Dienstag. N November Ml 19b Jahrgang Nr. 268 Annahme von Ainemen für die Mittagsnummer bis8'/rUbr desBormittags Ameigen-Prette: Anzeigenteil 7 rttvt le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvt. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüüe Mengenitanel B Plavvorichntt i vorherige Vereinbarung > 25°/0 mehr Ettchemi täglich außer Sonntagc und feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat nnBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM 1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei 'Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fermvrechanschtuß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168« Frankl j M I fr 9 Viens Eichener Anzeiger »rühlsch« Unt»erftt8tsbruderei ».Lange General-Anzeiger für Oberhessen «iehen, Sch-lftr-tze 7-9 MWH M NW Griechenlands Zusammenarbeit mit den Achsenmächten. Das Arbeitsprogramm des neuen LandwirtfchastSministerS. Von einem besonderen Korrespondenten. Athen, Anfang November 1941. Nach Beendigung des jetzigen Krieges auf dem Balkan und nach der bestmöglichen Normalisierung der Derkehrsverbindungen ist man seitens des Reiches und der Südost-Staaten sofort darangegangen, die wirtschaftlichen Beziehungen, die durch die Kriegshandlunaen unterbrochen wurden, wieder aufzunehmen. Verhandlungen mit der Türkei sind zu gutem Ende geführt worden, auch die Bankbesprechungen in Griechenland haben zu positiven Ergebnissen geführt. Damit wird eine alte Tradition wieder ausgenommen. War doch seit jeher, besonders aber seit 1933, die Steigerung der Handelsumsätze zwischen dem Reich und dem Balkan eine dauernde gewesen. Die Wirtschaften dieser beiden Gebiete ergänzten sich aufs vorteilhafteste: auf der einen Seite Getreide, mineralische und pflanzliche Rohstoffe, Gemüse, Früchte, Bodenschätze, auf der anderen Seite Fertig- und Halbfabrikate, Maschinenteile usw. Wie erstaunlich mußte es daher wirken, daß doch manchmal die politische Linie in einigen dieser Südostländer andere Tendenzen zeigte. In breiter Front wurde gegen diesen wichtigsten Handelspartner, gegen Deutschland, Propaganda gemacht. Man hörte, daß das Reich diese Staaten wirtschaftlich verklave, sie ausbeute, jeden Fortschritt hemme usw. usw. Prüfte man, woher diese Schlagworte alle stammten, dann sah man sofort, daß sie von England oder englandfreundlichen Elementen in den betreffenden Ländern verbreitet wurden. Dabei war es unverständlich, daß die Völker so wenig klar sahen, was ihre Politiker taten. Die Schlagworte wurden erstaunlich leicht auch von jenen aufgegriffen, die in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Reich ihre arößten Möglichkeiten fanden. Die Sache war um so unverständlicher, als just England in wirtschaftlicher Hinsicht keinerlei Interessen für die Südostländer ausbrachte. Der jetzige griechische Ernährungs- und Landwirtschaftsminister Karamanos hatte schon vor vielen Jahren, als durch die plötzliche Rückwanderung der Griechen aus Kleinasien eine Krise ganz Griechenland zu bedrohen schien, seine üblen Erfahrungen mit England gemacht, als er an die Machthaber in London herantrat mit der Bitte, diesen Krisenzustand durch Käufe von griechischem Tabak einigermaßen überbrücken zu helfen. Er selbst war zu jener Zeit dreimal nach London gefahren, um dort den Absatz von wenigstens einem Prozent der Ernte zu erwirken. Alle Vorstellungen waren vergebens! Schon damals war es ganz eindeutig, daß die englische Politik völlig egoistisch war^ daß England ausschließlich an seine eigenen Interessen dachte, daß die Clique der City niemals auch nur erwog, anderen zu helfen. In Berlin hat man indessen immer starkes In- terksse für den Südosten und für Griechenland gehabt. Allerdings hatte Griechenland damals einen König, der das Volk ganz in englischem Sinne zu führen bemüht war, und einen Ministerpräsidenten, nämlich Metaxas, der es dem König völlig nachtat, und der sich in keiner Weise auf das Volk stützen konnte. Die Verantwortung für das, was geschehen ist, trifft einzig und allein die früheren Machthaber Griechenlands. Das Volk war durch Propaganda irregeführt und aufgestachelt worden. Griechenland war immer ein armer Staat. Vor ollem befindet es sich in einer ganz anderen Lage als die übrigen Balkanstaaten, da es infolge feiner Struktur nicht in der Lage ist, sich heute schon selbst zu versorgen. Seine Landwirtschaft hat eine ganz andere Entwicklung genommen, als die der anderen Südostländer. Seine Landwirtschaft erfordert mehr geistige Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit, aber dafür weniger physische Kräfte. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind auch eher als allgemeine Luxusprodukte anzusprechen', es sind dies gerade Dinge, die von Deutschland in starkem Maße verlangt werden. Daher stellt, die Ausfuhr nach Deutschland das wichtigste und das einzige große jllktivum Griechenlands dar. Es ist denn auch nur natürlich, wenn sich Griechenland heute bei der Versorgung mit Lebensmitteln aller Art dorthin wendet, wo es die größte Hilfe zu erwarten hat. Und dies ist Deutschland. Die geflüchtete Regierung hat das Land ohne Ernährungsreserven zurückgelassen, so daß nach Ablauf von sechs Monaten Krieg ein Mangel nicht zu leugnen war. Dieser Mangel, der auch noch durch verschiedene andere Umstände erhöht wurde, hat verursacht, daß die Preise für alle Nahrungsmittel rasch gestiegen sind. Die Preissteigerung hat im grie- chischen Volke den Eindruck erweckt, daß alle Anzei- chen einer Inflation vorhanden seien. Aus diesem Grunde mußte eine Hilfe, die durch Lieferungen für Griechenland erfolgt, schnell einsetzen; denn nur dadurch war das Vertrauen des Volkes zum heimischen Gelds wieder .zu erlangen und das Volk dazu zu bringen, die Drachme als Zahlungsmittel voll anzuerkennen. Was das Agrarprogramm des neuen Landwirt- schaftsministers Karamanos betrifft, so hat er erklärt, daß dieses Programm aus zwei wichtigen Punkten bestehe: 1. In der Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigen Nahrungsrnittlen, und 2. in der Kultivierung der landwirtschaftlichen Exporterzeugnisse. Dem ersten Programmpunkt stellen sich Zur Zeit insofern Schwierigkeiten entgegen, altz Griechenland unter Mangel an Saatgut leidet. In normalen Zeiten waren für die Aussaat rund 20 000 Tonnen vorhanden, der Krieg aber hat das Land auch um dieses Saatgut gebracht, und sofern noch kleine Teile vorhanden sind, sind sie nicht von jener Qualität, die eine gute Ernte gewährleistet. Saatgut hat Griechenland seinerzeit immer aus Bulgarien bezogen. Sollte es nicht möglich sein, dieses Saatgut auch jetzt zu beziehen, so müßte naturnotwendig ein starker Rückgang der Getreideanbaufläche die Folge sein. Auch die taüsend bis zwölfhundert Traktoren, die Griechenland in der Vorkriegszeit befaß, sind infolge der Kriegshandlungen zum großen Teil verlorengegangen. Trotzdem hat die Regierung ange- Der Wehrmachtberichi. DNV. Aus dem Führerhauptquartier, 10. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Krim wurden ostwärts Lewa ft o - p o l und westlich Kertsch zäh Widerstand leitende feindliche Nachhuten weiter zurückgedrängt. Wuchtige Luftangriffe richteten sich bei Tag und Nacht gegen Sewastopol. 3n Oeltanks und Lagerhäusern entstanden große Brände. 3m Hafen der Seefestung wurden ein sowjetischer Kreuzer und ein großes Handelsschiff durch Bombentreffer schwer beschädigt. Zwischen D o n e z und Wolga und im Raume um Moskau vernichtete die Luftwaffe eine große Zahl von Transportzügen der Sowjets. Stärkere Kampffliegerverbände belegten Moskau mit Spreng- und Brandbomben. 3m Zuge der zwischen 3lmen-undLadoga- see über den Wolchow hinweg geführten Operationen nahmen — wie durch Sondermeldung bekanntgegeben — 3nfanterie- und Panzerverbände in der Nacht zum 9. November durch überraschenden Angriff den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Tichwin Zahlreiche Gefangene und große Beute wurden hierbei eingebracht. Der Stab der 4. sowjetischen Armee entging der Gefangennahme nur unter Zurücklassung seiner Kraftwagen und wichtiger mili- Die Lehren für Frankreich. Vichy, 10. November. (Europapreß.) Die Rede des Führers zum 9. November hat in den französischen Kreisen in Vichy durch die mehrfache Unterstreichung des europäischen Charakters, den der Kampf Deutschlands gegen den Bolschewismus jetzt angenommen hat, besonderen Eindruck gemacht. Man hat daher in den Kreisen des französischen Außenministeriums unterstrichen, daß Frankreich an dieser Entwicklung teilnehme, und man hat in diesem Zusammenhang weiter heroorgehoben, das z. B die letzte Botschaft des Marschalls P e t a i n an die Freiwilligenlegion zum Kampf gegen den Bolschewismus in klarster Weise zum Ausdruck gebracht habe, daß der fränkische Staatschef allgemein den unter deutscher Führung stehenden Kreuzzug gegen den Bolschewismus als den gemeinsamen Kampf für die europäische Zivilisation schilderte. Die erneute Erwähnung der Teilnahme französischer Freiwilliger am Kampfe gegen den Bolschewismus hat man gleichfalls in Vichy hervorgehoben. Bezugnehmend auf des Führers Worte in feiner Münchener Rede, daß sich in dieser Zeit das Schicksal Europas für die nächsten tausend Jahre entscheide, stellt „Cr i du P e u p l e" gegenüber englisch-nordamerikanischen Vergleichsoerluchen zwischen dem Weltkrieg und dem jetzigen Krieg fest, daß Deutschland heute nach zweijähriger Kriegsdauer ganz anders dastehe als im Jahre 1916. Das be- ordnet, daß von jetzt ab kein Stück Land unbebaut sein dürfe. Der Anbau ist obligatorisch. In verschiedenen Teilen des Landes wurden Arbeitsgemeinschaften geschaffen, und zwar in der Form, daß die Bauern einer Gemeinde Zusammenarbeiten müssen, um bei Ausfall des einen oder anderen Bauern fein Land gemeinsam zu bearbeiten. Zum zweiten Punkt seines Programms erklärte der Minister, daß es sich hierbei vor allem um Tabak, Baumwolle, Rosinen und Del handelt. Das Interesse beim Bauern für intensive Kultur müsse dadurch geweckt werden, daß sich die Preise den übrigen Preissteigerungen in irgendwelcher Weise anpassen. Dort, wo dies nicht der Fall ist, müssen den Bauern zu billigen Preisen jene Güter zur Verfügung gestellt werden, die er sonst aus dem Erlös seiner Erzeugnisse kaufte. Daher ist die Lösung dieser Frage gleichzeitig ein soziales Problem. kärlscher Schriftstücke. 