§reltag,14.MSr;Ml M GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhejsen idere 31 Die den SWftlettung und GefchaftrsteNe: Gießen. Schulftraße 7-9 Berlin, 13. März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Mehrere hundert deutscher Kampfflugzeuge griffen während der ganzen Rächt beim Mondschein und klarer Sicht in rollendem Einsatz die Hafenanlagen von Liverpool-Birkenhead mit sehr starkem Erfolg an. Zahlreiche Hafeneinrichtungen und Lebensmittettager sowie am Hafen gelegene Induslriewerke wurden zerstört oder schwer aetroffen. Mehrere Schiffe gerieten in Brand. Weitere Nachtangriffe schwächerer Kampffliegerkräfte richteten sich gegen militärische Ziele und Industrieanlagen in Schottland und Süd-England. Aufklärungsflugzeuge erzielten bei Angriffen gegen Geleitzüge an der britischen Ostküste Volltreffer auf drei qrohen Handelsschiffen und versenkten ein Schiff von 1000 BRT. im Seegebiet von Great- Yarmouth. Leichte Kampfflugzeuge zerstörten bei Tage hallen und Unterkünfte auf einem Flug- plahinSüd-Lngland. Lin Schnellboot versenkte bei einem Borsloh gegen die englische Südostküste einen britischen weil die kulturelle Betätigung des tschechischen Volkes sich auch im vergangenen Jahr voll entwickeln konnte. Sie ist vielfach weit stärker als zuvor und erfreut sich der weitgehenden Förderung der amtlichen deutschen Stellen. Dor allem aber gewinnt die Ueberzeugung allmählich Boden, daß die tschechische Kultur im wesentlichen auf eine gemeinsame Wurzel mit der deutschen zurückgeht und von ihr immer wieder zu allen Zeiten die stärksten Impulse empfangen hat. So ist das Fazit, das wir ziehen können, ein durchaus günstiges und positives. Das Zusammenleben zwischen Deutschen und Tschechen vollzieht sich in einer Form, die die besten Aussichten für die Zukunft gewährleistet. Als Staatspräsident Dr h a ch a vor einiger Zeit einmal gefragt wurde, wie er zu der Hetze der Benesch-Kreise in London stehe, da gab er die klare und eindeutige Antwort: ..Das tschechische Volk sieht nicht in Herrn Benesch, sondern in mir die beste Wahrung seiner berech- 1 UM«« eintoröffon " don treten. Das ist im gewissen Umfange auch geglückt. Die Londoner Preise haben längst keine Bedeutung mehr für den sog. Weltmarkt. Wo heute noch das Bedürfnis besteht, sich nach Weltmarktpreisen zu orientieren, da muß man sich schon an die Neu- yorker Preise halten. Insofern ist Neuyork schon zum Weltmarkt geworden. Aber dieser Weltmarkt macht den Amerikanern gar keinen rechten Spaß, denn seine Entwicklung ist alles andere als als erfreulich. Entgegen der vor dem Kriege nicht nur in Amerika weit verbreiteten Auffassung, daß erheblich steigende Welthandelspreise zu erwarten seien, ist das Gegenteil eingetreten. Die Entwicklung ist zwar nicht einheitlich, aber im Endresultat waren im Jahre 1940 die Preissenkungen nicht nur in der Mehrzahl, sondern sie waren auch in ihrem Ausmaß erheblicher als die Preisbesserungen, die an einzelnen Märkten zu verzeichnen waren. Vor allem aber spiegelt sich in ihnen eine Steigerung der Wirtschaftsnöte wider, deren Beseitigung man sich gerade von dem Kriege erhofft hatte: Die Notlage fast aller agrarischen Erzeugnisse ist heute stärker als je zuvor. Das gilt insbesondere für W e i z e n. Anfang dieses Jahres notierte man in Chikago noch 103,25 Cents für den Bushel, Ende Dezember dagegen nur noch 87,00 Cents. Der Wegfall Europas, das nun einmal von allen Welthandelswaren überhaupt stets rund die Hälfte ausgenommen hat, in Verbindung mit relativ guten Ernten in Uebersee hat dazu geführt, daß der Weltweizenüberschuß mit 149 Millionen Quarters (1 Quarter = 480 Libras; 1 Libra — 0,453 Kilogramm) erheblich höher ist als im Vorjahr mit 131 und 1938/39 mit 112 Millionen Quarters. Der Druck der unverkäuflichen Weizen- Washington, 13. März. (Europapreß.) Das Ersuchen, alle Schiffsverkäufe und Dercharterungen in Zukunft rechtzeitig anzumelden erließ die B n n- desschiffahrtsbehörde (Maritime Commrf- fion) am Mittwoch an alle Reedereien der Vereinigten Staaten. Die Maßnahme die mit den Bedürfnissen der A u f r ü st u n g begründet wird, lall den Bundesbehörden eine schärfere und dauernde Kontrolle über den verfügbaren Schiffsraum ermöglichen und gleichzeitig der Erhöhung der Tonnagepreise und Frachtraten entqegenwirken, die aus Druck und Verlag: vrühlsche UntDcrfltätsbraderei H. tauge Walia durch. 3n Nordafrika bekämpfte die deutsche Luftwaffe britische Fahrzeugkolonnen und kraflwagenansammlungen wirkungsvoll mit Boni» ben und Bordwaffen. Der Feind warf in der letzten Nacht auf Orte des norddeutschen Küstengebietes sowie auf die R e i ch s h a u p t st a d t Brand- und Sprengbomben in größerer Zahl. Innerhalb von Wohnvierteln wurde eine Anzahl von Gebäuden, darunter Kirchen und Krankenhäuser, beschädigt. An Industrieanlagen entstanden nur unerhebliche Schäden. Unter der Zivilbevölkerung ist eine Reihe von Toten und Verletzten zu beklagen. Zehn der angreifenden Flugzeuge wurden durch Nachtjäger und Flakartillerie a b g e f ch o s s e n. Außerdem ver- tor der Feind bei Tage drei Flugzeuge in Luftkämpfen. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt. Fünf Spitfire-Flugzeuge über dem Kanal obgeschossen. Berlin, 13. März. (DNB.) Zwischen deutschen Iügern und englischen Spttfire-Flugzeugen kam cs im Laufe des Donnerstag über dem Kanal zu Luftkämpfen, bei denen fünf Spitfire-Flug- Harriman nnd Buddle in Lissabon. Lissabon. 13. März. (Europapreß.) Mft. dem Clipper traf am Mittwochnachmittag der S o y d erbe a u f t r a g t e Roosevelts für die Abwicklung der nordamerikanischen Lieferungen nach Eng- PI. Jahrgang nr.62 (äricbenu tanlicü. anbei tzonnmas und »Vetertna* grilanen:Tie3Umtnerte ) (Siebener »>anuhenblnttei * L?nnmimBild TieS-cholle bis miitf ® r. wen y lunli Bit mehreren Hundert Flngzenaen gegen die Hasenanlagen von Liverpool-Virkenhead. lei ; lid no( ile, ein lhicoih 'r, ekllK gibt bn; ■d)3ieW n wen. erftreuß as üben 'nüffe!- ier bunt Felln UßblU e Ximb ebämpji dimm, )ber aut Suppe» azu uni; >e, 81 ThicorK Chicors i le Mil- )cht ote und u» , folans feuert eiten ul ier ftr« chen to ranz ei» chmorr. vas Ft mas 0$ Eopf ft uer lau? schmal i bereut ten Sch oief feb tanze w ie Gret ien Zlidf Chicore LM. jcchr zu bringen. Die Gesamtschuld beläuft sich im Augenblick auf 56 Milliarden Dollar, steigt jedoch von Woche zu Woche um mehr als hundert Millionen Dollar. Unter dem Gchock der letzten Gchifisverlusie. Stockholm, 14. März. (DNB. Funkspruch.) Em Bericht des Londoner Korrespondenten von „Nya Dagligt Allehanda" spiegelt den nachhaltigen Eindruck wider, den in London die für England so katastrophale Versenkungsziffer der letztbekanntgegebenen Woche hervorgerufen hat. In der Woche vom 24. Februar bis 2. März sind über 400 000 BRT. versenkt worden, von denen der letzte Wochenbericht der britischen Admiralität nur 148 038 BRT. zugegeben hat, immerhin eine Zahl, die die von der Jllusionsagitation betörten Enaländer in eine erklärliche Bestürzung versetzt hat. Man ist in London bemüht, die englische Bevölkerung damit zu trösten, daß man erklärt, daß die englischen Gegenmaßnahmen in der letzten Zeit sehr wirkungsvoll gewesen seien. Freilich habe man die Ergebnisse geheim halten müssen. Die Lage der Handelsschiffahrt wird überhaupt so geheim wie möglich gehalten, was auch nur zu verständlich ist. Daher wurde auch am Donnerstag, wie Reuter meldet, auf den Wunsch mehrerer Abgeordneter des Unterhauses eine Geheimsitzung abaehalten, in der über die Lage in der Handelsschiffahrt debattiert wurde Der ganze Ernst der Lage für England wird aus dem Hinweis des Londoner Korrespondenten von „Nya Daaligt Alle- handa" deutlich, daß die englische Oeffentlichkeit auf schwere Wochen vorbereitet werde. Anmeldepflicht für Schiffsverkäuse in USA. Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bisU'/.Udr desBm-mtttags An-eiaeu-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf le mm bei 22 mm Beilenbreite# Tertteil 50 Nvi. ie mm bei 70 mm /Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstallell Abschlüsse Mengenitabel B Plavvorsckmtt «vorherige Vereinbarung l 25' n mehr fut |t| '9 bfiti r er bitj bittfji 'lante^ ^lattj(! 