Mon1ag,6.GNoberly4l Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/.Ubr des Vormittags Arneigen-Pretie: Anzeigenteil 7 Rvt. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malftaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (ootbenae Vereinbarung) 25% mehr (9t. Jahrgang Nr. 237 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat rmBild-DieScholle BermgSvreis: Monatlich.......RM1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kerulvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" , Postscheck 11686 Franks ^M. vrühlsche UniverfitArhrvckereiS. Qmge General-Anzeiger für Oberhessen *’*eW>uS*UHr«NM Gewitterwolken über Kabul. Bon unserem ust.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Istanbul, Ende September 1941. Seit sich Churchill und Stalin als Raub- i.-enossen zusammengetan uttd Iran überfallen ha- >en, herrscht auch in Kabul ernste Besorgnis über He Zukunft des Landes, das ebenso wie der Iran in der britisch-^sowjetischen Zange liegt. Afghani -an ist bereits mit Drohnoten und Forderungen !er beiden Kumpane in London und in Moskau ach iranischem Muster bedrängt worden. Die hi- -orisch und politisch bedingten Gegensätze, die zwi- chen dem zaristischen Rußland und Großbritannien -a ihren Interessen in Borderasien bestanden und !ie bisher auch von den Sowjets durch längere sichre hindurch eher vertieft, als ausgeglichen wur- !en, gewährten den vorderasiatischen Staaten ein )efühl verhältnismäßiger Sicherheit. Sowohl der Kran, als auch Afghanistan hatten mit Moskau uge Freundschafts- und Nichtangriffspakte abge- ■ chlosfen, die sie vor einem allzu brutalen Vordringen Englands schützen sollten. Dazu kam seit 1937 ter „Pakt von Sa ad ab ad" zwischen Afghanistan, zran, Irak und der Türkei, der, wenn er auch keine iräzisen Defensivklauseln enthielt, so doch diesen Ländern das Gefühl einer Schicksals- und Interessengemeinschaft verlieh, von der kein Glied, ohne das ; mdere zu treffen, vergewaltigt werden sollte. Von tem Augenblick an, da sich die Sowjets und die Engländer unter Roosevelts Affistenz gegenseitig ;en Segen zur Befriedigung ihrer Raubgelüste ereilt haben, änderten sich die Bedingungen in Vor- terasien grundlegend. Der Irak und Iran haben lereits die Folgen zu spüren bekommen, und Kabul lat allen Grund, zu furchten, daß an den Grenzen Afghanistans nicht Halt gemacht werden wird. Afghanistan hat lange Jahrzehnte hindurch he britische Knute über sich ertragen müssen. Erst J19 konnte König Ama nullah nach einem zwei r»üschen Mitarbeiters der „Times" ergibt, haben «' Ugland und die Sowjetunion in Afghan i ft a n ||bin schon seit einiger Zeit erwarteten diplomatischen it sf)ritt wegen der angeblich gefährlichen Tätigkeit || bc in diesem Lande lebenden Deutschen unternom- l Es beginnt genau wie in Iran, und der Zweck |p' ein weiteres Land dem britischen Imperialismus || st unterwerfen. Rücktritt des irakischen Ministerpräsidenten. Ein Protestschritt. ^Stockholm, 5. Oktober. (DNB.) Nach einer J:utermelbung ist der irakische Ministerpräsident z mil M ad fai, den die Engländer nach ihrem sogenannten Sieg über die nationale Regierung Kailanis eingesetzt hatten, zurückgetreten. Dieser Schritt des britenfreundlichen Madfai läßt darauf schließen, daß die englischen Unterdrückungsmaßnahmen, insbesondere die Verfolgung, Verurteilung und Hinrichtung zahlreicher nationaler Persönlichkeiten, die Erbitterung der irakischen Bevölkerung auf den Höhepunkt getrieben haben. In dem Rücktritt des ursprünglich englandhörigen Ministerpräsidenten kann man mit großer Wahrscheinlichkeit einen Protestschritt vermuten, nachdem Madfai einsehen mußte, daß die Briten sich mit brutaler Gewalt über alle Rechte der eingeborenen Bevölkerung hinwegsetzen und ihre früheren Verpflichtungen nicht einhalten. Von den Sowjets ermordet. Berlin, 4. Oktober. (DNB.) Bei dem Einmarsch der bolschewistischen Truppen in Täbris wurde der irakische Generalkonsul ermordet. — Wo die Bolschewisten hinkommen, sind auch sofort die Begleiterscheinungen des Bolschewismus zu sehen. Oer Führer bei Brauchitsch. DNB. Aus demFührerhauplguarkier, 4. Okl. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht stattete heute dem Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres einen Besuch ab, um Generatfetdmarschatt von Brauchitsch zu Wie sie lügen Berlin, 5. DEL (DNB) Die Führer-Rede hat den englischen Lügnern gründlich das Konzept verdorben. Vor aller Welt sind sie bloßgestellt. Nun winden sie sich in tödlicher Verlegenheit und versuchen, mit dem albernsten Geschwätz und den plumpsten Schwindelmanöoern das Gesicht zu wahren. Niemand kann sich mit all dem Blödsinn, den die im Solde Churchills stehenden Berufslügner nach der Führerrede verzapften, im einzelnen auseinandersetzten, wir wollen heute eine dieser lächerlichen Behauptungen herausgreifen, um sie damit alle zu kennzeichnen. Insbesondere hat die unwiderlegliche Feststellung des Führers von der U n a n t a st b a r k e« t der deutschen Wehrmachtberichte das^Lügengebäude Londons schwer erschüttert. Die Tatsachen — so erklärt der Londoner Rundfunk dreist — ständen dieser Feststellung des Führers entgegen. So fei beispielsweise Kiew „erst zehn Wochen später als von den Deutschen erwartet" gefallen. Stellen wir diese „Tatsachen" einmal nüchtern fest: Am 13. Juli meldete der deutsche OKW.-Bericht: „Nordostwärts des Dnjestr stehen deutsche Truppen dicht vor Kiew." Dort standen sie auch tatsächlich am 13. Juli, und dort blieben sie entsprechend dem deutschen Operationsplan auch längere Zeit hindurch stehen. Sie waren nämlich die Flanken- und Rückensicherung für die große Umfassungsschlacht, die im Raum von Uman südöstlich von Kiew geschlagen wurde und mit der Vernichtung zahlloser Sowjetdivisionen endete. Erst die Vernichtung dieser Kräfte schuf die Voraussetzung für die Überschreitung des Dnjepr weit südöstlich von Kiew und für die Vereinigung mit den aus dem Raum von Gomel nach Süden stoßenden deutschen Truppen. Diese Vereinigung 200 Kilometer ostwärts im Rücken von Kiew führte dann zu jener großen Einkesselung, die mit der Gefangennahme von 665 000 sowjetrussischen Soldaten endete. Kiew fiel damit — genau wie geplant — unter relativ geringen deutschen Verlusten den deutschen Truppen in die Hand. Das sind die Tatsachen! Sie stehen nicht dem deutschen OKW.-Bericht, sondern den englischen Lügen entgegen. Und so wie in diesem Falle ist es mit dem ganzen jüdischen Geseire; Lügen, nichts als Lügen! 3n London... Welche Sensation die Führer-Rede in London hervorgerufen hat, geht daraus hervor, daß man krampfhaft nach Argumenten sucht, um die Wirkung der Ausführungen abzuschwächen. Der Londoner Nachrichtendienst z. B. tut so, als hätte die Rede in der Welt keinerlei Eindruck gemacht, nicht einmal in Spanien, wo sie nur als zweitrangiges Ereignis betrachtet werde. Womit, wie aus den Madrider Stimmen hervorgeht, London wieder einmal beim Lügen geschnappt wurde. „Daily Herald" gibt zu, daß England von seinen Feinden lernen könne. Der „Daily Telegraph" referiert über die Rede auf der Titelseite und widerlegt auch damit die Behauptung, daß in England niemand die Rede-des Führers beachtet habe. Der „Daily Expreß" weiß sich nicht anders zu helfen, als in den Ruf auszubre- chen: „Laßt uns die Initiative ergreifen", kann aber nicht verraten, wie England das an fangen soll. !lSA. noch sprachlos. Neuyork, 5. Oft. (DNB.) Die Führer-Rede wurde in den Neuyorker und Washingtoner Zeitungen überall auf der ersten Seite und ausführlich gebracht. Zwar hebt man hervor, daß Deutschland die russische Rüstung unterschätzt habe, im übrigen aber werden die Voraussagen und Feststellungen des Führers in Überschriften und Zwischentiteln der Berichte stark betont. Welchen starken Eindruck die Rede gemacht hat, geht u. a. daraus hervor, daß selbst die Sonntagsblätter noch keine Antwort finden konnten und daher keine Leitartikel brachten. feinem 6 0.Geburtstag persönlich die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. Dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, wurden aus Anlaß seines 60. Geburtstages, den er in feinem Hauptquartier im Osten beging, zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil. Führende Persönlichkeiten aus Wehrmacht, Partei und Staat übermittelten Generalfeldmarschall von Brauchitsch ihre Glückwünsche, unter ihnen der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsmarschall Hermann Göring.der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral R a e d e r, die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Funk, Graf Schwerin-Krosigk, Rust und Ohnesorge sowie Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reicbspressechef Dr. Dietrich und der Reichsführer ff Himmler. Der Stabschef der SA. Lutze überreichte dem Oberbefehlshaber im Hauptquartier eine Ehrengabe der SA., Korpsführer Hühnlein teilte dem Generalfeldmarschall in seinem Glückwunschschreiben die Verleihung des Namens „Generalfeldmarschall von Brauchitsch" an die Reichsmotorsportschule Elsgrund mit. Weitere Glückwünsche übermittelten neben zahlreichen anderen führenden Persönlichkeiten Reichs- arbeitsführer H i e r l, der Chef der Präsidialkanzlei Staatsminister Dr. Meißner, Generalfeldmarschall von Mackensen, Reichskriegsopferführer Oberlindober, Reichskriegerführer General der Infanterie Reinhard sowie der Chef des Infanterie-Regiments 61, Reichsstatthalter General der Infanterie Ritter von Epp. In den Glückwünschen aus den Reihen der kämpfenden Truppe wurde