?s Montag, 13. Gktober 1941 Gietzener Anzeiger , Jahrgang Nr. 243 ।(beim täglich autzer ,mttags und feiertags Beilagen: Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer viS8'/,Ubr desBnrmittagS An^etgen-Pretie: Anzeigenteil 7 Rvt ie mm bei 22 mm Keilenbreite, Wertteil 50 Rvt. ie mm bei 70 mm Keilenbrette Nachläße: Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengenstaffel 2 Plavoorschrift (vorheriae Berembaning) 25°/« mehr «fiilvreckanschlutz 2251 Druck und Verlag: llßsß'fVrantfSan. vrLhlscheUniverfttätr-ruckerel». Lauge General-Anzeiger für Oberheffen lehener Familienblätter ymat anBild-DieScholle Bezugspreis: pnatlich.......RM 1.80 Mellgebühr... ,, -.25 M bei Nichterscheinen ifi einzelnen Nummern jplöe böberer Gewalt Ans 1200 Kilometer Breite in vollem Angriff nach Osten Torpedoflugzeug vor dem Start Mn ment entwickelt worden, das den Briten bereits großen Schaden an Handels- und Kriegsfchiffsraum acht es zugefügt hat. Neben dem Schiffstorpedo wurde da- Schläge durch auch der Flugzeugtorpedo zu einer wirksamen Gegen den Aegierungsoptimismus in England nachstoßend die örper rette: Die Motoren der He 111 laufen bereits auf hohen Touren. Der Schütze hat soeben in der Bugkanzel Platz genommen, denn in wenigen Minuten " auf Feindflug, um den Engländern neue < , „ auf See zu versetzen. (Scherl-Bilderdienst-Stöcker- M.) In der deutschen Luftwaffe ist dos Torpedo- flugzeug seit Kriegsausbruch zu einem Kampfinstru- Waffe und somit zu einer ständigen Gefahr für die britische Schiffahrt auf allen Meeren. und Wjasma eingeschlossenea Kräfte macht ebenfalls schnelle Fortschritte, verzweifelte Durch- bruchsverfuche des Gegners brachen überall im Angriff der deutschen Truppen zusammen. Gefangenen- und Beutezahlen wachsen ständig. vor Leningrad scheiterten auch gestern alle Ausbruchsversuche des Gegners. In dreitägigen Kämpfen wurden allein im Abschnitt einer Infanterie-Division 28 überschwere Panzer abgeschossen. Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht kriegswichtige Einrichtungen in Moskau und Leningrad sowie Eisenbahnlinien. In einem Hafen der Färöers verfenkte bei Tage ein Kampfflugzeug zwei Handelsschiffe mit zusammen über 2500 BRT. und traf zwei weitere Schiffe schwer. In der Nacht zum 11. Oktober bombardierten Kampfflugzeuge einen wichtigen Hafen an der britischen Ostküste sowie Hafenanlagen in Südweslengland. In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 10. Oktober den britischen Flugplatz Abur Smeith an. Lin weiterer wirksamer Luftangriff richtete sich gegen das britische Oelzen- trum Haifa in Palästina. Bei Luftkämpfen in Nordafrika wurden ohne eigene Verluste drei britische Flugzeuge abgeschossen. Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Orte in Nordwest- und Westdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. An einzelnen Stellen wurden Häuser zerstört oder beschädigt. Flakartillerie schoß sechs der angreifenden Bomber ab. schnell zusammengeraffte Ersatzoerbände dem deutschen Dorgehen entgegenwerfen. Eine reguläre Armee oder Armeegruppe besteht hier nicht mehr. Das Donezbecken ist aber die schwerindustrielle Basis der Sowjetunion. Rund zwei Drittel der sowjetischen Kohlenproduktion und ein Drittel der gesamten sowjetischen* Schwerindustrie sind hier vereinigt. Nachdem die Sowjets schon das Erzbecken von Kriwoi Rog, die Industrien von Leningrad und Kiew verloren sowie die Industrie von Moskau und Charkow nicht mehr voll arbeiten kann, weil die Luftwaffe in diesen Bezirken die Arbeitsmöglichkeiten unterbindet, wird den Sowjets nunmehr mit der baldigen Ausschaltung des Donezbeckens die Aussicht genommen, jemals wieder auch nur einen teilweisen Ersatz des verlorenen Kriegsmaterials produzieren zu können. Die Schlacht nördlich des Asow- schen Meeres hat also nicht nur eine strategisch- taktische Bedeutung, sondern trägt weiterhin zur entscheidenden Zerstörung der Kriegs- r ü st u n g s b a s i s des Gegners bei. Der Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNB. Aus dem Führerhauptquartier. 11. Oft Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nördlich des Afowschen Meeres steht die Vernichtung des auf engstem Raum zusammengedrängten Gegners vor dem Abschluß. Auf dem Schlachtfeld wurde die Leiche des Oberbefehlshabers der 18. sowjetischen Armee aufgefunden. • Die Vernichtung der lm Raum oon Brjansk Itst um England zwei Handelsschiffe mit zu- smnen 9000 BRT. Ein großes Handelsschiff wurde i3tanb geworfen. Weitere wirkungsvolle Luft- ■riffe richteten sich gegen Flugplätze forote gegen Mswlchtige Anlagen an der Südoft- und Südwesk- H der britischen Insel. trüge britische Bomber warfen in der letzten kni an mehreren Stellen Nordwesldeutschlands peng- und Brandbomen, die nur unerheblichen kktz ben verursachten. Oie Schlacht am Afowschen Meer. ♦ 't'änben am 8. Oktober genommen. C« Gruppe Budjennys ist also ebenfalls ver- 'Hst worden. Damit ist die letzte Truppenm ss. ! lich noch schützend vor das D 0 n e Z b weggeräumt. Die Sowjets tonnen nur ) Winmähig überlegenen Bolschewisten dum „ am,y ßflsen. Dadurch konnte ein Verband der Waffen-77, entlang der Küste des Asowschen Meeres nach ije-b j ansk vorstieß, am 7. Oktober den von Nor- F kommenden Panzerkräften die Hand reichen die Einschließung der sechs bis sieben bolsche- »Efllchen Divisionen, die zum Kampf gestellt w - W waren, vollenden. Der Oberbefehlshaber de Uf wjetischen Armee flüchtete daraufhin mit dem iTJ^eug, während der Oberbefehlshaber der 1 • vstischen Armee später auf dem Schlachtfeld tot fefunben würbe. Der Stab der 9. sowietischen ^nre wurde gefangen genommen. Die «owiei sichten verzweifelt auszubrechen. Bis zu yun- Panzer stießen vor, wurden aber blutig ab- fcaefen. Der Ring wurde ständig enger zusammen- stgen. Drei Keile wurden in den Kessel vorg ÜXN, die Sowjetverbände schließlich m den 0 Ij’beffel aufgefpalten und v°rmckM- Damit san° l Schlacht am Asowschen Meer ihren Abschluß. 8-Reste der geschlagenen S°w,ets die noch nach ausweichen konnten, wurden schon wahren ■rfr Einkesselung und Vernichtung der 9. und 18. »--tischen Armee scharf versalzt. Die am As-W % Meer gelegene Hasen- und Sndustr eschdt ^t'iupol wurde von den nachstoßenden deutsch iWfadje und höchster Vlutopfer vermögen die hier cheschlossenen Kräfte des Gegners ihr Las nicht I wir zu ändern. Schon jetzt find über 2 0 0 0 0 0 i ^Fangens gemeldet. Diese Zahl ist ständig im 1RV. Aus dem Führerhauptquartier, IlDftober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt Waat: ii Fie die gestrige Sondermeldung bekanntgab, ist fr|i Schlacht nördlich des Afowschen Wieres abgeschlossen. Im Zusammenwirken mit C| Luftflotte des Generalobersten Löhr hat die Idtee des Generals der Infanterie von IN a n - b( n, die rumänische Armee des Korpsgenerals W,vi i l r e s c u und der Panzerarmee des General- Wrfften von K l e i st die Masse der 9. und 18. Mff Auch am 11. Oktober unternahmen die Bolschetviften mehrfach von Artillerie unterstützte Ausbruchsversuche aus dem Einschließungsraum von Leningrad. Sie mürben unter blutigen Verlusten für die Sowjets abgeschlagen. Im mittleren Frontabschnitt setzten sich die Bolschewisten vor einem Korpsbereich in au5gebauten*”öteüungen mit Artillerie, Maschinen- Gewehren und Granatwerfern fest. Die sowjetischen Stellungen wurden von Truppen des Korps durchbrochen. Im Verlauf der Verfolgung wurden allein in zwei Divisionsabschnitten in der Zeit vom 8. bis 11. Oktober 4389 Minen ausgebaut. Während des 11. Oktober sind die Massen der eingeschlossenen Bolschewisten innerhalb der großen Kessel um Wjasma und Brjansk auf immer engeren Raum zusammengedrängt und zerschlagen worden. Alle Ausbruchsversuche der seit Tagen in wirren Kolonnen Herumirrenden Sowjet- soldaten, die von ihren Kommissaren oorgetrieben wurden, brachen im Feuer der deutschen Waffen zusammen. Diese aussichtslosen Unternehmen haben b'" blutigen Verluste der Sowjets gewaltig oer- mehrt. haben, ein Gesicht ohne Vorbild zeigen, wenn auch die kriegstechnischen Mittel und damit die taktischen Elemente im wesentlichen die gleichen bleiben. Hier war auf einer im ganzen genommen gradlinig verlaufenden Front ein Gegner anzufassen, der im Unterschied zu den Franzosen die Bedeutung der Motorisierung und insbesondere der Panzer w a f f e im modernen Kriege rechtzeitig erkannt und sich entsprechend gerüstet hatte, der über eine außerordentlich starke Luftwaffe verfügte, und der überdies R e s e r v en ins Feld führen konnte, die einen entsckeidenden Durchbruch so lange aus- schlossen, als even solche Reserven ausreichend zur Verfügung standen. Dieser vielfachen Mauer von Menschen und Material gegenüber gab es nur ein Mittel: Ihre Bewältigung und allmähliche Aufzehrung in Vernichtungsschlachten. Dabei mußte noch folgendes im Unterschied zu früheren Feldzügen dieses Krieges erschwerend ins Gewicht fallen: Die schlechten Wegeverhältnisse in Sowjet-Rußland, wo ein Regenguß genügt, um die Straßen in unergründlichen Schlamm zu verwandeln, behindern die Beweglichkeit gerade der motorisierten Truppen. Je mehr die deutschen Truppen in die Weite des östlichen Raumes