Montag. 8. September Ml Bei- Bombenangriff auf Berliner Wohnviertel. Berlin, 8. Sept (DRV. Funkspruch.) Starke feindliche Minensperren im Nord abschnitt in zähen Kämpfen überwunden lische Bomber unlemahmen in der vergangenen Rächt Angriffe auf das west- und norddeutsche Reichsgebiet. Lin Verband drang bis Berlin vor. Durch Abwurf von Sprenguni) Brandbomben auf Wohnviertel hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Taten und Verletzten. Dehrwirtfchaftlicher ober militärischer Schaden ent- stand nicht, Flakartillerie und Nachtjäger schossen nach bisher vorliegenden Meldungen neun der feindlichen Bomber ab. vr«ck und Verlag: Vrühlsche Univerfttätrdruckerei B. Lange Berlin, 6. Sept. (DNB.) Der amerikanische und englische Nachrichtendienst brachten eine Meldung, nach der bei einem Zusammentreffen des amerikanischen Zerstörers „G r e e r" mit einem deutschen U-Boot am 4. 9. morgens das U-Boot denZerstörermitTorpedosangegrif- f en habe. Die Torpedos hätten ihr Ziel verfehlt. Der Zerstörer habe dann im Gegenangriff das U- Boot mit Wasserbomben belegt. Deutscherseits wird nunmehr amtlich demgegenüber festgestellt: „Am 4. September wurde auf 62 Grad 31 Minuten Nord und 27 Grad 06 Minuten West ein deutschesU-Bootum 12.30 Uhr ifn deutschen Blockadegebiet mit Wasserbomben angegriffen und laufend verfolgt. Dos deutsche Unterseeboot war nicht in der Lage, die Nationalität des angreifenden Zerstörers festzustellen. Es hat in berechtigter Abwehr daraufhin um 14.39 Uhr als Abwehr einen Zweierfächer g e f ch o f s en , der fehlging. Der Zerstörer setzte die Verfolgung mit Wasserbomben bis gegen Mitternacht weiter erfolglos fort." Wenn von einer amtlichen amerikanischen Stelle, nämlich dem U8A. -Marine-Departement behauptet wird, der Angriff sei von dem deutschen U-Boot ausgegangen, dann kann das nur bezwecken, dem neutralitätswidrigen Angriff eines amerikanischen Zerstörers auf das deutsche U-Boot wenigstens den Anschein eines Rechtes zu verleihen. Der Angriff selbst ist der Beweis dafür, daß Herr Roosevelt entgegen seinen Behauptungen schon früher den amerikanischen Zerstörern allgemein den Befehl erteilt hat, den Standort deutscher Schiffe und U-Boote nicht nur neutralitätswidrig zu melden, sondern darüber hinaus diese selbst anzugreifen. Herr Roosevelt versucht auch dadurch mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln, Zwischenfälle zu provozieren, um das amerikanische Volk gegen Deutschland in den Krieg zu hetzen. Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Auzeiaeu-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Lertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzoorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/« mehr Roosevelt provoziert. Erfolgloser Angriff eines amerikanischen Zerstörers auf deutsches U-Boot. Helsinki, 6. September 1941. Die Einnahme Wiborgs durch die finnischen Truppen am Nachmittag des 29. August bildet die Krönung der am 10. Juli nördlich und nordwestlich des .Ladoga-Sees eingeleiteten Angriffsope- rationen. Zur Sicherung ihrer eigenen Offensivauf- gobe hatte die Sowjetunion die 350 Kilometer lange freue Staatsgrenze gegen Finnland mit starken