. 4* Z ' C V. KkL vonnerstag.tv. Julien Annahme von Ameisen für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr desBormittags Ameigen-Preise: Ameigenteil 7 Rpf. le mm bei 22 mm Zeilenbrerte, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbrerte Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abscklüiie Mengenstaffel B Platzvorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr pt. Jahrgang Ur. 162 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat unBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich....... RM1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 euch bei diichterfcheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt kernivrechanschlust 2251 Drahtanschrift:,,Anzeiger" Bostschea 11686 Frankf^M. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Deutsche Panzer in Minsk Diese jetzt durch den deutsch-sowjetischen Krieg in i t X »h > n hnc noitö iang kommende „Kooperation", wie das neue ünonis genannt wird, hat ihre Vorgeschichte. Auf ist Der ausi raui Heber das Stadtinnere ziehen schwere Rauchwolken — die Zeugen HEen Kampfe^ zi verjagt und die Stadt in unserem Besitz. — (PK.-Ebers-Scherl-M.) London begrüßt die Sowjet Militärmission. band deutscher Kampfflugzeuge ein Tanklager, Lagerhallen, Tankanlagen und Ölraffinerien in der britischen Flottenbasis Haifa in Brand. Bei Versuchen des Feindes, am gestrigen Nachmittag die Kanalküste und die Deutsche Bucht anzugreifen, schossen Jäger bei nur einem eigenen Verlust e l f b r i t i s ch e Jagdflugzeuge ab. Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiedenen Orten Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schossen acht der angreifenden bri« tischen Flugzeuge ab. Bei den siegreichen Luftkämpfen des gestrigen Tages" am Kanal erreichte das Jagdgeschwader Richthofen seinen 644. Luftsieg und damit jene Zahl von Abschüssen, die das Traditionsgeschwader bis zum Ende des Weltkrieges erzielt hat. hierbei errang Leutnant Schnell seinen 38., 39. und 40. Luftsieg. DNB. AusdemFührerhauptquartier, 9. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der gesamten Ostfront verlaufen die Kämpfe erfolgreich. Im Kampf gegen Grohbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht Rüstungswerke in Birmingham, die Staatswerft und Versorgungsbetriebe des Hafens Plymouth fowie kriegswichtige Ziele der Häfen Great Parmouth und Aberdeen, viele Grohbrände ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen. Bei Luftangriffen gegen Flugplätze in Südostengland wurden Bombentreffer zwischen startenden Flugzeugen beobachtet. Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 3000 BRT. und beschädigten zwei Frachter durch Bombentreffer schwer. In der Nacht zum 8. Juli warf ein stärkerer Ver- Kämpfe an der gesamten Ostfront Erfolgreich. Luftwaffe bombardierte kriegswichtige Ziele in Birmingham, Plymouth, Great Yarmouth und Aberdeen. - Jagdgeschwader Vichthofen errang 644. Lustsieg. Litwinow-Finkelstein redivivus Von unserer Berliner Schriftleitung. nach längerem Schweigen in einer Rundfunksendung aus Moskau in englischer Sprache dieser Tage vernehmen lassen. Er führte Klage darüber, daß viele. Staaten ihre Unabhängigkeit verloren haben und ihr Gebiet verwüstet sähen, als ob Schwärme von Heuschrecken sich darauf niedergelassen hätten. Dieser Satz soll sich gegen Deutschland richten, er trifft aber allein gegen die Sowjetunion zu. Estland, Lettland, Litauen wurden »getilgt, Finnland wurde wertvoller Gebiete de- ibt, Ostpolen hatten sich die Sowjets einoerleibt, die nördliche Bukowina und Bessarabien sind unter das bolschewistische Joch gezwungen worden. Die Schilderungen, etwa der Bewohner im Baltikum, stimmen vollständig darin überein, daß die Sowjets und ihre Truppen diese einst blühenden Gebiete wie die Heuschrecken verwüstet haben. Weiter Oie Vorgeschichte der englisch-sowjetischen „Kooperation" Von unserem Str.-Korrespondenten. Oer Yankee-Handstreich auf Island. Etwas schlechthin Phantastisches ist geschehen: Roosevelt hat die starken englischen Besatzungstruppen durch amerikanische Marinefüsiliere auf Island ablösen lassen und diese Insel als „Vorposten" der „westlichen Hemisphäre" besetzt. Was das bedeutet, wird am anschaulichsten klar durch die Erinnerung, daß etwa um das Jahr 983 von Island aus Grönland entdeckt und dann zum ersten- mal — noch vor Kolumbus! — die nordamerikanischen Küsten bis zum „Vinland" (Weinland), also bis zu dem jetzigen Staat Virginia noch südlich von der Potomac-Mündung, an der Washington liegt, befahren worden sind. Diese Erinnerung macht d i e Umkehrung aller übernommenen geschichtlichen Voraussetzungen und Verhältnisse offenbar. Wir stehen vor dem Versuch des Yankee-Imperialismus, sich in den europäischen Gewässern Stützpunkte gegen das alte Europa zu sichern. Das ist das Ergebnis der britischen Katastrophenpolitik, die um der Erhaltung einer überalterten gesellschaftlichen Reichtumsordnung willen Europa an die USA. verkauft! Zu dem Tatbestand als solchem brauchen wir nicht allzu viel zu sagen. Diese Ausgabe nimmt uns ... das Nachrichtenbüro Reuter ab. Nach den schweren ... frühere sowjetische Außenminister, der Jude Litwinow- Finkel st ein, fühlt sich jetzt in seinem Element. Er ist ein alter Kumpan Stalins, der mit ihm vieles gemeinsam auf dem Kerbholz hatte. Litwinow gehörte zu der Räuberbande, die unter der Führung Stalins im Jahre 1911 in Tiflis einen Geldtransport der zaristischen Bank überfiel und eine ungeheure Beute an Banknoten und Gold machen konnte. Stalin schickte seinen Freund Litwinow-Finkelstein ins Ausland, um die geraubten Banknoten zu „verschärfen". Damals erließ die zaristische Regierung einen Steckbrief gegen die Bankräuber, in dem auch Litwinow aufgeführt ist und der in allen amtlichen englischen und französischen Zeitungen erschienen ist. Es war daher nicht weiter verwunderlich, daß Stalin nach seinem Aufstieg den Juden Litwinow-Finkelstein in hervorragende Stellungen berief. Er war es, der zusammen mit der englischen Diplomatie den Eintritt der Sowjetunion in die Genfer Liga bewerkstelligte. Damit schien das Sowjetsystem „salonfähig" und für die englische Plutokraüe bündnisfähig geworden zu sein. Aus takttschen Gründen mußte Litwinow allerdings für einige Zeit zurücktreten, genau so, wie vor einem Jahre in England der jüdische Kriegsminister höre Belisha seinen Platz räumen mußte, hinter den Kulissen aber haben die beiden Juden ihren Einfluß verstärkt eingesetzt. Das Bündnis zwischen dem Bolschewismus und der Plutokratie gegen Deutschland trägt ihr eigenstes Gepräge. So konnte sich Litwinow-Finkelstein sonderer Sorgfalt studierten. In diesen Monaten, die dem deutsch-sowjetischen Krieg vorangingen, hat Moskau die englische Zer- törungspolitik auf dem Balkan unmittelbar unter« tützt. Eine mehr indirekte Hilfe glaubte Rußland der englischen Kriegführung durch Die Tätigkeit der Komintern geben zu können, die in Mittel- und Westeuropa eine gesteigerte Tätigkeit begann, nachdem durch den großen Krieg im Westen im vorigen Jahr viel in Fluß gekommen war. Besonders deutlich trat diese Wühlarbeit im unbesetzten Frankreich zutage, zur gleichen Zeit, in der England zum Konflikt mit Frankreich trieb. Als die bedeutsamste der indirekten Hilfsstellungen, die die Sowjetunion in diesem Krieg England gegeben hat, wird man aber, vielleicht später die Unterstützung für das China Tschiankaischeks bezeichnen, die in den englischen Plänen, den Gesamtkrieg bis zu einem günstigeren Augenblick in die Länge zu ziehen, eine hervorragende Rolle spielte. * Wenn in diesen Tagen die englischen und sowjetischen Komissionen in Moskau zusammensitzen, um der „Kooperation" feste Form zu geben, dann können sie also auf eine Vorgeschichte verweisen, die ihnen mancherlei Erfahrungen zur Hand gibt. Wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß England sich auf diesen Fall vorbereitet hat, dann würde Churchills sogenannte Warnung an Stal'n genügen. Als Churchill schon früher gelegentlich den Inhalt seiner Mitteilungen an die Moskauer Regierung öffentlich andeutete, verhielt man sich im Kreml verdächtig schweigsam. Ob das Zusammen- spiel und die vorbereitenden Pläne jedoch aus- reichen, um der „Kooperation" auch einen Erfolg zu sichern, ist angesichts der sich rasch vollziehenden großen Entwicklung, deren Meisterung weder in englischen noch in bolschewistischen Händen liegt, mehr als zweifelhaft. spricht Litwinow-Finkelstein heuchlerisch davon, daß Deutschland einen verräterischen Angriff auf die „friedliche Sowjetunion" unternommen hätte. Dies Kind, kein Engel ist so rein! Zum Schluß plaudert der Jude davon, daß sich Moskau im klaren darüber war, welche Bedrohung ein Sieg Hitlers im Westen für die Sowjets bedeutet hätte. Deshalb waren sich auch die jüdischen Bolschewisten und die britischen Plutokraten so schnell einig, daher haben sie den Krieg gegen Deutschland von langer Hand vorbereitet. Weil aber ihre Absicht mißlungen ist, deshalb fangen sie an, Klagelieder zu fingen, aus denen die Angst und das schlechte Gewissen spricht. wird. England und das Miitelmeer. R o m, 9. Juli. (Europapreß.) Die Mitteilung, von der USA.-Regierung fei der Vorschlag gemacht worden, das Mittelmeer aufzugeben, entnimmt „Giornale d'Jtalia" einer Darstellung der „Washington Times Herold". General Wavell habe diesen Vorschlag in London unterbreitet. England habe im Kampf um das Mittelmeer 40 v. h. feiner Mi11elmeerflo11e verloren, die Verluste beim Kampf um Kreta seien weit größere gewesen als zugegeben werde. Auch Syrien koste die britische Flotte beträchtliche Verluste. Die USA.-Regierung habe sich diesem Vorschlag angeschlossen und die Bildung einer neuen Verte i° bigungsStellung in Afrika von Freetown und Tokradi im Westen Afrikas bis Port Sudan am Roten Meer empfohlen. Churchill dagegen habe eine solche Aufgabe des „traditionellen Weges des Empires" kategorisch abgelehnt. einem Essen in einem Restaurant von Wardour- street abgespielt. Die Smokings der Herren und die Abendtoiletten der Damen hätten sich mit den Straßenanzügen der Proletarier und den Uniformen der Soldaten bunt gemischt. Die Londoner Zeitungen brächten auch ein Bild, auf dem der sowjetische Botschafter Maisky in der St. Pauls- Kathedrale im Gespräch mit dem Dompropst gezeigt Stockholm, 9. Juli. (DNB.) „Erhobene Fäuste und Frauenküsse empfingen die Russen in London", so schildert „Stockholm Tidningen" die Ankunft der Sowjet-Militärdelegation in London. Aus dem Bahnsteig sei der Sowjetbotschafter M a i f k y im grauen Hut und Straßenanzug zusammen mit einer Anzahl höherer britischer Offiziere in marineblauem Khaki gewesen. Das Empfangskomitee führte Generalmajor Sir Henry V o w n e 11, der stellverttetende Chef im Generalstab des Imperiums. Kurz nach der Ankunft des Zuges hätten englische Kommunisten, die sich zum Empfang auf dem Bahnhof eingefunden hatten, die dünne Polizeikette durchbrochen und der Militärdelegation einen enthusiastischen Empfang bereitet. Lana lebe die Rote Armee! Lang lebe die Allianz zwischen der Sowjetunion und Großbritannien! sei gerufen worden. Frauen hätten sich den Sowjetoffizieren um den hals geworfen und Als England sich auf den Weg nach Moskau machte, war es sich durchaus im klaren Darüber, , daß man dem Partner etwas bieten müsse. So kam es im Sommer 1939 zu den Zugeständnissen wegen des Baltikums, die Dann freilich durch die ; tatsächliche Entwicklung ihren Wert verloren, und aus den gleichen Erwägungen wurden im weiteren Verlauf des Krieges zwei englische Pläne geboren: Erstens der kürzttch von Eden enthüllte Vorschlag an die Sowjetregierung, ein englisch-sowjetiscbes Balkanabkommen zu schließen, und zweitens der unvollendet gebliebene englische Plan, die Türkei zur Gewährung von Stützpunkten in der Dardanellenzone an die Sowjetunion gegen eine Entschädigung in Syrien zu bewegen. Beide Pläne hingen mit der Tatsache zusammen, daß im Westen inzwischen die Entscheidung gefallen war. Der erste Plan stellt einen Versuch dar, eine neue Front gegen Deutschland im Sud osten zu errichten. Der zweite beruhte daraus, daß England die letzten Rück- ichten auf Frankreich, also auch auf die ftanzö- ische Stellung in Syrien, fallen lassen konnte. Der erste Plan feg eiterte aus Gründen, die uns unbekannt sind, und über die Eden eine Aufklärung schuldig geblieben ist. Wahrscheinlich hingen sie mit dem Wunsch Moskaus zusammen, den durch den Paktabschlutz mit Deutschland vom August 1939 erlangten Zeitgewinn bis zur Neige auszukvsten, ehe es sich auf gefährliche Bahnen begab. Den zweiten Plan kann man höchstens als durch die neuen Ereignisse überholt bezeichnen. Er geifterte jedenfalls auch durch die Papiere, mit denen sich Sir Staf- fort) Cripps zu Beginn des Juni d. I. über Stockholm nach London zur Berichterstattung begab. Don Cripps wird gesagt, daß er auch am Zustandekommen der sowjetischen Freundschaftserklä- rung für die Türkei wesentlichen Anteil hatte, mit der sich die Sowjetunion im Frühjahr d. I. endgültig in die sich verschärfenden Verhältnisse auf dem Balkan einschaltete. Jedenfalls reifte Cripps damals nach Ankara. Es ist wenig beachtet worden, bleibt aber bezeichnend, daß sich die darin ausge- fprochene sowjetische Rückversicherung für die Türkei nur auf die türkische Ostgrenze bezog. Vorangegangen war ihr die schulmeisterliche Abkanzlung Bulgariens und ihr folgte die Freundschaftserklärung für die serbische Putschregierung tun vor dem Ausbruch der deutsch-jugoslawischen Feindseligkeiten. Nachdem Jugoslawien wenige Wochen danach auf» gehört hatte zu bestehen, konnte man im neutralen Ausland sowjetische Urteile hören, in denen sich nicht nur Erstaunen, sondern auch unverhohlene Enttäuschung über die Schnelligkeit dieses Zusammenbruches feststellen ließ. Es ist heute kein Rätsel mehr, warum die sowjetischen Militärs die Gründe ; des raschen deutschen Balkanvormarsches mit be« Stockholm, im Juli 1941. Der englischen Oesfentlichkeit ist das Verständnis 6r Rußland immer schwerer gefallen als das für «gendein anderes Land. Seit jeher steyt sie dem russischen Rätsel mit offenen Augen gegenüber. Sie drücken aber weniger Erkenntnis als grenzen- fc|es Erstaunen aus. Wenn trotzdem die amtliche Englische Politik, die beim Aufbau des britischen Weltreiches im 19. Jahrhundert erst immer wieder if das russische Hindernis gestoßen ist, im 20. Jahr- mDert das Riesenreich des Ostens nun schon zum oeiten Mal zur tatkräftigen Unterstützung ihrer genen Machtinteressen gewinnt, so beweist das iir, daß England heute wie je seiner Methode des smprovisierens treugeblieben ist und ohne Rück- fi)t auf höhere Menschheitsinteressen, für die es meblid) das Schwert gezogen hat, wahllos Helfer Acht, wo es sie findet. Auch im Jahre 1907 war e- nur zu einer Abgrenzung von Interessensphären r Persien gekommen, nicht aber zu einer 93 er ft än» gung im eigentlichen Sinn, wenn auch die Äus- :irfung des damaligen Vertrages (mit französischer Life) ausreichte, um Rußland seinen Platz in der ünkreisung Deutschlands zuzuweisen. Der Vertrag, n England im Jahre 1935 Rußland vorschlug, ch etwas Aehnliches vor, nämlich — wie Außenminister Eden neulich im Unterhaus in Erinnerung ?f — eine Erklärung, daß zwischen Rußland und ngland keine widerstreitenden Interessen bestünden, bwohl die geistige und psychologische Fremdheit, e zwischen England und Rußland bestand, die jütischen Beziehungen zwischen b^en Ländern ,'einflußt, ist sie doch nicht so stark gewesen, eine nglisch-sowjetische „Kooperation" zu verhindern, •e vor einem Menschenalter zum Weltkrieg und jtzt zu dem ungeheuerlichsten Anschlag auf die Jultur und die Wohlfahrt Europas geführt hat. cwjetischer Seite sind ihre Anfänge in tieferes Unkel gehüllt, weil