Montag. 6. Januar Ml Annahme von Anzeige« für die Miltagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Plabvorfchrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Jahrgang Nr.q Erschem: täglich, trübet SornttagS und feiertags Beilagen: DieNlluffriene Giesreuer^amilienblatter He «mat au Bild DieDchoUe Monats>-Bc.zttgsvreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 OhncIUuürierte „ 1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Richterscheinen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlnsr 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 116sk grants. M. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen iereinigten Staaten. Dastrecken und eine direkte Landverbindung zwischen den Vereinigten Staaten und Alaska herbeiführen soll zum Zweck des Ausbaues der militärischen Verteidigung Alaskas. Es sei möglich, daß darüber ein ähnlicher Vertrag zustande komme, wie seinerzeit bei der Ueberlassung von 50 amerikanischen - ' " ~ ' *■ Ueberlassung von fett Feindliche Flugzeuge flogen In der vergangenen Nacht nur mit schwachen Kräften in das Reichsge- biet ein. Sie warfen an wenigen Stellen eine kleine Anzahl von Bomben, die nur unbedeutenden Sachschaden anrichteten. Militärischer oder wehrwirtschaftlicher Schaden entstand nicht. Zerstörern an England gegen Flottenstützpunkten an die Derer _ nach scheint der Ausverkauf des britischen Empires weitere Fortschritte zu machen. Lustangriff auf Bristol. Der Wehrmachtbericht vom Samstag. Berlin, 4. Jan. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Trotz schlechter Wetterlage brachte die gestrige Aufkläruuastätigkeit der Luftwaffe gute Ergebnisse. 3n Südostengland wurde ein Flugplatz mit Erfolg angegriffen. 3n der letzten Nacht griffen tariere deutsche Kampfverbände die Hafenstadt B r i ft o l an. Zahlreiche Bomben aller Kaliber verursachten grofje zusammenhängende Brände und Explosionen, die auf weite Entfernung hin sichtbar waren. Außerdem richteten sich Bombenangriffe gegen andere wichtige Ziele in Südengland. Feindliche Flugzeuge griffen in der Nacht zum 4. Januar an vier Stellen Norddeutschland an. Dabei warfen sie in der Hauptsache Brandbomben auf geschlossene Wohnviertel, in denen eine Anzahl Brände entstanden. Der mitt- tärische und kriegswirtschaftliche Schaden ist unbedeutend. Zwei britische Flugzeuge wurden abgeschossen, davon eines durch Marineartillerie. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. Angriff auf kriegswichtige Ziele im Bristol-Kanal. Der Wehrmachtbericht vom Sonntag. Berlin, 5. Jan. (DNB.) Das Oberkommando tischem Gebiet Rückwirkungen der europäischen Auseinandersetzung festzustellen, um so mehr als es sich diesmal nicht so sehr um den Krieg des einen Landes gegen das andere, als vielmehr um den Kampf von Weltanschauungen handelt, hierbei ist festzustellen, daß sich die Verhältnisse seit dem letzten Kriege, in den eine Reihe südamerikanischer Länder (nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten) aus Seiten der Alliierten emge- griffen hatte, erheblich geändert haben. Damals stand Südamerika ausschließlich unter dem Einfluß der alliierten Propaganda und ihrer Nachrichten, während heute, dank der Erfindung des Rundfunks, Nachrichten aus allen Ländern ungehindert hierher bringen und die Menschen dieses Erdteils sich rela- ttv unbefangen ein eigenes Urteil bilden können. In allen südamerikanischen Ländern ist deshalb nach den großen, von niemandem zu leugnenden militärischen Erfolgen Deutschlands eine beachtliche, mit der antiimperialistischen und antiplutokratischen Kampfparole der Achsenmächte sympathisierende Schicht vorhanden. Bei mehr als einer Gelegenheit kommt die Abneigung weiter Volkskreise gegen den englischen Krieg und die mit England sympathisierenden Kreise zum Ausdruck. Größere Revolutionen hat es, abgesehen vom unblutig verlaufenen Staatsstreich Esttgarribias im Februar 1940 in Paraguay, in diesem Jahre in Südamerika nicht gegeben. Dagegen wurde Argentinien im August durch eine starke inner- politische Krise erschüttert. Die Krise endete mit der Ablehnung des Rückttittsgefuckes des Präsidenten O r i t i z , der übrigens aus Gesundheitsrücksichten sein Amt seit Juni d. I. nicht versehen kann, durch den Kongreß und mit der Beauftragung des Vizepräsidenten Dr. Castillo mit der Neubildung der Regierung. Kurz daraus fiel der paraguayische Staatspräsident Estigarribias einem Flugzeugunfall zum Opfer und wurde durch den bisherigen Kriegsminister General M o ri n ig o abgelöst, der in Paraguay offenbar ein stark personalistisches, auf das Militär gestütztes Regime eingeführt hat. Derartige innerpolitische Vorgänge sind, jedoch nut Ausnahme vielleicht der durch das Demissionsgesuch des argentinischen Präsidenten zu besonderer Bedeutung gelangten Krise, in diesem Jahre weniger stark' beachtet worden, als jemals vorher — auch dieses ein Beweis dafür, wie sehr das gesamte politische und wirtschaftliche Leben dieses Kontinents im Zeichen der europäischen Auseinandersetzung steht. Südamerika sieht deshalb dem Jahre 1941 mit besonderer und begreiflicher Spannung entgegen, da es von diesem Jahre erwartet, daß es vielleicht in Europa die Entschei- In Paraguay schritt die Regierung zum Aufkauf der diesjährigen Baumwollernte und wird das gleiche im kommenden Jahr tun müssen. Auch die brasilianische K a f f e e p o l i t i k ist dadurch gekennzeichnet, daß sie den Pflanzern größere Opfer als in früheren Jahren auferlegen muß. Infolge der engeren finanziellen und wirtschaftlichen Bindungen an Nordamerika ist übrigens die brasilianische Situation in gewisser Beziehung günstiger als die der Argentiner. werden. ~ ... Schon im polnischen Feldzug wurde sie zum tödlichen Schrecken des Feindes. Binnen zwei lagen errang sie die unbedingte Luftherrschaft und chattete im Verlauf der darauf folgenden Tage die polnische Luftwaffe restlos aus. Sie brach den erd- gebunbenen Truppen Bahn, schnitt dem Feinde mittels Zerstörung seiner rückwärtigen Verbindungen die Rückzugsmöglichkeiten ab und half so in einer nicht wegzudenkenden Weise zur Einkesselung und Vernichtung der Heere des Gegners. Als dann die Festung Warschau gegen alle Gesetze der Vernunft und Menschlichkeit von den Polen verteidigt wurde, hat die deutsche Luftwaffe dieses letzte Bollwerk des polnischen Widerstandes in kürzester Frist in rauchende Trümmer gelegt und damit den Weste möchten sichtbar vor Augen geführt, welches Schick- sal sie über sich selbst heraufbeschwören wurden, wenn sie den Krieg und insbesondere den Luftkrieg sortzusetzen wagen sollten. Man hätte damals meinen können, daß die Selbste täuschung der Franzosen und Engländer, Deutschlands militärische Rüstung und innerhalb dieser die Stärke seiner Luftwaffe sei nur ein Bluff, vor der Wucht der Tatsachen des weltgeschichtlichen Sieges über einen Staat von 35 Millionen Bevölkerung m ganzen 18 Tagen in nichts hätte zerfließen muffen. Deutschlands Gegner haben nicht nur nichts gelernt, sondern in erstaunlicher Verblendung die Anwen« düng der letzten Reste ihres gesunden Menschenverstandes vergessen. Weder Franzosen noch Engländer konnten im Winter 1939/40 die deutsche Luftwaffe an der von ihr durchgeführten bewaffneten Aufklärung hindern. Sie konnten zugleich ihrerseits gleiche Aufgaben so gut wie gar nicht erfüllen. Während die deutsche Führung für den späteren Kampf gegen Frankreich und die'britischen Inseln alle Aufklärungsunterlagen bekam, blieb die Führung unserer Gegner mangels entsprechender Ergebnisse blind. Zu gleicher Zeit er« litt die britische Handels- und Kriegs« flotte immer größer werdende Verluste durch un« mittelbare Angriffe der deutschen Luftwaffe und ihik Zusammenwirken mit der Kriegsmarine. Als die deutsche Wehrmacht den Engländern durch raschen Zugriff auf Norwegen zuvorkam, ermöglichte und sicherte unsere Luftwaffe die Durch« führung dieses mehr als kühnen Unternehmens. Si« Südamerika unter den Rückwirkungen des europäischen Krieges. Von unserem Sa.°Korrefpondenten. Deutschlands Luftwaffe. Von General der Flteger Zander. Die deutsche Luftwaffe hat in diesem Kriege nicht nur Taten und Leistungen vollbracht, die für alle Zeiten mit ehernen Lettern in das Buch der Geschichte eingetragen sind, sondern außerdem überraschend schnell den Beweis dafür erbracht, welche kriegsentscheidende Bedeutung einer modernen Luftwaffe zukommt. Vom ersten Tage an hat sie sich jedem ihrer Gegner turmhoch überlegen gezeigt, die von ihr erkämpfte Ueberlegenhett estgehalten und sie von Tag zu Tag gesteigert. Der unbedingte Kampfgeist, der sie erfüllte ließ sie das ihr innewohnende Siegesbewußtsein steigern uns zum selbstverständlichen Besitz jedes ihrer Soldaten der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe führte gestern nur bewaffnete Aufklärung durch. Luftbilder bestätigen den guten Erfolg des Angriffs auf Cardiff in der Nacht zürn 3. Januar. Jn der vergangenen Nacht wurden Avonmouth, das als haftnplah für Bristol von besonderer Bedeutung ist, sowie mehrere andere kriegswichtige Ziele am Bristol- Kanal mit starken Kräften erfolgreich angegris- Buenos Aires, im Dezember 1940. i Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Länder des südamerikanischen Halbkontinents stand im Jahre 1940 weitgehend im Zeichen der Rückwirkungen des europäischen Krieges, die sich um so stärker bemerkbar machen, je weiter der Krieg fort» schreitet. Die Auswirkungen des Krieges sind fast überall die gleichen — Verlust von europäischen Märkten, Rückgang des Außenhandels, Erschwerung und Verteuerung der Jmportbeschaffung, mit allen Folgen für die innere Wirtschaft der einzelnen Länder. In Argentinien entstand eine Absatz- krise für Mais, in Brasilien für Kaffee, in Paraguay für Baumwolle, in Chile für Kupfer und Salpeter, in Peru für Baumwolle, in Ecuador für Kakao — jeder dieser Staaten hat feilte Absatzprobleme, und sie sind um so ausgeprägter, je stärker der Außenhandel der einzelnen Länder bisher nach Europa orientiert war. Deshalb find die Auswirkungen des Krieges auf Argentini e n, das auch in dieser Beziehung an der Spitze der süd- amerikanischen Nationen steht, besonders hart ge- wesen. Vor dem Kriege setzte das Land 77 v. H. feiner Ausfuhren in Europa ab und bezog von dort 60 o. H. seiner Einfuhren, während es jetzt mindestens die Hälfte seiner europäischen Absatz» und Bezugsmärkte und damit ein Drittel seines Außenhckndelsvolumens verloren hat. Ein Wirtschaftsplan wurde vorgelegt, durch den mittels eines geschickt ausgedachten und durchgeführten Systems die Bankdepositen mobilisiert und unter Einschaltung der Garantie des Staates produktiv angelegt und zur Finanzierung der Industrie und des Kleinwohnungsbaues verwandt werden sollen. Die Regierung wird, wie auch bei früheren Krisen, die nächstjährige Weizen-, Leinsaat und Maisernte aufkaufen, zu staatlich fest» gesetzten Mindestpreisen, die niedrig sind, aber dem Pttanzer wenigstens die Rückerstattung seiner Produktionskosten, und in einigen Gegenden noch einen kleinen Gewinn sichern. Die Rückwirkungen des Krieges find jedoch keineswegs nur wirtschaftlicher Natur. So wie die gegenwärtige Krise eindeutig politische Ursachen — näm-,—-- ------ o -r lid) den europäischen Krieg ober konkreter: die düng und damit zweifellos auch Losungen für zahl- britische Blockade — hat, so sind auch auf poli- jreiche Probleme dieses Erdteils bringen wird. Die Schlacht um Vardia von neuem entbrannt Washingtons StühpunktpoMk eine Gefahr für Südamerika. Rom, 4. Jan. (DNB.) Der italienische Wehr-s machtberichl vom Samstag hat folgenden Wortlaut: Jm Grenzgebiet der E y r e n a ik a hat der Feind an der Front von Bardia zu Lande, zu Wasser und von der Luft aus mit starken Kräften angegriffen, die feit 9. Dezember währende Schlacht ist von neuem entbrannt. Unsere unter dem Befehl von General B e r g o n z o l i stehenden Truppen leisten mit äußerster Erbitterung widerstand und fügen dem Feind beträchtliche Verluste zu. Formationen der Luftwaffe nehmen unaufhörlich am Kampfe teil und belegen Flotteneinheiten, Stützpunkte, Truppen und Kraftwagenkolonnen des Gegners mit Bomben und Waschinengewehrfeuer. Die Schlacht dauert an. Drei unserer Flugzeuge sind nichl zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt. An der griechischen Front Streifen- und Artillerietätigkeit. Trotz ungünstiger Wetterlage ' < r... UAmkurCArmAliAtiDn mir FfnttiP 9fn- Stehen gebracht und vernichtet haben. Trotz Helden« haften Einsatzes unserer Land- und Luftstreitkräfte sind einige befestigte Stellungen dem Feind In die Hände gefallen. Die Luftwaffe hat wiederholt feindliche Flottenstreitkräfte vor Bardia foroie mitt« tärifche Kolonnen bombardiert. Feindliche Einflüge auf unsere Flugplätze haben den Mannschaften unb dem Material nur geringen Schaden zugefügt. Jitt Verlauf der Luftkämpfe haben unsere Jäger bisher acht feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht. Drei unserer Flug- zeuoe sind nicht znrückgekehrt. An der griechischen Front haben wir int Verlauf von Aktionen lokalen Charakters Waffen erbeutet und Gefangene gemacht. Flugzeugformationen haben in Bewegung befindliche feindlich« Truppen mit MG-Feuer beschaffen und mit Sprenabomben belegt. Jn 0 ft a f r i f a haben feindliche Flugzeuge Born« den und Flugzettel auf einige Ortschaften in So« maliland abgeworfen. An der Sudangrenze di« übliche Artillerietätigkeit. Vnsaldo zur SAacht um Bardia. Ein USA-Korridor durch Kanada nach Alaska aevlant. Stockholm. 5. Son. arl0 i feindlichen Abteilungen unternommene lcumgue'ilen ' de7hL'aü^ch°',, W. unsere uorgeschobenen Posten ,u über- Eisenbahnlinie, das Aufblühen der Landwirtschaft, raschen, scheiterten an unserer heftigen Gegenw'r- der Viehzucht und des Bergbaues auf Der östlichen fung. Feindliche Flugzeuge haben einen unserer Hochebene können nur bann als wirklich gesichert Stützpunkte, ohne Schaden zu verursachen, mit Born- angesehen werben, wenn bie Nachbarländer über- belegt. emftimmenb vorgehen." „La Razon" meint, daß j €lne6 unserer Unterfeeboote unter dem Bolivien die Grundlagen für eine dauernde wir t- j&es Korvettenkapitäns Giuseppe Laridi s ch a f t l i ch e 3 u f a m me n a r b e 11 testsetzen fhecm 15 oon Tonnen ena(ifrfien Handels,chsssoranmeo oersenkt. °n!°« Montevideos. Jan. (Europapreß.) Der Ab- aeordnete des Partido Nacional, Jose Pedro Bruno, erklärte in der „Tribuna Populär", die Errichtung von USA.