Bunter ft ellungen auszubauen begonnen. Am weitesten war der Ausbau nordwestlich und nördlich Wiborgs fortgeschritten. Die finnische Offensive war nicht ein allgemeiner Angriff !uf der ganzen Front, sondern eine Folge wohl- rwogener T e i l st ö ß e, die es der finnischen Hee- esleitung ermöglichten, ihre schweren Hilfswaffen, llrtillerie und ßuftftreiifräfte jedesmal auf dem iauptfampfplatj zu konzentrieren und dadurch bei nöglichster Schonung des eigenen Menschenmate- ials den Gegner abschnittweise zu schlagen und Soden zu gewinnen. Wie schon erwähnt, setzte auf dem s ch w ä - Heren nordöstlichen Flügel der sowjeti- Ichen neuen Berührungsfront mit Finnland n o r d- westwärts des Ladogasees am 10. Juli die [rfte dieser Teiloffensiven ein. Die befestigten somatischen Grenzstellungen wurden auf der ganzen llngriffssront von frontalen Angriffen durchbrochen. Hie Truppen erreichten dicht ösÜich Sortavala den Dstrand des Ladogasees und durchschnitten }amit die sowjetische Abwehrfront in zwei Teile, stoch erfolgreicher war eine andere Division, die im raschen Vordringen längs der östlichen Ladogaküste iber Pitkäranta-Salmi bis 30 Kilometer über die Ute Landesgrenze in Richtung A u m i s vordrang und in wenigen Tagen über 160 Kilometer Boden gewann. Hier wurde der Angriff zunächst angehalten, um Gegenangriffe des Feindes, der starke Verlande herangeführt hatte, abzuschlagen. Dies gelang, über auch eigene frontale Angriffe in östlicher Richtung längs der durch die Waldwildmark führenden Hauptstraße kamen zunächst nur langsam vorwärts. Der zweite Teilschlag wurde Anfang August ge- 6en den dem Nordwestufer des Ladogasees Vorgelagerte sowjetischen Frontabschnitt gerichtet. Schon kurz nach Kriegsausbruch hatten finnische Truppen hier versucht, durch einen Vorstoß gegen bie Nordwestecke des Ladogasees die sowjetische ftront in zwei Teile zu durchschneiden. Dieser Operation war zunächst der Erfolg versagt. Spater wurde sie mit stärkeren Kräften und auf breiterer Grundlage wiederholt. Die Nordwestecke des La- agas wurde erreicht. Auch im Westabschnitt zwi- chen Hittola und Sortavala war eine große Ein- esselung entstanden, die mit der bekannten finni- chen Motti-Taktik aufgeteilt und gesäubert wurde Dabei wurde in der Nacht vom 14. zum 15. August wieder frei. Da sie es vermied, mit Fräulein Zögling überflüssige Worte zu wechseln, fand diese auf dem Küchentisch einen Zettel mit der lakonischen Weisung: Um neun Uhr Kaffee auf- brün, aber stark, und in der kleinen Kanne dem Herrn Docktor auf die Schwölle stellen! — Das Wort Schwölle war dreifach unterstrichen. Fräulein Zögling sand den Zettel. Sie brühte auch zur angegebenen Zeit den Kaffee auf und sparte nicht mit den Bohnen, aber dem dreifach unterstrichenen Nachsatz zu folgen verbot ihr denn doch ihre Würde. Sie klopfte an, hörte ein aufgestörtes, knurrendes Herein und sah Hellwang hinter schichtweise gelagerten Rauchwolken am Fenster stehen. , _ . „Wo darf ich den Kaffee hinstellen, Herr Dok- tor?" fragte sie schüchtern und wünschte nun doch, daß sie lieber Kathis Anweisung befolgt hätte, denn Hellwang machte einen ziemlich gereizten und ungnädigen Eindruck. „Stellen Sie