die Jen IQ» in ;e9. ier- lert ms, an. ■oni kln der in zur t>en bl. Jahrgang Nr. 132 ; rtfcfceint täglich, außer Ihonntags und feiertags Beilagen: «iießener Familienblätter it jeimatimBild-DieScholle Bezugspreis: . Monatlich.......RM1.80 iuitellgebühr... „ -.25 rjcb bei 'Nichterscheinen pn einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt tiernivreckanschluß 2251 ;ral)taniüirift:„Anzeiger" ^oitfche'-f 1168« Krankt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen "«ssss“ 8reitag,bJunit9N Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer biS8V3nbr desVormittags Anzeigen-Breise: Anzeigenteil 7 Nys ie mm bei 22 mm Zeilenbrerte, Tertteil 50 Rvt. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel 8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr zu. Vott- xiaft Frankreichs auszuhohlen... Q LJen j : Zwischen dem Pfingstsamstag 1941, wo in Vichy _ 1: « ran(^ | na j slechlB 59a« I [anb.J8 | atislty! I zum Morgen tappe ich mich durch unwirtliches bergiges Gelände. Auch der folgende Tag sieht mich noch allein. In einem Haus glaube ich mich verstecken zu können. Mühsam arbeite ich mich heran bis auf zwanzig Meter. Da öffnet sich auf einmal die Tür des Hauses und heraus treten drei bewaffnete englische Soldaten. Mich sehen und g e - fangennehmen mar eins. Zu einem englischen Unterstand geführt, verbringe ich in Sonnenglut und räumlicher Enge einen langen Tag und eine lange Nacht. Witten im Höllenfeuer eigener Bomber. Am zweiten Tage meiner Gefangennahme befinde ich mich in Begleitung eines englischen Feldgendarmen auf dem Wege zum Gefangenenlager, einer nächst dem Hafen heraklion gelegenen Fabrik, wo schon andere Fallschirmjäger Hausen. Englische Feldpolizei ist auch hier die Bewachung. Stunden sind wir schon hier, da scheint auf einmal die Hölle um uns loszubrechen: ein Angriff deutscher Sturzkampf- und Bombermaschinen ist im Gange. Rund um uns bebt die Erde. Häuser fallen ein, ganze Straßenteile. Von unserer Fabrik reißt der Luftdruck explodierender Bomben den Dachstuhl hinweg. Ich bitte den Wachkommandanten, einen Oberleutnant, doch im Sinne des Völkerrechtes unser Gebäude als Gefangenenlager zu markieren. Er zuckt mit den Achseln, lächelt und geht weiter. Erst auf wiederholtes Vorhalten bequemt er sich, uns anzuhören. Er würde uns schon von hier weitertransportieren, meint er, könne das aber nicht am Tage verantworten, da uns wahrscheinlich die kretischen Einwohner trotz der Wachmannschaft vom Lastwagen herunterschießen würden. 3m Zuchthaus unter Räubern. Am Abend des folgenden Tages wandern wir dann von unserer Fabrik in ein neues Quartier, in ein noch nicht ganz fertiggestelltes Zuchthaus, das zwischen der Stadt heraklion und dem Flugplatz liegt, hier scheinen wir unter Räuber geraten zu sein, als die sich die uns bewachenden englischen Soldat en entpuppen. Allen Gefangenen nehmen sie Uhren und sonstige Wertsachen ab. Der Oberleutnant der Bewachung weiß, als ihm hiervon Mitteilung gemacht wird, nichts anderes zü antworten als: „Ich weiß davon, nichts, und selbst wenn es so märe, müßten wir verstehen, daß ein Vorgehen gegen die eigenen Truppen unmöglich fei." Befreit aus zugenagelten Zellen. Am Abend des 28. Mai bemerkten wir starke Unruhe unter der englischen Bewachungsmannschaft. Ein darum befragter englischer Soldat teilte uns mit, daß soeben ihr „First Commander", der englische Dbertommanbierenbe aus Kreta fort» Vichy, 4. Juni 1941. Henau ein Jahr mar vergangen seit der Tragödie xn D ü n k i r ch e n, wo die französischen Divisionen ud die französischen Torpedoboote sich aufopferten, iinben schmählichen Rückzug der Engender vom Kontinent zu decken. Jetzt hat M französische Rundfunk in immer wiederholten i nbungen die Erinnerung an jene schmerzdurch- zihlten Tage aufgefrischt, und jeder konnte sich j ger den Verrat Englands Rechenschaft ab- fcen, wenn er aufs neue den Wortlaut der enttvür- Izenden Hilferufe las, die damals von den Gene- r.enFrankreichs, von Admiral Darlan selbst, an i'^oßdritannien gerichtet werden mußten, damit die ■ xglische Flotte aus ihren Schlupfwinkeln hervor- :■ irn, um sich wenigstens den Anschein einer Aktion i s geben. Damals ist das englisch-französische . |ün b n i s geftorbe n,'nachdem es vierzig Jahre ! «Men und die Welt in ein Meer von Blut ge= [liebt hatte. Jetzt ist es zu Grabe getragen, und die ! gitschaft des Admirals Darlan hat noch mehr ipgt. Sie hat angekündigt, daß Frankreich aiber Errichtung der neuen Ordnung ! tzilnehmen will. Admiral Darlan hat wei- | gesagt, daß Frankreich entschlossen ist zu han- In, um die Stunde des Friedens zu beschleunigen, Inn, wenn der britische Imperialismus den Krieg diiucht, um Europa zu zerstören — Frankreich hat bii Frieden nötig, um zu bestehen und zu wachsen al? einer der wesentlichsten Bestandteile biefcs Eu- fijas." Das besiegte Frankreich hat lange geschwiegen. Jzt, ein Jahr nach Dünkirchen, hat es gesprochen, -sprachen mit der Kraft der Ueberzeugung, welche #: einjährigen brutalen britischen Ueberfälle auf li Besitz und die Selbstbarstellung Frankreichs fr Imperium und auf ben Meeren allem früheren 11-recht und der einfachen politischen Ueberlegung ikjugefügt haben, hundertzwanzig Milliarden Fanken sind die 792 000 BRT. Schiffsraum wert, bl England seit dem Waffenstillstand Frankreich graubt ober zerstört hat. Das ist mehr als bas, 0 s Frankreich an Deutschland bezahlen mußte .. * Der Nebelschleier, den die geschwätzigen Churchill • 110 Eben um die Welt legen wollten, als sie von Frankreich sprachen, ist zerrissen. Es genügte, daß imiral Darlan mit einer einfachen Geste auf die immstößlichen Tatsachen hinwies, auf die hunger- tlirfabe gegen Frankreich, auf die zynischen Luft- togriffe auf exponierte Punkte des französischen Monialreichs, auf die Besetzung ferner, wertvoller Manien in einem Augenblick, als Frankreich durch Sglanbs Schuld machtlos am Boden lag. Das I ll-^tei Du Parc" uno oem >u -p“1* fr I I ^gezogen. Am Abend verlas im „Hotel de la Paix rf | kr Leiter des Jnformationsamtes, Generaliekretar e aW L fiirion, die inhaltschwere Erklärung des Adnu- | bfls Darlan vor ben Vertretern der französischen : int! der ausländischen Presse. Ein bescheidener Rah- 11 nett, biefes „Friedens-Hotel", wo das Jnformations- I W: fein Quartier aufgeschlagen hat und wo 18 I Stimben lang am Tag die Schreibmaschmen klap- ! I#rn und die Vervielfältigungsapparate lausen. In km etwas luftigen, sommerlichen Dekor drängten I fh Franzosen und Journalisten aus allen Landern Ihn ben Generalsekretär Marion. Admiral Dar° In, der Mann, der neben dem Marschall p e - ; h n den Kurs der französischen Politik bestimmt, j N ernst und schweigsam; er hat den von Cnglano • en vorigen Jahr bei Dünkirchen an Frankreich ge- üblsn Verrat aus nächster Nähe miterlebt und wird H seines Lebens die Erinnerung daran mit stcy in w i mn dil i Das morsche Empire. Das über den ganzen Erdball verstreute britische Empire kann selbst bei oberflächlicher Untersuchung durchaus nicht als eine harmonische und organische Einheit bezeichnet werden. Aus dem Gefüge des britischen Weltreiches spricht nicht ein großer schöpferischer Plan, wohl aber erkennt man unschwer aus seiner bunten Zusammensetzung eine Kette von Zufälligkeiten, deren einzige verbindende ,^)dee" durch Raub- und herrschinstinkte verkörpert werden. Darum weift die Geschichte des Imperium Britannicum auch eine ständige Folge von regierungs-, verwal- tungs- und sührungsmäßigen Wandlungen auf. Der Weltkrieg hinterließ in dem britischen Empire eine Reihe von gefährlichen Spannungen. Die um die Früchte ihrer Kriegsopfer betrogenen Völker begehrten in steigendem Maße nach der ihnen versprochenen Freiheit. Das ganze Konglomerat von Kronkolonien, Protektoraten, selbständigen und halb- selbständigen Reichsgliedern war in Gärung geraten. Dieser Entwicklung konnte man in London nicht einfach mit nackter Gewalt begegnen, wollte man die zum Durchbruch gekommene Tendenz des Auseinanderstrebens nicht noch fördern. Man mußte daher eine neue Kompromißlösung zwischen dem Freiheitsdrang der Unterdrückten und dem Vergewaltigungswillen der britischen Plutokratie suchen. Man glaubte sie in der Proklamierung des „British Commonwealth ok Nations" gefunden zu haben, das als eine Art genossenschaftlicher Skatend und allen am Empire Beteiligten neue Freiheiten zugestand und zugleich wesentliche Vorteile sichern sollte. Mit jener erzwungenen Kompromißlösung tat London den bedeutsamsten Schritt von der souveränen Beherrschung zur imperialen Defensive. Wie die fpäteren Aufstandsbewegungen und die politischen Auflehnungen während des jetzigen Krieges in Palästina, Aegypten, Indien, Südafrika ufw. beweisen, wurden durch jene „Wundpflasterpolitik" die entstandenen Spannungen jedoch keineswegs aus der Welt geschafft. Ja, man darf sagen, daß alles, was sie an äußerer Schärfe verloren, sich in den Wurzeln verstärkte und ausbreitete. Schon aus diesen Gründen hätte England jeden ernsthaften Krieg zu vermeiden suchen müssen. Gelegenheit gab es hierfür übergenug. Die wiederholten Vorschläge des Führers hätten Britannien den so notwendigen Frieden einer ruhigen Entwicklung sichern können. Allein man lehnte ab und wählte den „reizenden" Krieg, um das Reich zu vernichten. Ein Beweis nicht nur für die totale Verkennung der machtpolitischen Gegebenheiten, sondern auch für die politische Senilität Englands, die nicht einmal mehr das Erkennen sowie Jnrechnung- stellen der eigenen Schwächen erlaubte. In diesem Zusammenhang bedarf es auch eines kurzen Seitenblicks auf die militärische Dekadenz, der für England selbst heute noch ausschlaggebendsten Waffe: der britischen Flotte. Sie war in allen bisher von den Engländern geführten Kriegen stets der bedeutendste Machtfaktor. Ihre Erfolge waren in ihrer überlegenen Schlagkraft begründet. Die Umwandlung dieser früheren Angriffswaffe in eine geflogen sei ... Bei Einbruch der Dunkelheit nageln nun die Bewachungsmannschaften unsere Zellen zu, in denen je sechs bis acht Gefangene zu Haufen hatten, auf den Gängen errichteten sie Stachel- drahwerhaue. 22 ober 23 Uhr mag es gewesen fein, als wir bemerkten, wie drei Schiffe, jedes etwa 2000 Tonnen, darunter ein Zerstörer, in den Hafen einlaufen und mit Leichtern die inzwischen abgezogenen englischen Truppen an Bord nehmen. Zwischen 3 und 4 Uhr morgens läuft dann der Verband aus. Sofort versuchen wir, unsere schwer per» barrifabierten Zellen aufzubrechen, was uns schließlich bei Morgengrauen gelingt. Wil einem Gewehr bewaffnet beim Vorstoß. W i r sind frei und können es kaum glauben. Mit einem von den Engländern zurückgelassenen Gewehr mit wenigen Schuß Munition geht zu» nächst ein Stoßtrupp von fünf Mann vor und trifft auf eine verlassene englische Flakstellung. Bald ist auch die Funkstation besetzt und schließlich kann schon ein stärkerer Trupp mit weiteren gefundenen Waffen zum Flugplatz vorgehen, wo wir mit Luftlandetruppen zusammentreffen. Ich selbst suche noch einmal unser Flugzeug auf, neben dessen Trümmern ich Oberleutnant St. und Oberleutnant Sch. tot vorfinde. Don den anderen beiden Kameraden keine Spur. Das Ende Kretas. — Die Insel in deutscher Hand. Was nun folgt sind Wunder der Schnelligkeit. Stürmisch drängen unsere Truppen nach allen Seiten vor. Der noch im Süden, Osten und Westen stehende Feind weicht zurück, und unaufhörlich ergeben sich ganze Züge und Kompanien. Der letzte Widerstand des Feindes ist gebrochen. Was übrig bleibt, gleicht mehr einer Polizeiaktion als einem kriegerischen Vorgehen. Die englische Herrschaft über Kreta ist zu Ende. Die Insel ist in deutschen Händen. Lügner Churchill am Pranger Englische Feststellungen. Stockholm, 5. Juni. (DNB.) Keiner der britischen Soldaten, die sich auj Kreta befanden, so drahtet der Kriegsberichter der „Daily Mail", Clif- forb, aus Kairo, habe Churchills Behauptung bestätigen können, daß deutsche Fallschirmjäger in neuseeländischen Uniformen abgesprungen wären. Allgemein sei ihm versichert worden, daß die Fallscksirmjäger beim Absprung vorschriftsmäßig grünleinene Ueber- kleid er mit Reißverschluß trugen, deren sie sich bann entledigten und in ihren" Uniformen kämpften. Mit diesem Schlag ins Gesicht gibt Clifford seinem Ministerpräsidenten' die gebührende Zurechtweisung für die Niederträchttgkeit, sogar vor dem versarn- melten Unterhaus es zu wagen, mit gemeinsten Lügen die Ehre der deutschen Truppen onzutasteL „Fleet in being", also in ein Instrument, das nicht mehr dem offenen Kamps dienen, sondern allein durch seine bloße Existenz beherrschend wirken sollte, bedeutete ebenfalls einen nicht zu überschätzenden Krästeverlust, der nur in der „imperialen Defensive" eine Parallele besitzt, und wie diese- als Ausdruck der fortschreitenden Ueberalterung zu werten und zu verstehen ist. Der Angriffsgeist der deutschen Kriegsmarine und die überlegene deutsche militärische Führung haben trotzdem die Flotte zum Kampf gestellt. Die Komponente der „Fleet in being", die Wirtschafte und Hungerblockade, zeugt schließlich vollends für den Verfall des kämpferischen Geistes in England. Nur die