vor- drangen, um so mehr entfernten sie sich von ihrer Versorgungsbasis, während die Nachschublinien des Gegners sich verstärkten. Für die rückwärtigen Verbindungen aber war man wiederum auf die miserablen Wege und aus ein mit europäischem Maßstab gemessen wenig ausgebautes Eisenbahnnetz, das dazu mit seiner größeren Spurweite die Verwendung deutschen Eisenbahnmaterials nicht ohne weiteres gestattete. Ueberdies aber mußte die für die Durchbruchsoperationen so bedeutsame lieber- raschung des Gegners, die ohnehin bei den heutigen Aufklärungsmöglichkeiten weit schwieriger ist als früher^ nach dem ersten Ansturm doppelt erschwert sein angesichts einer Front, an der in ihrer gesamten Ausdehnung fast pausenlose Kämpfe im Gange waren. Führung und Truppe sind über alle diese Schwierigkeiten Herr geworden. Die Truppe war ausreichend verpflegt, stets waren die erforderlichen Kampfmittel an entscheidender Stelle verfüg, bar, und zwar in einer Fülle, die jeden Weltkriegskämpfer mit Neid erfüllen mußte. Und immer wieder glückten Ueberaschungsaktionen selbst an Stellen, ■an denen man, auch ohne ein großer Stratege zu sein, ein deutsches Zugreifen erwarten konnte. So gelang die Folge großer Vernichtung s f ch l a ch t e n , die dem Feldzug im Osten sein einzigartiges Gepräge geben. Am Anfang steht als eine Frucht des Durchbruchs durch die Sowjetischen Grenzstellungen die am 10. Juli abgeschlossene große Doppelschlacht von Bialystok und Minsk, die 323 000 Gefangene einbrachte. Drei Wochen später, nach dem Durch, bruch durch die Stalin-Linie, folgte die Vernich- tungsschlacht im Raum von Smolensk mit ihren 310 000 Gefangenen und die unmittelbar darauf, am 7. August, vollendete Einkreisungsschlacht in der Ukraine nordostwärts U m a n, bei der 103000 Gefangene gemacht wurden. Als weitere Umzingelungsschlacht östlich der Stalin-Linie folgten die um den 20. August beendeten Schlachten von G o m e I (aus halbem Wege zwischen Smolensk und Kiew) und W e l i k i j Sufi (nördlich Wftebsk) mit dort 84 000, hier über 30 000 Gefangenen bei ungewöhnlich blutigen Verlusten des Gegners. Es wurde September, und der Gegner mochte bereits hoffen, seine Front in den Winter hinein retten zu können. Da leitete die als Schlacht bei Kiew bekannt gewordene Riesenumfassung im Dnjepr—Desna-Bogen, die Ende September mit der Gefangennahme von 665 000 Sowjets endete, die Reihe der Entscheidungen ein, die mit den Umfassungsschlachten nördlich des Asowschen Meeres sowie im Raume von Wjasma und Brjansk in der ersten Oktoberhälfte zur Vernichtung der sowjetischen Front führten. Damit rundet sich das Bild, und dem rückblickenden Betrachter wird deutlich, daß auch der Feldzug im Osten im Zeichen einer aus der Besonderheit der Verhältnisse geborenen operativen Idee steht, die ohne Vorgang, das heißt schöpferisch ist. „So ist denn in der Strategie alles sehr einfach", sagt Clausewitz, „aber nicht auch alles sehr leicht." Das Genie des Feldherrn, dem das unvergleichliche Instrument der deutschen Wehrmacht zur Verfügung stand, hat'sich in diesem Triumph des Geistes über die Masse abermals erwiesen. Franco beglückwünscht den Führer. Berlin. 12. Oft. (DNB.) Aus Anlaß der letzten großen deutschen Waffenerfolge sandte der spanische Staatsches General Franco an den Windstärke Null. Von Erich Paetzmann. Sie sind zu dritt an Bord, Herr Hansen, Conny und Annett. Eigentlich wäre ja Conny als letzter äu nennen, denn er ist nur ein unscheinbarer Terrier. Aber als Bordhund gehört er zur Besatzung. Was man von Annett nicht sagen kann. Dafür ist aber Fräulein Annett auch schon zwanzig Jahre alt und durchaus nicht unscheinbar. Im Gegenteil, sie hat eine recht augenfällige Art, bei jeder Bö ein wenig zu erschrecken uni) sich voll reizender Verwirrung an den Masten festzuhalten. Conny findet das fo seltsam, daß er wie gebannt hinter ihren langen Mädchenbeinen hertrottet. Was Herr Hansen sindet, ist nicht zu erkennen. Er sitzt stumm an seinem Ruderplatz und raucht. Da kommt Annett nach achtern und stellt sich neben ihn an den Besanmast. Der Wind hat gerade auf- gefrischt und weht ihr Röckchen fast um seine Ohren. Aber er zieht nur die Mütze tiefer in die Stirn und macht sich offenbar nichts draus. „Sie find nicht gerade unterhaltend heute", sagt sie daher angriffslustig, „oder denken Sie über irgend etwas Schwieriges nach?" „Nein, höchstens über die Frage, ob wir nicht bald wenden müssen. Wenn wir nämlich vor der Dunkelheit an Land sein wollen —" „Meine Güte, bis dahin ist noch endlos viel Zeit. Nein, jetzt segeln wir erstmal bis zu der schwarzen Boje da vorn," verlangt sie sehr bestimmt. „Segeln wir —? — Erstens ist die Boje rot, und zweitens wird der Kurs immer noch von Käptn Hansen bestimmt." „Und drittens scheint dieser unliebenswürdige Käptn nicht mehr ganz zu wissen, daß er den Wunsch eines Gastes an Bord und dazu noch einer Dame respektieren muß." „Ach, so ist das?" sagt Herr Hansen und lächelt unmerklich. Und dann steuert er galant die Boje an, obwohl er kreuzen muß. — ♦ Es hat bereits zu dämmern angefangen, als sie endlich auf der Heimfahrt sind. Annett sitzt oben auf dem Kajütdach, mit dem Rücken gegen den Großmast und träumt ein bißchen in den Abendhimmel. fen. Ich begrüße es mit dankbarer Freude, daß auch spanische Freiwillige an dieser endgültigen Zerschlagung des militärischen Bolschewismus mitkämpfen. — Aus dem gleichen Anlaß fand ein herzlicher Telegrammwechsel zwischen dem spanischen Außenminister Serrano S u n e r und dem Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop statt. Führer nachstehendes Telegramm: Im eigenen Namen und im Namen des spanischen Volkes spreche ich Eurer Exzellenz meinen begeisterten Glückwunsch zu den letzten und endgültigen Erfolgen der ruhmreichen deutschen Wehrmacht über den Feind der Zivilisation aus. — Der Führer dankte dem spanischen Staatschef mit folgendem Telegramm: Eurer Exzellenz danke ich für die herzlichen Glückwünsche zum Erfolg bet deutschen Was- Deutsche Ostraumwirtschast. Keichswirtschastsmimster Funk bei der Eröffnung der Ostmeffe. Königsberg, 12. Okt. (DNB.) Die Eröffnung der 29. deutschen Ostmesse nahm Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk zum Anlaß, um die Probleme der deutschen Ostraumwirtschaft darzulegen. Der europäische Osten zwischen Ostsee und Schwarzem Meer kann nunmehr roieoer seiner wirtschafts- und verkehrsgeographischen Struktur gemäß in einen unbeschränkten. Güteraustausch mit Ostpreußen eintreten. Aus dem ständig' bedrohten Grenzland ist jetzt das Zentrum eines großen nordosteuropäischen Wirtschaftsraumes geworden. Es bildet die wichtigste Verkehrsbrücke zwischen West- und Nordostdeutschland. Noch größer ist seine Bedeutung als zentraler Sammelplatz, auf dem die Rohstoffe und landwirtschaftlichen lieber» schlisse des Hinterlandes zusammenströmen, um über die eisfreien Häfen in die Bedarfsgebiete geleitet zu werden. Für die skandinavischen Staaten bedeutet Königsberg dann das wichtigste Einfallstor nach Südosteuropa. Damit werden hier auch Industrie und Gewerbe, wenn sie sich den besonderen Gegebenheiten dieses Raumes anpassen, einen günstigen Standort finden. Die Aufgaben, die die Baltenländer in der europäischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft künftig zu erfüllen haben, seien durch die geopolitische Struktur des Raumes deutlich umrissen. Weit über 60 v. H. der rund 5Vr Millionen Menschen in diesen dünn besiedelten Gebieten sind in der Land- wirtschaft tätig. Der agrarische Grundcharakler tritt auch in der Ausfuhr klar in Erscheinung. Im letzten normalen Wirtschaftsjahr 1938 hatte die Ausfuhr an Nahrungs- und Genußmitteln einen Wert von 110 Millionen RM. Allein an Butter wurde für 64 Millionen RM. ausgeführt. Das ent- spricht wertmäßig etwa der Hälfte der jährlichen deutschen Buttereinfuhr vor dem Kriege. Daraus ergibt sich, welch wertvollen Beitrag die baltischen Ueberschußgebiete in Zukunft für die Ernährung Europas liefern können. Anders sieht es mit den altsowjetischen Ländern, deren gewaltige landwirtschaftliche und industrielle Kapazität von Deutschland erst dann voll ausgewertet werden kann, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind: Es müssen die schlimmsten Kriegsschäden und die völlige wirtschaftliche Des- Organisation beseitigt werden, die Menschenfrage, insbesondere die Führungsfrage, gelöst werden; schließlich aber muß dieser Raum in der Wirtschaftsplanung sowie organisatorisch und verkehrstechnisch auf seine neue europäische Aufgabe hin ausgerichtet werden. Die in den deutschen und europäischen Wirtschaftszyklus eingeschlossenen osteuropäischen Rohstoffgebiete (die Howjetwirtschaft stand außerhalb Europas!) werden eine magnetische Anziehungskraft auf die weiterverarbeitende Industrie ausüben. Es könnte also eine Art von Industrie- Wanderung nach Osten einsetzen. Natürlich nicht in die Rohstoffgebiete selbst, denn diese müssen die Rohstoftgebieisstruktur vielleicht noch klarer als bisher erhalten. Aber der alte Osten des Reiches, der eine gesunde Mischung von agrarischem und industriellem Charakter sehr wohl verträgt, käme hierfür in