Donnerstag, 13. November 1941 Lrfcheuu täglich außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Berugsvreis: Monatlich.......RM1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Annahme von Anzeige« für die Mitlagsnummer bis8'/rUhr des Vormittags Anzeigen-Breise: Anzeigenteil 7 Rvt. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstastell Abschlüsse MengenitaftelL Plaboorichrist (vorherige Vereinbarung) 25X mehr BBSS «»“ä* General-AnzeigerfiirOberhessen ^äsäsü* 191. Jahrgang Nr. 270 aw q Donners, Giehener Anzeiger Die Küste südlich Kertsch erreicht Finnlands Antwort an Roosevelt Sowjetisch-britisches Propaganda-Abkommen as- jetischen Propaganda, Verbrechen begangen werden, öi» die die deutsche Wehrmacht und die deutschen Kriegs» Berlin, 12. Nov. (DNB.) Wie Associated Preß aus Moskau berichtet, gab der Sprecher der Svwjet- Moskau wurde bei Tage und bei Nacht mit Spreng- und Brandbomben belegt. Volltreffer In Bahnanlagen verursachten schwere Schäden. Weitere Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Rüstungswerke in Gorki. Im Seegebiet um England erzielten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht Bombenvolltreffer auf einem großen Handelsschiff ost - w ä r t s Lowestoft. An der Kanatküste schoß Flakartillerie aus einem britischen Jagdverband sechs Flugzeuge ab. Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt. Gegen die aus Sewastopol flüchtenden Sowj-ttruppen. Berlin, 13. Jtoo. (DBB. Funkspruch.) Die Ber- ladung der aus Sewastopol flüchtenden Sowjettruppen wurde am 12.11. von der deutschen Luftwaffe mit Bomben und durch Beschuh mit Bordwaffen wirkfambekämpft. Die Bolschewisten erlitten starke blutioe Verluste. Ver- tadeeinrichtungen und Transportschiffe wurden mehrfach getroffen. Im Stadtgebiet in der Mitte des Hafengeländes entstanden erneut große Brände. Auch der h a f e n A n a p a an der kaukasischen Lüste wurde wieder mit Erfolg angegriffen. Der Wehrmachiberichi. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 12. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der K r i m erreichten deutsche und rumänische Truppen in scharfen Verfolgungskämpfen d i e Küste südlich Kertsch. Die Luftwaffe setzte die Bombardierung der Häfen Sewastopol, Kertsch und Anapa mit guter Wirkung fort. Im Raum südlich Tula zerschlugen Jnfanlerie- und Panzerverbände in umfassendem Angriff eine sowjetische Kavalleriedivision, machten zahlreiche Gefangene und erbeuteten 91 Geschähe sowie sonstiges Kriegsgerät. ' Ein von zufammengefahten Kräften unternommener Ausbruchsversuch aus Leningrad scheiterte an der Abwehr der deutschen Truppen unter schwersten Verlusten für den Gegner. Dabei wurden von 17 angreifenden Panzern elf, darunter sieben schwerste, vernichtet. Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen an der gesamten Front rückwärtige Verbindungen und Flugplätze des Feindes erfolgreich an. Sie zerstörten eine große Zahl von Lifenbahnzügen und fügten den sowjetischen Luftstreitkräften erhebliche Verluste zu. lischen Darstellung bleibt an Taffachen im Grunde nur übrig, daß von amerikanischer Seite dem Vertreter Finnlands der Wunsch übermittelt worden war, Finnland möge mit Moskau Frieden schließen. Weder von Lebensmitteln war die Rede gewesen noch von Krediten, und selbst die Frage der Garantie, die — immer nach der englischen Darstellung vom finnischen Gesandten aufgeworfen worden sein soll, war ausweichend beantwortet worden, man hatte erklärt, diese Frage könne erst nach Feststellung der finnischen Friedensbereitschaft erörtert werden. Beide Propagandatricks haben also nicht gezogen. Sie. waren darauf berechnet, die Weltöffentlichkeit, aber auch das finnische Volk gegen die Leiter der finnischen Politik zu mobilisieren, um sie einem Frieden mit Moskau geneigt zu machen. Auch das erneute Einsetzen der sowjetischen Lufttätigkeit über Finnland gehört in diesen Zusammenhang. Fast die ganze letzte Woche hindurch war — nach monatelanger Stille — in Helsinki täglich Flugalarm. Dreimal wurden im Umkreis der finnischen Hauptstadt Bomben abgeworfen, davon "mehrere Bomben in das Stadtgebiet selbst, wobei zwei Schulkinder getötet und viele andere verletzt wurden. Diese Angriffe erfolgen auf nichtmilitärische Anlagen einer offenen Stadt, sie entsprangen auch nicht militärischen Erwägungen, sie waren ganz eindeutig als Drohung gedacht. Es ist eine typisch bolschewistische Methode. Sobald englische Friedenspressionen einsetzen, erscheinen sowjetische Flieger, um der englischen Demarche den nötigen Nachdruck zu geben. Es ist nun nicht zu leugnen, daß solche Art „Anschauungsunterricht" nicht ohne Wirkung blieb, freilich nicht in dem von England gewünschten Sinne. Klarer nämlich und eindringlicher konnte jedem finnischen Bürger, wenn es dessen überhaupt bedurft hätte, nicht zum Bewußffein gebracht werden, daß die Gefahr vom Osten eben noch nicht gebannt ist. Deutlicher konnte ihm nicht gemacht werden, daß, wenn jetzt Friede geschlossen und der Feind in seinen bisherigen Stellungen verbleiben würde, gerade jene Sicherheit nicht erreicht würde, derentwegen man nun zum dritten Male innerhalb eines Menschenalters einen schweren Krieg unter den schmerzlichsten Opfern des Blutes der besten ffnnischen Jugend zu führen gezwungen ist. So stand Finnland unter dem gemeinsamen Druck der beiden angelsächsischen Mächte und der Bolschewisten. Jeder der drei Partner arbeitete aus seine Welse, Amerika mit diplomatischem Druck, England mit Propagandaattionen und die Sowjetunion mit einem neuen blutigen Bombenangriff auf die friedliche Zivilbevölkerung. Die finnische Regierung hat auch den amerikanischen Einmischungen zu begegnen gewußt. Die englische Propagandaaktion hat sich in ihrem eigenen Lügennetz gefangen und die sowjetischen Bombenangriffe konnten im finnischen Volk nur den Willen zum Kampf bis zur endgültigen Befreiung von der Gefahr im Osten stärken. gerichte zu Gegenmaßnahmen zwingen, so ist durch das sowjetisch-britische Propagandaabkommen dokumentiert, daß diese Verbrechen auf das Schuldkonto Englands kommen. Geheim« «volle Krankheiten. Rom, 12. Nov. (Europapreß.) Die geheimnisvollen Krankheiten, die gleichzeitig König Faruk von Aegypten und den Imam des fernen, D a h i a, heimsuchten, Haden in türkischen und arybischen Kreisen einen tiefen Eindruck gemacht. Man befürchtet, die beiden seien ebenfalls Opfer der dunklen Machenschaften des britischen Geheimdienstes geworben. Gerade in diesen Tagen vor einem Jahr and der ägyptische Ministerpräsident Sabri Pascha ein Ende; es wird auch an den Tod des türkischen Boffchafters in Teheran, Dawaz, unmittelbar vor dem englisch-sowjetischen Einfall in Iran erinnert. Die nach der Türkei zurückgekehrte Familie soll feinen Tob als Folge eines Anschlags des Intelligence Service bestätigt haben. Man erzählt sich weiter von einem Mordversuch auf den König von Asghanistan in dessen Harem durch eine vom englischen Geheimdienst bestochene Perserin. chen, der finnischen Bevölkerung ein weitgehendes Selbstbestimmungsrecht zu gewähren. Das Versprechen ist aber niemals e i n g e l ö st worden. Gerade aus solchen Gründen hat Finnland alle Ursache, die in Frage kommenden Gebiete von finnischen Streitkräften besetzt zu halten, um der dort siedelnden Bevölkerung Freiheit und Sicherheit garantieren zu können. Im übrigen entspricht, was die Nationalität anbelangt, diese Einstellung ben Prinzipien, die die Vereinigten Staaten und Großbritannien in der Atlantik-Erklärung vom 14. Au- regierung, Losowski, die Erklärung ab, daß mit dem Generaldirektor des britischen Informations- Ministeriums, Sir Walter M o n ck t o n , feste Vereinbarungen über eine enge Zusammenarbeit zwischen der sowjetischen und der britischen Propaganda getroffen worden seien. In den letzten Monaten sind britische Journalisten, Propagandakommissionen und amtliche Persönlichkeiten, wie z. B. der Unterstaatssekretär im Foreign Office, Vernon Bartl ett, dessen Aufgabe die Gleichschaltung der britischen Propaganda mit den Interessen der britischen Außenpolitik ist, und zuletzt Sir Walter M o n ck t o n nach der Sowjetunion gereift, um dort sowjetische Propagandamethoden zu studieren. In welchem Maße sich die britische Propaganda bereits bolschewistische Parolen zu eigen gemacht hat und damit bewußt die destruktiven Elemente innerhalb Europas zu mobilisieren versucht, geht aus den täglichen britischen Rundfunksendungen hervor, die zu Mord, Sabotage und Revolten aufrufen. Wenn in Europa in Zukunft, geschürt von der britisch-sow- Helsinki, 12. November. (Europapreß.) Die l Frieden von 1920 hatte die Sowjetunion verspro Antwortnote Finnlands auf die nordamerikanischen £ r-t"" sTt *’** Forderungen wurde am Dienstagabend dem amerikanischen Gesandten in Helsinki überreicht. Die Note enthält die Ablehnung der 08^..-Forderungen und betont, daß Finnland den Krieg so bald wie möglich zu beenden wünsche, und zwar, sobald die Gefahren, die seine Existenz bedrohen, beseitigt und Garantien für eine sichere Zukunft geschaffen worden seien. In der Note wird weiter hervorgehoben, daß der finnischen Regierung keinerlei Friedensbedingungen bekanntgegeben und keinerlei Sicherheitsgarantien angeboten worden feien. Der amerikanische Hinweis, Finnlands Unabhängigkeit werde durch Deutschland bedroht, wird in der finnischen Note entschieden zurückgewiesen. Im einzelnen wird darauf hingewiesen, daß die Sowjetunion nach dem Frieden von Moskau ununterbrochen neue Vorbereitungen für einen weiteren Krieg getroffen habe. Es heißt dann weiter: „Die Gegenden an der finnischen Grenze sind, wie man jetzt durch persönlichen Augenschein hat fest- ftetten können, zu gewaltigen Angriffsbasen gegen Finnland ausgebaut worden. Die Murmanbahn hat sechs Seitenlinien erhalten, die sich in der Richtung nach Finnlands Grenze erstrecken. Zahlreiche Straßen und Flugplätze sind in diesen Bezirken angelegt worden. Daher fft ein effektiver Schutz, zu dem niemand Finnland das Recht entziehen kann,- nur möglich, wenn der Schutz in diese Bezirke selbst gelegt wird. Dabei kann kein Unterschied gemacht werden zwischen den Gebieten, die gemäß dem Moskauer Frieden abgetreten wurden, und den geeigneten, die jetzt von Finnland besetzt worden sind. Im übrigen kann kein Dokument ein anschauliches -duo davon geben, welche Zustände sowohl in diesen Gebieten, die im Jahre 1939 abgetreten wurden als auch in den anderen besetzten Gebieten herrschten. Verwahrloste Aecker, zerfallene und zerstörte Hauser, geschändete Kirchen und Begräbnisplätze sowie eine durch Mord und Massenausweisung dezimierte Bevölkerung. All das läßt verstehen, welches Schicksal Finnland ereilt hätte, wenn es unter die Oeroalt per Rätunion gekommen wäre. Finnlands junge Manner haben es daher vorgezogen, in dem ^erteidi- gungstrieg zu fallen als zu warten, bis sie selbst und ihre Angehörigen hingerichtet werden. Daß^wan sich ih den bereinigten Staaten schwer ein Bud davon machen kann, ist begreiflich, da die Vereinigten Staaten niemals die Gefahren des Bolschewismus unmittelbar erfahren haben. Der Charakter des Krieges, den Finnland führt,, äußert sich nicht dadurch, daß Finnland auf Grund natürlicher Slcherheits- rücksichten versucht, die feindlichen Angriffsstellungen zu besetzen, die außerhalb der Grenze von 1939 liegen." Die geschichtlichen Verhältnisse haben dazu ge- ^BrenU'VnniaX (8=9™ Oer Druck auf Finnland Von unserem F. J.