ihn auf meinen Schreibtisch! Der Schreibtisch war mit Papieren, Zetteln und aufgeschlagenen Büchern übersät. Fräulein Zögling stand einem schwierigen Problem gegenüber. „Um Himmels willen, was machen Sie da?!" fauchte er sie an, als sie sich anschickte, eine Ecke dadurch frei zu machen, daß sie die Bücher schloß und übereinanderstapelte, „auf dem Schreibmaschinendeckel ist doch Platz genug!" Sie stellte das Tablett gänzlich verschüchtert^ ab. Hellwang trommelte ungeduldig gegen die Fensterscheibe. „Ach bitte", sagte er scharf, „setzen Sie das nächste Mal doch den Kaffee wie gewöhnlich draußen ab ..." . „Verzeihung", stotterte Fraulein Zögling und hob die rechte Schulter wie ein gescholtenes Kind. ich wollte Sie nicht stören, Herr Doktor — ich wollte Sie nämlich bei dieser Gelegenheit um em Buch bitten ... aber nun, o Verzeihung, Verzeihung ... das Lesbare aus der ©reiffmger Leihbibliothek habe ich nämlich schon längst gelesen ... Sie war schon an der Tür. Hellwangs Stimmung Später, als die Zigarren brannten und die Herren bei der zweiten Flasche sich wieder in Hellwangs Arbeitszimmer niedergelassen hatten, überredete Dollerthun Hellwang, etwas aus dem entstehenden Buche vorzulesen, von dem er vorläufig nur den Titel und einige Stichworte über den rohen Stoff kannte. Der Abschnitt, den er hmte versetzte ihn in Helle Begeisterung, und den Nest, des Abends füllte ein Gespräch über das entstehende Werk, das eigentlich erst beendet wurde, als der Signalstab des Fahrdienstleiters Dollerthuns Zug aus der Halle des Münchener Hauptbahnhofs auf die Reise schickte. Einen knappen halben Tag nur hatte dieser Besuch gedauert, aber die wenigen Stunden m Dollerthuns Gesellschaft hatten Hellwang ordentlich wohlgetan. Die ehrliche Freude Dollerthuns an dem neuen Buch und das angeregte ©efprad), über dem sie fast die Abfahrtszeit vergessen hatten, spornten Hellwangs Schaffensfreude mächtig an und schufen ihm und der stillgelegten Arbeit neue Beziehungen. Es drängte ihn wieder an den Schreibtisch. Die verblaßte Gestalt seines Helden Friedrich Steuben begann sich wieder mit Mut und Leben zu füllen, und das kalte Bild der Zeit, au dürren Quellen geschöpft, verdichtete sich m Hellwangs schöpferischer Vorstellung zu bewegter, bun- wieder. Die Kinder mutzten auf den Spielpartner beim Quartett und Schwarzen Peter verzichten. In dem Aschenbecher auf dem Schreibtsch wuchsen die Zigarrenreste wieder zu ansehnlichen Bergen auf, und Kathi mußte sich wie der daran gewöhnen, abends um neun das kleine, zwei Tatzen satzende Kännchen Kaffee aufzubruhen unb unter der dick wattierten 6°ub° °uf d ° Schwelle des Arbeitszimmers zu stellen. Dort brannte die Lampe bis m die tiefe Nacht hmein, und die Falter pumperten gegen die matt eryeu ten Rechtecke der Fenster. Aber der Schwung hielt nicht lange an. „Sie fehlen mir als Punchingball, lieber Vollerthun , schrieb Hellwang an den Verleger; „ich komme mir wie ein Huhn vor, das die schönsten E:er legt, ohne daß jemand sein stolzes Gegacker beachtet. Es war inzwischen Sommer geworden, nach einem Winter, der ungewöhnlich streng gewesen war und ungewöhnlich lange angehalten hatte. Bis in den tiefen