in die seelische Haltung ein. Dieses rnusikantisch geigerische Werk, reich an Einfällen, von ursprünglicher Frischs und Unverbraucht- heit erschloß mit dem Entfalten seiner einzelnen Sätze stärkstes Können und Erlebens Wenn gerade Caesar Francks große Sonate in A-dur in das Programm erst später Eingang gesunden hatte, so konnte man das vom Standpunkte der deutschen Musik begrüßen. Erst in den letzten Jahren hat sich mit unumstößlicher Gewißheit bestätigt, daß Caesar Franck nicht, wie es in den vergangenen Seiten galt, der französischen Musik einzugliedern ist sondern daß er unbedingt blutmäßig durch Geburt und Abstammung als deutscher Musiker angesehen werden muß, eine Tatsache, auf die an dieser Stelle schon mehrfach verwiesen worden ist (7 2. 38, 21.1. 39). Denn die Wesenszüge dieser Sonate zeigen in ihrer eigenen Gestalt stark deutsches musikalisches Empfinden und Formprinzipien, wie sie nur der Deutsche kennt. Hier wie auch in der Kreutzer-Sonate (A-dur op 47) von Beethoven wurde stärkstes musikalisches Geschehen offenbar in einem inneren Aus- gleich der wirkenden Kräfte, der das Werk tn äußerster Tiefe erschloß. Pei Franck das Erblühen des Kopfsatzes, das Intermezzo, m feinen einzelnen Stadien entwickelt, die feine Verwobenheit der kon- trapunttischen Thematik im Finale. Waren die Ecksätze der Kreutzer-Sonate groß in ihrer Darstellung so kündet die Abfolge der Variationen trotz ihrer virtuosen Tendenz stärkste Innerlichkeit Was schon bei dem vorigen Konzert Prihodas höchste Bewunderung erwecken konnte, bestätigte sich auch diesmal wieder in dem Adagio und Fuge aus Bachs großer Solo-Violin-Sonate C-dur. Dieses bannende rhythmische Pochen wurde treibendes aufbauendes Element des Wachsens im Adagw; die Fuge in ihren vielfältigen Einzelentwicklungen erstand mit staunenswerter Plastik und schärfster Glie- derung im Verfolg des melodischen Verlaufs und feiner inneren Bedingtheiten. - Dieser unvergeßliche Abend riß die Hörer zu stärkstem Beifall hin. Dr. Hermann Hering. D bi'te0 Aus der Stadl Gießen. Oer Steingarten. Kein Blumengarten zeigt eine so überschwengliche Fülle an Farben und Formen wie der Steingarten, n)o zwischen unregelmäßig angeordneten Blöcken und Quadern die kleinen Alpen-, Steppen-, Heide- jnb Moorpflanzen, in größeren Gruppen und Ko- onien ihre Art betonend, wundervoll prangende Teppiche, Kissen, Polster, Büschel und Sträuße bilden. Gerade das wild Zusammengewürfelie, das sieben- und Beieinander, das einzig Rücksicht zu nehmen hat auf Sonne- oder Ähattenliebe der Blumen, ergibt ein buntes Mosaik yon bezaubernder Leuchtkraft, eine Augenweide, die jedes Herz entzückt und die der Gartenfreund nach Belieben Durch Neuerwerbungen in ihren wechselnden und sich steigernden Farbenwirkungen aus neuen Schattierungen und Kontrasten heraus immer reicher gestalten kann. Im April begann wie ein sanftes Vorspiel da jnb dort das Aufblühen, und es schwillt bis zum Mai zu einer in Anmut und Leuchtkraft fchwelgen- Gießener Konzertring. Sonaten-Abend Prihoda. Zu welcher unmittelbaren Nähe und packenden Eindringlichkeit geigerische Kunst fähig ist, das ließ ber Sonaten-Abend von Vasa Prihoda aufs Üeberzeuaendste erkennen und jedem einzelnen der Hörer zum unauslöschlichen Erleben werden. Denn 3afa Prihoda ist eine einzigartige Geigernatur. Er Fielt nicht nur sein Instrument, er ist mit ihm ver- Durzett und verwachsen. Was nur irgend an musi- lalischen Werten und Qualitäten denkbar ist, das läßt er aufblühen und sich in voller Breite ent» leiten. Je mehr der Abend Höhepunkt an Höhepunkt l echte, umso mehr verstärkte sich der Eindruck, daß hier das eigentlich Instrumentale völlig über» üunöen war, sodaß nur die musikalisch bedingenden Faktoren sich aussprechen konnten ohne jeöes Hemmnis, ohne jegliche Beschränkung als ew. Aufsehen im Klang, der von den letzten musikalischen Kräften beherrscht und von tiefstem seelischem 3m» -uls erfüllt ist. Gewiß hört man die Violine als -Instrument bei ihm, aber das viel Größere ist, daß nan es über dem musikalischen Werden gänzlich ergehen kann und sich in letzter Hinsicht völlig '-cm musikalischen Vorgang als Miterlebender em- |ügt Darum hieße es bei ihm Sebstverstanüllches, p Ueberflüssiges sagen, wollte man im einzelnen cuf seine eminenten geigerischen Fähigketten noch besonders eingehen. Hier spricht etwas Ur-Musi- lontisches zum Hörer, unreflektiert, nur aus den nusikalischen Gegebenheiten seine Kräfte gewinnend unb dem Werk restlos dienstbar machend. Wir haben im Laufe der Jahre viele Geiger im 3erein mit dem Klavier gehört; aber in feinem i er vielen Fälle war ein solch abgeftimmtes Em- cehen aiifeinahber, ein solches gegenseitiges Sich- izördern der erwachenden darstellenden Kräfte -oahrzunehmen wie in dem gemeinsamen Schaffen ron Basa Prihoda und Prof. Otto A. Graef. hier konnten die Kammermusikwerke wirtlich in chrer intimen Ausdruckskraft, aus dem Seelen geboren, in organischer Bindung zu uns sprechen, las Wesen jedes einzelnen Werkes in einen in? vicklungsmomenten herausstellend und sein Klang» besonders zugewiesen werden. Verbraucher, die sich auf der Reise selbst verpflegen oder in Familien Aufenthalt finden, können