Frage. Auf diese Weise würde in den alten Industriegebieten des Reiches, bei denen eine starke Massierung von Industrie und Menschen vorliegt, eine gesunde Auflockerung und Entlastung eintreten, die wirtschaftlich wie sozial gesehen von Vorteil sein könnte. Europa hat einen Gebietszuwachs erhalten, der feinen schöpferischen Kräften reiche Gelegenheit zur Entfaltung gibt und feine Wirtschaftskapazität auf das glücklichste ergänzt und'verstärkt. Der europäische Kontinent hat feine internen Ergänzungsmöglichkei- ien bisher bei weitem noch nicht ausgenutzt. Kein vernünftiger Mensch denkt daran, eine chinesische Mauer um Europa zu ziehen. Wir bejahen den Gedanken des Welthandels durchaus, was wir bekämpfen, das ist der Mißbrauch von Handel, Kredit und Kapital zu machtpolltischen Bestrebungen, den England über ein Jahrhundert lang getrieben hat, und der die Grundursache der beiden großen Kriege unserer Zeit bildet. Wir wollen den internationalen Handel zu einem sauberen Instrument gegenseitiger Wirtschaftsförderung neugestalten; wir wollen zweitens, daß der Schwerpunkt des Europahandels, vor allem in den Ernährungsgrundstoffen und den lebenswichtigen Rohstoffen, im europäischen Machtbereich bleibt; denn künftige Kriege werden am sichersten dadurch unterbunden, daß wirtschaftliche Kampfmaßnahmen keine Aussicht auf Erfolg mehr bieten. Der Film als nationales Erziehungsmittel. Or. Goebbels zur Eröffnung der Zugendfilmstunden. Berlin, 12. Oktober. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hielt am Sonntag anläßlich einer Film-Feierstunde der Hitler-Jugend im Berliner Ufa-Palast eine Ansprache, in der er den deutschen Film als ein in die Tiefe reichendes nationales Erziehungsmittel proklamierte und seinen überaus günstigen Einfluß in seiner Idealform auf die seelische und geistige Ausrichtung der deutschen Jugend pries. Man dürfe nicht verkennen, so führte der Minister aus, daß der Film natürllch als große und in die Tiefe dringende M a s s e n f u n ft in stärkster Weise auch der Unterhaltung zu dienen habe. Aber in einer Zeit, in der der gesamten Nation so schwere Lasten und Sorgen aufgebürdet würden, sei auch die Unterhaltung, staatspolitisch gesehen, von großem Wert. Daneben müsse der Film in seiner modernen Entwicklung als nationales Erziehungsmittel erster Klasse gelten. Damit übe er gerade am bildungsfähigsten und bildungshungrigsten Teil des deutschen Volkes, a n seiner Jugend, seine Mission als nationaler Erzieher aus. In feiner Breitenwirkung fei er fast mit der Volksschule zu vergleichen, nur mit dem Unterschiede, daß die Volksschule dem jungen Menschen das elementare Wissen beibringe, das nicht so stark an das Weltanschauliche und Erzieherische herangreife, während der Film dem erwachse- „Nanu?" ruft sie plötzlich, „wir kommen ja nicht mehr von der Stelle. Was ist denn das?" „Flaute!" ruft er zurück. Dann steigt er durch das Luk hinunter und kommt nach einer Weile mit einem dicken Pullover und einer Oeljacke drüber wieder hoch. „Ich habe Ihnen unten einen Grog angesetzt", sagt er nebenhin, „weil Sie doch für eine Nachtfahrt nicht angezogen sind." „Für eine Nachtfahrt? Um Gotteswillen, wir können doch nicht bis Mitternacht hier auf dem Wasser liegen bleiben!" Und da er nur mit der Achsel zuckt, geht sie nach unten, setzt sich bekümmert auf die Bank und nimmt Conny auf den Schoß. Es wird nun völlig still ringsum, als wäre man außerhalb der Welt. Auch Conny regt sich nicht mehr. Annett nimmt ab und zu einen Schluck von dem Grog und trinkt auf diese Weise das ganze Glas leer. Davon wird ihr etwas wohler, aber auch ein wenig wirr im Kopf. Sie merkt noch, wie dieser Kopf immer schwerer wird, dann sinkt er auf den Kartentisch, und Annett ist eingeschlafen. — ♦ Don einem Gluckern an der Bordwand wacht sie auf. Im Dunkeln fühlt sie, daß sie einen warmen Pullover auf den Schultern liegen hat und eine Oeljacke darüber. „Herr Hansen", ruft sie hinaus, „ist denn endlich wieder Wind da?" — „O ja, ich denke, in zehn Minuten legen wir an." — „Wieviel Ubr ist es denn jetzt?" — „Na, fo in einer halben Stunde geht die Sonne auf." „Wie? Die Sonne geht schon auf?" schreit sie und kommt an Deck. „Um Himmelswillen, was soll ich bloß meinen Eltern sagen?" „Ja, das ist nun eine schwere Frage", antwortet Herr Hansen ruhig, „am besten, ich gehe mit und sage alles, wie es wirklich war." „Ach Gott, wenn man uns nun nicht glaubt." „3a, bann — bann müßen wir eben bie Konsequenzen ziehen und müssen uns heiraten." — Sie starrt ihn an, als sei es ihr unverständlich, wie jemand in solcher Lage noch frivole Späße machen könne. Aber ba merkt sie erst, wie übernächtig er aussieht, unb baß er in ber Morgenkühle roeber Pullover noch Jacke anhat. „Ich habe mich nämlich", fährt er fort, „mit dem Gebauten schon seit Mitternacht beschäftigt Es kommt jetzt nur daraus an, wie Sie darüber denken." nen und reifen Volk ununterbrochen seine nationale Einwirkung und Erziehung zuteil werden lasse. Der nationalsozialistische Staat könne daher auch nicht dieses nationale Führungsmittel politisch neutralen ober gar zerstörenden Kräften im öffentlichen Leben überlassen, wie das die demokratische Republik getan habe. ,/Die großen Erfolge", fo erklärte Dr. Goebbels, „bie der deutsche Film vor allem in den vergangenen zwei Kriegsjahren unter dem Beifall des gesamten filmliebenden Publikums im Reich und weit über unsere Grenzen hinaus erreichen konnte, fiyd in der Hauptsache einer außerordentlich starken staatlichen Förderung zu verdanken. Die größten Filmkunstwerke aus den vergangenen zwei Jahren sind Ergebnisse van Auftragserteilungen der staatlichen Führungsinstanzen gewesen. Filme wie „Wunschkonzert", „Bismarck", „Jud Süß", „Ohm Krüger", „Annelie", „Ich klage an" ober Heimkehr" sind in der Hauptsache auf staatliche Aufträge zurückzuführen, und ich muß zur Ehre der deutschen Filmkünstler feststellen, daß sie diese nationalen Aufträge mit größter Begeisterung und mit einem künstlerischen Fanatismus, der höchste Anerkennung verdient, in Angriff genommen haben." Unsere stärksten nationalen Filmstofte stellten bie stärksten künstlerischen Wirkungen bar, unb die stärksten künstlerischen Erfolge erzielten auch bie Aber sie antwortet ihm nicht. Sie hockt sich nur still neben ihn auf bie Ruderbank. So sitzen sie eine ganze Weile unb starren in den Morgenhimmel. Hann nimmt sie bie Oeljacke und legt sie ihm um bie Schultern, sehr sorglich unb behutsam unb gar nicht wie ein frembes junges Fräulein einem frem- ben Kapitän. Napoleon will es nicht glauben. Anekdote von Fritz Nölle. Auch große Leute haben dann und wann Langeweile, und wenn nichts anderes zur Hand ist, lassen sie einen Geringeren kommen und spiegeln sich in ihm; bann merken sie erst, wie groß sie selbst sind. Zu gewissen Zeiten standen dafür Hofnarren bereit, später > fanden sich andere — wie auch früher —, und was sie sagten, war manchmal das Dümmste nicht. Deshalb wohl ging ber Weltbeherrscher Alexanber zum Diogenes unb seiner Tonne, und an ihn backte vielleicht ber erste Napoleon bei nach- folgenber Gelegenheit, wie er sich ja ben Griechenkönig in manchen Dingen zum Vorbild genommen hat. Als ber Korse von Paris aus zu seinen Truppen eilte, um mit ihnen nach Rußlanb zu ziehen, hielt er eines Mittags in einer kleinen westfälischen Stabt Rast, bafelbft bas Essen einzunehmen, bas burch Dorreiter bestellt worden war: Fünf Gänge mit einer süßen Nachspeise, wie es einem solchen Manne zusteht. Aber bas Mahl währte nicht solange wie die Jnstanbsetzung eines Schadens am Reisewagen, unb da der Bürgermeister an ber Tafel teilgenommen hatte, fragte ihn ber Kaiser, ob keine Merk- würbigkeit in ber Stabt sei, die ihm die Zeit kürzen könne. Denn er dachte bie zahlreichen Romane, die er mitzunehmen pflegte, für Zeiten aufzuheben, da ihm nichts anderes zur Unterhaltung bliebe. Der Bürgermeister überlegte, unb ba die Stadt außer der alten Kirche unb bem Beinhaufe nichts an Gebäulichkeiten befaß, bas einen Kaiser zur Besich- tigung hätte verlocken können, sagte er, er wüßte nichts als einen uralten Bürger von über hunbert ä?l).rcn.' ber im Orte lebe — vielleicht wünsche bie Majestät mit bem zu sprechen. Da nun kaum mehr Leute auf Fürstenthrone kommen als es Hundertjährige gibt, nahm dies der Lächerliche Gerüchte lvrgangswch. i g e r b e ut- , , jleu 27. a Spannung und auch Unterhaltung im besten Sinne ter 2 ’epublil lHe :s aut Hnli Mde ivm. Dem -iddial auaf er rtite di Ar de Ber: tief erer imat cntergi tsüb raue ger | D.f orjaljr Klei Oberfi xner f inen w bat, sondern daß diese Bitte von bem besiegten- Frankreich ausging. * Die Neuyorker Zeitung ,I)aily Mirror" verSf fentticht einen angeblichen Geheimoer trag ben Abrniral Darlan unb ber Führe während der letzten vierzehn Tage unterzeichnet ba ben sollen. In diesem Geheimvertrag soll Deuts land als Gegenwert für gewiße französische Zugr ftändniße versprochen haben, baß es Frankreich ge gen alle italienischen Forderungen schützen moit Diese Meldung ift w i e amtlich m i t g e tei(j wird, von Anfang bis zu Ende erlogen, ist offenbar zu bem Zweck erfunden worden, Deutf land Italien gegenüber als einen unehrlichen 93er bünbeten hinzustellen. Derartige plumpe Schwind^ manöoer werfen ein bezeichnenbes Licht auf die 9lo ber Pluto-Bolschewisten, die anscheinend glaube burch solche schmutzigen Lügenmethoden die stähle Front der erwachenden Nationen auftösen zu köj nen. nach oolkserzieherisch kvirkt. Wenn büfe \W Kunst dadurch, daß sie an Güte kaum noch zu üfar.JF >m treffen ist, gleichzeitig werbend für uns und untere j Mer ( Auffassungen wirkt, so kann das als erwünschte ■ ieger Zugabe zu unteren künstlerischen Erfolgen gebuht W' ft* 4 y[ie,1 ire 1 zu bieten. Wir führen die Jugend in die Filmtheater hinein, da sie heute nicht mehr Brutstätte hnfl fei staatsfeindlicher Anschauungen, sondern nationale .