Mittwoch, 8. Jannar Ml
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Die amerikanische Hilfe
fortschreitende Neuordnung in Spanien. WU
Von unserem Sche.-Berichterstatter.
Llnzureichende Produktion
Der Riesenraum des Stillen Ozeans
Zchrlftleltung und GefchaftsfKlle: Gießen, Zchulstrahe 7-9
Die Meldungen über Schiffsversenkungen im Stillen Ozean, den die Engländer Pacific nennen, haben in britischen Kreisen erhebliche Aufregung verursacht, zumal sich solche Berichte in letzter Zelt häufen und die starke Wirkung des dort operieren- den deutschen Handelsstörers sich immer unangenehmer für die Betroffenen bemerkbar macht. Jetzt haben sich die Befehlshaber der britischen See- streitkräste von Fernost und von Australien in Singapur getroffen, um möglichst wirksame Maßnahmen gegen die deutschen Handelsstörer zu beraten. v ,
Aus den amtlichen deutschen Meldungen geht klar hervor, welche schweren Verluste die britische Versorgung schon bisher durch die Schiffsoersenkungen im Stillen Ozean erlitten hat. Dazu kommt die peinliche Wirkung der Meldungen über die Schiffsoersenkungen auf jene Teile des Auslandes, die bisher noch immer die britischen Reklamemärchen über die völlige Beherrschung der Weltmeere durch England als bare Münze angesehen haben.
Es stellt schon eine besonders imponierend« Leistung dar, daß ein deutscher Handelsstörer auf so ungeheure Entfernung von der Heimat weg in einem fremden Weltmeer so wirksam operieren kann. Man muß bedenken, daß gegenüber den Größenverhältnissen und Entfernungen des Stillen Ozeans alle unsere Raumvorstellungen als völlig unzureichend ausscheiden müssen. Wir nennen nur folgende Beispiele. Der Gesamtraum des Stillen Ozeans beträgt 179 700 000 qkm. Das ist fast die Hälfte der gesamten Wasserfläche der Erde. Alle fünf Erdteile würden in diesem riesigen Weltmeer Platz haben. Die Entfernung zwischen dem äußersten westlichen und dem äußersten östlichen Wmkel ist größer als der halbe Erdumfang. Beispielsweise beträgt die Entfernung von San Franzisko nach Yokohama 8840 Kilometer oder nach Hongkong 10 200 Kilometer oder nach den Philippinen 8500 Kilometer. Das deutsche Luftschiff „Graf Zeppelin" überquerte vom 23. bis 26. August 1926 diese gewaltige Wgsierwüfte, die matt wohl auch den leeren
So kann Spanien auf ein gerade außenpolitisch erfolgreiches Jahr zurückblicken, lieber das tatsächlich Erreichte hinaus ist vor allem der Boden für die kommende Ernte vorbereitet worden, welche alle Mächte, die sich rechtzeitig mit der neuen Ordnung befassen, nach Kriegsende einbringen werden. Bei der Neuordnung der Welt wird Spanien nicht übergangen werden. Auch viele feiner inneren Probleme werden dann von außen her ihre Lösung erfahren, die bisher von innen heraus nicht möglich war.
ist diese Zahl auf 2 4 Schiffe mit rund 200000 BRT. zurückgegangen. Da im Dezember deutsche Hilfskreuzer Im Pazifik besonders aktiv waren, kommen japanische Schüfahrtskreise zu dem Schluß, daß sich die Zahl der dort verkehrenden englischen Schisse weiterhin verringert haben dürfte.
• a u stark gehemmt wurde.
Der europäische Krieg brachte es mit sich, daß einmal die Unter st ützung des Auslandes, cuf die das durch den Bürgerkrieg rollig verarmte öoanien angewiesen war, fast gänzlich a u s b l i e b. Die Rüstungsindustrie wurde nur in geringem Um- eng wieder auf Friedensproduktion umgestellt, und (ine Armee von über einer halben Million Mann
Druck vnd Verlag: vrühlscheUniverfitätrdruckereiS. Lauge
kas bedrohen. Der Hispanismus ist für Südamerika
•" i Sinne über das Akademische oder Ge-
Annahme von Andersen für die MittagSnummer bis 8'/,.Uhr desVormittags
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Flugzeuge belegten London in mehreren Anflügen mit Bomben. Hierbei wurden sieben Sperrballone brennend abgeschossen.
Fernkampfbalte r len des Heeres nahmen gestern abend ein sich der französischen Küste nähern- es feindliches Fahrzeug unter wirksames Feuer.
Der Feind flog auch in der vergangenen Nacht in das Reichsgebiet nicht ein. Ein eigenes Flugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück.
OasHaus-esbritischenRund- sunks schwer getroffen. '
Stockholm, 7. Jan. (Europapreß.) Erst jetzt darf die British Broadcasting Corporation ihren Sendungen bekanntgeben, daß bei deutschen Luftangriffen das Haus der Rundfunkgesellschaft am Portland Square zwei schwere Treffer erhalten hat. Es ist anzunehmen, daß das Gebäude während der Angriffe auf die City getroffen wurde. Die erste Bombe schweren Kalibers schlug während einer Nachtsendung ein. Das Haus gehört zu den modernsten Gebäuden in London und liegt etwa 300 Meter von der Oxford-Street entfernt. Bei den Einschlägen von Bomben schweren Kalibers handelt es sich nicht um die ersten Treffer, die das Haus feit Beginn der deutschen Dergel- ' tungsangrifse auf London erhalten hat.
Ozean genannt hat, auf der Strecke Tokio—Los Angeles in 79 Stunden und 3 Minuten.
Angesichts dieser riesigen Ausmaße des Weltmeeres verliert sich auch selbst im Frieden der Schiffsverkehr dort völlig. Die Bezeichnung leerer Ozean trifft freilich nur auf den nördlichen Teil und etwa auf das östliche Drittel zu. Ungefähr von der Mitte an in der Richtung nach Westen, also auf das fernöstliche Festland zu, treten dann immer häufiger Inselgruppen auf, vom kleinsten unbewohnbaren Korallen-Atoll bis zu den großen Inseln im Südwesten des Ozeans, der nicht weniger als 338 große Inseln enthält. Die Mehrzahl der englischen Dominiens liegt im Stillen Ozean oder an seinem westlichen Randgebiet, Austra- lien, Neuseeland nebst einigen kleineren Inselgruppen sowie Indien. Diese Tatsache unterstreicht zur Genüge die Wichtigkeit der deutschen Handelsstörer im Stillen Ozean.
Englands Pazifik-Schiffsverkehr halbiert
Der britische Lteberfatt auf Dakar.
Kopenhagen, 7. Jan. (Europapreß.) lieber die Bombardierung Dakars berichtet die dänische Presse nach Meldungen des dänischen Dampfers „Tacoma", der beim Feuerüberfall vom 23. September in Brand geschossen wurde, habe das mor- derische Feuer, das kurz nach Aufforderung zur lieber gäbe von englischer Seite auf die im Hafen liegenden französischen Kriegsschiffe und alle übrigen Fahrzeuge eröffnet worden sei, verhältnismäßig geringen Schaden hervorgerufen. So sei das Groß- kampfschiff „Richelieu" trotz rasender Beschießung, die noch von Bombenabwürfen, englischer Flieger unterstützt worden sei, nur ein einzigesmal getroffen worden. Die doppelte Torpedonetzsperre um die „Richelieu" habe sich vorzüglich bewährt und eine Anzahl von Lufttorpedos aufgefangen. Um so leichter sei es gewesen, die hilflosen neutralen Schiffe in Grund zu bohren. Wie auch die Beschießung der Stadt derart viele Opfer gefordert habe, daß die 40 000 Köpfe zählende Bevölkerung evakuiert werden mußte Bezeichnenderweise sei unmittelbar nach der Räumung Dakars durch die Zivilbevölkerung das Feuer eingestellt worden.
De (Saulle - ein Werkzeug des Intelligente Service.
Ein Viermal als Ausflucht.
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
Wenn Kommissionen gebildet werden, so .sitzt irgendwo auf dem Dach ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß, und unten stehen die Leute, die gute Ratschläge geben. Diese Leute, die unten mit ihren guten Ratschlägen stehen, sind das Urbild der berühmten „Kommission". !
Churchill hat jetzt einen solchen Diererrat berufen, der in Wahrheit ein Kabinettsaus- schuh ist und der die Schwierigkeiten in der englischen Erzeugung beheben soll, wie sie durch die deutsche Gegenblockade und den Luftkrieg entstanden sind. Die Aufgabe, die Produktionsausfälle durch Intensivierung der Erzeugung auszugleichen, hatte bisher der arbeiterparteiliche Minister ©re en mo ob. Er sollte über allem schweben und durch feine persönliche Dazwischenkunft alle Schwierigkeiten Hinwegscheuchen. Die englische Plutokra- tenclique hat mit Absicht dieses Ministerium einem Arbeiterparteiler gegeben, um ihn bei diesem aussichtslosen Versuch bloßzustellen. Im Unterhaus war auch die Kritik an Greenwood sehr heftig und sogar sein eigenes Parteiorgan, der „Daily Herald" stieß in das Horn seiner Tadler. Formell war Greenwood ein Minister ohne Geschäftsbereich, und es ist jetzt nicht ohne eine bittere Ironie, daß eine Kommission berufen wird, um diesen Geschäftsbereich zu übernehmen, der gar fein Geschäftsbe-
sondern daß das Mutterland diese römisch getrennten Söhne in den kommenden Entscheidungen keineswegs allein lassen werde.
