Mittwoch, 15. SNober Ml lenPreis Roosevelts Gegenrechnung ammelien i N? S5 : Ru Reuyork, 15.Off. (BJIB. Funkfpruch.) Vie 3JIS. aus gut unterrichteter Quelle erfährt, bemüht sich das Staatsdepartement auf Roosevelts Anweisung hin, von der englischen Regierung die baldige Zustimmung zu einem Abkommen zu erlangen, worin die Entschädigungen für das von USA. an Großbritannien auf Grund des Pacht- und Leih- gefehes gelieferte Valerial bindend feftgefeht werden. Dafhington verlangt als Gegenleistung das Recht zur Benutzung sämtlicher Stützpunkte des britischen Empire, ganz gleich, wo und zu jeder Zeit, einschließlich der Stützpunkte, die England etwa künftig irgendwo erwerben sollte. Die zweite Bedingung ist die Gleichschaltung der eng- 'Ifg Mim tischen Handelspolitik mit dem von hüll eingeführten System der unbedingten und unbegrenzten Meistbegünstigung. Die englische Regierung soll auf diese Vorschläge, die Anfang September unterbreitet wurden, bisher nicht geantwortet haben. Dazu wird bekannt, daß Präsident Roosevelt auf einen in dieser Angelegenheit von Senator vanderberg an ihn gerichteten Brief geantwortet hat, die USA.-Regierung habe die grundsätzlichen Bedingungen der englischen Gegenleistungen formuliert und London mitgeteilt. Die englische Regierung sei jetzt dabei, sie zu prüfen. Anter diesen Umständen könne er, Roosevelt, Einzelheiten jetzt nicht mitteilen. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Washington, Oktober 1941. Xn- i Leist eftn-N 8 folgt werden, dafür haben ja die Publizisten Lippmann und Konsorten, Roosevelts Helfershelfer und Auftraggeber, den wünschenswerten Anschauungsunter- richt gegeben. Ebenso wie ihm bei der Besetzung Islands wohl kaum in den Sinn gekommen sein dürfte, daß Europa seit dem Einbruch Attilas um das Jahr 375, über den Einfall der Araber in Spanien, der Mongolen und Türken im Südosten bis zu dem Versuch Stalins, eine Invasion des Bolschewismus in grandiosem Maßstab vorzuberei- ten, noch jeden Versuch abgewehrt hat, Nichteuro- pöern die Festsetzung auf dem Kontinent zu gestatten, ebensowenig dürfte er aus den letzten Ereignissen im Osten den Schluß gezogen haben, daß mit jedem weiteren Sieg der deutschen Soldaten im Osten auch seine Welteroberungspläne zum Scheitern verurteilt sind. Die endgültige Gestalt Europas setzt die Ausschaltung des Bolschewismus voraus? Erst dann entsteht in der anderen Hemisphäre ein Kontinent, der alle Voraussetzungen für ein machtvolles und in sich ruhendes Eigendasein erfüllt. Für Universalismen vom Schlage der von der bolschewistischen Doktrin geprägten oder auch für den Roosevelts hat die Welt keinen Platz mehr. Sie ist im Begriff, soweit es Europa angeht, ein neues Raumgefühl Tat werden zu lassen, das den raum- knechtenden Imperialismus rein materieller Prägung ausschließt. Selbst, wenn Roosevelt und seine Politiker eines Tages zu dieser Erkenntnis kommen sollten, dürfte das ihre Politik kaum ändern, denn ihr Ziel ist es ja, die Raumordnung, gleichviel ob sie in Ostasien oder in Europa im Entstehen ist, zu verhindert, da die USA. sich als — Erben des größten imperialen Systems fühlen, das die Welt je gekannt hat: des englischen Empire. Und Roosevelts Zeitlupentaktik wird nicht ausschließlich von der Hilfsbedürftigkeit Englands bestimmt, sondern ihre Grenze liegt erst dort, wo die Interessen des amerikanischen Imperialismus aufhören. Aber auch diese Rechnung zwischen England und USA. ist noch offen und auch bei ihrer Begleichung werden die geschichtlichen Taten des deutschen Soldaten ein Wort mitreden. irrten s1 rauer: 6 Son*010 Will iVeber- WlE 141. 15 OW’S b schwer^ Leben W*' ier l. Zeitlupentaktik in den USA Von unserem B. K.-Berichterstatter. Das zweifellos ebenso skrupellos-gerissene wie kunstvolle Spiel Roosevelts, Tag für Tag mit einer Beharrlichkeit, die ihresgleichen sucht, Verordnungen und Gesetze zu erlassen, selbständige Schritte zu tun, um durch sie die Bürger der USA. vor vollendete Tatsachen zu stellen und sie durch Botschaften in die von ihm gewünschte Denkrichtung zu leiten, hat zwar gerade in den letzten Tagen nach dem Schieß- und Konooibefehl die Opposition mächtig in Harnisch gebracht, die breite Masse jedoch nicht so beeinflußt, daß sie klipp und klar zu der Gefahr Stellung nimmt, in die sie Roosevelt unmerklich führt. Diese Gleichgültigkeit der breiten Masse, die zum Teil aus der Unfähigkeit resultiert, über den Zwiespalt der Gefühle Herr zu werden, zum Teil aus dem an sich gesunden und vernünfti- gen Gefühl, in den Vereinigten Staaten in Sicherheit zu leben, hat natürlich ihre Gefahr. Denn ein solchermaßen gegen alarmierende Ereignisse abgestumpftes Volk kann unmerklich in dep Krieg hin- eingeführt werden, bevor es überhaupt die Stimme zu erheben vermag. Roosevelt weiß das sehr genau, er spielt auch auf dieser Klaviatur mit seiner ganzen Unbedenklichkeit, indem er einmal alle Teufel an die Wand malt, angeblich um das Volk „wachzurütteln", ein andermal aber — und gerade bei entscheidenden Entschlüssen! — auf die Indif- ferenz der breiten Masse gegenüber politischen Fra- gen so wie Roosevelt sie versteht, spekuliert und nichts verlauten läßt, was er plant und durchführt. Die Mentalität des Amerikaners kommt dem Präsidenten dabei zweifellos entgegen, denn ein so gro- her Kenner der nordamerikanischen Psyche wie Dr. Robert hutchins von der Universität Chicago — deren Präsident er ist — sagt, daß das Hirn des Amerikaners, auch das des „Gebildeten", mit „Informationen" angefüllt sei, während wirkliches Wissen und die Fähigkeit zu selbständigem Denken ihm in erschreckendem