Donnerstag, II. September Ml und Berlin, 10. September. (DNB.) Die Briten von ihrer N o n - b e t DerGuez-Kanal unter deutschenBomben Das Cnde der Wolgadeutschen rnieu einen |uiuuu^n _ geschehen, daß dieses fleißige ozher Kampf um Dn epr-Bruckenkopf. Wnhlftrmh UNO _ • den , von Der Wehrmachiberichi. DRV. Aus dem Führerhauplquartier. 10. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3in Osten stetige Angriffserfolge. 3n Rordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge in der Rächt zum 9. September den Flugplatz Abu Sueir am Suezkanal an. 3n hallen und velrlebsstofflagern entstanden heftige Vrände. 3m Großen Bitter-See erhielt ein Frachter einen Bombenvolltreffer. 3m Golf von Suez wurde ein weiteres Handelsschiff schwer beschädigt. Weitere erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen Hafenanlagen in Tobruk sowie gegen britische Flugplätze und Bahnanlagen in Rord-Aegypten. 3n der vergangenen Rächt griff ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge den Flugplatz 3 s - mailia an. Kampfhandlungen des.Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Rächt statt. Berlin, 10. September. (DNB.) In der zwei, ten Augusthälfte fügte am Unterlauf des Dnjepr ein Panzerkorps den Bolschewisten empfindliche Verluste zu. Die Sowjets hatten vergeblich versucht, Englands gescheiterte Aon-Stop-Offensive Seit dem 22. Juni mehr als 1200 britische Flugzeuge verloren. haben mit Beginn des Kamvfes im Osten ständig S t o p - O f f e n s i v e am Ka- bardiert und überall die Sowjets in der Luft am Boden vernichtet, wo sie sie traf. Nicht anders hat die deutsche Luftwaffe in Tobruk und am Suez-Kanal, Alexandria und über Malta ihre Wirkungskraft für den Erdkampf wie bei der Zerstörung von Anlagen und Schiffen Tag für Tag unter Beweis gestellt. Die letzten Wochen haben wieder einwandfrei die Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe über die britischen und sowjetischen Luft- Oeuische Pioniere. Berlin, 10. September. (DNB.) In harten Stratzenkämpfen räumten deutsche Pionierstotztrupps in der zweiten Augusthälfte sowjetische Wider st a n d s n e st e r in einer heitz umkämpften Stadt am Dnjepr aus. Die Bolschewisten hatten sich in den Kellern festgesetzt und leisteten unter Ein« satz von Maschinengewehren zähen Widerstand. 150 Meter vor einer Dnjepr-Brücke erhielt ein deutscher Pionier st otztrupp heftiges MG.° Feuer aus einer Panzerkuppel, die unmittelbar an der Brückenauffahrt eingebaut war. Gleichzeitig wurden die Pioniere aus sowjetischen Feldstellungen rechts und linfs der Brücke beschossen. Unter dem Feuerschutz ihrer Maschinengewehre arbeiteten sich die Pioniere mit Flammenwerfern, Handgranaten und geballten Ladungen bis nahe vor die Panzerkuppel und die Feldstellungen heran. Wenige Meter trennten die Pio- niere noch von dem sowjetischen Widerstandsnest, da sprang einer der Pioniere in kühnem Sprung a u f die Panzerkuppel und steckte Handgranaten in die Scharten. Zur gleichen Zeit bran- gen die anderen Stoßtrupps in die Feldstellungen ein und überwältigten die Bolschewisten im Nahkampf. Damit waren die letzten Widerstandsnester ausgeräumt. 40 Soldaten wurden gefangengenommen. ♦ Ein deutsches Jagdgeschwader unter Führung seines Kommodore, Major Handrick, hat an der Ostfront den 5 0 0. Gegner im Luftkampf abgeschossen. Major Handrick ist der bekannte deutsche Olympiasieger von 1936 im Modernen Fünfkampf. anu erwähnt, daß der Sprecher im Rund-l f--------- —„ — —?-,r - - - . . funk in' seinen Erläuterungen zum Wehrmachtbe- nalgebiets, abe» auch von Alexandrien und sogar richt hervorhob, daß die Resttruppen der Sowjets von Kairo lebhaft erörtert wird. im Dorgelände von Leningrad einge-I besitz, und so konnte es Geschlecht endlich zu materiellem Wohlstand und kultureller Bedeutung kam. Aber die Mißernten vor etwa,60 Jahren vertrieben schon viele der Siedler nach Südamerika, Kanada und Australien. Während des Weltkrieges fetzte eine brutale streitkräfte bewiesen. Der italienische Lustangriff auf Haifa. Explosionen nnd Feuersbrünste in den Petroleumlagern. Nach der Sondermeldung von dem Erreichen der Newa durch schnelle deutsche Divisionen begnügt sich der Wehrmachtbericht vom 10. September nut dem lakonischen Satz: „Im Osten stetige An- arif f serfolge." Immerhin jei in diesem Zusammenhang erwäs nal ^mb gegen das Reich zur Entlastung .der Sowjets gesprochen. Ihre Angriffe wurden von Anfang an durch die deutsche Luftwaffe, Jäger und Flak, durch Seestreitkräfte und Marineartillerie mit schweren Verlusten für die Briten iurückgeschlagen, daß ihre Non-Stop-Offen- ive zur Nonsens-Offensive wurde. Verloren sie doch eit dem 22. Juni bis zum 9. September mehr Ia 15 1 2 0 0 Flugzeuge. Die Briten sehen ihre Non-Stop-Offensive selbst als kläglich gescheitert an, denn seit einer Reihe von Tagen haben sie ihre Eingriffe am Kanal und auf die besetzten Gebiete nicht mehr ausgenommen. Sie haben sich wieder in das Dunkel der Nacht zurückgezogen und greifen die deutsche Zivilbevölkerung an. Aber auch bei diesen Nachteinflügen in das Reich werden sie von der deutschen Abwehr schwer getroffen, wie sie selbst zugeben müssen, nachdem sie beim letzten Angriff auf Berlin 21 Flugzeuge v"erloren. Die deutsche Luftwaffe dagegen hat ihre Annahme von Anzeigen für die MittagSnummer bis 8'/.Uhr des Vormittags Anzeig en-Preiie: Anzeigenteil 7 Rpf. te mm bei 22 mm Zeüenlrreite, Tertteil 50 Rvf. le mm bet 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstastel B Platzoorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/« mehr haben. Die Selbstbeschränkung, die sich der Wehrmachtbericht über die Ostfront auferlegt, steht in einem gewissen Gegensatz zu der Unterstreichung Der erfolgreichen Kampsfliegerangriffe auf die Flugplätze Abu Sueir und Jsmailia am Suezka - nal sowie auf Handelsschiffe im Suezkanal ober im Golf von Suez. Damit wird die Aufmerksamkeit auch breiter Kreise in Deutschland aus den Einsatz der Luftwaffe gelenkt, die immer wieder das Gebiet des Suezkanals zum Ziel nimmt. Vom 6. August bis 9. September find auf den Suezkanal 49 Angriffe geflogen worden gegen 40 Angriffe im Mai, Juni und Juli. Angesichts des Interesses an den Vorgängen im Osten mag dieser Einsatz von manchem aufmerksamen Leser der Wehrmachtberichte nicht in seiner ganzen Bedeutung sofort erfaßt wyrden sein. Die Angriffe machen aber ver- stündlich, daß in Aegypten die Räumung des Ka- ^Die Wolgadeutschen stellen eine Volksgruppe bar, die etwa im Jahre 1770 die Heimat in Westdeutsch- land verlieh, um dem Ruf der Zarin Katharina an die Wolga zu folgen. Später haben auch Mennoni- ten aus der Danziger Gegend den Weg dorthin ein- geschlagen. Die deutschen Bauern siedelten tn Den ehemaligen Gouvernements Saratow unb öotpuray ■,u beiben Seiten des Wolgastromes Die ekften u Generationen haben durch Ueberschwemmungen unb Seuchen große Entbehrungen auf sich genommen. Sie wären zugrundegegangen, wenn nicht ihr Bestand durch großen Kinderreichtum "NNffer neu gesichert worben wäre. Sie gründeten etwa 3UU Dörfer, jede Familie erhielt einen stattlicheii stano- einen Brückenkopf auf dem Westufer des Dnjepr zu halten. Die zäh sich verteidigenden Bolschewisten wurden von dem Panzerkorps in dreitägigem Gefecht bis an den Strom zurückgeworfen. 9600 Bolschewisten wurden gefangen- aenommen, 98 Panzerkampfwagen sowie 108 Geschütze wurden erbeutet. Außerdem wurden sechs Flugzeuge erbeutet. (91* Jahrgang Nr. 2(6 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat nnBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.......RM 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen -kümmern infolge höherer Gewalt Fernivrechanschluß 2251 , Drabtanschrift:„Anzelger" Postscheck 116sk Franks. M. Unter der persönlichen Leitung von Stalin wird die „Aussiedlung" d e r W o l g a d e u t s ch e n aus ihrer jetzigen Heimat erfolgen, die nach allen bisherigen Vorbildern einer Ausrottung gleichzu- setzen ist. Das erste Amt, das Stalin in der Sowjetrepublik übernahm, war dasjenige eines Volkskommissars für die Nationalitäten. Finnen und Wolgadeutsche haben im Laufe von zwei Iahrzehn- ren erfahren, was diese Einrichtung in der Sowjetunion zu bedeuten hak. Die Deutschen an der Wolga zählten einst 2,5* Millionen Köpfe, selbst nach sow- jetischen Eingaben zählt die Wolgarepublik jetzt nur noch 400 000 Einwohner. Das heißt, daß im Verlauf der letzten Jahrzehnte z w e i M i l l i o n e n deutscher Bauern „liquidiert worben sind, vertrieben, entrechtet und hn Elend verkom- kesselt find, unb zwar im Gebiet des oft genannten Flusses Luga. PK.-Breichte gaben em anschauliches Bild davon, baß auch ber wichtige Bahnknotenpunkt am unteren Wolchow, von bem die Murrnan-Bahn abzweigt, in deutscher Hand ist. Arn mittleren Teil ber Front mürbe ein wichtiger Brückenkopf jenseits der Desna gebilbet, wobei an- greifenbe Sowjetflugzeuge abgeschossen ober zum Abbrehen gezwungen würben. Auch hier gaben PK.-Berichte eine beutliche Vorstellung ber Kampfe, die bie Sowjets unter bem Stichwort „Stalin- Offensive" zur Entlastung im Norben gestartet erfolgreiche Angriffstaktik bei Tage unb bei Nacht stänbig fortgesetzt. Sie hat bei sehr geringen eigenen Verlusten bie Hafen- ' unb sonstigen militärischen Einlagen in Schottland und an der britischen Küste immer wieder wirkungsvoll bombardiert. Sie hat die Seefahrt um die britische Insel weiterhin täglich mit Versenkungen vieler wertvoller Frachter und Beschädigung' vieler Handelsschiffe zu einer Fahrt auf den Schifssfriebhof um die Insel gemacht. Sie ist auch in ihrer Wirkungskraft über unb um Britannien nicht durch ihren Kampf an der Ostfront beeinträchtigt. Die deutsche Luftwaffe hat an der Ostfront stets mitentscheidend in den Erdkampf eingegriffen, die Nachschubwege ber Sowjets bauernd zerstört, Schiffe in großer Zahl im Finnischen Meerbusen, im Ladogasee, im Schwarzen Meer versenkt, Moskau und Leningrad schwer dom- Versolgung der Deutschen ein, von denen Zehn-, tausende nach Sibirien verschleppt mürben* DeV< Bolschewismus erklärte das Wohngebiet beut- scher Bauern an ber Wolga zu einer „autonomen Republik". In ihrem Raum siedeln etwa 65 v. H. deutscher Bauern, der Rest besteht aus Angehörigen anderer Nationen. Die Bolschewisten haben bie „Autonomie" lebiglich als ein Mittel angewandt, bfe fleißige deutsche Bauernbevölkerung politisch leichter terrorisieren zu können. Verschiedene Städte des Gebiets wurden mit marxistischen Namens- bezeichnungen versehen, so die Hauptstadt Engels, auch etn Ort namens Marxstadt ist vorhanden. Die Wolgatzeutschen^sind trotzdem ihrer bäuerlichen Gesinnung treu geblieben und haben sich um die politischen Parolen Moskaus wenig gekümmert. Eine eigene Führerschicht haben sie aber nicht besessen, dafür hat ber Bolschewismus gesorgt. Da bie Deutschen zck ben größeren Besitzern („Kulaken") gezählt mürben, maren sie in besonberer Weise bem Terror unb ber wirtschaftlichen Vernichtung ausgeliefert. Stalins Absicht, ben Rest biefes Volkstums nach Sibirien zu vertreiben', bebeutet praktisch Mgsfenmorb. Selbst in Amerika und in Eng- twllv fuchp man nach plausiblen Gründen, um diese neue Schandtat des bolschewistischen Bundesgenossen zu entschuldigen. Sie ist eine deutliche Illustration vom Schuß des Privateigentums, vom Recht des einzelnen' und von der Erhaltung der kleinen Völker, also von Grundsätzen, von denen in .England unb USA. jeden Tag laut gesprochen wird. Rom, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) lieber Luftangriff auf bie Petroleumanlagen in Haifa, bem der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch sprach, meldet Elgentur Stefani, daß der Eingriff von einem starken italienischen Kampfverbanb burchgeführt wurde. Anflug unb Angriff spielte sich bei ausgezeichneter Sicht ab. Ein einer bestimmten Stelle des Anflugs trennten sich einige Flugzeuge von bem Verband, um bie Insel Cypern anzugreifen. Diese Kampfflugzeuge belegten, nachdem sie einen Angriff englischer Nachtjäger abgewiesen hatten, bie Hafenanlagen von Famagosta mit Bomben. Die Hauptformation überraschte bie Luftverteidigung von Haifa. Der Vollmond lieh die italienischen Piloten die P e t r o l e u m l a g e r sofort erkennen. Gleich bie ersten Spreng- und Brand- bomben waren Volltreffer. Mehrere Explo- fionen und riesige Feuerbrünste wurden beobachtet. Die vom Eingriff überraschte englische Abwehr blieb völlig wirkungslos. Die zuruckfliegenden Flugzeuge konnten noch auf weite Entfernung ausgedehnte Brände feststellen sowie neue Explosionen, die davon zeugten, daß sich die Brände auf weitere Petroleumlager ausgedehnt hatten. Das pariser Milieu von heule Bon unseren! Ste.