Auch die südamerikanische Politik Spaniens ist grundsätzlich von der liberalen Phrasenpolitik der Republik abgegangen und hat eine Aktivierung erlebt, wie man sie nach dem jahrhundertelangen Niedergang der spanischen imperialen Mission nicht für möglich hielt. Spanien besinnt sich auf seine historische Ausgabe, auf feinen nicht mehr politischen, aber kulturellen Imperialismus, der es ermächtigt und sogar zwingt, Vorkämpfer der hispanischen Sendung in der Welt zu sein und den Bestrebungen fremder Kulturen, die sich in Südamerika einnisten, entsprechend ent» gegenzutreten. Dabei leisten die südamerikanischen Staaten dem Mutterlande erfreuliche Hilfestellung und Gefolgschaft, weil sie instinktiv fühlen, daß die nordamerikanischen und angelsächsischen Kultureinflüsse schlechthin über das Kulturelle hinaus in das Wirtschaftliche und Politische hineinwachsen und die Eigenständigkeit und Souveränität Hispano-Ameri-
reich ist.
Die Engländer schwören auf Kommissionen. Man unterscheidet in England das eigentliche Kabinett, dann das Kriegskabinett, ferner noch ein inneres Kabinett und jetzt kommen dazu die Greenwood- Kommifsion und schließlich ein Oberster Finanzausschuß. In unserer Zeit scheinen solche langatmigen Kommissionen nicht mehr hineinzupassen. Die Engländer lassen zwar diese Ausschüsse zahlenmäßig nicht allzusehr anschwellen und haben auch in ihrer Geschäftsführung mehr Routine als unsere Parlamentsausschüsse unseligen Angedenkens. Aber das Verfahren kommt aus einer Zeit, wo gerade die Engländer dank ihrer insularen Lage unendlich viel Zeit hatten, und widerspricht völlig dem Gebot unserer Tage, die schnelle und klare Entscheidungen verlangen.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Madrid/ im Dezember 1940. •
Die Jahreswende findet Spanien in einem ge- aaltigen Ringen um die Verwirklichung der im Bürgerkrieg gestärkten nationalen Hoffnungen und Dünsche. Der Kampf geht in erster Linie um die virtschaftliche Existenz, um die Wiedererringung ’er außenpolitischen Geltung und um die endgültige Formung des neuen Staates und des politischen Nenfchen. Mit großer Energie wird überall veracht, die schlimmen Spuren des dreijährigen Bür- iserkrieges zu beseitigen. Wenn dies noch nicht in pollem Umfang gelungen ist, wenn die großen Ziele, die Francos Soldaten und die Falangisten Zos4 Antonios auf ihre Fahnen geschrieben haben, ioch nicht alle erreicht worden sind, so sind dafür !ie besonderen Umstände schuld, unter denen sich Spaniens Aufbau vollzieht, niemals aber das Volk jelbft oder seine Führer. Seit der Revolution sind irft 21 Monate verstrichen, eine im Vergleich zu ter Größe der dem jungen Spanien gestellten Aufgaben recht kurze Zeitspanne. Bereits fünf Monate iach Beendigung des Bürgerkrieges brach der europäische Krieg aus, wodurch Spanien vor allem in
einem wirtschaftlichen Wiederauf-
>(ieb unter den Waffen. Die gewaltige Belastung, tt'ie allein diese Tatsache für ein so verarmtes Volk , t»edeutet, bleibt nicht ohne wirtschaftliche Folgen. । Denn Spanien aber dennoch über alle Schwierig- ' eiten hinweggekommen ist, wenn sich der junge Staat nach innen und außen gefestigt hat, wenn , t»ie vielen Versuchungen, die an das um seine Exi- 1 itenz ringende Volk herangetreten sind, nichts auszurichten vermochten und wenn die Freundschaft zu ixen Achsenmächten weiterhin gekräftigt wurde, so rann dgs Ergebnis am Ausgang des Jahres 1940 als durchaus befriedigend angesprochen werden.
Wirtschaftspolitisch war das verflossene Jahr durch das Fortschreiten der Syndikatsgesetz- qebung auf allen Gebieten gekennzeichnet. Es gibt jetzt' in Spanien zwölf große Syndikate, die ; alle Zweige des kommerziellen und industriellen Lebens erfassen. In den Syndikaten arbeiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer in engster Fühlungnahme miteinander. Dadurch ergeben sich nicht nur Anregungen für die Produktionssörderung, da die Syndikate als Faktoren der Rationalisierung ein- gej^tzt werden, sondern es wird vor allem eine neue Arbeitsmoral geschaffen, die unter -leberroinbung des alten Klassenkampfstandpunktes ;u einer lebendigen Volksgemeinschaft führen kann, wenn erst einmal die Haß- und Rachepsychose des Bürgerkrieges und der Nachkriegszeit überwunden st. Wesentlich zu einer endgültigen Befriedigung der breiten Massen ist oor allem ihre ausreichende Der- orgung mit den Gütern des täglichen Bedarfs. Hier treten wieder die ausländischen Einflüsse hemmend n Erscheinung. Die Blockade- und Kontroll- Doliti t Englands hat Tausende von Zentnern Getreide, welche für Svanien bestimmt waren, n Gibraltar festgehalten. Die Brennstoffknappheit wuchs sich zu einem schwierigen Problem aus, die Ausfuhr spanischer Früchte und Rohstoffe nach dem i übrigen Europa wurde unterbunden oder schwer behindert. Und das alles, weil die völkerrechtswidrige Mißachtung der Rechte der Neutralen jenen unhaltbaren Zustand schuf, der erst durch einen deutschen Sieg endgültig beseitigt werden kann. Zw^ gelang es den Spaniern, hin und wider eine Lockerung der britischen Daumenschraube zu erzielen, gewisse Erleichterungen durchzusetzen und sogar englische Kredite zu erreichen — doch sind diese Erfolge der spanischen Diplomatie nur Nothilfen, keine grundsätzlichen Lösungen.
Spanien ist sich durchaus darüber im klaren, daß ollem der Bruch der englischen Anmaßung den Weg zu einer Neuordnung in Europa und auch in Spa-
• nien selbst frei machen wird. Darum hat man im ätzten Jahr eine aktive Außenpolitik betrieben, die in den großen Reisen des spanftchen Innenministers und späteren Außenministers Serano Suner und ber Zusammenkunft Hitler-Franc o an der französisch-spanischen Grenze ihren deutlichsten Ausdruck fand. Don der Neutralität über die Nicht-. Kriegführung zu einer immer stärkeren Hinwendung zur Achse führte der Weg Spaniens. Die Besuche be Bonos und Himmlers in Spanien und die vielen Aeußerungen deutsch-spanischer kultureller Zusammenarbeit, es sei nur an die deutsche Buchausstellung in Madrid und an die vielen Besuche deutscher Künstler und Wissenschaftler in Spanien und in Deutschland erinnert haben diese Tendenz auch nach außen sehr sichtbar unterstrichen.
Besonders erfolgreich» war die spanische Außenpolitik in bezug auf Nordafrika und Südamerika. Das Tanger-Problem konnte einer grundsätzlichen Lösung zugeführt werden. Diese internationale Enklave des spanischen Marokko-Protektorats wurde von Spanien seiner nordafrikanischen Zone einverleibt. Damit ist für Madrid ein sehr unerfreuliches Kapitel internationalen Kuhhandels um ein aus geographischem und geschichtlichem Grunde zu Spanien gehöriges Gebiet abgeschlossen. Das Gibraltar-Problem ist die weitere Frage des südeuropäisch-afrikanischen RaunKs, in feiner endgültigen Bereinigung von den weiteren Entwicklungen des Krieges im Mittelmeer und vom Ausgang dieses entscheidenden Dölkerringens abhängig, dem Spanien nicht als Zuschauer, wohl ober aus naheliegenden Gründen noch abwartender Partner beiwohnt. Die Kanarischen Unfein würben vom spanischen Heeresminister besucht uno den Inselbewohnern das Gefühl der Sicherheit und die tiebergeugung gestärkt, daß sie nicht allem stehen.
Die amerikanische Hilfe — das ist der große Schrei in England. Das ist auch die Kampfer« spritze, um die Lebensgeister wieder wach zu machen, wenn die eintönigen Nächte in den Untergrundbahn-Tunnels ihre natürlichen Wirkungen geübt haben. Wie steht es nun mit dieser Hilfe? Diese Hilfe ist dreifacher Art. Sie liegt auf mora^ lischem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet. („Moralisch" selbstverständlich nicht im Sinn von „sittlich", sondern von Erhaltung des Widerstands- willens in England selbst.) Im gegenwärtigen Augenblick kann man noch zweifelhaft sein, ob die moralische Hilfe für England nicht wichtiger ist als die Wirtschaftliche. Die politische Hilfe ist eng mit der moralischen verbunden, wirkt sich aber auch auf rein diplomatischem Gebiet in Nebendingen aus. So hat das state-departement, in Washington den Spaniern erst neulich angebeütet, baß der bereits fertige Handelsvertrag erst nach Ankunft des neuen britischen Botschafters Lord Halifax abgeschloffen werden soll. Das sind so Demonstrationen und De- monstrationchen, von denen 12 auf ein Dutzend oder 60 auf ein Schock gehen.
Am meisten interessiert naturgemäß das Aus« maß der wirtschaftlich-technischen Hilfe, die die USA, den Engländern gewähren können. Es liegt in dem Sinn unserer wirklichkeitsnahen Kriegsbetrachtung, daß wir hier den Tatsachen möglichst nahekommen wollen, ohne zu verkleinern uno ohne zu vergrößern. Wenn wir selbst uns einer so realistischen Darstellung befleißigen, so dürfen wir aber nicht vergessen daß sowohl in England als auch ganz be« sonders in den USA. sehr stark mit Bluff gearbeitet wird. Denn zu der moralischen Kriegshilfe, die Washington den Engländern gewährt, gehört auch, daß wir beeindruckt werden sollen.
