Gietzener Anzeiger Samstag, 11 / Sonntag, 12. Tttober 194! Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Ameigen-Breife: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malttaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/. mehr B'chan schloß 2251 Druck mrd Verlag: ititeärantfjm. vrSHIIchrllxwerMl^nxIerri R. £i, daß Hellwang in wenigen Minuten zurückkommei würde, da er nur nach Pasing gefahren sei, um sich ein paar Zigarren zu holen. Die Kinder hätte er mitgenommen, weil sie ihn gequält und Langeweile gehabt hätten. Trix legte die Kostümjacke ab. „Kann ich Ihnen helfen, Kathi?" „Dank' schön, is nicht nötia, die Kartoffeln steh, auf dem Feuer, und die Schnitz! sind im Nu ab gebraten." Kathi zerschlug ein Ei in einem Teller und schüttete in einen anderen Paniermehl. — „Uebrigens, wie Ham mir’s denn da? Der Herr Doktor hat mir erzählt, daß Sie wegfahrci wollen ..." sie deutete mit dem Kopf gewissermaßen verächtlich eine unbestimmte Richtung an, die wahrscheinlich nördlich weisen wollte: „auf Berlin zuri... Stimmt dees?" „5a, Kathi —- ich habe heute morgen die Nachricht erhalten, daß ich in den nächsten Tagen meinen Posten übernehmen soll." Kathi zerklopfte das Ei mit einem Messer. Dee Klinge zog sämige Fäden aus der schwappenden, gelben Gallerte. Kathi schaute dabei zu Trix hinüber, als betrachte sie sie über den Rand einer Hornbrille hinweg. „Gell, da freuen Se sich recht?" fragte sie mit einem unverkennbar giftigen Unterton. „Mein Gott", antwortete Trix mit einem Achselzucken, „ich hätte gegen etwas längere Ferien nichts einzuwenden gehabt. Aber die Freude kommt schon mit der Arbeit." Kathi stellte die Bratpfanne aufs Feuer und legte ein Stück Fett hinein. Es lief brutzelnd auf der blanken Metallfläche umher, bis es zerschmolz. „Uni> was tean S’, wenn ma fragen berf?" — wieder du verächtliche Bewegung in nördlicher Richtung — „droben in Berlin?" Trix suchte nach einfachen, verständlichen Worten ,Jch bin sozusagen Gehilfin in der Röntgenabteilung eines großen Krankenhauses." (Schluß folgt.) Aktuelle Geographie Roosevelt hat eine 81 iotäfei 5 der Torte mit abgezogenen, in Scheiben geschnittenen Mandeln (haselnuhkernen) oder gebräunten Haferflocken. Bitte .,?3adtin” — seit 5 0 Jahren bewährt! alle vier. Zwei hatten eine die beiden anderen waren je Beamten und von dem zahlreichen Personal der ^SA.-Botschaft in Tschungking begrüßt. — Aus Manila kommend ist Sir Otto Niemeyer, der Die des Der norwegische Minister für Kultur und Volks- aufklarung, Dr. Gulbrand Lunde, traf in Berlin folgenden Anflügen Größe von je 2500, 800 BRT. groß. en 3ntcn iirtschch« ein. Am Samstag reiste er nach Königsberg weiter, um dort an der Ostmesse teilzunehmen. Aus der Vielfalt des Kampfgeschehens im Osten I tritt der Heimat Wesen und Tat des deutschen Sol- | taten in immer neuer Form entgegen. Mag auch Teig: 1 Li. 2 Lhl. wasser, 75 g Zucker. 7 Päckchen vr. Vetter va?Mn;ucker. 100 g DerzeiMehl, 3 g (1 yestr. Teel.) vr. Detter .Batfin*, 25 g Butter (Margarine) «ach Belieben, Belag: 500—750 g rohes, gedünsteter oder eingemachtes Dbst (z. B. Apfel, klprttosen, Erdbeeren. Xlrschen, Pfirsiche. Stachelbeeren usw.). (5ufeiJL'/* Päckchen vr. Detter .Zruttina'-Puddingpuloer, Zittone-, Pfirsich- oder Himbeer-Leschmack. V« /Wasser oder Dbstsaft (evtl, verdünnt). 60g (2gehäufie Effl.) Zucker? oder 2.150 g (etwa 10 Ehl.) Wasser, 1 Kleinbeutd vr. Detter ,n W gestört $ ’n. Schanghai, 10. Oktober. (Europapreß.) USA.-Militärmission unter Führung Aeneralleutnants Mac Gruder traf im Flugzeug ms Hongkong kommend auf dem Flugplatz in tschungking ein. Die etwa ein Dutzend Offiziere der USA.-Wehrrnacht wurden von hohen chinesischen Q8t Ui ' “ ■ ■■ Web« JjS, "'S «itz flir. für «f k. ür„ * . '"M i» d-r $r„ war u hastlick,» ilanb bu ttrottej,, mpt nidü ? ^ürlfü Nhd* lten llänber u ,1 nd ßiij;’ j| charisch?!' chiät, iti ahr, bm etwas hisse ni; i niemii' I italieni'd* I , und iti' I ulgariite men, bis Schiffe üt it im ev I Sulgan: | ichtel, ib ist wärir, I : bas ei’! [ it, wie ei [ energisch« ilen wed feststellllj Hauptfchrifüeiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter be« Haupkschnftleiters: Ernst Blumschein. Berantwortlich für Politik und BUber: Tr. Fr. W. Lange: für bat Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschein. Truck und Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R. Lange K G. Veriagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel Pl.Nr.6, wischet hon in bis r mehr s fas W > beim ' s Auf Einladung von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley traf der italienische Nationalrat Pelizzi, Präsi- dent des Faschistischen Kulturinstituts, in München ein. Sein erster Besuch gilt der Ordensburg Sonthofen. Dann erfolgt die Weiterfahrt zur Ordens- bürg Krössinfee, Der deutsche Soldat Von Leutnant Herbert Staate. Von der Börse. 2Deifer abgeschwächie Aktienmärkte. Fran kfurt a. M., 10. Oktober. In der Berichtszeit setzten sich an den Aktienmärkten b*ie Abschwächungen in Auswirkung weiterer Abgaben, die auch aus dem Privatpubkikum erfolgten, fort. Erst gegen Ende der Berichtszeit machten sich vereinzelt leichte Erholungen als Folge kleiner Anlagekäufe bemerkbar, so daß einige Werte wieder aufholen konnten. Das Hauptinteresse lag weiterhin bei Renten. Die Rückgänge an den führenden Werten lagen um 10 v. H. und noch darüber. Siemens gaben zirka 15 v. H. her, Südd. Zucker, Daimler zirka 12 v. H. JG.-Farbenindustrie waren verhältnismäßig widerstandsfähig und verloren nur etwa 3,50 v. H. Daneben lagen Scheideanstalt und BDM. fest und nur wenig schwankend, Metallgesellschaft gaben allerdings hier etwa 5 v. H. her. Am Banken- markt gaben die führenden Großbanken durchweg 3 v. H. her. Am Rentenmarkt konnten Altbesitzaickeihs vorübergehend bis 162,75 anziehen, schlossen aber mit 162,25 noch immer über Dorwochenende. Steuergutscheine I schwankten zwischen 103,90 bis 104,25. Reichsanleihen lagen sehr fest, Reichsschätze gaben vereinzelt leicht nach, doch. überwogen auch hier leichte Befestigungen. Industrieobligationen lagen beachtet, aber nicht ganz einheitlich, Siemens Debentures verloren z. 23. 14 v. H., während 5proz. Industrieobligationen teilweise noch leicht gewannen. Im Freiverkehr entwickelt« sich weiterhin nur geringes Geschäft. Die Frage der Kreditgewährung an die freien Makler ist noch offen. Die Taxen lagen durchweg etwa 10 v. H. unter den letztgenannten Umfatzkursen, behauptet und zum Schluß 1 v. H- höher gesucht waren Geilinq auf die Dividenden^ erhöhung von 4 auf 5 o. H. Tagesgeld unverändert! 1,75 v. H. 104*1 idjen M ! Wll'-I i, E rucfto^l fei um Langes' e ab. loffel-y int» . inen-jd iernwU । Der fl" °>E t die rfin F‘\ >i-ü°E jen sä die Ich-: Einheit die t- unb oo :ie stüw in 3Öl)i5 sich m igsstellm! ia enM'l Da sehen wir wieder jenen Gefreiten einer Panzerjäger-Abteilung vor uns, der als Schütze 2 an einem Pakgeschütz mit seinen Kameraden an einem Augusttag seit dem frühen Morgen im Feuerbereich sowjetischer Maschinengewehre und Scharfschützen liegt. Der Geschützführer wird durch einen Treffer verwundet und muß zurück. Bald darauf fällt auch der Richtschütze aus. Am Geschütz steht nur noch der Gefreite, für den es jetzt nur eins gibt: Weiterfeuern! Er richtet selbst, lädt das Geschütz und feuert ab. Selbständig sucht er seine Ziele, erkennt rechtzeitig einen drohenden Vorstoß der Sowjets und deckt sie mit Sprenggranaten ein, die sie zwingen, sich zurückzuziehen. Er bleibt und feuert so lange, bis er selbst schwer verwundet ausfällt und von gerade rechtzeitig herangekommenen Kameraden zurückgefchafft wird. Das ist deutsches Soldatentum, das sich in gleicher hoher Klarheit in der Tat eines anderen Panzerjägers widerspiegelt, der als Fahrer des Spitzen- geschützes seiner Kompanie beim Einsatz in der Ukraine durch mehrere Granatsplitter am Oberschenkel verwundet wird. Trotz seiner Schmerzen und des Blutverlustes bleibt er bei seinem Fahrzeug, denn die Lage drängt, das Geschütz braucht Munition, um am Feind bleiben zu können. Sechsmal fährt er im stärksten Artilleriefeuer zu seinem Geschütz und bringt Granaten auch für die anderen Paks der Kompanie in die vorderste Linie. Bei jeder Rückfahrt aber nimmt er andere Verwundete mit zum Verbandplatz zurück. Erst als di« Sowjets geworfen sind, denkt er an sich selbst. Es ist das bedeutsamste Merkmal dieser Waffentaten, daß sie von Soldaten vollbracht wurden, die nicht auf Grund ihrer militärischen Stellung, ihrer zivilen Vorbildung oder ihrer sonstigen besonderen Leistungen aus dem Kreis ihrer Kameraden hervorragten. Sie waren bis zu ihrer großen Stunde aenau wie alle anderen nur die ihre Pflicht erfüllenden, persönlich tapferen, einfachen Marschierer, die sich rn den Wesenszügen ihrer soldatischen Erscheinung in nichts von den ihnen gleichgestellten Angehörigen ihrer Einheit unterschieden. Aus dieser Erkenntnis aber wächst in uns die hohe Achtung vor deutschem Soldatentum überhaupt. Hier spiegeln sich Eigenschaften wider, die überliefertes Erbgut unseres Volkes sind, denen wir vertrauen können und von denen wir wissen, dach sie latent in jedem unserer Soldaten schlummern, um zu erwachen in dem erregenden Augenblick des Kampfes, da das Schicksal fordernd nach innen ruft. Welch gewaltiger Schatz urwüchsiger kämpferischer Kraft steigt hier aus den Tiefen wahrhaften Kämpfertums vor uns auf! Dem bolschewistischen Massenwahn und den dumpfen Ausbrüchen der von ihm gezüchteten Massenseele des Sowjetbürgers tritt der seiner Kraft . bewußte, weil sich selbstvertrauende Soldat des deutschen Heeres entgegen. Er wird zum Damm gegen die brandende Flut jüdisch-bolschewistischen Vernichtungswillens. Gegen die blinde Wut der Masse steht im Osten die überlegte und überlegene Tat des einzelnen auf, Material steht gegen soldatischen Gei st. Hier klafft der Unterschied! Der deutsche Soldat weiß, daß im Kampf die T a t stärker wirkt als das Material, der Schwertschlag wuchtiger als das Wort. So wächst in ihm das Gefühl feiner unbedingten Ueberlegenheit. Jener Infanterist, der ohne Waffen den auf fünf Meter herangekommenen Sowjetpanzer anspringt, zunächst nicht weiß, wie er gegen den Koloß aus Eisen und Stahl etwas unternehmen soll, und der dann in einem Kasten des sowjetischen Kampfwagens eine Büchse mit Staufferfett findet, mit dem er die Sehschlitze verschmiert, so daß der Panzer ohne etwas sehen zu können, im Kreise fährt,: bis er nun erledigt werden kann — er wird zum Symbol dieses Ringens zwischen Geist und Material. Er ist der Typus des Einzelkämpfers, der selbst in Ein deutsches Fernkampfflugzeug stieß im See- aebiet bei den Färöern auf eine Gruppe von vier britischen Frachtern und versenkte in