ein äußerlich einwandfrei er« Meinendes Einvernehmen mit Deutschland zu dem cißenpolitischen Programm des Kreml gehörte, der in bolschewistisches Eingreifen in die Wirrnisse Des irteges erst zu einem späteren Zeitpunkt vorsah. Sie englische Seite trat mit der zunehmenden außen- ilitifchen Bedrängnis ungenierter aus der Kulisse. I ie Anfänge der englischen Bemühungen, an die > b e n im Unterhaus soeben selbst erinnert hat, -ichen bis ins Jahr 1935 zurück. Der englische lußenminifter reifte damals nicht ohne Grund und icher nicht ohne entsprechende Winke von sowjeti- ejer Seite nach Moskau. Der Zeitpunkt ist schon deswegen bemerkenswert, weil damals das nationalsozialistische Deutschland, in friedlichem Aufbau । L*griffen, die größte außenpolitische Zurückhaltung beobachtete. Schon zu jener Zeit hielt Großbritan- . en es also für notwendig, sich auf dem Festland uch weiteren Bundesgenossen umzusehen, die in ner Auseinandersetzung mit dem Reich die briti- hen Kastanien aus dem Feuer zu holen hatten. ;s wird der Zukunft vorbehalten bleiben müssen, i:e bis jetzt noch unbekannten Einzelheiten des irglisch-sowjetischen Zusammenspiels in den Jahren or dem Krieg zu enthüllen. Einige Tatsachen seien -doch hier festgehalten: Lange bevor England in der deutsch-polnischen Auseinandersetzung den willkommenen Kriegsgrund xsfunden hatte, stattete Chamberlain im Winter 1938/39 dem sowjetischen Botschafter Maiski einen damals allenthalben als Sensation empfundenen iemonftratiDen Besuch ab. Kurz darauf begannen iie Bündnisverhandlungen, in denen beide Partner sehr weit vorgingen. Im letzten Stadium befanden sch mehrere englische Abordnungen, darunter vor tllem Militärmissionen, in Moskau, deren Mitglie- ter vor einigen Tagen wieder in der sowjetischen Hauptstadt emgetroffen sind. Die Ansicht ist, bis ptzt wenigstens, weit verbreitet gewesen, daß die englisch-sowjetische Verständigung 1939 gescheitert sei, weil es England nicht habe über sich bringen ' Linnen, seine Zustimmung zur Einverleibung der StanDftaaten in die Sowjetunion zu geben. Dem- cegenüber muß gesagt werden, daß es schon damals in London möglich war, Kenntnis von dem cnglischen Vorschlag zu erhalten, der die baltischen Staaten preisgab. Ohne Zweifel ist es damals nicht jur Einigung nach außen gekommen, weil Cham- lerlain glaubte, Deutschland den Krieg erklären zu lönnen, auch ohne der sowjetischen Mitwirkung scher zu sein, während sich Moskau für den Pakt- cbschluß mit Deutschland aus Erwägungen ent- jchied, mie sie schon Chamberlain 1938 nach Mun« tjen geführt hatten: der Bolschewismus fühlte sich roch nicht kampfbereit und suchte Zeit zu gewin- r en. Bezüglich des Endziels bestand aber weder aut niglischer noch auf sowjetischer Seite eine Mei- r-ungsverschiedenheit. In maßgebenden brsttschen : Kreisen wurde übrigens die Politik der Verbindung ; nit Moskau als durchaus richtig anerkannt Nach dem Kriegsausbruch im September 1939 onifeerte England zunächst eine gut gespielte Verstimmung über den äußerlichen Kurswechsel der sowjetischen Außenpolitik. Trotzdem konnte man schon früh das Wechselspiel erkennen, in dem sich England und der Bolschewismus die Bälle zuwarfen icnd gleichzeitig indirekt Hilfe leisteten. Der erste Vorgang dieser Art von Bedeutung war das Em« rücken der Sowjettruppen in das von den Deutschen eroberte Polen. In London erblickte man darin eine 1 nilitärifdje Entlastung an der Westfront. Wahrend der militärischen Jnaktivität des Winters 1939/40 I im Westen wurde in Großbritannien der sow,etüch- ünnische Krieg als neues Element der Kriegsaus- »eitung begrüßt. Auch versuchte die englische Di- plomatie hier in Stockholm die nach mühsellger Roosevelt läuft dem Kriege nach. Von unserer Berliner Schriftleitung. Schlägen in Norwegen und in Frankreich, im Mittelmeer und in Libyen, jetzt auch in Rußland hat sich der sehr qualifizierte Washingtoner Korrespon» dent des anglo-jüdischen Reuterbüros in der ersten -schäumenden Hoffnung dazu hinreißen lassen, jenseits aller diplomatischer Finessen den unmittelbaren Eindruck der Besetzung Islands durch die amerikanischen Marinefüsiliere nach London zu kabeln. Er schreibt, daß diese Maßnahme bedeutende Folgen nach sich ziehen werde. Denn Island befände sich außerhalb der Zone, die bisher von den USA. als westlich« Halbkugel bezeichnet werde, und dafür innerhalb der Zone, die die Deutschen amtlich als Kriegszone bezeichnet hätten. Und dann malt sich in dem Bericht des Reuterburos die Ueberraschung in der breiten amerikanischen Oeffent- lichkeit. Ausdrücklich heißt es, daß diese Besetzung Islands „ganz ohne Zweifel" zu einem „Sturm von Kritik der -Isolationisten" führen werde. Die weitesten amerikanischen Kreise seien außerordentlich überrascht. „Einige Leute" — gemeint ist: das Rüstungskapital und die Börse — seien der Meinung, daß die Besetzung Islands den Transport von Kriegsmaterial nach England erleichtern werde. Die Transportschiffe könnten bis zu ihrer Ankunft in Island von amerikanischen Kriegsschiffen geschützt werden; auch werde Island als Stützpunkt für amerikanische Luftpatrouillen dienen. Die bisher in Island eingesetzten britischen Streitkräfte könnten „ganz ohne Zweifel wo anders nützlicher eingesetzt werden". Diese Drahtung des Washingtoner Reuter-Korrespondenten ist in ihrer Offenherzigkeit die schlüssigste Erläuterung zu dem Handstreich des Yankee-Imperialismus auf Mit der Besetzung Islands hat Roosevelt seine Nation wiederum einen Schritt näher an den europäischen Krieg gebracht, obgleich über jeden solcher Schritte nach der demokratischen Verfassung der Bundeskongreß zu Washington abzustimmen hat. Die Begründung für diesen diktatorischen Schritt besteht in hahnebüchenen Unwahrheiten, in einem, um mit Schopenhauer zu reden, Dischiwaschi von Worten. Roosevelt zerschlägt die Monroe d o k t r i n , den bisher wichtigsten Eckpfeiler der traditionellen USA.-Außenpolitik, in Stücke. Vor 120 Jahren hatte der damalige USA.-Präsident James Monroe den Grundsatz proklamiert, daß die USA. eine europäische Einmischung nicht nur in die eigenen Angelegenheiten, sondern auch in die der übrigen amerikanischen Festlandsvölker als Zeichen unfreundlicher Gesinnung g-egen sie betrachten werde. Da Präsident Monroe die Zusicherung gab, die USA. würden sich auch ihrerseits einer Einmischung in die europäischen Angelegenheiten enthalten, stimmten die europäischen Rationell zu Roosevelt hätte nicht in Worten, aber in Werken, versucht, diesen Grundsatz zu durchbrechen. Das Englandhilfegesetz widerspricht nicht nur dem gellenden Völkerrecht, sondern auch der Monroe- Doktrin. Jetzt hat er aus beiden Kleinholz gemacht. Roosevelt hat sein eigenes Volk belogen. Bekannt sind seine feierlichen Versprechungen vom Herbst 1940, unter allen Umständen die USA. aus dem Kriege herauszuhollen und nichts zu tun, was iroendwie die USA. in die Gefahr eines Krieges brächte. In seiner berühmten Rede vom 14. August 1936 in Chautauqua drückte sich Roosevelt noch schärfer aus und sagte: „Wir sind insofern Isolationisten, als wir versuchen, Amerika vollständig gegen einen Krieg zu isolieren ... Ich hasse den Krieg... Ich werde dafür 'sorgen, daß keine amerikamsche Handlung einen Krieg hervorruft oder ihn fördert.. Wenn wir die Wahl haben zwischen Kriegsgewmnst- lern und Frieden, wird die Nation antworten — muß sie antworten —, wir wählen den' Frieden." Roosevelt hat durch seine Handlungen sein eigenes Volk betrogen, seine feierlichen Worte und Zusicherungen gebrochen und die Partei der jüdischen Kriegsgewinnstler und Hetzer genommen. Roosevelt erklärte die Besetzung Islands als defensiver Natur; denn Island fei von den Deutschen bedroht, die die USA. von Ost und West in die Zange nehmen wollten. Nur ein Wahnsinniger kann so etwas glauben. Wenn Roosevelt das sagt, spricht er ganz bewußt die Unwahrheit. Die eigenmächtige Aktion Roosevelts ist Ausdruck des perversen Bündnisses Roosevelt-Churchill-Stalin zur Niederhaltung und Vernichtung der abendländischen Kultur. // in Dänemark. Island. Roosevelt weiß, daß er mit seinem bisherigen Vokabular nicht auskommt. Er muß seine eigenen bisherigen Thesen, die in den Satz kulminierten, die USA. würden für England alles außer unmittelbarer Kriegshilfe (short of war) tun, verleugnen und unter den Tisch fallen lassen. Er tut dies mit einem zynischen Riesenbluff. Er erklärt in der Pressekonferenz, daß seine Auffassung von dem Umfang der „westlichen Hemisphäre" sich stets danach "richte, mit welchem Geographen er zuletzt gesprochen habe. Diese proklamierte Grundsatzlosigkeit ist der Freibrief für jede Katastrophenpolitik. In seiner Botschaft an den Kongreß erwähnt Roosevelt, daß „bedeutende amerikanische Streitkräfte jetzt in die Stützpunkte entsandt worden sind, die im vergangenen Jahr von Großbritannien in Trinidad und Britisch- Guayana uns zugestanden wurden". Die vom Weißen Hause inspirierte „Washington Post" schreibt denn auch, daß die Besetzung Islands „nur der erste Schritt in einer Serie, die am 27. Mai (von Roosevelt in einer ,,Kamin"-Rede) angedeutet wurde, gewesen ist". Das Blatt fährt fort: „Genau wie Island das Einfallstor für Nordamerika ist, so fungieren die Azoren, die Kapverdischen Inseln und Dakar als Einfallstor nach Südamerika. Mit anderen Worten: die Pankees wollen sich in Afrika genau so festsetzen wie durch die Besetzung Islands in den europäischen Gewässern. Dr. Ho. Sämtliche angreifende Sowjetflugzeuge abgeschossen. Berlin, 9. Juli. (DBB.) Sin beutfdjes Jagd- geschwader schoß bei einem Angrisfsversuch von 27 Sowjetbombern auf einen Feldflugplatz lm Osten innerhalb 15 Minuten sämtliche sowjetischen Flugzeuge ab. 81 Sowjetpanzer vernichtet. Berlin, 9.Juli. (DRV.) Die deutsche Luftwaffe griff auch im Verlaufe des Dienstag, 8. Juli, wieder an der gesamten Ostfront mit durchschlagender Wirkung in den Erdkampf ein. Ein deutscher Verband vernichtete aus der Luft in einem einzigen Abschnitt 81 zum Gegenangriff sich sammelnde Sowjetpanzer. 17 britische Jagdflugzeuge an der Kanalküste abgeschoffen. Berlin, 9. Juli. (DBB.) 17 britische Jugbflug- zeuge wurden in den Rachmittagsstunden des Mittwochs in Luftkämpfen an der Sanalküste abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Kopenhagen, 9.Juli. (Europapreß.) Die Besetzung Islands durch nordamwrkairische Truppen hat in Dänemark grüßte Ueberraschung und Bestürzung ausgelöst. Den nordamerikani- schen Versicherungen einer Respektierung der Souveränität Islands wird nach den mit Grönland gemachten Erfahrungen keinerlei Glaube geschenkt. Man glaubt an Amerikas Entschlossenheit, die eroberte Position freiwillig nicht wieder aus der Hand zu geben. Die Behauptung von dem Bestehen einer Uebereinkunft zwischen Roosevelt und dem isländischen Ministerpräsidenten wird in Kopenhagen mit äußerstem Vorbehalt ausgenommen. „Man kann das Demokratie nennen, ober es ist Diktatu r", so kommentiert „Nattonal-Tidende" Roosevelts eigenmächtige Politik. Anstatt mit seinem Parlament zu verhandeln, einige er sich mit England über diese Frage und gab detn Kongreß Mitteilung von feinem Beschluß, nachdem bereits die ersten Nordamerikaner auf Island eingetroffen waren. Nachdem somit Roosevelts Politik schon längst die Grenze der Monroe-Doktrin überschritten hat, entstehe folgende Frage, so fährt „Natwnal- Didende" fort: „Wenn Nordamerika unter dem Vorwand, sich gegen europäische Angriffe sichern zu müssen, europäische Stützpunkte besetzen darf, kann dann nicht auch Europa amerikanisches Territorium besetzen, um sich vor dem amerikanischen Imperialismus zu schützen?" Amerikas Eingreifen sei wahrscheinlich der gefährlichste Schritt zu einem Kriegseintritt. „Politiken" unterstreicht besonders den Umstand, daß zum erstenmal in diesem Kriege amerikanische Truppen auf europäischem B o - d.e n stehen. Ein angeblich neutraler Staat wage es, die Truppen einer kriegführenden Macht abzulösen und sich — offensichtlich von starken Flotten- oerbänDen -gestützt — in einem Gebiet festzusetzen, das von deutscher Seite als Kriegszone erklärt worden ist. „Politiken" findet es empörend, welche rücksichtslose Machtentfaltung mit dem isländischen Brudervolk getrieben werde, nur weil Islands geographische Lage von milttärischer Bedeutung für die Sicherung der neuen Schiffahrtslinie von USA. nach England sei. Es sei heute mehr den je eine Entfremdung der isländischen Nation dem Norden gegenüber zu befürchten. Das Echo in Rom. Rom, 9. Juli. (Europapreß.) Der Entschluß Roosevelts, so sagt „Giornale d'Jtalia", sei eine neue Herausforderung zum Kriege und der Versuch, mit dem Bolschewismus in Moskau zusammenzuarbeiten. Ohne jeden Beweis für in der Tat nie bestandene Angriffsabsichten auf Nordamerika sei Roosevelt mit bewaffneter Kraft in die europäische Hemisphäre eingefallen und habe mit nach Europa gerichteten Geschützen und Flugzeugen eine europäische Insel besetzt. Endgültig sei nun in der Geschichte dieses Krieges verankert, daß Roosevelt, ohne herausgefordert gewesen zu sein, in kaltem Entschluß die Jnittative durch festumrissene und direkte Angriffsgesten gegen die Achsenmächte und das ganze europäische System ergriffen habe. Im gegenwärtigen Augenblick seien diese Gesten auch «in offener Beweis der Solidarität und Zusammenarbeit mit dem Bolschewismus. Das halbamtliche „Popolo d'Jtalia" erklärt, die von unversöhnlichen Kriegshetzern und maßlosen Imperialisten energisch geleitete nordamerikanische PolM suche in der Eroberung von Island weniger eine neue Basis zum Schutz des Verkehrs zwischen Großbritannien und USA. zu schaffen, als einen neuen Vorposten der Vereinigten Staaten. In Wirklichkeit entspreche die Schaffung dieses Vorpostens mit der herausfordernden Einmischung in die Angelegenheiten und Lebensräum« Europas einem weit um sich greifenden Expansionsplan der USA. Schweizerische Stimmen. Bern, 9. Juli. (Europapreß.) Zu Oer Landung nordamerikanischer Truppen auf Island schreibt „Der Bund", Roosevelt setze sein Lund direkt in einen Teil der Kriegszone fest und rücke damit auch dem Kriege selbst und der Möglichkeit, in den Krieg verwickelt zu werden, näher. Er begebe sich mit seinem Land bewußt in die Gefahr. Die Konsequenz könne nur die aktive Verwicklung in den Krieg sein. Soweit sei aber die nordamerikanische Bevölkerung immer noch nicht. Die Mehrheit halte daran fest, daß Roosevelt während der Wahlkampagne in striktester Form versichert habe, er wolle England jede Hilf« zukommen lassen, soweit er dies ohne ein Eingreifen in den Krieg tun könne. Das nordamerikanische Volk wolle in seiner Mehrheit immer noch nicht in den Krieg verwickelt werden. Es könne jedoch der Fall eintreten, daß es durch die Umstände und gegen seinen Willen hereingezogen werde. Die Besetzung Islands erhöhe diese Gefahr. , Die Baseler „N a t i o n a l ze i tu n tz" meint: „Die USA. tasten sich langsam gegen das G es ahr enzentrum vor. Es ist kein Zweifel daran möglich, daß sich Roosevelt über die Konsequenzen seiner Politik völlig im klaren ist. Wenn er versucht, dem Gegner die Verantwortung für eine mögliche Entwicklung zuzuschieben, indem er ihm auf Umwegen näherrückt, ohne ihn direkt anzugreifen, so bleibt doch, objektiv betrachtet, die Tatsache bestehen, daß die Vereinigten Staaten von der offenen Anteilnahme an der Schlacht im Atlan- Jagdgeschwader Richihofen. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der Wehrmachtbericht ist über die operativen Ent- Wicklungen an der Ostfront sehr summarisch. Er hebt hervor, daß die Kämpfe an der gesamten Ostfront erfolgreich verlaufen. Um so heftiger sind die Engländer auf dem Kiek. Wie sich jetzt herausstellt, ist W a v e l l gar nicht für Indien bestimmt, sondern— für die Sowjetunion. Man erinnert sich, daß der bisherige Oberkommandierende im Vorderen Orient während des Weltkrieges der zaristischen KaukastlS- armee zugeteilt und zeitweise auch zum britischen Militärattache in Moskau bestallt gewesen ist. Sem Nachfolger im Oberkommando für den Vorderen Orient, General A u ch i n l o ck , hat inzwischen in einem Presse-Interview reichlich phantastische Gedankenblitze von sich gegeben. Nach seiner Meinung würden die Deutschen versuchen, zum Kaukasus durchzustoßen, um so Großbritannien zu zwingen, große Steitkräfte in Indien und im Mittleren Orient zu behalten. Unsere Truppen sind zwar in 14 Tagen über 500 Kilometer im Osten vormarschiert, aber trotz dieser enormen Marschleistungen ist unsere eigene Phantasie nicht flügge genug, um den operativen Plänen des Generals Auchinlock im Sausetempo zu folgen. Wir begnügen uns mit der bescheidenen Feststellung, daß am Nordflügel bte verbündeten Finnen unter Marschall Mannerheim, am Südflügel die Rumänen unter dem Condu- cator General Antonescu mit vorbildlicher Tapferkeit und Zähigkeit kämpfen und die Schwierigkeiten des Geländes wie der raffinierte* Feldbefestigungen der Sowjets meistern. In dem Wehrmachtbericht vom 9. Juli nnrh her- vorgehoben, daß das I a g d g e s ch w a d e r R i ch t- hofen in den bisherigen 22 Kriegsmonaten mit dem 644. Luftsieg die Zahl von Abschüssen erreicht hat, die das Traditionsgeschwader Rtchthofen bis zum Ende des Weltkrieges erzielt hat. Die Gerechttg- feit legt allerdings die ergänzende Bemerkung nahe, daß die technischen Voraussetzungen, unter denen 1914/18 das ursprüngliche Geschwader Richthofen zum Kampf antrat, ganz andere waren als heute. Damals mußte nicht nur das Flugzeug als Waffe erst entwickelt werden. Es mußten auch die taktischen Formen des Kampfes gefunden und erprobt werden, die der neue Kampf in der Luft verlangte. Niemand weiß bester den unendlichen Wert Oer damaligen Leistungen zu schätzen als Reichsmarschall Göring, der selbst der letzte Kommandeur des Richthofen-Geschwaders wurde und diesem durch die Neuauflage der Schrift „Der rote Kampfflieger" im Jahre 1933 das treueste Andenken bewahrte. Die verlustreichen Einflüge der Engländer an der Kanalküste und auch in Westdeutschland wurden durch starke Bombardierungen englischer Ziele erwidert. Erst jetzt wird bekannt, daß die konservative Unterhausabgeordnete Lady Astor bereits am 10. Juni als Bürgermeisterin von Plymouth über das Versagen der Regierung heftig klagte und habet mitteilte, daß 12 englische Städte „völlig abgebrannt" seien. Dr. Ho. tif nur noch durch eine sichtliche Zurückhaltung der Gegner getrennt werden." „Gazette de Lausanne" sagt: „Denkt die Regierung von Washington daran, di« Frachtschiffe bis Island begleiten zu lasten, um dann die Ladung auf britische Kriegsschiffe zu verfrachten? Vielleicht? Im gegenteiligen Falle sieht man nicht klar, was die Nordamerikaner auf dieser fernen Insel wollen. Hat Roosevelt, was die angeblichen Gründe angeht, einen Beweis dafür, daß Berlin sich zur Be- setzung vorbereitete? Man darf daran zweifeln. Weiter ist interessant festzustellen, daß solche Handlungen bisher immer das Vorspiel von größeren Ereignissen waren. Wird es auch diesmal so sein?" „La S ui ss e", (Genf) meint: „Die Gefahr eines Flottenzwischenfalles zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ist größer denn je." Oer italienische Bericht. Rom, 9. Juli. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: In der Nacht zum 9. Juli haben unsere Fliegerformationen einen Flugplatz auf Malta bombardiert. In N o r d a f r i k a Artillerietätigkeit an der Tobruk-Front. Unsere Flugzeuge haben Befestigungen von Tobruk und feindliche Stellungen in Ma r sa Matruk sowie östlich davon gelegene Flugplätze getroffen, wobei Brände -ausgelöst wurden. * In Luftkämpfen haben unsere Jäger ein feind- Oie Schauspielerin Agnes Straub f. Die bekannte deutsche Schauspielerin Agnes Straub ist in der Nacht zum 8. Juli unerwartet an den Folgen einer Embolie gestorben. Sie ist noch vor kurzem im Berliner Künstlertheater aufgetreten. Mit Agnes Straub verliert das deutsche Theater eine seiner großartigsten und universellsten Schauspielerinnen, eine darstellerische Persönlichkeit von geistigem Rang und ursprünglich komödiantischer Begabung. In München als Tochter eines Beamten geboren, in ihrer Vaterstadt und in Dachau ausgewachsen, erhielt sie schon als Schulkind Schauspielunterricht und stand mit 15 Jahren in Heidelberg als Grillparzers „Sappho" zum ersten Male auf Der Bühne. 1911 kam sie nach Bonn, später nach Königsberg, dann, ohne zunächst den erwarteten Erfolg zu haben, ans Berliner Schillertheater. Erst als sie in Wien als Helena im „Sommemachtstraum" und in Hauptmanns „Griselda" außerordentliche Leistungen gezeigt hatte, wurde man in Berlin auf» merksam und holte sie zurück; sie spielte dort am Deutschen Theater, am Staatstheater und zuletzt an der Volksbühne. Im Herbst 1938, auf einer Gastspielreise mit Ibsens „Gespenstern", Die, wie man sich erinnern wird, auch nach Gießen führen sollte, erlitt Frau Straub in Thüringen einen schweren Autounfall, von dem sie sich lange nicht erholen konnte. (Es scheint nicht ausgeschlossen, daß di« Krankheit, der die Künstlerin jetzt erlegen ist, eine späte Folge jenes Verkehrsu/isalles war.) Erst im Januar 1940 konnte Agnes Straub, noch merklich behindert, ihre Bühnentätigkeit mit der Titelrolle des Lustspiels „Die erste Frau Selby" am Kleinen Theater in Berlin wieder aufnehmen. * Nennen wir außer den schon erwähnten noch eine Reihe von großen Rollen der (Straub — die Minna von Barnhelm, Shakespeares Beatrice, Porzia und das widerspenstige Käthchen, Penthesi- lea, Elisabeth, Lady Milford, Klytämnestra, Cäcilie („Stella"), Hedda Gabler und Anna Mahr („Einsame Menschen") — dann wird aus diesem Repertoire, das natürlick nicht annähernd vollzählig sein kann, schon der enorme darstellerische Akttonsradius der Schauspielerin Agnes Straub, ihr Vollblutkomödiantentum ersichtlich, das jede enge Rollenfachbegrenzung mit einem hinreißenden Elan und Temperament über Den Haufen warf: sie war (auch sprachlich) eine Heroine großen und klassischen Stils, sie war Liebhaberin, Salondame und Naturkind, sie fand sich in den Seelenabgründen von Kleists Amazonensurstin wie in Den Exaltationen von Ibsens problematischen Frauengestalten mit nachtwandlerischer Sicherheit zurecht. Die Gießener werden sich ihres letzten Gastspiels im „Wettlauf mit dem Schatten" von Wilhelm von Scholz erinnern, und vor allem des vorletzten in der Titelrolle von Roland Schachts „Schauspielerin": dies ist gewiß eine ihrer vollkommensten Seiftunaen gewesen, unvergeßlich in Der großen Szene Des zweiten Aktes, unvergeßlich in Der Demaskierung Des Komödiantischen wie zugleich in der triumpha-^ len Bestätigung der ewigen Magie des Theaters; nur eine Künstlerin von Der geistigen Ueberlegen- heit und menschlichen Reife der Frau Straub konnte ein solches Stück so durchsichtig, so lebenswirklich und so zauberhaft theatralisch gestalten und beispielhaft machen. Man kann sich in viel« schweifende Erinnerungen verlieren, wenn man die Begegnungen mit Agnes Straub in Den letzten beiden Jahrzehnten aufsucht. Nur Drei her schönsten und, unverlierbaren seien noch festgehalten: das anmutig-sprühende Mädchen Katharina bei Shakespeare, das so lieblich gezähmt wird; Die Kriemhild in Hebbels „Nibelungen"- Trilogie (Wormser Festspiele): eine deutsche Fürstin und Sagenaestalt, groß, schlank und blond, im fließenden blauen Gewände, majestättsch, ergreifend und erschreckend zugleich in ihrer Liebe, ihrer Verzweiflung und ihrem tödlichen Haß, in manchen Szenen wie eine lebendig gewordene Sttftersigur vom Naumburger Dom; endlich, um eine her wenigen Filmrollen zu nennen, die russische Kneipenwirtin Sinajda im „Panzerkreuzer Sewastopol", ein verfallenes MenschenbiD von unheimlicher Eindruckskraft, in dessen Worten und Gebärden das ganze Grauen des bolschewistischen Schreckensregimentes eingefangen war. — * Nack hem Tode her berühmten Düsseldorfer Schauspielerin Louise Dumont stiftete deren Gatte, Generalintendant Gustav ßrnbemann, den Gold- topas seiner Frau mit Der dazugehörigen Halskette, ein Geschenk Der Königin von Württemberg,, xu lebenslänalichem Tragen Der Deutschen Schauspielerin, Die Louise Dumont in ihrem menschlichen und künstlerischen Streben am nächsten stehe und scklug als erste Trägerin Agnes Straub vor. htn. Kampf der Ungleichen. Von Ben: r Schumann. Die Schloßteich-'Schwäne eines norddeutschen Kurorts waren mir 4- und ich ihnen — durch tägliches Füttern so vertraut geworden, daß sie schon mit Freud enge schrei an Land tarnen, sobald He mich auf her Brücke gewahrten. Spazierte ich am Ufer entlang, so hielten sie hurtig rudernd mit mir Schritt, kam ich mit leeren Händen, so schienen sic, philosophisch schnatternd, mir das Unziemliche meines Verhaltens klar machen zu wollen. Für ihre kaum vernarbten Bisse an Den Füßen, die verwundeten Schwimmhäute und die ausge- rupften Federn fand ich lange keine Erklärung, bis ich einmal gegen Mitternacht noch am Schloßteich üorübertam, um nach meinen Freunden zu sehen. Schon von weitem hörte ich heftiges Flügelschlagen, schrilles, ängstliches, doch nicht zu lautes Schnarren, in Dem ein beinahe menschlicher Unterton mit» schwana. Die Nacht war sehr Dunkel, her Monb wolkenbegraben. Auf Dem schwarzen Master kreiste etwas Weißes wild und zornig um Die eigene Achse: es war her alte weibliche Schwan. Aber feine leuchtende Majestät war ins Bizarre verbogen, in einen tumultuösen Kampf geschleudert; sein langer, schlanker Hals schoß steil wie eine Fontäne aus Dem Wasser, ringelte sich Dann schlan- genhaft wieder zurück und stteß, offenbar in irrsinnigem Schmerz, bald'an dieser, bald an jener Seite des Gefieders ins Wasser, wo Der unsichtbare Feind, hie langschwänzige Wasserratte, ihn rubel- weise angefallen hatte. An dem eDlen Wasservogel war alles in unge-' wohntem Aufruhr, aber die natürliche Hoheit feines Wesens schien ihn auch in diesen Minuten des gräßlichen Ueberfalls nicht völlig zu verlassen; adlergleich, so Dünkte es mich, erhob er sich mit seinen mächtigen Flügeln über den Wasserspiegel, als erinnere er sich im Augenblick Der Gefahr seines entschwundenen Flugvcrmögens. In den wenigen Sekunden, da er über Dem Feind Der Unterwstt zu schweben schien, rein und in sagenhaftem Weiß, war er wirklich königlich. Jedoch das Bleigewicht in her Tiefe überwog Die Kraft Des Vogels, Die festgebissene Meute zog ihn übermächttg durch ihre VielzahM wieder nach unten. Nun begann er, während fein ununterbrochen weit geöffneter Schnabel kümmerliche, hell schnarrende Klagelaute in die Nacht sandte, mit Den starken Flügeln rasend aufs Wasser zu schlagen. In diesem Augenblick erkannt« ich auch die anderen Schwäne, Die aufgescheucht von her Schlohmauer, wo die behenden Nagetiere nisteten, her Teichmitte zustrebten, um sich in Sicherheit zu bringen. Der sonst so friedliche Teich, über den still bte stolzen Schwäne zogen, war tn eine unbeschreibliche Rebellion geraten, Die sich auch auf Das Schloß, Die Brücke und die nachtversponnenen Gärten zu "übertragen schien. Mir war, als hielte alles Getter ringsum den Atem an. Wieder kreiste Der große Vogel um Die eigene Hchse, um sich endlich mit einem mächtigen Ruck aus dem Kampfbereich fort» zuschleudern. Den Flüchtenden nachzueilen, in Der nun wieder ganz lautlosen Nacht unterzugeben. Was mich an diesem Kampf erregte, war nicht meine oder Des bedrohten Schwans Machtlosigkeit, auch nicht die Anhänglichkeit der schönen Tiere. Dieses Ringen Der Ungleichen, Unebenbürttgen überwältigte mich durch seine geradezu symbolhafte Gewalt. Es mar, so schien es mir, in jener Nacht und unvergeßlich bis auf Diesen Tag, wie ein Zusammenprall von Licht und Dunkel, von Oberwelt und Unterwelt, Des sichtbar Leuchtenden mit dem unsichtbar Versteckten. Die kleine Bestie vermag dem friedlichen Schwan nächtlich Wunden zu schlagen. Aber kann sie hindern, daß er am nächsten Morgen schon, in alter Majestät strahlend, gelassen und ruhevoll wie je über Das Wasser zieht? Deutsche Kampfflugzeuge über Birmingham n Züchtungen Hal r 9 »erben können. IS in die hre er ie> en ne oft rd- r« it: T« V« 3” || ren I j uer, I citte I Der I i;en | > || die ! bet' ' Die BDM.-Neichsreferentin Dr. Jutta Rüdiger traf in Oslo ein. Sie wurde von einer Abordnung der weiblichen Hirds in der norwegischen Hauptstadt willkommen geheißen. Die BDM.-Re.ichs- referentin wird das erste deutsch-norwegische Made - Lager in Lillehammer besuchen und an einer Kulturveranstaltung des Osloer Colosseum teilnehmen. Das V8^.-Marineministerium gab bekannt, baß 1)8^.-Kapitän Leutnant G r o v e, der der britischen Luftwaffe i m I r a k als Beobachter zugeteilt war, im letzten Monat durch Flugzeugabsturz getötet ^er-1 wurde Der H8ä..-Gesandte in Bagdad hat mitge- d-ie teilt, daß die Flugzeugtrümmer in der Jrakwüste mußte er die Kosten der Reparatur tragen. von einer Lokomotive erfaßt und getötet. Aus der Eisenbahnstrecke zwischen Rüdes- heim und Geisenheim trat eine Gruppe Rottenarbeiter, als durch Signal das Herannahen eines Güterzuges aus Richtung Geisenheim gemeldet wurde, auf das Nebengleis, ohne zu merken, daß auf diesem zu gleicher Zeit eine Lokomotive aus ent- gegengesetzter Richtung herannahte. Im letzten Augenblick gelang es zwar den meisten Arbeitern noch, zur Seite zu springen, doch wurden zwei Rot- tenarbeiter von der Lokomotive erfaßt und auf der Stelle getötet. 165 ;es in; nit ft, 165 5en t dB ItflD Die neue deutsch-italienische Grenze. Berlin, 9. Juli. (DNB.) Am 8. Juli wurde im ilmwärtigen Amt ein Vertrag zwischen Deutschland un| Italien abgeschlossen, durch den die neue geneinsame Grenze, wie sie sich aus dem Zerfall )es jugoslawischen Staates ergeben hat, Melegt wird. Sie verläuft von der ehemaligen )«iländerecke: Deutsches Reich—Italien—Jugosta- uitn entlang der ehemaligen italienisch-jugoslawi- chen Grenze bis südlich Sairach (Ziri) und von da in Micher Richtung zur Dreiländerecke: Deutsches regten auch die Spezialtruppen, wie die neugeschaffene Luftabwehr mit Horchgeräten und Scheinwerferabteilungen. Den Abschluß der Nationalfeier bildete die Galavorstellung im Teatro Colon. Der Grenzstreit zwischen Peru und Ecuador. Lissabon, 9. Juli. (Europapreß.) Die Kämpfe an der Grenze zwischen Ecuador und jßeru dauern fort. Jede der beiden Parteien beschuldigt die andere, durch Grenzverletzungen zu dem Konflikt Veranlassung gegeben zu haben. In Guayaquil, dem Hafen Ecuadorsz wird behauptet, daß die peruanische Artillerie und Luftwaffe weiterhin die an der Grenze gelegenen Ortschaften von Ecuador beschießen, wodurch Opfer unter der Zivilbevölkerung und beträchtliche Sachschäden verursacht würden. Die ! Grenztruppen von Ecuador leisteten den angreifen- den peruanischen Truppen erfolgreichen Widerstand. Dagegen wird in Meldungen aus Lima, der Hauptstadt Perus, versichert, daß die Truppen von Ecuador versucht hätten, die Grenze zu überschreiten, aber von der Garnison von La Palma zurück- geschlagen. worden seien. Laut Nachrichten aus Buenos Aires hat sich die chilenische Regierung bereiterklart, die Vermittlung zwischen Peru und Ecuador zu übernehmen. Unabhängig von diesem chilenischen Angebot sollen diplomatsche Fühlungnahmen zwi- schen den USA., Brasilien und Argentinien zwecks Erneuerung ihrer bereits gemachten Vermittlungs- Vorschläge vor sich gehen. Peru hatte sich bekanntlich im Mai dieses Jahres nur unter der Voraussetzung der Schaffung einer besseren Atmosphäre zu Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt bereiterklärt, während es die Vermittlung in der Frage der Zugehörigkeit der Provinzen Tumbez, Jaf und Mayna ablehnte. .5 L I« b 1. > m 3u den schweren Zerstörungen, die das britische Schlachtschiff „R o d n e y" im Kampf mit der „Bismarck" erlitten hat, wird noch ergänzend gemeldet, daß die zwei vorderen schweren Türme zerstört worden sind. Außerdem steht jetzt die Zahl von 208 Toten und 300 Verwundeten fest. Berlin, L Juli. (DNB.) Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 9. Juli das Zentrum der britischen TNetallindustrie B i r m 1 n g - ham mit guter Wirkung an. Zahlreiche Brände brachen in den kriegswichtigen Anlagen dieser an Alugzeug-Zellenwerken, Flugzeugmotoren-Fabriken und anderen Metallindustrien reichsten Stadt Großbritanniens aus. Die deutschen Luftangriffe haben bereits bei früheren Bombardements auf Birmingham große Zerstörungen verursacht. Hochofen. Walzwerke und vor allem Jndustriewerke. die zur Herstellung von Panzerwagen und Kampfstoffen bienen, machen Birmingham zum Mittelpunkt der Rüstungsindustrie Großbritanniens, deren Beschädigungen empfindliche Schläge für die britische Rüftungs- fabrikation darstellen. ♦ • Die älteste Geschichte Birminghams ist in Dunkel gehüllt; wahrscheinlich steht es auf der Stelle einer I kleinen römischen Station an der Jcknield Straße, einer alten Römerstraße. Der Name, der im Do- mesday Book als Berningham vorkommt, ist vielleicht von einem sächsischen Stamme „Berm" oder „Beorm" abgeleitet. Im Mittelalter stand es unter dem Schutze der De Bernimghams, die aber nach 1545 nicht mehr genannt werden. Im Jahre 1538 I beschreibt es Leland als eine blühende Marktstadt mit vielen Messer- und Nagelschmieden. Birmingham wurde 1653 vom Prinzen Rupert von der Pfalz im Krieg der Stuarts mit Cromwell genommen und zum Teil niedergebrannt, hob sich aber rasch unter Karl II. durch Fabrikation von Feuerwaffen. ich Torpedoflugzeuge, warfen Bomben und schossen !iui) mit Maschinengewehren auf das Schiff, bis ^schließlich sank. Von den 280 Personen an Bord les Schiffes (neben 16 Mann Besatzung, 25 Offiziere, 34 Unteroffiziere und 205 Soldaten) konnten >60 gerettet werden. Fünf starben jedoch nachträg- M an ihren Verletzungen. • > . Die türkische Regierung hat wegen dieses Zwi- chnfalls in den türkischen Hoheitsgewässern bei der Mischen Regierung Protest erhoben. Von der "Mischen Presse wurde die Versenkung in großer Abmachung bekanntgegeben. Die französische Bot- chft in Ankara erhob Vorstellungen beim türki- chn Außenministerium und entsandte ihren Mili- iorAttachs zu weiteren Ermittlungen nach Adalia. Seit 36 Stunden brennen die Oeltanks von Haifa. L l e p p o, 9. Juli. (Europapreß.) Seit 36 Stunden brennen die Oeltanks von Haifa, wie amen-1 laiche Stellen am Dienstag aus Haifa berichten. Wtische Pioniere wurden bei den Löscharbeiten mge setzt, ohne daß es gelungen wäre, den Brand Mi löschen. Die ganze Stadt und der Berg Karmel fan von dichten Rauchwolken umhüllt. Wahrend btt Nacht sei die Stadt vom Feuerschein erhellt Mesen. Die Verwüstungen in der Raffinerie sol- l«i durch die jüngsten oeutschen Bombardements sck stark sein. Die Mole sei durch zwei versenkte Aiisfe blockiert, wodurch der Hafenoerkehr stark ktindert sei. Aus der Straße Haifa—Damaskus Mrde ein britischer Munittons- und Versorgungs- zic durch unbekannte Täter in die Luft g e- brennt. Die Straße war während der Nacht ueerminiert worden. Seit diesem Zwischenfall sind die britischen Militärbehörden zu der wahrend des ^'ästina-Ayfstandes im Jahre 1938 angewandten Heixis zurückgekehrt, vor jedem Zug eine Draisine nü arabischen Geiseln fahren zu lassen. 3250n0 Flüchtlinge. Seine Bedeutung verdankt es hauvtsächlich den Verbesserungen der Dampfmaschinen, Die von Watt und Boulion ausgeführt wurden, und der dadurch erleichterten Ausbeutung der nahen Kohlen- und Eisenerzlager. Im Jahre 1700 hatte es nur 17 000 Einwohner, heute über eine Million. Gegen 100 000 Arbeiter sind mit der Fabrikation von Gewehren und Büchsen beschäftigt. Ueber 4 Millionen Kriegsgewehre wurden hier von 1855 bis 1864 (einschließlich des Krimkrieges) geprüft und 770 000 Gewehre wurden von Birmingham während des amerikanischen Bürgerkrieges nach den Vereinigten Staaten gesandt. Andere wichtige Industriezweige von Birmingham sind das Rollen und Stempeln von Eisen und anderen Metallen, die Fabrikation von eisernen Dächern und Balken, Dampf- und anderen Maschi-! nen, Werkzeugen, Bolzen, Schrauben, Klammern,; Draht, Stiften und kleinen Stahlwaren aller Art, Goldschmiedearbeiten und Chemikalien. In Heatons Mint und Metalworks wird ein großer Teil des Bronze- und Kupfergeldes Englands und verschiedener anderer Länder geprägt. Das einzige öffentliche Gebäude aus älterer Zeit ist die St. Martins-Kirche, ein imposanter Bau im gotischen Stil am Bull Ring aus dem 13. Jahrhundert. Die Town Hall ist ein mächtiges Gebäude im korinthischen Stil, 1832 bis 1850 nach dem Vorbilds des Tempels des Jupiter Stator in Rom erbaut und an die Pariser Madelaine erinnernd. Der große 44 Meter lange Saal enthält eine Orgel mit 4000 Pfeifen und vier Klaviaturen. Gegenüber der Town-Hall liegt das Postgebäude mit einem Standbild Sir Rowland Hills, des Reformators des englischen Postwesens, der einen Teil seiner Jugend in Birmingham verlebte. Oer Brand von Riga. Im Rundfunk erwähnte Oberst Bade bei einer Schilderung der Operationen im kurländisch-livlän- bischen Raum, daß die Bolschewiki Riga in Brand zu st ecken versucht und das Löschgerät beseitigt haben. Die teuflische Absicht ist in ihrer ganzen Wirkung nicht ausgeführt worden, aber das Schwarzhäupterhaus, die St.-Petri- Kirch e und das R a t h a u s fielen doch den Flammen zum Opfer. Insbesondere das Schwarzhäupterhaus und die St.-Petri-Kirche sind sowohl in der Baugeschichte wie als Zeugnisse der ostdeutschen Kolonisation Berühmtheiten gewesen. Das Schwarz» Häupterhaus stammt aus der Frühzeit des im Jahr 1201 von Bremen aus gegründeten Riga. Es wurde bereits 1330 errichtet, ist aber nicht in der Ursprung» lichen Gestalt erhalten; feine1 gotischen Giebel wurden 1620 im Renaissancestil überarbeitet unb tra» gen die Wappen von Riga, Hamburg, Lübeck und i Bremen. In den letzten Jahrzehnten wurde das Schwarzhäupterhaus teilweise als Museum benutzt. Es führt feinen Namen von der Gilde dec „Schwarzhäupter", ein Klub der auswärtigen un» verheirateten Kaufherren, der sowohl in wirtschaftlicher wie in politischer Beziehung einen starken Einfluß ausübte. Die Schwarzhäuptergilde wurde 1413 in Riga gegründet. In ihr gab der Kaufmann den Ton an, während die „Schwarzhäupter" in den kleinen livländischen Städten und auf den Ordens» bürgen Kriegergenossenschaften des von dem bremi« schen Bischof Albert gegründeten Schwertbrüderordens waren, der sich aber bald mit dem Deutschen Orden in Preußen vereinigte. Der Name kommt wohl daher, daß diese Gilden neben dem hl. Georg auch den hl. Mauritius, der der Legende nach ein Mohr aus dem Lande Mauretanien war, als hm, 10.Juli. (DNB. Funtspruch.) Mehr als 325000 Flüchtlinge haben das Gefahrenge-- bi at Alerandrien-Suezkanal verlassen. Tcnsport und Verpflegung dieser Massen bereiten ial'z Andere Schwierigkeiten. In der Nähe bes bntt= Wn Flottenstützpunktes Alexandrien seien Fluch t- lirgslager errichtet worden. Das Wlrtfchasts- Itb n sei fast gänzlich gelähmt. Das bei einem Kleine politische Nachrichten. arteitern noch nicht wiederhergestellt ist deshalb ein Urteil des Amtsgerichts Fredeburg zu begrüßen, nach dem ein Knecht zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt wurde, weil er eine Ruhebank, die dem öffentlichen Nutzen diente, sinnlos zerstört hatte. Außerdem Wie die türkische Eisenbahnverwaltung bekannt- gibt, wird di e Linie Istanbul — Basra, die durch die Kriegsereignisse im Irak längere Zeit unterbrochen war, in den nächsten Tagen für den Güter- und Personenverkehr wieder freigegeben. Unser Getreidekaffee hat sich im Lause der Eine Warnung. Kriegszett eines ständig steigenden Zuspruchs er- Es gibt immer noch Rohlinge, bie an Wegezeichen, freut. Die auf Karten ausgegebenen Kaffee-Ersatz- Ruhebänken und anderen den Wanderern und Berechtigungen sind in wachsendem Maße ausge- Ausflügler» dienenden Einrichtungen sinnlose Zer» nutzt worden. Die Folge ist, daß gegenwärtig im -- anrichten. Mit besonderer Genugtuung Jahresdurchschnitt rund 500 000 Tonnen Getreide, > ■ - < - . — und zwar rd. 350 000 Tonnen Gerste und 150 000 Tonnen Roggen für die Kaffee-Ersatz-Herstellung verwendet werden müssen. Dies bedeutet gegenüber normalen Friedenszeiten eine Verbrauchsauswel- tung um weit über 100 v.H. Für die Herstellung der Ersatzkaffeemittel werden also Getreidemengen m einem Umfange verbraucht, der die Brotversorgung Berlins für 10 bis 11 Monate sicherstellte. Das Hauptblatt des Reichsnährstandes, die „NS.-Land- post", erklärt, es werde natürlich kein vernünftiger Mensch verlangen, daß es nun keinen Getreidekaffee mehr geben solle. Die dem Verbraucher zugedachten Mengen könnten allemal gedeckt werden. Eine andere Frage aber sei, ob nicht der Verbraucher andere Getränke bevorzugen solle, etwa heimische Teearten. Wenn man z. B. nur 100 000 Tonnen Getreide auf diese Art einsparen würde, dann konnten damit etwa 200 000 Schweine mit einem Durch- chs Flugzeug abgeschossen. Ein weiteres Flugzeug 1 ymde von d-er Luftabwehr ab geschossen. Britische Luftangriffe auf Bengali und Tri - iolis. 3n Ostafrika nichts Neues. Oer ungarische Heeresbericht. Budapest, 10.Juli. (Europapreß.) Der unga- isihe Heeresbericht beschränkt sich auf die Fest- ; ieiumg, daß die ungarischen Schnellen Truppen entlang des Flusses Zbrucz im Kampf um den febergang über diesen Fluß stehen. Besonders wer- dabei die Leistungen der Radfahrabteilungen igr Honved hervoraehoben. Die Kämpfe dauern -och an. lieber die strategischen Auswirkungen der [ irMen Erfolge der ungarischen Honved vrlautet tus amtlicher Quelle ergänzend: Die Sowjettrupven mkrnahmen seit dem Fall Lembergs große An- ;rnngungen, um zur Deckung Podoliens bzw. eines , |er wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte des sowjett- chsn Eisenbahnnetzes, Srnerinka, an der Zlota BUl oder an der Stripa den Vormarsch der von ßemberg vordringenden Streitkräfte aufzuhal - lei. Die Tatsache aber, daß es den Honveds gelingen sei/ in voller Breite der vordringenden fr^nt das südwestliche Ufer des Dnjestr in Besitz u nehmen, und daß sie mit einzelnen Truppen- leijn bereits am anderen Ufer den Kampf fort« ,tzm, fei bezeichnend für die Entwicklung. Patron verehrten. _ . , Die nach dem Muster der Rostocker Marienkirche erbaute S t.-P e t r i - K i rch e war mit ihrem 123 Meter hohen Turm, um den drei Galerien im „Helm", (d.h. in der höchsten Turmverjüngung) liefen, ein Wahrzeichen Rigas, das die nahenden Schiffer schon von weit her sahen. Das Rathaus ist viel jünger als die beiden anderen Gebäude. Es wurde vor 200 Jahren gebaut und enthielt eine überaus wertvolle Bibliothek mit Erstdrucken aus den Rigaer Klöstern und Briefen Luthers und Her. Ibers. Es ist möglich, daß von diesen Bücher-Kost- Sorfi(f)f mit barfeiten etwas gerettet wurde, weil diese ur« sttArittt R «Xi.fi iNNB z Auf Grund der Straf- sprüngliche Bibliothek teilweise infolge der politt» nnHrtU n \tn sXe bi ^ebrE^ des deut- chen Veränderungen im Baltikum wahrend der Wen 25 Jahre aufgeteilt worden ist. richt den Hetzer H.G. zu sechs, den Lagerarbei- —E ter K. K. zu vier Jahren Zuchthaus und Ver-1 schmttsaewicht von zwei Zentner gemästet werden, ust der bürgerlichen Ehrenrechte. Beide waren Ge- 4Q00Q Ionnen Schweinefleisch und -fett mür- olgschaftsmitalieder eines großen Werkes in West- aber ^reichen, um beispielsweise den Fleisch» deutschland. Allen war bekanntgegeben worden, b b f $erIins |ür ganze vier Monate voll zu decken, daß sie sich jeden anderen als des durch die Arbeit 1 ' * _______ notwendig bedingten Umgangs mit den gleichfalls im Werk arbeitenden Megsgef-angenen zu ent- halten haben. Trotz dieses Verbotes war G. m -WTO ml*» AXJvii. persönliche, anfangs harmlose Beziehungen zu Ausbau der Soldalenfriedhöfe.' alüdten Fluchtver uch K ließ sich durch dem Volksbund Deutle Ärieg5graberfurfDrge mit, in küe Sacke dineinzieben Damit bat^n daß die vom Volksbund begonnenen Arbeiten fort- fc&r?uXJ" Lefefet unb die Kriegsgräber des Weltkriegs her» npi-räteriicker Be aü nlti au na des Fein- gerichtet und betreut werden. Professor Kreis hat bes in Tateinheit mit verbotenem Umgang die Absicht, auch bei der?™$tung non ^nmalen mit Kriegsgefangenen verwirkt. Der Dor- für die Gefallenen des fetzigen Krieges den Volks» gang ist ein neuer Beweis für die Berechtigung I bund zu beteiligen. bes Verbotes jeden nicht arbeitsmäßig bedingten Die Goethe-Medaille für Professor Arih van Ealker. Argentinien England verletzt I feiert den Llnabhängigkeitstag « Buen 0 s Aires, 9. Juli. (DNB.) Als Auftakt IUI IIJU^ 125jährigen Unabhängigkeitstages Argentiniens in fand in Buenos Aires ein Kameradschaftstreffen ftanzostsches Schiss m turrntyem. ^asen U 5 unb ber Marine statt, an dem über 2000 durch Brrtenflugzeuge versenkt. Offiziere aller Waffengattungen teilnahmen. Ihre tnfara 9 Juli. (Europapreß.) Die Agence besondere Note erhielt die Veranstaltung durch die me'lbet, daß das Schiff „Saint Di- Anw°f-nh°it der M il i t a rd e l e g a t to n e n non das unter französische? Flagge fuhr, am Bolivien Paraguay, Peru.Uruguay und der letianaenen Samstag durch zw ei Torpedos Der amtierende Vizepräsident Castilla erklärte, d e? f e9n f t wurde, die von britischen Torpedoflug- aus der argentinischen ^^^^gkeit seien Ideale eigen abgeschossen wurden, und zwar in dem gebaren worden, die aufrechterhaltenwerdenmuß- 1 lenblitf8 als bas Schiss im türkischen Hasen len: die tradltwnelle Politik des gebens und der Uta 1 i a ankam, nachdem es non denselben Flug- Harmonie mit allen Volkern der Wel . Wenn auch ,e,zen innerhalb der türkischen Hoheitsgewässer der Zusammenstoß non Nationen außerhalb des einmal angegriffen worden war. Die Hafen- Kontinents ine Wirtschaft Argentiniens fühlbar stungen haben durch di- Explosion der Tor- störe, fo erachte die Regierung als korrekt nur eine ?Ms gewisse Schaden erlitten. Man meldet aber Politik, welche dafür Sorge tragt, daß in Zufam- 4e türkischen Opfer. menarbeit mit den amerikanischen Nationen der Hon französischer Seite wird ergänzend mitge- Friede' und die Ordnung in diesem Erdteil weiter- eil baß ber Dampfer kurz vor ber Hafeneinfahrt bestehe. ..... . lufch ein britisches Torpedoflugzeug bombardiert Am Mittwochnachmittag nahm Vizepräsident Mibe aber nicht sank, sondern langsam weiter- Dr. Castillo in Begleitung der Regierung, des Sren konnte Nachdem das Schiff im Hafen Diplomatischen Korps sowie der sieben amenka- Ui ter gemorfTn hatte, erschienen vier brili- Nischen Militärdelegationen die Parade der argem “---- ■ " f ......