-Stützpunkten bedeute für Südamerika auch insofern eine Gefahr, als die Bereinigten Staaten beabsichtigten, mit diesen Stütz» /fünften zunächst bie großen englischen Interessen in Südamerika zu schützen, um sie bann später \ c l b ft zu übernehmen. Bruno warnte davor, bie nordamerikanischen Ziele in Südamerika nicht rechtzeitig zu erkennen und damit in Gestalt der Stützpunkte die Gefahr ins eigene Haus zu bringen. Die nordamerikanischen Plane gingen dahin, alle öffentlichen Versorgungs- und Verkehrsbetriebe, die jetzt den Engländern gehörten, in den Besitz der Vereinigten Staaten zu Übermachtbericht hat folgenden Wortlaut: Die Schlacht an der Bardia-Front hat während des ganzen gestrigen Tages mit zunehmender Heftigkeit angehalten und ist iur Zeit im (Banre. Jagd- und K"mpfform-»tenm haben daran teilaenommen. indem sie an verschiedenen Stellen feindliche Truppen mit WG -Feuer und ...... , „ Sprengbomben belegt und Panzerwagen zum l Willen für fein Vaterland einzusetzen. Deutschlands Adler am Mittelmeer. In dem Wehrmachtsbericht vom 25. Oktober 1940 wurde gemeldet, daß zum erstenmal italienische Kampfverbände von ihrer Absprungbasis im besetzten Gebiet in Frankreich gegen England gestartet waren. Die italienischen Fliegerver« bände, die damals auf den Wunsch Italiens im Westen eingesetzt wurden, weil Italien auch dort an dem direkten Kampf gegen England teilzunehmen wünschte, sind dann wiederholt in ehrender Weise in den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht genannt worden. Jetzt sind also Abteilungen der deutschen Luftstreitkräfte ihrerseits an den italienischen Frontabschnitt im Mittelmeer verlegt worden. Die italienische Presse hat sie herzlich begrüßt und em besonderer Tagesbefehl des Generalstabschefs der italienischen Luftwaffe, des Generals Pricolo, heißt die Kameraden aus Deutschland willkommen. Aus diesem Tagesbefehl geht zugleich hervor, daß die nach der italienischen Front verlegten deutschen Fliegerstreitkräfte dort in den Seekrieg ebenso eingreifen werden wie in den Luftkrieg. Der Vorgang dokumentiert aufs neue die auf dem politischen und militärischen Bündnis beruhende deutsch-italienische Waffenbrüderschaft. Darüber hinaus ist der Vorgang insofern von besonderer Bedeutung, als der gemeinsame Gegner, England, nun auch im Mittelmeer auf die so gefürchtete deutsche Luftwaffe, treffen wird. Nachdem schon die italienische Luftwaffe eine ganze Anzahl englischer Kriegsschiffe versenkt bzw. durch Bomben oder Torpedos schwer beschädigt hat, wird der Engländer jetzt die Zusammenarbeit der beiden Luftwaffen auch im Mittelmeer in sehr peinlicher Weise zu spüren bekommen, zumal ja diese Zusammenarbeit sich im spanischen Kriege und dann jetzt am Kanal bereits bewährt hat. konnte binnen 24 Stunden die ihr befohlenen Landungsoperationen beenden und alle wesentlichen Flugplätze Norwegens in ihre Hand bringen. Fallschirm-, Luftlande- und Fliegertruppe waren im Besitz der entscheidenden Basen für die restlose Beherrschung des Luftraumes. Die Flakartillerie übernahm den Schutz von der Erde aus, die Luftnach- richtenlruppe stellte alle für die Führung notwendigen Verbindungen her. Bei den darauf folgenden Operationen zu Lande und bei der Sicherung der Küste nach See zu sorgte die Luftwaffe dafür, daß der Feind nicht in der Lage war, die deutschen Operationen zu stören. Auch hier wieder griff sie in den Erdkampf ein und bestimmte wesentlich das Zeitmaß der Operationen dergestalt, daß aus dem Hineinstoßen in den eben begonnenen norwegischen Aufmarsch ein schneller und voller Siea wurde. Sie erwies sich als ausschlaggebend für das Gelingen der gesamten Operationen, trua die Hauptlast des Kampfes gegen die der deutschen Kriegsmarine zahlenmäßig weit überlegene feindliche Flotte und brachte der bis zum 10. Juni vereinsamt und ohne jede Hilfe zu Lande oder zur See kämpfenden Gruppe Narvik Nachschub, Verstärkungen und Entlastung. Sie bewies, daß eine feindliche Flotte innerhalb eines sich weit erstreckenden Wirkungsbereiches auf die Dauer gegen eine überlegene Luftwaffe nicht zu operieren in der Lage ist. Zeitweilig auftauchenüe feindliche Seestreitkräfte wurden so hart und schwer angegriffen, daß sie nach ernstesten Verlusten verschwinden mußten, feindliche Landungsoperationen und Rückzugsbewegungen unter Zufügung blutiger Verluste gelähmt. Auch in Norwegen griff die Luftwafte wirksam in die Erdkämpfe ein. Sehr schnell mußte der Feind erken- nun und zugeben, daß seine strategischen Absichten zum Scheitern verurteilt waren, weil im Gegensatz zur feindlichen die deutsche Luftwaffe flog „wann, wie und wo sie wollte". Allein unsere Luftwaffe vernichtete in diesem Kampfe 87 Feindflugzeuge (die auf Flugzeugträgern befindlichen nicht mit eingerechnet), 28 Kriegs- und Hilfskriegsschiffe mit ungefähr 90 000 Tonnen Schiffsraum sowie 71 Handelsschiffe mit 280 000 Bruttoregistertonnen und beschädigte durch Bombentreffer außerdem 80 Kriegs- und Hilfskriegsschiffe und 39 Handelsschiffe des Feindes. Durch den Feldzug in Norwegen wurde die britische Blockadefront zerbrochen und die deutsche Gegenblockade ermöglicht. Deutschland gewann die strategisch wichtige Flankenftellung gegenüber der Ostkufte der britischen Inseln. Mit Beginn der großen Offensive im Westen (10. bis 13. Mai 1940) und des dann folgenden zweiten Angriffs (3. Juni) wurde die feindliche Luftwaffe durch schwerste Angriffe gelähmt und im Verlaufe der weiteren Kämpfe immer schneller und stärker ausgcschaltet, der gesamte Führun-^organis- mus des Gegners lahmgelegt und der Vormarsch bes eigenen Heeres gesichert. Maßgeblichen Anteil hatte die deutsche Luftwafte an der Niederringung des feindlichen Widerstandes beim deutschen Durchstoß durch die feindlichen Be- festigungssysteme, wobei sie ihre neuen und den Gegner völlig überraschenden Kampfmittel einsetzte. Es sei nur an den Einsatz von Fallschirmtruppen mit Beginn des Angriffs auf die FeftunaHol- land und bei der Niederkämpftma des Forts Eben-Emael erinnert. Bei Sedan hielten Kampf-, Stumkampf- und Zerstörewerbände — bei gleichzeitiger Abwehr feindlicher Gegenangriffe aut Lust —. eingebundene Truppen des Gegners nieder und ermöglichten so den Durchstoß durch die für uneinnehmbar geltende verlängerte Maginotlinie. Gleicher Einsatz ermöglichte den Durchbruch durch die Maginotlinie südlich von Saarbrücken und am Oberrhein. Ueberall griff die Luftwaffe zur Unterstützung der Schnellen Truppen, also der Panzer- und motorisierten Verbände, in den Erdkampf ein, versorgte diese außerdem durch ihre Transporteinheiten notfalls mit Brennstoff, Munition und Lebensmitteln und zertrümmerte durch ihre harten Angriffe die Widerstandskraft des zurückflutenden Feindes. Dünkirchen wurde nach Warschau und Rotterdam em loderndes Fanal für das, was der Feind auch weiterhin zu erwarten hat. Der gewal- ttge Erfolg des Westfeldzuges, die Ausschaltung der englischen Stteitkräfte vom Festlandskriegsschau- platz, die Niederwerfung Frankreichs und die Gewinnung der strategischen Basis bis zur spanischen Grenze für alle drei Wehrmachtteile Deutschlands wurde durch den beispiellosen Einsatz der deuftchen Luftwafte ermöglicht. Alle Tapferkeit und Stoßkraft des Heeres konnte sich in dem von ihr beherrschten und abaeschirmten Raum entfalten. In ununterbrochenen Angriffen unterstützte sie mit der zermürbenden Wirkung ihrer Bomben und durch den Einsatz der Flakartillerie oftmals auch im Erdkampf das Heer in seinem schweren Kampf. Die Jagdverbände unterbanden jeden feindlichen Versuch einer entsprechenden Gegenwehr. In der Zeit vom 10. Mai bis 3. Juni wurden 1841 Feind f lug- zeuge, davon 1142 im Luftkampf und 699 durch Flak abgeschofsen, mindestens 1600 am Boden vernichtet. Durch Bombentreffer beschädigt und teilweise vernichtet wurden 10 feindliche Kreuzer, 24 Zerstörer, 3 Torpedoboote, 22 sonstige Kriegsschiffe sowie 117 Handels- und Transportschiffe. In der Zeit vom 4. Juni bis zur Beendigung des Feldzuges in Frankreich wurden weitere 383 Feindflugzeuge in Luftkämpfen und 155 durch Flakartillerie abgeschofsen sowie 239 am Boden zerstört, dazu 26 Sperrballone und 1 Fesselballon. Auch der feindlichen Kriegs- und Handelsflotte wurden schwerste Verluste beigebracht. Nachdem Deutschlands Luftwaffe nunmehr über die strategische Ausgangsstellung vom Nordkap bis Mr spanischen Küste verfügte, konnte sie nicht nur das Reichsgebiet und die besetzten Gebiete mit ihrer Produkttonskraft vor jeder ernstlichen Störung durch den Feind schützen, sondern Mgleich den Kampf gegen die Lebensnerven der britischen Rüstung unter den günstigsten Bedingungen auf- nehmen. Als der Führer nach langem Zuwarten den Befehl zur Durchführung von Vergeltungsangriffen gegen England erteilte, begannen Anfang August die deutschen Einsätze gegen England und seit dem 7. September auch gegen London. Von nun an trug unsere Luftwaffe mit den leichten lieber- und Unterwasser-Seestreitkräften der Kriegsmarine die, Hauptlast des Kampfes gegen England. Ununterbrochen fallen seitdem die furchtbaren Schläge der deuftchen Luftwaffe a u f öie belagerte Festuna Großbritannien. Nachdem man dort auch aus dem norwegischen Feldzug und dem Krieg in Holland, Belgien und Frankreich nichts gelernt hat, beginnt ein neues Warschau oder Dünkirchen von unvorstellbarem Ausmaße sichtbar vor den Augen der ganzen Welt Wirklichkeit zu werden. Während die Kraft der deutschen Luftwaffe mit jedem Tage wächst, schreitet die Zertrümmerung des Gegners unaufhaltsam und immer rascher und stärker fort. Der Kamps gegen England ist damit schon heute so gut wie entschieden. Den Zeitpunkt deh Niederbruchs Englands kann das deutsche Volk in Ruhe und im Vertrauen auf den Führer und seine Wehrmacht abwarten. 11: eder Butter noch Kanonen. f Von unserer Berliner Schriftleitung. M hat sich dock die Lage geändert! „Wir müssen", schreibt jetzt das Londoner Massenblatt, die „Daily Mail", den Leibriemen enger schnallen, wenn wir durchhalten wollen" und führt dann aus: „Wir sind jetzt vor die Wahl gestellt: Kanonen oder Butter. Das Volk, das die wahre Lage erkannt hat, wird Kanonen wählen." Womit zugegeben wird, daß sich der gegen Deutschland gerichtete Aushungerungskrieg jetzt gegen die englische Insel gerichtet hat und das, was die Briten den Deutschen zufügen wollten, jetzt von ihnen selbst sehr schmerzlich empfunden wird. Sie formen versichert fein: alle Leiden, die sie der deutschen Weltkriegsgeneration von 1914/18 zu fügten und der Hunger, der in den deutschen Eingeweiden wühlte, hunderttausende von deuftchen Frauen, Kindern und Greisen frühzeitig ins Grab brachte, fallen mit Wucht jetzt auf England zurück. Gerade die „Daily Mail" hetzte während der Auftechterhaltung der Hungerblockade gegen Deutschland, die amerikanischen Quäker dürften den deutschen „Hunnenkindem" keine Milch geben. Ein toter Hunne sei besser als ein lebender Noch im Jhare 1920, zwei Jahre nach dem Waffenstillstand, hat dieses Blatt der englischen humanity die gleiche Fackel des Fanattsmus aufrecht erhalten. Und jetzt ...? Wir lassen Tatsachen sprechen: Die „New Port Herald Tribüne" meldet aus London, die Ankündigung des Ernährungsministers W o o l t o n über die Herabsetzung der Rationen sei eigentlich nichts als ein Bluff, denn tatsächlich seien selbst diese kümmerlichen Rattonen nicht zu erhalten. Offiziell würden Transporftchwierigkeiten vorgeschoben, ober die Vorräte reichten in Wirklichkeit einfach nicht aus und viele Londoner Fleischereien seien infolge Fleischmangels bereits geschlossen. Die Londoner Korrespondentin der Stockholmer Zeitung „Alle- handa^ teilt in diesem Zusammenhang am Samstag nut, daß man im Norden Londons durchweg die neuen, verringeren Fleischrationen bekommen fönne. Anders sei es jedoch in den anderen Stadtteilen. Im Süden Londons z. B. fönne man höchstens Fleisch für einen Schilling in der Woche erhalten. Das gleiche treffe für die Provinz au. Man finde Stellen, an denen man überhaupt fein Fleisch kaufen könne. Hier und dort bekämen die Geschäfte nur Fleischkonserven, die entsprechend den Rationierungsbestimmungen abgegeben würden. „England erfährt immer deutlicher, daß das Geschäft nicht wie üblich vor sich geht", erklärt die Schwedin. („Business not as usual.") — Der Londoner Korrespondent des „ABC", Luis Calvo, stellt fest, daß sich ab Montag die Rind- und Schweinefleischrationen und sogar die bisher reichlicher abgegebenen inneren Organe auf b i e Hälfte der bisherigen Portionen reduzieren werden. „Man hat dafür aber", so fährt der Korrespondent fort, „für dieses Jahr eine Erhöhung der Benzinzuteilung versprochen, allerdings unter der Bedingung, daß jeder Autofahrer in erhöhtem Maße dazu beiträgt, die Verkehrsschwierigkeiten überwinden zu helfen und freie Plätze in seinem Wagen jedem Passanten zur Verfügung stellt, der ihn darum ersucht. Die Umgebung von London ist nämlich voll von Leuten, uniformierten- und nicht- uniformierten, die Kraftfahrer anhalten und um einen Platz bitten, weil es sonst absolut unmöglich ist, von der Stelle zu kommen. Man versteht also, weshalb Lord Wootton mahnen konnte, man solle sich Konserven hinlegen für den Fall, daß einzelne Teile Englands einige Wochen nicht beliefert werden konnten, nur, daß der Lord übersah: daß die Arbeiterfrauen überhaupt nicht die Möglichkeit haben, solche Konserven zu bezahlen, weil der Schleichhandel den ärmeren Schichten alles vor der Nase wegschnappt. Die Vertröstungen Woottons, man werde mehr Kartoffeln anbauen, können den Hunger dieser Monate nicht bannen. Die Folgen des deuftchen Handelskrieges sind die gleichen, die die englische Hunaerblockade 1914/18 über die Mittelmächte brachte. Aber diese bittere englische Erkenntnis wird Dem englischen Volke vergeblich dadurch versüßt, daß dieses Hetzblatt schreibt, es würde jetzt Kanonen der Butter vorziehen. Jahrelang hatte man im Bewußtsein des Besitzes gehetzt, die Deutschen zogen Kanonen der Butter vor und hatte unter gemeiner Fälschung des Sachverhalts diese Formulierung gefunden, um seinen billigen Spott daran zu hängen. In Wirklichkeit hatte Reichsmarschall Goring am 6. Dezember 1935 in Hamburg gesagt: „Die Frage ist, ob wir für unsere Devisen Erze kaufen sollen oder andere Dinge. Entweder kaufen wir Butter und verzichten aus die Freiheit oder aber: wir erstreben die Freiheit und verzichten dann auf die Butter. Wir haben uns für das erstere entschieden." Der Sinn dieser Worte war klar. Wir haben unter der sorglichen Vorratswirtschaft unseres Hermann Gorings auf etwas Auslandsbutter verzichtet und dafür Erze und andere notwendigere Sachen einge- führt, und