April hinein hatte der Himmel aus grauen Wolken Schnee auf die Erde geschüttet. Fräulein Zögling war nun schon über vier Monate im Hause. Der Sommer schien sie oerjungt zu haben. Sie trug ärmellose helle Kleider, und die Pflege um die Blumenbeete im Garten unter der prickelnden Junisonne hatte ihr Haar erstaunlich gebleicht und ihrer Hautfarbe einen rosig bräunlichen Schimmer verliehen. Die alten Herren guckten Üb?r den Zaun, wenn sie mit den Kindern in den Wald oder zum Kaufmann ging: und UJiajor Habedanck hatte ihr einen Strauß von dem weißen, gefüllten Flieder über die Sprossen gereicht, von dem Ausstellungsflieder, dem sich seine Gattin nur auf drei Schritten (Entfernung nähern durfte, wenn sie eine Schere in der Hand trug. An dem Verhältnis zwischen Fräulein Zögling und Kathi hatte sich nichts geändert. Sie standen sich sozusagen Gewehr bei Fuß in abwartender Haltung gegenüber, wie zwei feindliche Heere, die nur irgendwelche äußeren Umstände daran hindern, aufeinander loszugehen. Kathi erlebte übrigens zur Zeit gerade einen neuen Liebesfrühling. Er hieß Xaver Simmets- rciter und war Gehilfe beim Sp en gl erweist er Schmied!. Nach einem besonders strengen Nachtfrost war im Hause ein Wasserrohr eingefroren gewesen. Xaver hatte es „aufgeleint , und so war die Bekanntschaft zustande gekommen. Außerdem aber besaß der Xaver ein Motorrad, das nun öfters in der Nähe des Hellwangfchen Hauses parkte, und auf dessen Homsignale — lang, kurz, kurz — das ganze Haus, mit Ausnahme von Fräulein Zögling natürlich, eingespielt roar Edcholl das Zeichen, so pflanzte sich der Ruf: „Kathi, der Kaveri!" von dem, der ihn zuerst vernommen nut allergrößter Geschwindigkeit bis zu Kathis Standort fort. Kathi hatte in diesem Jahr auf alle Faschingsfreuden verzichtet, sogar die fteien Mitt- schlua plötzlich um, und fein Ausdruck änderte sich im Handumdrehen. „Oh — —" rief er bestürzt und ehrlich erschrocken, daß gerade in seinem Hause ein Mensch geistigen Hunger litt, „aber liebes Fräulein Zögling, weshalb sind Sie nicht schon längst zu mir gekommen?!" Er schaltete die Deckenbeleuchtung ein. „Bitte, suchen Sie sich nur etwas aus, ober darf ich Ihnen behilflich sein? Was lesen Sie gern? Was bevorzugen Sie? Dort stehen die Memoirenwerke, in den Mittelfächern historische Romane, weiter links schöne Literatur, moderne und alte Autoren. Kennen Sie Stendhal?" „Nur die .Karthause von Parma' ..." „Dann nehmen Sie vielleicht ,Rot und Schwarz', aber ich überlasse das selbstverständlich Ihnen! Wählen Sie sich aus, was Sie mögen." — Bücher ... das war natürlich ganz etwas anderes! Weshalb hatte sie es nicht gleich gesagt? Er bedauerte seine anfängliche Schroffheit. „Sie lesen gern, wie?" fragte er freundlich. „3p jeder freien Minute. Ich kenne kein schöneres Vergnügen, als bei einem guten Buch zu sitzen. Aber nun will ich Sie nicht länger stören. Darf ich um ,Rot und Schwarz' bitten?" Er zdg den Band aus der Stendhal-Ausgabe heraus und fttich mit zwei Fingern über den ledernen Buchrücken. „Oh, Sie stören mich gar nicht so sehr", murmelte er mit einer kleinen Verbeugung und starrte auf die goldenen Buchstaben des Einbandrückens; ich sitze