Wollen wir uns über das tatsächliche amenCam- sche Leistungsvermögen, also über das kriegswirtschaftliche „Potential" klar werden, so suchen mir am besten in unserer eigenen nahen Wirtschafts- Vergangenheit die richtigen Maßstäbe. Die deutsche Nachrüstung begann 1933 und hatte sehr viele Engpässe zu überwinden. Die Menschen stellen sich bie Rüstungsarbeit in der Regel viel zu einfach vor. Irgendwie spielt die Anschauung mit: die eine Fabrik macht Kanonen, die andere Gewehre, die dritte Gewehrschäfte, die vierte Lederzeug und als Gipfel der Modernität erscheint dann etwa, daß Uniformen am laufenden Bande hergestellt werden. So einfach aber ist eine Aufrüstung nicht. Die Anfänge liegen viel entfernter. Auf der einen Seite müssen erst die Modelle entwickelt und auf der anderen Seite müssen auch die Werkzeugmaschinen gebaut werben, um die Serienfabrikation der eigentlichen Kriegswaffen aufzunehmen. Zur Entwicklung der Modelle gehört nicht nur ihre zeichnerische Konstruktion, sondern auch die praktische Auspro- bung von ausgeführten Einzelmödellen, wobei nach Möglichkeit alle die vielen Umstände zu berücksichtigen sind, die der Krieg eben mit sich bringt (Und auch bann noch wirb immer wieder die Erfahrung gcmacht, daß im Krieg Situationen entstehen, an die früher niemand gedacht hat.) Ferner: die Rüstung umfaßt heute tatsächlich alle Zweige der naturwissenschaftlichen und technischen Wissenschaft und Praxis. Chemie und Physik, Maschinenbau, Herstellung von Spezialmetallen sind Voraussetzungen der eigentlichen Kriegsindustrie und mit ihr aufs innigste verwoben. Auf der anderen Seite strahlt die moderne Aufrüstung in das Sozialge- füae und in die Finanzpolitik aus. Alle diese Dinge müssen nun aufeinander abgestimmt werden. Und hier geschieht dasselbe wie im Krieg: immer wieder
chemischen und einer Kugellagerfabrik mehrere gulliegende Treffer. Einzelne
Der deutsche Wehrmachtbm'chf.
Berlin, 7. Jan. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Rahmen bewaffneter Aufklärung wurden trotz ungünstiger Wetterlage kriegswichtige Ziele in Süd- und Wittelengland zum Teil im Tiefflug angegriffen. Auf einem Flugplatz gelang es, eine Anzahl von Bombenflugzeugen am Boden schwer zu beschädigen. Kampfflugzeuge griffen Bahnanlagen aus niedriger Höhe mit Bomben und Bordwaffen an und erzielten in einer
Tokio, 7. Jan. (Europapreß.) „Die ständigen Tonnageverluste in der europäischen Zone veranlaßten England, fast die Hälfte der im Pazifik verkehrenden Schiffe zurückzuziehen." Zu diesem Schluß kommt eine Aufstellung der japanischen Schiffahrts- gefellschaften, die am Dienstag bekanntgegeben wird. Danach verkehrten im Dezember 1939, abgesehen von Trampschiffen, regelmäßig 4 7 englische Schiffe im Pazifik, einschließlich der Linien nach
M. Jahrgang Ur. 6 Erscheint täglich, außer Zonntags und feiertags ßeilagen: Die Illustrierte Siebener ftanulienblntter Heimat nnBild DieScholle xironatS-rvezugovreis: Nit 4 '-Beilagen NM. 1.95 5line Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ - 25 euch bei Nichterscheinen pon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt pernivreckanschluß 2251 Drahtanschrift:,/Anzeiger" Postscheck 11686 Tranks. M.
hinausgewachsen und ein ernment wichtiger Tatfachenkomplex geworden, weil er tn diefen Zeiten der Krise zu einem Rettungsanker, zu einem Instrument der Notwehr gegen die USA. werden kann und muß. So gesehen, ist Spaniens neue Südamerika-Politik von weltpolitisch weittragender Bedeutung. Spanien hat als ersten Schritt auf diesem Weg den „Rat der Hispanität" gegründet. Es hat weiterhin in der Frage der norbamentani« scheu Stützpunkte am Rio de la Plata eine eindeutige gegen die USA. gerichtete Sprache gesprochen und den Elementen, welche sich in Uruguay dem Pankee-Jmperialismus widersetzten, den Rücken ge-
Genf, 7. Jan. (DNB.) In der „Action Fran- $aife" veröffentlicht Charles Mauras das Schreiben eines hohen französischen Offiziers, der nach dem Waffenstillstand mehrere Monate in England zubrachte. Die ganze Unternehmung des französischen Verräter-Generals de Gaulle, so schreibt er, werde durch den Intelligence Service manövriert und zielte von Anfang an auf die Auslösung eines- französischen Bürgerkrieges ab. Die Fäden der Bewegung hatte der ~ “7 * m - •••• , englische General Spears in der Hand, der Jude
Austrcilien und Kanada. Im Lnufe des letztenJahresj 'cin intimer Freund Churchills fei. Es fei auch
*“ ' **** r"r* Spears gewesen, der dem ehemaligen Ministerprä-'
sidenten Paul R e y n a u d im Juni 1940 das famose Projekt einer Franco-Britischen Union unterbreitete. Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß das ganze Unternehmen de Gaulles ausschließlich im Dienste seiner britisck-en Majestät stehe. Die Franzosen spielten nur die Rolle von Marionetten-
Japanischer Protest gegen englische llebergriffe
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Italiens Kampfenlschloffenheit unerschüttert
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Rom. 7. Ian. (VVV) Der llaNenlsche Wehr- Machtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
Die letzten Stellungen, die noch in B a rdia widerstand leisteten, sind am Abend des 5. Januar gefallen. Unsere Truppen haben 25 Tage lang mit nicht zu übertreffendem Heldenmut gekämpft und dem Feind schwere Verluste zugefügt. Schwer waren auch unsere Verluste an Material, Gefallenen, Verwundeten und Vermißten. 3m Verlauf eines Einfluges auf Tobruk sind zwei Flugzeuge von der Marine-Flak brennend z u m A b- sturz gebracht worden.
An der griechischen Front haben wir uns durch einen erfolgreichen Handstreich einer wichtigen StellunL.bemächtigt, wo uns vom Feind zurückgelassene aulomatische Waffen und Munition in die
Hände fielen. 3n einem zu unseren Gunsten ausgegangenen Gefecht zwischen Streifen haben wir einige Gefangene gemacht. Feindliche Flugzeuge haben einen unserer Stützpunkte angegriffen. Eine Blenheim wurde von der Flak abgeschosfen. Line auf Streifenflug befindliche 3agdformatlon schoß beim Zusammentreffen mit feindlichen Fliegern drei davon ab. Eine andere unsere Formationen hat trotz ungünstiger WitterungsverhStlnisse wichtige feindliche Ziele bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt.
3n Ostafrika sind feindliche motorisierte Elemente von unserem Artilleriefeuer in die Flucht geschlagen worden. An der übrigen Front Slreifen- und Artillerietätigkeit.
nen Schritt nachgeben, denn die neue Ordnung in Ostasien sei für Japan eine Frage auf Leben und Tod. Es liege acmz im Interesse Japans, sich gegen einen Angriff der Vereinigten Staaten bereitzuhalten, weil es nur so einen Krieg im Stillen Ozean vermeiden könne. Würde Japan dagegen eine zu nachgiebige Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten einnehmen, dann würden diese ihre Macht zu sehr ausnützen, und ein Zusammenstoß wäre unvermeidlich.
Aach hartem Kamps die letzten Stellungen von Bardia gefallen
Das Echo in Madrid.
Eine Episode ohne Einfluß.
Madrid, 7. Jan. (Europapreß.) „Die Einnahme von Dardia ist eine Episode, die durch das Zusammentreffen zahlreicher Ursachen herbei- gssichrt wurde und tsiverlei ginjUB au| die
würden die starke Stellung Japans verkennen, wenn j ~ v 1----"wirtschaftlichen Druck schwächen zu können. Die Annahme der Vereingten ©taten sei irrig, daß Japan alles tun werde, was sie wollten. Tokio dürfe kei -
- \ .y«. —-vi-,',, ,'v‘v Wachdienst
ort, wahrend das Handelsschiff wohlbehalten in feinen Heimathafen einlaufen konnte.
„Popolo d'Jtalia" schreibt, die englische Regierung konzentrierte seit "zweieinhalb Monaten alle ihre Anstrengungen gegen Italien in der unsinnigen Hoffnung, Italien und Deutschland getrennt schlagen zu können. In Libyen, Abessinien, Albanien und im Mittelmeer seien alle Hilfskräfte des britischen Weltreiches mit Ausnahme derjenigen Kanadas systematisch gegen Italien zusammengezogen worden. Die Front von Singapur sei fast ganz entblößt worden. Es fei der ehrgeizige Plan Churchills, die Italiener aus Albanien und Libyen zu vertreiben, um im Mittelmeer eine strategisch günstige Lage für England zu schassen, gewissermaßen als Ansaleich für die Verschlimmerung der Lage in 7)er Nordsee. Auf Grund einer falschen Einschätzung des italienischen Volkes und des deutsch-italienischen Verhältnisses fei die britische Regierung auf den Gedanken gekommen, Italien um jeden Preis besiegen zu müssen, um sich so eine Entlastung zu verschaffen. Die Engländer vergäßen aber, daß die Italiener in elf Jsonzoschlachten und irn Kampfe gegen die Sanktionen ihre Fähigkeit bewiesen hätten. Gerade in schwierigen Verhältnissen fänden die Italiener ihre Kraft. Wenn man ihren Stolz verletze, schlössen sie sich um so enger zusammen.
Agenzia Stefan! stellt fest, daß eine Besserung der Lage für England durch die Aufgabe des italienischen Widerstandes in Bardia nicht erreicht worden sei. hätten die Italiener bei ihrem Vorstoß gen Osten hunderte von Kilometern Wüstensand hinter sich gehabt mit allen sich hieraus ergebenden Versorgungsschwierigkeiten, so seien es jetzt die Engländer, die bei ihrem Vormarsch mit allen Er* schwerungen einer Operation im Wüstengebiet zu rechnen hätten. Die italienische Kampfkraft fei von den Geschehnissen in der Marmarica nur zu einem sehr bescheidenen Teil berührt worden, es fei hervor« zuheben, daß die Streitkräfte, über die es verfüge zu einem großen Teil noch nicht in den Kampf ' getreten feien.
illegalen Akt darstellten, der die Rechte von Staatsbürgern Japans, einem neutralen Lande-, empfindlich verletze. Der Außenminister forderte, daß die britische Regierung sofort zufriedenstellende Schritte zur Beilegung des Falles unternehme.