-Berichterstatter. Oie Murmanküste. Bon Feldmarschalleutnant d. R. Hugo Schäfer. Die Sowjetunion ist ein Landkoloß, der sehr ungünstige Küstenverhältnisse hat. Im Fernen O st e n reicht die Sowjetunion bis an den Großen Ozean. Dort sind jedoch die Küsten im Winter monatelang zugefroren und bie Sowjetunion kann keine großen Kriegsschiffe borthin bringen. Die Sowjet-Kriegsschiffe im Pazifik sind besijalb nur kleinere Fahrzeuge (Torpebo- unb vor allem Unterseeboote), bie fast alle in zerlegtem Zustande mit ber Eisenbahn nach Wlabiwostok gebracht worben sinb. Die Pazifikhäfen konnten also weder nautisch noch strategisch als Hauptstützpunkte für eine Sowjet- Flotte in Betracht kommen. Im Schwarzen Meer finb hierfür die Verhältnisse schon günstiger. Die Häfen sinb bort ganzjährig eisfrei, haben große, erweiterungsfähige Arsenale unb sind strategisch gesichert Das große „Aber" bildet die El u s f a h r t ins Mittelmeer unb bie borkige operative Verwen- düng. Die Sowjetflotte wäre durch bie starken ita- lienischen Flotten, unb Fliegerkräfte ernsthaft bc- broht. Das Gros der Sowjetflotte befand sich im Baltischen Meer. Dort sind in Leningrad bie großen Arsenale. Das nahe K r o n ft a b t ist ber Hauptkriegshafen. Doch der Finnische Meerbusen ist im Winter vereist. In der anberen Jahres- zeit ist die operative Bewegungsfreiheit auf langer, schmaler unb gewundener 'Fahrt burch die Ostsee in bie Nordsee eingeengt unb gefährdet. So bleibt noch bas vierte Kriegshafengebiet zu betrachten, bas der Sowjetunion gehört, die Mur- m a n k ü st e , wo die Kriegsmarine seit Jahren fieberhaft tätig war. Die Murmanküste liegt um fast 10. Breitengrabe bem Norbpol näher als Petersburg und liegt schon jenseits bes Polarkreises. Trotzdem ist dort am Eismeer das einzige Küstengebiet — abgesehen vom Schwarzen Meer — bas immer eisfrei bleibt. Diese klimatische Sonderheit verdanken die Dortigen Häfen dem warmen Golfstrom. Als im Weltkrieg bas landgewaltige, aber inbu- striell schwache Rußland der Hilfe seiner Bundes- tung ziehen können, da er aber nicht gegen Frauen Krieg führt, erteilte er ihr vor allen Mitreisenben bes Untergrundbahnwagens in ihrer Sprache eine Abfuhr, bie viel erzieherischer wirkte, weil unmittelbar gegeben: er erroibete nur: Ihr Mann hat im Weltkrieg meinen Vater getötet, also sinb wir, wenn wir schon so sprechen wollen, nur quitt! — Der angebotene Platz blieb leer, über bie Frau war vor allen ihren Lanbsleuten boch so beschämt worben, baß sie es vorzog, bei ber nächsten Haltestelle ben Wagen zu wechseln. Spekulanten gab es in Krisenzeiten, wie Frankreich sie burchmacht, immer. Doch soll hier nicht vorn Schleichhandel bie Rede sein, fonbern von einer psychologischen Spekulation Der Bettler-Beruf ist schwieriger geworben: beim in Notzeiten verhärtet sich bas Herz der Menschen, bie keine nationale Gemeinschaft zu empfinben vermögen. Der Mut zur Tat, bie verboten ist und unter strenger Strafbrohung steht, ist nicht die Tugenb berer, bie noch etwas zu verlieren haben. Diese Ueberlegung machte sich ein Berufsbettler ber Großstadt Paris zunutze, ber früher an die Tränendrüsen seiner Mitmenschen appelliert hatte, um Almosen zu bekommen. Heutzutage würbe er ba in Paris nicht viel einsammeln können. Aber sein richtiger Trick ist, den betrunkenen be Gaulle-Anhänger zu spielen und lallend in ben bevölkerten Gängen ber Untergrundbahn, anscheinend an niemanden gerichtet, ein paar Ausrufe zu machen wie: „Die Englänber werden schon kommen ... wenn doch erst die Amerikaner landen wollten..." unb zwischen zwei Rülpsen murmelt er dann noch ein hörbares „Vive de Gaulle". Die Vorübergehenden reagieren verschieben. Einige bekommen es mit ber Angst zu tun unb sagen, man müsse ben Mann schnell zum Schweigen bringen, denn wenn das die Deutschen horten...! Andere zucken mit ber Achsel unb sagen: der ist ja besoffen. Unb bann spricht eine würdige alte Dame mit einem unmürbigen Dogeihirn: aber der gute Mann hat boch eigentlich recht, denn wir haben alle nichts zu essen...! Noch ein anderer aber — unb auf diese Wirkung hat es ber gewiefte Bettler abgesehen — nimmt die Ausrufe für bare Münze, es sind feine eigenen Gedanken, die ber Zerlumpte ba ausspricht unb die er selbst nicht laut zu äußern wagte: als typischer Spießer lauft er sich für1 seine eigene Freiheit los, inbem er bem Radaubruder ein Gelbstück, vielleicht sogar eine Brotmarke in bie Hanb brückt, ihm ein Bravo ber Anerkennung zuflüstert und sich unerkannt aus dem Staube macht, sicher in ber Ueberzeugung, durch diese seine Tat ben Deutschen einen tollen Streich gespielt zu haben. Was an ber französischen Bevölkerung nach diesem Kriege auffällt, ist eine typische Ermüdungs- und Alterserscheinung von Generationen, denen ohne zu viel Mühe ober Anstrengung zu viel Reichtum und Bequemlichkeit in den Schoß gefallen waren unb die ihr Leben verweichlicht hatte. Dieser Einstellung entspricht jene Abwartepolitik, die auf Den Sieg Englands wartet in der Auswirkung ähnlich wie bie, die die aktiven Beschlüsse für die Zeit bes Friedens, wenn also bie letzte Entscheidung und ber Ausgang des Krieges unwiderruflich vorliegen, Vorbehalten will —, bie zu möglichst wenig verpflichtet. Ob sie Frankreich vorwärtsbringt, ist zu bezweifeln, aber bas ist Sache der Franzosen. Diejenigen, die die nationale Revolution, die Marschall Pötain bejaht, in die Tat umsetzen wollen, sind über die nutzlos verstreichende, für Frankreich verlorengehenbe Zeit untröstlich und kennzeichnen bie nationale Revolution, so wie sie sich jetzt dar- stellt, als einen Tanz mit einem Schritt vorwärts und drei Schritten zurück. (Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Einfang September 1941. Nicht bie gesamte Bevölkerung Frankreichs steht geschlossen hinter Marschall Pötain, ber über .bie nationale Revolution, bie bie Mängel unb Fehler Der früheren Regierungsform bes bemokratischen Parlamentarismus jübisch-internationaler Prägung überroinben soll, bas neue Frankreich aufbauen will. Er bejaht zu diesem Zweck — und in dieser Hoffnung — bas neue Europa unb hat in feiner letzten Botschaft an bas französische Volk sich auch neuerlich roieber verpflichtend barauf festgelegt. Allerdings verweist er bie Verwirklichung auf bie Zeit nach ber Beerdigung bes Krieges, also auf ben Frieden, während Frankreich zur Zeit n u r unter einem Waffen st ill st and lebt. Die grundsätzliche Verpflichtung ist ba, die praktische Durchführung in Frankreich aber nicht- verwirk- %a5 Urteil des französischen Marschalls macht also bei ber Feststellung ber gegebenen Notwendigkeiten Halt unb sieht davon ab, sofort zur Tat überzugehen, solange bie Tat bas Risiko einer noch nicht ganz abgelaufenen Periode in sich schließt. Ob Frankreich mit dieser Abwartepolitik — soweit cs die Taten angeht —, mit einer nur grundsäßlichen Entscheidung zugunsten der neuen Europa-Gestaltung im Sinne Deutschlands recht hat oder nicht, wird sich später zeigen müssen. Denn wenn zwar gute Absichten gefaßt, aber vorläufig nicht in bie Tat umgesetzt weiden, so ist bas nur ein halber Entschluß, unb in ber Auswirkung unterscheidet er sich nicht sehr von der Abwartepolitik jener Fran- zosen, die insgeheim auf einen englischen Sieg hoffen, ber Frankreich erlösen könnte. Die französische Regierung bekämpft — im Sinne ihrer grundsätzlichen Festlegung kuf das neue Europa unb in Anbetracht der gegebenen Lvge — natürlich bie Inffroe HZwarteWlitik der ve Gaulle-Hörigen unb geht'gegen sie vor. Das ist sie auch ihrer eigenen Stellung schuldig. Sie hat also innerpolitisck-e Gegner, auch wenn diese unter den gegenwärtigen Umständen nur im Verborgenen wühlen. Diese Gegner sind auch d i e Feinde Deutschlands, die die Niederlage Frankreichs nicht wahr haben wollen unb die ba glauben, einem aussichtslosen Widerstand ober einer Auflehnung bas Wort reben zu sollen. Die Aktivität dieser Feinde ist beschränkt, denn sie wissen, welche Sühne ihrer wartet, wenn sie erwischt werden. Immerhin summiert sich einiges, wenn man bedenkt, daß diese Kreise sowohl aus reaktionären de Gaulle-Anhängern als auch aus ben verbotenen kommunistischen Organisationen stammen, bie sich so wieder zusammenfinben. In der gleichen Absicht, Die Ruhe unb Drbnung ohne strengere Maßnahmen aufrechtzuerhalten, warnt ber Militärbefehlshaber in Frankreich ifn besetzten Gebiet vor Versuchen kommunistischer Propaganba unb Marschall P^tain verbietet im unbesetzten Gebiet jebe parteipolitische Betätigung. Warnung wie Verbot sind angebracht. Das zeigen kleine Vorfälle aus bem täglichen Leben, deren Bebeutung nicht übersck>ätzt werben soll, bie aber als Zeiterscheinungen doch erwähnenswert sind. Bot ba neulich in der Untergrundbahn in Paris ein deutscher Soldat einer Frau von gewissem Alter seinen Sitzplatz.an: sie, die Zivilistin, bie schließlich nicht gegen die deutschen Truppen Krieg führen kann, verzog ihr Gesicht und ließ sich zu der Antwort hinreißen, sie wolle einen Sitzplatz nicht einem Manne verdanken, ber in biesem Kriege ihren Sohn getötet habe. Der junge beutsche Solbat, ber , französisch konnte, hätte die Frau zur Verantwor- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhefsen rassg*“ Jm Ring von Leningrad. Eine Stockholmer Zeitung entwirft ein Bild von dem Leben in dem eingeschlossenen Leningrad. Daraus geht hervor, daß sie Bevölkerung der um Leningrad herum gelegenen Jnduftriefiedlungen, besonders am Wolchowfluß, ebenso wie die herzlich arme Landbevölkerung in die Stadt getrieben worden ist und die Zahl der Münder vermehrt, die da essen wollen. Die Schilderung kann nicht gelesen werden, ohne daß sich der Gedanke einschleicht, welch ein Glück es ist, daß der Ostfeldzug die Front tausend und mehr Kilometer weit über die deutsche Grenze hinaus nach Osten gerückt hat. Denn in Leningrad sieht es so aus: „Bon Leningrads Umgebung find riesige Dolksmassen in das Innere der Stadt geflüchtet. Wer nicht freiwillig fliehen wollte, wurde dazu gezwungen. Alle öffentlichen Gebäude, Lagerhäuser und überhaupt alle verfügbaren Gebäude sind von den Militärbehörden beschlagnahmt worden. Trotzdem aber kann nur ein Bruchteil der Bevölkerung in den Häusern Zuflucht finden. Vor den Toren treiben sich die Menschen in dichten Haufen herum, die ohne Dach und Zuflucht sind. In den Parks unter den Bäumen und unter den Büschen verbringen Tausende von Menschen die Nacht, ohne zureichende Bekleidung, frierend und durchnäßt. Auch in den Vorstädten Leningrads ist der Andrang so gewaltig geworden, daß die Menschen in dichten Scharen a u f den Feldern liegen müssen. Der Verkehr in Leningrads Umgebung ist vollkommen desorganisiert. Ein Flüchtling aus Leningrad, der die Stadt am 1. September verlassen hatte, berichtet, daß der Bahnverkehr vollkommen aufgehört hatte, da alle aus der Stadt hinausführenden Bahnlinien in den Händen des Feindes oder so schwer beschädigt waren, daß sie nicht mehr repariert werden konnten. Auch der Autoverkehr war vollkommen desorganisiert. In den Vorstädten und von der Provinz gab es keine Transportmöglichkeit mehr für die Bevölkerung nach dem Innern der Stadt. Trotzdem wurde sie durch schärfste Terrormaßnahmen dazu gezwungen, ihre Wohnstätten zu verlassen. Diese Menschen hatten Befehl erhalten, die Straßen, die st ä n d i - gen Luftangriffen und Artilleriefeuer ausgesetzt waren, freizuhalten und sich durch die Wälder zur Stadt durchzuschlagen. Verzweifelt versucht die militärische Führung, die Hauptstraßen für die Truppenbewegungen freizuhalten. ' Die Möglichkeiten, Lebensmittel zu erhalten, wurden immer schwieriger. In den Lebensmittelgeschäften konnte man nur noch Brot erhalten. Diejenigen, die aus der Umgebung Leningrads hereingetrieben wurden, lebten ausschließlich noch von ihrem mitgeführten Proviant. Der Bevölkerung ist eine Proklamation Woroschilows bekanntge- aeben worden, in der dieser erklärt, daß, wenn Leningrad kapitulieren müßte, er die Stadt durch Sprengungen dem Erdboden gleichmachen würde. Alle, die imstande sind, Waffen zu tragen, sind den Truppen zur Verteidigung der Stadt zugeteilt worden, ohne Rücksicht auf ihre Ausbildung und ohne daß man ihnen Uniformen und in den meisten Fällen sogar Waffen geben konnte. In den Außenbezirken der Stadt ist bereits eine große Anzahl von Anlagen und Gebäuden zerstört worden. In der Stadt selbst brachen gewaltige Feuersbrünste aus, deren Flammen man bis zur finnischen Front sieht." Sprengflofflager im Gesandlschastsgarlen. Oie Machenschaften der ehemaligen englischen Gesandtschaft in Belgrad. Belgrad, 11. September. (DNB. Funkspruch.) Sprengstoffunde, die vor einiger Zeit in der englischen Gesandtschaft in Belgrad von deutschen Amtsstellen gemacht worden sind, werfen erneut ein bezeichnendes Licht auf die Zusammenhänge, die zwischen der englischen Diplomatie und dem englischen Geheimdienst mit dem Ziel bestanden haben, durch ihre heimtückische Wühlarbeit und Sabotagemaßnahmen die Neutralität des ehemaligen jugoslawischen Staates zu gefährden. Nach den Funden m Sofia und Agram stellen sie erneut die gegen die Achsenmächte gerichtete Zusammenarbeit zwischen der englischen und der nordamerikanischen Diplomatie auf dem Balkan unter Beweis. Zahlreichen Vertretern der- Presse war am Mitt- woch Gelegenheit gegeben, die Sprengstoffunde zu besichtigen. Sie konnten sich davon überzeugen, daß die englische Botschaft in Belgrad die Zentrale war, von der die Sprengversuche im Hafen von Split und das versuchte Attentat gegen das Eiserne Tor ihren Ausgang genommen haben. Auf dem Dachboden wurden in einem Winkel 63 Karabiner mit 2880 Schuß Munition gefunden. Der serbische Angestellte Pcmitsch der ehemaligen englischen Gesandtschaft gestand^ daß er zusammen mit drei Gehilfen auf Anordnung des amerikanischen Konsuls, der nach Kriegsausbruch dqs brittsche Gesandtschaftsgebäude übernommen hatte, 25 Packungen mit Sprengkörpern. >m Park des Gesandtschaftsgebäudes vergraben habe. Die Sprengkörper seien in Kisten verpackt durch englische Kuriere aus Athen nach Belgrad gekommen. Sie seien vom englischen Marineattache M a ste r s o n und dessen Gehilfen in sechs Räumen untergebracht worden. Grabungen bestätigten die Aussagen des Panitsch. In den letzten drei bis vier Monaten vor Ausbruch des deutsch-jugoslawischen Krieges wurden wöchentlich ein - bis zweimal durch Kuriere aus Saloniki und Athen oft bis zu acht Kuriersäcke mit einem Taxi in das Gesandtschaftsgebäude gebracht. Don den Gehilfen des englischen Marineattach^s sei das Material nachts in unbekannter Richtung weitertransportiert worden. Der Sprengstoffund bringt den einwandfreien Beweis, daß ähnlich wie in anderen südeuropäischen Staaten die englischen Diplomaten unter Mißbrauch der diplomatischen Immunität mit dem Secret Service züsammengearbettet haben. Ihre Machenschaften liegen auf derselben Linie, wie sie.durch die Sprengstoffattentate in den rumänischen Oelfeldern von Ploesti, die Munitions- und Sprengstoffunde in der englischen Gesandtschaft in Sofia und durch die Explosion im englischen Diplomatengepäck im Pa- lacehotel in Istanbul vor aller Welt enthüllt worden sind. Sie offenbaren aber glechzeitig das englische und amerikanische Zusammenspiel als Folge der Balkanreise des Sondergesandten Roosevelts, Donovan, auf dem Balkan. genossen dringend bedurfte, gab es keine ausreichenden Möglichkeiten, den Russen die reichen Mittel der Entente mzusenden. Die Heere der Mittelmächte verhinderten die Landverbindung zwischen ihren Ost- uird Westgegnern. Deutsche und türkische