dem Generalfeldmarschall als Geburtstagsgabe das Gelöbnis weiterer treuer Pflichterfüllung des deutschen Heeres und seiner Soldaten übermittelt. Auch Hüll, der sonst als Sprachrohr Roosevelts in der Pressekonferenz stets das große Wort führt, war offenbar tief von der Führer-Rede beeindruckt und stammelte in großer Verlegenheit über die Frage, ob er die Rede gelesen habe, nein, sie werde wohl nichts Ungewöhnliches enthalten. Hüll sagte dies, obgleich die Abend- und die Morgenblätter die Rede auf der ersten Seite in großer Aufmachung gebracht hatten (!!). Rückhaltlose Zustimmung in Italien. Rom, 5. Oft. (Europapreß.) „Adolf Hitler", so sagt man in Rom, „hat im rechten Augenblick gesprochen, in einem Augenblick, da die feindliche Propaganda mehr denn je die fieberhaftesten und auch grotesfesten Formen angenommen hat." Die aus den Ausführungen.des Führers sich ergebende eisenharte Wirklichkeit, sagt „Gior- nale d'Jtalia", fege mit einem Schlage die „von jüdisch-bolschewistischen Hirnen ersonnenen Luftschlösser" hinweg. Diese Wirflichfeit stütze sich auf die »unwiderlegbare und nicht oerdrehbare, vom Führer befanntgegebene Tatsache, daß der sowjetische Widerstand sich nicht mehr erheben fönne und. wieder Operationen im Gange seien, die neue großartige Ergebnisse zeitigen werden. In den römischen politischen Kreisen ist die Rede mit rückhaltloser Zustimmung ausgenommen worden. Das ganze italienische Volk habe die Ausführungen mit größter Aufmerksamkeit gehört, die überall begeisterten Enthusiasmus ausgelöst hätten. Die anerkennende Erwähnung der Leistungen des italienischen Expeditionskorps wurde in allen Volksschichten Italien? mit besonderer Genugtuung zur Kenntnis genommen. Freudige Genugtuung in Ungarn. Budapest, 5. Okt. (DNB.) Die Budapester Presse verzeichnet an hervorragender Stelle die kameradschaftlichen Worte, die der Führer für Ungarn gefunden hat, mit freudiger Genugtuung und gibt dem Stolz darüber Ausdruck, daß Ungarn an der Seite 'des glorreichen Verbündeten feinen würdigen Anteil an dem Kampf nehmen darf, der Europa und die abendländische Zivilisation gerettet hat. Jeder gute Ungar, so schreibt das Regierungsblatt „Magydrorszag" ist stolz darauf, daß einige Lorbeerblätter aus dem Rechenschaftsbericht des Führers auch an die Fahnen der ungarischen Hon- ved geheftet wurden. Die rechtsradikale Zeitung „Pest Ujsaa" beeindruckt am stärksten die beispiellose Zuversicht, von der die Führer-Rede getragen war. „Stolz auf die Freundschaft mit Deutschland." Bukarest, 5. Oft. (DNB.) Auch die rumänische Presse steht im Zeichen der Führerrede. Die Blätter heben besonders hervor, daß mit den Worten der Anerkennung des Führers und mit dem lebhaften Beifall, den die Erwähnung Rumäniens gefunden hat, die besondere Bedeutung des Landes am rechten Flügel der Front gegen das bolschewistische Ungeheuer gekennzeichnet ist. Mit dieser Rede des Führers, bemerkt die Zeitung „Aktionea", zeichne sich ein neuer Abschnitt in der deutsch-rumänischen Freundschaft und in der Fruchtbarkeit dieser Beziehungen für heute und morgen ab. Das rumänische Volk sei stolz auf die Freundschaft mit Deutschland. Lebhaftes Echo in der Türkei. Istanbul, 6. Okt. (Europapreß.) Die Rede des Führers findet in der türkischen Presse ein lebhaftes Echo. Die Blätter unterstreichen, daß Adolf Hitler seit Kriegsbeginn sehr wenig Reden gehalten habe. „Tasviri Efkjar" meint, daß im Gegensatz dazu Präsident Roosevelt sich feine Gelegenheit entgehen ließ, um zu sprechen, und vor allem, um Deutschland zu provozieren. Der Führer habe da- Roosevelt in der Zwickmühle Der U8A.-Präsident Roosevelt hat die amerikanische Oeffentlichkeit durch eine neue politisch berechnete Bemerkung vor der Presse aufgeregt. Er hatte ausgerechnet die Sowjets als den Sitz der religöfen Toleranz gepriesen. Das war selbst den von Roosevelts Kriegshetze befallenen Blättern doch zu viel. Die Stimmen der verschiedensten amerikanischen Stirdjen, der nach den USA. emigrierten Russen usw. taten ein übriges. Kurzum, der innerpolitische Skandal war fertig, und Roosevelt, der sonst das amerikanische Volk zu seiner Kriegshetze und zu seinem bolschewistischen Kurs hinauferziehen möchte, saß plötzlich zwischen Baum und Borke. Was tun? Zunächst ließ er über seine Bemerkung eine Erklärung verbreiten, die Bewegung zugunsten einer vollkommenen Religionsfreiheit in Sowjet- rußland sei wohl „auf dem Marsch". Dann wurde frei und frech behauptet, die Zitate aus dieser Pressekonferenz seien gefälscht worden. Als das von der amerikanischen Presse entrüstet zurückgewiesen wurde, veranstaltete der Präsident höchstselbst mit einem Leibjournalisten ein Frage- und Antwortspiel, das sehr bezeichnend für die Wirrköpfigkeit Roosevelts ist. Roosevelt berief sich, um seine Behauptung von der Toleranz der Sowjets zu beweisen, ausdrücklich auf den Artikel 12 der Verfassung der Sowjets, ohne ihn jedoch genau anführen zu können. Das märe eine Kleinigkeit gewesen, denn der Wortlaut dieser Verfassung steht dem Präsidenten selbstverständlich zur Verfügung. Diese neueste Dummheit des Weltdiktators in spe aber wurde in der amerikanischen Oeffentlichkeit mit schneidender Ironie aufgenommen. Ein Neuyorker Blatt wies darauf hin, daß auch die neueste gegen auf diese Worte des Präsidenten eines Lan- des, das sich nicht einmal ofsiziell mit Deutschland im Krieg befinde, überhaupt nicht reagiert. Seit Beginn des Krieges habe der Führer nur dann gesprochen, wenn er einen seiner Feldzüge beendet hatte. Adolf Hitler habe jetzt erklärt, daß er d i e bolschewistische Gefahr von Europa a b w e n d e. Jedes feiner Worte habe er bis jetzt verwirklicht. Die Initiative in diesem Krieg habe immer beim Führer gelegen. Finnland: Herzliche Dankbarkeit. Helsinki, 5. Oktober. (Europapreß.) Besondere Befriedigung empfindet man in Finnland über die Darlegungen des Führers, die an Finnland gerichtet wurden. Auch an den finnischen Fronten zeigt sich, daß die Kampfmoral der Sowjets bereits erheblich nachgelassen hat. Die Andeutungen Adolf Hitlers, daß gegenwärtig neue Operationen im Gange, sind, werden lebhaft erörtert In hiesigen Kreisen herrscht der Eindruck vor, daß man vor neuen, das bisherige Maß offensichtlich noch überschreitenden Ereignissen steht. Die gesamte Presse veröffentlicht die Rede und behandelt sie in Leitartikeln. Dabei gehen die Blätter nochmals auf das Zusammentreffen zwischen Molotow und Adolf Hitler ein und betonen, daß in jenen Tagen sich Deutschland die herzliche Dankbarkeit Finnlands erworben habe, als Deutschland den Angriffswünschen der Sowjetunion mit Ablehnung begegnete. Nur durch das Eingreifen Adolf Hitlers fei erreicht worden, daß Finnland damals einem neuen schweren Schlag entging. Dänemark: An alle Völker Europas gerichtet. Kopenhagen, 5. Okt. (Europapreß.) Die gesamte dänische Presse behandelt ausführlich die Führerrede, die sie bereits in größter Aufmachung veröffentlicht hat. „National Tidende" konstatiert, daß die Worte Hitlers an alle Völker Europas gerichtet waren. Europa müsse sich darauf einstellen, schreibt das Blatt, daß der Krieg weitergeführt werde. „Wenn es das Leden gilt, wenn es um nichts ober alles geht, dann fetzt Deutschland alles ein und kämpft." Die Worte des Führers von der bolfchewistifchen Gefahr werden besonders hervorgehoden. Wenn Deutschlands Führer, der oberste Befehlshaber des stärksten Heeres der Welt, das Wort „haarscharf" gebrauche, so heißt es in dem Artikel, dann zeige dies besser als alles andere, wie todernst die Gefahr für Europa gewesen ist. „Berlingske Tidende" unterstreicht die Worte Hitlers, daß nunmehr nur noch eine ganz klare Entscheidung erkämpft werden könne, eine weltgeschichtliche Entscheidung für die nächsten hundert Jahre. Der Eindruck in Japan. Die Tokioter Presse bringt die Führerrede in großen Auszügen und in Aufmachungen, die fast die gesamte erste Seite einnehmen. Große lieber« schriften und Zwischentexe geben die Ueberzeugung wider, daß die Sowjetarmee schwer geschlagen fei. „Tokio Nitfchi Nitschi", die fast die erste Seite der Rede mit Bildern widmet, schreibt in der lieber« schrift „Sowjetplan und Vorbereitung zur Zerstörung Europas", Deutschland vernichtet gründlich diese gewaltige Kriegsrüstung Moskaus. Das Wirtschaftsblatt „Tschugei Schogio Schimpo" stellt heraus, daß eine Wiederherstellung der Sowjetarmee unmöglich sei. Der Traum der Demokratien ist zerstoben, schreibt „Kokumin Schimbun". Der Lügenpropaganda stehen die Tatsachen der Wahrheit gegenüber. Im Kampf zwischen Wahrheit und Lüge ist die Wahrheit als unbestrittener Sieger hervorgegangen. Europa steht gegen die Sowjets und deren Vernichtungspläne auf. Die Welt im Banne der Führer-Rede. Große Verlegenheit in den feindlichen Ländern. Kampfhandlungen von großer Tragweite Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNB. Aus dem ZührerhauplquarNer, 4. Oft Das OkW. gibt bekannt: An der Ostfront sind Kampfhandlungen von großer Tragweite im Gonge. Die Luftwaffe versenkte im Schwarzen Meer einen Truppentransporter von etwa 20 000 LRT. und griff in der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen in Moskau und Leningrad an. Mehrere starke Brände wurden beobachtet. Einheiten der deutschen Kriegsmarine setzten lm Zusammenwirken mit der finnischen Marine Sperrunternehmungen im Finnischen Meerbusen fort. Unterseeboote versenkten im Atlantik vier feindliche Handelsschiffe, darunter einen großen Tanker, mit zusammen 28 000 BRT. 3m Kampf gegen Großbritannien versenkten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht ostwärts Great Darmouth drei Handelsschiffe mit zu- samnken 28 000 BRT. Sie beschädigten außerdem im gleichen Seegebiet sowie im St.