Mittwoch, 5 November t94t |9(. Jahrgang Nr. 265 Annahme von Anzeige» für die Mitaasnummer biS8'/,Uhr des BormittagS Anzeiaen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvi le mm bei 22 mm Zellenbreite, Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstanel B Platzoorschrüt (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Ericveuil täglich außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Familienblütter Heimat unBild-DieScholle Bezugsvreis: Monatlich.......RM1.80 Zustellgebühr... ,, -»25 auch bei ^ttchterickemen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Fernivreckanschlub 2251 Drahtanschrift:,-Anzeiger" Postscheck 11686 Frantt^M. ; Q oTitfu Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Der Krieg kommt England wieder näher Sowj etisch-bntischeForderungen an Iran im Indischen Ozean darauf verzichtet mürbe, um deren Eisenerzlager nach dem Verlust von Krimi Zeit und Kriegsschiffe zu sparen. Völlige Sicherheit | Rog für die sowiettsche Rustungslndustne an L - «:r.i -- -u tu. „..a. wiAt* honfnnn nnrh npmnnnen hatten, [änt es sich nur gibt es nämlich auch jenseits von Kapstadt nicht: der Arm der deutschen Kriegsmarine reicht sehr weit, und mancher britische Handelskapitän, dem auf der Fahrt gen Osten das Kap der Guten Hoffnung als solches erschien, hat später noch fein Schiff verloren. Zu dem West-Ost-Derkehr, der heute überwiegend der Verstärkung der Armeen Wavells und Auchinlecks im Mittleren Osten tient, kommt dann noch der Strom der für die Insel bestimmten Güter aus Indien, Ostasien und pazifischen Dominien. Südafrika liegt wirklich mit einem Male im Mittelpunkt des Empire. Nicht wegen feiner Produkte oder seiner Soldaten, sondern wegen seiner geographischen Lage ist es vor« übergehend zum wichtigsten Dominion geworden. In London hat man das erkannt und anerkannt: Smuts wurde zum Feldmarschall ernannt. Ein seltener Vorgang, daß ein General, welcher schon seit vierzig Jahren keine Armee mehr geführt hat, den Marschallftab erhält: jedoch erhielt er ihn nicht für militärische Verdienste, sondern für Siege auf dem Schlachtfelde der Parteipolitik. Es drängt sich hier die Frage auf, was eigentlich ben früheren Burenführer und Freiheitskämpfer Die rasche Eroberung ber Krim bis zum Nord- ranb bes Jaila-Gebirges unb ber Hauptstadt Simferopol sowie ber beutsche Vormarsch auf Sern a st o p o l bilben einen weiteren Alpdruck für London. Die Hoffnungen, die man auf die sowjetische Seeherrschaft im Schwarzen Meer gesetzt hatte, brechen damit ebenfalls zusammen. Welche Bedeutung das für die linke Flanke der Kaukasusstellung hat,' zeigt ein Blick auf die Landkarte. Mit dem drohenden Verlust der Halbinsel Kertsch, deutung noch gewonnen hatten, läßt es sich nun auch in England nicht mehr länger verheimlichen, daß zwei Drittel der kriegswirtschaftlichen Produktion der Sowjets bereits in deutsche Hand gefallen sind. Auch die Hoffnungen auf ben General Winter mußte man restlos abschreiben, kurz, alle die Illusionen, mit denen man das englische Volk über den schweren Schlag von Wjasma—Brjansk hinwegzu- bringen versuchte, erweisen sich wiederum als em Kartenhaus, das allzu schnell zusammenbricht. Aber nicht nur von dieser Stelle kommt ber Krieg ber britischen Insel roieber näher. Die im OKW.- Bericht vom Sonntag angegebene Dersenkungsziffer von 441 300 BRT. für ben Monat Oktober birgt die bittere Erkenntnis für bie Briten in sich, baß das Deutschlanb Abolf Hillers trotz bes schweren Kampfes im Osten burchaus in ber Lage ist, gleichzeitig auch bie S ck l a ch t i m A t l a n t i k mit aller Energie weiterzuführen. Die Melbungen über bie letzten U-Boot-Erfolge zeigen am besten, wie ernst bie Situation hier für England geworden ist. Zwar versucht der Präsident der USA. mit großsprecherischem Mundwerk diesen Sachverhalt zu vertuschen, doch es nützt nichts. Wenn man auch tnum» Ankara, 4. November. (Europapreß.) Aus politischen Kreisen Teherans ist hier einiges über den Inhalt ber Forderungen bekannt geworden, bie Großbritannien unb bie Sowjetunion an Iran für ben Abschluß einer Militärallianz gerichtet haben. Danach bient bei ben Vertragshand, hingen als Muster der ägyptisch-britische Bündnisvertrag, dessen Bestimmungen in den brittsch-sow- jetischen Forderungen allerdings beträchtlich überschritten-worden sind. So soll sich z. B. bie iranische Regierung bazu verpflichten, ihre Armee auch außerhalb ber Lanbesgren- zen zur Verfügung zu stellen. Diejenigen Teile ber iranischen Truppen, die nicht eine aktive militärische Verwendung finben, sollen hinter ber Front zu Straßenarbeiten angesetzt werden. Im übrigen garantieren bie Sowjetunion unb Großbritannien bie Integrität bes Irans. Außerbem haben bie Der- tragshanblungen noch folgende Punkte zum Gegen- stand: Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Kriegsmarine und Luftwaffe der britischen Versorgungsschiffahrt wiederum schwere Schlage zugefügt. Unterseeboote versenkten im Atlantik elf feindliche Handelsschiffe mit zusammen 53 000 VRT. sowie einen Z e r st ö r e r. Weitere drei Schiffe und ein Zerstörer wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt. Kampfflugzeuge vernichteten in der vergangenen Nacht ostwärts Aberdeen drei Handelsschiffe mit zusammen 20 000 BRT. Außerdem wurde bei den Shetland-Inseln ein Frachter durch Bombenwurf schwer beschädigt. In Nordafrika bombardierten deutsche Sturzkampfflugzeuge britische Artillerie- und Vunkerstel- lungen bei T o b r u k. Ein britischer Flugplatz wurde mit Spreng- und Brandbomben angegriffen. Der Feind flog in der letzten Nacht mit schwachen Kräften nach Nordostdeutschland ein. Bei Einflügen in die besetzten Gebiete wurde ein britischer Bomber abgeschossen. Hafenstadt Feodosia genommen. Neue große Erfolge gegen die britische Versorgungsschiffahrt. Der Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 4. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Krim sehen deutsche und rumänische Truppen die Verfolgung fort. Oertlicher Widerstand zersprengter Teile des Gegners wurde gebrochen. An der Küste des Schwarzen Weeres wurde die Hafenstadt F e o d o s i a genommen. Zwei von Panzern unterstützte Ausbruchsversuche stärkerer feindlicher Kräfte aus Leningrad wurden unter schweren blutigen Verlusten für den Gegner zerschlagen, bevor sie die deutschen Linien erreichten. Die Luftwaffe setzte die Angriffe auf Sowjetschiffe in den Gewässern der Krim fort. Sie vernichtete ein Handelsschiff von 1000 BRT. und erzielte Bombentreffer auf fünf großen Transportern. Moskau wurde am Tage bombardiert. Bei Nachtangriffen der Luftwaffe auf Leningrad entstanden große Brände in mehreren Stadtteilen. 1. Die Sowjetunion unb Großbritannien tragen bie Kosten für alle aus bem Bünbnisvertrag erwachsenden Aktionen; 2. bie Sowjetunion unb England übernehmen bie volle Verantwortung für die Derteibigung bes Irans; 3. bie iranische Regierung wirb, wenn möglich, im voraus unterrichtet werden über alle militärischen Unternehmungen, bie von sowjetisch-britischer Seite für notwendig erachtet werben; 4. sobalb bie militärische Kriegslage es erlaubt werben bie sowjetischen und britischen Truppen aus dem Iran zurückgezogen werben; 5. bie Sowjetunion unb Großbritannien verpflichten sich, die Unabhängigkeit bes Irans zu achten unb sich nicht in bie inneren Angelegenheiten einzumischen. Bisher hat bie iranische Regierung noch nicht sämllichen Forderungen zugesttmmt. Gefahr. Smuts, der noch in letzter Zeit die Nord- amerikaner zum Verzicht auf bie Monroe-Doktrin aufgeforbert hat, trägt verschlossen in seinem Her. zen die Devise: „Afrika ben S ü b - Asrika . nern!“ Das mag phantastisch klingen, bas ist phantastisch; aber hätte bie Welt vor 150 Jahren geglaubt, baß aus ber Revolte ber britischen Ko- Ionien in Amerika die nahezu absolute Beherrscherin bes amerikanischen Doppelkontinents hervorgehen würbe? So rechnet Smuts, und er steht mit feinen Wünschen und Hoffnungen keineswegs allein. Der südafrikanische Imperialismus ist noch sehr jung, er ist vorläufig geistiges Eigentum kleiner politischer Gruppen, bie vor allem aus dem bri» tischen Lager stammen unb bas weiträumige Denken im Blute haben. Die polittsche Vorstellung ber buri» schen Bevölkerung hat an ber lockenden Flamme der imperialistischen Idee noch nicht Feuer gefangen; so kommt es auch, baß Smuts von ben Buren burch- aus als Renegat empfunden wirb. Sollte sich jedoch ihr gemächlicher Geist einmal vor den Wagen des Imperialismus spannen, so könnte dieser wohl unwiderstehlichen Schwung erhalten unb bie südafrikanische Fahne bis weit ins Innere bes dunk- I len Kontinents hineintragen. Zwischen Kap und Kairo. $ Von unserem L.-Korrespondenten. phierenb verkünbet, baß Enbe September 1071 Schiffe mit einem Gesamttonnagegehalt von 6,2 Millionen BRT. im Bau ober in Auftrag gegeben waren, so vermögen biese auf bem Papier stehenben Ziffern nicht barüber hinwegzutäuschen, daß in ben ersten neun Monaten bes Jahres 1941 nur ganze 77 Schiffe mit 613 000 BRT. auf amerikanischen Werften vom Stapel gelaufen finb, unb daß bavon erst 65 Schiffe mit 522 000 BRT. enb- gültig fertiggestellt worben finb. Vergleicht man biese in Wirklichkeit allein entscheibende Zahl ber fertiggestellten Schiffe mit ben monatlichen Versenkungsziffern, so muß auch ber größte Optimist erkennen, baß ber Wettlauf ber Werften mit ben Erfolgen ber beutschen U-Boote, ber Luftwaffe und ber Minen zur völligen Aussichtslosigkeit verurteilt ist. Es ist verstönblich, wenn man in Englanb von biefem Gespenst im eigenen Hause nicht gern spricht. Amtliche Versenkungsziffern werben ja von Churchill längst nicht mehr ausgegeben, aber an anberen Zeichen kann man sehr wohl erkennen, wie es in Wirkichkeit steht. Eines bieser Zeichen ist bie Einbeziehung ber Schweiz in bie englische Blockabe. Wenn es irgenbwo ein Lanb gab, bas sich bemühte, peinlichst jebe Hanblung zum Nachteil Gnglanbs zu oermeiben, so war es bie Schweiz. Trotzbem mußten sich biese „gehorsamsten Trabanten Seiner englischen Majestät" jetzt bie gleiche rücksichtslose Behandlung gefallen lassen wie die Feinde Englands. Unb zwar ohne Angabe stichhaltiger Grünbe. Erst nach mehreren Wochen läßt I sich Lonbon überhaupt auf Auseinanbersetzungen mit ben Schweizern ein, nachbem man nämlich gesehen hatte, was sie sich bieten lassen. Unb was kommt dabei zum Vorschein? England möchte, natürlich „gegen gutes Gelb", bie Schweizer Flotte kaufen! Bei bieser Flotte ber Schweiz hanbelt es sich um insgesamt sage und schreibe 50 000 BRT. So weit ist es also mit England gekommen, baß es ein immerhin boch felbftänbiges unb englanbtreues Lanb so brutal vor ben