nacheinander- einer verzweifelt scheinenden Lage zunächst einmal handelt und auch mit unzulänglichen Mitteln durch seine Tat den Erfolg erzwingt. Es ist das wunderbare, in allen Kämpfen im Osten erlebte beglückende Wissen um diese soldatische Kraft des deutschen Mannes jeden Alters und jedes Berufes, das uns die Gewißheit des Sieges nicht nur über die Bolschewisten, sondern auch über unsere anderen Gegner gibt. Noch immer war es so, daß dem Mutigen die Welt gehört. Nun, dem deutschen Soldaten wird es an Mut nie fehlen. Klar unterscheiden wir hier zwischen Tollkühnheit, die im Rausch des Geschehens plötzlich und einmalig «inen Erfolg erringt, und dem klaren und bewußten Mutgefühl des deutschen Soldaten, der sich nicht vom Augenblick allein hinreißen läßt zu feiner Tat, sondern jederzeit das Für und Wider abwägend, nüchtern und sachlich den besten Weg zu handeln blitzschnell erkennt und ihn sicher beschreitet. Frage den Kompaniechef, den Zugführer draußen an der Ostfront, der seine Soldaten lange genug kennt, ob er diesem oder jenem die besondere Waffentat, die er vollbrachte, schon vorher ^utraute, und er wird dir antworten: „Gewiß, es ist ein tadelloser, zuverlässiger Soldat, aber wie er sich nun gerade in dieser Lage verhalten würde, wer konnte das voraussagen!" Das ist das entscheidende Kriterium der soldatischen Fähigkeiten jedes deutschen Mannes. Jener ist im Zivilberuf Angestellter einer Bank gewesen, dieser Dreher in einer Werkzeugmaschinenfabrik. Als sie zum ersten Male im Rock des Soldaten auf dem Kasernenhof standen, mit dem Gewehr, mit dem MG., den Geschützen umgehen lernten, wußte man von ihnen nicht mehr als eben dieses: Pflichtbewußt und zuverlässig. Ja, in den ersten Feldzügen dieses Krieges zeichneten sie sich auch nicht durch besondere Taten aus, denn ihre Stunde der Bewährung war noch nicht gekommen, während neben ihnen zahllose Kameraden sie im Vollgefühl ihrer soldatischen Kraft bereits erlebten. Bis jetzt nun im Osten das Geschehen des Augenblicks fordernd an sie herantrat, sie ganz und voll, ohne jeden Vorbehalt verlangte. Da folgten sie dem Ruf des Schicksals und dem Gebot ihrer soldatischen Haltung, das nur das Entweder-Oder der tapferen Tat kennt. Sie folgten ihm auch, wenn sie wußten, daß es Gefahr, vielleicht auch den Tod brachte. Wir sahen in den Kämpfen dieses Krieges neben uns manches Gesicht im Fallen verlöschen, erlebten aber dieses Sterben nicht als bitteres, unumgängliches Ende eines soldatischen Lebens, sondern als Krönung bewußten Kämpfenwollens, das nicht nach dem Opfer fragt, wenn es den Sieg gilt. Heber die Schlachtfelder im Osten wächst dem ganzen Volke sichtbar und von der Welt bewundert die Gestalt des Einzelkämpfers, des in zahllosen Gefechten erprobten deutschen Soldaten, dem die Tat das Höchste ist, dem er alles opfern wird, wenn es das Schicksal fordert. Ausbildung und eigene tapfere Gesinnung haben ihn zum Einzelkämpfer werden lassen. Er ist der Soldat, von dem der Führer sagte, daß ihm nichts unmöglich ist. Meine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Frauendelegattonen aus 13 europäischen Staaten, die auf Einladung der Reichsfrauenführerin zu einem internationalen Frauentreffen in Berlin sind. öom 4. Oktober, die Sowjets hätten bei ihm den Dunsch geäußert, die Dardanellen zu besetzen, läßt Diefe Hilfsstellung für die Sowjets gegen die Türkei wohl erklärlich erscheinen, denn Eden schiebt einfach die sowjetisch-englischen Absichten auf die Meerengen den Achsenmächten und ihren Freunden unter! Die Giftmischereien, die ständigen Anwürfe gegen Sie Türkei, die anglo-amerikanische Pressionspolttik iuf Ankara, hat das Gegenteil des Gewollten erdicht. Die Türkei bleibt neutral, sie läßt sich, wie Sie letzten Ereignisse beweisen, von den Plutokratien and den morsch gewordenen Sowjets nichts vor- 'chreiben. Das ist eine männliche und unerschrockene Haltung, die wir in diesen Zeiten auch anderen .neutralen" Ländern als vorbildlich empfehlen möchten. Oie llSA. und Tschungking. Die großen Kämpfe an dem mittleren Abschnitt der Ostfront spielen sich — soweit es Frontalkämpfe sind — an der Wasserscheide zwischen Dnjepr und Wolga ab. Dem Reisenden in der Eisenbahn kommt diese Wasserscheide überhaupt nicht, dem Automobilisten oder dem Fußgänger nur schwer zum Bewußtsein, wenn er scharf aufpaßt. Das ganze riesige Gebiet ist eine wellige Hochfläche ohne markante Erhebungen. Der einzige Unterschied ist, daß im Westen der Wald stärker als im Osten ist. Brjansk und Wjasma gehören noch zum Flußsystem des Dnjepr. Aber nur 30 bis 50 Kilometer von diesen Städten entfernt liegen die Misse, die zur Wolga gehen. Im mittleren Abschnitt ist der wichtigste dieser Flüsse die Oka. Sie ist bei ihrer Einmündung in die Wolga größer als die Wolga selbst! Die Oka ist bei Nischnij-Nowgorod 650 Meter, die Wolga aber nur 480 Meter breit. An ihrem Unterlauf ist die Oka eine wichtige Völkerscheide. Bis zur Oka wohnen die moskowitischen Slawen, also der Volksstamm, den man als „Großrussen" bezeichnet. Südlich der Oka leben dagegen finnische und tatarische Volksstämme, wie die Mordwinen, Tscheremissen, Tschuwaschen, Tataren (im engeren Sinn), Wotjaken, Baschkiren. Der bekannteste Nebenfluß der 1500 Kilometer langen Oka ist die Moskwa, von der Moskau feinen Namen hat. Wie wichtig die Oka ist, zeigt schon der Umstand, daß an ihrer Mündung in die Wolga die alte große Handelsstadt Nischnij-Nowgorod liegt, das mit dem Nowgorod am Ilmensee nicht verwechselt werden darf. Die Jahrmärkte und die einstmals weltberühmte Messe von Nischnij-Now- gorod, das 1221 von den Großfürsten von Wladimir — Wladimir war die ursprüngliche Hauptstadt dieses Mittelgebietes, der erst später Moskau folgte — gegründet wurde, haben die Stadt bald reich gemacht, die heute ein wichtiges Zentrum der Sowjetindustrie ist. Der Heeresbericht der Sowjets nennt als einen der Brennpunkte in den Kämpfen der letzten Tage Das neue irakische Kabinett. Ankara, 11. Oft. (Europapreß.) Das neue irakische Kabinett Nuri Said ist nunmehr zu- standegekommen. Weitere in Ankara vorliegende Meldungen enthüllen die Gründe, die den Ministerpräsidenten M a d f a i zum Rücktritt veranlaßt hatten. Danach waren an Madfai von britischer Seite Forderungen gestellt worden, die ihm unerfüllbar schienen. Die Briten hatten die sofortige Hinrichtung aller in Abwesenheit verurteilten Anhängeer Raschid el Kailanis gefordert, die durch die iranische Regierung den britischen Militärbehörden ausgeliefert worden waren. Ferner hatten die britischen Militärbehörden das Kommando über d i e irakische Armee gefordert. In politischer Hinsicht schließlich hatte England eine Verstärkung der probritischen Propaganda im Irak sowie den EintrittdesJrakinden Krieg auf britischer Seite gefordert für den Fall, daß sick im Nahen Osten außerhalb des ägyptischen Kriegsschauplatzes kriegerische Verwicklungen ergeben sollten. Madfai glaubte, die Annahme dieser britischen Forderungen nicht verantworten zu können und trat deshalb zurück. Mit dem „bewährten" Englandfreund Nuri Said hofft London nun endlich den Mann gefunden zu haben, der als gefügiges Werkzeug der britischen Politik bedingungslose Gefolgschaft erwarten läßt. Nuri Said hatte bei seiner Regierungsbildung große Schwierigkeiten zu überwinden, weil alle in Frage kommenden Parteien sich geweigert hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten. | !’ie Fülle dieser wechselnden Bilder zunächst über= oschen, so schälen sich doch bald aus der Vielzahl ter Schilderungen einzelner Kampferlebnisse, in lenen wir den Typus des deutsche n Sol- laten wie in einem Brennspiegel zu erkennen ;Iauben, allgemeingültige Wesenszüge heraus, die ! lie körperliche und geistige Gestalt des wehrhaften, ■ timpfbereiten und kampsfrohen deutschen Mannes bestimmen. Es hat vor dem Weltkriege eine Zeit gegeben, ta man glaubte, im Zeichen der Massenheere und tes ins Gigantische gesteigerten Materialeinsatzes !i« Leistung des einzelnen Soldaten :ls minderen Faktor in die militärischen Erfolgs- !«chnungen einsetzen zu können. Der Verlauf des Deltkrieges, mehr aber noch die Feldzüge dieses IZolkerringens mit ihrer Rückkehr zu den stets weck>- | leinten Lagen des Bewegungskrieges, haben das | Segenteil bewiesen. Aus ter uniformen Masse der jewaltigen Heerbanne tritt in fest umriffener Klärtest die Gestalt des E i n z e l k ä rn p f e r s, des Aeherrschers des Schlachtfelds, der in kühnem Ent- chluß und einzigartiger Tapferkeit über sich selbst iinauswächst und durch feine Tat als einzelner den Serfauf des Kampfes zwischen Kompanien und Regimentern entscheidet. Zu der Forderung nach materiell bester Rüstung lammt damit die Notwendigkeit der Erziehung des Soldaten zum selbständigen Denken und sandeln, das auch in unvorhergesehenen Lagen L ind ohne Anleitung durch den Gruppen- oder Zug- I 'Ihrer den W e a zu eigenen Entschlüssen [ mb deren Durchführung weist. Geistig und körper- | Ich immer sprung- und kampfbereit, stets gewillt l'inb fähig, auch den an Zahl überlegenen Gegner j mzugreifen, so erleben wir heute in den unzähligen I finzelkämpfen der gewaltigen Schlacht im Osten I len deutschen Soldaten als Einzelkämpfer, ter feilen neuen Gegner zwar nicht unterschätzt, sich ihm :ber doch jederzeit überlegen fühlt. Die Massenpsychose des Bolschewismus ist, ihrer materiellen Grundtendenz folgend, auch militärisch ! ächt über den Gedanken ter Masse und der 53er- ! pttung des Materials hinausgewachsen. Mit Mas- || inangriffen und Mammutpanzern operierend, hat [ le ihre entscheidenden Niederlagen empfangen von l lnem Soldaten, der dazu erzögen ist, selbständig k P hanteln und aus jeder Lage das zu machen, । fräs ihm für den Gesamterfolg am günstigsten I iünkt. Der Einzelkämpfer des deutschen Heeres jtenft nicht in Zahlen und materiellen Dorstellun- I jen, seine Kraft wächst vielmehr aus dem Vertäuen auf die eigenen soldatischen Fähigkeiten, die — dem deutschen Menschen angeboren — in der Inrten Schule des Heeres nur noch entwickelt und beitergepffegt werten mußten, um sie zu voller l Entfaltung gelangen zu lassen. Was wissen unsere || Gegner von dem Gesetz, unter dem der deutsche I Soldat angetreten ist, das ihn hineinstellt in die ii Hillionenreihen der Marschierenden und ihn nichts Ik anderes sein läßt als ein einziges winziges Räd- s ten in dem gewaltigen Räderwerk unseres Heeres, is bann unvermittelt — von ihm selbst oft am wenigsten erwartet — die Stunde seiner Bewährung an ihn herantritt, die von ihm, tnb nur von ihm allein die soldattsche Tat fordert, rit der er über seine Kameraden und über sich ilfflbft hinauswächst. Es ist das wunderbare und • «"hebende Erlebnis des Kampfes im Osten, ter in । «r Eigenheit seines Kampfverlaufs häufiger als s e bisherigen Feldzüge diese Bewährungsproben sich trägt, daß jeder unserer Soldaten im | lLmpfentscheidenden Augenblick Waffentaten voll- | fongt, von denen er später kaum weiß, woher ge- | iibe er im Geschehen des Kampfes die Kraft zu J rer Ausführung nahm. ______ zinanzsachverständige ter britischen Regierung, mit tem Flugzeug in Hongkong eingetroffen. In enoerUf derselben Maschine befand sich auch Merle C o - or QßfJ hrane, ein Vertreter des 08^.