-Korrespondenten. Helsinki, November 1941. Die letzten Tage standen in Helsinki im Zeichen des Druckes, den die beiden angelsächsischen Mächte auf Finnland auszuüben suchten, um es zu einer Aenderung seiner Politik zu veranlassen, militärisch im Zeichen des Wiederauflebens der feindlichen Luftangriffe im Gebiet der finnischen Hauptstadt. Beide Erscheinungen gehören zusammen. Sie verfolgen offensichtlich ein und denselben Zweck, Finnlands Volk und Regierung zum sofortigen Frieden mit dem bolschewistischen Verbündeten zu zwingen. Der politisch-propagandische Druck des Angel- sachsentums begann mit der Note der Vereinigten S t a a te n, in der unter Anlehnung an die seinerzeit von England erhobenen Forderungen die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten gegenüber der Sowjetunion verlangt und erklärt wurde, daß, falls Finnland den Krieg gegen die Sowjetunion fortsetzen sollte, sich das 120-Millionen- Volk der Nordamerikaner durch das 4-Millionen- Dolk Finnlands bedroht fühlen müsse. Die finnische Presse hat ohne Unterschied der Partei in sachlicher, aber bestimmter Form dieses Ansinnen zurückgewiesen. Im Anschluß an die ihrem Inhalt nach grotesk anmutende Note der Amerikaner setzte die englische Propaganda ein. Sie verbreitete zunächst Meldungen über erfundene Demonstrationen in den Straßen Helsinkis und vor dem Außenministerium. Sie berichtete, daß-es zu Zusammenstößen gekommen sei, daß bie Polizei habe einschreiten müssen und „Friedensfreunde" verhaftet worden seien, sie verlieh, um die Plastik ihrer Märchen zu erhöhen, diesen Spukbildern einen deutschfeindlichen Charakter. Sie scheute sich auch nicht, diese Demonstrationsmärchen den finnischen Hörern in finnischer Sprache vorzusetzen, obwohl sie sich natürlich bewußt sein mußte, daß das ein recht gefährliches Unternehmen war, das geeignet- war, den ohnehin schwachen Kredit der sinnischsprachigen englischen Propaganda völlig zu untergraben. Später entschloß man sich, zu einem Friedensangebot mit allen Verlockungen, mit Lebensmittelsendungen, mit Krediten, sogar mit einer englisch-amerikanischen Grenzgarantie, denn die englische Garantie allein — so weit ist die Einsicht im englischen Lager doch schon gediehen — steht nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht mehr hoch genug im Kurs, um damit politische Geschäfte zu machen. Doch auch diese neue Propagandaaktion mar ein Fehlschlag, denn nun griff bie- finnische Regierung mit unsanfter Hand ein und erklärte vor oller Oeffentlichkeit kurz und unverblümt, daß ihr von dem Angebot nichts bekannt sei. Von englischer Seite hat man darauf, um wenigstens das Gesicht au wahren, auf angebliche Besprechungen hingewiesen, die der finnische Gesandte in Washington mit Vertretern des Staatsdepartements gehabt hätte. Damit mußte man aber zugeben, daß das Angebot überhaupt nicht existiert hatte. Selbst nach der eng- rekten Bedrohung der Sicherheit der USA. geworden." Dieser Satz findet sich wörllich in einem Memorandum der USA. an Finnland vom 30. Oktober 1941. Ihm war sckon am 27. Oktober ein Schritt des Gesandten der USA. in Helsinki beim finnischen Staatspräsidenten unter Überreichung eines entsprechenden amerikanischen Memorandums voraufgegangen. Sinn und Zweck dieser beiden diplomatischen Aktionen war die Forderung an Finnland, sofort den Kampf gegen die Sowjetunion einzustellen und die finnischen Truppen auf die Grenze von 1939 zurückzuziehen. In einer sehr würdigen und korrekten, zum Teil fein-ironischen Antwort hat die finnische Regierung zu dieser Forderung Roosevelts Stellung genommen, die Tatsachen so nuanciert klarstellend, daß es kaum in der Welt eine Stimme geben wird, die sich nicht auf die Seite Finnlands stellt. Aus diesem Notenwechsel ergibt sich, daß Roose-' velt feine Stellungnahme gegenüber Finnland vom Jahre 1939 verleugnet und heute das Gegenteil von dem verlangt, was er damals feierlich versicherte, nämlich die Sicherheit und Selbständigkeit Finnlands gegenüber den sowjetischen Eroberungsgelüsten. Die finnische Note weist noch einmal auf die Bedingungen hin, auf die Finnland territorial, politisch und militärisch nach dem Moskauer Frieden eingehen mußte, ohne daß sich damals eine Hand ober ein Herz für Finnlands Not gerührt hätte. Als nach diesem Moskauer Diktat die Sowjets am Nördlichen Eismeer weitere Gebiete Finnlands in Besitz nahmen, fühlte fid) in Amerika keine Regierung und kein Weltkapitalist wirtschaftlich oder militärisch bedroht. Jetzt, wo Finnland die ihm entrissenen Gebiete in heiligem Kampf um Heimat und Volkstum zurückerobert hat, läßt Roosevelt erklären, daß sich dadurch eine Bedrohung der Sicherheit für die USA. ergebe! Die finnische Antwort berührt aber noch einen zweiten Punkt, der allen Demo-Plutokraten in das sehr weite Gewissen gehämmert werden sollte. Er ergibt sich aus dem Satz der finnischen Antwort: „Es ist verständlich, daß die USA. sich nur schwer einen Begriff von der Lage machen können, in der sich unser Land befindet, zumal sie niemals erfahren haben, welche Gefahr der Bolschewismus für die abendländischen Völker darstellt." Aus diesem Satz spricht Ironie; denn selbstverständlich kennt man in ben USA. die Gefahren, die den Volkern der Welt durch den Bolschewismus drohen, kennt bas furchtbare Blutregime, bas mit ihm verbunden ist. Amerikanische Journalisten haben bas Lanb ber Sowjetunion früher unb in biesen Tagen gesehen, Amerikaner haben nach bem ersten finnisch-sowjetischen Krieg bas furchtbare Elenb tennengelernt, bas mit den Bolschewisten in friedliche unb freie Gebiete ein« zog. Noch im Jahre 1935 erklärte ber jetzige Marineminister Roosevelts, Herr Knox: „Schande jedem Amerikaner, der in diesem Kampf (der Finnen) gegen ben Bolschewismus neutral ist." Das ist die beste Kommentierung zur Antwort Finnlanbs an Roosevelt. Roosevelts Gchiffahrtspoliiik. Der gewisienhafte Chronist, ber alle Akte der Rooseveltjchen Vergewaltigungspolitik gegen bie Neutralen unb selbst gegen bas oerbünbete Großbritannien registrieren will, hat es nicht leicht, mit ben Maßnahmen bes norbamerikanischen Präsiben« ten Schritt zu halten. Die letzte Melbung bieser Art besagte, baß ei n Schiffahrts-Pool gegrünbet werden würde, dessen Leitung in Washington liegen solle. Diesem Pool (Wirtschaftsgemeinschaft) solle die Verwaltung des gesamten britischen, nordamerikanischen unb neutralen Schiffsraumes übertragen werben, soweit bieser Schiffsraum nicht von ben Achsenmächten kontrolliert werbe. Das ist außerhalb ber britischen unb norbamerikanischen Handelsflotten nicht allzuviel. Es finb jene Schiffe europäischer ßänber wie insbesondre Norwegens, ber Nieberlanbe unb Griechenlanbs, bie sich bei ber Abwehr britischer Lanbungsversuche in biesen ßänbem im Frühling 1940 bzw. im Frühling 1941 außerhalb ber Heimatgewässer befanden unb sich in ben Dienst ber Gegner Deutschlanbs stellten. Aber biese Schiffe finb keineswegs eine Neuerwerbung für ben in Washington zu schaffenben Pool; sie ftanben bereits ben beiden englischen Großmächten uneingeschränkt zur Verfügung. Auch in ber Haltung ber letzten neutralen ßänber, bie über eine nennenswerte eigene Hanbelsflotte verfügen, bürste bie Grün- bung bes neuen Pools kaum eine erhebliche Aenbe- rung herbeiführen. Die wichtigsten ber neutralen ßänber mit eigener Handelsflotte finb Schweben unb Portugal, bie ihren Schiffsraum selber für bie Heranschaffung überseeischer ßebensmittef unb Rohstoffe bzw. (wie Portugal) für ben Schutz ihrer von Roosevelt bebrohten atlantischen Besitzungen benötigen. Fragt man also nach bem Zweck ber Washingtoner Neugründung, so kann die Antwort nur lauten, daß sich der nordamerikanische Präsident neue Druckmittel gegen solche ßänber verschaffen will, bie bisher gegenüber ber Politik ber Briten unb Pankees einen gewissen Grab von Selbstänbig- keit bewahrt haben. Bisher kontrollierte Großbritannien den Schiffsraum ber zu feinem Machtbereich gehörigen und der neutralen ßänber. Es konnte insbesondere selbst be- stimmen, für welche Zwecke der verfügbare Schiffsraum eingesetzt werden sollte, ob überwiegend für die Besserung der britischen ßebensmittelnerforgung ober aber zur verstärkten Heranschaffung von Kriegsgerät. Weiter hatte ßonbon die Entscheidungsbefugnis' darüber, in welchen anderen Teilen ber Erde — etwa im Nahen Orient, in Nordafrika, in Mittelasien (zur militärischen Kooperation mit ben Sowjets) ober im Fernen Osten — der Schiffseinsatz verstärkt werden solle. Damit hatte ßonbon bas letzte Wort in der Kriegführung überhaupt zu sprechen. Es konnte, ohne selber große militärische An- 'ftrengungen machen zu brauchen, — bie Tonnage zum erheblichen Teil anderwärts hinbirigieren. Das I mirb mit ber Schaffung bes von Nordamerika fon« guft 1941 selbst verkünbet haben." Die Note wendet sich dann gegen die Darstellung der USA., daß bie finnischen Kriegsoperationen als eine birette Bebrohung ber Sicherheit ber Vereinigten Staaten aufgefaßt werben müßten. Die Vereinigten Staaten, bie einen mächtigen, von zwei Weltmeeren geschützten und durch zahlreiche Stützpunkte gesicherten Staat darstellen, könnten wohl kaum durch Finnlands Streitkräfte bedroht werden. Wenn sich die Vereinigten Staaten um ihre eigene Sicherheit bemühten, so berechtige das auch Finnland, damit zu rechnen, daß das amerikanische Volk auch Verständnis habe für das Bestreben Finnlands, seine Sicherheit zu erreichen. „Ein so starkes Volk mit solchen industriellen Möglichkeiten wie das nordamerikanische", fährt die Note fort, „hat es bestimmt schwer, die ßage eines Volkes von 3,8 Millionen Einwohnern zu verstehen, die den Angriffen eines 200-Millionenvolkes an einer Küstenstrecke von 1500 Kilometer und an einer offenen Grenze von 1000 Kilometer ausgesetzt sind. Es ist wohl nicht möglich, daß die große nordamerikanische Demokratie von einem kleinen Volk, das von einem 50mal s o großen Nachbarn angegriffen wurde und um seine Existenz kämpft, fordert, daß es sich zurückziehen soll, um einen neuen Angriff abzuwarten. Es ist ohne weiteres klar, was es für Finnlands Volk bedeutet, wenn Finnland jetzt feinen Verteidigungskrieg gegen die Sowjetunion gleichzeitig mit Deutschland führen kann. Wenn man die mächtigen Industrien, die die Sowjetunion entwickelt hat, erkennt, so kann man nicht zweifeln, daß ein neuer Krieg, in bem Finnlanb allein geftanben hätte, für Finnlanb unb sogar für ben ganzen Norben ben Untergang bebeutet hätte. Finnlanb, bas für sein ßeben kämpft, hat keine Erklärungen abgegeben, burch bie es sich verpflichtet, bie vollberechtigten militärischen Operationen abzubrechen ober rückgängig zu machen unb damit bie Sicherheit bes ßanbes aufs Spiel zu setzen." Zurückgewiesen. [irfien SBerbältnifle haben dazu ge- „Ohne die zukünftige eigene -Sicherheit Finnlands Äl des finnisch n Volkes außerhalb günstig zu beeinflussen, sind die (ftnmschen) Kriegs- muhte. Im Darunter! Handlungen (gegen di- Sowjetunion) zu einer General Huntziger abgestürzt. Oer französische Kriegsminister das Opfer eines Flugzeugunglücks. Vichy, 13. Nov.. (Europapreß.) Der französische Kriegsminister General Huntziger ist auf der Rückreise von Algier nach Vichy mit seinem Flugzeug in der Nähe von Le Vigan im Departement Gard tödlich abgestürzt. Der Chef seines Zioilkabinetts, Labuquiere, wurde ebenfalls getötet. Die Namen der übrigen Toten sind noch nicht bekannt. Bis jetzt wurden sechs bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen geborgen. Le Vigan liegt in der Luftlinie etwa 150 km nordwestlich von Marseille, westlich des Unterlaufs der Rhone, in dem Gebiet des Languedoc, das bei allen Fliegern wegen der dort oft herrschenden ungünstigen atmosphärischen Verhältnisse verrufen ist. Der Flug über das Mittelmeer war programmmäßig verlaufen, dann stellten sich jedoch Wetter- schwierigkeiten ein. Die letzte Nachricht des Flugzeugs stammt von 12 Uhr 53 mittags. Um diese Zeit teilte der Bordfunker mit, daß das Flugzeug sich in dichtem Nebel befinde und die Orientierung verloren habe. Das Peil- gerät sei gestört. Man werde versuchen, den Flughafen von Marignane bei Marseille zu erreichen. 