üifmii Berlin, 11. Oktober. (DNB.) Die amerikanisch, Nachrichtenagentur Associated Preß meldet, es seien Gerüchte im Umlauf, wonach Deutschland der Sowjetunion einen 9B a f f e n ft i 11 ft a itb angeboten habe. Die Agentur fügt hinzu, un. terrichtete Kreise in ben Bereinigten Staaten bei trachteten ein Solches Angebot als burchaus möge1 lich und als eine für bie Deutschen zu einem ber«] artigen Zeitpunkt ganz normale Sr „ Demgegenüber wird von zuständiger b e uup , , Scher Seite kategorisch festgestellt, baß es sich Im M ' biefem „Gerücht" um eine ber dümmsten Enten! handelt, bie jemals erfunben worden sind. nehmen, daß Deutschland in einem Augenblick, ii, dem es feinen Gegner zu Boden gefchlagen hat, bki1 b:iM Sen um Waffenstillstand hittet, ist geradezu abfutbl bn W1 unb im höchsten Grabe lächerlich. Wenn behauptet: wirb, ein Solches Angebot wäre eine von Seitenl . ber Deutschen ganz normale Hanblungsweife, Sa| genügt es, bemgegenüber barauf hinzuweifen, daz es ja auch im vergangenen Jahr nicht D e u t'f ch l a n b war, das Frankreich um Wassenstillsta werden. Wir bettachten es als unsere Aufgabe, M d auch der Jugend in diesen harten Zeiten Erb > höchsten Kassengewinne. Wir wollen mit unseren! Filmen keine Propaganda treiben. Wir wollen mit ihnen Kunst schaffen, bie ihrem höchsten Sinnet >F : Äh Moll flj Sei chs Ähe-1 n Erholungs. unb Erziehungsstätten im wahrsten 'Sinne bes Wortes sind. Der beutfdje Film hat unter unserer Einwirkung nun endlich seine Kinderkrank« feinten heften überrounben. Er ist aus den Flegeljahren fen Si heraus. Welche Entwicklung können mir damit ver- M 3J buchen! Dom Kintop zur Filmkunst! inMer Der bevollmächtigte Vertreter des Reichsjugead- führers, Stabsführer M ö ck e I, würdigte die film« schöpferische Tätigkeit ber Hitler-Jugenb, bie im oer- .r..... gangenen Jahre 14 Schmalfilme unb zwei Kultur« s lei filme heroorbrachte. Zum ersten Male würbe auch in ber Berufsaufklärung ber Film mit 14 Schau« Awü filmen aus bem Baugewerbe, unb zwar 200 Ko« gieren pien zum Einsatz gebracht. Nachbem Reichsminiftik ■ t beu: Dr. Goebbels, von braufenben Heilrufen begleitet, die Feierstätte verlaßen hatte, erfolgte bie von btn Jungen und Mädeln mit größtem Beifall aufgenon« mene Uraufführung des nach bem gleichnamige Roman von. Alfreb Weibemanns unter der Spielleitung unb nach dem Drehbuch Dr. Frig Buchs gebrehten Film „Jak ko". Er behandelt die Schicksale eines vereinsamten Artistenkinde;, bas durch das Erlebnis ber verschworenen Kam!« rabschaft ber HI. zur Gemeinschaft erzogen wir). Tschechischer Haupischristleiter ermordet Prag, 12. Okt. (DNB.) Hauptschriftlefter M Laznowsky ist das Opfer eines gemeinen politischen Mordes geworden, ben lonbonhörige tfÄr- chifche Elemente angestiftet haben. Nach einer Einladung im Hause einer ehemals führenben tfdjp chifchen Persönlichkeit erkrankten plötzlich mehreu schechijche Hauptschriftleiter an schweren Ver- giftungserscheinungen. Die Unterfudjurfl ergab einwanbfrei, baß es sich um ein planmäßig irt d ■Vitute ’M ■’nität 3um ’ M Kaiser für eine königliche Unterhaltung. Der 20 würbe geholt unb war zittrig auf ben Beinen, M "och hell bei Verstanb. Er mußte sich bem Imperator gegenübersetzen, ein Dolmetscher war auch ti und nun begann ein Gespräch, das wohl wert tit ausgezeichnet zu werden, wenn es auch nicht zu Den geistreichen gehört. „Wie kommt es, daß Ihr so alt geworden seid?' fragte ber Korse. — „Ich habe nach jedem Effen einen Wacholder getrunken", antwortete ber ©reu. „Was muß nach Eurer Meinung ber Mensch besitzen, um glücklich zu sein?" — „Eine Frau, M N'cht Schimpft, aber gut kocht, täglich Arbeit, urh am Abenb Frieden." „Welchen Wunsch habt Ihr, ben Ihr Euch niSt erfüllen könnt?" — „Ich möchte noch einm-cl 20 Jahre alt fein und immer einen Taler in Der Tasche haben." Der Kaiser, ber verschiebentlich lachte unb roo21 de" Schalk in ben Augen bes Alten gewahrte wollte jetzt auf beffen Art eingehen und ließ fraget „So möchtet Ihr nicht Kaiser ber Franzosen fetnS — „Nein, bas nicht." — „Unb warum nicht?" Der Alte wollte nicht mit der Antwort he^' aus, bas merkte man, boch der Kaiser ließ itin sagen, er solle frei sprechen, was er meine, gleid, was es sei. Da sagte der weißhaarige Mann: „Einmal, wel nicht Französisch kann und somit meine eigenen Lanbsleute nicht verstünde, wenn ich ihr KaiS-c würde; dann, weil ich eben keinen Franzosen leihen mag, denn sie sind alle zu wippig, und zum dritten und letzten, weil dort Kaiser sein ein unsichere; Geschäft ist, denn den vorigen auf bem Thron Habei sie ja in seiner eigenen. Stabt Paris geköpft, w k ich gehört habe — ober wißt Ihr anberes barübe; weil Ihr doch borther kommt?" Und obwohl ber Alte bem Kaiser alle Fragen beantwortet hatte, wartete er vergeblich, benn d-c Kaiser ftanb auf, als ihm bas übersetzt worden war, unb ging burch die Tür, ohne das Gnader« gescheut, das er sonst zu geben nie unterließ. Unb was sagte ber Alte, als nun nach bem A' fammenbrud) bie Freiheitskriege kamen, bie Rapa" leon nach Elba unb später noch weiter hinau? brachten? „Ich habe es ihm prophezeit — aber die jungem Leute können ja nicht hören.« ------ 3 Hefe $ 6ui Ahk Mn -P I Ai ES t Ipai A s A X s 'A Äöeifen \ Duard ia und bas Kabinett die Möglichkeit der I Je um Bewaffnung b er 08-^.-Schiffe, die un- iffenftißj! er der Flagge von Panama fahren, ’m LI bereits geprüft haben. Das von der Regierung des 1 ^urch die 08-^.-Machenschaften gestürzten Präsiden- j :en Arias erlassene Verbot, Handelsschiffe zu be- j>ek als sich den Heller aus Bischofsheim, Kreis Hanau, hat Flieger an fast allen Fronten dieses Krieges lusgezeichnet. Gauleiter Sprenger sprach ihm )ank des Gaues Hessen-Nassau aus. vassnen, so heißt es in der Meldung, werde wahr- cheinlich bald aufgehoben werden. mit unfiJ r wolle» iti öchsten &J Wenn 3 N $uü3 s und uiä s ertDinaj] 3lgen getW ere Sluti i Zeiten hl besten Shti die öilntffl r Lrutstmti rn mtzW im lvahii« ilm hat uiM Kindertr»' FlegelschM ir damit »I ln deha^ »°n Tet, ngsweise rror" loeftrc r Sühij -sZeichnei j soll JeiEi oslsche Z--, /ankreich j Mhen ok| 'itgeteij log em 5 tten, Jeur'6 hrlichenh e Echmiit« t auf die n md qltni'j die stahl-ü ösen zu fr Ier bf; «es sich« "N 6i finb. n’ “flenbfitl R1* I $?“S 6j eiM SirörelHMlingKnökl Vornan von ^jorft BLernath (Schluß.) Kathi schwenkte die Pfanne über der Flamme: „I ößife scho, bees is bes mit ben Strahlena, bie wo d^rch und durch genga ..." ..Tanz recht, Kathi, es sind Strahlen, mit welchen nan einen Menschen durchleuchten kann. Man ver- • nenbet fie aber auch zu Heilzwecken." „Bei Krepps", sagte Kathi und zog em Schnitzel d-rchs Ei und bestaubte es mit Paniermehl, „nur Mitzen tut's nix!" . .. i „Oho!" rief Trix, „es gibt ^aße, in ^benen die -lÜntgenbehandlung Wunder gewirkt hat. | „Ei—ni—ge we—ni—ge!" widersprach Kathi mit ^stimmtheit. „Den Postoffizial Huglfinger Ham \ lstrahlt, b.is er halb damisch worden is, zwei Moli t später war er hi!" Sie legte bas Schnitzel m Die P’anne. Das Fett prasselte laut auf. --Aber was i i ch fragen wollt' ... z'wegen dem Durchleuchten ... noan ,.. siecht ma da oi's?" -»Ich habe Sie nicht ganz verstanden, Kathi ... -Oob man da alles sieht!" wiederholte Kathi über- Wittich. ___ , -,6a, gewiß, nachher auf der Platte — nuf)t etwa l’don, wenn man die Strahlen auf den Körper des pCitienten richtet. Die Strahlen sind nämlich unjicht- ixr ... Es ist sehr schwer zu erklären ..." -.Aber auf der Plattn sieht man alles? vergewls- ’frte sich Kathi. „ . „ .. -.Bei einiger Hebung schon. Sie wurden, wenn ich ! ^-'Tien mal eine Röntgenplatte zeigen wurde, wah Reinlich nur den Knochenbau erkennen ... . -Und Sie fqn geübt?" fragte Kathi unermüdlich. -Ja, ich habe es doch gelernt, die Platten richtig Kathi wendete die Schnitzel und führte em Stuck : te an der Messerspitze um den Rand der Pfanne vorbereitetes Attentat gegen eine Gruppe positiv zu Deutschland eingestellter Schriftleiter Han- bette, die feit langem aus der Erkenntnis heraus, Ihr Volk auf den richtigen Weg führen zu müssen, immer wieder aufklärende und warnende Worte an ihre Volksgenossen richteten. Die P r o t e k t o ° ratsregierung wird den ermordeten Hauptschriftleiter Laznowsky in feierlicher Form bestatten und hat auf Anordnung des stellvertretenden Reichsprotektors ---Obergruppenführer H e y d r i ch die Versorgung der Witwe bes Verstorbenen übernommen. Die