-v — I Wehrmacht ab. Eine unübersehbare Menschenmenge umsäumte bie Parabestraße, burch biß Abordnungen aller Waffengattungen — insgesamt 14 000 Mann — an den Tribünen vorbeizogen. Der Vorbeimarsch würbe eingeleitet mit dem Flug von 140 Maschinen. Dann zogen Marinekadetten vorbei, es folgten sechs Infanterie-Regimenter, unter ihnen die drei Traditiosregimenter ber Unabhängigkeitskriege, je drei Regimenter Artillerie unb Kavallerie. Besonderes Aufsehen er» Verkehrs mit Kriegsgefangenen. Der Führer hat Lern ordentlichen Professor em., hör Geheimen Justizrat Dr. jur. Fritz van Kalter 9lU0bOU ÖCr L,n München aus Anlaß seines 50jährigen Dozenim» Berlin, 8. Juli. (DNB.) Um den großen Auf- jubiläums in Anerkennung seiner Derbienste um *e gaben der Zukunft gerecht zu werden, hat der Prä- deutsche Rechtswissenschaft bie Goethe-Me» sibent der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr.'jdaille für Kunst unb Wissenschaft verliehen. Goebbels, einen Ausbau ber Reichskulturkam- * mer veranlaßt. Innerhalb ber Hauptgeschäftsfüh- Dan Calker, am 24. Oktober 1864 in Wesel ge- rung wurden fünf Abteilungen gebildet. Mit der Horen, wurde 1891 Privatbozent in Halle, 1895 Leitung ber Abteilung Organisation wurde Extraordinarius baselbst und ging ein Jahr später der bisherige Geschäftsführer der Reichsfilmkammer, als 0. Professor für Strafrecht an bie Universität Hein Tackmann, mit ber Abteilung Berufs- Straßburg. Professor van Calker, ber auch seit stänbige Betreuung der ^-Standartenführer 1902 ber Kommission für bie Revision des Straf- Walter Owens, mit ber Leitung der Abteilung rechts angehörte, hat eine große Zahl von Arbeiten Propaganda der Referent Erich Kocha- ,ail6 feinem Fachgebiet veröffentlicht; wir nennen n 0 w s k i, mit ber Leitung ber Abteilung Kultur- u,g. „Strafrecht und Ethik", „Delikte gegen das Personalien der Obersturmbannführer Helmuth Urheberrecht", „Hochverrat, Landesverrat und Maje- v. L ö b e l l unb mit der Leitung ber Abteilung stätsbeleibigung", „Frauenheilkunde und Straf» Sonderausgaben der NSKK.-Stand arten- recht"; sein Grundriß bes Straf rechts jst ebenso wie führer Reg.-Rat Dr. Sch rode bestellt. Sie behal- bie „Grunbzüge bes Deutschen Staatsrechtes" in ten ihre Referate in ber Abteilung „Reichskultur- mehreren Auflagen erschienen. kammer" bes Reichsministeriums für Volksaufklä- Clnc Dernharb-hauff-Ausstellung in Stuttgart rung unb Propaganda. Den Leiter dieser Abteilung, ~ mprnhnrh om Ministerialdirigent Hans Hinkel, bestellte Reichs- Zu.Ehrenvon Dr - Bernyar^.Haust der m Minister Dr. Goebbels zum ^auPtge^d)ä^^sfü^rer feinen 75 der R°ichskulturk°mm°r mit der Di-nstbezeichnung tang Stuttgart ^ino Aus? Generalsekretär. fteiung, bie im August eröffnet werden soll. Dis Schau wirb ein umfassendes Bild von dem Lebens» werk des Jubilars geben unb vor allem auch für OIC rittoerretcpe (jatnlllC. Haufffche Originalpräparate aus Holzmadener „ nh «...ha. ^nmtlie bat Schiefer enthalten, jene einzigartigen Versteinerun» MBMMU-WWW ausschuß für. Volksgesundheitsdienst beauftragt Hans Slosch-Sarrafam geftorben. wurde, wird die lebensgesetzlichen und soziologischen Don einem schweren Schicksal4schlag ist bas welt» Vorau'ssetzungen für das Werden und Gedeihen ber betannte Zirkus-Unternehmen Sarrasani, bas jetzt kinderreichen deutschen Familie erforschen. Sie wird gerade zu einem Gastspiel nach ber Reichshauptalle Fragen bearbeiten, von der Hausgehilfinnen- stabt gekommen ist, betroffen worden. Sein Befrage unb bem Wohnungsprogramm bis zu den triebsführer Hans Stofch-Sarrafani erlitt Fragen der rechten Gattenwahl unb ber aufartenben Mittwoch abend kurz nach feiner Ankunft in Ber- Familienpflege. Hin plötzlich einen Schwächeanfall. Ein sofort her» ___, .k e" beigerufener Arzt konnte nur noch den Tob infolge 500000 t Getreide für Kaffee-Ersatz. Herzschlages eststellen. Frankreichs neue Verfassung.^ X - J 8 ichy , 9. Juli. (Europapreß.) lieber die ®runb» mit fife? der neuen französischen Verfassung sagte der keck k harzösrsche Staatschef Marschall Petain vor dem bet 18 ^'fassungs-Sonderausschuß des ftanzosifchen Ra- tig-alrates: „Die Lösung muß auf den Rechten Ilies Bürgers aufgebaut fein. Sie muß die Familie, y, \N Beruf, bie Gemeinde, die Provinz und die L. j niKonale Einheit in jeder Weise als wichtigite Zel- iaen lrn betrachten. Nur mit einem solchen Aufbau kann i 11 ke neue Verfassung in autoritärer Weise die wahre LÄt | Nsiheit garantieren und gleichzeitig damit die O|j, i Allsionen verhindern, die in der Vergangenheit Llt polittschen Freiheiten bestanden unb die sich ! ktztei Enbes gegen bas Allgemeininteresse unb die 1 d Unabhängigkeit der Nation richten/ Marschall ,Hain führte weiter aus, daß sich die neue t>er-’ wiiraxeuuituiiiiuci. m uvi All-Snlastey waren tot. »vMchkeit" verglich, unterscheiden müsse. 1 Ser Knegseinsatz der Freiwilligen Feuerwehren SJl.-'SvOTt 2924 D ■ Heute Donnerstag Erstaufführung Großen-Linden, den 7. Juli 1941. 02269 Volk und Reich. In tiefer Trauer: PQLOST Pilo die zeitgemäße Schuhpflege Nachlässe a m m r. m e* hatten Sie bei wiederholten Ver* Sffentllchvnaen einer Anzeigei In unermeßlichem Schmerz i Ernst Rockstedt» Die Schuh'kaputt - und keine neuen? Jehl wirst du sicherlich bereuen, dah du nicht richtig überlegt, sie nicht mit Pilo hast gepflegt .“ Gießen (Bahnhofstraße 42), den 10. Juli 1941. Die Beerdigung findet statt am Samstag, dem 12. Juli, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Statt Karten. Nach langjährigem, mit grenzenloser Geduld ertragenem schwerem Leiden verstarb gestern nachmittag 4.35 Uhr sanft meine seelengute, innigstgeliebte Frau und Schwester Konstanze Rockstedt, geb. Siebner im 62. Lebensjahre. Mathilde Ostheimer, geb. Gemmecker Georg Ostheimer und Frau und Söhnchen Wolfram Friedr. Ostheimer, z.Z. Soldat Erich Bedarf und Frau. Kronberg-Taun. (Hindenburgstr. 8), Bergen-Enkheim, Gießen 2912D Ein ägyptischer Großfilm in Originalfassung mit deutsch. Titeln im Ufalelh Hergestellt nach einer Anregung von H. v. Meyenn in den Studios Misr, Cairo Spielleitung: Fritz Kramp Die Darsteller dieses Films sind Menschen aller Berufe des modernen Ägyptens Die starke, spannende Handlung dieses Films erzählt von der verhängnisvollen Liebe der bezaubernden Gelima, der Schönsten d. Sultanharems, deren Opfertod den Sultan und seinen getreuen Feldherrn Lagin versöhnt - eine abenteuerliche Romanze aus den Geheimnissen der orientalischen Geschichte Neueste deutsche Wochenschau! MW tägl.etw.drei Stdn., samstags nur eine Std., gesucht. Franz Vogt L Lo. Goethestr.32. Kaufmännisches Büro in Wetzlar sucht zum sofortigen Eintritt mehrere tüchtige, zuverlässige ANGESTELLTE Handgeschriebene Bewerbungen m. Lebenslauf, Lichtbild, Zeugnisabschriften und Ge- haltsanspr. unt. 2919D an den Gieß. Anzeig. Mita ta Frauen gesucht für leichte, sitzende Beschäftigung Hollmann-Werke, Wetzlar ____________2842D Heute Donnerstag Erst-Aufführung Lichtspielhaus Täglich 3.15, 5.15, 8 - Sonntag 3, 5.15, 8 Uhr 2922 A Für uns zu früh — doch Gottes Wille. Für Führer, Volk und Vaterland fiel am 22. Juni bei den Kämpfen im Osten unser herzensguter, hoffnungsvoller Sohn, mein lieber Bruder, Schwager, Pate, Enkel und Neffe Geir. Willi Steinei im blühenden Alter von 22 Jahren. In tiefer Trauen Willi Steinei und Frau Lina, geb. Enders Elisabeth Steinei Wwe. Ewald Steinei, z.Z. im Felde, u. Frau Else Anna Henrich Anna Enders Wwe. [geb. Naumann und alle Angehörigen. Manie Kämpfe zu erwarte« sind. La. rst auch diesmal die Beteiligung der Frauen sehr stark. Besonders stark vertreten ift auch der Nach, wuchs, wie dies die Meldungen der ausweisen. Die Paddlergilde Gießen hat sich, entgegen den Vorjahren, entschlossen, das Ziel nicht an ihr eige. nes Bootshaus zu legen, sondern zwischen die Bootshäuser der Gießener Rudergefellfchast von 1877 und des Gießener Ruderclubs Hafsta 1906. Don diesen beiden Punkten aus kann die Rennstrecke besser übersehen werden, ja es ist sogar die Möglichkeit gegeben, die Rennen vom Start bis zum Ziel zu verfolgen. Die Nachrichten-HI. wird in altbewährter Weise die Fernsprechübermittlung ausbauen, so daß eine reibungslose Durchführung gesichert ist. Von feiten der Paddlergilde Gießen, in deren Händen die Veranstaltung ruht, ist alles getan, die Bereichs-Kurzstrecken-Kanu-Regatta 1941 in Gießen auf der Lahn zu einem großen wasser« sportlichen Ereignis werden zu lassen. 46. Großdeutsche Leichtathletik- meisterfchasten. Die Zweiten Deutschen Kriegsmeisterschasten in der Leichtathletik, die am 19. und 20. Juli im Olym, piastadion auf dem Reichssportfeld veranstaltet wer« den, weisen eine Teilnahme aus, wie sie in diesem Ausmaß kaum erwartet werden konnte. Es sind ins. gesamt 728 Teilnehmer, davon 575 Männer und 153 Frauen, die zusammen 780 Einzelmeldungen abgaben. Es entfallen auf die Männer 592 und auf die Frauen 188 Nennungen. Ein Vergleich mit den Zahlen des Vorjahres läßt mit Erstaunen verneh. men, daß die Teilnahme im zweiten Kriegsjahr noch größer geworden ist, waren es doch 1940 nur 688 Bewerber und Bewerberinnen mit 521 Mel- düngen bei den Männern und 187 bei den Frauen. Mit 64 Meldungen steht der 100-Meter-Lauf an der Spitze aller 18 Einzelwettbewerbe der Männer. Es folgen dann der Weitsprung mit 51 und der 1500-Meter-Lauf mit 50 Meldungen. Sehr gut nimmt sich noch mit 34 Meldungen her' Dreisprung aus, obgleich ihm kürzlich der Kampf angesagt wor« den ist. Imponierend ist die riesige Zahl der Staf. felmannschaften, die mit 69 allein bei den Männern die Gesamtmeldung des Vorjahres bei den Männern und Frauen übertrifft. Offenbacher Regatta gut beseht. Für die 21. Offenbacher Ruderregatta am 20. Jull, mit der die 17. Offenbacher Regatta der Hitler« Jugend verbunden wird, lief der Meldeschluß ab» Das Ergebnis ist recht gut; für die 23 zustandege« kommenen Rennen wurden 96 Boote angemeldet, die etwa 400 Ruderer und Ruderinnen ins Rennen bringen. Neben den Vereinen und Gemeinschaften des engeren Maingebietes find vertreten Kassel, Aschaffenburg, Würzburg, Ulm, Gießen, Worms, Mainz, Wiesbaden und Bonn._________________| Großen-Linden, Klein-Linden, Lieh, den 9. Juli 1941. _______________________2911 D Zwei deutsche Meister gefallen. Zwei deutsche Leichtathletikmeister starben im Osten den Heldentod. Helmut Harnannund Friedrich Wilhelm Hölting ließen ihr Leben für Deutschlands Größe und Freiheit. Helmut Hamann wurde dreimal deutscher Meister und vertrat m 12 Länderkämpfen die deutschen Farben. Bei den Europameisterschaften 1934 in Turin hatte er teil an dem Sieg in der 4X400-Meter-Staffel, und bei den Olympischen Spielen 1936 erkämpfte er mit die Bronzemedaille in der gleichen Uebung. Sein Name steht auch in der Staffel, die 1939 den 4X400- Meter-Rekord lies. Friedrich Wilhelm Hölling ist der deutsche und Europarekordmann im 400 Meter Hürdenlauf, den er in feinem siegreichen Meisterschaftsrennen 1939 mit 51,6 Sekunden ausstellte. Schon 1937 hatte er sich den ersten deutschen Meistertitel erkämpft. Als Oberleutnant und Kompaniechef, ausgezeichnet mit dem EK. I und EK. II, war Hölling aus dem Westfeldzug zurückgekehrt, und noch als Gastmitglied des DSC. Berlin nahm er in diesem Jahr an einigen Staffelrennen teil. HI. eröffnet Reichs-Schießschule. Die Reichsjugendführung eröffnet am 13. Juli in Suhl (Thüringen) eine Reichs-Schießschule. Auf dieser Schule werden HJ.-Schießlehrer, Schießwarte sowie Vereins-Jugendwarte geschult. Während die HJ.-Schießlehrer und Schießwarte die Grundausbildung im Schießen mit dem Wehrsportgewehr leiten, sind die Vereinsjugendwarte die Betreuer der Hitlerjungen in den Vereinen des Deutschen Schützen-Verbandes, die zusätzlich das sportliche Schießen mit besonderen Sportwaffen betreiben. So wird diese Schule richtunggebend für die Ausbildung der Uebungsleiter der HI. im Schießen fein. HI.-Turnkampf in Luxemburg. Zum drittenmal innerhalb Jahresfrist treffen sich I die HJ.-Turner der Gebiete Hessen-Nassau, Dussel- $rei6anf»er(ouf| am 11. Juli 1941: 2921A von 8- 9 Ubr Nr. 351-390 von 9-10 Ubr Nr. 391-440 von 10-11 Uhr Nr. 441-490 von 11-12 Uhr Nr. 491-525 am 12. Juli 1941: von 8- 9 Uhr Nr. 526-575 von 9-10 Ubr Nr. 576-625 von 10-10.30 Ubr Nr. 626-650 Es wird Fleischbrühe ausgegeben. Stadt. Schlachthos, Gießen. Seit Kriegsbeginn im Felde stehend, fiel in soldatischer Pflichterfüllung am ersten Tage des Vormarsches gegen den Feind im Osten mein lieber Mann, der treue Vater seines Sohnes Wolfram unser guter Sohn und Bruder Stud.-Ass. Dr. Heinrich Ostheimer Unteroffizier in einem Inf.-Regt. im blühenden Alter von 32 Jahren. Unser Trost in diesem schweren Leid soll die Gewißheit sein, daß er sein Leben gab für den Führer und den Bestand von ,Hm totalen Kriege st eh en d ie Fre iwilligen Feuerwehren mit ihren sehr wichtigen Aufgaben zur inneren L a nc desverteidigung keinesfalls in 0er Etappe, sondern auch an einer Front, -.und zwar in der Gefahrenz0ne der Heimat." So betonte der Chef der Ordnungs- Polizei, General der Polizei D a l u e g e, anläßlich einer Dienstbesprechung der Abschnittsinspekteure und Bezirksführer der Freiwilligen Feuerwehren. Diese von berufener Seite-getroffene Feststellung ließe sich mit eindrucksvollen Zahlenangaben über die Einsätze Freiwilliger Feuerwehren und die dabei unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden sowie die gebrachten Opfer erhärten, wenn dem nicht wahrend des Krieges verständlicherweise Hemmnisse im Wege stünden. Schwerer zu ermessen sind dagegen die unschätzbaren Werte an Gebäuden, Maschinen und Rohstoffen, an Kriegsmaterial, Ernährungs- und anderen wichtigen Gütern, die durch den Einsatz Freiwilliger Feuerwehren vor der Vernichtung bewahrt geblieben sind. f . Erst der geschichtlichen Darstellung nach dem Kriege wird es vorbehalten bleiben müssen, den Beitrag zu würdigen, den die Freiwilligen Feuerwehren im Kampf um Großdeutschlands Zukunft geleistet haben. 93on den Anforderungen, die an den einzelnen gestellt werden, kann man sich aber sd)on jetzt eine ungefähre Vorstellung machen, wenn man berücksichtigt, daß die Freiwilligen Feuerwehren neben ihren friedensmäßigen Aufgaben die zusätzlichen Beanspruchungen des Krieges zu einer Zeit erfüllen müssen, in der sie durch die Abgabe sehr zahlreicher und noch dazu ihrer besten Kräfte an die Wehrmacht und für anderen kriegswichtigen Einsatz geschwächt sind. Hinzu kommt, daß die hauptberufliche Tätigkeit auch den Freiwilligen Feuerwehrmann stärker in Anspruch nimmt als je zuvor. Es ist zwar jede Möglichkeit genutzt worden,,um die durch den Krieg bedingten personellen Ausfälle bis zu einem gewissen Grade auszugleichen. Hier- bei bat sich insbesondere die Hiller-Jugend em hohes Verdienst erworben, indem sie die schon tanae vor dem Krieg begonnene Aufstellung der Neuerwehrscharen der Hitler-Jugend verstärkte. Außerdem haben sich viele ältere Freiwillige Feuerwehrmänner, die nach dem Gesetz langst zur Alters ab teilung übergetreten waren, wieder freudig zum aktiven Dienst zur Verfügung gestellt. Bestehen bleibt aber trotzdem die Tatsache, daß zahlenmäßig geringere Kräfte erhöhte Aufgaben losen müssen und ihren ganzen Stolz und Ehrgeiz darin sehen, ihre Pflicht und noch mehr als das zu tun. Nicht selten geschieht dies unter unmittelbarer feindlicher Einwirkung. Kürzlich stellte ein höherer ff- und Polizeiführer fest, ihm sei keine andere Freiwilligen-Forrnation bekannt, die im Einsatz ähnliche Leistungen aufzuweisen habe und auch nur annähernd die Opfer brächte, wie die Freiwilligen Feuerwehren. Dies Zeugnis untermauert die im Gesetz über das Feuerlöschwesen verankerte Erkenntnis, daß der freiwillige Dienst in den zur technischen Hilfspolizer- truppe erhobenen Freiwillige« Feuerwehren ein ehrenvoller und opferbereiter Ei«satz für die deutsche Volksgemeinschaft ist. Zu diesem Ehrendienst ist niemand zu schade. Im Gegenteil, der Beste ist dafür gerade gut genug. Wer sich aber in die Freiwilligen Feuerwehren einreiht und ihre Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft durch eiserne Pflichterfüllung steigert, der darf gettost für sich in Anspruch nehmen, an wichtiger Stelle einen wertvollen Beitrag zur Landesverteidigung geleistet zu haben. wa. dorf und Moselland in einem Vergleichskampf. Die erste Begegnung fand 1940 in Düsseldorf statt, die zweite im Mai dieses Jahres in Hanau, und die dritte steigt am kommenden Samstag und Sonntag in Luxemburg. Alle Gebiete find mit ihren besten Turnern verrieten, von denen verschiedene kürzlich an der Jtalienfahrt teilnahmen. Die Farben des Gebiets Hessen-Nassau verrieten Börner (Bann 98 Hanau), Wilz (287 Offenbach), Wissemann (81 Frankfurt), Jüdt und Swoboda (303 Dillenburg), Germann (115 Darmstadt) und Kaiser (166 Bad Homburg). Bereichs-Kmzstrecken-Kanu-Regatta -es NSRL.