3n den Kämpfen an diesem Frontabschnitt wurden feit dem 16. Oktober rund 20 000 Gefangene eingebracht sowie 96 p a n - zerkampfwagen, 179 Geschütze, ein panzerzug und zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Etwa 6000 Minen wurden ausgenommen. Die Gesamtzahl der lm O st s e l d z u g eingebrachten sowjetischen Kriegsgefangenen hat sich nunmehr auf 3 632 000 Mann erhöht. Vor der schottischen Ostkuste versenkte die Luftwaffe in der Nacht zum 10. November einen Frachter von 2000 BRT. Ein weiteres Handelsschiff wurde durch Bombenwurf beschädigt. Sturzkampfflugzeuge bombardierten an der englischen Südostküste das Hafengebiet von Margate. Ausgebreiteke Brände und starke Explosionen ließen den Erfolg des Angriffes erkennen. 3n Nordafrika griffen deutsche Kampffliegerverbände mit guter Wirkung britische Stützpunkte bei Marsa Matruk und Bunkeranlagen bei Tobruk an. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften Bomben auf einige Orte in Nord - Westdeutschland, vor allem auf Wohnviertel in Hamburg. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Zwei britische Bomber wurden abgeschossen. Oberleutnant Lent errang seinen 20.Nachtjagd- fieg. • weise die Führer-Rede klar. Während her Führer durch seinen Kampf gegen den neuen Dschingis Chan Europa aktiv neu forme, trügen Churchill und Roosevelt durch ihren Widerstand dazu bei, daß sich Europa immer fester zusammenschließe. „Aujo urd ' hui" stellt fest, daß sich jetzt Europas Geschick gegen die Barbarei entscheide, so, wie es sich im Westen gegen die demokratische Dekadenz entschieden habe. Frankreich habe ein Vierteljahrhundert lang zwischen diesen beiden Extremen geschwankt, jetzt sei es endlich an der Zeit, eine wirkliche Ordnung voll Gerechtigkeit, Würde und Opferbereitschaft aufzurichten. Wie sich dieses neue Regime auch nennen möge, es werde das fern, für das Deutschland und feine Verbündeten im Osten kämpften. Kür Ungarn ein historisches Ereignis. Budapest, 10. Nov. (Europapreß.) Die Budapester Morgenblätter veröffentlichen in großer Aufmachung den vollen Wortlaut der Führer-Rede, bringen jedoch noch keine Kommentare. Aus den Ueberschriften geht aber schon hervor, daß insbesondere die Ausführungen über den gegenwärtigen Stand, des Feldzuges gegen die Sowjets und die Antwort auf die nordamerikanischen Unterstellungen unter Hinweis auf die wiederholten deutschen Friedensangebote den stärksten Eindruck gemacht und die Rede auch für Ungarn zu einem histo- rischen Ereignis gestempett haben. Zwischenbilanz des Siegers. Dieses Ringen des neuen Europa unter Adolf Hitler entscheidet über die Neugestaltung auf allen Gebieten. Der weltgeschichtliche Kampf, den die Mächte der Finsternis uns aufzwangen, ist fo bedeutungsvoll wie die Ueberroinbung des alten und verrotteten Römerreiches durch die Germanen, die an die Stelle eines nach dem Untergang der alten Römer von Völkermischlingen beherrschten Universalreiches die gewaltige Epoche der werdenden Nationalitäten einleiteten. Hier gibt es entweder Sieg oder Untergang. Hier gibt es keine Kompromisse. Was wäre aus dem Abendland geworden, wenn nicht in den Entscheidungsschlachten auf den kata- launischen Gefilden dieses jugendkräftige Germanentum die asiatischen Scharen Attilas besiegt hätte, oder die Mongolen, die das ganze damalige Rußland überschluckt hatten und Dem russischen Volkscharakter ihre nihilistischen Instinkte aufprägten, keine Grenze an den Scharen deutscher Ritter bei Liegnitz gesunden hätten? Alles, was wir im Laufe vieler Jahrhunderte geworden sind, was wir hoffen und wofür wir hart arbeiten, haben wir in diesen Entscheidungskampf geworfen, und hinter uns steht die Schar der guten Europäer, die erwarten, daß aus dem Siege über jüdische Plutokratie und nihilistisch-jüdischen Bolschewismus eine neue und bessere Welt entsteht. • < Die Rede des Führers vom 8. November hat die Kennzeichen dieses Entscheidungskampfes hart und klar Umrissen und die höllischen Mächte, die geigen dieses Europa der Neuwerdung sich verschworen, scharf charakterisiert. Der Führer sprach als Staatsmann, als Stratege und als Wahrer abendländischer Kulturbelange. Weltgeschichtlich einmalig und durch das Geschwätz der Geschlagenen nicht abzuschwächen sind die deutschen Taten. Sie hat die Weltkoalition der Sklavenhalter einfach zerschlagen. Dieser Weltkoalition unter Roosevelt, Churchill und Stalin haben wir die Koalition der deutschen Wehrmacht, der deutschen Heimat und des erwachten (Europa entgegengestellt. Wenn man rechnen will, dann ist die Bilanz schon jetzt ganz klar auf Seiten des Führers. Er hat heute bereits die Siegesgewißhett in der Hand, denn im Besitz der Produktionsstätten und Rohstoffgebiete des ganzen europäischen Festlandes, auch der Gebiete des weiten Ostens, arbeiten die Fabriken und Werkstätten für den Sieg des neuen Europa, und alle astronomischen Zahlen, die die die Gegner zu Propagandazwecken über ihre beabsichtigten Rüstungen verbreiten, zerstieben einfach an der Tatsache, daß wir diese astronomischen Ziffern schon längst in die Wirklichkeit gebracht haben und derart gerüstet sind, daß die Amerikaner und Engländer niemals uns diesen ausschlaggebenden Vorsprung werden nehmen können. Ein angesehenes englisches Blatt, der „Manchester Guardian", hat jetzt in einer wachen Minute festgestellt, Eng- Zn Rumänien an erster Stelle. Bukarest, SO. November. (Europapreß.) Die Führer-Rede überragt in den Kommentaren der rumänischen Montagspresse alle übrigen politischen Ereignisse. Die Rede wird in ihrem vollen Wortlaut an erster Stelle in großer Aufmachung gebracht. Pamfil ©eicaru hebt im Leitartikel des „Cu• r e n t u I" unter dem Titel „Am Kreuzweg der Geschichte" hervor, daß der Führer die Kritik der Feinde nicht umgangen, sondern sie mit aller Aufrichtigkeit beantwortet habe. Unter den verschiedenen Stellen der Rede seien besonders diejenigen zu unterstreichen, in denen der Führer auf die dauernden Mißdeutungen der deutschenFrirdens- an geböte feiten Englands hinaewiesen habe. Die Enthüllungen der Führer-Rede über die bereits in den Jahren 1939/40 zustandegekommene aeheime englisch-bolschewistische Ver - schwörung seien besonders aufschlußreich für die Feststellung der Verantwortlichkeit für die r u m ä • nische Katastrophe im Vorjahr. Diese Enthüllungen erklärten, warum England als Garant der rumänischen Grenzen im Juni 1940 anläßlich des sowjetischen Ultimatums gegen die bolschewistische Aggression nicht einmal protestiert habe. „Unerhört großes Selbstvertrauen Deutschlands." Tokio, 10. November. (Europapreß.) Bei der Besprechung der Führerrede legt die japanische Presse das Hauptgewicht auf die das deutsch- nord amerikanische Verhältnis berührenden Ausführungen. In der Beschränkung auf die Abwehr der durch Roosevelt angeordneten Offen- sivakte gegen U-Boote erblickt Japan bas unerhört große Selbstvertrauen Deutschlands in seinen Sieg. „Nichi Nichi" unterstreicht aus den Ausführungen Hitlers feine unbeugsame Entschlossenheit und seinen Glauben an den sicheren Sieg. Starker Eindruck in Serbien. B eka r ad, 10. Nov. (Europapreß.) Die Rede des Führers vor der Alten Gvrde hat in Serbien einen tiefen Eindruck gemacht. Die „Donauzeitung" veröffentlicht die Rede am Montag in einer Sonderausgabe, und auch die serbische Presse bringt sie in vollem Wortlaut. Die serbische offizielle Agentur „Rudnik" .hebt aus der Führere-Rede als besonders bedeutungsvoll für bas serbische Volk bie absolute S i e g e 5 g e w i ß h e i t b e s Führers hervor. Aus ben angegebenen Zahlen sehe man klar, welche Gefahr von Europa abgewandt worben sei. Schließlich wende sich der Führer des neuen Europas, sogt die Agentur „Rudnik" weiter, an das serbische Volk. Es müsse das höchste Ziel eines wirklichen serbischen Patrioten fein, danach ZU trachten, daß die Serben amAufbauder Neuordnung Anteil hätten. Der Führer bei feinen alten Mitkämpfern im Löwenbräukeller in München. Eine eindrucksvolle Aufnahme von der Zusammenkunft der alten Mitkämpfer des Führers in der Nacht vom 8. zum 9. November. — Unser Bild zeigt Gauleiter Wagner während der Begrüßungsansprache an den Führer, den man im Vordergrund an einem Tisch zusammen mit bekannten Parteigenossen und alten Getreuen sitzen sieht. — (Scherl-Bilderdienst- jLang-j M.) Wuchtige Luftangriffe gegen Sewastopol und Moskau. Das Weltecho zur Rede des Führers in München. Muer Schandfleck in -er britischen Geschichte. Barbarische Behandlung der Deutschen im Iran und auf Island. Berlin, 10. November. (DNB.) Dor der deutschen und ausländischen Presse in Berlin gaben der ehemalige deutsche Gesandte in Teheran, Ettel, und der ehemalige deutsche Generalkonsul in Reykjavik, Prof. G e r l a ch, einen Bericht über das völkerrechtswidrige und gegen die Gesetze der Menschlichkeit verstoßende Verhalten der Briten und Sowjets gegenüber diplomatischen Vertretern des Reiches und gegenüber der deutschen Kolonie in Iran ab. Oie Greuel gegen die Deutschen in Iran. Der erschütternde Erlebnisbericht, den Gesandter Ettel den Vertretern der Presse gab, war eine einzige Anklage gegen die ungeheuerliche Schuld der britischen Negierung an dem Schicksal anständiger und tüchtiger deutscher Männer und Frauen, deren loyales Verhalten gegenüber ihrem Gastland von der iranischen Regierung mehr als einmal ausdrücklich als vorbildlich bezeichnet worden war. „Bei allen Maßnahmen gegen die deutsche Kolonie", so stellte Gesandter Ettel ein- gangs fest, „war die britische Regierung die treibende Kraft. Dem Sowjetbotschafter Smirnof, der sich ganz den Weisungen des britischen Ge andten fügte, wurde immer dann der Vor- tritt gelassen, wenn die Durchführung gewisser Maß- nahmen dem „guten Ruf" Englands abträglich fein konnte. Hinter der iranischen Regierung standen in engster Verbundenheit der britische Plutokrat und der sowjetische B o l s ch e w i st, um immer dann die schußbereite Waffe der Repressalie und der Drohung zu erheben, wenn die Regierung in Teheran aus natürlichem Rechtsempfinden und Anstandsgefühl sich weigern wollte, Zwischenträger für Forderungen zu sein, die ebenso ehrlos wie feige waren." Gesandter Ettel schilderte, wie die Engländer im Kampf gegen die deutsche Kolonie und mit dem Ziel, die Internierung aller Deutschen zu erreichen, ihre aus den Kolonialkriegen wohlbekannten Methoden mit einer Brutalität und Rücksichtslosigkeit