- Georgs- Kanal vier große Handelsschiffe so schwer, daß mit weiteren Verlusten an Schiffsraum zu rechnen ist. Luftangriffe richteten sich ferner gegen Flugplätze in O st e n g l a n d. 3n Nordafrika richtete sich in der letzten Nacht ein wirksamer Angriff deutscher Kampfflugzeuge gegen Stadt und Hafen Tobruk. Britische Bomber zerstörten in der Nacht zum 4. Oktober in Rotterdam zwei Kirchen, versenkten ein holländisches hospitalschiff und verursachten Verluste unter der Zivilbevölkerung. Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt. Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 24. August bis 30. September 4 7 6 Flugzeuge; davon wurden 418 durch Verbände der Luftwaffe, 58 durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschoffen. Mährend der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 40 eigene Flugzeuge verloren. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 5. Oft. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Angriffsoperationen lm Osten sind in günstigem Fortschreiten. 3n der Südukraine brachten Infanteriedivisionen in Kämpfen um stark ausgebaute und zäh verteidigte sowjetische Stellungen im Raum von p e r e f o p sowie bei der Säuberung der Halbinsel südlich der Dnjepr-Mündung und einiger kleinerer Inseln im Schwarzen Meer in der Zeit vom 24. bis 29. September über 1 2000 Gefangene ein und erbeuteten 34 Panzer, 179 Geschütze und 472 Maschinengewehre. Von Oesel aus besetzten Pioniere auf Sturmbooten in kühnem Zufaffen die Insel Abruka und nahmen die Besatzung gefangen. In Ostkarelien setzten die finnischen Truppen ihre Operationen erfolgreich fort. Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht gegen ein wichtiges Rüstungswerk südostwärts E h a r k o w sowie gegen militärische Anlagen in Moskau und Leningrad. An der englischen Ost - und Südostküste bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 5. Oktober kriegswichtige Einrichtungen. In Nordafrika griffen deutsche Sturzkampfflugzeuge Ausladestellen und Materiallager im Hafen von Tobruk und Marsa Matruk mit guter Wirkung an. 3m Luftkampf wurden zwei britische 3agdflugzeuge abgefchossen. Feindeinflüge in das Reichsgebiet erfolgten nicht. Seit Stunden rollt der Angriff. Die Lustwaffe im Rahmen -er Großoffensive gegen den Bolschewismus. Bon Kriegsberichter Johann Jörgensen. DNB. ..., 5. Okt. (PK.) Es will uns heute scheinen, als wenn wir die ersten Kämpfe des Feldzuges gegen den Bolschewismus aufs neue erleben. Und doch liegen zwischen dem heute und dem frühen Morgen des 22. Juni d. I. 3% Monate. Der Führer hat zu uns gesprochen und uns in knappen Worten Dank gesagt für die erreichten Leistungen. Er hat uns im gleichen Atemzuge angespornt zu weiteren Heldentaten, zu noch größerer Kraftentfaltung. Wir wissen heute mehr denn je, was wir seinen Erwartungen und seinem Vertrauen schuldig sind. Die in den letzten Tagen befohlenen Angriffe sahen wir schon „alltäglich" an. Flogen die alte „Rennstrecke" ab und meinten uns am falschen Platz eingesetzt. Seit heute morgen denken wir anders darüber. Seit Anbruch der Dämmerung verläßt mit uns eine Kette, eine Staffe-l und eine Gruppe nach der anderen den Flugplatz. Wir schlagen den Ostkurs ein, wie immer in den letzten 3V2 Monaten. Und während wir uns zum Anflug formieren, sehen wir rechts und links neben uns, über und vor uns, unter und hinten uns immer mehr Flugzeuge schweben. Was ist das für ein stolzes und erhebendes Gefühl zugleich: Stukas und Jäger, Zerstörer und Kampfflugzeuge tragen in ungebrochener Stänke ihre verderbenbringenden Lasten gegen den Feind, der Bolschewismus hesßt. Uns ist seit wenigen Stunden nur zu gut bewußt geworden, welch neuer Abschnitt des harten Ringens im Osten begonnen hat. Auf den Straßen, die zur Front führen, im flachen Gelände, das wir vom Flugzeug aus übersehen können und das die vorderste Linie kennzeichnet, stehen unsere Truppen in ihren Ausgangsstellungen bereit. Kaum haben wir die Front überflogen, da beginnt ein Höllentanz da unten, wie wir es in so einem Ausmaß noch nie erlebt haben. Der Gegner hat sich außerordentlich schwer verschanzt und eingegraben, hat seine Feldstellungen und seine Gräben hervorragend getarnt, so daß wir sie in der morgendlichen Dämmerung kaum zu erkennen vermögen. Und dennoch wissen wir genau, wo er zu packen ist und wo seine schwachen Stellen sich befinden. Der Luftraum ist bereits von den Jägern leergefegt. Kaum ein feindliches Flugzeug läßt sich blicken, und wo eines von unseren Kugelgarben erwischt wird, da muß es brennend den Baden aufsuchen oder sein heil in der Flucht suchen. Ein Angriff der Luftwaffe von gigantischen Ausmaßen beginnt planmäßig abzurollen. Artillerie und Stukas, Sturmgeschütze und Zerstörer, Schwere Maschinengewehrkompanien und Jäger im Tiefangriff sind am Werk, den Anlauf der vorstürmenden Infanterie zu unterstützen. Die Kampfgeschwader ' treten sodann als „weittragende Geschütze" in Aktion, um im Hinterland die feindlichen Kräfte zu zermürben, die Rückzugslinien oder Nachschubstraßen zu unterbrechen, die begonnene Verwirrung zu vervollständigen. Unser Start beginnt im Morgengrauen bei schönstem Wetter. Unser Auftrag ist ebenso klar wie einfach. Eine bestimmte Bahnstrecke ist wirkungsvoll mit Bomben zu belegen. Rollendes Material ist zu vernichten. Auf halber Strecke zum Zielbeginn bedeckt sich der Himmel, und als wir über dem Ort I sind, von wo aus unsere Rennstrecke zu beginnen hat, haben wir Neunzehntel Wolkenbedeckung in geringer höhe. Das ist ebenso ärgerlich wie ungünstig für unsere Angriffsposition, weil wir dadurch gezwungen sind, entweder durch die Wolken hindurchzustoßen und uns so dem Flakbeschuß auszusetzen, oder unverrichteter Sache umzukehren. Umkehren? Das kommt überhaupt nicht in Frage, Roosevelt-Erklärung wie eine Bombe eingeschlagen habe, denn diese Erklärung widerspräche geradezu in allen Punkten der Wirklichkeit und Roosevelt selbst habe sich ja veranlaßt gesehen, bei der Anerkennung der Sowjets im Jahre 1933 zur Bedingung zu machen, daß wenigstens die USA.«Bürger, die sich im Sowjetbereich aufhielten, freie Betätigung und Ausübung ihrer Religion haben müßten. Wie es in Wirklichkeit mit der freien religiösen Betätigung der Sowjetsklaven aussah, das beweisen die Massenmorde an den Bischöfen und dem übrigen Klerus der russisch-orthodoxen, der römisch-katholischen und der protestantischen Kirche. Wie zum hohn auf Roosevelt hat der Moskauer Nachrichtendienst jetzt verkündet, jawohl, man sei sehr tolerant, denn mau habe beschlossen, in Moskau — eine neue Synagoge zu errichten. Damit wird gewissermaßen der Skandal abgerundet, denn daß die herrschenden Juden in Moskau für sich alle Toleranz und für die Christen des weiten Reiches die größte Intoleranz in Anspruch nahmen, wird dadurch bestätigt. Der Versuch Roosevelts, den USA.-Bürgern die Sowjets als etwas Urdemokratisches hinzustellen, ist also selbst nach der öffentlichen Meinung der USA.- Bürger glänzend daneben gelungen. Dieser Versuch aber bewies, mit welchen Mitteln Roosevelt arbeitet, um die Befehle seines jüdischen Gehirntrustes auszuführen. Der Leiter der jreikirchlichen Bewegung Schwedens, Pethrus, ist soeben von seiner Amerikareise nach Schweden zurückgekehrt und berichtet, rund 8l> v. H. des USA.-Volkes seien gegen den Krieg. Die Amerikaner lebten zu weit weg, um die europäischen und skandinavischen Probleme zu verstehen. Diese 80 v. H. der Bevölkerung sollen von Roosevelt in den Krieg gehetzt werden. Ein Mittel dazu war seine Bemerkung über die angebliche Toleranz der Sowjets. Ein zweites ist der krampfhafte Versuch, diesen offenbaren Fehlschlag dadurch wettzumachen, daß Roosevelt zwei demokratischen Senatoren und typischen Deutschenfressern namens Gillette und Johnson den Befehl gab, einen Antrag auf einen Sonderausschuß einzubrin- gen, der „die Spionage- und unterirdische Betätigung durch diplomatische Vertreter Japans und anderer Achsenmächte" nachzuprüfen hätte. Die Erklärungen dieser Roosevelthörigen Senatoren enthüllen geradezu, daß dieser Vorschlag vom Weißen Haus ausgeht. Roosevelt will also nach Möglichkeit seine neueste Dummheit durch ein Ablenkungsmanöver wettmachen und den Haß seiner jüdischen Kreise gegen die Mächte des Dreibundes popularisieren. Allerdings sehr peinlich für Roosevelt, daß gerade jetzt der isländische Premierminister Jonas- s o n sich gegen die amerikanische Besetzung Islands gewendet hat und ganz offen sagte, die Besetzung müsse aufhören; das größte Augenblicksproblem feien „die Beziehungen taufender Soldaten zu den isländischen Frauen", und in diesem Zusammenhang hätten sich auch die unglückseligen Zwischenfälle ereignet. Jonasson spielte dabei unverhüllt auf die Vergewaltigungsversuche, die von amerikanischen Soldaten gegenüber den Isländern unternommen wurden, an. Roosevelt hat schon seine Sorgen ... S. Das Ritterkreuz. Berlin, 4. Okt. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Gene- ralfeldmarfchall v. B r a u ch i t f ch , das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Wiesner, Abteilungs-Kommandeur in einem Artillerie-Regiment; Hauptmann Welsch, Kompaniechef in einem Schützen-Regiment; Oberleutnant v. Tippelski r d>, Bateriechef in einem Artillerie-Regiment; Oberleutnant Brechert, Kompaniechef in einem Infanterie-Regiment; ^-Sturmbannführer Best- mann, Kommandeur der Aufklärungsabteilung einer ^-Division; Oberleutnant Krafft, Batteriechef in einer Sturmgeschützabteilung; Leutnant Fromme, Kompanieführer in einem Panzer- Regiment; Leutnant Metzger, Zugführer in einer Sturmgeschützabteilung; Leutnant Kirchner, Zugführer in einem Schützenregiment; Oberfeldwebel Sack, Zugführer in einem Infanterie-Regiment; Oberfeldwebel Danhauser, Zugführer in einem Infanterie-Regiment. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an: Oberstleutnant Weitkus, Kommodore eines Kampf- aeschwaders; Major Beckh', Kommodore eines Jagdgeschwaders; Hauptmann G o l l o b , Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader; Hauptmann Eckerle, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader; Oberleutnant Schmidt (Winfried), Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader. ÖerÖefreife undseineGchätze. Von Heinz Scharpf. Dem Gefreiten Sepp Kreiderer pfiff beim Einmarsch in Frankreich eine Franzosenkugel entgegen, die ihn wie einen Baumstamm umwarf. Nachdem er einige Zeit lm Feldlazarett zugebracht hatte, war er eines Tages so weit, daß er in die Heimat abtransportiert werden konnte. Daß ihm hier ein Stoßtrupp verflixter Frauenzimmer an den Hals rücken würde, daran dachte er nicht im entferntesten. Aber es kam so: An der Tür des Krankenhauses hina eine Tafel: „Besuchszeit von 2 bis 3 Uhr. Anmeldungen in der Aufnahmekanzlei." Gleich am ersten Sonntagnachmittag nun, lange vor 2 Uhr, betrat die Rest Gschwandtner die Kanzlei und gab dem diensthabenden Unteroffizier bekannt, daß sie den Sepp aus ihrer Heimat zu sprechen wünsche. „Welchen Sepp?" erkundigte sich der Unteroffizier. „Den Sepp aus Katzbach." „Ja, habt's ihr nur einen Sepp in Katzbach?" ,^J hab' nur den ein'!" versicherte das Mädchen, „dem Moosbauern sein Sohn, der Hof heißt Hochegger und schreiben tut er sich Kreiderer." „Kreiderer?" nickte der Unteroffizier, sah in der Liste nach und wies die Geschämige auf Zimmer 22, dritter Stock. „Eintritt aber erst um 2 Uhr", fügte er dienstlich hinzu. „Grüaß Gott und dank' schön!" sagte Resi Gschwandtner, ergriff ihr Handtäschchen und wieder- holte im Hinausgehen noch ein paarmal die erhaltene Auskunft, um sie sich ja recht genau einzuprägen. Nach fünf Minuten war ein zweites weibliches Wesen da, das sich gleichfalls nach dem Gefreiten Kreiderer erkundigte. In ihrem Aeußeren grundverschieden von der ersten Besucherin, nannte sich das Fräulein Lina Pichler, trug zwei gekreuzte Rotfüchse über der bemerkenswerten Vorderfront und war Serviermaid im Gasthaus „Zum Bräu". Sepps Zimmernummer schrieb sie sich in ein knallrotes Notizbuch, dann griff sie in ihre Börse und wollte dem Unteroffizier für feine gefällige Auskunft etwas überreichen. Da der dankend ablehnte, entledigte sie sich vornehm ihres Handschuhes und reichte ihm gnädig die Hand. Hierauf rauschte sie hinaus. Mit einem bedauernden „Pardon" stieß sie vor der Tür mit einem jungen Mädchen zusammen, das eben eintreten wollte. Die neue Erscheinung gestand npch längerer Hin- und Herstotterei dem Herrn Unteroffizier, daß sie den Gefreiten Kreiderer gern sehen möcht', der wo in Frankreich verwundet worden sei. Und immer mehr in Verwirrung kommend, erzählte.sie, daß sie die Tochter vom Katzbachwirt wäre, die Zenzi, und der Vater von ihrem Besuch durchaus nichts erfahren dürfe, da er sie sonst in Grund und Boden hineinschlagen täte. Als dann aber noch zwei weitere Weiblichkeiten, eine Fanni und eine Sefsi, den Sepp überraschen wollten, trug der Unteroffizier an dieser Massenwallfahrt zu dem immerhin noch schonungsbedürftigen Gefreiten doch Bedenken, und er meldete davon dem Stabsarzt. Der Stabsarzt kam gerade noch zurecht, um den Massenangriff der fünf Frauen auf seinen Patienten aufzuhalten. Die Besucherinnen durften nur einzeln zu ihm gelassen werden. Als erste stürmte die Dame mit den gekreuzten Rotfüchsen zur Tür hinein, die war nicht länger zu halten. „Wer sind die ausgschamten Frauenzimmer da draußen?" schrie sie und verschlang den Sepp dabei mit rottenden Augen. Der Gefreite ließ sie erst einmal austoben. „Aber Lina", sagte er dann milde, „wie kannst du denn überhaupt was Schlechtes von mir denken? Wer wird denn wegen a paar dumme Madln gleich so in Saft gehen? Die besuchen mich halt aus alter Freundschaft, aber schaug's bloß amal an, ob da eine einen Vergleich mit dir aushalt'?" Und er fügte hinzu, daß er eine haben müßt', die was gleichschaut wie sie, die Lina, die wie eine Gräfin daherkäm' und zu ihm, dem ©efreüen Kreiderer, passen täf, wie keine andere. Hierauf bat er die Versöhnte, bald wiederzukommen, und er wurde es ihr schon schreiben, wann dies am besten wäre. Fräulein Lina Pichler ließ vier Schachteln Zigaretten da und verließ duftend und vornehm, wie sie gekommen, das Lazarett. Nach ihr trat die Resi Gschwandtner an des Gefreiten Bett. Sie meinte heftig, nahm aus ihrer Tasche einen Knollen Butter, legte ihn auf den Tisch und wollte sich stillschweigend wieder entfernen. Da aber sagte vorwurfsvoll der gekränkte Sevp, sie solle durchaus nicht bekümmert fein, sie wisse, daß er nur auf das Herz bei einem Mädchen schaue und ihn der schönste Federditsch und Fuchsschwanz kalt lasse. Eine Gutmütigkeit wie die ihre aber fände man weit und breit nicht mehr und darum hätte das mit den andern gar keine Bedeutung und er täte es ihr mitteilen, wann sie wiederkommen solle. Getröstet nahm sie von ihm Abschied. Dann aber, als die Sefsi eintrat, zog der Herr Gefreite andere Saiten auf. „Schämst di net?" brummte er, „mich so vorm Stabsarzt zu blamieren? Jßab i dir vielleicht schon amol an Grund zur Eifersucht geb'n? Drei Jahre kennst mi schon und machst a so a Gaudi her. Wo i der treueste Mensch bin zu Wasser und zu Land." Sefsi legte zerknirscht drei weiße Kaffeestrutzen hin und versprach hoch und teuer, erst wiederzukommen, wenn sie von Sepp Nachricht erhielte. Der Zenzi sagte darauf der Gefreite, die alten Weiber wären wie die Kletten und er hätte überhaupt nur Augen fürs Zenzerl, die die Schönste im Jungfernbund fei. Er tät sie aber recht schön bitten, nicht mehr an einem Sonntag, ins Lazarett zu kommen, damit sie nicht mit anderen Katzbachern zusammentreffe und es so ihr Vater am End' erfahren könnte. Die glückliche Zenzi schenkte dem geliebten Sepp ein großes lebzeltenes Herz nebst einer Schachtel voll bayrischer Schmalznudeln und entschwand dann auf den Zehenspitzen. Gott sei Dank, nun konnte der Katzbacher Don Juan aufatmen und in Ruhe der eintretenden Fanni feine Liebe versichern, wobei er des öfteren betonte, ihm könnten alle Weiber den Buckel hin- unterrutschen, ob jung, ob alt, ob schön, ob häßlich, nur die Fanni nicht, weil die so ganz anders wär als die andern, das wisse sie ja selber ganz genau, das brauche er ihr nicht erst zu sagen ... Und als er auch diese gute Seele zu sich bekehrt hattet, schlug es 3 Uhr. Fanni ließ beim Scheiden ein beträchtliches Stück Hausgeselchtes da und versprach, ein noch größeres demnächst zu bringen. 211$ die Luft rein war, zählte Sepp Kreiderer vier Schachteln Zigaretten, einen Knollen Butter, drei weiße Kaffeestrutzen, ein gewichtiges Stück Haus- geselchtes, ein lebzeltenes Herz und zwanzig Schmalz- nudeln« ' Kriegsorden des Deutschen Kreuzes. Berlin, 4. Oktober. (DNB.) Durch Verordnung vom 28. September 1941 hat der Führer den Kriegsorden des Deutschen Kreuzes gestiftet. Der Orden, ein Wehrmachtorden, wird in Silber und Gold verliehen. Er besteht aus einem achtzackigen, dunkelgrauen, silbergeränderten Stern von 65 Millimeter Durchmesser, der in einem silber- nen bzw. goldenen Lorbeerkranz auf mattsilbernem Feld ein schwarzes, silbergerändertes Hakenkreuz trägt. Der Lorbeerkranz zeigt unten die Jahreszahl 1941. Das Deutsche Kreuz wird ohne Band auf der rechten Brustseite getragen. _ Das Deutsche Kreuz in Silber wird verliehen füt vielfache außerordentliche Verdienste in der militärischen Kriegsführung. Das Deutsche Kreuz in Gold wird verliehen für vielfach bewiesene außergewöhnliche Tapferkeit oder für vielfache hervorragende Verdienste in der Truppenführung. Voraussetzung für die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber und in Gold ist der Besitz des Eisernen Kreuzes I. Klasse von 1939 oder der Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse des Weltkrieges oder des Kriegsver- dienstkreuzes 1. Klasse mit Schwertern. Der Stabsarzt schüttelte den Kopf. „Kreiderer, Kreiderer", ermahnte er den Gefreiten, sanken Sie Gott, daß die Sache fo glimpflich für Sie abgelaufen: ist." „Ja", seufzte der Sepp, „’s hätt' nebenaus gehen können. Herrschaft, wenn die Liesl da dazwischen gekommen wär!" „Die Liesl?" fragte der Stabsarzt, „wer ist denn das?" Strahlend lachte der Sepp: „Das ist nämlich meine versprochene Braut." ©er tüchtige Papagei. Don den seltsamen Begleitumständen, unter denen es gelang, einen lange gesuchten Einbrecher endlich zu fassen, berichtete kürzlich die schwedische Presse. In einem Villenvorort Göteborgs häuften sich in letzter Zeit die Einbrüche in einzeln stehende Häuser, die immer bann heimgesucht wurden, wenn sich die Bewohner für längere Zeit entfernt hatten, sei es zu einer Einladung ober einem Theaterbesuch. Der Einbrecher hatte sich anscheinenb in jebem Fall vorher genaue Kenntnisse verschafft, so baß er immer wußte, wann unb wie lange voraussichtlich bas Haus verlassen war. Eines Abenbs war er in eine Villa, bie einem Professor gehörte, eingestiegen unb wollte sich gerabe an bie „Arbeit" machen, als aus bem Dunkel bes Nebenzimmers burch bie offene Tür eine scharfe Stimme rief: „Was machst bu da?" Voller Bestürzung — ba er die Wohnung bestimmt leer glaubte — sprang ber Einbrecher burch das offenstehenbe Fenster des Hochparterres auf bie Straße, wo er einem bienfttuenben Polizeibeamten direkt in bie Arme fiel. Dieser nahm ben Mann natürlich fest, ba ihm ber Fenstersprung sehr oer- dachtia vorkam. Auf ber Wache stellte es sich heraus, daß man ben langgesuchten Villeneinbrecher vor sich hatte, besten Fingerabbrücke mit ben an ben verschobenen Tatorten hinterlassenen übereinstimm» ten, — Beim Verhör gab ber Verbrecher zu, baß er seine guten Informationen über bie jeweilige Abwesenheit ber Hausbewohner von beren Hausangestellten erfahren hatte, bie er — in ber Maske eines Liebhabers — geschickt auszufragen wußte. 