Kops stoßen muß, um nur 50 000 BRT. Schiffsraum zu ergattern. Dem bemo» kratischen Gedanken ist bas freilich recht abträglich, aber was heißt Demokratie, wenn es um Schiffe geht. Schließlich zeigt auch bas Mißgeschick bes „Welt- Präsidenten Roosevelt" wie sehr bie Schiffs- raumfrage ben Englänbern unb ihren amerikanischen Freunden auf ben Nägeln brennt. Ist bie- fes Mißgeschick nicht auf bie überstürzte Hast zu- rückzuführen, mit ber Roosevelt ben Eintritt bes amerikanischen Volkes in ben Krieg erzwingen möchte? Nur so erklärt es sich, baß er auch bie allerprimitivste Vorsicht beiseite ließ, so baß er offiziell von ber beutschen Regierung als Lügner unb als Angreifer bezeichnet werben konnte. Von zielsicherer Planmäßigkeit seiner Politik zeugt bas auf jeben Fall nicht. Genau so wenig läßt sich das von ber japanischen Politik Roosevelts behaupten. Die Einberufung bes japanischen Parlaments zu einer Sonbersitzung bebeutet, baß auch Javan gemißt ist, bem schrankenlosen Angriffsgeist Roosevelts ein Halt zu gebieten. Auch hier ist Roosevelt ber Angreifer, wie bie Lügenhehe mit einem angeblichen Ein- marsch Japans in Thailanb zeigt. Welche Hoffnung auf amerikanischen Schiffsraum aber bleibt ben Englänbern, wenn es nun auch im Pazifik zu einer Zuspitzung ber Lage kommen sollte. V. A. Tanger, Ende Oktober 1941. Don Tanger nach Kapstabt scheint ein weiter Weg zu fein, aber er ist nicht weiter als bie Strecke vom Kap nach Suez unb gewiß nicht so weit wie bie Reste von ber Tafelbai noch ben nörblichen Gestaden bes persischen Meerbusens. Gleichwohl ist K a p st a b t heute bie Versorgungsbasis für bie bri- tischen Streitkräfte im Mittleren Osten, eine bemerkenswerte Tatsache, bie zugleich bie gewaltigen Maßstäbe britischer Strategie unb ihre immanente Schwäche verbeutlicht. Noch bemerkenswerter erscheint jeboch ber Umftanb, baß bie Sübafrikanische Union, bie vor bem Kriege in Lonbon unb auch anbersmo als bas schwarze Schaf unter ben Tochter- taaten galt, heute einer ber wichtigsten Knoten- »untte im angelsächsischen Kriegsgewebe geworben ft. Das Verbienst — sagen bie Englänber — ober bie Schulb — sagen viele Buren — trägt ein einzelner Mann: ber Burengeneral und britische Feld- marschall Smuts. Von ber seltsamen Wanblung eines Mannes, beren erste und letzte Station von diesen beiben wiberspruchsvollen Dienstgraben bezeichnet werben, soll hier im einzelnen nicht bie Rebe fein; Urteil unb Bewertung können bem eigenen Lanbe unb ber Gefchichte überlassen bleiben. Hier interessiert ein anberes mehr: bie Rolle der Südafrikanischen Union im gegenwärtigen Kriege. Die jüngsten militärischen Erfolge an ber Ostfront haben außergewöhnlich starke Beunruhigung in Englanb hervorgerufen. Die nach der Doppelschlacht bei Wjasma—Brjansk mühsam wieder ausgebaute Hoffnung, baß die Sowjetunion boch noch einen Wiberstand leisten könne, ber die deutsche Wehrmacht für unabsehbare Dauer fessele unb bamit bie unmittelbare Bedrohung Englands verhindere, ist erneut in Gefahr, zusammenzubrechen. Bezeichnenderweste erscheint ben Englänbern seit einiger Zeit ber südliche Teil der Front als ber entscheidendste. Man befürchtet bereits ernsthaft, baß nach der Ueberschreittmg des Donez in breiter Front, wie sie der OKW.-Bericht bereits meldete, in absehbarer Zeit auch ber Don überschritten werben könnte, ber sich an seiner Mündung bereits in gefährlicher Nähe ber beutschen Front bei Taganrog befindet. Den Don aber sehen bie Engländer als Dorfeldsicherung der K a u k a s u s f r o n t und damit ihrer eigenen Front im Vorderen unb Mittleren Osten an. „Der Krieg kommt England wieder näher" — bas ist ber beängftigenbe Eindruck, den man in Lonbon aus bem Verlauf ber letzten Kämpfe gewonnen hat. Bei Ausbruch bes Krieges hatte Smuts unendliche Mühe, um zu verhindern, daß die Union neutral blieb. Die Schwierigkeiten beruhten vor ollem auf zwei Umständen: Einmal unb vor allem waren infolge bes übermiegenben burischen Bevölkerungsanteils bie trabitioneUen unb kulturellen Banbe zum englischen Mutterlanbe sehr viel geringer als in ben anberen Dominien; zum anderen gab man sich in Südafrika zunächst ben gleichen Täuschungen über bie militärische Stärke bes Reiches hin wie anbersmo im Empire unb glaubte, bie Westmächte •mürben ben Krieg ohnehin in wenigen Monaten gewinnen. Nachbem Smuts aber am 5. September 1939 mit ber Kriegserklärung ber Union bie erste Runbe gegen feine inneren Gegner gewonnen hatte, machte er sich an bie Arbeit einer planmäßigen Unterbringung jeglicher Opposition. Hanb in Hanb damit ging bie immer stärkere Bete igung ber Union am Kriege. Diese Arbeit machte zunächst sehr lang- fame Fortschritte. Vielleicht ber entscheibenbe Wenbe- punkt war ber Eintritt Italiens in ben Krieg. Jetzt hatte Smuts ben „schwarzen Mann" gefunben, mit dem er seinen Landsleuten ein sanftes, aber immer spürbares Gruseln einflößen kannte: der Krieg kamnachAfrika! Unb wenn auch von Kopstabt bis Abbis-Abeba immerhin 3000 Kilometer Luftlinie finb, fo war boch ganz unleugbar ber Krieg nach Afrika gekommen. Für Smuts genügte bas. Enblich konnte bie Union, bie bis dahin nur Freiwillige für die britischen Streitkräfte entfanbt hatte, ein eigenes Expeditionskorps aufstellen unb an bie Front schicken, ohne daß Smuts sein Versprechen, keine südafrikanischen Truppen außerhalb bes Kontinents zu verwenden, zu brechen brauchte. In bieser Hinsicht ist bie Beteiligung ber Union am Kriege seither langsam, aber stetig gewachsen; heute stehen sübafrikanische Heeres- unb Luftwaffenverbänbe in Aegypten unb in ber Wüste von Sollum. Ziemlich unbeachtlich ist bemgegenüber bie Beteiligung ber Union am Kriege zur See. Der eigentliche unb wichtige Beitrag ber Union zum Kriege liegt jeboch heute in der Bebeutung ihrer Häfen: Kapstabt, Durban, Port Elizabeth, East Lonbon, unb im früheren Deutschsübwest Walfischbucht und Lüberitzbucht. Hier finb bie Umschlagplätze für bie anglo-norbamerikanischen Lieferungen nach bem Mittleren Osten, ber Sowjetunion, Inbien unb Ostasien. Der Weg burchs Mittelmeer ist sehr gefährlich geworben unb wirb nur noch in wenigen Fällen unb selten ohne Opfer gewählt. Die westafrikanischen Häfen kommen nur als Kohlenstationen ober als Flugstützpunkte in Frage, weil es für große Transporte von bort keine Lanbver- binbung nach Aegypten gibt. So ist es gekommen, daß von Lonbon unb Neuyork ber Weg nach Suez, Basra unb Bombay über Kapstabt führt. So kommt es, baß in ben südafrikanischen Häfen, vor allem in Kapstabt, heute bei Tag unb bei Nacht fieberhafte Tätigkeit herrscht. Große und kleine Schiffe laufen ben Hafen an, um ihre Brennvorräte zu ergänzen: oft reichen die Kaianlagen nicht aus, und die Schiffe werben nach Durban weitergeschickt. Flugzeuge aus ben Vereinigten Staaten werben im glühenben Sonnenlicht ober im gleißenben Schein ber Bogenlampen ausgelaben, zusammengebaut unb bann auf bem Luftwege nach Aegypten geschickt. Auch im Sübatlantik fahren bie Schiffe wegen ber U-Bootgefahr in Geleitzügen, währenb Die Mlaniikschlachi. Den Briten ist keine Atempause vergönnt. Der letzte Derbünbete auf bem europäischen Festland, ber Bolschewismus, sieht seinem Enbe entgegen. Die südliche Lebenslinie Stalins wirb immer stärker unterbunben. Wie bei Dünkirchen, nach Griechen- lanb unb Kreta arbeiten bie beutschen Bomber baran, bie flüchtenben Bolschewisten, bie sich auf Transportbampfern zu retten versuchen, mitsamt ben Schiffen zu versenken. Ein neues Dünkirchen ist im Schwarzen Meer in Gange. Die Wirksamkeit ber beutschen Lufwasfe kennen bie Englänber aus ihrer Dünkirchener Erfahrung ganz genau. Wenn zu Beginn bes Ostfeldzuges bie Briten freubestrahlenb verkünbet hatten, bie Schlacht im Atlantik werbe nunmehr an Heftigkeit Nachlassen unb Churchill, wie gewohnt, leichtfertig auf bieser Annahme seine Luftschlösser baute, bann hat bie Erfahrung ber letzen Zett sie grünblich ad absurdum geführt. Die Schlacht im Atlantik geht mit voller Wucht weiter, unb alle Mittel unb Mittelchen Churchills und Roosevelts bagegen versagen vollkommen. Schon bie Bekanntgabe ber Versenkungen im Oktober im OKW.-Bericht vom 2. November war bafür ein sprechenber Beweis. Der beutsche Wehrmachtbericht oerfünbete bie Versenkung von 441 300 BRT. feinblichen Hanbelsschiffsraumes, barunter bie Versenkung von 255 200 BRT. burch U-Boote, 18 000 BRT. durch Ueberwasserstreitkräfte ber Kriegsmarine unb 168100 BRT burch bie Luftwaffe. Es hanbelt sich hier nur um bie Schiffe, beren Versenkung sicher ist, nicht um bie, welche burch bie kriegerischen Aktionen so schwer havariert worben finb, baß sie für längere ober kürzere Zeit ausfallen. Die Oktoberziffer von 441 300 BRT. betrifft 48 Schiffe in allen Teilen bes Atlantik, also im nördlichen Eismeer, auf bem bireften Wege von bem USA. nach Englanb, im Blockabegebiet westlich Afrika unb sogar im Raum um bie englische Seefeste Gibraltar. Aus bem Verhältnis ber-Schiffszahl zu ben versenkten Tonnen geht bereits hervor, daß bie Größe ber versenkten Schiffe abgenommen hat, denn bie großen, wie ber Seemann sagt, „Pötte", finb zum größten Teil versenkt unb von der Meeresfläche verschwunden. England muß also schon kleinere unb kleinste Schiffe einsetzen, — die natürlich bedeutend schwerer zu treffen sind als die großen —, um seine lebenswichtigen Verbindungen aufrechtzuerhal- ten; aber auch biefes letzte Hilfsmittel nützt nichts. Jedes feinblidje Schiff, bas uns vor bie Torwebo- rohre kommt ober von unseren Fliegern gesichtet wirb, wirb versenkt. Als - letztes Hoffnungsmittel hatten bie Briten sich auf größere unb noch schwerer gesicherte Geleitzüge kapriziert. Der Schutz burch englische Kriegsschiffe hat nichts genutzt. Die Ver- Smuts zu einem der eifrigsten Verfechter bes Em- ■ pire-Gebankens nicht nur in seinem Lanbe, sonbern im weiten Kreise bes britischen Reiches überhaupt ' gemacht hat. Die Erklärung, baß er es nur aus persönlicher Eitelkeit und um seines Namens willen getan habe, ist zu einfache ben Ruhm um des Ruhmes willen hätte er leichter haben können, wenn er sich zum Vorkämpfer bes südafrikanischen Nationalismus gemacht hätte, besten politische Schwäche nicht zuletzt barauf beruht, baß sein Anführer M a. I a n nicht die gleiche romanttsche Zugkraft besitzt, wie die Namen der Burengenerale H e r tz o g unb Smuts. Auch wirtschaftliche Ueberlegungen dürsten nicht allein ausschlaggebend gewesen sein, wenngleich sie sicherlich sehr stark gegen einen Bruch mit England sprechen. Nein, die Erklärung liegt in ber Seele von Smuts, ber im Verlaufe seiner Wanblung vom Burenführer zum britischen Felbmarschall unb Reichspolitiker zugleich vom Nationali-, ft en