Giehener Anzeiger M- Jahrgang Nr. 109 tfTlcbcim t (i ii 11 d). duhci C'unntiW und tXcicrtnn# f^rilnnrn: Pic.Uhiimcrfr (Wcfoencrftnmilicnblntter Hemmt nnBild DieDetroU« «kiimt r lit 4 Brünnen iHw. 1.05 i?bnc;Uhiftvicrte . 1.80 BuiteligebüUr. - -.25 ondi bei WidHcrfdictncn von otiuclncn 'Jiinmncni infolge höherer Gewalt Rcrnivrertmnfrtthifo LL5t Trnbtnnfdinfts^lnAeincr" Softtoerf UfiMmnntf. M VrShlfche llHlDcrRtätsbrndcrd R. taegt General-Anzeiger für Oberheffen •lr||f*.a$■ Infolgedessen stellt sch hie Ausfuhr an Kopra, Kokosnuhöl und Oelkuchen recht hoch. Sie geht, wie überhaupt die Ausfuhr der Philippinen, zum allergröhten Teil nach den Vereinigten Staaten. Schon diese knappe und nur andeutend gehaltene Darstellung des Wlrtschastsraumev um Singapur zeigt dessen Bedeutung im allg meinen und durch die Art seiner Güter die Wichtigkeit für die Wehr- : Hastigkeit des britischen Gebietes. Beachtlich erscheint । demgegenüber der Freundschastvvertrag Japans mit Thailand, das den Norden der Halbinsel Ma- > lakka bildet. Ll-Boote versenkten 29950 BRT. im Aordatlantik. Berlin, 8. Mal. (DBB.) Dai Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Nordatlantik operierende Unterseeboote versenkten 29 050 OKI. feindlichen Handelsschiffs, raumes. Die Luftwaffe fehle In der letzten Nacht den Kampf gegen b r 111 f ch e Häfen mit gröhter Wirkung fort. Bel Angriffen starker Iliegcrverbunde gegen Liverpool und Hutt wurden Umschlageinrichtungen zerstört und in den hasenanlageu ausgedehnte Brände hervorgerusen. Weitere wirksame Lustangrisse richteten sich gegen Hartlepool, Middtesborough, Bristol und Plymouth. Kampfflugzeuge verfenkten aus einem stark gesicherten feindlichen Geleitzug nordwestlich New- quay ein Handelsschiff von 12 000 BHI. und beschädigten zwei weitere Schisse schwer. Bei 3agdvorstötzen Im Laufe des 7. Mai schoben deut- fche 3äger neun britische Flugzeuge vom Muster Spitslre ohne eigene Berluste ab. Fernkampfbatterlen des Heeres nahmen kriegswichtige Fiete Im Hafen von Dover mit sichtbarem Erfolg unter Feuer. 3n Nordafrika wurden Anfammlnugen stärkerer britischer Kräfte bei I ob r u f durch Artillerie des deutschen Afrika-Korpv zersprengt. 3m Baum von Sollum warfen weit nach Süden und Osten vorstoszende deutsche Spähtrupps die feindliche Aufklärung zurück. Die deutsche Luftwaffe zerstörte wichtige Berforgungoeinrichtungen bei Tobruk und beschädigte im Hasen zwei Transporter schwer. BombenooUlreffer brachten eine britische Flakbal- terle zum Schweigen. Aus der 3nsel Malta wurden in den gestrigen Abendstunden die Hafenanlagen von La Baletla erneut mit guter Wirkung angegriffen. Der Feind warf hi der letzten Nacht mit wenigen Flugzeugen Bomben in Nordweftdeutschland. 3n Wohnvierteln der Stadt Bremen wurden Häuser beschädigt und einige Zivilpersonen getötet oder verletzt. Flakartillerie schofz drei feindliche Kampf- | flugzeuge ab. Neuer Bombenhagel aus Liverpool. Vmi Nriensberichter Herbert Zöllifl. DNB. Jin SB f ft en, « Mal. CP«.) Bor oler Tagen erst war Liverpool das Hauptongrifssziel unserer deutschen Kampfmaschinen, die in wenigen Stunden schwere Verwüstungen anrichtcten in den Hafenanlagen, den Docks, den graften Speichern und Lagerhallen, den Gas- und Groftkraftwcrken, die sich längs des 0 ft u f c r » des M e r s e Y - Flusses hinziehen. Und nnd) In der folgenden Nacht, als wir auf unferem Flug nach Beifall wieder über Liverpool dahinbrausten, loderten entlang dem Mersey-River tiefdunkle Brände in die Nacht, die trotz der anstrengendsten Arbeit der r)uf»- Mannschaften nicht hatten eingedämmt werden kön- nen. Noch hat sich Liverpool von dieser furchtbaren Nacht nicht erholt, da brausten in der Nacht zum Donnerstag e r n e u t die deutschen Kampfgeschmader heran. Wieder loderten die rotglühenden Fackeln, und was in der Nacht zum Sonntag und den früheren Angriffen an bedeutenden Anlagen im Hafen- gebiet verschont geblieben war, brach zusammen unter dem neuen vernichtenden Schlag. Eine Helle klare 9lad)t lieat um uns. Deutlich heben sich alle Einzelheiten der englischen Landschaft ab. Wie silberne Adern ziehen sich die Müsse durch die Felder — wieder geistern die unzähligen Scheinwerfer um uns herum, bekommen uns für Sekunden zu fassen, verlieren uns wieder, legen sich slach In unsere Flugrichtung, wenn sie uni nicht mehr halten können. Hin und wieder rasen dunkle Schatten unter uns ober neben uns dahin. Sind es Nachtjäger oder heimkehrende beuisck^ Maschinen? So genau können wir es nicht ans- machen. Aber aufmerksam wird jedes Flugzeug verfolgt. Nun beginnt auch die Flakartillerie sich bemerkbar zu machen. An unzähligen Stellen blitzt es unten auf. Sekunden später umtanzen uns die blitzenden Bälle, oft genug in unerfreulicher Nähe, o haft die Wanne in Helles Rot getaucht wird. Wir finb über h r in englischen Indn ft r I e- revier der Midlands Immer toller wird das Abwehrkonzert her Flak Steuerbords stehen zwei grvsze rote Fackeln in der Nacht. Langsam werden sie grösZer und gröfzer. Und dann sind mir ü b er L i v e r p o o I. Wir kreuzen säst eine halbe Stunde über den brennenden Hafenanlagen, sehen uns das Vernichtungswerk in allen Einzelheiten an Südwärts her Hafen- und Dockonlogen liegen h I r 0 e 11 a n f ö und hier labern zwei gewaltige Fackeln In die Nacht. Dicke Rauchfchinaben ziehen kllo> meterlang darüber hin. Daneben noch ausgedehnte Branbbombenselber, die schon langsam in dunkles Rot übergehen. Noä) eine grosze „Biege", ein genauer Anflug, und nun fallen auch un(ere Bomben mitten in die Tanklager. Neben den bereit» bestehenden Brandherden sehen wir hu Abflug einen neuen auffleiaen, daneben nach einige kleinere. Umtobt von dem wilden Abwehrfeuer der Flak setzen wir unseren Kur» Richtung Helmathorst fort. Der deutsche Lustangriff auf Hüll. N e u i) o r f, 0 Mal. (DR21 Funkspruch.) Associated Presz meldet au» einer ungenannten nordöstlichen englischen Klistenstadt (vermutlich Hüll) über die Wirkung he» deutschen Lnitangrlsse» In her Nacht zum Donnerstag, bei dem Angriff sei zuerst b a o ganze Industrie- u n d 5) a , e n u i e r • t e l 1 u B r a n h gesetzt, bann leien 0 x vlosIv - b o in b e n geworfen worben. Jede einschlogende Bombe habe Gebäude im Umkreis vieler Meter zerstört, ga n z e S t r a sz e n z ü g e seien in I r ü in - in e r gelegt. Truppen unterstützten hie Feuerwehr bei den Löfchmbeiten. Stellenweise sei die 2stasserversoogung unkrbrod)ün, so bah lange Feuer- schlauchlinien zum Hasen gelegt werben mutzten. Schwere 'Zerstörungen in den (kchde .Häfen. Berlin, P.MÄ. (D'Jl'H.) Bri bein Vlnfirlff bi'r deutschen Luftwaffe aus die Elybe-Häfen In her Noch! zum Mittwoch, 7. Mal, wurden In diesen Gebieten schwere Zerstörungen angerichtet. In Glas- a o V blibiti bn ।ii।" •'" -■1 m 3 I 0 III q I O | e " B I ......h 1 1 b liuty(11 sli" ko Explosionen - darunter eine la ngnn Hal lende Ex- vlosion — beulen daraus hin, haft M u n i t 1 0 n " - I ii b । i f c n gttrfljfin und ' prnigfioffl V't Entzündung gebracht wurden. In 01 r e e n o if mürben gletchsall» zwei gewaltige Oxploslonen und zusammenhängende Brände in Dpcka und Hafenanlagen beobachtet. Die Wirtschast des östlichen Mittetzueers. Unsere Feinde, die e» so meisterlich verstehen, noch uin Grabe die Hoffnung aufzupslngzen, rechnen imd vor, bali mir durch die Eroberung her beiden von ben Briten In den Krieg gehetzten Länder Iugosloivlen und (Brled)eiüanb .wirtschaftlich geschmögrt roorbin [tbii U w auch meliere Erfolge her deutschen und Italienischen Waffen al» ihre eigenen Erfolge In her Richtung ans ble Aushungerung bei Achsenmächte blnzustellen suchen. Es lohnt sich hoher, einmal eingehender ble ah ben Oft rillten be» Mitlelmeere» gebotenen Wirt schaftomöalichkellen zu untersuchen. Die beiden jetzt zu 'Haben geworfenen Balkan- hlnber hatten zwar keinen Ueberschusz an Brotgetreide, da I u g o s I ii w I e n hn Jahre 1040 eine knappe Ernte hatte und G riech e n ianb über- Haupt fiel» ein Getrelbezuschuftland gewesen Ist. aber dafür chot ble benachbarte 1 ü r r e I eine gute 'Drotgetreihi ernte gehabt Uflh ist In bei Lage, den beiden Sildostlönvern au»znhelsen Die ilbrigen Länder an her östlichen Mitlelmeei küste, also S i) - kiiN t o lästl n a und A e a o v t • n, becksn etwa Ihren eigenen Olehelhebebar| Günftiger liegen hie Dinge bei anderen landwirtschaftlichen Erzeug- nliflim (Bi।ich«ui...... und bli 1 in1 ei II fiin fltotzi Mengen heivoragenden 1 abaf» Die Wiede» Herstellung näherer Beziehungen zwischen hem Reich und her Türkei hat zum Aiüchlusi eine» umsang reichen Beitrag» ans Lieferung türkl'schen 1 aliar» nach Deutschland geführt. Welter sind alle Lit»der dieses Raumes Produzenten von Früchten aller Art, hie zumeist In getrocknetem Zustand al» Rosinen, Korinthen, getrocknete Felgen uin»., zum ’J eil aber auch In frischem Zustande (Iaffa-Avfeisinen und Hafel'N-üfse) a>«»gesührt weiden Bon Bedeutung ist mich ble 0 111> e n ü I r u I I u r In diesen Ländern Unter ben landwirtschaftlichen Rohstoffen nimmt ble üzmpllsche B a u tu w alle, ble übrigen» wah. reuh des Krieges In Gi osibrllannlen keinen »um- reichenden Absatz finden konnte, einen hervorragenden Platz ein e »olltc flitz im Lause des Millelmeer- kriege» ble Möglichkeit her Ausfuhr ögtzpiischer Baumwolle nach Kantlnelltaleiirova sitzassen lassen, so wäre beiden 1 eilen, ben Lieferanten unfr den h» ।ii. .an i1 nhri Dienst -nwlesili fluch "" Baumwollöl und Baumwollkuchen (einem hochwertigen KiaflsuUermittel) exportiert Aegnpten, dessen 'lEirtschast allzu einseitig aus Baumwolle eingestellt Ist, grosze Mengen. Lleserant von Pflanzenöl und Oelkuchen ist übrigen» auch die Türkei. Die» Land I hat einen recht beachtlichen und sich ständig seltschaft war do« ÜSA.-Honlulal auf ben Ber- des Staatsdepartemeiita III der Admiral nun flHa an Bar! laufen wird mubae von dem Vorfall nersiänbigt worben. Da» Konsulat sorderte die Achiung de,. Dl|>lmnaienpa|- sev, wo» von den ü ngländern jedoch o e > in e | g e r I würbe unter bein Bonvanb. duft her Admiral ul» Geisel zurück!,etzollen werde wegen he» nngewls- sen Schicksal» de» ehemaligen englischen Gesanbien In Beigiab, 0 am »bell Die italienische Botsckasi erhob scharfen Protest beim Siaaivbepariement, ha» sich zur Garantierung her sicheren Heimrel e be» Admiral» verpsllchtet hatte Dunk dem Eingreifen 1,1 der Admiral nun reissen und ermächtigt worden, hie Heimreise .... ,..irh he» USA.-Dampfers „(freier" forizusetzem her aus ber Fahrt nach Lissabon die Bermuda» au- Portugals Neutralität. tkkiniliiiö zu einem neuen Europa. Lissabon, H. Wal. (DNB.) Gegen hie Versuche, Portugal durch Intrigen und Einsilisiri ung-en aller Art von seiner neutralen Holliing olizul,ringen, nimmt Diorio de Notiria, In einem of|>»- llchiltch ln'vlrierien Leitartikel i.