-Schatzamtes. Sie ge fO werten in Hongkong mit anderen führenden Fi- änbultr.hil iranzmännern aus England und den USA. sowie 3 non hfl.j ius Tschungking zusammentreffen. ' Ml Botschaft an den Kongreß gerietet, in der er die Abänderung des Neutralitätsgesetzes vorschlägt. Die Abänderungsvorschläge de- Wir erhielten die traurige Gewißheit, daß unser lieber, hoffnungsvoller , jWAU Sohn, mein einziger Bruder, unser lieber Enkel und Neffe Rudi Belloi Leutnant zur See Inhaber des E. K. I und II sein junges Leben für Führer und Vaterland hingegeben hat. In tiefer Trauer: Friedrich Bellof und Frau Marie, geb. Köhler Helmut Bellof, Leutnant in einem Art.-Regt. Gießen und im Felde, im Oktober 1941. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 02838 Nach Gottes Willen starb bei den Kämpfen im Osten am 29. August mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Willi Römer Feldwebel und Zugführer in einem Kradschützen-Bataillon Inhaber des E. K. II. Kl. im Alter von 27 Jahren den Heldentod. In tiefer Trauer: Gretel Römer, geb. Hoffmann Familie Karl Römer II. Familie Fritz Hoffmann und alle Angehörigen. Heuchelheim, Horchheim, Worms und im Felde, Oktober 1941. _______________________4234P Stellengesuche] [Wohnungstausch! | GLORIfi I. chreibmasch u. [Stellenangebote] M3 Sterbefälle A Willi [Felde Willi Rau D 15 Uhr. 20, Liz. Trommershausen. Nadelte Alter Friedhof. 10. 03388 G i essen. PPLPST An, an Sonntag, 12. Oktober 10.30 Uhr vormittags: Friedrich Bellof, z.Z. im Felde, und Frau Familie Otto Lippert Familie Karl Rau Alfred Rau, z.Z. Im Felde, und Familie Hermann Rau, z.Z. im Juwelen alter Schmuck THEATER der Universitätsstadt Gießen Tücht.,erfahrene Kontoristin m. guter Allgemeinbildung, in ungek. Stellung, Kenntn.inSteno Anna Bernhardt, geb. Rau Irmgard Bernhardt Eltern Philipp Bernhardt und Frau, geb. Eckhardt Heinr. Rau, Schwiegervater Familie Willi Reitz Familie Otto Bernhardt «SMorgenfeier zum gedädjtnis des 150. Todestag es von TOolfgang Amadeus SYlozart 5. 12. 1791 zu tauschen gesucht. - Schristl. " ig. unt. 03399 d. Gieß. An;. 80J., Gießen, Mühlstr. 3; Dina Kuhl, geb. Hengst, 52 Jahre, Gießen, Sonnen- str. 10. 26. 9.: Maurer Karl Schaum, 60 Jahre, Strofborf, Kr. Wetzlar, Launsbacher Str. 273. 27.9.: Anna Schmidt, 14 Jahre, Niederwetz, Kr. Wetzlar: Kaufmann Wilhelm Tribus, 60 Jahre, Gießen, Horst-Wessel-Wall 5. SusanneKrombach,geb.Sauer, 70 Jahre, Gießen, Bruchstr. 30. 29. 9.: Univers.- Prof. a. D. Doktor Friedrich Engel, 79 Jahre, Gießen, Ludrvigsvlatz 9. mit allen Büroarbeiten vertraut, in verantwortungsvolle Position, zum alsbaldig. Eintritt gesucht. Bewerbungen sind zu richten: Röchling’sche Eiaen-»Stahlwerke GmbH., Betriebsabteil. Wetzlar-Lahn. '4222 P Danksagung. Für die überaus große Anteilnahme, die uns bei dem schmerzlichen Verlust unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders Für die uns beim Tode unserer lieben Mutter in so reichem Maße bewiesene Teilnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank. Wilhelm Plank Dipl.-Ing. Franz Hermann Plank Dr. Else Marx Anna Lantelme. Gießen, Gogolin, Oktober 1941. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrühPschen Druckerei Spielplan vom 14. bis 19. Okt Dienstag, 14. Oktober, 19 Uhr 7. Dienstagmiete u. Halbmiete A Erstaufführung Ingeborg Mittwoch, 15. Oktober, 19 Uhr 7.Mittwochmiete u. Halbmiete A Erstaufführung Eva spring) durchs Fenster Freitag, 17. Oktober, 19 Uhr 7. Freitagmiete u. Halbmiete A Ingeborg Sonntag, 19. Oktober, 11.30 Uhr 2. Morgenveranstaltung Getanzte Dichtung 15.15 bis 17.15 Uhr Nachmitt.-Fremden Vorstellung Der Etappenhase 19 bis 22 Uhr Diebe in d. Derchengasse Kirchliche Anzeigen. (G. = Gottesdienst, KG. - Kindergottesdienst, HG. - Hauptgottesdienst, HG.-Mendm. - Hauvt- I gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gießen. Sonntag, 12. Oktober. Stadtkirche. 10, Schmidt (mit Abendrn. f. Matth.- u. Mark.- Gern.); 11 KG., Matth.-Gern.; 17, Liz. Dr. Jost. Johanneskirche. 10, Schultheis; 11 KG., Luk.- u. Johs.-Gern.; Wenig gebrauchte Personen- Wagen gesucht. 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Sonnt., 12. 10., 8.30 Andacht u. Abendrn.; 13.30 S.-Sch.; 15 j Allianzversammlung; 20 Predigt. (Freie evang. Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonnt., 12.10., 9.45 Erbauungsstunde; 11 Sonntagschule; 15 Allianzkonferenz in der Stadtmission, Löberstraße 14. Lunger Mann welcher evtl, bereits in einem Metallbetrieb tätig war, für feinmechanischen Betrieb ges. Meldungen über Arbeitsamt. Rausch und Holler Schottstraße 2. 4241 p KAISER’S g*Ät Sonntag, den 12. Oktober 19—21.30 Uhr [4106D Zauber der Melodie 1000Takte Musik,Tanz u. Gesang mit der bekannten Radiokapelle Joe Bund. Preise von 0.90 bis 3.60 RM. und alle Verwandten. Gießen-Wieseck, Klein-Linden, 11.Okt. 1941. Die Beerdigung findet am Sonntag, 12. Okt., nachmittags 2 Uhr, in Gießen-Wieseck vom Trauerhause, Moserst raße 5, aus statt. 4225 P mimmiiiiiiiiiiimiiiiHiiiiiiimmimmimmmu Seltene Natururkunden von den Heiligen und vom Wattenmeer die olle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden ous der Dogelwelt der deutschen Nvrdseeküste Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM. 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tier- Photograph bekannt ist, hot mehrere Woche« auf zwei einsamen deutschen Nordseeinselir an der Eidermündung zusammen mit de» eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen vor den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rot» schenkeln, Austernfischern ut a. mitgebracht. (Er erzählt im Textteil unterhaltsam unfr spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, inc gelt versteckt, aus nächster Nähe beobacht«« und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung ent» gegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblati HlllllllllllllllllllllllltllllllllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIl fSLa Wir erhielten die schmerzliche Nach- richt, daß unser innigstgeliebterund braver Sohn, unser guter Bruder, Enkel, Neffe und Cousin Gefreiter Walter Bepler Kradfahrer in einem Artillerie-Regiment Inhaber des E.K. II bei den Kämpfen im Osten am 21. August im blühenden Alter von 20 Jahren gefallen ist. Wer ihn gekannt, wird unseren Schmerz ermessen, was er uns war, wir werden’s nie vergessen. In tiefer Trauer: Familie Adolf Bepler und alle Verwandte. Hörnsheim, Großen-Linden, den7.Okt. 1941. Gut erhaltene oderneuwertige SamenW Gr. 37/38 u. 40, z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03378 a.d.G.A. 1—2 gut erhalt. 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Eidmann, 60 Jahre, Gießen, Kirchenplatz 2. 20. 9.: Katharina Staubach, geb. Decher, 85 Jahre, Gießen, Sicher Straße 74. 21. 9.: Elisabeth Klein, geb. Kraft, 36 Jahre, Gießen, An der Kläranlage 4; Katharina Reitz, geb. Friedrich, 71 Jahre, Gießen, Wetzlarer Weg 69; Landwirt Wilhelm -verzberger, 57 Jahre,Bersrod, Kr. Gießen, Obergafse 88. 22.9.: I Schmiedemeister Wilhelm Schäfer, 56 Jahre, Eberstadt, Kreis Gießen, Licher Str. 8. 23.9.: Schreiner- meister Wilhelm Hofmann V., 69 Jahre, Heuchelheim, Friedrichstr. 8; Landwirt Karl Görnert I., 63 Jahre, Queckborn, Kr. Gießen, Untergasse 21. |24. 9.: Maschinislrtm Ruhestand Louis Walther, 63 sucht z. 1. Jan. passende Stelle, möglichst als Sekretärin (Industrie oder dergleichen). Schriftl. An geb. unter 03394 an den Gieß. Anz. Gebild.Frl. sucht Beschäftigung [ Vermietungen"] Sonnig.,ruhiges Wohn- und Schlafzimmer mit Zentralheiz. an gebildet., im Beruf steh.Herrn z. vermiet. [03339 Löberstraße 22. »[.Zimmer mit Heizung in der unt. Franks. 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Versorgungsabschnittes müssen bei der Kartenausgabestelle vorgelegt und zurückgeliefert werden. II Sofort bei Entgegennahme sind alle Karten hinsichtlich der Zahl und der Richtigkeit der Altersstufen nachzuprüfen: spätere Beanstandungen sind zwecklos. III. Bei nicht terminmäßiger Abholung der Karten wird eine Ordnungsgebühr von 1,— RM. erhoben. IV. Die Verbraucher müssen die Bestellscheine der Eier-, Zett- und Marmeladekarten bis spätestens Samstag, 18. Oktober 1941, bei den Warenverteilern abgegeben haben. Bei verspäteter Einreichung tritt eine K ü r z u n g der auf den Bestellschein zu liefernden Warenmenge ein. V. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß Lebensmittelkarten ohne Ramenseintragung ungültig sind. Die Abgabe und der Bezug von Waren auf Lebensmittelkarten, die nicht mit Name und Wohnung des Inhabers versehen sind, sind unzulässig. VI. Die Warenverteiler werden darauf hingewie- sen, daß bei den Reichseierkarten jeweils nur ein Bestellschein, nämlich der für den nächsten Versorgungsabschnitt gültige, abgetrennk werden darf. 4213D VII. Während der Ausgabetage werden Bezugscheinanträge nicht entgegengenommen. Gießen, den 10. Oktober 1941. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B und Wirtschaftsamt. Sehr gut erhaltener Wemeuner z.verkauf.[4203D Annerod, Tiefenweg 31. Zu verkaufen: ein Dauerbrenner mehrere Cefcn, 2 kleine Herde, nachmittags von 1-4 Uhr. [03384 Frankf. Str. 611 | Kaufgesuche Kleiner Hund z. kaufen gesucht. Am liebsten Rehvinscher. Schr. Ang. urtt. 03401a. d.G.A. Mittleres Gin- samilieuWs in Gießen oder Vorort z. kaufen ges. Keine Verm. Schr. Ang. unt. 03386 a.d.G.A. Garten mögt. a. d. Lahn o.a.Rodtberg gelegen, zu kaufen ges. Schr. Ang. m. Angabe der Größen.Preisu. 4115Da.d.G.A. Hitlerwall 16. Zeltplane zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unter 03412 an den Gieß. Anz. RM. 5000 auszuleihen. 