zum Imperialisten geworden ist — und zwar zum Imperialisten auf eigene Rechnung unb I LlGA. gegen Finnland. Erpresserische Ankündigungen als Sowjethilfe. senkungsziffer wir- immer katastrophaler, je weiter die Zeit fortschreitet. Und nun ist ein neuer schwerer Schlag zu verzeichnen. Kriegsmarine und Luftwaffe versenk- ten im Atlantik wiederum 53 000 BRT. sowie einen Zerstörer. Drei weitere Schiffe und em Zerstörer wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt. Deutsche Kampfflugzeuge versenkten ferner ostwärts Aberdeen drei Handelsschiffe mit 20 000 BRT. und beschädigten bei den Shetland-Inseln einen Frachter schwer. Also an einem einzigen Tag hat England durch unsere Kriegsmarine und Luftwaffe erneut 73 000 BRT. verloren! Aus dieser Erfolgs Meldung fei noch ein Satz hervorgehoben: „Weitere drei Schiffe und ein Zerstörer wurden durch Torpedo- trefser schwer beschädigt." Die deutsche Zählmethode der Feindverluste ist streng. Angerechnet werden den U-Bootkommandanten als „versenkt" nur jene Schiffe, deren unmittelbares Untergehen beobachtet werden konnte; jene Schiffe, bei denen nur ein Torpedotreffer beobachtet wurde, gelten als „tor* pediert" oder „schwer beschädigt". Die Engländer haben (teilweise mit nordamerikanffcher Hilfe) die Bewachung ihrer Handelsschiffe wesentlich verstärkt. Das hemmt die Beobachtung. Es kann unter Umständen für den U-Bootkommandanten wichtiger sein, sein Boot und seine Mannschaft heil nach Hause zu bringen, als festzustellen, ob dem Torpedotreffer auch das unmittelbare Versinken gefolgt fft. Wo sind die Hoffnungen Churchills geblieben, der Druck auf Englands Nervenzentrum durch die Atlantik-Schlacht werde nachlassen? E- S. Das Ritterkreuz. Berlin, 4. Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Gene- ralfeldmarschall von Brauchitsch, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Moser, Kommandeur einer Infanteriedivision; Generalleutnant Bieler, Kommandeur einer In- fanteriedivision; Generalmajor Thoma, Kommandeur eines Infanterieregiments; Leutnant Feß- mann, Führer eines Spähtrupps in einer Panzer- Aufklärungsabteilung. Feodosia. Die am 3. November von den Deuffchen besetzte Hafenstadt Feodosia, die im 13. Jahrhundert von Italienern gegründet wurde, liegt an der Süd- ostecke der Halbinsel Krim am Anfang der Halb- insel von Kertsch, die im Süden durch das Schwarte Meer, im Norden durch den großen Salzsee Siwasch und das Asowsche Meer begrenz wird. Die Einnahme von Feodosia bedeutet also die Abriegelung der Kertscher Halbinsel. Außerdem haben die Bolschewisten mit Feodosia den Haupthandelshafen der Krim verloren, der sich dadurch auszeichnet, daß er das ganze Jahr über eisfrei bleibt. Gegen das Schwarze Meer schützt ihn das Kap Ilja. Das 7,5 Meter tiefe Hafenbecken hat einen Umfang von 26 Hektar Es ist durch Molen und breite Piers gesichert Zwölf Kais mit IVe Kilometer Länge und elf Anlegestellen fallen jetzt für die Einschiffung der zurückflutenden Bolschewisten aus. In Friedenszeiten wurde hier das aus dem reichen Hinterlande zusammenströmende Getreide verschifft, auch im Tabakhandel spielte Feodosia eine Rolle, im Winter kam dann noch die Verladung von Anthrazit und Kohle hinzu, da in dieser Zeit der Hafen des bereits früher von den Deutschen besetzten Mariupol ausfällt. 1934 handelte es sich ohne das Oel um einen Umschlag von rund 650 000 Ton- nen. Etwas abseits liegt noch eine offene Reede zum Verladen von Petroleum. Auch als Industrieort hat Feodosia eine Bedeutung. Den Fremden besticht vor allem das bunte Völkergemisch, das sich in der Stadt angesammelt hat. Großrussen und Ukrainer als Einwanderer in den letzten 150 Jahren, Griechen und Armenier als Kaufleute wie überall am Schwarzen Meer, dazu noch eine beträchtliche Anzahl von Juden haben die tatarische Stammbevölkerung durchsetzt und eingeengt Da Feodosia an den Nordostabbängen des Tet-Oba inmitten von Wein- und Obstgärten liegt, hat es auch dem Auge etwas zu bieten. Heute be- sitzt die Stadt gegen 30 000 Einwohner. Weitere Industriegebiete genommen. Berlin, 4. Nov. (DNB) Deutsche und italienische Truppen'haben im S ü d a b s ch n i t t der Ostfront in erfogreichem Vordringen weitere Teile des s o w j e t i s chen Industriegebietes in Be- f i tz genommen. Helsinki, 4. Nov. (DNB.) Staatssekretär Hüll yat am Montag, wie aus einem Bericht der l18^.-Agentur Associated Preß hervorgeht, eine Erklärung über das Verhältnis der Vereinigten Staaten zu Finnland abgegeben, die eine im internationalen Verkehr bisher ohne Beispiel dastehende Einmischung in die Angelegenheiten des finnischen Volkes zugunsten der Bolschewisten dar- stellt. Die Erklärung Hulls gipfelte in der Warnung, daß Finnland seine militärischen Operationen gegen die Sowjetunion prompt einstellen müsse, wenn es wünsche, sich die Freundschaft der Vereinigten Staaten zu erhalten (!). Zu dieser erpresserischen Drohung gegenüber Finnland nimmt die finnische Zeitung „Ajan Suunta" in ihrem Leitartikel am Dienstag unter der Ueberschrift „Eine Kriegserklärung wird vorbereitet" scharf Stellung. Finnland müsse seine Lebensrechte ebenso wie 1939/40 gegen die Sowjetunion verteidigen, und dieser Verteidigungskampf ohne politische Bedingungen dauere noch fort und sei teilweise in das Gebiet getragen, das dem Feind zum Angriff diente. Die Forderung an Finnland, sich aus jenen Gebieten zurückzuziehen, sei so ungeheuerlich, und würde die finnischen Grenzen in ge- sahrdroyender Weise entblößen, daß die nationalen Interessen dies ein für allemal nicht zulasten dürften. Man könne von einem Volk nicht freiwillig die Zustimmung zu seiner eigenen Vernichtung verlangen. Seit der Antwort, die England auf seine Note am 6. Oktober von der finnischen Negierung erhalten habe, habe sich nichts ereignet, was den dabei vertretenen finnischen Standpunkt ändern könnte. Falls England auf die Vorstellungen seines Verbündeten Finnland den Krieg erklärt, so müsse es wissen, daß diese Maßnahme im Verhalten Finnlands zu seinem östlichen Angreifer nichts ändere. England würde sich nur eines An- (DNB.) .... 4. Nov. (PK.) An die Nacht vor Great Yarmouth werden die englischen Seeleute denken. Wir hatten ihnen gestern, als ihnen im Schutz eines langen Schlagschattens der Kreideküste die Tarnung gelungen war, ein „Come-Back" geschworen. Nun war es soweit, und es gab für die Briten kein Entrinnen mehr. Von 15 Schiffen hat unsere Gruppe in dieser Nacht fünf total vernichtet und zwei weitere wurden so schwer beschädigt, daß sie zumindest für lange Zeit ins Trockendock gehen müssen. So wurde ein englischer Geleitzug zur Hälfte dezimiert, und man wird die Heuer für die Matro- sen abermals erhöhen müssen. Bei dem ausgezeichneten Angriffswetter war es klar, daß unsere Maschinen in dieser Nacht zweimal starten würden. Wie sehr aber auch dem Feind das Mondlicht zugute kam, das mußten zwei Maschinen erfahren, die über See von englischen Nachtjägern gestellt wurden. Wir erlebten bange Minuten, als sie uns durch Funkspruch mitteilten, „werden angegriffen". Dann Ruhe. Eine ganze Zeit lang nichts. Ein neuer Funkspruch: „Angriff beendet. — Kehren zurück." Die beiden Besatzungen sind nun mit ihrer stark beschossenen Maschine wieder unter uns, und ist möchte nicht zu jener englischen Schiffsbesatzung gehören, die das nächste Mal von diesen Männern angegriffen wird. Der Gefechtsbericht dieses Morgens ist umfangreicher als sonst. Unser Kommandeur konnte erst vor wenigen Tagen die stolze Erfolgsmeldung abgaben, daß feine Gruppe in fünf Monaten über eine halbe Million BRT. englischen Schiffsraumes vernichtet hatte. In dieser Meldung lagen Tage und Nächte über dem Atlanti k verborgen, und in dieser Meldung wurden die Geleitzugsstra- ßen westlich und östlich von England für uns erkennbar ... Mit dem gegenwärtigen Erfolg blicken wir nun gemeinsam auf eine vernichtete Tonnage von 544 000 BRT. zurück. „Verluste: Keine" — steht als Schluß des Gefechtsberichts. Nur wir allein können wissen, wie sehr das unseren Erfolg noch erhöht. Unsere Erfolge rechtfertigen die Opfer. Aber je- griffs schuldig machen, der ebenso unprovoziert sei wie der der Sowjetunion. Wenn man in London dagegen die Hoffnung hege, man würde sich in Finnland zu dem englischen Anareifer anders stellen als zu dem bolschewistischen, so könne man mit gutem Grund bereits sagen, daß dies ein schwerer Irrtum sei. Das finnische Volk habe immer gegen den Angreifer gekämpft und werde es auch jetzt tun. „Außerdem", fo betont das Blatt, „brauchen wir diesmal nicht allein zu kämpfen wie im Winterkrieg, und ein neuer Angriff würde dazu angetandein, die Bande gegenseitiger Freundschaft und HiMeistung zwischen Deutschen und Finnen, die nachdem bolschewistischen Angriff entstanden sind, nur noch zu festigen. (Sine Unterredung mit Staatspräsident Nyti. Helsinki, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der fin- Nische Staatspräsident Ryti wies in einem Interview, das er einem Korrespondenten der „North American Newspaper Alliance" gewährte, darauf hin, daß die Finnen unter eigenem Kommando an einer 460 Meilen langen Front kämpfen. Den Oberbefehl über die (Befamtoperationen habe Generalfeldmarschall Mannerheim inne. Finnand fei an der historischen und politischen Ordnung seines Landes interessiert. Der finnische Vormarsch werde von den finnischen Defensiv-und Sicher- heitsinteressen bestimmt. Im Hinblick auf Me Beziehungen zu den Vereinigten Staaten erklärte der Staatspräsident, die USA. müßten sich dessen bewußt sein, daß die Sowjets Finnland mehrfach angegriffen hätten, und daß Finnland sich so gut wie möglich zu verteidigen suche. desmal, wenn mir an diesem oder jenem Abstell- platz unserer Maschinen vorüberfahren, wo neue Besatzungen mit neuen Flugzeugen einsatzklar sind, jedesmal werden vor uns die Männer lebendig, die nicht mehr in unseren Reihen sind. Sie schienen uns mit diesem oder jenem Platz, wie beispielsweise einem Hangar, fest verwachsen. Sie waren einfach eins damit, und es ist deshalb manches Mal noch unfaßbar für uns, daß da plötz- lich eine ganz andere Besatzung, die neu zu uns kam, an der Maschine steht. Davon zu reden haben wir ein Recht, denn es muß immer wieder daran erinnert werden, daß der Erfolg auch Opfer fordert. Gerade in dieser Schlacht um den Atlantik, die sich der Heimat selten anders vorstellt, als durch den OKW.