Maße fehle. Roosevelt ist sicherlich ein ebenso großer Men- schenkenner und hat den Plan für das zu er» reichende Ziel so eingerichtet, daß er feine eindeutig imperialistischen Absichten mit der Zeitlupe m den ftilm des geschichtlichen Ablaufes einzerchnet. Die unendlich kleinen Teilchen, die der Amerikaner jeden Tag vorgesetzt bekommt, langweilen ihn schließlich so daß er auch sensationelle Sprünge in diesem Verfahren, wie die durch Knox vorgebrachte Erklärung der Beteiligung der USA. am Geleitzug- system nur einigen wenigen Kritikern als das er- cheine'n was sie wirklich sind: der diabolische Wille, die USA. soweit an die Brandstelle in Europa ging aber nicht auf guten Straßen vorwärts, sondern führte zum allergrößten Teil durch Moore, Wälder und wegeloses Gelände. Die ungeheure Leistung unserer Führung, unseres Generalstabes unb unserer kämpfenden Truppen ist aber auch weiter erkennbar aus der Tatsache, daß die größte aller Offensiven in einem Raum begann, Der rund 1000 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist. In diesem Raum muß- ten die Vorbedingungen für das Gelingen dieser Riesenoffensive geschaffen werden. Der Führer hat in seinem Tagesbefehl darauf hingewiesen, daß 25 000 Kilometer Eisenbahnen wieder in Betrieb genommen wurden, 405 Eisenbahnlinien hergestellt wurden, und daß fast 2000 Brücken von über 12 Kilometer Länge gebaut worden sind. Die Kilometerlänge der wiederhergestellten Bahnen entspricht fünfundzwanzigmal dem Weg von Köln nach Königsberg, oder umfaßt das ganze süddeutsche Eisenbahnnetz. Diese Zahlen zeigen zugleich auch die Größe und Bedeutung des besetzten Gebietes. Das ganze sowjetische Eisenbahnnetz betrug nämlich 1938 nur 85 000 Kilometer, während etwa das deutsche auf dem weit geringeren Raum 69 000 Kilometer umfaßt. Es ist also festzustellen, daß fast ein Drittel der sowjetischen Eisenbahn aus der sowjetischen Hand in deutschen Besitz hinübergewechselt ist. Wenn man nun die Größe der gegenwärtigen Offensive voll ermessen will, so darf man auch nicht vergessen, daß unsere Luftwaffe noch über dieses Ziel hinaus die gegnerischen Eisenbahnen zerstört hat. Von Moskau allein führen zehn Hauptstrecken in die verschiedensten Teile der üblichen Verdrehungen über die „Nazigefahr" und andere Schreckgespenster über den Weg dorthin breitet, wird allzu oft von einem kräftigen Sturmwind und einer sieghaft durchdringenden Sonne zerteilt. Das sind die Berichte des deutschen Oberkommandos und die geradezu unerhörten Erfolge der deutschen Wehrmacht. Das Tempo, das von dieser Selle vorgelegt wird, stimmt mit den Plänen Roosevelts ganz und gar nicht überein, ja es hat allen maßgebenden Stellen hier in Washington einen mächtigen Schreck in die Glieder fahren las- sen, der die Gedanken fieberhaft vorauseilen läßt, noch schneller als die deutschen Soldaten siegen können. Selbst ein so willfähriger handlanger Roosevelts wie Staatssekretär hüll soll ernschafte Zweifel darüber geäußert haben, ob eine umfassende Hilfsaktion für die Sowjets überhaupt noch Zweck habe. Es ist kein Zweifel, hier liegt ein Dilemma vor, dessen Größe man in der Unruhe spürt, die die letzten Erfolgsmeldungen aus Berlin ausgelöst haben. Der Schock über die deutschen Siege geht gleichermaßen auch aus den Meldungen aus London hervor, die zwischen einem unbekümmerten Optimis- mus und abgrundtiefer Sorge schwanken. Dazwischen ist deutlich herauszulesen, daß man sich allmählich auf die Ausrede gegenüber Moskau einstellt, mit solchen katastrophalen Niederlagen nicht gerechnet zu haben, wodurch die ganze Hilfsaktion „natürlich" ein anderes Gesicht bekomme, denn schließlich müsse England doch auch an sich denken. Für Roosevelt selbst dürften die Tatsachen, die vom deutschen Generalstab in das Buch der neuen Geschichte Europas eingetragen werden, zweifellos sehr peinlich und ärgerlich sein, denn es gehörte ja wohl zu dem wesentlichsten Programmpunkt der Atlantck- konferenz, die Sowjets in ihrer Rolle als „retardierendes Moment", so gut es irgend geht, zu unterstützen, damit der Herr des Weißen Hauses seine Zeitlupentaktik der tropfenweisen Verabreichung der Kriegsmedizin an „sein Volk" noch so lange fort- setzen konnte, wie es ihm zweckmäßig schien. Diese löbliche Absicht hat einen empfindlichen Stoß erlitten und mit ihr noch ein anderes, allerdings nicht die Oberfläche der Tagespolemik berührendes Problem. Was Roosevelts Streben und seine weltumfassenden imperialistischen Ziele mit Moskau und der dort durch Ströme von Blut „getragenen Idee" verbindet, ist der Unioersalismus oder vielmehr der Anspruch, einen so weltweiten Gedanken zu vertreten, das man von Unioersalismus sprechen kann, gleichviel ob es sich darum handelt, daß die Internationale das Menschenrecht erkämpft oder Herr Annahme von Anzeige« Siir die MittagSnummer iS8'/.Ubr des Vormittag» Ameigen-Preife: Anzeigenteil 7 Nvf ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Wertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlasse: Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengenftaffel B Plavvorschnlt (vorherige Vereinbarung) 25°/. meor Oer Wille der Geschichte. Wenn je ein Wort in seiner ganzen Tiefe auf einen Mann zutrifft, denn ist es das: „Die Geschichte liebt es, sich aus einmal in einem Mann zu verdichten." Die Wahrheit dieses Wortes trägt leber von uns in feinem Bewußtsein und in feiner Erkenntnis von der Notwendigkeit dessen, was sich heute in gigantischem Rahmen vollzieht. Das ist das Geheimnis unserer für Ausländer immer wieder so unbegreiflichen Selbstsicherheit, unserer Ruhe, mit der wir der Arbeit