britische Agitation vermag in alledem einen Ausfluß englischer „Friedensliebe" zu erblicken. Die klar und unvoreingenommen denkende übrige Welt sieht hierin allerdings ausschldeß- lich Merkmale einer bedenklichen Altersschwäche, die in ihren Methoden und Erscheinungsformen der Umstellung eines gealterten Wilderers von der Büchse auf die Schlinge ähnelt. Aber auch das für den modernen Krieg entscheidend wichtige wirtschaftliche Wesensgefüge wies bei Britannien bereits vor Beginn des gegenwärtigen Entscheidunaskampfes mannigfaltige Zeichen eines dekadenten Abstieges aus. Man braucht nur die Entwicklung der Ein- und Ausfuhrzahlen der letzten Jahrzehnte miteinander zu vergleichen, um zu erkennen, daß die wirtschaftliche und agrarpolitische Grundlage Englands keinerlei Lichtblicke für die Zukunft zuließ. Noch 1913 konnte man von einer „gesunden" englischen Wirtschaftsordnung sprechen; denn der damals bestehende Einfuhrüberschuß wurde immerhin durch die Einkünfte aus den Kolonien, der Schiffahrt, dem Nachrichtenmonopol, dem Versicherungswesen und vor allem durch die Zinsen der im Ausland angelegten englischen Kapitalien gedeckt. In dem letzten Jahrzehnt stieg die Einfuhr nach dem Mutterland jedoch derart, daß eine Deckung der passiven Bilanz unmöglich wurde, und England folglich von seinem Auslandskapital, dessen Zins- einkünfte das Fundament des britischen Außenhandels überhaupt lieferten, beträchtlich zu zehren begann. Britannien produzierte schließlich vor Beginn des gegenwärtigen Krieges nur noch nahezu den halben Gegenwert feiner gewaltigen Einfuhr, die fast 80 vom Hundert des vom Mutterland benötigten wirtschaftlichen Gesamtbedarfs ausmacht. Diese ungesunde Entwicklung zwischen sinkender Produktion und steigendem Konsum bildete gleichfalls einen beachtlichen Teil der sich kontinuierlich vollziehenden Katastrophe. Bei einer so verbauten Volkswirtschaft, der obendrein noch durch den ständigen Rückgang der eigenen Landwirtschaft jegliche Sicherung der nationalen Er- nahrungsbasis fchlte, muß man sich insbesondere während langer und kostspieliger Kriegszeiten auf mancherlei unliebsame Ueberraschungen gefaßt machen. Die „Ueberraschungen" blieben denn auch nicht aus. England kann seine Material- und Sachbestellungen im Ausland bereits jetzt nicht mehr in Gold, Wertpapieren oder Devisen bezahlen und ist daher völlig von fremder Hilfe abhängig, während gleichzeitig im Inneren die Lebensmittelrationen durch die deutsche Gegenblockade immer spärlicher werden. Wie die militärische, so sprach auch die wirtschaftliche Strukturveränderung Britanniens gegen einen Krieg. Auch das kann selbst beim besten Willen nicht als Beweis britischer „Friedfertigkeit" ausgelegt werden. Albion befand sich vielmehr unter seiner plutokrcttischen Führung seit langem auf dem abschüssigen Weg zum Rentnerstaat. Die einflußreichen politischen Hasardeure, wie Churchill und Genossen, glaubten dennoch blindlings an ihr Kriegsglück. Die Lebensansprüche überfliegen einfach in jeder Beziehung die vorhandenen Einkünfte. Nur Größenwahn, Bequemlichkeit und mangelndes Denkvermögen konnten den Briten die Illusion einimpfen, daß gerade die Wirtschaft ihre „starke Seite" wäre. Es ist selbstverständlich, daß derartige Verfallserscheinungen ihre tieferen Wurzeln haben. Die imperiale, militärische sowie wirtschaftliche Dekadenz ist mithin ohne die volkliche undenkbar. In England hat sich feit der Beendigung des Weltkrieges ein außerordentlich starkes Ruhe- und Genußbedürfnis breitgemacht. Das englische Volt gehört — im scharfen Gegensatz zu den Völkern der Achse und des Dreierpaktes — zu den sterbenden, deren innere volkliche Vergreisung unabwendbar ist. Aus dieser volklichen Dekadenz resultiert auch die geistige Erstarrung und Verkalkung, die zwangsläufig in einer Zeit großer Auseinandersetzungen einerseits zur hysterischen Despotie und anderseits zu der bekannten Jllusionskrankheit aller Gestrigen führte. Der englische Historiker Seeley wies schon vor rund 50 Jahren auf die Folgen und Gefahren dieser Entwicklung mit der Feststellung hin: „Unser Mangel irgendeines hohen Ideals, die Gewöhnlichkeit unseres Lebens und unserer Ziele, der Verfall jener starken Individualität, die einst unser Stolz war, unser Mangel an jeglicher moralischer Große, welche der weiten Ausdehnung der englischen Rasse entspräche, all das kann uns wohl in Schrecken fetzen und uns mit der Ahnung eines schmählichen nationalen Untergangs erfüllen." Seeley hat die Morschheit des Britischen Empire und seine tieferen Mängel sowie Schwächen richtig erkannt. „Der schmähliche nationale Untergang" ist heute bereits zur unabwendbaren Gewißheit geworden. Er wurde durch die Engstirnigkeit und den Vergewaltigungswahn der regierenden plutokrati- schen Oberschicht unwiderruflich zu einem infernalen Schlußakt gedrängt. Ein Volk, das weder über die moralischen noch über die geistigen Kräfte verfügt, um wenigstens im eigenen Lande mit der sozialen Ungerechtigkeit, der Arbeitslosigkeit, den Elendsvierteln, der Verstädterung, der jüdischen Verbastardierung und der politischen Korruption fertig zu werden, ein solches Volk hat nicht das Recht, irgendeinen Führunas- ober Herrschastsanspruch zu erheben. Morsches muß zerbrechen, damit das Junge Platz hat, feinen Wog zu bahnen. Oie deutsche Gegenblockade. Versenkte englische Post. Rom, 6. Juni. (Europapreß.) Die englische Post- verwaltung hat nach einem Bericht der römischen Abeichpresse mitgeteilt, daß alle in der Zeit vom 1. bis 25. April in England mit der Bestimmung nach Südamerika und Südgeorgien aufgegebenen Postpakete infolge der Versenkung der Postdampfer verloren gegangen sind. Für Versendungen nach Kanada, Neufundland und den USA. lehne die Post jede Verantwortung ab. Auch die in der letzten Aprilwoche und in den ersten Tagen des Monats Mai nach den nordirischen Provinzen aufgegebenen Briefe hätten als verloren zu gelten. Englands Enttäuschung über Kreta und zutiefst beunruhigt. :nnerstaq SA. seit jilrut »Das Land ist ernsthaft betroffen JJWen iS bür JJSsbefc .Kg fc V.u «i fflM L perld i < «jr aus - ,'^ber w M6115 janen Gl« ^okmn Genf, 5. Juni. (D9c^>.) Die Londoner Donnerstagspresse gibt sich in fpaltenlangen Berichten und Darlegungen über die Kampfhandlungen auf Kreta alle Mühe, die Frage zu klären, wer und was schuld an diesem neuen Rückzug für die Engländer gewesen fei? So schreibt die „Time s", auf Kreta habe sich zum vierten Male in diesem Kriege ein Rückzug der Engländer auf dem Seewege abaespielt. Der genaue Umfang der britischen Verluste sei noch nicht bekannt, zweifellos aber seien die englischen Schiffsverluste bei der Verteidigung der Insel äußerst schwer gewesen. Die Hauptwaffe der Deutschen sei das Flugzeug, schreibt das Londoner Blatt. Wie die Deutschen ihren Sieg ausnützten, und er werde ganz sicher ausgenutzt, sei im Augenblick ungewiß. Sicher sei aber, daß die deutschen Truppen auf Kreta gute Stützpunkte für Luftangriffe gewonnen hätten. Für die englische Flotte fei nun die Schwierigkeit entstanden, daß sich eine neue gefährliche M «erenge zwiscyen Kreta und der Cyrenaika gebildet habe, bei deren Durchfahren die englischen Kriegsschiffe in Zukunft in jedem Augenblick auf Luftangriffe gefaßt sein müßten. Die „Times" kommt Ichließlich zu dem Schluß, daß es nicht nur die Unzulänglichkeit in der Ausrüstung fei, die den Engländern keinen längeren Widerstand ermöglichte. Im wesentlichen hätte die Kampfart, zu der die Engländer durch die Methode des deutschen Angriffes gezwungen worden seien, einen Erfolg Englands auf Kreta unmöglich gemacht. „Daily H e r a l d" läßt sich von seinem Sonderkorrespondenten aus Kairo zur Niederlage auf Kreta dahin unterrichten, es hätten nicht nur Flugzeuge gefehlt, sondern ganz allgemein habe es den verantwortlichen militärischen Stellen der Engländer an der erforderlichen Voraussicht gemangelt. Bereits zu Beginn des Kainpfes fei klar gewesen, daß englischerseits die erforderliche Unterstützung aus der Luft nicht gewährt werden konnte. Es sei ein großer Fehler deshalb gewesen, daß man sich dennoch entschloß, um die Insel zu kämpfen. Im Leitartikel geht das Blatt noch näher auf diese Bemerkungen feiner Kairoer Korrespondenten ein und schreibt gleich einleitend, „wir sind mehr als einmal Narren in diesem Krieg gewesen". Den Rückzug nennt das Blatt „im höchsten Maße beunruhigend", und zwar nicht nur, wie es schreibt, wegen der unmittelbaren militärischen Folgen, sondern weil damit die Frage aufgeworfen werde, ob England überhaupt über eine wirkliche Kriegsstrategie verfüge. Man habe beretts mehrmals selbst an zuständiger Stelle die feindliche Stärke erheblich unterschätzt. Noch am 22. Mai habe, bestimmt nicht ohne Genehmigung des britischen Oberkommandos der Luftwaffe, Lustkommodore Goddard in einer Rundfunkrede gesagt, daß Luftlandetruppen niemals Kreta ein» nehmen konnten, jetzt aber hätten Luftlande- truppen Kreta erobert „News Chronirle" schreibt, das ewige Gerede in den amtilchen Erklärungen, als könne sich diese oder jene britische Niederlage nicht wiederholen, solle endlich aufhören. Man solle vielmehr begangene Fehler einsehen und endlich versuchen, wenn auch sehr verspätet, besser zu machen. Der militärische Korrespondent des „News Chronicle" versucht, alle Schuld für die Niederlagen dieses Krieges auf die Schultern des britischen Schatzamtes zu legen und schreibt u. a., daß unter der gro- l|i?0.°rn, L 'hr % ifiLN Mftiiai 'ÄS’ Rh te jjüisl6» SsÄ I« * ßen Öffentlichkeit in England wenige Menschen seien, die sich darüber im klaren seien, daß das britische Schatzamt nych immer von denselben düro» kratischen Lords der Friedenszeit verwaltet werde, die jede Kriegsanstrengung des Landes unnötig aufhielten. Der bekannte englische Militärschriftsteller Li- b e LI Hart kommt in einer längeren Betrachtung in der „Daily Mail" zur Niederlage auf Kreta zu dem Ergebnis, daß das britische Oberkommando immer noch viel zu langsam denke. Die Vertreibung der Engländer von Kreta, so bemerkt er wörtlich, sei in verschiedener Hinsicht der sch w e r ft e Schlag, der Großbritannien bisher von den, Deutschen versetzt worden sei. Man könne nicht mehr beschönigen, sondern brauche vielmehr Klarheit und Offenheit, um den Tatsachen schonungslos ins Auge zu sehen. Jrn Leitarttkel macht das Blatt der englischen Regierung schwere Vorwürfe, daß die einzelnen Ministerien zu schleckst organisiert feien. Das Land fei ernsthaft betroffen über die Entwicklung, die die militärischen Dinge nehmen. Man frage sich, ob Churchill wisse, daß die Bevölkerung Englands bereits über Griechenland entsetzt gewesen sei. Vielleicht könne man ihn jetzt dazu bringen, daß er erkenne, wie zutiefst beunruhigt seine Engländer über die Niederlage auf Kreta feien. Großbritannien brauche neue Ideen. Während Englands Soldaten mehr Schiffe und Ausrüstungsgegenstände, als sie zur Zeit besäßen, benötigten, verschwende man in England selbst in Rüstungsbetrieben die Arbeitskräfte. Bei Kreta versenkt. Berlin, 5. Juni. (DNB.) Der britische Zerstörer „Encounter" ist nach Aussagen Gefangener in den Luft- und Seekämpfen bei Kreta durch deutsche Kampfflieger versenkt worden. Die britische Admiralität, die bisher nur die Versenkung von drei Kreuzern und vier Zerstörern in den Kämpfen bei Kreta zugegeben hat, hat den Verlust der „Encounter" ebenso.wie die Vernichtung einer Anzahl weiterer Kreuzer und Zerstörer noch nicht eingestanden. Englands „Echiffslazarett^ Gibraltar La Linea, 5. Juni. (Europapreß.) Im Militärhafen von Gibraltar liegt eine größere Anzahl ft ä r t e r e r Marine-Einheiten. Es befinden sich dort drei Flugzeugträger, ein Schlachtschiff und zahlreiche Zerstörer und U-Boote. Sämtliche Einheiten haben sich an den Kämpfen um Kreta oder gegen die „Bismar ck" beteiligt und müssen, wie die spanischen Berichterstatter aus La Linea melden, erhebliche Schäden ausbessern. Zwei der Flugzeugträger haben beschädigte Flugzeuge abgeladen und neue an Bord genommen. Gerüchtweise verlautet, man warte in Gibraltar auf die Ankunft mehrerer Truppentransporter, die sich auf der Flucht von Kreta befinden. Im Hasen von Alexandrien sind drei stark beschädigte englische Zerstörer eingetroffen. Luftangriff auf Alexandrien. Stockholm, 5. Juni. (DNB.) Wie Reuter aus Kairo meldet, wurde in der Nacht zum Donnerstag auf_ Alexandrien ein Luftangriff durckgeführt. Bei dem Angriff feien über hundert Personen getötet worden. Neue Träger des Ritterkreuzes Der I.Artillerieoffizier der „Bismarck". Berlin, 5.Juni. (^)NB.) Der Führer uni)' Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf den ihm durch den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Ra ed er, vorgelegten Am trag des Flottenchefs, Admiral, ßütjens, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Korvettenkapitän Schneider, bem 1.Artillerieoffizier des Schlachtschiffes „Bismark". Die Verleihung erreichte Korvettenkapitän Schneider auf funkentelegraphifchem Wege. Er hat durch den glänzenden Einsatz der schweren Arttllerie des Schiffes den brittfchen Schlachtkreuzer „Hood" beretts nach fünf Minuten vernichtet und ach fließend sofort nach dem Zielwechsel auf das britvfdje Schlachtschiff „Prince of Wales" Treffer erzielt,'die den Feind zum Abdrehen zwangen. Korvettenkapitän Ad albert Schneider wurde am 10. März 1904 in Halle geboren. Am 30. März 1922 trat er als Freiwilliger in die Kriegsmarine ein. Nach der Fähnrichszeit auf dem Linienschiff Hannover" und nach einem Kommando als Leutnant zur See auf dem Linienschiff „Schleswig-Holstein" kam er als Wachoffizier zur Torpedobootswaffe. 