ohnegleichen anwandten: von der Drohung mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen nach Teheran und dem wiederholten Ueberfliegen des Gesandtschaftsgeländes durch sowjetische Bomber bis zu erzwungenen terroristischen Polizeimaßnahmen war den verbündeten Engländern und Sowjets kein Mittel zu feige, niederträchtig und schmutzig in dem Versuch, die Deutschen auf die Knie zu zwingen. Schließlich wurde die iranische Regierung zu einer im Leben zweier befreundeter Völker bislang noch nicht dagewesenen Aktion veranlaßt: Das Gelände der deutschen Gesandtschaft in Schimran wurde von den Truppen her Garnison Teheran mit aufgepflanztem Seitengewehr dicht umstellt. Gleichzeitig wurden Maschinengewehre kriegsmäßig getarnt in Stellung gebracht. „Für alle Zeiten", so fuhr Gesandter Ettel fort, „wird die Tatsache, daß die britische Regierung nicht nur ihre Zustimmung gab, sondern die Veranlassung dafür war und Beihilfe dazu leistete, daß reichsdeutsche Männer den Bolschewisten ausgeliefert wurden, ein Schandfleck in der britischen Geschichte bleiben. Eine abgrundtiefe Kluft zwischen ehrloser Handlungsweise der Briten und soldatischer Haltung der deutschen Männer tat sich auf, zwischen dem niederträchtigen und erpresserischen Vorgehen der Engländer nämlich, das in der auf acht Stunden befristeten ultimativen Forderung nach Auslieferung her Wehrpflichtigen gipfelte, und her oorbilhlich männlichen nationalsozialistischen Haltung jener Männer, hie mit einem Sieg-Heil auf den Führer und den Liedern her Nation im Augenblick ihrer Internierung noch einmal ein Treuegelöbnis für Führer unh Reich ablegten. Das spätere Schicksal von Frauen und Kindern der deutschen Kolonie ist eine weitere schreiende Anklage gegen den Bruch jenes von den Engländern feierlich gegebenen Wortes, mit dem sie das freie Geleit von 487 Frauen, Kindern und Gesandtschaftsmitgliedern garantiert hatten. lieber mehr als 1ÖOO Kilometer weglosen Geländes führte hie Leihensfahrt der Deutschen zur 1 türkischen Grenze. Beim ersten Aufenthalt in Kar- w i n wurde die Kolonie von der Gesandtschaft getrennt, her Fahrer hes Gesanhten von hen Bolschewisten verhaftet und verschleppt, hie Gesandtschaft selbst in hen Hof hes Polizeigefängnisses gebracht. Auf der zweiten Station in Senhjan wurden die Mitglieder der Gesandtschaft in einem leerstehenden Haus, dessen Besitzer von den Bolschewisten liquidiert worden war, 30 Stunden lang ohne Essen und Trinken festgehalten, während die Kolonie bereits J5 Stunden vorher die Weiterreise nach Täbris angetreten hatte. In Täbris, wo Gesandtschaft und Kolonie wieder Aufammentrafen, erfolgte in glühender Hitze die Unterbringung auf dem baumlosen Platz des Kasernenhofes eines Reiterregiments. Rings um den Hof waren Maschinengewehre in Stellung gebracht. Nachts beleuchteten Scheinwerfer grell den Platz. Die letzte Nacht, fünf Tage nach der Ankunft in Täbris, mußte von Frauen und Kindern auf freiem Feld zugebracht werden. Vier Kilometer vor der türkischen Grenze schließlich haben sich jene Szenen abgespielt, über die die Weltöffentlichkeit bereits unterrichtet ist. Der bulgarische und der ungarische Geschäftsträger und das Personal der deutschen Gesandtschaft wurden aeroaltfam entfernt, Frauen und Kinder systematisch in der schamlosesten Weise ausgeplündert. Wickelkindern wurden die Windeln abgenommen. Kolonie und Gesandtschaft verloren ihr gesamtes Gepäck. So sah in Wirklichkeit das von Bolschewisten und Engländern der Kolonie und her Gesandtschaft schriftlich zugesicherte freie Geleit aus." Britische Gewalt in Island. Sodann gab Generalkonsul G e r l a ch eine eindrucksvolle Schilderung, wie am 10. Mai 1940 die Engländer in das deutsche Konsulat in Reykjavik einhrangen. „Mein Verlangen", so berichtet er, „sofort den schwedischen Generalkonsul zur Uebergabe des Reichseigentums und des Schutzes der deutschen Interessen zu sehen, wurde ab gelehnt. Sämtliche Schlüssel mußten ab geliefert, sämtliche Türen geöffnet werden. Wir mußten uns, einschließ, lieh her Damen, in Gegenwart der Posten mit auf- gepflanztem Seitengewehr umkleiden." Zwei Handtaschen durfte jeder Deutsche eiligst packen und mit- nehmen. Jedes Stück wurde durchsucht. Dann wurden die Deutschen zum Hafen und auf den Kreuzer „Glasgow" gebracht. Generalkonsul Gerlach stellte ausdrücklich fest, „vor her Abreise gab uns der englische Generalkonsul of- ftsiell die Erklärung ab, daß wir auf dem schnellsten Wege nach Deutschland gebracht würden". Wie England auch dieses Versprechen einzulösen gedachte, beweisen eindringlich die Schilderungen des Generalkonsuls von seinem und seiner Familie Schicksal in den folgenden Monaten. Am 12. Mai wurde Gerlach von seiner Familie getrennt, am folgenden Tage im Polizeiwagen in das Gefängnis von Liverpool transportiert und hort in eine Dunkelzelle eingesperrt. Nachdem ihm sämtliche Ausweispapiere, einschließlich des Diplomatenpasses, abgenommen worden waren, wurde seine Forderung, unverzüglich den Vertreter der S ch u tz m a ch t zu sehen, mit höhnischem Lachen abgelehnt. So schmutzig wie die Gefängniszelle mit Strohsack und Decke, so schmutzig waren her Waschraum, der gleichzeitig hen Häftlingen zur Verfügung ftanh, und bas Handtuch, Rasierzeug, Kamm, Bürste, Seife und Zahnbürste wurden dem Generalkonsul verweigert. Am 15. Mai wurde Gerlach nach London, und Arnar zunächst für 14 Tage in eine Schule, die als Sntemiertenlager eingerichtet war, und danach in dem Tower übergeführt. Während der ersten Monate war es dem Vertreter des Reiches weder erlaubt, Zeitungen oder Nachrichten zu erhalten, noch Briefe zu schreiben. Auf mehrfaches nachdrückliches Verlangen wurde ihm später wenigstens gestattet, zwischen den Wällen des Ringes um den Tower herumzugehen, immer bewacht und begleitet von einem Posten mit umgehängtem Gewehr. „Die unerhörte Anspannung her Einzelhaft", so erklärte Gerlach, „führte zu meiner Erkrankung, die letzten brei Wochen meines Aufenthaltes bebe ich kaum eine Nacht im Bett zugebracht. Im Tower habe ich hie schweren Angriffe her brutschen Luftwaffe miterlebt. Bei jebem Luftalarm würbe ich von hem Posten mit aufgepslanztem Seitengewehr in einen her Wehrtürme gebracht, in hem noch anhere Männer, Frauen unb Kinber sich aufhielten. Enbe Juli bekam ich zum ersten Male einen Bries von meiner Frau. Arn 19. September wurde ich nach zweieinhalb Monaten schwerster Einzelhaft in gesunbheitlich völlig zerrüttetem Zustanbe aus die I s l e o s M a n gebracht unb am 7. Oktober enblich mit meiner Familie in Douglas vereinigt." Generalkonsul Gerlach betonte am Schluß feiner Ausführungen, daß er gegen hen britischen Botschafter Oliphant ausgetauscht worben sei. Im Gegensatz zu der Behandlung wie ein Strafgefangener, die ihm in seiner Eigenschaft als Diplomat zuteil geworden ist, lege her Brief des Botschafters Oliphant Zeugnis davon ab, wie die deutsche Regierung den Vertreter Englands während her Seit seiner Internierung behandelt habe. In diesem Schreiben, das Gerlach in seinem Wortlaut verlas, bringt Botschafter Oliphant die „Anerkennung her gesamten Reisegesellschaft für die bewunderungswürdige Organisation der Reise" zum Ausdruck unb schließt wörtlich: „Durch all bas, was Sie freundschaftlicherweise für uns getan haben, wird diese Reise in allgemeiner Erinnerung bleiben." Neue Erfolge in Ost und West. Mit der Einnahme des wichtigen Verkehrsknoten- Punktes Tichwin südöstlich des Ladoga-Sees ist bie Bahn Leningrad — Wologda — Ural von uns unterbrochen. Damit ist wieder einmal ein harter Schlag gegen den Bolschewismus geführt worden, und zwar an einer Stelle, wo «Stalin ihn wohl nicht erwartet hatte, denn alle Blicke des Geängsteten unb feiner Londoner Kumpanei richten sich auf den Süden, auf die Krim. Am Montagmorgen wußte zwar her Londoner Nachrichten- dienst zu erzählen, wir seien auf der Krim nicht weiter vorgerückt, mir hätten „keinerlei Fortschritte zu verzeichnen", aber diese Behauptung wurde sogar durch bie Sowjets Lügen gestraft, deren Heeresbericht vom Montagmorgen .zugab, die Lage auf der Krim sei „besonders kritisch". St a l i n hat sich denn auch veranlaßt gesehen, erneut einen sehr bringenben Hilferuf an Roosevelt unb Churchill zu richten, aber auch dieser Hilferuf wird sicherlich zu den Akten gelegt werben, denn die unverhüllte Aufforderung an die Opposition gegen Churchill, erneut für eine „Westfront" einzutreten, bie Stalin in seiner Rebe vom 7. November forderte, ist in London sehr mißliebig empfunden worden. Man hatte in den Kreisen um Churchill darauf hingewiesen, eine FrontirnWe- ft en gegen Deutschland zu bilden sei Unsinn, und bie amerikanischen Blätter sprachen sogar von Selbftmorb, aber die seit Wochen von den Bolschewisten in England betriebene Agitation hat durch Stalins Forderung einen neuen Auftrieb erhalten, und Churchill wirb genug zu tun Haben, um sich dieser Sorgen zu entledigen und hen englischen Befürwortern einer neuen Westfront neue Irr lichte- reien oorzuzaubern. Wir warten geradezu darauf, wie der Führer in seiner Rede vom 8. November ausführte, daß England uns irgendwo im Westen oder sonstwo angreift. Vielleicht ist Stalin $u seinem neuesten Hilferuf durch die Tatsache genötigt worden, baß wir auf der Krim weitere Fortschritte gemacht hoben, Jalta, bie Perle der Schwarzmeer-Riviera, nahmen unb durch bie Enge zur Lanbzunge Kertsch gestoßen sinb. Diese Lanbzunge war pon ben Bolschewisten zäh oerteibigt worben, aber wie bei Perekop durchstießen wir schnell auch biefe Der- teibigungsanlagen, bie in 10 Kilometer Tiefe hintereinander errichtet worben waren. Unserer Infanterie ist eben nichts unbezwingbar! Die Häfen her Krim stehen unter ununterbrochenem Bombenhagel, und nur Sewastopol ist auf bieser Insel noch unbezwungen, liegt aber bereits unter beutschen Bomben. Die Lage im Osten hat aber u n sereAngrifse land habe noch niemals einen Landkrieg fuhren können, es habe immer durch seine Flotte bie Län- ber unterworfen, welche auf bie Verkehrslinien der See angewiesen waren. Das will besagen, daß England niemals daran denken kann, dieses von uns beherrschte Europa, bas wirtschaftlich unter einheitlicher Führung steht unb durch Zusammenarbeit sehr wohl auf Seewege verzichten kann, niederzuringen. Stalin, her militärisch und wirtschaftlich vor dem Bankerott steht, hat vergeblich die englischen