nachgehen. Das ist aber auch der Grund dafür, daß unsere Gegner aus einer verzweifelten Defensive heraus den grotesken Versuch machen, die Späne, die von dem gewaltigen Block Europa bei der Bildhauerarbeit einer neuen Gestalt abfallen, für wichtiger zu halten, als die schöpferische Tat selbst. Der Standort dieser Verneiner eines neuen Europa liegt so weit vom eigentlichen Tatort der genialen und schöpferischen Arbeit eines Adolf Hiller entfernt, daß den armseligen Kreaturen in diesen Tagen wieder einmal nichts anderes übrig bleibt, als fassungslos ihre eigene Argumentation der Lächerlichkeit preiszugeben. Hitlers Größe als Staatsmann und Feldherr liegt darin, daß er aus der sich lange ankündigenden Auflösung des 19. Jahrhunderts, aus dem Verfall einer bürgerlichen und individualistischen Lebensanschauung mit eherner Folgerichtigkeit und unbeugsamem Willen für das deutsche Volk und damit auch für Europa die Konsequenzen zog, und zwar in totaler Weise. Ganz abgesehen davon, daß dem deutschen Menschen von jeher ein inneres Verhältnis zu jener individuellen Freiheit westlicher Prägung und der daraus hervorgehenden bürgerlichen Lebensart fehlte, daß der Freiheitsbe- griff des Deutschen von alters her nur im Zusammenhang mit der Bindung an die Gemeinschaft und Gefolgschaft Leben und Wert hatte, war das zersetzende Gift dieser Epoche des 19. Jahrhunderts schon so tief in die bürgrlichen Blutbahnen ein gedrungen, daß es eines wahrhaft gigantischen Willens, einer hellseherischen Klarheit und der genialen* Fähigkeit bedurfte, diesen Zersetzungsherd bis in seine letzten Winkel zu durchschauen. Aber nicht nur das, es bedurfte auch eines Schöpfertums, dessen konstruktive Phantasie bereits die Umrisse eines neuen Gebäudes sah, als die Mehrzahl unseres Volkes noch blind dem Abgrund des endgültigen Nihilismus entgegeneilte, der sich ja in der politischen Gestalt des Bolschewismus und in der Anarchie des Wirtschaftslebens nur zu deutlich bekundete. Hat man diese Erkenntnis der wahrhaft befreienden, weltgeschichtlichen Tat 21t)olf Hitlers fcrft gewonnen, dann ist es auch nicht mehr schwer, von diesem Standpunkt aus „das Besteck aufzunehmen", um einen seemännischen Ausdruck zu gebrauchen. Was unsere Gegner auf jeden Fall und mit dem Einsatz der ganzen Verlogenheit ihrer Agitation, chrem Zynismus für alle großen und ewigen Werte des Levens, aber auch ihrer völligen Nichtachtung aller völkerrechtlichen Prinzipien erreichen wollen, ist nichts anderes als die Verhinderung des endgültigen Todes jenes Jahrhunderts, das als libera- listisch-individualistisch in die Geschichte eingegangen und von uns auch — eingemottet worden ist. England wehrt sich verzweifel aber ohnmächtig dagegen, daß das überholte Gesellschastsverfahren des ver- gangenen Jahrhunderts, das uns in feiner Entartung als Plutokratie geläufig ist, durch die strenge und ihrem Charakter nach notwendig totale Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts abgelöjt wird, deren Repräsentant in wirtschaftlicher, militärischer und geistiger Hinsicht das neue Deutschland unter Adols Hitler ist. England kann nicht begreifen, daß der richtungweisende Sinn dieses weltgeschichtlichen Ringens auch der ist, daß es künftig nicht mehr möglich fein darf, daß ein Individuum wie Churchill aus Gründen persönlicher Unzulänglichkeit und weil dieser mißratene Nachfahre eines Herzogs von Marlborough den Krieg als einen willkommenen Nervenkitzel betrachtet, als ein von ihm gelenktes Schauspiel von Gladiatoren, einen Weltenbrand heranzuführen, bis die Funken auch schließlich die Roosevelt die Welt „safe for democracy“ (sicher für Steuer des amerikanischen Bürgers erfassen. die Demokratie) machen will. Was darunter zu n-r- Der dicke Nebel jedoch, den Roosevelt durch feine stehen ist, braucht wohl kaum mehr erläutert zu »räch Kattowitz gleich. iSie sich inzwischen die Größenverhattnitze ge- liüelt haben und wie weltgeschichtlich entscheidend Wir Ostfeldzug ist, das zeigt sich aber auch wenn M noch weiter zurückgreift und an eme Schlacht prrert, die auf dem gegenwärtigen Schlachtseioe Wlmals im Jahre 1812 geschlagen wurde. ». 7. September 1812 begann bei Borodino |:er Kalotscha, einem Nebenfluß der Moskwa, fe große Schlacht, die die Russen „Schlacht bei tr.Sino", die Franzosen „Schlacht an der Moskwa jfcien. Hier hatte nach den Schlachten bet Smo- pl und Lubina der russische Heerführer Kutu- Pe , um dem Feinde den Weg nach Moskau zu Herren, Stellung genommen und Derschanzun- l_ aufgeworfen. An diesem Tage f^nben 1,d) • (00 Russen mit 637 Geschützen unter Kutusows ^.'befehl und 124 000 Franzosen nut 587 gelten gegenüber Am Abend hatten die Franzoien größten Teil des Schlachtfeldes inne, doch kann- /ich die Russen unverfolgt, in guter Ordnung Sziehen. 