Hintergründe des Staatsstreiches in Panama. Dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeld- xrarfchall von Brauchitsch, sind zur Dollen- lung seines 60. Lebensjahres neben einer Fülle von Glückwünschen aus allen Kreisen des deutschen Volkes auch zahlreiche Glückwünsche von führenden Persönlichkeiten der befreundeten und verbündeten Staaten zugegangen, so vom Duce, vom rumänischen Staatsführer, Marschall Antonescu, Feldmar- Ichall Mannercheim und anderen Führern der ver- -iünbeten Armeen. * Der Führer hat dem Präsidenten der slowakischen Republik Dr. T i f o zum Geburtstag nachstehen- i les Telegramm übermittelt: „Eurer Exzellenz «breche im zum Geburtstage meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich gedenke hierbei zugleich der upferen slowakischen Soldaten, die an der Seite 'er deutschen Wehrmacht den Sieg über die zer- 'örenden Kräfte bes Bolschewismus miterringen jelfen. Mit besten Grüßen Ihr Adolf Hitler." ♦ Der Führer hat den Bibliotheksdirektor a. D. Prof, dr. Johannes Luther in Greifswald aus Anlaß ler Vollendung seines 80. Lebensjahres in Anerken- lung feiner wissenschaftlichen Verdienste um die Ge- chichte des Buchdrucks der Reformationszeit die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ver- 'ehen. Der Tag der Hispanität ist in ganz Spanien ge- > Hert worden. Während in Barcelona Kultur- | nstitute eröffnet und in Saragossa die traditionel- 1 In Feste um die „Jungfrau von der Säule" be- I pngen wurden, hat in Madrid der Rat der Hilf anität unter dem Vorsitz des Staatschefs seine I c'ste Tagung abgehalten. * Zum Abschluß des internationalen Frauentreffens I scßte die Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink in einer ! Ansprache die Ergebnisse der Tagung zusammen, vn diesen Tagen seien Verbindungen geknüpft mort' b:n, die zeigen, daß die führenden Frauen der Län- Iter Europas als Wächterinnen der großen Be- k (riffe, die uns in diesem Raume alle einen, zusam- »stenstehen. Das Ergebnis der 1. Reichsstraßensammlung. Berlin, 11. Oft. (DRV.) In diesen Zeiten, die ?on tiefer Freude und Dankbarkeit über die Siege inserer Wehrmacht erfüllt sind, bringt auch bie Heimat freubig ihr Opfer. Dies beweist bas Gesamtergebnis von 17 524 887,05 RM. der ersten Reichsstraßensammlung des Kriegs-WHW. 1941/42 :m 27./2S. September, die von Sammlern und Sammlerinnen des Reichsbundes für Lei- jesübungen, der NSV. und der NS.« ^rauenfchaft durchgeführt wurde. Die Sarnrn- ung erbrachte damit 2 183 552,71 RM., also rund 4 v. H. mehr als die gleiche Sammlung bes Zorfahres. Meine politische Nachrichten. Dberfelbroebel Richarb Heller wurde anläßlich einer kürzlich erhaltenen Auszeichnung des Ritter- Jrcuges von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger im Adolf-Hitler-Haus zu Frankfurt empfangen. ReichchM igte die ra d, die im zwei Kulm > wurde i it 14 Dar 200 j leichsmimW \m degllH die von « all aufgen^j' gleichnaini:« s unter It ich Dr. W Er behrnH örtifkntir^l jrenen Kam erzogen I rermrt] rifüeiier $4 ^meinen Fl mhörige r | ach einett 1 hrenden Pich *1 i er en *!| Unter» mg. [ Seinen» ch dem r war m*-j wohl ch nichl ic | -worben 't I h jedem )tr »II W ch Arbe» »AI noch ' later m • 1 ch» (ten 9/5 j nb lies i nichl' 1 memk'lr i (Einmal , al" yL nach., nie'tkl l gen hg,. Neuyork, 12. Oft. (DNB. Funffpruch.) Die ldezn Qbi” Hintergründe des Staatsstreiches in Panama wer- m f-t 4 ben schlagartig beleuchtet durch eine Meldung bes Korrespondenten der „New Porf Times" aus Pa- lama-Eity, nach der der neue Präsident de la Aus der Giadt (Ließen. Ernster Sinn im heiteren Spiel. Klein Alice, kurz Ali genannt, hatte bald ihre anfängliche Scheu vor den „vielen fremden Kindern" verloren und ist zutraulich und kamerad- schafllich. Die Eingewöhnung im Kindergarten ist dem Kinde, das inmitten einer großen Schar kleiner Kameraden aus der Nachbarschaft im fröhlichen Spiel aufwächst, nicht schwer geworden. Heute hat Alice ihrer Mutter etwas Neues zu berichten. Und die Mutter, die weiß, daß ihr Kind nicht nur zur Bewahrung in den Kindergarten auf« Genommen wurde, hört aufmerksam zu, denn ihr scheint, daß die herrlichen Kriech- und Hopsspiele, von Denen bas Kind so begeistert erzählt und bei denen man die Bewegungen von Tieren nachahmend durch Reisen und Bänken hindurchkriecht, ge« wiß mehr zu bedeuten haben, als nur einen Spaß, ben bie lustige Tante sich ausgedacht hat. „Weißt du was, Ali, bas werde ich mir einmal ansehen, bas interessiert mich." Und als sie am nächsten Tag Klein-Ali zum Kindergarten bringt, fragt verdunkelungszeil 13. Oktober von 18.31 bis 7.41 Uhr. sie die junge Leiterin nach den „neuen Spielen". „Ach", lacht sie vergnügt, „2111 meint unsere Gym- na>stik, die wir jetzt miteinander betreiben. Wir machen diese Hebungen zur Kräftigung der kindlichen Muskulatur, und wir müssen sie unseren Kleinen doch irgendwie schmackhaft machen und sie in einer kinogemäßen Form bringen. Kommen Sie doch heute Vi Stunde früher zum Abholen, bann können Sie bas selbst einmal sehen." Alis Mutter nickt und findet sich pünktlich ein. Unb nun sieht sie die Kleinen in ihren Spielhöschen wie bie~ Katzen schleichen, wie Frösche hüpfen und wie Störche einherstelzen. Dann kriechen sie über nebeneinander gestellte Bänke, springen über ein Tau und einen Strick, um endlich im Kreis niederzusitzen und mit den Zehen Gras auszurupfen und nach kleinen Steinchen zu greifen. „Sehen Sie!" Die Kindergärtnerin wendet sich zur Mutter um. „Diese Hebungen dienen z. B. Der Vorbeugung späterer Fußschäden oder einer rechtzeitigen Heilung, Denn sie stärken Die Fuß- und Zehenmuskulatur, während die Nachahmuna von Tierbewegungen Arme, Beine, Hüft- und Scyulter- muskeln kräftigt und entwickelt." Sie klatscht in die Hände. Die Kleinen erheben sich, unb während der Gong den Takt angibt, gehen die Kinder bald schnell, bald langsam im Kreis, heben und senken Arme und Beine oder beugen den Rumpf. Vergnügt geht Klein-Ali an Mutters Hand heimwärts, eifrig weiter plaudernd von den neuen Erlebnissen im NSV.-Kindergarten, während ihre Mutter nachdenklich Dahinschreitet. Eigentlich, überlegt sie, war ich ja Damals, als der Mann eingezogen wurde und ich mich für eine kriegswichtige Arbeit zur Verfügung stellte, schon froh und zufrieden, daß mir die Sorge um das Kind abgenommen wurde. Nun sehe ich täglich von neuem, wieviel mehr das alles ist als nur Notbehelf und wie dankbar wir fein können, daß unsere Kinder nicht nur vor Kriegsschäden bewahrt bleiben, sondern überdies eine Wertvolle Kräftigung ihrer Gesundheit erfahren. —pma— lagesfalenber für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Clarissa". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Edelweißkönig". — Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung von 17 bis 18 Hhr im Foyer Des Stadttheaters. Für unsere Verwundeten. Am vorigen Donnerstag konnte der Lazarettbetreuer der NSKOV. Danf Hnterstützung von der Kreisamtsleitung der NSV. mit 40 Verwundeten und Pflegepersonal aus hiesigen Lazaretten einen Ausflug nach Bad-Nauheim unternehmen. Nach Besichtigung der Kur- und Badeanlagen wurde ;im kleinen Kursaal der Kaffee eingenommen. An einer hingen, geschmückten Tafel in der Mitte des Saales lauschten die Verwundeten Den Klängen des Nachmittagskonzertes. Für alle Kameraden eine schöne Erinnerung. Um das Gelingen hatten sich Frauen der NS.-Frauenschaft in Bad-Nauheim und der Kameradschaftsführer der NSKOV. bemüht. — Die Ortsfrauenschaft in Alsfeld sandte einige Zentner Aepfel, 'bie an die hiesigen Lazarette verteilt wurden. — ■ Durch Vermittlung unseres Kreisleiters, Pg. Backhaus, wurden von der Sammelstelle Hvchweisel etwa 20 Zentner Aepfel an die hiesige Kreisfrauenschast übersandt. In nächster Zeit werden die in den Lazaratten betreuenden Frauen den llZerwundeten das Obst überbringen. herum, bis es zerlief. „Unb was beleuchten Sie ba fo alles?" forschte Sie nach einer kleinen Pause. „Alle Patienten, bei benen eine Durchleuchtung für notmenbig gehalten wird — besonders bei komplizierten Brüchen oder Verletzungen, bei denen ein Fremdkörper in der Wunde zurückgeblieben ist." „Also Frauen, Kinder ..." Trix nickte zustimmend. Kathi sah sie plötzlich von unten heraus mit einem fast drohend beschwörenden Gesichtsausdruck scharf an. „Und Mannsbilder auch?" fragte sie kurz und scharf. „Selbstverständlich!" antwortete Trix unbefangen. Kathi schloß für eine Sekunde wie betäubt bie Augen. „Naaa!" stieß sie hervor unb sah Trix mit einem flehenden Blick an, als bäte sie, Trix möge gestehen, daß sie sich jetzt nur einen üblen Scherz erlaubt habe. „Stellen Sie sich doch nicht blöd an!" sagte Trix ärgerlich unb errötete unwillkürlich über Kathis albernes Getue. Schämen tat i mi!" keuchte Kathi in aufflammender Entrüstung. „Unb Das soll eine Peschäftigutig für Eahna sein, nacklichte MannsbilDer durchleuchten?! Deswegen fahren Sie nach Berlin und lassen uns hier sitzen. Die Kinder und den Herrn Doktor?!" „Sie sind ja total übergeschnappt, Kathi!" rief Trix zornig, „und außerdem kann ich doch nicht ewig hier bleiben. Auch nicht, wenn ich einen Ihrer Meinung nach anständigeren