augenblicklich mit meiner Arbeit fest, ja 'Solch ein Werk hat immer feine Untiefen und Sandbänke, verstehen Sie ... manchmal läuft man auf und weiß dann lange nicht, wie man das gestrandete Schiff wieder flottmachen soll ... Er blinzelte in das überhelle Deckenlicht, das er fast nie gebrauchte. „Sie gestatten doch, daß ich die große Lampe ausschalte, das Licht tut meinen Augen weh." „Bitte, selbstverständlich ... Das Zimmer sank in warmes Halbdunkel zurück; nur auf dem Schreibtisch lag ein Heller Lichtkreis. Hellwang legte den Stendhal auf das Bücherbrett. (Fortsetzung folgt.) 9 Volkstmnsarbeit im Dienste des Aufbaues. Im Saale des „Hessischen Hof" in Butzbach fand am gestrigen Sonntag eine von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreisdienststelle Gießen, veranstaltete Voltstumstagung für den Kreis Wetterau statt. Daran nahmen die in der Volkstumsarbeit tätigen Männer und Frauen aus den Betrieben und den Gemeinden des Kreises Wetterau so zahlreich teil, daß der Saal bis zum letzten Platz besetzt war. KdF.-Kreiswart Schemel begrüßte nach dem Gedenken an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht den Hoheitsträger im Kreise Wetterau, Äreisleiter Backhaus, den Kreisobmann der DAF. Katzenmeier, die Vertreter der Wehrmacht und die große Zahl der Mitarbeiter und Helfer bei der KoF.-Arbeit, dann kennzeichnete er den Zweck der Tagung dahin, daß hier an Hand von Erfahrungen und Arbeitsbeifpielen aus der Praxis die aufbauende Dolkstumsarbeit in ihrem großen Wert für unsere Volksgemeinschaft dargestellt werden solle. Das Orchester der Hitler-Jugend Gießen unter Leitung des Kreissachbearbeiters Braun brachte sodann die Festmusik in B-dur aus der Oper „All- cina" von G. F. Händel unö den I. Satz aus der Sinfonie Nr. 1 von Divaldi fein zum Vortrag. Zwischen diesen beiden Gäben sprach ein Hitlerjunge Worte des Führers, in denen die große Bedeutung der Kulturarbeit für unser Volk betont wurde. Dann sprach der Hoheitsträger der Partei im Kreise Wctterau, Kreisleiter Backhaus. Er begrüßte die Zusammenfassung der KdF.-Mitarbeiter zu dieser Arbeitstagung und hob die gewaltige Kraft unseres Volkes hervor, die es uns ermögliche, neben der Erfüllung unserer kriegswichtigen Aufgaben auch noch die kulturelle Arbeit zum Wohle unseres Volkes zu fördern. Dieser aufbauenden Kraft gegenüber kennzeichnete er die Kulturlosigkeit der Sowjets, die den Sowjetstaat in einen Tiefstand versetzt habe, wie er nirgends sonst in der Welt zu sehen sei. Der Führer dagegen habe zuerst und immer wieder betont, daß neben den großen Problemen der deutschen Aufbauarbeit die Kulturarbeit niemals vernachlässigt werden dürfe, und daher habe er auch dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley den Auftrag gegeben, zur Mitarbeit an der Förderung der deutschen Kultur die Organisation zu schaffen, die wir in der NSG. „Kraft durch Freude" besitzen. Der Kreisleiter betonte dann besonders den großen Wert der Kulturarbeit auf dem Lande, da in dieser Hinsicht dort vieles nicht vorhanden sein könne, was in der Stadt selbstverständlich sei, aber auch den schaffenden deutschen Menschen in den Dörfern vermittelt werden müsse. Aller