1934 bis 1936 hatte er ein Kommando als Artillerieoffizier auf dem schweren Kreuzer „Deutschland", während dieser Zeit erfolgte seine Beförderung zum Kapitänleutnant. 1937 war er als Artillerieoffizier auf dem Kreuzer „Nürnberg" und wurde anschließend in das Dberfommaiwo der Kriegsmarine als Referent berufen. Dann wurde der 1938 zum Korvettenkapitän beförderte Offizier 1. Artillerieoffizier auf dem Schlachtschiff „Bismarck". Für besondere Verdienste an allen Fronten. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarfchall von B r a u ch i t f ch , das R i 11 e r k r e u z d e s E i s e r- nen Kreuzes an: Generalmajor von Greiffenberg, Chef des Generalstabes einer Armee; Oberst i. G. Zeitz- l e r, Chef des Generalstabes einer Panzergruppe. Generalmajor von Greisfenberg, zu Beginn des Krieges Chef der Operationsabteilung im Generalstab des Heeres, hat an den großen Erfolgen des Heeres in den Feldzügen gegen Polen und Frankreich hervorragenden Anteil. Seine großen Fähigkeiten kamen erneut bei der Durchführung des Balkanfeldzuges zum Ausdruck, bei dem er sich als Chef des Generalstabes der Armee des Generalfeldmarschalls List besondere Verdienste erroürb. Persönliche Tapferkeit und Einsatzbereitschaft verbinden sich in der Person des Generals mit hohen Führereigenschaften. Oberst i. G. Zeitzler, Chef des Generalstabes einer Panzergruppe, hat sich nach dem Polenfeldzug im Westfeldzug besondere Verdienste erworben Mit unerhörter Tapferkeit und Vertrauen auf das Gelingen traf er die erstmalige Vorbereitung einer Panzert)ewegung bisher nie dagewesenen Ausmaßes, die zum vollen Erfolg führte. Wie im Westfeldzug, I Wen BW 3n i M neu, neuen r j) nich M wird 8 Munos itipf bs > St jdjnien, i-r°« jnb an. 1 ■Die h-r W in Dl W ber ' M der x, Tanks' mppen fei (tu formte r ftoa 50 1 [(langer M-los ipn Groß! ihorönete l lim Sorg Die Hälfte der LlSA.-Küstenschiffahri für die Englandhilfe. Washington, 5. Juni. (Europapreß.) DU nordamerrkanischen Küstenreedereien wurden von der Marinekommisfion aufgefordert, die Hälfte ihrer Kustenschi'7fe sofort für Fahrten im Dienstder Englandhilfe zur Verfügung zu tellen. Dadurch kämen weitere 65 Schiffe mit msge* samt 377 00 BRT. zu den bereits übernommenen 900 Fahrzeugen hinzu, was die Dringlichkeit des englischen Tonnagebedarfs beleuchtet. Präsident Roosevelt hatte Anfang Mai jedoch 2000 Kusiew fahrzeuge gefordert. Portugal beugt vor. Truppenverstärkungen für die Kolonien. Lissabon, 5. Juni. (DNB.) Portugiesisch« Flieger- und Nachrichtentruppen verließen am Mittwoch mit dem Dampfer „Mirandella" (5179 BRT) Lissabon, um die Garnisonen auf den Azoren 3u verstärken. Kriegsmaterial und Flugzeuge be* finden sich an Bord. Weitere Verstärkungen an Infanterie werden im Laufe des Monats Juni die Reise nach den Azoren, den Kapverden uni nach Portugiesisch Afrika zur Verstärkung der dort stehenden Garnisonen antreten. Englische „Humanität". Verbrechen einer englischen N-Boot-Besatzung. Rom, 5. Juni. (DNB.) Ein italienisches ll-Boot unter dem-Befehl von Kvrvettenkapttän Doca- t u r o, das im Atlantik einen 12 000-Tonnen-Danw' fer versinkt hatte, fand späterhin zwei Schiff' brüchige des französischen Fifchdampfers „Notte Dame de Chatelet", die feit sechs Tagen ohne Nahrung und am Rande ihrer Kräfte waren Hierbei kam man einem neuen Verbrechen der britischen Kriegsmarine auf die Spur. Der französische Fifchdampfer war von einem englischen U-Soot angeh alten und durch' sucht, dann aber wieder freigelassen worden. Wenig später jedoch wurde der Dampfer ohne irgendeine vorherige Warnung versenkt. 15 Mann der 29k op sigen Besatzung, darunter der Kapitän, wurden getötet, während die übrigen in die beiden Retz tungsboofe gingen. Das kleine Boot mit fünf Schiffbrüchigen wurde von dem U-Boot unter Ma» schinengewehrfeuer genommen und sank, wobei alle fünf Insassen den Tod fanden. Don den übrigen neun verübten sieben im Laufe der schreckenstage, die die Schiffbrüchigen allein mit nur knappstem Proviant und wenigen Litern fer durchlebten, in einem Wahnfinnsanfall Selbftz mord. Gonderkonferenzen in Tokio. Tokio, 6. Juni. (DNB.) In der Amtswohnunz des Ministerpräsidenten fand am Donnerstagvornm- tag die sogenannten Le rbindungs ko n ferenz des Ko. binetts und der Chefs der Armee und der Manm statt. Kriegsminister T o j o begab sich anschließend in den Palast des Tenno, um über die Fraaei seines Dienstbereiches zu berichten. Außenminister M a t f u o k a , der ebenfalls der Derbindungskow ’ ferenz beiwohnte, hatte später längere Besprechungen mit den Chefs des Büros für Milttärangelegenheiiei im Kriegs- bzw. Marineministerium, Generalmajor M u t o und Konteradmiral Oka. Außerdem faiü am Donnerstag eine Konferenz des Kabinettsrater statt, in deren Verlauf der Chef des Büros für LhinaMngeletzenhetten über Fragen des China konstiktes berichtete. In der Amtswohnung des Minifterpräfidenür Fürst K o n o y e fand am heutigen Freitagmorae« wieder eine So nderkon ferenz zwischen der Regierung und der Führung der Armee und Ma rine statt. In mehr als einstündiger Konferenz wurden, wie die Agentur Domei berichtet, „verschieden-? Probleme behandett, denen Japan augenblicklich gegeijl übersteht". Winants Besuch in Amerika. Protest und Hilfruf Churchills. Washington, 5. Juni. (Europapreß.) Der USA.-Botschatter in London, Winant, der zm Zett in Washington weilt, verhandelte mit HuU und Roosevelt. In der USA.-Oesfenttichkett wird der Besuch stark beachtet. Der gewöhnlich gut unterrichtete Washingtoner Korrespondent der „New Dock Daily News" schreibt u. a., Winant habe aus London „einen bitteren Protest Churchills mitgebrächt über das Versäumnis der OSA.-Regie- rung, die den Jugoslawen und Griechen in Aussicht gestellte Hilfe in die Tat umzusetzen, wodurch der Zusammenbruch dieser beiden Balkanstaaten nm verursacht worden sei". Aufschlußreich über die Beurteilung der Lage Englands durch die USA. ist ein von item gleichen Korrespondenten als in Washington umlaufen!) bezeichnendes Gerücht zu nennen, wonach England kaum in der Lage fei, aus eigener Krask bis 1942 durchzuhalten. Der außenpolitische Mitarbeiter des Scripps-Howard-Konzerns, William Philip Simms, veröffentlicht im „New Nork World Telegram" und anderen Zeitungen des Konzerns einen Bericht, wonach ®inant dem Präsidenten im Auftraae Churchills die schwierige Sagt: Englands geschildert habe, das sofortige effektive Hilfe notwendig brauche, um sich, halten zu können. Simms bemerkt abschlie- ;end, Roosevelt stehe jetzt vor einer heiklen Elü- cheidung, weil die Bereinigten Staaten nicht aus' den Kriegseintritt vorbereitet seien. llliard Wr fomr Sespc '' üom, 5 Iöaho chen P igen gc ]ber En gl en hat nmensl r hott neue iTny Mi? Strafeei i m Ihn WM aon Öfchen. Di Bte Wach Ame Gute „Di . Jashii t 009655 1 I Kto Tinsch! I S Be | ! Wng so zeichnete er sich auch in dem Baltanfeldzug durch rücksichtslosen Einsatz der eigenen Person besonders aus. Dank an die Bulgaren. Sofia, 5. Juni. (DNB.) Der Oberkommandie- rende der 12. deutschen Armee, Generalfeldmarschall List, hat an den bulgarischen Innenminister G a b r o w s k i ein Schreiben gerichtet, in dem der Dank für die Aufmerksamkeiten und die Gaben, die die bulgarische Bevölkerung den deutschen Truppen geschenkt hat, zum Ausdruck gebracht wird. In bem. Schreiben wird hervorgehoben, daß dadurch bei den Soldaten der 12. Armee die Erinnerung an die große Zeit der Erneuerung der deutschbulgarischen Waffenbrüderschaft für immer wachgehalten werde. Der Generalfeldmarschall bittet den Innenminister, den bulgarischen Gemeinden feine Dankbarkeit auszusprechen. Bardoffys Besuch in Rom. Enge Freundschaft mit Deutschland und Italien. Rom, 5.Juni. (DNB.) Bei dem zu Ehren des ungarischen Ministerpräsidenten veranstalteten Empfang hielt Mussolini eine Ansprache, in der er u. a. erklärte, die Teilnahme Ungarns am Dreimächtepakt habe der engen Freundschaft mit Italien und Deutschland die Weihe gegeben und einen wertvollen Beitrag für die Formung des neuen Europas gebildet. Mit besonderer Genugtuung sehe Italien die Verwirklichung der berechtigten Ansprüche Ungarns, die es stets und herzlich begünstigt habe. In der neuen Ordnung, die sich in Europa vorbereite, werde Ungarn, entsprechend der Gerechtigkeit, die notwendigen Bedingungen zur natürlichen Entwicklung seines nationalen Lebens und neue Motive zu engeren Beziehungen und zur Solidarität mit den befreundeten Mächten finden. In feiner Antwortrede betonte Ministerpräsident Bardoffy, das ungarische Volk zolle feine tiefe Bewunderung der heroischen Ansttengung, dem Opfergeist, den die gesamte italienische Nation und sein Heer im Interesse einer besseren europäischen Ordnung bezeugten. Die ungarische Regierung und die Millionen Ungarn, die sich um sie scharten, seien fest überzeugt, daß nur durch die Zusammenarbeit mit Italien und Deutschland eine Neuordnung des Donauraums erreicht werden könne. Am Donerstagnachmittag empfing der P a p st den ungarischen Ministerpräsidenten. Anschließend hat von Bardosiy auch dem Kardinalstaatssekretär M a g l i o n e einen Besuch abgestattet, den dieser kurz darauf in der Villa Madama erwiderte. Mittags nahm der ungarische Ministerpräsident mit seinem Gefolge an. einem ihm zu Ehren vom.Großmeister des Malteser-Ordens gegebenen Frühstück teil. Am Nachmittag besichtigten von Bardosiy und sein Gefolge die Sehenswürdigkeiten Roms. Am Abend fand auf der ungarischen Gesandtschaft beim Quirinal ein Essen zu Ehren des ungarischen Ministerpräsidenten und Außenministers statt, an dem u.a. der italienische Außenminister Gras Ciano und der Generalstabschef der italienischen Web» i macht, General Cavallero, teilnahmen. UH I 23 Uhr hat Ministerpräsident B ardossy iy | Sonderzug Rom wieder verlassen. Der italienische Bericht. Rom, 5. Juni. (DNB.) Der ttalienische Weh» Machtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wort, laut: In Nordafrika hat das Feuer unserer Atz tillerie in den Verteidigungsanlagen von Tobruk beträchtlichen Schaden angerichtet. Unsere Füi- zeuge haben erneut Schiffe und Anlagen diese, Stützpunktes bombardiert. Im Aegäischen Meer haben feindliche FlußI zeuge in der Nacht zum 4. Juni die Insel Rhodos bombardiert und einigen Schaden verursacht. In Ostafrika wurden im Gebiet von Gallund S i d a m o feindliche Kräfte durch eine ze. meinfame Aktion zweier Kolonnen in die Flucht geschlagen. Ein weiterer Angriff unserer Kolonia!, j abteilungen hat dem Nigeria-Regiment schwere Verluste beigebracht. Unsere Iä^er haben eine Hurricane abgeschossen. Ein weiteres Flugzeuz i wurde durch MG.-Feuer abgeschossen. > '.** ’n#?. Mit* ————Hü .Jr . '-.H > -W' d.» ** äfts*» ik».. - *. a ' '. x. . Der König bzw. die königliche 23emxittimg im Das war vor einem Jahr wagen, die über eine von : unb| lgenbliL der £i(i in 3ro t von Speck steht stramm grüßenden Am 6. Juni 1940 wurde Linie auf der ganzen Front kommandos. General Ritter am Kartentisch. Er winkt die die Weygand- durchstoßen. en Ken. - 119er heran, legt den beiden Unteroffizieren die Arme auf die Schultern und ruft voll Freude: „Jungens, ich gratuliere euch. Ihr wart es, die den Ehemin des Dames stürmten, ich werde euch dafür in den Heeresbericht bringen." Dann erkundigt er sich nach den Verwundeten der Kompanie und zeigt dem Spähtrupp auf der Karte, wie er am besten weiterkommt. — Das war der deutsche General von 1940, der die Stürmer vom Ehemin des Dames 3um Siege führte. Wenige Tage später ist er an der Spitze seiner Truppen gefallen. preß.) -1 inten * t M sahnten* ersiiM e mit rnomntpS MiL W WM Englands Gewalt in Aegypten. Die Borgeschichte der ägyptischen Kabinettskrise. „Sie hörten Frontberichte der Propagandakompanien." Von Schwierigkeiten, die „am Wege"' liegen. Bon Kriegsberichter Robert Gurezka. ich Eit ernt ft( NlpoW jrns, Ü ImL 1 der t" 1 Präsi^ erige geeii'- , umh' ft Ft. eitlen ft nicht«! et seie» !e faa SenlniiA nlhin^ frechiü» leseichHc nerolnuj rdem j2 'inettsiQ Vüroz i PräfN en u"- . 