sich damit behelfen, daß sie diese Lebensmittel vor der Reise bei ihrem Verteiler beziehen und mitnehmen oder nachbeziehen. Den Bezug von Vollmilch können sich Verbraucher auf der Reise sichern, wenn sie die Reichsmilch » karte von der für ihren ständigen Wohnsitz zuständigen Kartenstelle mit einem entsprechenden Vermerk versehen lassen. Das gleiche gift für den Bezug von Nährmittem xad) der Näh em i ttel- karte. Von den Reisenden ist noch besonders zu beachten, daß der Umtausch von Lebensmittelkarten in Reisemarken nicht am Ort des Reiseziels, sondern bei der Kartenstelle, in deren Bezirk sie ihren ständigen Wohnsitz haben, erfolgen muß. bau für bas Streugut. Wie bei Reiskirchen, fo fügen sich auch hier die Bauten des Gehöftes gut in das Landschaftsbild ein, zumal bei ihrem Bau das heimische Baumaterial reichlich Verwendung gefunden hat. Die technischen Einrichtungen gleichen ebenfalls denen bei Reiskirchen. Dan diesen Zentralpunkten aus vollzieht sich täglich das schwere Werk der Verkehrssicherung auf den Reichsautobahnstrecken. Dem Straßenmeister, der natürlich als Träger der Verantwortung die Seele des Ganzen ist, stehen zahlreiche Arbeitskameraden zur Seite. Da gilt es, bei jeder Witterung den Dienst an der Straße mit größter Sorgfalt zu versehen, im Sommer sowohl als auch im Winter, bei Tage und wenn nötig auch in der Nacht. Im Sommer sind vor allem die Schäden vom Winter her zu beseitigen, das vom Streuen noch auf den Fahrbahnen liegende Streugut wieder einzusammeln, die Grünanlagen in Ordnung zu bringen, mit besonderer Pflege die Fahrbahnen sauber zu halten, kurzum den vielseitigen Unterhaltungsdienst an den Fahrbahndecken und allen technischen Anlagen sorgfältig zu erfüllen. Besonders schwer ist der Dienst dieser Männer im Winter bei Schnee und Eis, Sturm und Frost. Da heißt es nicht nur am Tage, sondern oft auch nachts hinaus auf die Strecke zur Beseitigung von Schnee und Eis, zum Streuen und zu sonstigen Verkehrssicherungsarbeiten, damit die Kraftfahrzeuge ohne Gefährdung über die Strecken fahren können. Diele Männer mit zahlreichen Hilfsmaschinen und Geräten stehen für diese Arbeit bereit, die vom Straßenmeister zu organisieren und zu überwachen ist, und bei der jeder arbeitsfräftige Arm gebraucht wird. Das sind Arbeiten, die oft tagelang zu jeder Tag- und Nachtzeit alle Kräfte in Anspruch nehmen, wobei aber keiner der Männer besonderes Aufhebens von feinen Leistungen macht. In stiller, treuer Pflichterfüllung vollzieht sich hier ein Stück Heldentum der Arbeit unter schwierigsten Verhältnissen, das alle Anerkennung verdient, ganz besonders von denen, die in ihren Fahrzeugen sicher über die gepflegten Strecken fahren können und sich Dabei vor den Unbilden der Witterung weitgehend Die große Frühlingsorgel. Von Anton schnack. Ich weihe diese Zeilen dem Pan, den ich, aus öffneten Fenstern blickend, am Tage schon zweimal über den ginsterbewachsenen Hügel fdjreiten sah. Einmal in der Gestalt eines Schäfers, der, einen havelockähnlichen Mantel über den Schultern, ein neugeborenes Lamm behutsam im Arme trug, während das Mutterschaf neben ihm einhertrottete. Das andere Mal sah ich Pan, eisgrau bebartet, als Jäger aus dem stacheligen Gehölz treten, um spielenden Kindern junge, fiibergraue Feldhajen zu zeigen. Mit gemächlichen Schritten zog dann der Jäger, eine große Vogelwolke im Gefolge, die Hügelhöhe entlang, um auf der unsichtbaren Orgel zu spielen, roorm die Stimmen der Vögel, das Rauschen der Wasser, das Wehen der Winde, das Summen der Jnsektenflügel und die zarten Liederstrophen der Bauernmädchen zu einem Chor vereinigt waren. Was sang die Orgel der Insektenflügel? Ei, ihr schönen Blumen auf der Erdflur, braut den Honigwein in den Pokalen, vor allen ihr gelben Him- melsschlüssel und weihen Schneeglöckchen! Macht die süßen Bronnen auf, wir kommen! Wir kommen, mir sind hungrig, der lange Winterschlaf hat uns trinkluftig gemacht und unsere Rüssel gierig. Alter Imker, öffne die Klappen der Korbe, damit wir mit glitzernden Flügeln die bläulichen Narzissen und die riesige Schenke des Schlehdorns besuchen können. Und die andere Orgelstimme, die Orgel des Westwindes, hochhin sausend, spielt in den grünen Wipfeln des Buchenwaldes und erzählt großartige Abenteuer und Geschichten von Meer und Ländern. Fort mit Schnee und Eis, heult die Orgel, Blumen will ich sehen, Knospen will ich küssen, morsche Reiser will ich brechen! Und wenn sie für eine kurze Weile oussetzt, kommt die" murmelnde Orgelstimme des überlaufenden Baches den Hügel Herunter, und auch sie hat vielerlei Ungestümes und Sehnsüchtiges zu rauschen von Wanderschaft und Reyesehnsucht, nachdem das harte Eis gesprengt ist. Das alles ist in der großen Weltorgel von Pan enthalten. Sogar der beruhigende Laut des Tropf'en- gcsickers und der einfältige Klang der hölzernen Knabenpfeife spricht und tönt aus ihr. Und der mächtige unwiderstehliche Klang der Orgel lockt mit Gewalt das Keimende und Lebendige überall in Feld und Wald aus Schlaf und winterlicher Erstarrung: Veilchen in die Hirtenlandschaft, Spinnenweben wieder an die Fenster, in die Büsche Vogelnester, in die Wiesen buntbeftiefte Blumen- kissen und