-Bereiches XII (Hessen). Die Meldeeraebnisse zu dieser Kurzstrecken-Kanu- Regatta 1941 sind wie folgt eingegangen: Es sind insgesamt 23 Rennen zustandegekommen, die von 110 Fahrern mit 81 Booten ausgetragen werden. Im Mittelpunkt steht die Bereichs-Kriegsmeister- fchaft im Einer-Kajak, um die der bekannte Marburger Kaphingst und die Kasseler Fey, Schugart und Kittner kämpfen werden. Kaphingst und Schugart lieferten sich im Vorjahre einen bis kurz vor das Ziel harten Bord- an-Bord- Kampf, den Schugart mit unmerklichem Vorsprung zu seinen Gunsten entschied. Fey folgte mit kurzem Abstand. Kittner, der auf bisherigen Regatten ebenfalls gute Erfolge zeigte, tritt erstmalig zu dieser Meisterschaft an. Die Kräfte sind ziemlich ausgeglichen, und die Qualität der Fahrer läßt ein spannendes und hartes Rennen vorausfchen. Die Bereichs-Kriegsmeisterschaft im Zweier-Kajak dürfte kampflos an die Kasseler Fey/Schinde- hütte übergehen, da weitere Meldungen nicht vorliegen. Die Rahmenkämpfe werden in Einer- und Zweier- Kajaks-, Rennfaltbooten und Wanderfaltbooten ausgetragen. Auch hier weisen die einzelnen Felder eine gute Besetzung auf, so daß spannende und inter- Wir erhielten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber, guter Sohn und Bruder Emil Nürnberger Schütze in einem Inf.-Regt. im Alter von 21 Jahren für Führer und Reich den Heldentod gestorben ist. In tiefem Schmerz: Die Mutter: Marie Nürnberger Wwe. Der Bruder: Otto Nürnberger. u.Küche,ev.Bad, v.Beamtenehep. sofort oder später gesucht. (£0. steht Tauschwohn.von 4 Zimmern mit Küche i.Chemnib in bester Lage zur Verfügung. Schriftliche An- geboteunt.02296 andenGietz.Anz. MeineAuzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Stellenangebote] Der im Ausland aufgewachsene 14 jährige Sohn eines deutschen Gutsbesitzers kommt nach dem Tode seiner Mutter, die von ihrem Mann getrennt lebte, in die Heimat zurück. Vater und Sohn finden nicht zueinander; der Sohn ist verzogen, der Vater verbittert und starrköpfig. In einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt reift der launische, aber anständige Junge zum ganzen Kerl heran. Erst wehrt er sich gegen Disziplin und Gemeinschaftsgeist, dann aber bringt ein dramatisches Erlebnis die Wandlung zum aufrichtigen und zuverlässigen Menschen und Kameraden. - In den Hauptrollen: ALBRECHT SCHOENHALS DOROTHEA WIECK CLAUS DETLEF SIERCK GUNAR MÖLLER SPIELLEITUNG: VIKTOR DE KOWA Neueste Deutsche Wochenschau! Täglich 3.30, 5.30, 8.00, So. 3.00, 5.15, 8.00 Jugend hat Zutritt! 2917 A | Verkäufe | Gebr. dreiflam. 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Sie befreit vom weiteren Besuch der Berufsschule und verkürzt die Ausbildung für die Kinderpflegerin für ein halbes Jahr. Die Ausbildung wird ferner auf die Vorbildung der Hauswirtschaftsleiterin, der Kindergärtnerin, der Krankenpflegerin, der Wirtschaftsgehilfin im Reichsarbeitsdienst und Landjahr angerechnet. Der Erlaß bringt klar zum Ausdruck, daß Hauswirtschaft gründlich gelernt werden muß und steckt dem Streben des Nachwuchses nach Leistung ein Ziel. Das wird zu einer anderen Bewertung des Hausgehilfinnenberufes führen, und die Voraussetzung für die dringend notwendige stärkere Gewinnung des Nachwuchses geben. Für die Haus- ' ilfin, die bereits in der Arbeit steht, muß der Donnerstag, 10. Wl Ml Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) [r.162 Zweites Blatt Aus dem Reiche der Frau Die Vorratshaltung elastisch Der Name Bitte genau beachten! Der Schnellverband Hansaplast-elastisdi ist infolge seiner Querelastizität be« wegungsfügig, d. h. er paßt sich allen Bewegungen an, ohne dabei zu behindern. ir 142 D Kinder aus erster Ehe. Der tiefste Grund für eine Wiederverheiratung eines Witwers mit Kindern liegt meistens darin, daß er den Halbwaisen eine neue Mutter geben «ill. Und deshalb wird er -eine zweite Frau eingehend prüfen, ob sie seinen Kindern wirklich eine Butter im schönsten und edelsten Sinne des Wortes Hauswirtfthast willgelerntsein NSG. Jetzt im Krieg wird es uns besonders klar, wie groß und vielseitig die Anforderungen sind, die die Haushaltführung stellt. Jeder weiß hkute, daß eine richtige Haushgltführung wichtige Voraussetzung für die Gesundheit und Leistungs- kiaft der Familie ist. Sie sichert auch den volks- airtschaftlich richtigen Verbrauch und die heute so bringenS notwendige pflegliche Behandlung von Erlaß Ansporn zur gründlichen Fortbildung und vollem persönlichen Einsatz sein Er kann sie aber auch mit Berufsstolz erfüllen, der ihr wiederum die Kraft und Freude geben sollte, sich dorthin zu stellen, wo sie am nötigsten gebraucht wird, nämlich neben die kinderreiche Mutter. Der Erlaß ist auch ein Appell an die Hausfrauen, sich noch stärker als bisher in. der hauswirtschaftlichen Lehre als Lehrmeisterinnen unserer weiblichen Jugend zu bewähren. Hausfrauen, die Lehrhausfrauen werden möchten, melden sich bei den zuständigen Kreis- stellen des Deutschen Frauenwerkes. Mädel, die hauswirtschaftliche Lehrlinge werden wollen, melden sich bei der Berufsberaterin des zuständigen Arbeitsamtes. ege zu geistigen Frauenberufen Welche Voraussetzungen fordert das Frauenstudium? Kleine, D°PPe^.s^°Pt9 zu den Aufgaben, die ihrer nach Beendigung des Krieges harren, und unsere Mädel ahnen, daß auch an sie nicht geringe Ansprüche gestellt werden könnten, denen sie dann durch eine gediegene Ausbildung gerecht werden wollen. Aber auch ein anderer, recht bedeutsamer Grund spricht mit bei der Studienfreudigkeit der Abiturientinnen. Man hat den Eindruck, als ob sich gerade bei den Abiturientinnen eine gewisse Büro- Müdigkeit geltend macht, die begründet ist auf der Erfahrung, daß man es im Büro doch nicht über eine gewisse, beschränkte Selbständigkeit hinaus zu verantwortlicher Tätigkeit mit geistigem Anspruch bringen kann. Selbst der rasche und oft ansehnliche Verdienst, zu dem sie es als Sekretärin heute bringen könnten, hat viel an Anziehungskraft verloren. Lernbegierig stürzen sich die jungen Mädel auf geistige Kost jeder Art, allerdings mit der Einschränkung, die Ausbildung nicht unnötig auszudehnen. Zwei Fragen werden nun von jungen Mädchen immer gestellt, wenn vorn Frauenstudium die Rede ist. Ob es überhaupt erwünscht sei, daß sich an- .gesichts des Nachwuchsmangels in zahlreichen praktischen Frauenberufen unsere weibliche Jugend auch den geistigen Berufen zuwendet? Und ob die guten Aussichten für das studierte Mädel nicht eine bloße Konjunkturerscheinung sei? Sie beantworten sie nicht einfach mit ja und nein. Aber die erste Frage ist indirekt dadurch beantwortet, daß man erstmalig mit dem Sommersemester 1941 auch die Abiturientin der hauswirtschaftlichen Form der Oberschule zum Studium zugelassen hatte, woraus zu schließen ist, daß von der Berufslenkung mit einem Bedarf an geistig geschulten Frauen für längere Sicht gerechnet wird. Bei der zweiten Frage muß man sich die einzelnen geistigen Berufe näher ansehen. Eine gute Konjunktur tritt überall da für Frauen in Erscheinung, wo vorübergehend Männer für einen Beruf ausfallen, wie beispielsweise heute durch den Militärdienst. Aber auch das ist nicht immer ein zuverlässiger Anhaltspunkt. Wenn wir beispielsweise die Berufe der I u r i ft i n oder Jngenieu- r i n zur Zeit als Konjunkturberufe bezeichnen, so doch nur mit einer gewissen Einschränkung, denn ist das Aufbewahren in — Leitungs- wasser! Rhabarber, Stachel-, Blau- und Prei- ßelbeeren, auch grüne Bohnen, werden geputzt, gewaschen, entsprechend geteilt, in weithalsige, tadellose gereinigte Flaschen gefüllt (bei Bohnen gießen wir das Wasser nach 24 Stunden ab, erneuern es und wiederholen dieses Verfahren noch zweimal), die Flaschen verkorkt und dann lückenlos versiegelt bis 3um Gebrauch aufbewahrt. — Auch das Ein- legen in Salz können wir bei Bohnen, Tomaten, Kohl und Gurken einmal probieren. In Salz eingelegtes Einmachgut wird dadurch erhalten, daß sich nach kurzer Zeit des Aufbewahrens in der Salzlake die konservierende und dem menschlichen Organismus äußerst zuträgliche Milchsäure bildet. Für alle Gemüse und Früchte gleich gut geeignet ist das Sterilisieren, welches die Nahrungsmittel in unbegrenzter Haltbarkeit dadurch erhält, daß die notwendige Erhitzung alle dem Einmachgut anhaftenden Bakterien tötet und das Eindringen neuer Fäulniserreaer durch den erzielten luftdichten Verschluß ausschließt. Zum Sterilisieren sind aber durchaus nicht Glasdeckel und Gummiring erforderlich, sondern wir können in jedem einfachen Glas sterilisieren! Es wird mit dem betreffenden entsprechenden Einmachegut dreiviertel gefüllt, mit Glashaut verschlossen und je nach Anweisung sterilisiert. Der Topf ist, wie immer, nur soweit mit Wasser zu füllen, daß die Gläser knapp bis zur Hälfte im Wasser stehen. Die Glashaut zieht sich zwar zusammen, liegt aber später nach dem Erkalten fest an. ____________S. Sch. Sommerliches Mittagessen einmal fleischlos. Gerade im Sommer gehört ein Mittagessen ohne Fleisch besonders an heißen Tagen mehr zu den Annehmlichkeiten, die wir nach dem Krieg beibehalten wollen, als zu den bewußten Einschränkungen, die der Krieg von uns fordert. Das fleischlose Essen ist — richtig zusammengestellt — erfrischender und weniger müdemachend als ein mit Fleisch zusammengestelltes, zumal sich sowohl festliche Gerichte wie einfache für den täglichen Ge» brauch gedachte Mahlzeiten zusammenstellen lassen. Recht festlich wirkt z. B. eine Platte mit gedämpftem kalten Blumenkohl, auch gelbe Rüben eigüen sich mit grünem Salat und etwas gekochtem Ei angerichtet. Dazu reichen wir Kartoffeln und Koch- mayonnaise. Das Gemüse (Blumenkohl im Ganzen) wird gedämpft, man läßt abkühlen, ordnet um den ganzen Blumenkohl oder i)en Erbsen-Möhrenberg herum den grünen Salat und die Eierstückchen und begießt das Gemüse mit Kochmayonnaise. , Die Kochmayonnaise stellt man aus % Liter Gemüsedämpfwasser, 50 Gramm mit etwas Milch angekühltem Mehl her. Wenn diese dickliche Tunke etwas abgekühlt ist, rührt man wenig Oel, Essig, eine kleine Tasse Dickmilch, Salz, Senf, Schnittlauch und Dill unter. Solange das junge Gemüse noch teuer und knapp ist, können wir ein Mittagessen ohne Fleisch auch so zusammenstellen, daß wir von Gemüse wie Blumenkohl, das man schon immer in einer Tunke anrichtet, nur die Hälfte der üblichen Menge zubereiten und eine große Schüssel Lattich- oder Kopfsalat, den es jetzt ja, reichlich gibt, dazureichen. Das Mittagessen ist somit reichhaltiger, sättigender und wir haben eine Tunke zu unseren Pell- und Dämpfkartoffeln. Auch Erbsen und Möhren kann man mit etwas mehr Brühe dünsten, diese vor dem Anrichten mit etwas angerührtem Mehl binden und mit reichlich Petersilie würzen. Sättigend, preiswert und sehr wohlschmeckend ist eine dicke Suppe von jungem Gemüse. Wir schlagen z. B. grüne Erbsensuppe mit Schwammkloßchen ober junge Wirsingsuppe mit Pfannkuchen vor. Zum Abschluß gibt es dann eine Süßspeise aus Rhabarber mit Vanilletunke. oer, s-v ins uni ■Sei an bei nefe N A x itlen i ab öegt- elbti NNN aftet Mit irin- richtigen Sachwerten. Das große Maß von h^uswirtschaftlichen Kenntnissen und Fertigkeiten, von denen der Erfolg der ffuswirtschaftlichen Arbeit in der Familie abhängig । ift, hat die Einsicht wachsen lassen, daß hauswirtschaftliches Können gelernt und geübt wer ihn muß. Seit Jahren werden in allen Gauen von Kchtigen Hausfrauen in geeigneten Haushaltungen, hie vom Deutschen Frauenwerk beraten und betreut „erden, Mädel auf Grund eines zweijährigen Lehr- Dcrtrages in allen hauswirtschaftlichen Arbeitsgebieten ausgebildet. Ein Erlaß des Reichserziehungs- minifters gibt nun die Grundlage für eine Ausweitung dieser Maßnahme. Im Mittelpunkt steht ter Grundsatz, daß die praktische hauswirtschaftliche usbildung vom F a m i l i e n h a u s h a l t getragen werden muß, und die hauswirtschaftliche Berufsschule sie ergänzt und vertieft. Die Arbeit im । haushalt gewährleistet die Arbeitsnähe der Aus- f Übung, die Ergänzung durch die Schule gibt ihr bie systematische Grundlage. Der Erlaß verpflichtet hie Schule, in der die Zahl der Lehrlinge zur Bildung einer Klasse ausreicht, sie in besonderen zwei- jKhrigen Klassen zusammenzufassen. Ist m einer Schule die Anzahl der Lehrlinge zur Bildung einer Klasse zu gering, erhalten sie im zweiten Lehrjahr einen zusätzlichen Unterricht. Fehlt dagegen am Ausbildungsort eine Berufsschule, müssen die Döbel an einem Lehrgang teilnehmen, der vom Deutschen Frauenwerk eingerichtet wird. ' Zur Zeit stehen etwa 15 000 Mädel auf Grund eines. Lehrvertrages in der hauswirtschaftlichen /Ausbildung. Sie find gemeinsam mit ihren Lehr- hnusfrauen bemüht, zum Abschluß ihrer Lehrzeit in der Hausgehilsinnenprüfung eine gute hauswirt- Ichaftliche Leistung nachweisen zu können. Die Prüfungen werden van öffentlichen hauswirtschaftlichen Schulen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jrauenwerk und der Deutschen Arbeitsfront durch- gc führt. Die Prüfung gibt die Berechtigung, sich Studienfreudigkeit unserer Abiturientinnen hat nach den Beobachtungen erfahrener Berufsberaterinnen in den letzten Jahren zugenommen. Das hat verschiedene Gründe. Unsere Mädel wissen, daß ie erheblich verbesserte Berufsaus- i ch t e n auch in gehobenen Berufsstellungen vor ich haben, die sich einerseits aus einem gewissen Umschichtungsprozeß innerhalb der Berufe ergeben, andererseits aber zurückzuführen sind auf die gewaltige Ausweitung aller Arbeitsausgaben durch die Entwicklung Deutschlands zum Großdeutschen Reich inmitten Europas. Schon jetzt eilen die Blicke und Gedanken der Jugend voraus Allmählich fangen mir an, unsere gereinigten Steintöpfe, Flaschen und Gläser mit Vorräten für den kommenden Winter zu füllen. Dabei ist not- mendig, einmal die verschiedenen und vor allem die zweckmäßigsten Vorratshaltungen eingehend zu überlegen. Eine der besten Vorratshaltungen ist die unberechtigterweise fast gänzlich abgekommene des Trocknens. Trocknen ist ein Vorgang, bei dem Geschmack und Wert des Nahrungsgutes weder durch chemische Zusätze noch durch andere eingreifende Maßnahmen verändert wird. Anhaftenden Bakterien werden durch restlose Entziehung der Feuchtigkeit jede Lebensmöglichkeit genommen und ihre Neubildung verhindert. Die zum Trocknen bestimmten Gemüse ober Früchte dürfen nur eben reif sein. Sie werden gereinigt, entsprechend geteilt, entsteint ober auch mit Kernen getrocknet. Wir ziehen das Trockengut mit Hilfe einer dünnen Stopfnadel auf lange Garnfäden ober schütten es leu*,t und dünn ausgebreitet auf Horden. Wir trocknen in warmer Luft, nie in der Sonne! Unsere klimatischen Verhältnisse verlangen meist die Hilfe der Ofenröhre, deren Höchstwärme, 50 Grad Celsius, nur im langsamen Aufsteigen erreicht werden darf; gleich langsames Abfinken ist notweidig! Die reststlos getrockneten Gemüse und Früchte werden am besten in Mullbeutelchen am trockenen, luftigen Ort aufbewahrt, sie sind von unbegrenzter Haltbarkeit und bei richtiger Zubereitungsweise von feinstem Wohlgeschmack. Eine ebenfalls einfache und sehr die Nährwerte des Einmacheguts erhaltende Konfervierungsform die unabsehbaren Aufgaben, die nach einem glücklichen Abschluß des Krieges auf uns warten, werden den fchon heute dringlichen Ruf nach qualifizierten Menschen auf allen Lebensgebieten nur noch steigern. Selbstverständlich können wir Berufe, in denen die Mädel unter normalen Verhältnissen immer mit scharfer männlicher Konkurrenz rechnen müssen, nur solchen Anwärterinnen empfehlen, die ausgesprochene fachliche Begabung und überdurchschnittliche Willenskraft mitbringen. In zahlreichen geistigen Betätigungen, wie etwa im Gesundheitsdienst, in der Erziehung, in der kulturellen und volkswirtschaftlichen