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Ich stürzte in die Arme des Kindermädchens, um ihm davon zu erzählen, und nahm, schon aus dieser Geborgenheit wahr, wie er jetzt rauschend die Flügel schlug, den Hals reckte und furchtbar zu krähen anhub. Ein Lriumphgesang! Seitdem schritt er gravitätisch durch meine Träume. Und als ich, Jahre darauf, erfuhr, daß die alten Aegypter Tiere angebetet hätten, kam mir das nicht ganz unerwartet. Das Kind reicht bis an die Knie, bis ans Herz, und muß schon deshalb hinaufschauen; hinaufschauen aber heißt bewundern. Gerade weil es so klein ist, hat es einen so großen Begriff von der Welt und bevölkert seine Umwelt mit dementsprechenden Giganten. Ein anderer Held jener Zeit war ein Wald, der hieß „der Tarn- messela , Er fing gleich hinter der Bahnstation an und erstreckte sich von dort aus über die ganze Erde; er wckr eigentlich das einzige, was es hinter den Eisenbahnlinien noch gab. Der TLmmessela barg alle Wildheit der Welt; von ihm berichteten meine Märchenbücher, und ganz hinten hatte er einen Waldsee, von dem man nur flüsternd sprach; durch den schwammen die Elche mit krummer Nase auf dem Wasserspiegel, während die Wildkatzen lautlos durch die Bäume sprängen und der Waldteufel plötzlich sein durchdringendes Kreischen erhob. Der Tämmessela war ein knorriger Held, dessen grüngoldene Augen funkelten; er hockte hinter der Bahnstation, er konnte sich jeden Augenblick Hochrecken und die Lokomotiven auspusten. „Morgen gehen wir in den TLmmessela, wir stehen um vier Uhr auf!" machten wir oft ab, aber ich verschlief es immer. Mir genügte schon Las Wort „der TLm- rnessela". Eine andere geliebte Persönlichkeit war eine Puppe namens Alicechen. Das „chen" tat dem Liebling keinen Abbruch. Alicechen hatte goldblondes Haar, dunkelbraune Augen und einen strahlenden Gesichtsausdruck, der zu sagen schien: „Die unbegreiflich hohen Werke sind herrlich wie am ersten Tag." Dieses Wesen gehörte meiner Schwester („gehörte" ist ein ungehöriger Ausdruck; eine Puppe ist doch keine Sklavin), und meine Schwester war es, die mir von dem seelischen Adel und den hervorragenden Eigenschaften Alicechens Kunde gab. Es war ein großes Glück, daß wir gerade diese Puppe bekommen hatten, ein Stolz für die ganze Familie. Die Papierpuppen, die kriegten bei jedem neuen Drama andere Namen; Alicechen aber war sie selbst und thronte wie Buddha doch nicht mit zusammengelegten Händen und einer Lotosblume, sondern mit offenen, etwas abstehenden Aermchen, die strahlend eine Welt umarmen wollten ... Einen anderen Helden meiner Kindheit habe ich nie gesehen. Es war Graf Richard von der Normandie. Denn wenn mein Vater vor dem großen Spiegel seine Krawatte knüpfte, so sang er: „Graf Richard von der Normandie erschrak in seinem Leben nie." Das imponierte mir, wo ich doch noch Angst vor dunklen Zimmern hatte, in denen sich ein gewisser Bubbelmann aufhielt. Diesen Helden konnte ich mir nie ohne das Knüpfen einer Krawatte vorstellen. So ritt er durch den furchtbaren Wald, und wenn es herantappte, wenn die Aeste prasselnd zerbrachen und nun der Drache ihn plötzlich mit flammenwerfendem Maul anzischte, so knüpfte Graf Richard von der Normandie kaltblütig seine Krawatte weiter, bis das grüne Untier den Schwanz einzog und sich krachend in die Bäume schlug. Damals waren Väter überhaupt Helden. Doch gab es auch Papas, die ihr Heroentum unnützlich oft hervorkehrten, während der richtige Held wohl gerade in diesem Punkt schamhaft ist. Jedenfalls erinnere ich mich eines Spazierganges mit solch einem Helden von Vater, seinem Sohn und seiner Gattin — sie tauchten für einen Tag in meinem Leben auf und verschwanden. An diesem Vater wallte alles: der Schlapphut, die Brille, der Vollbart und der Lodenmantel. Die Mutter trug eine Pelerine, bei der hinten auf dem Rücken die Faust zu ahnen war, womit die Rockschleppe gerafft wurde. Wir Knaben liefen im Wald umher und machten Unsinn, aber jedenfalls lange nicht soviel, als daß es meinen Eltern (wären sie milgewesen) auch nur ein Wort der Ermahnung abgerungen hätte. Wer beschreibt mein Entsetzen, als der Vater beim Schluß des Spazierganges sich unvermutet zu seinem Sohne drehte und feierlich sprach: „Mein Sohn! Das ist das letzte Mal, daß ich mit dir, dem Ungeratenen, einen Spaziergang gemacht habe!" Wotan war ein Schliefer! dagegen ... Stumm trollte ich mich. Nachher traf ich „meinen Sohn" allein, und es stellte sich heraus, daß er, wohl gerade wegen dieser Szenen, eine ziemliche Bestie war. Dann gab es zwei Vorbilder, wie Kastor und Pollux, nämlich die beiden Ringkampf-Champions Lurich und Aaberg, und die beiden Segeljachten „Nan" und „Sally". Lurich und Aaberg waren so stark, daß für sie beide diese Welt zu klein war. Ihre Rückenmuskeln sprengten das Firmament. Ein Mensch, der mit Lurich auch nur ein' paar Worte gewechselt hatte, bekam Relief für sein ganzes Leben. Aaberg dagegen sprach überhaupt kein Wort; mit ihm geredet haben zu wollen, war im vorhinein unmöglich und lächerlich ... Aaberg und Lurich trafen einander nie'm der Arena, und gerade deshalb spekulierte man stundenlang, wer von ihnen den anderen unterkriegen würde. Aber es ging ein flüsterndes Gerücht, daß die beiden einmal in einer Scheune bei Dorpat einander heimlich getroffen hatten ... Fünf Stunden haben sie in dieser Scheune gerungen ... „Nun, und wie ging es aus?" — Achselzucken: „Man weiß es nicht." Es war ein Mysterium. „Nan" und „Sally" dagegen kämpften offen miteinander, bei jeder Regatta. Ich selbst war anfangs mehr für „Nan", weil er (wir stellten uns „Nan" männlich vor) scharf wie ein Messer war und in den Wind ging; „Sally" dagegen war kavriziös: sie brauchte entweder völlige Flaute oder Sturm. Aber dann kam der Tag, an dem ich mit flatternden Wimpeln zu „Sally" übergina. ein unvergeßlicher Tag? Der Sturm fauste, die Möwen kreischten, die Heulbojen heulten, und ein Masserberg nach dem Sie Freiheit der Meere. Von Konteradmiral a. D. Brüninghaus. Als der Holländer Hugo Grotius im Jahre 1609 seine berühmt gewordene Schrift über die „Frecheit der Meere", die auch heute noch zu einem guten Tell die Grundbegriffe dieses viel umstritte- nen Problems enthält, veröffentlichte, ließ König Jakob von England sofort eine Gegenschrift Verfassen, in der die Behauptung ausgestellt wurde, das Meer wäre nicht für alle Nationen da, insbesondere müßten die Grenzen der britischen Herrschaft bis in die äußerste Ferne der Ozeane hinaus- oelegt werden. Damals wurde der überhebliche Anspruch Englands auf die Herrschaft der Meere erhoben, ein Grundsatz, den unser Gegner auch heute noch aufrecht zu erhalten sucht. Die Form, in der die Engländer die von chnen beanspruchte Herrschaft zur See ausübten, bestand im Beutemachen, in unbeschränkter Wegnahme aller ür den Feind bestimmter Waren, auch wenn damit die Hoheit der neutralen Staaten verletzt wurde, unter dessen Schutz die Waren befördert wurden. Als Grotius feine Schrift veröffentlichte, stand Holland unter den Seemächten an erster Stelle. Es wird daher für dieses Land stets ein Ruhm bleiben, daß es zur Zeit der holländischen Vorherrschaft jur See die ersten Begriffe von Recht, das gleich- bedeutend mit der „Freiheit der Meere" ist, vorge- 'chlagen hat. England ist den umgekehrten Weg gegangen. Sobald ihm die Vorherrschaft Mr See zu- gefallen war, handelte es lediglich nach dem Grund-, atz: „Macht geht vor Recht". Es gab .schließlich keine Großmacht, die nicht im Laufe der Jahrhunderte in der einen oder anderen Form gegen die Anmaßung und die Seeräuberei, durch die letzten Indes das englische Imperium entstanden ist. Ein- prizch erhoben hätte. Mit am schärfsten urteilte der Präsident der USA. Jesferson im Jahre 1815 mit den Worten: Mr stimmen darüber ein, daß wir die Regierung )on England als ganz unmoralisch, unverschämt iber alle Maßen und aufgedunsen von Eitelkeit und Ihrsucht betrachten. Sie hegt einen tiefwurzelnden Haß auch gegen uns Amerikaner. Sie ist ganz und rar der Bestechlichkeit ergeben, feindlich gegen alle Freiheit, wenn sie ihre Macht zeigt und der ewige Friedensstörer der ganzen Welt." Gegenüber der englischen Willkür verbanden sich legen Ende des 19. Jahrhunderts zwei der größten Dlänner aller Zeiten, Friedrich der Große mD der erste Präsident der USA. George W a- hington, indem sie 1785 einen Handelsvertrag Mischen Preußen und Amerika abschlossen, der folgende Punkte enthielt: 1. Seeräuberei wi.d nicht mehr von Staats wegen zugelassen und nicht mehr unterstützt. 2. Privateigentum auf See bleibt un• angetastet. 3. Neutrale Schiffe werden samt ihren Ladungen nicht b e l ä st i g t. Führen sie Waffen, Munition oder sonstiges fertiges Kriegs- gerät an Bord, so dürfen sie gegen Zahlung einer Entschädigung dem Empfänger so lange vorenthalten werden, wie es dem Kriegführenden militärisch notwendig erscheint. Hier wird zum ersten Male in ganz bestimmter form zum Ausdruck gebracht, daß das von den Engländern beanspruchte und rücksichtslos durchge- Ihrte Seebeuterecht, d. h. Seeräuberei, dem gefun» len Rechtsempfinden durchaus widerspricht. Es wa- i>n eigenartigerweise in erster Linie die Ver- lin i g t e n Staaten von Amerika, die immer lieber gegen die englische Vergewaltigung der Frei- eit der Meere protestierten. So verfocht Benjamin ran flin leidenschaftlich die Unantastbarkeit des Privateigentums, wobei er die britische Handlungs- d eife als ein „Ueb erb leib fei der alten Seeräuberei" Iszeichnete. Im Jahre 1823, während des Krieges xvischen Frankreich und Spanien, schlug der ame- : konische Präsident Monroe — der Urheber der j:rade jetzt oft genannten Monroe-Doktrin — den europäischen Mächten ein internationales Abkommen auf Unantastbarkeit des Privateigentums vor, lwie auf Feststellung der neutralen Rechte, wie kenn sie durch einen bewaffneten Neutralitätsbund ^schützt wären. Auch die n o r d i s ch e n V ö l k e r unter Führung Rußlands erhoben sich gegen die englische Willkür- ^rrschaft zur See, indem sie 1780 die „Bewaffnete Neutralität" ins Leben riefen. Mit roher Gewalt kehrte sich England gegen jede Beeinträchtigung : fiiner angemaßten Seeherrschaft. Die bewaffnete Neutralität beantwortete London mit dem räuberi« hien Ueberfall auf die dänische Flotte bei Kopenhagen, mit der Beschlagnahme sämtlicher erreichbar rn Schiffe der nordischen Staaten, 200 schwedische uib 150 dänische, sowie mit der nachgewiesenen Be- : hrligung an der Ermordung des Zaren von Ruß- Itnb. . Auf dem Wiener Kongreß 1814 fetzte es England brrd), daß über alle Seerechtsfragen überhaupt nccht verhandelt wurde. Erst 1856, nachdem Gngfanb zusammen mit Frankreich den Krim- ÄTie g geführt hatte, kam es Mr ersten großen ^eerechtskonferenz in Paris. Die dort Hftanbene Seerechtsdeklaration spricht aus, und $»ar mit Zustimmung Großbritanniens, daß neutrale schifte von den Kriegführenden geachtet werden, k-Enfo neutrale Ladungen, soweit sie nicht Konterbande waren. Ferner wurde die „Kaperei", dH. die Ihroflid) begünstigte Seeräuberei, abgeschabt. Im Malischen Parlament erhob sich ein Sturm der Ent- ktstung. Lord Beaconsfield (Disraeli) sprach, bezeich- nTiberroeife von der Preisgabe der „Hauptgrunb- U HO 1 das altbewährte KMlCtePOl Hustenbonbon EMW nurjmOrangebeutel fätze englischer Seemacht", Lord Dentinck von einer „Tat