jetzt haben wir nicht nur Kanonen und U-Boote, die England das Leben so sauer machen und ihm die Butter und das Fleisch und tausend andere Lebensmittel versenken und abschneiden, sondern das deutsche Volk hat auch fetzt, mitten im Kriege, eine höhere Butter- und Fleischratton als das englische, und vor allem erhält es sie, während das englische Volk vergeblich Schlange steht. Es hat weder Fleisch noch Butter, und auch keine Kanonen, denn daß England nur halb g e • rüstet sei, ist eine immer wieder vorgebrachte bittere Klage. So haben sich zahlreiche in sozialistischen Lagern stehende Politiker kritisch mit der Leistungsfähigkeit der englischen Kriegsindustrie ausetnan« ■..... II -I ■■■■III------ I Hl I.......... TMM dergesetzt und dabei wohl eine Steigerung des Pro- duktionsvolumens anerkannt, jedoch erklärt, daß in gewissen Teilen der Industrie nach wie vor Desorganisationen und personelle Unfähigkeiten w i e ein Hemmschuh auf die Produktion wirkten. Einen besonders heftigen Angriff führte das Organ der sozialistischen Arbeiterpartei, der „Daily Herald". Das Blatt behauptet, in kriegswichtigen Industriezweigen befänden sich nach wie vor Arbeiter, die nur zur Hälfte eingespannt seien. Verschiedenen Ministerien wird vorgeworfen, daß sie ihre Aufträge in völliger.Unkenntnis der Sachlage tätigten und feine Rücksicht auf Arbeitskraft, Materialvorräte und Liefertermin nähmen. Eine „drastische Reinigungsaktion innerhalb der höheren Dienststellen" erscheint dem „Daily Herald" als einzig mögliche Abhilfe. Während ein Ministerium zur Erlangung brauchbarer Maschinen und Maschinenteile aus dem Lande alles herausnehme, dulde ein anderes, daß ganze Schiffsfrachten von Maschinen wochenlang in den Häfen herumlägen. Das Derkehrsministerium fei nicht in der Lage, die Verkehrsmöglichkeiten den Kriegserfordernissen anzupassen. Die Regierung habe zwar die Kontrolle über die privaten Eisenbahngesellschaften übernommen, jedoch herrsche in der City, ein „schmunzelndes Wohlbehagen" darüber, daß die Regierung ihre Verkehrspolitik den Interessen der Aktionäre an- passe. In Anbetracht dieser Mißstände fordert das Blatt eine neue Regierungsumbildung. Da jedoch der führende Arbeiterparteiler Arthur Green- w o o d verantwortlich für die „Koordinierung der industriellen Kriegsanstrengungen" ist und dessen Ausoootung aus dem Kabinett mehr als ein persönlicher Prestigeverlust sein müßte, vielmehr als ein Schlag gegen das Ansehen der Partei, das bereits durch das Versagen ihres Parteichefs A t t 1 e e schwer gelitten hat, empfunden werden müßte, glaubt das Blatt selbst nicht ernstlich an eine solche Regierungsumbildung. — Uns kann es gleichgülttg sein, wie die Labourpartei sich mit dem Versagen ihrer Emissäre in der Plutokraten-Reqierung Chur- chills abfindet, wir nehmen dies ständige Suchen nach neuen Männern nur als Zeichen wachsender Unsicherheit, eine Folge der unaufhörlich auf England niederprasselnden deutschen Bombenangriffe, die England nicht zur Besinnung kommen lassen. Gießener Gtadttheater. Giacomo Pueeini: „Madame Butterfly". Neben dem Naturalismus in „La Bohöme", dem nervenaufpeiftchenden Realismus in „Toska" wurde die Kraft des Milieus in „Madame Butterfly" für die Geltung Puccinis entscheidend. Es hat nicht an Stimmen gefehlt, die gerade das farbige Kolorit des Fernen Ostens im Lichte der allerdings stark empfindsamen Musik nicht als vollwertig anerkennen wollten, ja ein bekannter Musikhistoriker wagt es, in überheblicher Art, von „Madame Butterfly als „amerikanisch-japanischem Gefühlskitsch" zu sprechen. Gcjunder musikalischer Sinn hat aber dennoch fein Urteil dem Werk gegenüber behauptet: bas bezeugen die häufigen Wiedergaben im Rundfunk und Kon- zertsaal. Zwei äußerlt entgegengesetzte Welten prallen mit der Lebensauffassung ihrer Vertreter in der Oper gegeneinander. Auf der einen Seite nüchternes, zweckgerichtetes Amerikanertum, auf der andern eine im Wunjchvoll-Traumhaften lebende naive Frauenseele eines fernentrückten, daher aber für den phantasievoll eingestellten Beschauer um so reizvolleren Landes. Nicht wie in „Toska" eine Handlung von einer gewissen Sensationskraft, hier schwingt sich bas Empfinben von Mensch zu Mensch, unb in der ethischen Auswirkung ber Lebensgrundsätze rollt sich das Schicksal eines Menschen vor uns ab. Wir erleben die Charakterentwicklung eines an sich primitiven, aber in seinem Innern unverfälschten menschlichen Wesens, das sich durch die Verkettung widriger Umstände zu heldischem Maß erhebt, unb weil seine Ehre befleckt würbe, muß bas bamit wertlos geworbene Leben geopfert werben. Die Geisha Cho-Cho-San, Butterfly genannt, beansprucht für sich das Recht ber abenbländischen Wett, sie betrachtet ihre Verbindung mit Linkerton nicht nur als Scheinehe, sondern als einen rechtmäßigen Bund mit allen sich daraus ergebenden Verpflichtungen. Sie verkennt dabei ihre nach Stamrnesbrauch rechtlose Stellung als Geisha. Daß sie dem amerikanischen Leutnant Linkerton durch die Liebe nähergekommen ist, bestärkt sie in der Täuschung, sich als ihm ebenbürtig zu betrachten. Sie muß an der Doppelbedeutung dieser Auftastung zerbrechen. Die sich in idyllmähiger Brette ausspannende Handlung läßt die Fäden der dramatischen Konsequenz sich zum tragischen Höhepunkt des Schlusses verdichten. Man muß es den Gestaltern des Textbuches besonders anerkennen, daß es ihnen gelingt, die Vertreterin der Titelpartie fast ständig auf ber Bühne zu zeigen, ohne dadurch aufdringlich zu wirken. Zum andern aber haben sie gerade die uns märchenhaft erscheinende Welt des Ostens mit der ihr eigenen Poesie gezeichnet und so den Musiker zur (Entfaltung höchster Schaffenskräfte angeregt. Wir wissen, daß Puccini in ber Genesungszeit nach einem schweren Autounfall sich durch die Arbeit an diesem Werk innerlich aufrichtete und die Schmerzen betäubte. Puccini, der, wie er einmal bekennt/ „bie kleinen Dinge liebte", und, wie wir es an ber Gestalt ber Mimi aus „Bohöme" erlebten, tiefsten Anteil nahm an bem Schicksal bedrängter Frauen, hat gerabe in ber „Butterfly" Tone von tieffter, ja liebevoller Innigkeit zum Klingen gebracht, und durch die Brücke bes Mitleids wurden bie stärksten Gefühlsimpulse wach. Er entfaltet eine Reichhaltigkeit bes Ausdrucks und gibt den einzelnen Personen ihre Sonderwerte, wie er jede Szene von dem ihr zukommenben originellen Blickpunkt einfängt. Die beiden im Gegensatz stehenden Weltanschauungen werben ebenso gegensätzlich cha- rakterisiert wie auch bie einzelne Person je nach ihrer Gemütslage durch die Musik treffend gezeichnet wird. Die ostasiatische Sphäre läßt Puccini durch bie Mittel des Musikalischen anschaulich werden. Alte- rierte Harmonien ober auf, ber Ganztonleiter beruhende melodische Wendungen erweisen sich hier als stimmungbindend. Dazu hat Puccini originale japanische Melodien seinem melodischen Gut eingeschmolzen. Die Partitur erweist überall ein liebevolles Eingehen bei einer äußerst differenzierten Ausdrucksweise bis zur feinsten Sublimieriheit bes Klanglichen. Manches, was man früher stellenweise als Abhängigkeit vom Impressionismus ansah, wird man heute als Vertiefung von Puccinis Ausdrucks- weise werten müssen. Die Aufführung unter ber Spielleitung von Max Schwarze, Staatstheater Wiesbaben, a. G, bewies überzeugend, zu welchen Leiftungen unsere Buhne fähig ist, wenn bie leitende Hand die Einzelkräfte auf ein Ziel hin absttmmt und zu dienenden Helfern und Schaffenden werden läßt. So gelang es, einen Eindruck zu gewinnen, der über das Opernhast-Theatralische vorstieß in die Sphäre mensch- sicher Wahrheit. Der enge Kontakt zwischen Spiel und Musik war bis zum letzten hin erreicht und gerade die Wendepunkt» der Handlung im Iwetten und letzten Akt bezeugten bas mit ihrem dramatischen Stocken unb dem allmählichen Wiedergewinnen der-Wirklichkeit. Die gegensätzlichen Welten wurden in ihrer Eigenart gekennzeichnet, und jede der Einzelszenen im ersten Akt war in ihrer Wichtigkeit ausgerunbet und in ihrer Bedeutung betont. Der sich nach jedem Akt schließende Vorhang mit feinen javanischen Symbolen gab schon äußerlich dem Geschehen die Einheitlichkeit. Die Blütenpracht des ersten Bildes verschmolz engjtens mit bem blühenden Melos der Musik; Karl Löffler (Bühnenbild) hatte sich auch diesmal mit sorgsamer Durchbildung der Einzelheiten um bas Gelingen des Ganzen bemüht. Dem Wechsel der Situation folgend, verknüpfte sich die Lichtführung mit den klanglichen Vorgängen (Remigius Konen). Das Band zwischen Orchester und Bühne war, zumal in den dramatischen Situationen, stark ge- sestigt und die Einheitlichkeit bes Gesamtacschehens so sicher gestellt. Otto S ö 11 n e r ließ bie Lyrik bes ersten Aktes strahlend aufblühen und folgte auch sonst den feinnervig-empfinbungsvollen musikalischen Entwicklungen und führte die Kräfte zu klanglichen Auftteigerungen. Das bildhaft erschaute Vorspiel zum dritten Akt wurde für bas Orchester eine Sonderleistung. (Es muß auch diesmal betont werben, daß das Eingehen auf das Leistungsvermögen ber menschlichen Stimme nicht nur auf Einzelfälle beschränkt bleiben darf, sondern bie durchgehende Regel fein muß. Gabriele Possinke, bisher hier nur in der Operette hervorgetreten, erwies sich in der Titelrolle als eine Gestalterin, die nicht nur eine Summe von Einzelzügen abzubilben vermag, sondern lebensvoll unb lebensnah menschlich packen und überzeugen kann. Die innere Entwicklung, gekennzeichnet vom Geisha-Dasein bis zum Lebensopfer um ber Ehre willen, war in allen Stadien anschaulich geprägt unb mit inneren Gefühlswerten gefüllt. Naiv, innig, anmutig; als in ber Liebe erwachendes Weib; mit warmer aufopferungsfreubiger Mütterlichkeit; das gab ihrer Darstellung innere Glaubhaftigkeit. An ihrem Sttmmklang mochte man selbst diese Abwandlung in der Modulation unb ber Art ber Stimmgabe erkennen, mit einem schwebenden Piano in den (Erinnerungswerten bes zweiten Aktes unb flanglicher (Entfaltung in ber Wiedersehensarie. Ilse Winhold ließ in ihrer Verkörperung ber Suzuki gerade bas Menschliche fühlend sich verdeutlichen und durch den Klang ber Stimme bestätigen. AK Linkerion war Christoph vv» besonderem Gewicht mit dem innerlichen Erleben seines Partes mit starken Kontrasten zwischen bem ersten und letzten Akt. Hier ber verlangende Liebhaber, dort gequält von verzweifelter Reue. Groß war er in ber Entfaltung seiner gesanglichen Fähig- Feiten; ausgeglichen in allen Lagen und Stärke- graben spannte er bie Kantilene roeitatmig mit strahlendem Klangbogen. Im Verein mit seiner Partnerin konnten ihn selbst Versehen bes Inspizienten (1. Akt) nicht, beeinträchtigen. Ihm zur Seite als väterlicher Berater stand Gustav Bley als Konsul Sharpleß, als Träger feiner schwierigen Mission mit jeher Geste und jebem Ton von seiner inneren Anteilnahme unb ber Vergeistigung seines Partes zeugenb. Der Intriganten- natur bes Goro gab Kurt Bosny eindringliche Verkörperung; ber Onkel Bonze (Bernhard Schmitz) wirkte mit dämonischer Kraft seines Fluches. Jeder Träger der vielen Einzelgestatten wie auch der Anteil bes Chores war auf bas Ganze hin organisch ausgerichtet und hatte teil an ber starken Auswirkung der Ausführung, bie bie Hörer bis zuletzt bannte, bann aber zu vollem bankenden Beifall bewegte. Dr. Hermann Hering. Das japanische Hähnchen. Eines Tages fuhr Tolstoj mit feinem Freund auf der Moskauer Pferdebahn. Der 68jährige Dich- ter nahm seinen Fahrschein unb fragte feinen 'Begleiter, ob er daraus ein japanisches Hähnchen machen könne. Aus die verneinende Antwort bat er den Freund, zuzusehen. Er faltete das Billett so zusammen, daß daraus ein zierliches Hähnchen wurde, das, wenn man es am Schwänze zog possierlich mit den Flügeln schlua Der Dichter'batte sichtlich feine Freude daran Doch mitten in dem Spiel kam ber Kontrollbeamte unb verlangte die Fahrscheine. Da hielt ihm Tolstoj lächelnd das Hähnchen hin unb zog es am Schwänze, unb bas Hähnchen schlug mit ben Flügeln. Der Beamte ner- zog keine Miene, sondern nahm mit dem ernsten Gesicht eines Mannes, ber keine Zeit mit Kindereien zu verlieren hat, bas Hähnchen, faltete es auseinander, sah die Numnter nach unb riß den Fahrschein mitten durch. Vielsagend sah Tolstoj seinen Freund an und sprach betrübt: „So sind manche Menschen. Dieser Mann ist ohne jedes Zartgefühl.- - - HMMZ 51 J "'«ar, i a US' U rwr Air u*v 1; **$ 1 Die Opposition gegen Roosevelts Außenpolitik >on die pionier-Vriilkenbaukompanie an der Arbeit Bevor die Sirene heult Li- räsident Ueberall, wo die Flußbrücken von dem fliehenden Feind sinnlos gesprengt wurden, sind unsere Pioniere an der Arbeit. Es wird abgeräumt und mit modernen Hilfsmitteln entstehen dann in kurzer Zeit neue feste Brücken. — (PK.-Grimm. — Scherl°M.) is Blatt Da je. h e e ii- ung der d dessen ein per- lehr als das be- Attlee müßte, ne solche nchgülttg Versagen ig Clnir- Suchen ochsender inf Eng« langrisse, n lassen. punkt der genossenen Gastfreundschaft. Die Verwun- Seien sind bis zu ihrer Weiterfahrt in die Standorte in Münchener Neservelazaretten untergebracht worden. Bau eines Kanals Mailand-Cremona Rom, 5. Jan. (Europapreß.) Der italienische Ministerrat beschloß den Dr Des- i wie »irlten. Organ Daily 'ichtiaen ior Ar« n. B«r« daß sie ‘ Sack- itskrast, i. Eine alb ber herald' Iltiniste- en und snehme, ; ten von mlägen. age, bie sen an- Entrolle bernom- Windes ng ihre öre an- Kleine politische Rachrichten. In Vertretung des Reichskommissars Gauleiter Bürckel übergab Gauleiter Kuptfchera die Jugendherberge „S a a r p f a l z - H a u s" am Faaker-See in Kärnten ihrer Bestimmung. ♦ Der französische Staatschef Marscholl P 6 t a i n hat das Rücktrittsgesuch des Staatsministers ohne Portefeuille bei der französischen Präsidentschaft Paul B a u d o i n angenommen. Präsident Roosevelt teilte mit, daß er den frühe« ren Handelsminister Harry Hopkins als seinen persönlichen Vertreter nach Großbritannien senden wird, bis der neue Botschafter als Nachfolger Kennedys ernannt ist. Wie römische Blätter aus Neuyork melden, ist der Botschafter der Vereinigten Staaten von Nordamerika beim Quirinal, Phillips, mit dem Clipper nach Lissabon abgereist, um seinen Posten in Rom wieder zu übernehmen. Nach einer amtlichen Mitteilung des USA.