Arbeit jedoch kann man die steigende Nachfrage nach weiblichem Nachwuchs nicht einfach mit dem Schlagwort Konjunktur ab tun. In diesen Berufen kann man heute und in Zukunft die Frau einfach nicht mehr entbehren und wird es daher stets begrüßen müssen, wenn sich ihnen das Interesse unserer weiblichen Jugend in steigendem Maße zrjwendet. Neben den sachlichen spielt für die Eltern häufig auch noch eine menschliche Frage bei der Entscheidung für ober gegen bas Studium ber Tochter eine Rolle. Besorgte Väter fürchten nämlich, bas Studium könne ihre Tochter der Ehe entfremden. Diese Befürchtung ist heute allerdings weniger denn je am Platze. Die gesunde Erziehung unserer Mädel durch BDM. und Arbeitsdienst verhindert jede Gefährdung ihrer fraulichen Lebendigkeit durch geistig-wissenschaftliche Berufserziehung. Zudem ist unser' Frauenstudium heute so gestaltet, daß neben der Aneignung des eigentlichen Wissensstoffes die Betonung, des weiblichen Verantwortungsbewußtseins und der mütterlichen Lebensauf- sassung steht. Die Studentin wird der Ehe nicht entfremdet, im Gegenteil, ihre Aussicht, einem Manne einst eine geistig ebenbürtige Lebensgefährtin zu fein, erhöht ihr Lebensgefühl. Alle diese Tatsachen können unsere Mädel nur ermutigen, sich einem Studium zuzuwenden. Sie dürfen allerdings dabei nie vergessen, daß ihr Studierhunger sie nicht zu einem Studium-um- jeden-Preis verlocken darf. Nur das g e i st i g b e - g a b t e , Willensstärke, ernst nach Selbständigkeit strebende Mädel, das echten Ehrgeiz und Liebe zur wissenschaftlichen Arbeit mitbringt, kann hoffen, in ber geistigen Laufbahn später etwas zu erreichen. Auch bei der Wahl des Studienfaches ist Neigung und Eignung zum angeftrebten Beruf gewissenhaft zu prüfen. Es ist ein Fehler, ber sich später schwer rächt, wenn junge Mädchen sich aus Liebe zu einem bestimmten Studienfach in eine beliebige Ausbilbung stürzen, ohne sich über bie A n - roenö bar feit ihrer Stubien im praktischen Leben vorher klar geworben zu sein. Es ist also notwendig, daß man sich gründlich über die Arbeitsfelder unterrichtet, auf denen die Mitarbeit der Frau heute erwünscht und sogar notwendig ist. Ernährung für Kranke. Die Zeitumstände bedingen es, daß heute vielfach auch in ernsteren KrankheilSsällen das Krankenhaus nicht aufge|ucht werden kann. Da muffen sich viele Hausfrauen mit der Ernährung für |vlcye Falle eingehender auseinandersetzen, hangt doch oft das schnelle Gefunden, ja das Leben von em er richtig angepaßten Ernährung des Kranken ab. am häufigsten Haven wir wohl Kinder und auch Erwachsene bei leichten Erkältungskrankheiten mvt Fieber zu verpflegen. Wenn 1 bis 2 Tage wenig ober nichts gegeßen wird, fchadet es nichts, im/ Gegenteil, der Körper, Der mit der Abwehr vefchäf-- tigt ist, lehnt Diel Nahrung und befonbers schwere Nahrung ab. Dann aber muß doch mit etwas leichten Speifen begonnen werden. Apfelmus, Kartoffelbrei, Apfelreis, Gelatinenfaft- und Apselfpeifen (wenn noch Gelatine vorhanden), elwas Knäckebrot, möglichst folange das Fieber hoch ist, kein Fleisch und Ei, da das den Körper belastet. Besonders stark ist das Bedürfnis nach Getränken. Bei den meisten Fieberzustäniden ist ein großer Verbrauch an Vitamin C, bas man am besten in Form von frischem, verdünntem Zitronen- ober Apfelsaft verabreicht. Der Saft sollte Mit Traubenzucker gesüßt werden, von dem man größere Mengen zu.setzen kann, ohne daß es widerlich fchmeckt oder säuert. Er hält den Körper auch oei Krusten. Ein anderes sehr erfrischendes Getränk wird so hergestellt: Man schneidet 2 bis 3 Aepfel in kleine Stücke, gibt soviel Wasser zu, daß sie bedeckt sind und läßt seitlich auf dem Ofen ober der Heizung lauwarm ziehen ohne zu kochen, dann abgießen, mit Zitronensaft und Traubenzucker würzen. Bei allen ernsteren Erkrankungen wird man natürlich den Arzt befragen und genau nach seinen Anweisungen' handeln. Ist man sich bis zu seinem Eintreffen nicht im klaren, was man geben könnte, so gebe man besonders bei Durchfällen nur etwas sußstoffge- sußten Tee, bis der Arzt die nötigen Anweisungen gibt. Mindestens ebenso wichtig wie das „was", der Ernährung ist das „wie". Fast alle Kranke haben sehr wenig Appetit. Man richte deshalb so hübsch und appetitlich wie möglich an, gebe nur wenig auf den Teller. Es ist viel erfreulicher, wenn man nachfordern kann, als wenn man (abgesehen von der volkswirtschaftlichen Seite) übrig lassen muß und die guten Speisen in den EHW.-Eimer wandern. Bei großen Kindern und auch Erwachsenen nützt manchmal das „Füttern" auch etwas. Man ist zu müde zum Seiberessen, deshalb unterbleibt es. Daß alle starken Gewürze bei Krankheiten verboten sinh, ist wohl allen Hausfrauen geläufig, aber pikant und sorgfältig mit Erlaubtem abschmecken ist um so wichtiger, z. B. macht ein wenig Zitronensaft viele Speisen schmackhafter und ist bei fast allen Krankheiten erlaubt. . . Daß auch bei nicht fieberhaften Erkrankungen, die s ein längeres Liegen nötig machen, alle stark blähenden wie schwer verdaulichen und fetten Speisen zu vermeiden sind, ist wohl allgemein bekannt. öfrurteilen! , Es gibt nun zwei Stadien, in denen man Kinder übernimmt: entweder, die Kinder waren noch zu kf?in, um sich auf die richtige Mutter zu besinnen, aber sie trauern der Verstorbenen bereits nach. In Beiden Fällen soll in der Ehe von der ersten Mut- tfr gesprochen werden, denn keine Mutter hat es oerbient, daß sie ihren Kindern gegenüber totge- öroiegen wird, geschweige dann, wenn sie vielleicht tqar an der Geburt eines Kindes starb! Immer uß die zweite Frau bestrebt sein, den Halbwaisen fcs Bild ber Mutter vor Augen zu führen. Wenn - sich in den Herzen ihrer „Stiefkinder" eingeniftet it, dann bietet das Erzählen über bie richtige lütter auch keine Gefahr. Im Gegenteil, werden e Kleinen verständiger, dann danken sie ihr von erzen für die Erinnerung, die sie an die richtige ?ufter pflegte, und langsam begreifen sie auch, wie ywer es war, die Mutterstelle an ihnen zu über- ,'hmen! Oft ist das Herz eines fremden Kindes nicht ächt zu gewinnen, denn bie „lieben Nachbarn" unb zuten Freunbe" halten mit ihrer Meinung nicht i nter bem Berge! Nur einmal braucht bas Wort Stiefmutter" von einer solchen Seite zu fallen, mb alle Liebe unb Güte, alle guten Vorsätze ber , Berten Mutter werben über ben Haufen geworfen! !|ie „Stiefmutter" hat einen zu bösen Klang unb berührt eine unschulbige, ahnungslose Kinberseele tzit Grauen. Wie unenblich viele Gedulb unb Rück^ flchtnahme ber zweiten Mutter gehört bazu, um freies häßliche Wort aus bem Gebankenkreise der Kinder zu verwischen! Das ist gewiß nicht leicht, be- jenbers, wenn, wie gesagt, eigene Kinber vorhanden sind. Sich selbst muß eine solche Frau bekämpfen, um ihren übernommenen Pflichten gerecht zu wer- btn. H. v. Lützow. sein kann. Für jede echte Frau wird eine solche Ehe eine brsonders schöne und befriedigende Lebensaufgabe jein, wenngleich sie bestimmt schwer und bedeutend verantwortungsvoller ist als eine normale Ehe, bei ter beide Partner noch keine Kinder haben unb sich eine Familie grünben. Eine Frau mit Herz unb Jemüt wirb mit Freuden sich der Aufgabe unter- ijchen, an verwaisten Kindern Mutterstelle zu vertreten, und sie wird diese Pflicht auch restlos er- filllen, bis eines Tages sie selbst Mutter wird! Dann Hefen in ihr Konflikte auf, die nicht so leicht zu lösen sind. Nach menschlichem Ermessen wird der Iran ihr eigenes Fleisch unb Blut näher stehen als _ in diesem Falle muß es gesagt sein — die „fremden" Kinder! Schwächen wird sie bei ben eigenen Kinbern leichter verzeihen als bei ben Kinbern ihres Mannes aus erster Ehe. — Das ist menschlich! aber biese Schwäche muß energisch bekämpft wer- Uet- ten, wenn sie allen Kinbern eine gleich liebevolle M unb treusorgenbe Mutter sein will! Sie muß sich □ bazu burchringen, beibe Arten von Kinbern gleich OE- «! beurteilen — unb wenn es nötig ist — auch zu gu' ■ All. 101. Stal nen HÖF; Hansapiast Aus der Gia-i Gießen. Lulitage... In dtzn Gärten und Anlagen verströmen prachtvolle Rosen ihren Wohlgeruch, und über den Himmel gleiten weiße Wolken wie die aufgeblähten Segel stolzer Schiffe. Der Juli läßt feine lichten Banner über der Landschaft wehen, die reich mit Blau und Gold gestickt sind. Wohin das Auge schaut, sieht es in diesen Tagen das farbenfrohe Bild des Sommers. Mitunter kommt allerdings auch ein Tag, an dem die Wolken einen grauen Vorhang über den Himmel spannen. War es einige Tage vorher heiß, dann wird ein solcher Tag von den meist kritisch veranlagten Erdenbürgern lebhaft begrüßt. Wehe jedoch, wenn auch der vorhergehende Tag schon Wolken oder gar Regen gebracht hat. Was das Wetter anbetrifft, so sind die Menschen eben nicht so leicht zufriedenzustellen. Im Winter wünschen sie möglichst angenehme Wärme, im Sommer wäre ihnen erfrischende Kühle lieber, und in den Zeiten des Uebergangs ist ihrs Meinung genau denselben Schwankungen unterworfen wie die Quecksilbersäule im Thermometer. Kaum jemals werden alle Wünsche erfüllt, und deshalb ist es kein Wunder, wenn mancher am Juli etwas auszusetzen hat. Gewöhnlich ist es die Hitze, über die gestöhnt wird. Kommt aber ein erfrischender Regen auß, dann darf er sich beileibe nicht sehr ausführlich betätigen, sonst ist gleich wieder das Klagelied vom schlechten Wetter fällig. Es wäre das undankbarste Amt, das es geben könnte: für das Wetter verantwortlich zu zeichnen. •Sei es auch nur für den Monat Juli. Daß der Reiseverkehr, der sonst im Juli wahre Rekordziffern aufzuweisen hatte, in diesem Jahre zeitbedingte Einschränkungen erfahren mußte, betrachtet jeder mit Verständnis, der den Blick für Notwendigkeiten besitzt. Wer jetzt seinen Urlaub an- tritt, kann trotzdem die Ferienfreuden in schönster Weise genießen, auch wenn er nicht einige hundert Kilometer vdn dannen fährt. Es gibt nichts Schöneres, als bei strahlendem Wetter am schattigen Waldrand zu sitzen imb das Bild der Heimat in sich aufzunehmen. Mancher entdeckt dabei mehr, als er jemals erwartet hätte. Er braucht es nur einmal zu versuchen. H.W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Kopf hoch, Johannes". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Verräter am Nil". Nur ein Gedanke! Tag für Tag lesen wir die Berichte über das Morden und Wüten, über das Sengen und Brennen, über die bisher unvorstellbaren Grauens- und Satanstaten der bolschewistischen Horden. Wir lesen von den verlausten und verdreckten Siedlungen, von der beispiellosen menschlichen Verwahrlosung im Inneren der Sowjetunion ... Wer von uns hätte nicht schon einmal beim Lesen dieser Berichte und beim Betrachten der Bilder aus dieser Hölle den Gedanken gehabt: was für ein Unterschied! Bei uns Friede, Sauberkeit, Ordnung, • trotz vieler Arbeit glückliche Menschen ... und was wäre gekommen, wenn uns die bolschewistischen Häuptlinge den Dolch hätten in den Rücken stoßen können, wenn diese Meute vertierter Menschen unsere Grenzen überrannt hätte, um, wie man es vorhatte, Deutschland mit Stumpf und Stiel auszurotten! So wollten es bekanntlich die jüdischen Drahtzieher. Und wen erfüllt nicht tiefste Dankbarkeit für unsere Soldaten, tiefstes Mitgefühl für alle jene von ihnen, die im Ringen mit den Mördern und Bolschewiken verwundet wurden? Du hast Gelegenheit, Mann und Frau in der Heintat, diese Dankbarkeit durch die Tat zu beweisen: am Wochenende pochen für die 4. Haussammlung des Deutschen Roten Kreuzes Volksgenossen an deine Türe. Dann halte dir vor Augen, und recht deutlich, was dir unsere Soldaten ersstart haben! Und dann wirst du wissen, daß es deine Ehre ist, noch mehr zu spenden, dein Bestes zu geben! Anwärter für die Marineoffizierslaufbahn. Die Kriegsmarine stellt Anwärter für die Seeoffizier., In'genieuroffizier-, Waffenoffizier- und Verwaltungsoffizierlauflmhn im Oktober d. I. ein. Bewerbungsgesuche sind baldmöglichst bei der Inspektion des Bildungswesens der Marine in Kiel Steuerliche Erleichterungen für arbeitende Ehefrauen. Wesentliche Vereinfachung des Lohnabzugs. Der Reichsfinanzminister hat eine Verordnung erlassen, die den Lohnabzug wesentlich vereinfacht und damit zugleich steuerliche Erleichterungen' für viele Volksgenossen verbindet. Wie Staatssekretär Reinhardt in einer Erläuterung der Verordnung ausführt, kann dos Ziel, alle Abzüge vom Arbeitslohn in einem Betrage zusammenzufassen, vorläufig nur schrittweise erreicht werden. Durch die Verordnung wird aber die Vereinfachung schon ein wesentliches Stück vorwärts gebracht. So wird ab 1. Oktober fast ausnahmslos für alle Lohnabzüge die gleiche Bemessungsgrundlage gegeben sein. Die Unterschiede in der Behandlung der ArbeitsentgSlte werden soweit wie möglich beseitigt werden. Die Sachleistungen werden für die Zwecke aller Lohnabzüge einheitlich bewertet. Gleichzeitig werden die Tarife aller Lohnabzüge mit Ausnahme der Bürgersteuer einheitlich ausgerichtet. Es wird demgemäß ab 1. Oktober eine einheitliche Lohnabzugstabelle verwendet werden können, in der Lohnsteuer, Beiträge zur Rentenversicherung und DAF.-Beitrag auf einer Zeile hintereinander abgelesen werden können. Auch die Krankenkassenbeiträge, soweit sie nach Lohnstufen erhoben werden, werden ab 1. Januar 1942 auf die Lohnstufen der Lohnsteuerlabelle ausgerichtet werden. Jeder Lohnbuchhalter kann also dann auch die Krankenkassenbeiträge und die Beiträge zum Reichsstock für Arbeitseinsatz zusätzlich in die Tabelle aufnehmen. Am 1. Oktober tritt ferner eine neue Lohn- fteuertabeHe in Kraft. Die gegenwärtige Größe der Steuerstufen führt bei nur uübedeuten- der Ueberschreitung oft zu Härten. Die Lohnstufen werden deshalb erheblich verengt. Sie betragen statt bisher 6,50 bis 52,— RM. künftig nur 1,30 bis 13,— RM. Neben dieser Verengung der Lohn stufen im Tarif wird es nicht mehr vorkommen, daß die Freude an Mehrarbeit durch ein außergewöhnliches Mehr an Lohnsteuer getrübt wird. Die neue Lohnsteuertabelle wird außerdem eine Abrundung der Steuerbeträge in der Monatstabelle auf volle 10 und in der Wochentabelle auf volle 5 Rpf. enchalten. In vielen Fällen wird sich durch diese Neuregelung eine leichte Senkung der Lohnsteuer ergeben. Ab 1. August tritt auch eine steuerliche Besserstellung der mitoerdienenden Ehefrauen in Kraft. Bei ihnen war bisher für die Berechnung der Lohnsteuer dem Arbeitslohn monatlich ein Betrag von 52 RM. hinzuzurechnen und auf der Steuerkarte zu vermerken. Diese Hinzurechnung fällt weg. Diese Maßnahme dient zugleich der Förderung des Arbeitseinsatzes der Ehefrauen. Aenderungen und Ergänzungen der L o h n -- steuerkarte konnten bisher nicht mit rückwirkender Kraft vorgenommen werden. Auch dies hatte oft Härten zur Folge. Nach der neuen Verordnung find Aenderungen und Ergänzungen rückwirkend bis zum Beginn des Kalenderjahres möglich. Zuviel einbehaltene Lohnsteuer wird erstattet. Durch anderweitige Festsetzung der Zeitpunkte wird gleichzeitig die Abführung der Lohnsteuer an das Finanzamt wesentlich erleichtert. Ebenso erfolgt eine radikale Vereinfachung der Bürgersteuerabführung, die künftig zusammen mit der Lohnsteuer an das Finanzamt erfolgt. Bisher hatten manche große Unternehmungen wegen der Bürgersteuer mit fast 500 verschiedenen Gemeinden zu tun. Schließlich ist noch wichtig, daß die W e h r st e u e r bis auf weiteres nicht mehr erhoben wird. Die Zahl der Wehrsteuerpflichtigen ist wegen des Krieges stark zurückgegangen, und der Arbeitsaufwand steht in keinem Verhältnis mehr zum Aufkommen dieser Steuer. Der Kampf gegen -en nassen Tod. Oie Rettung eines Ertrinkenden. Während der Badezeit mehren sich die Fälle, in denen der nasse Tod feine Opfer fordert. Da nicht immer gleich ärztliche Hilfe zur Stelle ist und jeder in die Lage kommen kann, einem Ertrinkenden