Kriegs- Hetzer aufgefordert, eine Front im Westen zur Entlastung feiner Horden zu errichten. Daß Stalin diesen Notschrei an England richtete, ist bezeichnend für feine Situation, baß aber England diesem Not- schrei gerade jetzt ein Unmöglich entgegenhalten mußte, offenbart wirklich die englische Lage. Es ist England unmöglich, nach dem Verlust seiner festländischen Verbündeten eine Angriffsfront gegen uns zu gestalten. Und das ist entscheidend. Sein letzter Verbündeter, Stalin, hat seinen Plan, ganz Europa au erobern — einen Plan, ben, wie der Führer sagte, in einer Geheimsitzung des Unterhauses der whiskyselige Churchill ausplauderte — mit dem Verlust feiner Angriffsarmeen bezahlen müssen. Der Führer sagte, von solchen Verlusten erhole sich keine Armee der Welt mehr, auch nicht die volschewistische. Politisch unb strategisch gesehen, ist bereits dieser Krieg zu unseren Gunsten entschieden. Die Versuche des Kriegstreibers Roosevelt, diesen von ihm und feinem Weltjubentum angezettelten Krieg zu verlängern, können ben beutschen Sieg nicht hindern. Roosevelt hat alle uns einst gegensätzlichen Nationen in diesen Krieg gestoßen. Diese Regierungen sind erledigt worden, bie Gebiete bieser Nationen sinb von uns besetzt. Wir haben ben Beweis dafür, baß Roosevelt und Churchill diesen Weltbrand gewollt haben. Und seht: bie Geschlagenen, die Verzweifelten, hie sinnlosen Schwätzer, als bie sie bie Not zeigt, hie Fälscher unb Fabrikanten kurzbeiniger Lügen, was wollen sie? Wir werben mit dem von ihnen gewünschten unb veranlaßten Terror Verführter fertig, wir haben her wahnwitzigen Rooseveltschen Aggression entgegengesetzt, baß wir kein amerikanisches Schiff angreifen, daß sich aber die Deutschen auf ben Weltmeeren gegen jeden Angriff wehren, und zwar so wehren, daß Roosevelt Hören und Sehen vergehen wird. Darauf kann sich dieser Kriegstreiber verlassen. Augenblicklich führen wir bie schärfsten Vernich- tungsschläge gegen Stalin, aber bie übrigen Gegner, „sie werden staunen, mit was wir eines Tages an- treten", wie der Führer sagte. Enttäuschung in Washington. Roosevelts Einigkeits-Bluff mißglückt. Neuyork, 10.November. (DNB.) Die knappe Mehrheit der Senats-Abstimmung über bie Aenderung des Neutralitätsgesetzes, bei her, wie jetzt enbgültig feststeht, 50 Senatoren dafür unb 37 Senatoren gegen bie Vorlage stimmten, während sich 8 der Stimme enthielten, hat, wie As- fociateb Preß mitteilt, in Regierunqskreisen sehr enttäuscht. Roosevelt habe vorgehabt, durch eine überwältigende Stimmenmehrheit eine nationale Einigkeit vorzutäuschen unb besonders London unb Moskau zu beeindrucken. Wie Associated Preß weiter meldet, habe vor der Abstimmung her Senator Smith gewünscht, daß diese geheim ftattfinben sollte. Dann würben, wie er erklärte, noch nicht 10 Stimmen für die 21 enbe- rung des Neutralitätsgesetzes fein. „Verbündete" unter sich. T o k iv, 10. November. (Europapreß.) Hiesige gut unterrichtete Kreise wollen als Hintergrund der Kon- ferenz von Rangun wachsende Gegensätze zwischen England und den Vereinigten Staaten sehen. Das wirtschaftliche Vordringen der USA. in die britischen Interessensphären Malakka und Burma beunruhige nicht nur bie örtlichen britischen Kreise, sondern auch bie Londoner Regierung. Die Kontrolle des Gummimarktes von Malakka fei bereits in bie Hände der USA. übergegangen, und die Vereinigten Staaten feien weiter bemüht, ihre Lieferungen für Tschungking über die Burmastraße zu einer wirtschaftlichen Festsetzung in Burma auszuwerten. Britische Kreise be- schwerten sich auch über die england feindliche Propaganda, bie besonders von n o r b a m e • rikanischen Missionaren unter ben Indern und Burmesen betrieben werde, wobei die britische Herrschaft als undemokratisch bezeichnet unb angegriffen werbe. -----:---------------------------------------- Oie Bewährung des kleinen Klaus. Eine Geschichte von Rudolf Witzarch. Daß er Klaus hieß, bankte er seiner Großmutter, einer starken, strengen Frau, bie ben Namen wider Vater unb Mutter burchsetzte unb von ba ab ihre knochige Hanb über hem Leben bes Jungen hielt, so daß selbst bie Bubenjahre unter bem ungewöhnlichen Zeichen einer ernsthaften Gesittung ftanben unb bem kleinen Klaus zu Unrecht ben Ruf her Duckmäuserei einbrachten. Unb hierin ähnelte er feinem berühmteren Namensbruder aus bem Märchen, bieroeil er gleichermaßen unter bem Schatten eines Mächtigeren ftanh. Es war nicht so, daß her kleine Klaus vor bem Leben Angst gehabt hätte. Dazu war der väterliche Bauernhof nicht angetan, wo man vom ersten stolpernden Schrittlein unter die Geflügelschar an täglich seine Persönlichkeit erneut beweisen mußte. Das war so, wenn der alte Gänserich mit gerecktem Hals schnatternd das Büblein annahm ober her uralte Schafbock tückisch aus ben Stauden gerannt kam und ben kleinen Klaus in ben Rücken stieß, haß der längelang auf die Nase fiel. Nein, an solchen Beweisen her Selbstbehauptung fehlte es dem Buben nicht, aber bie gestrenge Großmutter, deren Wort ehern galt, hielt ben Jungen sorgsam vor jebem mutwilligen Stücklein zurück unb wehrte ihm jede Arbeit mit bem nicht zu entträftenben Wort: „Dazu bist du noch zu klein!" Daher hing ihm auch der schmückende Beiname an, unb selbst in her Schule nannten sie ihn spöttisch „her kleine Klaus", unb als er sich mit zornigen Fäusten baroiber zur Wehr setzte, verprügelten ihn bie fünf Aeltesten, so baß er hernach selbst glaubte, für alles „noch zu klein" zu fein. Als bie Mutter starb, war bas Büble alt genug, um ben Tob zu begreifen, und sie fanden ihn draußen unter den Hollerftauden, ben Arm um bie Hün- bin geschlungen unb bie Augen starr abgewandt. Don da an gewann bie Großmutter alle Macht über ben Jungen, unb sie war eine rechtschaffene Frau, bie sich treulich mühte, das Haus in feiner rechten Drbnung zu halten. Es fiel ihr nicht schwer, ben Bauern zu überzeugen, baß sein Bub nicht für die schwere Bauernarbeit geschaffen, fonbern zu etwas Besserem bestimmt märe; bamit meinte sie bas Stubium, und also konnte es geschehen, baß bem kleinen Klaus sorgsam jebe Gabel unb jeder Rechen aus dem Weg geräumt wurde. Es war ungewöhnlich, und bie Nachbarn schürzten spöttisch die Lippen, weil sie ben Hochmuttraum her alten Frau darin zu erkennen meinten. Aber der kleine Klaus gewöhnte sich nachgerade daran, wie es ja häufig geschieht, daß einer den vorgezeichneten Weg trottet, ohne zu merken, wie geschickt ihn her Zqum lenkt. Und bann kam auf einmal bas Leden unb warf bie sorgsamen Pläne her alten Frau lachenb über ben Haufen und fegte mit bet großen Hanb über bas Land, wie ein fpringenber Wirbelwinb. Der kleine Klaus war ein schmaler, großer Bursch geworben, sechzehn Jahre alt, unb er unterschieb sich von ben übrigen Burschen bes Dorfes nur burch ben stilleren Blick unb ben krummeren Rücken. Die alte Frau hatte keinem ihr Geheimnis verraten, nicht einmal bem Pfarrer, ben es hoch am meisten angegangen wäre: her kleine Klaus sollte Priester werden. Unb just, als es so weit war, daß sie tlopfenben Herzens bem Bauern ihren Plan enthüllen wollte, fuhr her Krieg über bie Herzen unb hob sie empor. Der Bauer ging rechtschaffen ins Felb; er hatte keine fonberlidjen Sorgen, weil er bas Haus in her guten Hut her knochigen Greisinnenfinger her alten Frau wußte. Unb auf einmal hatte sie fein Herz mehr, bem Mann ihre Zukunftspläne zu verraten. Sie beschloß, damit zu warten, unb her kleine Klaus, jählings der Schule entwachsen, ftanh mit arbeitsungewohnten Händen staunend auf bem Hof unb schaute sich bie väterliche Welt an, als sähe er sie zum erstenmal. Es kam eine harte Zeit. Die Männer rückten ein unb ließen ben Burschen unb Weibern bie Arbeit. Eines Tages ftanben Zwei Fremde am Hof, hie kein Wort der deutschen Sprache oerftanhen. Sie trugen braungrüne Röcke unb hatten einen schiefen Blick. „Die schickt uns hein Vater", sagte bie Großmutter unb teilte ben ^rernben bie Arbeit zu. Sie war allweil noch bie nämliche: streng unb abweisend und unduldsam. Die Arbeit ging weiter, unb der kleine Klaus stand mit hangenden Armen dabei. Es zuckte ihm wohl in ben Händen, aber bann fiel ihm bas gefürchtete Wort ein, bas schon bem Büblein schlimmes Geleit aewesen war: „Dazu bist hu noch zu klein." Das Wort war nun in übertragenem Sinn an ihm hängengeblieben wie bie Kletten, mit denen ihn bie anderen auf bem Schulweg spöttisch beworfen hatten. Und bann kam ganz natürlich unb selbstverstänb- lich bas, was kommen mußte. — Es ist — wenn ein Mensch plötzlich eine scheinbare Wanblung begeht — meist nicht so, baß er nun wirklich sein Herz unb seine Seele völlig umkrempelt, vielmehr holt er aus sich selbst nur bie Kräfte, bie ihm vorbem unbekannt gewesen sinb, unb er sieht ftaunenb, wessen er fähig ist. — Also geschah es bem kleinen Klaus, her eben habet war, aus bem Buben in ben Mann zu schlüpfen. Es fing bamit an, baß er mit her Großmutter zur Futterwiese hinüberging. Da führte her Weg auf einem schmalen Brettersteiglein über ben Mühl- bad). Das Steiglein war ohne Schutzgelänber, unb bem kleinen Klaus schien es gar nicht lange her, baß bie kleinen Füße auf bem glitschnassen Bal- ken gestockt unb gezögert hatten, so baß sich bie Großmutter unwillig umroanbte unb nach her zuckenden Hand griff, um ben Kleinen sicher zu leiten. Heute mar es zum erstenmal, daß der kleine Klaus unachtsam voranfchritt, unb als hie groben Tritte her alten Frau auf einmal ausblieben, sah er sie mit verkniffenem Mund zögernd unb stockend mitten auf her Bretterbrücke stehen, bie Augen halb- geschlossen unb ihre Schuhe kratzten hilflos über ben glitschigen Moosteppich des vergrünten Balkens. Sie nahm zögernd bie dargebotene Hand bes Jungen, und ihr Gesicht war zunächst wie das eines Feindes. Dann, beim Äartoffelgraben, kam es zum zweitenmal. Die alte Frau mußte sich immer öfter auf» richten und aufsetzen, stemmte die Faust ins Kreuz unb sah in bumpfem Staunen, wie der Junge mühelos feinen jungen Rücken zur Erde bog. Sie wußte nicht, daß her kleine Klaus bie Zähne aufeinanderbiß, um bei dieser Arbeit vor ben anderen zu be- stehen, und sie hörte auch nicht, wie er am Abend in her Kammer den Rücken fluchend geradestreckte. Es war ein hartes Jahr, Der Winter hielt lange an, und bei der Frühjahrsbestellung brach sich der Pflug noch an ben gefrorenen Erbklumpen schartig. Unb im Herbst war es, beim