- Staatsdeparteme nt's ist das USA - Konsulat in Southampton wegen der „völligen Geschäftslosigkeit Southamptons" geschlossen worden. Aus aller Welt. Rudi Godden gestorben. Der durch Bühne und Film bekannte Schauspieler Rudi Godden ist in der Nacht zum Samstag a n einer Blutvergiftung gestorben. Rudi Godden, der stets aufs neue durch feinen prächtigen Humor erfreute, hat nur ein Alter von 33 Jahren erreicht. Elf Tote bei einem. Flugzeugabsturz In Kalifornien. In der Nähe von San Diego (Kalifarnien) stürzte ein Transportflugzeug d e r Marine ab. Unter den Trümmern des abgestürzten Flugzeuges wurden die Leichen der elf Insassen, vier Offizieren und sieben Mann der Luftwaffe, aufgefunden. Verbrecher und Volksschädling hingerichtet. Am 4. Januar ist der 1901 in Dombrowa geborene Kasimir B u g s j n y hingerichtet worden, den das Sondergericht Dortmund als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat, weil er einen Bauer, bei dem er als landwirtschaftlicher Arbeiter beschäftigt war, ohne jeden Anlaß niedergestochen und durch Schläge und Stiche schwer verletzt hatte. Bei seiner Festnahme hat er weitere schwere Gewalttaten begangen. Ferner ist der 1920 in Braunschweig geborene Alfred Oberg hingerichtet worden, den das Sondergericht in München als Volks- schädling zum Tode verurteilt hat. Oberg, der sich in letzter Zeit ziel- und planlos in mehreren Groß- stabten umhertrieb, hat nach Begehung mehrerer Diebstähle in München unter Ausnutzung der Verdunklung einen Raubüberfall auf eine Kinoangestellte begangen Zwei volksschadlinge hingerichtet. Am 4. Januar sind der 30 Jahre alte Georg Chlebowski aus Offenbach a. M. und der 33 Jahre alte Heinrich T e n - E l s e n aus Krefeld ■ hingerichtet worden, die das Sondergericht in Nürn- ■ berg als Volksschädlinge zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt hat. Beide, häufig vorbestrafte Verbrecher, unternahmen im Frühjahr 1940 eine i Diebesfahrt kreuz und quer durch Deutschland. Da- i bei begingen sie zahlreiche Verbrechen, darunter - ,19 Diebstähle unter Ausnutzung der Verdunkelung ls 'm ‘Qnb ittDcr, im 'dort ehen Äejsj w Luft. Front, ttalie. 'n be. °r itQ. colo, nnnen' r- daß Wen 10 ein. ie auf nhenbe er hin. er Se. '9lanb, ächtet« Erleben yen dem ibe W ne. Groß m Fäh'-' । Stärke« , ;ntig üt seiner 3nspiz>en» 39 Jahre alt, zuerst Schiffskapitän und Marineoffizier, 1924 wurde er Flieger und nahm an allen großen Flugunternehmungen Balbos in Europa und Amerika teil. Er beteiligte sich auch an der. Rettung der Schiffbrüchigen der Nordpolexpedition Nobiles. Cagna hat sich im Abessinienfeldzug aus- gezeichnet und wurde 1936 Brigadegeneral und stell- vertretender Generalstabschef der Luftwaffe in Finnlands neue Regierung Helsinki, 4. Jan. (Europapreß.) Präsident Ryti hat die neue -finnische Regierung ernannt. Zum M'nisterpräfidenten wurde der Direktor der der Bank von Finnland, R angell, bestellt, der bereits während der letzten Tage die Vorbesprechungen mit den Reichstagsparteien führte. Die neue Regierung setzt sich in ihrer überwiegenden Mehrheit aus den Mitgliedern des abgetretenen Kabinetts zujammea, Sie stützt sich aus sämtliche 1. •x '$5 Wort bat Meltsa * 5,‘S rl< m ' «nieper ’SnOrrei«* ,.n unö zu verstricken. Es sei ein großer Unterschied zwischen einer Sympathie für England und der Entschlossenheit, „die große USA.-Nation in den Krieg und den grausigen europäischen Strudel" zu stoßen. Der republikanische Senator Gerald N y e (Norddakota) sprach die Uederzeugung aus, das die interventionistische Gefühlswelle, von der die Nation noch vor kurzem erfaßt gewesen sei, bereits im Abebben begriffen sei. Ein erheblicher Teil der Oeffentlichkeit werde sich jetzt zum erstenmal darüber klar, wie nahe Roosevelts Außenpolitik die Nation an den Rand des Krieges gebracht habe. Jeder, der mit energischer Haltung für den Frieden und die Neutralität der USA. eintrete, werde zweifellos der Zustimmung des Oeffentlichkeit begegnen. Trotz dieser wachsenden Opposition gegen seine gefährliche Außenpolitik fährt Roosevelt mit der eindeutigen Unterstützung Englands fort. Auf einer Pressekonferenz gab der Präsident bekannt, daß Maßnahmen ergriffen werden, um 200 Handelsfahrzeuge von je 7500 BRT. bauen zu können. Die Neubauten werden etwa 300 bis 350 Millionen Dollar kosten. Die Frage, ob diese Bauarbeiten direkt oder indirekt für England durch- geführt würden, ließ Roosevelt unbeantwortet. Er erklärte lediglich, bafe sie amerikanisches Eigentum bleiben würden. Die Schiffe werden in neuen Werften auf Kiel gelegt. Die ersten Einheiten sollen in einem Jahre fertig werden. «Berlin, 4. Jan. (DNB.) Der zusammenfassende Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht über die Kampfereignisse seit dem Eintritt der Waffenruhe mit Frankreich hat das Gebäude der amtlichen englischen Lügen und Vertuschungen derarttg über den Haufen geworfen, daß die Engländer sich gezwungen fühlen, schleunigst neue Lügen und Verdrehungen in die Welt zu setzen, um das für sie peinliche Bild wieder zu verwirren. Reuter macht daher einen krampfhaften Versuch, die Darstellung des Oberkommandos der Wehrmacht zu widerlegen, der jedoch so verlogen, plump und dürftig ist, daß seine Unwahrhaftigkeit deutlich zutage tritt. Unbekümmert um Tatsachen behauptet Reuter ein- ach frech, zum er st en Male gebe das deutsche )berfommanbo in einem allgemeinen Rückblick die- er Art einige Verluste an Kriegsschif- en zu. Das sagt Reuter, obwohl auch ihm ganz genau bekannt ist, daß der Bericht des OKW. vom 2. März über b*e er ft en sechs Monate Seekrieg mitteilte: „Gemessen an diesen Erfolgen waren die eigenen Verluste gering. Sie betragen ein Panzerschiff, zwei Zerstörer, sechs Vorposten» oder Minensuchboote und elf U-Boote, im Monatsdurchschnitt also zwei U-Boote." Ebenso wurden die Verluste der Kriegsmarine im näch. ft e n zusammenfassenden OKW.-Bericht vom 13.6. angegeben, während der nach Waffenstreckung Frankreichs gegebene Bericht derartige Angaben nicht enthält, einfach eben darum, weil die Kriegsmarine an dieser Front nicht besonders stark eingesetzt worden war. Schon dieses eine Beispiel zeigt, wie leichtfertig Reuter mit der Wahrheit umgeht, und unterstreicht nur von neuem die Lügenhaftigkeit und Ungloubigwürdigkeit Reuters und der dahinterstehenden englischen Amtsstellen. Moskau dementiert üble britische Brunnenvergiffung. England fehlt es an Seeleuten und Schiffen. Stockholm, 5. Jan. (Europapreß.) In England macht sich eine wachsende Knappheit an Seeleuten für die Handelsfchiffahrt bemerkbar. Als Urfachen hierfür wurden in zuständigen englischen Kreisen die Unsicherheit des Geleit- zugsystems angegeben, weiter die Tatsache, daß sehr viele Seeleute, die früher für englische Rechnung fuhren, jetzt in nichtenglischen Häfen an Land gegangen seien. In London wurde daher die Frage aufgeworfen, ob es nicht wichtiger fei, für die Handelsflotte eine „M atrojen- dienstpflicht" einzuführen. Der Londoner Korrespondent von „Rya Dagligt Allehanda" meldet, Kanada, in dessen Schiffsregister zu Beginn des Krieges 1250 000 BRT. eingetragen waren, müsse heute für Rechnung der britischen Regierung 18 große Handels- schiffe bauen, A u st r a l i e n , wo vor dem Kriege nur eine verschwindend kleine Anzahl Schiffe gebaut wurden, müsse jetzt seine Schiffsindustrie vergrößern. Eine neue Werft solle weitab von den deutschen Flugstützpunkten der gefürchteten Stukas in Südaustralien erbaut werden, die Schiffe von 12 000 BRT. bauen soll. In Queensland sind Bestellungen von Schiffsmaschinen im Werte von 250 000 Pfund vergeben worden. Reuterlügen. Reichstagsparteien und verfügt im Parlament übef 196 von 200 Stimmen. Adolf Hitler rettet Europa. Eine Neujahrsbetrachtung Leon TcgrelleS. B r ü f s e l, 4. Jan. (DNB.) In dem Rexistenblatt „Pays Reel" richtet Leon De grelle, von dem man im vergangenen Jahr die Befürchtung hegte, daß er in französischer Gefangenschaft umgekommen fei, einen „Gruß an das Jahr 1941". Es handelt sich, so schreibt er, bei dem gegenwärtigen Kriege um einen weltanschaulichen Kampf, worin sich M 11° Honen von jungen Menschen, welches auch immer ihr Heimatland sein möge, solidarisch fühlen. Alle sind von dem gleichen politischen und sozialen Ideal ergriffen. Sie alle laufen mit derselben leidenschaftlichen Begeisterung Sturm gegen eine veraltete, egoistische und verfaulte Welt und gegen ihre Unordnung. Ungerechtigkeit und verkalkte Ausführung. Sie alle zusammen wollen diese überlebte Welt zu Fall bringen, um sie in Europa durch die glühende Solidarität der Herzen zu ersetzen. Das wird das höchste Werk Adolf Hitlers, dieses armen und unbekannten Arbeiters sein, der zum größten politischen und sozialen Bauherrn aller Zeiten geworden ist, dieses einfachen Gefreiten, der von der Weichfei bis zur Gironde die eingebildetsten Generale und Marschälle hinwegfegte, und dieses Volksführers, der in so einzigartiger Weife vollendet ist: Staatsmann. Stratege, grandioser Gestalter. Er hat sein Land gerettet, Zentraleuropa reorganisiert, Frankreich von der politischen Tyrannei befreit und für Europa unbegrenzte Möglichkeiten eröffnet. Morgen wird es ganz Europa fein, das durch sein Genie geformt wird. Wir haben Vertrauen zu feiner Kraft, seiner Menschlichkeit und der Größe feiner Gedanken. Wir wissen, daß er Sieger sein, und daß das Europa, das aus feiner Hand hervorgehen wird, grandios fein wird. Ihm gelten unsere besten Wünsche, unser Vertrauen, unsere Hoffnung. Indem er Europa rettet, rettet er uns! Das Attentat gegen Lbn Saud Rom, 5. Ion. (Europapreß.) Die Untersuchung über das vom englischen Secret Service vorbereitete Attentat gegen das Leben König Ibn Sauds von Arabien ist. wie ,/Popolo di Roma" aus Jedda erfährt, noch nicht abgeschlossen. Weitere . Verhaftungen seien erfolgt. Eine Reihe von Fäden • führe in die britische Gesandtschaft. Die Engländer müßten durch den Besuch des Earl o f A 1 h l o n e , den dieser vor zwei Jahren zusammen mit seiner Frau, der Prinzessin Alice von Großbritannien abgeftattet hat, in den Besitz von Informationen über d i e Lebensgewohnheiten Ibn Sauds gekommen sein. In dem Gefolge habe sich damals ein Mann befunden, der den Auftrag gehabt habe, Aufzeichnungen über das Leben im Palast und am Hofe Ibn Sauds zu machen. Belagerungszustand in Jerusalem. Beirut, 4. Jan. (Europapreß.) Nach der Ermordung des in englischen Diensten gestandenen Arabers Fakhri Nashashibi ist der Belagerungszustand in der Altstadt von Jerusalem erklärt worden. Im Großen Bazar wurden Flugblätter verteilt, in denen es heißt, die Anhänger Englands würden das gleiche Los wie Nashashibi erleiden. In ganz Jerusalem herrscht große Spannung. Wieder unbekannte Flugzeuge über Gibraltar. Algeciras. 4. Jan. (Europapreß.) Am Freitag überflogen wiederum zwei Flugzeuge unbekannter Nationalität Gibraltar, ohne von der heftigen Lustabwehr getroffen zu werden. Auch die britischen Kriegsschiffe eröffneten erfolglos das Feuer. Herabfallende Sprengstücke beschädigten die 5^afenmole, den Hafenbahnhof sowie das Hafenpolizeiamt. Auch in Algeciras fielen Granatsplitter nieder. Die Flugzeuge verschwanden in Richtung Mittelmeer und Meerenge. Der englische Schlachtkreuzer „R e - nowm befindet sich im Dock von Gibraltar, um Reparaturen größeren Umfanges am Vorderschiff vorzunehmen, wie Meldungen aus Gibraltar besagen. Die Schäden sind von beträchtlichem Um* fange und anscheinend durch feindliche Ar- tillerieeinschläge entstanden. Oie goldene Tapferkeitsmedaille für General Cagna. M a i l a N d . 4. Jan. (SuropapreB.) Mit der Der- leihung der goldenen Tapferkeitsmedaille wird der Absturz des Brigadegenerals der Flieger Stefano Cagna, des langjährigen Flügeladjutanten Luftmarfchatts Balbo, bekannt- geqeben. Cagna war der Befehlshaber der ualteni» schen Luftstreitkräfte im westlichen Mittelweg An der Spitze seiner Bomber griff er am 1. Waguft 1940 südlich der Balearen einen Flottenverband an, feine Maschine wurde dabei von der Flak getroffen und stürzte ins Meer, Stefano Cagna fl?a$ erst Neuyork, 5. Jan. (Eurypapreß.) Am Freitagmittag trat in Washington der ne-u gewählte 7 7. Kongreß der USA. zusammen. Die feierliche Eröffnung in gemeinsamer Sitzung des Repräsentantenhauses und des Senats wird am Montag mit der Verlesung einer Roosevelt-Botschaft erfolgen. Zum Sprecher des Repräsentantenhauses wurde, entsprechend dem Beschluß der Mehrheitspartei, der demokratische Abgeordnete Sam Rayburn wiedergewählt. Der Senat, dessen Vorsitz laut Verfas- fungsbeftimmung in den Händen des Vizepräsidenten der USA. liegt, nahm in der kurzen Eröffnungssitzung den neugewählten Mitgliedern den Schwur ab und vertagte sich hierauf bis Montag. Eine Kampagne gegen den interventionistischen Kurs der Außenpolitik Roosevelts kündet sich an. Der mehr und mehr als Leiter des Kampfes gegen die Intervention hervortretende demokratische Senator Buxton W h e e l e r (Montana) erklärte, daß die Senatsgruppe, die den gegenwärtigen, zum Kriege führenden außenpolitischen Kurs des Präsidenten ablehne, unter Ausbietung aller Energie versuchen werde, die Oeffentlichkeit der Vereinigten Staaten über b i e Gefahren auf- zuklären, die den Frieden der USA. bedrohen, und daß sie hoffe, im Senat eine Mehrheit gegen die Fortsetzung Der gegenwärtigen Methoden Roosevelts zustandezubringen. In gleicher Weise sprach sich der Senator Hiram W. Johnson (Kalifornien) aus, der die Jnterventionskräfte als „a m e • rikani fche Fremdenlegion" bezeichnete, deren Ziel es sei, das USA.