älnng Do . Blatt ||(IU fest, dosz für Portugal'mit Vlu»iiul)ine feiner allgemeinen Interessen al» koloniale unb maritime Macht m eher I in Atlantischen Ozean noch im Mittelmeer, ben beiden augenblicklichen Kriegsschauplätzen, nationale I n I er« elfen I m 6 p l e I stehen. „Unsere neutrale t lei- Iwn-fl ist klar Umrissen. Keine direkte sh e • drohung liegt vor, und wir verftehen auch ni.tzt angesichts unseres korrekten 'llorgehen» und unlerer festen Haltung, weiche 'Vorteile gewisse Aamtuieu und Propaganbastelien au» ihren Bemühungen, Portugal in bau Retz elfter äuge blich uiuunnlb* lichen Katastrophe zu verstricken haben tihnikn. Die völlige Neutralität der Ab|lchten wie der Taten, Die wir unter allen Umständen burih- führen, ist keine Episode, sondern da» bewutzte und entlchloslem- Resultat eine, von Anfang bl« zum Enoe überlegten Haltung. Portugal ist nicht geneigt, für men es auch sei, zum Sprungbrett zu dienen und hat aus Grund Jelner Ge- chichte auch genug Ersahruugen, um sich weder durch Versprechungen verführen, noch burch Vnrat dinreitzen zu lassen. Wir glauben mit »ollem Recht, Besürchtungen über sogennnnie .Möglichkeiten', hie von verschlebenen Selten, b e | n n h e । « | v n | e 1 1 .* he» Atlantik, ost und eindringlich mieherbolt werden, zu widerlegen und damit einer Art .Vier- »inlntrlge* ein Ende zu setzen. Nach dem Eick,» her Zerstörung in Europa mutz früher ober fpal» r ber Augenblick kam,nen, wo ba Wledesairfrichtiing und her Neuausdau nötig werden. Illese werden auf sozialer EZrimdlage geschehen. Ein neue» E uropa mutz kommen, oder *• wird kein Europa mehr geben Da» alte Europa ist mit seiner ganzen Unruhe, seinem Angriffsgeist von Inh-rnnllnnnb n tfliquen ncherrscht In seinem haltlosen Ideall»mn» und seinen' ungeordneten System kommt es nicht wieder, do e» nicht lebenasähia ist Für diese, neue Europa sind mir schon seit einiger Zelt ein Beispiel, unb mir müllen un» oorhereHen, morgen «in cick- jchcideude» Element seine, Ausbaues zu jein. Gewinnung erwähnenswert. So stammt aus er Türkei jene hochwertige Angoraziegenwolle, die sich unter dem Namen „Mohär" großer Beliebtheit erfreut. Ueberhaupt ist in allen Ländern des östlichen Mittelmeeres die Schaf- und Ziegenhaltung recht bedeutend. Die Türkei spielt natürlich auch als Lieferant von Därmen (für die Wurstbereitung) eine Rolle. Die bergbaulichen Möglichkeiten der Küstengebiete im östlichen Mittelmeer lassen sich, da die geologische Erforschung dieser Gebiete noch nicht sehr weit gekommen ist, nicht annähernd übersehen. Fest steht also nach den bisherigen Far- schunasergebnissen, daß die drei nördlichen Länder, Jugoslawien, Griechenland und die Türkei, zu den bergbaulich aussichtsreichsten Ländern ganz Europas und der angrenzenden asiatischen Gebiete gehören. Jugoslawien hat vor dem Kriege beträchtliche Mengen von Kupfer, Blei- und Zinkkonzentrat, Aluminiumerz, Antimon und einigen anderen Mineralien ausgeführt. Griechenland verfügt über recht erhebliche Chromlagerstätten. Weiter finden sich Magnesit (zur Herstellung von Leichtmetalllegierungen), sowie vorläufig noch in geringen Men- gen andere Metalle, Schwefel und — auf den westlichen Inseln — auch Erdöl. Die Türkei ist nächst Südrhodesien und Sowjetrußland das bedeutendste Chromland der Erde. Es verfügt auch über recht ergiebige Kupfer-, Zink-, Blei-, Mangan- und andere Metallvorkommen. Es besitzt endlich auch ergiebige Kohlenlager und Eisenerzgebiete und Ist daher in besonderem Maße für den Aufbau einer eigenen Eisen- und Stahlindustrie befähigt. Schlechter mit Bodenschätzen ausgestattet sind die östlichen und südöstlichen Küstengebiete des Mittelmeeres. Wahrscheinlich setzen sich die Erdöllage r- statten Irans und des Irak nach Westen fort, so daß Syrien und vielleicht auch Palästina in Zukunft mit einer eigenen Erdölerzeugung rechnen können. Aegypten hat bereits jetzt an der Küste des Roten Meeres, südlich von Suez, Oelfelder in Betrieb. Don beachtlicher wirtschaftlicher Bedeutung sind die unermeßlichen Salzvorräte, die das Tote Meer In Palästina birgt, sowie die Phosphatlager in Nordägypten. Auch sonst sind in verschiedenen Teilen der genannten drei Länder aussichtsvolle Funde gemacht worden, die jedoch noch nicht auf ihren wirtschaftlichen Wert erforscht worden sind. Steht erst einmal hinter jenen Ländern das aufnahmebereite Kontinentaleuropa, so wird hierüber bald Klarheit geschaffen werden. Wenn Italien als volkreichstes Mittelmeerland eine führende politische Rolle im europäisch-afri- kanifch-asiatischen Binnenmeer verlangt, so erhebt Kontinentaleuropa gegenüber den anderen Uferlän- dcrn den Anspruch auf wirtschaftliche Partnerschaft. Es ist selbstverständlich umgekehrt bereit, seine eigene Ausfuhrfähigkeit in den Dienst des östlichen Mittelmeerraumes und, darüber hinaus, auch des gesamten Mittelmeer-Küstengebietes zu stellen. England hat seine Vorherrschaft im Mittelmeer dazu benutzt, die Uferstaaten abhängig zu halten, damit sie sich nicht einfallen ließen, den Seeweg nach Indien durch den Suezkanal zu gefährden. Den Engländern waren dafür alle Mittel recht. Sie zwangen Aegypten zu einer wirtschaftlich nicht zu rechtfertigenden Monokultur (den Baumwollbau) und brachten dos ganze Ostufer des Mittelmeeres unter die eigene Botmäßigkeit oder unter die ihrer Freunde. Sie nahmen für sich das Völkerbundsmandat, über Palästina und schanzten den Franzosen das Mandat über Syrien zu. Sie unterhielten Zwingburgen am Suezkanal, auf den Inseln Zypern und Malta sowie am westlichen Ausgang des Mittelmeeres in Gibraltar. Es kann gar nicht ausbleiben, daß die Uferstaaten des östlichen Mittelmeeres, die sich soeben von der Unfähigkeit Englands, sie zu schützen, überzeugen kannten, sich auf ihren wahren Vorteil besinnen und sich wirtschaftlich dem europäischen Kontinent anschließen. Ev. i — Veit-Gtoß-Ausstellung in Krakau. Beit-Stosr-Akademie und Copperiricns-Universitäl. Krakau, 8. Mai. "(DNB.) Generalgouverneur Dr. Frank eröffnete in den Räumen des Instituts für deutsche Ostarbeit die bereits 1938 durch viele deutsche Städte gewanderte Veit-Stoß-Ausstellung, die damit am Entstehungsort des den Ruhm des Meisters begründenden Werkes von Veit Stoß, des Marienaltars, aufgebaut ist. Generalgouverneur Dr. Frank verkündete die Schaffung einer Veit-Stoß-Akademie für bildende Künste in Krakau sowie die Stiftung eines Veit-Stoß- Preises in Höhe von jährlich 50 000 Zloty für hervorragende deutsche Kunstleistungen im Generalgouvernement. Der General- gouoerneur teilte noch mit, daß an der Errichtung der Coppernlcus-Universität als deutscher Universität in Krakau gearbeitet und noch im Laufe dieses Jahres der Grundstein zur größten Sternwarte des Ostens gelegt werde. Sofern die Vorarbeiten abgeschlossen werden könnten. würde noch im Laufe dieses Jahres der erste Bestandteil der völlig neuartigen biologischen Fakultät der Coppernicus-Hniversität, eine medi- Linische Akademie, ins Leben gerufen werden. Die Deit-Stoß-Ausstellung bezeichnete der Ge- neralgouverneur als die stolze Antwort des Deutschtums auf die polnischen Bestrebungen, Veit Stoß und sein Schaffen polnisch zu stempeln. Veit Stoß war ein Deutscher, er lebte, wirkte und starb als Deutscher. Was wären die Deutschen im Weichsel- raum, wenn sie nicht die Linie fortsetzen würden, die Jahrhunderte hindurch von den Vorkämpfern deutscher Kraft und deutscher Führung auf allen Gebieten hier vorgezeichnet worden ist. Schwere Abfuhr der HAK. über dem Kanal. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Die deutsche Luftwaffe hat der RAF. bei ihrem Einflugoersuch in das besetzte Küstengebiet am 6. Mai eine schwere Abfuhr erteilt. Als sich britische Bomber im Schutze von etwa 25 Jagdflugzeugen der Küste von Calais näherten, wurden sie von den inzwischen gestarteten deutschen Jägern blitzschnell überrascht. Deutsche Messerschmitt-Flugzeuge durchbrachen den Sperrkreis der englischen Jäger und zwangen die Blenheim-Bomber, ihre Bombenlast in den Kanal zu werfen. Zwei britische Bomber stürzten, von den deutschen Waffen getroffen, brennend ins Meer. Weitere deutsche Flugzeuge nahmen die Verfolgung der flüchtenden Briten auf und trieben sie bis an die englische Küste. Während sieben britische Jäger abgeschossen wurden, wurde eine achte Spit- fire-Maschine zur Notlandung an her französischen Küste gezwungen, Oie Kämpfe im Irak. Rom, 8. Mai. (DNB.) Das Oberkommando der irakischen Streitkräfte veröffenllicht folgenden Bericht: Der Feind hat gegen unseren Belagerungsgürtel um den Flughafen von Sin-El-Deban einen Heberraschungsangriff unternommen. Nach harten Kämpfen und nachdem wir uns von der Zwecklosigkeit eines weiteren Widerstandes überzeugt hatten, zogen sich unsere Truppen aus neue Stellungen zurück Im Laufe eines sofort durchgeführten Gegenangriffes haben wir dem Feind schwere Verluste zugefügt. Heftiges Feuer unserer Artillerie brachten den Feind zum Stehen. Unsere eigenen Verluste sind nicht schwer. Irakische Bomber haben in der Nacht zum 6. Mai den Flughafen Sin-El-Deban mit Brand- und Sprengbomben belegt, die an den Gebäuden schweren Schaden anrichteten. Am Morgen des 6. Mai haben irakische Bomber feindliche T r u p p e n o e r b ä n d e angegriffen. Eines von zwei Flugzeugen, die unsere Bomber angriffen, mußte in der Nähe von Ajalbub not- landen.,Das andere ergriff die Flucht. Unsere Luftwaffe hat ein zweitesmal die Flughäfen von Sin-El-Deban und Habbaniyah angegriffen. Heber beiden Flughäfen entwickelten sich Luftkämpfe, die aber den Bombenabwurf nicht verhindern konnten. Die Startbahn und zahlreiche Mu- nitionslager wurden getroffen. Unsere Apparate kehrten alle hell zurück. Am Tage des 6. Mai überflogen mehrere feindliche Flugzeuge vom Typ Wellington den Flughafen und den Bahnhof von Bagdad. Der Angriff dauerte anderthalb Stunden. Durch Bombenabwurf wurde das Bahnhofsgelände leicht beschädigt. Außerdem wurde ein Gebäude des Flughafens getroffen. Das ausgebrochene Feuer konnte gelöscht werden. Am 7. Mai mittags haben drei englische Flugzeuge vom Typ Wellington den Westbahnhof von Bagdad erfolglos bombardiert. Vier Personen wurden dabei getötet und zwei Soldaten verletzt. Feindliche Flugzeuge haben in der Nähe von R>i w a d i irakische Einheiten bombardiert, ohne dabei nennenswerten Schaden anzurichten. Ein englisches Transportflugzeug wurde- gezwungen, auf dem Flugplatz von Nadifsa niederzugehen. Die 17- köpfige Besatzung wurde gefangengenommen. Die irakische Polizei hat außerdem die vierköpfige Besatzung eines zweiten englischen Apparates gefangengenommen, der in der Nähe von Almahdich notlanden mußte. Oer irakische Kriegsminister in Ankara. Ankara, 8. Mai. (Europapreß.) Der irakische Kriegsminister S ch a u k a t traf am Donnerstag mit dem Taurus-Expreß, von Bagdad kommend, i n Ankara ein. Am Bahnhof wurde er von den Mitgliedern der irakischen Gesandtschaft und einer Reihe von Freunden