erste Hilfe bringen zu müssen, ist es wichtig und erforderlich, einmal darüber nachzudenken, wie einem Ertrinkenden geholfen werden kann und muß. Befindet sich der Ertrinkende in der Nähe des Ufers, so genügt oft schon das Hinhalten oder Hin^ werfen eines Stockes, Schirmes oder einer Stange, an denen sich der Ertrinkende festhalten kann. Ist die Entfernung vom Ufer größer, so benutzt man zweckmäßig einen schwimmenden Gegenstand, z. B. Rettungsring ober -ball. Hierbei ist jedoch das Zuwerfen dieser Rettungsgeräte nicht immer zu empfehlen, besser und sicherer ist es schon, wenn ein Schwimmer mit dem Ring ober Ball zu dem Ertrinkenden hinschwimmt und bann an der baran besinblichen Leine die Rettung vollzieht. Schwieriger wird sich die Rettung gestalten, wenn der Retter dem Ertrinkenden ins Wasser nachspringen muß. Hier ift. es in allen Fällen ratsam, bie hinderlichen Kleidungsstücke abzuwerfen — Rock, Schuhe —, um die nötige Bewegungsfreiheit zu haben, weil stets damit zu rechnen ist, daß der Retter von dem in Todesangst Befindlichen festgehalten und in seiner Rettungsarbeit behindert wird. Sein Bestreben muß darauf gerichtet fein, den Verunglückten von hinten zu fassen, um ihn bann, selbst auf bem Rücken schwimmend ans Ufer zu ziehen. Ist der Verunglückte in bewußtlosem Zustande ans Ufer gebracht, so muß unverzüglich mit den Wiederbelebungsversuchen begonnen werden. Da das Opfer meist viel Wasser geschluckt hat, ist es erforderlich, baß bas Wasser zunächst aus bem Körper entfernt wird. Zu biefem Zweck legt man ben Verunglückten über das Knie mit bem Kopf nach unten, schwerere Menschen auf ben Bauch, wobei unter bem unteren Teil der Brust unb der Magengegend eine erhöhte Unterlage anzubringen ist, und übt dann mit der flachen Hand einen Druck auf ben Rücken aus. In dieser Lage kann bas Wasser aus Mund und Nase gut ablaufen. Dabei ist zu beachten, baß zuvor etwa eingebrungener Schlamm aus Mund und Nase mit einem Tuch entfernt werben. Nachdem bas eingedrungene Wasser aus bem Körper entfernt ist, ist sofort mit der künstlichen Atmung zu beginnen, bie unter Umständen noch Stunden nach dem Unfall sortzusetzen ist. Jedenfalls soll nicht eher damit aufgehört werden, bis bas selbsttätige Atmen eingesetzt hat, oder von einem Arzt der Tod festgestellt worden ist. Setzt bas selbsttätige Atmen wieder ein, so ist mit der Herzmassage zu beginnen, um die Herztätigkeit anzuregen. Alsdann sind Vorkehrungen zu treffen, die bem Körper bie ihm im Wasser entzogene Wärme wieber zuführen — Einhüllen in Tücher ober Decken ober vorgewärmtes Bett. Jetzt können dem Kranken auch vorsichtig kleinere Mengen warmer Flüssigkeit eingeflößt werben, sofern er zum Schlucken imstande ist. (Einstellungsbüro) einzureichen. Die Bewerber müssen Schüler höherer ober gleichzuachtender Lehranstalten sein, bas Reifezeugnis besitzen ober minde- bens in bie 8. Klaffe versetzt fein. Das Merkblatt für ben Eintritt in bie Offizierslaufbahnen der Kriegsmarine ist bei allen Wehrersatzdienststellen und bei der Inspektion des Bildungswesens der Marine in Kiel erhältlich. Nach bem siegreichen Ausgang bes Krieges wird die Kriegsmarine vor allem dazu berufen fein, das Reich auf allen Meeren zu vertreten und deutsches Wesen in die Welt hinauszutragen. Große Aufgaben find damit gestellt, die ganze Männer erfordern. Gefahren bei Gewitter. Wenn der Hochsommer uns die zu ihm gehörige Hitze bringt, entstehen gern Gewitter. Gegen Blitzschläge im Haus ist man im allgemeinen ziemlich gefeit, wenn man die Nähe des Ofens meidet und sich nicht unter hängende Lampen ober an bas zugige Fenster stellt. Auf ber Straße ist man in der Nähe von Mauern, bßfonbers von Dachrinnen mehr gefährdet als in der Mitte bes Weges. Im Walb suche man bas Innere auf, wo bie Bäume gleich hoch stehen. Einzelne Bäume finb stark ge- fährbet. Auf dem Feld soll man vor allem mit eisernen Spitzen versehene landwirtschaftliche Gerate weglegen. Schnelles Laufen erhöht die Gefahr. Aus völlig freiem, baumlosem Flachland bieten bei hes» tigen Gewittern nur Gräben ober Furchen Schutz, wenn man sich in ihnen nieberlegt. Ebenso ist man unter steinernen Brücken verhältnismäßig sicher. Eisenbahnkörper unb ihre Umgebung sowie Eisenbahnzüge finb erfahrungsgemäß ziemlich blitz- geschützt. Warnung vor der Tollkirsche. Don den drei Schicksalsgöttinnen ber alten Griechen war Atropas bie Erfülle rin des Unabwendbaren; sie schnitt als dunkle Todesgöttin den von ihrer Schwester Klothe gesponnenen Lebensfaden. Ihr gefürchteter Name ist zur Bezeichnung einer der gefährlichsten Giftpflanzen gewählt worben, die jetzt in unseren Wäldern heranreift. „Atropa Belladonna” ist der botanische Name der Tollkirsche. Der Beiname Belladonna — schöne Frau — deutet auf bie besonders gefährliche Eigenschaft dieser Pflanze hin, auf ihre verlockend schönen Früchte, die schon manches Kind zum todbringenden Genuß verfuhrt haben. In jedem Jahre kommen während der Sommermonate Vergiftungen hurch Tollkirschen Die Leistungen der Front im Osten mahnen dich an dein Opfer. Gib reichlich zur 4. Haussammlung für das Deutsche Rote kreuz am Sonntag, dem 13. Juli. vok, und es ift deshalb Pflicht ber Eltern und Erzieher, die Kinder auf diese Gefahr hinzuweisen. Die giftigen schwarzen Beeren, die an niederen Sträuchern wachsen, sind schön wie Kirschen anzusehen und laden verführerisch zum Naschen ein. Wurzel, Stengel, Blätter und Blüten, auch die Frucht selbst enthalten ein äußerst giftiges Alkaloid, das Atropin. Die Tollkirschen bringen — wie der Name „Tollkirsche" schon unmißverständlich an» deutet — den Menschen, der sie genießt, von Sinnen. Das Sehvermögen wird gestört, der Kranke erblindet. Sonderbare Gehörtäufchungen treten auf, und die Sprache wird schwer und lallend. Die Gesichtsmuskeln zucken, und der Atem geht schwer. Nach Herzbeschwerden und Harnbrennen führt das tückische Gift den Tod herbei. (Siebener Dochenmarktpreise. Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A-Ware. Für B-Ware ober abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger. * Gießen, 10. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 8 bis 9, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, Wirsing, % kg 15, Weißkraitt 15 bis 20, gelbe Rüben, bas Bund 16, rote Rüben, % kg 10, Bohnen, grün, 70, Erbsen 28 bis 38, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 70 bis 80, Stachelbeeren 31, Johannisbeeren 45, Erdbeeren 60 bis 80, Blumenkohl, bas Stück 20 bis 50, Salat 5 bis 12, Salatgurken 30 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich, bas Bunb 15 Rpf. Vom Heumagen gestürzt. * Saubringen, 9. Juli. Unsere Mitbürgerin Frau Rudolph fiel heute beim Einbringen ber Heuernte so unglücklich vorn Heuwagen herab, daß sie einen komplizierten Knöchelbruch erlitt. Die bedauernswerte Frau mußte von ber Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Oie Patrone im Holzstück. LPD. Hanau, 9. Juli. Als ein älterer Mann in der Fischerstraße Holz hackte, gab es plötzlich eine Explosion. Eine Zündkapsel oder eine Patrone, die auf unbekannte Weise in das Holz geraten war, war durch den Beilhieb zur Entzündung gebracht worden. Der Mann wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Auch zwei in der Nähe spielende Kjnder trugen Verletzungen davon. „Peter, die Hausschuhe!" $ 'S L Endlich Ruhe für die geplagten / I \ Füße! Wenn nur dos Hühnerauge / LA nicht... Aber bitte, das ist doch ganz einfach: Elastocorn mit dem -Filzring drauflegen, dann ist er bald sein Hühnerauge los! ELASTOCORN Die Dominiks. Roman von Hellmuth M. Böttcher. 26. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er hält es für richtiger, damit abzubrechen. Denn die Fortsetzung der Geschichte ist für Frinzka recht verdrießlich und eignet sich nicht zum Wiedererzählen. Die Sache brach ihm ein Dutzend Jahre später das Genick. Solange hat es gedauert, bis Dominik stark genug geworden war, den Geist, ben er in einer bösen Stunde gerufen hatte, wieber loszuwerben. Aber Frinzka war in biesen Dutzend Jahren durch Gehaltsersparnisse, viel mehr aber durch Tantiemen, Dividenden und Kapitalerhöhungen zu Vorzugskursen zum wohlhabenden Mann geworden. „Na", wirft Lind in Fortsetzung feiner Gedankengänge hin und geht zum direkten Angriff vor, „da find Sie ja jedenfalls billig zu Ihren Aktien gekommen." „Billig?" fährt Frinzka auf. „Ein langes Leben voller Arbeit! Das ist ein teurer Preis. Der teuerste, sage ich Ihnen. Ich würde die Papiere selbst nicht aus ber Hand geben. Aber mein Junge, der Kurt, rft soweit, daß er sich eine Existenz gründen will. Der Kleine studiert. Das Mädchen will eine Aussteuer. Dazu muß natürlich Vater^ helfen. Meine Frau ist eigentlich ganz dagegen, toagen Sie mir Ihr bestes Gebot, daß ich es ihr leichter klarmachen kann. Sie wissen, Frauen wollen runde Summen sehen, bann werden sie weicher." „Sie nehmen verdammt viel Rücksicht auf bie Meinung Ihrer Frau Gemahlin ... Solch ein buntes Pantöffelchen wiegt manchmal mehr als eine Männersaust!" spottet Lind vorsichtig. Er ist innerlich fuchswütend, daß er nicht nur feinen Bock und die Schätze seines Weinkellers umsonst geopfert, sondern sich auch diesen ganzen langen Tag mit diesem faden Kerl um bie Ohren geschlagen hat, ohne einen Schritt voran zu kommen. Auch die verblümten Grobheiten feiner langen Rede finb nutzlos verpufft. Daß der schlaue Junge sich hinter seiner Frau versteckt, ist natürlich nur Theater, um ihn hinzuhalten, ihm die Würmer aus ber Nase zu ziehen und bann zu Dominik zu gehen Und zu sehen, baß er von ihm mehr herausschlägt. Nun, solche Mätzchen sind nichts Neues. Mattheus Lind ist auch nicht von vorgestern. Er wirb sich hüten, Frinzka bas Geschäft so leicht zu machen, daß er bloß zu Dominik hinzugehen und zu sagen braucht: Lind bietet 187 v. H. Dafür kann er Ihnen bann in jedem Augenblick, wo's ihm paßt, das Fell über die Ohren ziehen. Zahlen Sie tausend Pfund mehr — bas Fell gehört Ihnen! Er blinzelt durch den Rauch seiner Zigarre zu Frinzka hinüber. Der trinkt sein Glas mit Behagen aus, läßt sich neu einschenken und meint bann: „Was Sie da von bem Pantöffelchen sagen, Herr Lind, bas ist vielleicht gar nicht so unrecht. Wenn bie Frau einem viermal Kinder geschenkt und eines davon mit ^u Grade getragen hat, dann soll sie auch mehr Rechte haben, als bloß die Suppe zu kochen und das Haus rein zu halten. Ich weiß. Meine Ansicht war schon zur Zeit der Arche Noah veraltet. Aber — ein Pantöffelchen im Haus ist besser, als ein Mittagessen allein in ber Kneipe!" Lind rückt wütend auf. Dieser Frinzka wird persönlich. Er wird sogar impertinent. Und das Schlimmste ist: er tut es in einer Form, daß man ihm nichts anhaben kann. Er ist dabei sogar geschickter als man selbst. „Prost", antwortete Lind, um Zeit zum Nachdenken zu finden und seinen Aerger zu verdecken. „Ich glaube, der Schlingel, der Johann, hat einen Schuß Kognak zuviel an die Bowle gegossen. Das macht die Zunge leicht unb den Kops schwer. Wenn es Ihnen recht ist, gehen wir in bie Falle." „Selbstverständlich — wenn Sie müde sind." „Man ist nicht mehr gewöhnt, den ganzen lieben Tag lang im Revier herumzustrolchen. Man ist kein Jüngling mehr." Trotzdem steckt er sich wieder eine Zigarette an. Er will das Spiel des Tages noch nicht verlorengeben. Er will feurige Kohlen auf bas Haupt dieses Sünders sammeln. „Der Jagdaufseher hat drüben im Revierteil Lahmer Esel — übrigens ein komischer Name, was? — alfn der Mann hat Schwarzwild gespürt. Ein paar Bassen dabei — schwer wie die Ochsen." „Da werden Sie bald eine schöne Jagdschabenrechnung kriegen. Ich kenne ben Lahmen Esel. Es ist doch ber Revierteil links von ben Rambower Wiesen, wo heute früh mein Bock ins Gras gebissen hat? Es finb dort viel Frühkartoffeln bestellt." Linb knabbert am Mundstück feiner Zigarette. Dieser Frinzka hat heute eine verdammte Art, die bestgemeinte Unterhaltung stets ins Unerquickliche umzubiegen. Der Mann will seine Jagdleidenschaft verdecken, bloß um sich naher nicht verpflichtet zu fühlen. Nun, wenn es ihm gelingt, morgen einen Bassen als seltene Beute niederzustrecken, wird er vielleicht besserer Laune sein. Vorläufig hat man ihn noch unter ben Fingern, unb man ist mit noch härter gesottenen Sündern fertig geworden. „Wollen Sie mal Ihr Heil versuchen?" fragt er. „Vielleicht kriegen Sie einen ber riesigen Burschen vor bie Kugelspitze." „Wenn's Ihnen Freude macht, Herr Lind. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Nichts tut mehr weh als Wildschadenrechnungen. Lieber zahlt man tausend Mark mehr Pacht, als zweihundert Mark Wildschaden." Lind hält es nicht länger aus. „Na, dann wollen wir uns mal von innen besehen." „Gern", antwortet Frinzka und gähnt. Als er zehn Minuten später die Decke über bie Ohren zieht, ift er mit sich zufrieden. Er weiß, warum Lind riut einemmal gestern diese auffällige Anteilnahme an feinem Mißgeschick als Iagdpächter an den Tag legte. Er weiß fernerhin, daß hier ein Geschäft lockt, das besser war, als irgendeines in seinem Leben. Und er weiß als Letztes, daß er in drei Monaten seinen Söhnen eine Existenz einrichten kann. Vielleicht paßt es diesmal besser mit Birk & Co. als vor fünfundzwanzig Jahren. Er würde die verlorene Karre schon wieder aus dem Dreck holen. Fünfhunderttausend Mark sind für Otto Frinzka kein Pappenstiel. Und wenn man fein Geld bar auf ben Tisch blättert, bann kann man schon etwas verlangen. Die Branche kennt er. Ob nun Dominik ober Linb ber glückliche Käufer seiner Aktien würbe — wundern sollten sie sich alle beide, wenn er sein Konkurrenzunternehmen auf die Beine stellt. Der Birk-Stahl allein schafft ihm einen Vorsprung. Allerhand Zeichnungen, Kunden- liften und sonstige wertvolle Erinnerungen und Beziehungen aus alter Zeit bewahrt er nicht bloß aus Anhänglichkeit auf. Friedrich Dominik werden einmal bie Augen übergehen. Mit einem Male fällt ihm etwas ein, was er ganz vergessen, woran er feit Jahr unb Tag nicht mehr gedacht hat. Der Vertrag! Der Vorkaufsrechtvertrag, ben er bamols über feinen Aktienbesitz mit Dominik geschlossen hat. Er hat sich zu jener Zett dagegen gesträubt wie ein Regenwurm, ber an den Angelhaken soll. Aber Dominik war nicht klein zu kriegen gewesen. Verdammte Geschichte. Da hing er also noch immer fest. Nun, man müßte sehen, wie man ba los käme. Auf alle Fälle wirb er gleich übermorgen mit Rechtsanwalt Speier sprechen. Speier versteht fein Fach. Am nächsten Morgen um brei Uhr schießt Frinzka an einem kapitalen Keiler vorbei. Er ist wütend. Lind ist es noch mehr. Er bringt aus feinem Mann nichts weiter heraus. Bei einbrechender Dunkelhett fahren sie nach Haufe. — Der Burgeff-Grün, bester Jahrgang, den Herr Lind hat kaltstellen lassen, bleibt ungetrunfen. Er würde an diese Sache vorläufig feine Flasche Apfelwein mehr wenden. Nun muß Frinzka zu ihm kommen! Und Frinzka wird es tun, falls es ihm überhaupt je mit dem Verkauf ernst gewesen ift. Die Frucht muß ungestört reif werden ... Dominik wird ihm nicht dazwischenkommen. Davor hat er keine Angst. Der Mann hat ja kein Geld! Wie soll er imstande sein, eine halbe Million für Frinzka auf den Tisch bes Hauses zu legen? Vielleicht wirb er mit seinem alten Wibersacher überhaupt nicht verhandeln. Man kennt bei bem alten Knaben solche eigenartigen Auffassungen von Stolz von früher her. Und wenn er’s tut — Frinzka wird doch zu Lind zurück müssen. Also abwarten. Frinzka hat Haare auf den Zähnen. Er hat es in diesen Tagen bewiesen. Vielleicht werden bie Aktien inzwischen etwas teurer. Es wäre schade um bas Gelb — aber 187 v. H. sind für bie Majorität noch immer nicht zuviel bezahlt. Also abmarten. Abwarten. Abwarten. Otto Frinzka ist ihm sicher. Der Bock gestern wirb nicht umsonst geftorbert fein. 'Fortsetzung folgt.)