dazwischen feuergoldene und erzharje Käferhorden, in die alten Kleinstadtgassen lockt die Orgel Marmeln, bunte Knabenreifen und springende Mädchenbälle. Froschgetrommel rollt aus den Gräben und aus den schilfbewachsenen Weihern, Schmet- terlinge gaukeln durch die Luft, an den bogenkrum- men Bächen blitzen die silberknopfbesetzten Zweige der Weiden, Lerchen trillern unter den leichten Wolken dahin, Mückentänze steigen über dem Brunnen auf, und der Löwenzahn zieht goldene Wellen durch das Wiefengrün. Und auch in d>s Herz des Liebenden braust die große Lockung von Pans vielstimmiger Frühlings- orgcl, und der Liebende läuft der blumenspurigen Fußtapfe des alten Naturgottes nach und begegnet auf seinem Sehnsuchtsgang der schonen Nymphe und Schäferin Doris, mit der er, zärtlich tuend, im Geholze verschwindet. Oie Erbschaft des Pelzjägers. Von einem Glückszufall wurde ein schwedischer Pelzjäger überrascht. Er hauste in einer schwer zugänglichen holzarmen Gegend in feiner Blockhütte und- war wegen übermäßiger Schneefälle seit Monaten von der Außenwelt abgeschnitten. Zwar hatte er noch einen kleinen Lebensmitteloorrat, aber wegen der ungünstigen Witterung konnte er keine größere Beute machen. Zu allem Unglück war ihm auch fein Holzoorrat ausgegangen. Da entschloß er sich, den schweren eichenen Tisch zu zerhacken, den er noch von seinen Eltern geerbt hatte. Kaum hatte er die ersten wuchtigen Schläge geführt, als ihm aus dem splitternden Holz mehrere Päckchen ent» g*genfielen, die sich als die Hinterlassenscha t seiner Eltern in Höhe von mehreren tausend Kronen her- ausstellen. Die Geldscheine waren in einem Geheimfach untergebracht, dessen Vorhandensein ihm die plötzlich verstorbenen Eltern nicht mehr hatten mitteilen können. Mit dem nächsten Botenschlitten kehrte er in die Zivilisation zurück, um sich mit seinem Erbe in der schwedischen Hauptstadt eine angenehmere uyd einträglichere Existenz zu gründen. Neben den Maßnahmen zur Sicherung des Ver. kehrs auf der Strecke läßt es sich die Reichsauto- bahn auch angelegen sein, den Kraftfahrern s d) o n e Ruhepunkte a ji der Strecke zu erschtte- ßen. Zu diesem Zweck wird in unserer Geaend eine Rast stä11e bei I e i n h a r d s h a i n hergench» tet, an der zur Zmt noch eifria gearbeitet wird Auf einer Lichtung mitten im schönen Wald mit weiter Sicht über Rcünhardshain und die herrliche Landschaft hinweg bis hin zum fernem Vogelsberg wird diese Raststätte den von langer §ahrt ermüdeten oder den vom Tagewerk erholungsuchen- Den Kraftfahrern einen Ruheplatz bieten, an dem sich jeder wohlfühlen kann. Die gastliche Statt» wird etwa 150 Sitzplätze im Hans und auf einer vorgelagerten Terrasse haben, sw wird alle Einrichtungen eines modernen und gediegenen Hauses Jur regen Gästeverkehr aufweisen, gute Auf- und Abfahrwege zur und von der Autobahnstrecke sowie eine ansehnliche Tankstelle besinn. Die Gastriiume, aber auch die Wohnungen für öeji Wictschaftspach- ter und den Tankwart sowie für das Hilfspersonal werden neuzeitlich heraerichtet, wobei der Charakter unserer oberhessischen Landschaft io der Ausstattung der Verkehrsräume besonders und gut betont wird. Kurzum: es wird ein Schmuckkästchen, das in aller Gediegenheit und landschaftsverbunden hier er- stehen und sicherlich viele^Freunde finden wird. Alle Die]e Einrichtungen, die vollendeten sowohl als auch Die noch im WerDen begriffenen, nahmen Die Teilnehmer Der Fahrt mit großem Interesse in Augenschein. Allenthalben konnte man Die Feststellung machen, Daß Die Leitung der Reichsautobahnen, in unserem Gau vertreten durch die Oberste Bau- Icitung Frankfurt a. M. in weitestgehender Weise alles tut, um den Verkehr auf den Strecken so angenehm wie möglich zu machen und ihn mit der größtmöglichen Gewährung der Sicherheit zu fordern, daß sie weiter für ihre Mitarbeiter an und auf den Strecken in vorbildlicher Weise Sorge tragt, um ihnen Die Erfüllung ihrer schweren Arbeitspflicht nach bester Möglichkeit zu erleichtern, und Daß sie nicht zuletzt unD vor allem auch unermuDlid) bestrebt ist Den Benutzern Die Autobahnstrecken Die LanDfchaft mit ihren vielfältigen Schönheiten weitgehenD zu erschließen, dabei auch an besonders schonen Stelen Gelegenheit zu erquickendem-Aufenthalt zu bieten. B. Den Mannigfaltigkeit an, deren Fülle kaum noch gesteigert werden kann. Zu den mächtigen Polstern I Des goldgelben Steinkrauts und den weißen Kissen Der Gänsekresse kommen die margeritenähnlichen Blüten der gelben Gemswurz, die rosaroten Der großblätterigen Bergenie, Die himmelblauen des kaukasischen Vergißmeinnichts, die entzückend bun» :en Primelarten und die moosartig aufschwellenden Polster der verschiedenen Aubritien, die man Blaukissen nennt, obschon sie auch in Dunkelrot und Es besteht vielfach noch Unklarheit, wann Reisende ihre.Lebensmittelkarten gegen Reisemarken umtauschen müssen und wann ein solcher Umtausch nicht erforderlich ist.. Grundsätzlich ist zunächst hierzu zu sagen, Daß Lebensmittelkarten nur dann in Reisemarken umgetauscht werden, wenn ein Bedürfnis vorliegt. Dies ist nicht der Fall bei kurzen Reisen oder gelegentlicher Gaststättenverpflegung. Im einzelnen ist hierzu folgendes zu