begrüßt. Er begab sich sofort zur irakischen Gesandtschaft. Schaukat hatte im Taurus- Expreß während seiner Fahrt von Bagdad nach Ankara ein Interview gegeben, in dem er betonte, daß die militärische La g e g ü n ft i g .sei, und daß der Irak keinKompromißim gegenwärtigen Konflikt schließen werde, sondern sein Recht verlange. Der Kampf werde fortgesetzt bis zur Sicherung des irakischen Staates und zur Befreiung der übrigen arabischen Länder von der britischen Tyrannei. »Daily <5>feW bestätigt planmäßiges britisches Vorgehen. Lissabon, 8. Mai. (Europapreß.) Bei den irakisch - englischen Kämpfen handelt es sich um einen planmäßig eingeleiteten briti» sch e n „Feldzug 'gegen den neuen irakischen Prmierminister Raschid el K a i l a n i", wie der Londoner „Daily Sketch" sagt. Schon einige Wochen, bevor Kailani die Macht im Irak über, nommen habe, sei die englische Regierung auf Grund wichtiger Meldungen des Londoner Bot- schasters in Bagdad zum Handeln bereit ge- wesen. „Daily Sketch" gibt damit zu verstehen, daß England garnicht daran dachte, sich an die Bestim- mungen des irakisch-englischen Vertrages zu halten, als es seine Truppen im Hafen von Basra in Marsch setzte. Oie atlantische Stadt Englands. Liverpool, das wieder die Wucht deutscher Luftangriffe auszuftehen hatte, ist das Gegenstück Londons. Am besten wird die Bedeutung dieser Stadt umschrieben mit dem schmückenden Beinamen der „A t l a n i s ch e n Stadt" Englands. Diese charakteristische Eigenart prägt sich in der sprunghaften Entwicklung Liverpools aus. 1699 wurde die Stadt erst ein eigener Kirchsprengel. Aus dem Jahre 1700 haben wir ein Bevölkerungsverzeichnis. Die Stadt zählte damals knapp 6000 Einwohner. Gelegentlich wird der zweite Teil ihres Namens — „pool" im Zusammenhang mit der deutschen Sprachwurzel „Pfuhl" oder einer ganz ähnlich lautenden, gleichbedeutenden keltischen Sprachwurzel gebracht. Aber wenige Jahrzehnte darauf ist Liverpool eine große Stadt, die in amerikanischen Dimensionen wächst. Um diese Zeit begann nämlich die Verlagerung des Seeverkehrs von der Nord- und Ostsee zum Atlantischen Ozean. Wir dürfen uns durchaus nicht vorstellen, daß unmittelbar nach dem Entdeckungszeitalter die Reeder und Kaufleute nichts Eiligeres zu tun gehabt hätten, als ihre Schiffe in ferne Weltteile zu senden. Im Vordergrund blieb nach wie vor der europäische Küstenhandel, die Mittelmeerfahrt im Süden und im Norden die Fahrt durch die Nord- und Ostsee. London und Antwerpen verdanken ihr mächtiges Emporblühen dem Umstand, daß sie Umschlaghafen im Verkehr vom Mittelmeer und von Spanien für die Nordsee- und Ostseeländer waren oder umgekehrt. Die englische Westküste, die dem Atlantischen Ozean zugekehrt ist, blieb dagegen im Schatten der wirtschaftlichen Entwicklung. Das änderte sich nun kurz nach 1700 und dieser Wandel war besonders nachhaltig für England, das im „Spanischen Erbfolgekrieg" endgültig die Seegewalt an sich gerissen hatte. Nun wurde der Wert der atlantischen Häfen sozusagen entdeckt. Von Liverpool fuhren die Schiffe mit billigen und schlechten „Negerwaren" an die afrikanische Westküste, von dort als Sklavenschiffe nach Westindien und Brasilien ober auch in die jetzigen „Süd- floaten" der USA. und brachten Rum, Zucker, Tabak, Baumwolle und exotische Hölzer nach Lioer- pool zurück. Es bestehen dokumentarische Aufzrich- nungen, daß in Liverpool in den elf Jahren 1730 bis 1741 2000 Schisse ausgerüstet wurden, die 304 000 Sklaven von Westafrika nach Amerika ver- frachteten und den Schiffseignern den für jene Zeit phantastischen Gewinn von 8 Millionen Pfund oder 160 Millionen RM. abwarfen. Dieses Geld suchte Anlage und wurde zum Aufbau der Industrien in Liverpool und feinem Hinterland verwendet. In Liverpool selbst entstanden große Schiffswerften, in seinem Hinterland entwickelten sich Manchester als Textil- und Sheffield als Stahlzentrum. Daneben nahm noch eine ganze Reihe anderer Städte dieser Gegend einen lebhaften Aufschwung. Der wesüiche Teil dieses Industriegebietes zwischen Liverpool und Manchester wird zusammen- aefaßt unter dem Stichwort „Mersey-Side", „M e r- sey-Landschaft", so genannt nach dem Fluß Mersey, der oberhalb von Liverpool in einem breiten Becken mündet, das sich dann gegen Liverpool selbst (und dem Liverpool gegenüberliegenden Birkenhead) bis auf 700 Meier verengt. Livervool und Birkenhead bilden zusammen ein einheitlich verwaltetes Hafengebiet und sind durch den Mersey- Tunnel von 3 km Länge untereinander verbunden. Die Hafenanlagen ziehen sich fast 10 km am Mersey hin. Die Kais (Laderampen), die vielfach längs der Hafenanlagen als große Dämme ins Wasser vorspringen, sind gar 63 km lang. Liverpool hat gewaltige moderne Kühlhäuser und Getreidespeicher. Bezeichnend ist, daß im Frieden die Waren in den Speichern nur drei Tage lang lagern und dann in die großen Verbrauchszentren verfrachtet werden mußten. So groß war eben der Umschlag, daß die riesigen Speicher nur für einen raschen Durchgangsverkehr ausreichten. Heber Liverpool wurden eingeführt im Werte: Baumwolle von über 1,2 Milliarden, Getreide für 360, Fleisch für 300, Wolle für 225, Zucker für über 180, Tabak für 110, Holz für 125 Millionen RM. Das sind Zahlen, die einen ungefähren Begriff von der bisherigen Be- beutung Liverpools als des zweitwichtigsten Hafens Englands — an der ersten Stelle steht London — geben. Dr. Ho. England kämpst um fein Leben. Schwächlicher Rechtfertigungsversuch Berlin, 8. Mal. Die mehrtägige Debatte im englischen Hnterhaus über die Rückschläge der letzten Zeit kam am Mittwoch mit einer längeren Rede Churchills zum Abschluß, mit der sich dieser um ein Vertrauensvotum des Hauses bemühte. Zunächst hatte Lloyd George festgestellt, daß die Erwartung der Abgeordneten vergeblich geblieben sei, aus den Ausführungen des Außenministers Eden etwas Wesentliches zu erfahren. Gerade auf diplomatischem Gebiete habe England die schwersten Niederlagen erlitten. Amerika könne mehr tun als bis- her, es müsse unendlich viel mehr tun, wenn es England die Möglichkeit geben wolle, Deutschland einzuholen und dann zu überholen. Lloyd George übte schließlich auch Kritik an der Strategie der Alliierten auf dem Balkan, besonders an der Tatsache, daß die griechische Armee in Albanien nicht früher auf eine rückwärtige Linie zurückgenommen worden sei. Nachdem Eden selbst In einem Zwischenruf die adenscheinige Ausrede wiederholt hatte, „vorherr- chendes Ziel seiner Rede sei gewesen, nichts zu agen, was dem Feind behilflich fein könnte", knüpfte Churchill an die Bemängelungen Lloyd Georges an und verkündete: „Die Rede, des Außenministers darf nicht voll und ganz nach dem beurteilt werden, was hier gesagt worden ist, denn seine Verdienste müssen auch nach dem beurteilt werden, was er nicht gesagt h a t". Man könne zum Beispiel viel über die englischen Beziehungen zu Spanien oder zur Sowjetunion sagen, aber er sei nicht sicher, daß das im Augenblick nützlich wäre. Auch könne er sich nichts davon versprechen, wenn man sich ausführlich mit dem „peinlichen Schauspiel" beschäftige, das sich in Vichy vollziehe. Churchill kam dann noch in sehr zurückhaltender Weise auf die englisch-türkischen Beziehungen zu sprechen und teilte mit, daß am 19. April ein feit längerer Zeit vorbereiteter türkisch-iranischer Grenzvertrag Churchills für feine letzten Niederlagen. in Kraft getreten sei. Dann richtete Churchill einen heftigen Angriff gegen Lloyd George: „Ich glaube nicht , jagte er, „daß Lloyd Georges Rede eine große Hilfe war in einem Zeitabschnitt, den er selbst als entmutigend bezeichnet hat. Das war nicht die Rede, die man von dem großen Führer im vorigen Kriege erwarten durfte, der die Gewohnheit hatte, Die (Entmutigung niederzuwerfen und auf ein vorausliegendes Ziel hinzumarschieren." Nach den Rückschlägen und Enttäuschungen der letzten Zeit habe die Regierung ein Recht zu wissen, wie das Hnterhaus zu ihr stehe, das sei auch hüt Rücksicht auf andere Nationen wichtig, denen ke(n Zweifel daran gelassen werden dürfe, daß die jetzige kriegsentschlossene englische Regierung eine feste Stellung habe. Einer Aenderung des Kabinetts zuzustimmen, weigerte sich Churchill. Die Regierung arbeite in ihrer jetzigen Zusammensetzung leicht und wirksam, bei den Ereignissen in Libyen und Griechenland seien alle Entschlüsse frei und einstimmig gefaßt worden. Churchill betonte: „Ich habe als Premierminister natürlich die Hauptverantwortung zu übernehmen. Ich bin also der Mann, der geköpft werden kann, wenn wir den Krieg nicht gewinnen — und ich bin bereit dazu." Bei Besprechung der britischen Niederlage in Nordafrika machte Churchill das Eingeständnis, daß die deutschen Panzertruppen dort nicht viel stärker gewesen seien als die englischen. Die Engländer hätten einfach „Pech gehabt". Nach wenigen Kämpfen seien die englischen Panzerkräfte desorganisiert gewesen. „Nach Erringung ihrer erstaunlichen Erfolge stießen die Deutschen kühn durch die Wüste vor und machten sich keine Gedanken über das, was sie an den folgenden Tagen essen und trinken würden." Solange der Feind an Panzerwagen die Heberlegenheit besitze, werde er tm Wü- ftenfrleg den Vorteil auf feiner Seite haben. Hn- Churchill verpfändet seinen Kopf... Bon unterer Berliner Scbnftleihmg Dasselbe Hnterhaus, dem der englische Premier- Minister Churchill trotz allen Drängens jede sachliche Auskunft über die Kriegslage verweigert hat, sprach ihm gleichwohl mit erorückender Mehrheit sein Vertrauen aus. Dies nach einer der schwersten diplomatischen und militärischen Niederlagen Englands in diesem Kriege. Die Tatsache als solche besteht. Sie könnte zu irrigen Rückschlüssen führen, wenn man ihre Hintergründe nicht ein wenin mit dem kritischen Scheinwerfer anleuchten würde. Es war schon vor Beginn dieser zweitägigen Hn» ttrhausdebatte bekannt, daß Churchill die Einpeitscher der varlamentarischen Parteien unter schärfsten Druck gesetzt hatte mit dem Hinweis darauf, daß England gerade jetzt, d. h. nach den Ereignissen auf dem Balkan und in Nordafrika, keinesfalls Das Bild innerer Zerrissenheit ober dergleichen bieten dürfe. Das Abstimmungsergebnis stand daher von vornherein fest. Das bedeutet praktisch,. daß, während die Beunruhigung im Lande ständig zunimmt und eigentlich gerade durch den Mund der Parlamentarier ihren Weg sowohl in die Amtsstuben der Regierung als auch in die Oef- fentlichkeit des Parlamentes nehmen müßte, eben Dieses Parlament in schroffstem Gegensatz zu den geheiligten Grundsätzen der sogenannten Demokratte sich als Schutztruppe einer Regierung der ständigen Niederlagen betätigt. Das würde paradox erscheinen, wenn nicht gerade in dieser Hochburg der Demokratie da: Volk zwar als Stimmvieh gut genug für Wahlen wäre, dann aber die gewählten Abgeordneten nur noch als Mitglieder einer rein persönlichen Interessengemeinschaft