91. ZahrgangNr.88 -rfdjemt tonhcb, miftet I Sonntaa» und Feiertag» Silagen: Die Illustrierte siebener tzamilienblätter ^imni unBild DieSdwlle NonatS-Be»«s«vreiS: "dt 4 Beilagen RM.1.95 ^dneIllustrierte • 1.80 iiftcllflcbübr.. „ -.25 ijÄ bei Widitcrfdictnen pn einzelnen Wummern {-folge bübercr Gewalt tontfvrcdxinftblufi 2251 fmhtansdmst:„Anzeiaer" fti)ftfcberr1l6«<$fVrnn(f. M Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ^Stegen^chilgratze 7-4 Montag, »pril Ml «mirtbmr nun ilMArinm Klr die MittnnSnnininer btüHV.llbr dedBorinittnaS ■tiAetnenteil 7 Rvs. ie mm bei 22 nun .Neilenbreite, Wertteil 50 Rvf. tc mm bei 70 nun .Seilenbreite WrnblnHe i UVieberbohmn MaUtaftel l yiblfblüHc'ViennenhnflelR Vliitmorfrtirtft (norberine Wtercinbnrunn) 25"/.» meur Die mazedonische Frage. R. H.-Korrespondenten Von unserem Sofia, 12. April 1941. Äls die Universität Sofia vor drei Jahren ihr fahriges Jubiläum feierte, ereignete sich ein poli- |-hcr Zwischenfall Die jugoslawische Regierung tigerte sich, eine offizielle Abordnung nach Sofia ZI entfenöcn, weil die bulgarische Universität nach Mi hl Klement von Ochrida benannt ist. Der Hel- lir war im 9. Jahrhundert, also im ersten bulga- ridjen Zarentum, Bischof von Ochrida und g mider der ersten bulgarischen Kirchenuniversität. 1? Chroniken melden, daß Ochrida nicht nur ein "1 ttclvunkt der christlichen, sondern auch der bub n rischen Kultur jener Zeit war. Ochrida mit , ’nem am gleichnamigen See gelegenen Kloster ist e t mazedonisch e Stadt. Der Anlasz zu der irreunblid)wi Geste der jugoslawischen Negierung Hieitüber einem Nachbarlande, mit dem sie kurz tt-l)er einen Vertrag für ewige Freundschaft abge- stossen hatte, war also das mazedonische Problem, mit dem der Name des Heiligen ocr* blpft ist. Mazedonien ist ein im Zentrum der Balkan- Ubinsel gelegenes Gebiet, über das die wichtige Md-Süd-Brücke von Belgrad nach Saloniki und bi beste Verbindung zwischen Europa und dem C ent führt. Es handelt sich um einen von frucht, b en Tälern durchzogenen Raum zwischen dem donien aufgerissene Kluft zwischen Bulgarien und Jugoslawien in dem ehrlichen Bemühen zu über- brücken, unter einem Verzicht aus eine laute Revi- lionspropaganda einen Freundschaftsvertrag mit oem Nachbar zur Stabilisierung des Balkanfriedens abzuscksiießen. Es ist von bulgarischer Seite seit 1937 immer wieder betont worden, baß dieser Freund- schaftsvertrag keine Liquidierung des mazedonischen Problems bedeuten, sondern eine Losung aus sried- liche 2Kelse vorbereiten sollte. Die serbischen Chauvinisten haben mit ihrer Kriegspolitik auch diesen Versuch hinfällig gemacht. „DieBefreiungMazedoniens" Wrofic Rrciibc in Vnlgnrien. Sofia, 13. April. (Europapreß.) Unter dem Titel „Die 'Befreiung Mazedoniens" fdjreibt die Zeitung „Mazedonia , baß die glorreid-en und unbesiegbaren deutschen fieerc Saloniki, die Hauptstadt des gried)ifd)cn Mazedonien und Skoplje, die Hauptstadt des ferbifd)en M a z e donien, besetzt hätten. Damit seien die tau« s e n d j ä h r i g e n G r e n z k e t t e n z e r b r o • eben, die Mazedonien drückten. Die Truppen seien überall mit großer Freude von der Bevölkerung als 'Befreier begrüßt worden. Die mazedonischen K u I t u r o r g a n i s a t i o n e n in 'Bulgarien gaben bekannt, bah sie sich zu einer einheitlichen Organi- [ation j ii i 'i in in i- n g 11 iii i o 11 e n haben Am Sonntag sand in Sofia eine große V o l k s k n n d ge bung statt aus Anlaß der Befreiung W e st t h r a z i e n s , M a z e d o n i e n s sowie der 1919 an Jugoslawien abgetretenen w e st b U Iga« r i | d> e n P r o v i n z e n An der Kundgebung beteiligten sich nicht mir die Mazedonier, sondern and) die Vertreter der in Sofia lebenden Flüchtlinge aus den obengenannten Gebieten. 'Bel der Kund« Sebuna sprach der Vorsitzende der mazedonischen rgamfatlon, General a. D. Kosto 'Jl ikolo w. Vor dem Beginn der Parlamentsferien hielt der Vorsitzende des Sobranje, Abgeordneter Logope- toff eine Dankansprachs an die brüderliche deut ld)e Armee, die Thrazien und Mazedonien befreit nat. Zur Ueberraschung der ganzen Welt, so sagte Logopetoss, habe die deutsche Armee in drei Tagen ihnen Die Freiheit gebracht, um die sie jahrjelynM'ang gerungen hoben. Eo sei die Pflicht des Sobranje, die Führer des deutschen und itakte« nifdyen Volles, Adolf Hitler und 'Benita Mussolini, zu grüben und anlahlid) d^s Osterfestes für alles zu danken, was sie für das bulgurl|d)e Volk getan hätten. Logopetoss aeifld)ertv dem deutschen und italienifdxn Volk, daß die 'Bulgaren immer ihre treuen Freunde bleiben würden. Der Vorsitzende grüßte ferner b i e befreit e n B r ü bei i n ThrazI e n u n d M a z e b o n I e n und ehrte hierauf die in diesem Kampf gefallenen Helden her deutschen und ilalienl|d>en Armeen 'Bei bissen Worten erhoben fld) die Abgeordneten und verharrten mehrere Minuten In ehrendem Schwelgen. Die in Sofia weilenden deutschen Soldo- t e n waren am Ostersonntag b ei vulgaris ch e n F a mlli e n z u lll a ft geloben. Zum Üeidwefen zahlreicher Familien überstieg die Zahl der Ein« iabungen um ein vielfaches die Zahl der amnefenben Soldaten. Ab Abend gab die bulgarische National« aper eine F e [I v a r ft e 11 u u g für deutsche Wehr« mad-toangehörig«. Am gleichen Tage veranstalteten zahlreiche bulgailjdye Verbände Festessen für die deutschen Soldaten. Die S t r a ß e n s a in m I u ii g des Roten Kreuzes für verwundete deutfdie und bulgarische Soldaten Überstieg den Betrag von zehn Millionen Lewa. Die deutsche Flagge über Belgrad. ganz Libyen zurückerobert Mit der Einschließung von Tobruk und der Besetzung Bardias fr er Hand haben. 'Bulgaren, Serben, Türken, 11! ancr stritten um seinen Besitz Im Lause der ?i*rhunberte. Abendland und Orient haben hier , 4 Ii fcheidungsschlachten ausgefochten, und in der Ilii-lzeit hat ein blutiger Volkstumskamps das l ' rlr iMchen llripöif wurden zwei Tanklager, ein Kraftwerk Mühle erfolgrdd, bombardiert und ein Jagdflugzeug vom fünfter Hurrikane ab- Andere deutsche Kampfflugzeuge warfen Piräus und eine feindliche» geschossen. in der gleichen Nacht Brennstofflager und Unterkünfte de» Flugplätze» Venezia auf der 3nfel Malta in Vrand. 3ii )lordafrika vollendeten die deutfch-tta- lieuischen Truppen die Einschließung von Tobruk und nahmen in kühnem Vorstoß den an der Ost- grenze der Lyrenaiko gelegenen Stützpunkt und Hafen V a r d i a. Deutsche Sturzkampfflugzeuge versenkten einen britischen Hilfskreuzer im Hafen von Tobruk. Besondere Erfolge «rangen Kriegsmarine und Luftwaffe im Kampf gegen die Versorgungvschiff- fahrt des britischen Mutterlandes. Anter- jrtboote versenkten Im Nord- und Mtttelatlantlk und westlich Afrika 15 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 75 922 BNT. und beschädigten ein weiteres große» Handetssäiisf schwer. Fernkampfflugzeuge versenkten ehva 400 km westlich der Orkney-3uscln ein Handelsschiff von 3800 bht. Südostwärl» Harwich jtlglt rin größeres Handelsschiff nach Bombenwurf Schlagfelte. 3n der letzten Nacht versenkte die Luftwaffe am Ausgang des Bristol-Kanals einen Handelvdarnpfer von 5000 BNT. und beschädigte je ein große» Handetvschiss westlich Bideford und füdwesltick) Cardiff durch Bombentreffer schwer, westlich ?Nilsord-Haven wurde ein Geleitzug mit guter Wirkung angegriffen. weitere Angriffe von Kampfflugzeugen richteten sich gegen Hafenanlagen an der enolischen Südküste. Bel Angriffen gegen Flugplätze wurden mehrere Flugzeuge am Boden zerstört und anhaltende Brände beobachtet. Bei dem Versuch des Feinde», am Tage die Küste de» besetzten Gebietes anzufliegen, schossen 3äger ein britisches Jagdflugzeug vom Muster Hurrikane und Flakartillerie ein Kampfflugzeug vom Muster Brlstol-Bleuhelm ab. 3n der letzten Nacht brachte Flakartillerie drei weilere fcinblidje Flugzeuge zum Absturz. Der Feind flog nicht in da» Nelchvgebiet ein. Die Gesamtvertuste des Feindes am gestrigen Tage und in der letzten Nacht betragen 40 Flugzeuge. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Gebiets z w Der Wehrmochibenchi Berlin, 13. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. wie bereits durch Sondermeldung bc rann (gegeben, besetzten deutschen Truppen unter Führung des Generaloberst von K l e I st am frühen Morgen des 13. April die serbische Hauptstadt und Festung Belgrad von Süden her, nachdem am 12. April nachmittags eine kleine Abteilung der /^-Division „Reich" unter Führung des Hauptmanns von Klingen berg von Norden her über die Donau In die Stadt dngebrungen war und die deutsche Flagge auf der deutschen Gesandtschaft gehißt hatte. 3m Zuge der Säuberung des C a l b a d) e r Beckens besetzten italienische Verbände Laibad). 3m Raum um Agram setzten Truppen des deutschen Heeres Ihre Bewegungen planmäßig fori. Bei KarIsladI stellten fie die Verbindung mit den italienischen Kräften her. Die Zahl der bei Agram gemachten Gefangenen beträgt nad) den bisherigen Meldungen: 22 Generale, darunter zwei Armeeführer, 300 weitere Offiziere und 12 000 Mann. Außerdem wurden etwa hundert Gesd)ittze, zehnFlugzeuge, zahlreiche Mnnitions- und Belrleb- slofflager, fowie eine noch nld)t zu übersehende Menge an 3nfankrleivaffen und anderem Kriego- gerät erbeutet Die ungarische Truppen haben nördlid) Osijek fowie zwischen Donau und Theiß die feindlichen Grenzbefestigungen durchfloßen und befinden sich in weiterem Vorgehen. 3n Sttdserblen vollzog sich der Dormarfd) nach Ueberwindung örtlichen Widerstandes versprengter fcrblfd)er Truppenteile planmäßig. Die Luftwaffe bekämpfte im Siidostraum auch gestern kriegswichtige Ziele mit stärkstem Erfolg. Sie zerstörte auf Flugplätzen In Bosnien und In der Herzegowina insgesamt 39 feindliche Flugzeuge. 3m Raum um Belgrad gelang es, Transport- und Materialzüge durch Bombenwurf zu vernichten und Marfchkolonnen zu zersprengen. 3n der Nach! zum 12. April versenkten deutsd,e Kampfflugzeuge bei einem Angriff auf die Reede von Salamis ein feindliches Handelsschiff von 4000 BRT. und erzielten Bombentreffer auf vier weiteren großen Schiffen. 