3m letzten Falle aber hatte bas Mädchen zu sagen vergessen, baß ber Herr Professor auch einen Papagei besah. Dieser war es, der durch seine Frage „Sßfl® wachst du ba?" be.q Verbrecher in die Flucht gej Magen also durch! Kaum haben wir Erdsicht, als uns ein Hagel von MG.-Geschossen durch bie Borbwände unseres Flugzeuges funkt. Die Oelwanne wird burchschlagen, in ber Kanzel spritzen bie Splitter umher, Querschläger pfeifen unb heulen um bie Ohren. Also ein durchaus unfreunblidjcr (Empfang, als wir neugierig die Nase durch die Wolkendecke stoßen. Zum Glück wird niemand von uns verletzt. Nur der eine Motor fängt an zu spucken und zu blubbern. Doch wenn er auch abgeftellt werden muß, so läßt uns der andere nicht im Stich. Wir fliegen weiter nach bem Osten. Unb da sehen wir drei lange Transportzüge sich nach bem Westen bewegen. Aus jeher Lokomotive wirbelt eine weiße Rauchfahne. Die Wolkenfetzen der unteren Schicht streifen uns, und dennoch können wir unsere willkom- menen Ziele genau ausmachen, und die Bombenreihen fallen. Während sie die Gleise zerreißen unb ben Bahndamm auswühlen, fährt ber eine Zug auf den vorherigen, entgleis enben, auf. Der britte unb die zahk reichen nachfolgenden können nicht weiterfayren. Ein unvorstellbares Chaos ist die Folge. Es blieb nicht allein bei dem einen Flug dieses Tages. Kaum waren wir gelandet, hieß uns ein Befehl erneut in Bereitstellung treten. Fahrende Kolonnen waren die nächsten Ziele. Auch sie trafen wir gut, die Verwirrung in den zur Front befindlichen Marsch- und Fahrzeugkolonnen hätte nicht größer sein können. Viele gingen sofort in Hellen Flammen auf. Die Besatzungen und Fahrer fielen auf ihrer Flucht ins Gelände den Splittern zum Opfer. Die dem Gegner kostbare Ladung verbrannte. Am späten Nachmittag wurde noch einmal ein Einsatz geflogen, auf dem wiederum die Nachschub st raßen der Sowjets zerstört wurden. Diesmal versuchten uns einige Jäger anzu- grerfen. Sie kamen jedoch nicht näher als 300 Meter heran, als wir sie schon mit einem Geschoß- hagel empfingen. Ihre Angriffslust ließ darauf merklich nach. Und als wir in eine Wolke zogen, verloren wir sie aus den Augen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der rie» wen t Allan p, da Anno lPar mgen jültil !tod M-M Ilan t h müf p die \ roon Senat - »Da ! ®är Men Meeb Mjei Hi Ad, Ä eh KM 1 Pöre ' ««lob ['Mn Ai p v Wen P U Mi VH Wbne Nen i ::?iler i n bie o i ben Hen 3400 3 I iilcher tyreib jl her m Hi in bei i bi, ben Bft. un ■iffsrai B eepti Ir.üen a\ Hutfdjlar s Mui ENt N'K ■In fr Ai M-ke. LS ib V* 3* v4r weitere Fortsetzung (Nachdruck verboten.) bärtige Eisenbahnoerbindungsnetz der Sowjets. ’O Züge wurden völlig oder teilweise o e r n i ch - let, darunter ein Munitionszug zur Explosion gemacht. Dabei wurden 20 Feindflugzeuge in Die ägptische Regierung hat im Auftrag der bri- chen Militärbehörde die Beschlagnahme des ganzen Besitz von Nichtlandwirten befindlichen Viehs geordnet. Das Vieh wird den Schlächtern der Äschen Militärverwaltung übergeben. mA» in M gewöhn. Tagenit issehÄt 1 Silber Kreuze; Tisernn negsw. Wengroßen Offensive, die mit dem heutigen : Tage begonnen hat. 20 Eisenbahnzüge vernichtet. — ,Kreid^ anken ibgelaM taus dazwil^ Stabst her Sefl iit*. kleine politische Nachrichten. Stockholm, 4. Oft (DNB.) Wie aus einer -uter-Meldung aus Canberra hervorgeht, hat australische Regierung Fadden aus Annahme eines Mißtrauensantrages der La- r Party durch das Repräsentantenhaus die Fol- ngen gezogen und ist zurückgetreten. Men Aber. Solei. uns ein rbwänit ne wird Splitter um die empfang, Itenbede verletzt, und zu werben ich. Wir chen wir rach den e Rach cht strei' wiHfoifl' Bomben' e zer> ühlen rigen '.TW1 Folge. ug biejs uns eil hrende Auch I'h ur 5roS len hä» sofort b b W Splitten jung ver nmal en e Rachl ort wu? 1er E 3 als 3ft i Gejch^ ß bare" ike zog« der rii- Sie drei HrllmngÄnöer Vornan von Horst Hiernach 1,1(1‘i! h» n ieti sch' Mde E wenn ij eoterWK j-d-inS» chüich \ er in'? fti* 'n, Na Ä . .Ich beschäftige mich seit längerer Zeit mit den Elsern.. .Ah, Frühkapitalismus, Blick nach Uebersee — ein ilrmzendes Thema für Sie!" -Ja, ein schönes Thema. Nur leider ist mit mir igts mehr los. Die Zündung fehlt, verstehen Sie? k spüre das Knistern der Funken nicht mehr." Zum Teufel", sagte der Doktor verdrießlich, v'shalb suchen Sie sich gerade einen Vergleich aus e: Autobranche heraus? Sie sind doch kein Renn- ^rer. Und Ihr Hirn ist schließlich kein Benzinmotor, i" ansprinaen muß, wenn man auf den Starter r. (ft." Oha! Und jetzt fommt der berühmte Vergleich Hb der Landwirtschaft", orafelte Hellwang ironisch, -a m Brachacker und von der Dreifelderwirtschaft, bi. ?* > Gescheiter als Ihr blödsinniger Zündfunke ist er W jeden Fall. Und schließlich dürfen Sie sich so |rb'r so nach dem letzten Buch eine Erholungspause M'nen. Sie dürfen nicht nur, Sie müssen sogar! $ .9d) erhole mich jetzt seit einem Vierteljahr , 'p-e Hellwang ungeduldig, und der Doktor hatte |?T Eindruck, Hellwang wünsche das Gespräch nicht Pr zusetzen. Sie schwiegen eine Heine Weile. 5)cU» rauchte nervös. !■ .Ich mache mir Sorgen um die beiden anderen ^üiber..." -'H. .Ich glaube nicht, daß Sie Anlaß dazu haben. Die rrleckungsgefahr fällt aus, wenn Britta nicht mehr Maule ist. Ich habe mit dem Serum bisher nur Erfahrungen gemacht. Wenn ich mich vorsichtig '^drücke, so geschieht es deshalb, weil ich Ihnen ' In- Garantie natürlich nicht geben fann. Die beste ^"ife in diesem Falle lautet: gefaßt, aber furchtlos. , *J’n ziemlich dünner Trost ..." /#x »Sogen wir mal: Gesunder Pessimismus, ^ellwang stand auf, er reckte sich, als fei sein Blut- seslauf ein wenig ins Stocken geraten, und gmg Erfolgreiche deutsche Panzer. Berlin, 5. Oft (DNB.) Eine deutsche Panzer- ioision brach am Samstag, 4. Dftober, in erfolg- üchern Vorstoß in die sowjetischen Stellungen im püdabschnitt der Ostfront ein und vernichtete ärkere sowjetische Kräfte. Die deutschen ianzerfampfwagen drangen bis zu den Artillerie- ellungen der Bolschewisten vor und erbeuteten oder »rftörten 23 sowjetische Geschütze, darunter 14 Lang- lohrgeschütze. Mit diesen Kampferfolgen hat diese deutsche Pan- rbiüifion im Verlauf des Feldzuges im Osten 1)00 sowjetische Geschütze erbeutet oder vernichtet. Englands Sorgen um die Schlacht im Atlantik. Berlin, 5. Oft. (DNB.) Die außerordentlich ljen Verluste, die die deutschen Unterseeboote der rntischen Schiffahrt im Laufe des Septembers zufügt gaben, geben in England in steigendem aße zu Besorgnissen Anlaß. Man mmt in britischen Schiffahrtskreisen nicht an der atsache vorbei, daß die deutschen Unterseeboote ein in der Woche vom 22. bis 27. 9. zwei große Wische Geleitzüge fnackten und dabei 160 500 BRT. -irischen Schiffsraumes versenkten. Rechnet man ?n durch Aftionen der deutschen Luftwaffe in der eichen Woche versenften Schiffsraum dazu, so gibt sich allein in diesen wenigen Tagen ein erlust von 193500 BRT. für die britische chiffahrt. Bon diesem Tatbestand geht der Marine-Mit- beiter des „Daily 5)eraftr in einer Betrachtung er die voraussichtliche Höhe der Dersentungsziffern r den Monat September aus, die — wie in- ifchen bereits gemeldet wurde —' insgesamt 3 400 BRT. betrugen. Nach Ansicht zuständiger Wischer Marinekreise seien die Versenkungsziffern, schreibt der Marine-Mitarbeiter u. a., im Sep- ber Lveitaus ungünstiger für England gewesen, s in den Monaten zuvor. Er hat damit durchaus t, denn im Juli verlor Großbritannien 407 600 RT. und im August weitere 537 200 BRT. an isfsraum, so daß sich die Versenfungsziffern für n September tatsächlich für England ungünstiger Wen als in den Monaten vorher. Obwohl >utschland, so meint der „Daily Herald" weiter, en aroßen Teil seiner Unterseeboote in der Ost- ? habe ein setzen müssen, habe England doch die merert Schläge durch die deutschen Unterseeboote Atlantif zu spüren befommen. Es sei anzuneh- ten, daß gegenwärtig mehr deutsche ob italienische Unterseeboote im tlantif operierten als jemals zuvor. Aus alle- müsse man den Schluß ziehen, daß für Eng- ti) die Schlacht im Atlantik noch lange nicht wonnen sei. Genaue Ziffern wagt der Marine-Mitarbeiter 5 „Daily Herald" seinen Lesern nicht zu geben, e wären zu beweisfräftig für die Erfolge der hatschen Unterseeboote. Die Erfolge der deutschen üerseeboote sind so ftarf, daß man in England meigen für besser hält. 26 Feindflugzeuge zerstört. r btp Berlin, 5. Dftober. (DNB.) Im Laufe der sich Je.5 cnba'hnenden großen Offensive im Osten waren . I v-- v ,r r ° ri ' wßeinsätze der deutschen Luftwaffe von beacht- )em Erfolg gefrönt Die Aftionen richteten sich sonders gegen das Nachschubwesen und das rück- fiuujx. x/uuKi Luuiuen c. u ■ Ni ^uftkämpfen abgeschossen, sechs_______ im Boden zerstört. Diele Strecken wurden durch ft» Volltreffer auf Gleisanlagen völlig unterbunden. Aus der Giadt Gießen. Die warme Stube. Jetzt sollte die sorgsame Hausfrau noch daran denfen, alle Vorbereitungen zu treffen, damit sie im Winter eine warme Wohnung hat. Denn die warme Stube ist nicht nur eine Angelegenheit der Heizung, sondern sie ist auch von anderen Dingen abhängig, die nur zu oft nicht genügend berücksichtigt werden. Als erstes sollte man jetzt noch, wenn irgend möglich, die Oefen vom Fachmann auf ihre Brenn- tauglichfeit untersuchen, Roste und Züge reinigen und Fugen dichten lassen. Aber auch Fenster und Türen sind auf ihre Fugendichtigkeit zu untersuchen, denn gerade durch diese Ritzen strömt die Kälte u nunter» brachen in den Raum und nimmt die Heizwärme fort. Türfugen werden mit schmalen Filz- oder sonstigen Stoffstreifen benagelt oder beFlebt, damit sie fest schließen. Am unteren Türrand nagelt man einen etwas breiteren Streifen so auf, daß er auf die Erde zu liegen fommt; dadurch wird der die „Fußkälte" eines Zimmers mitbewirkende Luftzug am besten ab gewehrt. In einem Zimmer, das außer der Balkontür noch ein Fenster hat, dichtet man verdunkelungszeil 6. Oktober von 18.47 bis 7.29 Uhr. beide Türen am besten ganz ab, indem die Rahmen ringsum mit dicken Stoffstreifen benagelt oder beklebt werden. Den Raum zwischen Innen- und Außentür fülle man bis zur Höhe der Holzfüllung mit altem Material: Knüllpapier, Holzwolle und dergleichen und schließe ab. Man wird erstaunt sein, um wieviel geringer der Luftzug im Zimmer wird. Zum Lüften genügt das Fenster. Zwischen die Fenster lege man schmale, ebenfalls mit Dichtmaterial gefüllte Polster. Alte Decken, Uebergarbinen u. dgl., vom Vorplatz aus vor die Zimmerturen gehängt, verwehren der Kälte ebenfalls den Zutritt zum Wohnraum. Zeitungspapier, mehrfach gefaltet und unter den Teppich gelegt, mindert die Fußkälte des Bodens. Wer an kalten Füßen leidet, sollte sie beim Sitzen immer auf eine Fußbank ober em dickes Polster stützen. Bei ungünstig stehenden Oefen, die bei jedem Türöffnen ihre Wärme nach außen abgeben, kann man sich helfen, indem man am Türrahmen eine waagerecht ins Zimmer reichende Metall- ober Holz- ftange anbringt und an Ringen einen dicken Vorhang aufhängt, der den Wärmeverlust verhindert. Ausreichende Durchlüftung der bewohnten Zimmer dient ebenfalls der Wärmesteigerung. Je nach der Beanspruchung des Raumes öffne man mehrmals am Tage das Fenster für fünf bis zehn Minuten. Die frische Luft erwärmt sich schnell zur behaglichen Temperatur, während die verbrauchte L-uft ein unangenehmes Gefühl von Kälte ausströmt. Werden diese Abdichtungsmaßnahmen rechtzeitig vorgenommen, bann kann fein Kälteeinbruch uns überraschen, wir stehen ihm in wirkungsvoller Abwehr gegenüber. Dornotizen. Tageskalender für Montag. „Kraft durch Freude": Gloria-Palast, 19.30 Uhr, Gastspiel der „Wiener Sängerknaben". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Annelie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heimat". — Oswaldsgarten: Herbst- markt (Schaumesse). Vom Theater. Ab morgen, Dienstag, 7. Oktober, beginnen alle Vorstellungen des „Theaters der Universitätsstadt Gießen" um 19 Uhr. Arbeitsforschung, Arbeitsmethoden, Zeitmessung. Die Deutsche Arbeitsfront, Hauptstelle für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, hat Dipl.-Ingenieur Kleinschmidt (Berlin) für einen Vortrag über „Arbeitsforschung, Arbeitsmethoden, Zeitmessung" verpflichtet. Dipl.-Ina. Kleinschmidt ?iehört den Planungstrupps der DAF. an und ver- ügt über überaus reiche praktische Erfahrungen auf den Gebieten der Arbeitsforschung, der Arbeitsmethoden und der Zeitmessung. Der Vortrag dürfte alle Betriebsführer, Betriebsleiter, Ingenieure, Techniker, Meister, Kalkulatoren und Zeitnehmer interessieren, haben sie doch hier Gelegenheit, praktische Hinweise für die tägliche Arbeit im Betrieb zu erhalten. In Anbetracht der nur beschränkt zur Verfügung stehenden Eintrittskarten ist umgehende Bestellung erforderlich. Für auswärtige Vortragsbesucher aus Lollar, Butzbach, Lich, Mainzlar ufro. besteht günstige Zugverbindung. (Siehe Anzeige am vorigen Samstag.) im Zimmer auf und ab. Er verschränkte die Hande auf dem Rücken und setzte die Füße aufmerksam voreinander, als balanciere er auf der Teppichkante wie auf einem schwankenden Balken, der über einen tiefen Abgrund gelegt war. „Natürlich, man muß mit solchen Geschichten ja immer rechnen, wenn man Kinder hat. Eigentlich ist es fast erstaunlich, daß diese Erkrankung seit dem Tode meiner Frau der erste ernsthafte Krankheitsfall im Hause ist. Früher lag ja alle Augenblicke eins der Kinder auf der Nase, manchmal alle drei zu gleicher Zeit, mit Mumps, Masern, Keuchhusten ... Sie wissen es ja am besten, Doktor!" Der Doktor nickte. Er nahm seine Brille ab und fuhr sich mit Ringfinger und Daumen in die Augenwinkel. Eine Sekunde lang schaute er blind und mit fremdem Gesicht ins Zimmer. Hellwang blieb stehen, er beugte sich vor und starrte auf das Streifenmuster des hellbraunen Teppichs. „Ja, damals lebte meine Frau. Es war nicht so, daß ich mir um das Schicksal meiner Kinder weniger Sorgen machte, weil ich die Sorgen mit ihr teilen konnte. Aber ich spürte meine Hilflosigkeit nicht so deutlich wie jetzt. Ich liebe die Kinder gewiß nicht weniger als meine Frau sie geliebt hat, aber ich sehe es gerade an solchen Tagen wie heute mit aller Deutlichkeit, daß man als Vater doch nur sozusagen an gesunden Tagen zuständig ist. Wenn es den Inderm weh tut, dann verlangen sie doch halt nach der Mutter. Und ich weiß nicht, wie das werden soll. Das Haus läuft ohne Frau schließlich auch auf drei Rädern weiter. Aber die Kinder ohne Mutter ..." Der Doktor behauchte die Brillengläser. Er zog ein Poliertuch aus der Brufttasche und rieb sie sorgfältig ab. „Vielleicht erwarten Sie keine Antwort, Hellwang", sagte er, während er die Gläser gegen das Licht hob, um auch die letzten Trübungen fest- zustellen und zu beseitigen, „aber ich habe ba in Ihren Gedanken Hintergründe entdeckt, die mir gewisse Gefahren zu enthalten scheinen. Ich kann es mir sehr gut vorstellen, in welcher schwierigen Lage Sie durch den Verlust Ihrer Gattin zurückgeblieben find. Und es wäre fast unnatürlich, wenn in Ihnen nicht der Wunsch nach einer neuen Ordnung in Gestalt einer neuen Ehe auftauchen würde." Feierstunde derSA.und: XX ehrmannschast Anläßlich der Verleihung von SA.-Wehrabzeichen an die Männer der Wehrmannschaft der SA.-Standarte 116 Gießen fand am gestrigen Sonntagvormittag in der Aula des Landgraf-Lud» wigs-Gymnasiums eine Feierstunde statt. SA. und Wehrmannschaft marschierte, mit dem Musikzug an der Spitze, vom Standartengebäude zum Gymnasium. Unter den Ehrengästen sah man u. a. Vertreter der Gliederungen der Partei und der Wehrmacht, den Oberbürgermeister, Vertreter der Polizei usw Rach dem Einmarsch der Standarte und der Fahnen begann die Feierstunde mit einem Dorspruch des Wehrmannschaftsführers „Ruf durch Deutschland". Dann folgten Gedichte und Lieder, vorgetragen und gesungen von den Männern der Wehrmannschaft. In besonders feierlicher Form, auch wieder vorgetragen vom Sprechchor der Wehrmannschaft, erfolgte die Totenehrung, die beschlossen wurde vom SA.-Musikzug mit dem Lied „Ich halt' einen Kameraden". In seiner Ansprache ging SA.-Brigadeführer Schwarz einleitend auf die Gründung der Sturmabteilungen ein, die auf Befehl des Führers anläßlich einer Versammlung in der frühesten Entwicklungszeit der Partei erfolgte. Dann sprach er über den Sinn und die Bedeutung des SA.-Wehrab- zeichens, das früher das SA.-Svortabzeichen war und auf Befehl des Führers im Jahre 1939 in das SA.-Wehrabzeichen umgewandelt wurde. Schon lange vor Beginn des Krieges fei in der SA. mit der Arbeit für den Erwerb des SA.-Wehrabzeichens begonnen worden, und heute feien allein im Landkreis Gießen über 4000 SA.-Wehradzeichenträger. Die Bedingungen für den Erwerb des SA.-Wehrabzeichens stellten keine Forderung für eine besondere sportliche Leistung dar, sondern sie dienten in erster Linie der körperlichen Ertüchtigung im Sinne einer vormilitärischen Erziehung. Auch sei in der Stiftungsurkunde zum Ausdruck gebracht, daß das SA.-Wehrabzeichen kein Auftrag an die Partei war, sondern ein Staatsauftrag. Es kann also jeder deutsche Volksgenosse das SA.-Wehrabzeichen er- werven. Die Bedingungen für den Erwerb des SA.- Wehrabzeichens dienen dem Zweck der Wehrertüchtigung vor dem eigentlichen Militärdienst. Keine grundmilitärische Ausbildung sei damit verbunden, die allein Aufgabe unserer Wehrmacht sei, sondern die Erziehung zum politischen Soldaten im Sinne unserer Auffassung über die Wehrhaftigkeit des deutschen Mannes. Allen Männern sei die Möglichkeit gegeben, innerhalb der SA. den Pionierschein, den Nachrichtenschein, den Reiterschein, den Sanitätsschein u. a. zu erwerben, mit dem sie dann um einige einschlägige Kenntnisse reicher in den Dienst der Wehrmacht eintreten könnten. Der Redner kam dann noch auf die SA. selbst zu sprechen und betonte, daß sie sich nach wie vor aus Freiwilligen zusammensetze, und das solle auch in Zukunft so bleiben, denn schon immer sei ein Volk das' stärkste gewesen, das die meisten Freiwilligen hatte. In seinen weiteren Ausführungen dankte SA.-Bri- aadeführer S ch w a rz den Truppführern M u r • mann und Butz für die Ausbildung der SA.» Wehrmannschaften und gedachte in diesem Zusammenhang in anerkennenden Worten auch der Wehrmänner, die sich trotz ihrer oftmals starken beruflichen Inanspruchnahme so viel Freizeit abgerun» gen haben, um das SA.