anzusehen wären. Bekanntlich gegoren fast 200 Mitglieder des Hnterhauses der Hochfinanz, der Schwerindustrie, dem Groß- bandel und dem Großgrundbesitz an. Bei den Beschlüssen eines solchen Parlamentes handette es sich also um den Ausdruck gemeinsamer persönlicher. Überwiegend geschäftlicher Interessen, die ihrerseits wieder untereinander Hand in Hand arbeiten. Ein solches Parlament, dessen überwiegende Mehrheit in der einen ober anderen Form kapitalistisch streng gebunden ist, stellt naturgemäß den geeigneten Nährboden für eine politische Schmarotzer- vslanze wie den Katastrophenpolitiker Churchill dar. Einem solchen Auditorium kann er auch — wenigstens zur Zeit noch — jede sachliche Auskunft über Niederlagen und über Hrsachen mit dem albernen Hinweis auf den Gegner verweigern, ohne für fein parlamentarisches Schicksal fürchten zu müssen: es ist ja alles vorher hinter verschlossenen Türen ausgehandelt, einschließlich der politischen Dividendenverteilung in diesem großen Konzern von Aktiengesellschaften, der sich englisches Unterhaus nennt. Es steigert das Groteske dieses Zustandes nur, wenn derselbe Churchill, der jede Auskunft verweigert, von dem Führer Deutschlands in dessen Reichstagsrede Mitteilungen über feine nächsten Pläne erwartet! Dabei hat Adolf Hiller, der Sieger, in vollem Gegensatz zu dem erneut unterlegenen Churchill gerade über den Balkan- fsldzug mit all der Offenheit gesprochen, die der britische Premier so auffallend vermissen ließ. Wenn dieser Premier sich dann am Schluß der Debatte hinstellt und beispielsweise erklärt, er habe „Anspruch" auf das Vertrauen des Hauses, bann weiß er ganz genau, warum er biefen Anspruch auf» ftetten kann, — die politischen Aufsichtsräte sind ba ganz unter sich, und seit wann hätte man in England den Wählermassen, den übers Ohr gehauenen Kleinaktionären, erlaubt, in die Aufsichtsratssitzungen hineinzuschwatzen! Im übrigen zeigte die Schlußansprache Churchills wieder einmal mit aller Deutlichkeit, mit welchen Ablenkungsmätzchen man das englische Unterhaus zufriedenstellen kann. Herr Churchill verwies da etwa auf die riesigen Massen der deutschen Kriegs. Maschinerie und versickerte nach 20 Monaten stan- biger Siege bes deutschen Kriegsapparates, das könne keine Quelle der Macht sein. Wir können Herrn Churchill versichern, daß uns Deutsche die Qualitätsbeweise unserer militärischen Macht aufs äußerste befriedigen, wenn mir auf das von den Briten befreite europäische Festland blicken. Churchill wäre nicht der politische Schaumschläger, als der er seit 30 Jahren und mehr von einsichtigen Leuten seines Heimatlandes erkannt ist, wenn er nicht noch einen rhetorischen Trumpf ausaespielt hätte. Er habe, erklärte er mit großer Geste, die Verantwortung übernommen, er fei sich darüber klar, baß er um einen Kopf kurzer gemacht werben würde, wenn England den Krieg verlieren würbe; er sei bereit, ein solches Schicksal auf sich zu nehmen — als wenn Englanb dann noch etwas von der Beseitigung eines alten Kapitalverbrechers hätte unb als wenn biefer nicht schon seit dem vergangenen Jahre seine Flucht für ben aegebenen Augenblick bis ins kleinste organisiert hätte! Unb wenn er bann das gleiche Schicksal des Kopfkürzens _ auch „manchen Mitgliedern dieses Hauses" ankündigte, so ist das weiter nichts als fere Generale glaubten, so gestand Churchill ein, daß selbst eine zahlenmäßig überlegene deutsche Armee nicht in der Loge wäre, so früh unb so schnell durch die Wüste zu kommen, wie sie es tatsächlich getan bat, unb daß sie, falls es ihr doch gelingen sollte, sich nicht mehr verpflegen könne. Es war dies ein Irrtum. Es ist natürlich nicht möglich, Rückschläge unb gelegentliche Verluste zu vermeiden, unb wir werben voraussichtlich noch eine ganze Zeit lang mit berartigen Dingen zu rechnen haben. Churchill ging noch kurz auf Die Sage im Irak ein. Schon im Mai bes letzten Jahres fei gefordert worben, daß Truppen dorthin gefanbt würden. Aber alle damals zur Verfügung stehenden Kräfte hätten nach dem Niltal entsandt werden müssen. Man werde im Irak wahrscheinlich noch lange und hart kämpfen muffen. Zur „Schlacht im Atlantik" bemerkte Churchill: „Es wäre ein Irrtum zu behaupten, sie sei schon gewonnen. Zur Zeit erleiden mir im Schiffsverkehr noch schwere Verluste." Es werde versucht, diese durch den Bau neuer unb burch die Instandsetzung beschädigter Schiffe auszugleichen. Auf diesen Gebieten müffe noch weit mehr geschehen Für das Jahr 1942 müsse England auf gewaltige amerikanische Bauten an Hanoelsschiffen rechnen. Das Jahr 1943, falls man mit diesem noch als Kriegsjahr rechnen müsse, mürbe bann für Englanb vielleicht weniger schwere Probleme bringen. Mit Hilfe Roose- velts hoffe er, ben Verkehr zur See „wenigstens auf bem lebenswichtigen Minimum" zu halten. Eine höchst bescheiden« Zielsetzung für das „meerdeherr- lchende" Englanb! Denn die Sage ist immer noch nicht hoffnungsvoller: ,Lch fühle, baß Großbritannien von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde! um jein Leben kämpft." Ein buntes Dölkergemlsch im Gefangenenlager ier üstenkrieg in Ttor-afrika Der Lin „Märtyrer" - in Freiheit gesetzt Reaenfallen ist nicht zu rechnen. Wasser kann nicht ergraben werden. Da es hier um eine Verdiente Offiziere des Afrikakorps mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. und Vor. Oberstabsarzt Professor Dr. Hauer, der deu heldenhaften Kampf der deutschen Kolonien im Weltkrieg in Afrika milerlebt Hal. erörtert im Deutschen Aerzteblatt fropen- hyglenische Probleme Im nordafrikanischen Operationsgebiet und teilt u.a. mit: aanisiert iiffll der i hiei;5 ichts Der italienische Wehrmachtbericht meldet aus D ft- afrika Artillerietätigkeit nm Abschnitt von Aladgi. In Galla Sidamo hat der Feind in erbittertem Kampf vom 3. bis 5. Mai empfindliche Verluste erlitten. Die H i r d, die uniformierte Gliederung von Nasjonal Sämling, veranstaltete in Oslo einen Aufmarsch mit der Uebergabe neuer Fahnen. Der Stabschef der Hird, Saether, bezeichnete die Hird sowie das Regiment „Nordland" der Waffen als „Garantie für die Freiheit Norwegens im groß- germanischen Bund". ten, was zusätzlichen Durst erzeugen oder steigern tann. hierzu gehören u. a. bestimmte Gewürze, Kochsalz, das Rauchen wahrend des Tages bzw. während des Marsches. nb bann Kapital- Das Ritterkreuz für hervorragende Aufklärer. (ine Churchillsche Form der Auffassung von Schick, rlsgemeinschaft unter Kumpanen. Inzwischen kann r lieber einmal fortwursteln — bis zur nächsten stiederlage. Oer Blick auf die LIGA. Inder, Australier und Kanadier roarten in einem Gefangenlager in Nordafrika auf den Abtransport. — (PK.-Moosmüller-Scherl-M.) ttter. lebe Mr. r der eder« e als Nicht leuch, ‘Uri. «Peit. Stockholm, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) In tinem Londoner Bericht wird darauf hingewiesen, §ß das Vertrauensvotum, das Churchill im eng» Ischen Unterhaus erhalten hat, in keiner Leise der wahren Stimmung der Abge- Mneten entspreche. Sie hätten sich in diesem für England so gefährlichen Augenblick nicht entschliefen können, ihrer Kritik durch eine Nein-Stimme cder durch Stimmenthaltung Ausdruck zu geben. )er Premierminister habe diese nationale Disziplin Abgeordneten sehr geschickt für seine Zwecke realschulen machte er in der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde die Abschlußprüfung und trat 1914 in das Garde-Fuß-Artillerie-Regiment ein. Bis 1917 nahm er an den Kämpfen im Osten teil und kam dann nach dem Westen, wo er u. a. in der Champagne, bei Verdun und Soissons stand. Nach Rückkehr betätigte er sich bei der Niederwerfung von Unruhen in verschiedenen Städten und schied 1922 ans dem Heeresdienst aus. 1934 wurde er als Hauptmann wieder eingestellt, 1937 zum Major, 1941 zum Oberstleutnant befördert. ■ N niffen °jlz ober Mnis JW ianbe ) ben hl in -vef. eben 1 ben trafie Wgen einen, Tratte ineten wichen tonnt» ftur'ej Groß, n Be» llrcher, erseits Mehr. Gisch geeig» irotzn» tskunit ;m al» , ohne en zu offenen itischen onzern Unter« !S Zu« e Aus- chlanbs ' seine Hitler, erneut Soltau» )ie der Wenn Debatte i In- n weiß ch auf» te sind nan in >hr ge- ufsichtr« »urchills welchen terhaus >ies ba Kriegs, in {tön- es, bas können sche bis ht aufs jon ben . Chur- ger, als sichtigen nenn er saefpielt efte, bie darüber er ge* Alleinhersteller: P. Jos. Mobs Seifenfabriken. Giessen „Seculo" berichtet aus San Dicente auf den Kapverdischen Inseln, daß ein drittes Rettungsboot mit 21 Schiffbrüchigen des am 21. April versenkten englischen 10 305 BRT. großen Frachtdampfers „Calchas" eingetroffen fei Das Schiff war in Liverpool beheimatet und befand sich auf der Reife vyn Afrika nach England. Daffernachfchub durch Autos (Tanks) oder Flugzeuge angewiesen: der Transport in Schlängen aus Ziegen- oder Schafleder, in denen sich "rinkwasier mehrere Tage hält, scheidet schon an- esichts der Bedarfsmengen -aus. Es bleibt demnach ie Heranbringung aus wasserreichen Hegenden oder die künstliche Gewinnung von Süß- aus Meerwasser übrig, die diesbezüglichen Methoden (Desttllations-, Ba- ^naustausch-, Gefrierverfahren) sind noch in Pla- umg, aber zum Teil aussichtsreich. Wasier ist In einem tropischen Feldzug w ich N- ier als Brot und Munition! Die Der- «rauchsmenge muß im einzelnen auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Nach alter Erfahrung Dmmt man notfalls morgens mit etwa ein Viertel :iter aus, tagsüber tritt eine Pause ein, man beimpft den Durst bis zum Spätnachmittag oder lbend. Darüber hinaus muh alles vermieden wer- hohem taktischen Verständnis hat er seine Aufträge zu ausschlaggebenden Erfolgen gemacht. Major heymer wurde 1903 als Sohn eines Konrektors zu Heepen, Kreis Bielefeld, geboren. Ostern 1923 legte er die Reifeprüfung im Gymnasium zu Minden ab. 1923 trat er als Schütze in das Inf.- Reg. 18 ein. Leutnant wurde er 1926, Oberleutnant im April 1929 und im April 1934 Hauptmann. Nach eineinhalbjährigem Kommando zum General- ftab wurde er Offizier z. b. V. beim Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Im August 1940 wurde er zu einer Aufklärergruppe (H) versetzt. Oberleutnant Fischer wurde 1912 zu Bühlau bei Dresden als Sohn eines Dipl.-Küchenmeisters geboren. Er erlangte das Reifezeugnis im März 1933 im Gymnasium „Zum Heiligen Kreuz" in Dresden. 1933 war er in der SA.-Führerschule Stuer/Meck- lenburg und in der SA -Sportschule in Anklam. Als Freiwilliger trat er 1934 in die Polizeischule in Meißen ein. 1935 wurde er in die Luftwaffe als Gefreiter übernommen. Bei der Fliegergruppe Kott- bus wurde er zum Flugzeugführer ausgebildet. Er wurde 1938 Leutnant und Staffeloffizier bei einer Ausklärergruppe. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels hat den. Intendanten des Reichssenders Köln und bisherigen stellver- tretenben Intendanten des Deutschen Kurzwellensenders Dr. Toni Winkeinkemper (MdR.) zum Auslandsdirektor der Reichs-Rundfunk-Gesell- schaft, horst G l e i n o w zum stellvertretenden Intendanten des Deutschen Kurzwellensenders, den bisherigen Leiter des Drahtlosen Dienstes Walter Wilhelm 2) ittmar zum Intendanten der deutschen Europafender ernannt Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und Frau statteten der Gattin des verstorbenen Königlich Dänischen Gesandten Kammerherrn herluf Zahle einen Besuch ab und Iprachen den Angehörigen persönlich chr herzliches Beileid aus. Fsir den Verstorbenen fand eine Trauerteier statt, der als Vertreter des Führers der Chef Der Präsidialkanzlei Staatsminister Dr. Meißner beiwohnte. Der italienische Ministerrat nahm einen Gesetzentwurf an, der den dem .Italienischen Institut für deutsche Studenten" vom Staat gewährten Zuschuß Berlin, 8. Mai. (DNB.) Der Führer Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf schlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an Major heymer, Staffelkapitän in einer ^Aufklärungsgruppe, und Oberleutnant Fischer, Flugzeugführer in einer Aufklärungsgruppe. Ma,or heymer hat sich durch unermüdlichen Einsatz und überragendes taktisches öerftänbnis als Aufklärer ausgezeichnet. In Nordafrika hat er unter ständigem persönlichen Einsatz als Führer feiner Staffel die Grundlagen für das Gelingen der An- griffsoperationen des deutschen Afrikakorps geschaffen. Seit Mai 1940 vermochte Oberleutnant Fischer Feindaufklärungsflüge durchzuführen. Die für die Führung von überragender Bedeutung waren, so über der Dyle-Stellung, über Dünkirchen, dem Firth of Forth, Stavanger und dem Suezkanal. Mit ungebrochener Frische, Kaltblütigkeit und chill ein. und lö ie sie «« n S-L M nicht rlufte p ch noch ’.Sfß •» w Für d° *8» h- L'S totÄ Sämtliches Trink- und Gebrauchswaffer keimfrei zu halten, ist ei/ie besonders wichtige Aufgabe des Tropenhygienikers. Ersteres wegen der zahlreichen und gefährlichen Seuchen, deren lieber» tragung gerade unreines Wasser vermittelt, das Gebrauchswasser wegen der auch im nördlichen Afrika häufigen Verunreinigung mit tierischen Parasiten, die durch die unverletzte menschliche haut einzudringen und dann bestimmte Krankhetten heroorzurusen vermögen. Aus diesem Grunde ist auch jegliches Baden in Flüssen, Seen usw. — einzig im Meerwasser ist es erlaubt — sowie das Durchwaten irgendwelcher Wasseransammlungen strengstens zu verbieten. Zur Keimfreimachung des Wassers sind bestimmte Geräte vorgesehen. Die sicherste Gewähr bietet immer noch das Abkochen. Waffersuche in der Wüste. Es ist leicht denkbar, daß Phllby sich mit den englischen Amtsstellen anlegte und daß man ihn deshalb einfach ins Kittchen sperrte. Daß dies unter der glorreichen englischen Demokratie geschehen konnte, interessiert hier nicht weiter. Wichtiger ist, daß die Ereignisse im vorderen Orient den englischen Behörden offenbar das Gruseln gelehrt haben und daß sie jetzt auf Philby zurückkommen, um Ibn Saud durch diesen Biedermann „einfeifen" zu lassen. Philby ist ganz der Mann dazu. Eine gewisse Eigenständigkett sei weder feinem Wissen, noch seinem Willen, noch seinem Charakter abaesprochen. Aber diese Eigenständigkeit hat doch sehr klare Grenzen. Philby mimte Den begeisterten Araber- freund, trat zum Islam über, pilgerte nach Mekka und Medina, erwarb damit das Recht, sich „Hadsch Abdallah" zu nennen und ließ sich von Ibn Saud ein Konzessionsmonopol für Den AutoDienst zu Diesen beiDen heiligen Stätten Des Islam geben, das feinen ererbten Reichtum noch sehr kräftig vermehren half. Die Spekulation ist also recht einfach: Das offizielle Englanb weiß, daß es feine Ver» sprechungen gegenüber den Arabern x-mal gebrochen und sich bei zivilifationsfemsten BeDuinen „unmög- lich" gemacht hat. Also schickt es Philby in Der Doppelrolle eines Agenten und überzeugten Mohammedaners vor. Der zu allem Ueberdruß noch gläubigen Arabern erzählen soll. Daß er für feine Verteidigung arabischer Interessen im ' Gefängnis gesessen habe, aber jetzt die Sünden feines Heimatlandes gutmachen wolle. Dr. Ho. Erst über die amerikanische Presse erfährt die erstaunte Welt, daß Saint-John Philby, ein Secret-Service-Mann und englischer Sachverständiger für Arabien, nach monatelanger haft ur- plötzlich in Freiheit gesetzt wurde. Philby hat es niemals zur gleichen Berühmtheit wie L a ro r e n c e gebracht. Aber er ist doch als politisierender Geschäftsmann — man kann auch sagen: als ge= fchäftstüchtiger Politiker — zu einer merklichen Berühmtheit emporgeftiegen. Das A und 0 feiner Tätigkeit ist gehobener englischer Agentendienst im vorderen Orient Es kann nicht fehlen, daß sowohl feine Verhaftung wie Enthaftung mit Der Arabien-Politik EnglanDs in engsten Zusammenhang gebracht wird. Pyilby ist als Sohn eines englischen Teeplantagenbesitzers auf Ceylon geboren und widmete sich, schon während Der Studien in England selbst. Den Verhältnissen unD Der Geschichte des vorderen Orientes, Der ihm durch feinen Geburtsort nahe lag. Er tippte feit jeher auf Ibn Saud, Den König Der Wahabiten, einer strenggläubigen mohammebanifchen Sekte Inne-rarabiens. Ibn Saud hat im Laufe von knappen 40 Jahren fein kleines Stammesfürstentum ausgedehnt zu einem Königreich, das Den Großteil Der arabischen halb- tnfel unD besonders auch die heiligen Stätten Medina und Mekka umfaßt. Daher schreibt sich auch der Gegensatz zwischen Philby und Lawrence. Philby begünstigte Ibn Saud, Lawrence setzte feine Hoffnungen auf die Ft mitte Faifal. Die englische Politik als solche betrog die einen wie die anbnren. Oberstleutnant Ponath wurde 1898 zu Hansfelde Sreis Saatzig (Pommern) als Sohn eines Pastors geboren. Nach Dem Besuch verschiedener Kadetten- onftalten trat er bei Kriegsausbruch in das Infan- hrleregiment 148 ein. Den Feldzug machte er zu- . rächst im Osten mit, bis er 1917 nach dem Westen hm, wo er u. a. an den Kämpfen in der Champagne und am Chemin Des Dames teilnahm. Nach drin Krieg war er im Grenzschutz tätig. 1931 wurde er Hauptmann, 1936 Major und 1939 Oberstleutnant. Oberstleutnant -Frh. von Wechmar mürbe 1899 151 Frankfurt a. M. als Sohn eines Rittmeisters $a D. geboren. Nach dem Besuch verschieDener Ober- ausgenutzt. Man wisse aber, wie scharf einzelne prominente Kabinettsmitglieder kritisiert worden seien und wie skeptisch man bas Kabinett als Ganzes betrachte. Der „Manchester Guardian" habe vor kurzem das Kabinett — wobei er Churchill persönlich vorsichtig ausnahm — als „eine Der schwächsten unb unzulänglich st en Regierungen" bezeichnete, bie England) je in Kriegszeiten gehabt habe. Die gleichen Persönlichkeiten, gegen die sich so scharfe Kritik richtete, seien nach wie vor, mit alleiniger Ausnahme bes Schisfahrtsministers Croß, im Amt, auch die Frage eines Kriegskabi- nette sei von Churchill auf unabsehbare Zeit vertagt worben. Infolgebessen bestehe bas.Unbehagen weiter. Die Abgeordneten hätten aber geglaubt, dies in Kauf nehmen zu müssen, um in ben Vereinigten Staaten nicht Den Eindruck von inneren Zwiespältigkeiten hervorzurufen. Die Versorgung mit Wasier ist in der Wüste ein wichtiges Problem. Fachkundige Kräfte sind deshalb immer auf der Suche nach Wasierquellen, da diese Art der Versorgung besser ist als Der oft mit großen Schwierigkeiten verbundene Transport des Wassers auf endlosen Wüstenstraßen. — Eingeborene helfen hier Soldaten Des Deutschen Afrikakorps bei Der schwierigen Arbeit einer Wasserbohrung. (Atlantic-DernDt-M.) erhöht, um durch einen weiteren zweijährigen Äutjs für höhere deutsche Studien auf -geschichtlich-politi« (ehern und philologischem Gebiet die wissenschaftlichs Lehrtätigkeit zu verstärken. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Der Führer und >berfte Befehlshaber Der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag bes Oberbefehlshabers des Heeres das .titterlreu3 bes Eisernen Kreuzes am Oberstleutnant Donath, Kommandeur eines MG.-Bataillons, inb Oberstleutnant Frh. von Wechmar, Kom- ttanbeur einer Aufklärungsabteilung. — Oberst- liiitnaiü Ponath hat unter höchstem persönlichen Einsatz eine Vorausabteilung im Nachtmarsch u on Mechili auf Derna vorgeführt, die Lückzugstraße Der EnglänDer 48 Stunden allein oefperrt unD hierbei neben zahlreichen Ge- fingenen und großer Beute den englischen Ober- tefehlshaber in Palästina und Transjordanien und weitere drei englische Generale gefangengenommen. Oberstleutnant Freiherr von Wechmar hat sich im 5 ampfe in Der Syrte-Bucht, Marsa es Brega, N Agheila, Naechlen, bei einem nächtlichen Dor- sioß auf Benghasi unD in ben Kämpfen ostwärts Tenghasi durch persönlichen Einsatz und mustergül- tiße Führung ausgezeichnet. Asiociateb Preß teilt mit, daß der britische Pasia- gterbampfer „Ix i o n" (10263 BRT.) unb ber norwegische Frachter „Eastern Star" (5658 BRT.) bei einem Angriff Deutscher U-Boote auf einen britischen Geleitzug 750 Meilen südlich ber Sübspitze Grönlands versenkt würben. Die Schiffe beförberten USA.»@üter nach Großbritannien. 8*6 Homonn »nvaeme ter HE VeL fh bm ^nheH bfr'?ln-e* den, nach Stämmen geordnetem einer Ton und geht. Ihm ist der Kampf anher Grenze mehr als völki cher Vergangenheit. So sahen wir auch manche ' Farbe der Quellen wahrenden, schlicht erzählenden ein Kampf um Wald und Wild. Er gilt der ver- Nischen Sagenwelt. Manch unberufene Führer ent« Westgoten, der Angeln, Sachsen, Friesen, Dänen, Menschen auseinanderreißt. Schmitthammer findet standen, manch nach Form und Inhalt Dilettan- Jüten, Gauten, Schweden und Norweger, fanden die Hilfe mutiger Männer, die im Streit um ihr tjsches und Minderwertiges bot sich für einen Stoff Aufnahme, wie auch für die Nibelungensage die Deutschtum hart und entschlossen geworden sind, an der als kostbarstes Gut der Nation nur reinsten nordische und deutsche Ueberlieferung berücksichtigt Nach Leid und Elend kommt der Tag, an dem die Schliff und edelste Fassung duldet. Da ist es beson- wurden. Dr. Fr. W. Lange. Grenze fällt. Der Wald und seine Bewohner sind z~..... e.-»_ _ Gelächter über eine zerbrochene frei. — So gibt Attenberger, der sich bereits durch ! Welt. Karikaturen aus deutschen, italienischen, eng- zahlreiche Tierfilme einen Namen gemacht hat, ein eindrucksvolles Bild vom endlosen Wald an der Daß ein Wal am Skagerrak ft r anbet, und Echtheit besticht. Zwei unserer namhaftesten noch dazu ein Exemplar der beinahe ausgestor- Germanisten, dem Kreise der „Blatter für die denen Grönlandwale, ist keine alltägliche Angelegen- Kunst" nahestehend, haben die germanischen Helden, heit. Bei Hirtshals, dem kleinen nordjütischen Ha» sogen nach den Urtexten wieder hergestellt und ihn fen, ist es geschehen. Ein Fischexporteur erwarb für von späteren Ueberlieferungen und Bearbeitungen 800 Kronen das 35 Tonnen schwere Tier: aber der befreit. So erficht ro’ehcr das ursprüngliche bei« Transport an Land war eine schwierige Angelegen dische Ethos in seiner düster erhabenen Einsamkeit, heit denn das tote Meeressäugetier drohte adzu- Ohne überirdische Bindung, durch letzte Bewahrung Nach langem schweren Leiden entschlief plötzlich und unerwartet unsere liebe, gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Fliese Reitz Wwe. geb. Schmidt im LV. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Maria Reitz Wilhelm Reitz und Familie Heinrich Reitz und Familie Emmy Heines, geb. Reitz, und Familie. Gießen, Beltershain,Wieseck (Grabenstr. 52), den 8. Mai 1941. Die Beisetzung findet in aller Stille statt. ___________________________________01609 Die Praxis des Herrn Dr. med. Nohl ist geschlossen, da derselbe wegen anderweitiger Verwendung diese zur Zeit nicht ausüben kann Reichsärztekammer Aerztliche Bezirksvereinigung Gießen V 2130D y Werbe-Drucksachen üefert BrOhl'sche Druckerei Praxis HM ■■ \ t. HK- Wenn Sie auch mitunter Burnus nicht gleich beim Kaufmann erhalten, so wird es doch bei der nächsten oder übernächsten Nachfrage glücken. Burnus ist heute noch begehrter als früher - weil es den Schmutz (o gut herauslöst. 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Hierzu wird rege Beteiligung der Kameraden erwartet. 21 md Artilleriften- Kameradfckaft 1895 (Sieben. Ihre Vermählung geben bekannt Josef Gruber Uffz. in einem Inf.-Regt. Johanna Gruber, geb. Schneller z. Z. im Felde Gießen, Steinstr. 41 10. Mai 1041 __01611 / Bekanntmachung. Betr.: Brunnenanlage am Selterstor. In dem Bildhauer-Wettbewerb für eine Brunnenanlage am Selterstor hat das Preisgericht in seiner heutigen Sitzung folgende Entscheidung Getroffen: I. Preis: Bildhauer Peter Dienstdorf, Wiesbaden II. Preis: Bildhauer Peter Dienstdorf, Wiesbaden III. Preis: BildhauerC.W. Bierbrauer, Wiesbaden I. Ankauf: Bildhauer Peter Dienstdorf, Wiesbaden II. Ankauf: Bildhauer Karl Hoffmann, Mainz III. Ankauf: Bildhauer Herbert Garbe, Frankfurt a. Main. Sämtliche eingereichten Entwürfe werden in der Zeit vom 11. bis 19. Mai, im Turmbaus am Brand öffentlich ausgestellt. Die Besichtigungszeiten sind: Sonntags von 11-13 Uhr und 16-18 Uhr Werktags von 17-18 Uhr. Eintritt frei! Gießen, den 8. Mai 1941. 2imC Ritter, Oberbürgermeister. ffo M frieden qe^&tfen - im Itrieqe Uwftkrt! Sammeltag für Zageabderbergeo am 10./1L Dal 1941 Iglo Rio! hPQLRST Giessen Anhtionn I Sonntag, 11. Mal, 11 Uhr vormittags HUJllUilJj. Montag, 12. Mal, 2 Uhr nachmittags Wochenschau- Sondervorstellung Die letzten ixämpte in Griechenland Die Reichstagssitzung vom 4. Mai - Der Führer in der befreiten Untersteiermark - Griechenland Thermopylen - Athen - Peloponnes - Kampf in Afrika -Vorstoß aufTobruk - DcutscheSchlacht- schiffe am Feind. Vorher: „Steine reden“ und.....mein Mann *ast** ein Aufklärungsfilm über die neuen Stromtarife Erwachsene 0.40 Wehrmacht u. Kinder 0.20. Kartenvorverkauf an der Tageskasse. z1s,a Elektro- Oefen eingetroffen. I088l CarlScbunck Bahnhotstrafle 6S. fanuliendrucKsacnei Verlobungsanieigen Vermahlungsanzeiger Geburtsanzeigen bei BrübL Schulstr.? Freitag Stadttheater 29. Freitag-Miete 1 19 bis 22 Uhr 2086 D Hans Helling Oper von Marschner. Preise von RM. 1.20 bis 4.10. Sreitag.y.MaiMI Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr.ivy Zweiter Blaff "Sw Verdunfelungszeil 9. Mai von 21.01 bis 5.37 Uhr. am <3(111 das Jugendherbergswerk den Sammlern in die Büchse stecken, so helfen wir wieder einmal Bausteine für das neue Deutschland Zusammentragen. Es ist dies die zweite Sammlung im Kriege für den genannten Zweck. Unser Volk hat die doppelte Bedeutung der Jugendherbergen längst erkannt; denn wie wäre es sonst zu erklären, daß das Ergebnis der ersten Kriegssammlung für die Jugendherbergen noch um 55,5 v. H. höher lag als 1939? Natürlich sollen die Jugendherbergen nach Kriegsende ausnahmslos ihrem eigentlichen Zweck wieder Beckens, an dessen Rand die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luit symbolisiert dargestellt wer- den. Der dritte Preis wurde dem Bildhauer Kart Wilhelm Bierbrauer, Wiesbaden zuerkannt, der ebenfalls den Entwurf eines kreisrunden Beckens mit peripherer Wasserkunst (Neptun und die Wellenrosse) in guter Blickwirkung eingereicht hatte. Der erste Ankauf wurde dem Bildhauer Peter D i e n st d o r f (Wiesbaden) für seinen Entwurj einer kreisrunden Anlage mit Zweiergruppe (Flossenpferde mit männlicher b^w. weiblicher Gestalt) und zentraler Wasserkunst zuerkannt. Der zweite Ankauf wurde dem Bildhauer Karl Hoffmann (Mainz) für seinen Entwurf einer kreisrunden Was- Jhr ja, Herr? — aber ganz richtig deutsch dürfen wir erst seit drei Jahren sein, seit sich der Führer über uns erbarmt hat. Er hat auch meinem ältesten Sohn, jetzt ist er in Nord rankreich, den Arbeitsplatz von seinem Vater gegeben, und nun lebe ich wieder im Weiler wie vor fünfundzwanzig Jahren. Auch mein jüngster Bub hat bei mir gewohnt, bis er vor Jahren hat einrücken müssen. Jetzt ist er in Norwegen. Sie sind alle zwei noch gesund. Mein Zweiter freilich, er ist sonst Zimmermann, hat bei Kutno einen Steckschuß in die Brust gekriegt und war lange im Lazarett. Aber jetzt tut -er wieder seinen Dienst bei den Besatzungstruppen in Polen. Und den Dritten hat beim Vormarsch durch Belgien ein Splitter am Bein erwischt, aber jetzt ist er auch schon wieder bei seiner Kompanie." Die hohen, schneeverkrusteten Tannen des Tatrandes wichen zurück, vor uns breitete sich die leicht gemuldete baumlose Hochfläche im blitzenden Schimmer. Alle vier Söhne draußen im Kriege zu haben, meinte ich, sei wohl schwer für eine Mutter, noch dazu für eine Kriegerswitwe hier in der Einöd. Da aber schaute mich diese Frau mit einem hellen Blick an. „Ihr seid doch auch im Kriege gewesen, und zweimal sogar. Wir Weiber können halt nicht selber in den Krieg gehen, wir müssen unsere Männer und Buben hinausschicken. Der Herrgott wird sie schon behüten Und wenn wirklich einer nicht wieder heimkommt:, sterben müssen wir alle einmal, und wir sind ja unserem Führer soviel schuldig?" Sie ließ mich nicht weiter ich mußte erst zu ihr ins Haus kommen, die Schwiegertochter und die Enkelkinder begrüßen, die Bilder ihrer Soldaten anschauen, eine Tasse warme Milch trinken und ein Stück Hausbrot essen. Dann trat sie wieder mit vor die Haustür, wünschte mir eine gute Reise und gab mir die Hand „Ich bin recht froh, daß es manchmal nicht ganz leicht ist Sonst müßten wir uns ja immerfort schämen So kann man doch dem Führer ein kleines Stück Dank abarbeiten. Er hat uns. heimgeholt ins Re'ch und wird uns einen guten Frieden bringen " Und ich fuhr 'über die ehemaligen (Bren’berge. Das Gebirge und feine Wälder leuchteten in Schnee und Sonne Stärker aber und reiner noch leuchteten in mir die guten, treuen Worte der tapferen Mutter. Oie Brunnenanlage am Geliersior. Das Ergebnis eines Entwurfs-Wettbewerbs vom Preisgericht festgestellt. rückgekehrt. Arbeiter, Angestellte, Direktoren und Angehörige der freien Berufe benutzen das Fahrrad für den Weg zur Arbeitsstätte und tragen da- mit wesentlich zu einer Entlastung der öffentlichen Verkehrsmittel bei. Dabei ist das Fahrrad im Gebrauch billiger als unser Schuhzeug, wie erfahrene Statistiker überzeugend bewiesen haben. So zeigt sich uns tätlich der ungeheure Wert des Fahrrades, einer deutschen Erfindung, die anfangs obgelehnt und bekämpft wurde und die ihrem Schöpfer, dem badischen Oberforstmeister Karl von Drais, bis zu feinem Tode nichts als Hohn und Spott eingebracht hat. Allerdings muß man dabei berücksichtigen, dwß fein Modell, das er 1817 in Mannheim zum ersten Male öffentlich vorführte, noch sehr unvollkommen war. Es sah nicht viel anders aus als die alten zweirädrigen Loufma- schinen, die durch Abstößen mit den Füßen vom Boden in Gang gehalten wurden und die uns — aus der Mitte des 18. Jahrhunderts von unbekannten Erfindern stammend — im Germanischen Museum in Nürnberg bis auf den heutigen Tag überliefert sind. Trotz dieses ersten Mißerfolges wurde in aller Stille die Arbeit an der Weiterentwicklung der sogenannten „Tretmaschine" fortgesetzt. Und als es 1850 dem Schweinfurter Fischer gelungen war, das Laufrad mit Pedalen zu versehen, schien der Erfolg sicher zu sein Doch auch sein Werk fand nicht die Anerkennung, die es verdient hätte Daran änderte auch nichts die Tatsache, daß ein ähnliches, ebenfalls mit Pedalen versehenes Rad 1867 von einem Franzosen auf der Pariser Weltausstellung .gezeigt wurde. In der Oesfentlichkeit wurde diese neue Erfindung verächtlich nur „Kno- chenschüttler" genannt, da die Räder noch nicht über Lu^reifen verfügten und bei den damaligen Stra- ßpnverhältnissen eine Fahrt mit diesen Rädern tatsächlich alles andere als ein Vergnügen gewesen sein muß. Trotzdem wurde von einigen Unentwegten hartnäckig an der Weiterentwicklung des Fahrrades gearbeitet Auch die äußere Form wurde des öfteren umgeftaftet. und so führte der Weg über das kno- ch/nbrecherische Hochrad und das weniger gefährliche Dreirad zum jetzigen Niederrad. Ab»r erst im Jahre 1885, als dem schottischen Tierarzt Dunlop die Entdeckung des Luftreifens gelang, der somit ein erschütterungsfreies Fahren gestattete, war der Weg zum Erfolg endaiiltig frei, und der unvergleichliche Siegeslauf des Fahrrades in alle Welt konnte beginnen.- Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Hans Helling". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die schwedische Nachtigall". _ Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hinter Haremsgittern". Stadttheater Gießen. Am heutigen Freitag wird die romantische Oper non Heinrich Marschner „Hans Helling" wiederholt. Musikalische Leitung: Otto Söllner. Spielleitung: Hans A. Schewe Bühnenblid: Karl Löffler. Chöre: Erich Richter. 29 Freitag-Miete.