3m Hafen von „Stadt und Festung Belgerad." itliögravhische Bild des Raumes geformt. Mitten juch Mazedonien zogen |id) im Weltkrieg die kt ützengräben der Mittelmächte und der Alliierten, itrj heute klar zu erkennen und von verrosteten tziinatsplittern übersät. Zwei Schmalspurbalmen tuen die Deutschen damals gebaut und den Serif hinterlassen, nämlich von llesküb nad) Ddn'ibn, jtrter über Prllep nad) Bitolje. Ein Sd)inelztiegel KT Völkern und Kulturen des islamischen Asiens pi' des ostchriftlichen Europas, von Slawen, Hel- in n und Türken, ein pittoreskes Durcheinander bo' archaischer Wirtschaft, moderner Tedrnik, be- mßliqender Armut und paradiesischem Reichtum »tf Bodens und der Menschen, so bietet sich das Namens". Immer härter wurden die Serben vom Halbmond bedrängt, und der Serbenkönig Stephan Lazarevios sah sich 1426 gezwungen, der Vasall be» ungarischen Königs, be» Mnlfcr» Sigismunb, zu werden, wahrenb ber fcrblfd)e Despot Georg Brankowitsch Smeberowo (Semenbria) zu seiner Haupistabt machte. Die Ungarn erkannten sehr wohl tum Wert, beii Belgrad für sie besaß. Sie desestigten eo stark und über trugen seine Behauptung stets ihren besten Feldherren. 1440 erschienen die Türken zum erstenmal vor der Stadt, wurden aber abaewiesen und verloren 17 000 Mann. 16 Fahre spater belagerten sie unter ihrem Sultan MahoMMkd li. mit einem gewaltigen Heer und 300 Kanonen 'Bel- 8rab von neuem, das verloren schien, als ber karnps- erührnte Ungarnheld Fohann Hunt)adi mit einem Entsatzheer heranrückte und durch einen glänzenden Sieg die Stadt rettete. Auch unter der traft- vollen Regierung des Königs Matthias Corvin u v gelang es, die Festung trotz Ueberrurnpe- lung»versud)en und Verräterei für Ungarn au erhalten, ober 1521 fiel fie dennoch in die Hände ber Türken. Die Einwohner wanberten an bie Ufer des Bosporus alle und gründeten dort einen Ort, der noch heute den Namen Belgrad tränt. 3in Schloß aber verteidigten fld) 400 tapfere Männer mit dem Mut der Verzweiflung und ,d)lugen mehr als 20 Stürme ab, bis endlich Verrat fie zwang, ben Schlüffe! der Zitadelle und damit den Ungarns dem Sultan Zu ÜDcrgcben. Fortan blieb Belgrad im Besitz ber Türken bis zum Fahre 1688. Da erschien ber Kurfürst Max Emanuel von 'Bauern an dcr Spitze eine» siegreichen kaiserlichen Ho»re» infl) in Bulgarien gelegenen Rhobope-Gebirge und Ib । Strumatal im Osten und dem Od;rlba-See im stzwestlichen Teil Jugoslawiens. Die Romer nannte diese Landschaft, die fid; in die Becken von Nlsch, )bl Sofia und in das Amselseid aufgliedert und iw ber und) allen Seiten bie Flüsse Struma, War- Nischawa, 'Diorama und Drin abfließen, lieft en ober das moeslsche 2) ad). Wer den Bal« fs besitzen wollte, mußte das moefifdjc Dad) in vor Belgrad, dessen Vorstädte der flildyteiibe Groß vesir in Brand gesteckt hatte. Die Festung wurde im Sturm genommen, ging aber schon 1690 mit allen Eroberungen jenseits der Donau wieder verloren. Nach dem 'Frieden»|chluß von K'arivivitz imirbe die Stabt zur Grenz fei tu ng und für die Türken Aiim stärksten Bollwerk Ihres ,d)on gesd)mäler- ten Besitzes In Ungarn. Diese für unüberwindlich geltende Schutz wehr zu erobern und damit die linkende Türkenmacht in» i | ,ii Ii r 11 i‘ i i , mm düO gl vßk ÄÜ I b i i " ,1 E u gen» v o n Savou e n. „Er ließ schlugen eine Brucken, baß man fiinnl hinüberrucken mit dem Heer wohl für die Stadt", singt das Hieb Am 18. Juni 1717 wurde da» befestigte Lager errichtet, bie Donaubrücke durch Kriegosahrzeuge bemadjt. Am 22. Juli begann die Beschießung, die bei den engen Straßen und ben schlecht gebauten Häusern so furchtbar wirkte, daß Belgrad bald einer ungeheuren Ruine glich. Da nahte am 1. August da» gewaltige Enisatzheer de» (tzroßvesir» und bradyte Prinz Eugen In eine höchst kritische Lage, aus der er sich durch seinen berühmten Sieg am 16. *21 iigitlt befreite. Belgrad wurde nun mit 20 (MH) Mann und 600 Kanonen eingenommen, die Zitadelle wieber ihn I h,j, fttat IIHJ bh hinl ',11111 ' Itz bi । öfter» reichlsd-en Landesregierung für Serbien erhoben. Doch nad) dem unglücklichen Krieg von 1793 ging dieser kostbare „Schlüssel der Christenheit" wieder verloren, und Kaiser Karl mußte lin 'Belgrober Frieben „nicht ohne herbsten Schmerz" Stabt und Land wieder den Türken überlassen. Nod) einmal sollte Oesterreich Belgrad inlebcr- gewinnen: Graf Laudon nahm ev 1788 Im Sturm, aber schon 1792 gewann der Sultan e» zurück. 1801 fiel eo In bie Hände ber Dahlbschao, jener Heerführer, bie sich für vom Sultan unob- hänalg erklärten. Ihre Bebrückungen rlejen den serbischen Aufstand hervor, währeiibdessen fld) MiIosd) Dbrenoroltfd) ber Stabt bemäd)- tlgte Die Christen von Beigrab erhielten nun eine gewisse llnauhänglgfelt, und als Mltosch 1838 die jürftlldje Gewalt In Serbien erhielt, machte er Beigrab zu seiner Hauptstadt. Aber die Zitadelle bl leb nod) immer In ben Hänben ber Türken, und 1862 bombardierte sogar bie Besatzung die Stadt. Der heftige Straßenkampf, der sich daran sd)loß, beleuchtete grell dos Unhaltbare dieser Zustande, und [o setzte es beim 1867 Fürst Michael durch, baß ber Sultan die türkische Garnison aue der Festung zurückzog Im Wetkrieg wurde die serbisdie Hauptstadt am 6. Oktober 1915 von den Mittelmächten erobert, nadybeni eo schon im Dezember 1914 vorübergehend von den Oesterreichern besetzt gewesen war. Drei Fahre lang, bl» zu den letzten Dftobertagen bei Fayres 1918, beherrschte das deutsche Feldgrau die Stabt: knapp zwei 'Jtiodjen später aber wurde In Belgrad zwischen Ungarn unb den Ententemächten der Wafsenstlllstand abgeschlossen. 'Beigrab hat als Hauptstadt des von den Pariser Frledenümad-ern errichteten großferdtsihen Itöttlfr Für alle Zeiten ist für uns Belgrad mit der Gestalt des Prinzen Lugen und mit seinem Liede verknüpft, die für uns In diesen Tagen eine neue erregende Aktualität gewonnen haben. '21 ber schon lange vor den Togen des „edlen Ritters" war Belgrad ber heiß umstrittene PreK unablässloer Kämpfe, und nicht umsonst hoben die Tirrken die berühmte Festung „Darol Dscdihob", auf deutsch Pforte des Krieges" genannt, eine Nome, ber beim Ausbruch des Weltkrieges merfwürbig chmbolhast werben sollte. Das Mittelalter bagegen nannte bie Stabt „Alba Graeca“, b. h. Griechisch-Weißenburg — benn Bel-grob hecht ja nichts onbere» als Wei - ft en bürg —, unb bleje Bezeichnung erzählt von ber 'Bebeutung, bie Belgrad einst für das Byzantinische Reich besaß. In der Tat hatte Kaiser I u st I n i a n es fld) angelegen fein lassen, die alte Römerveste Singlbunuin ober laurunum, die am Einfluß ber Save in bie Donau von stolzer Hohe herab bie um- liegenbe Ebene beherrschte, nad) ihrer Zerstörung wieber aufzubauen. Im 7. Jahrhundert eroberten bie Avaren bie Festung unb behaupteten fie rund 200 Jahre, im 10. Iahrhunbert ging fie an bie Bulgaren über, im 11 unb 12. Iahrhunbert war fie meistens wieher in ben Hänben von Byzanz, vorüdergehenb in denen der Ungarn, bis im 13. Jahrhundert bas er- stärkte Serbenreich sich ihrer bemächtigte. Mjtte be» 14. Iahrunberts erhob ber große Serbenza? Du. !chan fie zu feiner Hauptftabt, boch als nod) bef- en Tobe bas Serbenreich zerfiel unb die Macht ber dürfen sich immer mehr auf dem Balkan airbrel- tote, bildete nach dem Fall von Risch Belgrad das Hauptbollwerk gegen den ^Erzfeind de» christlichen Generaloberst v. Kleist, dessen Schnelle Truppen und Panzerverbände Ntsch und Belgrad genommen haben. — (Scherl-Bllderdienst-M.) ('bonifd)e Land dem Europäer bar. I Iwotz des ehrwürdigen Alters dieses Raumes und Wiii-r Geschichte ist Mazedonien als eure- kc sche Streitfrage eigentlich nod) sehr jung. ■Ii im Jahre 1870 der Sultan die Bulgaren im iüriiljatsgebiet selbständig rnadsie, wurden die Mrchatsgre nzen nad) dem S i e d 1 u n g s r a um bt bulgarischen Volkes bestimmt. Sie sch! ssen> ganz Mazedonien ohne das S.ken von Nisd) ein, ein Beweis, daß der 6 u gar Hebe Charakter dieses Landes damals i bestritten wurde. Nad) dem Besreiungskrleg 1877/78 teilte die Friedenskonferenz von San §!< ano diesen St-andpunkt, jedoch stieß der Ber lir Kongreß 1878 diesen Besdsiuß aus 'Betreiben Mslands utii und stellte Mazedonien wieder u n • I türkische Oberhoheit. Seit dieser Zeit I I es eine mazedonische Frage, die nach der Jahr- >rlwende immer hitzigere Auseinandersetzungen _«n den 'Bolfanflaaten und auch zwischen den ,,^. lpäischeu Mächten hervorries. Ml 12 lebten in Mazedonien auf 65 000 Quadrat- ■ Io icter insgesarnt 2,2 Millionen Menschen, davon W Mllionen, also mehr als die Hälfte, Bulgiaren, U Millionen Türken, ferner Griechen, Serben, Al- Mi r und Wallachen. Die Bulgaren besaßen 10 " Mh len, davon zehn Gymnasien, mit 64 300 Sdiu M ferner 1100 Kirchen mit fünf 'Blfd)öfcn. Der Milaankrieg gegen die Türken 1912 begann unter Mlioraussetzung, daß das Anrecht Bulgariens Iias Gebiet zwischen dem Rhodope-Gebirge, dem ischen Meer unb dem Ochrida-See, also aus ibonien mit seinen geographischen Grenzen, nicht 'ausdrücklich festgelegt, jedoch von den ben auch nicht ausdrücklich bestritten würbe. Schiedsrichter war der Aar von Rußland ocr- .mäßig bestimmt. Ausdrücklich als strittige Zone e lediglich ein schmaler Gebietsstreifen bezeich- >n dem die Städte Kumanowo, Ueskub, Kitschend Strugavo liegen. Griechenland erhob 1s Anspruch nur auf die Halbinsel Athos und Saloniki. In 'Bulgarien dachte man sich die ng der mazedonischen Frage zu dieser so, daß Mazedonien ein au t o n o me r a t würde, um der einheiniiMn Beooircnmg lationales Leben zu garantieren, den Bal ran- >n eine Grundlage für ben Frieden unb den «nächten einen Sicherheitsfaktor zu ^ebeii. r Bruderkrieg vom Jahre 1913, in dem Bin* e\ den Kürzeren zog, wurde wiederum um Maien geführt, bas nun mit Ausnahme eines "den Griechenland t würbe. Im Weltkrieg ü i Serbien gete... . I i;jfte Bulgarien mit ben Mittelmächten gegen I dien, um diese Streitfrage endgültig zu einen 1 nlen zu entfd)eiben. Auf ber Frlebenskonferenz I Inaris 1919 schlug die bulgarische Delegation em j lrvromiß vor, in dem fie auf den alten jUnn j it* autonomen Mazedonien zuruckanff doch hat e j ie Vorschlag keinen Erfolg. So blieb 'Bulgareln nur i H^trumatal bis ZU dem eben wieder vielgenannten « ipafc von Rüpel. Ferner mußte es Zehntau ende i i mazedonischen Flüchtlingen übernehmen, bie ju iiltrn großen Teil in ben Dorstäbten von Sofia an !sie>elt mürben und fortan auch politisch ein jep tfii's revisionistisches Element waren, ^omg B M HBulflarten war es gelungen, die durch Rcaz'.