Führung und Tapferkeit sperrten den Zugang zum Schwarzen Meer, Japan hatte kein besonderes Interesse, seinem ehemaligen Hauptfeinde, der plötzlich sein Verbündeter geworden war, von Osten her nennenswerte Hilfe zu bringen. So besann man sich der günstigen nautischen Verhältnisse an der Murman- küste und des Hafens von Archangelsk, der aber nicht immer eisfrei ist. England und Frankreich bemühten sich, die noch im Norden gelegenen Häfen vor allem für den Munitionszuschub zu verwenden. Die Schwierigkeit lag damals hauptsächlich in dem Mangel an Verbindungen aus Jnnerruß- land zu jenen fernen Gestaden. Durch rücksichtslosen Einsatz deutscher, deutsch-österreichischer und ungarischer Kriegsgefangener ließ Rußland eine Bahn an die Eismeerküste bauen. Welche Hoffnungen die Entente und besonders England auf diese' einzige direkte Verbindung mit seinen Bundesgenossen setzte, erhellt daraus, daß die Briten ihren bedeutendsten Soldaten, Feldmarschall Lord Kitchener, im Sommer 1916 von England an die Murmanküste sandten, um das russische Riesenreich zu höchster militärischer Leistung emporzureißen. Doch Kitcheners Schiff sank nördlich von Schottland, wo es auf eine deutsche Mine auf- gefcchren sein dürfte, und der Feldmarschall fand den eeemannstob. Die britischen Anstrengungen, von der Murmanküste aus den Russen möglichst materielle Hilfe zu bringen, erlahmten zwar bis Kriegsende nicht, doch hatten sie keinen wesentlichen Erfolg. Nach dem Weltkrieg machten sich die neuen Gewalthaber in der Sowjetunion die offensichtlichen nautischen und strategischen Vorteile der Murmanküste zu Nutzen und 'bauten vor allem die wichtigsten Verbindungen dorthin rasch zu großer Leistung aus. Neben der Eisenbahn von Leningrad nach Murmansk und ihren Abzweigungen zur finniscben Grenze geht ein Kanal von Leningrad nach der Onegabai. Dieser Kanal ist allerdings in den Wintermonaten zugefroren. Die Sowjetflotte hat an der Murmanküste eine rasch wachsende Zahl von Unterseebooten und Torpedobooten stationiert. Nahe der finnischen Grenze wurden viele Militärflugplätze eingerichtet. Weiter ließ die Sowjetregierung seit mehreren Jahren das Nördliche Eismeer systematisch erforschen. Diese Maßnahme erhielt zwar einen wissenschaftlichen Aufputz, diente aber hauptsächlich strategischen Zwecken. Ein weiterer wichtiger Schritt der Sowjets war der Ankauf der Kohlenbergwerke auf der norwegischen Insel Spitzbergen. Damit wollte sich die Sowjetunion im Nordatlantik eine günstig gelegene Koh- leststation schaffen. Neben diesen gegen Nordeuropa gerichteten strategischen Vorbereitungen hatten die Sowjets auch eine Reihe von Versuchen unternommen, um auf der „Nördlichen Umfahrt" vom „Arktischen Ozean" — wie die Russen das Nördliche Eismeer nennen — in die ostsibirischen Häfen, vor allein^ nach Wladiwostok zu gelangen. Eine Reihe von Flug-, Rundfunk- und Wetterstationen dient diesem Zweck. Einige Schiffe vollführten auch tatsächlich in den kurzen Sommern die ganze Hin- und Rückfahrt. Eisbrecher waren chre unentbehrlichen Begleiter. Doch die Hauptsache blieb den Sowjets die Einrichtung des Hafens von Murmansk und das nahe gelegene Polarno je zu einer neuzeitlichen, höchst leistungsfähigen Basis der See- und Luftstreitkräfte für ihren Einsatz im Nordatlantik. Es war daher nach allen dargelegten Umständen sehr wahrscheinlich, daß die Sowjetunion ihre Flotte an der Murmanküste, also in eisfreien Häfen und mit freier Ausfahrt in den Atlantischen Ozean stationierte. Ein Blick auf eine Europakarte zeigt die Gefahr, die durch die Möglichkeit entstanden wäre, daß die Sowjetflotte jederzeit in den Nordatlantik einfallen könnte. Die Bedrohung Nordeuropas wäre effektiv geworden, der Krieg gegen Finnland war das Vorspiel. Die weiteren Angriffsabsichten und Angriffsmöglichkeiten haben jedoch Adolf Hitler und die deutsche Wehrmacht verhindert. Oas Bitterkreuz für tapfere Tkuppenführer. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Sponheimer. Kommandeur einer Infanterie - Division, Generalmajor Harpe, Kommandeur einer Panzerdivision, Oberst H e r t s ch, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Major Gnaden, Bataillonskommandeur in einem Gebirgsjäger-Regiment, Oberleutnant B e n a ck, Kompaniechef in einem Kradfchühen-Bataillon und Oberfeldwebel Prfyklenk, Stohtruppführer in einer Panzeraufklärungsabteilung; ferner an General der Infanterie v. Stülpnagel, Oberbefehlshaber einer Armee, Generalmajor F e l d t, Kommandeur einer Kavalleriedivision, Oberst Großmann, Kommandeur eines Infanterie- Regiments, Oberstleutnant h e m m a n n, Kommandeur eines Infanterieregiments, Hauptmann Rohweder, Kommandeur einer Panzerjägerabteilung und Oberfeldwebel h e r z e r, Zugführer in einem Schühenregiment. Erfolgreiche Kämpfe an allen Fronten. Berlin, 10. September. (DNB.) Arn 9. Sept, machten die Sowjets trotz der schweren Verluste in den letzten Tagen an einigen Stellen des Dnjepr den Versuch, auf dem Westufer zu landen. Im Schutze der Dunkelheit gelang es einem sowjetischen Stoßtrupp in Stärke ' von ' 21 Mann, das Westufer des Dnjepr zu erreichen. Durch die Wachsamkeit der deutschen Truppen wurden die Sowjets jedoch gestellt und in em Sumpfgelände zurück geb rängt. Hier wurde der gesamte Spähtrupp gefangengenommen. Auch an anderen Stellen des Dnjepr wurden sowjetische Uebersetzversuche kampfkräftiger Späh- und Stoßtrupps im vorbildlichen Zusammenwirken deutscher und ungarischer Truppen abgeschlagen. In den letzten Tagen haben die Bolschewisten durch deutsches Infanterie. oder Artilleriefeuer auf dem Unterlauf d e s Dnjepr zahlreiche Kanonenboote, Monitors, Schleppdampfer und andere Schiffe verloren. Am 8. September wurde wiederum ostwärts Eher, son ein Transportdampfer, vollbesetzt mit Soldaten, durch deutsches Feuer versenkt. Von der Besatzung konnte sich nur ein kleiner Teil retten. U n • terh alb Kiew wurde ein sowjetischer Monitor, der einen Angriffsoersuch auf die deutschen Stellungen unternahm, ebenfalls versenkt. Im südlichen Teil der Ostfront wurden in einem Abschnitt nach» Brechung hartnäckigen Widerstandes 700 Gefangene gemacht und 10 sowjetische Panzerwagen vernichtet. . An anderer Stelle 1000 Sowjetsoldaten gefangengenommen, 14 Geschütze und vier Lastkraftwagen erbeutet. In einem weiteren Abschnitt ebenfalls 1000 Gefangene ein geb rächt und 14 Sowjetpanzerkampfwagen erbeutet. In weiterem Vordringen nahmen die deutschen Truppen im Nordabschnitt der Ostfront eine wichtige Straßenkreuzung. Die Sowjets leisteten , erbitterten Widerstand. Die Kreuzung war durch Bunker und Feldstellungen gesichert. Nach hartem j Kampf setzten die deutschen Soldaten die sowjetischen Bunker außer Gefecht und brachen den bol- j schewistischen Widerstand. Im Raume südlich des Ilmensees versuchten die Sowjets wiederholt, sich hinter schnell angelegten M i n e n s p e r- r e n festzusetzen. Pioniere und Infanteristen be- . seitigten jedoch die Sperren in kürzester Zeit, sodaß das Vordringen der deutschen Truppen fortgesetzt werden konnte. Beim Vorstoß auf eine größere Ortschaft stießen sie auf stärkere Sowjetverbände, denen Panzerkampfwagen zugeteilt waren. In heftigem Kampf wurden ohne eigene Verluste 15 sowjetische Panzerkampfwagen, darunter mehrere 52* Tonnen-Panzer, vernichtet. Lim 3000 Jahre abendländischer Kultur. Rom, 10. Sept. (DNB.) Der italienische Außen- minifter Graf Ciano erließ einen Aufruf, in dem es heißt: „Nicht ein Problem her Macht Politik wird an der Ostfront entschieden,' sondern das Schicksal von 3000 Jahren abenölän* bischer Kultur, von 3000 Jahren Arbeit, mit der viele Generationen in Europa mühevoll für sich und die Welt jene höchstentwickelten Formen der Religion, der Familie und des S t a a. t e s geschaffen haben, die unser geistiges und kul- turelles Erbe darstellen und die der Bolschewismus in blinder Wut aus dem Herzen der Völker unb aus der Geschichte auszulöschen versucht. Es ist der alte Kampf gegen die Barbarei, den Europa fo‘ viele Male im Laufe der Jahrhunderte durchgefochten hat und in dem es so oft gegen diese immer wieder- kehrende Bedrohung siegreich geblieben ist. Es ist der Kampf für unseren heimischen Herd, für unsere Altäre und für unsere Gesetze. Diese Güter sind es, für die wir in den Kampf gezogen sind und für die wir alle, Opfer, die dieser Krieg mit sich bringt, auf uns nehmen. Alle Völker dieser Welt werden mit uns die Früchte unseres Sieges ernten." Moskaus wahres Gesicht. Ein Rundfunkaufruf Tanners. Helsinki, 10. Sept. (DNB.) Der Mehrheits- sozialistenführer und ehemalige finnische Minister- . Präsident Tanner erließ über den Rundfunk einen Aufruf, in dem es heißt: Im Lause feiner kurzen Macht Periode hat der Bolschewismus zahlreiche Der- wandlunaen durchgemacht, aber errist stets verräterisch und unzuverlässig gewesen. Ein jeder, der es versucht hat, mit ihm in Berührung zu kommen, hat sich am Ende getäuscht. Die Sowjetunion versprach auch den kleinen Völkern das Selbstbsstimmungsrecht und gewann am Anfang ihre Sympathie. Aber bj# Absicht war, die Wett in einen leichtgläubigen Frieden einzulullen. Die ganze Zeit blieb die Weltrevolution, durch die die Weltherrschaft angestrebt werden sollte, das Ziel. Für diesen Zweck mußte die Sowjetunion militärisch gefeftigt werden. Hierauf waren die vielen Fünfjahrespläne abgestellt. Die Bevölkerung der Sowjetunion lebt, trotz der Naturreichtümer des Landes, unter elenderen Verhältnissen als die irgend eines anderen Landes. Der Bolschewismus hat die Arbeiterschaft in vielen Ländern zer- plittert und ihren Einfluß geschwächt. Wegen seiner riesenhaften militärischen Aufrüstung und seines imperialtstischen Expansionsfanatismus ist der Bol- Mürel HMongMnün Roman von jjotjl Alemath 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dann hockten sie in schwarzer Finsternis eng beieinander, und Britta begann mit Grabesstimme die schaurige Geschichte zu erzählen: „Ein armes Dienstmädchen mußte einmal Kartoffeln aus dem Keller holen. Unb wie es so durch die dunklen, düsteren Gewölbe ging, hörte sie mit einemmal ein seltsames Geräusch aus der Tiefe kommen, das machte immer bumm — klick — bumm — klick — bumm — klick. Das Dienstmädchen ließ die Laterne, die es in der Hand trug, vor Schrecken fallen unb ftanb mit klopfenbem Herzen in der schaurigen Rabenfinsternis. Und plötzlich hörte es eine tiefe, dumpfe Stimme, die fragte: Wer hat mein Bein? Wer hat mein Bein?---und die Stimme und das Tappen tarnen immer näher, unb es hörte sich an, als käme da ein Mann mit einem hölzernen Fuß durchs Dunkel auf bas arme Dienstmädchen zu, bumm — klick — bumm — klick. Das Mädchen wollte schreien, aber die Kehle war ihm wie zugeschnürt. Und immer näher, immer näher kam die grausige Stimme: Wer hat mein Bein? Wer hat mein Bein?"--Britta machte eine lange Pause. Sie hockten alle drei atemlos unb mit gesträubten Haaren im Finstern unb warteten, was dem armen Dienstmädchen nun geschehen würde. Unb plötzlich griff Britta nach Söhnchens Arm unb schrie mit furchtbarer etimme: „Du hast mein Bein!" Lydia kreischte auf, Söhnchen schrie gellend los, die Bettdecken flogen auf, unb da saßen sie nun, mit blassen Gesichtern unb klopfenben Herzen. Es war wirklich eine munberbare Gruselgeschichte, sogar Britta, die Erzählerin, atmete jebesmal auf, wenn sie zu Ende war. „Seid's ihr denn ganz narrisch, so an Krach zu schlagen?!" Es war Kathis Stimme. Sie trat zum Fenster unb stieß die Läben auf. Die Kinder blinzelten in bas hereinflutende Sonnenlicht. „Ferien fan doch, Kathi!" rief Britta. „Koa Schul unb nix lernat" frohlockte Lydia. Kathi legte den Kopf mit dem straff gezurrten Dutt auf die Seite unb kniff bas linke Auge zu: „Ha, unb die Oftervakanz habt's schon ganz vergessen, wie? Wo sie (Daumenbewegung nach oben) euch jeden Tag, den der Herrgott werden ließ, mit die Rechenaufgaben gezwackt hat und mit Diktat- schreiben, ha?!' Das war eine Erinnerung, die wie eine dupkle Wolke über die Feriensonne flog. „Ja, meinst benrt, Kathi, daß sie auch dieses Mal mfeber mit 'dem Krampf daherkimmt?" „Und ob ich dees mein'!" verkündete Kathi düster prophetisch. Sie sah habet die Kinder an, «als sähe sie sie rettungslos verloren in einem einsamen Boot auf hoher See treiben, bei Sturm unb Wellengang. „Dann sag' ich ihr einfach," erklärte Britta, „baß wir früher in den Ferien niemals haben lernen brauchen, unb baß die Luisa immer gesagt hat, bie Ferien finb zur Erholung da und nicht zum Lernen!" „Ober wir gehen zum Konni unb beschwören uns", setzte Lybia hinzu. Aber Kathi schnaufte nur verächtlich. „Euer Papa, oh mei', da feib’s ihr schon angeschmiert; bem wann sie erzählen tut, daß ihr bees Lerna brauchts, nachha is gar aus mit den Ferien, bös sag i!" - Die Möbel machten lange, bekümmerte Gesichter. Sie sahen ein, daß Kathi leider recht hatte. Söhnchen war bem Gespräch schweigend, aber höchst interessiert gefolgt. Jetzt wollte auch er etwas zur Unterhaltung beitragen. „Gel, Kathi, bas Fräulein, bas is unsre neue Mama?" Die Möbel brachen in ein Gelächter aus, aber ehe sie dazu tarnen, Söhnchen über seinen Irrtum aufzuklären, fuhr Kathi wie von einer Schlange gestochen auf ihn los: „Wer hat bas gesagt?" keuchte sie. Söhnchen erkannte, daß er etwas Fürchterliches angerichtet hatte. „Der Stangl-Toni hat mi gefragt, ob bees unsere neuche Ma—mma is ..." „Unb was haft du eahm geantroorf?" "Ich weiß doch nicht, was sie ist", antwortete Söhnckien weinerlich. Die Mäbel wollten wieder erklärend eingreifen, aber Kathi gebot mit einer großen Geste Schweigen. Sekundenlang ftanb sie vor ben Kinbern, mächtig und unheilvoll, und ihr Blick bohrte sich in weite Fernen. „Habt's ihr das gehört?" fragte sie schließlich, wie aus einer Betäubung erwachend, „der Rotzbub weiß nicht mehr, wer fei' Mutter ist ..." Die Mädels nickten beklommen. Sie spürten Kathis Blicke bohrend auf sich geachtet, sie sah Britta unb Lydia nacheinander an, prüfend, als wolle sie ihnen bis auf den Grund ihrer Seele forschen, ob sie vielleicht auch schon nicht mehr recht wußten, in welchem Verhältnis sie zum Fräulein standen. Die