__________________ Aus der Stadt Gießen. Das Fahrrad. Das schöne Frühlingswetter verlockt auch in diesem Jahre wieder viele ba,3u, sich nach getaner Arbeit auf em Fahrrad zu schwingen, um bet frischer Luft und gesunder Bewegung Freude und Erholung zu finden. Doch das Fahrrad dient nur zu einem geringen Teil dem Sport und dem Vergnügen ; es ist vielmehr in immer stärkerem Maße ein unentbehrliches Verkehrsmittel geworden, ganz abgesehen von den großen Aufgaben die es bei unserer Wehrmacht zu erfüllen Hai Rund 20 M:l- lionen Radfahrer besitzt Großdeutschland, d h. also em Viertel unserer Bevölkerung fährt Rad. Seit Kriegsbeginn aber Hal sich diese Zahl noch bedeutend erhöht. Manch einer mußte mit einem wehmütigen Blick von seinem schnittigen Auto tn Der Garage Abschied nehmen und ist reumütig zu feinem alten, aber ach so zuverlässigen Fahrrad zu- aanzen zu wichtig, als daß sie liegen bleiben könnte Im neuen Großdeutschland werden gerade die Zukunstsausgaben für das deutsche Jugenbhcrbergs- werk noch ungleich viel größer fein als heute Das Geld aus der Sammlung des vergangenen Jahres diente >n erster Lime zum Aufbau in den neu gewonnenen Gebieten Nach dein Kriege soll dann io- fort der Bau weiterer Jugendherbergen fortgesetzt werden. Im Osten ist ein Wanderweg festgelegt worden, der von Wien durch das Protektorat, Oberschlesien, den Warthegau und den ®au Dan- zia-Westpreußen an die Ostsee führt In den östlichen Gebieten sind an neuen Jugendherbergen vorgesehen im Protektorat 8, im Gau Wartheland 16 und in Danzig-Westpreußen 10 Jugendherbergen. In den wiedergewonnenen Gebieten des Westens sollen nach Friedensschluß im Elsaß 7 in Lothringen 16 und in dem kleinen Luxemburg 10 In- Deutsches Recht hat den ordenni Dr jur. Karl Frölich an der Ludnnqs-llmvprsttät Gießen zum Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaftsgeschichte bei der Akademie für Deutsches Recht berufen. Oie neue Wochenschau. Die neue Deutsche Wochenschau, die am Samstag, 10 Mai, erscheint, bringt u. a. einen Bildbericht von der historischen Reichstagssitzung, in der der Führer die einzigartigen Leistungen der deutschen Wehrmacht im Feldzug gegen Serbien und Griechenland feierte. Danach erlebt man die Kämpfe an den Ther- mopylen, den Einzug weiterer deutscher Truppen in Athen und schließlich den Uebergang zum Pelo- Bausteine für 3 Am kommenden Samstag und Sonntag, dem l Reichswerbe- und Opfertag für das Jugendherbergswerk, wird man uns in den Straßen | und Häusern außer Spendenmarken auch acht hübsche Abzeichen anbieten, die eine ganze Fahrten- ousrüstung darstellen, wie Feldflasche, Brotbeutel, Tornister, Kochgeschirr, Fanfare, Trommel, Fahrtenmesser und Kleinkaliberbüchse. Die ganze Ausrüstung, die man sich ins Knopfloch hängen kann, ist für 1,60 RM. oder 20 Pfennig pro Stück bei Begegnung im Böhmer Wald Von Johannes Linke. Der Weiler P. im Böhmer Walde hat nur drei Häuser. In diesen Häusern wohnen keine Bauern, sondern Holzfäller, die Sommer und Winter in den endlosen Staatswäldern ihre harte Arbeit tun. Sie haben eine Kuh im Stall und zwei, drei Geißen, und wenn das Jahr gut ist, ernten sie auf ihrem Acker die Erdäpfel für den Hausbedarf, aber das Jahr ist nicht immer gut, und hier oben auf der Hochfläche, die nur von wenigen Berggipfeln überragt wird geht auch im Sommer ein rauher Wind, wenn im Mai der letzte Schnee weggefchmolzen ist, und oft sind sie zu Allerheiligen schon wieder em- geschneit. Zwei Stunden ist es bis zur ehemaligen Reichsgrenze zu gehen, und zwei Stunden nach der andern Seite bis zum nächsten Dorfe, wo ein Kramer, ein Metzger und ein Bäcker wohnt. IÜ diesem Dorfe war ich über Nacht geblieben und fuhr auf meinen Brettern neben dem vereisten Bache den Weg entlang, in dessen Schnee schwere Schlitten und geschleifte Baumstämme tiefe, glatte klare, hohe, kultivierte Äoloraturftimme; bei aller anfangs fast schüchternen Mädchenhaftigkeit bringt ie doch die echte Theater- und Kunstbesessenheit des zierlichen Geschöpfes überzeugend heraus, das feinen Weg wittert und feinen Willen durchsetzt. Joachim Gottschalck ist der rührend gute und gutmütige, ahnungslose und weltfern-schwärmerische Andersen, eine sehr liebenswürdig und mit Gemüt gespielte Figur. Karl Ludwig Diehl gibt vornehm gedämpft, zart und verhalten im Gefühl, den Grasen Rantzau. Wohltuend nüchtern und wirklich in soviel Romantik und überquellendem Sentiment der von Aribert Wäscher vortrefflich gegebene Verleger Upän und Hans L e i d e l t s leise humoriger Theaterdirektor. Vom umfänglichen Ensemble seien noch Emil Heß als der Bildhauer Thorwaldsen und Jacob Tiedtke als Kaiser in der Märchen-Pantomime der „chinesischen Nachtigall" von Andersen genannt. — Im Beiprogramm: die schon besprochene Wochen- schau und, auf der Bühne, eine hübsche Parterre- Akrobatik von Vater und Sohn. Hans Thyriot. Spuren gerissen hatten. Bei einer Windung des Weges sah ich vor mir einen leichten, mit ein paar Säcken beladenen Zugschlitten, den eine Frau langsam hinter sich herschleppte. Als ich sie erreicht hatte und sie grüßte, richtete sie sich zwischen den Schlitten- hörnern auf und erwiderte mir fröhlich den Gruß. Ach, sagte sie und ordnete iyr übergeworfenes Wolltuch, sie freue sich, daß sie einmal einen Menschen hier in der Einöde sehe. Das komme wunder- selten vor. Wo ich herkomme, und wo. ich hinwolle. Ich gab ihr, langsamer gleitend, Bescheid und fragte nun auch sie nach ihrem Wege. Da stellte es sich denn heraus, daß sie in aller Frühe, als ich noch schlief, aufgebrochen und mit ihrem Schlitten nach dem Dorfe gezogen fei, um Nahrungsmittel für eine Woche einzukaufen, und daß sie schon wieder auf dem Heimwege nach dem Weiler sei, wo ihre Schwiegertochter im Wochenbett liege, die sie vor dem Mittag noch versorgen müsse. „Da habt Ihr es freilich hart, Frau", meinte ich bedauernd, „wenn Ihr jede Woche bei diesem tiefen Schnee zum Einkäufen bis ins Dorf müßt!" Sie aber lächelte mich glücklich an: ,F)art? Ach nein! Unsere Soldaten haben es vielleicht manchmal hart, und bis vor drei Jahren haben wir es hart gehabt, aber jetzt bin ich recht zufrieden." Da wir ein gut Stück den gleichen Weg hatten, schnallte ich meine Bretter ab, schob sie auf den Schlitten und spannte mich, trotz dem heftigen Widerspruch der Frau, für eine Weile vor die Kufenhörner. Ja freilich, erzählte sie, früher fei es schon manchmal ein schweres Leben gewesen Als ihr Mann, der bis zum Weltkriege in P. wohnte und schaffte, im Siebzehnerjahre gefallen war, hatte sie der neue Staat mit ihren vier Buben und zwei Töchtern fortgewiesen und dafür einen anderen Forstarbeiter eingesetzt, der kaum richtig Deutsch verstand. Sie hatte sich in dem alten Bergstädtchen kümmerlich als Waschfrau und Flickerin durchschlagen müsien, bis ihre Kinder aus der Schule kamen und auch ein meng verdienen konnten. „Deutsch sind wir ja immer gewesen?" sagte sie, und ihre Augen erfüllten sich mit dem leuchtenden, ein wenig feuchten Glanz innerer Glückseligkeit, wie ich ihn im Herbst des Jahres achtunddreißig in diesen Gegenden tausendfach sah „Aber erst haben wir zu Oesterreich gehört und bann zur Tscheche! — was das heißt, wißt „Oie schwedische Nachtigall." Cm Terra-Film im Gloria-Palast. Nach dem Bühnenstück „Gastspiel in Kopenhagen" von Friedrich F o r st e r schrieben Gert von Klaß und Per Schwenzen das Drehbuch für einen Film vom Ausstieg der einst weltberühmten schwedischen Sopranistin Jenny Lind: ein romantisch- musikalisches Idyll im Biedermeier-Kostüm. Der Konflikt ist sehr alt und hat immer wieder zur Gestaltung gereizt; er begründet sich in der unüberbrückbaren Spannung zwischen künstlerischem Ehrgeiz und persönlicher Neigung. Während die historische Jenny Lind 1851 in Boston den Pianisten Otto Goldschmidt heiratete, opfert die „schwedische Nachtigall" des Films ihrem Ruhm die schüchterne Liebe des Märchendichters Hans Christian Andersen, der ihr den ersten, schwersten Weg aus die Bühne ebnet, und auch die nicht minder zart, aber bestimmter und anspruchsvoller sich äußernde Werbung des Staatsministers Grafen Rantzau, der fie protegiert und später die Geliebte zu seiner Frau machen möchte. Aber dann müßte sie Gesang und Theater aufgeben, und bas kann sie ober will sie nicht: sie gehört der ganzen Welt; und als Anoers en sie nach der auf einem Mißverständnis beruhenden ersten herben Enttäuschung wiederfmbet, muß sie ihm eine neue Absage erteilen: er wurde den Boden unter sich verlieren, roennJ;r, lhr fa.u^ ihren Gastspielreisen durch die ganze Welt folgte, denn diese Welt ist nicht die feine, kleine, enge, beschaulich-poetische in der Laube und am Brunnen, wo er den Kindern Märchen erzählt So ist der Ausstieg ter Lind zum Ruhm, die große ENullung ihres Lebens mit Resignation verbrämt und leiser Melancholie: alles blefai Gefühl und schwebende Stimmung, melodische Musik und dekoratives Bild. Was an ' merer Dramatik der Fabel wnewohnt, müßte mit anderen Mitteln erschloßen werden, als es die hier rein photographisch wirkende Kamera vermag. Ein Film-Stoss ist die Geschichte der schwe- dischen Nachtigall nicht. Der Spielleiter Peter Paul Brauer erzählt diese Geschichte in fhmmungs. voll abgetönten Bildern, welche die intime Dialog. Wirkung wie die repräsentativ und großzügig aus- gestattete Szenerie einschließen. Ilse W»e r n e r m Der Titelrolle: rin jehr anmutiges Bild und eine Anfang Februar rief der Oberbürgermeister von Gießen alle Bildhauer im Gau Hessen-Nassau, die Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste sind, zu einem Wettbewerb zwecks Erlangung eines Dorentwurfs für eine Brunnenanlage am Selterstor in Gießen auf. In dem Preisausschreiben wurden drei Preise — 600 RM. für den 1. Preis, 400 RM für den 2. Preis, 300 RM. für den 3. Preis — und dtei Ankäufe zu ,e 200 RM ausgesetzt. In dem Wettbewerbsausschreiben war ausdrücklich darauf hingewiesen worden, daß der Platz für die Brunnenanlage am Schnittpunkt wichtiger Verkehrsstraßen liegt, nicht die ganze Größe der am Selterstor bestehenden Insel für die Brunnenonlage mit Wasserkunst in Anspruch genommen werden soll, sondern ein mindestens 4 bis 5 Meter breiter Grünstreifen bleiben muß, ebenso die Masten der Obus-Leitung nicht entfernt werden können, infolge» dessen nach der Gießener Auffassung nur eine geringe Höhenentwicklung der Vrunnenanlage in Betracht kommen kann. Dor allem wurde aber be- sonders betont, daß auf jeden Fall der Blick vom Seltersweg in die Frankfurter Straße und umgekehrt frei bleiben soll, auch wenn nun die Brun, nenanlage in die Achse des Straßenzuges Selters- weg—Frankfurter Straße einzufügen ist. Als Ergebnis des Wettbewerbs liegen 28 Entwürfe vor, mit denen sich das Preisgericht am gestrigen Donnerstag zu beschäftigen hatte. Das Preisgericht hatte folgende Zusammensetzung. 