- Die serbische Aordarmee in Auslösung begriffen ausgezeichnet. Die vorläufige kroatische Giaatssührung JN i linieret W. Dor Oie zweite jugoslawische £inw von -en Ungarn durchbrochen Wr ikS -d 3m Kampf gegen das britische TNutter. land griffen starke Kampffliegerverbände in der letzten Rächt kriegswichtige Anlagen in Süd- uni rNittelengland mit guter Wirkung an. Auf die Hafen, und Industriestadt Bristol warfen die angreifendei Kampfflugzeuge mehrere Stunden lang bei meist g«. ter Sicht eine große Anzahl von Spreng- und Brand- bomben. Zahlreiche Großfeuer fügten der wieder- holt angegriffenen Stadt neue schwere Schäden zu. Auch Portsmouth wurde mit zahlreiche Sprengbomben schweren Kalibers und Tausende von Brandbomben belegt. Zn der Staalswerft, h einem Großkraftwerk und in Kasernen konnten zahl- reiche Bombeneinschläge beobachtet werden. Weiten Bombenangriffe richteten sich gegen hafenanlager^ Flugplätze und Jndustriewerke in Süd- und Südost. england. Im Seegebiet der britischen Inseln oei- seinkte die Luftwaffe gestern fünf feindliche Handelsschiffs mit zusammen 24 000 BRI. und beschädigte ein weiteres großes Schiff schwer. In Rordafrika sehen die deutschen und Italic« Nischen Divisionen die Verfolgung des geschlagenen Feindes fort. Deutsche und italienische Sturzkamps, verbände belegten unter Jagdschutz die Hafenanlagei von T o b r u k mit Bomben schweren Kalibers, roai- fen ein Transportschiff in Brand und beschädigte, ein weiteres Schiff schwer. Begleitende Jäger schossen ein britisches Flugzeug vom Muster hurricaue al. Bei einem Jagdvorstoh gegen die Insel Malli verlor der Feind im Luftkampf drei Flugzeuge ooa Muster hurricaue. Eigene Verluste traten hierbei der künftige Staatschef und Ministerpräsident A n i, P aw e litsch nach Agram kommt. Es iftDr.L.A, seit Jahren einer der aktivsten Männer der kroatv schen Nationalisten und Vorkämpfer der Unabhär- Oas Echo in Madrid. Zusammenbruch der englischen Kriegs ausweitungspläne. Ungarische Truppen haben zwischen Drau und Theiß die jugoslawische Grenze in südlicher Richtung überschritten. Verbände des deutschen Heeres gehen von mehreren Seilen her auf Belgrad vor. Die von Risch angreifenden Truppen haben dabei in harten Kämpfen den feindlichen Widerstand gebrochen. Wie durch Sondermeldung bereits bekanntgegeben. haben sich nördlich des Ochrida-Sees deutsche und italienische Verbände die Hand gereicht. Die Luftwaffe war mit Verbänden des Generals der Flieger Loehr im Südostraum gestern besonders erfolgreich. Auf mehreren feindlichen Flugplätzen in Rordbosnien sowie im Donau-Save- Raum wurden Kasernen und hallen zerstört und zehn auf dem Boden abgestellte Flugzeuge vernichtet. Bombenangriffe gegen Bahnhöfe und Transportzüge im gleichen Gebiet hallen gute Wirkung. Sturzkampfflugzeuge bombardierten wiederholt feindliche Truppenansammlungen westlich Agram. bji*r 1 itn bi Idin, ton f trimer ilion« glicht N । ■ nod) M Hlien chlll. tl.'iin Mine IZ de lilk Nä :l)d b< ii\l narfd) w ilr ii de II! :ar, b j||fen in I iinuoi !! HU' w öer i »W MM „Oer deutsche Soldat war der Retter der Freiheit der Kroaten." (Sin Gespräch mit dem kroatischen General Kvaternik. Von ftnec^bencbteT Dr. Ludwig Schulte-Strathaus. Weitere leere britische Truppentrans' porter nach Griechenland unterwegs' Beirut, 13. April. (DNB.) Acht leere bMM Truppentransporter haben den Suez-Kan in nördlicher Richtung verlassen, richtet ein neutraler diplomatischer Kurier, der^ Aegypten in Beirut eingetroffen ist. In MOP1** Hauptmann Dr. Ante P a w e l i t s ch, der Führer der Kroaten. — (Scherl-Bildarchiv-M.) IJynb Ir dB 8u( Im E W I* V IN K eine vorläufige Staatsführung für Kroatien ernannt. An ihrer Spitze steht der Schriftteller und kroatische Nationalist Dr. Mile Budak. Dem Obersten Rat der kroatischen Staatsführung gehören ferner an: der Publizist Mladen Lorko- witsch, Ingenieur Arüwija Bardukovitsch, Oer Wehrmachtbericht vom Samstag. Berlin, 12. April. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche und italienische Truppen haben am 11.4. mit der Säuberung des Laibacher Beckens begonnen, Gebirgstruppen und Infanteriedivisionen erreichten nach Kämpfen mit serbischen Truppenteilen im unwegsamen Bergland Kroatiens nordwestlich von Agram an mehreren Stellen die Save. Schnelle Truppen stießen über Agram auf K a r l st a d t (karlovac) vor. Varaz - d i n wurde genommen, den von dort aus nach Süden vorstoßenden Truppen ergab sich eine serbische Brigade mit ihrem Kommandeur. Unter dem Eindruck des überraschenden und schnellen Vordringens der deutschen Kräfte ist der feindliche Widerstand in Kroatien zusammengebrochen, die serbische Rordarmee in Auflösung begriffen. Agram, 12. April. (Europapreß.) Der Kommandant der kroatischen Wehrmacht und Stellvertreter des Führers der Ustafcha, General P a w e - litfch, hat — wie Radio Agram bekanntgibt — mehrere hundert Mann gefangen genommen. Die Insel Ugliano ist in unsere Hände gefallen. Unsere von Albanien oorgedrungenen motorisierten Truppen setzten den Vormarsch auf feindlichem Gebiet über Ochrida hinaus fort. Die Säuberung der besetzten Zone um den See geht weiter, hier wurden einige tausend Gefangene gemacht, gewaltige Mengen an Waffen und Material sowie einige Dutzend Kanonen erbeutet. Im Abschnitt von 2) i b r an o hat die Alpini-Divifion „Cuncense" über 1000 Gefangene gemacht, darunter zwei Generale, und 18 Feldbatterien erbeutet. An der griechischen Front feine Neuigkeit von Belang. Unsere Fliegerformationen haben in Sebenico Hafenanlagen und vor Anker liegende Schiffe bombardiert und neuerdings die Anlage des Wafferflug- hafens von Divulje getroffen. Jagdformationen haben den Wafferflughafen von Trau mit MG.- Feuer belegt. An der jugoslawisch-albanischen Front Rom, 12. April. (DNB.) Der italienische Wehr- machtbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: An der julischen Front haben wir I e - s e n i c e im Savetal erreicht, sowie das Becken von Ziri und Sussak. Unsere Kolonnen haben nach Brechen des feindlichen Verteidigungssystems am Freitagnachmittag die Stadt Ludliana (Laibach) besetzt. Der Vormarsch geht weiter. In der Umgebung von Zara und in der Gegend von Ug- fiano haben unsere Fliegerformationen feindliche Verteidigungsanlagew und Stellungen bombardiert. Auf dem Luftstützpunkt von Divulje wurden durch eine neuerliche Bombardierung ausgedehnte Brände verursacht. Feindliche Truppen und vor Anker liegende Wasserflugzeuge mürben angegriffen und mit MG.-Feuer belegt. Sechs Wasserflugzeuge ^gerieten in Brand, zwei weitere wurden versenkt. Im Kanal von Cherca wurden drei feindliche Torpedoboote angegriffen. Eins ist gesunken, ein weiteres erlitt schwere Schäden. Italienische Truppen haben nach hartem Kampf aus Albanien heraus Dibra und Ochrida östlich des gleichnamigen Sees besetzt, sowie die Verbindung mit den von Osten kommenden deutschen Truppen ausgenommen. Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht und große Megen Waffen und Kriegsmaterial erbeutet Ucber Malta haben Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps in Luftkämpfen drei britische Jäger abgeschossen. In der C y r e n a i f a gehen die Aktionen der italienischen und deutschen Kolonnen weiter. Ain El Gazala wurde besetzt. Unter der Besatzung eines erbeuteten englischen Flugzeuges befand sich ein Divisionsgeneral. In O st a f r i k a haben britische Flugzeuge bei einem Angriff auf unseren Stützpunkt von Gimma einige Schaden angerichtet. Oer italienische Bericht vom Sonntag. Rom, 13. April. (DNB.) Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Der Vormarsch unserer Truppen an der julischen Front wurde fortgesetzt. Eine unserer schnellen Kolonnen hat an der adriatischen Küste S e g n a passiert und ist weiter südwestlich über Otooac vorgedrungen, wo sie feindlichen Widerstand überwand. Eine andere schnelle Kolonne hat bei Karlovac die Verbindung mit den von Osten kommenden deutschen Truppen ausgenommen. Im Abschnitt von Zara haben unsere von der Luftwaffe wirksam unterstützten Truppen Neneooazzo besetzt und dabei 80 Dffiätere und Korporals gegen die Serben. Sie stellten ein Ulti ™1 matum an die Garnison X. Der Führer der Garn.!. ,8 son telephonierte mit dem Armeekommandonten , flJI von Agram und erhielt von diesem Anweisung : W den Kroaten zu erzählen, daß die Serben SofL :i ™ erobert hätten. Die Kroaten ließen sich jedoch nidti » 111,1,6 bluffen. Die Garnison kapitulierte. Es mußte sh III °dIö kommen", erklärte mir Dr. L. N. abschließend, Serben haben sich nicht geändert und werden [bq I1 Mit e auch nicht ändern. Sie haben die ungeheure Groß zügigkeit des Führers mißbraucht und ihre letzt» große Chance verpaßt, die der Führer bot." Noch lange klingen Heilrufe durch die Nacht. die sich langsam über die Hauptstadt des jetzt mi- abhängigen kroatischen Staates senkt. Madrid, 13. April. (Europapr.) Die Madrid Presse unterstreicht in ihren täglichen Betrachtung der Ereignisse auf dem Balkan-Kriegsschauplatz mer roieoer die unübertreffliche Strategie den deutschen Kriegführung, wobei fie auf den völligen Zusammenbruch der englw1 Kriegsausweitungspläne auf dem Balkan oerwert Man gibt der Auffassung Ausdruck, daß auch i Nj englischen Truppen in Griechenland das Schlag Jugoslawiens und Griechenlands nicht mehr den aufhalten können. Ausführlich wird auch Unabhängigkeitserklärung Kroatiens kommentier- Das Blatt „ABC" schreibt: „Die Geschichte