28 000 Franzosen und 44 000 Nutzen rlsn in diesem Kampf. bt:s damalige Schlachtfeld war ja nur ein JJc- -irschlachtfeld, wenn man es in Vergleich zu Den ^en Riesenräumen setzt. Diese Räume aber sind i-nfere Heerführung nicht Gefahrenquellen, Ion- erst die Bewegung der Truppen in solchen -..en bietet überhaupt die Möglichkeit, Ernketz - 9 n größten Formats vorzunehmen. Daß es sch t um gigantische Ausmaße handelt, beroei t t die Lange der Angriffsfront. Es muß aber ta darauf hingewiefen werden, daß die Enrier- k Z.B. zwischen Moskau und Charkow etwa Entfernung zwischen Wien und Hamburg en M Das beleuchtet die Schwierigketten, die hier rvaltigt werden müssen. Sie sind nur zu - Jfflen, well die Truppen ihr Letztes hergegeb ’ßi. Was unsere Infanteristen leisten, das gehl [aas einer kürzlich bekannt gewordenen Tatsache fi^r, daß eine Infanteriedivision innerhalb von ZV T tun den eine Strecke von 90 Kilometern ! und marschierend zurücklegte. Dieser Marsch Sowjetunion, und es ist wiederholt gemeldet worden, daß die Luftwaffe sich gerade diese Bahnanlagen erfolgreich zum Ziel gesetzt hat. Es ist nicht zuviel behauptet, wenn man sagt, daß das sowjetische Transportsystem heute weitgehend zerschlagen worden ist, und daß insbesondere die Verbindung mit der Nachschubbasis Moskau heute schon aller- schwersten Schädigungen ausgesetzt wurde. Was das gegenwärtige Schlachtfeld anlangt, fo beträgt die Entfernung von Smolensk nach Moskau etwa 350 Kilometer, die Entfernung Moskau—Brjansk 300 Kilometer und die Entfernung Moskau—Wjasma etwa 200 Kilometer. Wjasma ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt auf der Strecke Smolensk—Moskau, die sich hier mit einer Nord-Süd-Linie kreuzt. Die Wal- daihöheid liegen etwa 100 Kilometer nördlich von Wjasma. Sie sind ein Quellenzentrum für wichtige Flüsse. Das Schlachtfeld ist im ganzen gekennzeichnet durch seine riesigen Wälder, und zwar herrschen hier noch gemischter und Laubwald vor. Im Gegensatz zu den weiten Räumen im Osten kann das Gebiet als noch verhältnismäßig dicht besiedelt gelten. Bemerkenswert sind die großen Braunkohlenfelder, die sich im Raum von Moskau befinden. Diese Riesenschlacht ist als Entscheidungsschlacht des Ostfeldzuges charakterisiert worden, das trifft in dem gleichen Maße zu, wie am 9. Juni 1940 nach dem Durchbruch durch die Aisne-Stellungen der französische Widerstand aussichtslos geworden war. Er war zwar noch nicht endgültig beseitigt, aber er war aussichtslos geworden. 'ppheit |.JF " —--------------------------------------------------------------------------------- aber Q[5 W! W Weit über 3 Mionen Volschewisten gefangengenommen. bei Wjasma eingeschloffenen Sowjets endgültig vernichtet. — Lieber 500000 Gefangene SÄ! allein in der Ooppelfchlacht bei Brjansk und Wjasma. an bet -M » General-Anzeiger für Oberhessen Millionen (Befangenen, die also mehr als das pelte der im Weltkriege in deutsche Gefangen- rt geratenen Russen ausmacht, noch die Zahl der ' .gen Verluste hinzu, die bei den Sowjets nach Berichten von den Schlachtfeldern des- Ostens ungewöhnlich hoch gewesen sind, so ergibt das i SkrfteUung von der ungeheuren Kriegs- ine, die hier von den Machthabern des Bol- ismus gegen das Reich in Gang gefetzt worden . Mit ihrer Vernichtung durch deutsche Füh- skunst und die Tapferkeit und Hingabe deutscher ,(C M|||| toaten ist nun die größte Militärmacht der Welt 5 Im Sollen geworfen worden. erinnern wir uns noch einiger atü) er er Ver- tarfje, um den richtigen Maßstab zur Größe des üehehens dieser Tage zu bekommen. 18-n 23. August 1914 begann die Schlacht von In n e n b e r g. Die russische Nord-Westfront stand ll ib 485 000 Mann gegen die 173 000 Mann zah- ' ! deutsche Ostfront. In der achttägigen Schlacht iTannenberg kämpften 153 000 Deutsche gegen 81)00 Russen. Die Deutschen waren zum Teil un- ichend ausgerüstete Landwehrmänner und nicht :.le Ersatztruppen. Sie standen russischen Garde- mentern gegenüber. Trotzdem endete diese acht mit der russischen Niederlage, weil die ff ehe Führung es nicht verstand, die mehr als Jf eite Uebermacht auszunutzen. Tannenberg war dahin die größte Einkreisungsschlacht, nicht nur k Weltkrieges, sondern der Weltgeschichte über» upt. Diese Erinnerungen sind nötig, um einen Jffiff von der Größe der Einkreisungs- und xser- Kungsschlacht zu geben, die jetzt geschlagen ist. i Schätzungen aus dem FührerhauPtquartier Bfonben die Armeen des Marschalls Timoschenko tu etwa 60 Divisionen, das sind 1,2 Millionen Brn. Noch bedeutsamer ist aber eine andere Zahl 65 dem Bericht des Oberkommandos der ^ehr- ttc-t: die Länge der Durchbruchsfront betrug 500 $ i leter. Das kommt etwa der Strecke von Berber vttiiMM zu verbinden vermögen. Diese erhalten wir gliche (b burd) den Vergleich mit Ereignissen der Kriegs- b unM'IMÜchte, die bis heute als Rekorde betrachtet wer- E mußten. Wenn z. B. durch die in den Kesseln ierlui: w Wjasma und Brjansk gemachten Gefangenen chsEri die Gesamtzahl der im Ostfeldzug eingebrachten 6./7.Lezi-j metischen Gefangenen auf die phantastische Zahl ften ber? &r weit über drei Millionen heraufgeschnellt ist, e ber ' äßt sich diese Zahl erst richtig würdigen, wenn Denen ho: dagegen hält, daß die Gesamtzahl der Gefange- t finden SW des Weltkrieges sich auf 2 520 983 belief. Davon tt. * n 1 434 529 Russen, 535 411 Franzosen und 329 Briten. Nimmt man zu diesen weit über te Gietzener Anzeiger Men y »folge höherer Gewalt _ ?te. in liSsrttibredianfdilnh 2251 vnick und Verlag: BrflDIfd.eUnl.ttfttmn.derdB.ta.g. esem ----------------------- ,en ? t)tB. Ausdem Führerhauptquariier, unb m jOHober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt verbientMvnt: ng hat; sie im Raum von Wjasma eingeschlosfenev rben. D jMle des Gegners sind nunmehr endgültig erer nt d) f e l • Auch i n den Kesseln von gijansk schreitet die Auflösung des Feindes un- I. Mollsam fort. Die Gefangenenzahl aus in Ae(lhw r gewaltigen Doppelschlacht ist inzwischen auf 10 &n| l^zr 5 0 0 0 00 angewachsen. Sie erhöht sich noch Zolizej »ig. Die Gesamtzahl der seit Beginn des I. Dietzel Mldzuges eingebrachten Gefangenen hat schon L. TietzilM die höhe von drei Millionen weit Oberin- x ST 3o6len. 