-Wehrabzeichen zu erwerben. Hierauf erfolgte die Verleihung der SA.-Wehrabzeichen an die Wehrmänner. Die Wehrmannschaft brachte dann noch ein Gedicht zu Gehör und fang das Lied „Nun laßt die Fahnen fliegen in das große Morgenrot", dem ein Gedicht folgte, vorgetragen vom Wehrmannschaftsführer. Mit dem Gruß an den Führer, dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes und dem Ausmarsch der Standarte und de" Fahnen fand die würdige Feierstunde, deren Gestaltung Truppführer M u r m a n n durchgeführt hatte, ihren Abschluß. Der Musikzug der SA.-Standarte umrahmte die Feier mit flott vorgetragenen Marschweisen. Theater -er Llniversitätssta-t Gießen. Hermecke un- Vetterling:, lieber den Bühnenbildrahmen ist oben in großen Buchstaben der Titel geschrieben; die Ueberschrift ist rechts in der Ecke von mehreren, an Fäden bau- melnden roten Herzen begrenzt, links von einem Netz mit einer dicken Spinne darin: wer lesen kann und sich auf die Zeichensprache versteht, wer mit dem Theater im allgemeinen und mit der Operette im besonderen Bescheid weiß, kann nach einem scharfen und nachdenklichen Blick auf diese Dekoration über den Inhalt nicht im Zweifel sein. Was die roten Herzen zu bedeuten haben, dürfte unmißverständlich sein, und daß das Netz mit der Spinne nicht nur die gute alte Zeit des Biedermeier symbolisiert, sondern auch die mehr oder minder schicksalhaften Widerstände und Schwierigkeiten, die sich vor dem Liebesglück in der Lerchen» gaffe auftürmen — das ijt gewiß. Daß sich das Hofratstöcyterchen Charlotte in ihren Privatlehrer, den Dichter und Bibliothekar Heller, verschießt, bedarf so wenig der Beteuerung wie der Umstand, daß Papa dagegen ist. Daß Papa am Ende das Nachsehen hat, ist selbswerständlich, aber weit ist der Weg und dornenvoll, bis sie sich so» zufagen amtlich in die Arme sinken dürfen. Es gibt oa noch ein zweites Liebespaar, es gibt einen Drachen von Zimmervermieterin und eine Schlange von französischer Tänzerin und sogar einen verschollenen Seemann, der unvermutet wieder an den Strand der Lerchengasse gespült wird, und es gibt auch eine ziemlich verzwickte Erbschaftsangelegen, heit, die zwar dem jungen Paar die Wege ebnet, aber vorher noch eine Verlobung zum Schein notwendig macht, ehe die richtige Verlobung gefeiert werden kann, woraus alles in allem zu entnehmen ist, daß es mit -en Herzen wie mit der Spinne in ihrem Netz etwas auf sich hat. * Herr Löffler hatte nicht nur die schicksals- schwangere Ueberschrift entworfen, sondern auch die hübschen Biedermeierdekorationen der Lerchengasse von innen und außen. Herr Hergert wirkte am Dirigentenpult und brachte die nicht sehr umfangreiche, aber gefällige und melodiöse Musik vorteilhaft zur Geltung. Herr Payer hatte die Spielleitung und gab dem altväterischen Idyll' die gerechte und bewährte Mischung von Gemüt und Liebe in der Lerchengasse". handfestem Humor; für den Schlußakt hatte er sich eine schaurige Seemannsballade mit Leierkasten- begleitung und Schunkelmusik zum Mitsingen aus- gedacht, die das vollbesetzte Haus spürbar in «Stimmung brachte. Die Tanzgruppe, von Ballettmeister Andreas V o l p e r t geleitet, tat in wechselnder Aufmachung ein übriges, um die Szene zu beleben. Valeska Lange als Charlotte sah sehr niedlich aus und hatte einen schlanken Sopran einzusetzen. Herr Hellmers-Hallwegh war, gesanglich und darstellerisch gewandt, der Bibliothekar Heller; das Duett der beiden (,^sch bin dein, du bist mein") ist eines der gelungensten Stücke der Partitur. Käte Jaenicke, die von wilder Eifersucht umgetriebene Therese, und Herr Payer, der als verschollener Seefahrer den Vogel abfchoß, machten das zweite Paar. Renate F r e i h e n war die äußerst kokette Primaballerina, Hilde Kneip die gefährlich hei- ratswütige Zimmerwirtin. Herr Fischer als Hofrat a. D., Herr Bergmann als Vicomte, Herr Appel mij der Karikatur des Notars und Herr B o s n y als der echte Seefahrer feien noch genannt. Das Publikum amüsierte sich aufs hefte. Hans Thyriot. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittags geschlossen. 2 Hellwang bewegte die Hand; es sah aus, als erhöbe er sie zum Protest; aber dann ließ er den Arm wieder sinken. Ein Gedanke, der bis dahin ohne Namen Und gestaltlos im Dunklen geschlummert hatte, wurde durch die Worte des Doktors aus ängstlich gehüteter Verborgenheit ans Tageslicht gehoben und ließ sich nicht wieder zurückbeschwören. „Etwas eilig, meinen Sie ...?" murmelte Hell- mang verlegen und vermied es, dem Doktor ins Gesicht zu sehen. „Reden Sie doch keinen Unsinn, Hellwang!" rief Dr. Lechner fast ärgerlich. „Oder glauben Sie etwa, daß ich Ihnen die Trauermonate am Kalender vorrechnen will?! Ich habe angenommen, daß Sie mich besser kennen!" „Verzeihen Sie, Doktor, ich hatte wirHich nicht die Absicht, Sie zu kränken. Und außerdem wissen Sie so gut wie ich, daß dieses Gespräch ein theoretisches ist und sich um Möglichkeiten dreht, die wahrscheinlich in weiter, weiter Ferne liegen. Aber Sie sehen selbst, Doktor, daß der Zustand, in dem ich augenblicklich lebe, auf die Dauer unhaltbar ist. Allein schon der Kinder wegen wird mir nichts anderes übrig bleiben, als eines Tages .. Der Doktor warf den Kopf mit einem scharfen Ruck vor, er unterbrach Hellwang mitten im Satz: „Der Kinder wegen!" rief er, und es klang, als nagele er die Worte besonders fest, ,jefot betonen Sie es schon zum zweitenmal, daß Sie sich nur oder hauptsächlich der Kinder wegen mit dem Gedanken an eine neue Ehe vertraut machen würden. Um den Kindern eine neue Mutter zu geben, wie?" „Ich verstehe nicht, was Ihnen daran so sonderbar erscheint, und weshalb Sie diese Aeußerung von mir so hervorheben?" „Weil Sie als Begründung für eine neue Ehe meiner Meinung nach ein verhängnisvoller Ge- danke ist", antwortete Dr. Lechner. Er sprang auf und wanderte neben Hellwang im Zimmer auf un- nieder. Sein zerschossenes, verkürztes Bein schien wie durch ein Wunder geheilt zu sein. — „Hören Sie, Hellwang", fuhr er eindringlich fort, „ich meine, daß, wir uns nun lange genug kennen, um ein freundschaftliches Wort miteinander reden zu dürfen. Las- fen Sie sich jetzt von mir etwas sagen: Wenn Sie ■ die Absicht haben, jemals wieder zu heiraten, dann vergessen Sie, daß Sie Kinder haben! Denn wen zum Teufel wollen Sie eigentlich heiraten? Ein Kinderfräulein, wie? Das heiratet man nicht, sondern das engagiert man! Sonst find Sie nämlich nach ein paar Jahren die Kinder los — es ist unglaublich, wie rasch sie aus dem Hause wachsen — und haben bis an Ihr Lebensende das Kinder- fräulein auf dem Halse, jawohl! Mein lieber Freund, wenn Sie heiraten, dann nehmen Sie die Frau, die Sie lieben und die Sie wiederliebt. Und wenn Sie diese Frau nicht finden, dann lassen Sie die Hände ganz von der Ehe weg! Aber wenn Sie eines Tages das Glück haben sollten, den geliebten Menschen in Ihr Haus zu führen, dann löst sich das andere Problem ganz von selbst, dann werden Ihre Kinder in die mütterliche Obhut kommen, die Sie ihnen wünschen." Sie standen nebeneinander am Fenster und schauten in den herbstlichen Garten hinaus. Die Trauerweide verfärbte sich schon, und ihre Blätter schwammen wie kleine Schiffe auf dem trüben Spiegel des Wasserbeckens. „Wahrscheinlich Haden Sie recht, Doktor", sagte Hellwana nach einer Weile und malte Kringel auf die beschlagene Fensterscheibe; „trotzdem sträubt sich mein Gefühl gegen Ihre Gedanken. Sie werden mich verstehen, wenn ich Ihnen sage, daß auch mir die Einsamkeit oft schwer genug zu schaffen macht; vorläufig aber ist die Erinnerung an meine Frau in mir noch zu lebendig, und ich hänge in dem Retz, daß die Kinder eine Mutter nötiger brauchen als ich eine Frau." „Zum Teufel, Sie können das eine nicht vom anderen trennen!" fuhr der Doktor ungeduldig auf. „Richtig, und deshalb kann ich mich auch an den Gedanken einer neuen Ehe nicht gewöhnen. Der Wunsch taucht vielmehr dann und wann in mir auf, aber dann kommt der Einwand, den Sie soeben aussprachen, und dann versagt mein Mut. Denn ich war zu glücklich verheiratet, Doktor, und ich fürchte mich vor Enttäuschungen. Ich glaube nicht daran, daß ich jemals die Frau finden werde, die mir das werden fann, was Luisa mir war." (Fortsetzung folgt.) Samstagnachmittag gegen 17 Uhr geriet in der Nähe k-unstlghm eifrig am Übungsschießen zu velemgen, Don @rünberg ein mit drei Personen besetzter Kraft- ein Appell, der von dem Kameradschaftsfuhrer un- ßn auf ber Reichsautobahn infolge einer Reifen- terstrichen wuriie Im Anschluß an den dlenstlichen pQn9ne jn^ Schleudern und stürzte eine Böschung Teil des Abends fand noch em reger kameradschaft- ,-nQ^ bre^ Insassen kamen mit leichteren Ver- licher Gedankenaustausch über ^enwarügen davon: sie wurden nach Gießen ins Kran- großen Ereignisse an der Front statt wobei auch £0“"»= bradA r die Erinnerungen an die eigene Dienstzeit mit zur 9 9 Pavm Art Geltung kamen. S.Uport nach k^eda/ax -Draqe^ Begeisterung überall! Anmeldungen für die Kunstgemeinde und Eintrittskarten für die 1.Veranstaltung bei allen Amtswaltern. 