mieötf' holt sich. Auf den Ruinen Jugoslawiens, das an» den Zerstörungen des Weltkrieges hervorging, steht ein neues unabhängiges Kroatien. Das tunr lich aufgerichtete Königreich der Serben, Kroata und Slowenen ist in vier Tagen von der Lanokairr gestrichen." Das Falangeorgan „Arriba" führt aui-- daß die Kroaten ihren Selbständigkeitsanspruch dieselben Rechte stützten, die jedes nationale in Europa für sich in Anspruch nehme, nämlich den Rassenbegriff, auf ihre Tradition, Sprach^ ihre Sitten und Gebräuche. Die Haltung der Jy0'. - ten interessiert Spanien ganz besonders, wen l i als ein Symptom der neuen Zeit gewertet wideren Auswirkungen hier von Tag zu Tag, jo Stunde zu Stunde mit Aufmerksamkeit und nut o»< größten Hoffnungen verfolgt werden." # P« -iil» •B iirini * Ingenieur Branisch'itz und Dr. Puch. Der ehemalige Stellvertreter des Ministervrästdenten der jugoslawischen Regierung und Präsident der Kroatischen Bauernpartei, Dr. Matschet, wendet sich in einem Aufruf an das kroatische Volk, in dem er alle Kroaten und alle Amtswalter der Partei auffordert, sich der neuen Regierung zu unterstellen und in ihren 21 erntem zu verbleiben. Wie der kroatische Rundfunk weiter mitteilt, wurde die Bevölkerung aufgefordert, das Land mit krvatt- schen und deutschen Nattonalfloggen zu schmücken. Zum Generalstabschef der kroatischen Wehrmacht wurde Oberst Fabian ernannt. Oberst Fabian war bisher Kommandant der Flakabteilung der fünften jugoslawischen Armee. Es gelang ihm, mit dem gesamten Material die serbischen Limen zu verlassen und nach Kroatien überjutreten. Er brachte Flakmaterial im Werte von hundert Millionen Dinar mit und stellte es der kroatischen Wehrmacht zur Verfügung. Zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe wurde Oberleutnant Vlada K r e n n ernannt, dieser zeichnete sich ebenfalls in den letzten Tagen bei der 23iÜbung des selbständigen kroatischen Staates aus. General Kvaternik, der Oberbefehls- habet der kroatischen Wehrmacht, erließ an die Wehrmacht einen Tagesbefehl. Er fordert sie darin auf, sich dem kroatischen Staat zur Verfügung zu stellen. Die Gendarmeriebe'hörden in Kroatien erhielten den Befehl, Waffen und Kriegsmaterial, das sich auf kroatischem Boden befindet, zu sammeln und dos Ergebnis der Sammlung nach Agram dem Generalstab zu melden. General Kvaternik ordnete ferner an, daß mit den serbischen Offizieren, die sich gegenwärtig auf kroatischem Gebiet befinden, auf das korrekteste umgegangen werde. Alle kroatischen Regimenter wurden angewiesen, sofort in Agram Meldung zu erstatten, wo sie gegenwärtig stationiert sind und den Cid auf den kroatischen Staat und seinen Führer zu leisten. wurden feindliche Truppen, Kraftwagen- und Nachschubkolonnen mit Bomben und MG.-Feuer belegt und Brücken sowie Sttaßenknotenpunkte wiederholt getroffen. . ,r, . In Nordasrika folgen die italienischen und deutschen Truppen dem auf dem Rückzug befindlichen Feind auf dem Fuße, der nunmehr in Tobruk eingeschlofsen ist. Formationen des deutschen Fliegerkorps haben die Anlagen von Salamis und dort vor Anker liegende Schiffe wiederholt getroffen. Ein mittelgroßer Dampfer wurde versenkt, weitere fünf Dampfer schwer beschädigt. Die Hafenanlagen haben schwere Schäden erlitten. In der Nacht zum 12. haben britische Flugzeuge Rhodos angegriffen. Keine Opfer, unbedeutende Schäden. In Ostafrika wurde ein feindlicher Angriff auf Giarso abgewiesen. Der General drückt mir herzlich die Hand. Ein großgewachsener grauhaariger Mann, dem man | auch in der bürgerlichen Kleidung den Offizier ansieht. Sein erstes Wort ist denn auch: „Ich war Oberst in der österreichischen Armee!" Und dann gibt General Kvaternik in knappen Worten eine Erklärung ab, die für die deutsche Oeffent- l i ch k e i t bestimmt ist, und die Meinung des ganzen kroatischen Volkes roiebergibt. „Der Empfang der deutschen Truppen", so sagte der neue kroatische kriegsminlster, „war in Agram so wie in ganz Kroatien ein Triumph, an dem Greise und Kinder mit Tränen in den Augen teilnahmen. Der deutsche Soldat wird als Retter der Freiheit der Kroaten betrachtet, und alle Kroaten haben nur den einen Wunsch: Treue mit Treue zu vergelten. Der Führer des deutschen Volkes wird wie ein Abgott geliebt. Die Kroaten wissen, daß sie ihren Staat auf dem völkisch-geschichtlichen Territorium nur durch die Freundschaft des Führers des deutschen Volkes erhalten können. Der Einzug der deutschen Truppen in Agram war ein Triumphzug und ein Dokument der ungeheuren Liebe und Anhänglichkeit für die deutsche Wehrmacht." Diesen Worten des Generals ist nichts mehr hin- zuzufügen. Jeder deutsche Soldat, der den heutigen Tag mit dem unvergeßlichen Triumphzug durch die kroatischen Städte und Dörfer bis in die haupt- : sta-dt des Landes erleben durfte, weiß, wie wahr der General gesprochen hat. In Deutschland selbst hätte bet Empfang nicht herzlicher fein können. Wie der kroatische Aufstand begann. Ein letzter, wiederholter Händedruck bei General : Kvaternik, dann stehe ist dem Sachbearbeiter für außenpolitische Fragen gegenüber, da erst morgen reichs Jugoslawien in den letzten Jahrzehnten eine i stürmische Aufwärtsentwicklung durchgemacht. Wäh- ■ renb 1885 die Bevölkerungszahl noch 26 600 betrug, wurden 1931 266 000 Einwohner gezählt, die Be- i völkerung der Stadt hat sich also in noch nicht 1 einem halben Jahrhundert verzehnfacht. Arn Einfluß der Save in die Donau, auf dem rechten Ufer . beider Flüsse gelegen, war Belgrad von alters her : einer der wichtigsten Verkehrsmittelpunkte der Balkanhalbinsel. Im Zeitalter der Eisenbahnen hat sich diese verkehrspolitische Bedeutung noch gehoben. Als Sitz des jugoslawischen Parlaments und der Zentralregierung, wie als Standort einer großen Garnison, war Belgrad recht eigentlich Mittelpunkt des grohserbischen Chauvinismus, der auch in den Schichten der Intelligenz, wie in der Studentenschaft der 1838 gegründeten Universität zahlreiche Anhänger gefunden hatte. Wie 1914 die Pistolen von Serajewo hier in Belgrad geladen und gerichtet worden waren, so war auch 1941 der Anschlag gegen die deutsche Befriedungspolitik auf dem Balkan von den Belgrader Chauvinisten ausgegangen, die in ihrem Wahnwitz gemeint hatten, sich einer Politik der Vernunft verschließen zu können, und Dabei Den zum Widerstand aufhetzenden Einflüsterungen angelsächsifcher Diplomaten ein allzu williges Ohr geliehen haben. Ueberraschend schnell für sie selbst wie für die ganze Welt ist nun das Verhängnis über sie hereingebrochen, das sie durch ihren verblendeten Starrsinn heraufbeschworen haben. Nachdem die deutschen Truppen in wuchtigen Schlägen Jugoslawen und Griechen in Sud- ferbien getrennt hatten, ist nun genau eine Woche, nachdem Deutschlands Wehrmacht die Grenzen Jugoslawiens überschritten hat, die serbische Hauptstadt gefallen. Großer Eindruck in Prag. Prag, 13. April. (Europapreß.) Die am Ostersonntag bekanntgemachte Besetzung Belgrads durch die deutschen Truppen und die Besetzung Bardias haben im ganzen Protektorat als Sensatton gewirkt. Kurz nach dem Bekanntwerden Der großen Erfolge Durch den Rundfunk erschienen in Prag und Brünn Sonderausgaben der tschechischen Blätter, Die reißendes, Absatz fanden. Die zahlreichen Geschäfte, die Karten der Kriegs« schauplätze in ihren Auslagen ausgestellt haben, auf Denen Die bereits von Den Achsenmächten besetzten Gebiete eingezeichnet sind, waren dich umlagert. „Narodni Prace" schreibt: „Belgrad und Bardia gefallen! Diese Meldung beweist nicht nur Die ungeheuren militärischen Fähigkeiten Der deutschen Wehrmacht, sie hat auch eine außerordentliche politische Bedeutung. Die Besetzung Belgrads durch die deutschen Panzerabteilungen ist der Abschluß Der ersten Etappe Der Kämpfe aufdemBalkan, einer Etappe, in der im Verlauf einer Woche Die deutsche Wehrmacht auf eine ans Unerhörte grenzende Art die Vereinigung zwischen Den serbischen und griechischen Truppen vereitelt, eine griechische Armee zur Kapitulation gezwungen, Die serbische SüDarmee zerschlagen, Kroatien und die wichtigsten Orte Altserbiens besetzt hat. Mit der Besetzung Belgrads, dieses Nestes der Der- schwörerclique Der Offiziere, Die ihr Land gemeinsam mit den englische« Agenten ins ©erterben getrieben hat, findet Der erste Abschnitt der Kämpfe in Serbien seinen Höhepunkt. Was nun folgen wird, wird bloß Die Schließung des eifer« nenRinges um die Trümmer der serbischen Armee und ihre Vernichtung sein." Zu der Rückeroberung von Bardia schreibt das Blatt, in Nordasrika seien die Engländer aufs Haupt geschlagen worden. Nach Dem Fall von Bardia seien die verbündeten deutsch-italienischen Stteitträfte nur noch wenige Kilometer von Der ägyptischen Grenze entfernt. Auch in Nordafrika seien Die Achsenmächte Die Herren der Lage. England habe gehofft, Deutschland Hindernisse in Den 2&eg legen zu können, doch alles, was ein Hindernis für Deutschland habe sein sollen, sei England zum ©erfjängnis geworden. Es sei Den Engländern nicht gelungen, den Augenblick ihrer großen Niederlage hinauszurücken, der sich mit Riesenschritten nähere. Oie Fialiener besetzen Laibach (DNB.) . . . ., 12. April. (PK.) Die Ereignisse überstürzen sich. Heute mittag überschritten wir Die jugoslawische Grenze an der Drau und stehen jetzt | am späteü Nachmittag in der kroatischen Hauptstadt Agram. Unser Wagen ist mit Blumen geschmückt. Der Jubel der kroatischen Bevölkerung über Den Einzug der deutschen Truppen, Die als Befreier vom serbischen Joch kommen, ist grenzenlos. In den Straßen der Stadt umarmen sich die Menschen, immer wieder werden Hochrufe auf das unabhängige Kroatien laut, Denen begeistert zugestimmt roirD. Wir tarnen als erste Deutsche in der Stadt an. Nur mit Mühe konnten sich die Fahrzeuge einen Weg durch Die Menae bahnen. Immer wieder mußten wir dankbare Hände drücken und den jubelnden Heilrufen antworten. Am liebsten hätten uns die Agramer gleich mit in ihre Wohnungen genommen und bewirtet. Unser erster Weg aber führte zum