3m französischen Luftfahrtministerium nimmt man an, daß das Flugzeug, das wegen der Dereisungs- gefahr zum Tiefgehen gezwungen war, dabei gegen die bis auf 1300 m ansteigenden Bergketten des Massivs Central stieß. Das Flugzeug wurde von den Angehörigen eines Arbeitslagers vollkommen ausgebrannt aufgefunden. Die Leichen waren verkohlt und konnten nicht identifiziert werden. * Der bei dem Flugzeugunglück tödlich verunglückte General künftiger stand im 62. Lebensjahr. Als Offizier der Kolonialarmee machte er in den Jahren 1902 bis 1907 die Feldzüge in Madagaskar und Senegal mit. 1911 verließ er als Hauptmann die Kriegsschule in Paris und trat in den Generalstab der Uniontruppen in Jndochina ein. 1914 kehrte er nach Frankreich zurück und kämpfte während des Weltkrieges an der Spitze der Kolonialtruppen. 1918 wurde er in die Ehrenlegion ausgenommen und zum Kommandanten des 3. Büros im Generalstab des Marschalls Francet d'Esperay ernannt, der damals die verbündete Armee auf dem Balkan kommandierte. 1920 wurde Huntziger durch den Kriegsminister Andr6 Maginot in fein Kabinett berufen. 1924 wurde er Kommandeur der französischen Truppen im Fernen Osten. 1928 wurde er Brigadegeneral. Von 1930 bis 1933 leitete er die französische Militär- mission in Brasilien. Nach seiner Rückkehr übernahm er das Kommando der französischen ßeoantetrup- pen. 1935 wurde er Korpskommandant, zwei Jahre später Großoffizier der Ehrenlegion. 1938 trat er in den Obersten Kriegsrat. Im Juli 1939 wurde Huntzi- ger mit einer wichtigen diplomatischen Mission in Ankara betraut, der die Unterzeichnung der Militärabkommen zwischen Frankreich und der Türkei folgte. Im September 1939 übernahm er das Kommando der 2. Armee. Am 5. Juni 1940 übernahm er die Verteidigung der Ardennen und des oberen Aisnelaufes. Als Marschall Petain die Regierung übernahm, beauftragte er Huntziger mit der Entgegennahme der Waffenstillstandsbedingungen. Später übernahm General Huntziger das Ministerium für die nationale Verteidigung. . Ojibuti wird bis zum äußersten verteidigt. Vichy, 11.Nov. (DNB.) Der französische Kolo- nialminister, Konteradmiral Platon, welcher der von den Engländern feit einem Jahr rigoros blockierten französischen Kolonie D j i b u t i einen De- such abgestattet hatte, erklärte bei feiner Rückkehr, der Zweck feiner Reife war, zu beweisen, daß Frank- reich seine politische Freiheit wiedergewonnen hat und- daß die Zeit vorüber ist, wo die französische Regierung jeden Befehl Englands willenlos durchführte. Der Minister Konteradmiral Platon schilderte dann, wie die Engländer alles^ tun, um die europäische und eingeborene Bevölkerung von Djibuti durch den Hunger zum Verrat an der Regierung von Vichy zu zwingen. Man müsse damit rechnen, daß die französischen Flugzeuge, die die Kolonie mit den notwendigen Lebensmitteln und Medikamenten versorgen, von den Engländern skrupellos beschossen werden, nachdem die Engländer auch auf die kleinsten französischen Schiffe Jagd gemacht haben, die vom Jemen her Lebensmittel herbeiholen. „Unsere Truppen in Djibuti", versicherte der Admiral, „sind bereit, einen britischen und gaullistischen Angriff anzunehmen. Sie werden bis zum Aeußersten Widerstand leisten und eher die Hafen- und Bahnanlagen zerstören, als sie den Engländern zu übergeben. trollierten Schiffahrtspools aufhören. Man wird fünftig in Washington zu bestimmen haben, wohin die britisch-mordamerikaniscken und die neutralen Handelsschiffe zu fahren haben, wo also im Kampfe gegen die Achsenmächte der größere Aufwand an Streitkräften erfolgen soll. Damit hat Herr Roose- velt — ohne formelle Preisgabe der nordamerikanischen Neutralität — sogar die Führung des Krieges gegen die Achsenmächte erreicht. Nicht minder bedeutsam wird der neue Schifffahrtspool für die Politik werden, die Roosevelt „zum Schutze" der Neuen Welt treibt. Die süd - und mittelamerikanischem Länder verfügen über keine eigenen Handelsflotten, — soweit sie sich nicht in den letzten Monaten durch mehr oder minder freiwillige Charterverträge mit europäischen Reedereien als Schiffsraum die in ihren Häfen aufliegende fremde Tonnage verschafft haben. Durch die Uebernahme der Entscheidung über die Verwendung des Schiffsraumes erhält der wilde Mann im Weißen Hause zu Washington die Möglichkeit, zu befehlen, welcher Aufwand an Handelsschiffsraum für „Verteidigungszwecke" der Neuen Welt getrieben werden soll. Sollten die iberoameri« konischen Länder widersprechen, so hätte es Roosevelt in der Hand, als Leiter des neuen Schiffahrts- Pools ihnen die Tonnage zu versagen, die sie zur lebensnotwendigen Versorgung und zum Abtransport der für den Export bereitliegenden Produkte dringend benötigen. Nachdem man in London die Meldung vom neuen Schiffahrts-Pool mit sehr gemischten Empfindungen aufgenommen hat, wird man also erwarten dürfen, daß auch in Südamerika Bedenken gegen das neue Druckmittel laut werden, das sich der nordamerikanische Präsident gegen die neutrale Welt zu verschaffen verstanden hat. Die ersten Novembertage haben wieder eine besonders stattliche Zahl von Schiffsversenkungen gebracht. Ohnehin wird im Winter der Seeverkehr zähflüssiger, da die von Großbritannien und Nordamerika wegen der größeren Sicherheit vor den deutschen Flieger- und U-Boot-Angriffen vorgezogene Nordstrecke (über Island) infolge der winterlichen Witterung schwerer befahren wird. Gehen die nach Großbritannien fahrenden Seeschiffe wieder auf den südlichen Kurs über, so vergrößert sich für sie die Gefahr, von den deutschen See- und Luft- [treitfräften aufgespürt und versenkt zu werden. Alle Rooseveltschen Verteilungskunstgriffe können an der Tatsache nichts ändern, daß der Schiffsraum unserer Gegner immer mehr zusammenschrumpft und je länger desto weniger feine Aufgabe erfüllt kann, einen großen Blockadering vom Fernen Osten bis zu den europäischen Nordhäfen zu legen. General von Hanneken vom Reichswirt- schaftsministerium hat vor einigen Tagen gegenüber einem schwedischen Pressevertreter von dem Unterschied gesprochen, der zwischen der theoretisch errechneten und der tatsächlichen Wirtschaftskraft besteht. Auch die neue Aktion Roosevelts auf dem Gebiete der Schiffahrtspolitik kann nichts dagegen ausrichten, daß die Leistungsfähigkeit der vorhandenen und der im Bau befindlichen britifch-nord- amerikanischen Seeschiffstonnage eine „Papierform" ist, die durch Herumrechnen und durch Errichtung neuer Verwaltungs- und Derteilungsstellen nicht wesentlich geändert werden kann. Cr. Britischer Vorstoß bei Tobruk zurückgewieseu. Berlin, 12. Nov. (DNB.) In Nordafrika versuchten die Briten in der Nacht vom 9. zum 10. 11. mit einigen Panzern in die deutsch-italienischen Stütz- punkte vor Tobruk einzudringen. Der Vorstoß wurde unter schweren Verlusten für die Briten zurückgewiesen. Jrn Gegenangriff machten die beutfd)- italienischen Verbände eine Anzahl Gefangene. An der Sollum-Front verlief der 10. 11. ruhig. Deutsche Sturzkampfflugzeuge griffen am 11. 11. britische Bunkerstellungen bei Tobruk mit guter Wirkung an. Zwei Volltreffer zerschlugen einen britischen Stützpunkt. Auch ein britisches Feldlager bei Tobruk wurde durch eine Anzahl Bomben getroffen. Britische Lustangriffe auf Süditalien zuröckgewiesen. Rom, 12. November. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch meldet u. a.: Die feindliche Luftwaffe führte weitere Einflüge auf Süditalien und Sizilien durch. Dienstag nachmittag wurde ein Aufklärungsflugzeug von unseren Jagdflugzeugen auf der Höhe der Insel Capri brennend zum Absturz gebracht. In der Nacht zum Mittwoch wurden in aufeinanderfolgenden Wellen Angriffe auf Neapel durchgeführt, wo Spreng- Das Wasser kommt. Erzählung von Karl Heinrich Waggerl. In der Nacht reißt ein wilder Lärm die Leute aus dem Schlaf. Man fährt auf und horcht: der Regen rauscht vor den Fenstern, und dann hört man es erst — die Glocken läuten im Dorf! Oh, das bedeutet nichts Gutes, wenn die Glocken so zu tönen anfangen, die große zuerst. Not — Not — Not, sagt sie mit ihrer harten hallenden Stimme. Und dann fallen plötzlich die andern jammernd ein, klagen eine Weile wirr durcheinander und schweigen wieder, nur die eine, die schwere Glocke läutet immerfort, immer noch Not und Not. Das Wasser ist gekommen. Der Lärm schwillt ins Ungeheure an, der Regen stürzt in rauschenden Bächen aus der Finsternis. Einzelne Rufe bringen durch ben summenden Chor der Glocken, aber alles wird übertönt von einem tiefen gewaltsamen Brausen, bas bie Lust erzittern läßt, das Erde und Himmel zu verschlingen droht. Lichter tauchen da und dort im Umkreis aus der Dunkelheit, winzige unsichere Fünkchen, bie zeitwei- lig im Regen vergehen, wieder auftauchen und eilig in die Tiefe streben. Es sind die Laternen der Leute, aber es ist vom ersten Schritt an ein mühseliger, beklemmender Kampf gegen sausendes Wasser und kochende Fin- sternis. Die Wege sind zu gurgelnden Bächen ge- worden, und gegen ben Wind hilft nichts, der fahrt mit gewaltigen Stoßen von irgendwoher aus der Nacht, zerfetzt die schweren Regenfahnen, holt wie- der aus und jagt sie in pfeifenden Strähnen waagerecht vor sich her. Schon nach den ersten Schritten kleben die Kleider dampfend auf der Haut, das Licht zischt und zuckt in der Laterne, und die Luft ist drückend schwül. Es riecht süßlich nach faulem Schlamm. Die Männer sehen wie verwaschene Leichname aus, einen Augenblick stehen sie blinzelnd im Licht und beschreiben etwas wortlos mit der Hand, dann wischen sie sich das Wasser aus den Bärten und