beachten: Die Reichsfleischkarte kann ab 2. Juni 1941 im ganzen Reichsgebiet ohne Einschränkung verwendet werden. ^Reisemarken für Fleisch sind daher nicht mehr erforderlich. Die Brotkarte gilt ebenfalls im ganzen Reichsgebiet. Bei längeren Reisen und regelmäßiger Gaststättenverpflegung werden Die Abschnitte von 250 Gramm und mehr in Reisemarken umgetauscht. Die R e i ch s s e 11 - karte wird bei längeren Reisen oder bei regelmäßiger Gaststättenverpflegung in Reisemarken umgetauscht, soweit Die nicht bezugscheingebunDenen Abschnitte nicht ausreichen. Auch Die Abschnitte für Käse Der Reichsfettkarte werden bei längeren Reisen oder bei regelmäßiger Gaststättenverpflegung umgetauscht. Für Marmelade, Zucker und Eier sind bei Einnahme der Mahlzeiten in Gaststätten Lebensmittelkarten oder Reisemarken nicht erforderlich, weil diese Lebensmittel Den Gaststätten Herbstzeitlosenarten nicht vergessen. Es kommt auf Den Steingärtner an, auf seinen lHefchmack und seinen Sammeleifer, aber auch auf >ie liebevolle Betreuung seiner Anlagen, daß diese in ihrem Blütenzauber wie ein schier unerlchöpf» iches Feuerwerk bis in die kältesten Tage hinein licht erlischt. Es gilt den Unkräutern zu wehren mb Die stärker wuchernden Pflanzen nicht über» tzandnehmen zu lassen, damit die Perlicher bleibenden Nachbarn nicht überwildert und erstickt werden. Aber es gibt nichts Schöneres, als alle Die Lieblinge, Die man auf einer Alpenwanderung oder auf .'inem Streifzug durch Heide und Moor entdeckt, lun in nächster Nähe bei siH zu haben und sich mb Vorübergehende immer wieder an ihrer verschwenderischen Blütenpracht zu ergötzen. ?. 8. tH., I "i*i! te- Wer £ ft I *-Q(b£. I ’“*"s ] r di' lt “m ms! 200 * k ver- Der Soldat kämpft für fein Volk und bringt fein Opfer auch für Dich. Du hilfst ihm siegen durch Dein Opfer für das LKriegshUfSwerk für das Deutsche Rote Kreuz. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 19 Uhr „Wandlungen der Liebe", v— Gloria-Palast, Seltersweg: „Ohm Krüger". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heber alles in der Wett". Sladltheater Gießen. Am heutigen Freitag wird die Komödie „Wandlungen der Liebe" von Paul v. d. Hurk wiederholt. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 30. Freitag-Miete. Oie Lebensmittelzuteilung vom 2. bis 29. Juni 1941. Mit Rücksicht auf den in den Sommermonaten zu erwartenden Mehranfall an Butter wird der Butter- und Margarmebezug zur Einsparung von Margarinerohstoffen dahin neu geregelt, daß die Butterration der Normalverbraucher, der Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren und der Kinder von 6 bis 14 Jahren für die neue Zuteilungsperiode um 6 2,5 Gramm erhöht wird. für die Zukunft sichergestellt ist. Oer Borstellungsbeginn im Stadttheater. Die Intendanz des Stadttheaters ist jetzt wieder in der Lage, den Beginn der Vorstellungen später anzusetzen. Es werden daher von der kommenden Woche ab die Vorstellungen an Werktagen um 19.30 Uhr beginnen. Damit wird auch Geschäftsleuten und anderen, noch spät berufstätigen Volksgenossen Gelegenheit geboten, rechtzeitig das Theater zu besuchen. Die Vorstellungen an Sonntagabenden fangen mit Rücksicht auf die auswärtigen Theaterbesucher weiterhin um 19 Uhr an. Die Eozialorbeit der Banken. Deutschland soll nach dem Willen des Führers zum vorbildlichsten Sozialstaat der Erde ausgebaut werden. In erster Linie wird' dieses Ziel über die soziale Betriebsfürsorge angesteuert. Wenn im Bankgewerbe, das mit im Drehpunkt der deutschen Volkswirtschaft steht, in steter Zusammenarbeit mit der DAF. nicht nur rein zahlenmäßig vorbildliche soziale Aufwendungen für die Gesolgschaftsmit- glieder und die pensionierten Mitarbeiter gemacht werden, sondern auch die Pflege und Förderung des Gemeinschaftsgedankens immer neuen Antrieb erfährt, so ist das ein sichtbares Zeichen für das erfolgreiche Bestreben des Kreditwesens, den Sozialismus in den Betrieben auch zu verwirklichen. Kämpferischer Sinn und kameradschaftliche Aufgeschlossenheit von Betriebsführer und Gefolgschaftsmitgliedern, gepaart mit völkischer Pflichtauffassung, zeigen den Weg, um das Leistungsergebnis der sozialen Betriebsarbeit in den Bankbetrieben so zu beeinflussen, daß cs im Rahmen der neuen sozialen Gestaltung für die Volksgemeinschaft ein wertvolles Aktivum darstellt. Unsere privaten Banken waren in der Vergangenheit immer äußerst zurückhaltend in ihrer Berichterstattung über die von ihnen getroffenen sozialen Maßnahmen. Deshalb ist es auch in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt, daß die freiwilligen sozialen Ausgaben für die Gefolgschaftsmitglieder im privaten Bankgewerbe die sozialen Pflichtabgaben um ein Vielfaches übersteigen und daß dieser Gewerbezweig damit wohl an der Spitze aller Wirtschaftsgruppen in Deutschland marschiert. Dafür einige Zahlenangaben: Nach einer Erhebung, welche fast 80 v. 5). aller im' privaten Bankgewerbe Beschäftigten erfaßt, beliefen sich die freiwilligen sozialen Auswerden, Brotmarken in Zuckermarken umzutauschen. Für den Umtausch tonnen während der Sommermonate und im Rahmen der hierfür bereitgestellten erheblichen Zuckermengen alle ab 5. Mai gültigen Brotmarken ohne