provisorischen Sitz der neuen kroatischen Revier ung, die seit zwei Stunden unter Dem vorläufigen Vorsitz des Generals Kvaternik steht und im Gebäude Der Banschaft ihren Sitz hat. Interview mit (General Kvaternik. Ein Volksdeutscher Berufskamerad, Mitarbeiter am „Agramer Morgenblatt", zeigt uns den Weg 3u dem Platz in Der Oberstadt, wo sich das Ban- schaftsgebäude befindet. Der Bonus, Hoheitsträger der Belgrader Regierung, so erzählt uns unser Freund, ist seit heute mittag spurlos verschwunden. Er verließ die Stadt zusammen mit zahlreichen Agramer Juden, als bekannt wurde, daß Die Deutschen im Anmarsch seien. Jetzt refiDiert Das vorläufige kroatische Regierungskomitee in Dem schönen Bau. In der weiten Zimmerflucht, die wir nun betreten, herrscht eine beängstigende Fülle. Trotzdem vergeht nicht eine Minute, bis Der erste deutsche Schriftleiter in der Uniform Der Deutschen Wehrmacht beim General Kvaternik ist. B u b a p e ft, 13. April. (DNB.) Wie MTI. mii? teilt, haben Die Honvedtruppen bis Samstag abem) Die zweite jugoslawische Verteidigungslinie im A« schnitt von Nemesmilitics — Zenta in der BatsM überall durchbrochen. Sie besetzten die OrtschafiL' Topolya und Magyarkoanizza. An einzelnen Sielen wurde Der Franzenskänal überschritten. M Samstag mittag waren die Ortschaft Sorda (in Baranya-Dreieck) sowie die Städte Maria Th«' r e s i o p e l (Szabadka) und Sombor in tat Bätschka besetzt. Bis zum Abend war das gan-t Baranya-Dreieck erobert. In dem Gebiet zwischD Donau und Theiß hatten ungarische Panzer um) schnelle Truppen am Sonntag in den Morgenstunden Neusatz erreicht. Ungarische Fallschirmtrup pen hatten weit vorne einige wichtige Brücken du* setzt und sich bis zum Eintreffen Der schnellen Trup pen gehalten. Der zurückgehende Feind versucht den Vormarsch in Der Gegend zwischen Der DoMt » und Der Theiß Durch Sprengung Der Brücken N j w. verhindern. nicht ein. Jagdflieger und Flakartillerie schossen gestern be dem Versuch des Feindes, das norddeutfchr Küstengebiet anzufliegen, je ein btitifdjB Kampflugzeug ab. In der letzten Rächt flog bei .,rt hc Feind in das Reichsgebiet nicht ein. Bei dem Bot- stoß einer Panzerdivision auf Uesküb am 6. uml 1 7. April haben sich Oberst Apel, Kommandeur einet | Schühenbrigade, und Oberstleutnant Borowich । Kommandeur einer Panzerjagerabtellung, besondw I gigkeit Kroatiens. _ Dr. L. N. berichtet über den Beginn Der froah schen Aufstände: „Am Dienstag erhoben sich zw.« \ Regimenter unter der Führung eines einfache : w »rbe angenommen, daß die Schisse noch griechi- getaucht Er iolle ftÄSüJüSRü-zug.Lr Um S eraucht. Er solle vor Verlassen Washingtons eine mterrebung mit bem jugoslawischen Gesanbten in Washington, F o t i t s ch, ber als Feind der Achsenmächte bekannt ist, gehabt haben. Währenb der Krise habe Fotitsch verschiedentlich mit Unterstaatssekretär Welles verhandelt. Alles erwecke jedoch den Anschein, baß Welles nur bas offizielle Organ des Weißen Hauses in biesen diplomatischen Besprechungen gewesen sei. Führende Beamte des Außenamtes unb bes Kriegsministeriums hätten erklärt, sie seien über bie Mission Donovans nicht zu Rate gezogen worben. Sie hätten von Anfang Gedrückte Stimmung in London Alle Kriegspläne über den Haufe« geworfen. an ihre Bedenk-en gegen bas Unternehmen gehabt. Wie bem auch immer sei, Donovan habe bas Ohr Rooseoelt's gehabt. Im Washingtoner Senber sagte der Ansager ber Mutual Broab- casting Company, daß Roosevelt, noch bevor es zum Kriege kam, bemüht war, die Regierung Si- mowitsch in ihrer feindseligen Haltung gegen Deutschland zu b e ft. ä r t e n. Jeder Kompromiß mit ber Nazi-Regierung, so habe Roosevelt wissen lassen, müsse von vornherein verhindert werben: er sei ebenso schlimm wie der Beitritt zum Dreimächtepakt unb würbe von Washington mißbilligt. Für die Uebermittlung dieser Auskunft bediente sich Roosevelt, wie schon bei früheren Gelegenheiten, des jugoslawischen Gesandten in Washington, Folitsch, der bei der Zuspitzung der Krise eine fragwürdige Rolle spielte. Roosevelt als Kriegstreiber. ßleuyork, 12.April. (Europapreß.) Das Neuner Blatt „New York Times" deutet hefttge Mseinandersetzungen hinter den Kulissen des Wei- ßa Hauses über die Schuldfrage im Hinblick auf txn Balkankneg an. In Washington wachse die Oisicht, daß die Entwicklung auf dem Balkan zum m Heren Teil auf die Intervention der USA.» Gierung in Belgrad zurückzuführen sei. Rament- ht die Person des Rooseveltschen Sonderbeauf- ingien, Oberst D o n o v a n, spiele bei diesen Aus- «i^ndersetzungen eine Rolle. Die USA. hätten der jiooslawischen Armee Unterstützung zuge- |«g t, wenn sie eine Revolution mache und eine iice Regierung errichte. Die Engländer hätten die- fc: Feuer noch geschürt. Oberst D o n o v a n habe cli Beobachter des Marineministers Knox sowohl rr Prinzregent Paul wie mit führenden Militärs -^rochen. Am Ende sei Donooan als nahezu per- sjjucher Vertreter Roosevelts im Nahen Osten aus- afenank libeii.tz. bes^ agetfc »triam ( N •giengtu. “len hiv % ■s i5% nnien J 3nieln > fischen Expedittonsstreitkräfte aus Griechenland 2; ermöglichen, nachdem zahlreiche in griechischen hsen liegende brittsche Transportschiffe durch Ängste der deutschen Luftwaffe unbrauchbar gemacht Mkden. 1 geh' Stockholm, 13. April. (DNB.) In der Beurtei- ifibent8'; sic erwartet hatte. So gelang es den deutschen srcutzerte sich ein heb kn der Madrider ) i, * 1 ' un© -Truppe roeroen uun uw jcht P sicher Weise getroffen. Am schlimmsten wirkte njirb 14 iie Schlechtwetterperiode auf den Straßen aus , koi^» I leiere Truppen, die zumeist von Rumänien zu Fuß Bulgarien durchquerten, holden schon ewige piens, C ffal rungen in Balkanftraßenverhältnissen gemacht, herv»^ mmerhin ging es in Bulgarien noch ganz lew- Iftü3eu sehr zu leiden hatten. i Ur der Nacht zum zweiten Kampftag fiel das 'Dimeter rapide. Es wurde sehr kalt, und sett W- Zeit regnet es fast ohne -Unterbrechung. Füh- : Hg und Truppe werden von diesem Wettersturz ) w v bH ei bem J Eine Armee watet im Schlamm. «sere Gebirgsjägerkämpfenin Griechenland gegen Tiegen, Nebel und Schlamm. Oer Vormarsch läuft weiter. Von Kriegsberichter Ernst Erich Straffet. (uig der britischen Aussichten auf dem Balkan wird bii englische Presse, wie „Dagens Nyheter" aus £fjbon berichtet, immer vorsichtiger. „Daily Mail" er!ürt, daß man schon vor Monaten England vor Verschickung britischer Truppen auf den Kon- isttt.Lj ptnbarb". Uebc r ber In: Mitär, brachen er Unobl) L>en in Iugosl Zlnieen wider Erwarten mit einem Schlage, einen K-rl zwischen die jugoslawischen und griechischen Sritfräfte zu treiben und gleichzeitig die Verbin- >9 mit den italienischen Truppen herzustellen. Die Erfolge der deutschen Panzerdivisio- nei auf den völlig durchnäßten Gebirgsstraßen Lijugoslawiens bezeichnet der militärische Mit- aihriter des „Eoening Standard"als einfach er- stau nl ich. Nach englischer Ansicht sei eine gr> ß e Schlacht vom Olymp biszumOch- ri l a s e e zu erwarten, deren Ausgang man in Lon- btr mit einer gewissen Unruhe entgegensehe. Wenn ich Informationsminister wäre, würde ich die Veröffentlichung amtlicher Wehrmachtberichte Und die Mannschaften? Wenn man später einmal bewundernd von den Eilmärschen unserer Soldaten in Polen und Frankreich sprechen wird, dann werden sich die Gebirgsüberquerungen in Griechenland würdig anreihen. Seit drei Tagen und drei Nächten marschieren die Regimenter unserer Gebirgsdivisionen. Sie haben keinen trockenen Fetzen am Leibe, vom Kopf bis zu den Stiefeln. starren sie vor Dreck, die Augen sind entzündet, seit Tagen haben sie nicht geschlafen und kein warmes Essen gehabt. Sie können kein Biwack auftchlagen, weil ie Zelte in der Nässe fortschwimmen würden. 'Unb sie marschieren nicht nur, sie kämpfen! Sie haben in diesen brei Tagen ein Befestigungssystem niedevgerungen, bas in seinen Werkgruppen alle Vergleiche mit ber Maginott Linie aushält. Man hat zunächst diese Vergleiche als übertrieben abgelehnt, aber heute, da man das Innere der Festungswerks gesehen und chre Wider- standstraft kennengelernt hat, weiß man, daß sehr viel Wahres daran ist. In diesen vier Tagen ist eine Armee buchstäblich durch Regen, Schlamm und Nebel gewatet. Ob Offizier oder Jäger, jeder hat die gleichen Unbilden ertragen. Diese Gemeinsamkeit des Lebens schweißt die Führung und Männer immer wieder aufs neue zusammen. Wenn man prüfenden Blicks die endlosen Kolonnen an sich oorbeiziehen läßt, überkommt einem immer wieder die beglückende Erkenntnis: Was sind das für wundervolle Soldaten! Sie schimpfen zwar nicht schlecht über den Dreck, die ewigen Steigungen und das ganze „Gelumpe", — so ein richtiger bayerischer Fluch verfolgt einem um brei Ecken herum — aber wenn sie gerufen werden, wenn bie Stmnde bes Einsatzes ihre Be- Währung fordert, bann sind sie ba, sind Müdigkeit unb Erschöpfung wie weggeblasen, bann kämp- f e n unb bann siegen fiel Und auch nach bem Sieg kennen sie keine Ruhe. Sie bleiben bem Gegner auf ben Fersen, treffen ihn von neuem, wo sr sich wieder festsetzen kann und helfen mit vielen kleinen Entscheibungen ben Endsieg vorbereiten. Es sinb schon wundervolle Soldaten! Sie selbst neigen jqhr dazu, immer von der Hard sch-ibt der militärische Mitarbeiter des „Evening ||Bnbarb". Ueberraschend, so erklärt der englische 1 die Deutschen in dem gebirgigen Jugoslawien ein, wo man sie am wenig- len: er en Bericht seinen Lesern ein Bild von der hüten Dfterftimmung in London gibt. Am Karfrei- !«g leien, so heißt es in diesem Stimmungsbild, in Kordon keine Zeitungen erschienen. Der sd:»richtendienst habe nur lakonische Infor- Biotionen gegeben. Man wisse nicht, ob es besser ei, schlechte Nachrichten zu erhalten, als nichts zu iiforen, aber Schlimmes zu verhüten. „Als Eu- rep: noch für die Engländer existierte", fährt der torefponbent fort, „war bie Insel zu Beginn der Offerten wie ausgestorben. Jetzt ist Europa für tii reiselustigen Briten nicht mehr da." uni Zeitungen verbieten. Da die Nachrichten nod Lage der Dinge logischerweise nicht ?ilii (ein können, ist es besser, die Oeffentlich- jitfcis zum Tage des Sieges nicht zu unterrichten", n.,. — Engländer zu bem Korresponden- Zeituna „ABC", ber in einem ,-Außergewöhnliches Pech." Weiterer britischer General gefangen genommen. Stckckh olm,. 