5179 1 AZ< ugM! rfunge®,’ its Leests ches an mei % lamPE M gnv; fän.C beide S - l« aße^ ilQ9noiS T3 besfc es Mr» .nschlir^ iP[ X.UU)|< C'pjiere, eine e ny i i । uj e jiuiiiiuus u u e i u i (A*tWiii zzyptische Polizei sowie die Mitwtr fing Le g y p te n s an der Errichtung neuer B e Und diese Sorge „beflügelt den eilenden Fuß". Ein Kradfahrer entdeckt die Möglichkeit, durch ein Flugzeug mitgenommen zu werden. Er verbrachtet sein Krad und fliegt nun mit der Maschine. Er ist sicher, jetzt wird er rechtzeitig am Ziel antreffen. Sein Kamerad muß sich anders helfen. Als an einer Stelle gar keine Aussicht besteht, mit dem Krad durchzukommen, steigt er ab und tragt das Material in mühevollster achtstündiger Kletterei über das Gebirge zur nächsten „Verbindungsstelle". Es ging aber nicht immer so glatt. Manchmal traten Verzögerungen ein, z. B. an dem Tage, als ein Kradfahrer zu Tode stürzte oder damals, als ein anderer sich schwerste Verletzungen zuzog ober auch in jenen Fällen, wo hier und da ein Krad irgendwo im Gebirge einfach stehen blieb. Das Ziel aller Kradfahrer sind die „Verbindungsstollen". Drei oder vier Soldaten mühen sich dort nahezu pausenlos Tag und Nacht. Ihr Dienst ähnelt dem Betrieb auf einem kleinen Postamt. Kunden sind die Kradfahrer. Sie treffen zu jeder Zeit ein, auch mitten in der Nacht. Daher kennt man bei diesen „Postämtern" kein Schild mit der Aufschrift: „Schalterstunden von ... bis ...". Immer haben diese paar Männer „auf Draht" zu sein Einen ebenso anstrengenden Dienst haben auch die Besatzungen der Kurierflugzeuge Täglich sind alle Verbindungsstellen arnufliegen. Das bedingt eine 10= bis 12stündige Flugdauer bei mehreren Zwischenlandungen, die stets mit Uebernahmearbei- ten ausgefüllt sind, und eine reine Flugzeit von 8 bis 10 Stunden. Sie überfliegen täglich große Teile Europas, und es fehlt oft an der Zeit, um etwas warmes zu essen Der Kompanieführer hat seinen Bericht beendet. Als wir auf die Straße treten, hören wir von dem Lautsprecher nur noch den einen letzten Satz: „Sie hörten Frontberichte der Propagandakompanien!" PK. Kurierflug zu den Propagandakompanien in Serbien und Griechenland: gestern abend noch in Berlin, heute am Acgäischen Meer. Wohin das Auge schweifen mochte, überall war Gebirge. Hat denn dieses Land keine Straßen? Schon lange sucht das Auge nach irgend etwas, was diese wirre Landschaft kühn durchschneidet, Tal mit Tal verbindet und Kunde gibt vorn Leben und Verkehr. Nur Pfade scheint es dort zu geben. Nein, dort ist auch eine Straße. Getreulich folgt sie den Windungen des Tales, senkt sich in zahllosen Serpentinen einen Berg hinab und mündet plötzlich in einen Fluß. Aber das ist nur eine Täuschung. Hinter dem schroffen Felsvorsprung geht die Straße wieder weiter, dicht neben dem Wasser entlang, nur etwas höher. Gerade führt eine Nachschubkolonne über sie dahin. Die schweren Lastwagen scheinen mit der einen Seite die Felswand zu streifen und mit der anderen über dem Abgrund zu schweben; so schmal ist diese Straße, die aus unserer Karte mit einem dicken roten Strich bezeichnet ist. Auf einem Feldflughafen am Aegäischen Meer führt die Ju die letzte Landung dieses Tages durch. Bald darauf sitze ich dem Führer einer Propagandakompanie gegenüber Wir sprechen von dem Einsatz seiner Männer. An allen Brennpunkten der viele hundert Kilometer langen Front sind sie als Kriegsberichter eingesetzt. Täglich sendet der Rundfunk ihre Frontberichte bringen die Zeitungen Wortberichte und Bilder von der dramatischen Entwicklung der Operationen, künden die Wochenschauen von der Kühnheit unserer Divisionen und von dem Einsatz der PK. So muß es sein, denken der Rund- feuer von Weltkrieasformat erkämpft der deutsche Soldat den Aisne-Kanal und stürmt den Ehemm des»Dames. Der Feind aber überwindet den Stuka- Schrecken und rafft sich auf zu starken Gegenstößen mit Unterstützung von Panzern. In brütender Hitze kommt es an den verschiedensten Abschnitten zu erbitterten Einzelkämpfen, bei denen das Heldentum des deutscher! Soldaten von 1940 in hellstem Lichte erstrahlt-Als der blutige Tag zur Neige geht, steht die württembergische 2d. Division trotz wiederholter feindlicher Gegenstöße unerschüttert auf dem Kamm des Ehemin des Dames und hält die M a l m a i» so n-F e rm e , die den Kämpfen dieses Tages nach 25 Jahren ein zweites Mal zum Opfer gefallen ist. In diesem Abschnitt liegt auch am nächsten Morden, am 6. Juni 1940, der Schwerpunkt des Angriffs, der wiederum durch ein wahres Höllenkonzert von Bomben und Granaten eingeleitet nrirb. Neue Truppen ersteigen den Ehemin des Dames. Wiederum fetzt der Gegner Panzerwagen zu Gegenstößen ein, aber der deutsche Soldat wird mit ihnen fertig. Acht Panzer werden allein von Oberleutnant Päckelmann, dem Führer einer Schützenkompanie, zur Strecke gebracht. In zähem blutigen Ringen geht es Schritt für Schritt vorwärts. Am Abend des 6. Juni ist die historische Höhenlinie in einer Breite von 10 Kilometer fest im Besitz deutscher Bataillone, und schon stürmt die vorderste Division o>eiter vor und erreicht die Aisne. „Furchtbar sind die Spuren der beiden Kampftage", heißt es in dem Bericht der angreifenden Armee. „Gruppen- und reihenweise hat das deutsche Artilleriefeuer, haben Bomben und MG.-Gar- ben die französischen Spldaten hingemäht. Zumal den Alpenjägern brachten die beiden blutigen Tage ungeheure Verluste. Sie haben sich ausgezeichnet geschlagen, aber sie haben sich davon überzeugen lassen müssen, daß sie sich mit deutschen Infanteristen nicht messen können." Als die Aisne erreicht ist, trifft ein Spähtrupp von der 9. Komp. Jnf.-Regts. 119 in einem Waldstück bereits auf den Gefechtstand des General- Dichy, 6.Juni (Europapreß.) lieber die Dor- Schichte des Rücktrittes des ägyptischen Ka- Mtts S i r r t Pascha wird hier nach Meldungen Kairo bekannt, daß die englischen Behörden «n dem zurückgetretenen Kabinett die Entwaff- njn g der ägyptischen Armee, die Derab- ijx ,-iedung einer Anzahl England nicht genehmer !elqr^' LfiZiere, eine englische Kontrolle über d i e Am 6. Juni 1940 war im Zuge des neuen Antretens des Heeres an der Südfront die Weygand-Lmie auf der ganzen Front durchbrochen worden. Unsere Aufnahme aus diesen Tagen zeigt schwere Panzer- •" Pionieren errichtete Behelfsbrücke über die Aisne fahren. (PK.-Schäfer-Scherl-M.) Beisetzung Wilhelms II. in Doorn. Doorn, 5.Juni. (DNB.) Der ehemalige Seifer Wilhelm II. wird entsprechend seinem kixenen Wunsche in Doorn beigesetzt werden, me Beisetzung sindet am Montag statt. Kehrmachtbeamte sind Kombattanten Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht $üt einen Erlaß bekannt, der Klarheit über die Bettung der Wehrmachtbeamten hinsichtlich der Astimmungen der Haager Landkriegsordnung Kifft. Danach sind die deutschen Wehrmachtbe- tnten berechtigt, und nach Maßgabe ihrer Dienst- »biegenheiten verpflichtet, sich mit der Waste an Scmpfhandlungen zu beteiligen. Dies gilt nicht für Hl unter dem Schutz der Genfer Abkommen stehender im Sanitätsdienst eingesetzten Beamten sowie Hi Feldgeistlichen. Hiernach sind also die deutschen ^hrmachtbeamten Kombattanten im J-165 SiL 3 der Haager Landkriegsordnung. Sie haben taier, wenn sie am Kampf teilnehmen und dabei si Feindeshand fallen, Anspruch darauf, in der St egsgefangenschaft als rechtmäßige Kombattanten lebanbeit zu werden Die im Sanitätsdienst einge- Iftten Beamten sowie die Feldgeistlichen sind aus- feiommen. weil sie unter den Schutz der Genfer ilikommen stehen und kein Recht zur Teilnahme am Kcmpfe haben. Reue Quelle für Jndustriedarlehen. Nachdem der Vorrang der Selbstfinanzierung, der bis vor etwa zwei Jahren bestanden hat, infolge der neuen Einstellung unserer Wirtschaftsführung beseitigt ist, muß die Industrie für ihren Ausbau auf langfristige fremde Kapitalhilfe zurückgreifen. Hierauf ist d i e Z u n a h m e d e r A k t ie n b e ge b u n- 1 e n besonders auch in der breiten Schicht der Aktienaesellfchasten mittlerer Gröhe zurückzuftihren. Die Bereitstellung ausreichender Kapitalien wird aber von der Industrie nicht allein unter dem Ge» ichtspunkte des gegenwärtigen Bedarfes betrachtet, andern man rechnet möglichst diezukünstige E n t w i ck l ü n g ein Dabei ist zunächst zu beachten, daß die gegenwärtige Freilegung von stillen Re- erven und die zwangsläufige Einschränkung der Betriebserneuerungen infolge der hierdurch bedingten Zunahme der steuerpflichtigen Gewinne einen zusätzlichen Kapitalentzug bedingen, der unter früheren Voraussetzungen nicht entstanden wäre. Jeden- alls fehlen die Beträge später. Anderseits läßt sich für den größeren Teil der deutschen Industrie heute schon übersehen, daß er nach dem Kriege größere Kapitalien benötigt, sei es um größere Rationalisierungsmaßnahmen einzuleiten. Es handelt sich dabei durchaus nicht allein um Unternehmungen, welche zu einem strukturell besonders stark aufftei- aenden Wirtschaftszweig gehören. Vielmehr wird hiervon auch die übrige Industrie erfaßt, denn darüber besteht kein Zweifel, daß nach bem Kriege der Kampf um die Arbeitskraft größer sein wird als je zuvor. Die stärkste Stütze finden dabei natürlich diejenigen Wirtschaftszweige, welche besonders wichtig sind, während die übrigen Wirtschaftszweige die vorhandenen Umsatzmöglichkeiten nur unter stärkster Rationalisierung ausnutzen können, was selbstverständlich auch ein erhöhtes Kapital bedingt. Man darf also den gegenwärtigen Kapitalbedarf nicht allein unter den augenblicklichen Verhältnissen betrachten, sondern er wird durch die Zukunft bestimmt. Die große Geldflüssigkeit der Gegenwart, die trotz der starken Inanspruchnahme des Kapitalmarktes durch das Reich dank der lebhaften Geschäftstätigkeit und der verhältnismäßig geringen Kriegseinschränkungen besteht, reizt natürlich besonders zur rechtzeitigen Hereinnahme der notwendigen Kapitalmengen, denn gegenwärtig sind langfristige Kredite verhältnismäßig leichter zu erhalten als unter Voraussetzungen, bei welchen das gesamte industrielle Kapital angespannt ist. Die Neigung der Industrie geht also dahin, die gegenwärtige Lage zur Bereitstellung der in Zukunft benötigten Kapitalien auszunutzen. Diese Erscheinung spiegelt sich auch schon sehr stark in den Bilanzen der Aktiengesellschaften wider, wo wir oft sehen, daß unter den Verpflichtungen neue Da n g f r i ft t g e Darlehen ausgewiesen werden, wobei aber nur ein Teil der hereingenommenen Mittel für die gegenwärtig durchzufuhrenden Bauten benötigt wird. Auch der wünschenswerte Abbau der kurzfristigen Verpflichtungen nimmt die gesamten Mittel nicht in Anspruch, sondern fast immer erscheint ein nicht geringer Teil dieser Beträge auf der Aktivseite wieder in der Form von Bankguthaben ober mehr noch in der Form von Wertpapieren, also hauptsächlich von Staatsanleihen, worin man die Beträge anlegt, um einen möglichst geringen Zinsverlust gegenüber den eigenen Zinszahlungen zu fyaben. Diese Einstellung finden wir nicht nur bei den großen Aktiengesellschaften, welche sich an den Kapitalmarkt wenden können, auch die mittlere und kleinere Industrie geht in zunehmendem Maße diesen Weg. Sie nimmt keine Anleihen auf, sondern Darlehen, für welche die Grundstücke und Gebäude- werte belastet werden. Die Aufnahme von Hypotheken ist in der Industrie immer verhältnismäßig selten gewesen, denn die Beleihung von Fabrikgrundstücken ist wenig geeignet für Hypothekenbanken. Soweit solche Darlehen bestanden haben, sind sie meistens auf verwertbare Wohn- und Verwaltungsgebäude, u. a. auch auf Arbeitersiedlungen, altz Sicherung auf genommen. Die Kreditbanken haben nach dem Weltkriege teilweise solche Geschäfte vorübergehend ge- ' tätigt, indem sie langfristige Darlehen aufnahmen ■ und diese unter ähnlichen Bedingungen weitergaben, aber die Tatsache, daß die Versuche später keine Fortsetzung erfahren haben, beweist, wie wenig diese Art von Kreditgeschäften in ihren Rahmen hineinpaßten. Um aber den Bedarf der breiten 1 Schichten mittlerer und kleinerer Unternehmen ' decken zu können, ist die Bank für I n d u st r i e- ■ Obligationen, welche die Jndustriebelastung ’ für die Reparationen verwaltete, in die Deutsche ' Jndustriebank umgebildet worden, die während der 1 letzten Jahre das Darlehnsgeschäft an industrielle ' Unternehmungen ausgebaut hat. Für Spezialzwecke sind außerdem noch Spezialunternehmungen ge- schäften worden (wie für die Filmwirtschaft, Luftfahrt, Zuckerindustrie u. a.). Aber trotzdem zeigt sich in jüngster Zeit noch eine neue Quelle für diese Art Kredite in den deutschen Versicherungsgesellschaften. Insbesondere die Le- iunkhörer, der Zeitungsleser, der Kinobesucher. Und so ist es — dank der Einsatzfreudigkeit, Entschlossenheit, Tapferkeit, Findigkeit, dank der restlosen Hingabe der Männer der PK. Sie stürmten an der -veite der Gebirgsjäger, als die Metaraslinie auf- gebrochen wurde und holten sich ihr Eisernes Kreuz dabei. Sie fuhren ungedeckt auf den Panzern liegend gegen den Feind und filmten ihre Kriegsberichte. Als ihre schweren Spezialfahrzeuge dem schnellen Vormarsch auf den steilen Gebirgsstraßen nicht folgen konnten, bauten sie kurz entschlossen ihr Aufnahmegerät aus, verlästeren es auf Mulis und strebten auf Saumpfaden dem Kampfplatz zu. Während sie immer weiter vorstießen, mußte das erarbeitete Berichtsmaterial zurückgeschafft werden. Womöglich noch am gleichen Tage sollten die Rundfunkberichte über alle Sender laufen; morgen mußten ihre Wort- und Bildberichte in der Presse zu finden fern, wenn die unter Mühen und Strapazen angefertigten Arbeiten ihren Sinn als aktuelle Kriegsberichte nicht verlieren tollten. Das zu schaffen war zunächst die Arbeit der Kradfahrer. Sie fuhren über verkarstete Höhen, über Zyklopenäcker und Kolorado-Landschaften, durch