Kitsch von früher sei dabei abzulehnen. Er würdigte mit anerkennenden Worten, daß im Kreise Wetterau schon viele erfreuliche Arbeit in dieser Richtung geleistet und die echten Werte deutscher Kultur in der Pflege des bodenständigen Volkstums stark gefördert wurden. An alle Ortsgruppenleiter, Bürgermeister und sonst berufene Volksgenossen richtete er den Appell, sich stets tatkräftig für die Förderung dieser Kulturarbeit einzusetzen, die von seinen besten Wünschen begleitet sei. Im Kreise Wetterau müsse auch auf diesem Gebiete vorbildliche Arbeit geleistet werden. Hierauf sprach Reichsmusikreferent Gerhardt über das Thema „Dolkstumsarbeit als politische Aufgabe". Aus dem Schatze seiner reichen Erfahrungen gab er einen interessanten Ueberblick über den weitreichenden Bezirk der Dolkstumsarbeit, ferner schilderte er in mancherlei Ausschnitten, wie diese Arbeit praktisch am besten zu gestalten ist. Dabei stellte er vor allem die Feiergestaltung durch das Lied heraus, wobei aber nicht der kitschige Gesang in Betracht komme, sondern Lieder unserer Zeit, durch die die Menschen mitgerissen werden. Den großen Wert dieser Lieder bei der Pflege des deutschen Volkstums machte der Vortragende durch zahlreiche Beispiele deutlich. Alle diese Arbeit sei weltanschauliche Aufgabe, für die alle Kräfte mobil gemacht werden müßten. Oberstudiendirektor W. K. Philipps, Friedberg, behandelte dann das Thema „Volkstums- und Brauchtumsschaffen auf dem Lande". Seine Darlegungen gaben einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, auch im einfachsten Rahmen, einer guten Feiergestaltung auf dem Lande, in die Art, wie man Menschen für diese gute Sache mobil machen und sein Ziel erreichen kann, wenn man nur mit dem 'nötigen Tatwillen und der rechten Lust und Liebe ans Werk geht. Aus der reichen Fundgrube seiner Erfahrungen, insbesondere in Oberhessen, vor allem in der Friedberger Gegend, gab der Redner seinen Hörern eine Fülle von wertvollen richtungweisenden Hinweisen und Anregungen. Schließlich sprach noch der Gausachbearbeiter, Ortsgruppenleiter Link, Harheim, über die schöne Feiergestaltung im Dorf und über den großen Wert des Dorf- und Hausbuches im Dienste der Dolkstumsarbeit. Auch hierbei konnten die Hörer eine Fülle bedeutsamer neuer Gesichtspunkte und Anregungen empfangen, die es ermöglichen, für' die Feierstunden im Dorf und für die Pflege des Volkstums auf der Grundlage der nationalsozialistischen Lebensgestaltung neue und verheißungsvolle Wege zu gehen. Der Nachmittag bot, wieder vor voll besetztem Hause, praktische Beispiele aus der Volkstumsarbeit. Es kann dazu allgemein gesagt werden, daß die Darbietungen ohne Ausnahme auf beachtlicher Höhe standen und in jeder Hinsicht geeignet waren, Anregungen zu vermitteln und den Weg zu weisen, wie man mit einfachen Mitteln in den Betrieben und Gemeinden land- und volksverbundene Feierabendgestaltung erfolgreich durchführen kann. Oberstudiendirektor W. K. Philipps (Friedberg) zeigte an einem Ausschnitt, wie das Vortragswesen volksnah zu gestalten ist. An Hand von farbigen Lichtbildern, die das Leben des Landvolkes in den Vordergrund und den Arbeitsgang des Land- jahres immer