Japanisch statt englisch.
Tokio, 7. Jan. (DNB.) Der Sprecher des In. forma tionsbüros des Kabinetts eröffnete die Kon-
geblieben wäre und nicht an den Ereignissen teilgenommen hätte, die das Schicksal der Völker bestimmen oder wenn sich Italien vorzeitig aus dem Kriege zurückgezogen hätte.
Tokio, 7. Jan. (Europapreß.) Die Haltung Japans gegenüber dem englischen Navicert- System wurde von dem Sprecher des japanischen Außenamtes auf der Pressekonferenz klargestellt. Er betonte, daß die japanische Regierung jene Prinzipien nicht anerkennen könne, die die Rechte der neutralen Mächte beeinträchtigten. Er bezog sich dabei auf die Untersuchung und Warenwegnahme von zwei japanischen Schiffen durch die englischen Behörden in Durban und Colombo vor wenigen' Wochen. Er erklärte, daß beide Fälle noch nicht beigelegt seien. Die Beraubung mehrerer japanischer Zivilisten, die über die Vereinigten Staaten nach Berlin fuhren und denen auf den Bermudas von den englischen
Berlin 7. Jan. (DNB.) Am 6. Januar versuchten britische Flugzeuge in der Nord- ,ee ein Handelsschiff sowie ein Bewachungsschiff der deutschen Kriegsmarine mit Bomben an- j,uöreifen. Obwohl die britischen Flieger ihre Angriffe mehrmals wiederholten, verfehlten sämtliche Bomben um Hunderte von Metern B^de Schiffe blieben völlig
chadigt. Das Wachschiff setzte seinen 2öi
Rom, 7. Jan. (Europapreß.) Der Minister- rat hat eine Entschließung angenommen. Darin heißt es: „Der Ministerrat richtet einen Gruß vol- ler Bewunderung an die Kommandanten und Truppen der Armee, der Marine, der Luftwaffe und der faschistischen Freiwilligenmiliz, die heldenmütig an den verschiedenen Fronten gegen die Kräfte des britischen Imperialismus und seiner Trabanten kämpfen. Gegenüber den feigen Manövern und widersinnigen Drohungen der feindlichen Propaganda diesseits und jenseits des Ozeans bestätigt der Mini- fterrat feierlich die unerschütterliche Treue für Italien, den Achsenpakt und den Dreimächte, pakt und die nicht weniger unerschütterliche Entschlossenheit, den Kampf bis zum Siege fortzusetzen, um Italien feinen gerechten Platz zu sichern sowie die Welt von der heuchlerischen Unterdrückung der britischen Pluto- fratie zu befreien. Der Ministerrat gibt seiner unbedingten Ueberzeuaung Ausdruck, daß die Volks, massen des faschistischen Italiens der Erhabenheit der Ereignisse zu jeder Zeit gewachsen fein werden."
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer ehrte den Gauleiter der bayerischen Ostmark und Reichswalter des NS-Lehrerbunoes W ä ch 11 e r anläßlich feines 50. Geburtstages durch die Ueberfenbung eines Bildes mit Widmung. Reichsmarschall Göring, zahlreiche weitere füh- rende Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Wehr, macht sowie viele Erzieher und Schulklassen über, mittelten telegraphisch ihre Glückwünsche.
Mit der Leitung vonLrontbühnen be- auftragt wurden vom Reich^propagandaministerium im Rahmen der Truppenbetreuung der Intendant Friedrich Na dolle, Berthold Ebb ecke, Hel- muth Hansen, Werner Oe l sch lager und Georg h o e l lg e r. Diese Frontbühnen wurden m Frankreich, Belgien und Norwegen eingesetzt. Sie bringen unseren Soldaten ernstes und heiteres von Buhne und Film.
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In Washington wurde das demokratische Senats- mitglied Pat Harrison zum vorläufigen Senats- Präsidenten gewählt. Der Kandidat der Republi- kaner, Senator Vandenberg, blieb demgegenüber stark in der Minderheit.
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3n Schanghai wurden wiederum drei B o m- ben gegen das Gebäude der tfdjungfingtreuen chinesischen Zeitung „Shunpao" geworfen, nachdem sich schon vor wenigen Tagen ein solcher Anschlag eignet hatte. Eine Bombe verletzte fünf Personen, fönt verdächtige Person wurde verhaftet.
Bombenabwürfe aus Irland
Erbärmliche englische Lügenagitation.
Berlin, 7. Jan. (DNB.) Ausländische Blätter haben in den letzten Tagen wiederholt gemeldet, daß in den Nächten vom 1. auf den 2. und vom 2. auf den 3. Januar Flugzeugbomben über irischem Gebiet abgeworfen worden seien. Bei einigen dieser Bomben sollen die Sprengstücke deutsche Herkunft erkennen lassen. Die britische Lügenagitation ist nun am Werke, diese Behauptung als eine planmäßige deutsche Herausforderung Irlands erscheinen zu lassen. Es wirkt dies besonders erbärmlich, wenn man sich daran erinnert, wie die britischen Luft- ftreüfräfte selbst immer wieder über Marseille, Genf, Zürich, Basel usw. systematisch fremdes Hoheitsgebiet verletzt und dort Zerstörungen angerichtet haben.
Trotzdem hat sich nun die deutsche Regierung gewissenhalt bemüht, festzustellen, ob irgendeine, etwa durch Witterungsumstände bedingte versehentliche Verletzung irischen Hoheitsgebietes durch deutsche Flugzeuge überhaupt stattgefunden haben könnte. Es find zu dem Zweck sofort alle erforderlichen Ermittlungen angestellt worden: diese Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Es steht aber schon jetzt fest, daß deutsche Bombenab- abwürfe über Dublin in der Nacht vom 2. auf den 3.Januar von vornherein ausge- schlossen gewesen find. Es liegt hier im Gegenteil wie im Falle „Athenia" der Verdacht nahe, daß es sich um englische Bombenwürfe mit provokatorischen Absichten nach Churchillscher Methode handelt. Die irische Regierung hat wegen der Bombenabwürfe bei der deutschen Regierung am 6. Januar einen Schritt unternommen und habet Einzelangaben gemacht. Auch diese Angaben werden zur Zeit noch nachgeprüft. Sollte sich hierbei auf Grund etwaiger weiterer Unter- suchungsergcbnisse Herausstellen, daß deutsche Flug- zeuge durch ein bedauerliches Versehen an den Vorfällen in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar auch nur beteiligt gewesen fein könnten, so würde die deutsche Negierung nicht zögern, hierfür ihr Be- dauern auszusprechen und Schadenersatz anzubieten.
Gegen Alarm-Melvungen • vom Balkan.
Sofia, 8. Jan. (Europapreß.) In den letzten Tagen waren in Bulgarien Alarmnachrichten über bevorstehende militärische Ereignisse auf dem Balkan und insbesondere in Bulgarien von eng« lisch-nordamerikanischer Seite verbreitet. Von zuständigen bulgarischen amtlichen Stellen wird diesen Gerüchten entschieden entgegengetreten. Sie werden als jeder Grundlage entbehrend bezeichnet.
In diesem Zusammenhang hat in der Oeffentlich- feit eine Berliner Meldung des Blattes „Slovo" große Beachtung gefunden. Darin heißt es, Deutschland habe nach wie vor bep Wunsch, den Südosten vom Kriege femzuhal- ten, es gedenke jedem Versuch Englands, Unruhe in diesem Gebiet zu schaffen, entgegenzutreten. Das Blatt hebt die großen Anstrengungen der deutschen Diplomatie, den Frieden am Donau- und Balkanraum zu erhalten, hervor. Wenn der Balkan mit Ausnahme von Griechenland und Albanien bisher vom Kriege verschont geblieben sei, so verdanke er dies einzig und allein Deutschland, das auf dem Balkan gegen jede englische Intrige erfolgreich vor- gegangen fei.
Nahas Pascha fordert Neuwahlen in Aegypten.
Beirut, 7. Jan. (DNB.) Der Führer der ägyptischen Wasdpartei Nahas Pascha hat in einer Botschaft an König Faruk um die Ausschreibung von Neuwahlen in Aegypten gebeten. Die Wahl soll „das Volk einigen" und dem Lande eine klare Antwort Englands über das Statut Aegyptens nach dem Kriege sichern, da der Anglo-Aegyp tische Vertrag von 1936 wohl den Interessen Eng- lands biene, aber die ägyptischen schädige.
ergeben sich unvorhergesehene Situationen; und so entstehen die „Engpässe", wo plötzlich der eigentlichen Kriegsproduktion Hemmungen auferlegt sind, weil in einem Vor- ober Nebenstadium die Leistungsfähigkeit mit den Ansprüchen nicht Schritt hält. Und daraus entwickelt sich wieder der Drang nach einheitlicher Planung und Lenkung — im schärfsten Gegensatz zu dem liberal-kapitalistischen System, wo jeder Betriebsführer „Herr im Haus" bleiben will.
Nun verstehen wir erst, warum in den USA. die Aufrüstung begleitet ist von fo heftigen Aus- einandersetzungen des Kapitals mit dem Präsiden- ten auf der einen, mit der Arbeiterschaft auf der anderen Seite. Wenn der Führer einer englischen Wirtschaftsmission, der in London recht angesehene Sachverständiger L a y t o n , jetzt eben nach seiner Rückkehr sagt, daß die amerikanische Hilfe England in diesem Frühjahr „nicht in nennenswertem Umfang zur Verfügung stehen", sondern erst im Laufe des Sommers beginnen kann, so ist dieses Zeugnis im allgemeinen glaubwürdig, aber vielleicht noch etwas zu optimistisch. In dasselbe Ka. pitel gehört es, wenn der „News Chronicle" schreibt: „Eine große Industrienation auf die Pslich- ten des Krieges umzustellen, ist eine gigantische Aufgabe. Nur jener Ansporn, der aus dem Gefühl für eine nahende Gefahr kommt, Kontrolle und Planwirtschaft, kann die wunderbare Zusammenarbeit ermöglichen, die ein totaler Krieg erfordert." Engländer und Amerikaner haben von ihren kriegswirtschaftlichen Bemühungen. jahrelang geschwätzt. Die Wahrheit ist, daß die furchtbaren Krisen, die die USA. durch die Fehlspekulationen im Weltkrieg erlebt haben, die privatwirtschaftliche Unternehmungslust zur Erweiterung und Moderni- sierung der Betriebe unterband und daß sich Vie amerikanische Rüstungsindustrie erst nach dem Mai 1940 auf die Grvßerzeugung umzustellen begann.