Beruf hätte ..." „So, können Sie nicht, können Sie nicht!" höhnte Kathi, „und warum können Sie nicht ? Weil Sie kein Herz nicht haben! Da sieht man’s wieder, was dabei rauskommt, wenn die Weiber ihre Händ' in Sachen stecken, wo sie nicht hingehören. Gefühlloser als die qib’ts überhaupt nichts mehr. -Jetzt versteh' ich alles. Jetzt versteh' ich auch, warum der Herr Doktor hier kreuzunglücklich umeinanberläuft unb droben in fei’m Zimmer wie ein Narrischer zu sich selber red't — und jetzt wird die Arbeit zum Teufel gehn, und nächstens wird er womöglich wieder ’s Saufen an- fangen. Und alles nur, weil Sie fein Gefühl unb feinen Blick nicht haben, wie’s um ihn steht unb Theater der Universitätsstadt Gießen. Kapelle Zoe Bund: Zauber der Meiod-.e Selten war bas Theater so gebrängt voll wie am Sonntagabend, der mit einem durch einheimische Solisten bereicherten Gastspiel der vom Rundfunf her bekannten Kapelle Joe Bund anspruchslos unbeschwerter Hnterhaltung gewidmet war. Die 23er-' anftaltung startete unter dem Titel „Zauber der Melodie — 1000 Tafte Musik, Gesang und Tanz". Nach einem Abstecher in die seriöse Programm-Musik mit der Humoreske von Dvorak unb dem Lied der Solveig von Grieg hörten mir eine Folge der volkstümlichsten zeitgenössischen Schlager. Zwar hatte man taktvollerweise das Wolgalied gestrichen, Dafür waren aber „Am Abend auf der Heide", „Drunf in der Lobau", ,^omm zurück", „Nur nicht aus Liebe meinen" (Mackeben) und „Das blonde Kätchen" un- bestrittene Höhepunkte der Vortragsfolge, nicht zu vergessen Peter Kreuders Glanzstück „Wenn es Frühling rnird" (aus dem Film „Kora Terry") und „Ich bin heute ja so verliebt" (aus Willy Forsts „Operette"). Aus dem geschmeidig und akkurat zusammenspielenden kleinen Orchester hebt sich die Solooioline Joe Bunds mit virtuosen Effekten heraus: der Eindruck verstärkt sich durch die Vortragsmeise, bie deutlich auf unmittelbare Wirkung zielt und mit häufig gebrauchtem Dämpfer, mit wohlberechneten Pausen, Trillern, Schleifern und Schlagzeug-Akzenten nicht nur die einzelne Nummer, sondern sozusagen jede einzelne Passage „bringt". Vom einheimischen Ensemble hatten sich eine Reihe solistisch mitroirfenber Kräfte zur Verfügung gestellt. Der Komiker und Busso Herr Kratz machte den Ansager, fand stürmische Heiterkeit mit seiner Moser-Parodie unb überraschte mit schmetternder Stimmentfaltung, indem er, für feinen erkrankten Kollegen Walter Ecfy einspringend, Lehärs beliebten Sotttz „Freunde, Das Leben ist lebenswert" zum Besten gab, der sogleich wiederholt werden mußte. Gabriele Pof sinke erfreute die Hörer mit Lehärs Schlager „Meine Lippen küssen so heiß" unb dem besonders hübsch gebrachten „Frühling in Wien". Herr D r u s ch e l setzte sein fülliges, warmes Organ für das zeitgemäße Lied „Auf der 5>eibe blühn die letzten Rosen" ein. Annemarie Schwind fang in bester Soubrettenlaune „Was eine Frau im Frühling träumt", Liefe! Schröter-Beckers entfaltete ihren Koloratursopran in dem Schlager „Erst eine Walzernacht, dann ein Kuß". Ballettmeister 23 o l p e r t tanzte witzig und mit sauberer Technik den „Komiker", Brigitte Dietz einen orientalischen Tanz und später mit Volpert zusammen einen halblaut begleiteten, temperamentvollen Tango. — Am Flügel wirkte korrekt und unvordringlich Carl Willy Hahn. Das Publikum unterhielt sich ausgezeichnet und dankte mit rauschendem Beifall. Hans Thyriot. Oberhessischer Kunstverein. Gedächtnisausstellung für Professor Hugo von Ritgen. Der Oberhessische Kun st verein begann seine Winterarbeit mit einer am Sonntagoorrntttag im Foyer bes Stadttheaters eröffneten Gedächtnisausstellung fürHugovonRitgen (1811—1889), den ersten Professor für Baukunst in Hessen und ersten Vertreter des Gießener kunstmissenschastlichen Ordinariats. Wir haben bereits am Samstag, worauf bei dieser Gelegenheit ausdrücklich rückverwiesen sei, einen Aussatz von Stadtbaudirektor G r a v e r t veröffentlicht, der Leben und Leistung Ritgens einer überschauenden Würdigung unterzieht. Der Gedanke einer Ausstelluna zum Gedächt- nis eines ehemaligen Gießener Professors geht auf Anregungen der Ludwigsunioersität zurück; die vorbereitenden Arbeiten bildeten gleichzeitig die Grundlage für eine vom Kunstverein in Verbindung mit dem Oberhessifchen Geschichtsverein geplante Veröffentlichung von Stadtbaubirektor Gravert. Die Ausstellung umfaßt Originalzeichnungen und Aquarelle Ritgens sowie Lichtbilder verschiedener von ihm ausgeführten Bauten: bie Aquarelle bilden nur einen Bruchteil der 200 Arbeiten umfassenden Sammlung im Besitze bes Oberhessischen Kunstvereins. Aquarelle, Zeichnungen und Photos werden ergänzt durch das monumentale Wartburg- Werk und einige literarische Arbeiten Ritgens über die Geschichte der Burgen Gleiberg und Staufenberg, auch feine Doktorarbeit „Von den Construc- tionen in Holz und Eisen", und die Briefe an den damaligen Burghauptmann der Wartburg, Bernhard von Arnswald. Wenn auch im bildlichen Teile der Ausstellung die Aquarelle den größeren Raum einnehmen, sä'lag doch naturgemäß der Nachdruck von Ritgens weitschichtigem Lebenswerk auf der Architektur, für bie, der damaligen Kunstaussassung entsprechend, Malerei und Plastik im wesentlichen als Begleiterscheinungen gewertet wurden. Zwar erfreut sich von altersher die Architektur bei Besuchern von Kunstausstellungen nur eines mäßigen Interesses, doch darf in diesem Falle Darauf hingewiesen roerDen, daß Die architektonischen Arbeiten, Die hier als ein Ausschnitt aus Hugo v. Ritgens Lebenswerk vorgestellt werben, zu einem nicht unwesentlichen Teile neben Dem rein künstlerischen auch ein lokalgeschichtliches Interesse beanspruchen Dürfen, wie in Dem einsührenDen Aufsatz von StaDtbauDirektor Gravert bereits Des näheren Dargelegt rourDe: man sieht hier eine Reihe von Gießener Bauten, die Professor v. Ritgen ihre Entstehung verDanken, wie beispielsweise fein Wohnhaus in Der Frankfurter Straße, Die Tabakfabriken von Gail unD Schirmer und Die Villa FerD. Gail in der Wilhelmstraße, ferner auch Die Entwürfe zur Umgestaltung der Burg Gleiberg, Die auf mehreren Blättern als architektonisch-malerisches Motiv erscheint. Es wäre sehr reizvoll, an HanD dieser Ausstellung Eitwicklung unb Wanblung von Ritgens architektonischem Stilbegriff zu verfolgen, wozu hier leider Der Raum fehlt. Immerhin sei wenigstens auf die romantisch beeinflußte Verbindung von Architektur unb Landschaft hingewiesen, wie sie hier in verschiedenen charakteristischen Beispielen zutage tritt. Von hohem Reiz sind auch bie Architektur- unb Landschaftsstudien, von denen einige der hübschesten Stücke gezeigt werden (Schiffenberg, Staufenberg, Gleiberg und Münzenberg). Glanzstücke der Ausstellung sind die Originalentwürfe für den Innenausbau der Wartburg. Auch der Laie wird — trotz der unzulänglichen Beleuchtung im Foyer — zweifellos die ungeheuer penible zeichnerisch-konstruktive Leistung zu würdigen wissen, wie sie etwa die perspektivistisch gegebene Deckenlösung im großen Saale Des Pallas darstellt; ähnliches gilt auch für die Ansichten der Wartburg, auf denen man wiederum die damals bevorzugte Verbindung von Architektur und Landschaft bemerken kann. Ueberaus anziehend wirken Die Aquarelle, Die in großer Zahl ebenfalls architektonische Motive be» hanDeln wie Den Gleiberg ober rein lanbschastliche wie ben Lohmühlenbach bei Gießen (eines ber malerisch liebensmürbigften Blätter), Daneben auch. Erinnerung an ReiseeinDrücke, Seestücke von Rügen, Helgolanb unD Capri. Fast alle Diese Aquarelle finD von ausgesprochener Stimmung unD bewahren zarte romantische Nachklänge: mehrfach fühlt man sich hier leise an C. D. FrieDrich unb an Schinkel erinnert, besten 100. Geburtstag im Oktober begangen wirb. Endlich sei auf die sehr schönen Baumstudien aufmerksam gemacht, in Denen sich Der romantische Stimmungsgehalt mit liebevoll eingehender Behandlung Des Details verbindet. Hans Thyriot. Auf Hmweoen ... Licht geht auch um Drei Ecken herum! Das wird bei Der Verdunkelung oft vergessen. Wenn ein Rollvorhang nicht breit genug ist unb nicht fest anliegt, schleicht sich bas Licht an dem Seiten herum und bringt ins Freie. Wir wollen unsere Derbunkelunasvorrichtungen baraufhin einmal überprüfen. Rollvorhänge an den Fenstern müssen breiter als das Fenster fein unb an der Wand gut unb lichtdicht anliegen. Bei Schnupfen tritt meist eine Verstopfung der Nasenöffnungen ein, bie auf Anschwellung ber Schleimhäute zurückzuführen ist. Diese lästigen Erscheinungen werden oft durch Klosterfrau-Schnupfpulver behoben, ebenso wie Die anDeren BeschwerDen, die als Begleiterscheinungen des Schnupfens auftreten. Es wird aus wirksamen Heilkräutern von Der gleichen Firma hergestellt, die Den bekannt guten Klosterfrau-Melissengeist erzeugt. 