nationalen Selbstmordes". Auch das im Jahre 1909 auf der Londoner Konferenz abgeschlossene Abkommen über Prisenrecht, Blockade und Konterbande wurde von England zwar auf der Konferenz angenommen, aber später nicht ratifiziert. Die Firnes" schrieben dazu im zweiten Jahre des Weltkrieges: „Solange wir eine Nation bleiben, wollen wir unsere Freiheit auf dem Meere nicht durch völkerrechtliche Abkommen oder friedensschwärmerische Ordnungen verschachern, soweit fein freier Mann sich in die Sklaverei verkauft." Unter „Freiheit der Meere" verstehen die Engländer eben die Freiheit Englands, auf dem Meere zu tun, was ihnen beliebt. Sie gehen dabei von ihrer Grundeinstellung aus, daß Großbritannien von Gott dazu berufen fei, in der Welt zu herrschen. Cecil Rhodes gab dieser Auffassung mit den Worten Ausdruck: „Je größere Gebiete mir beherrschen, desto besser für die Menschheit." Napoleon I. sah Die Sache kühler an, indem er sagte: „Das Heil Europas spielt für die Londoner Krämer keine Rolle. Sie würden die Staaten Europas, ja die ganzeWelt für eine einzige Spekulation opfern." Im Weltkriege fetzte sich, wie wir als bekannt annehmen dürfen, Großbritannien über alle bestehenden Rechtsgrundfätze hinweg und führte den Krieg unter der Parole: „Macht geht vor Recht." An die Stelle des Rechts trat die Willkür. Mit der völkerrechtswidrigen Verhängung der Hungerblockade fingen die Engländer den Krieg an. Die Frecheit der Meere legten sie in der von uns oben skizzierten Weise aus. Die berühmten 14 Punkte des amerikanischen Präsidenten Wilson enthielten als Punkt II folgende Definition der Freiheit der Meere: „Uneingeschränkte Freiheit der Schiffahrt auf den Meeren, außerhalb der Territorialgewässer, im Frieden sowohl wie im Kriege, ausgenommen, wenn die Meere gänzlich oder tellweise zur Durchsetzung der internationalen Verträge kraft internationaler Beschlüsse gesperrt werden müssen." Großbritannien brachte diese Bestimmung, die wohl geeianet war, die Freiheit der Meere zu gewährleisten, durch das Diktat von Versailles zu Fall. Wir erleben nun im jetzigen Kriege das eigenartige Schauspiel, daß geraoe d i e Ü S A., deren Präsidenten früher stets als Vorkämpfer für die Freiheit der Meere eingetreten waren, sich, in völliger Abkehr von der Monroe-Doktrin, vollkommen in das Schlepptau Großbritanniens begeben haben. Präsident Roosevelt, der bereits seit 1936 zum Kriege gegen Deutschland gehetzt hat, betrachtet die internationalen Abmachungen des Haager Abkommens vom Jahre 1907 als gegenstandslos, obgleich gerade die USA. im Jahre 1910, also nach reiflicher Ueberlegung, diesem Abkommen beigetreten sind. Nachstehend die hauptsächlichsten Bestimmungen, gegen die von Amerika dauernd verstoßen wird: Im Artikel 5 wurde den Kriegführenden untersagt, neutrale Häfen ober Gewässer zu Stützpunkten für Seekriegsunternehmungen auszugestalten. Artikel 6 verbot den Neutralen die Abaabe von Kriegsschiffen, Munition ober sonstigen Kriegsmaterials. Nach Artikel 17 dürfen Kriegsschiffe Der kämpfenden Parteien innerhalb neutraler Häfen sind Reeden ihre Schäden nur in dem für Die Seefähigkeit der Schiffe unerläßlichen Maße ausbessern, nicht aber in irgendeiner Form ihre militärische Kraft heben. Artikel 18 baut den Artikel 17 noch in der Weise aus, daß Kriegsschiffe der kämpfenden Parteien weder ihre Bewaffnung noch chre Vorräte mllitä- rischer Art in neutralen Häfen erneuern, ober vermehren Dürfen. Wir wissen heute, daß es dem jetzigen Präsidenten Der USA. gelungen ist, durch Das sogenannte Leih - und Pachtgesetz zugunsten unseres Gegners feierlich anerkannte Bestimmungen des internationalen Rechts einfach außer Kraft zu fetzen, wir wissen darüber hinaus, daß sogar vor Erlaß dieses Gesetzes z. B. der Schlachtkreuzer ,^)ood" auf einer nordamerikanifchen Werft feine Gefechtsfähigkeit wieder hergestellt hat. Es ist einem Nachfolger von Washington, Lincoln, Jefferson und Monroe vorbehalten geblieben, in völliger Abkehr Der sonst von Den USA. geübten Politik feierlich beschworene internationale Abmachungen zu brechen. Der Kampf gegen Die Freiheit Der Meere, Der jetzt unter Der Aegrde des Präsidenten Roosevelt und seines Anhanges in brutaler Weise geführt wird, schließt nach Den Worten unseres Führers eine Auswirkung in sich, die im Interesse der Menschheit aufs schärfste abgelehnt werden muß. Der Deutschland aufgezwungene Kampf um fein Dasein ist zugleich ein Kampf um die Freiheit der Meere. andern ging kochend über die Mole. Da nun sah ich „Sally" daherkommen, und der Augenblick entschied. Wie von allen Genien Des Sturmes begeistert, flog ihr brauner Flachbug über die Wellen — bald nackt bis zum Kiel, bald in Schaum vergraben, doch immer schnellend wie ein Delphin, ein schönes Tier des Meeres, unter der grauen Riesenwölbung ihrer gerefften Segel ... Sally! Sv wie man sich in ein Mädchen verliebt, wenn es leichtfüßig läuft, wenn die Haare um die Wangen und Augen flattern. Weitere Vorbilder waren dann Bismarck natürlich, Old Shatterhand, das Vollblut „Irish lad", der schneeweiße Dampfer „Wellamo" („Wellamo ist im Hafen!" flüsterte man einander in der Schulstunde zu), der vierschlotige Riesenkreuzer „Grornrnoboi" (das heißt „Doynerschlag"), der siamesische Prinz Tschakrabon, der Livländer Patkul (der, ans Rad geflochten, nur noch „Kops ab!" flehen konnte ...), der Lotse von Arensburg, der Chirurg Zoege von Manteuffel (der bei feinen Herzoperationen diesem Organ, das bereits stillftand, einen Ruck gab: „Wirft du wohl ...!" — und es pulsierte weiter), Peter der Große, der rote Turm von Treiben, Der Zweispänner-Fuhrmann K4ddra. Wenn ich sie an mir vorüberziehen lasse, jetzt, da die Haushähne unleugbar kleiner geworden sind, so frage ich mich, wer von ihnen mir noch ein Held geblieben ist. Sie werden lachen: fast alle! „Sich keine Illusionen mehr machen — da beginnen sie erst!" hat jemand wunderbar gesagt. Old Shatterhand freilich ward unlesbar, und an ihm interessiert mich nur noch, daß er zugleich mit dem Ueberrnenschey, und ebenfalls von einem Sachsen, konzipiert worden ist. Ja, aber schließlich auch jener Haushahn — habe ich das, was die Natur mit ihm ausdrücken wollte, nicht damals doch besser empfunden! Wer mehr übersieht, der übersieht auch mehr, das ist es. Der Erwachsenen ist dem Himmel nicht näher, wohl aber weiter vom Gras. In Napoleons Garde wurden die Trommeln von Knaben geschlagen. Büchertisch. — Alexand er Friedrich: Die unsicht« bare Armee. Das Buch Der Energie. Verlag Wilh. Limpert, Berlin SW. 68. Preis geb. 7,50 RM. Neben jedem in Deutschland Beschäftigten steht die „unsichtbare Armee" von Arbeitskräften, die unsere (Energieanlagen liefern. Die Mobilisierung dieser gewaltigen Armee, Deren Leistungen gleichbedeutend mit der Arbeitskraft von über tausend Millionen Menschen sind, erfolgte ganz im stillen. Der gewaltige Aufstieg der Energiewirtschaft vollzog sich im letzten Jahrhundert fast mit Der gleichen Dramatik und Schnelligkeit wie Der Aufstieg Der chemischen Industrie. Ein Tatsachenbericht von diesem Ausstieg ist dieses Buch, das nicht nur Die „Machtpolitik um Energie" schildert, sondern auch das Wettrüsten der Völker bei der Mobilisierung Der Energiekräfte zeigt. — Herbert Grünhagen: Die zwölf Herren. Mit Zeichnungen von Grethe Jürgens. 227 Seiten. Geb. RM. 6,—. Karl Rauch Verlag, Dessau und Leipzig. — (73.) — In diesem Buche von Den zwölf Herren wird der ewige Kreislauf des Jahres beschrieben. Man findet darin die alten Monatsnamen und Wetterregeln, die Kalenderweisheit Der Bauern, Jäger und Fischer; Sternbilder, Tierkreiszeichen und Dogeistrophen sind Darin enthalten, der Glaube des Volkes und Die Stimme der Dichter; es handelt von Blumen, Früchten und Tieren, von Aussaat und Ernte, von Sturmflut und Ueberschwemmung, von Honigjahren, großer Hitze und grimmigem Frost, vom Breslauer Ameisen- schwärm und der Hamburger Aalsuppe. Mit kühler Wissenschaft und sachlicher Chronik verbinden sich die unvergänglichen Worte Der Dichter, Shakespeare und Li Tai Pe, Schiller und Hölderlin, Keller und Storm, den Kreislauf des Jahres vom Aufgang zum Niedergang zu begleiten und zu Deuten. Wer alles gelesen hat, wird sich Der vielfach vergessenen, lebendigen Natur wieder ein wenig näher fühlen und einstimmen in die Worte, Die das liebenswür- Dige, hübsch farbig bebilderte Buch beschließen: siehe: Alles ist gut. Hans Thyriof. — Das Buch vom Bernstein. Von Dr. Alfred Rohde. 56 Seiten, mit vielen Abbildungen auf KunstDrucktafeln, hübsch gebunden, 1,40 RM. Im Ost-Europa-Verlag, Königsberg (Pr.) und Berlin W. 62. — Ein hübsches Geschenkbändchen, das mit feinen Abbildungen den ganzen Reiz von Natur und künstlerischer Form des Bernsteins enthüllt, des ureigenen deutschen Schmuckes. Sprechstunden Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittags geschlossen. Es genügt nicht allein, gute Heilmittel zu erzeugen, sie müssen auch schnellstens zur Stelle sein, wenn man ihrer bedarf. Für diese stete Bereitschaft sorgt die «-Organisation mit eige- nem Flugzeug, wenn andere BAYER) Transportmittel nicht genügen. < e y \pv Fruchtaufiaus: lf2 bti 1 kg Obst, 1 ganzes $i, abgeriebme Schale einer Zitrone, 200 g Zucker, 1 Päckchen Mondamin- Vanillinzucker, 1 Päckchen Mondamin-Backpulver, 250 g Mehl oder 200 g Mehl und 50 g Mondamin, 1/8 Liter Milch. - , DaS ganze Ei mit 100 g Zucker, 1 Päckchen Mondamin-Vanillinzucker und abgeriebener Zitronenschale schaumig rühren. Mehl / mit Mondamin und Mondamin-Backpulver sieben und dazurühren. DaS Obst oorbereüen, evtl, zerkleinern und mit dem restlichen Zucker vermischen. Eine Auflaufform fetten, die Halste deS TeigeS dahineingeben, das Obst darauflegen und den Rest des Tei- Xs ges darüber verteilen. Den Auflauf in Mittelhche 1 Stunde backen und mit Zucker bestreut anrichten. Dazu Fruchtsaft reichen. ’ MO N DAM IN —’ r-e/in, — z-a/r'b 1 .Hautconsei Verdunkelungszelt 1 1. Oktober von 18,86 ble 7.38 Uhr. 12. Oktober von 18.88 bis 7.39 Uhr. mich nicht, er lehnt hundertmal am Tug die aller- hriiifllldjflen Sachen ob, er roürbv sich zuletzt das Leben nehmen, schluchzend, wenn fr jedesmal ein „unendliches Bedauern" empfinden wallte Aber er war höflich, er war nicht flrob, er wickelte seine „Ware" nett ein, er jchmiß sie mir nicht übern Tisch zu. früher einnwl, al» ich nach jnnfl und idealgesinnt war, hatte ich solches Benehmen für unehrlich gehalten, fiir heuchlerisch. Ein ehrlicher Mensch sagt seine Meinung ehrlich. Ich hohe dann einiige Jahre nach diesem Rezept gelebt. Es war ein unmögliches Rezept. Man müßte demnach umhergehen und überall ehrlich sein, das heißt grab. Man müßte dann sagen: „Was geht mich Ihr Dreckzeug an?" „Lassen Sie mich in Ruhe damit, ich kann Ihnen auch nicht helfen!" Und in der Anrede käme man bald zu Krastaiiadrücken. Erst an derHöflichkeit sieht man, wieviel sie wert ist. Sie ist eine gute Schmiere zwischen zwei harten reibenden Teilen. Durch Höflichkeit glitscht es besser. Da» ist alles, was sie zu leisten hat . und was sie bedeuten soll. Wenn einer mir schreibt „mit den herzlichsten Grüßen", so grüßt er mich nach lange nicht herzlich, aber er schmeichelt mir ein bißchen, und das gefällt mir. Und da wir alle nernöo sind und unsere Kräfte sparen wollen, so sind mir über- eingekarnnu'n, höflich zu sein, also Schmieröl zu ver- inenden, freundlich zu lächeln und nicht die ohnehin schon bestehenden Schwierigkeiten noch zu ner- gröbern durch düster machende, lähmende, lustlos machende Grobheiten. Die Grobheit sagt: „Sa und so steht e« mit dir, also traurig genug!" Während die Höflichkeit sagt: „Diesmal ging es leider nicht, aber ..." Und hinter dem „aber" steht dann freundlich lächelnd ungebrachen frisch die hilfreichste Ge- iährt'in, die wir haben können, die Hoffnung, der Versuch beim nächsten Mal, das Wettermachen, also da» Leben, da» einzige, fiir das mir Verwendung haben. Felix Riemknsten. Sornofhen. lagevkalender für Samstag. Stadttheater: 19 Uhr „Zigeunerliebe". Gloria- Palast, < eüirirotg .. reitel f(h Deutschland".