-Bericht. Es fft bekannt, daß Herr Churchill in der Schiffsrechnung für Britannien seine eigene Mathematik verwertet. Es fei ihm nun hier un- fer Gefechtsbericht auszugsweise vorgelegt. Es ist die einfache Sprache des deutschen Kampffliegers. Herr Churchill hat sie in zwei Kriegsjahren boherr- fchen gelernt, und sie erscheint ihm kostbar genug, um sie ganz allein für sich zu behalten. Hier spricht die Stimme von Narvik und Dünkirchen, Herr Premierminister von Groß- brita-nnien, hier spricht die Sttmme vom Mittel- m e e r und von der Barentsee, hier, Mister Churchill, klingen mit den Herbststürmen vom Atlantik die Explosionen Ihrer untergehenden Schiffe an Ihr Ohr! W ahr hei t gegen Lüge — Bomben gegen Illusionen! Unser Gefechtsbericht lautet: 1. Angriff auf 7000-Tonner. Handelsschiff. Nach Bombenwurf starke, Helle Explosion, die Schiff und Kanzel der Ju<88 hell erleuchtete. Später dunkle, anhaltende Flamme. Nach ein bis zwei Minuten nur dicke Rauchwolke. Vom Dampfer nichts mehr zu sehen. Dampfer vernichtet! 2. Angriff auf 3000-Tonner. Nach Bombenwurf Besatzung des Schiffes sofort in die eigenen Rettungsboote. Mit Beschädigung ist zu rechnen. 3. Angriff auf 10 000-Tanker. Volltreffer mitt- fchiffs. Eine geringe und eine sehr starke Explosion. Anschließend starkes, stehendes, Helles, stichflammenartiges Feuer, weit leuchtend. Tanker oernichtet 4. Angriff auf 6000-Tonner. Handelsschiff. Sckiss durch mehrere Volltreffer zerrissen und in kürzester Zeit gesunken. Schiff vernichtet. 5. Angriff auf 8000-Tonner. Handelsschiff. Erne Bombe zu kurz. Drei Bomben Volltreffer. Starke Explosion, in der Schiffsteile herumflogen, stehender Brand auf Achterschiff. Während Beobachtungszeit von 30 Minuten gleichmäßig anhaltender Brand. Schiff vernichtet. Eine in der Atlantikschlacht eingesetzte deutsche Kampfgruppe nimmt sich durch ihren Kriegsberichter die Zeit, Ihnen, Herr Churchill, diese Rechnung zu präsentieren. „Das Kriegspoieniial der Sowjets so gut wie erschöpft." TürkischerGeneralüberdiemilitärischeLage Istanbul, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die großen Verluste an Menschen, Material und Landesteilen der Sowjets werden von General S a d i s im „Tasviri" Efkiar" hervorgehoben. Die Sowjets haben, wie der General feststellt, Gebiete doppelt so groß wie ganz Frankreich, mehr als ein Drittel ihrer Bevölkerung und die Mehrzahl ihrer großen Industriezentren an die Deutschen verloren. Da die Mehrzahl der Bevölkerung in den heute noch sowjetischen Gebieten Nichtrussen ist, sei, so schließt der General, das Kriegspotential der Sowjets so gut w i e erschöpft, zumal es sich bisher erwiesen habe, daß die amerikanische Hilfe nicht genüge, um den Widerstand der Sowjets aufrechtzuerhalten. Auch G e l i t stellt in derselben Zeitung fest, daß der Vormarsch der Deutschen ohne Aufenthalt weitergehe. Man habe, so schließt der Verfasser, eine Eroberung der Krim durch die Deutschen für unmöglich gehalten. Die Tatsache habe jedoch bewiesen, daß der Widerstand der Sowjets auch in diesem Punkt zusammengebrochen sei. Aus Moskau Helsinki, 5. Nov. (Europapreß.) Die Moskauer „Prawda" veröffentlicht einen Aufruf an die Bevölkerung, Tankhindernisse zu bauen. Die Ueberelegenheit der deutschen Armee, so wird in dem Aufruf gesagt, bestehe hauptsächlich in der Ueberlegenheit der deutschen Panzerwaffe. Aufgabe der sowjetischen Bevölkerung sei es daher, dieser wirksamen Waffe der Deutschen möglichst große Hindernisse zu bereiten. Koivisto-Znseln von den Finnen genommen. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Finnische Truppen Haden die Koivisto-Jnseln vor der Südwestküste der karelischen Landenge in einem kühn durchgeführten Unternehmen besetzt. Diese Inseln haben bis zum Moskauer Frieden von 1940 zu Finnland gehört, mußten dann aber an die Sowjetunion abgetreten werden. Die Inseln waren bereits zur finnischen Zeit stark befestigt. Die Sowjets hatten nach der Besetzung der Inseln die Befestigungsanlagen weiter ausgebaut. Die sowjetische Ostseeflotte fand in den Gewässern zwischen den einzelnen Inseln gute Ankerplätze und benutzte das Gebiet daher als eine Art Hilfshasen für Kronstadt. Die Eroberung dieser Inselgruppe durch finnische Stoßtrupps bedeutet eine weitere Verengung des Einschließungsringes um Leningrad. Entnebelung an der Themse. Berlin, 4.November. (DNB.) Während die Briten gewöhnlich die Bedeutung der deutschen Siege verkleinern, werden jetzt angesichts der Bedrohung Rostows und der Häsen auf der Halbinsel Krim Unkenrufe laut. Ein Londoner Rundfunkkommentator erklärt, man müste sich bereits jetzt die Frage vorlegen, welche Bedeutung dieser Geländegewinn für die Deuffchen haben würde. Er beantwortet sie damit, daß der Irak, Iran und Syrien bedroht und sämtliche Gebiete zwischen Sewastopol und Singapore mit betroffen feien. Noch weiter läßt der Herausgeber des „Christian Science Monitor" seine Phantasie schweifen: „Die Einnahme von Rostow und die vollständige Eroberung der Krim würden Hitler ohne Zweifel die Schlüssel zum Kaukasus in die Hand geben und ihm im Süden das Tor nach Afrika, im Osten das nach Indien und Asien öffnen." Das ist schon zuviel des Guten, aber es zeigt 'doch, wie den Briten klar geworden ist, daß die Ein Blitzsieg vor Great tzarmouth. Kampfgruppe versenkte in vier Stunden 31000 BNT. Von Kriegsberichter Rudolf Hartmann. Heimkehr am Morgen. Von Theodor Heinz Köhler. Der Soldat, der mir gegenübersaß, stand auf, ließ das Fenster herab und sah hinaus. „Nächste Sta- tion mußt du aussteigen!" sagte er zu mir. Ich nickte. Wir hatten uns unterwegs fennengelernt und einander erzählt, woher wir tarnen und was das Ziel unserer Reise war. Der Zug fuhr weiter, und der Soldat setzte sich wieder in die Ecke. Die anderen im Abteil schliefen alle. Ich lehnte meinen Kopf an die hölzerne Wand und sah zum Fenster hinaus. Es begann zu dämmern. Das Land, das zuvor hügelig gewesen war, war nun sehr flach. Die Häu- fer hatten Strohdächer. Aus roten Backsteinen mären sie erbaut, und kleine weiße Drücken führten über die schwarzen Gräben zu ihnen hinüber. Ich hatte noch Zeit bis zur Ankunft des Zuges, aber es gelang mir nicht, ein wenig zu ruhen. Das Fenster stand offen, und ein Luftzug strich über mich hin. Ach, er war mir fo vertraut! Er schmeckte nach See und Tang und Torf. Ich lächelte in das Dämmern hinein, hörte das eisenharte Rollen der Räder auf den Schienen unter mir, und ich konnte kaum noch sitzen, solche Unruhe kam über mich. In der Ferne wurde die Stadt sichtbar. Ich stellte mich ans Fenster und sah sie größer werden und näher kommen. Dann lief der Zug in die schwarze Bahnhofshalle ein. Der Soldat mir gegenüber sagte: „Na, du bist ja zu benähen: schon zuhause!" „Noch nicht ganz!" erwiderte ich und stieg aus. Ich blickte mich nicht noch einmal um; ich lief rasch die Treppe hinab zu dem Tunnel, der unter den Bahnsteigen hinwegführte. Ich hatte es sehr eilig, aber es war noch sehr früh am Morgen, und die Kleinbahn, die mich nach Haufe bringen sollte, das letzte, kleine Stück einer langen Reise, fuhr erst später. Ich trat aus dem Bahnhof. Schlaftrunken standen die großen Hotels gegenüber. Ein Milchwagen rollte einsam vorbei. Kein Windstoß rührte ay den Kastanien. Ich atmete tief. Die Lust war ftisch und rein, und fo sauber waren die Straßen. Ich ging in sie hinein. Es war noch still in ihnen, und meine Schritte hallten laut wider. Ein paar Arbeiter, Aktentaschen unter die Arme geklemmt, kamen mir entgegen: zwei junge Mädchen liefen wortlos hinterdrein. Ich sah mit einem leisen Verwundern in chre Gesichter, an denen noch der Schlaf haftete. Aber ich war munter, obwohl ich die Nacht hindurch tein Auge zugetan hatte. Ich ging am grauen Dom vorüber, in eine schmale Gasse hinein. Eng aneinander gedrängt standen darin die alten Fachwerkhäuser. Sie waren fo niedrig, und an den kleinen Fenstern hingen Blumenkästen. Unter dem schmiedeeisernen Schild eines Gasthofes schritt ich dahin, kam am Ende der Gasse auf den kleinen Platz, der im nebelgrauen Morgenschatten der Kirche lag. Ich kannte ihn gut, und ich ging über fern holpriges Pflaster bis an das Geländer. Es war noch nachtkall, als ich meine Hände darauf legte. Ich beugte mich hinab. Steil fiel die Mauer ab. Unten, an dem kleinen steinernen Kai, lag schwarz ein langer Frachtkahn, und dahinter sah ich den Strom in feiner ganzen Breite. Es war noch sttll auf dem Wasser, und auch die hohen, alten Packhäuser säumten traumtief und stumm das jenseitige Ufer. Lange stand ich so am Geländer Mischen Kirche und Lagerschuppen einer Tcibatfirma, sah hinab, gewahrte den Rauch, der blau aus dem winzigen Schornstein des Frachtkahnes aufstieg und hörte Stimmen. Eine Frau kam an Deck, blickte zu mir herauf. Dann schlug es von dem Kirchturm, und ich wandte mich ab und ging davon. Ich suchte eine Telefonzelle, zögerte noch ein wenig, ehe ich das Fernamt wählte. Das Fräulein sagte: „Bitte, sprechen", und mein Herz klopfte sehr. Die (Stimme, die sich meldete, klang mir fremd, und ich lauschte in den Hörer hinein und sah, daß meine Hände zitterten. ,Hch bin da" sagte ich nur, mehr nicht; ich konnte es nicht. O, wie war mir der Ton- fall der Worte, die an mein Ohr drangen, nun vertraut! „Ich komme mit dem Frühzug", rief ich, „uftb in zwei Stunden bin ich bei dir." Ich eilte wieder zum Bahnhof, aber es war noch ZU früh. Ich ging auf und nieder am Bahnsteig, und dann endlich trug mich die Kleinbahn aus der Stadt fort. Still saß ich am Fenster und sah hinaus. Die letzten Stadthäuser blieben zurück, ner Himmel »eite te sich über der Niederung, und ich erkannte den Fluß. Ich sah fein schimmerndes Band in den Wie- sen und in der Ferne die Pappeln am Fährhaus, Ich saß, und meine Hände wischten an dem Fenster, obwohl längst kein Hauch mehr meinen Blick trübte. Der Rücken des Hügels stieg sanft aus der Ebene. Weiß leuchtete die Kirche zwischen den Föhren hervor. Der Zug glitt über die Brücke, rollte an der Windmühle vorüber, dann stieß er einen langgezogenen Pfiff aus. Ich stand auf und nahm meinen Tornister aus dem Gepäcknetz. Ich mußte noch ein wenig warten, ehe der Zug hielt. Mein alter Freund. Von Fr. W. Schluckebier. So oft ich einen Brief ins Heimatdorf schreibe, und so oft ich selber dort bin, gilt meine Sorge einem alten Freund, dem Schuster-Heinrich. Aus den Achtzig, die fein ungebeugter Rücken trug, sind neunzig geworden, und jetzt geht er schon auf die Hundert los, und der Alte, der ehemalige Meininger 32er, lebt immer noch soldatisch munter. Seit er in der Kriegerkameradschaft die Mütze mit her Goldborte und den blauen Tuchanzug mit dem Hoheitszeichen erhielt, meint man, er sei noch ge- roher, aufrechter geworden. Zu feinem weißen Bart, her Zierde des Alters, stehen im troffen Gegensatz feine Augen, die jung geblieben sind. ,Zch hab zu viele schöne Weibsleut angeguckt", sagte er mir einmal, als ich ihn hanach fragte. Die Augen sind heute