8Qrtf-! 'ch ma■ bringt, We ifr. er Idfc W ten ur;1, aerieb^ fei Ji. t* xö efte) ' io Ronats-Bezugsvreis: gtit 4 Beilagen NM 1.05 Ebne Illustrierte » 1.80 Lunellgebühr. ,, -.25 Jitb bei Nichterscheinen g>n einzelnen Nummern jsiolge höherer «Äewalt >>rnsvrechanschluß 2251 4rahtanschrist-.,,Anzeiger" loitftberf IlfiAA^ranff. M isch en einst und jetzt gerade- auf Schritt und Tritt in die Augen. Die deutsche Ortneif aut «cyriu uno Z-rui in ine äugen, -uuc ucuqujc ctt muj Corache ist die Verkehrssprache, die Straßenschilder ialat o) | Wen heute sein Weg in das Protektorat Böhmen urb Mähren führt, sei es daß er nach Prag oder eiter anderen Stadt kommt, dem springt der U n - „London eine belagerte Festung." Ein amerikanischer Augenzeugenbericht. - Ruinen als Rohstoffquelle. ngen zuerst die deutsche und darunter die tschechi- Bezeichnung, die Straßenbahnschaffner rufen )e Haltestellen erst auf deutsch und dann auf tzechisch aus, in den Gaststätten tragen die Speis-n perft die deutsche und dann die tschechische Bezeich- Lng usw. Die deutsche Sprache, die vor wenig n°hr als zwei Jahren in der Oeffentlichkeit zu ge- muchen ein heikles und oft recht unangnehmes lliterfangen war, steht jetzt wieder hoch im Kurs. : e wird zudem nahezu von der Gesamtheit der Zchechen beherrscht, wobei lediglich die jüngere 3=neration ausgenommen ist, die in dem Benesch- lurchsetzem" „ Staatssekretär Karl Hermann Frank, eine fahrende Persönlichkeit des Deutschtums »rn Pro- tBtorat hat sich unlängst in einer längeren Abhandlung in der Zeitschrift „Böhmen und Mahren mit diesen Greifen auseinandergesetzt und dabei die Feststellung getroffen, daß ein großer Teil der Legio- nire noch heute feine lichtscheue Tätigkeit fortsetzt Md vor allem Träger der relchsfeind- l chen Flüsterpropaganda ist. Er schrieb. ,Zhre (der Legionäre) Ausscheidung aus dem öffentlichen Leben und ihre Aussonderung aus dem jcyat- fiiiden Leben des tschechischen Volkes darf und kann (hier nicht als eine Verfolgung des tschechischen Hottiotisrnus empfunden werden. Es ist vollkommen falsch, wenn in gewissen tschechischen Kreisen be- hiuptet wird, der Begriff der Legion sei bis zu emem gewissen Grade identisch mit dem -Begriff des tschechischen Patriotismus Ich glaube, die deutsch- f-indliche und asoziale Haltung und Einstellung der tchechjschen Legionäre genügend bewiesen zu haben, um feststellen zu können, daß für uns eine Ablehnung des Legionärtums nicht gleichbedeutend ist mit euer Ablehnung ober Verfolgung wahrhaft ttchchi- schen nationalen Empfindens. Gewiß kann man den kchechischen Legionärsgedanken als Ausdruck eines gi steigerten Nationalismus ansehen al^rbmgs nur ir einer Zeit, in der das ^abrliche Geschichtsblld lalackys und die tm politisch luftleeren Raum tnftruierten Thesen Masaryks und Benesch bas tschechische Volk beherrschten und von ihm gebubt wurden. Die Zeit, die im Kampf der , Tschechen gegen Deutsch! and die schicksal- I hifte Mission dieses Volkes sah, ift e n b g u . t g ! üo r b e i. Aus diesem Mythus ist 1918 die tschecho- I flvwakisch? Republik entftanben. Mer Staat aber : nutzte zerbrechen, weil die Idee salsch war. Heute i k- es höchste Zeit, datz die frührenden Kreise — wie eriefnofli % & irb eschnittci tber nid jnb wer nen, n* iffeln W ine r Iropfß tartoffelR jtterni'li Die 8«1 und ben » it he'^ er ND es übrigens die breite Masse des tschechischen Volkes bereits getan hat - erkennen, wie sehr die Epoche 1918 bis 1939 eine Fehlentwicklung war und beinahe zum Ende der tschechischen Nation geführt hat. Man muß in jenen tschechischen Kreisen auch erkennen, daß diese Fehlentwicklung erst durch das (Eingreifen des Führers zugunsten einer organischen und an historischen Beispielen bewährten Lösung korrigiert wurde." Mit diesen Ausführungen des Staatssekretärs ist bas Kernproblem beutlich Umrissen. Die Masse bes tschechischen Volkes, bem es, was befonbers betont sei, wirtschaftlich keineswegs schlecht geht, ist burchaus aus ben Fehlern ber Vergangenheit zu lernen gewillt unb stellt bieses im täglichen Leben beutlich genug unter Beweis. Diese Ansicht ge= , winnt nicht zuletzt auch deshalb steigend an Boden, tigten Interessen. Churchills letzte Karte. Oer Dank für das Englandhiife-Geseh. — Das Ecko in Rom. 14 Märr. (Eurovavreß) In den beweg- land, Harriman, in Lissabon ein. Erklärungen, 14. Marz. (Europapreß. »n um „ DOn ber Presse gebeten wurde, gab er • - ' nicht. Er deutete lediglich an, er gedenke ungemhr drei Monate in England zu bleiben. Von Bord des gleichen Clippers stieg auch der nordamerikanische Botschafter B i d d l e, der die Aufgabe hat, die nordamerikanische Regierung bei den von der englischen Regierung anerkannten polnischen, holländischen und belgischen Ausschüssen in London zu ver- R 0 m, 11. —(T -----r~r- ten Worten, mit denen Churc, Unterhaus die Billiaung des England- Hilf e - G e s e tz e s in USA. cingekundigt hat, habe die Welt so schreibt die römische Presse, alle Angst des alten England Mitschwingen hören können, das sich wohlbewußt sei oon ber Achse bereits in nicht wiebergutzumachenber Weise geschlagen worben zu sein unb in der norbameri- kanischen Hilfeleistung die letzte Karte besitze. Zum ersten Male in seiner ganzen Geschichte erkläre England Europa, nicht mehr Herr seiner Geschicke zu sein und seinen Fortbestand nur der Hilfe eines anderen Staates zu danken. Nicht mehr England, sondern die USA. ständen jetzt an der Spitze der englischsp'-echenden Völker. Tatsache sei, daß England, das in seiner gegenwärtigen Struktur nur als beherrschende, die Welt aussaugende Macht bestehen könne, die Hilfe der USA. benötige. (Eine Macht, die die Weltherrschaft führe, könne wohl Trabanten und Schutzbefohlene, nicht aber Gleichberechtigte, brauchen. England habe damit bereits auf seine Stellung als Weltmacht verzichtet. Nach weniger als eineinhalb Jahren Krieg habe England die wichtigsten Kennzeichen seiner historischen unb politischen Haltung als Imperium eingebüßt. 5 er fl ö r er. Im Mittelmeerraum führten deutsche Kampfflugzeuge zusammen mit italienischen Ber- . bänden bewaffnete Aufklärung gegen die Insel >zeuge abgeschoffen wurden. r G .... Supp;.' tir schied zw i oitneifj | “ A,,f ^Die^Schicht ber Intellektuellen jedoch hat sch trotz der ernsten Lehren des Krieges noch nicht tu von überzeugen lassen, daß bie neue Lage in rfter Linie auch ben Lebensinteressen der tschecy:- hen Bevölkerung bient. Eine befonbers befrenv l-nbe Rolle spielen babei jene Kreise, die im Lager Ist Legionäre zu fmben sinb, wobei von deat- Äer Seite klar und eindeutig der Standpunkt oer- beten wird, daß für eine Mentalität der Legionäre !°ute kein Platz mehr ist. Für die Haltung dieser ! reise dürfte eine Bettachtung besonders aufschlutz- 'isich sein, die am 5. Oktober 1938, also J1 ad) ber Heimkehr des Sudetenlandes, In der Zeitschr'ft Regie" erschien: „Wir haben ein Gebiet verloren, !as uns ans Herz gewachsen ist. Wir verloren Jllu- »nen. Wer Illusionen verliert, gewinnt Ueber- I gung. Wir gehen m die Zukunft mit erhobenem t; tiupt unb mit dem Mute, den nichts bricht, mit lern Bewußtsein, daß auch unser Tag kommen t erbe" Am 26 April 1939, kurz nach Errichtung 1-s Protektorats, würbe vom Exekutivausschuß des .Dlarobni sourucenstvi" die „Na11ona l e Der- «iinigung der Legionär e" unter der Fuh- unq bes Legionärs Sliva geschaffen. Sie stellte ime Bereinigung aller Legionär-Derbande der füheren Zeit dar. In einem Geheimrundschreiben t irb der „neue" Standpunkt umschrieben: „uur ns Legionäre muß entscheidend und richtunggebend firn, daß wir uns gut in die nationale Arbeit euv Men, ob sie so oder so organisiert wird Je siuher wir unsere ideelle (Einigung organisiert laben, desto eher und erfolgreicher werden wir uns 'n nationalen Leben auch bei seiner neuen Fvrm Zwei Jahre prolekiorai Böhmen und Mhren Bon umerem D. S.