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Karussell". — Oa- waldvgarten: Herbstmarkt (Schaumesse). lageofalenbcr für Sonntag. Stadttheater 19 Uhr „Zauber der Melodie". — Gloria-Palast, Seltersweg 10.80 Uhr „Eine kleine Nachtmusik". „... reitet für Deutschland". — Llchtsplelyauo, Bahnhofstraße: „Karussell" Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung im Foyer des Stadttheaters non 11 bis 13 Uhr. — Deutscher Alpenverein, Zweig Gießen-Oberhessen: Iß Uhr Bort rag „Die Fränkische Schweiz" im „Hindenburg". — Oswaidsgarten: Herbstmesse (Schaumesse). — 14 Uhr Rad-Rundstreckenfahrt In Gießen. Deutsche« Rrmieiitoerf tSiesten. Der Gerne!nlchaftsabend der vier Gießener Ortsgruppen der NS-Frouenschaft Deutsches Frauen- werk findet statt am Donnerstag, 16. Oktober, 20 Uhr, hi der Aula der Universität. Herr Han» Buä>- mann hält einen Ülchtdildervortrag: „Deutsch-Süd- west-Asrika, Land und Leute" Herr Buchmann war non 1904 bie gegen Ende 1919 In Deutsch-Südwest- tffrlta Unsere Dersorgunaslage. Die Versorgung der Mühlen mit Getreide war ausreichend, was sowohl für Roggen wie für Weizen gilt. Auch für Roggen- und Weizenmehl hielt sich die Lage unverändert. Die Versorgung mit Hafer- Nährmitteln konnte ausgeglichen werden Befriedigend war auch die Versorgung mit Gemüse. Kohl- gemiise ist genügend vorhanden, Blumenkohl und Tomaten erreichen nicht ganz die gleiche Menge. Endiviensalat, Spinat und gelbe Rüben stehen au >- reichend zur Verfügung. In der Versorgung mit Obst ist eine Aeuderung nicht eingetreten. In der Kartosselbewlrlsihastung richtet sich da» Interesse der Verbvaucher aus dte Möglichkelt der Einkellerung, wobei es selbstverständlich ist, dass nicht mit einem Schlage in vollem Umfang allen Wünschen entsprochen werden kann, sondern die Versorgung sich etappenweise vollziehen wird. Die Versorgung mit Fleisch nahm in der Berichtswoche wieder ihren planmäßigen Verlaus. Die Bedarfsdeckung mit Milch, Milä)erzeugnisjen und Feiten wurde ausreichend sichergestellt Dle In dem lausenden Ver- orgungsabsämiit aufgerufenen Eier sind zur Au»- ,abe gelangt. Die E ierersassung steht unter den ahreszeitUchen Einslüssen. Aus der Giadi Gießen. HöfltchkeU Neulich war ich aus einem Amt und habe etwas beantragt. Sie haben e» mir nicht gegeben. Aber trotzdem trat ich nachher aus die Straße hinaus, unverärgert, zwar leer an Vorteil, aber innerlich — ich weiß nicht wie. Es mar, als wäre ich beim Barbier gewesen und verschont aus dem Sessel gestiegen. Ich habe mich geradezu gefragt: „Wie haben die das gemacht? Meinen Antrag haben sie abgelehnt und doch---?" Ich war noch nicht an der nächsten Ecke, so war es mir schon ausgegangen, das Geheimnis. Sie haben h ä s l i ch abgelehnt! „Es ist mir ein unendliches Bedauern, aber leider ..." Aha, aha! Mit dieser Schmiere haben sie mich eingeschmiert. Aber mH Er olgl Und der Er« solg entscheidet. Dieser Ablehnungsmann hat natürlich nicht Im geringsten „unendliches Bedauern" empfunden. Woher auch? Wieso denn? Er kennt blättern in den Gästebüchern de« VRK.-SoldatenheimS in Gießen. Mr bleiben, Der uchung l|htain r6b Viele werden hier geheilt Vom Hungerschmerz, Wie wäre es nebenbei: So etwas fürs Herz?" „Cs hat geschmeckt wie bei Muttern!" Die Kradmelder eines Divistonsftabes haben sich also verewigt: „Wir sind aus Polen gekommen und machten In Gießen Rast. Wir hatten Hunger wie Wölfe, doch das Essen reichte für zwölfe und machte uns alle satt." Mit einem sorgfältig himmelblau getönten Vergißmeinnicht und der Ver- sicherung „Wir werden Gießen ewig gedenken" bedanken sich fünf Flaksoldaten für gutes Essen und liebevolle Aufnahme. „Bei den Schwestern vom Raten Kreuz aß ein Truppenarzt sich wieder stark." Ein Oberleutnant al» Transportführer: „In Gießen läßt sich's gut genießen, besonders nach langer Fahrt, wenn sooo lang der Bart." Ein Funker läßt sich vernehmen: „Aus einer kurzen Rast, bevor'» zur Mutti geht, hat mau sich hier schon wie zu Hause gefühlt." Wie zu Hause —: das ist io wohl die höchste Anerkennung, die ein Soldat im Kriege dem Roten Kreuz zuteil werden lassen kann. Weiter „Hier haben wir getrunken und gegessen und zuletzt Im Luftschutzkeller gesessen." — „Es hat uns allen gut geschmeckt", „e-x hat prima geschmeckt", - dergleichen knappe, sachliche Feststellungen findet man immer wieder in den Büchern. Darin liegt keine geringe Anerkennung dessen, was den durchreisenden Soldaten beim Gießener Roten Kreuz geboten wird, aber man kann es auch ausführlicher und auf die unterschiedlichste Weise zum Ausdruck bringen. Z. B. wenn ein Obergesreiter aus der Stadt Goethes seinen berühmten Wahlspruch eln- trägt „Es will mer net in de Kopp enei, wie kann imr en Mensch net von Frankfort sei", und ein Kamerad schreibt darunter: „Aber durchfuttern tut er sich in Gießen!" — Oder mit dem naturalistischen Mr 'N mddeh Weitere Fünfhundert Ml. in Gießen. Zu den im September gemeldeten größeren winnen von NM 5000,— und zweimal NM. 500,— wurden am gestrigen Nachmittag am Bahnhof tu Gießen weitere RM. 500,— beim Glückswame Nr. 193 gezogen. Der glückliche Gewinner ist eim lunger Mann von 18 Jahren aus der Nähe van Diüenburg, der in einer Schweißerei tätig ist Dee Gewinn wurde bereits in der Geschäftsstelle dec Reichslotterie der NSDAP, in der Neuen Bäue 21 ausgezahlt. Ausreichend verdunkelt? Jeder gewissenhafte und verantwortungsbewußt» Haushaltungsvorstand legt sich diese Frage vor.- Wie aber kann man feststellen, ob tatsächlich Licht nach außen dringt? Von der Straße und au» dein engen Hof ist da» nicht einwandfrei zu prüfen. 6» Gedächtnisausstellung Hugo von Ritgen Von Stadtbaudirektor (Trabert. Vaterstadt viele Aufträge, besonder« aus fürstliche« Kreisen. In Gießen baute er 1866 hi italienischer Renats' fance die Billa Ferd. Gall an der Milhelmstraße, die allerdings durch den Umbau vom Jahre 1924 nichts mehr von den ursprünglichen Formen erkennen läßt. Er hat In all diesen Äahren auch große Reisen im In- und Ausland unternommen, immer bestrebt, nicht nur für seine Lehrtätigkeit, sondern auch für seine praktische Weiterbildung neue» Material zu sammeln. So ist er zweimal in Italien gewesen, hat Paris nach 25 Jahren wieder besucht, hat Oesterreich eingehend kennengelernt und mehrere Wochen auch auf Helgoland ^gebracht. Als int Jahre 1874 in Darmstadt die polytechnische Schul«, die Vorgängerin der Technischen Hochschule gegründet wurde, lehnte er einen Lehrstuhl zugunsten Gießens ab und erhielt dann hier den Lehrstuhl für Kunstwissenschaft. Schon einige Jahre vorher lyatte er einen Ruf nach Braunschweig abgelehnt und blieb der Stadt seiner Jugend auch treu, alber Großherzog von Sachsen-Weimar ihm Weimar andot. Naturgemäß ließ mit dem zunehmenden Alter die praktische Betätigung nach und er konzentrierte sich mehr auf seine Lehrtätigkeit, wobei er immer noch wissenschaftliche Forschungsarbeit trieb, indem er z. B. Untersuchungen über die Restaurierung der beiden Burgen in Staufenberg, des Gleiderges ufro. durchführt«. An Ehrungen hat es ihm nicht gefehlt. Er wurde 1873 Geh. Baurat, bei feinem 50jährigen Dienstjubiläum im Jahre 1886 gleichzeitig Großherzogl. sächs. Geheimrat. Von 1878 bis 1888 war er Vorsitzender des Gewerbevereins Gießen: und nach seinem Ausscheiden dessen Ehr-noorsitzen- der. Noch im Jahre 1885 besuchte er als 75jähriger die Weltausstellung in Antwerpen und berichtete: darüber an den Grohherzog Karl Alexander.-1887 wurde der Gleibergverein gegründet, dessen Ehrenpräsident v. Rltgen wurde. Im Juni 1889 war v. Ritgen zum letztenmal mit seinem Großherzog auf der Wartburg, und am 31. Juki ist er dann infolge einer Ripvensellentzündung Im Alter von 78 Jahren entschlafen. Damit hatte ein an Arbeit, aber auch an Anerkennung reiches und langes Leben seinen Abschluß gefunden, und die Fülle von Kränzen und Blumen, die bei seiner Grablegung am 2. August den Sarg bedeckten, war ein letztes öffentliches Zeugnis für die Liebe und Verehrung, die dem Verstorbene» ZUM Grabe folgte. Abbilde der Tafelrunde von zehn Soldaten, welche sich um einen gewaltigen Kuchen versammelt haben: sie gehen konzentrisch zum Angriff vor, der Kuchen überlebt es nicht. — Oder so: „Ich ließ mir hier in Gießen Was In den Hals reinfließen, Das half dem kranken Magen, Das könnt ich grab vertragen." „Sechs Funker trafen sich einst hier, Die tranken alle sechs gern Bier. Doch mit dem Bier ist's nicht ganz ohne: Beim Roten Kreuz gidt's nur Zitrone. Das einzige, was man kennt in Hessen, Das ist das gute Wehrmachtessen. Es hat uns allen gut geschmeckt, Sogar die Finger wurden abgeleckt!" Ein Kriegsfreiwilliger 1941: „Wir werden bald Soldaten Und aßen Einheitssuvpe. .Mensch, du hast scharf geladen!' Sagt nachher unsre Puppe." ziemlich ergreifenden Stoßseufzer eines » gefunden, der dem Gästebuch den folgenden Offe barungseid anvertraute: „Ich gebe allen Der» wandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß nach kurzem, schweren Leiden mein geliebter Geldbeutel an der Auszehrung seinen Geist aufgab und die Hinterbliebenen Pfennige sind bei der letzten Portion ums Leben gekommen." (Die Rechtschreibung wurde der Deutlichkeit halber einer leichten redaktionellen Überarbeitung unterzogen.) hat. Von Rltgen war von Geburt Westfale und kam durch die Berufung seines Vaters zum Direktor der Entbindungsanstalt in der Senckenbergstraße (jetzt Landwlrtscyastliches Institut) schon als Knabe von drei Jahren nach Gießen. Er sollte zunächst auch Medizin studieren, aber nach wenigen Semestern wurde der Hosbaudlrektor Moller in Darmstadt sein Lehrer, unter dem er auch mit 22 Jahren zum Dr. phil. promovierte. Von September 1833 bis Mai 1834 machte er Studienreisen durch Belgien und Frankreich und lernte besonders in Paris die verschiedensten Künstler kennen. Im Herbst 1834 las er dann zum erstenmale über Situationszeichnen und darstellende Geometrie, 1835 über Landbaukunst. 