wieder herausstellten, gab es eine lehrreiche und zugleich unterhaltsame Fahrt durch Oberhessen. Daß auch das Laienspiel in der Volks- tumsarbeit feinen Platz haben muß, das bewies ein Ausschnitt auf dem hessischen Volksstück „Das Kroagenkneppche" von W. K. Philipps. Der Kreissachbearbeiter für den Volktsanz, Heimatdichter Georg Heß, sprach kurz und überzeugend zu seinem Arbeitsgebiet und kam dabei auch zu einer Würdigung der Volkstracht. Anschließend zeigte die Dolkstumsgruppe Leihgestern eine Reihe von Volkstänzen in ihren alten, landschaftsgebundenen Formen und in ihrer neuen, für das Reichsgebiet bearbeiteten Umgestaltung. Alles, was hier dargeboten wurde, sprach stark an und überzeugte jeden davon, daß das deutsche Volk aus seinem innersten Wesen heraus die englisch-jüdischen Tanzerzeugnisse ablehnen muß. Daß die Leihgesterner Gruppe neben dem Tanz auch das Volkslied pflegt, konnte an köstlichen Proben gezeigt werden. Georg Heß schloß die von ihm geleitete Darbietungsfolge mit einem von ihm verfaßten Mundartgedicht. Für die Feiergestaltung im Betrieb gab Kreissachbearbeiter Braun ein nachahmenswertes Beispiel. Mit der BDM.-Singschar Butzbach und dem Orchester der Hitler-Jugend Gießen brachte er eine Kantate „Die Welt gehört den Führenden" von R. Heyden, von der eine packende Feierstimmung ausging, wirkungsvoll zur Darbietung Beachtlich war auch, was Lehrer Lahm mit feiner Gam- bacher Dolksmusikgruppe zeigen und damit den Beweis erbringen konnte, daß man auch mit Schulkindern zum Gelingen eines Volksgemeinschasts- abends beitragen kann. Die Zuhörer dankten immer wieder durch lebhaften Beifall. Kreiswart Schemel dankte allen Mitwirkenden am Gelingen der Schulungstagung in herzlicher Weise und bat alle Besucher der Tagung, die wertvollen Anregungen nun in die Gemeinden und Betriebe zu tragen und damit unserem Führer, der es uns ermöglicht, auch während des Krieges die Kulturarbeit fortzuführen, einen kleinen Teil unserer Dankesschuld abzutragen. Das Treuegelöbnis zum Führer beschloß die Tagung. SJ.Jporrf Hessen-Nassau — Westmark 14:11. Gebielsvergleichskampf in der Leichtathletik. Im neuen Wormser Stadion trugen am Sonntag die HI.-Gebiete Hessen-Nassau und Westmark einen Gebietsvergleichskampf in der Leichtathletik aus. Bei der Bewertung der erzielten Zeiten und Weiten muß berücksichtigt werden, daß die Lauf-, Sprung- und Wurfbahnen sehr weich waren. Nach spannendem Verlauf siegte das Gebiet Westmark \mit 77 Punkten gegen 74 Punkte der jungen Hessen-Nas- sauer. Die Ergebnisse: 9 0m: 1. Lauer (W.) 10,4, 2. Neue (H.-N.) 10,5; 4 0 0 m: 1. Rückrich (H.-N.) 55,4, 2. Schwarz (W.) 55,5; 800 m : 1. Kern (H.-N.) 2:08, 2. Bodensee (W.) 2:08 (durch Brustbreite entschieden); 15 0 0 m : 1. Diehl (W.) 4:28, 2. Rausch (W.) 4:29,7; 4X100 m : 1. Hessen-Nassau 46,6, 2. Westmark 46,8; 10 mal Runde: 1. Hessen-Nassau 4:13, 2. Westmark 4:13,8; Keulenwurf: 1. Schmidt (W.) 59,20, 2. Kröhle (H.-N.) 58,95; Diskus: 1. Schmidt (W.) 33,90, 2. Rauch (W.) 33,81; Kugel: 1. Schmidt (W.) 12,25, 2. Wehrfritz (W.) 11,95; Hammer : 1. Knapp (H.-N.) 34,10, 2. Müller (W.) 31,02; Speer: 1. Rauch (W.) 42,20, 2. Pulch (H.-N.) 41,88 m; Weitfprung: 1. Neue (H.