-Dolk in den Krieg faßt. Hier werden ankommende Flugmelbungen ausgenommen, ausgewertet und das Ergebnis mit Fernsprecher oder Flugmeldefunkspruch an die Dienststellen der Luftverteidigung, Luftschutzwarn- zentralen und Nachbarflugwachkommandos weiter- gegeben. Vom Augenblick des Einfliegens in deutsches Reichsgebiet wird jedes feindliche Flugzeug erfaßt. Bei den Dienststellen der Luftverteidigung wird der Flugweg eines jeden Flugzeuges mit genauer Uhrzeitangabe auf Karten eingezeichnet. Die Führer der Luftverteidigung können somit zeitgerecht, je nach Beurteilung der Lage, ihre Entschlüsse über Alarmierung der Luftverteidigungskräfte und Benachrichtigung der Luftschutzwarnzentralen zur Warnung der Bevölkerung treffen. Zur Verhinderung der irrtümlichen Bekämpfung eigener Flugzeuge werden durch die Flugwachkommandos Start und Flugwegmeldungen der eigenen Verbände und Einheiten an die in ihrem Bereich liegenden Fliegerhorste, Flugplätze, Flakartillerie sowie an benachbarte Flugwachkommandos gemeldet. Schnellste Zuführung der im Luftspähdienst gewonnenen Aufklärungsergebnisse durch den Flugmeldedienst an die Dienststellen der Luftverteidigung ist die Voraussetzung für den Erfolg. Dieser Aufgabe ist der Flugmeldedienst jederzeit gerecht geworden. Kein einziges feindliches Flugzeug hat bisher das deutsche Reichsgebiet unerkannt und unangemeldet überflogen. ter s Träger ini) jedem der Der« triganten« ldring»^ Aernharo ist seines wie aujh W hn> ,,r Itarf« rdi-,u- „6=n »* Hering- Was geschieht, bevor die Sirene heult? Wie der Einflug feindlicher Flugzeuge erkannt und weiter verfolgt wird bis zu dem Zeitpunkt, in dem es notwendig wird, den Knopf der Alarmsirene zu drücken ist Ausgabe des Flugmeldedienstes. Die vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegebene „Wehrmacht" bringt eine Bilderserie, die diese Aufgabe eindrucksvoll veranschaulicht. Erläuternd führt Hauptmann Schröter dazu aus, daß über das ganze Reichsgebiet, dis weit über das Meer hinaus zu den Dorpostenbooten, ein Netz von Flugwachlinien gezogen ist. Mit Auge und Ohr überwachen die Männer der Flugwachen lückenlos den deutschen Luftraum, bei jedem Wetter, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Häufig befinden sich die Flugwachposten in sog. Horchgruben, da in dunklen Nächten das Beobachten des Himmels überflüssig ist. Die Horchgruben reichen bis zwei Meter tief in die Erde, da die Erde den Schall schneller fortpflanzt als die Luft, so daß herannahende Flugzeuge unter Umständen in der Tiefe der Grube früher wahrgenommen werden können als draußen. Ständige Hebung und Gewöhnung befähigen die Flugwachpoften, lediglich nach dem Gehör Entfernung, Höhe und Richtung von Flugzeugen mit überraschender Genauigkeit anzugeben. , _ Jede Flugwache ist durch eine unmittelbare Fern- sprechleitung mit dem Flugwachkommando verbunden, das einen Flugmeldebereich um- Berlin, 4. Jan. (DNB.) Der Londoner Rundfunk hatte am 2. Januar die Meldung verbreitet, daß in der Neujahrsnummer der parteiamtlichen Moskauer Zeitung „Praw da" ein Artikel Stalins erschienen sei. Dabei wurde als wörtliches Zitat ein gegen Deutschland gerichteter Satz wiedergegeben, der tatsächlich in dem fraglichen Artikel nicht enthalten war und eine grobe Fischung des Londoner Rundfunks darstellte. Die sow jetamtliche Telegraphenagentur „TASS" brandmarkt diese Fälschung wie folgt: „In der ausländischen Presse wird eine Nachricht verbreitet, wo nach am 1. Januar in der „Prawda" ober in irgendeiner anderen Sowjetzeitung ein Artikel ober eine Neujahrsbotschaft Stalins veröffentlicht worben fei, die eine Analyse ber internationalen Lage enthalten habe. Die „TASS" ist ermächtigt, diese Nachricht als e r f u n d e n zu dementieren. ' Britische llebergriffe gegenüber Japanern aus den Bermudas Tokio, 4. Jan. (Europapreß.) Acht japanischen Korrespondenten an Bord eines USA.- Schifses wurden auf den Bermudas von den bri- tischen Behörden alles Geld sowie persönliche Papiere fortgenommen, wie ath Samstagmorgen der Korrespondent ber Zeitung „Asahi" — einer der ausgeplünderten acht Reisenden — seiner Redaktion aus Lissabon meldet. Sofort nach ihrem Eintreffen in der portugiesischen Hauptstadt ersuchten die japanischen Korrespondenten ihren dortigen Gesandten, gegen den britischen Hebergriff zu protestieren. Der Gesandte informierte das Außenministeriumm in Tokio, wo man den Zwischenfall als einen untragbaren englischen (Eingriff in Japans Rechte bezeichnete und eine genaue Untersuchung ankündigte. bi)en. _ , „ _ Britische Kriegsschiffe vor der norwegischen Küste. Berlin, 4. Jan. (DNB.) In der Nacht vom 2. zum 3. Januar 1941 versuchten britische Kriegs-1 schisse die norwegische Küste südlich Stavanger zu beschießen. Sie hielten sich jedoch soweit v o n d e r K ü st e e n t f e r n t, daß ihr Feuer viel zu kurz lag. Es entstand keinerlei Schaden. Deutsche Verwundete „ kehren von der Riviera zurück. München, 4. Jan. (DNB.) Auf Einladung des italienischen Außenministers Graf Ciano verbrach ten 400 deutsche Schweroerwundete einen vierwöchigen Genesungsurlaub an ber italienischen Riviera. Mihrenb ber erste Transport bereits vor Weihnachten zurückkehrte, trafen am Samstagmit- tag bie letzten 200 Verwunbeten in München em. Sie alle sind voll des Lobes über bie ausgezeichnete und herzliche Aufnahme, die ihnen Staatsbehörden, Wehrmacht, Parteiorganisationen und Bevölkerung Italiens bereiteten. Das Weihnachtsfest, das die in ersten Hotels von Rapallo und Santa Mar qherita untergebrachten verwundeten Deutschen zusammen mit Reichsdeutschen aus der Umgegenb und btt italienischen Bevölkerung feierten, war der Höhe- Heute, 19.30 Uhr im Gloria-Palast, Gießen MSG.Kralt doreh Freude ? Wetterau Die Deutsche Arbeitsfroul Kreisdienststelle < Groß-Variete Die 4 Philipps ASTRA A Kalender auf das Jahr 1941. — Der Insel-Almanach auf bas Jahr 19 4 1 gibt ein eindrucksvolles Bild von dem Arbeitsprogramm eines der repräsentzgtivsten deutschen Verlage. Sinnvoll sind Chöre asts Ernst B e r t - r a ms Gedichtkreis „Straßburg" vorangestellt. Daran fügt sich aus Edgar Dacqu^s „Die Urgestalt". die feinsinnige Deutung „Der -Vruch des Paradieses". Aus seinen Münchener Gtudenten- jahren erzählt Hans C a r o s s a eine charakteristische Episode. Reinhold Schneider spricht vom Dienst an der Kunst in einer formvollendeten historischen Novelle um ben großen spanischen Meister Velaz- quez. Johannes Moys hier schon besprochenem Erstlingswerk ist eine seine Erzählung „Das Kugelspiel" entnommen. Auch Edzard Schapers neuer Roman „Der Henker" ist mit einer Schriftprobe vertreten. Sehr bezeichnend für die Kunst Friedrich Schnacks ist seine Erzählung „Das Traubenhaus" (aus einem künftigen Buch). Mit längeren Erzählungen sind Gertrud von le Fort, Katharina K i p p e n b e r g und der flämische Dichter Ernest C l a e s vertreten. Gedichte von Ricarda Huch. Eberhard Meckel. Joseph von E i ch e n d o r f f. Christian Morgen st ern. Friedrich Georg Jünger, eine Szene aus Hans Iüngsts Schauspiel „Achill unter den Weibern". Briefe der Annette von Droste-Hülshoff und Rainer Maria Rilkes geben neben einer Reihe von Prosastücken aus älterem Schrifttum einen starken Eindruck von der Weite und Lebendigkeit des Schaffens, mit dem der Insel-Verlag ein neues Jahr beginnt. Emil Preetorius hat den Umschlag des Almanachs mit einem phantasieooll stilisierten Jnselschiff geschmückt und zu öem in mattem Blaugrün gehaltenen Kalendarium die Monatszeichen und Sternbilder gezeichnet. — ^3^ — Hund undKatze. Ein Kalender von Knorr & Hirth. München 1941. — (216) — Der hübsche, reichhaltig und gut illustrierte Kalender, der sich im Lause der Zeit einen großen Freundeskreis geschaffen hat, erscheint auch in diesem Jahre wieder in der gewohnten Form und soliden Ausstattung. Die reizvollen Hunde- und Katzenporträts der neuen Ausgabe, alle mit knappen, treffenden Texten versehen. werden jedem Tierfreunde Vergnügen machen und ihn heiter anregend durch das kommende Jahr begleiten. — Im Kalenderverlag W. Stolle & Co., Dresden-Freital 1, erschienen: „Allgemeiner Hauskalender für Dorf und Stad t", 96 Seiten Inhalt mit Kunstdruckbeilage, Wandkalender, zahlreichen Bildern. Betrachtungen zum Zeitgeschehen. Wetterregeln, unterhaltenden und lehrreichen Geschichten. Gedichten. Märkteverzeichnis und sonstigen nützlichen Kalenderbeiwerk, zum Preise von 45 Rps.: „Stolles Familienkalender", 72 Seiten Inhalt, mit Bildern. Geschichten, Gedichten, belehrenden Beiträgen und allerlei Wissenswertem zum Nachschlagen, Preis 20 Rpf. — Beide Kalender — (260 a, b)- — werden vielen Familien, besonders auf- dem Lande, willkommene Begleiter durch das Jahr 1941 sein. — Tobis-Filmkalender 1941. — (236) — Zum ersten Male erscheiitt für das Jahr 1941 ein von der Tobis herausgssgebener Kalender (Preis 1,50 RM.) für Filmliebhaber, Photofreunde und Schmalfilmamateure. Er enthält viele, zum Teil sogar farbige Aufnahmen bekannter und beliebter Darsteller und bringt außerdem mehrere Preisaus- ausschreiben, die ihre Anziehungskraft nicht verfehlen werden. Wer gern ins Kino geht, wird auch an diesem Kalender der Tobis Freude haben. — Herausgegeben vom Verlag für Städte- und Gebietskalender in den graphischen Betrieben W. Girardet, Essen, in Zusammenarbeit mit den Verkehrsämtern Soest, Münster, Osnabrück und dem Verkehrsverein Paderborn, ist unter dem Titel „Osnabrück. EineReifedurchdeutsches Mittelalter" ein Kalender auf das Jahr 1941 erschienen, der mit schönen Ausnahmen der alten malerischen Städtebilder von Osnabrück, Soest, Münster und Paderborn auch außerhalb der westfälischen Landschaft manche Freunde finden wird. 30 Millionen Arbeitsstunden in der Nachbarsctastshilfe. Allein in dem Sommervierteljahr Juni bis August haben über 1,3 Millionen Frauen in der Nachbarschaftshilfe gestanden und dafür rund 30 Millionen Arbeitsstunden zur Verfügung gestellt. Die größte Zahl der Helferinnen arbeitete i m landwirtschaftlichen Haushalt und bei der Erntehilfe. Von 862 000 Frauen wurden hier über 22 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Beträchtlich ist auch die Zahl der Helferinnen in f in- derreichen Familien und im Haushalt werktätiger Frauen 350 000 Frauen stellten dafür 5 Millionen Stunden zur Verfügung. Auch in Handel und Handwerk waren 94 000 Frauen weit über eine Million Stunden tätig. Hierzu kommt .noch der unbezahlte Fabrikdienst im Rahmen 'des freiwilligen Fraueneinsatzes, der annähernd 330 000 Stunden umfaßt, die von 7000 Frauen geleistet wurden. öauDiKfimtleUer: Dr itrteönd) Wilhelm Lange (sieueeinetei oe» Aaufltitbnrtieitero- Ernst Blumsckiein. Beraniwortlick fit Vollst, und BUder Dr. k?t. W. Lange für da» Feu'-lelon: Dt. Han» Thytiot; Stab' Gießen. Provm?, Wirtichast u. Sport: (Senn Ä'umiche r. Druck und Beriag Brühlicke nnirenitateorudettt R. Lange G. «etUM«letter Dr.-Ing. Stick Hamann Anzeigend ter Hanr LeL Permtwnrti * >ür den der Nn einen - Tbenörrffümmf Pl.Nr.S. Zwangsversteigerung. Dienstag, den 7. Januar 1941 nachm.21lhr, sollen irnVerkauss- Marie Scharmann. Gießen, den 6. Januar 1941 81 d Frankfurter Straße 39 Beim Hinscheiden meines lieben Mannes sind mir so überaus zahlreiche Beweise der Teilnahme und des Mitempfindens zuteil geworden, daß es mir unmöglich ist, jedem Einzelnen zu danken. Sie waren mir in diesen Tagen ein Trost und ich danke allen lieben Menschen herzlichst dafür, besonders auch für die Ehrungen seitens der Freunde und Ruderkameraden. | Verkäufe | Mil ooeoeo Augen Drei Jungen und ein Dläbe: «n decken ihre Walddeimai. Don Werner Siebold 135 Seiten Text un. 8 Kunstdrucktaseln Leinen RM. 2,85 LEHRLING mit guter Schulbildung zum 1. April 1941 gesucht Zuschriften mit Lichtbild und letzten Zeugnisabschriften erbeten an Fotohaus Germania - Drogerie C. Seibel Die Beerdigung Das Seelenamt Das Seelenamt findet am Dienstag, dem 7. Januar, 14 Uhr, auf dem Friedhof in Mainz statt, in Mainz ist am Mittwoch, dem 8. Januar, 7 Uhr. in der St - Ignaz-Kirche, in Gießen ist am Donnerstag, dem 9. Januar, 6% Uhr, in der Pfarrkirche. 72 D Gießen (Curtmannstraße 31), Hamburg, Breslau, Weimar, den 4. Januar 1941. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 7. Januar, 15 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Juwelier Wegen Inventurarbeiten Dienstag, den 7, und ApopLUrc; An Mittwoch, den 8. Januar ^vuU.llUöuvll Uhrmachermeister Gießen Seltersweg 47 Vorführung kostenlos u.unverbindlich Gießen Bahnhofstraße 49 Ruf 3941 wohlversehen mit den heiligen Sakramenten unserer Kirche, nach fünfmonatiger Krankheit zu sich in die Ewigkeit Ihre Seele empfehlen wir dem Gebete der Gläubigen und dem heiligen Opfer der Priester. Für die trauernden Hinterbliebenen/. Karl Joseph Deuster, Pfarrer Georg Joseph Deuster und Frau Ro^i Ingenieur (Chile) und drei Enkelkinder Joseph Bernhard Deuster, Berufsgenossenschaftsinspektor, z. Z. Obergefr. Eva Becker. Gießen (Llebigstr 28) Coronel (Chile), Mainz, Frankfurt a M-, Mörlenbach, Philadelphia (USA.), München, den 4. Januar 1941. • Heute morgen entschlief im 76. Lebensjahre unsere geliebte Mutter, unsere gute Schwester und Schwägerin Marie Kiehne, geb. Grobe. . In tiefer Trauer: HugoBermühler Verlag Berlin« Lichterfelde addiert,saldiert und schreibt Nach seinem unerforschlichen Ratschluß rief der allmächtige Gott heute um 9 45 Uhr unsere liebe, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Gertrud Deuster Wwe., geb.Becker Dr.-Ing Siegfried Kiehne und Frau Maria Irmentraut Kumpf, geb. Kiehne Else Kipke, verw. Hübner, geb. Grobe Wilhelm Kiehne. G udent sucht ein od. zwei gut M ime Miner sofort. Möglichst NäbeUniversität. 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Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfälti- en Schönheiten der Natur. Ver langen Sie Prospekt ind auch Probehefte der Zeitschrif- „Freude am Leben“ 4uao Qer’nühfe* Vertan Berlin-Lichterfelde zfirirgsro nr 194041 Der Opfer(onntag l|t für uns Erfüllen einer nationalen Pflicht. Deutschlands beste Universal-Artisten in ihrer einzigartigen Variete-Schau 75 D Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 lokal, Neuenweg 28, bezw. anCrt und Stelle, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: #oD Haus-, Laden- und Biirontöbel aller Art, 3 Nähmaschinen, ein Staubsauger, 1 Backröhre, 1 Uhr, 1 Klavier, 20 Hühner, 2 Schreibmaschinen u. IKonergrammovbon. \pharmann Gerichtsvollz.in Gießen Jblldl UldllUj Tel. 3108 Wiesenstr. 2. Bekanntmachung. Ausahkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter sowie Zulagekarten für Lang- und Trachtarbeiter werden vom Dienstag, dem 7., bis Freitag, dem 10. Januar 1941, in der Zeit von 8 bis 12 und 14S bis 17% Uhr gegen Vorlage der vorgeschriebenen Bescheinigung im Liebigbau, Zimmer 5, ausgegeben. Bei verspäteter Abholung wird eine Ordnungs- gcbühr von RAI. 1,— erhoben. 71D Gießen, den 4. Januar 1941. Der Oberbürgermeistre der Stadt Gießen. Ernährungsamt. Abt. B. Bekanntmachung. Bett.: Eierverteilung. Auf den vom 16.12.1940 bis 12.1.1941 gültigen Bestellschein der Reichseierkarte werden als 1. und 2. Rate ki ei für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben, und zwar auf den Abschnitt a und b, in der Zeit vom 6 bis 12.1.1941. 78D Gießen, den 6. Januar 1941. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt. Abt. B. Wegen Inventur bleibt unser Geschäft am Dienstag, 7. und Mittwoch, 8. Januar geschlossen SCHIRM-STEIL Kreuzplatz 6 74D Einkochdosen zum Einkochen von Fleisch und Wurst Edgar BORRMANNS: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 und 4156 ----------M Nr. 4 Zweites Blatt__________________Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag.b.Zanuar 1941 Aus der Stadt Gießen. Oie Kunst des Bnefschreiden«. Ist das Briefschreiben wirklich eine Kunst? Wenn wir einmal die vielen Mahnungen und Klagen über Schreibfaulheit zusammenzählen wollten, dann könnten mir wirklich glauben, daß das Briefschreiben eine Kunst sei, die ziemlich schwer zu erlernen ist Es ist hierbei ganz nebensächlich, um welche Briefe es sich handelt. Die erste Forderung für den Brtefschreiber besteht darin, daß er zunächst den Brief den er beantworten will, sorgfältig durchlieft, einzelne Fragen herausschreibt und sich die Antworten notiert, sonst muß der Empfänger nachher zu seinem Leidwesen feststellen, daß der Schreiber auf seine Fragen überhaupt nicht eingegangen ist, daß er das meiste übersehen hat Auf diese Weise ergeben sich mühselige Rückfragen, die sehr leicht hätten vermieden werden können. Es freut doch immer, wenn wir von Freundeshand Briefe erhalten. Legen wir sie beiseite und antworten nicht, dann werden sie bald ausbleiben. Wir können es unseren Freunden nicht verübeln, wenn sie dann auch schweigen. Das größte fintier nis beim Briefschreiben ist der Satz: „Die Antwort Verdunkelungszelt in der Woche vom 5. bis 11. Januar: 17.25 Uhr bis 9.25 Uhr. hat noch Zeit!" Nichts rächt sich mehr als ein Auf- fchieben beim Schreiben. Wir verlieren dann den verbindenden Faden, besonders dann, wenn Fragen aestellt wurden. Will man also die Kunst des Briefschreibens voll und ganz ausüben, dann muß es heißen: Ich schreibe noch heute! Auch wenn wir viel zu tun haben und die Briefe nur schnell durchlesen können, sollen wir bei diesem Entschluß bleiben. 5n den Abendstunden wird sich schon etwas Zeit finden, in der wir die Briefe noch einmal vornehmen, aufmerksam lesen und dann auch sofort in der Stimmung sind, zu antworten.. Wir meinen hier vor allem die rein persönlichen Briefe. (Geschäftliche Fragen werden meistens schneller und kürzer beantwortet, weil ja da unter Umständen größere Nachteile eintreten könnten.) Biele Menschen haben es freilich verlernt, einen guten Brief zu schreiben. Sie telephonieren lieber. Es fehlt ihnen die Ruhe, sich in einer stillen Stunde auf dem Wege des Briefes zu unterhalten. Das ist schade: denn ein solcher Briefwechsel, in dem wir Gedanken austauschen, hält die Freundschaft aufrecht. Nur müssen wir bit Sache auch richtig anfassen. Wir sollen uns beim Briefschreiben ganz in den Empfänger hineinversetzen und uns fragen: Was möchte er wohl gern hören? Menschen, die nur an sich denken, werden kaum gute Briefe schreiben können.. Auch auf die Länge des Briefes kommt es gar nicht an. Seitenlange Erklärungen, Entschuldigungen über Zeitmangel usw., all das gehört überhaupt nicht in einen guten Brief. Es ist tatsächlich pjel schwerer, einen guten kurzen Brief zu schreiben, als lange Ausführungen zu machen Daß wir in Briefen an Verwandte und Freunde keine Phrasen schreiben, versteht sich von selbst. Die Briefe sollen — obwohl wir von der Kunst des Briefschreibens sprechen — ganz ungekünstelt und natürlich sein. —h. Eintopfgerichte am 5. Opfersonntag. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe hat für den nächsten Opfer- sonntag a)n 12 Januar für die Zeit von 10 bis 17 Uhr in allen deutschen Gaststätten folgende Eintopfgerichte zugelassen: 1. Kartoffel- oder Gemüsesuppe mit Fleischeinlage, 2. Kohlrüben, Weiß- oder Wirsingkohl, gedämpft mit Fleischeinlage, 3. Gemüsetopf nach Wahl. Ortszeit für den 7. Januar. Sonnenaufgang 9.36 Uhr, Sonnenuntergang 17.28 Uhr. — Monduntergang 3.19 Uhr, Mondaufgang 13.33 Uhr. Getreide- und Futtermittelwirtschaft mit Zustimmung des Reichsmimsters für Ernährung und Landwirtschaft anordnet, daß die Ablieferung der sich auf Grund des bestehenden Berfütterungsoerboles ergebenden Brotgetreidemengen für alle landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe mit dem 1. März 1941 beendet sein muß, so darf von allen Betriebssüh- rern erwartet werden, daß sie alle Kraft daran« setzen, dieser Forderung zu entsprechen. Nur wo es trotz aller Anspannung, auch der letzten Arbeitskraft und Arbeitsmittel, aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, sieht die Anordnung vor, wenn 90 v. H erfüllt sind, daß der Rest bis zum 15 April 1941 abzuliefern ist. Diese Formulierung der Anordnung, die die grundsätzliche Erwartung der Gesamtlieferung von Brotgetreide vis zum 1. März 1941 in sich schließt, schafft also ledig- lich die gesetzlichen Voraussetzungen für Ablieferungsmöglichkeiten in diesen betriebswirtschaftlich besonders gelagerten Fällen, auch nach dem 1. März 1941 bis spätestens zum 15. April 1941. Richtig verhalten in dunklen Straßen! Volksgenosse! Gedankenloses und hastiges Heraus- treten aus erleuchteten Räumen in die Dunkelheit ist gefährlicher Leichtsinn. Bleibe darum, wenn du aus einem Hellen Raum auf die Straße treten willst, erst einige Sekunden stehen und schließe die Augen. Du gewöhnst dich so an die Dunkelheit. Aeltere und gebrechliche Leute sollten bei Verdunkelung der Straße möglichst fernbleiben oder sich von rüsttgen Personen begleiten lassen. Oie Gewichtsfeststellung bei Hausschlachtungen. Durch einen Runderlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 6.12.1940 sind die Vorschriften über die Gewichtsfeststellung bei .Hausschlachtungen geändert worden. Danach sind, soweit es sich um Hausschlachtungen der Selbstversorger der Gruppe a und b handelt, zur Vereinfachung der Verbrauchsregelung bei der Hausschlachtung von Schweinen bestimmte Anrechnungsgewichte festgesetzt -worden, die grundsätzlich der Anrechnung zugrunde zu legen sind. Nur in begründeten Aus- nohmefällen kann das Ernährungsamt eine amtliche Gewichtsfeststellung zulassen. Bei den Hausschlachtungen der Selbstversorger der Gruppe c sowie bei allen Hausschlachtungen von Rindern, Kälbern und TlGKOV.-Arbeit von heute. Oie Betreuung der Hinterbliebenen und der Versehrten dieses Krieges. Die Aufgaben, welche die NSKOV. gegenwärtig zu leisten hat, sind gegenüber der Zeit vor dem Kriege wesentlich erweitert worden. Welche Arbeiten im Vordergrund stehen, berichtet der Leiter eines Amtes für Kriegsopferversorgung bei einer Gauleitung. richtete Organisation ist, der vom Führer verantwortungsreiche Aufgaben übertragen roorben sind, gilt es doch, in dieser Gliederung der Bewegung einen anvertrauten Kreis von Menschen bestens zu umsorgen und sich im Rahmen dieser Arbeit um alles zu kümmern Bis zu Beginn des Krieges bestand die Aufgabe der NSKOV. darin, die Weltkriegsteilnehmer zu betreuen. Mit Ausbruch des Krieges ist dem Amt für Kriegsopfer und damit der NSKOV. durch eine Verfügung des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, zusätzlich die Betreuung der Hinterbliebenen und Versehrten dieses Krieges übertragen worden. Die NSKOV. gliedert sich — gemäß Aufteilung der Gaue in Kreise — in Kreisamtsleitungen. Die Kreise ihrerseits sind in Kameradschaften ausgeteilt, innerhalb deren Ortsbeauftragte und darüber hinaus Walter tätig sind. Weiter arbeiten ehrenamtlich Kreisbetreuerinnen,Kameradschaftsbetreuerinnen und Helferinnen mit. Wie wickelt sich die Arbeit der NSKOV. ab? Sofort, nachdem die Nachricht von einem Todesfall eintrifft, macht eine Hinterbliebenenbetreuerin, die im Weltkrieg ihren Mann verloren hat, also ebenfalls Kriegerwitwe ist, einen Hausbesuch bei den Hinterbliebenen. Gerade diese seelische Betreuung durch eine Kriegerwitwe hat sich als außerordentlich segensreich erwiesen, da hier die Frau zur Frau spricht. Die Hinterbliebenenbetreuerin vermittelt dann einen Besuch der Hinterbliebenen bei der zuständigen Dienststelle der NSKOV., oder einen Besuch eines Amtswalters der NSKOV. bei den Hinterbliebenen selbst. Dieser Besuch gilt in erster Linie der Besprechung und Vorbereitung des Versorgungsantrags, wobei der Amtswalter bei der Abfassung der Niederschriften behilflich ist. Diese Anträge werden von der Abteilung Betreuung der Gaudienststelle dem zuständigen Wehrmachtsfürsorqe- und Versorgungsamt eingereicht, das auf dem Weg über die Dienststelle der NSKOV. den Hinterbliebenen '•Fcffheih zi'kamm-" föM Die NSKOV. ist den Hinterbliebenen jedoch nicht nur bei der Stellung der Versorgungsanträge behilflich, sondern betreut sie in jeder Weise fürsorge- risch im engsten Emvernehmen mit den zuständigen Fürsorgestellen. Ob es sich nun um einen Antrag auf Niederschlagung von Ehestandsdarlehen oder andere Unterstützung bandelt, all' diese Arbeit hat zum Ziel, die Hinterbliebenen von wirtschaftlichen Sorgen und Nöten die sie vielleicht bedrücken, zu befreien. Neben der Betreuung der Hinterbliebenen nimmt sich die NSKOV. insbesondere der aus dem Heeresdienst Entlassenen an und bemüht sich, diesen nicht irgendeinen, sondern einen geeigneten und zweckentsprechenden Arbeitsplatz zu vermitteln, wobei eng mit dem Wehrmachtsfürsorgeoffizier, der Deutschen Arbeitsfront und den Kreisfürsorgestellen zusammengearbeitet wird. Ganz besondere Beachtung wird der Erbolungs- fürsorqe geschenkt Trotz des Krieges erfährt die Erholung für die Kriegsbeschädiaten und Krieger- Hinterbliebenen keine Unterbrechung. Die Hinterbliebenen aus dem jetzigen Krieg werden auf Antrag der NSKOV in die Heime der NSV entsandt. Erwähnt zu werden verdient, daß Generalgouverneur Reichsminister Frank dem Reichskriegsopfer- führer ein Heim in Zakopane zur Verfügung gestellt hat, in dem schwer versehrte Polenkämpfer auf vier Wochen kostenfrei untergebracht werden können. Hingewiesen werden muß auch noch auf die Frontkämpfersiedlunqen der NSKOV., die nach dem Kriege stark ausgebuut werden sollen Die soldatische Haltung der kriegsbeschädigten Frontsoldaten findet ihren Niederschlag in dem Dienst bei den Ehren- und Schießabteilungen der NSKOV., wie überhaupt bervoraehoben w»rden muß, daß die NSKOV nicht eine Sammelstelle für Rentenempfänger, sond-rn eine nach nationalsozialistischen Grundsätzen ausge- Dornotiren Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Bismarck", 19.30 Uhr NSG „Kraft durch Freude": „Festliches Variete". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Der liebe Augustin". Stadttheater-Spielplan vom 7. bis 12. Januar. Dienstag, 7. Januar: „Der Ahnenpaß" Schwank von Neal und Frank. 15. Dienstag-Miete. Mittwoch, 8. Jan.: „Der Vogelhändler", Operette von Karl Zeller. 15. Mittwoch-Miete. Freitag, 10. Jan.: „Der Vogelhändler", Operette von Karl Zeller. 16. Freitag-Miete. Samstag, 11. Januar: Gefchl. Veranst. für KdF. 16er Ring, 7. Vorstellung „Der Dogelhändler", Operette von Karl Zeller. Sonntag, 12. Januar: Nachmittags-Fremdenvorstellung „Der Ahnenpaß", Schwank von Neal und Frank. Außer Miete. Abends „Madame Butterfly", Oper von Giacomo Puccini. Außer Miete HS-GlMiuslW A Kraft önrm Stenöe Das kdF.-Monalsheft mit feinem reichhaltigen Inhalt ist erschienen. 48D Brotgetreideablieferung ist nationale pflicht NSG. Die strikte Beachtung des Verfütterungs- verbotes für Brotgetreide und die fristgerechte Brotgetreideablieferung stellen eine unabdingbare nationale Pflicht jedes landwirtschaftlichen Betriebsführers dar. Wenn die Hauptvereinigung der deutschen Au« dem neuen Bismarck-Film. Lil D a g o v e r als Kaiserin Eugenie und Paul Hartmann als Bismarck in der Szene der Kaiserproklamation zu Versailles. — (Foto: Tobis-Klagemann.) - N Ü1 I / * ,;X.a .: Äft. A*** J f 5 ;; . < u Tf „Bismarck." Ein Tobis-Film im (Gloria-Palast. Wir haben kurz vor Weihnachten das Bismarck- Buch von Rolf L a u ck n e r hier angezeigt: in ihm sind bereits in einer neuen, sozusagen buchfilmischen Form alle Szenen des späteren Drehbuches enthalten, das Lauckner gemeinsam mit dem Spielleiter Wolfgang .Liebeneiner geschrieben hat Der Stofs für einen historischen Film, welcher das Genie und das Lebenswerk Bismarcks darstellen will, ist so außerordentlich, daß man auf den ersten Blick einsieht, welche Schwierigkeiten sich der Verwirklichung des Planes entgegenstellen — schon in dem Umstande, daß mit der Geschichte Bismarcks nicht nur ein gewichtiges Stück preußisch-deutscher, sondern allgemein europäischer Geschichte im 19. Jahrhundert heraufbeschworen werden muß. Selbst wenn man sich auf einen Ausschnitt aus dieser enormen Stoff-Fülle beschränkt, ergibt sich immer noch die Notwendigkeit scharfer Konzentration. Solche Notwendigkeit prägt den eigentümlich impressionistischen Stil, dessen sich Buch und Spielführung für diesen Film bedient haben: sie verkürzten die vielfältigen Linien des Geschehens auf die Ä Diagonalen, welche auf der europäischen irte und im diplomatischen Spiel der Mächte in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts für die Entwicklung der Geschichte bestimmend waren Sie sahen diese Entwicklung vom preußischen Blickpunkt aus, der sich unter Bismarcks Staatsführung folgerichtig zum allgemeindeutschen ausweitet. Sie fetzten in schnellen Ueberblendungen Bild neben Bild, Grenzen überspringend und oft weit entfernte Schauplätze für das Auge des Beschauers faßbar zusammenrückend In all diesen, meist ganz kurzen Bildern ist die Erscheinung Bismarcks, selbst da, wo sie einmal nicht sichtbar wird, was verhältnis- waßig selten vorkommt, die innere Mitte. * Der Ausschnitt, von dem die Rede war, umfaßt die folgenschweren Jahre von 1862 bis 1871, genauer von der Ernennung Bismarcks zum preußischen Ministerpräsidenten bis zur Kaiserproklamation in Versailles, eigentlich nur bis zur Entscheidung bei und vor allem nach Königgrätz, mit der Bismarck gegen äußerste Widerstände, selbst des Königs, der ihm bis dahin oft widerstrebend, aber immer wieder vertrauend und in solchem Vertrauen niemals enttäuscht, den Weg zur Verwirklichung des zweiten Reiches der Deutschen freimacht. Was zwischen die- en äußersten Polen in der Bilderreihe beschlossen liegt, konnte nur mit jener Verkürzung erreicht werden, von der ebenfalls schon gesprochen wurde, mit der Konzentration auf die Hauptstationen des von Bismarck bestimmten preußischen und deutschen Schicksalsweges. Man hat sich dabei im wesentlichen an Züge und Bilder gehalten, die im Bewußtsein des Publikums als lebendig vorausgesetzt werden konnten und sehr wirksam auch anekdotisch oft wiederholte Einzelheiten aufgegriffen, wie zum Beispiel dar bekannte Wort „Der Mut ist ganz auf Seiten Eurer Majestät", Bismarck zeitunglesend auf der Rednertribüne des Landtags oder die Zigarre von Königgrätz. Die Hauptstattonen: Kabinettskrise in Preußen ;m September 1862; Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten. Mit dieser Ernennung hatte Bismarck so ziemlich alles gegen sich: den Landtag, die Parteien, die öffentliche Meinung, soweit sie in der Presse zum Ausdruck kam, und vor allem die königliche Familie. Aber er