1836 arbeitete er praktisch mit am Neubau des Ständehauses in Darmstadt und legte 1837 die allgemeine Staatsprüfung ab. Im nächsten Jahre heiratete er die Tochter des Geh. Staatsrates Zimmermann aus Darmstadt und wurde im Dezember 1838 a. o. Professor. Im gleichen Jahre baute er sich in Gießen das Haus Frankfurter Straße Nr. 19n, das Hinterhaus, mit einer Bausumme von 10 000 Gulden. 'Aber schon wenige Jahre später genügte ihm dieser Bau nicht mehr, und er errichtete das jetzige Hans Glatthaar, Frankfurter Straße 19, an dem auch seine Gedenk- täfel angebracht ist. Mit 32 Jahren wurde er or- deutlicher Professor, und neben seiner Lehrtätigkeit entwarf er eine Reihe von Privatbauten, die er z. T. auch selbst durchsührte. Der erste ist die Kapelle auf dem Alten Friedhof, dann im Jahre 1842 die Tabakfabrik Schirmer, ein Jahr später die Tabakfabrik Gail in der Neustadt und vor allem im Jahre 1845 das Haus Frankfurter Straße Nr. 6 für den Kaufmann Miiller, der Tabakfabrikant ge- wesen war und seine Fabrik an Gail verkauft hatte. Ein größerer Neubau von ihm war dann das Haus Hitlerwall 9 für den Kaufmann Fulda, im Jahre 1848. Durch feine Lehrtätigkeit wurde er Mitarbeiter non Universitätsprofessor Dr. Klein, dessen Merk über die Kirche zu Großen-Linden 1857 herauskam. Aber schon 1846 hielt er auf dem Architektentag in Gotha einen Bvrtrag über das Kirchenportal in G, aßen-Linden und wurde damit einem fach- interessierten Kreise bekannt als Kenner mittelalterlicher Baukunst. Diese Architektenversammlung in Gotha gab dann den Anstoß zu einem Besuch der Martlmrg. Im nächsten Jahre hielt er auf der Architektenversammlung in Mainz seinen berühmt gewordenen Vortrag über die Wiederherstellung der Wartburg. Seine Darlegungen und die von ihm angesertigten Pläne mürben durch den Burg- hauptmann von Arnswald dem Großherzog von Sachsen-Weimar nörgelest. Dadurch war eine Verbindung hergestellt, die langer als 30 Jahre dauern sollte und zur fast völligen Wiederherstellung der Wartburg führte. Wenn auch nicht alles nach den Plänen von Ritgens durchgeführt worden ist, und einige Arbeiten erst nach seinem Tode erfolgten, so hat er doch in verständnisvoller Zusammenarbeit mit dem Burghauptmann diese Arbeit als sein eigentliches Hauptwerk bezeichnen können. Die Kosten für die Wiederherstellung haben mehr als *4 Million Gulden betragen Es ist klar, daß diese hohe Summe nur in verhältnismäßig geringen Jahresraten zur Verfügung gestellt werden konnte, wenn nicht sogar Kriegsjahre, wie 1864, 66 und 70 die Arbeiten ganz zum Stillstand koinmen ließen. Aber es war schon ein großes Ereignis, baß im Jahre 1867 anläßlich des 800jährigen Jubiläums der Wartburg in einer großen, die interessierten Kreise ganz Deutschlands umfassenden peler ein vorläufiger Abschluß der Arbeiten erreicht war. Von Rltgen erhielt nun auch außerhalb seiner Man könnte diesen Reigen noch lange fortfetzen: ein Harzer Roller, sechs lustige Bayern, vier blaue Jungs, drei aus dem Siegerland, sechs Landesschützen sind z.B. noch nicht zu Worte gekommen, aber das Papier ist knapp, und wir wollten ja auch nicht das ganze Buch abschreiben. Wer darin blättert, wird bald merken, wies gemeint ist. Die Worte „Aus Dankbarkeit!" und „Auf Wiedersehen!" bilden gewissermaßen den Kehrreim aller Eintragungen in den Gästebüchern. Das Soldatenheim des Gießener Roten Kreuzes kann stolz darauf fehl —y— Es gibt aber auch Eintragungen von weniger achlicher Art, es gibt Geständnisse schöner Seelen und Bekenntnisse mehr persönlichen Stils, die in diesen Zusammenhatzge immerhin Überraschend er- cheinen. „Wien, Wien, nur du allein sollst stets die Stadt meiner Träume fein." Dies schrieb ein Wiener Schütze, bet mit einem Mordshunger aus dem Standortlazarett Gießen hierher kam und der gern mal nach Wien auf Urlaub möchte. Aber vorläufig geht es noch mit einem riesigen Tornister nach Bayern." — Einer zeichnet das Bild eines ausgesprochen schicken Mädchens ins Gästebuch und schreibt daneben: „Arn Bahnhofsplatz in Gießen, da steht ein Helles Haus. Viel graue Frontsoldaten gehn stündlich ein und aus. Sie finden da oin Obdach — ein Essen und ein Bett, 's ist alle» neu gerichtet und sauber und adrett..." Zu den kleinen Dokumenten nm Rande de» Kriege» gehören die interessanten Gästebücher au» dem Soldat e n h e I m des Deutschen Roten Kreu- z e • im ehemaligen Hotel Lenz in Gießen. (Eß lohnt sich, eine Viertelstunde im freundlichen Speise- jaul ZU sitzen und das Buch durchzublättern, bas da auf dem blumengeschmückten Tisch liegt. Wir haben uns bann auch die fünf stattlichen Bände besorgt, die feit dem Bestehen bc» Gießener Soldatenheims vollgeschrieven wurden, und haben einen Blick hlneingeworsen: aus diesen von vielen hundert Händen beschriebenen und bemalten Blättern svricht jo viel soldatisches Empfinden, so viel echte Dankbarkeit und rührende Anhänglichkeit auch so viel gesunder Mutterwitz, daß es eine wahre Freude ist. Die Stadt Gießen und das Gießener Rote Kreuz Int besonderen mit seinen Schwestern und Helferinnen können zufrieden sein mit so unverstellten, nicht nur durch den Magen gegangenen, sondern auch wirklich von Herzen kommenden Zeugnissen des Dankes und der hohen Anerkemmna, welche nrübe, hungrige und durstige Soldaten beim Abschied in ben Gästebüchern niedergelegt haben. Es hat sich ja allmählich herumgesprochen, daß der Soldat „auf der Durchreise" in Gießen, was Skrpflegung, Unterkunft und liebevolle Betreuung betrifft, ganz de- sonders gut aufgehoben ist. Es ist an dieser Stelle schon früher auvfülhrllich in slüort und Bild davon berichtet worben. Man sollte sich von Zelt zu Zeit wieder daran zu erinnern, wie bei uns täglich und stüildlich, bei Tag und bei Nacht, für unsere Soldaten gesorgt wild. * Da» Herz kann einem schwer werden, wenn man die knappe bescheidene Eintragung findet: „Günter Prien, 3. I. 41", und dahinter, von fremder fyinb, da» Sterbekreuz und den Tag seines Heldentodes, 24.5.41. — Aver dergleichen kommt nicht weiter vor auf diesen Seiten; ganz Überwiegend bestimmen feste Siegeszuversicht und gute Laune, Dankbarkeit und Hunlvr die großen und kleinen, slüchti- gen und sorgfältigen Eintragungen im Gästebuch. Es gibt im ganzen Reiche nicht viele Häuser, in denen Im Lause der letzten beiden Jahre Tag für Ina und Nacht für Nacht sv viele und so weitgereiste Gäste aus allen Teilen der Landkarte ellvge- kehrt und verpflegt worden sind. Die gewaltigen Ausmessungen der geographischen Räume, in denen dieser Krieg sich abspielt, find auch aus den Eintragungen In den Gästebüchern abzulesen. „Dom Ozean zur russischen Greldze", „von Wien zur Biokaya" waren sie unterwegs, die hier genächtigt haben; aus Hamlnerfest, aus dem Protektorat, aus Sizilien und Afrika kamen sie; einer schreibt sogar: „auf der Fahrt ins Blaue". Die Reiserouten sind ohne Zahl, aber „Ich war Im Osten, ich war im Westen, doch in Gießen gefiel mir's am besten". Alle Wafsengattungen sind vertreten: Flieger und Schlitzen, Kanoniere und Panzersäger, ff-Tlän- ne-r und blaue Jungen. In allen Gauen des großen Vaterlandes sind sie zuhause; die Hamburger verabschieden sich mit „Hummel Hummel!", ein Wiener inalt aus Dankbarkeit das Riesenrad im heimatlichen Prater unter feine Eintragung, Hirschberger Jäger grüßen die Schwestern vom Roten Kreuz mit rrafhx)Ilern Horridoh, sechs Thüringer mit dem liebevoll ausgemalten „grünen Herzen" von Deutschland, 1 (rtinei mtl fern Bi gndensmrgsr 2 oi liefet Haupt muß man sagen, daß sich zahlreiche Gäste erstallnliche und rührende Miihe gegeben hoben, Ihren Donk sichlbarllch, ost mit geradezu künstlerischem Ehrgeiz, im GästMich abzustotten. Zwar ist die beliebte Formel „M'sten Dank für Speis und Trank", kurz und herzlich, die am häufigsten wie- derkehrende Fassung, aber sehr vielen, denen bei uns leidliche Stärkung zuteil wurde, hat das nicht genügt, und sie fanden sich, gesättigt, gesäubert und ausge sch lasen, mit Lust unb Liebe zu nicht nur soldatisch großen Taten bereit. Einige» davon sei hier initgeteilt. Der Oberhefsische Kunstioereln beginnt feine diesjährige Winterarbeit mit einer Uebersicht über das Lebenswerk Hugo von Ritgens, des ersten hes- Ischen Professors für Baukunst. Die Ausstellung indet im Foyer des Stadttheaters statt und zeigt gedrängter Form das, was die bisherige Unter- hung über Die Arbeiten von Ritgens ergeben Mann ist gut, der kann fo aber man soll schließlich auch vom Roten Kreuz nicht zuviel verlangen. Dann haben wir den orthographisch nicht ganz einwandfreien, aber sonst Erhältlich In Apotheken und Drogerien zu 1.10, 0.55 und 0.30 --E Pallia tiv- Cream das btwährteHausmittel bei: Hautausschlägen, Verbrennungen Ätzwunden, Wundgehen, bei rauher, rissiger Haut und ähnl. Hautschäden Auch In der Säuglingspflege leistet Palliativ-Cream gute Dienste PALLIATIV-CREAM hilft! Möbelhaus Jiuhl ADOX Fotofi Im daA ^FajckgczcKa.{t MtLrfcUUaße 29/30 - fäafi/ntofar- ?JU W «8b< ff* ßn« 160 SW. NM. 40,— RM. 12,50 48 Std. 24 Std. RM. 7,50 1L RM. 15,— RM. 5,— 40 Std. RM. 40 SW. RM. 10,50 40 Std. RM. 12,60 SJ.«fpor/ 180 Std. RM. 27,50 80 Std. RM. 15,50 24 SW. RM. geil 40 SW. RM. 10,50 24 SW. RM. 7,50 24 SW. RM. 7,50 48 SW. RM. 12,50 48 SW. RM. 12,50 48 SW. RM. 12,50 .48 Std. RM. 14,50 24 SW. RM. 7,50 24 SW. RM. 7,50 100 SW. 