3877V Verlangen Sie Klosterfrau-Schnupfpulver in Der nächsten Apotheke oder Drogerie. Originaldosen zu 50 Vf. (Inhalt 4 Gramm) reicht monatelang aus, ba kleinste Mengen genügen. roie's inwendig in ihm aussieht, und wie er an Ihnen hängen tut ... Aber fahren Sie nach Ihrem geliebten Berlin! Fahren S' nur, wenn Sie meinen, daß ber Himmel nur oben bei Preußen blau ist, und daß Sie nicht leben können ohne Ihren fauber- nen Beleuchtungsapparat ..." Die Luft in der Küche verfinsterte sich merkwürdig, und plötzlich zog ein scharfer Brandgeruch heran. „Jesses, die Schnitzl!" schrie Kachi auf und riß die Pfanne vom Feuer. Für zwei Schnitzel kam die Hilfe zu spät. Kathi drehte sich um. Ihr Gesicht war eine einzige Anklage. „Auch Das haben wir Ihnen zu verdanken!" wollte sie sagen. Ader Trix war wie durch ein Zauberkunststück verschwunden. Kathi starrte düster in die Pfanne. „Jetza gibts zwoa Möglichkeiten", sinnierte sie, „entweder sie packt ihre Kosser--ober ich mach für die Kinder rasch noch ein Spaghetti." — Derweil hörte sie aber auch schon, daß Der Wagen in Die Garage einsuhr. Hellwang kam mit Den KinDern ins Haus. Sie sahen Trixens Hut unb Jacke an Der Garderobe hängen unb stürmten in Die Küche, weil sie meinten, Trir bei Kathi zu finden. „Wo ist meine Schwägerin, Kathi?" fragte Hellwang. „Ich weiß net, Herr Doktor, vor paar Minuten war sie noch bei mir in Der Küche. Vielleicht ist sie oben in ihrem Zimmer..." Sie hörten eine Tür gehen unb Trirens Stimme: „Ich bin in Deinem Arbeitszimmer, KonraD — ich suchte mir gerade ein Buch heraus." — Hellwang stieg Die Treppe empor. Die KinDer liefen ihm nach. Kathi erwischte Lydia am Kleid unb Söhnchen am Hosenbund. „Da bteibt's!" zischte sie unb zog die Kinder in Die Küche. „Ich will aber zu Tante Trix!" strampelte Söhnchen. „Sei stad!" fuhr Kathi ihn an, „sonst hat's sich für ewige Zeiten ausgetrixt!" Er verstand sie nicht, aber es war etwas in ihrer Stimme, was Den kleinen Mann veranlaßte, jeden weiteren Wiberstanb aufzugeben. Hellwang trat in fein Arbeitszimmer. Er legte zwei Zigarrentüten auf den Ravckstisch und öffnete den eingelegten Kasten, um Die Zigarren Darin zu verwahren. Sein Haar war frisch geschnitten und er verbreitete einen intensiven Duft nach Friseur- laben. Trix schnupperte, als er an ihr vorüber ging. „Alle Wohlgerüche Des Orients ..." „Ich weiß nicht, womit die Kerle einen immer einftfimieren", murmelte er, „ich habe Kölnisch Wasser verlangt. Ist es sehr schlimm?" „Es geht vorüber..." tröstete sie ihn. Hellwang angelte den Weidenkorb unter dem Schreibtisch hervor. Er zerknüllte die Tüten und warf sie hinein. „Nun?" fragte er, „was macht Britta?" „Sie ist fast fieberfrei, unb der Belag geht zurück." Hellwang nickte. Er fuhr sich mit zwei Fingern durch den Kragen, wo ihn einige Haare zu kitzeln schienen. „Unb wie hat sie die Nachricht von deiner bevorstehenden Abreise ausgenommen?" Trix verstrickte die Finger. „Ich habe mich nicht getraut, es ihr zu sagen", gestand sie mit kleiner Stimme. „Also ich nehme es dir nicht ab!" rief er heftig; „unb da es dir doch nicht erspart bleibt, ist es bes. ser, du bereitest sie rechtzeittg vor!" Trix senkte den Kopf. Sie stand auf ber Teppichkante wie auf dem Rande einer Brücke, und es war ihr, als strudelten tief unter ihr die Wasser eines Stromes rauschend und brausend um zitternde Pfeiler. „Gibt es denn gar keine Möglichkeit, darum herumzukommen?" fragte sie fast unhörbar. Es war etwas in ihrer Ho'ltung und in ihrer Stimme, was Hellwang auffchauen ließ. Er spürte, wie sein Herz plötzlich laut gegen die Brust hämmerte. Ja, es gab eine Möglichkeit, eine ganz einfache Möglichkeit... Er sah, daß sie ihm einen fleinen Schritt entgegenkam, unb streckte bie Hände vor. Wenn sie für immer bei ihm blieb. Gießener Vortragsring. 3m Rahmen des Gießener Vortragsringes werden die Kulturelle Vereinigung, der Goethe-Bund sowie die VolksbildungsstäUe Gießen der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" am Montag, 20. Oktober, ihr für den Vortragswinter 1941/42 aufgestelltes Programm eröffnen. Zum ersten Vortrag ist Dr. Wilhelm Rüdiger mit einem Lichtbildervortrag „Das Bauen im neuen Reich" gewonnen worden. Der Vortrag, der erstmalig in diesem Winter gehalten wird, bringt einen anschaulichen Ueber- blick über das gesamte moderne Bauen seit dem Tage der Machtübernahme. Dabei wird nicht nur der Repräsentationsbau (etwa die Partei- und Staatsbauten von München, Nürnberg und Berlin) besonders hervorgehoben, sondern es werden auch die Bauten der Industrie und Technik, die Bauwerke der Autobahnen, der HF., der Wehrmacht neben die modernen Bauern-, Wohn- und Siedlungsbauten gestellt. Durch all diese Bauten, am sichtbarsten wohl in den Staatsbauten geht der Wille zur Ordnung, Symmetrie, zur baulichen Klarheit und Gegliedertheit, zu einer „Sachlichkeit" in jedem höheren Sinne (nicht im Sinne der erkältenden seelenlosen Kahlheit der sogenannten Neuen Sachlichkeit der Systemzeit) wie sie in jedem echten künstlerischen Bauwerk Gestalt gewinnen muß. Diese „Sachlichkeit" genau so zu erkennen an einem Fabrikbau, wie an einem neu angelegten Bauernhof auf dem Adolf-Hitler-Koog oder an den Häusern einer Arbeitersiedlung, dazu will der Vortrag führen. Sie spricht sich aber genau so aus in den Repräsentationsbauten des Staates und der Partei, deren schlichte Aufgabe es ist, sichtbar und glänzend das Reich und das Volk zu vertreten. Als Kaffeepflanzei- im veutschen Ostafrika. 3m Rahmen einer Vortragsreihe, die Oberbürgermeister Ritter für die Gefolgschaftsmitglieder der Stadtverwaltung durch die Deutsche Arbeitsfront veranstalten läßt, sprach am Freitagabend in der Unioersitätsaula Dr. Freiherr von Pölnitz (München) über das Thema „Als Kaffepflanzer im deutschen Ostafrika". Wie Oberbürgermeister Ritter in seiner Eröffnungsansprache betonte, habe er gern diese Vortragsreihe übernommen, um den Arbeitskameraden einen Einblick in aktuelle Themen und Tagesfragen zu geben. Er erinnerte an die nie ermüdende Schaffenskraft deutscher Pioniere und Siedler, die zu allen Zeiten, allen Widerständen trotzend, hinausgezogen seien und wertvolle koloniale Pionierarbeit geleistet hätten. Dr. von Pölnitz, der viele 3ahre in Deutsch- Ostafrika in der Nähe des Kilimandscharo gesiedelt hatte, verstand es gut, sofort die Verbindung zu seinen Zuhörern zu finden, da er aus seinen reichen Erfahrungen und Erlebnissen sprach. Er gab zuerst ein Bild von den verschiedenen Siedlergruppen, dann Linen allgemeinen Ueberblick über Lage, Klima, Land und Eingeborene von Deutsch-Ostafrika. Anschließend folgte in kurzen Zügen ein Abriß von dem ersten Bodenfassen bis zur Entwicklung einer Farm Hierauf sprach er von der wirtschaftlichen Frage, vom Bau der ersten Hütte bis zum wohnlichen Haus, das nach Fahren intensiver und oftmals auch an Entsagungen reicher Zeit zur Freude der Siedler entstand. Aus seinen Erlebnissen mit den Eingeborenen und der Tierwelt berichtete Dr. von Pölnitz manches, das frei von falscher Abenteurer- und Fagdlust besonderes 3nteresse der Zuhörer fand. Dom Bau der Wasserleitung und Anlegen und der Urbarmachung der ersten Plantagen, ferner über die Zubereitung und Behandlung der Kaffeebohnen erfuhr man interessante Einzelheiten. An Hand zahlreicher guter Lichtbäder untermalte der Vortragende seine Ausführungen, und gerade die Bilder vermittelten einen guten Eindruck von dem, was die Siedlergruppe, die im Jahre 1934 hinüberzog, dort oorfand, als sie, 600 Kilometer von der Küste entfernt, sich ansiedelte. Bei überraschend gutem Klima in dieser Bergregion brachten es die Siedler bald zu einer ansehnlichen Plantage. Leider unterbrach der jetzige Krieg ihre Tätigkeit, aber, wie der Redner in seinem Schlußwort England gegenüber versicherte, die Deutschen werden nach Deutsch-Ost wiederkommen. Reicher Beifall belohnte die interessanten Ausführungen. Oberbürgermeister Ritter sprach dem Redner den Dank aller Hörer aus. Spielraum ist zuzubilligen. NSG. Der versicherte Weg nach und von der Arbeitsstätte braucht nicht in der Wohnung des Versicherten zu beginnen oder zu enden. Daher'kann auch ein Weg, der die Besorgung von erfrischenden, dem körperlichen Wohlbefinden bei der Arbeit dienenden zum Verzehr bestimmten Mitteln bezweckt, den Schutz der reichsgesetzlichen Unfallversicherung genießen. Bei der Prüfung der Frage, ob es sich um eine für die Arbeitsfähigkeit notwendige Besorgung gehandelt hat, ist hinsichtlich der Wahl der Beköstigung dem Versicherten ein angemessener Spielraum zuzubilligen. Eine Warnung für Mütter Auch das Betten will gelernt sein. 3mmer wieder liest man vom Erstickungstod kleiner Kinder, die, sich selbst überlassen, unter das Deckbett geraten und so von der Luftzufuhr abgeschnitten werden. Das allzufeste Einpacken der Kleinen ist eine Gefahr. Dem Abstrampeln kann man nur zum Teil begegnen, nämlich dadurch, daß man die unteren Bettzipfel festbindet, auf keinen Fall die oberen. Auch vermeide man allzu schwere Federbetten. Niemals sollte man Säuglinge für längere Zeit in die Betten von Erwachsenen legen, da hier die Gefahr für sie noch größer ist. 9. Jl.-Sport OSE und Schotte. Die Lndspielgegner im Tschammerpokal. 3n der Vorschlußrunde um den Fußball-Tscham- merpokal haben sich die beiden Favoriten siegreich behauptet. 