-Korrewondenlen. Washington, 13. März. (Europapreß.) Annahme bes Englandhilje-Gesetzes verspricht Bereinigten Staaten erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten zu verursachen. Bereits zur Zeit bes Inkrafttretens bes Gesetzes sinb sieben Milliar- ben Dollar angesorbert bzw. verbraucht worden, so baß bie Möglichkeit besteht, baß bie Höchstgrenze für bie Staatsschulb, bie vor zwei Wochen bereits auf 65 Milliarben Dollar erhöht würbe, nochmals erhöht werben muß. Roosevelt hat bie Höhe ber Ausgaben auf 8.5 Mil liarben Dollar veranschlagt, ohne bie auslänbische Hilfe bis Enbe Juni 1940 einzubeziehen. Das Hilfeprogramm hat also bereits sieben Milliarden Dollar zu einem Zeitpunkt verschlungen, ba bie Höchst- ------ „ grenze für bie Staatsschulb zu niebrig eingesetzt ber Schiffsraumknappheit zu entstehen war, um das Staatsbudget glatt durch das Finanz-j drohen. der Behörden Zusammenhänge. Im übrigen berichtet der Augenzeuge, daß eine einzige Bombe, bie bei Charing Croß, einem Brennpunkt bes Lonboner Verkehrs, explobierte, einen Schaden von rund zweieinhalb Millionen Pfund verursacht habe. Was für ungeheure Zerstörungen aber auch gerade an großen öffentlichen Gebäuden, Jndusttiewerken und Lagerspeichern entstanden sein müssen, geht aus einer aufschlußreichen Betrachtung des Londoner Daily Mirror" hervor. Das Blatt beklagt die Des» Organisation auf dem Gebiete ber Eisenoerwertung unb wirst bie Frage auf, warum man bie Londoner Parkgitter abreiße, während Hefige Mengen greifbaren und guten Eisens völlig ungenützt in London umherlägen. Noch nie habe man ein so reichhaltiges Lager a n eisernen Trägern gesehen, wie es jetzt die City von London infolge der Luftangriffe aufweise. Es müsse doch möglich sein, sich mit den (Eigentümern der zerstörten Gebäude über die Verwertung der Eisen- unb Stahl- Enttäuschte Plutokraten in LtGA. Die Aufdeckung des amerikanischen Einmischungs- oersuches in den europäischen Krieg durch unmittelbare Einwirkung auf die jugoslawische Regierung mag den Verantwortlichen in Amerika zwar peinlich sein, uns überrascht sie nicht. Wir wußten von Anfang an, daß dieser Krieg ein Kampf des nationalen Sozialismus gegen den internationalen Kapitalismus und die diesen regierende Macht der Plu- tofratie ist. Wir wußten auch von Anfang an, daß diese internationale Plutokratie ebenso in den Vereinigten Staaten zu Hause ist wie in England. Mit einer entsprechenden Einstellung dieser amerikanischen Plutokratie war also von vornherein zu rechnen. Trotzdem besitzen bie Vorgänge in Jugoslawien auch für uns einen besonderen Wert, weil sie erken» nen lassen, wie stark sich heute bie amerikanische Plutokratie schon selbst e.insetzen muß. So wenig wie bie englische Plutokratie zu Beginn bes Krieges daran bachte, baß Englanb ben Krieg praktisch allein unb unter vollem Einsatz seiner eigenen Kraft würbe führen müssen, so wenig bachte bie amerikanische Plutokratie baran, aktiv hervorzutreten. Der Krieg in Europa sollte für Amerika das große Geschäft werden, das den einzelnen Plutokraten Riesengewinne, der Regierung aber Befreiung aus den Nöten der völlig verfahrenen wirtschaftlichen Lage bringen würbe. Amerika wollte bie wirtschaftliche Stellung Englands in diesem Kriege endgültig übernehmen, unb zwar ganz ohne Risiko unb ohne jeben eigenen Einsatz. Neuyork sollte als Weltmarkt an bie Stelle von Lon- treten. Kostspielige Folgen der Englandhilfe. Die Staatsschuld der USA. wächst. N e u y o r k, 14. März. (DNB. Funkspruch.) „Lon- bon ähnelt heute einer belagerten Festung!", erklärt ber amerikanische Journalist Walter ©rabner. Es gebe wohl niemanden in ber britischen Hauptstadt, ber sich nicht aus biefer Festung fortsehne und sie verlassen würbe, wenn er nur könnte. Wenn man bedenke, baß in ben letzten Tagen auf Lonbon nicht weniger als h u n b e r t t a u s e n b Bomdenver- febiebenfter Art abgeworfen würben, könne man sich bie Zerstörungen- oorftellen. Rings um ben Piccadilly Circus, dem verkehrsreichsten Platz Londons, gebe es kaum noch einige Gebäude, die nicht von Bomben beschädigt sind. Die größten Zerstörungen seien i m ö st l i ch e n Teil der Stadt entstanden, was sich daraus erkläre, daß diese unmittelbar an die kriegswichtigen D o ck s und Werfen grenzenden Viertel aus einer Unzahl kleiner zusammenhängender, wenig solide gebauter Häuser bestehen. Die Lage der Bevölkerung tm Osten sei zweifellos außerordentlich schwer, was jum Teil mit ben völlig unzulänglichen Maßnahmen stelle zu einigen. System heranqewachsen ist. Wie stellt sich nun bas Verhältnis zw i- ihen bem Deutschtum unb ben Tsche- den bar? Wie haben sich bie Tschechen mit der fctuorbnung abgefunben? Die Untersuchung biefer >ag? ist gerabe jetzt von besonderer Bedeutung, irb boch am 16. März zwei Jahre seit ber Raffung bes Protektorats vergangen. Von ver- twortlichen Stellen unb Persönlichkeiten ist schon rit auf bie Notwendigkeit hingewiesen worden, ne planmäßige Erziehung des tschechischen Volkes : m Reichsgedanken einzuleiten. Es liegt auf ber hab, daß im Rahmen dieser Bestrebungen der - im übrigen recht zahlreichen und manntgfalh= en — tschechischen Presse eine besondere Be- iutung zukommt. Es kann — eine Tatsache, die t rzlich auch ber Reichsprotektor unterstrichen hat — ^gestellt werben, baß die tschechische Presse, mit wenigen Ausnahmen, die ihr zufallende verant- tortungsDoUe Aufgabe erkannt hat unb zu ihrem M zur Aufklärung bes Volkes beizuttagen verficht. Die maßgebenden tschechischen Journalisten fiben eine erfreuliche Initiative gezeigt. In ben breiten Schichten bes Volkes wachst die Erkenntnis, baß es bas friedliche Leben m rfter inie bem Führer verbankt, ber bem bohmisch- rährischen Raum bas Schicksal Polens, Norwegens, fbüanbs, Belgiens unb Frankreichs, seiner Haupt- !»dt aber bas Los Warschaus unb Rotterdams er» ißrt hat. Man ist sich barüber im Klaren, daß ber utsche Soldat mit seinem Einsatz von den Gefilden brr Moldau jeden Kriegsschrecken fern- stieg mehr möglich ist. Der Sieg werde aber auch unser sein, weil Deutschland um das Recht kämpfe, weil wir das größte und gesündeste Volk seien, am gründlichsten vorbereitet und am besten geführt Als Dr. Goebbels seine Rede beendet hatte, erklangen die Lieder der Nation. Die Rufe: „Ein Reich, ein Volk, ein Führer!" und die Sprechchöre „Wir orü^en unseren Führer!" — „Wir danken unserem Führer!" rissen minutenlang nicht ab. Die Kundgebung des nationalsozialistischen Wien gestaltete sich zu einem machtvollen Treuebekenntnis der Wiener Bevölkerung für den Führer, den Befreier der Ostmark ^Standarte Tlorbfanb' ruft auch in Dänemark. K o p e n h a g e n , 13 März. (Europapreß.) „Standarte Nordland ruft", heißt es in einem Aufsatz von „Faedrelandet", dem Beisoiel zahlreicher norwegischer und anderer in der Standarte .,Westland" gesammelter Freiwilliger auch von dänischer S e i 1 e zu folgen. Der Kampf gelte heute nicht mehr Vorräte hat sich also weiter erhöht. Und er wird noch größer werden denn nach den kürzlich veräe- fenthd)ten Ernteschlußichätzungen in den Berem.g- len Staaten und >n Argentinien muß man „unglücklicherweise" mit einer noch besseren (Ernte rechnen als erwartet. Zwar hatten die Bereinigten Staaten ihre Winterweizenanbau'läche von 45 au 42,6 Millionen Acres herabgesetzt da aber die Ernteschätzung mit 84 o. f) des Standards erheblich höher ist als im Borjahr mit 55 o f). wird man voraussichtlich von der verringerten Fläche doch noch mehr ernten als im Borjahre Es »st schon ein „Unglück"! Unter solchen Umständen hat es natürlich auch der gerissenste Getreidespekulant schwer, die Preise hoch- Zuhalten. Aehnlich liegen die Dinge bei Mai s. Hier wird A r g e n 11 n e n am schlimmsten getroffen Da so gut wie gar keine, Aussicht besteht, den überschüssigen Mais zu exportieren, wird der Mais bereits als Lokomotivheizmatenal verwertet Der Chikagoer Maispreis liegt allerdings etwas höher als zu Beging des Jahres, doch zeigt dies nur, daß in Wirklichkeit der Chikagoer Preis kein Weltmarktpreis ist. Noch schlimmer liegen die Dinge bei Kaffee. Hier ist der Preis von 5,50 Cents |e Libra auf 5,37 zu- rückgegangen, obwohl die Bereinigten Staaten m Zusammenarbeit mit den 14 iberoamerikanischen Produktionsländern eine Kartellregelung vorgenom- men haben Der Preis