Kinder ließen die Prüfung verschüchtert über sich ergehen. Sie standen in ihren weißen Nachthemden recht unglücklich da, traten von einem Fuß auf den anderen unb spähten in Kathis dickes, böses Gesicht, was nun kommen würde. „Na, mär' das denn so schlimm", fragte Kathi, „wenn euer Papa noch einmal heiraten tat, unb wenn ihr eine neu6 Mutter kriegen tätet?" Sie tröpfelte ihre Worte wie aus einer Flasche, aber aus einer Flasche mit bem Totenkopf unb zwei gekreuzten Knochen. Unb sie beobachtete bie Wirkung ber vorsichtigen Dosis auf bie Kinber aus schmalen, verkniffenen Augen. „Aber doch nicht bie Sieglinba!" stammelten bie Mädel erschrocken. Kathi hotte tief Luft. „Die nicht! Darauf könnt's ihr euch verlassen. Aber zu mir müßt ihr hatten! Zusammen müssen wir halten, wie Pech unb Schwefel, bees sag i euch! Sonst geb i für nix eine Garantie!" Sie musterte ihre kleine Garbe noch einmal, streng unb durch- bohrend, als nähme sie ihnen ein grimmiges Versprechen ab, durchzuhalten bis zum letzten Atem- Zuge. Die Kinder erwiderten den Blick stumm unb ein wenig bebrütft,. als wäre ihnen vieles babei unklar, wonach sie aber nicht zu fragen wagten. „So, unb jetzt zieht euch an, derweil ich eure Suppe koch!" befahl Kathi barsch. Sie schickte die Kinber ins Badezimmer und versprach Lydia, daß sie nachher genau nachprüfen würde, ob der Hals auch sauber fei; denn auf ber weißen Haut ftanb ein deutlich erkennbarer Rand. „Bees is sie beut, bie Kathi, arg bees", wisperte Söhnchen mit einem geduckten Blick nach ber Tür, bie Kathi nicht allzu sanft hinter sich geschlossen hatte. Die Möbel suchten ihre Hausschuhe. Brittas waren wie gewöhnlich unauffinbbar. Schließlich entdeckte sie einen unterm Spielschrank, ber andere blieb verschwunden. Lydia saß auf dem Bettrand unb rieb vorsichtig mit dem angefeuchteten Zeigefinger an ihrem Halse herum. „Heut!", sagte sie achselzuckend unb mit etnepi Seufzer, ber sozusagen nach zwei Richtungen zu gleicher Zeit ging und Söhnchens Feststellung bestätigte als auch Die Tatsache, daß es beim Reiben „Röllchen" gab, unb daß das Halswaschen somit unmöglich länger hinausgeschoben werden konnte^ „Ach, allweil is die jetzt grantig — unb weißt auch^ warum?" Die Frage war an Britta gerichtet. „Warum? Wegen bem lauer, weil ber nimmer* kimmt." „Ach, Schmarrn! Der Xaver ist boch längst basses bem weint sie keine Träne nicht nach, hat sie selber gesagt — und daß sie schon einen in Aussicht hat mit einem Automobui, weil sie bas Motorradfahren nicht vertragen tut ..." Lydia tat ben Fall Xaver mit einer lässigen Handbewegung ab unb schaute sich nach Söhnchen um, aber ben interessierte die Geschichte längst nicht mehr. „Also, was hat sie dann, die Kathi?" fragte Britta. „Wegen der Sieglinba raucht er ihr", flüsterte . Lybia, ,Haß die ihr anschafft und befiehlt, grab al# wenn sie bie Luisa wär', verstehst?" „Ich versteh nur eins nicht", meinte Britta verzagt, „weshalb sie mit uns grantelt, wenn sie einen Rochus auf die Sieglinba hat." „Weil bie Kathi halt denkt, daß wir zur Sieg- linba halten, nicht zu ihr!" Britta hob ratlos bie Schultern: „Wenn doch aber die Sieglinba allweil sagt, daß mir nicht so viel in ber Küche umeinanderhocken sollen .. „Ja, mei*, es is halt ein rechtes Kreuz!" seufzte Lydia niedergeschlagen; „die zankeln sich, und wir fressen's aus." Sie tat einen Schnaufer wie ein achtzigjähriges Spitalmeiberl, dem die Last ber Erde allmählich zu schwer wirb. Britta hockte sich auf ben Bettrand. Sie zog die Knie bis ans Kinn empor unb strich bas Nachthemd jiber ben Beinen glatt. Ihr kleines blondes Gesicht war seltsam ernst. Wie eine winzige Erwachsene saß sie vor ihren jüngeren Geschwistern. — „Es gefreut mich nimmer ...", sagte sie plötzlich leise, als spräche sie zu sich selbst. „Was?" fragte Lydia. (Fortsetzung folgt) ' WwjJP DW e Nationalitäten. Tanner hat sich aber niemals Zwei Lahre Kriegsbewährung der SA TI dos mpfangen wurden. in. flheits- 1 inifter« j| k einen ! j Ein Faden spart Millionen Seifenstücke Oft sind es scheinbar Nebensächlichkeiten, von denen soviel abbängt. Ein einfacher Faden, in allen deutschen Haushalten überm Waschbecken aufgehängt, könnte Millionen Seifenstücke sparen. Warum? Die Sqife liegt meistens feucht.EntwederaufdemWaschbecken im Nassen oder in einem Näpfchen oder einer Vertiefung, von wo das Wasser schlecht abläuft. Dauernd wird also Seife aufgelöst, ohne daß man sie benutzt. Die Folge: es wird viel zuviel Seife verbraucht! Man könnte mit der Hälfte oder mit zwei Dritteln bequem Auskommen. Würde man die Seife an einem Bindfaden aufhängen, so wsirde man das rasche Auflösen vermeiden. Die Seife würde jedesmal nach dem Gebrauch so schnell wie möglich wieder trocknen, Unfr würde auch immer trocken Seife und Waschpulver für schmutzige Berufs» wäsche und müssen dabei doch lange reiben und scheuern, bis der Schmutz herausgeht. 8n solchen Fällen ist ein gutes fettlösendes Neinigungsmittel viel zweckmäßiger. Es löst sofort den Schmutz, besonders den zäh klebenden fettigen, öligen oder eiweißhaltigen Schmutz wie bei Schlosser- Bäcker- und Fleischerkleidung. Solche start verschmutzte Berufskleidung mit (bl, Fett, Teer usw. weicht man zunächst in lauwarmer oder heißer Lösung ein (Sachen mit blut- oder eiweißhaltiger Beschmutzung — Metzger- und Bäckerklei- dung — darf man nicht heiß einweichen, weil sonst die Flecken einbrennen). Am nächsten Morgen kocht man dann die Sachen in einer frischen Lösung eine Viertelstunde. Danach spült man sorgfältig, erst heiß, dann kalt. Sie werden sich selbst wundern, wie tadellos sauber so bebandelt die vorher schm»tzigste Berufskleidung aussieht. Und Sie werden sich freuen, auf diese Weise cm Seife und Wasch- pulver zu [pot^n, Das Personal der britischen Gesandtschaft in Helsinki hat die finnische Hauptstadt verlassen, um sich zunächst nach Lissabon zu begeben. Dort soll der englisch-finnische Diplomatenaustausch erfolgen. Das Personal der finnischen Gesandtschaft in London wird sich in aller Kürze ebenfalls auf die Heim- reise über Lissabon begeben. Zum Nachfolger des als Ministerialdirektor in das Reichsmlnisterium des Innern berufenen Son- dertreuhänders für die kulturschaffenden Berufe, Regierungspräsident Rüdiger, ist der Generalsekretär der Reichskulturkammer und Ministerialdirektor im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Hans Hinkel, ernannt worden. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Dichter Dr. Franz G i n s k e y in Wien zur Vollendung des 70. Lebensjahres telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt. lußen- us, in lpolitik dar ilan« beit, oll für iormen itaa« ib kul' »ismus ?r und ist bet 'pa ffl fochten nieder- Es ist d, für . Diese gezogen Krieg ■ dieser Sieger hängen! Dort, wo Kinder sich waschen, kann die aufgebängte Seife Wunder an Ersparnissen vollbringen. Bitte, probieren Sie's mal! Seife und Waschpulver können Sie aber noch bei vielen anderen Gelegenheiten sparen. Wie kommt es zum Beispiel, daß manche Frauen beim Wäschewaschen viel zuviel Seife und Waschpulver verbrauchen? Sie weichen zu kurz und ungenügend ein. Während richtiges Einweichen mit Vleichsoda schon den gröbsten Schmutz von selber löst, müssen diese Frauen ihn erst unter Verwendung von viel Seife und Waschmitteln herauswasck>en. Diese Seife und diese Waschmittel kann man aber sparen. Denn'gründliches Einweichen bringt die Gewebefaser zum Aufqucllen. Der grobe Schmutz wird dadurch gelockert — und löst sich dann von selber auf. Alles kommt also darauf an, daß Sie besser und gründlicher einweichen. Am nächsten Morgen sehen Sie an der dunklen Färbung des Einweichwassers, daß sich ein großer Teil des groben Schmutzes gelöst hat. Gei- Frcu«S vexbkMchW eise Menge Oie Heimkehr der Japaner aus den britischen Ländern. Tokio, 10. September. (Europapreß.) Die Entsendung von drei japanischen Schiffen nach E n g - lcnd und den britischen Kolonien für Nckführung der Japaner begründet die japanische V'esse mit dem Wunsch einer steigenden Anzahl der in englischen Gebieten wohnhaften Japaner, bkimzukehren, weil sie durch die Einfne- Die Küstenverteidigungszone auf der malaiischen Halbinsel ist um 300 Kilometer nördlich von Singa- pur ausgedehnt worden, um die in das Chinesische Meer mündenden Flüsse 'unter militärische Kontrolle zu stellen. lte, dar etunion en die Zevölke« erreich' Wissen Lolsche« -n be- sodah rohere bände, hef. 5 sov- re 52« ung zu Sowjet’ ob# be5 titore •X her. DOlbo, r Le. Un. Jnifor Sieb Jl’fyn ( nach lichtet. ln9tn. rnsallz °nzer. rischen i eine töteten durch lartem >wjeti- n bol- dlich »ieber. m Sowjets verhandelt, als diese die Gründung ues selbständigen Finnland zubilligen mußten, ertreter der Bolschewisten bei dieser Konferenz in iiga war damals Stalin als Volkskommissar für seine- adkommen er Lob ------ „Anläßlich des 1000. Abschusses spreche ich dem Geschwader meine besondere Anerkennung und meinen Dank, verbunden mit den besten Wünschen für weitere große Erfolge, aus. Kampfflugzeuge versenkten in einem Hafen auf der Halbinsel Krim einen Truppentransporter von 1000 BRT. Ein weiterer von 1500 BRT. sowie ein Unterseeboot-Begleitschiff wurden schwer beschädigt. Tokio, 10.Sept. (Europapreß.) Die japanische scesse begrüßt die Entsendung Poshizawas Ls Sonderbotschafter. nach Französisch- Jndochina. Den klarsten Ausdruck findet die jcpanische Zielsetzung in Französisch-Jndochina in her Zeitung „Äomiuri Shimbun": „Tatsächlich ist mnmehr das Stadium erreicht, wo beide Länder ir der Lage sind, ihre Pläne für die Zukunft auf einer dauerhaften Grundlage zu fassen." Die Grund- An allen Fronten des Krieges haben sich seither SA.-Führer und SA.-Männer hervorragend be- währt. Dafür zwei Beispiele: Von den Obergruppenführern und Gruppenführern der SA. sind bisher sieben vor dem Feinde gefallen. Bis Ende Juni 1941 ist das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz an 26 Angehörige der SA. verliehen worden. Zahlreiche Berichte von Truppenkommandeuren an die Oberste SA.Hühruna über die Haltung der SA.-Männer bei der kämpfenden Truppe besagen, daß die SA.-Männer zusammen mit dem Führer- korps der aktiven Truppe das Rückgrat der For- mationen im Gefecht gebildet haben. In der Heimat steht die SA. in dauerndem unmittelbar der Wehrmacht dienenden Einsatz. Verladen von Pferden und Kriegsaerät, Bewachung von Gefangenen, Bewachung und Bergung abgestürzter Flugzeuge, Sicherung kriegswichtiger Verkehrspunkte, Hilfeleistung bei Verwundetentransporten gehören zu den mannigfachen Aufgaben, die der SA. gestellt sind. Auf dem Gebiet dc_ .. >n seiner politisch bodenständigen Haltung abbrin- tn lassen. Während z. B. in Schweden die Sozial- nnokratie stark von England beeinflußt wurde, hat >r finnische Politiker Tanner immer gewußt, daß :r gefährlichste Feind der europäischen Kultur in toskau zu suchen ist. Er hat schon einmal eine brechnung mit den Bolschewisten gehalten, um der Zelt zu zeigen, daß sie dem kleinen Finnland nicht tir einen brutalen Frieden diktierten, sondern dar- iber hinaus von einer Erpressung zur anderen gestritten sind, um sich höhnisch über alle Rechte des Echwiicheren hinwegzusetzen. Seine neue Rede ist büjer von besonderem Interesse. (Spitzbergen. Madrid, 10. Sept. (Europapreß.) Das bri- fiche Kommunique über die Landung englischer, dnadischer und norwegischer Truppen auf Spitz- fergen ist in der spanischen Öffentlichkeit mit eini« i?r Verwunderung zur Kenntnis genommen war- v>n, weil man sich fragt, welche besonderen Erfolgs- Essichten sich die Demokratien für die Beendigung s Krieges von der Besetzung jener polaren Regien versprechen. Die Madrider Zeitung „Jnfor- taciones" schreibt: „Leningrad ist und bleibt völlig en» und abgeschlossen. Vielleicht haben die Demo« tatien dafür in Spitzbergen eine Korn- jenfation gesucht. Aber eine Sache hat mit der «aderen nichts zu tun. Die Londoner Zeitungen Halm lediglich eine Schlagzeile für ihre erste Seite kehr, mit der sie ihren besorgten Lesern eine leue Injektion zum Stimmungsau f° shwung zu verabfolgen glauben. Mit einem ge- vdezu kindlichen Vorwand haben sich die im Dienst Englands stehenden Streitkräfte eines neuen, ver- idigungslosen Stückchens dieser Erde bemächtigt, ic Landungstruppen haben zwischen den Eis- öcken Spitzbergens natürlich keine Deutschen ge- losfen und auch sonst nichts Bemerktznswertes ent- fcit. Dort kann man weder einen Krieg rachen noch gewinnen." General Oentz in Marseille. Marseille, 10. Sept. ifEuropapreß.) General In der gestrigen Meldung Hervorragende Leistungen deutscher Transportflugzeuge muß es nach einer Mitteilung des Deutschen Nachrichtenbüros heißen, daß an Kriegsgerät und Derforgungsmate- rial 9 051000 Kilogramm zur Front befördert wurden. ♦ Die Sowjets behaupten, in der Barents-See das deutsche Unterseeboot „73" aufgebracht zu haben. — Diese Meldung trifft nicht zu. Weder „U 73" noch ein anderes deutsches U-Boot ist durch Sowjetstreitkräfte in de» Barents-See aufgebracht worden. vom Mai dieses Jahres, wobei „Bo- inuri Shimbun" daran erinnert, daß in diesem Abkommen das Recht der Japaner auf freie Niederlassung, Handel und Gründern erb in Französisch-Jndochina sichergestellt oiirbe. Die Beteiligung japanischen Kapitals in Landwirtschaft, Bergbau, Eisenbahnen urb Elektro-Wirtschaft wurde vertraglich gesichert. spendewesens für die Wehrmacht hat sich die SA. besonders eingesetzt. Bei der SA.-Gruppe Berlin- Brandenburg meldeten sich z. B. auf einmaligen Ausruf hin 8615 SA.-Männer freiwillig als Blutspender. In der SA.-Gruppe Mitte hat ein Sanitätstruppführer bereits in 166 Fällen Blut gespendet. Die vormilitärische Wehrerziehung in den Kriegswehrmannschaften der SÄ. umfaßt alle über 18 Jahre alten, noch ungedienten wehrpflichtigen Männer, soweit sie sich freiwillig melden. In Abend- und Sonntagsdiensten vermittelt die SA. diesen Männern die Änfangsaründe des Scbieß- und Geländedienstes, Kenntnisse im Nachrichtenwesen, im Reiten und Fahren. Bei dieser ganzen Ausbildung steht die weltanschauliche Festigung des einzelnen, die Pflege der Soldatentugenden und enger kameradschaftlicher Verbundenheit neben dem Erwerb sicherer und gediegener Kenntnisse im Vordergrund. Die Ausbilder sind durchweg SA.