Rücksicht auf den Verfall-Zeitpunkt verwendet werden. Der Zeitpunkt, von dem ab der Umtausch erfolgen darf, sowie die Einzelheiten des Umtauschoersahrens und das Verhältnis, in dem Brotmarken gegen Zucker- marken getauscht werden können, werden demnächst bekanntgegeben werden. Diejenigen Verbraucher, die ihre Brotmarken nicht voll benötigen, aber auch feinen zusätzlichen Zucker wünschen, werden gebeten, so wie bisher, ihre überflüssigen Brotmarken der NSV. zur Verfügung zu stellen, damit diese auch weiterhin den Volksgenossen mit Brotmarken helfen kann, die aufgrund besonders gelagerter Verhältnisse gern mehr Brot verzehren möchten, als sie aufgrund ihrer Karte erhalten. Die ständige Verstärkung unserer Wehrmacht mit den selbstverständlich höheren Verpflegungssätzen an der Front, die große Zahl unserer Rüstungsarbeiter mit ebenfalls selbstverständlich höheren als den Normalrationen, schließlich die Kriegsgefangenen, deren Arbeitskraft für unsere Wirtschaft nutzbar gemacht wird, hat den Fleischverbrauch so erheblich anwachsen lassen, daß sich ein neuer Ausgleich zwischen dem zwar ebenfalls gewachsenen Viehbestand und dem gewaltig verstärkten Fleischverbrauch von selbst ergab. Die neue Regelung, die vor allem keine Zukunftssicherungen unserer Ernährung um eines billigen Gegenwartsgesichtspunktes willen preisgibt, wird mit Verständnis für die Notwendigkeit dieses Ausgleichs und im Bewußtsein der Dankesschuld der Heimat gegenüber der Front von allen Volksgenossen gewürdigt werden. Die Sommermonate mit ihren Erträgen an anderen hochwertigen Nahrungsmitteln, z. B. den verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, ermöglichen ja auch eine anderweitige Bereicherung unserer Ernährung, die ausreichend und gesund zugleich ist. Die Hauptsache ist aber: Wir wissen, daß auch durch diese Maßnahmen unsere ausreichende Ernährungen jedem Falle und auch Zum Ausgleich dafür wird die Margarineration dieser Berbrauchevgruppen um 6 2,5 (9 ramm herabgesetzt. Die Gesamtfettration bleibt mithin unverändert. Für die Kinder bis zu sechs Jahren bleibt es bei der bisherigen Regelung, da sie ohnehin ihre gesamte Fettration in Butter erhalten. Beim Fleisch werden die Rationen der Norma loerbräucher über 6 Jahre und außerdem die zusätzlichen Rationen der Schwer- und Schwerstarbeiter m der neuen Zuteilungsperiode für die Dauer der Sommermonate um wöchentlich je 100 Gramm herabgesetzt. Auch die Fleisch- rationen der Selbstversorger werden gekürzt, und zwar um 200 Gramm je Kopf und Woche. Die Fleischrationen betragen demnach vom 2. Juni ab für Normalverbraucher 400 Gramm, für Schwerarbeiter 800 Gramm und für Schwerstarbeiter 1000 Gramm je Woche. Die Fleischrationen für Kinder bis zu 6 Jahren und für Lang- und Nachtarbeiter bleiben unverändert. Da die Lang- und Nachtarbeiter auch di? um 100 Gramm gekürzte Fleischkarte der Normalverbraucher erhalten, erfolgt bei ihnen ein Ausgleich über die Zulagekarte, deren einzelne Abschnitte über Fleisch und Fleischwaren^ um wöchentlich 100 Gramm vermehrt find. Die Bestellscheine der Reichsfleischkarte für Normalverbraucher und für Kinder bis zu 6 Jahren, die bisher nur die Aufgabe hatten, den Verbraucher wahrend der Zuteilungsperiode an einen bestimmten Fleischer zu binden, werden beseitigt. Dies ist möglich, weil die Erfahrung gezeigt hat, daß der weitaus Überwiegande Teil der Verbraucher von der Möglichkeit, nach Ablauf einer Zuteilungsperiode den Fleischer zu wechseln, keinen Gebrauch machte. Die Verbraucher haben die sonst wie üblich auf den Lebensmittelkarten vorgesehenen Bestellscheine in der Woche vom 26. Mai bis 31. Mai abzugeben, softrn nicht die Ernährungsämter die Abgabe auf bestimmte Tage dieser Woche beschränken. Zahlreiche Verbraucher verzehren weniger Brot als ihnen auf Grund ihrer Brotkarte zusteht. Andererseits würden es viele begrüßen, wenn ihnen, besonders in der Obst- und Einmachzeit etwas mehr Zucker als bisher zur Verfügung stehen würden Da Deutschland dank der im vorigen Jahr erzielten ausgezeichneten Ernte an Zuckerrüben besonders reichlich mit Zucker versorgt ist, ist es möglich, diesen Wünschen der Verbraucher Rechnung zu tragen. Es wird daher die Möglichkeit geschaffen Nach dem im Deutschen Reichsanzeiger öffentlichten Erlaß über die Durchführung des Kartensystems für Lebensrnittel in der 24. Zuteilungsperiode vom 2. bis 29. Juni 1941 bleiben die laufend gewährten Rationen an Brot, Mehl, Schweineschlachtfetten, Käse, Quark, Getreidenährmitteln, Teigwaren, Kartoffelstärkeerzeugnissen, Kaffee-Ersatz und Zusatzmitteln, Vollmilch, Zucker, Marmelade, Kunsthonig und Kakaopulver gegenüber der bisherigen Zuteilung unverändert. Jeder Persorgungsberechtigte erhält in der neuen Zuteilungsperiode eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig. Noman von Elisabeth Holt. 