für Kakao lang Anfang Januar in Neupork bei 5.75 Cents fe Libra, Ende Dezember bei 5,37 Cents, nachdem er im September- Oktober bis auf 4,50 Cents abgefunfen war. Interessant ist, daß die Steigerung zum Jahresende au Verschiffungsschwierigkeiten aus den afrikanischen Erzeugunqsländern zurückzuführen ist. Käme die wahre Marktlage zum Ausdruck, so müßte ein völliger Bersall der Kakaopreise genau so eintreten wie beim Weizen und Mais, denn von den in Afrika für den Export erzeugten rund 450 000 Tonnen können höchstem» 1ÜOOOO Tonnen in England und etwa 100—150 000 Tonnen in den USA. abgesetzt werden Mindestens 200 000 Tonnen müssen also wiederum vernichtet werden. Auch der Baum- w o 11 p r e i s konnte sich trotz der Stützung durch die Regierung nicht halten. Er ging von 11 36 Cents im Januar aus 10,50 Cents Ende Dezember zurück. Daumwollöl sank von 6.97 Cents auf 5,90 Cents je Libra und Schmalz von 6,08 Cents auf 5,65 Cents je Libra. Der amerikanische „Weltmarkt" zeigt also durch weg das Bild eines weitgehenden Preisoerfalls, wo- bei man sich im klaren darüber sein muß, daß dieses Bild noch keineswegs die ungeschminkte Wahrheit darstellt, denn die Preise kommen sa längst nicht mehr auf Grund von Angebot und Nachfrage zustande, sondern sie sind das Ergebnis staatlicher oder internationaler Stützungsmaßnahmen. Hinter ihnen steht die immer größer werdende Not der über- feeischen Landwirtschaft Mögen die Plutokraten auch bei den fetzigen Preisen noch Geschäfte machen. Lange wird d-ies nicht mehr möglich fein, denn der Zusammenbruch der Landwirtschaft kann leicht auch politische Folgen haben Nicht zuletzt deswegen muß die amerikanische Plutokratie schon jetzt in so unvorsichtiger Form in die Verhältnisse Europas ein- greifen. W-mn izwn aber denkt, dadurch den europäischen Absatzmarkt für Amerika zu sichern, so irrt man sich. Was Europa in Zukunft aufnehnrn wird, bestimmen w"der englische noch amerikanische Plutokraten, sondern die Völker Europas selbst. V. A. Die Lösuna der Ministerkrise in Argentinien. Prima vera Siciliana. Viele deutsche Soldaten haben jetzt Gelegenheit, fremdes Land mit seinen Schönheiten kennenzulernen. Flieger, die vielleicht vor einem Jahr die großartigen Fjorde Norwegens bewundern konnten und im letzten Sommer an der Kanalküste standen, erlebten nun in Sizilien einen noch nie gesehenen Frühling. Was sie hier in der Umgebung antiker Bauwerke sehen können, wird ihnen immer in Erinnerung bleiben. — (PK.-Oppitz-Presse-Bild-Zentrale-M.) , \ '.AH MW -b--*1^«.'/ - t V X- UWN Lagerleben unserer Ilieger in Afrika. Auf den afrikanischen Zwifchenlandungsplätzen unserer Stukaverbände herrscht ein dem Klima angepaßtes Zeltleben. Die Sonnenstrahlen sind dort so kräftig, daß unsere Soldaten in ihrer Ruhezeit ein Sonnenbad nehmen können. (PK.-Rechenberg-Scherl-M.) Buenos Aires, 13. März. (Europapreß.) Die argentinische Kammer hat mit 82 gegen 21 Stimmen den Vorschlag der Radikalen Partei angenommen, daß die Befugnisse des Präsidenten Ortiz während dessen Krankheit dem stellvertretenden Präsidenten C a st i 11 v übertragen werden Durch diesen Beschluß hofft man den Streit über die Befugnisse des Präsidenten endgültig zu beseitigen. Die durch den Rücktritt R e c a s und Pinedos im Januar ausgelöste Ministerkrise ist nach mehrwöchigen Sondierungen nun auch beigelegt worden. Das Außenministerium übernimmt Enrique Guinjazu, der zur Zeit argentinischer Botschafter am Vatikan ist Er war früher Proiesior der Volkswirtschaft an der Universität Buenos Aires Zum Finanzminister, wurde Carlos A c e v e d o ernannt, der schon unter der Regierung Justo das gleiche Ressort innehatte. Acevedo ist gleichfalls Unioersitätsprofessor. llnqarns tlGA.'Gulhaben eingefroren. Washington, 14. März. (Europapreß.) Finanzsekretär Morgenthau gab bekannt, daß auf Veranlassung des Staatsdepartements alle ungarischen Guthaben in den USA gesperrt würden Eine Angabe der Gründe für dieses von Präsident Roosevelt und dem Finanzministerium veranlaßte Vorgehen wurde verweigert Damit ist Ungarn das zwölfte Land, dessen Guthaben in den USA. einfrieren. A-uyorker Omn'buo.Gtrelk. Neuyork. 13 März (Europapreß ) Der vor drei Tagen ausgebrochene Streik des Neuyork-r Omntb'isnerionals hält unvermindert an unter völliger Lahmlegung des gekirnten Neunorker Omni- busnetzes und den sich hieraus ergebenden ftär-rften Dehlnderunnen des Stadtverkehrs Eine Erklärung des Vorsitzenden des Dies-Ausschufses worin der Streik als Vorbote weiterer inspirierter Ar. beitskämpfe bezeichnet wird, findet in der Presse große Beachtung. Britisches Hilfskriea-schiff versend. San Sebastian, 14 März. (DNB. Funkspruch ) Die britische Admiralität gab Reuter zufolge bekannt, daß das Hilfskriegsschiff .,M a n i - ft e e" versenkt wurde Die „Manistee" war ein ehemaliger englischer Frachtdampfer von 5360 BRT Abschluß kritisch--- ManöveraufMalario Stockholm. 13 März (Europapreß) Am Mittwoch wurden die Manöver auf der Ma- laiischen Halbinsel (Singapore) ab^schlst- fen Sie fanden unter der Annahme kriegsmäßiger Bedingungen statt In einem Londoner Kommentar wird gesagt, daß das Ergebnis befriedigend gewesen fei daß sich aber weitere Maßnahmen zur Vervollständigung der Verteidigung als notwendig erwiesen hätten. Freiwillige für die englische Heimatwehr London. 14. März (Europapreß.) In London wurde amtlich bekanntgegeben, daß Jugendliche vor Vollendung des 17 Lebensiahres sich als Freiwillige für die Heimatwehr melden können, Diese ungewöhnliche Maßnahme hängt offenbar da mit zulammen, daß ältere Angehörige der Hei- rnatw'hr in de r Kriegsindustrie dringend benötigt werden. Ser jüngste Schlag der deutschen Luftwaffe. Von Kriegsberichter Fritz Krause. Und darüber Hängen rotgelb und die Stadt unten m Helles Licht setzend die Leuchtbomben Es, schönste Freude nach diesem großen Erfolg, ist ein Ziel wie bei einem Tagesangriff. Getreide- • --- dort unten. Nur die leichte Flak sendet ihr Dauerfeuer gegen die Leuchtbomben, ohne sie zu treffen und auszulöschen. Wir drehen ab. Noch immer und lange aus dem Heimweg begleitet uns das schaurige Schauspiel Wieder gleiten wir durch ein Spalier non Scheinwerfern und weichen gefährlichen Situation"n aus. Keine fehlt! Das ist doch die und Werften gleiten haargenau in das Visier — und bann regnet e s Bran,d - und Sprengbomben: Tausende und aber Tausende, in Abständen, wie die Maschinen gestartet sind, und jetzt in nie endenwollender Folge über dem Ziel angreifend. Unser Flugzeugführer, Oberfeldwebel H., macht heute seinen 70. Feindslua. Sicher führt er unsere Maschine über das Ziel. Daß ihm zu seinem Jubiläum ein solches Feuerwerk beschert wurde, wie er es bisher nur selten erlebt hat, entlockt ihm öfters begeisterte Ausrufe. Wie die Funken beim Schweißen sprühen allenthalben am Ufer des Mersey-Flusses die entfachten Brandbomben, und in dieses Glitzern mischen sich die Explosionen der mittleren und schweren Sprengbomben. Feuer und Rauch, Steine und Stahl und Sand durcheinanderwirbelnd. Die „Vorratskammer" der englischen Insel steht in Flammen. Mehrere Riesen- und größere und kleinere Brände sehen wir jetzt schon. Wieviele werden die Kameraden schauen, die noch unaufhaltsam nach uns kommen? Es ist, als ob die Engländer der Katastrophe nicht mehr Herr würden. Das Feuer scheint sich in ganze Gebäudekomplexe gefressen zu haben. Ueber viele Kilometer ist die Vernichtung dieser kriegswichtigen und kriegswirtschaftlichen Anlagen zu sehen. Die Luftabwehr muß sich fast verschossen haben Nur wenige Sprengpunkte blitzen hier oben auf und sie verblaßen fast in dem Schein des Inferno (PK) ..... 