Dr. Ho.
Knappe Kaffe in USA.
Washington, 7.Jan. (Europapreß.) Den ungewöhnlichen Tiefstand der Barbestände m der Kasse des USA.^vchatzamtes beleuchtet eine Erklärung des Schatzamtssekretärs Henry Mor- ?e n t h a u , wonach noch im Januar zwecks Auf- üllung des Kassenbestandes auf eine Milliarde Dollar Schuldverschreibungen eine erste Rate von etwa 500 Millionen Dollar ausgegeben werden sollen. Den Fragen nach den Plänen der Regierung hinsichtlich der Finanzierung des gewaltigen 2luf- rüstungsprogramms für USA. und England wich Morgenthau aus.
weitere Entwicklung des Krieges der Achse gegen England hat", schreibt das führende Madrider Blatt „ABC" zu den Ereignissen auf dem lybisch-ägyp. tischen Kriegsschauplatz. „Ein Kolonialkrieg" so fährt die Zeitung bann fort, „ist ein ewiges Vor- und Zurückgehen. Der Tag von heute verwandelt sich leicht in eine Niederlage von morgen und um- gelehrt. Eine Zusamrnenfügung großer Truppenmassen z. B. in Verbindung mit einer überraschenden Handlung mit Ausnutzung günstiger Umstände können einen Sieg herbeiführen. Aber der Sieger befindet sich nur allzu leicht in der Lage, nach einem Siege von vorne beginnen zu müssen, weil er keinerlei definitive, feste und unabänderliche Erfolge erreichte. Und das ist der Fall in den Kämpfen. die sich jetzt an der libysch-ägyptischen Front abspielen."
Das Falange-Organ „Arriba" betont, noch nie sei ein Imperium ohne Rückschläge erobert worden. Graziani habe schon in seinem Rechenschaftsbericht an den Duce die Möglichkeit eines Verlustes von Bardia durchblicken lassen. Um so heroischer sei die Haltung der faschistischen Soldaten angesichts einer verzweifelten militärischen Lage gewesen. Eines jedenfalls habe Bardia deutlich gezeigt, die Opferbereitschaft der italienischen Truppen.
Wo stehen die Araber?
Kopenhagen, 8.Jan. (Europapreß.) „Ser- lingske Aftenavis" wirft in Verbindung mit dem Fall Bardias die Frage nach der weiteren Entwicklung in Nordafrika auf. Hierbei fei die Stellung her arabischen Welt im Kampf gegen die englische nicht ohne Bedeutung, und es bestehe kaum Grund anzunehmen, daß die arabischen Stämme in Zukunft besondere Vorliebe für England zeigen würden. Dagegen sei eine ausgesprochen antisemitische Stimmung in der arabischen Welt schon lange festgestellt worden. An den Plätzen, wo es den Arabern gelungen sei, ihre Selbständigkeit wiederherzustellen, bewegten sich Staatsform und Lebensform der arabischen Stämme unzweifelhaft weit stärker auf der Linie Deutschland-Italien als im Stil der demokratischen Länder.
Oie Aufstandsbewegung in Palästina.
Rom, 7. Jan. (Europapreß.) „Die Aufstands- bewegung der Araber in Palästina nimmt zu", fo schreibt „Popolo di Roma". Neue Gruppen von Aufständischen hätten sich jenen Arabern angeschlossen, die schon in ben vergangenen Tagen den englischen Truppen arg zu schaffen gemacht hätten. Die Zusammenstöße zwischen Arabern und eng- fischen Truppen seien heftigster Natur. Sehr oft würden englische Lastkraftwagen durch die ausge- fegten Minen in die Luft gesprengt, die englischen Bewachungsmannschaften angegriffen und die Verkehrswege bedroht. Der Same, den England vor wenigen Wochen in die arabische Welt geworfen habe, um deren Mißtrauen und Haß gegenüber den Achsenmächten zu nähren, sei aufgegangen. Die Frucht dieser Aussaat sei aber ganz anders geartet, als sie London erwartet habe, nämlich Blei für die Engländer. Da die Waffe der Lüge nichts erreicht habe, werde nun England brutal jene blutige Unterdrückung zu wiederholen versuchen, auf der es immer feine Herrschaft über die farbigen Völker begründet habe.
Festtage in Teiuan.
Madrid, 7. Jan. (Europapreß.) Am 8. Januar beginnt in Tetuan wieder das alljährliche Fest des Aid e l K e b i r. Es verspricht, diesmal besonders glanzvoll zu werden. Entsprechend einer vom Caudillo eingeführten Sitte ist eine große Zahl von Hämmeln, die dem spanischen Staatschef als Geschenk dargebracht worden waren, unter die Bevölkerung verteilt worden, ebenso große Mengen Fleisch und Brot. Am ersten Tage des Festes wird der Kalif Muley Hassan traditionsgemäß einen Hammel opfern und sich dann zum Gebet in die Moschee begeben. Eine Festbeleuchtung der Stadt Tetuan ist außerdem vorgesehen. Der 9. Januar gilt als allgemeiner Gebetstag der Moslem. Gleichzeitig werden Stiere geopfert. An die Kinder wird Spielzeug verteilt. Schließlich stehen Theater- und Sport- Darbietungen auf dem Festprogramm. Zum Zeichen der guten Beziehungen zwischen der Bevölkerung Marokkos und den spanischen Verwaltungsbehörden wurde dem Oberkommissar Spaniens, General Asencio, ein prachtvolles Album überreicht, das unter dem Titel „Marokko 1940" die Ereignisse des vergangenen Jahres schildert.
Mißglückter Lustangriff auf deutsche Schiffe.
ferenx der Auslandspresse mit der Mitteilung, daß künftighin der Sprecher stch grundsätzlich n u r n o ch der japanischen Sprache bedienen werde anstatt wie bisher der englischen. Er komme -damit her verständlichen Forderung verschiedenster japanischer Kreise nach, ganz abgesehen davon, daß auch in anderen Ländern die Landessprache auf den Pressekonferenzen angewandt werde.
3apan und die WA.
Tokio, 7. Jan. (Europapreß.) In einer Erklärung, die Admiral Nomura dem Blatte „Hochi Shimbun" gab, betonte er, die Nordamerikaner
„Giornale d'Jtalia" betont, die Entschließung des Minifterrates habe Italiens Position in diesem entscheidenden Augenblick des Krieges unzweideutig festgelegt. Italien verfüge heute und in Zukunft über alle nötigen Mittel an Menschen und Material, um den Krieg an allen übernommenen Fronten mit unverminderter Energie fortzuführen und immer größere Kräfte des Feindes auf jene Kriegsschauplätze zu binden, auf die er alle feine materiellen Kräfte konzentriert hat. Dies feien die Tatsachen, zu denen noch ein moralischer Faktor hinzukomme, nämlich der Stolz der Nation, die auch auf die weniger glückliche, aber nicht entscheidende Stunde mannhaft zu reagieren wisse. Das italienische Volk werde sich nur um so entschlossener für das Vaterland und seine Ziele in diesem Kampf der Armen gegen die Vorherrschaft des Reichen Einsetzen. Vergeblich seien daher die Versuche der englischen Propaganda und ihrer Lautsprecher, Italien — das man als deprimiert darstellen wolle — feinem Verbündeten und den sich selbst gesteckten Zielen abspenstig zu machen. Italien kämpfe für seine nationale Freiheit und Freiheit seiner Ar« beit, die ihm bisher fogar im Mittelmeer von den Demokratien verweigert wurde. Diese elementare Wahrheit habe auch her einfachste italienische Arbeiter erkannt. Zur Verwirklichung hieser Ziele muß Italien Opfer bringen, aber Italien hatte fahr- zehntelang noch größere Opfer bringen müssen wenn Us dem an ftuzen Grenon tobenden Kriege fern-
Behörden Briefsachen und Geld im Werte von i ...
über 5000 USA.-Dollar abgenommen wurden, feiJic glaubten, Japan durch einen w ebenfalls noch nicht beigelegt. Der Außenminister^' -•
erhob gegenÜDer dem britischen Botschafter strengen Protest, wobei er hervorhob, daß „die von Den britischen Behörden ergriffenen Maßnahmen einen Mißbrauch der Kriegsrechte und einen
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Aus aller Welt.
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Am 12. Januar 1941 begehen die Briefmarken- ammler Deutschlands den Tag der Briefmarke; sie ehren damit gleichzeitig den Generalpostmeister von Stephan als den Gründer des Weltpostvereins. Die von der Reichspost für diesen Tag herausgegebene, nach einem Entwurf des Künstlers Meer« wald hergestellte Sondermarke zu 6 + 24 Rpf. zeigt die Abbildung eines das Horn blasenden Postillions vor dem Erdball. Die Marke wird am 2. Januar bei den für die Veranstaltung am Tag der Briefmarke eingerichteten Sonderpostämtern und vom 13. Januar bis Ende Februar bei den Postämtern am Sitze der Reichspostdirektionen abgegeben. Schriftliche Bestellungen können nur an die Dersandstelle für Sammelmarken in Berlin SW 68 gerichtet werden. Die Veranstaltungen zum Tag der Briefmarke 1941 werden vom Reichsbund der
Philatelisten und von der KdF.-Sammlergruppe zugunsten des 2. Kriegs-Win terhilfs» werks durchgeführt. Im ganzen Reich verwenden Sonderpostämter und einige bestimmte Postämter Sonderstempel, die im Zeichen unseres sieg- reichen Abwehrkampfes einheitlich militärische Motive (Dorpostenboote, Bombenflieger, Fall- fchirmjäger usw.) zeigen. Dem Zweck der Veranstaltungen entsprechend geben die Sonderpostämter nur WH W.-Marken und die Sondermarke zum Tag der Briefmarke, außerdem ft e ft p o ft • karten der beiden Veranstalter (mit Freimarken- stempel der 6-Rpf.-Hindenburgmarke) ab und nehmen nur mit diesen Marken freigemachte gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen an. Gefälligkeitsstempel werden nur auf derartigen Sendungen ausge führt.