'ielort isi^IWie Berichte des Dber^mmanbos der Wehrmacht die Vernichtungsschlachten des Ostfeldzuges nfturni n uns an derart gigantische Zahlen gewöhnt, ir Eri wir mit ihnen kaum noch eine rechte Vorstel- entfesselt, nicht um die strengen Gesetze einer organischen Konstruktion zu verwirklichen, wie sie Hitler vorschwebt, sondern um endgültig Abgestorbenes zu künstlichem Scheindasein zu erwecken. Und das gleiche gilt auch für Roosevelt. Auch er und seine Hintermänner sind blind gegen die gebieterische Forderung der Zeit, nur weil sie ihnen und einer kleinen Schicht emsiger und skrupelloser Geldverdiener vielleicht Schranken auferlegen würden, die sie kraft ihrer Selbstherrlichkeit im liberalistischen System auf Kosten von Hunderttausenden geknechteter Menschen durchbrachen. Daß dieser Leichnam, der allem Gesunden und in die Zukunft Weisenden die Luft verpestete, endgültig begraben wird, daß Raum für alle diejenigen geschaffen wird, die sich gleich uns als Vertreter des 20. Jahrhunderts fühlen und den totalitären Charakter dieses Zeitalters freudig bejahen, ist der Sinn des Hitlerwortes, daß er aus diesem Krieg als ein noch viel fanatischerer Nationalsozialist zurückkehren würde. Der Führer sieht in seiner schöpferischen Phantasie bereits den fertigen Bau, an dem heute noch Millionen Hände — und viele in schwerem und blutigem Waffenhandwerk — arbeiten. Bkn. Schnellboote versenkten vor der britischen Küste 6 bewaffnete feindliche Handelsschiffe. Oer Wehrmachibericht. DRV. Aus dem Führerhauptquartter. 14. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Osten nehmen die Operationen ihren vorgesehenen verlauf. Die im Raume von V r j a n s k eingeschlossenen Kräfte des Gegners find in mehrere Gruppen zerschlagen. Ihre Vernichtung in dem schwierigen Waldgelände schreitet stetig fort Bereits gestern war die Zahl der in der D o p p e l s ch l a ch t von Brjansk und Wjasma bisher eingebrachten Gefangenen auf mehr als 350000 gestiegen. Sie ist noch ständig im Wachsen. Kampfflugzeuge bombardierten in der Rächt zum 14. Oktober mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen in Leningrad. Schnellboote stießen in der Rächt zum 13.Oktober gegen die britische Küste vor und griffen einen durch Zerstörer, Schnellboote und Flugzeuge stark gesicherten feindlichen Geleikzug an. Trotz heftiger Abwehr und wiederholten Gefechten mit den überlegenen Sicherungsstreikkräften versenkten die Schnellboote 6 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 18 000 VRT. Sie kehrten ohne eigene Verluste zurück. 3n der letzten Rächt richteten sich Luftangriffe gegen mehrere britische Flugplätze. Bei Einflügen britischer Flugzeuge in die besetzten Gebiete am Kanal erlitt der Feind am gestrigen Tage schwere Verluste. 3äger, Flakartillerie und Marineartillerie schossen 31 feindliche Flugzeuge ab. Lin eigenes Flugzeug ging verloren. Britische Bomber warfen in der letzten Rächt Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Orte in Westdeutschland und im norddeutschen Küstengebiet. Rachtjäger, Kampfstngzeuge und Flakartillerie schossen fünf feindliche Flugzeuge ab. Torpedotreffei- auf britisches Schlachtschiff und Kreuzer. Rom, 14. Okt. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag meldet u.a.: Zn Nord- a f r j k a wurde ein neuer nächtlicher Angriffsversuch an der Tobrukfront abgewiesen. Eine Abteilung feindlicher Panzerwagen wurde durch unsere Panzerabwehr und das Eingreifen deutscher Panzer rasch zurückgeschlagen. Deutsche Zäger schossen über Sollum fünf englische Flugzeuge ab. Zrn östlichen Mittelmeer wurde ein aus zwei Schlachtschiffen, einigen Kreuzern und Zerstörern bestehender feindlicher Flottenverband von unseren Torpedoflugzeugen überrascht. Trotz heftiger Flakabwehr gelang es, Torpedotrefser auf einem Schlachtschiff und einem 10 000-Tonnen-Kreuzer zu erzielen, der starke Schlagseite gab. Alle Flugzeuge sind zurückgekehrt. Das Ritterkreuz für Leutnant z. S. porath. Berlin, 14.Oktober. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant zur See Porath. Er hat als Kommandant eines Vorpostenbootes bisher 41 Geleitzüge sicher durch den Kanal gebracht. Bei zahlreichen feindlichen Schnellboots- und Flugzeugangriffen hat er mit seinem Boot zwei Flugzeuge a b g e f ch o s - sen und fünf Schnellboote versenkt. Er hat damit dazu beigetragen, daß der Geleitverkehr im Kanal glatt durchgeführt werden konnte und lebensnotwendiger Nachschub gesichert wurde. Eine britische Ente. „BritischesErPeditionskorPs in Archangelsk gelandet." Berlin, 14. Okt. (DNB.) Mit einer großartigen Sensation überrascht die britisch-bolsche- wistische Lügenpropaganda die Welt: In Archangelsk am südöstlichen Zipfel des Weißen Meeres wollen die Briten ein Expeditionskorps von 40000 Mann an Land gesetzt haben. In einem zweiten Hafen derselben Gegend sollen kanadische Truppen ausgeschifft worden sein, jedoch ist man vorsichtig genug, den Namen dieses anderen Landungsplatzes nicht zu nennen. In den Vereinigten Staaten ist diese Nachricht zunächst mit Begeisterung ausgenommen worden. Dann aber müssen Zweifel aufgetaucht sein, die zu einer Rückfrage in London führten. An der Themse aber beeilte man sich zu erklären/kerne Bestätigung dieser Truppenlandungen geben zu können. Zn den USA. wurde darauf erklärt, daß einer solchen Landung am Weißen Meer keine große strategische Bedeutung beizumessen sei und das allenfalls von einer guten moralischen Wirkung auf die Bolschewisten gesprochen werden könne. Die Bolschewisten freilich wurden mit Versprechungen schon bis oben hin gefüttert, Hilfe gesehen haben sie je- doch nicht. Sie käme im übrigen jetzt auch zu spät. Aussichtslose Ausbruchsversuche aus Leningrad. Berlin, 14. Okt. (DNB.) Zn aussichtslosen und vergeblichen Ausbruchsversuchen reiben sich die in Leningrad eingeschlossenen