13. März. (DNB.) Großangriff auf' und andere Vorratsspelcher, Dockansagen, Kräne Birkenhead-Liverpool! Das Herz eines jeden unje- i™'* 11 nicht mehr erneuert. Aus -em Reich che W immer!!' eine fo Der Personenverkehr der Straßenbahnen und Schnellbahnen hat im Jahre 1940 einen bisher »ritoffen erreicht. Sie befor- teilt. Gewerbesteuer bei Aetriebswieder- outnahme nach KriegSstilleguna. Bei Wiederaufnahme eines wegen Kriegsmaßnah- men stillgelegten Gewerbebetriebes hat der Steuerpflichtige dies der Gemeindebehörde anzuzeigen, auch dann, wenn der eingestellte Gewerbebetrieb nicht abgemeldet worden ist. Die Gemeindebehörde teilte die Wiederaufnahme der gewerblichen Tätigkeit dem Finanzamt mit. Steuertechnisch wird die Wiederaufnahme selbst dann als „N e u g r ü n - düng" betrachtet, wenn die Einstellung und die Wiederaufnahme der gewerblichen Tätigkeit in das-, selbe Rechnungsjahr fallen. Die Finanzämter wer- den in die en Fällen einen neuen Gewerbe- steuermeßbetrag festsetzen. Unter Zugrunde- lequng dieses Steuermeßbetrages ist ein neuer Gewerbesteuerbescheid zu fertigen. Die Gewerbesteuer ist vom Beginn des Monats ab zu erheben, der auf die „Neugründung" des Gewerbebetriebs folgt. Rekord des Straßenbahnverkehrs im Jahre 1940. Was sollen unsere Soldaten essen? Von Generalstabsintendant Pieszcek, Chef der Amtsgruppe Heeresverpslegungs- und Beschasfungswesen im Oberkommando des Heeres. i Dfli* ifl 11 der znrch toW* Qllol u)lan.. ’Urbe der J 1 Oen • zei to\ n uA anbtit/j pen nj| 1 final öeljt'J 1 Soll; ’llien 1 mit ü| der : hi i krlQiJä Wij Oft IF rftänbi-E w** & »runo v Ine Jd innen § )hner!e und «■ Itfti l ! büny mit fc h bei> den v. fiemiD- llbem In Cd 1* Mh1!1? g’fl# tjieilo”?9 t nnd^ obenld lüge I* hrl, * m bti stjalb! : Deine k ; sich huf des stti« schale 48 Staaten mit rund 8 000 000 Quadratkilometer, hat sich demnach in den 165 Jahren um mehr a ls das neunfache vergrößert. Dazu kommen aber nun noch die folgenden Besitzungen: Alaska, Hawai, Portorico, Thomas-Inseln, das Panoma-Gebiet, die Philippinen, die Sulu-Jnfeln, Guam, die Tutuila- Jnfeln mit zusammen rund 1,9 Millionen Quadrat- kilometer. Nicht eingerechnet sind die setzt von England abgetretenen Stützpunkte in Amerika, deren genaue Größe heute noch nicht angegeben werden kann. Es wird wohl niemand, auch in Amerika nicht, behaupten wollen, daß alle diese zum großen Teile auf dem Wege der Gewalt erworbenen Besitzungen angegliedert wurden, weil die Amerikaner ein „Volk ohne Raum" seien, denn nur 4 von 48 Staaten weisen eine Bevölkerungsdichte von über 100 Einwohner auf den Quadratkilometer aus, 31 Staaten sind mit weniger als 20 Einwohner auf den Quadratkilometer besiedelt. Das Deutsche Reich dagegen zeigt eine Dichte von 143 Einwohner auf den Qua- dratkilometer. L. G. Auf der Insel Malta, deren englische Festungswerke, Flugplätze und Hafenanlagen nach den neuerlichen ÜKW.-Derichten von unseren Stukas immer wieder vernichtend angegriffen werden, finden bis 1912__8___„__800 000 „ Das kontinentale Nordamerika umfaßt'heute also Abschied vom Kavalleriesäbel Von Kriegsberichter Georg Zech. I Sif pi« Cf. 'S baevE en* Dorf, die es zu überrumpeln galt. Durch Hecken, dichten Wald, auf verborgenen Schleichwegen arbeitete sich der Spähtrupp so geschickt heran, oaß die Feldwachen im Dorf auch nicht einmal das Knacken eines Aestchens hörten und dann — den Säbel heraus aus der Scheide, hoch geschwungen und mitten hinein unter die verdutzten Gestalten, denen nichts anderes übrig blieb, als schleunigst die Waffen zu strecken. Und dann das Einrücken. Einer sprach ihn laut aus, den stummen Wunsch, den alle auf den Gesichtern trugen: „N o ch einmal mit gezögert e m Säbel, Herr Oberleutnant!" — Wie sehr der Oberleutnant diese Bitte verstand. Noch einmal so gerade sitzen die Männer in den Sätteln, die Faust spannt sich um den Griff des Säbels, der in der Sonne blinkt zur Rechten, zum allerletzten Mal. Ist diesen Reitern etwas anzumerken von den Gedanken, die sie alle in diesem Augenblick hegen? Am Dorfeingang steht ein alter Franzose mit weißem glattgekämmten Haar, mit seinem Geierge- sicht sieht er jeden einzelnen an, prüft die Haltung, oen Sitz der Männer, die alle schnurgeradeaus sehen, eine rechte Paradetruppe. „Vous avez une belle troupe, monsieur“, ruft dieser alte französische Ka- Herben im vorhergegangenen Jahre: bas ist eine Zunahme um 18,5 v. H. An wagenkilometrischen Leistungen wurden 1,17 Milliarden erzielt ober 2,6 v. H. mehr als im Jahre 1939. Zur Bewältigung des Verkehrs mußten Beiwagen In verstärktem Maße eingesetzt werden. Da die Zahl der beförderten Personen erheblich stärker anstieg als die der wagenkilometrischen Leistungen, hat sich der Ausnutzunas- grab des fahrenden Wagenparks gegenüber 1939 beträchtlich verbessert. Im Jahre 1939 wurden se Wagenkilometer 4,2 Personen befördert, im Jahre 1940 4,8 Personen. Die Betriebseinnahmen lagen um 18,5 v. H. über dem Stand vom Jahre 1939. Die kleinen und mittleren Gemeinden weisen eine stärkere Steigerung des Personenverkehrs auf. Den geringsten Zuwachs hatten die drei Millionenstädte Berlin, Wien und Hamburg. ofen K e M recht ei i Ml m Oi m Mi rken B ien sek Als es bann wegen der Sklavereifrage zwischen dn Nord- und Süostaaten Amerikas zum Bürger- ftieg kam (1861 bis 1865), wurde der amerikamiche Snperialismus auf längere Zeit lahmgelegt. Auf tiefen Krieg näher einzugehen, liegt außerhalb des f Johmens unserer Betrachtung. Erst nachdem die i hmeren Schäden, die dieser Krieg dem ganzen lande geschlagen hatte, vernarbt waren und das Wirtschaftsleben wieder aufzublühen begann, traten ch -Mumme unb denen des Sudelenlandes bestehe, wohl -in ebenso großer wie zwischen Thüringern und Tiro» Lichtsprelhau«: .Oie lebte Hunde-. In einer in Neuyork und Berlin spielenden Handlung ist in dem Drehbuche von B. E. Lüthge (nach einer Idee von Georg Z o ch) die ar Sensationen äußerer und auch innerer Natur nicht arme Geschichte zweier Boxer beschlossen: ein Sportroman, vom Regisseur Werner Klingler mit entschiedener Witterung für unmittelbare Publikumswirkung, mit viel Sinn für Tempo, Handgreiflid) pointierte Szenen und die Pseudoromantik hinter den Kulissen des Sportbetriebes für die Kamera verkürzt und hergerichtet. Die Quintessenz: ein Boxer, auch und sogar gerade wenn er „der kommende Mann" ist, darf sich für nichts anderes als für seine Handschuhe, sein Training und seinen nächsten Kampf interessieren. Läßt er sich ablenken oder anderweitig einfangen, ist seine Laufbahn schon so gut wie erledigt: anderweitig: das kann ebensogut (oder so übel) das Geschäft bedeuten, reelles Geschäft oder Schiebung, eine oder gar mehrere Frauen, Alkohol, Nikotin, unsolides Leben. Das wird hier an zwei nicht ungeschickt miteinander in Beziehung gesetzten Fällen auf eine vollkommen, einleuchtende Weise demonstriert. Der sportlich interessierte Besucher kommt dabei in erster Linie auf seine Kosten: es gibt fairen und minder fairen Kampf innerhalb und außerhalb des Ringes und knallende k. o.s sozusagen am laufenden Bande. Attila Hörbiger erweist in einer Hauptrolle nicht nur sportliche, sondern immerhin auch seine iin anderem Umkreise einläßlicher belidjtetcn) darstellerischen Qualitäten Der zweite Mann, jugendlich, primitiv-draufgängerisch, ist Heinz S e i d l e r. Ludwig Schmitz, aus zahlreichen großen und kleinen Filmen bekannt, findet als Manager vielfältige Gelegenheit zur Entfaltung seines volkstümlichen Humors. Camilla Horn mildert mit angenehmer Zurückhaltung die Sentiments der für starke Sportsleute verderblichen Tänzerin. Zwei gut gesehene, lebendig umrissene kleinere Rollen geben Andrews Engelmann und Hans S t i e b n e r. Die, markanten Charakterköpfe der Berufsboxer Schön- rath und Samson-Körner geben der Szenerie die letzte sportliche Weihe und sozusagen die professionelle Echtheit. — (Tobis) — Im Vorprogramm läuft die neue Wochenschau, die wir hier bereits angezeigt haben. Hans Thyriot Zigeuner und Zigeuner» )Igt, über deren Ergebnis der aufnahme der 44,5 b) 38 bis 40,5, c) 30 bis 34, d) 20 bis 25; Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 40,5 bis 41,5, c) 35 bis 36,5; Kälber (Sonderklasse) 65 bis 70, andere Kälber a) 59, b) 55 bis 59, c) 45 bis 50, d) 35 bis 40; Hammel b2) 48 bis 51, c) 35 bis 44, d) 15 bis 30; Schafe a) 44. b) 38 bis 40; Schweine a) 57,5, bl) 57,5, b2) 56,5, c) 54,5, d) 51,5, e) 49,5, gl) Sauen 57,5. Marktverlauf: alles zugeteilt Mischlinge erfol„ . Leiter der Rassenhygienischen und Bevölkerungs- biologischen Forschungsstelle des Reichs-gesundheits» amtes, Dr. R. R i t t e r, berichtet. Es stellte sich her» Landkesis Gießen. 