Auf einer Weihnachtsfeier gab Gauleiter Adolf Wagner bekannt, daß er die von der Wirtschaft seines Gaues ihm z u seinem 50. Geburts- en o"' ieger ih" fehlten in Metern 9 unbe« Vach-ienst Halten m
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führen sollen.
Gedenktafel für Altmeister Dietzel.
Zu Ehren des deutschen Jagdschriftstellers Karl Emil Dietzel, der in Wort und Schrift dem deutschen Weidmann die Grundlagen weidgerechten Handelns vermittelte und damit die Grundlagen für das nationalsozialistische Reichsjagdgesetz schuf, wurde in dessen Geburtsort Jrmelshausen in A»vesenheit von Vertretern der Partei und des S Pates eine Gedenktafel enthüllt, die von der Deutschen Jägerschaft seines Heimatgaues Main- franken gewidmet wurde. Der große Rathaus- faal in Königshofen versammelte anschließend die Gäste zu einer Feierstunde.
Ein Wald als Denkmal.
Anläßlich des 50jährigen Bestehens des Sauer- ländischen Gebirgsvereins wurde in der Jubiläumssitzung in Soest von ‘Den Errichtung eines Denkmals eigener Art Mitteilung gemacht. Auf einem vier Morgen großen Grundstück sollen im Soester Süden 8000 bis 10 000 Bäume Mischwald gepflanzt werden. Die Arbeiten werden sofort begonnen, wenn die Umstände es erlauben. Die Waldanlage soll der Nachwelt davon Zeugnis geben, wie der Gebirasverein sein 50jähnges Bestehen in schwerster Zeit zu feiern wußte.
Lin Vaum wandert ins Museum.
Die große Silbertanne bei Wernigerode im Harz, die kürzlich eingegangen ist, nahm eine besondere Stellung unter den Merkwürdigkeiten des Harzer Waldes ein. Ihr zu Füßen im Fürstlichen Lustgarten in Wernigerode fanden jähre- lang die Johannisseste der Jünger Gutenbergs statt. Die Silbertanne ist 187 Jahre alt geworden. Sie hatte einen Stamm erreicht, den unten sechs Männerarme gerade umspannen konnten. Der Umfang betrug 6,5 Meter. Die Höhe des Baumes erreichte
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Unsere Abbildungen zeigen einen Teil der ( der Briefmarke. — (Scherb
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Deutsches Sanitätsmaterial für das rumänische Erdbebengebiet.
Im Rahmen des vom Führer eingeleiteten' Hilfswerks für die Erdbebengeschädrgten in Rumänien ist in den letzten Tagen ein erster Transport mit Sanitätsmaterial eingetroffen. Darunter befindet sich auch ein auseinandernehmbares Zeltlazarett, das in die Gemeinde Patarle- gale im Bezirk Busau geschickt worden ist, wo das Erdbeben das Gebäude des alten Krankenhauses zerstört hat.
Sparprämien bei IG Farben.
Die JG.-Farben-Jndustrie AG. beginnt am 1. Januar mit einer neuen Sozialmaßnahme. Durch namhafte an die Dividendenhöhe des Unternehmens ge- knüpfte Sparprämien soll das langfristige Sparen der G e f o l g s ch a f t s m i t g l i e d e r gefordert werden. Nach einer Karenzzeit von fünf Jahren beträgt bei einer Dividende von 8 Prozent die Sparprämie 25 Prozent der Zinsgutschrift. Mit der Spardauer wächst dieser Prozentsatz stark an und erreicht beispielsweise nach 30 Sparjahren 159 Prozent der Zinsgutschrift. Bei einem Gefolgschafts- Mitglied, das monatlich 10 RM. spart, beträgt die Spärprämie nach fünf Sparjahren 12,25 RM, nach 20 Sparjahren schon fast 1000 RM., nach 30 Spar-
Tag der Briefmarke,
Anerkennung durch den Führer.
Der Gefreite Karl-Heinz Kranzer aus Hers- feld, der seinerzeit in La Charitse die Geheim- akten des englisch-französischen Kriegsrats gefunden und ihre Bedeutung sofort erkannt hatte, erhielt jetzt ein Belobigungsschreiben aus der Reichs- kanzlei. In dem Schreiben werden ihm im Auftrag des Führers Mittel in Aussicht gestellt, die es ihm ermöglichen, dos Studium der Ingenieur-Laufbahn einzuschlagen. Weiter soll er auch bei seiner Verehelichung eine angemessene Heiratsbeihilfe erhalten. Die Bukarester Philharmoniker spielen in Frankfurt.
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(Fine intereflante Ausnahme von dem Angriff eines Heinkel-Kampfflugzeuges He 111 auf einen feindlichen Geleitzug — L i n i s ein Blick aus dem Mugzeug während d7s Angriffes auf einen Dampfer, der hier in greifbare Nähe gerückt ist. - Die r e ch t e Aufnahme ist wieder au, gröberer Hohe gemacht worden und zeigt di« Schiffe, die im Zickzackkurs den vernichtenden Bombenfchlagen der deutfchen Luftwaffe zu entkommen
Der Güterverkehr 1940.
In welchem Maße es der Reichsbahn gelungen ist, im Kriegsjahr 1940 trotz der um mehr als ein Drittel verlängerten Streckenlänge den Anforderun- gen des Güterverkehrs gerecht zu werden, legt in der „Deutschen Volkswirtschaft" Ministerialdirigent Sommerlatte vom Reichsverkehrsministerium dar. Er erklärt, daß man zunächst noch damit rechnen müsse, daß der Güterwagenpark für eine volle Deckung des stets steigenden Bedarfs nicht ausreicht. Die Sonntagsentladüng habe sich ausgezeichnet eingebürgert und erreiche bis 90 v. H. der Werktagsentladung. Auch die Sonntagsbeladung habe vielfach 50 v. H. der Werktagsleistung erreicht. Von welcher Bedeutung die Beschleunigung des Umlaufs ist, zeigt das Beispiel, daß bei 400 000 Güterwagen der Wirtschaft täglich 100 000 Wagen bereitgestellt werden können, wenn die einzelnen Wagen einen viertägigen Umlauf haben. Verlängert sich aber der Umlauf nur um einen Tag, so stehen nur noch 80000 Wagen zur Der- fügung. 1940 waren gewaltige saisonmäßige Sonderausgaben zu erfüllen. Infolge der riesigen Kartoffelernte sind eine Zeit lang täglich über 5000 gedeckte Wagen mit Kartoffeln beladen und abbefördert worden, täglich 1,5 Millionen Zentner. Daneben wurden für Rüben und Schnitzel wochenlang täglich rund 25 000 offene Wagen gestellt. Für die Kohlenversorgung hatte sich die Reichsbahn zur Stellung einer bestimmten Wagenzahl verpflichtet. Im Oktober konnte dieser Satz stets überschritten werden, und auch im November konnte trotz größter Schwierigkeiten die vereinbarte Ziffer erreicht werden. Daneben sind die riesigen Anforderungen der Kriegswirtschaft, des Bauwesens und der Wehrmacht erfüllt worden.
Fahrpreisvergünstigungen für Kriegsbeschädigte.
Die Reichsbahn hat die Tarif- und Fahrpreis- Vergünstigungen für Kriegsbeschädigte auf die Beschädigten der neuen Wehrmacht ausgedehnt. Es ■ handelt sich um den halben Fahrpreis bei bestimmten Reifen, um die Benutzung der zweiten Wagen- klasse für Schwerkriegsbeschädigte und um die freie Beförderung des Begleiters von Schwerkriegsbeschädigten, die ständiger Begleitung bedürfen. Die Vergünstigungen können auch erhalten ehemalige Angehörige der Wehrmacht, die während des Krieges gegen Polen, die Weftmächte oder dereck Verbündete eine Beschädigung bei besonderem Einsatz oder eine Wehrdienstbeschädigung erlitten haben, ferner Spanienkämpler, die eine Beschädigung erlitten haben, schließlich ehemalige Angehörige der Wehrmacht und des Sudetendeutschen Freikorps, die im Sudetenland eine Beschädigung erlitten haben.
planmäßige Anstellung der Volksschullehrer.
Der Reichserziehungsminister hat die planmäßige Anstellung der Volksschullehrer geregelt. Die Lehramtsanwärter für den Dienst an öffentlichen Volksschulen können danach erst nach einer außerplan- mäßigen Dienstzeit von mindestens eineinhalb Jahren in einer freien Schulstelle im Rahmen der vorhandenen Planstellen planmäßig — und zwar zunächst weiterhin als Beamter auf Widerruf — an- gestellt werden. Für Lehramtsanwärter, die den Arbeitsdienst und Wehrdienst nicht oder nicht voll abgeleistet haben, verlängert sich die außerplanmäßige Dienstzeit bis auf vier Jahre. Im übrigen müssen die eineinhalb Jahre im öffentlichen Schuldienst zurückgelegt fein. Dabei kann auch die Zeit mitgerechnet werden, in der .ein Bewerber, ohne in das Beamtenverhältnis berufen zu sein, im öffentlichen Schuldienst »voll ober doch überwiegend zu selbständiger Unterrichtsarbeit herangezogen war.
Auch 1941 kein Winterschlußverkauf.
" Der Reichswirtschaftsminister hat — wie schon für die Winter- und Sommerschlußverkäufe des Jahres 1940 — auch die Durchführung der Winter- schlußverkäufe des Jahres 1941 abgesagt Wegen der Bewirtschaftung liegt weder ein Bedürfnis danach vor, noch sind die Voraussetzungen dafür gegeben.