Schnee, Staub und weite Ueberschwemmungsgediete. Immer entgegen den feindwärts strebenden Kampftruppen und Nachschubkolonnen. Immer mit der einen Angst im Nacken, sie konnten mit dem ihnen anvertrauten Berichtsmaterial ihr Marschziel zu spät erreichen, dadurch die Arbeit ihrer PK -Kameraden entwerten und manche Kunde vom todesmutigen Einsatz der vordersten Divisionen zum Verstummen bringen. tie»gef4) K t, da x mit IM ichkeit d: gut wie & - aus b ur dbil! n in & n, wotei ftaaftn s Oie Lage im Irak. Beirut, 5.Juni. (Europapreß.) Eine in Beirut ‘^getroffene irakische Persönlichkeit erklärte, der ftüipfesmille der irakischen Armee, die sich Ls Baadad zurückgezogen habe, sei ungebrochen. Je Führer dieser Armee seien entschloss-en, den lam p f bis zum Endsieg fort^usetzen. Alle Aeldungen über die Gegensätze zwischen einzelnen ir. tischen Stämmen, die am Krieg gegen England irlnehmen, seien falsch und tendenziös. In Bagdad dauert der Belagerungszu- fimb an. Die Presse unterliegt einer scharfen Zen- Ir. Die Hauptstraßen der Stadt werden dauernd frrd) Militärpatrouillen überwacht. Ein in Damaskus eingetroffener irakischer Abge- pneter berichtet, daß der englische Angkift auf igdad, der zur Uebergabe führte, von 200 dritten Tanks durchgeführt wurde, denen die irakischen uppen keinerlei gleichwertige Waffen entgegen- en konnten. Man schätzt die irakischen Verluste f etwa 5000 Tote, da die Engländer keine efangenen machten, sondern rück- chtslos alles niederschossen. Der Haß ;en Großbritannien — so erklärte der geflohene geordnete — gerade wegen dem brutalen eng- hen Vorgehen sei gegenwärttg im Irak größer , in je. Gespannte Lage in Indien. Rom, 5. Juni. (Europapreß.) In Benares 1Tb Lahore (Indien) ist es nach Berichten der ftnischen Presse aus Kabul zu öffentlichen Kund- : bungen gegen die unmenschliche Behänd- tngber politischen Gefangenen durch bi e Engländer gekommen. In verschiedenen Hädten hätten sich aus dem gleichen Grunde auch jftammenstöße mit der Polizei ereignet Die Eng- iber hätten aber die Gelegenheit nur dazu be- It, neue Einkerkerungen vorzunehmen. Die bri- »n Trupppen patrouillieren in Bombay durch Straßen der Stadt, da stündlich der Ausbruch :r Unruhen befürchtet werden muß. Ansarnm- .en von mehr als fünf Personen sind verboten den. Das Ausgangsverbot wurde um zwei wei- Wochen verlängert. Amerikas Uüstungskosten. Gute Zeiten für Kriegsgewinnler: „Die Preise stark angestiegen." Washington, 5. Juni. (Europapreß.) Mit 09 655 187 Dollar ist dem Abgeordnetenhaus am nerstag die größte Wehrvorlage der A. seit Ende des Weltkrieges zugeleitet wor- stigungsanlagen verlangt hätten. ve,rie Der König bzw. die königliche Verwaltung im . tfliic;Hilais verlange den- Eintritt der Wafd° Partei °Ior h das neue Kabinett, und zwar im Zeichen der , M nationalen Union. aDe? Wie aus Kairo über Beirut gemeldet wird, hat 3e nach der Flucht des früheren ägypttfchen Gene- .stlDabsckefs Masri Pascha geführte Unter- sischung das Ergebnis gehabt, daß es Masri Pascha ~ - seinen Begleitern gelungen ist, die ägyp° |jsche Grenze zu überschreiten. In dem siugzeug, das zur Flucht benutzt wurde, fand man K Dokumente. st« 6. SU dien wie ] d das 5 SPENDET ZUM 2. 9495 D Be, Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen Albert Matterstock 2492 A Freitag Stadttheater les anbe: üadt Tlai Betriebsgemeinschaft Arbeitsamt Gießen. Er war uns während seiner langjährigen Tätigkeit stets ein guter Kamerad und Mitarbeiter. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. MorgenSOLOU. Kameradschatisabend im Hessischen Hof Artilleristeu- Kameradschaft 1895 Gießen. Ude. abe ur .'er die B oben wi chültig i M mii viel •tunben sl Graue -orfa- . w« Cö&a’c nasche 1 74, extra stark 2.40 Haare Uoschädlidi! Sich. Wirkung. Drogerie Elges, Seltersweg 63a Löwen-Drog. Kilbinger, Seltersw. 69 Drogerie Winterling, Krenzplatz 10 Central-Drog. Emil Karn, Schulstr. I Einzelhändlers oder des Vertreters mehr Aehnlich- I feit mit der des Arbeiters oder Angestellten oder auch des unteren und mittleren Beamten, als mit der des Großunternehmers oder des Großkaufmannes. In einer Zwischenlage etwa befinden sich die freien Berufe, die meist mit den gehobenen oder leitenden Angestellten und mit den akademischen Beamten zu vergleichen sind. Das Problem liegt in der Stufung der Maßnahmen nach der sozialen Lage. Schon die Verteilung auf die Berufe muß auch die künftig Selbständigen umfassen. Der Bedarf ist festzustellen und durch Schranken oder Förderung zu erfüllen. Ob der einzelne im Anschluß an die Berufsausbildung in abhängige oder selbständige Tätigkeit strebt, unterliegt seiner eigenen Entscheidung. Ein Berüfs- zwang ist obzulehnen. Die Existenzsicherung ist ein notwendiges Glied der auf Leistung abgestellten Sozialordnung. Die Sicherung gehobener Existenzen liegt in der Wirtschaftsordnung und in den Begrenzungen des Berufseintrittes begründet. Immer deutlicher wird gerade in den Versorgungsberufen, wie beim Arzt, Apotheker. Einzelhändler oder Reparaturhandwerker, die Tendenz nach Exi- stenzsicherung durch Regelung des Berufseintritts, des örtlichen Tätigkeitsbereichs und der Vergütungssätze bemerkbar. Die Familiensicherung durch Kinderbeihilfen gilt auch den Selbständigen, ebenso die kommende Altersversorgung. In der Urlaubsfrage der Selbständigen dürften noch Aufgaben der DAF. bestehen. Für die Krankenversorgung muß auch bei den Selbständigen dafür gesorgt werden, daß sie rasch und auf bestem Wege zur Genesung und damit wieder zur Leistungsfähigkeit kommen. M Die Schuhe halten länger und bleiben läng er schön! In tiefer Trauer: Gustav Schneider. Familie Willy Dechert. Familie Ernst Schneider. Gießen - Wieseck. Frankfurt a. M., Lollar, den 5. Juni 1941. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 7. Juni, 15 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 75, aus statt. 2496 D Verurteilte Schwarzhörer. Vom April 1940 bis März 1941 wurden 149t Strafverfahren gegen Schwarzhörer eingeleitet uni!| 1231 Personen rechtskräftig verurteilt, darunter 2j zu Gefängnisstrafen bis zu vier Monaten und 120) zu Geldstrafen bis zu 300 RM. (nicht fettend) geg. Schuppen und Haarausfall das naturgegebene Haarpflegemittel. Alleinverkauf: Löwendrogerie W. Kilbinger Nacht., Seltersweg 69. 618d DEUTSCHE ROTE KREUZ 32. Freitag- Miete! 19.30—22.30 Uhr Boccaccio Operette von Supp6. Preise von RM. 0.90 bis 8.60. ■________________________________2491 D und Heinz Seltner Hans Schwarz jr. Hans Richter Am 5. Juni 1941 entschlief nach langem schweren Leiden meine hebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Schneider geb. Schadeck im Alter von 69 Jahren. Totale Erfassung durch die Sozialpolitik Einbeziehung der Selbständigen und der freien Berufe. nehmer auftreten, und sicherlich werden hierdurch die Möglichkeiten der industriellen Betriebe zur Kapitalaufnahme wieder eine Begrenzung erfahren, weil der Wohnungsbau dann eine besondere Dringlichkeit erhalten dürfte. Bei der zu erwartenden starken Kapitalbildung der deutschen Wirtschaft nach diesem Kriege wird aber Raum genug sein, um jedem berechtigten Kapitalbedarf Rechnung tragen können. die Möglichkeit vorgesehen werden, daß den Frauen, wenn sie ihre Beschäftigung wieder aufgeben, auf Antrag die Hälfte ihrer Beiträge noch Kriegsende erstattet wird. Das gleiche gilt für die Frauen, die zwar vor ihrer Heirat berufstätig waren, sich aber aus Anlaß ihrer Heirat schon die halben Beiträge haben erstattet lassen. Schließlich wird klargestellt, daß Frauen, die bereits eine Rente aus der Invaliden- oder Angestelltenversicherung beziehen, nicht zu befürchten brauchen, daß ihnen diese Rente wegen Uebornahme einer Kriegsbeschädigung entzogen oder zum Ruhen gebracht wird. Oer Hotelgast und die Polizeistunde. Die Festsetzung und Handhabung der Polizeistunde rschtet sich weitgehend nach örtlichen Vorschriften. Rach den Urteilen des Preußischen Kammergerichts sind jedoch Logiergäste in Gasthäusern der Polizeistunde nicht unterworfen. Dagegen erstreckt sich diese Befreiung nicht auf Personen, die der Logiergast bewirtet. Solche Ausnahmen dürfen aber nicht dazu führen, daß die Logiergäste auf ihren Zimmern nach Eintritt der Polizeistunde weiter zechen. In solchen Fällen würde eine lieber® schreitung der Polizeistunde oder die Ausübung unerlaubter Schankwirtschaft in nichtkouzessionierten Räumen vorliegen. Ausnahmebestimmungen für Logiergäste sollen, so stellt die im Auftrage des Reichsführers ff herausgebene Zeitschrift „Die Deutsche Polizei" fest, nur die Mglichkeit geben,, MA« m Mil gesucht für leichte sitzende Beschäftigung Hollmann-Werke, Wetzlar ___________________________2402 D Spielleitung: Erich Engel Jenny Jugo als Mathematiklehrerin — da weiß man gleich, daß diese „Paukerin“ nicht häßlich, weltfremd und vertrocknet ist. Daß sie aber auch sonst sehr tüchtig und eine geschickte Erzieherin ist, beweist sie in ihrer ebenso charmanten wie energischen Art, indem sie nicht nur die in Aufruhr geratene Oberprima bekehrt, sondern auch deren Professor Heute Freitag: Neuaufführung I Lichtspielhaus Täglich 3.30, 5.30, 8; Sonntags 3, 5.15, 8 Uhr 11.Rat: UsinhläcCCi von3 v-H erhalten Sie bei wieder Ituuiliduuv holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Oensym *.j MZl i Herz N Äi-H gn ?er We r.jft, dan Üatn h'l fkn. We m am § K« Schiff- lt hinau lgrn die t?üL Jetz fön vor st das 1 "D<>se*v hatten! Schuhcreme enthält außer Wachsen auch flüchtige Stoffe, die für die Lederpflege und den Glanz wichtig sind. Damit diese nicht vorzeitig entweichen, muß man die Dosen nach Gebrauch sofort wieder schließen. Dann zeigt seine volle Wirkung das alttewäkcte Erdal Vom t eichssleij «halb ii nfen Sn Kunden, st in t runde w -hr in "lehr bi -n aber •T nach d "brauche m Selbsl Wittelhrfe; Köhlmeiers Naturhaaröl In Haushalt wird alleinsteh. Stiii] oder gllek.WWn gesucht. 24goD Superintendent i. N. Wieder, Liebigstr. 33. Der Kreis der von der Betreuung durch die Sozialpolitik erfaßten Volksgenossen wird durch die Einbeziehung der Selbständigen und der freien Berufe so umfassend gestaltet werden, wie es sich im Interesse des Schutzes und der Erhaltung der Arbeitskraft für die Volksgemeinschaft als notwendig erweist, lieber die hierbei zu lösenden Aufgaben berichtet Dr. Ludwig Preller in der von den Staatssekretären Dr. Schlegelberger und Dr. Syrup herausgegebenen Zeitschrift „Soziale Praxis". Der Selbständige verdient danach ebenso Schutz und Förderung, wo seine eigene Kraft nicht ausreicht oder zu erlahmen droht, wie der abhängig Schaffende. Das gilt für die Existenzsicherung wie die Familiensicherung, den Betriebsschutz, die Arbeitszeit, den Urlaub, die Krankenversorgung und die Alters- und Beschädigtenversorgung. Stufungen im Grad des sozialpolitischen Eingreifens ergeben sich nicht aus dem Umfang der Selbständigkeit, sondern aus dem Maße, in dem der Selbständige tatsächlich im Stande ist, die jeweilige Lage ausreichend aus eigener Kraft zu meistern. Die Untersuchung verweist auf überraschende Querverbindungen zwischen „Abhängigen" und „Selbständigen". Die Statistik hat bereits richtig unter die „selbständigen" Erwerbspersonen auch die „leitenden Angestellten und Beamten" ausgenommen. In der Tat gleicht die soziale Lage des Angestellten" Generaldirektors, aber häufig auch die eines Prokuristen oder sonstigen leitenden Angestellten weit mehr der üblichen Vorstellung von einem Selbständigen, als etwa die eines rechtlich selbständigen Reparaturhandwerkers. Umgekehrt hat die soziale Lage des Handwerkes, des kleinen Zwei Landesverräter hingerichlet. Die vom Volksgerichtshof wegen Landesverrat; zum Tode und zu^auerndem Ehrverlust verurteilte 32 Jahre alte Stefanie V i o l, sowie der vom Volks» gerichtshof ebenfalls wegen Landesverrats zum Tode verurteilte Josef B o u c e k sind Donners« tag morgen hingerichtet worden. Die verurteilt; Viol hat im Jahre 1939 eine umfassende Spionage« tätigkeit für einen fremden Nachrichtendienst aus« geübt. Auch Boucek ist 1939 aus Gewinnsucht tangere Zeit für einen fremden Nachrichtendienst tätig gewesen. Todesurteil an einem Ankofallenräuber vollstreckt. Am 5. Juni 1941 ist Robert Koßmann aus Freidnoh hingerichtet worden, den das- Sonüerge. richt in Dortmund als Autofallenräuber zum Tode verurteilt hat. Koßmann hat einen Kraftwagenver. Mieter in einen Hinterhalt gelockt und ihn dort er. schossen, um sich des Wagens zu bemächtigen. Dreijähriges Kind verbrannt. In Abwesenheit der Mutter hantierte iy Pirmasens ein drei Jahre alter Junge in der verdunkelten Wohnung mit Streichhölzern, wobei das Hemdchen des Kleinen, der beim Weggang der Mutter noch geschlafen hatte, in Brand geriet. Auf die Hilferufe hinzueilende Nachbarn erstickten die Flammen, doch hatte der Junge so schwere Verbrennungen erlitten, daß er bald darauf starb. Gipset der Vergeßlichkeit: das eigene Kind. In der Gemeinde Höcherberg bei Saarbrücken war eine Frau von auswärts für einige Wochen ZU Besuch bei Verwandten, als sie plötzlich die Nachricht erhielt, daß sie sofort abreifen müsse. Alles half rasch beim Packen, und man errreichte gerade noch rechtzeitig den Zug. Erst im abfahrenden Zug merkte die junge Frau, daß sie in der Eile vergessen hatte, ihr zweijähriges Kind mitzunehmen. Die Gastgeber sanden nach der Abreise der Mutter das Kind ftiedlich schlummernd in seinem Bett. Das Kleine wurde mit einem Kraftwagen der Mutter nachgeschickt. Heftige Erdstöße in der Slowakei. In Zemplin in der Oftslowakei wurden in der Nacht zum 5. Juni mehrere ziemlich heftige Erd« stoße verzeichnet. In den Städten Michalowitz, Homenau und Strazske wurde Gebäudeschaden ver« ursacht. Gefängnis für spanische Lebensmitlelwucherer. bet n 5 ®ebä V als \ Ntfc" !