4- Grünberg, 13. März. In der Turnhalle fand am Mittwochabend eine Kundgebung der Partei statt. Der Redner des Abends, Bürgermeister Pg. Michel, Großen-Linden, der als Unteroffizier bei der Wehrmacht im Westen steht, sprach über das Thema „Die Front spricht zur Heimat" frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. März. Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41,5 bis 42,5, c) 36,5 bis 37,5; Bullen a) 44 bis 44,5, 39 bis 40,5, c) 35 bis 37,5; Kühe a) 43 bis Landarbeit — gesicherte Lebenshaltung Großzügige KörderungSmaßnahmen für das Landvolk. aus, daß Tausende von Zigeunern f a 5s ch e Namen führten, und daß ein großer Teil von ihnen versucht hatte, sich mit falschen Papieren die deutsche Staatsangehörigkeit zu erschleichen. Fast sämtliche sogenannten Zigeuner sind nicht etwa stammechte Nomaden indischer Herkunft, sondern Mischlinge verschiedenster Schattierung. Die Genealogie der fast 20 000 Zigeuner und Zigeunermischlinge des Altreichs lehrt, daß die Zigeuner sich in früheren G"ne> rationen vorwiegend mit asozialen und erbrninder- wertigen Elementen gepaart haben. Nach der Zählung beträgt die Zahl der bisher gemeldeten Personen rund 30 000. Davon fallen über 19 000 auf das Altreich und etwa 11 OCO auf die Ostmark und das Sudetenland. Die Zigeuner im Gau-Danziq- Westpreußen und im Gau Wartdeland sind hierin noch nicht einbegriffen. Nach den Bestimmungen des Blutschutzgesetzes soll eine Ehe nicht geschlossen wer- d-en, wenn aus ihr eine die Reinhaltung des deutschen Blutes gefährdende Nachkommenschaft zu erwarten ist. Jeder Standesbeamte ist daher verpfl'ch- tet, Zigeunern und Zigeunermischlingen die Eheschließung zu verweigern. Er hat im Zweifelsfall die amtsärztliche Nachprüfung der rassischen Herkunst zu veranlassen. Ortszeit für den 15. März. Sonnenaufgang 7.42 Uhr, Sonnenuntergang 19.27 Uhr. — Monduntergang 8.38 Uhr, Mondaufgang 22.15 Uhr. Umstellungsbeibilfen für KriegS- hinierbl ebene und KneasbeftbSdigie. Die Fürsorge des nationalsozialistischen Staates für die Angehörigen der Gefallenen oder infolge Verwundung oder Krieasdienstbeschädiguna verstorbenen Soldaten sowie für die kriegsdienstbeschädig- Len Soldaten verlangt, daß den Hinterbliebenen und den als arbeitsverwendunasunfähig aus dem Wehrdienst Enllassenen der U ebergang von ihren bisherigen höheren Einkünften auf b i e g e - setzliche Versorgung in ^der Weise erleichtert rowd. Deshalb wird die Umstellungszeit für alle Kriegshinterbliebenen und arbeitsoerwendungsunfähig entlassenen Soldaten auf 'insgesamt 12 Monate verlängert. Es wird also der Unterschied zwischen bisher gewährten Familienunterhalt, Kriegsbesoldung oder Friedensdienstbezügen und den künftigen Versorgungsbezügen ausgeglichen in Form von Umstellungsbefhil- f en, die sich an den nach den verschiedenen 23er» sorqungsgesetzen unterschiedlich langen Zeitraum anschließen, für den die Weiterzahlung des bisherigen Gehalts usw. vorgesehen ist. Die Umstellunci-beihil- fen werden bis zum Ablauf von 12 Monaten nach dem Monat gewährt, in dem der Tod des Ernährers eingetreten ist oder der arbeitsverwen- a. d. Bieber auf ihre fünfundzwanzigjährfge Tätigkeit in den Filialfabriken Krumbach und Rodheim der Firma Ioh. Balth. Noll zurückblicken. Diesen Jubilarinnen brachten die Firma und die Arbeitskameraden und -Kameradinnen gleichfalls ihre Wertschätzung und Sympathie in Form von mancherlei Ehrungen zum Ausdruck. ♦* Kameradschaft der Briefmarken- sammler in Gießen. Bei einer Zusammen- kunst der B-riefmarkensammler in Gießen, die int Gasthaus .^utn Lamm" stattfand, wurde die Kameradschaft der Briefmarkensammler in Gießen ge- gründet. Die Kameradschaft hat sich dem Reichsbund der Philatelisten angeschloßeß. Zum Kamerad- schafts'ührer wurde Pg. H o f bestellt. Als Zweck der Kameradschaft wurde der Zusammenschluß aller Briefmarkensammler zum Tausch und zum gemeinschaftlichen Bezug aller Briefmarkenneuheiten bezeichnet. Als Tauschabend wurde jeweils der erste Montag im Monat festgesetzt, zu dem auch Gäste willkommen sind. nächst zinslos gestundet, solange mindestens einer der Ehegatten in der Land- und Forstwirtschaft oder als ländlicher Handwerker tätig ist, höchstens jedoch auf die Dauer von zehn Jahren, sofern einer der Ehegatten auch schon vor der Eheschließung in gleicher Weise mindestens fünf Jahre arbeitete. Nach Ablauf dieser Frist wird die Rückzahlung des Ehestandsdarlehens erlaßen. Angehörige der Landwirtschaft, die nach dem 30. Juni 1938 geheiratet haben, erhalten, wenn beide Ehegatten in den letzten fünf Jahren in der Land- öfter Forstwirtschaft ober als länblicher Handwerker tätig waren, zusätzlich auf Antrag ein Einrichtungsdarlehen in Höhe von 800 RM. Bleiben beide Ehegatten weiter in der Landwirtschaft tätig, so vermindert sich das Darlehen nach zehn Jahren um 500 RM. und nach Ablauf eines jeden weiteren Jahres um 100 RM. Ist nur einer der Ehegatten tätig, so beträgt bir Verminderung der Schuld jeweils die Hälfte der genannten Beträge. Als eine weitere besondere Förderung des Landvolkes ist die Maßnahme zur Gewährung von E i n- richtungszuschüfsen vorgesehen. Sie werden Personen gewährt, die als Landarbeiter oder als ländliche Handwerker tätig waren, wenn die Ehe nach dem 31. Dezember 1935 geschloßen wurde. Der Einrichtungszuschuß beträgt 200 RM., wenn einer der beiden Ehegatten die Bedingung erfüllte; er erhöht sich jedoch auf 400 RM., wenn die Voraussetzungen für beide Ehegatten zutreffen. Die Einrichtungszuschüße werden jeweils nach Ablauf weiterer fünf Jahre gewährt. Zur Förderung der Familienbildung wurde die Kinderbeihilfenverordnuna erlaßen. Die Beschränkung, daß die erweiterte lausende Kinderbeihilfe nur gezahlt wind, wenn mindestens ein Drittel des Einkommens aus versicherungspflichtigen Tätigkeit entstand, ist aufgehoben worden. Dadurch kommt die Förderungsmaßnahme auch der Familie des Bauern und des Landwirts zugute. Auch die Bestimmungen über die Gewährung von Ausbildungsbeihilfen an kinderreiche Familien (mindestens vier lebende Kinder) gehört hierher. Sie ermöglichen die Gewährung von Beihilfen zum Besuch all^r Schulen und Hochschulen in voller Höhe des Schulgeldes, außerdem die eines weiteren Zuschußbetrages bis zu 50 RM. für die Kosten der Lebenshaltung, sofern das Kijid im Haushalt des Empfangsberechtigten wohnt. In Sonderiöllen ist die Zahlung eines Pauschalbetrages für Fahrkosten ebenfalls zulässig. Wenn das Reichsgesetzblatt eine „Verordnung zur Einführung von Ehestandsdarlehen, Siedlungskin- derbeihilsen, Einrichtungsdarlehen und Einrichtungs- Zuschüßen in den eingegliederten Ostgebieten" ver- öß entlieht, sind im allgemeinen nur Fachleute in der Lage, die ganze Tragweite der auf Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft bedachten gesetzlichen Anordnung zu ermeßen. Nicht wenige Menschen im Altreich werden vielleicht an Sondervorschristen für die Ostgebiete denken und daraus folgern, daß für das Landvolk in anderen Gebieten des Reiches weniger umfaßend 0 würde. Erfreulicherweise wird die gleiche nung dort schon längere Zeit angewendet, so daß man die nützlichen Auswirkungen einer weit- gehenden Förderung der in der Landarbeit tätigen Volksgenossen immer deutlicher erkennt. Es handelt sich dabei nicht allein um die für alle Arbeitsnehmer geltenden Bestimmungen zur Forderung der Arbeitsaufnahme (vom 22. März 1938). Diese sehen die Gewährung eines Darlehens in Höhe von 40 RM. durch das Arbeitsamt, in Ausnahmefällen von 60 RM. durch das Landesarbeitsamt vor, damit dem Arbeitnehmer die Beschaffung von Arbeitsausrüstung bei Antritt einer neuen Stelle möglich ist. Auch die Förderung durch Hergabe eines Darlehens zur Sicherung des Lebensunterhaltes bis zur ersten Lohn- oder Gehaltszahlung kommt nicht den in der Landwirtschaft tätigen Personen allein zugute, sondern allen Arbeitsuchenden. Dagegen ist die Gewährung einer Wirtschaftsbeihilfe ausschließlich für das Landvolk angeordnet worden» Wenn ein lediger Landarbeiter bei feiner Verheiratung eine Stelle als Deputant übernimmt, wird er nicht immer in der Lage