noch so gut, daß er jüngst mitschoß und mit fünf Schüssen — es stand in den Heimatzeitungen — 23 Ringe erzielte. Das bringt mancher Jüngere nicht hin! Dabei war er noch nicht einmal stolz auf diese Leistung. „Es hätt' besser sein herfe!" erklärte er entschuldigend, „ich hab zwei- mal gewackelt. Wenn der Unneroffizier Schmitt noch lebe tät, könnt' er roihher .Schwoinehund!' briöer Ja, leider lebt her Unteroffizier Schmitt nicht mehr, denn er ist an feinem, im Jahre Siebzig erworbenen Leiden schon vor der Jahrhundertwende verstorben. Dafür aber lebt der Schuster-Heinrich noch tüchtig und weiß unserer großen Zeit zu geben, was ihr gebührt. Er hat Weißenburg und Wörth mitgemacht, war bei Sedan dabei und ist mit in Paris eingezogen. Der General Vogel von Falcken- stein hat ihn persönlich gelobt bei einer Schlacht, ich glaube, es war bei Orleans, und das alles ist schon vor 70, ja 71 Jahren gewesen! Und wenn ich mir vorstelle, daß ein siebzigjähriger Mensch weiße Haare hat und schon ausruhen darf von feiner Hände Arbeit und seines Lebens Mühe, um wieviel mehr muß ich da meinen alten Freund bemun- hem, der im 96. Jahre steht. „So alt wird fein Schlappe!" sagt er lächelnd und zieht an der Zi- garre, hie ich unter Todesdrohungen von einem befreundeten Kaufmann für ihn erpreßte, „es kommt daher, weil ich immer de Kopp owe behalte hab. Alles Annere könnt mer geftohle Meinte wie em Deiwel fei Großmutter." Das ist eine Lebensanschauung, aus der man lernen kann. Zwei Sohne unseres Alten sind im Kriege geblieben, der eine am Kanonenberg in der Champagne, her andere in her Tankschlacht bei Cambrai in den Novembertagen 1917. Heute stehen wieder, um deren Söhne und Enkelsöhne vor dem Feinde, eine stete Fortsetzung alter deutscher Soldatenüber. üeferung. Das ist es, was man im Auslande nicht verstehen kann, diese ständige Soldatenfolge in den deutschen Sippen, das Niemals-Abreißen jener überlieferten Haltung, die vom Ahn und Urahn auf den Enkel überkommen ist und ihren sinnfälligsten Aus» druck in den Worten findet: „Gehorsam, Treue, Tapferkeit!" Diese verbriefte alte Soldatenlosung, die im heutigen Schicksalskampf des deutschen Volkes eine glänzende Wiedergeburt erfahren, und tagtäglich von den Enkeln und Urenkeln der ©trätet von 1870/71 in wortloser Selbstverständiichkeit in die Tat umgesetzt wird, fft und bleibt das deutsche Heldenlied. Dieses Heldenlied klingt auch nochmals auf, wenn in einigen Wochen mein alter Freund feinen 96. Geburtstag feiert, denn dann werden sie ihm, gleich- wenn es draußen auch eine Kälte fein wird, daß die Ob ft bäume im „Wingert" vor Frost schreien, jenen alten Soldotensang spielen, her immer wieder aufs neue bas greife Soldatenherz jung hat werden lassen im Lauf der Jahrzehnte: „Sei Sedan auf den Höhen!*« Erfolge der Deutschen im Osten auch sie treffen. Der Neuyorker Sender weiß daher auch bereits zu berichten, daß in Großbritannien in der Oeffentlich- feit mehr und mehr gefordert wird, die Sowjetunion durch Schaffung einer neuen britischen F r o n t zu unterstützen, da Materialhilfe hier allein nicht helfen könne. Es fragt sich jetzt, ob die Ge- neräle Zeit und Entfernung nicht stärker sein werden als der Sergeant Bluff. 236 britische Flugzeuge im Oktober vernichtet. Berlin, 4.Mov. (DNB.) Die Briten verloren bei ihren militärisch wirkungslosen Einflügen über den Kanal und in das Reichsgebiet während des Monats Oktober 236 Flugzeuge. Die Mehrzahl der Abschüsse, allein 82, erfolgten durch deutsche Jäger, dazu kamen weitere 24 Abschüsse durch Nachtjäger. Flakartillerie schoß 69 britische Flugzeuge ab, andere deutsche Kampfflugzeuge 10, Marineartillerie vernichtete 47. 3 Flugzeuge stürzten ab und eines ist notgelandet. Die ganze Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe zeigte sich besonders im Lustkampf der Jäger gegen Jäger. Die Briten verloren in diesem Kampf nämlich 68 Spitfire, während dabei nur 5 deutsche Jagdflugzeuge verlorengingen. Das bedeutet, daß die Briten fast 14 Jagdflugzeuge verloren, ehe ein deutsches Jagdflugzeug abgeschossen wurde. Aus der Stadt Gießen. Dom Lachen. Daß das Lachen dem. Menschen allein gegeben ist und ihn wie die Sprache vom Tier unterscheidet, hat man oft hervorgehoben, um den hohen Wert dieser Fähigkeiten zu bezeichnen. Schon Aristoteles hat beobachtet, daß die Kinder früher weinen als lachen, und daraus geschlossen, daß das Lachen erst mit dem Aufdämmern des Verstandes auftrete.»Ein Gelehrter wollte vom Lachen auf die verschiedenen Temperamente schließen; er meinte, daß die Choleriker „Hahaha", die Phlegmatiker „Hehehe", die Melancholiker „Hihihi" und die Sanguiniker „Ho- hoho" lachten. Karl Julius Weber, der „lachende Philosoph", führt diese Psychologie des Lachens weiter aus: „In der Regel drückt sich das volle laute Lachen durch A aus; das spöttische, grinsende nähert sich dem E; das Kichern der Jugend und des schönen Geschlechtes gleicht dem I; das frohe Lachen der überraschten Freude dem O, und das U scheint Derdunkelungszeit 5.11. von 17.45 dis 8.23 Uhr. MeLrnährungwirdingerechlerWeisesichergestM Oer Sauleiter sprach zu den Leitern der Ernährungsämter. NSG. Auf einer Tagung des Landesernährungs- amtes Hessen, zu der sich die Leiter der Ernährungs- ämter und die Bezirksbauernführer des Gaues am Dienstagvormittag in der Gauhauvtstadt Frankfurt am Main versammelt hatten, sprach Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger über das oerantwor- tungsvolle Aufgabengebiet der Lebensmittelver- sorgung. Mit einem politischen Ueberblick über die Kriegsursachen verwies der Gauleiter zunächst auf das vom internationalen Judentum zur Vernichtung des Reiches eingesetzte Mittel der Hungerblockade, um daran die besondere Verpflichtung herauszustellen, mit der sich die Arbeit der Ernährunasämter der erfolgreichen Abwehr dieser teuflischen Absicht widmen muß. „Die jüngsten Ereignisse", so führte der Gauleiter u. a. aus, „lassen erkennen, daß der judi- che Vernichtungswille nicht davor zurückschreckt, nach ;em Falle Stalins einen neuen Messias in der Gestalt Roosevelts als völkerverhetzendes und kriegslüsternes Werkzeug zum Einsatz zu bringen." Die nüchterne Erkenntnis dieser Tatsachen zeige, wie notwendig es war, uns auf einen Kampf von jeder möglichen Dauer einzurichten. Die Sicherstellung unserer Ernährung sei dabei eine der vordringlich- sten Aufgaben. Die Rede behandelte dann den organisatorischen Aufbau der Landesernährungsämter und Einzel- heiten ihres Aufgabengebietes. Mit besonderem Nachdruck warnte der Gauleiter davor, bei der Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte irgendwelche „Kreispolitik" zu treiben. So wie er dafür sorge, daß ein „ernährungswirtschaftlicher Föderalismus" im Gau nicht entstehe, haben auch die Kreise in selbstverständlicher nationalsozialistischer Haltung nur das große Ganze, d. b. die gleichmäßige und gerechte Versorgung des Reiches im Auge zu behalten. Zum Abschluß wies er darauf hin, daß auf dem Arbeitsgebiet des Landesernährungsamtes naturbedingte Schwierigkeiten nicht immer zu vermeiden sind. Zu jeder Stunde aber müßte die Bevölkerung die Gewißheit haben, daß sich ihre Führung die größte Mühe gäbe, die Ernährung in gerechter Weife sicherzustellen. Der Vertreter des Landesbauernführers, Landesobmann W e i n tz , der den Gauleiter zuvor begrüßt hatte, gab anschließend einen Ueberblick über die Versorgungslage. die bri- Be- Faule Eier gegen den Kriegshetzer Halifax. Diel häufiger aber hat man die wohltätige Wirkung des Lachens betont und es sogar immer wieder als Heilmittel empfohlen. „Lachen ist gesund", sagt das Sprichwort. Lessings Minna von Barn- he'lm bemerkt: „Lachen erhält uns vernünftiger als Verdruß, weil man die Umstände richtiger beurteilt. Der berühmte holländische Arzt Sydenham behauptete, die Ankunft eines Hanswursts in einem Städtchen sei noch einmal so viel wert wie die Ankunft von zwanzig mit Medikamenten beladenen Eseln, und von den Späßen der Hofnarren bei Tische versprachen sich die hohen Herren eine günstige Einwirkung auf ihre Verdauung. Dieser heilsame Einfluß des Lachens ist aber früher von vielen Aerzten auch ganz ernsthaft beobachtet worden. Der französische Arzt Tissot schrieb ein Buch, in dem er ausführte, durch Lachen würden gefährliche Geschwüre geöffnet, die englische Krankheit bei Kindern werde behoben, wenn man sie kitzle und dadurch zum Lachen bringe: Lachen heile Magenschmerzen und Milzsucht und fei ein unschuldiges Mittel gegen alle Blähungen und Verhaltungen. Erasmus von Rotterdam berichtet einmal, daß er über die „Dunkelmänner-Briefe" so Hobe lachen müssen, daß ihm dadurch ein Geschwür aufgegangen sei. Als Gleim den verwundeten Dichter des „Frühlings", Ewald von Kleist, besuchte, las er ihm eines seiner lustigen Liedchen vor. Dieser lachte darüber laut auf, eine Pulsader sprang, und der Wundarzt erklärte, das sei ein großes Glück für den Patienten gewesen, der sich damit gleichsam selbst zur Ader gelassen habe. Der österreichische Staatsmann von Born war von den Aerzten bereits aufgeqeben worden. Da be- tra ein Mohr das Zimmer, der von der Kaiserin Maria Theresia gesandt war, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Seine Schwester, die für die Seligkeit des Freigeistes fürchtete, rief aus: ,Herr Jesus, da holt ihn der Teufel!" Darüber lachte er so herzlich, daß er wieder gesund wurde. B. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 6. November 1941, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen statt. Detroit, 5. November. (DNB.) Als der tische Botschafter Halifax am Dienstag zur sichtigung der Rüstungsindüstrie m Detroit weilte, wurde er Gegenstand lebhafter antienglischer K u n d g e b u n g e n , die von verschiedenen Frauenverbänden durchgeführt wurden. Dor dem Hotel des Botschafters demonstrierten Frauen mit Plakaten, gegen England und gegen den Kriegseintritt der Vereinigten Staaten gerichtete Schlagzeilen trugen und überschütteten Halifax beim Verlassen mit Zurufen wie „Nieder mit England" usw. Die Demonstrationen erreichten ihren Höhepunkt, als Hali- fax die Residenz des Erzbischofs von Detroit betrat. Er wurde mit einem Hagel von Tomaten und faulen Eiern beworfen, und für das Weinen gemacht zu sein oder für das Lachen bis zum Ersticken, bei dem man rot und blau wird. In der Regel lachen Männer in A und O, Weiber in E und I". Daß allzu heftiges Lachen schmerzhaft wirken kann, weiß jeder. Man spricht dann wohl vom „Sich-tot-lachen", und daß das keine bloße Phrase ist, wollte ein Gelehrter des Barock, R. Textor, in einem lateinisch geschriebenen Buch beweisen, in dem er eine große Anzahl berühmter Männer aufführt, die angeblich vor Lachen gestorben sind. Er erwähnt hier den griechischen Maler Zeuxis, der sich über ein von ihm selbst gemaltes altes Weib zu Tode gelacht haben soll, und den berüchtigten Schriftsteller der Renaissance, die „Fürsten-Geißel" Pietro Aretino, der angeblich bei einer Orgie so heftig lachte, daß er ohnmächtig vom Stuhl stürzte und nicht mehr zum Bewußtsein kam. gen wurden. Französische Vergeltung für britischen Vertragsbruch. Dichy, ö.Nov. (DNB. Funkspruch.) Die französische Regierung hat 14 an der Riviera lebende und im wehrfähigen Alter stehende Engländer als Geiseln für sieben in Syrien von den Engländern verhaftete französische Zivilisten festgenommen und interniert. Unter den Festgenom, menen befindet sich Iohn Amery, der Sohn des früheren englischen Ministers Amery und Vetter Antony Edens. Die Festnahme erfolgte als Vergeltungsmaßnahme für einen Bruch des Vertrages von Akka, der dem englisch-französischen Kampf in Syrien ein Ende setzte, durch die Engländer. Auf Grund dieses Vertrages war die französische Regierung verpflichtet, die im Laufe des syrischen Konfliktes gefangen genommenen Gaul- listen auszuliefern, was auch vertragsgemäß erfolgte. Eine Menge der festgenommenen Gaullisten weigerte sich jedoch nach der Freilassung, auf die englische Seite zurückzukehren. Daraufhin nahmen die britischen Besatzungsbehörden in Syrien kurzerhand sieben französische Zivilisten, darunter vier Beamte des französischen Auswärtigen Amtes, fest. Volksentscheid in Rumänien. Bukarest, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das rumänische Volk wird für Sonntag, 9. November, zu einem Volksentscheid aufgerufen, bei dem es seine Stimme für „die Billigung oder Nicht- billigung der befreienden Staatsführung des Marschalls Antonescu feit dem 6. September 1940" abgeben soll. Es soll damit gleichzeitig Gelegenheit haben, sein Vertrauen zur Staatsform und zur Verteidigung der völkischen Rechte durch den Marschall auszusprechen. Juden sind von der Volksabstimmung ausgeschlossen. Die Volksabstimmung erstreckt sich auch über die vom Bolschewismus befreiten Gebiete Bessarabiens und der N o r d d o k u w i n a. ehe die Polizei die Demonstranten zerstreuen konnte, war der Botschafter von mehreren Eiern getroffen worden. Auch am Montag war der Botschafter An- laß lebhafter anttenglischer Demonstrationen, bei denen Plakate mit Aufschriften wie „Nieder mit England" und Halifax ist ein Kriegshetzer" getra- „Flaschen für unsere Wehrmacht." Reichssammlung am 8. November 1941. Der millionenfache Einsatz deutscher Soldaten im Osten macht es für die Dauer des Winters notwendig, sie zusätzlich mit wärmenden und stärkenden Getränken aller Art zu versorgen. Trotz der gegenüber dem letzten Friedensjahr um nahezu das Doppelte gesteigerten Produktion der deutschen Flaschenfabriken bedarf es dazu einer zusätzlichen Belieferung der Heeresverpflegungsämter und Großabfüllstellen mit vielen Millionen möglichst geräumiger Flaschen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat daher den Reichskommissar für Altmaterialverwertung und Reichsbeauftragten der NSDAP, für Altmaterialerfassung gebeten, durch eine Sammelaktion die benötigten Mengen an Flaschen zu mobilisieren. Diese Aktion wird gemeinschaftlich von der Wehrmacht und der Partei einheitlich für das gesamte Reichsgebiet am 8. November 1941 durchgeführt. Sie trägt den Namen „Flaschen für unsere Wehrmacht". Reichssammlung am 8. November 1941. Organisiert wird diese Sammlung von den Altmaterialeinsatzstäben bei den Gau-, Kreis- und Ortsgruppenleitungen, die sich mit ihren insgesamt etwa 500 000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern erst jüngst bei der Reichs-Spinnstoffsammlung so außerordentlich gut bewährt haben. In allen Garnisonstädten stellen die Standortältesten Lastkraftwagen und Soldaten für das Zusammentragen der Flaschen, wo nötig, auch für das Sortieren und für die Abfuhr der sortierten Flaschen zu den Groß- abfüllstellen zur Verfügung. In Orten ohne Garnison und in den Landgemeinden Übernehmen die Politischen Leiter das Sammeln der Flaschen, nötigenfalls unterstützt von der Technischen Nothilfe, dem Sicherheits- und Hilfsdienst, dem NS.- Reichskriegerbund usw. Gesammelt werden Flaschen oller Art, insbesondere Weiß- und Rotweinflaschen, Weinbrandflaschen, normale Likörflaschen, Sektflaschen und Saftflaschen. Nicht angenommen werden medizinische oder kosmetische Flaschen, auch nicht Bier- und Selterswasserflaschen, da diese Eigentum der Brauereien und örtlichen Bierver- leger sind. Der Erfolg einiger Versuchssammlungen in Berlin, wo allein im Kreise III der NSDAP, von rund 120 000 Haushaltungen über eine halbe Million, darunter 420 000 brauchbare Flaschen zur Verfügung gestellt wurden, rechtfertigt die Erwartung, daß durch das Ergebnis dieser Reichssammlung nicht nur die vom OKW. bennötigten Ftaschenmen- gen zusammenkommen, sondern daß sie darüber hinaus eine fühlbare Entlastung für den Flaschenbedarf des zivilen Sektors mit sich bringen wird. Die Erfahrung in den Kreisen I, III und IV der NSDAP, des Gaues Berlin hat bestätigt, daß Hunderte von Millionen Flaschen aller Art in den Kellern der deutschen Haushaltungen nutzlos liegen, die durch diese Sammlung der Wirtschaft wieder nutzbar gemacht werden können. Die abgegebenen Flaschen werden nicht vergütet, sondern stellen eine Spende des deutschen Volkes für seine Wehrmacht dar. Vornotizen. Tageskalender für Mitwoch. Gießener Dortragsrina: 19.15 Uhr in der Aula der Universität Lichtbiloervortrag „Die politische Karikatur im geistigen Kampf der Gegenwart". — Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Dschungel". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Kameraden". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ,Hh, diese Männer". — Oberhessifcher Kunstverein: von 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Erstes Orchesterkonzert Am Donnerstag, 6. November, findet das erste Orchefterkonzert der Arbeitsgemeinschaft Gießener Konzertverein — Theater — NSG. ,Kraft durch Freude" als erstes Konzert des Gießener Konzert- rinaes 1941/42 statt. Solist ist der bekannte Musik- preisträger der Stadt Wien Professor Franz Bruckbauer (Violine). Das Städtische Orchester spielt unter der Leitung von Otto S ö l l n e r das Brandenburgische Konzert Nr. 4 von Bach, das Violinkonzert von Brahms und die Fünfte Symphonie in C-moll von Ludwig van Beethoven. Das Konzert ist für den KdF.-Konzertring und als Platzmietekonzert die Nr. 1 der Gruppe A. Noch besser verdunkeln? Die meisten Volksgenossen erfüllen verständnisvoll, sorgfältig und difzipliniert die Derdunkelunasvor- schriften. Aber immer noch gibt es einzelne Volksgenossen, die sich aus Unkenntnis, Unvermögen, Nachlässigkeit oder Mangel» an Derantwortungs- bewußtjein über die zum Nutzen des ganzen Volkes erlassenen Anordnungen Hinwegsetzen. Für sie be- fonders, aber auch für alle, die mit ihren geaen- roärttgen Verdunkelungsvorrichtungen nicht zufrieden sind, bringt „Die Sirene", die illustrierte Zeit» fchrift des Reichsluftschutzbundes, einen reich bebil- oerten Aufsatz aus berufener Feder, der an einer Reihe praktischer Vorschläge zeigt, wie unter geringstem Kosten- und Zeitaufwand Derdunkelungs- fehler beseitigt werden können. Daneben wird im neuesten Heft der „Sirene" nochmals sachkundig un& erschöpfend die Frage der Kostenverteilung bei Jüc gecegelten StuhL Packung (75 St) RM. 145 Karin Grunelius Roman von Guiüo K.vranü 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „9a, warum auch? Meiner Ansicht nach ist es das Einfachste von der Welt. Ich bin an Ihrer Rettung nicht ganz unbeteiligt, denn schließlich war ich es. Der mit dem Motorboot an die Unglücksstelle hinausgefahren ist und Sie und Fräulein Grunelius auffischte. In der wohl richtigen Annahme, daß mit der Maschine Gepäck, Geld und sonstige Wertgegenstände verlorengegangen sind, glaubte ich, Ihrer Verlobten nur einen Freundschaftsdienst zu erweisen, erstens, wenn ich ihr den Aufenthalt in Sampieri durch meine Dolmetschertätigkeit erleichterte, und zweitens versteht es sich für mich von selbst, jemandem, der vorübergehend in Schwierigkeiten geraten ist, auszuhelfen. Und bei Ihnen lag wohl ein besonderer Fall vor ..." „Ich habe Geld genug! Ich bin nicht darauf angewiesen!" unterbrach ihn Günther heftig. ,^eute morgen sind über hundert Pfund eingetroffen!" „Ich weiß es! Ich habe ja mit Fräulein Grunelius das Telegramm an Ihre Eltern beziehungsweise nach Nairobi aufgegeben! Es war ein ganz schönes Stück Arbeit mit Maestro Farinelli!" lachte er. „Arusha, Nairobi, liegen für einen einfachen Postbeamten immerhin etwas außerhalb der Welt!" Thomas bemerkte an dem nervösen Spiel der Muskeln in Günthers Gesicht, daß sich seine Erregung nur noch steigerte. Gleichzeitig aber befremdete es ihn auch, denn er nahm an, daß Karin all das ihrem Verlobten mitgeteilt hatte. „Ich nehme an, daß Sie doch über all diese Dinge unterrichtet sind, Herr Merck?" wollte er Günther entgegenkommen. Irgendwie hatte er das Gefühl, daß er ohne fein Zutun in eine peinliche Situation hineingeraten war. „Ich weiß gar nichts. Es interessiert mich auch nicht. Ich finde es nur höchst merkwürdig, daß Sie meiner Verlobten förmlich. zur Flucht verhelfen. Oder wissen Sie nicht, daß Karin auf und davon ist nach München, wie?" Thomas ließ sich Zeit. Hier mußte etwas klar- gestellt werden, ohne daß er Karin vielleicht preis- gab. Keine Ahnung hatte er davon. Sie müßte dringend etwas anschaffen, und er bekäme sofort die Summe wieder zurück, hatte sie ihm gesagt. Und das sollte alles erfunden gewesen sein? Ein Vorwand für eine Reise, die sie auch vor ihrem Verlobten geheim hielt? . Mit sehr beherrschter Stimme fing er langsam an: „Ich muß sagen, Herr Merck, daß mich Ihre Eröffnung überrascht! Ich bin ahnungslos — lassen Sie mich ausreden. Schließlich sind wir ja Männer, und ich hoffe, daß Ihr Verhalten nicht von einer grundlosen Eifersucht diktiert ist. Mein Besuch galt allerdings Ihrer Verlobten. Das heißt, ich wollte mich für sie bei Ihnen verwenden ..." „Na also! Da haben wir es ja!" höhnte Günther. „Wahrscheinlich haben Sie Karin irgendeinen Floh ins Ohr gesetzt. In Sampieri ist es maßlos langweilig; angeblich kann man es in Spaccaforno nicht aushalten. Sie reißt nach Deutschland aus, nach München! Das ist doch Ihr Einfluß! Vom ersten Tag an habe ich das gemerkt!" Wieder sprach Gunther in einer Erregung, die sich immer mehr einer klaren Vernunft entgegenstemmte. Thomas spürte mit brennender Ungeduld, daß gegen Günthers Hartnäckigkeit nur schwer anzukommen war. Trotzdem