*?■ bensversicherungsgesellschaften sind ständig Abgeber hoher Kapitalbeträge. Diese fanden früher bevorzugt im Wohnungsbau ihre Anlage, besonders soweit es sich um größere Bauten dieser Art handelt. Nachdem aber der Wohnungsbau eingeschränkt werden mußte, suchten die Mittel eine neue Anlagemöglichkeit. Natürlich werden von den Versicherungen hohe Beträge in Reichsanleihen angelegt, und zwar heute über den vorgeschriebenen Anteil hinaus, aber es bleiben trotzdem noch Mittel für andere Zwecke verfügbar. Für diese sind Darlehen an Industriebetriebe durchaus gut, denn sie können in erwünschten großen Beträgen gegeben werden, welche nur eine geringe Verwaltung beanspruchen. Die Versicherungsgesellschaften sind auf die Verwaltung von kleinen Hypotheken weniger eingestellt als die Hypothekenbanken, bei denen entsprechend ihrer Aufgabe die Kreditstückelung sehr weitgehen kann. Ein erhöhtes Risiko ist für die Versicherungsgesellschaften in der Beleihung von industriellen Anlagen auch nicht zu sehen, denn die allgemeine Wirtschaftslage bietet schon an sich ausreichende Sicherheiten, zu denen dann noch die besonderen Sicherheiten der Grundstücke hinzukommen. Jedenfalls sieht das Reichsaufsichtsamt keine Veranlassung, derartige Kredite zu unterbinden, solange sie sich im angemessenen Rahmen halten. Daher hat sich diese Art der Kreditgewährung während der jüngsten Zeit auch stärker ausgedehnt, ihr Umfang wurde kürzlich von K. Berg in der Zeitschrift „Der Wirtschaftsring" mit annähernd 400 Mill. RM. gekennzeichnet. Wieweit diese Kreditgeschäfte weiter ausgebaut werden können, wird hauptsächlich von dem Kapitalbedarf abhängen. Nach dem Kriege werden auch die Wohnungsbauten wieder stärker als Kapital- Aus dem Reich. Frauenarbeit und Erstattung von Versicherungsbeiträgen. Die Kriegsverhältnisse machen es notwendig, daß auch Ehefrauen für kriegswichtige Arbeiten eingesetzt werden. Die Reichsversicherung ist deshalb darauf bedacht gemein, Vorschriften zu beseitigen, die den Entschluß zur Arbeitsaufnahme oder zur Beibehaltung einer Arbeit beeinträchtigen könnten. Hierzu gehört die Vorschrift, daß eine heiratende weibliche Versicherte den Antrag auf Erstattung der halben ^Beiträge nur bis zum Ablauf von drei Jahren nach der Heirat stellen kann. Diese Frist ist jetzt bis zum Ablauf des auf das Kriegsende folgenden Kalenderjahres verlängert worden. Es besteht also für berufstätige Ehefrauen kein Anlaß mehr, wegen der Dreijahresfrist aus einer Beschäftigung auszuscheiüen. Wenn eine Ehefrau, die bisher überhaupt nicht berufstätig war, eine Beschäftigung zur vorübergehenden Aushilfe annimmt, so ist sie nicht invaliden- oder angeftelltenversicherungs- pflichttg. Für Beschäftigungen von länger als drei Monaten besteht jedoch Versicherungspflicht. Wie der Reichsarbeitsminister in einem Erlaß mitteilt, wird Nachruf. Am 4. Juni 1941 verschied unser lieber Arbeitskamerad Heinrich Barsch. gN a 'Nen d Schien 1 M- uni ?ne Sntii $ heute ' ' " tat, r 8'Etadtb ft?einer I fiktive fr 1854 »hls: den /yionc H.’11" utii §ir i? ! Mioe" ' s"fll" "'.M fatl I Aach! | ch durch ‘.her ist' #1un Sine stc . Mr' Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Heber« landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an Öen Erheber zu Zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom« und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht T-age ohne Kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27707, oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. 2493A Dom 15. Juni 1941 ab wird die Strom- und Gas- lieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat April 1941 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. Gießen, den 1. Juni 1941. Direktion der Stahlwerke Gießern daß spät anreisende Zimmergäste noch eine Erfrischung zu sich nehmen können. Wieöcr Kohlenvorschüsse. Der Reichsfinanzminister hat auch für 1941 wieder die Gewährung' von Vorschüssen zur Beschaffung von Brennstoffen für Reichsbedienstete ermöglicht. Für diese Kohlen-Vorschüsse kommen sowohl Beamte wie nicht beamtete Gefolgschaftsmitglieder des Reichs in Betracht. Es können unverzinsliche Vorschüsse auf die Bezüge bis zur Höhe von insgesamt 100 RM. je Antrag gewährt werden. Der Vorschuß wird nur unter der Voraussetzung gewährt, daß der Antragsteller seiner vorgesetzten Dienststelle die Belege über die beschafften Brennstoffe vorlegt. Die Vorschüsse sind im übrigen bis zum Schluß des Rechnungsjahres 1941, also Vis 31. März 1942, in monatlichen Teilbeträgen abzudecken. Aus aller Wett. Anerkennung für vorbildliches Verhallen bei der Aufklärung von Landesverralssällen. Ein Angestellter, der unter Einsatz seiner Person und seiner Stellung die deutschen Behörden auf einige Landesverräter hingewiesen hat, erhielt als Anerkennung für seine hervorragende Tätigkeit vom Chef der Sicherheitspolizei und des SD. eine Belohnung von 5000 RM. Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Be Werbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rüclseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Junger Wate gesucht. Myelnzeklliig Mineralwasser- Großhandlung Gießen. l2497v (Wohnungstausch Wohnungslausch Suche eine kleine Zwei - Zimmer - Wohnung oder 1 Zimmer und Wohnküche gey. eine sonn. Zwei- Zimmer-Wohng. inmitten d.Stadt zu tauschen. Schr. Ang. unt.I 01909 a.d. G. A.l HcmptschrisUeiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter bei Hauptichriltieiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich rür -ßoitti. uns Bilder: J.B. Ernst Blumschein; für das ^eui.ielon:Dr. Hans Thyriot: für Stadt Gießen, Provin,, Wirtichml u. Sport: Ernst Blumichem. Druck und Verlag- BrÜhliche Univeriitätsdruckerel R. Lange K ®, Ifötr forfh Verlagsieiter: Dr.. Ing. Erich Hamann: Änzetgenlelter Hans Beck, hi ju Verantwortlich für den Inhalt der Antigen: Theodor Kümmel Pi.Nr.6? 1!; ' um •per gan; Hmoerroogen gut erhalten, zu verkaufen, oieos Am grollen Morgen 31 | Empfehlungen | Ml* O-Ja,Mk.50.- eingelroffen Carl Schunck Bahnhofstraße 66 öeschansarucksachen Rechnungen Brief bLAtter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. Schulstr.? [Verschiedenes MIM« junger MM- 50[ Abzugeben geg. Belohnung. 2488D MererkmMo! | Vereine | 44 Bäcker und Konditoren wurden in Barcelona verhaftet und ins Gefängnis eingeliefert. Die Verhafteten hatten Mehl, das ihnen zur Herstellung von Brot für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt worden war, zu Wucherpreisen unter . der H-and verkauft. Einige der Verhafteten hatten sl-lusi. D 800 Kilo Mehl für ungefähr 8000 Peseten verkauft. Ebenfalls sestgenommen wurden verschiedene Un« ternehmer, die dieses Mehl aufkauften. | Mietgesuche"] Suche HZh.Mii. biete 3,5 oder 6- Zimmer-Wobn. in Göttingen. Schriftl. 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Jetzt wenden wir uns etwas nach links und bhen vor uns die Amöneburg. Allmählich rundet Verdunkelungszeit 6. Juni von 21.40 bis 5.01 Uhr. lvecnklnsi : Soiin.nl msHptz imichtL Hange H Han.- fri mel Aus -er Stadt Gießen. Wanderung in den Frühling. Der Wecker raffelt, raus aus dem Bett! Schnell : nochmal gegähnt und dann ans Fenster: wie ist L1 Das Wetter? Regen, Sonnenschein? Äie viele Zßanberer werden gleich mir prüfend, hoffend und mißtrauisch den Himmel betrachten! Wir treffen uns am Bahnhof und fahren nach Illederweimar. Ueber die Nehbrücke wandern wir )ann am Wald entlang: linker Hand, soweit man ,licken kann, saftige Wiesen mit Blumen übersät. iDurd) den Blumenteppich schlängelt sich die Lahn, jhie Pracht der Landschaft wird noch erhöht du'-ch >ie blühenden Obstbäume. Eingerahmt wird das Bild durch eine Hügel- und Waldkette und ganz n der Ferne erkennen wir Schloß Marburg, das Lndziel unserer Wanderung. Eine staubige Straße führt uns bergauf, bis herrlicher Wald uns aufnimmt. Das Auge trinkt die i in K ige (frtJ Verlorene Vomantiker. Bon Ernst v. Niebelschütz. Am 6. Juni 1931 wunde der Glaspalast B^arbensyrnphonie in sich hinein, die Lunge nimmt len würzigen Harzgeruch tief atmend auf, und las Herz möchte springen vor Freude. Ja, der Frühling, man schmeckt ihn fast auf der Zunge. Fede Knospe möchte man streicheln, jede Blüte artlich grüßen. unf mene v ei«Ä 1 "Ä $ s* :P’°nQo. Mt Iqp, vollst^ Znn 0|. &°nber» !U>N b’«n, s9«l «HÜ4’ Wittii oien, boi n erlitt Sind, xnrbrüfe e äf. in müfi. errrch 1 der M iunehniq er Shittpl em agen J [berfät mit Heidelbeerstöcken. Leider hat der Wind- Iruch viel Schaden angerichtet. Nach zweieinhalb Munden stehen wir auf dem Aussichtsturm Spie- selsluft. Wir sehen die gleichen Berge und Hügel- l.'tten wie vorher vom Frauenberg, flnb doch ist dies anders, nähergerückt. Fast greifbar liegt die Btabt Marburg vor uns. Stolz über allem erhebt ich das Schloß. Noch einmal schweift der Blick ber die Berge und Hügelketten. Einen letzten Gruß nden wir der Amöneburg und wandern dann nbgültig hinab nach Marburg, das uns den Tag ber lockte, sich immer wieder hinter Wald ver- eckte, um sich doch schließlich unseren Blicken in einer ganzen Schönheit zu offenbaren. Rechtschaffen nübe, aber im tiefsten Herzen dankbar für den ?ichen und schönen Maientag, fahren wir heim. T. R. Neise-Fleischmarken weiterhin gültig. Dom 2. Juni an ist der Bestellschein auf der keichsfleischkarte weggefallen. Die Verbraucher sind deshalb in Zukunft auch mit den Abschnitten der linken Seite nicht mehr an ein bestimmtes Geschäft ?bunben. Sie können alle Abschnitte überall, also uch in den Gaststätten verwenden. Aus diesem irunbe werden die Reichsfleischkarten künftig nicht :ehr in Reisefleischmarken umgetauscht. Die im erkehr befindlichen Reisemarken für Fleisch blei- Ln aber weiterhin gültig. Sie werden nach wie 3r nach den dafür geltenden Vorschriften an solche erbraucher ausgegeben, die, wie z. B. Ausländer nb Selbstversorger, nicht im Besitz von Lebensittelkarten sind. , ufljL dann ruht er auf der lieblichen alten Stadt jflburg mit ihrem Schloß und der be- lühmte^^Wsabethkirche, deren SÄjne schlank gen himmeH^en. Au^ruht und erfrischt ziehWßwir weiter durch en Wrzig duftenden Wald. Der Boden ist hier München durch einen um 2 Uhr Morgens aus gerochenen Brand binnen zwei Stunden in einen rchutt- und Aschenhaufen verwandelt. Das allgemeine Entsetzen über die Katastrophe galt, wie man sich heute offen eingestehen darf und es damals schon tat, nicht dem Gebäude, das nie eine Zierde hts Stadtbildes war, auch wenn man ihm den fiert einer zur Zeit feiner Entstehung bedeutenden kknstruktioen Leistung nicht wird absprechen kön- iKn. 1854 nur unter Verwendung von Glas und Men als Industrie-Ausstellungshalle errichtet, seit »88 den Münchener Künstlervereinigungen für internationale Jahresausstellungen überlassen, ist brr Glaspalast für München etwa dasselbe gewesen wie die „Große Berliner" am Lehrter Bahnhof für bi’ Reichshauptstadt: das riesige Bildermagazin, in das reichlich wahllos alles heineingeftopft wurde, Bis der Kunstmarkt des verflossenen Jahres an fierten und Unwerten hervorgebracht hatte, ohne des es den Veranstaltern je gelungen wäre, durch dieses Labyrinth den Ariadnefaden zu legen, der btm bedauernswürdigen Publikum das Zurechtfin- finben hätte erleichtern können. Daß diese Form des fiisstellungswesens sich heute, wo mit dem Hause der deutschen Kunst" ein neues i fiinzip der Ordnung und Auswahl zur Geltung Rommen ist, überlebt hat, dürfte wohl nicht mehr I Meifelhaft fein. Keine Träne also dem Verlust er.es Gebäudes, -ad in doppelter Hinsicht mehr Vage als Wohltat war. Ganz anders aber verhält es sich, wenn man der 'iiiftlerischen Werte gedenkt, die an jenem 6. Ium i>en Flammen zum Opfer fielen. Schon für die -^bresschau hatte man sich mehr als gewöhnlich an- ? strengt. So hatte der Schweizer Maler Cuno miet, dem eine gehaltvolle Sonderausstellung ^gebilligt worden war, die Zerstörung fast seines seamten Werkes zu beklagen. Auch Julius Diez, Faistauer, Erich Erler, Herterich,Krei- M f, bie beiden Schiest 1, Sieck und Z u g e l Durften schwer getroffen, auch wenn man in Rucket zieht, daß es dem lebenden Künstler ja unbe= kommen ist, durch doppelte Produktion einen noch P schmerzlichen Verlust wieder auszugleichen. Den tetejj ist das versagt, und gerade hier hat der Glas- Kastbrand in den Bestand unserer historisch ge- Ieitet gfl Netll iNotcijI Ißeile, u Kiben ttol Stadt I oußi' je Sto^ und BAYER < E J V RV „Und wenn sie ihren neue» Namen unterschreibt?" „Dann ist die Trauung ungültig!" Völlig durcheinander kommt Bwana Heinsi nach Hause. „Fräulein