Abschirren, daß der eine der Fremden plötzlich ungebärdig wurde und die Befehle her allen ijrau Überhörte. Sie befahl bem Gefangenen, die Pferde achtsam zu striegeln; der aber gab ihr einen cfjrägen Blick zurück und tat, als hätte er sie nicht gehört. Eine augenblicklange Schwäche fiel sie an, taunenb in aller plötzlichen Müdigkeit wollte sie sich aufraffen, da versagte ihre Kraft, und sie lehnte hilflos an her Stalltür. Der kleine Klaus ging mit langen Schritten zu bem Fremben unb reoete ihn an. Nicht bellenb und grob, nein, er hatte eine ganz ruhige Stimme, aber bie Augen waren schmal, wie bie her alten Frau, unb ein Licht brannte barin, bas vorbem nicht ba- gewesen war. Da burfte sich her Fremde, griff gehorsam nach bem Striegel unb nahm bas Wort bes Jungen als Befehl. Die Großmutter hatte es staunend mit angesehen. Unb sie hatte sich schweigenb abgeroanbt. Aber es geschah wie von selbst, baß auf einmal die helle Stimme bes Jungen ba war, wenn es bie Arbeit galt. Sie sah zu, wie er werkte, und merkte in abarünbig tiefem Staunen, wie der Junge in feine Arbeit wuchs. Ja wahrhaftig, er zog sie an, wie ein Kleib, unb es paßte ihm; es paßte ihm so aut, baß hie alte Frau wie vor einer Sünde erschrak, als ihr her heimliche Wunsch einfiel, ben sie schon vergessen hatte. Da neigte sie hen weißen Scheitel, und als her Bauer auf Urlaub kam unb ihr nach bem Runb- gang über bie Raine für bie gute Drbnung banken wollte, wies sie ihn rauh ab. „Der hort", sagte sie unb beutete mit her knochigen Hand übers Feld, „her dort hält bas Ganze beisammen." Unb her Bauer sah seinen Sohn hinter ben Pferden schreiten, den Rücken ganz gerade und gestreckt, bie Schultern nach hinten gebrückt, als wäre er von Kind auf in dieser Arbeit gewachsen. Hernach saßen sie um ben blanken Tisch, unb der Bauer griff unvermittelt nach der Hanb bes Jungen, daß her erstaunt aufsah. Aber er merkte, was her Vater meinte; es war Abbitte unb Stolz in einem. Die alte Frau begrub davor ihre vermessenen Träume; demütig neigte sie die Stirn vor der Macht des starken Blutes! im Westen nlcht beintrachtigk. Die Engländer hatten am Freitag, in der Nacht zum Samstag und in der Nacht zum Sonntag große Luftofiensioen gegen Deutschland gestartet, aber sie haben die bisher schwersten Verluste in dielen Angriffen davon- getragen, wie der Londoner Nachrichtendienst selbst zuaeben muß. Er führt die Mißerfolge auf das „schlechte Wetter" zurück, und damit erteilt er dem englischen Wetterdienst eine sehr schlechte Zensur. In Wirklichkeit hatunsereAbwehr, haben also unsere Nachtjäger und unsere Flak, den Briten gezeigt, daß sie nicht ungestraft deutsches Gebiet an- flreifen, denn in der Nacht zum 8. November wurden allein nach englischen Meldungen 37 Bomber, darunter die modernsten Maschinen, von uns herunteraeholt, und zusammen mit den Luftkämp- fen an der Kanalküste steht fest, daß die Briten insgesamt in 24 Stunden über 50 Flugzeuge verloren haben. Weitere wurden im Wehrmachtbericht vom Sonntag gemeldet. Dazu ist unsere Luftwaffe auch gegen die englische Schifffahrt unermüdlich tätig. Vor der englischen und schottischen Ostküste haben wir wieder sechs feindliche Handelsschiffe mit zufammen 38000 BRT. versenkt und haben die Hafenanlagen von Dover ausgiebig bombardiert. Tichwin. * Tichwin, das vom deutschen Heer besetzt wurde, ift an und für sich nur eine Kleinstadt mit 12 000 Einwohnern an der Eisenbahnlinie Leningrad— Wologda; aber als Mittelpunkt der wichtigsten sowjetischen Bauxitlagerstätten kommt ifjr ganz ungewöhnliche Bedeutung zu. Diese Bau- . xitgruben haben bis setzt die zwei größten Aluminium-Hütten der Sowjetunion, nämlich das in der Nähe Leningrads gelegene Wolchow, sowie S a - p o r o s h j e am unteren Dnjepr, versorgt, die allein 80 v. H. der bolschewistischen Aluminiumproduktion herstellen. Da diese zwei Hüttenwerke bereits für die Produktion ausgefallen sind, rft nunmehr oer weitaus größte Teil der Aluminiumgewin- nu na den Bolschewisten verlorengegangen. Zwar sind seit 1939 neu entdeckte Bauxitlagerstätten im Nordural in einer neuerrichteten Hütte verwertet MEERS." 'hu PEIPUS ÜEE gLAjoGA^. ,Z WM 5 E E worben, aber diese Produktion ist noch nicht an- nähernd groß genug, um eine siiylbare Entlastung zu bringen denn der Aluminiumbedarf der sowjetischen Rüstungsindustrie, vor allem der Luftwaffe, war schon vor Beginn dieses Feldzuges so groß, daß selbst die noch unverletzte Aluminiumindustrie für die Bedürfnisse der Sowjetunion nicht ausreichte. Sie mußte deshalb aus dem Auslande Alu- miniummengen einführen, die etwa der Hälfte der Eigenproduktion entsprachen. Deshalb steht jetzt auch Aluminium, wie Lord Beaverbrook mitteilte, an der Spitze der Hilferufe, die Moskau nach Lon- , don sendet. Mit der Einnahme von Tichwin, als dem Mittelpunkt der bolschewistischen Bauxitlagerstätten, ist die Sowjetunion noch weiter in den Engpaß geraten. Kann sie aus eigener Kraft oder mit ausländischer Hilfe die Aluminiumfrage nicht lösen, dann kann sie auch auf die Dauer einen modernen Krieg nicht durchstehen. 33 neue Sowjetgenerale. Helsinki, 10. Nov. (Europapreß.) Offensichtlich ist in der Sowjetunion wiederum eine große Reinigung in der oberen Führung der Roten Armee Lurchgeführt worden, und zwar in einem Umfang, der alles bisherige übertrifft. Auf Verfügung des Rates der Volkskommissare wurden nicht weniger als33neueGenerale ernannt. Die Ernennung verteilt sich auf folgende Waffenarten: Vier Generalleutnante der Infanterie, fünf Generalleutnante der Artillerie, ein Generalleutnant der Panzerwaffe, 15 Generalmajore der Infanterie, sieben General- tnajore der Artillerie und ein Generalmajor der Luftwaffe. Aus der Stadt Gießen. Märchenbücher wandern ins Volk. Die Deutsche Arbeitsfront wird am 15. und 16. November im Rahmen der 3. Reichsstraßensammlung für das Kriegswinterhilfswerk 10 Märchenbücher im Liliputformat, verziert mit entzückenden bunten Bildchen aus Künstlerhand, den Volksgenossen in Stadt und Land für ihr WHW.-Opfer aushändigen. Das heißt natürlich, daß sich die Anzahl der Büchlein nach der Höhe des Geldopfers richten wird. Niemand kann die ganze zehnbändige Kripgsruinterhilfsmprk 1941-42 3. R-Pichsftraßpnrammlung DAF Sammelt Märchenbibliothek für 10 Pfennige mit sich nach Haufe nehmen. Schließlich hat ja die Sache auch ihren Wert, und wenn du dir selbst nicht im klaren bist, bann werden dich deine eigenen Kinder, deine Neffen oder Nichten oder Enkel und Enkelinnen darüber belehren. Du wirst bald darüber im. Bilde sein, wie die Jugend diese reizenden Märchenbilderbüch- lein einschätzt. Dann wünsche ich dir nur, daß du möglichst viele an deinem Rockaufschlag oder an deinen Knöpfen baumeln hast, damit du alle Ansprüche erfüllen kannst. Wenn bu auch schon Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Aschenputtel, Däumling und Rumpelstilzchen glücklich in deinen Besitz gebracht hast, dann vergiß nicht, daß deine Lieselotte oder Hannelore, Elsbeth oder Kätchen auch noch die anderen haben wollen. Es gibt nämlich noch den gestiefelten Kater, das tapfere Schneiderlein, Dornröschen, Schneewittchen und den Frofchkönig, Blättern wir in diesen Büchlein, dann sind wir im Augenblick wieder in die selige Kinderzeit versetzt. Wir lächeln darüber, daß mir heute so ernst und würdig, so vernünftig und praktisch geworden sind. Manchmal möchten wir eben noch noch gern ein Kind sein mit der ganzen blühenden Gedankenwelt und Begeisterung dieses beneidenswerten Lebensalters ohne Sorgen und Probleme. Die Zeit ist ernst und erfordert unsere ganze Kraft und unseren Einsatz. Wir Erwachsenen haben fast keine Beziehung mehr zu den Märchen unserer Kinderzeit. Und dennoch sollten wir diesmal einen kleinen Blick in diese für uns versunkene Welt tun und uns darüber freuen, daß wir den Kindern schöne alte Märchen nach Hause bringen können. Denn für sie lebt diese Welt genau so, wie sie einst für uns Leben und Wirklichkeit bedeutete. Das Winterhilfswerk hat uns schon viele und schöne Abzeichen gebracht — Abzeichen aus Seide und Stoff, aus Porzellan und Metall, aus Glas und Ton, aus Holz und Kunstharz. Oft gingen sie über den Rahmen eines niedlichen Spielzeugs hinaus und wurden zu Dokumenten deutscher Größe und unvergänglicher Kunst. Mancher mag sich fragen, wie die Bestimmung der Abzeichen und die Auswahl vor sich geht. Insbesondere aber, wie der Gedanke, deutsche Volksmärchen als Abzeichen für das Kriegswinterhilfswerk herauszubringen, entstanden ist. Darüber sei einiges verraten: Die Idee kam vom Münchener Verlag Bruckmann. Damit war aber die Sache noch nicht erledigt. Es handelte sich jetzt darum, aus der Fülle der schönen deutschen Märchen von Grimm und Bechstein die ansprechendsten und bekanntesten auszuwählen, sie entsprechend zu kürzen und auf einen Umfang zu bringen, der der Größe des Büchleins gerecht wurde. Dieser schwierigen Aufgabe unterzog sich Karl Hobrecker mit tiefem Verständnis und Einfühlungsvermögen. Niemand kann behaupten, daß wesentliche Weglassungen vorgenommen worden seien oder daß bas Gesamtbild des Märchens gelitten hätte. Schließlich war noch eine zweite wichtige Aufgabe zu lösen, die Bebilderung. Nicht jeder Künstler hat das Zeug, richtige Märchengestalten zu malen oder zu zeichnen. Neben dem rein Handwerklichen gehört dazu auch eine gründliche Kenntnis der Psyche des Kindes. Das Kind beobachtet sehr genau, und es will an seinen Märchenfiguren nichts missen. Man muß bei der Betrachtung der zehn Märchenbüchlein sagen, daß auch diese Frage aufs glücklichste gelöst werden konnte. Koser-Michaelis, Kurt Nübner, Hildegard Mößel und Else Wenz-Vietor haben den Märchengestalten blühendes Leden verliehen. Immer wieder müssen wir diese frisch hingesetzten, sprechenden Typen bewundern. Auch die Kinder werden sofort Kontakt mit ihnen bekommen« Sechs Druckereibetriebe arbeiteten an der Her« fteUung der Büchlein. 