wollte er einen letzten 23er- such machen, schon um Näheres über Karins Abreise zu erfahren. Allem Anschein nach hing es mit dem Brief zufammen, der auf dem Tisch lag. „Selbst auf die Gefahr hin, Herr Merck, daß rotr feine Brücke zueinander finden, wage ich es doch, ein wenig Licht in die Sache zu bringen. Ich weiß nicht das geringste davon, daß Fräulein Grunelius nach München gefahren ist. Sie glauben vielleicht ebenso wie Ihre Verlobte, daß. ich Maler bin — vorausgesetzt, daß Sie sich über mich unterhalten haben. Von Beruf jedoch bin ich Chemiker, auf einem Spezialgebiet tätig, das sich auch Fräulem Grunelius ausgesucht hat. Aber sie hat keine Ahnung davon Ich jedoch weiß, daß sie hochbegabt ist, daß es ein Frevel wäre, sie an der Ausübung ihres Talentes zu hindern." Thomas machte eine Pause. Und nun zum Zweck meines Besuches. Ich wollte Sie nämlich bitten. Herr Merck, Ihre Verlobte wenigstens eine Zeitlang diesen Beruf ausuben zu lasten. Als Fürsprecher wollte ich mich bei Ihnen einMren, sonst nichts —* Günther, der mit immer aufgeschlossenerem Gesicht zugehört hatte, unterbrach Thomas schon weniger heftig: „Sie haben also mit ihr darüber gesprochen?" „Ja und nein. Fräulein Grunelius hat mir von ihrer Leidenschaft erzählt, und ich habe immer so getan, als wäre ich Maler ober verstände von ihrem Gebiet nicht mehr als jeder andere Laie. Aus der Unterhaltung jedoch merkte ich. daß sie beinahe hoffnungslos dieser Wissenschaft verfallen ist. Ich finde das herrlich, so jung und mit solcher Be- geifterung den Geheimnissen des Lebens nachzuspüren ».. lassen Sie ihr ein Jahr Zeit ..." Die erstaunten Augen Günthers ließen ihn für einen Augenblick in seiner Rede innehalten. „Und Sie behaupten, daß Sie nicht darüber gesprochen haben?" forschte Günther, nur um überhaupt Gewißheit zu bekommen. „Kein Wort! Ich versichere es Ihnen, wenn es Sie beruhigt", lächelte Thomas. „Ich frage nur deshalb, weil Karin den gleichen Vorschlag gemacht hat, und diese Uebereinstimmung schien m r ...", er unterbrach sich, „... es ist ja jetzt gleichgültig. Zu ändern ist nichts jnehr daran!" „Schade, Herr Merck, daß Sie das so resignierend sagen. An Ihrer Stelle würde ich eg freudig be- grüßt haben. Was Fräulein Grunelius in M'in, chen oder an anderer Stelle lernt, kann sie sicherlich sehr gut in Arusha gebrauchen. Es isi nicht das Schlechteste, Helferin einer Irbenben Menschheit zu sein. Schreiben Sie ihr wenigstens in diesem Sinne. Und jetzt entschuldigen Sie mich, wenn ich jetzt gehe!" v Günther erschrak fast über die Hast, mit der sich Bröger verabschiedete. Seitdem die Härte in ihm gewichen war und einer langsamen Einsicht Matz zu machen schien, hätte der Maler ruhig sitzenbleiben können. * „Ich wünsche Ihnen eine baldige und gute Besserung! Und entschuldigen Sie meinen Besuch, der eigentlich schon überholt war. Auf Wiedersehen!" Er verbeugte sich kurz und verließ rasch das Zimmer. „ v , Gunther hatte den Eindruck einer unvollendeten Stunde. Es blieb etwas Griffloses zurück, etwas Bohrendes, das immer wiederkam, wenn er es einmal zurückgedrängt hatte. Dieser Thomas Vroger . wird nach München fahren, ... ja ... wird nach München fahren, hämmerte es in ihm. Alles, was Bröger ihm gesagt hatte, hielt er für erlogen, für eine Falle, ihn in Sicherheit zu wiegen. Karin war ja noch gar nicht abgefahren; dieser Maler sondierte nur das Gelände. Ja, so war es! Man hinterging ihn. Er ballte die Fäuste und widerrief alle Vorwürfe, die er gegen Karin erhoben hatte. Natürlich war es ein Unsinn, sie so unerhört zu verdächtigen, und Thomas Bröger sah keineswegs so aus, als ob er ihm hätte ins Gesicht lügen können! Er erinnerte sich eines Sprichwortes, ehe er an dem langen, bestickten Glockenstrang zog ... langsam bis zehn zählen ... bis dahin konnte sich viel geändert haben und man wurde ruhiger dabei. „Sie müssen das Telegramm fofort aufgeben, Schwester!" bat er mit beinahe geschäftsmäßig klarer Stimme, als er ihr dos Papier zurückreichte. „Einen Augenblick noch! Wie lange glauben Sie, daß es noch dauert, bis ich aufstehen kann?" Franzeska hatte mit einem raschen Blick die Adresse gelesen und lächelte: „Wenn Sie selbst ein wenig mithelfen, vierzehn Tage vielleicht. Es kommt ganz darauf an, daß Ihre Lunge keine Schwierigkeiten macht." „Na, ich werde mir Mühe geben. Danke schön! Und besorgen Sie bitte gleich das Telegramm!" Er fühlte sich erleichtert, nachdem die Schwester das Zimmer verlassen hatte. Es war wenigstens irgend etwas getan worden! Mit dem Maler würde er wohl auch noch zusammenkommen ... Unterdesten fuhr ebenso nachdenklich Thomas Bröger auf dem vielgewundenen Weg die Küste entlang nach Sampieri. Was er am Vormittag nicht glauben mochte, hatte jetzt alle anderen Gedanken verdrängt. Karin war heimlich geflohen! Es klang so romantisch, daß er sich anstrengen mußte, diesen Zug in ihrem Bild unterzubringen, das in ihm lebendig war. Oder war es vielmehr ihr eiserner Wille, der sie, selbst auf die Gefahr hin, extravagant zu erscheinen, etwas Außergewöhnliches unternehmen ließ? Aus dem Gesichtskreis war sie wohl nicht entschwunden, und es würde ihm ein Leichtes sein, in München ihren Aufenthalt aus- findig zu machen. Ehe er aber abreiste, wollte er das Bild beenden, das er gestern unten an dec Bucht angefangen hatte. Fortsetzung folgt) Lustschutzraumbauten des Selbstschutzes behandelt. Jeder Hausbesitzer und Hausverwalter sollte diesen Aufsatz lesen! Ausgezeichnete Eammelergebniffe in unserem Gau. NSG. Die letzte Reichsstraßensammlung brachte im Gau Hessen-Nassau wieder ein ausgezeichnetes Ergebnis. Es betrug 611 217,94 RM., während die gleiche Sammlung im Vorjahr 469 360,95 RM. erbrachte. Die erste Reichsstraßensammlung dieses Jahres erzielte mit der Summe von 532 239,94 RM. ebenfalls ein sehr gutes Resultat. Die Bevölkerung des Gaues hat damit erneut bewiesen, daß sie die von der Front für die Heimat gebrachten Opftr verstanden hat, indem sie mit den Spenden den Siegen unserer Soldaten chren bescheidenen Dank zum Ausdruck brachten. Kraftfahrer schont Eure Helfen! Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei weist in einem Runderlaß an alle Polizeibehörden auf die Notwendigkeit sparsamster Bewirtschaftung des Reifenmaterials hin. Als Ursache vorzeitigen Reifenverbrauches werden darin besonders herausgestellt: Ueberschreituna der höchstzulässigen Fahrgeschwindigkeit, übermäßige Belastung der Fahrzeuge, Abfahren der Luftreifen bis zur Leinwanddecke, Verwendung schlagender Räder und zu geringer Reifendruck. Gegen derartige Verstöße und Nachlässigkeiten wird die Polizei in Zukunft schärfstens vorgehen. Zu diesem Zweck werden besonders geschulte Polizeibeamte eingesetzt. Bei krassen Verstößen wird die Höchststrafe von 150 RM. festgesetzt. Die Streifen der Polizei werden ihr besonderes Augenmerk auch auf die Ueberwachung der Kraftfahrzeuge mit Riesenluftreifen richten. Für diese Kraftfahrzeuge sind bekanntlich je nach Reifengröße Höchstgeschwindigkeiten von 40 und 28 Kilometer je Stunde festgesetzt. Die Polizei wird sich an Ort und Stelle davon überzeugen, ob diese Fahrzeuge entweder mit geschwindigkeitsbegrenzenden Vorrichtungen oder mit Geschwindigkeitsschreibern ausgestattet sind. Strümpfe II. und III Wahl weiter zur halben Punktzahl. Die 11. Durchführungsverordnung zur Verordnung über die Verbrauchsregelung für Spinnstoffwaren vom 16. April 1941, die u. a. die Bestimmungen über fehlerhafte Waren usw. enthält, ist nach wie vor in Kraft. Falls also Socken und Strümpfe II. und III. Wahl auf die Zweite ober Dritte Reichskleiderkarte mit einem Preisnachlaß gegenüber dem normalen Preis von mindestens 15 v. H. verkauft werden, ist nur die Hälfte der für Socken und Strümpfe I. Wahl vorgeschriebenen Punkte zu fordern. Außer den Punkten ist auch der entsprechende Bezugsnachweis abzutrennen. Bei Abtrennung der umrandeten Bezugsnachweise darf jedoch in diesen Fällen nicht eine um 50 v. H. höhere Punktzahl gefordert werden. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 44, Bullen 43,5 bis 49,5, Kühe 19 bis 46,5, Färsen 35 bis 44,5, Kälber 25 bis 57, Hümmel 18 bis 47,5 Pf. je Vi Kilogramm Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,20, bl (135 bis 149,5 kg) 1,20, b2) (120 bis 134,5 kg) 1,18, c (100 bis 119,5 kg) 1,14, d) (80 bis 99,5 kg) 1,08, e—k (unter 80 kg) 1,04, gl (fette Specksauen) 1,20, i (Altschneider) 1,18, g2 (andere Sauen) 1,08 RM. — Marktverlauf: Regelmäßig, alles zugeteilt. ♦♦ Wer hat Adolf Jäger gesehen? Die Kriminalpolizei Gießen bittet alle Personen, die den — wie von uns berichtet — in der Wetter bei Wetterfeld tot aufgefundenen 17 Jahre alten Adolf Jäger aus Laubach in der Nacht zum 17. Oktober nach 24 Uhr bzw. an den darauffolgenden Tagen gesehen haben, sich bei der Staatsanwallschaft in Gießen, der Kriminalpolizei Gießen oder bei einer Gendarmeriedienststelle umgehend zu melden. Diese Meldung ist zur weiteren Aufklärung der Angelegenheit dringend erforderlich. Landkreis Giehen. A Allendorf (Lah n), 4. Nov. 83 von unfern 98 Schulkindern gehören der Schulsparkasse an. Sie brachten am 30. Oktober, dem Deutschen Die Lag- ie In den Schalenwildrevieren gilt es, den Abschuß vor Einbruch des Winters möglichst weit zu fördern. Vor allem in den H o ch w i l d r e v i e r e n mit ihren besonders hohen Abschußauflagen bei gleichzeitigem Jägermangel durch Kriegsbeanspruchung der Forstbeamten und Jäger gilt es, die Zeit zu nutzen. Zu dem Jagen auf Hirsch und Schaufler gesellt sich der Kahlwildabschuß, der vielfach auf Wildjagden durchgeführt werden muß: zu einem richtigen Wahlabschuß bei dem männlichen Wild gebührt der Einzeljagd der Vorzug. Wie immer wird jede Gelegenheit zum Besagen der Sauen benutzt werden, deren Rauschzeit nun bald beginnt Der Rehbock hat das Interesse des Jägers verloren. Seit Oktobermitte bereits hat er Schonzeit, trägt wie alles Rehwild fein graues Winterkleid und wirft nun auch ab. Um so mehr erfordert der Rickenabschuß die Aufmerksamkeit des Jägers. Die wünschenswerte Ausartung unseres durch falschen Beschuß heruntergewirtschasteten Rehwildes läßt sich nur erreichen, wenn männliches wie weibliches Wild mit gleicher Uebertegung und Sorgfalt bejagt werden. Bei dem weiblichen Wild gilt es vor allem, das Starke zu schonen und das Geringe abzuschießen. Geringe Kitze, einerlei welchen Geschlechts, sollten samt ihren Müttern noch vor Einbruch des Winters der Kugel verfallen. So werden sie wirtschaftlich noch nutzbar gemacht, während sie vielleicht später nur dem Fuchs den Tisch decken. Nach dem Notwinter vor zwei Jahren und dem schneereichen letzten Winter, der in Mittelgebirgslagen