Schmidt", sagt er zu seiner Frau, „ich denke, wir könnten nun mal gelegentlich heiraten ..." Seine Frau, das heißt eigentlich Fräulein Schmidt, sieht ihn entgeistert an. Soweit sie sich erinnern kann, ist sie seit fast drei Jahren verheiratet und hat schon zwei Kinder. Na, er erklärt ihr die Sachlage. Dann bestellen sie ein Aufgebot und werden nun richtiggehend getraut. Nun hätte Bwana Heinsi an die ganze Sache nicht mehr gedacht, wenn er nicht nach Deutschland gekommen wäre. Hier bekommt er eine Vorladung. „Sagen Sie, Herr Frölich, hoben Sie nicht die Absicht, Ihre beiden Kinder mal zu adoptieren?'" Bei dieser Frage hätte den guten Bwana Heinsi bald der Schlag gerührt... Zeitschriften. — Dem Juni-Heft der Monatsschrift „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann, München) ist eine farbige Wiedergabe des Gemäldes von Peter von Heß „Am Chiemsee" vorangestellt. I. H. Schmidt zeigt eine Reihe Zeichnungen aus der römischen Campagna von Oswald Achenbach. Ulrich Chri- staffel referiert über die Münchener Kunstausstellung 1941 im Maximilianeum. Neue Retiefs von Alfredo > Biagini ' an einem Gebäude des Palazzo dell’ Istituto Nazionale Fascista di Pre- videnza Soziale in Rom geschaffen und in Marmor gehauen, sprechen von einem ursprünglichen plastischen Empfinden und der Sorgfalt des unbestechlichen Arbeiters. Zum 80. Geburtstag von Carl Moll bringt das Heft neben einer kurzen Würdigung Abbildungen einiger feiner Werke. Weiter interessiert der Bericht über die Gestaltung eines Landhauses in Italien, von Professor Breu- haus in einem anmutigen Hügelgelände vollendet geschaffen. Neben einem in Naturstein aufgeführten Wohnhaus des Stuttgarter Architekten Thoma wird ein Einfamilienhaus von Architekt C. A. Westphalen, Köln, gezeigt, das zugleich die nötigen Büroräume enthält. Die neuen Malereien von Elfe Möckel auf Porzellanoasen der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sind beispielhaft in rhrec künstlerischen und handVerklichen Gestattung. Die Eroberung Kretas in der neuen Wochenschau wo „Not am SD. (Nachdruck verboten.) 36. Fortsetzung iu gelangen, muß man >en Ring voll, Eine halbe Stunde später verließ Gerda das Einwohner unserer Gemeinde, e n s j a h r. Er zeigt noch eine er-freu- Vorsahrsmeister, Er wurd-e schon \ Der beste Soldat der Wett hat auch ein Recht au^te beste pflege. Daran denke, wenn Du Dein Opfer bringst für das 2. Kriegshilfswerk für das Deutsche Lote Kreuz. n den Diese noch abseits stehenden deutschen Mädchen können jetzt im Endkampf gegen England einen wertvollen zusätzlichen Beitrag leisten. Durch den Einsatz aller noch brachliegenden Arbeitskräfte wird der vom Führer geforderte lückenlose Einsatz des gesamten Volkes an der Rüstungsavbeit verwirk' lickt werden. An jenem Kreis von jungen Mädchen wie auch an deren Eltern richtet sich der Appell des Führers, der, woran wir nicht zweifeln, von der Mehrzahl freudig befolgt werden wird. Die Befolgung ist um so leichter, als sie wissen, daß alles nur Menschenmögliche «getan wird, um jeden gesundheitlichen Schaden in den Betrieben von der weiblicher; Jugend ferrrzu» halten. vermummte, von Nebel zugedeckte Gärten hinter grünen Lattenzäunen. Sie wendete nutzlose Gedanken an die Frage, ob Clemens heute allein speisen würde oder mit Freunden. Mit einer Frau vielleicht? Dann stand sie an der Haltestelle der Straßenbahn und wartete, in Nebel gehüllt. den Treppenweg hinunter, der aus dem hockq. legenen Villenviertel zur Hauptstraße führt. Sehr vorsichtig stieg sie über die ausgetretenen, nassen Stufen abwärts, rechts und links waren winterlich Er murmelte beteuernd hinter seinem aufgeschlagenen Mantelkragen, er habe sich bemerkbar ge- macht wie die Posaunenengel des Jüngsten Gerichts, aber die alten Leute werden wahrscheinlich in der warmen Küche eingeschlafen sein, müde, wie sie von der Arbeit sind. Gerda fand das reichlich । unwahrscheinlich — alte Menschen schlafen nicht so nie mehr darüber klar, wie lange diese gnadenvolle Zeitspanne der Arglosigkeit bemessen war. Ausruf des Führers zur _ , , , . die dazu durchaus in der Lage sind, legt nicht zuletzt den Eltern selbst eine vaterländische Pflicht auf. über die klappernden Florentiner Steinplatten gehen. Und nachher über Haufen aufgerollter Tcp- piche steigen. Jeder fällt hin, der das in der Dunkel' heit versucht. Paul ist nicht hingefallen. Und er hat die Florentiner lautlos passiert. nicht mehr im in der Vorrunde Erweiterte Ermähigong für Kriegsbeschädigte. Die Deutsche Reichspost hat die Ermäßigung für Kriegsbeschädigte auf den Krnftposien, die bisher nur zum Besuch von Erholungsstätten gewährt wurde, erheblich ausgedehnt. Die Fahrpreisermäßigung von 50 v. H. erhalten Schwerkriegsbeschädigte jetzt für folgende Fahrten: zur Behandlung durch Fachärzte, zur Unterbringung in Heilanstalten, zum Besuch von Kurorten und Erholungsheimen, 3um Erholungsaufenthalt, zur Unterbringung in Ausbildungsanstalten und zum Besuch von AuSbildungs- lehvgängen, zum Aufsuchen der Beratungsstelle, zur Vorstellung beim Arbeitgeber und zum Stellenantritt. Die Begleiter schalten freie Fahrt wie im Eisenbahnverkehr. Am „Pfingsttag der Leibesübungen" in G' auf dem Waldsportplatz beteiligten sich bei .... Wettkämpfen auch 2 Jugendstaffeln (4X100 m» Staffel) des M. T. D. mit dem guten Ergebnis: l. Jugendstaffel 49,5 Sek., 2. Jugendstaffel 51,2 Sek. ren zur allerersten deutschen Klasse. Der DSC. ist Pokalsieger, Rapid war es 1938/39. Zur Meisterschaft hat es beiden bisher ebenso wenig gereicht wie dem VfL. 99 Köln, der erst in dieser Spielzeit in die Reihe unserer Elitemannschaften getreten ist. Vorentscheidung im Handball. Elekkra Berlin — Polizei Hamburg. Reinecke Beleg — Minden. Auch die Spiele um die deutsche Handballmeister« männliche sein 9 0. Leh liche körperliche Rüstigkeit, auch seine Geisteskräfte sind für sein hohes Alter noch in guter Verfassung. Er entstammt unserem zahlreichsten Bauerngeschlecht, das seit der Mitte des 16. Jahrhunderts unter uns urkundlich nachweisbar ist. Philipp Kohler ist unser letzterKrieasteilnehmer von 1 8 7 0/7 1. Als dieser deutsch-französische Krieg ausbrach, der für das junge Geschlecht unserer Tage schon fast sagenhaft geworden ist, diente Köhler freiwillig bei den hessischen Jägern, mit denen er den Siegeszug nach Frankreich mitmachte. Sein einziger Sohn nahm ehrenvollen Anteil am Weltkrieg, und jetzt stehen seine vier Enkelsöhne und der Schwiegerentel unter den Waffen. Militärische Tugenden scheinen in der Sippe schon früher vorhanden gewesen zu sein- Der Urgroßvater des Jubilars, der 1756 bis 1813 lebte, Johann Jakob Köhler XVIII., diente bei der damaligen Solms-Brannfelsischen Miliz, dem söge- AieÄsmelmM Roman von Elisabeth Holt. Schalke 04 und? Meisterschafts-Vorschlußrunde im Fußball. „Sie müssen auf den Teppich gefallen sein", behauptete er keuchend. „Vorhin, als ich wegen dem verfluchten Tabakbeutel meine Taschen ausgeleert Hobe. Du mußt mich nochmals reinlassen — sei nicht böse. Wenn du das nicht tust, muß ich ohne Nachtzeug in einem fremden Hotel schlafen." „Die Hausmeisterin ist noch nicht schlafen gegangen, sie wird dir öffnen." .Ich habe es schon versucht; gleich als ich den Verlust entdeckte, bin ich zurückgerannt, aber die Tür ging nicht auf, und das Hous blieb finster." „Das verstehe ich nicht!" Gerda sah ein kleinlautes, flackerndes Lächeln über fein Gesicht geistern, sie würgte ihren Aerger über die Störung hinunter. Birinsky wird eben warten müssen. Entschlossen kletterten sie die Stufen wieder aufwärts. „Die Portiersleute sind doch in der Küche — wieso haben sie dich nicht klingeln hören? Hast du fest auf den Knopf gedrückt?" fragte Gerda noch einmal. 20 000, die Zahl hat sich inzwischen um mehr als das Doppelte erhöht. Appell an die Frauen und Mädchen. Die Partei, hier in erster Linie die DAF., die Hitler-Jugend und der Staat nehmen sich der arbeitenden Jugend weitgehend an, so daß Besorgnisse der Eltern unberechtigt sind. Dor allem die vorbildliche gesundheitliche Betreuung der weiblichen Jugend nimmt den Eltern jede Sorge um ihre Kinder ab. Die Eltern solcher junger Mädel, die noch Hindenburg Minden mit einem sensationellen 13:1- Ergebnis ausgeschaltet, und damit ging gleichzeitig die Rolle des Favoriten an die Mindener Pioniere über, die schon einmal 1938 die Meisterwürde erkämpften. Im Treffen zwischen LSD. Reinecke Brieg und MSV. Hindenburg Minden, das auf dem Platz des schlesischen Meisters ausgetragen wird, darf man die Gäste nach Kampf in Front erwarten. Die Mindener haben eine glanzende Mannschaft, die überhaupt keinen schwachen Punkt aufweist. Es wäre eine Riesenüberraschung, gelänge dem Gastgeber ein Sieg. Ziemlich offen erscheint auch der Berliner Kampf zwischen Elektra Berlin und Polizei Hamburg. Die Hamburger, die in Theilig einen überragenden Stürmer haben, scheinen in der Fün- serreihe Vorteile zu haben, was vielleicht von entscheidender Bedeutung ist. Ein Meisterschafts-Endspiel Hamburg — Minden hat die größte Wahrscheinlichkeit. Jugendstaffeln des 2IT. T. B. beim „Pfingsttag der Leibesübungen". kennenlernen werde. Unsere Wochenschauen sind ja schon seit Langem keine zufälligen Zusammenstellungen von interessanten Bildgeschichten mehr. Aber in diesem Falle ist es gelungen, in verdichteter Form, und doch ohne Verzicht auf die Darstellung typischer Einzelheiten — ein Wirklichkeitserlebnis in darstellbare Form zu bringen, wie es, wenn man dazu noch die Kurze der für diese Arbeit zur Verfügung stehenden Zeit berücksichtigt, in feinem anderen Lande und wohl bisher auch in Deutschland noch nicht zu sehen war. Dann geschah es. Es geschah schlagartig, ohne vorbereitenden Uebergang von Unbehagen und steigender Furcht, es war wie ein rasender Sturz, wie das Reißen eines Nervenstranges. Nur Menschen, die viel gewartet und gezittert haben, kennen lene blikgleiche Erleuchtung, das untrügliche Begreifen, das mit verstandesmäßigem Erfassen nichts zu tun hat. Ein Nichts, die Winzigkeit eines Geschehens traf sie wie ein Stoß ins Rückenmark. Oben knarrte nämlich eine Tür, und der schwache Ton war noch nicht verstummt, als Gerda auch schon alles wußte, was über dieses Knarren zu wissen war. Die lang verschlossen gewesene, ungeölte Tür von Polas Schlafzimmer schrie, sie schrie aber nur bann, wenn man sie langsam und vorsichtig aufmachte, schnell aufgemacht gibt sie feinen Laut von sich. Um zu dieser Tür, die linfs hinter der Gangbiegung liegt, zu über die klappernden FI Als Einleitung zur neuen Deutschen Wochenschau, die ant mörgigen Samstag erscheint, zeigt eine Propagandafornpanie anläßlich des 60. Geburtstages von Generaloberst von. Küchler etwas aus ihrem eigenen Arbeitsgebiet. Gleich darauf sind wir wieder mitten im Kriegsgeschehen. Tobruk heißt der Name, um den sich die Willensanspannung unseres deutschen Afrikakorps in diesen Bildern fonzentriert. General 9bo m m e I, wieder ganz vorn an der Frontlinie, gibt Befehl zum neuen Einsatz. Meter* um Meter arbeiten sich die Männer, unterstützt von Stuka-Verbänden, näher an Tobruk heran. Züge von gefangenen Engländern sind das stolze Ergebnis des Angriffs. Dom Kreuzerfrieg im Südatlantik erleben wir die Versenkung eines großen Teils eines britischen Geleitzuges, dessen Rest völlig zer- sprengt wiro. Auf den englischen Schissen wieder eine große Zahl fremder Hilssvölker. Aus einem unter englischer Flagge fahrenden norwegischen Tanker wimmelt es von Negern. Ein geschlossenes filmisches Epos für sich bildet die Folge der Aufnahmen von der Eroberung Kretas. Dom ersten Angriffsbefehl bis zur Säuberung des Bereichs um die Suda-Ducht sind wir Zeuge des überaus mutigen und so rasch erfolgreichen Vorstoßes dieser deutschen Wehrmachtsteile Dornotize« Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Boccaccio". — Gloria-Palast, Seltersweg: „U-Boote westwärts". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,/Unser Fräulein Doktor. Baden mit Verstand! Unsere Buben und Mädel können es gar nicht erwarten, bis endlich die Badezeit beginnt. Manches von ihnen hat sogar schon „a-ngefemgen". Alle freuen sich über Wasser, Luft und Sonne: das bringt Bewegung, Fröhlichkeit, Gesundheit! Aber mit Verstand und mit Vernunft, nicht leichtsinnig und gedankenlos müssen wir zum Baden gehen. Noch ehe die erste Meldung über ein tödliches Unglück ein» läuft, wollen wir uns vor Augen halten, was vielen vor uns das Leben kostete. Es sind immer wieder die gleichen Ursachen: Baden nach dem Essen mit vollem Magen kann den Tod bringen, ebenso Baden in erhitztem Zustand oder nach langen Sonnenbädern. Der Kopfsprung ins unbekannte Gewässer, bei dem man auf oen Grund prallt, hat ebenfalls schon viel Freude in Leid verwandelt. Nicht schwimmen können, und dann an eine tiefe Stelle geraten, oder als schlechter Schwimmer von einem Strudel erfaßt werden, sind weitere Ursachen des Unglücks. Darum: fröhlich baden — aber mit Verstand! Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. öd ßangsb 0 rf, 6. Juni. Morgen vollendet der Landwirt P h i l i p p K ö h l e r V., der älteste Außerdem ist Polas Tür versperrt, der Schlussel hängt versteckt neben der Türeinfassung. Wahrscheinlich kommt es daher, daß Gerda schon so lange unter dem lastenden Schatten dieses Hauses lebt, es kommt von den unverständlich spürenden Fragen der Polizei, die zäh und unablenkbar an der Theorie des verdächtigen Freundes, der Pula ermordet haben soll, festhält, — jedenfalls weih Gerda, die flach an die Vertäfelung des Pfeilers gepreßt dasteht, auf einmal ungeheuer viel mehr als die Polizei. Aus ihrem Schreck, aus ihrer Angst heraus weiß sie das Letzte. — Paul hat die Schlüssel nicht bei ihr vergessen, er hat sie mit diesem Vorwand bloß in das leere Haus zurückgelockt. Es ist genau wie bei der Pols — genau fo! Niemand hat ihn mit ihr eintreten sehen, kein Mensch wird morgen sagen können, wer der Mann wat hinter dem guten Visier eines aufgeschlagenen Mantelkragens und dem tiefgezogenen Hut. Die Hausmeisterin wird beeiden, daß Paul um rin* halb acht fortgegangen ist--die Klingel ist ob- geschnitten, auch die Lichtleitung. Was tut er eigentlich in Polas Schlafzimmer? Ist sie auch oben? Wartet sie auf ihn, die Tote? — Ihr grünes, glitzerndes Kleid liegt auf dem Bett, auch der Zobel. Was will er in Polas Schlafzimmer? Was sucht er da? (Fortsetzung folgt). „Hallo!" schrie jemand. „Hollo, Gerda!" Paul Bürger kam in voller Karriere über die glitschige Straße gerannt. „Gott sei Dank, daß ich dich noch erwischt habe!" Er war außer Atem und g^nz auseinander vor lauter Eile, nicht einmal den Hut nahm er ab. Er hatte (eine Schlüssel^in ihrem Zimmer liegen lassen, einen ganu Zimmerschlüsiel und Schrank schlüssel. Paul antwortete nicht gleich, er schien über den Fall nachzudenken, und bann meinte er bedauernd, er könne beim besten Willen weder Zu- sammenhana noch Vernunft in der Geschichte finden. „Wo zum Teufel ist eigentlich mein Tabak hingekommen?" fragte er. Er häufte feine Habseligkeiten auf den Tisch, er geriet in Aufregung und fand endlich den geliebten speckigen Beutel auf dem Fußboden. Besänftigt und getröstet setzte er sich tief in den Sessel zurück und erlaubte seiner Wirtin, zerstreut zu sein. Er war selber nicht ganz bei der Sache. „Für die nächsten Monate bin ich gebunden", 'sagte er nach einer Weile sorgenvoll, „in acht Tagen muß ich fort." „Du auch?" „Auch? Wer noch?" Gerda hatte große bestürzte Augen und sagte ausweichend: „Alle gehen fort — einer nach dem andern." „Wer ist das zum Beispiel?" Und er erfuhr, daß sie hauptsächlich an Fritz Gredler und den Bassisten Karnbeißer denke. In Wirklichkeit aber stellte sie zu ihrer eigenen Der- munberung fest, baß Pauls Abreise sie kalt ließ. Don dem Gefühl ber Vertrautheit, das sie sonst in seiner Nähe empfunden, mar wenig mehr übrig geblieben. War ihr außer dem kühlen Mann aus Norddeutschland wirklich schon alles gleichgültig geworden? 17. Kapitel. Die Hausmeistertn hatte dem Architekten in den Rock geholfen und bas Tor hinter ihm zugesperrt. Dann kehrte sie zurück, um ber Frau Sekretärin mitzuteilen, daß die Fenster heute abend wegen des Nebels unter keinen Umständen aufgemacht werden dürften. „Kommen Sie spät nach Hause?" ,Zch weiß nicht", sagte Gerda, „es kommt auf den Baron an — Sie wissen ja, wie er sich manch- mal anstellt. Aber auf mich brauchen Sie natürlich nicht zu warten. Gehen Sie bitte ruhig schlafen/' scha-ft nähern sich ihrem Höhepunkt und Abschluß. Am Sonntag steigen die beiden Kämpfe ber Vorschlußrunde, und 14 Tage später wirb toon der neue deutsche Meister ermittelt. Spv. LjM^t, der lerfc. Von den 20 Bereichsmeistern, die vor wenigen Wochen die Gruppenkämpfe um die deutscke Fußballmeisterschaft aufnahmen, sind ber Titelverteidi- ber Schalke 04, ber vorjährige Endspielteilnehmer Dresdner SC., der Ostmarkmeister Rapid Wien und der Mittelrhein-Meister VfL. 99 Köln übrig geblieben. Diese „letzten Vier" streiten nun am kommenden Sonntag in den beiden Kämvfen der Vorschlußrunde um den Eintritt ins Meisterschafts-Endspiel. Die Paarungen, die durch das Los vorgenommen wurden» lauten: in Düsseldorf: Schalke 04 — VfL. 99 Köln, in Beuthen: Dresdner SC. — Rapid Wien. Als klarer Favorit gilt eigentlich nur der deutsche Meister Schalke 04, dem man im Düsseldorfer Rheinstadion einen glatten Sieg über den „Außen- seiter" Köln 99 zutraut. Der Mittelrhein-Meister gilt nämlich als der Schwächste des Quartetts, aber er wird sicher den Ehrgeiz haben, zu beweisen, daß er ein würdiger Teilnehmer an ber Vorschlußrunde ist. Die „Knappen" werden auf jeden Fall gut tun, den Gegner nicht zu unterschätzen. Wer in Beuchen das bessere Ende haben wird, ist nicht vorauszusagen. Der DSC. ist seit dem vorjährigen. Meisterschafts-Endspiel gegen Schalke, in dem er 0:1 unterlag, unbesiegt. Gegen Rapid gewann er im vergangenen Jahr zweimal, einmal in ber Meisterschafts-Vorentscheidung und einmal in der Pokal-Dorschlußrunde. Cs scheint so, als hätte der DSC. die bessere Kampfmoral: die Wiener Elf ist doch gewissen Stimmungen unterworfen und hinsichtlich ihrer Leistungen nicht von ber gleichen Beständigkeit wie der DSC. Ein neues Endspiel Schalke — Dresden ist naheliegend, aber es wird auch keine Ueberraschung sein, wenn Rapid die Stelle des DSC. einnehmen sollte. Eine Sensation wäre es natürlich, könnte Köln 99 die Westfalen aus dem Rennen werfen! Meister Schälke 04 steht nun schon zum zehnten Male (!) in ununterbrochener Folge in der Vorschlußrunde der deutschen Fußballmeisterschaft, gewiß ein seltener Rekord. Dabei unterlagen die „Knappen" nur zweimal (gegen Eintracht Frankfurt 1931, gegen 1. FC. Nürnberg 1936), und in den anschließend bestrittenen sieben Endspielen wurden sie auch nur zweimal geschlagen, während sie fünfmal die „Viktoria" heimführten und nun auf dem besten Wege sind, den Meisterschaftsrekord des 1. FC. Nürnberg zu erreichen. Die übrigen drei Teilnehmer an der Vorschlußrunde können natürlich mit so glanzvollen Rekorden wie Schalke nicht aufwarten, aber DSC. und Rapid zählen seit Iah- keine Beschäftigung haben und zu Hause durchaus abkömmlich sind, sollten es daher als ihre Pflicht ansehen, die Mädchen zu veranlassen, daß sie sich jetzt, Mann" ist, $ur Verfügung stellen. Der ührers zur Mitarbeit solcher Mädchen, vsuir yuiuc öiuhuk jpuiei oeiui'n uus . miumyi — uue ;uien|a)en la-lusen niajl jo Haus. Während sie die finstere Halle durchschritt, | tief, aber immerhin. Die Portiersfrau hatte vor- fpürte sie schon den faden Geruch des Nebels. Sie, hin die Kognakflasche in die Küche mitgenommen, wickelte sich energisch in ihren Mantel, drückte bte I Er war schrecklich schuldbewußt, er sagte, es sei nannten Ausschuß", und war als „Pfeifer" dem Musikkvrps ^geteilt. Den Namen des Pfeifers nahm er auch mit in sein späteres Zivilleben, und nach ihm wird die Sippe noch heute im Dorsmunde genannt. Der Jubilar gehört seit Jahrzehnten dem hiesigen Airchenvarstand an, der ihn 1933 zu seinem Ehren- senior ernannte. Wir wünschen dem ehrwürdigen alten Herrn einen schönen Lebensabend. Tierversicüerungs-Gesellschast Biedenkopf. / * Biedenkopf, 3. Mai. Hier fand die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der T i e r« Versicherungs-Gesellschaft Bied e n köpf a. G. unter Leitung des Vorsitzers des Aufficktsrats, Kreisbauernführer D e l1 e, und in Anwesenheit des Vorsitzers des Vorstandes Landrat Br. Burghof statt. Direktor P l i t t erstattete den Bericht über das Geschäftsjahr 1940. Das Kriegsjahr 1940, in welches die- Gesellschaft noch unter dem Namen .Lreisviehkasse Biedenkopf V. a. G." eingetreten war, brachte am 22. August 1940 als besonderes Ereignis die Aenderung der Firmenbezeichnung in „Tieroersicherungs-Gesellschaft Biedenkopf (Lahn) a. G." und Umwandlung in eine große Tierversiche- rungsgesellschaft. Infolge Ausdehnung des Geschäftsgebietes über 11 Kreide war dies nötig geworden. Die Gesellschaft versichert chren Mitgliedern Pferde, Maultiere, Esel, Rindvieh, Schweine, Ziegen und Schafe. Angeschlossen ist Trächtigkeits-, Kaftrations-, Weide-, Transport- und Dievstahlverficherung. Der Geschäftsbetrieb hat auch hn Jahre 1940 weiter zugenommen. Versichert waren am Ende des Jahres 23 835 Tiere mit einer Versicherungssumme von 6 970185 RM. und einem Versicherungsbeitrag von 185771,90 RM.: nämlich 2447 Pferde, 9633 Stück Rindvieh, 10 013 Schweine, 1656 Ziegen und 86 Schafe. Die Versicherung ssunzmen betrugen bei Pferden 1 997 550 RM., bei Rindvieh 3 490 720 RM., bei Schweinen 1425 900 RM., bei Ziegen 48 725 RM. und bei Schafen 7290 RM. Für Dersicherunas- beitrage gingen ein: Bei Pferden 66717,10 RM., bei Rind-weh 61031,90 RM., bei Schweinen 42178,10 RM., bei Ziegen 2989 RM., bei Schafen 558,40 RM. Entschädigt wurden: 196 Pferde mit 85 005 RM., 485 Stück Rindvieh mit 65118,10 RM., 589 Schweine mit 34 647,60 RM., 111 Ziegen mit 2603 RM., 13 Schafe mit 944 RM. Der Mitgliederbestand betrug am Ende des Jahres 7390 Tierbesitzer. Der Verlust im Jahre 1940, der durch außergewöhnliche Verluste bei Pferden entstanden ist, betrug 7617,96 RM. und ist durch die Rücklagen gedeckt. Die Rücklagen der Gesellschaft betrugen am 31. Dezember 1940 — 159 099,27 RM. Die Versammlung nahm von den Ausführungen des Direktors Kenntnis und genehmigte den Jahresabschluß. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die silberne Medaille nebst Diplom für langjährige treue Dienste wurde den Ortsbevollmächtigten Bauer Jakob Happel (Erdhaufen) und Landwirt Christoph D e r s ch (Sarnau) verliehen. 8000 Mk. verloren und wledergefunden LPD. Biedenkopf, 5. Juni. In der Nähe der Ortschaft Breidenbach verlor ein Butterbändler während der Fahrt mit seinem Auto die Arten- lasche mit 8 0 00 R M. Inhalti Er Lehrte um, suchte die ganze Strecke ab und fand schließlich die Tasche an der Straßenböschung wieder. Der Inhalt hatte keine Minderung erfahren. ,Laß mich klingeln!" Gerda preßte den Daumen auf den Beinknopf und ließ ihn da liegen — es mußte einen Höllenlärm geben in der Küche, einen Lärm, um Tote aufzuwecken. Schließlich zog Paul ihre Hand weg. „Herrgott", sagte er nervös, „wenn du ohnehin den Schlüssel hast, wozu noch klingeln?" Er nahm ihr den Schlüsselbund weg und sperrte auf. „Der Schalter ist rechts", sagte Gerda. Und jetzt wurde offenbar, wieso es kam, daß "Pauls verzweifelte Signale keinen Erfolg gehabt hatten. Die Klingel läutete nämlich ebensowenig, wie ber Lüster Licht hergab, obzwar Paul eifrig am Schalter drehte. Ihr riß die Geduld. „Das ist zu dumm! Erst letzte Woche haben wir den Elektriker dagehabt. Jetzt muß man sich wieder mühsam mit Kerzenlicht behelfen bis morgen früh." „Gibt es überhaupt Kerzen im Haus?" Natürlich gab es die. Im großen Salon stehen hohe, alte Kirchenleuchter mit armdicken, gedrehten Wachskerzen — auch im Speisezimmer sind Kerzen, 'wahrscheinlich auch in der Küche. Paul machte die Haustür zu. Er meigerte sich, in den Salon zu tappen, möglicherweise sei nicht die ganze Leitung kaputt, sondern nur ein Teil. Vielleicht brennt oben bas Licht, er wird hinaufgehen und nachsehen. „Du mußt dich immer rechts halten." „Ich weiß schon", sagte Paul. Er glitt von ihr fort, ein schwarzer Schatten, der in noch tiefere Schwärze versinkt, stieß an den Schirmständer, schimpfte halblaut und fand glücklich den schwungvoll ausladenden Sockel des Treppengeländers. „Gleich bin ich wieder da." Sie wartete mit erhobenem Kops. Sie mar verärgert über die verdorbene Leitung und über das Wetter, das so verhängnisvolle Wirkungen auf den elektrischen Draht hervorbringt, und hauptsächlich ' ärgerte sie sich über ihre nervöse Ruhelosigkeit. ! Sie versuchte, in der Dunkelheit zur Haustür zu gelangen, den gelben Dunst und ein bißchen Licht । hereinzulassen, aber die war versperrt. Offenbar hatte Paul sie in der Aufregung vorher wieder -"geschlossen, auch die Schlüssel mußte er jetzt noch Haven. — Sie wartete zwei Minuten, vielleicht auch fünf oder acht Minuten, sie war sich später auf den Hauptstützpunkt Englands im östlichen Mit-, telmeer. Wieder ist es die Luftwaffe, die scheinbar Übermenschliche Leistungen vollbringt. Die Fallschirmjäger, die wir schon bei den Vorbereitungen zum Abflug und bann beim Einsatz selbst sehen, sind wirklich ganze Kerle. Jeder einzelne! Und große Hochachtung nötigen uns auch die Führer ber vielen Transportmaschinen ab, die häufig nach schwerem Flakbeschuß, in einem Falle mit nur ■ einem Rab am Fahrgestell, ohne Bruck in ihren griechischen Standort wieder zurückkehren. Wieder einmal allen voran ftürmen auf Kreta die Gebirgsjäger, die auf den Flugplätzen, die die Fallschirmtruppen vom Feind gesäubert hatten, gelandet wurden, und machen so immer wieder das Führerwort wahr, daß England die Ostmärker noch Aktenmappe unter den Arm und ging schnell den I eine Schweinerei und ein Zeichen von beginnendem vertrauten Weg zur nächsten Haltestelle. Altersblödsinn, dieses Verlieren und Verlegen wich- Aus der lichttos zusammengebackenen Häusermasse' tiger Gegenstände. Seine Wohnungstür habe ein schlug eine Kirchenuhr achtmal. Um diese Zeit hätte | Tooseschloß, und die Wirtin sei seit Tagen auf dem Clemens Kempf sie abholen wollen. Gerda ging Land bei ihrer Tochter. Das erzählte er alles, ckge- während sie aufwärts rannten.