53/4 Millionen dieser originellen Abzeichen werden am 15. und 16. November 1914 von den Frauen und Männern der Deutschen Arbeitsfront im ganzen Reichsgebiet angeboten werden. Wird uns diesmal das Opfern nicht leicht gemacht? Ein Opfer, mit dem wir so viel Glück und Freude und Segen für die Heimat stiften können? Wir stellen mit diesem Opfer dem Kriegswinterhilfswerk die Mittel zur Verfügung, die Heimat stark und gesund zu erhalten. G. „Wetterleuchten um Barbara." Gin zeitnaher Film im Gloria-palast. Hanns Saßmann und H. G. Petersen schrieben das Drehbuch nach einem Roman. Es geht um den Bestand eines 400 Jahre alten alpenländischen Bauernhofes. Eines Tages bringt der Stammerbauer eine junge Frau auf den Hof: Barbara. Sie hat es anfangs nicht leicht, sie kommt Aus dem Unterland und muß sich in der Bergwelt erst zurecht- inden. Es gibt Auseinandersetzungen mit dem Ge- inde und mit der Stammermutter, die ihr wenig reundlich entgegenkommt und sich widerstrebend aufs Altenteil zurückzieht. Allmählich faßt Barbara in ihrer freundlichen und bestimmten Art Boden, findet sich zurecht, und die große Liebe zu ihrem Mann, Martin Stammer, hilft ihr über manche Schwierigkeit hinweg. Aber dann kommen ernstere Sorgen; sie bewegen nicht nur die Leute auf dem Stammerhof, sondern die Bauern im ganzen Dorf und auf vielen großen Höfen ringsum im Lande. Es beginnt ein zäher, mit allen Mitteln geführter Kampf zwischen den Bauern, die insgeheim der neuen Bewegung des Nationalsozialismus anhängen, und der Frontmiliz, die ihrer mit List und brutaler Gewalt vergeblich Herr zu werden versucht. Zwar gelingt es Barbara, Flugblätter in die Stadt hinunter zu schmuggeln, aber die Spürhunde der Miliz haben Verdacht geschöpft und umstellen den Hof, in dem die Bauern aus dem Dorfe versammelt sind; die brechen aus in den Wald, dort kommt es zu einem wilden Feuergefecht, Martin schießt in der Not einen Gendarmen nieder und flüchtet bei Nacht und Nebel über die Grenze. Für Barbara bricht eine schlimme Zeit herein. Dor Gericht wird sie vor eine schwere Entscheidung gestellt: gibt sie unter Eid zu, daß ihr Mann den Gendarmen erschossen hat, ist der Hof verloren; sucht sie Martin zu retten, schwört sie einen Meineid, und Überdies kann es dem Toni, dem besten Freunde ihres Mannes, den Kopf kosten. Barbara flüchtet sich in ein verzweifelt widerrufendes Geständnis. Der Hof wird beschlagnahmt. Martin, der zurückgekommen ist, um den Freund zu retten, flieht abermals mit Barbara und Toni im Schnee übers Gebirge. Schon scheint, obwohl Toni im Kampf mit den verfolgenden Milizleuten sich opfert, alles verloren, da bringt der Rücktritt der Bundesregierung und der Einmarsch der deutschen Truppen dem Lande die Freiheit: Barbara und Martin sind gerettet, und der Stammerhof bleibt ihnen erhalten. Werner Klingler führte Regie. Man merkt anfangs die epische Vorlage des Drehbuches, aber allmählich bekommt die Handlung Aktion und farbige Bewegung, um sich gegen Ende hin zu heftiger Spannung und unmittelbarer Dramatik zu verdichten. Der in ähnlichen Aufgaben bft bewährte Kameramann Sepp A11 g e i e r hat gute Photographien geliefert. Sibylle Schmitz, die die Barbara spielt, scheint zunächst in der ungewohnten Umwelt etwas befangen, hat sich aber mit sicherem Instinkt und sparsamem Gefühlsausdruck recht überzeugend in den schweren Konflikt der jungen Frau hineingelebt. Attila Hörbiger und Viktor Staat zeichnen mit knappen Umriffen zwei feste, verläßliche Bergbauernqestalten. Maria Koppenhöser, herb und streng, ist die Stammermutter. Oskar Sima gibt mit penetranter Schärfe den brutalen und gemeinen Milizhäuptling. * Im Beiprogramm läuft die schon besprochene neue Wochenschau. — Eine sehr hübsche und luftige Sache ist die Bühnenschau mit dem „sprechenden Elefanten" Nelly: das ist nicht nur ein ungewöhnlich schönes, sondern auch ein überaus wohlerzogenes und gelehriges Tier, das verblüffende Proben feiner Intelligenz liefert und die Sympathien des ganzen Hauses auf sich versammelt. Hans Thyriot. Sichtbarkeit aller Planeten. Gternschau im November 4941. Von Dr. Erwin Kossinna. Der diesjährige November ist ein rechter Planetenmonat. Sehen wir von dem äußersten bekannten Wandelstern Pluto ab, der wegen seiner Lichtschwäche erst 1930 entdeckt wurde und für kleinere Instrumente überhaupt nicht in Bsttacht kommt, so können im November alle Planeten beobachtet werden. Der sonnennahe Merkur erreicht am 12. November seinen größten scheinbaren Abstand von der Sonne. Er geht um diese Zeit rund 2 Stunden vor unserem Tagesgestirn auf und kann bei klarer Luft nahezu eine Stunde lang beobachtet werden. Merkur bewegt sich während der zweiten Hälfte des Monats von der Jungfrau zur Waage am füböft» lichen Horizont. Trotz feiner die Helligkeit der Wega oder der Kapella weit übertreffenden Leuchtkraft hebt er sich nur wenig vom hellen Dämmerbogen ub. Beim Aufsuchen des Merkur leistet ein Feldstecher daher gute Dienste. Venus ist Abendstern. Ihre Sichtbarkeitsdauer wird jetzt erheblich länger als bisher. Ende Novern, ber geht sie erst 3 Stunden nach der Sonne unter. Am 23. November erlangt Venus die größte östliche Ausweichung von der Sonne. Als weitaus hellster Stern beherrscht sie nach Sonnenuntergang den südwestlichen Himmel. An den Abenden des 21. und 22. November finden wir die schmale Sichel des zunehmenden Mondes in der Nähe des- Abendsterns. Mars ist vom Beginn der Dunkelheit bis in die zweite Nachthälfte hinein sichtbar. Wenn er auch den Höhepunkt seiner Helligkeit bereits überschritten hat, so ist er doch noch ein auffallend heller, feurig roter Stern am südöstlichen Himmel. Mars entfernt sich wieder von der Erde. Sein Abstand wächst im November von 72 Millionen auf 99 Millionen Kilometer an. Einen prächtigen Anblick gewähren Jupiter und Saturn, die gegen 20 Uhr mit dem Sternbild des Stiers am Osthimmel emporsteigen. Als erster der beiden Großplaneten erscheint Saturn, fast gleichzeittg mit dem bekannten Siebengeftirn. Etwa eine Stunde später folgen Juviter und Aldebaran. Jupiter nähert sich der Erde, seine Helligkeit wächst daher und übertrifft bereits wieder die des Mars. Sein Abstand beträgt Mitte November 622 Millio- nen Kilometer, rund 50 Millionen Kilometer weniger als Mitte Oktober. Bei der jetzigen günftigen Stellung des Planeten lassen sich Me vier großen Iupitermonde mit einem kleinen Fernrohr, auch schon im Feldstecher, gut beobachten. Saturn gelangt am 17. November in den Gegenschein zur Sonne. Zugleich erreicht der Ringplanet mit 1217 Millionen Kilometer den kleinsten Abstand von der Erde. Das weit geöffnete Ringsystem erfordert allerdings eine wenigstens hundertfache Vergrößerung, um gut sichtbar zu fein. Vier Tage nach dem Saturn, am 21. November, befindet sich auch Uranus in Opposition zur Sonne. Dieser gerade noch mit bloßem Auge erkennbare Planet kann leicht gefunden werden, wenn man feinen Ort am Himmel genau kennt. Uranus befindet sich zur Zeit in der Nähe der beiden Sterne 13 und 14 im Stier, die ungefähr ebenso hell wie der Planet sind. Der nur im Fernrohr sichtbare Karin Grunelius Roman von Guiöo k.vranü 24.Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Mit ihrem Vorschlag, ein Jahr lang in Deutschland zu bleiben, müßte sich dann Günther um so mehr abfinden, als sie so schnell ihren Platz im Gruberschen Institut gar nicht verlassen konnte. Oder hatte ihr Leben dadurch überhaupt eine ganz andere Wendung genommen? Ohne sich lange zu besinnen, drängte sie diesen Gedanken zurück. In ein paar Wochen würde Günther nach München kommen und mit ein paar gesprochenen Worten war bann mehr erreicht als mit langen Briefen, die nicht sofort ein Echo fanden. Als sie nach Hause tarnen, lag ein umfangreicher Luftpostbrief aus Arusha da. Die Haushälterin kam 'hnen ganz aufgeregt entgegen: „Jessasmariand- jVseph, Frailn Karin, an solchenen Brief hab i meiner Lebtag no net gsehgn. Da hat doch dös Porto a ganz Dermögn kost. Schaugns do bloß die Markn an!" Sie hatte einen Neffen, der Postwert- ' eichen sammelte, und sie hätte viel dafür gegeben, Denn Karin gemerkt yätte, daß ihr der besitz der Marken nicht gerade unangenehm gewesen ropre. Da aber der Geheimrat Bescheid wußte, preßte das ftnnerl den Umschlag bald danach mit überschäu- Dender Dankesfreude an ihre Brust. ..Na, da können wir ja morgen schon zu Prozessor Gruber!" entschied der Onkel. „Studiert wird nichts mehr heute! Im Gegenteil. Wir werden in Me Oper gehen. So viel ich weiß, wird die „Zau- berflöte" gegeben." Dagegen gab es wohl keinen Widerspruch ... * Als Karin am nächsten Morgen aufwachte, fiel (s ihr schwer, sich zurechtzufinden. Die blaugestreifte Dapete kam ihr fremd vor, die Zimmereinrichtung vuchs wie aus dem Dunkel eines verlorenen Ge- iächtniffes in bas morgendliche Licht. Sie muhte ji^ch tatsächlich erst besinnen, wo sie war. Aus vielen Träumen wachte sie auf, aus einem Gewühl von Bildern und Erlebnissen. Aber ihre Phantasie löste ungehemmt Arusha aus ihrer Vorstellung und tauschte es mit Sampieri. Gesichter überdeckten sich, aus Günther wurde der Vater, aus diesem wieder Professor Gruber, der hinter einem dicken Folianten hockte und mit einem Bleistift eine chemische Formel nach der anderen aufspießte, sie in der Luft herumwirbelte, bis sie einen weißen nebelhaften Kreis bildeten. Aus dem Mozartfchen Tamino wurde eine Aminosäure, deren Konstitutionsbild sie vergessen hatte. Merkwürdigerweise aber stand Thomas Bröger mit einem Malerpinsel neben dem Chemiker und machte verschiedene Zeichen. Sie nannte, als sie ihr Gesicht in das kühle Wasser tauchte und mit offenen Augen das grün- marmorierte Waschbecken abtastete, die ganze Rocht einen Hellen Unsinn und suchte sich auf den bevorstehenden Besuch bei Professor Gruber zu konzentrieren. Bei weitgeöffnetem Fenster, vor dem die Spitze einer Kastanie im leichten Morgenwind sich hin und her bog, tat sie etwas, was sie schon lange aus ihrem Tageslauf ausgeschaltet hatte: sie begann mit einfachen rhythmischen Bewegungen, steigerte sie aus ihrem Gedächtnis zu immer schwereren gymnastischen Uebungen, so daß sie zuletzt fast atemlos auf ein* Klopfen an der Tür antwortete, sie sei bald fertig zum Frühstück. Erfrischt kam sie in das Eßzimmer, wo der Onkel mit. einer beinahe feierlichen Geste sie erwartete und väterlich meinte, gut gefrühstückt fei eine Basis, auf der Menschen immer mit sich reden lassen würden. Da ihm von seinem Kollegen Gruber bekannt sei, daß er einer feinschmeckerbaften Küche nicht abhold wäre, so könne eigentlich nichts passieren. „Ich habe nicht die geringste Angst, Onkel. Mehr als durchfallen kann ich nicht und dann bleibt mir ja immer noch übrig, gleich zu heiraten und mit Günther wieder nach Arusha zurückzukehren! Also so oder so!" lachte sie. Professor Gruber saß wirklich hinter einem