sein, sich aus eigenen Mitteln eine Eigenwirtschaft aufzubauen. Soll er deshalb verzichten? Davor bewahrt ihn die Förderungsmaßnahme, durch die dem Landarbeiter zur Errichtung der Eigenwirtschaft ein Betrag von 400 RM, in gewißen Fällen sogar bis zu 600 RM. gewährt werden kann. Er muß die Summe zurückzahlen, wenn er seine Arbeit in der Landwirtschaft innerhalb eines Jahres aufgeben sollte; verbleibt er jedoch auf seiner Arbeitsstelle, so wird ihm die Rückzahlung erlassen. Eine weitere Förderungsmaßnahme für die Landwirtschaft geht von der für alle deutschen Volksgenossen vorgesehenen Gewährung eines Ehestandsdarlehens aus, das in der Regel zurückgezahlt werden soll. Den Darlehensnehmern aus dem Landvolk werden die fälligen Zinsbeträge zu» dungsunfahige Soldat aus dem aktiven Wehrdienst entlaßen wurde. Den Kriegshinterbliebenen und den arbeitsverwendungsunfähigen Soldaten . bte bisher nur Versorgungsbezüge erhalten hoben, wer» den die Umstellungsbeihilfen nachgezahlt. — Neben den Angehörigen der Wehrmacht kommt die Unistellungsbeihilfe auch den Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes, soweit sie im Rahmen der Wehrmacht eingesetzt waren, und den zum Not- dienst und Luftschutzdienst Einberufenen zugute. Voraussetzung ist stets, daß der Einberufene infolge einer im Kriege erlittenen Arbeitsdienst-, Notdienstoder Luftschutzdienstbeschädigung arbeitsverwen- dungsunfähig geworden aber verstorben ift Umstellungsbeihilfen erhalten auch diejenigen, die infolge eines Personenschadens arbeitsverwendungsunfähig geworden sind ober ihren Ernährer verloren haben. Erleichterungen für Kriegsteilnehmer bei akademischen Prüfungen. Kriegsteilnehmer können bei Ablegung akademischer Prüfungen Ausnahmen von der Prornotions- und Prüfungsorbnung bewilligt erholten. Als aka- bemische Prüfungen kommen in Betracht die Doktorprüfung, die Diplom- und Fachprüfungen sowie die Staatsprüfungen. Für Diplom-Volkswirte, -Kaufleute und -Hanbelslehrer ist bestimmt roorben, daß Kriegsteilnehmer nach fünf Semestern zur Diplomprüfung zuzulassen sind. Kriegsteilnehmer, die durch die Einziehung zum Wehrdienst daran gehindert wurden, die Meldung auf Grund der alten Prüfungsordnung wahrzunehmen, können diese Meldung bis zum 15. April 1941 vornehmen, wenn sie zur Beendigung ihres Studiums vom Wehrdienst beurlaubt sind. Auf die für die landwirtschaftliche Diplomprüfung nachzuweisende praktische Ausbildung kann Kriegsdienstzeit bis zur Hälfte der Lehrzeit, soweit sie über die Normalbauer von Ardeits- und Wehrdienst hinaus abgeleistet roorben ist, jedoch nicht über die Dauer des abgeleiteten zusätzlichen Wehrdienstes hinaus, an gerechnet werben. Bei der Doktorprüfung kann Kriegsteilnehmern nach Erfüllung der Promotionsleistungen das Doktordiplom unter der Bedingung ausgehändigt werden, daß die Dissertation spater gedruckt wird. Rechts st udenten, die während des Krieges sechs Monate Wehrdienst geleiftet Haden, werden bereits nach vier Studienhalbjahren zur vereinfachten Ersten Juristischen Staatsprüfung zu- gelassen. Bei Zulassung zur vereinfachten Großen Staatsprüfung kann wahrend des Krieges geleisteter Wehrdienst bis zu sechs Monaten auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden. Ferner können Kriegsteilnehmer nach sechs oder sieben Studienhalbjahren zur Wissenschaftlichen Staatsprüfung für das Lehrümt an höheren Schulen zugelassen werden. Zigeuner und Zigeunermischlinge. Im Zuge der bevölkerungspolitischen Forschungs» arbeit ist in Deutschland eine erstmalige Bestands- Bienenzüchtertagung in Sehen. Die Imker unseres engeren Heimatgebietes hatten sich am vorigen Sonntag zu einer Tagung in Gießen versammelt. Zunächst traten die Vorsitzer der Ortsfachgruppen zu einer Arbeitstagung Der Kreissachgruppe unter Leitung von Lehrer Braun, Rodheim v. d. H., zusammen, in der Lehrer Braun über den Stand der Bienenzucht in Oberheßen berichtete. In diesem Zusammenhang behandelte er eine Reihe von Einzelfragen aus den verschiedensten Zweigen der Imkerei, die für die bevorstehende Arbeit der Imker von besonderer Bedeutung sind. An diese Tagung schloß sich eine Versammlung der Landesfachgruppe an, zu der von dem Vorsitzer der Ortssachgruppe Gießen, Podenben- der, etwa 300 Imker aus den benachbarten Fachgruppen willkommen geheißen werden konnten. Zuerst sprach Imker S a h m , Gusternhain, über das Beobachtungswesen in der Imkerei, wobei er den Imkern eine Reihe wertvoller Winke geben konnte. Er machte in diesem Zusammenhang besonders auf die Ausfüllung von Lücken in der Tracht durch die Bienenwabe und durch Bienenwanderungen aufmerksam. Anschließend sprach der stellv. Vorsitzer der Landesfachgruppe Lehrer Braun, Rodheim v. d. H., als Obmann für die Bienenwanderungen. Er machte feine Hörer mit dem großen Nutzen der Dienenwanberung eingehend bekannt und konnte feine Hinweise durch reiche Erfahrungen wirksam unterstützen. Hieraus hielt Imker Bodendender (Gießen), als Obmann für das Zuchtwesen einen Vortrag über die Königinnenzucht, deren große Bedeutung er überzeugend darlegte. Er gab dabei wertvolle Winke für die richtige Durchführung eines nach erprobten Richtlinien ausgestellten Zuchtplanes und machte mit den mannigfachen Zuchtmethoden bekannt. Alle Vorträge fanden bei den Hörern große Aufmerksamkeit und dankbaren Beifall. Die Tagung hat sich als eine neue wichtige Förderung der Imkerei in unserer engeren Heimat erwiesen. Dorsicht bei Tintenstistoerletzungen! Die Berufsgenoßenschaft der chemischen Industrie hat ein „Tintenstift-Merkblatt" über die Gefahr des Tintenstiftes, den , richtigen Umgang mit Tintenstiften und das Verhalten bei Tintenstiftoerletzunger herausgegeben. Tintenstifte enthalten als Farbstoff Methylviolett. Dieses dringt bei Tintenstiftverletzungen in das Gewebe ein und löst sich unter Einwirkung der langen Berührung und der Körperwärme in den Körpersäften auf. Während der Farbstoff in starker Verdünnung heilsame Kräfte entfaltet, können bei hoher Konzentration schwere Schädigungen hervorgerufen werden. Geraten Teilchen ober achtlos weggeblasener Staub von Tintenstift- minchen in das Auge, so ist dessen Sehfähigkeit bedroht. Verletzungen mit Schreibstiften werden oft durch Sorglosigkeit hervorgerufen. Schreibstifte werben gern besonders lang und scharf angespitzt, achtlos ohne Schutzhülle in die Tasche gesteckt ober gar beim Begrüßen eines anderen in ber Hand behalten, und schon ist bei leichtem Schlag ober Stoß die Gefahr gegeben, daß die Spitze in die Haut bringt ober gab ab bricht und im Gewebe stecken bleibt Schutzmaßnahmen bilden die Sicherung der Schreibstifte (nicht nur der Tintenstifte) durch Schutzhüllen und die Vermeidung unnötig langer und überscharfer Spitzen. Sollten trotz aller Vorsicht Tintenstiftverletzungen eintreten, oder sonst Tintenstiftminensplitter in ober unter bie Haut oder in Wunden eingebrungen sein, so ist stets sofortige Inanspruchnahme des Arztes geboten. Bei Sfugenoerletjungen ist bie sofortige Behandlung durch einen Augenarzt erforderlich. Jede Nichtbeach, hing von Tintenstiftverletzungen, ober auch jede unangebrachte Selbsthandlung, wie Auswaschen der Wunde, unsachgemäßes Entfernen der Spitze oder Splitter aus der Wunde und dgl. kann böse Folgen nach sich ziehen, wie immer wieder zahlreiche Unfälle beweisen, bei denen ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig in Anspruch genommen wurde. • ** Jubilarinnen der Arbeit. Am heutigen Freitag, 14. März, kann Frau Luise Roden- h a u f e n in Wieseck auf eine fünfundzwanzigjährige Tätigkeit als Zigarrenmacherin in der Filialfabrik Wieseck der Zigarrenfabrik Ioh. Balch. Noll in Gießen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ber Jubilarin heute vormittag an ihrem schönge- schmückten Arbeitsplätze 'von ber Firma und von den Arbeltskameradinnen unb Arbeitskameraden herzliche Ehrungen bereitet. — Kürzlich konnten auch die Zigarrenmacherinnen Marie Jost in Krumbach unb Elisabeth Schmidt in Rodheim MM-Wsill Michl. Roman von Otto MM. 13. Tortsetzung (Nachdruck verboten ) ,Hch habe Jockeles Vater schon so lange, lange nicht mehr gesehen, ich