sowjetischen Kräfte auf. Unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte versuchten die Bolschewisten immer von neuem, den engen Ring der deutschen Truppen zu sprengen. Die Sowjets hatten in den Kämpfen der letzten Tage überaus schwere Verluste an Menschen und Material. Gefangene berichteten, daß bei einem dieser Angriffe von 160 Mann einer Sowjetkompanie nur sechs Mann lebend zurückkehrten. An einer anderen Stelle blieben von 800 Matrosen, deren Schiffe durch deutsche Artillerie vernichtet wurden, 600 tot oder verwundet aus dem Kampfplatz zurück. Während so die Bolschewisten in sinnlosen Angriffen ihre letzten Kräfte immer erneut in die Vernichtung schicken, liegen die militärischen und industriellen Anlagen von Leningrad im Feuer der schweren deutschen Artillerie und im Hagel der deutschen Bomben. Allein in einer der letzten Nächte wurden mehrere tausend Kilogramm Spreng- und Brandbomben bei guter Erdsicht abgeworfen. 3n die Vernichtung getrieben. Berlin, 14. Oktober. (DNB.) Zn sinnlosen Angriffen dicht gedrängter Schützenlinien, oft bis 15 Glieder tief gestaffelt, werden die Sowjetsoldaten, viele davon ohne Waffen, von ihren politischen Kommissaren unter Gewaltanwendung gegen die Einschließungsfront im Raum Wjasma vorgetrieben. Eine verantwortungsbewußte Führung würde in solcher Lage die Kapitulation anbie- ten, um nutzloses Blutvergießen zu ersparen. Hier aber fallen, viele Tausend Sowjetsoldaten dem Wahnsinn ihrer politischen Führer zum Opfer, ohne daß diese auch nur irgendeinen Nutzen davon haben können. Adalbert Güster persönlich. Begegnungen mit einem Dichter. Für den siebenten Band der Stifter-Ausgabe des Znsel-Verlages werden von Max Steffl „Gespräche" mit dem Dichter vorbereitet, aus denen im neuesten Heft des „Jnselschifss" einige fesselnde Ausschnitte mitgeteilt werden. Besuch im vierten Stock. Der Wiener Schriftsteller Emerich R a n z o n i erzählt von einem Besuch bei Stifter zu Anfang der vierziger Jahre, als der Dichter mit feiner jungen Frau hoch im vierten Stock eines Hauses wohnte: „Die Wohnung war gerade ausreichend für zwei Leute, zwei Gemächer alles in allem, mit einer Einfachheit eingerichtet, vor der sich die jungen Schriftsteller von heute kaum einen Begriff machen. Die Wände waren weiß getüncht, der Boden aus weichen Laden, alle Möbel aus unangestrichenem weißen Holz. Das Zimmer, in das man von dem kleinen Vorgemache trat, wurde von der Frau bewohnt; das daranstoßende war das Atelier, Schreib-, Studier- und Wohnzimmer des Mannes, zunächst der Tür war ein Wandschrank angebracht, in welchem Stifter feine Bibliothek aufbewahrte oder vielmehr verwahrte; denn in der Regel sah man, wenn er nicht gerade mit dem Lesen beschäftigt war, nichts von Büchern bei ihm. Von der den meisten Schriftstellern eigenen Art, auf allen Tischen und Stühlen ihrer Arbeitszimmer Bücher liegen zu haben, war er ein abgesagter Feind; er liebte es, feine Bücher- schätze — sie wurden bei ihm in des Wortes vollster Bedeutung hochgehalten —, wenn er sich an ihnen erbaut, wieder fein säuberlich in ihr profanen Blicken unzugängliches Versteck zu geben. Um so reichlicher waren Zeichnungen und Farbenskizzen zu sehen; die lagen auf allen Tischen, und die Wände waren damit bedeckt; auf der Staffelei, an der er zu jener Zeit wohl die meisten Stunden des Tages ^brachte, stand stets ein mehr oder weniger fertiges Das Heim des Herrn Schulrats. Als Stifter 1850 Schulrat geworden und nach Linz übergesiedelt war, besuchte ihn R a n z o n i wieder und schildert nun den ganz andersartigen Eindruck der damaligen Wohnung: „Eine Pause des Gesprächs benützte Stifter dazu, mir feine Wohnung zu zeigen, die freilich den größten Gegensatz bildete zu jener, in welcher er feine ,Studien* geschaffen. Da war allerdings kein prunkender Luxus, aber jedes Möbel, jedes Geräte ein Kunstwerk; Tische, Stühle, Schreine nach trefflichen Zeichnungen aus Mahagoni geschmackvoll gearbeitet; an den Wänden vorzügliche Bilder. Bei dieser Wanderung durch die Gemächer fielen mir drei abscheuliche alte Hunde auf, die sich nach dem Spruche: ,Hier ist alles erlaubt und kann nichts übelgenommen werden*, benahmen. Stifter merkte wohl das unwillkürliche Fragezeichen in meinem Gesichte und sagte: ,Das sind die Lieblinge meiner Frau; sie hätschelt sie, und auch ich habe die Tiere gern. — Mein Gott*, schloß er mit einem halben Seufzer, «was tut man nicht alles, wenn man keine Kinder hat.*" Ein Kaktus blüht auf ... Aus dieser Zeit erzählt Baronin Amslie von Handel, die Gattin von Stifters Zugendfreund: „Stille Nacht im stillen Linz; jedermann in Schlaf versunken. Zwei Uhr mag's gewesen sein. Da wird Sturm an unserer Tür geläutet. Mein Mann öffnet das Fenster. Stifters Stimme tönt herauf: ,Sag deiner Frau, daß der größte Kaktus (nach feinem botanischen Namen habe ich nicht gefragt) aufblüht. Kommt.