-Männer, meist Weltkriegsteilnehmer, die in SA.-Schulen geschult worden sind. D^ SA. sorgt durch diese Arbeit dafür, daß die noch Ungedienten bei ihrer Einberufung zum Wehrdienst die Grundlagen der militärischen Äusbildung beherrschen. So kann die spätere Ausbildungszeit bei der Wehrmacht häufig eine nicht unwesentliche Kürzung erfahren. Zahlreiche schrifttiche Bekundungen von stellv. Kommandierenden Generalen und' Er- satztruppenkommandeuren erkennen an, daß die durch die SA.-Wehrrnannschaften gegangenen Männer in Haltung, Geist, Kenntnissen und Leistungen die anderen Rekruten überragen und daß es für die Truppenteile wesentlich leichter ist, mit so vorbereiteten Männern das waffentechnische Ausbildungsziel zu erreichen. Im mittelbar der Landesverteidigung dienenden Einsatz stehen die SA.-Einheiten überall an vor- hewisrnus schließlich zu einer wirklichen Gefahr j r den Weltfrieden und die Existenz der iölker geworden. Die Zukunft der Menschheit ver- cngt es, daß ein derartiges verderbenbringendes ysiern vernichtet wird. Wenn es nicht gelingt, : >irb die bolschewistische Lehre die europäische Kul- it vernichten. Der finnische Minister Tanner ist nicht nur eine Tarfante Erscheinung des politischen Lebens im lorbfcn, sondern auch durch seine Vergangenheit als pzialdemokrat weithin bekannt geworden. Er hat -n Weltkrieg'erlebt und nach feinem Ende mit rungsmaßnahrnen ihre Existenz verloren haben. Die Zahl dieser Heimkehrer schätzt „Asahi Shimbun" auf 700 in Singapur, 200 in Bntisch-Jndien, 60 in Westasien, 30 in Ostafnka und 100 in Europa. Die japanische Presse bestätigt, daß England gleichfalls ein Heimkehrerschiff nach Japan entsendet. Oie Getreideschlacht in Italien. Rom, 10. Sept. (Europapr.) Mussolini hat der mit der Herbstaussaat beginnenden Getreideschlacht des Jahres 1942 durch eine Verfügung einen kräftigen Ansporn gegeben. Er hat den Minister für Land- und Forstwirtschaft beauftragt, den Landwirten für jedes mit Weizen, Korn oder Gerste bebaute Hektar eine Prämie von 200 Lire zuzugestehen. Außerdem hat der Duce für alle Getreidearten im Jahre 1942 einen Preiszuschlag von 40 Lire für den Doppelzentner in Süditalien und auf den italienischen Inseln, und von 20 Lire in den übrigen Teilen Italiens bewilligt. Der Wahlspruch für die neue Getreideschlacht lautet: „Diel und gut säen!" An die Bevölkerung von Kreta. Athen, 10. Sept. (Europapreß.) Der Vizepräsident der griechischen Regierung, Minister Logo- thetopulos, begab sich nach Kreta, um dort den neuen griechischen Generalgouverneur Lulakakis in sein Amt einzuführen. In einem Aufruf an die Bevölkerung von Kreta sagte er, der Krieg sei für Griechenland endgültig beendet, es gelte nun, die produktive Arbeit wieder aufzunehmen, um die Schäden zu mildern, welche der Krieg Griechenland zugefügt habe. Der Vizepräsident forderte die Bevölkerung auf, den Maßnahmen der deutschen Besatzungsbehörden Vertrauen und Verständnis entgegenzubringen. Die Besetzung der Insel sei aus Gründen erfolgt, für die ausschließlich die frühere griechische Regierung und die Engländer die Schuld trügen. Die Bewohner Kretas müßten sich nunmehr der Wirklichkeit anpass e n. Kleine politische Nachrichten. Dem Kommodore des Jagdgeschwaders Lützow, das vor einigen Tagen seinen 1000. Abschuß im Osten melden konnte, hat Reichsmarschall Göring nachstehendes Anerkennungsschreiben zugehen lassen: NSK. Bei ihrer Gründung erhielt die SA. vom Führer den Auftrag, „Trägerin des Wehrgedankens eines freien Volkes" zu werden. Diesem Befehl folgend, waren die Sturmabteilungen schon vor der Machtergreifung für das deutsche Mannestum eine große deutsche Erziehungsstätte zu Wehrwillen'und Wehrkraft gegen alle Feinde Deutschlands. Der Krieg brachte chr die höchste Bewährungsprobe. Die Männer der Sturmabteilungen rückten in die drei Wehrmachtteile d^s deutschen Volksheeres ein, um dort in die Tat umzusetzen, was die SA. iahr- zehntelang gefordert und vorgelebt hatte, lieber 80 v. H. Des SA.-Führerkorps und der größte Teil der SA.-Männer stehen in allen Dienststellungen bei den verschiedensten Truppenteilen der Wehrmacht. Der größte Teil der einzigen kasernierten Einheit der SA.„ der SA.-Standarte „Feldherrnhalle", ist bei den Fallschirmjägern. Ihre Leistung bei den Kämpfen in Holland, Belgien und auf Kreta steht geschichtlich fest. Der Rest der Standarte ist zu einer Infanterie-Einheit des Heeres zusammengestellt. Er hat im Westen an entscheidender Stelle die Magi- nvtlinie durchbrochen und kämpft heute im Osten. Nur bei Beginn des Polenfeldzuges kam es zum Einsatz größerer geschlossener Verbände der SA. Dreitausend SA.-Männer der Danziger SA. haben sich bei der Niederwerfung der Polen im Raum von Danzig glänzend bewährt. Bei der Einnahme der Westerplatte und des polnischen Kriegshafens Gdingen war die Danziger Marine-SA. mit ihren Sturmbooten hervorragend beteiligt. Auch die SA.- Gruppen Schlesien und Sudeten stellten geschlossene SA.-Derbände auf, die durch kühnen Handstreich im oberschlesischen Industriegebiet wertvolle Industrieanlagen vor der Vernichtung bewahrten. Gruppe Warthe, Sitz Posen, ausgestellt. Die Ausgaben der SÄ. in all den ehemals polnischen Gebieten erstrecken sich zunächst auf die Erfassung des Deutschtums, seine Stärkung und nationalsozialistische Ausrichtung. Unter Zuteilung zu den Gruppen Niederrhein und Mittesrhein wurden im Gebiet von Eupen-Malmedy und Luxemburg neue SA.- Einheiten ausgestellt. Der in Lothringen tätige Aufbaustab der «Ä.»Gruppe Kurpfalz schuf mit dem Standort Metz die SA.-Prigade Lothringen. Aus den durch den Einsatzstab der SA.-Gruppe Südwest im Elsaß neu ausgestellten SA.-Einheiten wurde die SA.-Gruppe Oberrhein (Sitz Straßburg) gebildet. Die SA. erfüllt hier die Ausgabe, die männliche Bevölkerung dieses deutschen Landes im nationalsozialistischen Geist und SA.-mäßiger Haltung zu erziehen. So stehen die Männer der Sturmabteilungen des Führers an der Front und in der Heimat. Sie sind, was sie seit jeher sein wollten und ^gewesen sind: des Führers treue und unermüdliche Soldaten. SA.-Hauptfturmführer Rehm. Oie Gckul-Alistoßiammlung. Berlin, 10. September.. (DNB.) Zu den 43 Lehrern und 210 Schülern und Schülerinnen, die das beste Sammelergebnis in den Monaten April bis Juni aufzuweisen hatten, sprachen im Reichsarbeitsministerium Reichsminister R u st, Unterstaatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Generalleutnant Hanneken und der bevollmächtigte Vertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer M ö ck e l. Reichsminister Rust überreichte dem erfolgreichsten Lehrer, Studienassessor Fischer von der Gontard-Oberschule in Berlin, und dem erfolgreichsten Schüler, M a x D o i g t - E s s e n die ihnen vom Reichskommissar für Altmaterialienverwertung übereigneten Werke „Großdeutschland" dzw. „Mit Hitler im Westen". Reichssieger mit den drei besten Sammelergebnissen sind neben der Gontard-Schule mit 1620 Punkten je Schüler die Mittelschule in Helmstadt (Hannover) mit 1081 Punkten und die Volksschule Eggersdorf (Mark Brandenburg) mit 1038 Punkten. Unterstaatssekretär Hanneken überbrachte Lehrern und Schülern die besondere Anerkennung des Reichsmarschalls Goring. Reichsminister Rust gab seiner Freude über diese Anerkennung der Arbeit der Schuljugend Ausdruck. Es fei mit dieser unscheinbaren Tätigkeit eine Schlacht für den Sieg gewonnen worden. Wieder habe die Schuljugend jene Tilgenden beweisen können, zu denen sie Hitler-Jugend und Schule erziehen und für die ihr der Führer mit seinem ganzen Lebenswerk leuchtendes Vorbild sei. Stabsfuhrer M ö ck e l erinnerte daran, daß hinter diesen Gaubesten die ganze deutsche Jugend steht, die bereit ist, jeden Kriegsauftrag zu erfüllen. Die Anerkennung verpflichte zu weiterem vorbildlichem Einsatz. Fortschreitende Verbreitung des Hundfunts. Im Gebiet des Großdeutfchen Reiches wurden MUe 1941 rund 16,2 Millionen Rundfunkteilnehmer gezählt. Es kamen auf 100 Haushaltungen 63 Rundfunkteilnehmer, 1933 dagegen erst 25. Einen höheren Bestaiü» an Rundfunkteilnehmern als das Deutsche Reich haben nur noch die Vereinigten Staaten und eine höhere Rundfunkdichte die Vereinigten Staaten, Schweden, Dänemark, Neuseeland und Großbritannien. Aus aller Wett. Die Daraceljus'llusstellung in Salzburg. In Salzburg ist eine Paracelsus-Ausstellung in der Aula der alten Universität eröffnet worden. Der Direktor des städtischen Museums, Dr. Silber, verwies darauf, daß das Jahr 1941 für Salzburg durch die Gedenkfeiern für Mozart und Paracelsus besondere Bedeutung habe. Die vielen Erinnerungen aus Paracelsus Leben, die mit Salzburg verknüpft lind, haben die Ausstellung veranlaßt. Weit feiner Zeit vorauseilend war fein medizinisches Wissen auf allen Gebieten. Die Ausstellung enthält eine Fülle von Schriften, Büchern und Bildern des Paracelsus. In der Vorhalle fit der Gipsabdruck des Schädels Paracelsus ausgestellt. Das Grabdenkmal in der Vorhalle der St.-Sebastians-Kirche wurde erneuert, ebenso der angrenzende Teil der Friedhofarkade mit den Bildwerken und Bildern. Schwerer Schneesturm in den Anden. „Messaggero" berichtet: Ein Wirbelsturm mit riesigen Schneemassen habe den chilenischen Bezirk Los Andes sowie das argentinische Gebiet von Las Cuevas heimgesucht. Das Städtchen Caracholes sei von einer gewaltigen Lawine und einer Schnee» und Eismasse von über 30 Meter Stärke verschüttet' worden. Die chilenischen Versuche, für die Einwohner des heimaesuchten Gebietes von Flugzeugen Nahrungsmittel und Medikamente abwerfen zu lassen, hätten nur geringen Erfolg gehabt. Die gleichen Versuche auf argentinischer Seite hätten wegen der schweren Böen eingestellt werden müssen, obgleich die Flugzeuge Höhen von über 7000 Meter ausgesucht hätten, um aus ihrem Bereich zu kom- men. Ein chilenisches Heeresflugzeug sei nahe der riesigen Ssatue des (Trifte Redentore auf der Andenhöhe über Mendoza abgestürzt. Das Flugzeug habe unter einer Schneemasse von 15 Meter gelegen. Zeige' t einein lgen y1 - Stellung ; Mben 11 n H . konnte. ßt auch, ! et. ninnnek t basseh. ie M sicht h°t idsahren [1 ravet. jrs - fragte flustel! grab °le itta * sie ernt" ir aber >" " seus-?! uni'S tDieS der^ sm uu-________a_ , i feinet loze dieses Verhältnisses sei das Wirtschafts- = y Japan und Lndochina , durch 1 ,rc---------c x :~* Dmtz, der als Oberkommissar die französischen Trup- pm in Syrien befehligte, ist in Marseille eingetrof- ftn. Er hatte mit den Offizieren seiner Begleitung rüge Seemeilen vor Marseille den Dampfer „Kou- tkubia" verlassen und das Kanonenbot „Curieuse" Wegen, das ihm zusammen mit dem Kanonenboot Chamois" entgegenaefahren war. Im Hafen hat- tei sich als Vertreter des Marschalls Dätain General Lau re eingefunden. Abordnungen oer tunesischen, Lgerischen und senegalesischen Truppen, die unter . taneral Dentz in Syrien gekämpft hatten, erwiesen N-r 1 zusammen mit einer Gardeabtellung und einer Ab- orrmung der Luftwaffe die militärischen Ehren, pj Gaäter trafen die beiden Transporter „Koutoubia" m. un | „Djennen" ein, auf denen sich 200 Offiziere md 2000 Mann aus Syrien zurückbeförderter frcm- zisischer Truppen befanden, die ebenfalls feierlich derfter Stelle. Unterstützung der Partei bei ihrer Erziehungs- und Aufklärungsarbeit, Betreuung rückgeführter Auslandsdeutscher, Hilfeleistung bei feindlichen Angriffen, Ausbau von Luftschutzanlagen, Derdunkelungskontrolle, Erntehilfe Ernte- und Waldschutz und Einsatz bei Naturkatastrophen sind Aufgaben, bei denen sie sich vielfältig bewährte. Häufig wurde sie als Hilfspolizei oder als -Per- stärkung des Zolldienstes oder Grenzschutzes heran- gezogen. In der NSV. arbeitet die SA. bei Sammlungsaktionen, Kohlenoersorgung,, Quartiervorberei- tungen und anderen Hilfsdiensten mit. Der Organisation Todt wurden zahlreiche SA.-Führer und SA.-Unterführer zur Verfügung gestellt. Die SA.- Männer, die in der Heimat Zurückbleiben mußten, versuchten mit bester Hingabe, ihren Kameraden an der Front würdig zu sein. ______ ... Im Osten wurden als 26. und 27. SA.-Gruppe es Blut- die SA.-Gruppe Weichsel, Sitz Danzig, und die SA.- F 7 X W/ Y)1V Z&g§. M Kaufgesuche | Gut erhaltene Lauch oder Chaiselongue zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. u. 03010 a.d.G.A. Gut erhaltene Ghflileionoüe zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02996 an den Gieh. Anz. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausend«« beachtet und geleien. mit Magda Schneider ■ hfl - ...... Wolf Albad3-Retty / Hilde von Stolz Fritz Odemar Rudolf Platte Der Kampf der Jugend gegen verstaubte Hofatmos- phäre in lustigen, übermütigen Szenen, umrahmt von den unvergeßlichen Klängen Josef Straußscher —-...... MusHc= NEUESTE DEUTSCHE WOCHENSCHAU Heute Donnerstag Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich 3.00, 5.15, 8.00, Sonnt. 