4153D llf ED D E DRUCKSACHEN WERDE Brühl. Gießen DieDeotscbeAFbeitsfront E KM durch Freude Kreisdienststelle ^w® Wetterau •X beschränkte Ermäßigung 4152D 13 Mündlich können Sie eä nur wenig« sagen, schriflliÄ mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen SieesRUeo Prosp.d.Ch«n.L HUNGEN q Y patentiert vom Reichs- O A patentamt und Auslandspatente Montag, 6. Oktober, 20.00 Uhr im Darmstädter Hof 1. Veranstaltung Gastspiel der Rhein-Mainischen Landesbühne Kabale und Liebe von Friedrich von Schiller. Eintritt: RM. 1.20 und 1.50, Wehrmachtangehörige RM. 0.80 zuzüglich RM. 0.05 für Altersversorgungsabgabe. Heute Montag Wiederaufführung Lichtspielhaus Achtung! Ab heute Aenderung der Anfangszeiten: 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Jugend ab 14 Jahre hat Zutritt! ßlnria HalüClt Die Vorstellung honte U U! Ifl ' abend 7.30fällt ans(KdF.) 4148 A ■ kann wirklich jede Hausfrau ihre Wäsche selbst -J waschen, weder Muskelkräfte noch viel Zeit, noch * Geschicklichkeit gehören dazu. Im Waschen von farbigen -Kunstseiden auf kaltem Wege ist „REVOLTO" Spezialist. Tüchtiges, Mädchen “L9e/ gesundes -L pflegt. Haushalt gesucht. (03324 Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeiger. kommen eingeschnm-t. Kaum waren drek Minuten verstrichen, so stand es durch Bruhn 3:0, und kurz vor Schluß konnte wiederum Bruhn noch einen vierten Treffer anbringen, nachdem in der letzten halben Stunde eigentlich nur noch Gießen am Lall war. Ohne sich voll auszugeben, zeigte Gießen ein zeitweise schönes Zusammenspiel. Leicht hätte das Ergebnis höher lauten können, wenn nicht zuviel kombiniert worden wäre, anstatt zu schießen. JBon der sicheren Hintermannschaft lieferte vor allem der rechte Läufer Weniger ein gutes Spiel, dessen Zusammenspiel mit Meermann begeisterte. Im Sturm klappte es diesmal nicht so wie sonst. Marburg war mehr auf Abwehr als auf Angriff eingestellt. Die Hauptlast hatte natürlich die Verteidigung zu tragen, die sich sehr gut bewährte. Schwach war die Läuferreihe. Der Sturm konnte sich nie richtig durchsetzen. Schiedsrichter Hofmann, Gießen-Wiefeck, konnte gefallen. „Großer Straßenpreis von Gießen." Am kommenden Sonntag, 12. Oktober, nachmittags, veranstaltet die Gießener Radfahrer-Vereini. gung ihr diesjähriges reichsoffenes Straßenrennen. Es ist diesmal reichsoffen, und hiermit ist eine große Besetzung gewährleistet. Der Verein hat keine Mühe und Kosten gescheut, um seinen Gießenern Radsportanhängern etwas ganz besonderes zu bieten. Als Fahrstrecke wurde folgende Strecke ausgewählt: Start: Ludwigstraße, Bleichstraße, Gnauch- straße, Bismarckstraße, Stephanstraße, Garten- straße zum Ziel in der Ludwigstraße. Die Runde ist 1700 Meter lang und von der HI., welche in zwei Klassen startet, 20mal = 34 Kilometer, von der G-Klasse 30mal = 51 Kilometer and von der A- und B-Klasse 60mal = 102 Kilometer zu durchfahren. Der Start für die HI. ist auf 14 Uhr, der OKlasse auf 15 Uhr und der A» und B-Klasse auf 16.30 Uhr festgelegt. Es werden nach den bisher vorliegenden Meldungen aus allen deutschen Gauen die Fahrer am Start sein, da es das letzte Rennen in diesem Jahre ist, wo sie ihre Kräfte messen können. In sämtlichen Rennen wird der Sieger durch Punktwertung ermittelt. In jeder 5. Runde findet eine Wertung statt, wobei der erste Fahrer 5, der zweite 4, der dritte 3, der vierte 2 und der fünfte einen Punkt erhält. Ein Vorsprung von zwei Minuten geht über sämtliche Punktgewinne. Es wird ein schnelles und interessantes Rennen geboten werden da die Fahrer die Runde in 2 bis 3 Minuten zurücklegen und das Publikum die Fahrer dauernd beobachten kann. Professor Or. Roloff 25 Jahre off. Professor Dr. Gustav Ro lo ff, der em. Ordinarius für neuere Geschichte an der Universität Gießen, begeht am 7. Oktober in Berlin seinen 7 5. Geburtstag. Professor Roloff wurde 1866 in Ober-Röblingen (Provinz Sachsen) geboren, studierte in Tübingen und Berlin und habilitierte sich 1898 in Berlin, wo er bis 1909 als Privatdozent wirkte. Vom 1. April 1909 bis zu seiner Emeritierung am 1. April 1935 lehrte er als Ordinarius an der Universität Gießen, wo er 1921/22 auch das Rektoramt bekleidete. Professor Roloff hat sich in den langen Jahren seines Wirkens an unserer Universität durch seine hervorragenden menschlichen Eigenschaften wie durch ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen allgemeine Wertschätzung erworben. Ein großer Schülerkreis verdankt Roloff eine gediegene Ausbildung; auch über den engeren akademischen Rahmen der Universität hinaus vermittelte de^ Gelehrte zahlreichen Volksgenossen in Stadt und Land die reichen Schätze seines Wissens. Der Gießener Anzeiger insbesondere gedenkt seiner heute als eines hochgeschätzten Mitarbeiters, der in zahlreichen Aufsätzen, vor allem zur Zeitgeschichte und zur Kriegsschuldfrage, einer breiteren Oeffentlichkeit diente; auch durch Vorträge in Gießen und anderen Städten hat sich Professor Roloff über sein akademisches Lehramt hinaus einen vorzüglichen Namen gemacht. Roloff war ein Schüler der bekannten Kriegshisto- rikers Hans Delbrück, dessen Anregungen er das früh erwachte Interesse für bie. Probleme der Kriegsgeschichte verdankt. Von Roloffs wissenschaftlichen Arbeiten seien hier genannt die „Politik der Kriegführung", die Bücher über Napoleon und Napoleons I. Kolonialpolitik, die „Probleme aus der griechischen Kriegsgeschichte", weiter die „Geschichte der europäischen Kolonisation", „Von Jena bis zum Wiener Kongreß", „Deutschland und Rußland seit 200 Jahren", „Die Orientpolitik Napoleons I.", „Die Bilanz des Krieges" und „Leopold Ranke, aus 2000 Jahren deutscher Geschichte". Professor Roloff hat sich auch als Herausgeber des „Staatsarchivs" und des Schultheßschen „Europäischen Geschichts- kalenders" verdient gemacht. — Die Landesuniversität und mit ihr viele Freunde und Schüler in Stadt und Land gedenken in diesen Tagen des trefflichen Mannes und namhaften Gelehrten in Verehrung und Dankbarkeit und wünschen ihm einen reichen und gesegneten Lebensabend. Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen. Am Sanmstagabend vereinigten sich viele Kameraden der Artilleristen-Kameradschast 1895 Gießen im Kameradschaftsheim „Hessischer Hof" zum Okto- ber-Monatsappell. Kameradschaftsfuhrer Müller lenkte zu Beginn die Gedanken der Kameraden noch einmal auf bie große Rede des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht hin, die er am Tage vorher an das ganze deutsche Volk gerichtet hatte, und deutete sie unter Zustimmung aller Kameraden als eine neue starke Verpflichtung aller alten Soldaten, an ihrem Teile mit allen Kräften auch weiterhin sich einzusetzen für den vollen deutschen Sieg. Anschließend gedachte er in ehrenden Worten des auf dem Felde der Ehre gefallenen Heute Montag, 6. Oktober, 19.80 Uhr, Gloria-Palast Gießen Gastspiel der weltberühmten Wiener SangeMen DIE SIEBEN SCHWABEN Singspiel in 4 Bildern von Marie Kastl Musik: R. Roßmayr Einstudiert von Dr. Erwin Kerber, Staatsoper Wien Kostüme u. Dekor.: Entwurf Wiener Frauenakademie Musikalische Leitung: Romeo Pivutti Mehrstimmige Knabenchöre alter Meister Deutsche Volkslieder Eintritt: RM. 3.00, 2.50, 2.00 und 1.00. — Ringmitglieder und Wehrmachts - Angehörige erhalten ‘ Hausfrauen ».Umgebung^ Nur 4Tage! 8 kostenlose Vorträge für alle Hausfrauen Wir waschen mit: „Revolto" NOU! dem Schnellwäscher mit —Zf.—!*. automatischem Auftrieb Modell 39/40 Ein kleines Wunderwerk, das auf leichten Druck hin brausende Laugenstrudel erzeugt (nicht mit Strudler zu verwechseln), holt den dicksten Schmutz schnell und zuverlässig aus der Wäsche. Eine große Wäsche in 2-3 Stunden fix und fertig! Zuschauern. Der sportlich stärkere Gegner am Tage dieses Doppelkampfes war Schweden, dessen Mannschaft im vollbesetzten Rasunda-Stadion bei Stockholm die deutsche Nationalmannschaft mit 4:2 (2:1) Toren besiegte. Dieser Erfolg der Schweden vor 38 000 begeisterten Zuschauern, darunter König Gustaf und der Kronprinz, muß als völlig verdient angesehen werden. Wohl zeigte jeder einzelne Spieler gutes technisches Können, aber in der mannschaftlichen Zusammenarbeit waren die Schweden eine nicht zu überwindende Einheit. Achtmal um den Reichsbundpokal. Von den neun Spielen der ersten Vorrunde um den Reichsbundpokal wurden am Sonntag acht durchgefüyrt. Nachzuholen ist noch die Bremer Begegnung zwischen Niedersachsen und Wartheland. In den acht Spielen gab es aber nur sieben Sieger, da das Frankfurter Treffen zwischen Hessen- Nassau und Niederschlesien 2:2 ausklang Wir sprechen über: Richtiges Waschen! Für jede Hausfrau ein hochinteressanter Vortrag I Nichtwiederanstrengen! Nicht mehr rumpeln, stampfen, drehen, kein Wäschesprudler! Jede Hausfrau kommt selbst zu unseren ZARAH LEANDER Heimat mit Heinrich George • Ruth Hellberg Lina Carstens • Paul Hörbiger Leo Slezak • Georg Alexander Ein Ufa-Großfilm nach dem Schauspiel von Hermann Sudermann. Bearbeitet von O. E. Hesse und E. BrennerL Heimat — das ist das große, stille Motiv einer seelisch bewegten und ereignisstarken FUmdicht ung, deren tiefer und nach klingender Wirkung sich niemand entziehen kann! Spielleitung: Carl Froelich Neueste Deutsche Wochenschau | Automatisch waschen | WeiB- und Buntwäsche | Wollsachen - Gardinen | Wäsche und Hände schonen | Die Gesundheit erhalten | Seife und Kohlen sparen | 120 Hemden in 60 Min. waschen | 120 Hemden für 96 Pfq. waschen | Viele Anerkennungen! Viele Freunde! Waschverführungen Iim Saale „Zum Burghof“ Burggraben 9 I Dienstag, 7., Mittwoch, 8., Donnerstag, 9., und Frei- I tag, 10. Oktober 1941, täglich nachmittags 3 und 5 Uhr | Um pünktliches Erscheinen wird gebeten! Bitte schmutzige Wäsche mitbringen! Niemand versäume diese wertvollen Vorträge! ________________________________________________________ • 4150V I Bitte ausschneiden! Inserat erscheint nur heute!