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wieso, kommt er denn nicht ins Haus?" „Nein, natürlich nicht — das heißt", sagte Gerda mit gerunzelten Brauen, „es ist nicht unmöglich, daß er einer von denen ist, die zu uns ins Haus kommen, aber .. „Aber was?" „Das ist nicht festzustellen. Keiner fällt durch besondere Auszeichnung durch Pola auf. Aber sie geht aus", sagte Gerda mit besorgt geweiteten Augen, „allein geht sie aus, und das mit einer unglaublichen UnauffäUigfelt. Eine Taxi nimmt sie, nicht ihren eigenen Wagen — Ziel unbekannt — Rückkehr unbekannt, und ich muß mir dann immer den Kopf zerbrechen, was ich den Leuten sagen soll, big Herkommen oder anläuten." „Also deswegen!" äußerte Gredler gedehnt. Seiner Meinung nach konnte das alles mögliche, nicht nur Liebe bedeuten, Geldverhandlungen oder geheimnisvolle Sitzungen, vielleicht ließ sich Pola heimlich malen? Läßt sich's denn' erraten, was einer Frau einfäUt?" Gerda bereute schon, zuviel gesagt zu haben, sie spürte Gredlers Zweifel. Ein Mann hat selten Sinn für solche Nuancen wie ein gedankenverlorenes Lächeln, Sorgfalt bis in die geringfügigste Einzelheit des Ankleidens und stundenlanges Ausbleiben, das wie ein Auftauchen aus tiefem Wasser ist, lauter Dinge, die weder zu der ewigen Hetzjagd dieses Haushalts noch zu Polas ganzem Wesen überhaupt paßten. Oder waren diese Anzeichen Birinsky doch ausgefallen? War dies der Grund, warum er seine Freundin beobachten ließ? Zu welchem Zweck drückte sich der geheimnisvolle, schlampige Mensch vor der Villa umher, stundenlang, tagelang ...? Gerda wäre noch viel besorgter gewesen, wenn sie geahnt hätte, daß der lästige Unbekannte sich durchaus nicht damit begnügte, die Ankommenden anzustarren, sondern einige dieser Herren auch insgeheim photographiert hatte. Eine Reihe mehr oder weniger gutgelungener Photos war bereits nach Amerika gereift, auf dem» Erkennungsamt Neuyork City genau geprüft und wieder zurückgeschickt worden. Negativ. Der Gesuchte befand sich nicht darunter. Auch Carters Photographie war offenbar nicht die richtige gewesen. ' ♦ Schütz öffnete vor Gerda und Gredler die Haustür. Oben standen ein paar Türen offen, das Klavier brauste, und Pola fang. Gredler hängte Hut und Regenmantel auf. „Der Professor ist noch da?" * „Herr Carter ist oben!" meldete Schütz. Gerda vermied den stinken, verständnisheischenden Blick des Pianisten, sie standen nebeneinander und horchten. Pola sang ein Lied — ein bißchen Verdi, ein wenig Puccini und auch etwas Richard Strauß, und das Ganze war komponiert pon Howard Carter. „Mist!" erklärte Gredler, es klang nicht einmal ablehnend, es war bloß eine Feststellung. Dann ging er hinaus und ließ Gerda zurück. — Sie war arbeitsunlustig und schläfrig, der Frühling lag ihr in den Gliedern. Sie spannte einen Bogen in die Maschine. Sie mußte die besten Kritiken für Polas Züricher Gastspiel abschreiben, weil Leiermann das für die Propaganda brauchte. Vom Geklapper der Maschine übertäubt, ging die Tür auf. Das Stubenmädchen brachte einen Karton herein, der von der Dlumenhandlung geschickt war. Das war nichts Außergewöhnliches. Gerda war im Begriff, sich wieder ihrer Maschine zuzuwenden und das Deffnen der Schachtel auf später zu verschieben, aber sie las wie zufällig die Adresse: „Frau Gerda Maurer." Auf einem behaglichen Bett aus feuchtem Moos lagen ein paar bünnftie(ige Orchideen, die zarten Ovale ihrer perlmutterschimmernden Gesichter hingen nach abwärts und entrollten aus famtbraunen Kelchen rote Zungen. „Cattleyen", sagt? Gerda und zog den Atem erschrocken zwischen den Zähnen ein, als habe eine Schlange den dreieckigen Kopf von dem Moospolster gehoben. Gerda knipste das Licht aus und öffnete das Fenster. Draußen war es ganz finster, kein Mensch Jm Garten und auf der Straße. Eine Weile starrte Gerda zwischen den Gitterstäben hindurch, dann gaben einschl. der Penstonsleistungen in 37 Bank- l betrieben mit 55 000 Beschäftigten im Jahre 1939 auf 65,6 Millionen RM. Dagegen betrugen die \ Vergütungen an 565 Aufsichtsratmitglieder 2 Millionen RM., und selbst alle Bankaktionäre erhielten an Dividenden nur ungefähr zwei Drittel dieser Summe, nämlich 42,8 Millionen RM. Weggewonene Blumen. Kaum haben sich ein paar Frühlingsblümchen an die Oberfläche gewagt, so gehen auch schon sinnlose Menschen durch die Fluren und reißen die Blümlein heraus. Bald werden sie jedoch der Blumen überdrüssig und goerfen sie wieder fort. Wenn man an sich schon wenig Verständnis dafür aufbringen kann, daß bei jedem Sonntagsspaziergang ein wahllos zusammengepflückter Strauß mit nach Hause genommen wird, so ist es kaum verständlich, wenn man sieht, wie die eben gepflückten Blümlein achtlos beiseite geworfen werden. Man sollte doch, wenn man Blumen pflückt, daran denken, daß sich die schönsten Blumen im Zimmer in der Vase längst nicht so schön ansehen, wie draußen in freier Natur. Wenn man schon einen Blumenstrauß im Zimmer haben will, dann begnüge man sich wenigstens mit einigen Blumen und reiße nicht wahllos Unmengen heraus, von denen nachher der größte Teil fortgeworfen wird. ♦* Eine Siebzigjährige. Am morgigen Samstag, 17. Mai, kann Frau Lina Trechsler, geb. Kramer, Steinstraße 73, in guter Frische ihren 70. Geburtstag begehen. Die Jubilarin ist geborene Gießenerin, deren Vater als Schuhmachermeister und späterer Angestellter der Steuerbehörde (damals nannte man ihn „Steuerbote") in weiten Kreisen bekannt war. Als Frau eines bekannten Geschäftsmannes ist sie heute noch stehen ihrem Haushalt auch im Geschäft