nahm den Kampf auf — für den König, der bereits die Abdankungsurkunde im Schreibtisch liegen bat, für Preußen, und hinter der Großmacht Preußen taucht schon das Bild eines größeren einigen Deutschen Reiches unter Preußens Führung auf. Bismarck schließt den Landtag und setzt die Heeresreform durch, die schon so gut wie abgelehnt schien. Bismarck erzwingt gegen äußerste Widerstände das Fernbleiben Preußens vom Bundestage in Frankfurt, wo Oesterreich die Initiative der kommenden deutschen Poli- ttk an sich zu bringen hofft. Bismarck besttmmt die Haltung Preußens und Oesterreichs in der wenig später akut werdenden schleswig-holsteinischen Frage, ohne die dort nach 1864 zwischen Preußen und Oesterreich sich herausbildenden Mißstimmigkeiten verhindern zu können — aber er hat sich inzwischen für den Fall einer möglichen bewaffneten Auseinandersetzung in einem gewagten diplomatischen Spiel Frankreichs Neutralität gesichert. Abermals Tumult im Landtag und Schließung des Landtags. Das Revolverattentat Cohen-Blinds. Das Verhältnis zu Oesterreich wird unhaltbar. Königgrätz entscheidet über die Vormachtstellung im kommenden Reiche Nach dem Siege sind noch einmal das ganze Gewicht von Bismarcks politischer Autorität und die Vermittlung des inzwischen für Bismarck gewonnenen Kronprinzen erforderlich, um den König zu einer Haltung zu bestimmen, welche eine der wefent- lichsten Voraussetzungen des nun folgenden Weges nach Versailles bildete. * Damit mag der Grundriß eines an Szenen und Figuren überreichen historischen Bilderstreifens auf- aezeichnet fein. Der Regisseur Liebeneiner, der sich seither in manchen großen Filmen künstlerisch auf eine vielfältige und bestechende Weise legitimiert hat,'fand in Lauckners Szenarium die dankbarsten Anregungen für seine überquellende Bild- und Spielphantasie. Er verstand es, das Geschichtliche mit dem Menschlichen, das Politische mit de/u Persönlichen auf eine so notwendige wie anziehende Weise zu verschmelzen, ohne dabei vom heutigen Blickpunkt aus unsachliche Korrekturen vorzunehmen. In seiner Darstellung halten sich das große repräjentatioe Bild und die kammerspielmäßig intime Dialogszene (oft von äußerstem diplomatischem Belang und entscheidendem Schwergewicht) gerechterweise die Waage. Infolge der unvermeidlichen Derkürzuna und Zusammenrückung der Ereignisse erhält der Bildvorgang eine Konzentration, eine Tempobelebung und eine innere wie äußere Spannung, welche den Zuschauer bis ganz zuletzt in Atem hält. Die Anlage des Buches wie auch der Stil der Inszenierung prägen sich auch auf eine merkwürdig-charakteristische Weise in der Darstellung aus. Der Personenzettel weist (abgesehen von einer recht umfangreichen Statisterie) über 70 Namen auf. Trotzdem hat dieser Film eigentlich nur zwei wirklich große und daneben kaum eine Handvoll größerer Rollen. Daß dennoch das Gesamtbild nicht in vielen (sehr wejentlichen) Teilen zum leeren und gestellten geschichtlichen Kolossalgemälde erstarrt, ist vor allem der klugen und geschickten Führung Liebeneiners, der entsagungsvollen Beschränkung namhafter Darsteller auf wenige kurze Szenen, selbst wenige Worte ... und überdies einer Vollkommenheit historischer Maskenbildnerei zuzuschreiben, wie sie nicht häufig so individuell und einheitlich erreicht wird. Das gilt in erster Linie für Paul Hartmann, der den Bismarck spielt und seinen zahlreichen früheren Filmrollen eine neue, großartige, vielen gewiß unvergeßliche Leistung anfügt. Der äußere Eindruck schon ist verblüffend und entspricht vollkommen der durch zahllose Bilder bekräftigten lebendigen Vorstellung, die sich der Deutsche vom Gründer des zweiten Reiches macht. (Dis auf den fom» pctthisch-sonoren Sprachklang; Bismarcks Stimme war nicht „markig", sondern überraschend hoch und verhältnismäßig leise, ohne oratischen Glanz.) Hart» mann vermittelt über dies Aeußere hinaus ein fo überzeugendes wie gewinnendes, aus vielen Einzcl- zügen sich formendes Bild der überragenden Persönlichkeit, des großen Menschen und genialen Politikers Bismarcks, der trotz weitreichenden Vollmachten und außerordentlichen Befugnissen auf einem erstaunlich, manchmal erschütternd isolierten Posten steht und kämpft, der jeden seiner Gedanken, jeden innen- und außenpolitischen Erfolg gegen die heftigsten und erbittertsten Widerstände verwirklichen muh. Vielleicht den schwersten Kampf kämpft er gegen den König, dessen Instinkt sich zu Bismarck bekennt, obwohl er ihn keineswegs immer begreift, keineswegs immer billigt, obwohl der Ministerpräsident ihm manchmal „unheimlich" ist, und obwohl alle immer wieder leidenschaftlich gegen den „Landjunker" sind. Die schlichte Größe, die sich in stillem Vertrauen, in kluger Bescheidung und schwerer Entscheidung in Gewissenskonflikten bewährt, kommt wunderbar zum Vorschein in Friedrich K a y ß l e r s Darstellung, der dem königlichen Wort sein Gewicht durch die Haltung eines preußischen Edelmannes in großer, verpflichtender Tradition und Verantwortung verleiht. * lieber die übrigen Rollen, soweit sie im Gesamtgefüge von etlichem Gewicht sind, wurde schon einiges bemerkt. Rein bildmäßig am charakteristischsten wirken Walter Franck als Napoleon III., ein kalt- verbindlicher „Geschäftsmann auf dem Thron", Werner Hinz als Kronprinz und Lil D a g o v e r als die sehr hübsche, sehr elegante, fast kokett kon- versierende Kaiserin Eugenie. Dann die leidenschaftlich opponierende Königin Augusta der Frau Koppen Höfer, Harald Paulsen als geschmeidiger Diplomat Benedetti, Karl Haubenreißer als Virchow im Landtag, eine (besonders im Vergleich mit der Darstellung von Krauß im Robert Koch- Film) interesjante Leistung. Endlich Otto Gebühr, diesmal nicht Fridericus, sondern König von Sachsen, und Käthe. Haack als Johanna von Bismarck: die Rolle ist so klein, daß nicht mehr gegeben werden konnte als das sympathische und glaubwürdige Bild einer Frau, von der Bismarck einmal gesagt hat, daß er ihr alles verdanke. — Der Film erhielt die Prädikate „staatspolitisch wertvoll" und .fünffr lenfch wertvoll", x Hane Thyriot, Schafen ist das Schlachtgewicht durch Wiegen festzu- stellen, bei Schweinen kann statt des Schlachtgewlchts das Lebendgewicht festgestellt werden. Monatsappell der alten Artilleristen Am Samstagabend versammelten sich die Kameraden der Art-illeristenkameradschaft 1895 Gießen im hessischen Hof" zum Jahresanfanasappell 1941. Kameradschaftsführer Müller gab nach einem kurzen Rückblick auf das verflossene Jahr die Losung für das neue Jahr bekannt, die für alle Kameraden die gleiche Verpflichtung wie bisher enthält: nämlich jederzeit in soldatischer Treue bereit sein zum Dienst für Führer, Volk und Vaterland, die alte Frontkameradschaft im engeren Kreise der Waffenkameraden und darüber hinaus zu allen Kameraden der alten und der neuen Wehrmacht pflegen, sich für den Gemeinschaftsgedanken einsetzen, kurzum nach dem Geist und Willen des Führers zu leben und zu handeln. Ferner gab der Kameradschaftsführer Grüße aus dem Felde von zahlreichen alten und jungen Kameraden bekannt, die den Empfang der zu Weihnachten von der Kameradschaft übersandten Feldpostpäckchen bestätigten und dabei erneut ihre Verbundenheit mit den alten Kameraden in der Heimat bekundeten. Im weiteren Verlaufe des Appells wurden noch einige kleinere Angelegenheiten erledigt; u. a. wurde mitgeteilt, daß der nächste Monatsappell im Februar der Jahreshauptversammlung gilt. Nach dem dienstlichen Teil des Abends blieben Die alten Soldaten noch einige Zeit in kameradschaftlicher Unterhaltung beisammen. Gieben-Wieseck. Heute wird unser Mitbürger Karl Roden- hausen, Eichgasse 16, 75 Jahre alt. Der Jubilar, der über 30 Jahre in der Eisenbahnwerkstätte tätig war, ist noch sehr rüstig und verrichtet noch alle Feldarbeiten. Dem treuen Leser seines Heimatblattes auch unseren herzlichen Glückwunsch. — Die Eheleute Rangiermeister i. R. Heinrich Wilhelm Hofmann und Frau Katharine, geb. Lepper, können heute das Fest der s i l b e r n e n Hochzeit feiern. Auch unseren herzlichen Glückwunsch. Gießener lvochenmarktpreise. Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A=2ßare. Für 8°Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger. * Gießen, 4. Jan. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, aus- ländische Eier 11 bis 12, Kartoffeln, % kg 4,1, 5 kg 41, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 6, Rotkraut 7, gelbe Rüben 9, rote Rüben 7, Spinat 16 bis 17, Unterkohlrabi 5, Rosenkohl 15 bis 32, Schwarzwurzeln 21, Aepfel 30 bis 40, Lauch 18, Sellerie 15 bis 16, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Endivien 10 bis 11, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 8 bis 12 Rpf. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 5. Jan. Zum Feldwebel befördert wurde der Unteroffizier Wilhelm Bittendorf von hier, der bei einer Flakabteilung im Felde steht. SJ.Jporf Ergebnisse der Bezirksklaffe. Wetzlar 05 — 1900 1:1 VfB.-Reichsbahn — VfL. Marburg 5:4 Watzenborn-Steinberg — Luftwaffe 6:2 Bissenberg — Naunheim ausgefallen. Die 1900er lieferten in Wetzlar ein taktisch sehr kluges Spiel. Nachdem sie noch kurz nach Halbzeit mit einem Vorstoß keinen Erfolg hatten, verteidigten sie die letzten 35 Minuten, ohne jedoch durch schnelle Durchbrüche an Gefährlichkeit einzubüßen. Die VfBer führten bis kurz vor Schluß mit 5:2 Toren und hatten, nachdem ihr Tormann zwei schwere Schnitzer gemacht hatte, noch Glück, als sie knapp gewonnen hatten. Die Luftwaffe lieferte in Steinberg ein sehr gefälliges Spiel, ohne jedoch den Sieg der Steinberger gefährden zu können. Die Tabelle hat damit folgendes Aussehen: Verein Spiele Gew. Unentfch. Verl. Pkte. FC. Wetzlar 9 7 1 1 15:3 W -Steinberg 9 6 1 2 13:5 Naunheim 8 6 0 2 12:4 VfB.-Reichsbahn 9 6 0 3 12:6 Burgsolms 8 4 1 3 9:7 1900 9 4 1 4 9:9 VfL. Marburg 6 2 0 4 4:8 Bißenberg 5 1 0 4 2:8 Luftwaffe 8 1 0 7 2:14 Sportfreunde 7 0 0 7 0:14 Dfv.-Reichsbahn - VfL. Marburg 5:C Die Leistungen beider Mannschaften müssen als gut bezeichnet werden. Auffallend war dabei, daß beide Mannschaften es sogar fertig brachten, durch halbhohe Kombination flüssig zu spielen. Dabei waren die Marburger, die ihre Schnelligkeit vorteilhaft zur Geltung brachten, im Felde leicht überlegen. Bei den Gießenern fehlte öfters das Verständnis untereinander. Wenn sie trotzdem verdient siegten, so verdanken sie diese Tatsache ihrem größerem Stehvermögen und der Auswertung gegebener Torgelegenheiten. Bei den Gießenern war der gefährlichste Mann Godglück, der seinen unermüdlichen Einsatz mit vier Toren krönen konnte. Bei den Marburgern war es Rüppel, der immer wieder seinen Sturm nach vorne brachte. Spielverlauf: Schon in den ersten Minuten sind die Marburger verschiedene Male durchgekommen, ohne jedoch eine klare Torgelegenheit herausspielen zu können. Die VfBer erwidern die Angriffe, spie- ler aber zu durchsichtig und vorerst zu planlos. Bei verschiedenen Eingreifen zeigt Der Marburger Tormann, daß er überwunden sein will. Bei einem harmlos aussehenden Angriff wird der Ball von- der Verteidigung nicht weggebracht, und schon kann Godglück aus nächster Nähe zur l:0-Führung einschießen. Die Marburger beherrschen jetzt zeitweise das Mittelfeld. Die VfB.-Läuferreihe schwimmt. Durch geschicktes Dreieckspiel wird Rüppel in Schußposition gebracht, und der Ausgleich ist fällig. Eine Minute vor Halbzeit ist es wieder Godglück, der aus 18 Meter überraschend unhaltbar unter die Latte schießt. Nach Wiederbeginn haben die Gießener in der richtigen Erkenntnis, daß dieses Spiel nur offensiv gewonnen werden kann, den Sturm auf Kosten der Läuferreihe verstärkt. Der Erfolg dieser Maßnahme läßt nicht lange auf sich warten. God- glück und Heß schrauben das Ergebniis auf 4:1. Trotzdem setzen die Marburger mit allem Einsatz das Spiel fort. Eine Flanke des Rechtsaußen prallt von dem Halbrechten ins Tor der Platzbesitzer. Schon im Gegenangriff erhöht Godglück auf 5:2. Wer nun an einen eindeutigen Sieg der Gießener glaubt, sieht schon 5 Minuten später die Marburger auf 5:4 herangekommen. Zwei harmlose Schüsse läßt der Gießener Tormann passieren. Zum Ausgleich langt es jedoch nicht mehr, da die Zeit abgelaufen ist. Vereichsmeisterschasten der hessischen Turner. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. In Bad-Nauheim kamen am gestrigen Sonntag die Bereichsmeisterschaften des Bereichs Hessen :m NSRL. im Gerätturnen zum Austrag. Wenn auch der größte Teil der hessischen Meister zur Zeit unter den Waffen steht, so zeigte die Besetzung Der Wettkämpfe doch, daß die Güte der Bereichsmeisterschaft dadurch kaum beeinträchtigt wurde. Nicht nur, daß die Leistungen auf einer erfreulichen Höhe geblieben sind, auch die Tatsache, daß viele ältere Turner aus Den Bezirken FrieDberg und Gießen, mit den Bezirksführungen an Der Spitze, den Weg nach Bad-Nauheim nicht gescheut haben, ist Beweis für den starken Willen im NSRL., während des Krieges erst recht zur Sache der Leibesübung zu stehen. In der Reichsklasse der Turner wurde G e r g s von der ACT. Kassel Bereichsmeister. Er wird mit Birger von der CT, Hessen-Preußen Kassel und Schöneich vom Tv. Erbach (Westerwald) den Bereich Hessen bei Den Deutschen Gerätemeisterschaften der Männer vertreten, die am 2. Februar in Karlsruhe stattfinden. In der Bereichsklasse zeigte sich ein bekannter Turner Des FrieDberger Bezirks, August Krack vom Tv. Bad Homburg-Kirdorf, überlegen als Bereichsbester vor dem jungen Nachwuchs, Den hauptsächlich der Kasseler und Der Hanauer Bezirk stellten. Die L e i st u n g s s ch u l u n g Der acht besten hessischen Turnerinnen, die Bereichsfrauenturnwartin Luise Schwarz (Friedberg) durchführte, hatte das Ergebnis, daß Käthe K r e g e l i u s von der CT. Hessen-Preußen Kassel und Marie Luise Kling vom Turn- und Fechtklub Hanau als bereichsbeste hessische Turnerinnen den Bereich bei den Deutschen Gerätemeisterschaften der Frauen am 23. Februar in Passau vertreten werden. Am Nachmittag gestalteten die Turner und Turnerinnen, die an den Bereichsmeisterschaften teilgenommen, eine eindrucksvolle Leistungsschau deutscher Leibesübung. In der Turnerriege stand auch Lettin vom To. G i e ß e n - W i e s e ck, der am Vormittage als Kampfrichter tätig gewesen war. Die Darbietungen der Turner und Turnerinnen, Die von frischen Vorführungen des Jungvolks Bad- Nauheim und einer Mädel-Sportdienstgruppe der Tgm. Friedberg umrahmt wurden, fanden Den stärksten Beifall der Besucher. Unter den Gästen befand sich auch Oberst-Arzt Divisionsarzt Dr. Hermann Rau aus Lich, der frühere DT.