12. April. (DNB.) Wie Reuter meldet, gibt das British War Office bekannt: „Wie man soeben erfährt, ist Generalmajor Car ton de W i a r t auf dem Wege nach dem mittleren Orient in die Hände des Feindes gefallen." — Dieser englische General ist aus dem norwegischen Feldzug bekannt geworden, nw er bie Praxis bes Imstichlassens Verbündeter unter entehrenden Umständen in diesem Kriege das eiftemal einführte. Seine Gefangennahme wirft ei/n Licht auf die Unsicherheit der britischen Serbin - bungen im mittleren Orient. In einem Reuterberi-cht aus Kairo werden Einzelheiten über die Gefangennahme der brittschen Generäle bei El M e ch i li durch die deutschen Truppen mitgeteitt. Die Wagen des Generalstabes, m denen bie Generale O' C 0 nn 0 r unb Neame sowie weitere höhere Offiziere zu ihrem neuen Hauptquartier fahren wollten, folgten, so heißt es in dem Bericht, nicht der Hauptstraße von Demo, sondern schlugen einen Umweg durch bie Wüste ein, wo sie einen haltenden britischen Last- wagenzug antrafen. Die Wagen des Generalstabes wollten sich gerade dinen Weg zwischen den Fahrzeugen hindurch bahnen, als plötzlich eine deutsche Kraftfahrerpatrouille aus der Richtung von El Mechiii auftauchte. Ein englischer Soldat, der Zeuge des Vorganges war, teilte später Mit, daß plötzlich ein Deutscher, mit einem Maschinengewehr bewaffnet, an den ersten Wagen herangekommen und bie Generale zum Aus st eigen aufgeforbert habe. Ein Engländer, der sich diesem Verlangen widersetzen wollte, fei nieberge- schossen worben. Kurz darauf seien die Generale schon verschwunden gewesen, d. h. also, in deutsche Gefangenschaft abgeführt. Reuter spricht von „außergewöhnlicbem Pech , das die hohen brittschen Offiziere heimgesucht habe. General Wilson Befehlshaber -er britischen Truppen in Griechenland Stockholm, 12. April. (Europapreß.) In London wurde mitgeteilt, daß Generalleutnant Sir Henry Maitland Wilson den Befehl über die brittschen Truppen in Griechenland führe. Wilson wurde 1939 Befehlshaber in Aegypten unb leitete bie Operationen in Libyen währenb ber Episode, bie bie englischen Truppen bis über Denghasi hinausbrachte. Pt. ..., 13.April. (DNB.) Seit brei Tagen sind 'n deutschen Truppen auf griechischem Boden. =r t?rpunft einer Angriffstruppe ist bie Nieder- ßnpfung der Bunker- unb Bergstettungen ost- ijl westwarts der Struma, die den ’ A-„i ' vttma-Durchbruch der deutschen Truppen ver- rtttW Itern sollen. . d- Operationen des ersten Tages waren von * Hntem Sonnenschein begünsttgt, der eine ausge- l^hrete Fernsicht und einnxinbfreie Beobachtung • rlufcte, wenn auch bie marschierenden Truppen lSsihE. "uä die starke Hitze und bie für bie Heimat un» rateü '/i. lMllbaren Staubmengen auf den nicht befestigten 1 ber kl ienMf ies einsvV len ein M ir ber 9a| immck» SlnmtiJ selben t» h jedoch rj -liehend, | ) tnerbfi 1 eheure H ib ihre 4 rer bot’ I ) bie W des jen ie '2IU'1 amsiafl slinie in," 1 ber See- )ie Ort|&3 injelnen ‘H fdjritn.'' 6orbi; lorioi' ibor i»' iot bos f Jebiet > PM/ 1 ilorgi’- w., n iyewsuflöie'uireijiii« V fti ^schicht hat sich gleich schlammigen Brei LfionO ’vC:c haben den unbefeftig le n%llIrt heute findet 1 filltis 90 Äen am 6 J <6i,vr -Verschickung britischer Truppen auf ben Kon- '$ tirnt gewarnt habe, da alle Aussichten auf Tl F ?eftIan6 für Deutschland sprächen. Die Richtig- öor^ f. dieser Warnung werde jetzt bewiesen. England l9> besch n sse s 0 schnell wie möglich seineStel- ! jiui g en a u f dem Balkan räumen, ba es 1 Idics n i ernals halten könne. IDie deutschen Armeen werfen alle Kriegspläne W Engländer, Jugoslawen und Griechen völlig üter den Haufen, da man mit einem deutschen k IlLrmarsch hauptsächlich über den Norden, über die krttisch-slowenischen Gebiete gerechnet hatte", id, Was sie jetzt aber auf griechischem Boden er- fr das läßt selbst die Schil/berungen der pot- Feldzuqsteilnehmer verblassen. Die dicke ------- ' .....h am ersten Regentage m verwandelt, die nächsten M haben den unbefestigten Untergrund aufgelost, nu"-« - w vemt fin^t man an Stelle der Straße em 'killt i s 90 Zentimeter tiefes Schlamm- vor. In unabsehbarer Folge ziehen die Ko- f l3n r der Tragtiere aus dem Tal von den Mum- tic Stapelplätzen und Heeresverpflegungsanlagen tibs idie Paßsttaßen auf die Höhe. Mit ein wemg 3frbanteit sieht man diesen langen Transporten W*v Tag und Nacht ohne Sttllstand in feind- iN- .V 'd n Granatregen durchgeführt werden. Die .Htirf , Hviren Zugmaschinen aber, diese gigantischen mo- tii-rten Kolosse, kennen feine Wegschwierigketten. 'Raupenketten ftessen sich in den Schlamm em d »ezwingen jede Steigung, gleich, ob Haubitzen ober ein Flakaeschütz, hochbeladene ^t»n und liegengebliebene Kxastwagen nach oben feint * er W* Agram, die Hauptstadt Kroatiens. I Umbranbet vom Jubel ber Kroaten zogen beutsche Truppen in bas befreite Agram (Zagreb) ein. — Unsere Aufnahme zeigt den Bahnhofsplatz ber zirka 200 000 Einwohner zählenben Hauptstabt des nunmehr selbständig gewordenen Kroatiens. — (Atlanttc-M.) nückigkeit und Ausdauer ihres griechischen Gegners zu sprechen. Kein Zweifel, der Gegner ist hartnäckig, er ist zäh, er sitzt in phantastisch ausgebauten Bergfestungen unb verteibigt jeben Fußbreit Boben, er hat bie Lanbschaft unb bie schlechte Witterung zum Verbündeten, aber dennoch haben sie ihn geschlagen, haben seine Werke gestürmt, den Befestigungsaürtel durchstoßen und streben in kühnem Vorwärtsorän- gen der Ebene, ber Struma-Nieberung, zu. Das ist eine Leistung, die sich ben kühnsten Waffentaten des Weltkrieges würbig anreiht. Griechische Gefangene, benen bas Grauen über bie Angriffe noch in ben Augen steht, erzählen immer roieber, baß es auf griechischer Seite für vollkommen aussichtslos gehalten würbe, baß biese Befestigungen jemals überrounben werben könnten. Unb sie sinb in brei Tagen gefallen! Heute sitzen in den unterirdischen Kasematten, in ben Bunkerstellungen bes heiß umstrittenen Festungsberges, in ben Kasematten der tief ge- staffelten Werke beutsche Soldaten. Sie gehen stau- nenb durch bie unterirdischen Straßenzüge unb tragen vielleicht ein kleines Wunbern in sich, baß sie bas in wenigen Tagen niebergerungen haben. Dann stehen sie schweigend, mit zusammengebissenen Zäh- nen, vor ben frifchen Holzkreuzen, auf benen ein Eisernes Kreuz angebracht ist und ber Name eines lieben Kameraden steht, der viele Tage neben ihnen marschierte und Freud unb Leid mit ihnen getragen hat. Abschiedsbesuch MatsuokaS im Kreml. Moskau, 12. April. (DNB.) Der japanische Außenminister M a t s u 0 k a stattete am Samstag, bem vorletzten Tage seines Moskauer Aufenthaltes, nachmittags^ um 17 Uhr, Stalin unb M 0 l 0 ° 10 w im Kreml seinen Abschiebsbesuch ab. Der Minister benutzte bie Gelegenheit zu einer abermaligen Erörterung ber japanisch-sowjetischen Beziehungen. Die Besprechungen bauerten zwei Stunden. • Wie aus Tokio verlautet, stehen bie japanischsowjetischen Hanbelsvertragsverhanb- langen vor bem Abschluß. Das Abkommen baut hauptsächlich auf bem Tauschsystem auf, wobei Umfang unb Art ber Austauschgüter festgesetzt seien. Zwei neue Ritterkreuzträger der Luftwaffe. Berlin, 12. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber ber Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an Oberleutnant Genz 0 w , Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader, unb Oberleutnant Buchholz, in einem Kampfgeschwader. Oberleutnant Genzow hat wett üb&r das gewohnte Maß hinaus außerordentlich bedeutfame Erfolge gegen die brittsche Luftwafte und gegen die brittsche Industrie erzielt. Mitte Februar hat er die Zerstörung eines englischen Nachtflughafens trotz stärkster Abwehr durch Flak und trotz drei aufeinanderfolgender Angriffe englischer Nachtjäger durch- aeführt. Nachdem er beim ersten Anflug die Unterkünfte, Hallen und Flugzeuge einwandfrei ausgemacht hatte, warf er die Unterkünfte beim zweiten Angrift in Brand und konnte in dem Feuerschein beim dritten und vierten Anflug eine Reihe von Sprengbomben in die Hallen und Flugzeuge landen. Er konnte feststellen, baß sein 2Ingriff 12 feindliche Flugzeuge vernichtete unb den gesamten Nachtbetrieb gestört hatte. — Oberleutnant Buchholz hat in zahlreichen Fernkampfeinsätzen gegen Narvik, im Norbatlanttk unb im Raum westlich Irland überragende Leistungen vollbracht. Bei den aus stark gesicherte Geleitzüge und bewaffnete Handelsschifte gefloaenen Tiefangriften vermochte er ttotz heftigster Abwehr dem Gegner schwersten Schaden zuzufügen. Er versenkte im Handelskrieg 10 Handelsschiffe mit 60 000 BRT., beschädigte 8 Handelsschiffe mit 48 000 BRT. schwer. Schweizer Flagge auf See. Bern, 13. April. (Europapreß.) Die Führung der Schweizer Flagge auf See wurde vom Schweizer Bundesrat beschlossen. Damit verschwindet das auf gecharterten Schiffen aufgemalte Schweizer Kreuz und wird durch die Schweizer Flagge, das weiße Kreuz im roten Feld, ersetzt. Der Bundesrat übt die Oberaufsicht über bie schweizerische Seeschiffahrt aus. Die unmittelbare Aufsicht steht dem Schiffahrtsamt ber schweizerischen Eidgenossenschaft zu. Dieses hat seinen Sitz in Basel. In Basel wirb auch bas schweizerische Schisssregisteramt geführt. Als Schweizer Seeschiffe gelten die Schiffe, die auf Grund einer vom Bundesrat erteilten Verleihung zur Führung der Schweizer Flagge berechtigt und in das vom Eidgenössischen Schiffahrtsregister geführte Register ber Seeschiffe ausgenommen worben sind. Meine politische Nachrichten. 3um Geburtstag des Führers gibt die Reichspost eine Sondermarke heraus, deren Entwurf in ben Kunstwerkstätten ber Reichsbru lerei von dem Graphiker Sogenauer nach einem Lichtbild des Reichsbildberichterstatters Heinrich Hoffmann angefertigt worden ist. ♦ Roosevelt erklärte, das Rote Meer gelte für die Vereinigten Staaten nicht mehr als Knegszone. U8A.