3.00, 5.15, 8.00 3770 A Nr. 216 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen) Donnerstag. U. September Ml die Zwiebeln in etwas Die ganz vorzügliche Pflaumen- oder Zwetschgen-Marmelade bereitet man nach folgendem Hierauf rührt man den Inhalt einer Normalflasche Opekta zu 70 Pfg. und nach Belieben den Saft einer Zitrone hinein und füllt In Gläser Ausführliches Rezept bei Jeder Flasche. Rezept: r Klio Pflaumen oder Zwetschgen, gereinigt und entsteint gewogen, werden sehr gut zerkleinert, mit 2 Kilo Zucker zum Kochen gebracht und 10 Minuten durchgekocht. Aus dem Reiche Ser Krau langen will. H. v. L. Aus Ser GtaSi Gießen dünstet und dann die Kürbisstücke und Tomaten dazugegeben. Wenn das Gericht oöllig gar ist, wird Selleriesalz und frischen Kräutern gewürzt. Ev schmeckt vorzüglich zu Pellkartoffeln. Kürbis-Schnitzel: Kürbisscheiben werden in eine dicke, pikante Kräutertunke getaucht, in Brösel gewälzt und auf beiden Seiten goldgelb gebacken. Pilze und Zwiebeln mitgedünstet, ver- feinrcn sehr. Süße Kürbis« Schnitte: Kürbisscheiben werden in einen steifen Eierkuchenteig getaucht und auf beiden Seiten goldgelb gebacken. Dann werden sie mit Zucker bestreut und mit Kompott oder Danilletunke gereicht. Verdunkelungszelt 11. September von 19.47 bis 6.47 Uhr. quer! Alle anderen Gardinen werden gespannt; einfache Gardinen werden, wenn fie noch etwas feucht find, gebügelt. Aber stets nur in die Breite plätten! HOM. Abcfchühen lernen sparen. Sparen ist ein Gebot der Zeit, und als jüngste Generation der Sparer treten nun unsere Abc« schützen an, die in den ersten Schultagen bereits in das Gebiet des Haushaltens eingeführt werden. Bisher, unter Mutters Obhut, haben sie noch nicht viel von der Kunst des Sparens gehört, denn sorgende, schlichtende und sparende Mutterhände überwachten der Kleinen Tun. Nun aber heißt es: Selbst ist der Mann — auch in geldlicher Beziehung? Mit dem Haushalten der Schulutensilien wie Federn, Bleistiften, Heften fängt es an. Man setzt den Kindern am besten fiir diese Bedürfnisse eine bestimmte Summe im Monat aus, die eher zu knapp als zu reichlich bemessen sein darf. Hierüber haben sie. eine genaue Abrechnung vorzulegen — möglichst am Monatsende noch eine kleine Ersparnis zurückzulegen. Man erreicht damit, das; das Kind den Wert des Geldes begreifen lernt, daß es ersaßt, daß man mit Sparsamkeit manches zurücklegen kann. Künftig werden nicht mehr zu jeder „Reinschrift" neue Federn .in Angriff genommen werden — was immer zu besonders schöner Schrift verhelfen sollte! — und das Heft wird bis auf die letzten Linien aufgebraucht. Auch die Buchumschläge werden besser geschont werden, denn — nun geht es aus der eigenen Tasche, und das tut weh! Un- geheuer stolz ist jedes Kind, wenn es am Monatsende eine ordnungsgemäße Abrechnung vorlegen kann und — sogar noch ein pagr erübrigte Pfen- niae, die dann die Sparkasse für Weihnächte- und andere Geschenke auffüllen helfen. Frühzeitiger Umgang mit Geld und die Rechenschaft über die Ausgaben sind jedem Kinde für das Leben förderlich, denn damit lernt es auch begreifen, daß in allem gespart werden muß: In Kleidung, Schuhsohlen, Hosenböden und Frühstücksschnitten und wie die leidigen Dinge im Kinderdasein alle heißen mögen. Auch wenn die Mutter Einkäufe für den Abc- schützen zu machen hat, sollte er möglichst dabei sein. Er sieht dann, wieviel Geld alles kostet und kommt zur Einsicht, daß mit den Anschaffungen vorsichtig und haushälterisch umgegangen werden muß, wenn man auf einen grünen Zweig — in diesem Falle zu einer wirklich klingenden Ersparnis ge- bciter, Angelernte oder Nichtauogelernte tätig sind, das 25. Lebensjahr erreicht haben und weltanschaulich einwandfrei find, wenden sich zwecks näherer Auskunft an die DAF., Kreiswaltung Wetterau, Hauptabteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18. Lageskizzen vom Lustschuhraum. Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbe- ehlshaber der Luftwaffe hat durch Erlaß die Herstellung von einfachen Zeichnungen ungeordnet, aus denen die Lage der Luftschutzräume, ihre Zugänge, Notauslässe und Mauerdurchbrüche, sowie die Lage der Wasser- und Gashaupthähue ersichtlich ist. Bon diesen Lagepläncn ist eine Ausfertigung bei der Nachbarlustschutzgcmeinschaft, eine zweite beim Po- Nie Kürbiszeit beginnt. In Großmutters Speisekammer stand als eiserne Nation neben den Essigpflaumen und dem Rumtopf auch immer der Steintopf mit dem eingemachten Kürbis. Diese Art, die riesigen Früchte des Spätsommers zu verwerten, blieb aber auch Jahrzehnte hindurch die einzige. Bis das Suchen nach neuen, gesünderen Ernährungsformen uns mehr zur Gemüse- und Fruchtnahrung hinleitete, bis die Ernährungsforschung nicht nur den hohen Wert des Kürbis als Gemüse-, sondern auch als ausgesprochene Heilpflanze nachwies und nicht zuletzt kluge Hausfrauen vielerlei schmackhafte Gerichte erprobten, um Kürbis recht oft in immer neuer Form auf den Tisch bringen zu können. Der Kürbis wirkt sehr anregend auf die Nierentätigkeit, also stark harntreibend, und entzieht so auf dem natürlichsten Wege dem Körper große Wassermengen. Dadurch wird auch gleichzeitig das Herz^ entlastet. Aber nicht nur das. lieber die Nieren verlassen große Mengen im Harn gelöster, gefährlicher Schlacken den Körper. Bon der Funktion der Nieren hängt es also ab, ob alles Schädliche hinausgeschwemmt wird oder sich in Blutbahn und Geweben staut, um Krankheiten zu verursachen. Hierher gehören nicht nur chronische Entzündungen der Nieren und der Blase, sondern auch Herzleiden, Gelenkrheumatismus und Wassersucht. Kürbis hat keinen hervortretenden Geschmack, also kann man ihn bis zur Hälfte allen Gemüsen, Marmeladen und Kompotten beimischen, ohne deren Geschmack zu beeinträchtigen. Darüber hinaus kann man ihn abwechselnd als Salat, Suppe, Gemüse, Süßspeise, Kompott oder Backwerk auf den Tisch bringen. Die sogenannten Markkürbisse und alle italienischen Sorten lassen sich am besten als Gemüse verwenden. Zum Einmachen eignen sich die großen runden am besten. Nicht ganz ausgereifte Kürbisse schmecken sehr gut, wenn man sie genau wie Schmorgurken zubereitet. Kürbis kann guch wie Gewürzgurken eingelegt werden. In einen Steintopf schichtet man die geschälten, entkernten gurken- großen Stücke, legt Weinreben, viel Dill, etwas Estragon, YRierret'tich, Zwiebelringe und Sauerkirschblätter dazwischen und übergießt mit schwacher, abgekochter Salzlösung. Man legt ein Brett darauf, das mit einem Stein beschwert wird, und in drei bis vier Wochen sind die Kürbisstücke genug gewürzt und schon gut eßbar. Bei Schimmelbildung müssen die Kürbisstücke abgespült und das Salzwasser erneuert werden. Gemischter Salat: Zur Hälfte Kartoffeln, zur Hälfte allerlei Gemüse (Rote Rüben, Kürbis, Möhren, Sellerie, Rettich, Gurken, Zwiebeln, Ra- dieschen nach Geschmack) werden mit Würzkräu- fern, Zitronen- oder Rhabarbersaft und etwas Salatöl vermengt. Die Kartoffeln werden gekocht und in Scheiben geschnitten, die übrigen Zutaten, roh geraffelt. w . Kürbis-Eintopf: Kürbis, Tomaten und Zwiebeln zu gleichen Teilen werden in Stucke ge- IlS-GenieliiWsl A Kraft öutfl Stenöe „Fröhliche Gymnastik und Spiele" für Frauen Donnerstags von 20 bis 21 Uhr in der Turnhalle der Schillerschule. 3773V Oer Hilfsarbeiter und Angelernte wird Facharbeiter. Wie in vielen anderen Berufen gibt es auch in der Eisen- und Metallindustrie eine größere Anzahl Volksgenossen, die als Hilfsarbeiter oder Angelernte -tätig sind, auf Grund ihrer Begabung aber eine qualifiziertere Tätigkeit ausüben können. Gedacht ist hier hauptsächlich an die Volksgenossen, die in den Jahren vor der Machtübernahme infolge wirt- schaftlicher Notlage keine ordnungsgemäße Lehre durchlaufen konnten, obwohl die Befähigung da war. Diesen Volksgenossen trotzdem den Weg zum Aufstieg zu ebnen, daneben den Betrieben auch tüchtige Facharbeiter zur Verfügung zu stellen, soll Zweck eines dreisemestrigen Lehrgangs sein. Dieier Lehrgang, der sich über eineinhalb Jahre erstreckt und von der Deutschen Arbeitsfront, Haupt- abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, durchgeführt wird, schließt mit der Facharbeiter-Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Nach bestandener Prüfung wird der Facharbeiterbrief ausgehändigt. Alle Volksgenossen, die in der Eilen- und Metallindustrie als Hilfsar- Kalte K r ä u t e r t u n k e: 25 g Kartoffelmehl, 1 Ei, 2 Eßlöffel Essig, 1 Eßlöffel Oel ober Mar« garine, 1 Teelöffel Senf, Salz, nach Belieben gehackte Kräuter wie Dill, Schnittlauch, Petersilie, gehackte Gurke oder in Scheiben geschnittene Radieschen. — Alle Zutaten bis auf die Gewürze werden gut verschlagen und unter ständigem Rühren zum Kochen gebracht. Man läßt einmal aufkochen und stellt dann die Tunke zum Abkühlen beiseite. Sie muß ab und zu umgerührt werden, damit sich keine Haut bilden kann. Die Gewürze gibt man an die erkaltete Tunke. H a g e b u t t e n m a r m e l a d e, deren Herstellung größte Gewähr für die Erhaltung des Vitamins C bietet: Auf 500 g Hagebutten nehmen wir 500 g Zucker, entfernen die Bliiten an den Früchten, halbieren, entfernen und waschen sie und bringen sie mit soviel Wasser, daß sie gerade bedeckt sind, aufs Feuer, kochen fie 10 Minuten, streichen sie durch ein gewöhnliches Sieb und anschließend durch ein Haarsieb. Den Zucker bringt man mit einem Achtel Liter Wasser ober Apfelsaft zum Kochen, zieht ihn vom Feuer, gibt bas Mus hinein unb rührt fo lange, bis bic Masse fast erkaltet ist. Dann füllt man bas Mus in vorbereitete Gläser ober Steintöpfe unb verschließt sie. Es können auch ble ganzen, nicht entkernten Hagebutten hierfür verwanbt werben, nach bem Weichkochen uiib Durchftreichen bleiben bann bie Kerne iin Sieb. Weißkraut mit Tomaten überbacfen: 1 Kilogramm Weißkraut, Vt Kilogramm Tomaten (ober Vz Liter Tomatentunke), Salz, Weckmehl, Zwiebel ober Lauch. — Das Weißkraut wirb fein gehobelt, mit Salz stampfen unb etwa 1 Stunde stehen lassen. Dann bünstet man es mit Zwiebeln unb wenig Flüssigkeit weich. Mit rohen in Scheiben geschnitteittn Tomaten wirb es bann abwechselnd in eine vorbereitete Auflaufform gefüllt, mit Weck- mehl bestreut unb etwa '/- Stunde gebacken. Man kann auch statt der Tomatenscheiben eine dick flüssige Tomatentunke verwenden und zur größeren Sättigung entweder Kartoffelscheiben oder ausgequol- lene Graupen dazwischen schichten. Krautgericht mit Buttermilch: 1 kg Weißkraut, bis 1 kg Pellkartoffeln, 1 Essiggurke, 40 g Speck, % 1 Buttermilch, Salz, 20 g Mehl, 1 Eßlöffel geriebener Majoran oder Thymian, Petersilie. — Das vorbereitete gesäuberte Kraut wird halbiert; man schneidet den Strunk heraus unb raffelt ihn fein. Die Krauthälften werden in Scheiben geschnitten. In eine gefettete Form oder Auflaufform gibt inan das geschnittene Kraut, darauf die in Würfel geschnittenen Pellkartoffeln. Man ff reut gewürfelte Gurke unb ben ausgelaufenen Speck barüber. Die Buttermilch wirb mit Mehl unb Kräutern verquirlt unb zum Schluß über bas Ganze gegeben. Man bäckt bas Gericht 45 Minuten bis 1 Stunde im Backofen. Dazu reicht man eine Tomaten-, Pilz- oder Petersilientunke. Wenn die Gardine „durchsichtig" wird. Die Lebensdauer einer Gorbine — die mit Rücksicht auf bic bestimmt nicht niedrigen Anschaffungs- kosten für alle Familien von großer Bebeutung ist — hängt von einer Reihe schwer zu bestimmender unb zu kontrollierender Faktoren ab. Schmutz und Staub wirken z. B. in den meisten Fällen auf bic Faser stärker störend ein, als ein oftmaliges Waschen. Außer bem eigentlichen Schmutz spielt noch bic Feuchtigkeit ber Luft, bie Möglichkeit einer bireften Einwirkung von Sonnenstrahlen unb zu scharfer Täbakrauch eine Rolle. Doch einige Beispiele: Eine Hausfrau legt ihrem Lieferanten einen echt gefärbten Vorhangstoff vor, ber monatelang am Fenster hing, ohne allzu sehr von seiner Frische zu verlieren. Beim Waschen würben bie Farben ba- gegen erheblich mitgenommen unb verblaßten. Die Ursache lag in einem zu heißen Waschen! Außer- bem fyatte die Hausfrau eine schon einmal zum Kochen ber Weißwäsche benutzte Lauge verwandt, bie oollstänbig verbraucht war unb aus ber Weißwäsche Stärke aufgenommen hatte, die die Farben bekanntlich verblassen läßt. So etwas darf man mit bunten Sachen nicht machen! Ein zarter unb feiner Store aus Kunstseide zeigt einige Handbreit über der Fensterbank rauhe und ausgezupfte Fäden, die man sich nicht erklären konnte. Nach einigen Monaten waren kleine Löcher daraus geworden, die man auf „Qualitätsfehler" zurückführen wollte. Der wahre Fehler aber war der, daß auf der Fensterbank eine Reihe von Kakteen stand, die bei geöffnetem Fenster immer an das zarte Material kamen und die Fasern beschädigten. Eine ganze Reihe vorzeitig verdorbener Gardinen und Vorhänge kommt auch auf das Konto: falsches Waschen! In 99 von 100 Fällen trägt nicht das Waschmittel die Schuld, sondern etwas beim Wasch- prozeß seihst wurde falsch gemacht. Gekocht werden dürfen nur weiße Baumwollgardinen und helle Leinenstore, alle farbigen Sachen, vor allem Kunst« fel'be bürten nur kalt bis handwarm behandelt werben. Garbinen darf man auch niemals mit anderen Sachen zusammen waschen ober im nassen Zustand aufeinander liegen lassen. Das führt zu häßlichen Rändern ober dunklen Flecken. Oft kommt cs vor, daß verzogene und außer Form geratene Store falsch getrocknet werden. Rur große Gittertülle dürfen zum Trocknen aufgehängt werden, und zwar der Kameraden. Nein, Geburtstag ist heule nicht, aber doch einer der letzten schönen Sommertage. Bald werden sic ganz vorüber sein, und ehe die unwirtliche Jahreszeit beginnt, soll man sich noch von Herzen an bem Glanze erfreuen, der mit dem scheidenden Sommer von hinnen geht. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalenber für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: Mutter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frühlingsluft". lizeirevicr zu hinterlegen. Durch blcfc Regelung ist ber wiederholt aus ber Bevölkerung unb aus ber Amtsträgerschaft des Reichsluslschutzbunbes vorgetragene Wunsch verwirklicht warben, das Aussin- bcn ber Lustschutzräumc in beschädigten Gebäuden auch für ortsunknnbige Helfer zu erleichtern. Die zeichnerische Darstellung geschieht in so einfacher Form, daß sic auch bem Nichttechniker möglich ist. lieber bie Einzelheiten sind die mit ber Anfertigung beauftragten Amtsträger und Luftschutzwarte durch bic örtlich zuständigen RLB.