-Gaufichrer Des alten Hessengaues, von seinen alten KameraDen und Mitarbeitern lebhaft begrüßt. Zu Beginn Der Nachmittagsveranstaltung hatte Ortssportgemeinschaftsführer StuDienrat Dietz herzlichen Willkomm im Auftrage Des NSRL.-Bezirks- führers, SA.-Hauptsturmführer Otterbein (Friedberg) entboten. Nach Der Siegerehrung Dankte Be- reichsfachwart Schäfer (Kassel) Dem KameraDen Otterbein und Den BaD-Nauheimer Kameraden für Die tadellose Vorbereitung Der eindrucksvoll verlaufenen Kriegsveranstaltung Des hessischen Bereichs. Reichsklasse: 1. Sieger (Bereichsmeister) Otto Gergs, ACT. Kassel, 174 Punkte; 2. Franz Sieger, CT. Hessen-Preußen Kassel, 170,6; 3. Kurt Schöneich, Tv. Erbach (WesterwalD), 164,2 Punkte. Bereichsklasse: 1. Sieger (Bereichsbester) August Krack, Tv. Bad Homburg-Kirdorf, 180 Pkte; 2 Joses Abels, Tv. Hachenburg, 169; 3. Georg Neumann Tv. Willerode, 142,5; 4. FrieDrich Ebert, Tv. Bischofsheim, 140,5; 5. Kark Denker, To. Erbach, 133,5; 6. KonraD Horn, Tv. WelleroDe, 107 Pkte. Turnerinnen (Reichsklasse): 1. Käthe Krege- lius. CT. Hessen-Preußen; 2. Marie Luise Kling, T. u. Fechtkl. Hanau; 3. Anneliese Griesing, Tuspo. Wil- .helmshöhe-Kassel. Keine Spiele im Handball. Am gestrigen Sonntag mußten Die Spiele Der Bereichsklasse noch in letzter Minute abgesagt werben. Sie werben später nachgeholt. Geflügel-Ausstellung in Gießen-Klein-Linden. Im Saale des Gastwirts Franz Rathenow fand am Samstaa und Sonntag eine sehr gut besuchte Werbegeslügelausstellung des G e« f l ü g e l z u ch tv e r e i n s Klein-Linden 1931 statt. Als Preisrichter waltete Vereinsführer Otto May von Lang-Göns feines Amtes. Die Zahl Der zur Schau gestellten Tiere betrug 103, unD zwar 82 Hühner unD 20 Tauben. Erfreulicherweise waren Die von Der Reichsfachgruppe anerkannten Rassen gut vertreten. Auch die Tiere der im Felde stehenden Vereinskameraden nahmen dank des Einsatzes einiger Vereinsmitglieder an der Bewertung teil. Viele Geld- und Sachspenden waren Dem Verein zuteil geroorDen. Der Oberbürgermeister von Gießen hatte dem Verein einen Geldbetrag als Preis zur Verfügung gestellt. Auch Die Reichs- unD Die Landesfachgruppe und die Schriftleitung der Zeitschrift „Die Geflügelbörse" hatten Preise gespendet. In die sehr umfangreichen Vorarbeiten hatten sich einige Vereinskameraden geteilt. Um weiteste Bevölkerugskreise mit den Zielen einer wirtschaftlich betriebenen Rassegeflügelzucht bekannt zu machen und viele Volksgenossen zur Mitarbeit an Den Ernährungsfragen anzuregen, war eine Lehrschau der Ausstellung angeschlossen worden. Die Kreisfachgruppe Gießen hatte Dem Verein Anschauungsmaterial leihweise überlassen. Es fanden Aufklärungen statt über Den Wert Der Rassezucht, Die Fütterung unD Haltung Der Tiere und sonstige wichtige Fragen Der Geflügelhaltung. Ferner waren aufgestellt ein selbsterbautes, heizbares Kückenheim des Vereinsmitgliedes August Bierau, ein Petroleumbrutapparat für 120 Eier des Mitglieds Wilhelm Schlosser, ein elektrischer Brutapparat Des Mitglieds Reinhold Weiael, viele Aufzuchtgeräte, Futter- und Trinkgefäße. Auch ein Preisschieben war mit Der Ausstellung verbunden worDen. Nach Dem Urteil des Sachverständigen war das zur Schau gestellte Tiermaterial im allgemeinen recht gut. Die Reichsfachgruppenzusatzpreise erhielten Tiere der Vereinsmitglieder August Lenz, Reinhold Weigel und Otto Lippert; die Landesfachgruppenpreise fielen auf Tier der Mitglieder Wilhelm Schlaffer und Hermann Rau, der Preis der „Geflügelbörse" ging in Den Besitz von MitglieD Hermann Jung über. Nachstehnb folgt Das Ergebnis Der Bewertung. Es bedeuten die Abkürzungen sg 1, Z --- sehr gut, Zusatzpreis; sg 1 = sehr gut, 1. Preis; fg 2 = sehr gut, 2. Preis; fg 3 = sehr gut, 3. Preis; fg = sehr gut; g = gut; b ■» befriedigend; RFZ = Reichs- fachgruppenzufatzpreis; LFZ = Landesfachgruppen- zufatzpreis. Hühner. Rote Rhodeländer: Wilhelm Schlößer: fg 1, LFZ; fg 1; fg 2; dreimal g. — Wyandotten, weiß: Wilh. Schlosser: sg 1; g; b. — Altsteirer, wildfarbig: August Lenz: sg 1, RFZ; fa 2; sg; zweimal g. — Georg Lutz auf dieselbe Rasse: sg 1; Z; fg 1; zweimal g. — Weiße Leghorn: Hermann Jung: fa 2; zweimal g. Hermann Rau auf dieselbe Rasse: fg 1, LFZ; sg 1, Z; sg 1. — Italiener, silberfarbig: Reinhold Weigel: fg 1, RFZ; fg 2, fg 3; zweimal fg; zweimal g. Wilhelm Schlosser auf dieselbe Rasse: sg 1, Z; fg 2; fg 3; fg; viermal g. — Italiener, gestreift: Wilhelm Steinmüller: fg 1, Z; fg 1; Dreimal g. — Italiener, braun: Fritz Klingelhöfer: 1 fg, Z; zweimal fg 1; zweimal g. — Italiener, gefcheckt: Ernst Jünger: fg 1, Z; zweimal fg 1; g. — Italiener, goldfarbig: Gerhard Weller: fg 1; zweimal g. — Italiener, schwarz: Otto Lippert: sg 1. — Wyandotten, goldfarbig: August Bierau: sg 1, Z; fg; g. — Rheinländer, fchwarz: Friedrich Allendörfer: fg 1, Z; fg 1; sg 2; zweimal g. Zwerghühner. Wyandotten, gestreift: Georg Lutz: fg 1; sg 2; fg; zweimal g. Otto Lippert auf dieselbe Rasse: fa 1, RFZ.; g. — Wyandotten, schwarz: Georg Lutz: sg 1, Z; sg 2; g. — Italiener, silberfarbig: Reinhold Weigel: sg 1, Z; sg 1; g. Tauben. Strasser, blau: August Bierau: sg 1, Z; fg 1; g. — Koburger Lerchen, gefiltert: Gerh. Weller: sg 1; sg. — Schautauben, gelb: August Lenz: sg 1, Z; sg. — Goldgimpel mit blauen Flügeln: Gerhard Weller: fg 1; g. — Kupsergimpel mit schwarzen Flügeln: Franz Rathenow: fg; g. Hermann Jung auf dieselbe Rasse: fg 1, Z; fg 2. — Thüringer Flügeltauben, blau: Reinhold Weigel: fg 1, Z; fg 1; fg 2; fg. — Samtschilder, rot: August Lenz: sg 1; sg. — Wiener Hochflieger: Gerhard Weller: sg 1; g. Rückkaufsrecht / der ehemaligen Hundebesitzer Die von Privatpersonen auf Grund des Reichsleistungsgesetzes für Die Kriegsdauer angekauften Hunde werden nach dem Kriege an die Vorbesitzer zur ück veräußert, soweit nicht besondere dringliche dienstliche Interessen der Rückgabe zu diesem Zeitpunkt entgestenstehen. Richt zu- rückbehalten werden Dürfen Di« vom Reichsverband für das Hundewesen für besonders zuchtwertvoll erklärten Hunde. Der Rückkaufpreis wird im allgemeinen nicht höher als ein Drittel des Ankaufpreises sein. Die Freigabe Der zurückzugebenden Hande wird nach und nach, an- gepaßt an die Beschaffungsmöglichkeit von Ersatzhunden, erfolgen. AOOl wlrktschmerzstillend-1 ■ Amol Karmelitergeist ab 80 Rpf. in allen Apotheken u. Drogerien Äer WchNmg auf Korsika Homon von Heinz Lorenz-Lambrecht 34. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Andreas Anfaldis sechzigster Geburtstag, Der in Den September Dieses Jahres 32 fällt, ist Der Anlaß zu großen Feiern. Von allen Seiten empfängt er Glückwünsche. Abgeordnete der Wirtschaft, der Finanz, der Stadt, des Staates erscheinen, um ihm zu gratulieren. Am Nachmittaa findet eine Feier für die Arbeiter und Angestellten seiner Betriebe statt, am Abend ein Bankett, das die Stadt ihm zu Ehren gibt. Ein Vertreter der Regierung überreicht ihm eine Auszeichnung des Königs und ein Handschreiben und Bildnis des Regierungschefs. Erst am folgenden Tag kommt er dazu, seinen Geburtstag im Kreise seiner Familie und Der nächsten VerwanDten und persönlichen Freunde zu begehen. Aber auch heute sinD so viele Personen beijammen, Daß man beim Essen im großen Prunk- faal gerade noch Platz hat. Viktor hat — es ist abermals ein Beweis für feine Vertrauensstellung — Ancia Maria zur Tisch- Dame. Das freunDschaftliche Verhältnis zwischen Den beiden hat sich noch nicht geändert. Ancia Maria, obwohl nun schon bald dreiundzwanzig, und obwohl sie wahrhaftig Die Auswahl hat, ist noch nicht verlobt. Offenbar hat sie noch keine Zeit Dafür gefunden, fo wenig wie Enzio; beide sind ja auch kürzlich erst von ihrer großen Reise zurückgekehrt. Viktor hat sie seither öfter getroffen und es kommt ihm vor, als fei sie ruhiger und in sich gekehrter geworden. Manchmal glaubt er sogar, ein heimliches Grübeln in ihren Augen festzustellen, als ob sie etwas Rätselhaftes zu ergründen suche. Manch, mal auch will es ihm erscheinen, als sei sie von etwas enttäuscht, oder als warte sie auf etwas. Zu Zeiten können ihre sonst fo lebenswarmen Augen kühl und gelassen über Menschen und Dinge hin- wegsehen. Ein teerosenfarbenes Abendkleid trägt sie heute, und um das glatte dunkle Haar schmiegt sich ein schmaler Reif blitzender Steine. Der tief entblößte Rücken schimmert bei jeder Regung in rosig durch- hauchten mattbronzenen Lichtern. Ihre Augen, Die bei künstlichem Licht dunkler erscheinen, haben einen -sinnenden Ausdruck. Das Essen dauert nicht lange. Andreas Ansaldi hat höflich Darum gebeten, von jeder Rede Abstand nehmen zu wollen, wie er selbst nicht reden würde. Nach dem Essen, während man in den anschließenden kleineren Räumen und auf der Terrasse den Mokka einnimmt, wird im Saal Platz zum Tanzen geschaffen. Viktor tanzt mit Ancia Maria. Er kann heute nicht recht klug aus ihr werden. Beim Essen schien sie zerstreut, sie überhörte oft, was er zu ihr sprach. Sie zerpflückte ihre Tischkarte, und hin und wieder lief ein nervöses Zucken über ihr Gesicht. Dann wieder wandte sie sich ihm hastig zu und begann eine Unterhaltung, um sie ebenso plötzlich wieder abzubrechen. Nachdem sie eine Weile schweigend getanzt haben, fragt er: „Was haben Sie, Ancia Marias Sie sind heute so ganz anders als sonst." „Merken Sie das wirklich!" In ihrer Stimme schwingt ein versteckter Groll. Dann antwortet sie: ,Lch denke darüber nach, wie rasch die Zeit vergeht. Papa ist heute sechzig, ich dreiundzwanzig und Sie — wie alt sind eigentlich Sie?" „Auch schon sehr alt. Bald vierzig." „Meine Güte! Und ich dachte, Sie seien schon älter als Papa." Sie lächelt, aber es sieht gequält aus. Plötzlich fragt sie: „Wißen Sie noch, wie Sie das erste Mal mit mir getanzt haben?" „Ob ich das noch weiß! Rapallo — Das ist schon lange her." „Gestern war es", stößt sie leidenschaftlich hervor. Dann aber sehr ruhig: „Damals, bei Der Rückfahrt, da habe ich mich in Sie verliebt." „Ich weiß es." „Sie wißen es?" „Ja, gewiß, ich weiß es, daß Sie einen kleinen Schwarm für micht hatten," „Einen kleinen Schwarm?" Sie sieht ihn starr an, mit großsn Augen: „Viktor ... Trauen Sie- mir fo etwas zu wie einen kleinen Schwarm?" „Nein", sagt er und fühlt, als er in ihre Augen sieht, daß mit einemmal etwas Großes auf ihn zukommt, ein unerhörtes Wunder. „Warum sagen Sie es Dann?" „Weil ich nicht wagen Durfte, etwas anders zu hoffen, Ancia Moria." Ihre Blicke verflechten sich, alle Schleier fallen mit einem Schlag, eines vermag tief ins andere zu jeheie, und ha erkennen sie sich gang. „ „Viktor ...! Oh ..." flüstert sie. Ihre Augen schließen sich beseligt. „Ancia Maria ...!" Sie tanzen, aber sie schwanken im Tanz, alles um sie her schwankt. Ancia Maria bemerkt die offene Terraffentür. Sie ergreift Viktors Hand und zieht ihn mit sich. „Komm ...!" „Wohin?" „Komm nur, komm!" Unbekümmert um die Menschen, die sie sehen können, geht Ancia Maria dicht an ihn geschmiegt Die Terrasfentreppe hinab, Durch Das Tor auf Die Straße. Hier stehen Die Magen Der Gäste. Ancia Maria entDeckt Den Chauffeur ihres Onkels. „Tonio ... Fahren Sie uns zum Castellaccio hinauf, fo weit Sie können." Sie steigt schon ein unD zieht Viktor neben sich, Den sie noch immer an Der Hand hält. Der Wagen fährt Die Circonoallazione entlang und beginnt Dann steil zu klettern. Ancia rückt dicht an Viktors Seite. „Du ...! Was denkst du?" „Nichts. Ich träume. Ich habe Angst zu erwachen." „Du träumst nicht. Liebst du mich?" „Immer. Ich habe dich immer geliebt. Seitdem ich dich kenne." „Warum hast du es mir nje gesagt?" „Durfte ich das denn? Als du ein Kind warst! hätte ich schon verheiratet sein können." „Was für ein Glück, daß Du es nicht warst! Ich habe immer nur auf dich gewartet." „Und ich dachte. Du hättest viele anDere -im Kops." „Ach ...! Wenn ich nun einen andern geheiratet hätte?" „Ich weiß nicht, wie ich es ertragen hätte. Aber ich rechnete Damit. Du bist jung, schön, begehrens- wert. Es gibt viele Männer in Der Gesellschaft ..." „Oh Diese Gesellschaft!" lacht sie auf. „Wie schnell hat man sie über." „Ich bin glücklich, Daß ich mich nicht in Dir getäuscht habe? „Wie meinst du das?" „Ich hatte wirklich Angst, Du könntest Dich in Dieser oberflächlichen Gesellschaft verlieren." „Mein Bild — Damals, als ich in Die Schweiz mußte — sagte Dir Doch, Daß ich Dich liebe." „Ja. Aber Du warst noch ein halbes Kind. Wie durfte ich das ernst nehmen! Und, Ancia Maria, «ch hohe w Doch ernjt genommen," „Wie gut, daß nun endlich, endlich alles klar ist!" Der Wagen hält. Sie steigen aus und legen Die letzte Strecke zur Höhe zwischen Dem Bisagno und Dem Polcevera zu Fuß zurück. Auf Den Terrassen vor Den Restaurants sitzen noch viele Gäste. Die beiDen Liebenden gehen daran vorbei. Erst vor Dem zerfallenen Gemäuer des alten Kastells machen sie halt. Sie sehen auf die weiße Stadt hinab, die tief unter ihnen liegt. Unter Dem sanften Schimmer Der Sternennacht Dehnt sich Das Meer. Ancia Maria Deutet in Die Weite. „Von Dorther bist Du zu mir gekommen." „Er war ein seltsamer wirrer Weg. Nun bin ich im Hafen." „Bist Du glücklich?" „UnenDlich, Ancia Maria, unendlich." Natürlich hatten Die Gäste ihr Verschwinden bemerkt. Als sie nach fast einer Stunde zurückkommen, sinD viele Augen aus sie gerichtet. Ancia Maria merkt es nicht. Sie hält Viktor fest an Der Hand. Dort steht ihre Mutter. Ancia Maria tritt vor sie unD sagt ruhig und ernst: „Mama, Viktor und ich, wir haben uns eben verlobt." Maria AnsalDi ist nicht einmal überrascht. Sie sieht Die Tochter an, Dann Viktor. Dann sagt sie: „O ja, ihr feiD beide sehr glücklich. Kommt, wir wollen es Vater sagen, Damit er sich mit uns freut." XII. Viktor sitzt in seinem Büro. Aber er arbeitet nicht. Dor ihm liegt ein Stapel Zeitungen, Die er eben gelesen hat — immer Dieselben sich gleichlau- tenhen Nachrichten, Die aus Deutschland kommen, hat er gelesen. Die Bewegung, für die er auch in Genua seinen Mann steht, hat sich Durchgesetzt. Es wird ein neues DeutfchlanD geben, ein freies, aufrechtes, geschloßenes. Viktor lehnt sich zurück und stemmt Die Hande gegen Die Kante des Schreibtisches. Er denkt an jene anderen gleichlautenden Nachrichten, Die er erhalten hat, als er geraDe von feiner schweren Fieberkrankheit genesen war. Fünfzehn Jahre sind es gerate her. Was für ein Weg von damals bis heute? Zwei Revolutionen! Aber welch ein Unte» schied! Damals eine Revolution Der Vernichtung, Der Zersetzung, des bösen Geistes, heute eine Revolution der Erlösung und des Sichwiederfindens. Hortjetzung