verschwinden wieder. Man sucht weiter einen Weg durch den grundlosen Morast, fällt in ausgewaschene Locher und g^itet über lehmige Platten, die Aeste füllen sich und Brandbomben abgeworfen wurden. Es entstanden Schäden an Wohnhäusern und Brände, die rasch gelöscht werden konnten. Sechs Personen wurden getötet und etwa 30 verletzt. Die Haltung der Bevölkerung war wie immer rufyig und diszipliniert. In den ersten Stunden des Mittwochvormittag wurden über Sizilien drei englische Flugzeuge abgeschossen, die Besatzung eines weiteren feindlichen Flugzeuges wurde gefangengenommen. Vier englische schwere Jagdflugzeuge wurden von unserer Luftwaffe im Gebiet von Cefalu abgeschosien. Rumäniens Handelsminister in Berlin. Der rumänische Handelsminister Marinescu hat in diesen Tagen Berlin besucht und an den Sitzungen des ständigen deutsch-rumänischen Wirtschaftsausschusses teilgenommen. Am 24. März 1939 wurde das grundlegende deutsch-rumänische Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, das über die üblichen Handelsverträge weit hinausgriff und die energische" Hebung der rumänischen Wirtschaftskraft zum Ziel hatte. Inzwischen hat die Regierung in Rumänien gewechselt, das Land hat erhebliche Gebiete abgetreten, seine Armee hat jedoch im Bunde mit deutschen Truppen diese empfindlichen Verluste mehr als ausgeglichen. Jenes Abkommen vom 24. März 1939 aber wird trotz des Krieges durchgeführt. Im laufenden Jahr sind — neben Mais und Weizen — in Rumänien 400 000 Hektar mit Sonnenblumen, 500 000 Hektar mit Frühjahrsgerste, 450 000 Hektar mit Hafer, 45 000 Hektar mit Hanf, 30 000 Hektar mit Flachs, 60 000 Hektar mit Baumwolle, 40 000 Hektar mit Soja, 82 000 Hektar mit Erbsen und 74 000 Hektar mit Bohnen bestellt worden. Die Anbaufläche aller dieser Pflanzen hat sich um 10 bis 20 v. H. gegen das Vorjahr (unter Berücksichtigung der Abtretungen) erhöht. Und während Rumänien mit Schlamm und verklemmen sich im Zaunholz. Das Brausen schwillt zu einem betäubenden Dröh- nen an, es kracht dazwischen wie von brechenden Knochen. Plötzlich, ganz unerwartet tauchen wieder Menschen auf, eine lange Reihe, und im gleichen Augenblick hat man etwas Gelbes, Lebendiges vor den Füßen, das zieht in kleinen Wirbeln pfeilschnell vorbei, bäumt sich auf, leckt mit breiter Zunge über das Ufer. Es sieht nicht weiter gefährlich aus im Schein der Windlichter und Laternen, aber dann schaut man sich um und begreift nicht, wo die Leute eigentlich stehen. Hier lag doch früher ein Streifen Wiesenland vor der Halde und dem Dach, eine Kohl- hütte war da, ein Bretterzaun. Ja, Hütte und Zaun, das ist alles verschwunden. Es kam so schnell, sagen die Leute. Man hatte gerade nur noch Zeit, die Beine aus dem Wasser zu ziehen, so rasch ging es zu. Vielleicht hatte sich der Bach im Gebirg schon früher irgendwo aufgestaut, und dann brach er mit einem Mal durch und überfiel das Dorf. Jedenfalls glaubte niemand, daß es so blitzschnell gehen konnte. „Das war vorhin Andreas, den hat es mitgenommen. Er stand bloß so, wie du stehst, und auf einmal gab der Boden unter ihm nach, verschluckte ihn einfach. Es zog und fing an ihm, wir mußten ihn beinahe zerreißen, anders bekamen wir ihn nicht." Am schlimmsten war es, daß gleich zu Anfang so viel Holz antrieb, ganze Bäume mit den Wur- zeln. Die verfingen sich im Wehr zwischen den Piloten und stauten das Wasser auf, und daran liegt es nun. „Was du hier siehst", sagt der Mann, „das ist klaftertief bis hinüber, Gott steh uns bei!" Jetzt stellt der Mann am Ufer eine lange Reihe von Leuten mit Enterhaken auf. Das ganze antreibende Holz drängt sich in den schmalen Strudel an der Flanke des Falles, man muß verteufelt auf- paffen, daß es sich nicht von neuem verklemmt und staut. Immer hastiger wird die Arbeit, immer heißer der Kampf mit dem Holz. Die Leute arbeiten stumm, triefend vor Nässe und Schweiß, sie verstehen wohl, daß alles von dieser letzten Stunde abhängt. Das Wasser frißt den Leuten die Erde vor den Füßen weg, dann bleibt ein Wurzelstock im Grunde hängen, ein Block kommt dazu und bohrt sich hinein, von sich aus diese Anstrengungen gemacht hat, hat die Lieferung von Traktoren, Landwirtschaftsma- schinen und Geräten aus Deutschland die Voraussetzung für die Erhöhung der Hektar ertrüge, also für die gerade in Rumänien so wünschenswerte Steigerung der Produktivität geschaffen. Seit dem Jahre 1932 hat der deutsch-rumänische Handel heute annähernd den zehnfachen Umfang erreicht. Der Ausbau der rumänischen Erdölindustrie ist einer der wesentlichsten Faktoren auch für die weitere Ausgestaltung der deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen. Deutschland ist, wie Minister Funk bei einem Empfang im Kaiserhof erklärte, nicht nur auf lange Sicht hinaus bereit, die Erzeugnisse der rumänischen Erdölindustrie aufzunehmen. Es wird außerdem im Einvernehmen mit den rumänischen Wirtschafts kreisen feine Mitarbeit für den weiteren Ausbau dieser Industrie und für die weitere Förderung der Produktton zur Verfügung stellen. Neue Ritterkreuzträger des Heeres. Berlin, 12.Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Rittau, Kommandeur einer Infanteriedivision; Oberst Jolaf je, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberst Philippi, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberleutnant Neumann, Kompaniechef in einem Schützenregiment; Oberleutnant Birkin einer Aufklärungsabteilung. Ferner an Oberst Dr. Franek, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberstleutnant von Frantzius, Kommandeur einer Aufklärungsabteilung; Major Lefchke, Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment; Hauptmann Weitkunat, Kompaniechef in einer Aufklärungsabteilung, und Oberleutnant L ü tz o w, Chef einer Sturmgeschützbatterie. Stangen treiben an, Aeste. .Zurück, laß den Haken fahren, Mann, rette dich." Die Männer stehen ratlos auf dem Hang, erschöpft und abgearbeitet. Einige besinnen sich plötz- sich, werfen alles hin und sangen zu rennen an. Es sind die Dorfleute, die denken an ihre Hauser, an die Gärten und ihren ganzen Kram, weiß Gott, was dort geschieht. Regen und Wind lassen ein wenig nach. Diele sind in das eiskalte Wasser geraten und frieren nun erbärmlich in ihrem nassen Zeug. Das währt lange so. Plötzlich aber erschüttert ein dumpfes beklemmendes Rollen die Erde. — Der Wall bricht durch! schreit jemand, und da geschieht es auch schon. , , Der schwarze Wall in der Tiefe wird lebendig, er brüllt laut auf. Es windet sich wie von Schlangen in ihm, Holz schnellt hoch in die Luft, schäumendes Wasser, und mit einem Male setzt sich dieser furchtbare Berg in Bewegung. Einen Augenblick ist es merkwürdig still nach diesem Aufruhr. Dann erst hört man weiter unten das knatternde Geräusch der einstürzenden Bretterstapel. Der Morgen graut, fein trübes Licht enthüllt allmählich das ganze Unheil dieser Nacht. Aber es ist dennoch ein Trost für alle, daß der Tag anbricht. Später am Tage beginnt das Wasser zu sinken, es zeigen sich fettige Streifen am Ufer, Baumstümpfe tauchen aus der breiten Fläche, Wurzel- stocke und zerfetzte Sttäucher. Noch immer wandern die Leute das Ufer entlang und kommen nicht zur Ruhe. Wenden sich verzweifelt ab und bleiben an- derswo doch wieder stehen, starren fo vor sich hin und wissen nichts anzufangen. Es ist ein großes Unglück, das weiß Gott. Andere schlagen sich vom Dorfe her dazu. Die haben schon ihr nasses Zeug getrocknet und ihre heiße Brennsuppe gegessen, ihnen ist leichter ums Herz. Nein, sie sind nicht mehr ganz ohne Hoffnung, Laßt nur sehen, wenn das Wasser abläuft, vielleicht ist bann manches gar nicht mehr so schlimm. Es gab ja auch das Brandunglück vor etlichen Jahren, erinnert euch, damals stand es dahin. und doch war zuletzt nicht alles verloren. Oh, sie trösten sich mit diesem und jenem die Dorfleute find nicht umzubringen. Es gab auch an so einem Morgen noch Brennsuppe, einen trockenen Fleck am Ofen, mehr brauchen sie nicht. Und sogleich ist wieder einer mit einem Spaß zur Hand, Konrad natürlichr Bei btt r. Reichsstraßensammlung fast 33 v. H. Zunahme gegenüber 1940. Berlin, 12. Nov. (DRV.) Bei der zweiten Reichs-Slraßensammlung am 25. und 26. Oktober haben die sammelnden Organisationen — §A., ff, KSfUL und RSFK. — ein Ergebnis von 21 040 239,53 RM. erzielt. Gegenüber der von den gleichen Sammlern im Vorjahre durchgeführten Reichsflraßensammlung ist eine Zunahme von 5 202 680,85 RM. gleich 32,85 v. H. eingetreten. Der Durchschnittsbetrag je Kopf der Bevölkerung stieg von 19,68 Rpf. auf 25,55 Rpf. ©er Gauleiter vor dem Führerkorps b?r Partei. NSG. Die Gauamtsleiter und Kreisleiter der NSDAP, sowie das Führerkorps ihrer Gliederungen hatten sich zu einer Arbeitstagung in der Gauhauptstadt versammelt. An Hand der letzten Führerrede gab . Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger einen Ueberblick und Ausblick zum politischen und militärischen Geschehen. Er befaßte sich dann mit wichtigen, die Volksführung betreffenden Tagesfragen. Zum Abschluß sprach Stabs« amtsleiter und Leiter des Gauschulungsamtes R u • der über die Grundsätze der Schulungsarbeit im kommenden Winter. Die Tagung klang mit dem Gelöbnis aus, die Aufgabenstellung der Heimatfront, die ihr im Freiheitskampf des Reiches zu- kommt, mit bewährter nationalsozialistischer Tatkraft zu lösen. Oie Giudentenführung in Heffen-Raffau. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger beauftragte den Abteilungsleiter in der Reichsstudentenführung Walter Salon mit der Ausrichtung der Studentenschaft an den Hoch- und Fachschulen in Hessen-Nassau. Mit der Abkommandierung Balons zur Gauleitung Hessen-Nassau entsprach der Reichsstudentenführer dem besonderen Wunsche des Gauleiters. Er ist aus der polittschen Hochschularbeit unseres Gaues hervorgegangen. Als Mitbegründer einer ersten nationalsozialistischen Stubentenbunbsgruppe an einer Frankfurter Schule begann fein Kampfeinsatz auf studentischem Gebiet, den er als Studentenführer, Amtsleiter der Gaustudentenführung, sowie als Lehrgangsleitev zahlreicher Gau- und Reichslager fortsetzte, bis 1937 seine Berufung in die Reichsstudentenführung erfolgte. Die vorübergehende Kommandierung zur alten Wirkungsstätte erreicht ihn jetzt nur wenige Wochen, nachdem er wegen einer in Frankreich erlittenen schweren Verwundung aus dem Militärdienst ausscheiden mußte. Meine politische Nachrichten. Der Führer hat an den König von Italien folgendes Telegramm übermittelt: Eurer Majestät spreche ich zum Geburtstage meine herzlich- ften Glückwünsche aus. Mit den aufrichtigsten Wünschen für Eurer Majestät persönliches Wohlergehen verbinde ich mein Vertrauen in den Sieg unserer gemeinsamen Waffen und in das weitere Blühen und Gedeihen des verbündeten italienischen Volkes. Der Führer hat dem Professor Geheimrat D. Dr. Johannes Ficker in Halle a. d. S. aus Anlaß der Vollendung feines 80. Lebensjahres in Anerkennung feiner Verdienste auf dem Gebiete der Kirchen- gefchichte und der Kunstgeschichte die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Der