-Schiffe könnten fortan Kriegsmaterial nach Aegypten bringen. Die irakische Kammer und ber Senat haben ben Vetter König Feisals I., Charas, zum Regenten bes Irak an Stelle bes ins Auslanb geflohenen Abbul- lillah gewählt. In Singapur finden Besprechungen militärischer unb politischer Art statt. An ihnen nehmen ber Oberbefehlshaber der britischen Stteitträfte im Fernen Osten, Brooke-Popham, der Gouverneur der Strait Settlements, Thomas, der britische Botschafter in China, Sir Archibald Clark- Kerr, der auf dem Wege nach Tschungking in Singapur eingetroffen ist, und wettere Ttilitärs und Politiker teil. Im Weimar fanden sich der Leiter des Sange« marck-Studiums, Dr. Ginelin, mit Lehrgangs« Leitern und Mitarbeitern zusammen. Nach dem Abschluß der Reifeprüfungen wartet nun die Aufgabe der Erfassung und Auslese. Gegenstand der Aussprache waren außerdem Erziehung unb Ausbilbung ber Mannschaften. Oeur U r h a n zum Ausdruck. Bei weiteren Chören beider Vereine, Sololiedern und heiteren Vorträgen nahm das kameradschaftliche Beisammensein einen guten Verlauf. Die Mannschaftsmeisterschaft im Geräteturnen ißt jetzt bis zur Endrunde gediehen. Am Karfreitag wurden in Mannheim und Hannover die beiden Vorschlußrundenkämpfe durchgeführt, wobei sich die Bereiche Baden, Württemberg, Mitte und Nordmark für den Endkampf am 27. April in Essen qualifizierten. Auf der Strecke blieben in der Vorschlußrunde Südwest, Bayern, Sachsen und Westfalen. Vaden vor Württemberg. In Mannheim standen sich die Auswahlmannschaften der Bereiche Baden, Südwest, Württemberg und Westfalen im Vorschlußrundenkampf der deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Turnen gegenüber. Der Vorjahresmeister Baden siegte mit der Mannschaft K. Stadel, Beckert, Anno, Eschwei, Walter und Dilg erwartungsgemäß mit 552,6 Punkten vor Württemberg (542,5), Westfalen (530,3) und Südwest (530,1). Baden und Württemberg erreichten damit die Endrunde, während Südwest und Westfalen ausgeschieden sind. Bester Einzelturner war etwas überraschend der Pfälzer Helmut B a n tz (Südwest) mit 96,1 Punkten vor Karl Stadel (Baden) mit 96,0 Punkten. Auf dem dritten Rang folgten gemeinsam mit 95,3 Punkten Franz Beckert (Baden) und Karl Weisched el (Württemberg). Schon am Vormittag begann der Kampf mit dem Turnen der drei schwächeren Turner, wobei sich Baden mit 267,6 Punkten vor Württemberg (263,3), Südwest (257,4) und Westfalen (257,0) an die Spitze setzte. Am Nachmittag sahen die 2500 Besucher beim Turnen der Spitzenkräfte ganz großartige Leistungen. Baden setzte K. Stadel, Anna und Beckert ein und dehnte seinen Vorsprung schließlich auf volle zehn Punkte aus. Württemberg hatte den zweiten Platz stets sicher, obwohl Eugen Göggel nicht dabei war. An zwei Geräten (Pferd- sprüng und Bodenturnen) waren die Württemberger sogar den Badenern etwas überlegen. Südwest, das ohne Metz und Hlinetzky turnte, lag bis zum abschließenden Reckturnen an dritter Stelle, aber als Zellekens mit nur 14 Punkten vom Gerät ging, kam Westfalen (das Steffens, Stutte und Dickhut nicht dabei hatte!) nach vorn und Bantz sowie Reuther konnten den Rückstand nicht mehr ganz gutmachen. Die Ergebnisse: Gesamt: 1. Baden (K. Stadel, Beckert, Anna. Walter, Eschwei, Dilg) 552,6 Punkte; 2. Württenr berg 542,5 P.; 3. Westfalen 530,3 P.; 4. Südwes 530,1 Punkte. Einzel: 1. Bantz (S.) 96,1 P.; 2. K. Stade! (B.) 96,0 P.; 3. Beckert (B.) und Weischedel (ffifi.i je 95,3 P.; 5. G. Braun (We.) 94,0 P.; 6. Reuthe- (S.) 93,8 P.; 7. Anna (B.) 93,7 P.; 8. Th. Wie2 (Wü.) 93,2 P.; E. Braun (We.) 91,2 P.; 10. Walte- (B.) 91,1 Punkte. Bestleistungen an den Geräten: Barren: Baden 111,6 P.; Ringe: Baden 107,7 P.; Pferd Württemberg 112,4 P.; Boden: Württemberg 111,6 P.; Reck: Baden 110,6 Punkte. Ittiffe-Xurner knapp in Front. Einen mitreißenden Kampf lieferen sich du Turner der Bereiche Mitte, Sachsen, Bayern unti) Nord mark in Hannover. Dor 5000 Zuschauern siegte der Favorit Mitte nur knapp mit 552,9 Punkten vor den überraschend stark turnenden Nordmärkeri (551,6), Sachsen (548,8) und der nur schwach be setzten Bayern-Riege (505,4). Mitte und Nordmar! haben sich damit für den Endkampf qualifiziert, während Bayern und Sachsen ausgefchieden sind. Nordmark war am Vormittag mit seiner gleich, mähia gut besetzten Riege in Führung gegangen und hielt die Spitze auch am Nachmittag bis zum abschließenden Reckturnen. Sachsen und Mitte lager allerdings nur um Vio Punkt zurück. So gab w ein überaus aufregendes Ende. Mitte holte fitfi schließlich den Ges amt sieg dank einer vollendeter Hebung Müllers, die mit 19,9 Punkten bewerte: wurde, denn Nordmarks bester Reckturner, Smud« kam nur auf 19,1 und Haustein (Sachsen) gar nur auf 17,3 Punkte. Als dann zum Schluß auf Krötzsch (M.) noch eine volle „20" turnte, war de: Kampf für Mitte entschieden. Die volle Punktzahl! hatte vorher nur noch Haustein an den Ringen er reicht. Bester Einzelturner war Krötzsch (M.) mit 97,5 Punkten vor Müller (M.) mit 95,4 und Sch» macher (S.) mit 94,6 Punkten. Die Boyern-Rie-< war, wie schon erwähnt, nur schwach besetzt unD kam für einen der beiden vorderen Plätze nie nr. Frage. Preußen Danzig — LSV. Stettin 3:3 (1:0). In seinem zweiten Spiel der Gruppe la kam der LSV. Stettin gegen Preußen Danzig nur zu einem 3:3 (1:0) Unentschieden, obwohl die Soldaten schon mit 3:0 geführt hatten. In diesem Spiel vor 4000 Zuschauern in der Danziger Albert-Forster-Kampf- bahn hätte der Pommernmeister, dessen Mannschaft technisch reifer war, den Sieg verdient. Dem Führungstor des Halblinken Golm vor der Pause reihten nach dem Wechsel der Halbrechte Auerhahn und der Mittelstürmer Rohrberg noch zwei weitere Treffer an. In der letzten Viertelstunde änderte sich jedoch das Bild. Die Danziger bekamen durch ein Gegentor ihres Angriffsführers Lorenz und einen von Fehling verwandelten Elfmeterball stifchen Wind, und fast mit dem Abpfiff zusammen konnte der Rechtsaußen Biallas die schon drohende Niederlage zu einem Unentschieden gestalten. Hamburger SV. — 1. SV. Jena 2:1 (2:0). Dor rund 8000 Zuschauern standen sich in Hamburg der Nordmarkmeister Hamburger SD. und der Mitte-Meister 1. SD. Jena gegenüber. Der HSV. gewann durchaus verdient, eher ist das Ergebnis zu niedrig ausgefallen und ein 3:1 hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Aber die sichere Abwehr des Mitte-Meisters, an der Spitze der Torhüter Patzl, konnte immer wieder im lebten Augenblick klären. So wehrte Patzl mehrfach besonders bei Eckbällen mehrere Schüsse hintereinander glatt ab und bei ihm dürfen sich die Jenaer in erster Linie für das gute Ergebnis bedanken. Hinzu kam noch, daß das Ehrentor der Gäste aus einer recht harten Elfmeterentscheidung erzielt wurde. VfL. Herfarau — Rapid Wien 0:7 (0:2). Recht unglücklich verlief der Einstand des Baden- Meisters in die Gruppenspiele zur Deutschen Fußballmeisterschaft. Die Elf, die in den Bereichsspielen gerade durch ihre Mannschaftsarbeit überragende Erfolge erzielte, schien am Sonntag ganz aus dem Gefüge geraten. Rapid Wien siegte „ganz nach Belieben", ohne sich insbesondere in der zweiten Halbzeit voll ausgeben zu müssen. Dabei kam gar nicht einmal gesagt werden, daß die Gäste ein gutes Spiel geliefert hätten. Die sonst so gute Neckarau er Abwehr machte Fehler über Fehler. Im Sturm vermißte man jeglichen Zusammenhang, die Läuferreihe war mit Abwehrarbeit überlastet und die Verteidiger brachten wiederholt das eigene Tor in Gefahr. Bei Wien spielten vor allem die beiden Außenläufer Wagner I und Skoumal ganz hervorragend und warfen ihren Angriff immer wieder nach vorn, wo Schors und Holec die besten Spieler waren. Rapids Abwehr brauchte keine Glanzleistungen zu vollbringen, um den harmlosen Neckarauer Sturm zu halten. Stuttgarter Kickers — 1860 München 3:3 (2:0). Wetterwendisch wie der April war das Glück beim ersten Gruppenendkampf der Meister von Württemberg und Bayern in Stuttgart. Zuerst hielt es mit den Stuttgarter Kickers, die zur Freude der 8000 Zuschauer in der Adolf-Hitler-Kampfbahn bereits 3:0 führten, schließlich aber froh sein mußten, mit einem Unentschieden davonzukommen. Die Münchener 1860er waren dabei sogar meist etwas mehr am Ball, in Spielaufbau und Ballbehandlung als Mannschaft besser. Der Sturm entwickelte aber viel Schußpech und traf außerdem eine vorzügliche Deckung an. In dieser Hinsicht war bei München nicht alles erstklassig, insbesondere in der ersten Halbzeit taten sich in der Torsicherung erhebliche Lücken auf. Ganz hervorragend spielte das Münchener Jnnentrio, vor allem Krückeberg, doch fielen seine Nebenleute Burger und Janda nicht viel ab. Sehr imponierend war auch das ausgefeilte Kopf- ballfpiel der gesamten Mannschaft. Die Kickers hatten bei ihren ersten Toren reichlich Glück, aber das Unentschieden hat die Mannschaft reichlich verdient. Conen und Merz spielten am wirkungsvollsten im Angriff, Förschler zeichnete sich in der Läuferreihe aus, im Schlußdreieck überragten der Verteidiger Jmmig und vor allem Torhüter Deyhle. Schalke 04 — Hannover 96 4:0 (1:0). Das interessanteste Treffen zur Deutschen Fußballmeisterschaft war die Begegnung zwischen dem Titelverteidiger FC. Schalke 04 und Hannover 96 in Gelsenkirchen, well hier die Vorentscheidung in der Gruppe 2b fiel. 25 000 Zuschauer füllten die Glückaufkampfbahn des Deutschen Meisters und wurden Zeugen eines zuletzt eindrucksvoll errunge= neu Sieges der „Knappen". Ohne Kalwitzki, aber mit Fritz Szepan hatte Schalks eine schwere erft€ Halbzeit zu überstehen, aber dann war Hannover 96 so in den verwirrenden Kombinationszügen hin und her und müde gehetzt, daß sich der Meister nach dem Wechsel leichter tat. Der Sieger war ohme Schwächen. Mit Schweißfurth und Otto TilbM hatte Schalke eine bombensichere Abwehr stehen, Füller und Gellesch bauten groß auf, und fo muß ten die Stürmer nach vielem Zaudern