Uebernahme in die aktive Sanitätsoffizierslaufbahn.
Januar Fest be; besonöeli iom Cau« Zahl non als Ge« bie Be« Mengen stes wird - ■ msgeiM Gebet in ber Stadt imiar gilt IleichM irb Spiet«, ab Sport« n Zeichen Mennig Morden
General -eicht, da« gnisfe bti
Günstige Finanzlage der Reichsbahn. 1
Die Gesamteinnahmen der Reichsbahn im Geschäftsjahr 1940 belaufen sich voraussichtlich auf etwa 7,6 Milliarden Reichsmark gegenüber rund 5,8 Milliarden im vergangenen Jahr, das sind rund 1,8 Milliarden Reichsmark ober 31 v. H. meß r. Dabei ist aUerbings zu berücksichtigen, baß bie Ein- nahmen aus ben Strecken bVr eingeglieberten Ostgebiete 1940 erstmalig für das ganze Jahr in den Einnahmen der Reichsbahn mitenthalten sind, daß sich weiter das Reichsbahnnetz durch die Wiedereingliederung von Eupen-Malmedy in das Reichsgebiet und durch bie Verstaatlichung einer Reihe von Privatbahnen von Luxemburg, Elsaß unb Lothringen gegenüber dem Vorjahr erheblich vergrößert und daß sich schließlich im Personenverkehr die Aushebung der meisten Fahrpreisermäßigungen am 15. Januar 1940 ausgewirkt hat. Naturgemäß haben sich infolge der erhöhten Leistungen und der Vergrößerungen des Streckennetzes auch bie Aufwendungen erheblich erhöht.
Im Rahmen der planmäßigen Zinssenkungs- aftion hat bie Reichsbahn die mit 7 v. H. verzinslichen Reichsbahn-Vorzugsaktien zum 1. Juli 1941 zur Einlösung aufgerufen. Gleichzeitig hat sie ein Umtausch- und Zeichnungsangebot für eine 4pro- zentige Reichsbahnanleihe 1940 in Höhe von 1500 Mill. RM. unterbreitet. Das Ergebnis dieser Zins- konversion war überaus günstig. Die langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 4,0 Milliarden Mark. Demgegenüber stellte sich das Anlagevermögen Anfang 1940 auf fast 39 Milliarden RM und das Eigenkapital aus rund 20 Milliarden RM Durch die Uebernahme der Eisenbahnen in ben Westgebieten wird sich das Anlagevermögen weiter erhöhen.
41 Meter. Don dem Stamm wirb nun eine Scheibe abqenommen werden, bie einen Durchmesser von 190 cm hat. Sie wirb in ber Fürstlichen Bibliothek in Wernigerobe als Museumsstück aufbewahrt werden.
Sarfe Zunahme der Wildschweine.
Don ben Höhengebieten bes Westerwaldes, des Hunsrücks und ber Eifel wird über em starkes Zunehmen ber Wildschweine berichtet Ins- besondere haben die Felber mit der Wintersaat unter ben Schwarzkitteln sehr zu leiden An vielen Stellen ist beobachtet worden, daß auch M a rber, Iltisse unb Füchse sehr zugenommen haben, während ber Hasenbestanb in den meisten Jagdbezirken zurückgegangen ist. Erfreulich ist, baß bie Hirschbestände, insbesondere auf dem Hunsrück, stärker geworden sind. Die Rehbestände haben gegenüber ben Dorzahren nachgelassen Die kalte Winterszeit treibt bie Rehe auf ihrer Nahrungssuche bis in die Straßen ber Ortschaften unb Dörfer; aber auch ber F u chs macht sich immer näher an die bäuerlichen Anwesen Heron, so daß besonders für die Hühnerhalter große Vorsicht geboten ist.
Dolfsplage In der Slowakei.
Infolge ber Kälte und der starken Schneefälle wird in ber Ostslowakei bie Wolfsplage stark spürbar. Große Wolfsrubel drängest in zahlreiche Gemeinden ein unb verursachten unter ben Haustieren großen Schaben. Die Ortsbehörden haben angeordnet, baß bie Bewohner sich nicht mehr allein ober unbewaffnet in bie Wälder begeben dürfen.
Straßenräuber viermal zum Tode verurteilt.
Das Sondergericht Magdeburg verurteilte den 31jährigen Karl Plondzew wegen vollendeten Straßenraubs in drei Fällen und wegen versuchten Raubes in einem Falle viermal zum Tode. — Plondzew hatte in ben Weihnachtstagen unb in der Nacht zu Silvester in Magdeburg ältere Frauen überfallen»unb ihnen bie Hanbtaschen entrissen Bei einem vierten ähnlichen Ueberfall am 4. Januar war er von einem Soldaten gestellt und festgenommen worden.
14 Zigeuner beim Einsturz einer Grotte getötet
Durch Einsturz ber Grotte von Sessa Arunca i n der Nähe von Neapel würben vierzehn Mitglieder einer Zigeunerbande getötet, die für die Nacht Unterkunft in ber Grotte gesucht hatte. Feuerwehr aus der Umgebung, bie ,von einem lieber« lebenben hereingeholt worben war, konnte nur noch 1 fünf ber Verunglückten lebenb bergen.
Das Bukarester Philharmonische Orchester wirb auf feiner Konzertreise burch Deutschland am 12. Januar in Frankfurt auftreten; es wirÄ von Georges Georgesco geleitet. Die Bukarester Philharmoniker erfreuen sich eines außerordentlichen Ansehens. Der erste Teil der Vortragsfolge bringt den „Don Juan" von Richard Strauß, ber zweite Teil rumänische Komponisten: ein Concertino von ßipatti (am Flügel ber Komponist), eine Ballettsuite von Paul Constantinescu, „Drei rumänische Dorfbilder" von Sadin Dragos und bie 2. Suite (C-dur) von George Enescu. Die Vorführung schließt bas Vorspiel zu ben Meistersingern.
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Das Oberkommando des Heeres verweist auf die Ergänzungsbestimmungen für bie Offizierlaufbay- nen im Heere während des Krieges, wonach Soldaten des Feld- und Ersatzheeres (21 bi tu ri en« t e n von Vollanstalten unb Medizin st üben- ten) sich melben unb von ihrem Truppenvorgesetzten zur Uebernahme in bie aktive Santtatsofft. zierlausbahn bes Heeres vorgeschlagen werden rönnen. Der Termin ist vom 1.11» bis P-ä —
Lin russisches Erpedilionsboot im Nördlichen Eismeer gefunden.
An der Küste der Toll-Bucht im Nördlichen Eismeer wurde jetzt ein Boot gefunden, das zu einer russischen geographischen Expedition aus ben Jahren 1914/15 gehörte. Die Expebition hatte bamals bie Tairnyr-Halbinfel und die Waigatjch- Jnfel bereist. Jrn Boot wurden noch Büchsen mit Lebensrnitteln gefunden, die im Jahre 1910 in Petersburg hergestellt worden waren. Sie sind noch g u t erhalten Der Fund ist bem Moskauer Arktischen Museum übergeben worden.
Die letzte Stunde Martin Luthers.
In einer Versammlung des Heimatvereins Coburg wurde mitgeteilt, daß Dr. Brückner, der die Bibliothek des Gymnasiums Casimirianum er- richtet, in einer alten Bibel, gedruckt von Wolrab 1543 in Leipzig, auf ber Innenseite bes Titels einen handschriftlichen Eintrag über bie letzte Stunbe Martin Luthers gefunben hat. Der Schreiber ist unbekannt, boch hanbelt es sich um einen Zeitgenossen bes Reformators. Dieser Bericht über Luthers Tob ähnelt zwar bemjenigen, ben Justus Jonas in einem Brief an Amsborf gab, ist aber eine felbftänbige Fassung. Er bringt die letzten Aeuße- rungen Luthers, in ber Hauptsache zeitgeschichtliche Bibelstellen. Die Bibel selbst stammt aus ber Bi- dliothek Albertina, bie seinerzeit in den Besitz des Gymnasiums überging.
Adalbert-Stifter-Preis.
Der von ber Zeitschrift „Böhmen unb Mahren" geschaffene A b a l b e r t - S t i f t e r - P r e i s soll ein Aufruf an bie beutschen Dichter unb Schriftsteller sein, ben Fragen des böhmisch-mährischen Raumes nachzugehen unb biese alte beutsche Lanb- schäft im Bereich ber beutschen Dichtung wieder heimisch zu machen. Der Abalbert-Stifter-Preis soll auch jungen Kräften ben Weg bereiten. Der Wettbewerb umfaßt fünf Erzählerpreise in Höhe von 4000 RM. unb drei Gedichtpreise im Werte von 1000 RM. Der Preis wird alljährlich verteilt werden. Die Beteiligung steht allen Dichtern unb Schriftstellern deutscher Abstammung offen.
feaupndjcntletter: Dr. ^rtebrtd) HBtibelm Lange Stellvertreter Del Haupnchri-lleiiere Ernst vlumschetn. Verantwortlich sür Polltti untz Bilder Dr ffi. W. Lange für das Feuilleton: Dr. Hans Dhyriot; jüi Stab' Gießen. Provtm, Wirt.chau u. Sport: Ecntl Bium|che n.
Druck uno Vertag Brühliche Uniderntatsvruckeret R. Lange fi. «. Veriagiieiter Dr. - Ing. Erich Hamann «n^igenleiter- Han- BeL verantwortlich lür den Inhalt der üiu eigen: Ldeovor Kümmel «Ufr*.
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Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Hoßbach.
Lützellinden, Klein-Linden, Kiel, den 8. Januar 1941.
Die Beerdigung findet Öonnerstag, den 9. Januar, nachmittags 2 Uhr,
vom Trauerhauge aus statt
108 D
Am 6. Januar nahm der Herr meine innigstgehebte Frau, die nimmermüde Mutter ihrer beiden Kinder, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden.
zu sich in die Ewigkeit
Sie starb im blühenden Alter von 23 Jahren.