neue mannte sowjetische Botschafter in Washington, Litwinow-Finkelstein, ist von Samara nach London und Washington abgereift. Er traf Diens- tag vormittag in Teheran ein, wo er Besprechungen mit General Wavell hatte, der sich zu diesem Zweck aus Neu-Delhi nach Teheran begeben hatte. , * Der chinesische Botschafter hatte mit Präsident Roosevelt eine längere Aussprache. Er soll die Lieferung von Flugzeugen auf Grund des Tschung- fing zugestandenen Leih- und Pachtvertrags in größtmöglichem Umfang gefordert haben. In Lissabon wird eine Abordnung nordamerikanischer Parlamentarier erwartet. Es handelt sich um fünf republikanische Kongreßmitglieder, die mit dem Clipper-Flugboot eintreffen, um sich nach London zu begeben. „Was denkt ihr wohl", erzählt er, „wie es meinen Hühnern erging?'' Wie sie des Frühmorgens alle im Schuppen auf der Stange saßen und das Wasser schon an den Zehen hatten, verdammt noch einmal, wohin also mit den Eiern? Ja, das glaubt kein Mensch, da hatte jede das ihre fest zwischen die Zehen geklemmt, als Konrad dazukam. Besser verstanden sie es nicht. Nein, dieser Konrad, wo nimmt er nur alles her, seine Lügen und seine Späße! Aber er löst wenigstens die Zungen damit, man stellt sich in Gruppen zusammen, geht von einer zur andern und schwatzt. Alle haben etwas zu berichten, und sie legen Ehre darein, es auf eine lustige, flotte Art zu tun. Keinen hat es eigentlich unmenschlich hart betroffen. Dem einen ist fein Geißenftall davongefchwommen — Gott befohlen, wenn geschieden fein muß! Jetzt hat er die Milch gleich in der Küche bei der Hand. Und ein anderer fand feinen Keller mit Treibholz vollgestopft, denkt euch, früher hatte er seine Sorge mit dem Brennholz, und nun war auf einmal lern Ende mit dem Segen durch Tür und Fenster. Ach, sie sind nicht unterzukriegen, die Dorfleute. Auch die Vögel fingen schon wieder, auch sie sind dem Grauen und der Finsternis entronnen. Gestörter Monolog. Der Hofschauspieler Pauli der am Dresdner Schauspielhaus wirkte, war durch nichts aus der Fassung zu bringen, und es wird von manchen Zwischenfällen auf der Bühne berichtet, bei denen er feine Geistesgegenwart bewies. Einmal aber war doch auch er sprachlos. Man gab Schillers „Räuber", Pauli hatte die Rolle des Franz Moor. Es ging alles gut — bis zum Beginn des fünften Auszuges. Gerade hatte Franz Moor feinen verzweifelten Monolog? „Verraten! Verraten! Geister, ausgespien aus Gräbern — losgerüttelt das Totenreich aus dem ewigen Schlaf, brüllt wider mich: Mörder! Mörder! ..." mit der angsterfüllten Präge geschlossen: „Ha! Wer regt sich da? da ertönte hinter den Kulissen aus dem Munde des Bühnenarbeiters, der gerade dort erschienen war, die tröft« liche Antwort: „Ich bin es, Herr Pauli, ich suche meinen Nagelbohrer!" Diesmal Überhörte selbst Pauli das nächste Stichwort. £ & Schaffende sammeln - Schaffende geben! Am Freitag, 14. November, gelangt des großen j der mehr war. Es war doch besser, diese persönlichen lichst in Ähren Arbeitsraumen willkommen heißen Außerdem läßt es sich hier wie auf einer einsamen wollte. (Fortsetzung folgt.) Verdunkelungszeit 13.11. von 17.31 bis.8.37 Uhr. Am 15. und 16. November 1941 sammeln wieder alle Schaffenden der Stirn und der Faust zugunsten des Kriegs-Dinterhilfswerkes 1941/42. Alle Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront in den Betrieben und den Orts- und Kreiswaltungen werden am kommenden Samstag und Sonntag mit der Sammelbüchse in der Hand das Strahenbild beherrschen, und die Volksgenossen werden freudig ihre Spende geben. Diese Spende soll aber ein tatsächliches Opfer sein, und dieses Opfer wird jedem einzelnen um so leichter fallen, wenn er daran denkt, wie klein es im Vergleich zu den Opfern ist, die unsere tapferen Soldaten täglich an allen Fronten bringen. Der Soldat an der Front kennt nicht die Wärme eines behaglichen Zimmers, er schläft, wenn er überhaupt schläft, in seinem Zelt auf der nackten Lrde oder in eine verfallenen Kate, der Soldat kennt auch keinen Feierabend, für ihn gilt nur der kämpferische Einsatz, um den Feind niederzuringen, der uns und unsere Kultur vernichten wollte. Gewiß erfüllt auch die Heimat ihre Pflicht, auch hier wird von jedem Schaffenden der letzte Einsatz verlangt, und jeder Volksgenosse seht sich auch freudig ein in dem Bewußtsein, hierdurch den Sieg erringen zu helfen, aber dieser Einsatz der Front der schaffenden Volksgenossen kann niemals die Größe des Einsatzes der mit der Waffe kämpfenden Soldaten erreichen. Er seht täglich und stündlich sein Leben und seine Gesundheit ein, er vollbringt Leistungen, die vordem niemand für möglich gehalten hätte. Es ist daher eine selbstverständliche Dankeserfüllung all derer, die in der Heimat ihre Pflicht erfüllen, nun durch ihr Opfer zu beweisen, daß sie die Gröhe der Stunde begriffen haben. Wenn daher am Samstag und Sonntag die Sammler an uns herantreten, dann wollen wir alle nicht nur spenden, sondern tatsächlich ein Opfer bringen. Werk, das Schauspiel „9lora" unter der Leitung von Karl Volck als Neuinszenierung zur Aufführung. In den Frauenrollen: Elly Bamberger, Diana Fischer, Hilde Kneip, Luise Prasser; bei den Herren: Gerd Fritz Ludwig, Hans Seitz, Karl Volck, Carl Maria Zeppenfeld. „Unter Korallen und Haien." Äm Rahmen des Gießener Vortragsrings wird am 19. November in der Aula der Universität als Sonderoeranstaltung der abenteuerliche Tiefseetaucher Hans haß (Wien) einen Vortrag halten, der zu einem Erlebnis zu werden verspricht. Heber» all, wo Hans haß gesprochen hat, fand er ein aus- verkauftes Haus, und in der Tat find seine Erlebnisse so einmalig und außergewöhnlich, daß der junge Forscher es verdient, in jeder Beziehung unterstützt zu werden, damit er seine durch den Krieg unterbrochenen Forschungen fortsetzen und für deutsche Wissenschaft ausbauen und erweitern kann. Der Vortrag hat bisher in allen Städten stärkstes Interesse gefunden. __________________________ Aus der Stadi Gießen. Oie deutschen Märchen! Wenn die Tage kürzer werden und die Kinder im Zimmer bleiben müssen, werden sie manchmal ihr Spiel müde. Sie kommen zur Mutter ober Großmutter und betteln: Erzähl uns eine Geschichte! Was soll man da machen? Wir versetzen uns im Geiste in die eigene Kindheit, wir denken an die schönen Abende, an denen die Großmutter neben dem Ofen saß und beim traulichen Schein der Petroleumlampe Geschichten erzählte. Waren es immer Märchen? Nein, wie oft berichtete sie auch aus ihrem eigenen arbeitsreichen Leben. Aber wenn es anfing: Es war einmal —, dann lag über der ganzen Welt ein goldner Zauber. Wir saßen stumm und lauschten — Wir wußten noch nicht, daß aus den deutschen Märchen die Stimme des ganzen Volkes spricht, und daß da ein Volksgut vor uns ausgebreitet wurde, das so unendlich viele Schätze enthält. Wir sagten nur: Wie schön! Denken wir nur daran, welche Rolle der deutsche Wald im Märchen spielt! Er ist nicht, wie in den Karin Grunelius Roman von Guiüv ß. Brand Mensch gespmint waren. w . . ,Xkb roeife Nicht, ob das der richtig- Ausdruck Reagenzgläsern im Blick, auf der anderen Seite zwei moderne Schreibtische und Stahlmöbel, an der Wand eine Bibliothek, die nur ihre Fachliteratur Theater der Universitätsstadt Gießen Hermann Hermecke und Nico Oostal: »Monika". Angelegenheiten außerhalb der wissenschaftlichen und Ihnen wie Gruber hals- und Beinbruch wün- Arbeitsstätte zu erledigen. schen. Ich denke, wir werden uns gut verstehen. „Na, hier kann man ja großartig arbeiten!" — "ch meinte sie zuversichtlich, als sie zwischen den beiden Insel ungestört arbeiten, kein Lärm bringt hier Zimmern stand, die langgestreckten Tische mit den, herein." verworren und unheimlich wirkenden Gasleitungen | Thomas ließ sich lange Zeit, ehe er wieder an und Gummischläuchen, die zahllosen Pipetten und । den Tisch herankam, so daß sie sein Gesicht un- Saugröhren, die Regale mit * ben Dufoenben^oon; beoba(f)tet eingehend prüfen konnte. Irgendwie * ‘"r v ~ HE? es sich wieder zurückverwandelt in jenes Bild, das sie noch immer von Sampieri her im Gewußter Widerstand gegen eine Wiederholung der Begegnung. Denn von Ihnen wußte ich ja, rote sehr Ihr Herz an Ihrem Studium hing . . ." Er machte eine kleine Pause, lächelte und hielt ihr den Mantel so hin, daß sie ihn anziehen mußte. Wie mit einem leisen Hauch streiften seine Hände dabei ihr Haar und ihre Wangen. _ , , .... „Im übrigen hatte sich ja durch Ihre etroas plötzliche Abreise die Lage etwas verschoben." „Das Geld haben Sie doch bekommen? fragte sie,' durch diese Erinnerung unangenehm berührt. „Ich danke Ihnen noch dafür, und Sip nehmen nur hoffentlich die kleine Notlüge nicht übel." „Aber ganz und gar nicht. Ich müßte mich ia irn Gegenteil freuen, daß ich Ihnen zu dieser Reise habe verhelfen können. Nachträgilch tue ich es auch. Denn damals war ich etwas betroffen, als ich von Ihrem Verlobten, Herrn Merck, den wahren Tatbestand erfuhr." „ „ . „Sie waren bet Günther?" Kann rieb nervös ihre Hände gegeneinander und sah Thomas Bröger verstört an. , , . Ja! Warum denn nicht? Sprach etwas dagegen, daß ich ihn aufsuchte? Allerdings wußte ich eben nicht, daß Sie zu dieser Zeit schon auf dem Wege nach Deutschland waren." _ • 5a ja aber was wollten Sie denn von ihm?"' Ihre Stimkne zitterte vor Erregung. Wie ein dunkler Schatten legten sich die plötzlich wieder heraufbeschworenen Erinnerungen an Sampieri über ihr Gemüt. Wollen wir uns eigentlich nicht setzen.'' vier in diesen Räumen sind wir ja unsere eigenen Her- ren. Ich werde Ihnen auch gleich Ihren Arbeitsplatz zeigen und den Plan, der vorliegt. Er machte einige Schritte auf die Tür zu, durch die er vorhin Herr Enterlein) kräftig unterstützt, in sauberem Kontakt mit dem Dühnenvorgang musizierfreudig zum Klingen brachte. Die Tanzgruppe (Leitung: Herr V o l p e r t) hatte im ersten Akt dankbare Aufgaben. Herr Löffler hatte gute, bodenständige Dekorationen geschaffen. Regie führte Herr Payer, der die im Schwarzwald spielenden Szenen des ersten und dritten Aktes in ihrer volksstückmäßigen Mischung aus unbefangener Heiterkeit und schlichter Gemüthafttgkeit gefällig herausbrachte; im Mittelakt, wo die Gegenüberstellung von Stadt und Land ohnehin nicht einer gewissen Peinlichkeit entbehrt, wären einige Dämpfungen und geschmackliche Korrekturen im Sinne ber zu Beginn der Spielzett ausgegebenen Devise „Operette als Kunstwerk" zu empfehlen. Gabriele Possinke, diesmal blond und übrigens sehr niedlich aussehend, fpiejte die Monika schlicht, herzlich und mit Gemüt; ihr ,^Heimatlied" im zweiten Akt war nicht nur der musikalische Höhepunkt der Aufführung, sondern auch kennzeichnend für die gepflegte gesangliche Auffassung und Durch, führung der dankbaren Partie. Herr Hellmers- H a l l w e g h als Horst-Dietrich ist, was die musikalischen Qualitäten der Rolle angeht, nicht so ausführlich bedacht worden; er spielte angenehm einfach und ohne Uebertreibungen. Eine hübsche Leistung zeigte Valeska Lange als Rosel. Herr Kratz machte den