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Die Gemeindearuppe Laubach des RLB. veranstaltete eine praktische Vorführung in der Bekämpfung der Brandbomben. Luftschutzführer Schmalz (Gießen) und der Ausbildungsleiter der Gemeindegruppe Laubach, Wachtel, gaben Erläuterungen zu den Vorführungen, an denen sich die Selbstschutzkräfte, die Laienhilfe und eine Steigmannschaft der Laubacher Ortsfeuer- wehr beteiligten. Die Bevölkerung oerfolgtc mit großem Interesse die Veranstaltung, die die Notwendigkeit der Einsatzbereitschaft der Selbstschutz« fräste, die Durchführung praktischer Hebungen, wis die Dringlichkeit restloser Verdunkelung vor Augen führte. Aufnahme in die moA einjährige Handelsfach klasse Beginn 18. Oktober 1941. Anmeldungen und Auskunft im Schulgebäude, Gießen, Goethestraße 82, Ruf 2486. fldd*. n. fow* I I nner iß -1 :ahg ’J v ] uen«®"! Technisches Rechnen Stufe I — Einführung Technisches Rechnen Stufe II — Fortgeschr. Technisches Zeichnen Stufe I —r Einführung Technisches Zeichnen Stufe II — Fortgeschr. Technisches Zeichnen Stufe III — Weiter- fortgeschrittene . i . Technisches Zeichnen Stufe IV — Konstruktionszeichnen . . ■ . Elektrotechnik Stufe I — Einführung Elektrotechnik Stufe II —- Fortgeschr. Hllfsarbeiter und Angelernte werden Facharbeiter . Dopp. Buchführung Stufe I — Einführung . Dopp. Buchführung Stufe II — Fortgeschr. Dopp. Buchführung Stufe III — Abschluß- technit...... Einzelhandelsbuchführung Steuerkunde für den Kaufmann ....... Don der Hilfskraft zum Buchhalter..... Förderlehrgang für kaufm. Lehrlinge im 3. Lehr- lahr....... Kaufmännisches Rechnen Stufe I ..... . Gutes Deutsch > . , . Schönschreiben . . . . Warenkunde und Der- kaufskunde für den Lebensmittelkaufmann Textilwaren- (Rohstoff-) künde....... eine viel einfachere und deuttichere Probe. Man igt die Derdunkelungsvorrichtung einmal am ^e an und besteht sie von innen. An den Stellen, denen Licht von außen ins Zimmer hereinfällt, -ringt es auch abends aus dem erleuchteten Raum pch außen. Man erkennt so leicht die Mängel an Jtr Derdunkelungsvorichtung. Sie müssen gewissen- -ist behoben werden. Zur Desivfektion «nd Wundversorgung man die seit über 10 Jahren bewährte Sepso- inktur, die in allen Apotheken und Drogerien in Üschchen zu fünfundfünfzig Pfennigen und in Tupf- Archen zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich ist. le desinfiziert wie Jod-Tinktur und wird genau so an« wandt. Sepso-Tinktur findet nicht nur bei Hieb-, lich-, Biß-, Schnitt- und Schürfwunden Anwendung, htbern auch bei Entzündungen in der Mundhöhle und ks Zahnfleisches sowie zur Desinfektion von Pickeln ihb Insektenstichen. Infolge ihrer großen Tiefen- ltirkung erweist sie sich ferner bei Prellungen, Quet- Zungen und in allen Fällen, in denen eine gesteigerte luuchblutung des Gewebes erwünscht ist, als sehr siauchbares Behandlungsmittel. chronisch, D«rschlennung, hartnäckiger Luftröhrenkalarrh und Atem- beschwerdev iDtrbtn sril^ahr«, mit Dr. Loecher Tabletten, auch In allen Füllen, erfolgreich brküinpst. 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I. und in der Folgezeit bei der Stadt Gießen Familien- Unterstützung beantragt mit der Behauptung, sein Sohn, der zur Wehrmacht eingezogen war, sei ledig und habe ihn seither mit wöchentlich 20 RM. unterstützt. Der Angeklagte bezog daraufhin vom 1. April 1940 bis 31. März 1941 einen monatlichen Unterstützungsbetrag von 24,40 RM. und eine einmalige MieVbeihilfe von 50 RM., insgesamt 342,80 RM. Rach Ablauf eines Jahres wurde beim Sozialamt der Stadt Gießen festgestellt, daß der Sohn des Angeklagten verheiratet ist und seine Frau und ** Eine Achtzigjährige. Am heutigen Samstag begeht Frau Minna Metzger, geborene Becker, Ludwigsttaße 30 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Der Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch. Strafkammer Gießen. Der A. G. in Dillenburg hatte sich gestern wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu verantworten. Gr war beschuldigt, am 13. Juli in der Gemarkung Kölzenhain durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen und die Körperverletzung anderer verursacht zu haben. Der Angeklagte fuhr mit einem Postomnibus, der außer ihm mit 7 Personen und dem Postfahrer besetzt war, von Feldkrücken noch Kölzenhain. Obwohl vorher ein schweres Unwetter mit starken Regengüssen die Straße naß und schlüpfrig gemacht hatte, war der Angeklagte mit hoher Geschwindigkeit gefahren. Als er sich einer Brücke, die an einer Kurve liegt, näherte, verlor er infolge der Geschwindigkeit die Herrschaft über den Wagen. Dieser fuhr gegen die Brücke, zertrümmerte diese und stürzte über die Böschung in das Bachbett. Hierdurch wurde eine Frau aus Ulrichstein getötet und andere Personen verletzt. Der Angeklagte war als Postomnibussahrer in diesen neuen Bezirk versetzt worden. Am Tage vor seinem Dienstantritt Hatte er feinen Vorgänger gebeten, um die Strecke fennen^ulemen, ihn eine Fahrt machen zu lassen, Dieser willigte ein und fuhr im Wagen mit. Ein Zeuge bekundete, er habe den Angeklagten vorher wiederholt aus die scharfe Shiroe aufmerksam gemacht. Der Angeklagte will aber nichts gehört haben. Er gab nur zu, der Fahrer habe ihm gesagt: „Es kommt eine Brücke."' Bon einer Kurve habe er nichts gehört. Der sachverständige Arzt vertrat die Ansicht, daß der tragische Ausgang einem unglücklichen Zufall zuzüschreiben sei. Wenn die zu Tode gekommene Frau auf ihrem Platz geblieben wäre, dann wäre ihr jedenfalls nicht mehr als den übrigen Fahrgästen passiert. Der Anklagevertteter führte aus, der Angeklagte habe grobsahrlässig gehandelt, und er beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Straßenver- Vortragsreihe für Bettiebsführer und betriebliche Unterführer — 5 Vorträge in Abständen von oa. 3 bis 4 Wochen....... 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Durch die Kürze der Strecke mit ihren zahlreichen Links- und Rechtskurven, sowie einer breiten Spurtstrecke, ist den Fahrern Gelegenheit geboten, sich voll und ganz zu entwickeln und den Zuschauern eine sportliche Delikateste zu bieten. Das Rundstreckenrennen führt durch nachstehende Straßen unserer Stadt: Start und Ziel in der Ludwigstraße (Universität) weiter durch die Bleich- straße, Gnauthstraße, Bismarckstraße, Stephan- straße, Gartenstraße zum Ziel. Die Sieger in sämtlichen Rennen werden durch Punktwertung festgestellt; in jeder 5. Runde erfolgt eine Wertung, in welcher der Sieger 5, der Zweite 4, der Dritte 3, der Vierte 2 und der Fünfte einen Punkt erhält. Ein Fahrer, der am Ende des Rennens einen Zeitvorsprung von zwei Minuten vor den übrigen Fahrern herausfährt, kann auch ohne Punkte das Rennen gewinnen. In der HJ.-Klaste A dürften unter den Frankfurtern A. Scherer, F. Bastermann und dem Kasseler I. Weckesser, die Sieger zu suchen sein. Wir möchten uns auf den Frankfurter A. Scherer, der schon in Frankfurt große Bahnrennen gewonnen hat, festlegen. In der HJ.-Klaste B dürste der Sieger unter dem Frankfurter H. Eckel, R. Roth, Gg. Caspari den Wiesbadener Gg. Späth, sowie dem Gießener Hans Werner au suchen sein. In der Klasse C der aktiven Fahrer dürfte ami- schen den Fahrern Hacker, Berlin, Clementz, Offenbach, S). Becker, Gießen, Gg. Blümacher, Solingen, den Dortmundern E. Schneider, Karl Wawrick der Sieger zu suchen sein. Hier wird es darauf ankommen, wer in den 30 Runden = 51 Kilometer, die meiste Kraft und Technik in sich vereinen kann, um sich in den sechs stattfindenden Wertungen durchzusetzen. Als Sieger glauben wir G. Blümacher aus Solingen au erblicken. Die A- undö-Klaste, welche in einer Klasse starten, weist ein sehr gutes Meldeergebnis auf. Hier vorher den Sieger festzustellen, dürfte ein großes Wagnis fein. Trotzdem wollen wir versuchen, unter den Fahrern, die ein ganz auserlesenes Feld von internationaler Klasse darstellen, den Sieger au ermitteln. Hier .sind vor allem der Berliner H. Hacker, der starke Nürnberger M. Pfannrnüller, der in Frankfurt die letzten vier Straßenrennen gewinnen konnte, der Dortmunder W. Harde, H. Häuser, A. Henning, Karl Evers, der Frankfurter H. Roß, der Belgier I. Beks, der Holländer P. Schulte, der Chemnitzer W. Riemann, Hans Gün- für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, abzugeben. Benachrichtigung über Beginn, Ort und Zeit der Durchführung erfolgt nur an angemeldete Interessenten. Mit der Anmeldung ist die Gebühr zu zahlen. Bei Gebühren über RM. 15,— kann auf Antrag Ratenzahlung gewährt werden. Bei Ueberroeifungen auf Postscheckkonto ist die Nr. 7836 Amt Frankfurt a. M.' für DAF.-Verwaltungsstelle Gießen zu benutzen. («eeD Gießener Wochen Marktpreise. * Gießen, 11.Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rps., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 40, Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 9, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8, Dohnen, grün, 25 bis 30, Unterkohlrabi 7, Mischaemüse 8, Tomaten 20 bis 30, Schwarzwurzeln 40, Kürbis 10, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat, x/io 10, Blumenkohl, das Stück 25 bis 60, Salat 10 bis 12, Endi- eien 10 bis 15, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. Höhensonne | ^iglnal-Hanee, f. 220 V. Gleich- l^ rom z. kaufen gesucht. Schrift- L=he Angieb. tu 4188D a. d. G. A. ™ T 12. Oktober 1941 *-4. im Felde’ Für folgende Lehrgemeinschaften, Vorttäge und ßortragsreihen, die in kürze beginnen, können noch Anmeldungen angenommen werden: ther und S. Kühnert in die engere Wahl za ziehen. Hier dürfte die Spurtschnelligkeit des Dortmunders H. Häuser, W. Harde, des Frankfurters H. Noß, des Berliner H. Hacker und des Chemnitzers W. Riemann ausschlaggebend seip. Sollte das Rennen durch Tempofahren entschieden werden, so dürste der Nürnberger M.' Pfannrnüller als Sieger aus dem Rennen hervorgehen. Handball. Kreisklasse. Luftwaffe II — Kr ofd orf. Beide Mannschaften standen sich schon in einem Gesellschaftsspiel in Krofdorf gegenüber. Dieses konnten die Soldaten gewinnen. Trotzdem in einem Punktspiel der Einsatz größer ist, wird Krofdorfauf Gießener Boden einen schweren Stand haben. Man rechnet mit einem Siege der Luftwaffe. H3.-Spiele im Bann 116. M tv. Gießen — Heuchelheim. In der Gruppe I tragen diese Einheiten ihr erstes Punktspiel aus. In den letzten Begegnungen stellten die Gießener den Sieger. Auch in diesem Treffen besitzen diese die größeren Siegesaussichten. Lang-Göns — Grüningen. Lang-Göns ist in der 2. Gruppe wohl die stärkste Mannschaft. Bringt jedoch Grüningen dieselbe Leistung wie im Spiel gegen Holzheim auf, so wird Lang-Göns schwer um den Sieg kämpfen müssen. M t v. II — H o l z h e i m. Im ersten Spiel zeigte Holzheim vor dem Pau- senpfisf ein gutes Spiel. Können sie in Gießen in beiden Hälften dasselbe vollbringen, so sind ihnen die Punkte sicher. D3.-5pide Im Bann 116. M tv. Gießen — Heuchelheim. Die Gießener Kleinen konnten sich im ersten Spiel in Lang-Göns einen Punkt erobern. Heuchelheim muhte sich noch im letzten Gesellschaftsspiel geschlagen bekennen. Daher werden auch diesmal die Punkte in Gießen bleiben. Lang-Göns — Gröningen. Grüningen fährt mit der Jugend nach Lang- Göns. Da sie ihr erstes Spiel austragen, ist über die Stärke nichts bekannt. Mt-Sold auch Doublt, Alt-Silber alte Silbermünzen EZKnznaniiaai kauft G.B.C. 41/14453 p> ■ s In großer Freude Käthe Prüsse, geb. Pusch Emst PrÜSSe, Hauptfeldw. z.Z. im Felde Gießen, den 10. Oktober 1941 1. Z. Kath. Schwesternhaue _____________ 4223 DZ _______________________4220 D Briefmarken—v Ankauf / Verkauf I Taxation kostenl. fachm. 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