1. Professor Dr. Lieser, Frankfurt a. TO., Landesleiter Hessen-Nassau der Reichskammer der bll- denden Künste, als Vorsitzender, 2. Stadtbaudirek- tor Gravert, Gießen, Kreisbeauftragter der Reichskammer der bildenden Künste, 3. Bildhauer Karl Wagner, Frankfurt a. TO., 4. Oberbürgermeister Ritter, Gießen, 5. K. Christ, Gießen, Mitglied des städtischen Kulturbeirates. Don dem Preisgericht wurden in stundenlanger Arbeit alle 28 Entwürfe eingehend geprüft und dann die Entscheidung gefällt. Den ersten Preis erhielt der Bildhauer Peter D i e n st d o r f, Wiesbaden, für seinen Entwurf einer kreisrunden Bassinanlage mit peripherer Anordnung des bildhauerischen Schmuckes, der in personifizierter Gestaltung das Handwerk, die Wissenschaft, den Ackerbau und die Jagd dar- stellt. Die vier liegenden Figuren stellen dar: als Wissenschaft einen Gelehrten mit dem Aeskulapstab, als Ackerbau eine Bäuerin mit Erntegarbe, als Handwerk einen werktätigen Steinhauer, als Jagd Diana mit dem Hund. Den zweiten Preis erhielt ebenfalls der Bildhauer Peter D i e n ft b o r f, Wiesbaden, für seinen Entwurf eines kreisrunden den Sammlern zu haben. Die diesjährige Sammlung für die deutschen Jugendherbergen steht unter dem Kennwort: „Fü r den Frieden geschaffen — im Kriege bewährt!" Man braucht heute wohl keinem Deutschen mehr zu sagen, welchen Segen die Jugendherbergen für unsere wandernde Jugend bedeuten. Es gibt in Deutschland bisher 2000 solche Jugendherbergen mit rund 160 000 Betten. Aber sie reichen bei der enormen Beanspruchung und bei der ständigen Zunahme der Bevölkerung noch bei weitem nicht aus, geschweige denn für die Zukunft. In welchem Ausmaß die Jugendherbergen benutzt werden, zeigt die Tatsache, daß die Uebernachtungs- .. -iffern üo* 1934 bis 1940 von 5,9 Millionen auf l zugeführt werden. Denn ihre Aufgabe, Jungen und 12,5 Millionen angestiegen sind. ! Mädel zu Disziplin, Sauberkeit und Ordnung zu Wie überall im 'nationalsozialistischen Deutschland, | erziehen und ihnen gleichzeitig den Stolz auf ihre so ist auch im Jugendherdergswerk der Blick vor I Heimat zu erwecken, ist im Ingresse des Volks- Frauen in Uniform, Briefe austragend, Schaff- lichtartig Tinenft bei der Reichsbahn versehend, in den Lande. B Vollmilch und entrahmte Frischmilch Vornan von Elisabeth Ljolt. nur schnell?" (Nachdruck verboten.) 13 Fortsetzung. „Was ist los?" fragte Pola ungeduldig und beugte sich vor, als das Auto mit gemäßigtem Brix drehte sich um. „Wer war da? Ihr unverständlicher Bericht wurde durch Polas | bte stille Dillenstraße hallte. „So!" sagte er nochmals befriedigt, es dröhnte wie bei einer Explosion. abmontiert, wegqeschafft. sagte Alwine, „Ich kann leider nicht warten' mannswort für Leben! zahlen, bitte , verlangte der Kommissar und hort« ’imibig die dritte Fassung der Geschichte des gr> Der Wagen stand bereit, als sie auf die finstere, wurde geöffnet. !gei zuckt, als Sie damals im Hotel--- — aber lassen „Abgeschnitten!" Dann lief er auch schon nach oben, Gredler hinterdrein, und von da ab ging alles blitzschnell. 3n das Gestammel des aufge» scheuchten Hauswarts, in Polas Schimpfen und Rosas Gejammer schlug das aufflammende Echt eine Bresche. Gerda hatte den Schalter gefunden und angeknipst, und dann eilte sie hinter dem men?" fragte er plötzlich. „Wer hat Sie empfohlen? Der da," der Klavierspieler---wie heißt er Polas gute Laune hielt während der ganzen . Heimfahrt an, sie zog zwar ablehnend ihre Mund-1 und sie will überhaupt keinen Start zu einer umneideten Laufbahn. — Laufbahn, welch ein Kauf» ' Sie mußten ihr Gespräch abbrechen, denn der Schwung vor dem Gartentor ihres Hauses vorfuhr. Regisseur war wieder aufgetaucht, die Assistenten,' „Was stehen die zwei da noch herum?" e , Kameraleute, der Tonmixer, der Chefbeleuchter und | Im Licht der Straßenlaterne, das abgeschwächt von ganz besonderer Bedeutung, da hieran gebunden ein für die Knochenbildung sehr wesentliches Vitamin enthalten ist, bei dessen Fehlen die Kinder an Rachitis erkranken. Es geht deshalb nicht an, daß tn Haushaltungen mit Säuglingen und werdenden Müttern Vollmilch und Magermilch zusammen in einem Topf beim Milchhändler geholt werden. Wie wichtig es ist, daß die Vollmilch wirklich den- jen-igen Familienmitgliedern zugute kommt, denen sie zullsht, geht aus folgenden Beispielen hervor: Eine Volkspflegerin besuchte einen Säugling in einer Familie mit gutem Einkommen. Trotz tadelloser Pflege ging der Säugling nicht recht voran. Im weiteren Gespräch, wo die möglichen Ursachen >des schlechten Gedeihens beraten wurden, stellte die Volkspflegerin fest, daß die Mutter die Milch des ! Säuglings mit der der übrigen Kinder erst einmal hinftellte, dann abrahmte, um den Rahm im Haushalt zu verwenden. Dem Säugling fehlte so das Mllchfett, das er zum Gedeihen unbedingt nötig hat. Nach Abstellen dieses Fehlers ging das Kind tadellos voran. Eine werdende Mutter trank nicht gerne Milch. Sie wollte auch, da sie an sich schon rundlich war, Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittags geschlossen. aufgeregtes Lachen unterbrochen. Sie kam aus dem l Korridor herausgestürzt und rief: „Ein Reinfoll, j Kinder — ein glänzender Reinfall! Einbrecher haben meinen Safe gesprengt — eine Riesenarbeit muß das gewesen sein — und dann war nichts darin als die Imitationen. Mein echter Schmuck liegt seit gestern wieder auf der Bank." 6. Kapitel. Natürlich entdeckte Kriminalkommisiar Schweiger sogleich die Tatsache von Gerdas pflichtwidriger Nichtbeachtung der Telephonsignale. Vermutlich war das der Einbrecher gewesen, der sich vergewissern 1 wollte, ob die Luft rein sei. Vermutlich, aber das ließ sich natürlich nicht so schnell feststellen. Vielleicht gab es auch eine ganz harmlose Aufklärung dafür. Gerda saß höchst bestürzt da, als sie in der Halle vernommen wurde, und glaubte nicht an harmlose Aufklärungen. Dieser Einbruch bei Radio* I mnftf war eine erschreckend planmäßige Angelegenwird uns überall in tadel- Wir haben uns längst an Hausgebrauch überall als Dollm'lch gebrauchen ge- dem Milchfett alle Nähr- Entrahmte Frischmilch losem Zustande geliefert, sie gewöhnt und sie im vollwertigen Ersatz für lernt. Sie enchält außer stoffe der Vollmilch. Aber für eine bestimmte Gruppe von Menschen, nämlich Säuglinge. Kleinkinder und werdende Mütter ist dieses Milchfett den oder jenen Zuschauer — zu entzücken." Er hörte nicht hin, er sah sie auch nicht mehr an. „Wie sind Sie überhaupt zu der Luckner gekom- gelegenheit, ein vorteilhafter Start für eine talentvolle Frau. Gerda senkte den Kops. Niemand kann, wagen voraus sei — Rosa, das Stubenmädchen' kam ein Pfiff des Chauffeurs, der neben der Haus- Milli, zwei Garderobekörbe und die Schminkkassette.1 tür auf dem Fußboden kniete und ein Stück losen Draht vorzeigte. Sechs Millionen Frauen am Pflug Auch Hessen-Nassaus Frauen sind mit dabei. nicht noch mehr zunehmen und freute sich, die ihr zustehende Vollmilch im Haushalt verwenden M können. Da sie recht viel Frischkost zu sich nahm, wurde das Kind zwar nicht rachitisch, sie selbst aber bekam nach dem Stillen — wo ihr ja auch noch Milch zusteht — eine sehr böse, lang andauernde Zahngefchichte, da chr Kalkhaushalt durch das werdende und zu stillende Kind vollkommen in Unordnung geriet. Die Milch enthält nämlich außer dem in diesem Fall auch für die Mutter notwendigen Vitamin auch den zur Knochen- und Zahnbildung wichtigen Kalk. Das gesund« Kind ging auf Kosten der Gesundheit der Mutter, die ihrem Körper in die-sem Punkt durch das völlige Fehlen der Milch nicht die richtigen Nährstoffe zuführte, obgleich sie ihr vom Staat aus zugestanden hätten. In Form von Dickmilch ober Milchmischgetränken sollte die werdende Mutter, der Milch als Getränk so nicht schmeckt, die ihr zustehende Menge zu sich nehmen. D'e anderen Hausgenossen müssen der Tatsache dieser Sondermaßnähme das nicht immer vorhandene Verständnis entgegenbringen. Die Scheu vor dem Unverständnis der anderen Tifchgenofftn, die Sorge für die übrige Familie, der man gern alles Gute zukommen läßt, dürfen dte Mutt»- in diesem Falle ebenso wie ihre eigene B:guernt'.e*"k it nicht und fern in den dunklen Garten drang, flatterten feit, sagte sie sich vor, es ist keine Auszeichnung, mit Stromlinienbauch — alle taten sehr fanatisch. ’ zwei verschwommene Gestalten vor der verschloste- fonbem einfach eine Ungehörigkeit. Sie hätte ent- Die Aufnahmen begannen wieder. I " rüstet fein müssen, statt dessen kämpfte sie mit ihrer | Stunde später, zum letzten Male, die Nosa und MilU. aus dem Gleichgewicht gekommenen Atmung und XriQerpfeife gellte und die grüne Lampe endgültig Rosa stürzte heran, als der Wagen vorfuhr, war ein wenig benommen von der aberwitzigen । erIo|^ roar Dr. Kempf schon lange fort Still unh "Wir können nicht hinein, entweder schläft der Situation. Motorenwerk Kempf 6- Pachooen. Cle-. l^sch^en, ganz gegen feine gewohnte Art, war Portier oder die Klingel ist wieder kaputt." mens Kemps abwartend hinter seinem Emgtes — j er gegangen. Professor Brix hatte etwas von „konnte I Gredler stand bereits im Garten. „Zum Kuckuck, wie ist das, wenn man Clemens Kemps mcht als langer bleiben — sein Zug fährt um acht Uhr hatten Sie doch ans Tor getrommelt — so!" Er ben großen Industriellen an sieht, dessen Namen — und Empfehlungen" geflüstert. Kempf war also schlug schon mit einem Stein gegen bas Holz, daß europäische Geltung hat — wenn man m chm nur । n{(f>t m2f)r j^r |bic ftiae Dillenstraße hallte. „So!" sagte er noch- ben Mann sieht, den Mann, der 1.lernens heltzt.. | Gleich darauf ging eine Art Brausen über die mals befriedigt, es dröhnte wie bei einer Explosion. Nicht ganz l^zcht, sich das vorzustellen. WayrMem- hili, rasselnd schraubten sich die ttefhängenden Plötzlich kam Pola mit langen Katzenschritten zu lich wäre eine Freundschaft mit Clemens Kemps ScheinVerferbatterien höher, die braunen Stoff- ihm. „Aufhören — Gredler, wer hat ben Laut- eine klirrend kühle und höchst ersprießliche An- niänbe wurden abgetragen. Apparaturen verhängt, spvecher eingeschaltet?" gelegen!)eit, ein vorteilhafter Start für eine latent» abmontiert, wegqeschafft. I Der Korrepetitor ließ von der mißhandelten Tür volle tfrau. Gerda senkte den Kops. Jaemano rann, „Ich kann leider nicht warten", sagte Alwine, ab, übergangglos wurde es unter den Blumen son- üher feinen <5^^601 Jpr.ngen —— tuF *u.r ihre beringten Hände eilig in zartgraue Handschuhe bertiar still, und in diese Stille hörten sie gedämpft. Gerda Maurer ist (Siemens Kempf eben kein Start, s^^nd, ,.bte liebe Pola wird verzeihen. Kommen aber deutlich Radiomusik aus dem ersten Stockwerk x n. .. — """ *" 1,1 1>,n,,r imV Sie mit, Professor? Ich habe meinen Wagen ba." bringen. Das Zimmer dahinter war beleuchtet, die « ♦ wer [’l Drix lehnte entrüstet ab. Unmöglich! Er mußte Fenster geschloffen. Pola trat einen Schritt zurück. --W mir leib aber ick glaube Sie machen doch zugegen sein, wenn Pola aus der Garderobe! ,^)allo!" rief sie zum Fenster hinauf. „Hallo! »In wih nnn mir"9 faate sie mühtem Mrückkam, wenn sie Trost und Lod und Bewun- Wer ist denn dort oben?" Sie wartete, aber nichts ^Er aab ck nickt aeick?aa7n er stußte nm Au- berung brauchte. Schließlich brachte Gredler die rührte sich hinter dem verhängten Eckfenster. .. „ fnAfirh ertauben Sie"mir Dame aus Hamburg zum Wagen, kehrte aber so-1 „Los, Gredler, los, los, los!" verlangte Professor heit. Dor zwei Wochen hatte sie ben Einbrecher S>n7r her Klimbim dort fort im Geschwindschritt zurück, und eine Minute Drix nervös, und die Fäuste des Korrepetitors, verscheucht, heute war er ohne Abweichung vom hin tnchtr ein Trottel spater erschien Pola Luckner. Sie war müde, aber biesmal unterstützt von den Pranken des Chaufteurs, festgelegten Plan wiedergekommen. „Schön langsam *Vn <0 »nt' Ziemlich guter Laune. Alle atmeten erleichtert auf. hämmerten Alarm gegen das Tor. Gleich darauf erzählen, bitte", verlangte ber Kommissar und hörte noch w ll ch v, J 9 9 _, ,„