* — Ich war schneller fertig als mein Mann. Stifter wartete auf mich, und wir rannten durch die dunklen Gassen. Seit Tagen hatte die geschlossene Knospe des Kaktus uns beschäftigt wie ein Geheimnis. Nun stand die Pflanze auf dem Tische, von Lichtern umringt, wie auf einem Altäre. Gottlob, auf uns zwei hatte sie gewartet. Mein Mann kam ein wenig zu spät, denn nun spalteten sich die Blätter, erst ein ganz klein wenig, dann von Minute zu Minute mehr, dann quollen rotgoldene Staubfäden aus dem Kelche, die Knospe war Blume geworden. Die Blume war wunderbar schön, und wir staunten sie an; aber der ersten Regung des Wer- AV irtfchastliches Chaos in Schanghai. Schanghai, 15. Okt. (Europapreß.) In welchem Maße sich die nordamerikanische Hetzpropa- ganda im Fernen Osten und besonders in Schang- Hai ausgewirkt hat, geht aus einer Abhandlung der englischen Wochenschrift „Financial Commerce" hervor. Danach stiegen die Lebenshaltungskosten der chinesischen Arbeiter in Schanghai um 855 v. H., während für die Lebensmittel selbst gegenüber dem Jahre 1936 sogar verzehnfache Betrag zu zahlen ist, die Löhne hingegen nur um das Dreieinhalbfache gestiegen find. Dementsprechend ist eine Verelendung der Kuli-Bevölkerung festzustellen. Gleichzeitig besteht hierin eine Riesenaefahr für die internationale Ansammlung der Millionen Menschen, die in viele, meist nationale Gruppen gespalten sind. Heute hamstern in Schanghai Groß- wekulanten der verschiedensten Nationen Reis, Kohle, Baumwolle und Mehl, aber auch Metalle, Gummi, lokalproduzierte Baumwollgarne usw. Die Nordamerikaner und durch diese veranlaßt auch Holländer haben es verstanden, nach der Einfrierung der chinesischen und japanischen Dollar- und Pfundguthaben über Schanghai eine Finanzkontrolle zu verhängen. Ein Stabilisierungsamt stellt 14 befreundeten Bankunternehmungen USA.« Dollar zu einem festen niedrigen Kurs zur Verfügung. Zn Verbindung damit entstand sofort ein schwarzer Markt, auf dem USA.-Dollarnoten zu beinahe doppeltem Preis käuflich sind. Dieser Kurs wird dann täglich in allen Zeitungen notiert Dies bringt dann Unruhen und eine unglaubliche Unordnung im gesamten Handelsbetrieb mit sich und verhindert gleichzeitig ein festes Lohnsystem, was sich wiederum auf den Lebensmittelmarkt ungünstig auswirkt. Die englische Wochenschrift wendet sich scharf gegen dieses mißglückte „Stabilisierungsmanöoer". Viele ehrenhafte Existenzen — so schreibt die Zeitschrift — würden durch all diese Maßnahmen gefährdet. Eine ungeheure Hetzpropaganda habe eingesetzt, die darauf abgestimmt fei, die Japaner zu treffen. Ruiniert aber würden hierdurch einzig und allein die chinesischen Massen und der chinesische Handel. Aus den Vereinigten Staaten zugereisten Wirtschaftsexperten und englischen Vankchefs sei es gelungen, Asiens größte Wirtschaftszentrale, Schang- Hai, in schwerste Unordnung zu bringen. Die Aus Wirkung all dieser selbstsüchtigen Manöver zeige sj Fluglinie» en Äsrl ü der eheint, kpan ob Mich n (Maite rnior im von nobid Palau-^! lerbinbj' ei unb iü' 1 Mangel dem. } r gutes Gi! i wurde r Lissabon w lstfeldzua errang er vier weitere Luftsiege, zerstörte ;0 Feinüslugzeuge am Boden und vernichtete 7 Pan- pr, 10 Geschütze und 40 Kraftwagen. Der neue Gauobmann öer DAF. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger phrte Gauschatzmeister E ck als kommissarischen Sauobmann der DAF. — Gauwaltung Hessen- Nassau — ein. Er übernimmt die Dienststellung, lachdem der bisherige Gauobmann Becker zum kinsatz in die Ostgebiete abgeordnet wurde, und der ?eichsschatzmeister den Gauschatzmeister für das Auf- ibengebiet der Deutschen Arbeitsfront beurlaubte. Eck zeichnete sich im Weltkrieg als Offizier ebenso njs wie später im Verband eines Freikorps im Baltikum im Kamps gegen den Bolschewismus; (ine umsichtige, fachmännische, stets den politisch» vlksführenden Aufgaben der Partei dienende Lei- -ing des Gauschatzamtes legt Zeugnis von seiner - bewährten Tätigkeit als Politischer Leiter ab. So bringt Gauobmann Eck alle Voraussetzungen für rin neues Aufgabengebiet mit. Für die Zeit der Beurlaubung des Gauschatzmeisters wurde Gau- buptftellenleiter Schönberger mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Gauschatzmeisters beitragt. Die neuen Rangabzeichen öer 7iG> -Frauenschaff. ür Männer und Frauen, Männer-Winterjoppen und Männer-Anzügen, sowie Meterware in entsprechen- der Menge. Hier kommt es auf die Anerkennung u_______ ______ des örtlichen Wirtschaftsamtes an. Be- befriedigen. Das deutsche Volk hat es an Derftänd- sitzt ein Verbraucher nur einen nicht mehr tragfätji» nis niemals fehlen lassen, und es wird mit Ein- gen ^Wintermantel ober nicht mehr als 2 tragfähige Anzüge, kann bei ihm auf noch nicht fällige Punkte Dorgegriffen werden. In diesem Full wird ein Der Brusttee. In der Drogerie wollten sie mir nur zwanzig Gramm Brusttee geben, da habe ich ihnen etwas vorgehustet und bekam vierzig Gramm. Was soll ich mit zwanzig Gramm Anfängen? Das ist ein enormer Husten, er erschüttert mich und andere. Eine Frau, die dabeistand, fühlte sich besonders er- chüttert. „Sie mit Ihrem Husten", sagte sie und sah mich an, als ob ich ihr Mann wäre. Ich war es aber nicht und durfte daher antworten. „Gnädige Frau", agte ich, „solchen Husten finden Sie in der ganzen Gegend nicht roieber. Wollen Sie ihn haben?" Das wollte sie nicht. „Weshalb reden Sie denn davon?" fragte ich. „Ich dachte, Sie wären neidisch!" Nachher war sie nicht neidisch, sondern ängstlich. Ich hatte sie angehustet, und sie sagte zu dem Verkäufer: „Geben Sie mir lieber auch Brusttee! Und sah mich giftgrün dabei an. „Das kann ich nicht", sagte der Verkäufer, „den letzten Brusttee hat der Herr gekauft." • Felix Riemkasten. Dornottzen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Eva springt durchs Fenster". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Clarissa . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Edelweißkönig". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Freiwillige für die Waffen-^. Von der ---Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) erhalten wir die Mitteilung, daß wiederum Freiwilligen die Möglichkeit gegeben ist, in die Waffen--- einzutreten. Die Divisionen der Waffen--- kämpften auf allen Kriegsschauplätzen und stehen jetzt in vorderster Front im Kampf gegen den Bolschewismus. Ihre stolzen Daten sind ein Ruf an die deutsche Jugend und an die wehrhaften Männer. Dollmotorisiert umfassen die Divisionen alle Truppen, wie Jnsan- terie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nachrichtentrup, pen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Kradschützen und Sanitätstruppen. Die Waffen--- stellt ein: a) Kriegsfreiwil- 11 g e (Arbeitsdienstpflichtige nach Ableistung der verkürzten Arbeitsdienstpflicht), b) Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung vom vollendeten 17. bis zum 45. Lebensjahr. Der Dienst in der Waffen--- ist Wehrdienst. Bei Eignung stehen den Freiwilligen die Unterführerund Führerlaufbahn sowie Sonderlaufbahnen offen. Einberufung zur Truppe erfolgt beschleunigt! Ferner werden eingestellt Freiwillige für die ---Polizei-Division und Anwärter für den Dienst in der Deutschen Polizei. Annahmeuntersuchungen finden statt am 19. Oktober im „Durghof" in Gießen. Meldungen von Freiwilligen werden dort angenommen. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen. Außerdem nimmt die ---Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX), Kassel-Wilh., Löwenburgsttahe 10, Tel. 36 683 und 34 441 ständig schriftliche Meldungen an und übersendet auf Anforderung bas ausführliche Merkblatt. Gießener Gchlachtviebmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehverstei- gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 39,5 bis 45, Bullen 40 bis 43,5, Kühe 15 bis 60, Färsen 27 bis 49,5, Kälber 25 bis 57, Schafe 33 bis 46 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Vr^ise erzielt: Klasse a (150 kg und mehrl 1,20 RM. bl (135 bis 149,5 kg) 1,20, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,18, c (100 bis 119,5 kg) 1,14, d (80 bis 99,5 kg) 1.08, e—f (unter 80 kg) 1,04, gl (fette Specksauen) 1.20, i (Altschneider) 1.18, g2 (andere Sauen) 1,08. Marktverkauf: gut, alles zugeteilt. ** Von den Sprschenkursen der«KdF., Volksbildung sstätte Gießen. Für die in dieser Woche anlaufenden Sprachenkurse zeigt sich : aus allen Schichten der Bevölkerung rege Beteiligung. Wer sich mit dem Gedanken trägt, an diesen Kursen teilzunehmen, muß nun die Gelegenheit der ersten Unterrichtsstunden benutzen, seine Anmeldung vorzubringen. Alles Nähere ist aus den Anzeigen und den Plakaten ersichtlich._________________________ um sich an den Mundwinkeln in eine weiche, verspielt träumerische Fläche zu verlieren, mochte auf ihn zurückgehen. Ganz und gar aber fehlten ihm die schöngeschwungenen Lippen, die beim Lachen eine perlenweiße Reihe kräftiger Zähne freiließen. Irgendwie war auch die Nase anders und durchaus nicht das Erbteil der Grunelius. Sie hatte zwar etwas Eigenwilliges, aber erst dort, wo das Rätsel des ganzen Gesichts anfing, bei den Augen. Vielleicht lag auch darin das Geheimnis ihres Wesens. Oft hatte er sich gewundert, wenn er ihr gegenüberfafj und sie mit ihrer Mutter verglich. Er denkt Jahre zurück, sucht in seinem Gedächtnis, ob Elisabeth, seine Frau, auch einmal so ausgesehen hat, ob es die gleichen Augen, große, dunkle Pupillen, von einem bläulichen Weiß umleuchtet, gewesen waren, die er so liebte! Darüber hinaus aber ist ihnen das wunderbare Spiel des Lebens, der Wechsel zwischen stiller zurückgezogener Trauer und — er würde als Humanist sagen — griechischer Heiterkeit ein getreuer Spiegel ihrer Seele. Es mag schönere, größere, leuchtendere Augen geben — als Arzt hat er Hunderte und Tausende von Gesichtern gesehen und geprüft —, aber ob es irgendwo noch einmal denselben Ausdruck gibt, jenes unheimliche Fragen, mit dem sie als Kind ihn schon manchmal in Verwirrung brachte, jenes wort- lose Antworten, weil die Blicke alles, aber auch das Letzte eines Nein- oder Iasagens, hergeben, das hält er für ausgeschlossen. _ Auch jetzt hat sie wieder etwas, man mochte sagen, Endgültiges in ihren Augen, jene Entschlossenheit und Widerstandskraft, an der sich leicht der Zorn eines anderen entzünden kann. Eine große Liebe müßte da sein, die mit aller Behutsamkeit und aller Festigkeit zugleich das Harte in ihr löst, denn im tiefsten Grunde ist Karin so weich und mütterlich veranlagt, wie ihre Mutter es war. Das weiß er. Aber in diesem Fall hat er den rechten Weg zu ihr nicht gefunden, und so wird er wahrscheinlich noch Diele Stunden mit ihr ringen müssen, um sie von öer Idee, irgendwo als Bakteriologin unterzukom- men und ihr Leben einem anstrengenden Beruf zu widmen, abzubringen. Er hat nichts dagegen gehabt, daß sie nach be» standen em Examen auf die Universität nach Kapstadt ging und Naturwissenfchaften studierte. Für karte 120 fällige Punkte abgetrennt. Wie Generalkommissar Staatssekretär K e h r 1 in einem Vortrag vor der Presse in Berlin ausführte, wird alles geschehen, um den Bedarf nach der neuen Kleiderkarte zu decken. Wenn im Handel an einzelnen Stellen die Neigung vorhanden sein sollte, sich Reserven auf Lager zu legen, so wird dagegen sehr entschieden eingeschritten werden. Wenn auch der Winter und die IransporUage manche Schwierigkeiten herbeiführen könnten, so wird doch mit aller Tatkraft daran gearbeitet werden, auch den Bedarf fa! Willst du nicht mit mir zurückfahren? „Danke! Ich habe mir ein paar Gäste ctngelaöen uib sie würden sich alle freuen, wenn du auch kamst, Pa! Willst du nicht mit mir zurückfahren?" „Muß denn das sein? Wer kommt denn alles? | Günther nennt ein paar Namen. Karin unb tpr Inter. Escherichs Eltern aus der Nähe Moschis, Iiinkmann aus Tanga. An den buschigen Augen- brauen, die sich langsam von der tiefen senkrechten Halte an der Nasenwurzel wieder in die richtige