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Sämtliche Lehrgemeinschaftcn können nur bei genügender Beteiligung durchgefübrt werden. Interessenten wollen sich daher umgebend anmelden. Der Beginn der Lehrgcmeinschaften wird nur an angemeldete Volksgenossen mitgeteilt Die Anmeldung mutz aus der Dienststelle der DAF., Kreiswaltung Wetterau, Abteilung für Berufserziebimg und Betriebsführimg, Gietzen, Scharnenstratze 18, Zimmer 5, vorgenommen werden. Sprechzeiten für Anmeldung, Auskunft und Beratung sind täglich von 8—13 und 14.30—18 Uhr, nutzer Samstag-Nachmittag.
Bei erfolgreichem Besuch wird Teilmckmebescheinigung ausgestellt. Eintragung ins Arbeitsbuch ist bei bestimmten Voraussetzungen möglich esD
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Oießen-Wieseck, Heuchelheim, den 7. Januar 1941.
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Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Januar, nachmittags 3 Uhr, in Wieseck vom Sterbehaus, Orabenstraße 20, aus statt
Plötzlich und unerwartet verschied am 6. Januar, abends 10 Uhr, an den Folgen eines Herzschlages mein lieber, guter Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate
In tiefem Schmerz: Frau Karoline Schreiner, geb. Deibel nebst allen Angehörigen.
Herr Heinrich Schreiner
Werkmeister i. R.
im Alter von 67 Jahren.
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Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 9. Januar, nachmittags 2.30 Uhr. In Groben Linden statt.
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Bekanntmachung.
Nachdem die Zustellung der Gewerbesteuer- besd-eioe für das Rechnungsjahr 1940, die auch gleichzeitig die Anforderung auf die Gewerbesteuer' Vorauszahlungen für Rechnungsjahr 1941 enthalten, an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefuNdcn hat, wird als Tag, an dem diese Bescheide als wgestellt zu gelten haben, hiermit der 6. Januar 1941 festgesetzt.
Diejenigen Pflichtigen, die bisher einen Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungs- und Steueramt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 13, anzu- Leigen. 980
Gießen, den 3. Januar 1941.
Der Oberbürgermeister: Ritt e r.
^Mlaihlpferile
Bel Notschlachtun^ Ti ansporiaufo zur Verfügung
Roßschlächterei Schilling
Am 6. lanuar, abends 7 Uhr. entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine liehe Krau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Giobmuttet. Pflegemutter und Iante
Frau Marie Klaum, geb. Bender
im 53. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
August Klaum und Sohn Familie Georg Buß Wilhelm Klaum u. Frau Fapiihe Wilhelm Adolph.
Bekanntmachung.
Betr.: Pferderäude In Gießen.
Unter dem Pferdebestand des Spediteurs Adolph Lhncker zu Gießen, Erlengasse 7, ist der Ausbruch bei Pferderäude amtstierärztlich festgestellt worden.
Die Schutzmaßregeln sind angeordnet. 100C
Gießen, den 7. Januar 1941.
Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen.
I. D.: Nicolaus.
Verlangen Sie kostenl. o unverbind- lidi meine aiisliibrlirhe Auiklärunp- adirih n. L)#ink»hn. Sie tragen die gleichen Kostüme, die gleichen Hüte, sie haben fast die gleiche Größe. Es ist, als ob Viktor durch ein schlecht geschliffenes Glas sieht, das dieselbe Person zweimal zeichnet.
Beate — oder ist es Thea? — hat ein rotes Buch, den Baedeker, natürlich, in der Hand und einen Fotoapparat umhängen. Jetzt deutet sie leb- haft hinüber zur Küste und erklärt etwas. Thea — ober ist es Beate? — wendet den Kopf herum und späht das Deck entlang. Viktor zuckt zusam- men, obwohl ihm das Gesicht keine Ueberraschung bedeutet. Es ist Thea!
Zunächst gibt er sich mit dieser Feststellung zu- frieden. Es erscheint ihm unmöglich, sich Thea mitten unter den Passagieren zu erkennen zu geben. Er dreht sich um und geht um den obersten Kajüts- aufbau herum auf die Steuerbordsette, die saft men. schenleer ist. Zum erstenmal denkt er jetzt daran, daß Thea ja auch einen Mann hat. Er ist nicht bei ihr. Er ist Geschäftsmann und kann sich wahrscheinlich schwer frei machen. Oder ... ober vielleicht ist er auch gestorben? Gefallen im Krieg? Das war wohl möglich. Dann wäre Thea also frei! Das wäre ein Glück.
Wieso Glück? Was verbindet ihn denn nun noch mit ihr? Ganz ehrlich und als anständiger Mann geantwortet! Er ist mit Ancia Maria, der Tochter Andreas Ansaldis verlobt — das muß vor allem andern stehen.
Plötzlich schreckt er aus dem Grübeln auf, in das er sich verloren hat. Da oben ist um den Kajüts- aufbau Beate auf seine Seite herübergelaufen, mit der Neugier der Jugend, die sich nichts entgehen lassen und bei einer solchen Fahrt am liebsten Augen rund um den Kopf herum haben möchte. Langsamer folgt ihr Thea.
Viktors Knie werden plötzlich schwach. Er weiß: Jetzt wird er zu beiden hingehen und sagen, wer er ist, wenn Th^a ihn nicht schon vorher erkennt.
Er richtet sich auf und nähert sich ihnen. Thea sieht ihn kommen. Sie stutzt, ihre Augen werden groß, der Ausdruck unfaßbaren Staunens verbreitet sich aus ihrem Gesicht — sie hat ihn bereits erkannt. Ein Lächeln zittert jetzt um ihren Mund, der sich öffnet, um ein Wort, einen Namen auszusprechen. Sie macht einen unsicheren Schritt auf lhn zu.
„Viktor ...! Mein Gott!"
„Thea ...!" Er ergreift ihre Hand. Da er vor- bereitet ist, kann er gefaßter erscheinen als sie.
Jetzt wird auch Beate aufmerksam. Sie erkennt in Viktor gleich den Mann, der sie in dem Ge- schaftsraum der Schiffahrtsgesellschaft so sonderbar anstarrte, und ahnt Zusammenhänge.
„Ich wußte, daß du mit diesem Schiff fährst, Thea", sagte Viktor.
„Das wußtest du?"
„Durch deine Tochter Beate."
„Woher kennst denn du Beate?" Thea wird womöglich noch verblüffter.
„Ich kenne sie überhaupt nicht, jedenfalls nicht im üblichen Sinne. Sie heißt Beate, nicht wahr?"
„Ja. Ja, aber ...? Thea sieht fassungslos von Viktor zu Beate, von Beate zu Viktor.
Beate ist langsam näher gerückt. Sie hat die letz- ten Worte gehört. „Mama, das ist der Herr vom Reisebüro", sagt sie lebhaft.
„Von was für einem Reisebüro?"
.'Don dem ich die Schiffskarten holte. Nicht wahr, Sie sind es?"
„Gewiß, Fräulein Beate", lächelte er.
Neugierig und zugleich ein wenig ängstlich sieht sie ihn an. Viktor denkt: Sie ist doch viel jünger, als ich zuerst dachte. Sie ist ganz wie Thea damals war. Man könnte die beiden eher für Schwestern als für Mutter und Tochter halten. Thea hat sich nicht besonders verändert. Aber Beates Gesicht hat noch den süßen Zauber, den ich damals an ihrer Mutter kannte.
„Also kennt ihr euch doch", sagte Thea und spürt einer falschen Fährte nach. „Das Ganze ist wohl
das ihr gegen mich in Szene gesetzt habt?
mit deiner Tochter gesprochen. Niemand hat mir gesagt, daß es deine Tochter ist, und daß sie Beate heißt."
,Za, also ...! Das begreife, wer will. Das mußt du mir schon erklären."
Viktor sieht mit schmalen Augen übers Meer hin und deutet dann in eine Richtung: „Dort etwa liegt Korsika. Dort war ich Kriegsgefangener. Dort habe ich deine Tochter zum erstenmal gesehen und wußte, daß sie Beate heißt."
„Viktor ...!" Stimme und Blick mahnen leise, kemen solchen Unfug zu schwatzen.
Da lacht er leise auf: „Ja, das alles kannst du nicht begreifen. Ich selbst begreife es kaum. Ich werde es dir später erzählen. Es ist eine sehr seltsame Geschichte, Thea."
Ein Schweigen entsteht. So viel Gedanken und Empfindungen sind in ihnen, daß sie nicht wissen, was sie zuerst in Worte ausdrücken sollen. Viktor betrachtet Theas Gesicht. Natürlich ist es vom Alter gezeichnet. An den Augenwinkeln haben sich kleine Fältchen eingenistet, und auch von den Nasenflü- aeln nach den Mundwinkeln hin will sich eine Falte festsetzen. Doch ist die Haut noch frisch und straff gespannt, die Augen haben noch jugendlichen Glanz und im Haar zeigt sich noch kein Grau. Ihre Ehe muß sehr glücklich sein, denkt er, die Härten der Zeit sind ihr offenbar erspart geblieben.
Thea erzählt ihm, daß sie Beate diese Reise ver- sprachen habe, sobald sie aus der Töchterschule ent, lassen sei. Das sei jetzt der Fall. Sie seien bereits in Lugano und Mailand gewesen und wollten jetzt bis nach Venedig fahren, um über den Brenner nach Deutschland zurückzukehren.
„Hast du noch mehr Kinder?" fragt Viktor später.
"Nein. Beate ist die einzige geblieben. Ich habe sehr früh meinen Mann verloren."
„Ach ...! Im Krieg?"
„Nein. Durch einen Unglücksfall mit dem Auto. Gleich nach dem Krieg-"
„Wie furchtbar für dich", murmelte Viktor, ohne die Worte recht zu empfinden.
Wieder entsteht ein Schweigen. Beide denken dasselbe: Daß Mervinger schuld war an Viktors Schiffbruch.
„Du tauschst dich, Thea. Ich habe noch kein Wort
(Fortsetzung felgt,)