-Dienftftcllen be«> reite unterrichtet worden. Veränderte Meldepflichten für Wehrpflichtige. Durch gemeinsame Verordnung des Ehete des Oberkommandos der Wehrmacht und des Reichsinnenministers find die Meldepflichten der Verordnung über die Wehrübermachung entsprechend den besonderen Erfordernissen des Krieges geändert worden. Der Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes hat danach der zuständigen Wehrersatzdienst- stelle zu melden: 1. Jeden Wechsel der Wohnung ober bes dauernden Aufenthalts innerhalb des Wehr- meldebczirks, 2. den Antritt einer Reife oder einer Wanderschaft, wenn die Abwesenheit vom dauernden Aufenthaltsort voraussichtlich länger als 14 Tage dauern wird, 3. die Ausnahme einer Arbeit außerhalb des dauernden Aufenthaltsorts, wenn die Abwesenheit vom dauernden Aufenthaltsort länger als 14 Tage, aber nicht länger als 60 Tage dauern wird, 4. in den genannten Fällen die Rück- kehr von einer Reife, einer Wanderschaft oder der Aufnahme einer Arbeit außerhalb des dauernden Aufenthaltsorts, 5. die Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst. Vorausgedruckte Formblätter für die Relvungen stehen bei den Poligei'behöMn und zum teil auch bei ben Arbeitsämtern zur Verfügung. Mui sich heim Antritt einer Reise, einer SSJanber* schast ober einer Arbeitsannahme nicht übersehen lassen, baß sic länger als 14 Tage dauern würbe, so ist die Meldung bei Ueberschreitung ber Dauer von 14 Tagen unverzüglich nachzuholen. Die Verordnung bestimmt weiter, baß sich der Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes bei der bisher zuständigen und bei der neu zuständigen Wehrersatzdienst- stelle ab« bzw. anzumelden hat, wenn er seinen -dauernden Aufenthalt in einen Ort außerhalb des Wehrmeldebezirks verlegt. Dies ist auch anzuneh« men, wenn eine Arbeit außerhalb des Bezirks aufgenommen wird, die voraussichtlich länger als 60 Tage dauert, auch wenn neben der Wohnung ober ber Schlafstelle am Arbeitsort bic bisherige Wohnung bei behalten wirb. Alle Melbungen find münd- lich oder schriftlich innerhalb von 48 Stunden zu erstatten. Wehrpässe,usw. dürfen bei Auslandreisen nicht mitgenommen werden. Bei Auslandrcisen von mehr als 14 Tagen Dauer sind fie an die zuständige Wehrersatzdienststellc abzugeben. G^schäffsfirmen und Feldpost. Briefsendungen von Geschäftsfirmen, Banken, Versicherungsgesellschaften usw. an Wehrmacht- dienststellen unb Wehrmachtangehörige genießen nicht die Gebührenvergünstigung ber Feldpost. Sie gelten als Sendungen in geschäftlichen ober gewerblichen Angelegenheiten ber Absender. Die Senkungen müssen baher nach ben Inlandsgebührensätzen freigemacht werden und dürfen den Vermerk „Feldpost" in der Anschrift nicht tragen. Dies gilt aus für solche Sendungen, bereu Inhalt eine über- wiegend private Angelegenheit bes Empfängers barftellt, wie z. B. auf Bestellung eines Wehrmacht- angehörigen übersandte Bücher, Waren unb Kontoauszüge. Liebesgaben und Mitteilungen privater Natur, die das persönliche Verhältnis eines Betriebsführers zum Gefolgfchaftsmitglied angehen, können dagegen von Geschäftsfirmen usw. zu ben Gebührenoergünstigungen ber Felbpost abgesanbt werden. In diesen Fällen ist ber Vermerk „Felbpost" mit bem Zusatz „Sendung an Gefolgschafts- Mitglieder" zu versehen. Eine unberechtigte Anwendung des Vermerks gilt als Mißbrauch bet Feldpoftvergünftigungen. Sparen ohne fleh «4n?ufchränhcn? j Ja! Zum Beispiel mit ber guten ZpX Nivea Zahnpasta! Die große Tube tröstet nur 40 Pfg. V 9dW6Ud,: scheidender Sommer. Am Morgen steht man an der Haltestelle ber -Omnibuslinie. Es ist ein Tag wie jeher anbere, an bem man ins Büro geht. Die Helligkeit am Himmel verspricht gutes Wetter, wenn auch einige Wolken Bebenkcn Hervorrufen. Während man herüber noch Betrachtungen anstellt, fallen von bem Baum in ber Nähe einige Blätter zur Erde. Die Blätter find braun und welk, fie sagen mehr über bic Jahreszeit, als man sich eingestchen möchte. Unb wohin man den Blick schweifen läßt: überall in ber Runde ergeben sich die Anzeichen herbstlichen Wirkens. Die Stelle, wo die Amsel wochenlang ihr frohes Lied sang, ist leer, im Kastanienbaum präsentieren sich bereits die von der Jugend so begehrten stachligen Früchte, und über dem Rasen- ftreifen am Wegrand blinkt es von unzähligen Tautropfen, die dort auf zierlichen Gespinsten liegen. Es kann in der Tat keinen Zweifel mehr geben: der Sommer ist dabei, Abschied zu nehmen. Während der Omnibusfahrt fällt ein Sonnenstrahl in den Wagen, und nun sicht bie Welt mit einem Schlage viel sreunblicher aus. Die Fahrgäste schauen interessiert durch bie Scheiben auf bie tanzenben Lichtreflexe, die ber junge Tag spielend bewegt, und selbst das junge Mäbchen, das sonst immer in einem Buche liest, wirft einen Blick hinaus, um sich an dem Licht- und Schattenspiel des spat- sommerlichen Tages zu erfreuen. Draußen gleitet bie Szenerie in raschem Wechsel vorbei. Zuerst sind es Gärten, in benen prächtige Dahlien leuchten, bann kommen einzelne Häuser im Grünen, wo bie letzten Rosen des Sommers blühen, und schließ- lich werben bic Häuserreihen dichter, bis endlich kaum noch Lücken sichtbar sind. Aber selbst inmitten bieses gebrängten Beieinanbers steinerner Quadern grüßt der scheibende Sommer von Fen- fterbrettern und Balkonkästen. Auf bem Wege zum Büro kauft man ein paar Astern. Es sind eigentlich schon Herbstblumen, aber । ihre Schönheit hat ber Sommer bereits entzünbet, und inbem man fie in ein Glas auf den Arbeite- Vorsicht Giftpilze! In den letzten Togen sind wieder verschiedene tödliche Pilzvergiftungen durch den Verzehr des grünyi Knollenblätterpilzes oorgekommen. Da Pilze gerade heute eine willkommene Kost darstellen und in diesem feuchten Sommer der giftige grüne Knol- lenblätterpilz stellenweise reichlich auftritt, ruft die Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung (RAS.) alle Pilzsammler zur höchsten Achtsamkeit auf. 90 v. H. aller tödlichen Pilzvergiftungen kommen auf das Konto dieses heimtückischen Gesellen. Heimtückisch, weil er aopetitlich aussieht, gut schmeckt, nicht unangenehm riecyt und die ersten Anzeichen der Vergiftung erst dann auftreten, wenn das Gift schon ins Blut überaegangen ist. Er kann vom weniger kundigen Pilzsammler leicht mit einer der grünen Täublingsarten oder im Frühstadium sogar mit dem Champignon verwechselt werden. Deswegen achte man auf folgende Merkmale dieses gefährlichsten heimischen Giftvilzes: 1. Im allgemeinen hell- bis dunkelolivgrüner glatter Hut, der selten einmal einen weißen Hautfetzen auf seiner Oberfläche trägt. Allerdings kann die Hutsarbe wechseln. Es kommen auch schneeweiße Formen vor. 2. Der Stiel ist immer am Grunde knollig verdickt und steckt in einer weißen, abstehenden Hauttasche. Oben trägt der säulenförmige, mit einer Atlaszeichnung versehene Stiel eine weiße, herabhängende Manschette. Die Lamellen sind und bleiben weiß. 3. Der Pilz ist frisch geruchlos oder er riecht etwas nach Kunsthonig und hat einen milden, an milch- reife Haselnuß erinnernden Geschmack. Gießener Wochenmarktprelse. * Gießen, 11. Sept. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, Yi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln 5 kg 55, Wirsing, grün, Y kg 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 7 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 9, Bohnen, grün, 20 bis 30, Unterkohlrabi 7, Mischgemüse 8, Tomaten 25 bis 35, Schwarzwurzeln 40, Rhabarber 15, Kürbis 10, Salat, das Stück 10 bis 12, Salatgurken VA kg 15, Einmachgurken 20, Endivien das Stück 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 10 bis 12 Rpf. Arbeitsgericht Gießen. Der Konditor L. klagte gegen seinen früheren Betriebssührer, den Kaffeehausbesitzer W., auf Zah- lung von rückständigem Lohn, sowie des Lohnes für zweiwöchige Kündigungszeit, auf 50 v. H. Zuschlag für Sonntagsarbeit und Abgeltung für nicht gewährten Urlaub. Der Kläger hatte seine Arbeitsstelle ohne Kündigung verlassen. Es lag keine Genehmigung des Arbeitsamtes vor, weder zur Kündigung, noch zur fristlosen Entlassung. Der rückständige Loyn wurde dem Kläger ausbezahlt. Im übrigen wurde die Klage aus folgenden Gründen obgewiesen: Da der Kläger die Arbeitsstelle ohne Einhaltung der Kündigungsfrist verlassen hat, braucht kein Lohn für die gesetzliche Kündigungszeit gezahlt zu werden. Für einen 50proz. Sonntagszuschlag ist Voraussetzung, daß die Konditorei m die Handwerksrolle eingetragen und ein Unternehmen für sich ist. Im vorliegenden Falle ist die Konditorei Nebenbetrieb. Der Urlaubsanspruch entfällt, wenn das Gefolgschaftsmitglied den Arbeitsvertrag bricht (Treubruch). Amtsgericht Gießen. Die E. Sy in Gießen hatte am 25. Dezember v. I. eilte Kleiderkarte entwendet. Einige Tage später, nachdem sie den aufgeklebten Namen auf der Kleiderkarte abgerissen hatte, kaufte sie auf diese Kleiderkarte 2 Paar Strümpfe. Die Angeklaate war geständig und wurde dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wegen Diebstahls und schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit einer lieber- tretung der Derbrauchsregelungsstrafverordnung zu einer Gesamtgefängnis st rase von zwei Monaten verurteilt. Der Angeklagten wurde der Schutz des § 51II StrGB. (vermindert zurechnungsfähig) zugebilligt. Strafkammer Gießen. Der H. M. aus Gießen hatte sich wegen Unterschlagung, seine Ehefrau K. M. wegen Hehlerei zu verantworten. M. hatte ein ihm an der Bahnsteigsperre in Gießen onvertrautes Paket, das er zur Post geben sollte, für sich behalten und aufgemacht. Die Ehefrau hatte die in dem Paket enthaltenen Sachen, Kleiderstoffe und Wäschestücke, 6 Pfund Apfelsinen und drei Tafeln Schokolade, von denen sie wußte, daß sie auf unredliche Art in den Besitz ihres Mannes gelangt waren, an sich gebracht bzw. verheimlicht. Die Apfelsinen und die Schokolade wurden in der Familie der Angeklagten verzehrt, die Kleiderstoffe wurden zum größten Teil zurückgegeben. Der H. M. wurde zu 120 RM. Geldstrafe, die Ehefrau zu 60 RM. Geldstrafe verurteilt. Das Geständnis, die seitherige Unbestraftheit sowie die wirtschaftliche Notlage der Angeklagten wurden strafmildernd berücksichtigt. Der K. Z. aus Friedberg hatte am 4. Juni aus dem Gepäckraum des Bahnhofs Friedberg eine Fahrradkarte entwendet und am 6. Juni die Karte für die Fahrt Friedberg—Frankfurt a. M. und zurück ausgeschrieben und benutzt. Der Angeklagte war am Güterbahnhof Frankfurt a. M beschäftigt und hatte für sich freie Bahnfahrt. Das Fahrrad, das er mit sich führte, wurde aber nicht frei befördert. Dem Antrag des Anklagevertreters ent» sprechend wurde der Angeklagte wegen Diebstahls und schwerer Urkundenfälschung zu einer Gesamt- gefängnisstrafe von drei Monaten unddrei Tagen verurteilt. Das Geständnis, die seitherige Unbestraftheit, die Geringfügigkeit sowie der Umstand, daß der Angeklaate unüberlegt und dumm, nicht aber in verbrecherischer Absicht gehandelt hatte, wirkten strafmildernd. Der I. Sch. aus Dorheim hatte sich wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen, begangen an einem Mädchen unter 14 Jahren, zu verantworten. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von einem Jähr' verurteilt. Zwei Monate der Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Das Geständnis und die seitherige Unbescholtenheit wirkten strafmildernd. Zuchthaus für päckchenberaubuna. Lpd. Frankfurt a. M., 9. Sept. Das Sondergericht Frankfurt verurteilte die 36jährige Postfacharbeiterin Maria Schaffers zu 2 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust, weil sie Briefpäckchensendungen, die aus dem Feld nach Hause gingen, beraubt hatte.Sie hatte es dabei auf Schokolade abgesehen. In fünf Fällen gelang es ihr, etwa ein Dutzend Tafeln zu stehlen. Opfersonntag! Der erste Opfersonntag des Kriegswinterhilfswerkes 1941/42 steht bevor. Er erinnert uns daran, daß der Sommer wieder vorüber ist und daß der nicht immer beliebte Winter vor der Türe steht. Aber schon der Name Opfersongtaa weckt in uns doch auch sehr positive Gedanken. Opfersonn- tage haben im deutschen Volke heute schon eine Überlieferung, die in mehr als einer Beziehung erhebend ist. Sie sind so recht ein Ausdruck für die Willenseinheit unseres Volkes, für seine Bereitschaft, teilzuhaben an der muhevoll erkämpften Gemeinschaft durch die Tat. Wir wissen heute angesichts der Abwendung der furchtbaren bolschewistischen Gefahr, was wir an unserer Gemeinschaft haben, und für diese Gemein, schäft einzutreten, bedeutet für keinen von uns ein notwendiges liebel, sondern Selbstverständlichkeit und Freude. Es ist uns eine Genugtuung, zeigen zu dürfen, daß wir freiwillig und aus Eigenem nach ganzen Kräften helfen wollen, unsere Gemeinschaft immer enger aneinander zu binden, immer stärker werden zu lassen, jenen Geist in uns wachsen zu lassen, der unsere unvergleichlichen Sol- baten auszeichnet und ihnen die Kraft gibt, uns daheim zu schützen. Wir erkennen, daß wir alle nur Menschen sind, und wissen, daß wir immer wieder daran erinnert werden müssen, um in der Hingabe nicht nachzulassen, so wenig es die Kampfer an den Fron* ten tun. Das Kriegswinterhilfswerk ist uns ein Erziehungswerk größten und einmaligen Ausmaßes, vom Führer geschaffen und damit gewiß nur zum Besten der Nation. Unsere Opfer für das KWHW. sind die Meilensteine auf dem Wege zum Siege der Gemeinschaft draußen und drinnen. So soll und wird der erste Opfersonntag uns be- reit finden, würdig zu sein derer, die für uns unendlich größere Opfer bringen, ihr Blut und auch ihr Leben. Sie kämpfen um Leben, Freiheit und Zukunft unseres Volkes, wir daheim tun es durch Arbeit und Opfer! Das interessiert die Hausfrau: Ausgabe von Reife- und Gaslstätlenmarken. Es wird immer wieder, insbesondere von Kur- und Badeorten, darüber geklagt, daß Kur- und Erholungsreisende die Lebensmittelkarten ihres Wohnortes mitbringen in der Meinung, der Umtausch in Reise- und Gaststättenmarken könne am Ort des Erholungsaufenthaltes vorgenommen werden. Für die Kartenstelle der Kur- und Badeorte, die als Reiseorte ohnehin eine erhebliche Mehrarbeit haben, bedeutet das eine untragbare Erschwerung ihrer Tätigkeit. Im Erlaß des Reichsministers vom 24. Mai 1940 (HCl— 1770) ist die Ausgabe der Lebensmittelkarten und der Reife- und Gaststätten- marken sowie der Umtausch der Lebensmittelkarten in Reise- und Gaststättenmarken klargelegt. Danach muß vor Antritt der Reise der Umtausch durch dasjenige Ernährungsamt (Kartenstelle) erfolgen, in dessen Bezirk der Versorgungsberechtigte seinen ständigen Aufenthaltsort hat. Auch die allen Schuhe werden gebraucht! Die Reichs-Spinnstoffsammlung hat es 'wieder gezeigt, was in Schränken und Truhen alles halbvergessen herumliegt, der Kriegswirtschaft aber von Nutzen sein kann. Ein besonders wichtiges Kapitel sind auch die in vielen Haushalten nutzlos in den Schränken herumstehenden alten Schuhe, für die in den Familien