3m Dresdner Ostragehege schlug der Pokalverteidiger Dresdner SC. vor 30 000 Zuschauern die Admira Wien mit 4:2 (3:2) Toren und in der Gelsentirchner Glückauf-Kampfbahn siegte Schalke 04 mit 6:0 (2:0) Toren über Holstein Kiel. Diesem Treffen wohnten 12 000 Besucher bei. Dresdner SC. und Schalke 04 werden nun am 2. November im Berliner Olympiastadion zum Endkampf um den Preis des Reichssportführers antreten, den der DSC. zu verteidigen hat. Fußball-Meisterschastssyiele. Hessen-Nassau. Wetzlar 05 — Kickers Offenbach 0:3 TSVgg. 1860 Hanau — Eintracht Frankfurt 0:5 FSV. Frankfurt — Kampfsport Wiesbaden 1:4 Reichsb. Rotweiß Frankfurt — Dunlop Hanau 11:2 VfB. Großauheim — Union Niederrad 1:1 SV. 98 Darmstadt — Rb. Wormatia Worms 6:2 Kurhessen. SG. Petersberg — Rb. Borussia Fulda 1:8 VfL. 1860 Marburg — Spv. Kassel 3:1 BC. Sport Kassel — Hermannia Kassel 7:1 Kurhessen Kassel — BV. 06 Kassel 3:1 Erste Handball-Niederlage. Ungarn gewann Länderkampf 11:8 (6:4). Die deutschen Handballspieler haben gestern ihren ersten Länderkampf verloren. 3n Budapest konnte Ungarn das zehnte Zusammentreffen mit 11:8 (6:4) siegreich beenden. Ohne den Erfolg der stark verbesserten ungarischen Handballspieler schmälern zu wollen, muß doch gesagt werden, daß der Schiedsrichter mit seinen ziemlich wahllos verhängten Freiwürfen ihnen sehr entgegengekommen ist. Bemerkenswert ist, daß Deutschland die vorhergehende Begegnung in Mannheim noch mit dem gleichen Ergebnis von 11:8 gewinnen tonnte. 3n der deutschen Els tat der Hamburger Torhüter Boysen, was er konnte, ebenso lieferten die beiden Wiener Verteidiger Hirner und Houschka ein gutes Spiel. Die Läufer Pfitzner Breslau), Schunk (Frankfurt) und Dittrich (Leipzig) standen gleichfalls ihren Leistungen nicht zurück, doch konnten sie, als die Ungarn zum härteren Spiel übergingen, den Zusammenhang im deutschen Sturm nicht wahren. Tennis-Länderkampf in Agram 3:2 gewonnen. Der Tennisländerkampf gegen Kroatien wurde in Agram von Deutschland mit 3:2 gewonnen. 3m vorletzten Einzel am Sonntag lieferten sich Mitic und Koch einen über 3^ Stunden dauernden Kampf. Der Kroate siegte schließlich mit 3:6, 6:4, 4:6, 11:9, 6:4. Dadurch hatten die Gastgeber ihren ersten Punkt errungen. Durch die Dauer des Kampfes war es jedoch nicht mehr möglich, die zweite nach ausstehende Begegnung zwischen Henkel und Puncec durchzuführen. Die deutsche Mannschaft verzichtete auf die Austragung, so daß der zweite Punkt den Kroaten kampflos zufiel. Frankfurter Siege in Gießen. 3n dem gestern durchgeführten 102-lcm-Rundstrek-- kenrennen um den reichsoffen ausgeschriebenen Großen Preis von Gießen spielten Frankfurter Radfahrer die überlegene Rolle. Sie stellten in allen Klassen die Sieger, wobei Heini N o ß (Sossenheim) in der A- und 6-Klasse seine Erfolgsserie fortsetzte. Er schlug mit 29 Punkten im großen Stil die beiden Dortmunder Heuser (26 Punkte) und Harde (18 Punkte) sowie den Chemnitzer Riemann (17 Punkte), die in dieser Reihenfolge die Plätze belegten. Die G-Klasse hatte nur 51 km zu fahren. Hier trug Heipeter (Frankfurt) (30 Punkte) den Sieg über Klemens (Offenbach) (21 Punkte), Kran, cher (Mainz) (14 Punkte) und Almroth (Kos, sel) (9 Punkte) davon. Auch in der A- und 8-Klasse des Fugendrennens gab es durch Scherrer (Frank, furt) vor Bassermann (Frankfurt) bzw. Ek- kel (Frankfurt) Siege der Gäste. Den Wander» preis der Stadt Gießen errang der Radfahrerver- ein „Staubwolke", Köln. Eine große Zahl von Zuschauern folgte dem Verlauf der Veranstaltung mit großem Interesse. Die Ludwigstraße als Hauptteil der Strecke hatte starken Besuch, der besonders an dem Start- und Zielplatz vor der Universität festzustellen war. Eine eingehende sporlliche Würdigung des Rennens wer» den wir morgen bringen. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877. 3m unteren Bootshaus der Gießener Ruüer-Ge- sellfchaft fand am Samstagabend eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. Vereinssührer Stu- dienrat Artur Scharmann begrüßte die Erschie- nenen und besonders die zur Zeit auf Urlaub weilenden Ruderkameraden. Anschließend erstattete er den Geschäftsbericht und gedachte in ehrenden War- ten der verstorbenen Mitglieder und der in diesem Kriege gefallenen Ruderkameraden. Aus dem Rückblick war ßu entnehmen, daß trotz des Krieges der Rudersport weiter durchgeführt wurde und daß die GRG. manchen Sieg von den einzelnen Regatten holte. Der Kassenbericht zeigte eine gute Finanzlage. Nachdem der Haushaltsvoranschlag genehmigt war, wurde dem Vereinsführer und seinen Mitarbeitern Entlastung erteilt 3n den Aeltestenrat wurde Heinrich Schmal! und in den Führerrat Hans Fritz Schuster gewählt. Den Dank der Soldaten sprach Ruderkamerad W a g e m e r aus, für den Lahn-Regatta-Verein sprach dessen zweiter Vor« sitzender Levermann (Gießen) anerkennende Worte. Unter Verschiedenes wurde über Veranstaltungen im kommenden Winter und über das Training der Fugend während der Wintermonate gesprochen. Kurze Sportnotizen. Einer der besten deutschen Fechter, Dr. Frecherr Fraß von Friedenfeldt, fand im Osten den Heldentod. Frh. o. Friedenfeldt war 1940 deutscher Säbelmeister. Der Norwegische Sportoerband hat beschlossen, mit einer starken Mannschaft an den Ski-Weltmeisterschaften 1942 in Garmisch-Partenkirchen (6. bis 15. Februar) teilzunehmen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Oft. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41', bis 42,5, c) 36 bis 37,5; Bullen a) 44 bis 44,5. b) 39 bis 40,5, c) 34 bis 35,5; Kühe a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 32 bis 34,5, d) 20 bis 25; Färsen a) 44 bis 45,5, b) 40 bis' 41,5, c) 36 bis 36,5; Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 46 bis 50, d) 34 bis 40; Hämmel b2) 48 bis 51, c) 35 bis 44; Schafe a) 42 bis 44, b) 35 bis 40, c) 14 bis 32; Schweine a) 63, bl) 63, b2) 62, c) 60, d) 57, e) 55, gl) 63. Marktverlauf: alles zugeteilt. Schwememarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 13. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 162 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 10 bis 12 Reichsmark, 8 bis 10 Wochen alte 12 bis 16 RM. das Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb geringer Ueberftanb. In soldatischer Pflichterfüllung starb an seiner schweren Verwun- düng anfangs September im Osten unser lieber, herzensguter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Heinrich Gerlach Gefreiter in einem Artillerie-Regiment im blühenden Alter von 22 Jahren den Heldentod für sein geliebtes Vaterland. Otto Gerlach Alma Schneider, geb. Gerlach Erna Müller, geb. Gerlach Dr. Ludwig Schneider, Rechts- Otto Müller [anwalt Erna Gerlach, geb. Wagner und alle Angehörigen. Lollar, Wißmar, den 11. Oktober 1941. Die kirchliche Trauerfeier findet am Sonntag, dem 19. Oktober, nachmittags 2 Uhr, in der Kirche zu Kirchberg statt. 4253 D bei nervösen Erscheinungen wie HerzkJopf., Herzschmerzen, Herzstechen, u. auch bei Arterienverkalkung. Besorgen Sie sich zur Regulierung lh♦ Deutsche Reichslotterie Haben Sie schon Ihr KLASSENLOS geholt? Vergessen Sie es nicht, sich zu beteiligen! Die neue Ziehungsserie beginnt schon am 17« Oktober 1941 4246 A Ihre Verlobung geben bekannt Martha Philipp Hellmut Möll cand. med. Gießen, den 12. Oktober 1941 _____________________ 03397/ Sie^enerVortragsring (Knltnrelle Vereinigung • Goethe-Bund • Volksbildungsstätte Gießen in d. NS.-Gemeinsch. Kraft durch Freude) Montag, den 20. Oktober 1941, abends 7.15 Uhr, Neue Aula der Universität 4249D Lichtbildervortrag von DR. WILHELM RÜDIGER Sias Stauen im neuen Sleirfi Die Mitglieder des Goethe-Bundes, der Kulturellen Vereinigung und der Volksbildungsstätte Gießen haben gegen Mitgliedsausweis freien Eintritt (G.-B. u. K.V. Kontroll-Abschnitt Nr. 1). Ebenso die Mitglieder der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde (gegen Kontr.- Abschn. Nr. 1). Mitglieder der NS.-Frauenschaft, des Landschaftsbnndes Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von RM. 0.75 auf Sammelbestellung, Nichtmitglieder zu RM. 1.25 bei Challier, Neuenweg. Die Angehörigen des Veranstaltungsringes der HJ., Studenten und Angehörige der Wehrmacht erhalten Eintrittskarten zum ermäßigten Preis von RM. 0.40 auf Sammelbestellung. nach dem gleichnamigen Roman 4247 A von Ludwig Ganghofer mit hanfi Knotccte • Paul Richter MW» Heute Montag Wiederaufführung QchMelhauz Täglich 2.30, 4.45, 7.80. Uhr. Jugend hat Zutritt 1/Saltrat: Wichtig für überanstrengte Füße! Das bewährte Mittel gegen Beschwerden, die von überanstrengten Füßen herrühren, ist ein Fußbad mit Saltrat! Wenn darum Ihre Füße vor Übermüdung schmerzen, so lohnt es sich, wiederholt .nach Saltrat zu fragen, wenn Sie es beim «sten Versuch nicht gleich erhalten. Denken Sie vor allem an Saltrat, wenn Sie das nächste Feldpostpäckchen fertig machen! Saltrat Monhläooo *°n3 bls 20 v. H. erhalten Sie bei wie** IldullluSSB holten Verfiffentlichunaen einer Anzeige! GLORIfil t PQLQST____GLessen Heute Montag: Erstaufführung des neuen großen GUSTAV-ALTHO FF- Films mit § kl a M ' ■ ■ M v Gustav Diessl. Julia Serda Werner Scharf, Elga Brink Ein unerhört spannender und interessanter Film aus dem Leben einer Bankbeamtin — ein Konflikt zwischen Herz und Pflicht. Neuste Deutsche Wochenschau T8gl. 2.30, 4.45,7.30. - Jugend ab 14 Jahre zugelassen. __