behäbig-stimmgeroaltigen Sonnenroirt und führte mit den Herren B o s n y und Payer das ländliche Terzett in der Stadt an, das einigermaßen an den „Fidelen Bauern" erinnerte. Zwei junge Leute von unbefangener Natürlichkeit gaben Annemarie Schwind und Herr C. B. Schmidt als Vera und Ralf; die Damen H e n z k y und Kneip waren die Wortführerinnen der fragwürdigen städ- ttschen Gesellschaft. — Es wurde bei vollem Hause mit viel Beilall, Wiederholungen und Blumen spenden ein lebhafter Erfolg. Hans Thyriot. dächtnis hatte. Die Augen hatten wieder jenen verträumten Blick, der von ganz weiten Zusammenhängen herzukommen schien. Sie waren wie von einem Schimmer abgründigen Fernseins überdeckt, in dem sie nach absonderlichen Dingen forschten und nur schwer einen Weg in die Wirklichkeit zurückfanden. Sie hatte das schon einmal am Strand von Sampieri entdeckt, als er an ihr vorbei auf das Meer hinaus- schaute und einen Lichtreflex für sein Bild herein- holte. Seine Hände wiesen einen ganz ähnlichen Ausdruck auf. Als gingen sie sehr behutsam mit diesen tausend Gläsern und Fläschchen um und trügen viele Geheimnisse mit sich herum. Wo dann aber die Grenze war zwischen seiner gelehrten und disziplinierten Haltung und der künstlerischen Welt, die er nur für den Urlaub reserviert hielt, konnte sie noch nicht entscheiden. Thomas Bröger schien ihr eine seltsame Mischung zu fein von romantischer Verlorenheit und wissenschaftlicher Exaktheit. Diese Feststellung beruhigte sie. Wie immer, wenn sie ein Erlebnis in sich ein- geordnet hatte. Dom Laboratoriumsraum her drang ein leichter Geruch der chemischen Reagenzien, von Gas und verdichteter Luft und legte sich fast betäubend auf ihre Stirn. Sie hätte «fetzt — da sie sich irgendwie in die Situation hineingefunden hatte — in überschwenglichem Aufbruch die Arme in die Luft werfen können. Endlich war sie am Ziel! Was sie in Sizilien noch als unendlich fernen Traum empfand, umgab sie jetzt als Wirklichkeit, der sie nicht mehr entrinnen konnte — und auch nicht Nico D o st a l führt mit der durch das Lied „Hei- mattand" aus dem zweiten Akt schnell populär gewordenen „Monika" die dem Singspiel und Volks- stück angenäherte Operettenform fort, die auf Revue- Ausstattung verzichtet und sich musikalisch, bei verhältnismäßig viel gesprochenem Text, auf einer einfachen und eingängigen Linie hält. „Schwarzwald- möbel" erzielte vor Jahren Mit ähnlichen Mitteln einen ähnlichen Publikumserfolg; der Schwarzwald gibt auch hier den charakteristischen Schauplatz. Der Geislingerhos im Glottertal ist ein Dreimäderlhaus, und die Liebesverhältnisse der drei Schwestern Ro- sel, Mariele und Monika sind einigermaßen schwierig: das Mariele hat eben geheiratet, die Rosel liebt den Schullehrer, aber der Schullehrer liebt die Monika, aber die Monika liebt einen jungen ftäbtifchen Medizinstudenten namens Horst-Dietrich. Zu allem Heberfluß kommt noch der dicke und reiche Sonnenroirt dazu» der dreitausend Mark für die Hochzeit hergeliehen hat und auf die Rückzahlung zu verzichten bereit wäre, roenn er stattdessen eine der beiden noch ledigen Töchter kriegen könnte: roeniger aus Liebe als aus geschäftlichen Gründen, aber die Der- roicklung ist so oder so schlimm genug. Die Monika macht kurz enttchlosien mit ihrem Mediziner einen Ausflug ins Blaue, genauer gesprochen in die Stadt, roo sie indessen mit der sogenannten Gesellschaft roenig schöne Erfahrungen macht. Im dritten Akt bleibt, nachdem sie traurig heimgekehrt ist, nichts übrig, als daß Horst-Dietrich, dessen Eltern ihrem Sohne eine andere Partie zugedacht hatten, sich besinnt und die Praxis im Glottertal übernimmt, die sowieso seit langem einer tüchtigen, jungen Kraft bedarf. Alsdann steht Monikas Liebesglück nichts mehr im Wege, die Rosel kriegt ihren Schulmeister, und der Sonnenroirt, hoffentlich, statt der gewünsch- ten Frau wenigstens sein Geld zurück. Die Aufführung wurde von Herrn Hergert dirigiert, der die Partttur, von den Chören (Leitung: enthielt. „Wenn es Ihnen recht ist, Fräulein Grunelius, , nehmen Sie diesen Platz. Ich werde mich da drüben hinsetzen." \ Es klang, als wolle er ihr nicht nur die Ent- scheidung überlassen, sondern auch einen Vorrang zubilligen. „Wenn es so bleibt, wie es bisher war! , Ich will da keine Unorbnung hineinbringen!" lachte sie, jetzt schon sicherer. „Unb welche Probleme stehen , im Augenblick zur Diskussion?" Bröger sah sie an, als hätte er noch keine Lust, sich gleich mit ihr über wissenschaftliche Dinge zu unterhalten. Das Gespräch Man vorhin schien 'hm interessanter zu fein. Oder hatte Karin kein Verlangen mehr danach, zu wissen, was er bei Günther Merck wollte? Sie setzten sich einander, gegenüber, als kamen sie nicht zum erstenmal in diesem Raum zusammen. | Sorgfältig vorbereitet lagen ein Paar gespitzte Bleistifte in einer Glasschale, ein Papierblock schnitt wie ausgerichtet mit den Kanten einer Schreib- unterläge ab. Sie hatte das Gefühl, als sei dies alles ihretwegen geschehen. Bröger beobachtete sehr gut ihre Auaen, die nach einem Grund suchten, weshalb das alles schon so war. „Das verdanken Sie allem Anschein nach dem Sepp, unserem Labordiener, einem Original, mit dem Sie sich gut stellen müssen. Gruber hat ihn, wie ich annehme, darauf vorbereitet." „Sie haben also keine Ahnung gehabt?" „Nicht die geringste, Fräul-in ©ru^tus. G £U’ ben Sie mir, ich war ebenso verblüfft wie Sie. Unb bas finbe ich an dieser merkwürdigen Begeben- heit so reizvoll. Jetzt darf ich Sie wohl auch Herz-1 yn Agram wurden vierzig Mitglieder früherer Freimaurerlogen verhaftet. Als Grund wurde angegeben, sie hätten sich an der Verbreitung unwahrer Gerüchte beteiligt und bezweckt, das Verhältnis Kroatiens zu den Achsenmächten zu trüben. * Die fünf Knegsverantwortlichen, die durch ben Urteilsspruch bes Marschalls Pstain zur Verbannung in eine Festung verurteilt worben waren, sind nach der bafür vorgesehenen Festung Portalet übergeführt worben. Es handelt sich um General Gamelin, L6on Blum und Daladier, welche sich in Bourassol befanden, sowie Georges Mandel alias Ierobeam Rothschild und Reynaud, die in dem Badeort Vals-le-Bain's untergebracht waren. Ein Bundesratsbeschluß bestimmt, daß Schweizerinnen, die einen Ausländer heiraten, das Schwei- zer Bürgerrecht nur dann behalten, wenn dies not. wendig ist, um sie vor Staatenlosigkeit zu bewahren. * Die etwa 25 Kilometer westlich Peoria (Illinois) gelegene Pulverfabrik der Western Powder Company ist in die Luft geflogen. Preistreiber am Pranger. NSO. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Zur Zeit werden in den Städten unb Orten bes Gebietes Hessen die Verbraucher mit Speifetartof» fein zur Deckung bes Winterbebarses beliefert. An der Belieferung beteiligen sich auch Erzeuger unmittelbar, inbem sie ihre Kartoffeln frei Keller der Verbraucher abgeben. Für bi^fe Direktgeschäfte finb in der Anordnung über die Festsetzung von Vertreibern mit Recht äbrückt. Der Landwirt Gustav Phil. Wolf m Weiskirchen (Kreis Offenbach a. M.), Haupfftr. 58, hat beim Verkauf von Speisekartaffeln an Verbraucher in Obertshausen Preise van 4,50 bzw. 5,50 RM. je 50 Kilogramm gefordert und bezahtt erhalten, ob- wohl der zulässige Preis bestenfalls nur 3,— RM. je 50 Kilogramm betragen durfte. Der Landwirt Adam Wilhelm Hitze! in Ober- Roden (Kreis Dieburg), Schillerstr. 3, hat bei Lieferungen von Speisekartoffeln an Verbraucher in Darmstadt und Offenbach selbst unb burch feinen Sohn Preise von 3,75 bis 4,40 RM. je 50 Kilogramm, überwiegend jedoch über 4,— RM. gefordert unb bezahlt erhalten, obgleich er für 50 Kilogramm bestenfalls nur 3,55 RM. berechnen durfte. Hitze! hat die Ueberpreift zum Teil als Trinkgelder getarnt. Wegen dieser festgestellten Verfehlungen hat der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — Stelle für die Preisbildung ben Landwirt Gustav Philipp Wolf in Weiskirchen in eine Ordnungsstrafe von 2000 RM. und . . ben Landwirt Ab am Wilhelm H i tz e l in Ober- Roben in eine solche von 1000 RM. genommen. In diesem Zusammenhang wird noch darauf hin- geroiesen, baß sich Verbraucher ebenfalls strafbar machen, roenn sie unzulässige Preise, auch in Form von Trinkgeldern oder auf sonstige Weise getarnt, ihrem Kartoffellieseranten gewähren. Der Preiskommissar wird in Zukunft auch gegen -Verbraucher vorgehen, die es an der erforderlichen Preisdisziplin in dieser Hinsicht fehlen lassen. KriegshilfSdienstverpflichtete nicht in der Rüstungsindustrie. Um aufgetauchten Mißverständnissen zu begegnen, wird vorn Reichsarbeitsbienst für bie weibliche Iugenb barauf hingeroiesen, baß Kriegshilfsdienst- verpflichtete n i ch t für ben Einsatz in der Rüstungsindustrie entlassen werden. Eine solche Möglichkeit bestand lediglich für Arbeitsmaiden, die noch nicht aus dem aktiven Reichsarbeitsdienst in den Knegs- hilsdienst übergeführt worden waren. 26.Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Heber diese merkwürdige Erscheinung, von der sie I nicht hätte sagen können, ob sie Traum ober Wirklichkeit war, brängte sich ihr Blut in bas Herz zurück. Sie hatte bas Gefühl, als sehe sie ungeheuer blaß aus. — „Das ist Ihr Schrank, Fraulein Gru- nelius!" hörte sie jemanben sagen. „Hier hangt auch rin Mantel für Sie. Es herrschen nämlich bet uns ganz getrennte Verhältnisse. Das Hanbtuch wirb alle Donnerstag gewechselt." , . , ,, Ach so — Herr Bröger, ihr Kollege bet Professor Jruber, hatte etwas zu ihr gesagt. Da mußte sie ihm wohl auch eine Antwort geben. „Ist bas nun nicht komisch?" fragte sie. „Was soll benn komisch sein?" Bröger kam mit iem weißen Mantel über bent Arm auf sie z^ „Na baß wir uns so halb wiebersehen! Finde" Sie benn bas so alltäglich? In Sampieri geben Sie ich als Maler aus, unb hier entpuppen Sie sich als College. Aber —", sie machte eine kleme Pau e .wenn ich mich recht Erinnere, habe ich Sie doch für -twas anberes gehalten. Chirurg — Physiker w ; ts nicht lo? Eigentlich ist das eine tolle Sache! Sie spürte ganz genau, wie falsch ihr Ton war, | Die unsicher sie sich neben dem Wea bewege, ben sie ngentlich hatte beschreiten wollen. Diese Begegnung 'onnte von ihm nicht aewollt sein benn woher | eilte er wissen, baß sie burch ihren Onkel zu Pro- «ssor Gruber kam? Nein, es war gar nichts Romi- ches baran. Irn Gegenteil, biefes >em sie im Augenblick noch wie einem Sluck aus ber Bühne ziehen konnte, schien doch irgenbeme Bedeutung zu haben. Denn so gerade und glatt 'erliefen die Fäden nicht, die von Mensch zu Es ist nun festgestellt worden, baß bis jetzt einzelne Erzeuger biefe Höchst preise wesentlich überschritten haben. Speisekartoffeln stellen mit bas wichtigste Volksnuhrungsrnittel bar. Wer beim Absatz von Volksnahrungsmitteln glaubt, sich preisliche Vorteile verschaffen zu müssen unb eine derartige Handlungsweise auch noch im Kriege begeht, kann nicht scharf genug verurteilt werden. Preisüberschreitungen auf diesem Gebiete sind derart verwerflich, daß,die Bevölkerung von ben Preis- hinausgegängen war. ™ „ Karin blieb noch stehen unb