in der ersten Halbzeit die Tore erzielen. Hannover wehrte sich tapfer, die Elf kämpfte auch noch, als sie schon aussichtslos geschlagen war. Pritzer konnte die Niederlage nicht aufhalten, Sievert stemmte sich mitPätzow und Männer immer wieder gegen die Schalter Angriffe, aber es nutzte schließlich doch nichts. Maleck war Hannovers bester Stürmer. Das Fehlen von R. Meng wirkte sich im Angriff doch aus, der Gr- kenfchwicker Ludorf wurde von Tilbulfki dauernd beschattet. So mußte Hannover, das den Knappen vor Jahren zum Verhängnis wurde, überraschen- efne „zu 0-Niederlage" hinnehmen. VfL.99 Köln — FL.93 Mülhausen 6:1 (5:1) Der elsässische Meister FC. 93 Mülhausen mufft bei seinem Debüt in der Deutschen Meisterschaft in Köln eine empfindliche Niederlage einstecken. Vai 5000 Zuschauern siegte der VfL. 99 Köln mit 6:1 (5:1), aber die elfäffischen Gäste zeigten doch nigstens in der zweiten Halbzeit, daß sie unter ihrem Wert geschlagen wurden. Sie begingen bei Fehler, in der ersten Halbzeit viel zu sehr auf Tor. sicherung auszugehen und den Angriff zu vernach lässigen.' Schon hier kant der Mittelrheinmeistei prächtig in Fahrt und schuf einen Vorsprung, bei nicht mehr aufzuholen war. In der Elf gab es keinen schwachen Punkt. Alfons Moog in der Verteidigung, Ernst Moog in der Läuferreihe und ber Halblinke Kuckertz ragten aus dem guten Gesamtbild der Mannschaft hervor. Bei Mülhausen war der famose Halblinke Korb die tragende Krasi aber auch er bemühte sich vor der Pause vergeblich Linie in das Spiel der Gäste zu bringen. Weiterhin gefielen sehr die Verteidiger Birger und Bel- tzung. Torwart Heitz hatte vor der Pause viel! Schwächen, später war er vorzüglich. Anna und Korbinian. Eine Ostergeschichte von Margarete Weiers lieber die kleinen Blumen strich der Wind. Sie bogen sich leicht her und hin und standen dann wieder aufrecht. Hell war das Grün ihrer Stengel, ihrer Blätter, und wie ein Kranz lag auf dem Erdreich um sie ein fauliges, braunes Baumblatt vom andern Jahr noch, durch das sich ihre fpitzen Triebe gebohrt hatten, als sie ans Licht wollten. Anna, die Magd, stand auf der Wiese, hielt die Aug-en auf die Blumen gesenkt und sah sie doch nicht. So wie der Wind die jungen Halme kämmte, bauschte er Annas Röcke, zog ihr Haar aus dem Kopftuch. Sie spürte nicht, wie kalt es noch mar, wie sie so unbewegt stand. Vom Weg am unteren Rand der Wiese klangen Stimmen herauf. Fremde, von turnen immer einige kamen, wenn der Vorabend eines Feiertages oder auch nur Sonntages anhud. Anna blickte zu ihnen hinüber, wie sie da gingen und sich so viel zu erzählen wußten. Ob sie wohl Zeit fanden zu sehen, wie alles ans Licht wollte? Ader zum Sehen waren sie doch gekommen? Anna hielt den Kopf ihnen nachgewandt und schaute dann wieder auf die Blumen, die da wie felbstoergessen zu ihren Füßen standen. Nun, im Schauen, gewahrte Anna sie erst. Und aus ihrer Brust entrang es sich wie zur Be» fretung. Sie würde den blauen Tonkrug nehmen und später, wenn es schon dunkel werden wollte, vom Quell, der oberhalb des Dorfes entsprang, Wasser schöpfen. Sie würde es in ihre Kammer tragen und andächtig damit das Gesicht netzen. Osterwasser war es dann, geheimes Wasser. Schön wollte sie werden. Schön für ihn, den Korbinian, der all die Zeit, seither sie an ihn zu denken begonnen, sie nicht schön genug gefunden hatte, um sie für sich zu erwählen. Immer waren es andere, die er ihr vorzog. Auf dem Tanzboden oder auf dem Feld bei der Arbeit. Oder an den Feierabenden, wenn die Burschen und Mädchen an den Zäunen standen, oder da und dort winters in einer Küche zusammen nm die großen Defen saßen. Fing Korbinian bann hin und wieder einen ihrer stillen Blicke auf, schien es, als seien sie ihm fast lästig. Einmal — es mar Erntedankfest — hatte er sie zum Tanz aufgefordert. War es, weil sie gerade in der Nähe saß, oder auch, weil er wirklich gerade mit ihr tanzen wollte, er schwenkte sie herum, bis ihr schwindlig geworden war. Dann hatte er sich noch eine Weile zu ihr gesetzt, aber er wußte nicht recht, was er mit ihr sprechen sollte. Er hatte sie einige Male forschend von der Seite angesehen und war schließlich aufgestanden und hatte sie sitzen lassen. Sie saß noch eine Weile wie angenagelt und ging endlich nach Hause, lange bevor das Fest zu Ende war. Dom Fenster ihrer Kammer aus sah sie ihn spät abends noch eng umschlungen und flüsternd mit einem Mädchen aus dem Nachbardorf. Sie verloren sich zwischen den Einfriedigungen der Gärten, über die die Dahlien sich neigten und schwere Büschel von reifem Holunder hingen. Es roch herb.. Schön wollte sie, Anna, werden. Und Wasser, am Dor abend zum Ostersonntag geschöpft, macht schön. Jh,re Großmutter hatte das auch getan, als sie jung war, und kurz darauf habe der Großvater um sie zu werben begonnen, fo hatte die alte Frau es erzählt. Als die Abendmahlzeit eingenommen war, nahm Anna das blaue, dickbauchige Krügel vom Gesims, ging über die dämmrige Dorfstraße. Als hätten ihn ihre Gedanken gerufen, kam Korbinian ihr entgegen, murmelte fo etwas wie einen Abendgruß und strebte an ihr vorbei. Dabei schielte er auf das blaue Krügel. Anna wurde es ftebenb heiß. Sie ging schnell weiter, als habe der Korbinian -sie bei etwas Ungutem ertappt. Lange hielt sie den Krug an den Quell. Dunkel sah das Wasser aus in der hereinbrechenden Dunkelheit, aber Anna wußte, es war klar, klar wie lauter Kristall und kalt. Erft als sie spürte, wie ihre Hand fast weh tat davon, da sie das Wasser schon eine ganze Weile über den Rand laufen ließ, hob sie den Krug weg und richtete sich auf. Und langsam, damit sie nichts verschütte, trat sie den Heimweg an. Es war ihr doch ein wenig unheimlich so spät. Kein Mensch war weit und breit zu sehen, zu hören. Die Fremden saßen beim Wirt in der noch geheizten Gaststube, und die Einheimischen saßen in ihren Küchen, besuchten sich auch wohl untereinander, aber was tat ein Mädel um die Zeit noch außerhalb des Dorfes. Da sah Anna einen schwachen Lichtschein, wie !von einer Laterne herrührend. Er kam näher, ein IMann wars. Jetzt ging sie schneller. Ihr war selt- Ifam unruhig zumute. „Ah, die Anna!" Es war Korbinian. Anna hätte beinahe das Wasser verschüttet. „Was hast du denn da in deinem Krug?" Sie wußte nicht, was sie antworten sollte. Korbinian fragte es auch fo merkwürdig. „Seit wann holt unsereiner Bier außerhalb vom Dorf?" ,>Es ist kein Bier." Annas Stimme klang zaghaft. „Oder Wein?" „Es ist kein Wein." „Oder gar Schnaps?" „Es ist kein Schnaps. Was du denkst, Korbinian." Er lachte derb auf: „Ich hab gar nicht gedacht, wie schön du einem was vormachen kannst. Bist mzmer so still. Aber stille Wasser ..." „Ich mach dir gar nichts vor, Korbinian." „Geht mich ja auch gar nichts an, was du da drin hast, und woher du's hast, zur halben Nachtzeit auch noch." „Wasser ist's, .Rorbinian, nichts als Wasser. Kannst riechen." Halb widerstrebend tat er's und schnippte bann mit den Fingern ihi-davon ins Gesicht. „Geh laß," bat sie, „önrfft mir's nicht unrein machen!" Erst war sie ihm gleichgiiltig, bann hatte er nicht gewußt, was er mit ihr beginnen sollte, bann hatte er uermieben, mit ihr ins* Gespräch zu kommen, heut abenb hatte er sie aiuf irgendetwas ertappt, das in ihm zu bohren anfing, und nun reizte ihn ihr dummes Reben, baß er ihr einfältiges Waffer trüben könnte. „Du mit deinem dummen Waffer. Das kannst dir an jedem Brunnen des uns im Dorf holen. Geh, laß dich auslachen!" „Nein, Korbinian, das kann ich mir nicht am Brunnen holen." „D a s Masses?" Er wurde wütend und schlürfte mit den Fingern gegen das Krügel, daß es überfchwappte. „Korbinian!" schrie sie erschrocken auf. „Du verstehst auch keinen Spaß," versuchte ek sich herauszureden. ».Bist überhaupt so eine, mit her man nicht gescheit umgehen kann!" „Du weißt ja gar; nicht, ab ich Spaß versteh', hast dich ja nie um Mich umgietan." „Soll ich's probiere^?" „Aber jetzt nicht, jstzt nicht hier," versuchte sie abzuwehren. i Da entwand er ihr das Krügel — er kannte sicü selbst nicht mehr — und sprengte das Wasser über sie aus. „Korbinian!" Sie hatte es jetzt laut geschrien. Nun war es still zwischen ihnen. Ganz langfan hob er seine Laterne und leuchtete ihr i^s Oefid) Das Wasser perlte ihr an Haar, Gesicht und Hals, und es war, als sei ihr Blick in sich selbst geridft^ Starr stand sie da. Lange sah er sie so an. Dan"r tarnen ihm die Worte: „Wie glitzerigs Steinzeug um und um. So reift wenn du das wärst... so schmuck, wie du breiw schaust... so — so — wie du dastehst —, feil* andere nähm ich, wie dich... Weinst?" „Es wird wohl das Wasser sein, das geheime. „Was für Geheims?... Frierst?" fiel ihm pW lich ein. Und als er daran ging, ihr mit ihr^i Schürze Haar uinb Gesicht zu trocknen, schauerte M zusammen. „Du verkühlst dich hier. Ich bring dich bis v®‘ die Tür. Komm." Er legte den Arm um sie uni) begleitete sie schweigend nach Hause. ♦ In ihrer Kammer stand Anna und schaute, schaift in den kleinen Spiegel über der Kommode, der fi’ klein war, daß or kaum ihr Gesicht aufnahm, sie sich so nah zri ihm neigte, aus dem ihr Augen entgegenstnahlten: Schön war sie geworden. Ein teurer Kuß. Einen Kuß hat ein unternehmender junger Elel triter in Kopenhagen recht teuer bezahlen müfsei"- Er hatte sich bei der Arbeit in einer Villa so sckM; in bas hübsche blond,' Zimmermädchen verliebt, da., er ihr schon nach zwvi stunden eine glühende t® beserflärung machte. Als er jedoch abgewiest- wurde, suchte er Trosit in einer Bar in ber VW barschaft. Dort trank Hr sich so viel Mut an, batz zum Fenster bes Mädchens hinaufkletterte, w m Zimmer einbrang und ihr trotz kräftigen Moe ftanbes einen langen leibenschafllichen Kuß verstv Das Mädchen telephonierte zur Polizei, und o junge Mann wurde vor Gericht gestellt, wo er ö - drei Monaten Gefängnis und, was in den navifchen Ländern noch als eine schlimmere ötr i erscheint, zu völliger Enthaltsamkeit von alkoholiny Getränken für die nächsten drei Jahre oeru wurde. u