wieder erhebliche Rehverluste im Gefolge hatte, sollte eigentlich jeder Jäger genügend gewarnt und belehrt sein. Auch hier heißt es die Zeit nutzen. Ist in unseren Laubholzrevieren erst einmal das Laub gefallen und dann gefroren, daß es weithin vernehmbar unter der pürschenden Sohle kracht, dann ist der Abschuß wesentlich erschwert. Daß ein so schwieriger Abschuß wie der Wahlabschuß des weiblichen Rehwildes nicht auf Treibjagden erledigt werden kann, sollte eigentlich überflüssig sein zu betonen. Spartage, 398,40 RM. zusammen. Die Schiller des letzten Jahrganges führten in der vergangenen Woche eine Büchersammlung für unsere Soldaten durch, die mehr als 60 gute Bände und weit über 100 Lesehefte und Zeitschriften ergab. □ Laubach, 3. Nov. Im Rahmen der Veranstaltungen der Laubacher Kun st gemeinde gab das Rhein-Mainische Landesorchester unter Leitung von Gaumusikinspizient Fritz C u j e ein Konzert unter dem Motto „Was jeder gern hört". In geschmackvoll zusammengestellter und historisch auf- gebauter Dortragsfolge wurde ein Streifzug durch jene besondere Gattung der Musikliteratur unternommen, die Ernstes und Unterhaltsames in gleicher Weise verbindet. Die Dortragsfolge brachte Werke von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Gounod, Verdi, Sinding, Hellmesberger, Lehär und Künnecke. Als Solist zeichnete sich der Geiger Berthold C a f f e b a n n c mit einer Beethoven-Romanze und den „Zigeunerweisen" von Sarasate durch feinsinnigen Vortrag aus. Der verdienstvolle Leiter Fritz C u j6 und sein vorzügliches Orchester wurden nach Gebühr gefeiert. i November. Das eigentliche Wild für unsere Waldtreibjagden, die mit den Hubertusjagden richtig einsetzen, ist der Hase, zu dem sich je nach Gegend und Revier noch Kaninchen, Fasan und Fuchs gesellen können. Mümmelmann ist unser wirtschaftlich wichtigstes Wild und verdient es, mit Verstand bejagt zu werden. Nasse Jahre, zu denen sich noch harte Winter, gesellen, sind das übelste, was es für eine Niederjagd gibt. Sie fördern Seuchen und dezimieren das Jungwild. Dem kann nur durch einen vernünftigen Abschuß entgegengearbeitet werden, der vor allem am Ende der Schußzeit den nötigen Besatz übrig läßt. Solange Ackerschollen sich nicht in Hasen verwandeln lernen, müssen Rammler und vor allem Häsinnen übrigbleiben, wenn es Hasen geben soll. Man hat nicht immer den Eindruck, als wenn diefe Erkenntnis überall verbreitet wäre. Heber schlechte Hasenjahre zu jammern, immer und immer wieder das Feld nach dem letzten Hasen abzutreten, als Trumpf noch eins Treibjagd zu veranstalten, ist eine Sünde gegen den Gedanken der weidgerechten Jagd. Kein Wild ist für eine überlegte Bejagung dankbarer als der Hase. Es ist merkwürdig, daß viele Reviere auch in schlechten Jahren noch erträgliche Strecken liefern, während andere chronisch schlecht sind. Die Gründe sind dem Kundigen völlig klar. Es hat sich immer bewährt, wenn nicht das ganze Revier getrieben wurde, sondern ein Tei? unberührt blieb, und es ist in gepflegten Revieren üblich, Suchhafen für den eigenen Gebrauch in solchen Revierteilen zu schießen, die für Treibjagd nicht in Frage kommen. Eine Belebung der Waldjagd stellt es immer dar, wenn auch der Fasan vor die Schützen kommt. Während des Novembers dürfen Hahn und Henne geschossen werden. Ob der Hennenabschuß tragbar und wünschenswert ist, sollte nach dem unverkennbaren Rückgang des Fasanenbestandes wohl überlegt werden. Man darf nie vergessen, daß dem Hennenabschuß in großen Fasanenrevieren ein Aussetzen von Junghennen stets auf dem Fuße folgt. Im Gegensatz zum Fasan hat das Rebhuhn, das dem Winter die größten Opfer brachte, bereits wieder Schonzeit. Dafür können unter unserem Federwild Schnep. fen, Enten und Tauben bejagt werden. Die Wald- s ch n e p f e zieht langsam gen Süden und kommt dabei gelegentlich der Treibjagden vor die Flinte. In manchen Revieren lohnt sich auch das Buschieren mit kurzsuchendem Hunde. Ihre Verwandten in Sumps und Bruch sind gleich ihr schußbar. Zu unseren heimischen Enten gesellen sich auch nordische Formen, die gleich den W i l d g ä n f e n vor dem kommenden Winter ausweichen. Die Ringeltauben trifft man noch in Flügen an. Inwieweit sie den Winter über in nennenswerter Zahl hier bleiben, ist eine Frage der Eckernoder Eichelmast. Je kälter es wird, um so mehr gewinnt das Raubwild an Interesse des Jägers. Vom Hubertustage an pflegt man den Fuchs zu besagen, wenn auch dann der Balg noch nicht ganz vollwertig zu fein pflegt. Zur Drück- und Treibjagd kommt die Bau- jagd, die neben der späteren Rollzeit dann vor allem Erfolg verspricht, wenn während starken Laubfalles der rote Räuber gern zu Dau fährt. Auch zum Graben des Dachses ist die Zeit noch gut, und feine Bejagung nach dem vorhandenen Dachsbesatz durchaus erwünscht. Gesucht ist auch das Pelzwerk, das der Iltis liefert, während unsere Edelpelzträger, die beiden Marder, noch Schonzeit haben. Neben dieser vielfachen Möglichkeit, dem Weidwerk obzuliegen, mahnt der November, daß der Winter bald kommen wird. Wo es noch nicht geschah, ist es höchste Zeit, die Fütterungen aus» zubessern und zu beschicken. Eigentlich sollte dies schon im Oktober geschehen. Denn je früher das Federwild vor allem die Erfahrung macht, daß es in dieser oder jener Hecke etwas zum Scharren und Picken findet, um so besser. Dann ist es nur noch nötig, später das eigentliche Futter in die Unterlage von Druschabfall und Spreu zu schütten, und der Heger kann beruhigt dem Winter entgegen» sehen. Der Eindruck der diesjährigen Hühnerjagd müßte jeden Reoierinhaber veranlassen, alles zu tun, um den geringen Besatz an Hühnern zu erhalten und möglichst verlustlos durch den Winter zu bringen. Dasselbe gilt für den Fasan, der berufen ist, das ständig zurückgebende Huhn weitgehend zu ersetzen. Und für kein Wild gilt der Wablspruch besser als für ihn: „Wo es mir gut geht, ist mein Vaterland!" Ebenso wird es vielfach nötig fein, Krippen und Raufen für das Schalenwild zu erneuern und neue Fütterungen anzulegen, an die sich das Wild erst gewöhnen muß. Geschieht dies erst, wenn der Schnee schon liegt, ist es meist zu spät. Praktisch ist es immer, das Futter möglichst in der Nähe der Fütterungen einzumieten oder in Schuppen zu lagern, weil der Schnee später den Transport oft außerordentlich erschwert, wenn nicht verbietet. Hubertus. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittags geschlossen. Hauvftckriftleiler: Dr. Friedrick Wtldelm Lange. Stellvertreter bet hauptichriftleit-r-: Ernst Blum'ckein. Vcrantwortllck für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange (erkrankt), i. V. Ernst Blumsckein: i'üt oas Feuilleton: Tr. Hans Tbyriot: lüt Stadt Gießen, Provinz, Wirr- chaft u. Sport: Ernst Blumsckein. Truck und Verlag: Brübllcke UntversitätSdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann- Anzeiqenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Fnbalt der Anzeigen: TKeodor Kümmel Pl Nr. 6. Heute abend 10 Uhr entschlief sanft nach kurzer schwerer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Ludwig Happel I., AltbQraermeister im fast vollendeten 78. Lebensjahr. Die trauernd Hinterbliebenen: Ludwig Happel 3. und Familie Lina Schepp, geb. Happel, und Familie Paul Happel und Familie Linda Happel, geb. Jäger, und Familie. Hausen (Kr.Gießen), Watzenborn-Steinberg, Bischofsheim, den 4. November 1941. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 6. November, nachmittags 2% Uhr, statt. 4549 D Mietgesuche Leere 3-ZimDierwohnung gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03699 an den Gieß. Anz. KleineWohoong 3 — 4 Zimmer in sonniger Lage mit Zentralheiz. gesucht. 03691 Dr. Schäfer Goethestraße 44. 2-nimmer m. Küche gesucht für 1. Jan. ober sofort. Schriftl. Angebote unter 03690 a. d. Gieß. Anzeig, erbeten. JConzertrintg 1941/42 Donnerstag, den 6. November 1941, 19 Uhr: 1. Konzert Gruppe A Nr. 1 ORCHESTER-KONZERT Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 4 Brahms: Violinkonzert D-dur Beethoven: Fünfte Symphonie c-moll Aasführende: Das Städtische Orchester Gießen Solist: Prof. Franz Bruckbauer (Violine) Dirigent: Otto Söllner Preise von 1.55 bis 3.55 RM. Vorverkauf: Musikhaus Chai her, Neuenw. 10, NSG. Kraft durch Freude, Seltersweg 60, und Abendkasse des Theaters. 4M4d Theater der Univerfitätsftadt (neben - Beamter sucht ab sofort 3-Zinnnerwobnung mogl. mit Bad. Schriftl. Angeb. unter 03704 an den Gieß. Anz. Möbliertes Zimmer vonält.Beamten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03703 an o. Gieß. Anz. smneiöer zum Bügeln gesucht. 03693 Mtöerei Groon Marburgerstr.40. Znverl. Arbeiter gesucht, der im Winter Bürgersteige v. Schnee reinigt und bei Glatteis streut. 4542D] Näheres Kevlerstrake 9. Zum Austragen vonZeilschristen f. Donnerstag u. Freitag (neben- berufl.) geeign. Person ges. 03686 Walltorstr. 21. Zuverlässige Haushilfe für vormittags gesucht. (03694 Frankf. 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November 19—21.30 Uhr 44Md lO.Mittwochmiete u.HalbmieteA Dschungel Tropenstück v. Josef Maria Frank Preise von 0.60 bis 3.10 RM. Gewaltig sind die Aufgaben der Deutschen Reichsbahn gewachsen. Weit über die Grenzen des Großdeutschen Reiches hinaus spannt sich heute das Verkehrsnetz. Von der Mei* Störung der gestellten Aufgabe hängt Entscheidendes ab für die kämpfende Truppe und für die Heimat. Fast 5 mal so groß wie vor dem Kriege ist heute der Arbeitsbereich des deutschen Eisenbahners... ...und trotzdem 0 I I fr I 1III1I ■lllll ■Hill lllll! lllll ■lllll ■lllll «■■III II II II II II II 11-11 darf der Güterverkehr nicht stocken t Die Versorgung von Front und Heimat verlangt, daß der Schienenweg von jedem entbehrlichen Transport entlastet wird. Die verständnisvolle Mitarbeit von allen, die Güterwagen beladen od6r empfangen, ist unentbehrlich. Beachten Sie daher folgendes: Jeder vermeidbare Stillstand eines Güterwagens auf demVerlade-undBestimmungs- bahnhof schädigt das Volksganze. Die Befind Entladezeiten müssen auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Die Güterabfertigungen benachrichtigen deshalb nach Möglichkeit die Verfrachter oder Empfän* ger schon von dem voraussichtlichen Eingang der anrollenden beladenen und leeren Wagen im voraus. Ein besonderes Meldesystem zwischen den Durchgangsbahnhöfen und bestimmten Zielbahnhöfen ermöglicht es, diese Be< nachrichtigung beschleunigt fernmündlich durchzuführen. Alle Vorbereitungen für die Be- und Ent« ladung des anrollenden Güteftvagena können und müssen hiernach rechtzeitig getroffen werden. Auf jeden Wagen kommt es an! HILF DER DEUTSCHEN REICHSBAHN UND DU HILFST DIR SELBST!!