-N ) 6,78, 2. Becker (W.) 5,91; Dreisprung: 1. Naumann (H.-N.) 12,69, 2. Emich (H.-N.) 12,54; Hochsprung: 1. Böllinghaus (H.-N.) 1,65, 2. Naumann (H.-N.) 1,65; Stabhochsprung: 1. Nisch (W.) 3,17, 2. Winkler (W.) 3,07 m. Deutsche Sommer-Turnmeisterschasten. Irma Dumbsky und Ltn. Ruising. Die deutschen Meisterschaften im Zwölfkalnpf der Männer und Achtkampf der Frauen wurden am Sonntag vor gut 8000 Zuschauern im Ulmer Stadion zum Abschluß gebracht. Dabei gab es wieder hervorragende Leistungen. Die beiden Favoriten. Marineleutnant R u i s i n g aus Wilhelmshaven, der schon am Samstag eine klare Führung hatte, und die Nürnhergerin Irma D u m b s k y , die nach den ersten sechs Hebungen des Vormittags in Front lag, blieben in den Schlußprüfungen ohne Fehler. Bei den Männern waren noch die Kürübungen am Barren, im Bodenturnen und am Reck zu erledigen. Obwohl Oberfeldwebel Karl Stadel (Konstanz) mit 19,7 am Barren, 19,8 im Bodenturnen und 19,9 am Reck jeweils die beste Wertung erzielte — eine „Zwanzig" wurde nicht mehr vergeben — kam er an Lt. Ruifing nicht mehr heran. Dritter wurde der 18jährige Stuttgarter Theo Wied. Alfred Kühner (Stuttgart) konnte zu den Endkämpfen infolge einer Verletzung nicht mehr antreten. Ergebnisse: Deutscher Zwölfkampf: Deutscher Meister Lt. Ruising (Wilhelmshaven), 228,5 Punkte; 2. Oberfeldwebel Karl Stadel (Konstanz), 224,9 P.; 3. Theo Wied (TSV. Stuttgart-Münster), 220,3 P.; 4. Feldgendarm Franz Beckert (Neustadt), 219,5 P.; 5. Funker Helmut Banz (Ludwigshafen), 218,2 P.; 6. Erich Wied (Stuttgart-Münster), 217,2 P.; 7. Oberfeldwebel Gauchk (Kiel) und Hffz. Kretzschmer (Berlin), je 214,4 P.; 9. Richard Reuther (Oppau), 210,9 P.; 10. Andreas Loibl (München), 210,4 P.: 11. Oberbootsmannsmaat Finke (Wilhelmshaven), 210,2 P. ; 12. Wilhelm Kammerbauer (TGD.) 209,1 P. Bei den Frauen wurde verhältnismäßig noch besser als bei den Mänern geturnt. Allein bei der Kür am Barren gab es viermal eine „Zwanzig", und zwar für Irma Dumbsky und Berta Rupp, Elisabeth Lenzing und Elli R o s e • mann. Irma Dumbsky und Berta Rupp holten sich dann noch die gleiche Note beim Pferdsprung. Das Ergebnis: Deutscher Achtkampf der Frauen: Meisterin Irma Dumbsky (Nürnberg), 161 Punkte; 2. Berta Rupp (Berlin), 150 P.; 3. Annemarie Held (München), 149,5 P.; 4. Irmgard Bogner (Nürnberg), 149 P.; 5. Inge Scheider (Hamburg), 147,5 P.; 6. Else Weiß (Berlin), 147 P.; 7. Elisabeth Lenzing (Mettmann), 146,5 P.; 8. Martha Jacob (Hamburg), 145,5 P.; 9. Helene Fabian (Graz) und Elli Rosemann (Dessau), je 143,5 P.; 11. Martha Pruggmayer (Neunkirchen), 143 P. (161 Punkte sind durch Heberpunkte bei den volkstümlichen Hebungen möglich.) Verdunkelungszett 8. September von 19.54 bis 6.41 Hhr. Von der Reise zurück Sprechstunde: 12-13 und 15-16 Uhr außer Samstag Prof Brüning 3733 D KONTORISTIN und FRAUEN für Jeichte, sitz. Beschäftigung gewacht. HOLLMANN-WERKE Wetzlar 37350 Der Strohwitwer, wie Junaaesell. kocht mit Esbit sein Essen schnell. Trockenbrennstoff Esbit I zum Wärmen von Speis und Trank ■ ist überall erhältl. Preis 20Tabl. mit J kleinem Kochgestell 60Pfg. 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