unermüdlich mit tätig. Auch wir bringen der Jubilarin unsere herzlichen Glückwünsche zum Geburtstage und für einen fchönen Lebensabend dar. Landkreis Gießen. + Grünberg, 12. Mai. Der Gründer und langjährige Leiter des Grünberger Ski-Klubs, Studienrat i. R. Julius Walther, der sich um die Förderung des Skisports in unserer Stadt sehr verdient gemacht hat, erhielt den Ehrenbries des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen. Weizen als jpübnerfuffer. Ein 65jähriger Mann aus Griesheim wurde vom : Amtsgericht Frankfurt mit 30 RM. Geldstrafe belegt, weil er Weizen als Hühnerfutter für eine dritte Person gekauft hatte, gegen die ebenfalls ein Strafverfahren im Gange ist. Der Angeklagte, der insgesamt acht Zentner erwarb und den Weizen zum gleichen Preis weitergegeben hatte, behauptete, daß ihm der Verkäufer des Weizens versichert habe, es sei Kehrgut von einem Schiff gewesen. Aber auch diese Ausrede schützte den Angeklagten nicht vor der Bestrafung. Vollstreckung zweier Todesurteile. LPD. Darmstadt, 15. Mai. Am 15. Mai ist die am 7. Juni 1889 in Schlimpfhos geborene Ba- bette Markert, geb. Muth, hingerichtet worden, die das Sondergericht Darmstadt als Volksschädling zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Die Markert war eine vielfach vorbestrafte Verbrecherin. Sie hat im Dezember 1940 drei landwirtschaftliche Anwesen in Brand gesteckt. Zahlreiche landwirtschaftliche Geräte und Erzeugnisse fielen den Flammen zum Opfer. Am 15. Mai ist der vom Sondergericht Darmstadt als Volksschädling und Gewaltverbrecher zum Tode verurteilte 38 Jahre alte Alfred Sonnenberg aus Mainz hin gerichtet worden. Sonnenberg war ein mehrfach vorbestrafter jüdischer Mischling. Er hat eine deutsche Arbeiterin unter Ausnutzung der Verdunkelung zu ermorden versucht. SJtxfporl 1900 — Luftwaffe 2:5. Trotz der günstigen Aussichten mußten die Blau- Weißen auch diesmal wieder gegen die Luftwaffe in letzter Minute mit ersatzgeschwächter Mannschaft antreten. Neben dem dienstlich unabkömmlichen Opitz und Müller fehlten der verletzte Abel und Schellhaas. So kam es, daß die im Feldspiel besser operierenden Platzbesitzer gegen die körperlich weit überlegenen Soldaten abermals eine Niederlage hinnehmen mußten, die in dem Tovunterschied zu hoch ausgefallen ist. Spielverlauf: Mit nur zehn Mann beginnend, können die Platzbesitzer infolge ihres besseren Zusammenspiels teilweise Vorteile erringen. Im Sturm fehlt jedoch der fünfte Mann sichtlich, so daß die Verteidigung der Luftwaffe, die sich im weiteren Verlauf des Spieles als bester Mannfchaftsteil erweist, immer wieder klärend eingreifen kann. All- möglich wechselt aber das Bild. Die Soldaten kommen durch weite Vorlagen auf die Flügel zu gefährlichen Angriffen. In der 18. Minute führt ein solcher Angriff zum ersten Erfolg. Meermann geht an dem stürzenden Verteidiger vorbei und schießt stach ein. Durch ein Handspiel von Becker entsteht wenig später eine heikle Situation vor dem Strafraum der Platzbesitzer. Den Strafstoß hebt Meermann trotz der sorgfältig aufgebauten Mauer zum 2:0 ein. Bei etwas mehr Aufmerksamkeit mußte Schmitz diesen Treffer verhindern. Der dritte Erfolg entspringt aus klarer Abseitsstellung. Den für den schon abseits stehenden Halblinken zugespielten Ball nimmt der noch mehr abseits stehende Linksaußen auf, läuft noch ein paar Schritte und schießt an dem vergeblich reklamierenden Torwächter vor- bei ein. Kurz vor der Pause fommf die Luftwaffe durch Meermann noch zum vierten Erfolg. Der Rechtsaußen flankt an den frei stehenden Mittelstürmer, der überlegt und placiert einschießen kann. Nach dem Wechsel sind die Platzbesitzer komplett. Dadurch wird das Spiel im Sturm geschlossener. Der Erfolg zeigt sich dann sehr bald, denn bei einem guten Angriff kann 'Kraft II. sehr halb auf 4:1 verkürzen. Dem mehr greifbaren 4:2 folgt jedoch das 5:1, das bei weniger gefahrvollem Angriff der Halbrechte der Luftwaffe c.folgreich ist. Bei einem Angriff durch Erhard hebt dieser das Leder hoch vor das Tor, wo es Jürgens durch Rückzieher gerade noch ins Netz befördern kann. Bei diesem Resultat bleibt es, obwohl zuerst die Platzbesitzer in einer längeren Belagerung und dann die Luftwaffe in einem letzten Spurt noch Erfolgsmöglichkeiten haben. Die Luftwaffe hatte gegenüber am Sonntag eine weit bessere Elf zur Stelle. Die Hintermannschaft war der beste Teil. In der Läuferreihe überragte der rechte Läufer, und im Sturm tat sich Meer» mann besonders hervor, aber auch in unsportlicher Art, so daß er Mitte der zweiten Halbzeit das Feld verlassen mußte. 1900 in der Ausstellung Schmitz; Becker, Gauweiler; Carstens, Sittner, Weniger; Erhard,, Kraft, Jürgens, Deeg, Schlich zeigte teilweise ein gutes Zusammenspiel. Im Strafraum fehlte jedoch der letzte Schwung. Schmitz zeigte einige Unsicherheit. Die Verteidigung war zeitweise überlastet. In der Läuferreihe klappte es auch nur teilweise und im Sturm ging auch nicht alles nach Wunsch. Spieloerdnigung 1926 Leihgestern. Nachdem die 1. Jgd. der Spielvereinigung 1926 Leihgestern nach schweren Kämpfen ungeschlagen Abteilungssieger und Gruppensieger geworden war, erkämpfte sie sich in Butzbach gegen Sp. Fauerbach (Friedberg) 1. Jgd. in einem abwechslungsreichen Entscheidungsspiel die Bannmeisterschaft 1940/41. Am vorigen Sonntag trug die 1. Jgd. der Spng. Leihgestern wieder ein Gesellschaftsspiel in Großen- Linden aus. Gegner war die 1. Jgd. des dortigen Turnvereins. Großen-Linden mußte die spielerische und technische Ueberlegenheit des Bannmeisters mit einer 6:1-Niederlage anerkennen. Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Jgd. Leihgestern die gleiche des Sp. Oberroßbach zu einem Gesellschaftsspiel. Vorher spielt die 2. Jgd. gegen die gleiche von Oberroßbach. Daubringen 1. Jgd. — VfL. 1860 Marburg 1-A-Jgb. Am kommenden Sonntag tragen diese Jugendmannschaften in Daubringen ein Fußball-Fr eund- schastsspiel aus. Die Gäste verfüget über eine technisch gut eingespielte Mannschaft, die schon große Erfolge errungen hat. Da auch Daubringen sich zur Zeit in einer guten Form befindet, ist mit einem spannenden Kampf zu rechnen. machte sie ein wenig beschämt das Fenster wieder zu — sie hatte sich tatsächlich eingebildet, es stehe einer draußen im regennassen Garten und beobachte sie. Das war allerdings übertrieben, es bewies aber, daß instinktive Eindrücke manchmal richtiger sind als verstandesmäßige UebSrlegungen. Im Haus gegenüber gab es nämlich ein Geschäftslokal, ein im Erdgeschoß liegender Krautkeller verbarg seinen schäbigen Eingang hinter windzerzaustem Fliedergebüsch. Der Rolladen war längst heruntergelassen, und davor, noch im Schutz des geräumigen Kellerhalses, saß her Mann, den Gredler vorhin einer Liebschaft mit dem Zimmermädchen bezichtigt hatte. Eigentlich war sein Dienst für heute zu Ende, eben war ein Kollege erschienen, um ihn abzulösen, aber der Behäbige wollte seine just angezündete Zigarette noch zu Ende rauchen, bevor er ging. „Ich bin neugierig", sagte er, ,;roie lange dieses zwecklose Herumtreten hier noch dauern wird. Es ist das eine fixe Idee von Mühsam, daß es der Kerl noch einmal probieren wird mit dem Schmuck, weil's ihm das erste Mal mißglückt ist. Abgesehen davon, daß das Zeug wieder auf der Bank liegt, müßte der Mann ja längst bemerkt haben, daß das Haus beobachtet wird. Es kostet die Zentrale eine Menge Geld und nutzt einen Dreck." Womit der Polizeibeamte Alois'Satzhoser prophetischen Weitblick bekundete. 9. K a p i t e l. Ende Mai ging Pola Luckner mit großem (Befolge und vier neuen Kostümen nach Zürich. Man machte'mit der Festspielwoche viel Aufhebens, die Zeit war insofern gut gewählt, als die internationalen Reisenden ihr Winterprogramm hinter sich hatten Und Zürich gern Mitnahmen. Zürich war in diesem Mai sehr europäisch. Gut besucht von Leuten mit Kultur und Wohlhabenheit, die sich nicht für Störs und Sensationen interessierten, sondern die gekommen waren, um güte Musik zu hören und einen schonen Frühsommer am Brien- zersee oder in einem der stillen Nester um Luzern herum zu genießen. Pola hatte sich auf einen Zug versteift, der zwar gute Zeit fuhr, aber dafür schon um neun Uhr früh In Zürich einlief. Neun Uhr früh ist keine günstige Ankunftszeit, sie waren alle übernächtig. Auf dem Bahnhof war weit und breit keine Spur von Leier- mann zu sehen. Es wäre seine Pflicht gewesen, da zu sein, Blumen zu überreichen, zu strahlen, Pressephotographen mitzubringen. Aber Leiermann entschloß sich ungeheuer schwer, ins Bett zu gehen, und morgens konnte er dann nicht ausstehen. Pola fuhr halb schlafend ins Hotel und hatte sich erst beim 'Aussteigen wieder völlig in der Hand. Der Empfangschef hatte feine Leute zu einer kleinen Begrüßung um sich versammelt. Man war hochgeehrt, Madame nach so langer Zeit wieder im Hause begrüßen *u dürfen. Die Zimmer? Jawohl, das gewohnte Appartement in der vierten Etage steht bereit. Post? Post ist für Madame nicht gekommen, aber Blumen. Man hat sie bereits in Madames Zimmer hinausgebracht. Gerda wandelte unausgeschlafen hinter Pola her und kam sich unzulänglich vor, sie lächelte angestrengt und war bemüht, sich auf die Luckner einzustellen. Gredler hingegen machte nicht mit. Mit stahlharten Pianistenfingern den Koffer mit den Partituren umklammernd, stand er da und wartete stumm auf das Ende der Begrüßung. Er war als einziger gut ausgeschlafen. Er überlegte, ob es geratener märe, vorerst einen Schnaps zu trinken und dann ßeiermann aufzusuchen, oder besser Leiermann glatt aus dem Bett herauszuholen und sich von ihm zum Frühstück einlaben zu lassen. Pola entwickelte in letzter Zeit eine merkwürdige Sparsamkeit, sie war ungehalten, wenn ein etwas üppiges Frühstück auf die Rechnung kam. Breit und warm kam die Sonne durch die hohen Fenster der Hotelhalle. In den bequemen Stühlen saßen ein paar frühe Gäste. Eine Zeitung wurde raschelnd beiseitegelegt, zwei ausgestreckte graue Flanellbeine eingezogen, und bann tauchte Clemens Kempf aus ben Tiefen meines Klubsessels, ausgeschlafen, glatt, unerschütterlich ruhig. Er küßte Pola bie Hand und verbeugte sich steif vor Gerba, wechselte mit Grebler einen Hande- • druck und ließ die höchst überraschte Pola wissen, er sei erstens, zweitens und drittens ihrer Aida wegen in die Schweiz gereift und viertens wegen der Tennismeisterschaften in Interlaken. (Fortsetzung folgt)