großen alten Pergamentband mit zwei riesigen Schlössern, als Kann mit ihrem Onkel in der Universität das Sprechzimmer betrat. Ganz kurz blitzte die Erinnerung an den Traum auf, als der Chemiker den Kopf hob und sie mit einem klugen Blick anschaute. Eine Vorahnung sagte ihr, daß diese merkwürdigen Zusammenhänge nur etwas Gutes bedeuten konnten. Nach einigen einleitenden Fragen über ihre Herkunft, über die Verhältnisse in Deutschost und Kapstadt, begann Professor Gruber ein Zickzackexamen, daß Karin die ersten fünf Minuten mit nervöser Verbissenheit eine aufkommende Unsicherheit bekämpfen mußte. Es war ein wunderbares Florettgefccht, in dem sie mit traumhafter Sicherheit parierte. Mochte er von den eigentlichen Vitaminen und ihrer Wechselwirkung ober von den Beziehungen zu den Hormonen sprechen, die symmetrisch gebauten Kohlenwasserstoffe der Karotine waren ihr ebenso geläufig wie die unerforschte Panthothensäure. Nach kaum einer Stunde, die mehr einer kollegialen Unterhaltung zusteuerte, brach Professor , Gruber die Prüfung ab, lobte sie nüchtern und bat sie, am nächsten Tag in das chemische Institut zu kommen, damit er ihr den zukünftigen Arbeitsplatz zeigen könne. Der Onkel drückte ihr, ohne ein Wort zu sagen, die Hand, suchte seine Rührung zu verbergen und verabschiedete sich von dem um viele Jahre jüngeren Kollegen mit ein paar liebenswürdigen Redensarten. „Ausgezeichnet, Herr Geheimrat. Ich habe eine wunderbare Arbeit für Ihr Fräulein Nichte! Können allerhand erben dabei, wenn wir dem Ding auf die Spur kommen!" flüsterte Professor Gruber, neben dem Geheimrat hergehend. „Das Mädchen hat Zukunft! Und kann als Auffrischung in meinem Institut allerhand Gutes tun! Habe die Ehre, Herr Kollege!" Karin war ein wenig hinter den beiden zurückgeblieben und stand nun allein in dem hellen langen Gang mit den vielen Türen, hinter decken Hunderte von jungen Menschen mit den Rätseln und Geheimnissen der Natur einen unentwegten Kampf kämpften. Nachdenklich wartete sie auf den Onkel. Ja — nun habe ich die Prüfung bestanden, kann morgen anfangen und bin eine von den vielen Assistentinnen, gehöre gar nicht mehr mir selbst, sondern einer Arbeit, die mir der Professor geben wird. Und wenn Günther kommt —. „Woran denkst du?" hört sie plötzlich die Stimme ihres Onkels neben sich. „Und was gibt es so schwer zu feufgen? Ist doch alles fabelhaft gegangen!" Etwas unwahrscheinlich schien ihr das alles. Sie wußte nicht mit Gewißheit, ob sie mit diesem Schritt recht getan hatte. Wäre sie durchgefallen oder hätte Gruber wenigstens gesagt — ja, mein Fräulein, das ist alfes sehr schön und gut, aber Sie müssen noch viel lernen — dann hätte sie es sich immer noch überlegen können und wäre vielleicht zu Günther nach Spaccaforno gefahren. „Können wir auf dem Nachhauseweg ein paar Telegramme auf geben? An den Vater? An Günther?" fragte Karin statt einer Antwort. „Selbstverständlich, liebes Kind! Das ist das erste, was wir überhaupt tun müssen! Entschuldige, daß ich daran nicht gleich gedacht habe!" Er schob feinen Arm unter den ihren, und wie einem seltsamen, ausfallenden Paar sahen ihnen die Studenten nach, die aus den Kollegs strömten. In dem großen hohen Treppenhaus gingen sie achtlos an den vielen Gruppen vorbei. Die farbigen Fenster verstreuten das bunte Licht auf die weißen Fliesen und machten sie zu einem' Teppich, der langsam durch die Halle wanderte. Einen Augenblick erschrak Karin, als sie am Schwarzen Brett einen Studenten stehen sah, der Ähnlichkeit mit Thomas Bröger hatte. Sie konnte nur sein Profil, und dies noch halb verdeckt durch den Kops eines anderen, rasch im Vorbeigehen erfassen. Das Helle Haar jedoch, die breiten Schultern und die Größe hätten auf den Maler zutreffen können. Wie ein Spuk glitt das Bild vorbei, als sie auf den Platz hinaustrat und unter dem feinen Sprühregen des Springbrunnens, in dem sich tausendfältig die Sonne brach, auf die Ludwigstraße zu- ging. (Fortsetzung folgt.) Neptun geht jetzt dret Stunden vor der Sonne auf. , Am abendlichen Fixsternhimmel können mir im November das allmähliche Verschwinden der Sommersternbilder Nördliche Krone, Herkules, Leier und Adler im Westen verfolgen, während im Osten die für den Winter charakteristischen Sterngruppen auf« tauchen. Als erstes Wintersternbild erscheint der Stier. Sein Hauptstern Aldebaran fällt durch die rötliche Farbe auf. Aldebaran gehört zu den roten Riesensternen, die sich noch in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung befinden. Aldebaran besitzt 60fachen Sonnendurchmesser und 150fache Sonnenleuchtkraft, hat aber mit einer Oberflächentemperatur von 3600 Grad noch längst nicht die Strah- Verdunkelungszett 11.11. von 17.34 bis 8.34 Uhr. lungstemperatur der Sonnen (5900) erreicht. 57 Jahre ist sein Licht unterwegs, bis es zur Erde gelangt. Die chn scheinbar umgebenden Hy ad en bilden einen lockeren, über einen weiten Raum verstreuten Sternhaufen, der aber mit 130 Lichtjahren Abstand mehr als doppelt so weit entfernt ist wie Aldebaran und auch eine anders gerichtete Bewegung im Raume aufweist. Auch die Plejaden oder das Siebengestirn gehören zum Sternbild des Stiers. Die Plejaden sind einer der schönsten Sternhaufen und wegen ihrer Helligkeit wohl der bekannteste. In einem lichtstarken Feldstecher gewährt diese Sterngruppe einen wunderbaren Anblick. Man erkennt etwa zehn besonders helle Sterne von weißer Farbe, das sind die Lichtriesen des Sternhaufens mit 200= bis 600facher Leuchtkraft der So-n-ne; daneben noch 30 bis 40 schwächere Sterne, die aber auch noch weit kräftiger strahlen als die Sonne. Insgesamt sind rund 200 Sterne zur gemeinsamen Fahrt durch den Weltenraum vereinigt. Riesenhaft wie die in höchster Weißglut strahlenden Sonnen ist auch die Ausdehnung dieses Sternhaufens, der einen Durchmesser von 20 Lichtjahren oder 200 Billionen Kilometer besitzt, während seine Entfernung rund 500 Lichtjahre beträgt. Einen besonders schönen Schmuck klarer Novemberabende bildet die M i l ch st r a ß e. Wir können dieses mattsilberne Lichtband von der hell strahlenden Kapella im Fuhrmann durch den Perseus zur V-förmigen Kassiopeia im Zenit verfolgen, von wo es sich unter Teilung in zwei Arme über Kepheus und Schwan zum Adler im Südwesten senkt. Hoch steht am Südrande der Milchstraße die Figur des Pegasus mit der links anschließenden Andromeda. Am Nordhimmel befindet sich abends der Himmelswagen im Großen Bären in seiner tiefsten Stellung, wo er uns besonders groß erscheint. Nahe dem Südhorizont ist gegen 20 Uhr Fomalhaut im Südlichen Fisch, der südlichste in Deutschland sichtbare Fixstern erster Größe zu sehen. Der Mond: letztes Viertel am 12., Neumond am 19., erstes Viertel am 25. November. Weihnachtssendungen nach Nordnorwegen. Weihnachtssendungen für Soldaten und Truppenteile in Nordnorwegen müssen bis spätestens 15. November zur Post gegeben sein. Die Einhaltung dieses Termins ist notwendig, wenn die Sendungen zu Weihnachten im Besitz der Adressaten sein sollen. Sornefixen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Dschungel". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Wetterleuchten um Barbara". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleine Mädchen — große Sorgen". Theater der Universitätsstadt Gießen. Aus dem Dramaturgischen Büro wird uns geschrieben: Die am Mittwoch, 12. November, zur Erstaufführung gelangende Operette „Monika" ist das erfolgreichste Werk des Autorenpaares Hermann Hermecke und Nico Dostal. Die Handlung spielt im freundlichen Glottertal des südlichen Schwarzwaldes. Die Spielleitung hat Franz Payer, das Orchester betreut Gerhard Hergert, die Chöre Oswald Enterlein ; Tanzleitung Andreas Volpert. In Hauptrollen: Hella Henzky, Valeska Lange, Gabriele Possinke, Annemarie Schwind; Kurt Bosny, Heinrich Appel, Hugo Hellmers-Hallwegh, Eberhard Kratz, Franz Payer, Carl Bruno Schmidt. Die letzten Klaffenarbeiten gelten als schriftliche Reifeprüfung. Der Reichserziehungsminister hat mit Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse angeordnet, daß zu O st e r n 1 9 4 2 an Stelle der schriftlichen Reifeprü» sung^arbeiten die letzten Klassenarbeiten in den vier Hauptfächern als Rerfeprüfungsarbeiten zu gelten haben. Diese werden daher auf besonderen Bogen anzufertigen sein. Die mündliche Reifeprüfung findet in der letzten Schulwoche vor den Osterferien statt. Die Abiturienten verlassen zum Beginn der Osterferien ihre Schule. Unabhängig von der Reifeprüfung sollen, wie es in dem Erlaß weiter heißt, die Schulaufsichtsbeamten den Unterricht der Klasse 8 und den Leistungsstand ihrer Schüler von Januar 1942 ab eingehend nachprüfen. Schüler und Schülerinnen, die von der Reifeprüfung zurückgewiesen werden, müssen, sofern sie die Schulen weiter besuchen werden, ab Ostern 1942 am Unterricht der Klasse 7'weiter teilnehmen. Warnung vor her Trichinose. Die Trichinose ist in Deutschland dank der vorbildlichen Hygiene seit Jahren eine fast unbekannte Krankheit. Ihre Gefahren sind deshalb den meisten Volksgenossen gar nicht mehr bekannt. Seit Kriegsbeginn sind jedoch wiederholt Fälle von Erkrankungen an Trichinose festgestellt worden. Ausgangspunkt der Erkrankung an Trichinose ist fast immer der Genuß von Schweinefleisch (auch in Konserven), das der Trichinenschau nicht Vorgelegen hat. Auch Fleischvergiftungen, teilweise mit tödlichem Ausgang, werden durch nicht untersuchtes 9 leicht hervorgerufen. Vor dem Genuß nicht achten Fleisches kann daher nicht eindringlich genug gewarnt werden. Besondere Vorsicht ist deshalb beim Genuß von Schweinefleisch und Schweine- steischwaren geboten, die aus den besetzten Gebieten mitgebracht werden. Diese Waren müssen einer nachträglichen Untersuchung auf Trichinen , in Deutschland unterzogen werden, weil in jenen Gebieten die Trichinenschau nicht in jedem Falle gesichert ist. Es wird auch darauf aufmerksam gemacht, daß der Genuß von Fleisch aus sogenannten Schwarzschlachtungen, die verboten und als Verstoß gegen die Kriegswirtschaft unter schwere Strafen gestellt sind, gefährlich ist, weil auch dieses Fleisch der Fleischbeschau nicht Vorgelegen hat. Gieben-Dieseck. Zimmermeister i. R. August Rohm wird morgen 80 Jahre alt. Im Jahre 1889 gründete er mit Jakob Schäfer ein Zimmergeschäft, das er im Jahre 1912 allein übernahm. Das Geschäft ging im Jahre 1934 auf seine beiden Söhne über, nachdem er es über 45 Jahre geführt hatte. Seine Söhne bauten es den heutigen Erfordernissen entsprechend aus. Herr Rohm, der von seinen Berufskollegen und Mitbürgern sehr geschätzt wird, erfreut sich noch guter Gesundheit und ist geistig noch sehr rege. Im Geschäft sieht man ihn noch täglich mitarbeiten. Dem Jubilar gelten unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem Geburtstage und für einen schönen Lebensabend. Gießener Wochenmarftpreife. ♦ Gießen, 11. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Wirsing, % kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 9, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 7, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat, 1/io 10, Endivien, das Stück 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 15, Rettich 5 bis 10 Rpf. ♦ ** Silberne Hochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit können am heutigen Dienstag, 11. November, der Oberkellner Heinrich M e i l i n g e r und Frau Katharina Elisabeth Martha, geb. ßeuning, Steinstraße 73, ferner am morgigen Mittwoch, 12. November, der Reichsbahnsekretär Christian Klotz und Fran Marie, geb. Horn, Beethovenstraße 5 wohnhaft, begehen. Beiden Jubelpaaren bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar. Landkreis Gießen. < Watzenborn-Steinberg, 10. November. Die Eheleute Johannes Sommer?., Watzenborn-Steinberg, Ludwigstraße, konnten am vergangenen Freitag das Fest der goldenen Hoch- .zeit begehen. Die schlichte Feier sand am Samstagabend statt. Der Gesangverein „Germania" Watzendorn^Steinberg, dessen Ehrenmitglied Sammer ift, brachte dem Jubelpaar ein Ständchen. Bürgermeister Schäfer gratulierte den Jubilaren im Namen der Gemeinde Watzenbörn-Steinberg und überreichte ihnen ein herzlich gehaltenes Glückwunschschreiben des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger sowie ein gleiches des Landrats des Landkreises Gießen. Weiter fanden sich noch viele andere Gratulanten ein. — Am Samstagabend veranstaltete die NS.-GemeiNschast „Kraft durch Freude" in der Volkshalle einen Unterhaltungsabend unter dem Motto „2 Stunden Frohsinn und Humor". Akrobatische, tänzerische, gesangliche und artistische Darbietungen hielten die zahlreichen Zuschauer in Spannung. Außerdem trugen der Fangkünstler Albert Schweitzer und das Zauberpaar Ar- vian und Alice sehr zur Unterhaltung bei. Auch die ungarische Mersterparodistin und Soubrette Alice de Bete erntete reichen Beifall. —/— Lich , 10. November. Morgen vollendet in bester Gesundheit Frau Elisabeth L e m m e r, geb. Müller, Wwe. des Konrad Lemmer (Bahnhofstraße), ihr 7 0. L e b e n s j a h r. — Am Donnerstag, 13. November, wird Oberwachtmeister Karl Weber (Butzbacher Straße) 7 5 Jahre alt. Auch er erfreut sich noch voller geistiger und körperlicher Frische. Herzlichen Glückwunsch beiden Jubilaren. * Birklar, 10. November. Der Schuhmacher- meister Ludwig Weisel konnte am gestrigen Sonntag, 9. November, seinen 8 7. Geburtstag begehen. Dem alten Herrn nachträglich auch unsere herzlichen Wünsche zum Geburtstag und für einen schönen Lebensabend. Schweinemarkt in Alsfeld. • * Alsfeld, 10. November. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 152 Feröel aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 15 bis 20 RM., 8 bis 10 Wochen alte 20 bis 25 RM. pro Stück. Der Markt verlief schleppend, es verblieb geringer Ueberstand. G. A.-Epori. Fußball-Meisterschaftsspiele. Watzenborn-Steinberg I — FL. Burgsolms I 1:0. Unter Leitung von Schiedsrichter Hofmann, Gießen-Wieseck, trugen beide Mannschaften auf dem Sportplatz an der Neumühle das fällige Meisterschaftsspiel aus. Sowohl Watzenborn-Steinberg als auch Burgsolms hatten in der Hintermannschaft die besten Kräfte, und hierauf ist auch das knappe Resultat zurückzuführen. Die Gäste spielten mit dem Anpfiff betont defensiv, und so hatten die Platzbesitzer stets eine kleine Feldüberlegenheit, die gegen Schluß des Spieles immer drückender wurde. Die äußerst schnellen Vorstöße der Gäste waren aber stets gefährlich, und mehr als einmal mußte Balser sein Können unter Beweis stellen. Im Sturm der Einheimischen genügte eigentlich nur Heil den Anforderungen, doch er allein vermochte es nicht zu schaffen. Zwei bis drei sichere Torgelegenheiten, wurden so in der ersten Spielhälfte vergeben. Mit 0:0 wechselte man die Seiten. In der zweiten Spiel- häkfte waren die Gäste offensichtlich bestrebt, das Resultat zu halten, um so einen Punkt aus Watzenborn-Steinberg mitzunehmen. Fett tauchte verschiedentlich im Sturm auf, und ihm gelang es auch, zum ersten Treffer einzuschießen, den Schiedsrichter Hofmann jedoch wegen Abseitsstellung eines anderen Stürmers nicht anerkannte. Etwa 20 Minuten vor Schluß wurde der Rechtsaußen der „Teutonen" auf der Mittellinie unfair zu Fall gebracht. Burger schoß den Strafstoß bis in den Strafraum. Hier nahm der Halblinke Häuser den Ball auf, umging den letzten Verteidiger und den ihm entgegenkommenden Torhüter und schoß bann den Ball in das leere Tor. Dieses sollte das einzige des Tages bleiben. Trotz weiterer Bemühungen der beiden Stürmerreihe^ scheiterten alle Angriffe an den stabilen Hintermannschaften. DfB./1900 1. 3gb. komb. — Leihgestern 2:2 (2:1). Am Sonntag standen sich beide Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel gegenüber. Von Beginn an entwickelte sich ein schnelles Spiel, das die Gießener in der ersten Halbzeit überlegen führten. Nach un- gefähr 15 Minuten hieß es 1:0 für GieLen. Eine schöne Flanke von rechts verlängerte ein Verteidiger von Leihgestern ins eigene Tor. Kurz darauf hieß es durch den Rechtsaußen 2:0. Nun gingen die Leihgestern er zu stürmischen Gegenangriffen über, trotzdem blieben die Gießener überlegen. Kurz vor Halbzeit konnte der Mittelstürmer von Leihgestern dgs erste Tor für Leihgestern erzielen. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel ausgeglichener. Mitte der zweiten Halbzeit bekam Leihgestern einen Elfmete. zugesprochen, der vom Mittelstürmer vergeben wurde. Kurz darauf konnte Leihgestern durch einen Fehler der Verteidigung den Ausgleich erzielen. Nun wurden die Gießener wieder überlegen und konnten kurz vor Schluß ein drittes Tor erzielen, das von dem Schiedsrichter jedoch nicht gegeben wurde. Heute verschied plötzlich und unerwartet nach langem, schwerem Leiden mein herzensguter Mann, mein lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Karl Köhler, Reichsbankbeamter im 52. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Emmy Köhler, geb. Engeler Margot Köhler Dr. med. Schwing, Assistenzarzt, z.Z. im Felde Gießen (Bruchstr. 9), den 10. November 1941. Die Trauerfeier findet Donnerstag, 13. Nov., um 13% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 4635 D Am Mittwochmorgen ist meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Nau, geb. Jakob nach einem schweren Leiden im Alter von 62 Jahren für immer von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Nau Walter Betz u. Frau Otto Schieferstein n. Frau Bartha, geb. Nau Gertrud, geb. Nau 4 Enkelkinder. Gießen (Marburger Straße 38), Butzbach, im November 1941. Die Trauerfeier fand auf Wunsch unserer 1b. Entschlafenen in aller Stille statt. 03788 Heute mittag entschlief sanft nach langem Kranksein unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter Frau Elise Hofmann Wwe., geb. 6anß im Alter von 86 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adolf Hofmann, Metzgermeister Binna Schwarz, geb. Hofmann. Gießen (Dammstraße 25), Frankfurt a. M. (Saar-Allee 8), 9. Nov. 1941. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 12.Nov., 15% Uhr i. d. Kapelle desAlten Friedhofs statt. 4634 D Statt besonderer Anzeige. Am Sonntag, dem 9. November, in der Frühe wurde kurz vor ihrem 65. Geburtstage meine liebe Frau, meine Lebensgefährtin durch vier Jahrzehnte, unsere geliebte Mutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin , Frau Else Birnbaum geb. Wlmmenauer von ihrem langjährigen schweren, tapfer und geduldig ertragenem Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Im Namen aller Hinterbliebenen: Friedrich Birnbaum, Kammerdirektor i. R. Wiesbaden (Nerotal 77), 10. November 1941. Trauerfeier und Einäscherung in Wiesbaden, Südfriedhof, Mittwoch, den 12. November, 11 V« Uhr. Die Beisetzung der Urne mit der Asche erfolgt in Laubach in aller Stille. 4638 D Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute morgen meine herzensgute Mutter, unsere liebe Oma, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabeth Knetsch geb. Martin im Alter von 45 Jahren nach schwerem Leiden plötzlich entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen in deren Namen: Marie StoU, geb. Martin. Gießen, Naunheim, Zelle, Aliendorf und im Felde, den 9. November 1941. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 12. November, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 03778 Am 10. November gegen 6 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unser unvergeßlicher, stets treubesorgter Pate, unser lieber Bruder und Onkel Karl Kling II. Bahnarbeiter i. R. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Seibert VIII. Gießen-Wieseck, den 10. November 1941. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. November, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus, Rabenauer Straße 3, aus statt. 4637 D Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an dem tiefen Leid,das wir durch den Soldatentod meines geliebten Mannes, unseres Sohnes und Bruders Gruppenführer Karl Luh erlitten haben, sprechen wir unseren aufrichtigen Dank aus- In Trauer: Grete Luh Karl Luh und Frau Elisabeth Unterarzt Dr. Werner Kohl u. Frau. Gießen, November 1941. 4631 D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters Altbürgermeister Ludwig Happel I. sprechen wir unseren aufrichtigsten Dank aus. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Ludwig Happel III. 4632 d Lina Schepp, geb. Happel Pani Happel. Hausen, Watzenborn-Steinberg, 10. Nov. 1941. Danksagung Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren besten Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Elisabeth Spies, geb. Euler Gießen, Horst-Wessel-Wall 25, im Nov. 1941. 03781 | Mietgesuche""] | Kaufgesuche"] schon. 03725 Am Riegelpfad 32, 9-17 Uhr. 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