wußte überhaupt nicht, wo er war. Kem einziges Lebenszeichen habe ich von ihm gehabt, seit er weggegangen ist Und damals war Jockele noch nicht einmal geboren. Ich habe es schwer gehabt, sehr schwer", klagte sie und sch en um Mitgefühl und Verständnis zu werben. „Diel- leicht können Sie sich das nicht so vorstellen, weil es Ihnen gut geht. Aber ich habe für Jockele und mich sorgen müssen, denn ich stand ganz allein und jetzt —" Sie lachte ein wenig auf, obwohl in ihren Augen Tränen standen. .. jetzt soll ich ihn endlich Wiedersehen, Jockeles Vater, und wir wollen heiraten. Er hat es mir geschrieben. Er hat ein Geschäft in Berlin, unb es ist gut mit ihm voran» gegangen. Ich bin so glücklich baüber." Die Einzelheiten, die Eharlotte noch erfuhr, ließen ihr bas Zukunftsglück ber anderen aber in einem ziemlich unsicheren Licht erscheinen. Jockeles Mutter wußte nicht zu sagen, welche Art von Geschäft ihr Verlobter betrieb, ob er Vorbereitungen für die Eheschließung getroffen hatte und überhaupt bald heiraten wollte. Im voraus tat Jockele ihr leid, weil er wahrscheinlich in ziemlich fragwürdige Ber- bättniße kam. Sie betrachtete den kleinen schlafenden Kerl mit tiefem Mitgefühl. Berlin näherte sich Die Fremde war aufgeftan- den. auf den Gang hinausgetreten und sah erregt und erwartungsvoll auf die vorbeihuschenden Vororte „Ich soll auf dem Bahnhof Zoologischer Garten aussteigen Kennen Sie Berlin?" „Das ist der vorletzte Bahnhof", antwortete Charlotte. „Ich will Ihnen gern behilflich fein, denn ich fahre ebenfalls bis zum Zoo. Der Abschied von Ihrem Jungen wird mir schwer fallen. Wir haben uns so gut miteinander anaefreunbet in den paar Stunden." „Finden Sie ihn so nett?" Jockele schlief und schnaufte vor Behagen. Sein zerzaustes Haar hing ihm wirr in die kleine runde Stirn. Schon bet der Einfahrt in den Schlesischen Bahnhof war bie junge Frau zum Aussteigen fertig. Sie hatte ihr weniges Gepäck aus dem Netz genommen und es Charlotte überlaßen, Jockele zu wecken und ihn anzukleiden. Auch er kümmerte sich nicht um feine Mutter, und als sie sich einmal nach ihm timwendete, sah er Charlotte erstaunt an, und sein Blick schien zu fragen: Was will sie von uns beiden? Charlotte nahm ihn auf den Arm und trat ebenfalls hinaus auf den Gang. „Nimmt denn diese Fahrt durch Berlin gar kein Ende?" sagte die Frau klagend. „Wie furchtbar groß ist diese Stadt. Mein Verlobter will auf dem Bahnhof fein, um mich abzuholen. Hoffentlich ist er da, unb wir treffen uns gut." „Er wird schon zur Stelle sein, wenn er es Ihnen versprochen hat." Als sie endlich ankamen und die junge Frau Ausschau hielt, konnte sie chn indessen nicht entdecken. Sie war vor Verzweiflung dem Weinen nahe und lief verstö.rt den Bahnsteig hin und her, während Charlotte mit Jockele an ber Hanb an Der Sperre wartete. Als bie Reisenben sich verlaufen hatten unb der Bahnsteig zu übersehen war, gab es keinen Zweifel mehr: Jockeles Vater war nicht gekommen. „Was soll ich tun?" fragte die Frau ratlos. „Bitte, sagen Sie mir doch, was ich tun soll?" Charlotte tat. als sei es ganz alltäglich, daß man sich auf den Berliner Bahnhöfen verfehle. „Sie brauchen sich nicht die geringsten Sorgen zu machen. Er kann die Straßenbahn versäumt haben ober sonstwie aufgehalten roorben fein. Hunderte harmlose Erklärungen gebt es. Wir warten eben noch ein wenig." „Unb wenn er nicht kommt? Ick) habe kein Geld, ich weiß nicht wohin ich kann, weder hierbleiben noch zurückreisen." „Wir werden schon Rat schaffen." Als sie einige Schritte zur Seite trat, um noch einmal Ausschau zu halten, näherte sich ihr ein Mann, der mit schäbiger Eleganz angezogen war, tippte an seinen Hut und fragte sie etwas Die junge Frau stutzte und fuhr erschrocken zurück. Sie gab iedoch kein Zeichen des Wiedererkennens. Der Mann sprach mit ihr, sie stellte eine verwunderte Frage, aber in ihrem Gesicht leuchtete es auf. Mehrmals nickte sie, dann wendete sie sich zurück an Charlotte. „Würden Sie bitte so gut sein und fünf Minuten auf Jockele zu achten? Mein Verlobter wartet unten. Ich hole ihn rasch herauf. Wollen Sie mir den Gefallen tun?" Charlotte erklärte sich bereit. „Ich gehe mit Jockele einfach in den Wartesaal. Holen Sie ihn sich dort ab. Weshalb sollen wir hier in diesem Lärm herum» stehen?" Der fremde Mann musterte Charlotte mit prüfenden Blicken, grüßte und zwinkerte dabei Charlotte in unverschämter Weise zu. Sie wendete den Blick ab. Hinter den beiden verließ sie den Bahnsteig. Ein Träger brachte ihr Gepäck nach. Im Wartesaal gehörte Jockeles Aufmerksamkeit den vielen Leuten, dem blitzenden Büfett und einem braunen, langhaarigen Hund, ber faul unter einem Stuhl lag und beständig gähnte. Jockele rief unb lockte ihn, aber der Hund hörte nicht darauf. , Dumm", sagte Jockele und machte ein ärgerliches Gesicht. Was er weiter zu sagen hatte, war nicht zu verstehen. Sie erzählte ihm, daß nun halb fein Vater kommen unb ihn abholen werde. „Hach?" schrie Jockel, und es hörte sich an, als wußte er es besser unb mache sich lustia über sie. Er behielt recht: fein Vater kam nicht. Als eine Viertelstimbe vergangen mar, ohne daß die iunge Frau sich wieder hatte sehen lassen, wurde Charlotte unruhig. Sie fürchtete, die Frau habe sie vorhin in ber Aufregung nicht recht verstauben unb warte vielleicht auf dem Bahnsteig. Sie bat den Kellner, auf ihr Gepäck zu achten und ging noch einmal zum Bahnsteig hinauf. Von Jockeles Mutter keine Spur. Charlotte wendete sich an den Beamten an der Sverre und erkundigte sich bei dem. Ja, er konnte sich ay die junge Frau erinnern, hatte sie aber nicht roiebergefehen, feit sie den Bahnsteig verlassen hatte. Charlotte machte ein unwilliges^ Gesicht. Sie wußte nicht, wo sie roeitersuchen ober was sie sonst unternehmen sollte. Sie kehrte in den Wartesaal zurück. Niemand war inzwischen hier gewesen, niemand hatte nach Jockele gefragt. Charlotte ließ sich wortlos nieder und beschloß, sich in Gedüld zu faßen. Sie roarlete nun schon eine halbe Stunde, sockele war in bester Laune unb vermißte seine Mutter nicht. Er turnte auf einen Stuhl, fr ute sich, wie die Lehne knarrte und stemmte sich mit beiden Armen auf die Tischkante, als wolle er eine Robe halten. Er redete aber nichts, sondern krähte nur vor Vergnügen. Wider ihren Willen mußte Charlotte über ihn lächeln. „Was tun wir nun, Jockele?" fragte sie leise. „Wo ist dein Vater? Wo deine Mutter? Wer bist du überhaupt, kleiner Mann?" Jockele hielt den Kopf schief und blinzelte sie aus den Augenwinkeln an, als mache er sich ein wenig lustig über sie. Dgnn nahm er einen Bierunterfatz aus Pappe vom Tisch unb versuchte, ihn zu zerbrechen. „Das barfft bu nicht!" sagte sie. Er gehorchte sofort. „Darfstu nich'l" rief er unb schob den Untersatz weg. „Deine Mutter kann bich boch nicht im Stich laßen. Jockele!" sagte Charlotte beunruhigt „Sir kommt doch wieder, nicht wahr?" Jockele wackelte zweiflerisch mit dem Kopf. „Ich kann dich nämlich nicht brauchen, 3ocfele!* fuhr Charlotte halblaut fort. „Ich muß dich ro'eher losroerben, so leib du mir tust, kleiner Kerl? Da hilft keine Liebe? Man wartet auf mich? Henry wartet, verstehst bu? Und der mag wohl fp kleine Kerle nicht, wie du einer bist. Ihm wärest bu im Wege — und mir auch!" Jockele strahlte übers ganze Gesicht unb sah sie voller Vertrauen an. Als mehr als eine Stunde vergangen war, sagte Charlotte sich, baß sie einen Entschluß faßen mutzte. Sie konnte nicht länger warten. Aber was tun? Henry anrufen und ihm sagen, baß sie mit einem kleinen Jungen auf dem Bahnhof Zoo sitze? Ganz unmöglich? Ihn in feinem Hotel aufsuchen? Noch unmöglicher! Henry war in einem erstklassigen Hotel obaeftieqen, und Charlotte stellte sich vor, welchen Eindruck es machen würde, wenn sie mit dem zi"m- lieh durstig gekleideten Jockele bie Halle dieses Hotels betrat. Seine weiße Wollmütze war schon ein wenig angeschmutzt, sein grauer Mantel schäbig, und jed-r Knopf sah anders aus. Nein, das konnte sie Safari) nicht antun. Es würde ihm peinlich fein, wenn sie chn mit diesem unerwarteten Reisegefährten in feinem Luxushotel überfiel. (Fortsetzung folgt)