keine Verwendungsmöglichkeit mehr besteht. Mit diesem Schuhwerk könnte manchem anderen Volksgenossen oder manchem Kind aus großer Verlegenheit geholfen werden, wenn die Schuhe endlich den Weg in die Schuhumtauschstellen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks finden würden. Die Umtauschstellen haben sich bisher gut bewährt und regen Zuspruch gefunden. Allerdings müßte die Anlieferung von Schuhen noch wesentlich besser werden, xumal die meisten Frauen, wenn sie ein Paar Schuhe umtauschen wollen, bie eingetauschten gleich mitnehmen möchten. Wenn ein genügender Bestand an Schuhwerk vorhanden ist, läßt sich ein solcher Tausch leicht bewerkstelligen. Daher die Bitte, nutzlos herumstehendes Schuhwerk den Umtauschstellen zu überlassen.. Billige Holzsohlenschuhe auch weiter bezugscheinfrei. Mit Ablauf des 13. September 1941 ist die Bezugscheinfreiheit für gewisse Holzsohlenschuhe für die Straße wieder erloschen. Es handelt sich dabei um zehen- oder fersenfrei gearbeitete Straßenschuhe mit Holzsohle", Schuhe mit einem Vorderteil aus Riemen oder Bandagen und Schuhe mit starrer Holzsohle, die im Laden 9 RM. und weniger kosten. Ab 15. September 1941 sind also nur folgende Straßenschuhe nicht bezugscheinpflichtig: Schuhe (nicht Arbeitsschuhe) mit ganzer oder geteilter Holzsohle zu einem Einzelhandelsverkaufspreis von nicht mehr als 4,25 RM. bis Größe 30 einfchl., 4,55 RM. in den Größen 31 bis 35 einfchl. und 5 RM. von Größe 36 ab für das Paar. Alle anderen Straßenschuhe mit Holzsohle können nur gegen Bezugschein II gekauft werden. Oie drei Llnierstühungsarten bei „wirtschaftlicher Einberufung". Der Reichsarbeitsminister hat für die Dienstver- pstichteten und die ihnen Gleichgestellten ein Merkblatt herausgegeben, dessen Inhalt für das ganze Reichsgebiet bindend ist. Das Merkblatt ist jedem Dienstverpflichteten gleichzeitig mit dem Verpflichtungsbescheid auszuhändigen. Es legt klar, wer für die verschiedenen Unterstützungen innerhalb der „wirtschaftlichen Einberufungen" in Betracht kommt. Dienstpflichtunterstützung können danach erhalten: 1. Personen, die auf begrenzte ober unbegrenzte Zeit dienstverpflichtet sind, 2. Personen, die zwar nicht dienstverpflichtet sind, aber nach ausdrücklicher Feststellung des Arbeitsamts einen Arbeitsplatz innehaben, an dem ihr Verbleiben ftaatspolitifch o wichtig ist, daß einem Arbeitsplatzwechsel nicht zugestimmt werden könnte und gegebenenfalls eine Dienstverpflichtung ausgesprochen werden müßte. Zu diesen letzteren, den sog. Gleichgestellten, gehören auch Soldaten, die zur Verwendung in Betrieben auf längere Zeit ober zum Einsatz in der Kriegswirtschaft, den Verkehr ober der Verwaltung beurlaubt sind; die Gleichstellung beginnt für sie mit dem Tage des Wegfalls des Familienunterhalts. Personen, die auf Grund der Notdienstverorb- nung ober der Luftschutzbestimmungen Dienste lei- sten, sind weder dienstverpflichtet, noch können sie den Dienstverpflichteten gleichgestellt werden. Das Arbeitsamt kann folgende Arten von Dienstpflichtunterstützung einzeln ober zusammen gewähren: Trennungszuschlag, Sonderunterstützung, Treugelb. Der Trenmingszuschlag beträgt bis zu 19 RM wöchentlich. Welcher Anteil der betrieblichen Trennungsleistungen hierauf angerechnet wird, bestimmt das Arbeitsamt im Einzelfall. Anrechnungsfrei blei» den in voller Höhe: Bekleidungs-, Schmutz- und Wegegelder, Fahrzeitentfchädigungen, Kinderzula- gen^ Ausbildungsbeihilfen für Kinder und Frauenzulagen. Sonderunterstützung kann gewährt werden, wenn das Arbeitseinkommen (brutto) während der Dienstleistung ober ber staatspolitisch wichtigen Arbeit bas bisherige Arbeitseinkommen (brutto) nicht erreicht und bie Unterstützungsgewährung zur Sicherung der wirtschaftlichen Lage des Dienstverpflichteten ober Gleichgestellten und feiner Familie erforderlich ist. Besonders in Betracht kommen: Un- terhaltsbedarf, vor allem bei kinderreichen Familien ober bei erheblicher Minderung des Arbeitseinkommens, Wohnungsmiete, Eigenheim-Lasten, Abzahlungsverpflichtungen, Versicherungsverpflich- tungen, befonbere Fahrkosten usw. Bei bisher selbständigen Gewerbetreibenden gilt für Schulden aus ihrem Gewerbebetrieb ein beim Arbeitsamt erhältliches besonderes Merkblatt. Treugeld kann frühestens für eine ab 1. April 1941 geleistete Tätigkeit gewährt werden. Es beträgt grundsätzlich 26 RM. monatlich, 6 RM. wöchentlich. Bei Erkrankung fafin -generell der Trennungszuschlag weitergewährt werden, wenn der Dienstver- pflichtete ober Gleichgestellte nicht in den Heimatbezirk zurückkehrt. Sonderunterstützung kann in der Regel nur den Unterschiedsbetrag zwischen dem Krankengeld auf der alten und dem auf der neuen Arbeitsstelle ausmachen. Treugeld wird durch Erkrankung nicht berührt. Die Dienstpflichtunterstützung ist kein Arbeitseinkommen. Daher sind für sie Lohn- (teuer,. Sozialversicherungsbeiträge usw. nicht zu leisten. Schatte gegen Austria. BierGroßkämpfe um den Tfchammer-Pokal. Die Reichssportführung Hai jetzt bie Paarungen für die vierte Tschammerpokal-Schlußrunde festgelegt. Demnach treffen sich am 21. September: Schalke 04 -r- 21 u ft r i a Wien (Schiedsrichter Pätow-Hamburg) Admira Wien — Stuttgarter Kickers (Schiedsrichter Grabler-Regensburg) 2SV. Kamp — Dresdner SE. (Schiedsrichter Weingärtner-Posen) Holstein Kiel — 1. S V. Jena (Schiedsrichter Schlettner-Berlin). Spielorte sind Gelsenkirchen, Wien, Stettin und Kiel. Das reizvollste der vier Treffen ist zweifellos das in Gelsenkirchen zwischen Schalke 04 und der Wiener Austria. Interessant verspricht auch ber Wiener Kampf zwischen der Abmira unb den Statt- gartet Kickers zu werden. Der Pokalverteidiger Dresdner SC. hat im Luftwaffen-SV. Kamp einen verhältnismäßig leichten Gegner, aber es spricht für das Können ber Soldaten, daß sie bis unter bie „letzten Acht" gekommen sind. Der deutsche Altmeister Holstein Kiel hat im Treffen gegen Jena gute Aussichten, bis in die Vorschlußrunde vorzudringen. rSG-Steufonid" Watzenborn-Gteinberg Nidda 1. — Dahenborn-Slelnbera I. 3:3 (0:2). Nidda 1. Jgd. — Watzenborn- Sleinoerg 1. 3gb. 4:7. Zu den fälligen Rückspielen weilten am Sonntag die 1. Jugend- und die 1. Mannschaft ber Watzenborn-Steinberger „Teutonen" in Nidda. Im ersten Spiel traten Die beiden Juaendmannschaften gegen- einander an. In einem flotten Spiel hatten die Platzbesitzer, bie mit dem Winde spielten, zunächst etwas mehr vom Spiel. Nach Seitenwechsel waren die Gäste felbüberlegen. Dann traten sich die aktiven Mannschaften gegenüber. Bereits ber zweite Angriff wird burch Harnisch mit Erfolg abgeschlossen. In der 10. Minute verwandelt Fett einen Strafstoß von erheblicher Entfernung zum 2. Treffer, kurz darauf jagt er einen solchen äußerst knapp am Tor vorbei. Bis zum Halbzeitpfiff vermag keine Mannschaft einen weiteren Treffer zu erzielen. Später kommt Nidda mehr und mehr auf. Nidda kommt zum 1. Treffer, bald daraus erzielt Iensch den Ausgleich. Die Blauen liegen weiterhin im Angriff, durch ein Zögern der Hintermannschaft der Gäste gelingt diesen bie Führung. Dann kommt Watzenborn-Steinberg wieder auf. Die Hintermannschaft von Nidda kommt etwas aus dem Konzept unb dem Halbrechten Happel gelingt der Ausgleich. Mit 3:3 nahm das Spiel einen gerechten Ausgang. ©pieloereinigung 1926 Leihgestern Butzbach 1. Jgd. — Leihgestern 1. Jgd. 2:4 (1:3) Butzbach 2. Jgd. — Leihgestern 2. Jgh. 2:4 (1:2) W.»Steinberg Schul. — Leihgestern Schiff. 0:1. Die 1. Jugend erkämpfte sich in Butzdach abermals einen verdienten Sieg. Beiden Mannschaften gebührt ein Gesamtlob für ihre anständige Spiel- weise Leihgestern spielte in Hochform unb gewann verdient. — Die 2. Jugend wiederholte ebenfalls ihren Vorspielsieg unb gewann bas Spiel mit 4:2 Toren. Technisch war Leihgestern dem Gegner weit überlegen. — Die Schüler von Leihgestern machten bie im Vorspiel erlittene Niederlage wett unb schlugen die Schüler ber Teutonen m Steinberg mit 1:0 Toren. Fußball des Jungvolks. Fähnlein 14/88 (Biebertal) — Fähnlein 2/116 (Gießen) 0:8 (0:2). Am Montag trug das Fähnlein 2/116 gegen bas Fähnlein 14/88, das in feinem Bann eine der besten Jungvolkmannschaften ist, ein Fußballspiel aus. Neben der Technik und Taktik waren es besonders die im Fähnlein 2 ganz selbstverständliche Karne- radschaft und Ritterlichkeit, die das Spiel so eindeutig überlegen gestalteten. In der Fähnlein zweiten Mannschaft gab es keinen Versager. Das schone, flache Zusammenspiel machte den Sturm besonders gefährlich. Daher ließen auch die Tore nicht auf sich warten.' Trotz ber großen Abfuhr kämpfte Fähnlein 14 unverdrossen. Am Samstag, 17 Uhr, spielen dieselben 11 Pimpfe und Führer des Fähnleins 2 auf dem VfB.-Platz. Sie werden mit Schwung den Kampf gegen Die Auslese ber anberen Gießener Fähnlein aufnehmen. Handball. Der Bezirk Gießen hielt am Sonntag eine Arbeitstagung in Gießen ab. Bezirksfachwart Drolsbach (Garbenteich) konnte neben den Vereinsvertretern unb Schiedsrichtern noch Bezirks- fportmart Heller (Gießen-Wiefeck) und ben früheren Schiebsrichterobmcmn Becker begrüßen. Nach einem Rückblick auf bie Spiele der Lahn- Po kalrunde wurden bie Richtlinien für die kommenden Punktspiele unb das Schiedsrichterwesen besprochen. Nach Genehmigung des Fachamtes werden in ber Bereichsklasse folgenbe Vereine spielen: Katzensurt, Niedergirmes, Garbenheim, Hochelheim, Luftwaffe Gießen: vielleicht kommen noch Kirch-Göns und Friedberg hinzu. In der Kreis- flaffe sind folgende Vereine: Holzheim, Grüningen, Mio. Gießen, Luftwaffe II, Krofdorf unb Atzbach. Die Teilnehmer ber HI. in dem Kreise Gießen find: Lang-Göns, Holzheim, Grüningen, Lich, Watzenborn-Steinberg, Großen-Bufeck unb Mto. Gießen mit zwei Mannschaften. Hochelheim — Garbenheim 14:7 (9:4). Im letzten Spiel der Lahn-Pokalrunde in ber Gruppe Wetzlar gelang Höckelheim noch ein klarer Sieg. Die Platzmannschaft beherrschte von Anfang an bas Spielgeschehen. Die Gäste versuchten immer toieber das Resultat zu verbessern, scheiterten aber an ber Verteidigung der Platzmannschaft. Großen-Vuseck — Grüningen 2:11 (0:7). Gr.-Vuseck Frauen — Grüningen Frauen 0:11 (0:7). Diese Spiel? kamen im Rahmen bes Busecker Sporttages zum Austrag. Die Gästemannschaften waren in jeder Hinsicht überlegen. Hoffentlich haben bie Treffen dazu oeigetragen, daß das Handballspiel auch in Großen-Buseck wieder Festen Fuß faßt. Friedberg 1. Jgd. — Attv. 3gb. 7:10 (1:7). Zu einem schönen Erfolg konnten die Gießener, in Friedberg kommen. Durch restlosen Einsatz konnte schon in der ersten Hälfte eine fiare Führung erzielt werden. Eine Umstellung der Gastgeber war für diese sehr vorteilhaft. Der Gästetorwart hielt jedoch die besten Würfe. Trotzdem Friedberg einige Treffer aufholte, gelang es den Gießenern, durch weitere Tore den Sieg sicherzustellen. Kurze Sportuoiizen. Bei bester Gesundheit. Die vor einigen Tagen vom NSRL. dem DNB.-Sportdienst übermittelte Meldung vom Heldentod des Handball-Na- tionalfpielers Feldwebel Heinrich Keimig (Darmstadt) hat sich erfreulicherweise als unrichtig heraus- gestellt. Wie Feldwebel Keimig dem DNB-Sport- bienft persönlich mitteilt, war er an der Afrika- front lediglich verwundet worden und erfreut sich setzt wieder bester Gesundheit. Augenblicklich verbringt Keimig einen Erholungsurlaub in seinem Heimatort Leiselheim bei Worms. Aus Der engeren Heimat. Landkreis Gießen. + Grünberg, 9. Sept. Am Samstag fand in ber Bahnhofswirtschaft die Hauptversammlung ber Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Grünberg statt. Aufsichtsratsmitglied Christoph Ritter, der bis zur Wahl eines Nachfolgers für ben verstorbenen 1. Vorfitzenben Karl Böß biefes Amt verwattet, leitete die Versammlung. Der stellvertretende Rechner Karl I ö ck e l I. erstattete den Jahresbericht. Die Zahl der Mitglieder — aus Grünberg und Lauter — beträgt bei neun Zu- und zwei Abgängen gm Jahresschluß 137 mit je einem Geschäftsanteil von 30 RM. unb einer Haftsumme von 100 RM. Der Umsatz im Berichtsjahre betrug 203 880 RM. gegenüber 219 628 RM. im Vorjahre? Bezogen wurden: 2368 dz Düngemittel, 563 dz Futtermittel, 312 dz Saatgut, 2364 dz Kohlen: abgesetzt wurden: lo82 dz Wintergetreide, 455 dz Sommergetreide, 508 dz Obst unb 558 dz Heu unb Stroh. Der Geschäftsbericht wurde genehmigt und Vor« ftanb und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Land» wirtschaftsrat Dr. D i e n ft wies auf bie Notwen- bigteit bes verstärkten Anbaues von Oelfrüchten hin, ebenso empfahl er Erweiterung ber Weidewirtschaft. Ortsbauernführer Großhaus berichtete über verschiedene Tagesfragen: Arbeitskräfte bei ber Dreschmaschine, Ablieferung bes Getreides und der Eier, Kartoffelkäfer u. a. Drtsgruppen^citer Schütz gedachte der Taten unserer Wehrmacht und forderte zu treuer Arbeit unb Pflichterfüllung auf. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 10. Sept. Die NSG. „Kraft burch Freude" veranstaltete am Sonntag in ber hiesigen Stabthalle einen Filmadend, ber sehr stark besucht war. Zur Vorführung kam der Film „Mit versiegelter Order", ferner mürbe bie Wochenschau gezeigt. Die Vorführungen würben mit bank- barem Beifall ausgenommen. Freiheitsstrafe für DerdunkelungSsünder. Öpb. O f f e n b a ck. a. M., 9. Sept. Vor einiger Zeit stellten zwei Amtsträger des Reichsluftfchutz- bunbes auf ihrem Streifengang fest, baß in der Biederer Straße während bes Fliegeralarms burch zwei Fenster eines Treppenhauses ein Lichtschein weithin sichtbar war. Erst auf wieberholtes Rufen wurde verdunkelt. Für die Verdunkelung war die 35jährige M. 3. verantwortlich, bie nun vor bem Einzelrichter ftanb. Die Angeklagte gab zu, in der fraglichen Woche mit ber Verdunkelung an ber Reihe gewesen zu sein, bie abwechselnb von ihr unb einer auf bem gleichen Flur wohnenben Familie vorgenommen würbe. In ber Nacht, in ber Fliegeralarm war, hatte sie vergessen zu verbunkeln. Das Gericht erkannte auf eine Haftstrafe von vierzehn Tagen unb führte in der Urteilsbegründung aus, daß jeder, ber währenb eines Fliegerälarms die Verdunkelung nicht sachgemäß durchführe, nunmehr nach zwei Kriegsjahren mit Freiheitsstrafe rechnen müsse.