sah ihm nach. War Thomas nickt irgenbroie verändert? Schien er selbst unter dem Bann ber Ueberratoung zu stehen ober machte ihn bie Entschleierung feines Geheimmsies, mit dem er sich auf Sizilien umgeben hatte, unsicher „xw areiß iuuji, uu vu= unt> -wiespältiq? Trotzdem konnte sie sich eines Ift, Fräulein Grunelius , bestätigte Thomas ih e erwehren, als sie an sich ^nunteria!) mnrhe es nicht 10 neu . / v .... braucherhöchstpreisen für Speisekartoffeln für bie Zeit vom 21. September 1941 bis einschließlich 31. August 1942 besondere Höchstpreise vorgeschrieben. Märchen anberer Völker, ber Tummelplatz von bösen Geistern, ber Schauplatz von unheimlichen Taten, fonbern noch viel öfter ber Zufluchtsort aller Bedrängten, bie bort in ber Einsamkeit ihr Leib tragen, und benen schließlich bann bas Glück boch noch begegnet. (Schneewittchen, brei Männlein im ÜB albe, Rotkäppchen, Hänsel unb Gretel u. v. a.). Auch bie Tiere spielen in manchen Märchen eine große Rolle. Nicht alle finb so böse wie der Wolf und ber Fuchs. Auch wirb ihre Bosheit nicht so unheimlich geschilbert, sondern es wirb erzählt, wie sie ttotz ihrer Schlauheit hinters Licht gefühkt werben. Die meisten Tiere aber finb gut bargestellt, und sie helfen ben Menschen. Die Vögel zeigen ben rechten Weg: bie Pferbe sprechen unb teilen die Not ber Hnglücklichen, die Rehe gesellen sich zu ben Kinbern usw. Eine ganz besondere und stark hervorgehobene Stellung hat bie Mutter im Märchen. Bis über bas Grab hinaus sorgt sie noch für ihre Kinder. (Brüderchen unb Schwesterchen.) So können wir fast aus jedem Märchen, unter bem ber Name „»rüber Grimm" steht, etwas Kostbares herausholen. Selten hat ein Volk eine schönere Weihnachtsgabe erhalten als wir Deutschen im Jahre 1812. Damals kam der . erste Band der Kinder- unb Hausmärchen heraus. Viele, viele Jahre sinb bie Brüder Jakob unb Wilhelm Grimm burchs Hessenland gezogen unb haben Umfrage gehalten nach alten Märchen, bie ba noch von Munb zu Munb gingen. Besonbers erwähnen bie Forscher bie Frau Viehmännin in Nieberzwehren bei Kassel. „Sie bewahrte bie alten Sagen fest im Gebächtnis und sagte wohl selbst, baß diese Gabe nicht jedem verliehen sei unb mancher gar nichts im Zusammenhang behalten könne. Dabei erzählte sie bebäch- tig, sicher unb ungemein lebenbig, mit eigenem Wohlgefallen baran, erst ganz frei, bann, roenn man es wollte, noch einmal ganz langsam, so bah man ihr mit einiger Hebung nachschreiben konnte. Manches ist auf diese Weise wörtlich beibehalten unb wirb in seiner Wahrheit nicht zu verkennen sein. So haben bie Brüber Grimm ein Volksgut gerettet zu einer Zeit, in ber bas Volk daran war, seine alten Märchen und Sagen zu vergessen. Wir müssen es ihnen noch heute banken. Sie gaben uns ein Volksbuch, bas seinesgleichen sucht. An uns liegt es nun, diese Märchen unseren Kindern zu ver- mitteln. Neben dem Verstand wurde bem Menschen auch bas Gemüt gegeben. In unserem Gemüt, in unserem Fühlen wurzelt bas höchste Glück. Und wer seinen Kindern den Weg zeigen kann, der für ihr Gemüt so wertvoll ist, der denke an die deutschen Märchen! Tageskalender für Donnerstag. Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen-Mitte: 20 Hhr Gemeinschaftsabend im „Burghof". — Gloria-Palast, Seltersweg: 14 Hhr „Schneewittchen ; Wetterleuchten um Barbara". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleine Mädchen — große Sorgen . Caf6 Wien: 16 und 20 Hhr Modenschau. Theater der Universitätsstadt Gießen. „Jlur so'n bißchen Licht... Das fft die EnffchuDigung aller Verdunkelungs- sünder! Sie versuchen, sich damit herauszureden, roenn der Luftschutzwart ober ber Blockwart vom RLB. sie ermahnen, ober roenn sie vor Gericht stehen. Gewiß, es mag nur ein kleiner Spalt gewesen fein, burch ben Licht ins Freie fällt, oder ein schwacher Lichtschimmer, der durch die Vorhänge drang. Wenn aber viele ober nur einige so nachlässig verdunkeln, bann erkennt bas suchende Auge des Bombenschützen im feindlichen Flugzeug in der dunklen Nacht einen Lichtschimmer, der ihm als Ziel (in 5par*tlp für fiauefrauenl Versuchen Sie es beim nächsten Ma! mit bet guten Nivea-Zahnpasta! Sie kostet nur bie große Tube. n», uiuuitm unciius , vv, d .r_ Läckelns nicht erroegren, cu» \w un *-***“' . ,’ Meinung. „Ich wenigstens wurde es E f unb if)r mit dem blendenden Weiß des Mantels len. Vielleicht lag gerade dann baß lch Si 'd 9 wurde, daß sie so gar keine Privatperson leinen wahren Beruf im unklaren ney, em D »autticfirtWeiter: Dr. Friedrich ««heim Lange. Stellvertreter des -mchtschriftleiterS: Ernst Slumschein. Pcrrnitroortikh für «onffl Wib Ütiber: Dr. Fr. W. Lange; für da» Feuilleton. Dr. Hans Tdyrwt, Äeed" «.» u—ti, -.........—r . o -.f. Ä'ÄföÄMtÄ n°r-°°°W°n Dichter- frnrit 3M*" bekanntest-- Auf den deulsKen Landarbeiter kommt es an! Viele Volksgenossen in der Stadt und sogar noch manche auf dem Lande sind der Meinung, die Landarbeiterfrage sei jetzt und für die nächsten Jahrzehnte gelöst: Kriegsgefangene jetzt und fremdvöl- kische Wanderarbeiter jetzt wie später müßten die Aufgabe übernehmen, für die Deutsche schon lange zu schade und ja auch gar nicht mehr in genügend große Zahl vorhanden seien. Diese noch weitverbreitete Meinung ist nicht nur ein schwerer Irrtum, sie ist darüber hinaus eine sehr verhängnisvolle Verkennung des deutschen Landarbeiters und seiner Leistung in der Volksgemeinschaft. So wenig sich diese Leistung durch andere, nichtdeutsche Kräfte ersetzen läßt, so wenig darf der deutsche Landarbeiter mit diesen als Notbehelf heute eingesetzten Kräften überhaupt zusammen genannt und verglichen werden. Wer als F r e m d v ö l k i s ch e r auf einem deutschen Bauernhöfe oder auf einem deutschen Landwirtschaftsgute arbeitet, ist eine — vielleicht sehr wertvolle und sehr willkommene — Hilfskraft, aber kein gelernter Landarbei- t e r. Denn selbst wenn andere Staaten die deutsche Landarbeitslehre bereits nachgeahmt hätten, würden sie uns diese Kräfte sicherlich nicht schicken; ja wir dürften sie ihnen, da wir ja auch an der Landwirtschaft der anderen europäischen Staaten ein dringendes Interesse haben, nicht einmal wegnehmen. Was wir als Aushilfen ins Großdeutsche Reich bekommen, sind ungelernte Hilfskräfte, die erst angelernt werden müssen; im besten Falle sind sie schon früher angelernt worden. Der deutsche Landarbeiter ist aber kein ungelernter oder auch nur angelernter Hilfsarbeiter, sondern gelernter und geprüfter Angehöriger des neben dem Bauern und Landwirt zweitwichtigsten landwirtschaftlichen Berufs! Dementsprechend muß der deutsche Landarbeiter sich selbst fühlen, dementsprechend muß er in der Lebensgemeinschaft des deutschen Hofes angesehen werden. Er ist unter der verantwortlichen Leitung des Betriebsführers, des Verwalters, des Inspektors der erfahrene und mitverantwortliche Dormann, der Treckerführer, der Gespannführer, dem die Kolonne der fremden Hilfskräfte unterstellt ist, der ihnen Beispiel und Anführer zugleich sein soll. Der Landarbeiter, der sich erst nach einer zweijährigen Lehre und einer weiteren zweijährigen Bewährung so nennen darf, ist als Siedler auf Eigenland eine wichtige Vorstufe zum neuen Bauerntum, ob er nun als Junger noch selbst über eine Landwirtschaftslehre und die Landwirtschaftsschule und die höhere Landbauschule zum Neubauern im neuen deutschen Osten wird, oder ob erst seine Söhne in neue deutsche Bauernstellen vorrücken. Die nationalsozialistische Landarbeitersiedlung ist eine Zelle deutschen Gemeinschaftslebens, die ihre Siedler, deren Frauen und Kinder zu einer, ganz neuen starken Einheit zusammenfaßt. Die deutsche Landarbeitergemeinschaft ist endlich ein Blutquell des Volkes, der neben dem Lebensquell aus Bauernblut für das gesamte Volk von großer Bedeutung ist. Beste Kräfte des Landes gehen aus den Häusern der Landarbeiter hervor. Jeder deutsche Landarbeiter darf auf diese Leistung und diese Aufgabe stolz sein! Dr. Hans Hajek. dient. Jede kleine Derdunkelungssünde ist deshalb eine Gefahr. Also: von heute ab geben wir keinem „bißchen Licht" mehr den Weg nach draußen frei! Dabei achten wir auch besonders auf die Fenster an der Rückseite des Hauses, damit auch dort alles so vorschriftsmäßig und gut verdunkelt ist, wie es sein muß, um sich selbst und die anderen Volksgenossen nach besten Kräften zu schützen. M-WiW M krall W MSe Fröhliche Gymnastik und Spiele für Frauen jeden Donnerstag von 20 bis 21 Uhr Turnhalle - Schillerschule, Schillerstratze. 4654D Zehn Büchlein mit Märchen. Alte deutsche Volksmärchen sind in netten, kleinen Büchlein neu erschienen. Zehn Bände' sind es mit den schönen Märchen vom Dornröschen, vom Rotkäppchen, vom Froschkönig, vom tapferen Schneiderlein, vom Schneewittchen, vom gestiefelten Kater, von Hänsel und Gretel, vom Rumpelstilzchen, vom Aschenputtel und vom Däumling. Die schönen Märchenbücher werden am Samstag und Sonntag von den Sammlern der Deutschen Arbeitsfront verkauft und sicher schnell vergriffen sein. Jeder gibt daher schnell sein Opfer für das Kriegswinterhllfswerk und sichert sich damit zugleich ein Märchenbuch. Lleberpreise für Geflügel werden nicht geduldet. Die Preisbehörden haben in letzter Zeit sehr erhebliche Strafen gegen Preistreiber im Handel mit Geflügel, und zwar sowohl gegen Erzeuger als auch gegen Abnehmer, festsetzen müssen. Trotzdem sind immer wieder Verstöße gegen die bestehenden Preisvorschriften, insbesondere bei der Abgabe von Geflügel unmittelbar vom Erzeuger an Großverbraucher (Gaststätten) und Verbraucher festzustellen. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat daher die Preisüberwachungsstellen erneut angewiesen, bei Preisüberschreitungen im Geflügelhandel mit den schärfsten Strafen vorzugehen. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 13. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Wirsing, y. kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10 gelbe Rüben 7 bis 9, rote Rüben 8 bis 10, 'Spinat 12 bis 15, Lauch 17, Sellerie 15, Endivien, das Stück 10 bis 15 Rpf. * ♦* Trockenskikurs. „Weitermachen!" So heißt die Parole des Reichssportführers. Getreu dieser Aufforderung ruft der Ski-Klub Gießen am Samstag, 15. November, zum diesjährigen Trocken- ftikurs in der Reithalle am Brandplatz. Der Trockenskikurs ist wegen seiner zweckentsprechenden Gymnastik den Skisportlern aller Altersklassen zu empfehlen. So wie der Anfänger im Trockenskikurs die ersten Grundbegriffe für den Skilauf lernt, so ist es auch für den Fortgeschrittenen von größtem Nbtzen, sich vor dem Skilauf im Schnee wieder an den Umgang mit den Brettln zu gewöhnen und den Körper für den Rhythmus im Skilauf vorzubereiten. Der heutige Skilauf ist rhythmische Bewegung. Je mehr diese Bewegung beherrscht wird, um so leichter laufen die oft so widerspenstigen Brettl in die gewünschte Fahrtrichtung. Also — auf in den Trockenskikurs! Die Teilnahme am Trockenskikurs ist unentgeltlich. Auch diesmal sind Nichtmitglieder zum Mitmachen eingeladen. (Straffammer Gießen. Der R. F. in Petterweil hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Er war beschuldigt, eine öffentliche Urkunde (Wehrpaß) gefälscht zu haben, indem er hinter den Eintrag: Fahrer Kl. 1 „u. 3" zufügte. Der Angeklagte war geständig und wurde zu einer Gefängnis- strafe von drei Monaten verurteilt. Mit Rücksicht darauf, daß er nicht vorbestraft ist und nach Ansicht des Gerichts aus Dummheit, nicht aus verbrecherischer Neigung gehandelt hat, wurde auf die geringste zulässige Strafe erkannt. Der A. E. in Friedberg war im Schnellverfahren durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg vom 30. September wegen Arbeitsverweigerung zu einer Gefängnisstrafe von 12 Wochen verurteilt worden. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. Er war beschuldigt, in den Jahren 1940 und 1941, insbesondere in den Monaten Mai, Juni und Juli 1941 als Arbeiter in einem kriegswichtigen Betrieb seine Arbeitspflichten nicht ordnungsgemäß erfüllt zu haben. So fehlte er an 27 Arbeitstagen und an 19 weiteren Arbeitstagen 2 bis 5 Stunden ohne genügende Entschuldigung. Der Angeklagte behauptete, durch die Erkrankung seiner Ehefrau verhindert gewesen zu sein, außerdem habe er sich jedesmal ordnungsgemäß entschuldigt. Das Urteil des Amtsgerichts Friedberg wurde im Strafmaß aufgehoben und der Angeklagte zu einer Gefäng- nisstrafe von sechs Wochen verurteilt. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die Zeit ab Ende Juni 1941 strafrechtlich in Frage komme, da der Angeklagte zu dieser Zeit eingehend und dringend verwarnt worden sei. Das Gericht legte das Verhalten des Angeklagten nicht als Faulheit und Böswilligkeit aus, vertrat aber die Ansicht, daß der Angeklagte disziplinwidrig gehandelt habe. Nährmittel- und Fettkarten gestohlen. Lin Jahr Gefängnis. Lpd. Wetzlar, 12. Nov. Ein 63jähriger, unbestrafter Mann aus Wetzlar wurde vom Sondergericht Frankfurt wegen Kriegswirtschaftsverbrechens und schweren Diebstahls zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er war bei der Hausreinigung im Ernährungsamt Wetzlar beschäftigt und entnahm zweimal einem Schrank, den er mit einem mitgebrachten Schlüssel öffnete, etwa 5 0 Nährmittel - und Fettkarten, auf die er sich dann unbefugt Lebensmittel verschaffte. Aus der engeren Heimat. Schweinemarkt in Grünberg. 4- Grün berg, 13. November. Der heutige Schweinemarkt war mit 144 Ferkeln und Läuferschweinen beschickt. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 17 RM., 6 bis 8 Wochen alte 18 bis 20 RM., 8 bis 13 Wochen alte 22 bis 28 RM., Läuferschweine 33 bis 36 RM. das Stück. Bei flottem Geschäftsgang wurde der Markt geräumt. Landkreis Gießen. □ Laubach, 11. November. Die dritte Veranstaltung der L a u b a ch e r K u-n st gemeinde betritt die Rhein-Mainische Landesbühne mit dem reizvollen Lustspiel „Scampolo" von Niccodemi, das in bezug auf Inszenierung und Wiedergabe schlecht- hin eine meisterhafte Leistung des kleinen Ensembles unter der flotten Spielleitung von Franze R o l o f f war. Die Hörer nahmen das lustige Spiel und die ausgezeichnete Wiedergabe mit herzlichem Beifall auf. -ß Bettenhausen, 11. November. Am kom. menden Samstag kann der älteste Einwohner unseres Dorfes, der Bauer im Ruhestand Johann Georg Rückel, im Kreise zahlreicher Nachkommen seinen 9 2. Geburtstag feiern. Lewer ist der alte Herr schon viele Jahre blind. Wir gratulieren ihm herzlich zu seinem Geburtstag. Handball-Kreisttaffe. Luftwaffe II Gi eß en — Grün in gen 6:5. Ihren ersten Sieg konnten die Soldaten auf eigenem Platz erringen. Im ersten Spielabschnitt sah es allerdings nicht danach aus. Gröningen leistete heftigen Widerstand und konnte bis zur Pause die Führung behaupten. Nach dem Wechsel wurde das Spiel härter. Die Gäste verloren einen Spieler durch Herausstellung. Dies trug mit zu der Niederlage Grüningens bei. Die Platzmannschaft nutzte diese Schwäche aus. Alle Angriffe wurden abgewehrt und ein knapper Sieg errungen. Holzheim — Heuchelheim 12:5 (6:3). Holzheim behauptet durch diesen Sieg weiterhin die Tabellenführung. Heuchelheim war zunächst ein ebenbürtiger Gegner. Die Platzmannschaft mußte sich sehr anstrengen, um die Führung zu erzielen. Den Gästen gelang es sogar, auf 6:5 heranzukommen. Allmählich kam dann Holzheim mehr auf. Weitere Treffer, denen die Gäste nichts mehr entgegensetzen konnten, stellten den Sieg sicher. HJ.-Spiele im Bann 116. M t v. GießenJgd. — HolzheimJgd. 11:5. Holzheim besitzt nicht die Kraft, beide Spielhälften gleichmäßig durchzustehen. Bis zur Halbzeit war man ein gleichstarker Gegner, obwohl der Mtv. eine kleine Führung besaß. Nach dem Wechsel kam jedoch die Platzmannschaft immer besser ins Spiel. Durch vorzügliche Stürmerleistungen gelang es in gleichmäßigen Abständen die Tore zu erzielen. ADOX Foäm Bei den Kämpfen im Osten starb nach einer schweren Verwundung am 21. Ok- tober mein lieber, guter Mann, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Willi Döring Gefreiter in einem Infanterie-Regiment im Alter von 29 Jahren den Heldentod fürs Vaterland. ^oßem Schmerz: Käthe Döring, geb.Preis Karl Klapp und Familie Berta Döring Wwe. Elisabeth Döring Georg Döring u. Familie Heinrich Preis u. Familie C Martin Preis und Familie. Gießen, Hinter den Schießgärten 14 Am Sandfeld 5. 03780 Statt Karten. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Sier Polizeiverwaltungs-Obersekretär L R. nach vollendetem 77. Lebensjahre am 11. November nach schwerer Krankheit plötzlich für immer von uns gegangen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Willi Sier Familie Karl Sier Familie Ludwig Sier und 4 Enkelkinder Gießen (Roonstraße 34), z. Z. R.A.D., Olfen- stedt b. Magdeburg, Hamburg. Die Beerdigung findet am Freitag, 14. Nov., 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 4663 D Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an dem tiefen Leid, das uns durch das Hinscheiden meines innigst- geliebten Mannes und Vatis betroffen hat, sagen wir auch im Namen aller Angehörigen unseren innigsten Dank. in tiefer Trauer: Mlmi Schneegaß, geb. Otto Töchterchen Marlis Gießen, den 13. November 1941. Rodheimer Straße 43 I. 03807 Für die herzliche Anteilnahme an dem großen Leid, das uns betroffen hat durch den Heimgang meines lieben Mannes, unseres treusorgenden Vaters, danken in tiefer Trauer Fran Mathilde Naumann, geb. Manna Mathilde Naumann, Arbeitsamt Burg Gisela Naumann, Apotheke in Biedenkopf Georg Naumann. Alten-Buseck, im November 1941. 4645 D .— Briefmarken—- Ankauf Verkauf Taxation kostenl. fachm. Beratung Otto Hase, Frankfurts., Biebergasse 5 Telefon 21738 4218 V Referendar sucht gut möbl. Zimmer möglichst Nähe Universität. Schrift!. Angeb. unter 03810 an den Gieß. Anz. Ins Weihnachtspäckchen e für die Soldaten gehört Esbit- ® Trocken-Brennstoff zum Kochen • u.Wärmen v. Speisen,Getränken T Rasierwasser etc. Verlangen Sie e Esbitineinschl.Gesch.Pckg.öOPfg.- ® Zum Feldpostversand zugelassen, e Bezugsquellen-Nadiweisr dvrch: 9 HERST. ERICH SCHÜMM STUTTGART-W109 ••••••••••••••••••••••••• Gemeinsame Bekanntmachung der Landräle der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach. Velr.: Abgabe von Süßwaren. Nach Ablauf der Verkaufssperre für Süßwaren am 16. November 1941 werden ab 17. November 1941 Süßwaren gegen Abtrennung der Abschnitte N 37 der rosafarbenen und blauen Nährmittelkarten wieder abgegeben. Zur Ausgabe kommen marzipan- oder kakaohaltige Erzeugnisse (Pralinen, Riegel, Rippen, Stangen, gefüllte Schokoladen, Stückartikel) sowie Zuckerwaren pro Kopf bis zu 125 g im ganzen. Markenware steht nur in begrenzter Menge zur Verfügung, so daß auch einfache Konsumware gekauft werden muß. 4666D Gießen, den 12. November 1941. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach: Der Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Achtung! Achtung! Diese Woche, ab Freitag MMN! nwiuiirii»smitii Walltorstraße 4, Televhon 2186. »eesD SucW-Mhn. evtl, können ent- sprechend.Räume in d. Innenstadt in Tausch gegeb. werden. ossoe Friedr.71ac.Heyd Seltersweg 12 Angestellte sucht leetesäimmet mit Küche. Schriftl. Angeb. unter 0ß820 an denGietz.Anzeig. Soldatenfrau mit 2jähr. Kind sucht möDL3immet m.Uiichenbenntz. Kinderbett wird gestellt.Schr.Ang. u.03817a.d.G.A. Familiendrucksachen Verlobungsanzelflen VermShlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Stellenangebote I Verkäufe Teciin. Assistentin oder Sprechstundenhilfe mit Laborkenntnissen für sofort zur Aushilfe ob, für dauernd von einem Arzt ges. Schr. Ang. unt. 4661Da.d.G.A. WMWe für tägl. oder an einigen Tagen der Woche auf 2-3 Stunden für leichte Hausarbeit gesucht 466oD Schönau, Bal)nbofstr.76p. Besonders kinderliebes Mädchen gesucht f. ganze oder % Tage. Schr. Ang. unt. 4585Da.d.G.A. Ein trächtiges Rind zu verkaufen bei Ludwig Rinn Rodtieim tu d. Bieber, EL Bieberstraße 6. Schwarz.,eisern. Herd (links) wenig gebraucht zu verk. Schrift!. Angeb. unter 03806 an den Gieß. Anz. Ladentheke mit Glasaufsatz billig zu verkauf. Scltcrswcg 36. WkWMÜl „ContakRetina", zu verkauf, oasia Heuchelheim, HorsfWessel'Str.l GIESSENER VORTRAGSRING Arbeitsgemeinschaft NSG. „Kraft durch Freude“ • Goethe-Bund Kulturelle Vereinigung Sonderveranstaltung Mittwoch, 19. November, 19.15 Uhr, Neue Aula der Universität Gastspiel des berühmten deutschen Unterwasserjägers Hans Haß-Wien “Unter 3£orallen und 3taten Persönlicher Vortrag mit 120 Lichtbildern. Unterwasserjagd auf Großfische u. Haie. Mit Harpune u. Kamera im Karibischen Meer. Eintritt: RM. 3—, 2-, 1.-. Wehrmacht sowie Mitglieder des Vortragsrings der NSG. „Kraft durch Freude“, Goethebünd und Kulturelle Vereinigung erhalten im Vorverkauf Ermäßigung. Vorverkauf: Karten Verkaufsstelle der NSG. „Kraft durch Freude“, Seltersweg 60, Telephon 2141, und in der Musikalienhandlung Challier, Neuenweg 10, Telephon 2671. 4669D __________________'__________________________ 3 Mon. tragende gelbe Kuh wegen Sterbefall zu verkaufen Heinrich Stroh, Wißmar, Krofdorfer Straße 28. ossiv Kaufgesuche Kaufe Stutzflügel Pianos J Beschreibung und Preisangebote an R. Schönau Bahn' ofstrahe 76 Tel. 3269 Skier z. kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 03774 an den Gieß. Anz. Klavier zu aufen gesucht. (msD G. Ebert. Klamerrnacher, Bleichstratze 17. Damen- pelzmaniel z. laufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 03814 an den Gieß. Anz. Gebrauchter Hausladen oder Schaukelpferd und Rechenmaschine zu kaufen gesucht Ossis Größer, Wetzsteinstr. 14. Goethe-Bund - Kulturelle Vereinigung Mittwoch, den 19. November,Lichtbildervortrag: Als Mensch unter Fischen gelebt Zu dieser Sonderveranstaltnng haben unsere Mitglieder keinen freien Besuch. Bei diesem Vortrag sind Karten gegen Ausweis in den bekannten Vorverkaufsstellen zu erm&lllBlen Preisen zu haben.«btD DieDeutscbeArbeilsfronl Kreisdienststelle NSG. Krall dnrcb Freude Wetterau Sonntag, 16. November, 15.00 Uhr, im Theater 2. Veranstaltung im lOer-Rlng 3 die Säfte reinigt u. den Magen richtig pflegt. Die wohltuende Wirkung ist bald festgestellt Glas.l.LMM in Apoth.u.Drog.