M- Jahrgang Nr. 2U Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gietzener Familienblätter Heimat nnBilü-DieScholle Bezugsvreis: Monatlich.......RM 1.80 Zustellgebühr... „ -L5 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Aerrrwrechanschluß 2251 Dmhtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 116«« Frankf^M. zreitag, 5. September 1941 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/. Uhr des Vormittags Anzeigen-Vreiie: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rpf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel 8 Platzvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25°/« mehr vrühlsche Union sttätLdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen SW6it6tH^S*ul#ta6t7-9 Der Augusterfolg in der Atlantikschlacht. Von unserer Berliner Schriftleitung. Die Schlacht auf dem Atlantik nimmt weiter ihren für Deutschland erfolgreichen Fortgang. Im Monat August haben unsere U-Boote und unsere Flugzeuge trotz der kurzen Nächte und trotz der Schwiergkeiten, die damit dem Anpirschen und Verfolgen feindlichen Schiffsraums bereitet werden, nicht weniger als über eie halbe Million BRT. feindlichen Schiffsraums versenkt. Dieser Schlag trifft England um so härter, als es gehofft hatte, der Einsatz aller deutschen Waffen im Osten werde den furchtbaren Druck auf die englischen Versorgungswege entlasten. Die Versenkungsziffer spricht nur von einwandfrei versenkten Schiffen. Alle schwerbeschädigten und sonst lädierten englischen Schiffe sind in dieser Zahl nicht enthalten, aber die dadurch ausfallende Tonnage muß ebenfalls sehr erheblich sein. Gleichfalls sind die Verluste durch Minen nicht mitgezählt. Es steht also fest, daß seit Kriegsbeginn mehr als 13 Millionen Tonnen, also mehr als die Hälfte des englischen Schiffsraums, von deutschen Waffen zu den Fischen geschickt wurde. Der Neubau an Tonnage spielt demgegenüber keine Rolle, er kann die ständigen Verluste nicht ersetzen, und so kommt einmal der Tag, da England unter dem deutschen Würgegriff der Atem ausgehen wird. Englische Zeitungen haben geschrieben, die Versenkung britischen Schiffsraums sei die Achillesferse Englands. Es ist der Punkt, an dem England sterblich ist. Jedes jetzt versenkte Schiff wiegt doppelt und dreifach, denn die über 13 Millionen BRT., die bereits versenkt wurden, fehlen den Engländern und mit jedem Schiff, dos versenkt wird, wachsen die britischen Schwierigkeiten. Der Ausfall der über 13 Millionen BRT. macht sich jetzt auf den Ozeanen insofern stark bemerkbar, als unsere U-Boote, die Tag und Nacht auf der Lauer liegen, kaum noch Schiffe antreffen, die nach England fahren. Einmal trafen sich, wie Kapitänleutnant Kell schildert, z. B. nicht weniger als sechs deutsche U-Boote, die vergeblich nach feindlichem Schiffsraum Ausschau gehalten hatten. Wenn der Engländer die See befährt, dann nur in Gestalt von stark gesicherten Geleitzügen, die aber ttotzdem eine Beute unserer U-Boote werden. Diese Geleitzüge sind sehr groß, also reichlich unbeholfen, ihr Schutz besteht aus zahlreichen Zerstörern und vor allem aus Korvetten, die mit den modernsten Abwehrgeräten, Wasser- Großbritannien verlor bisher weit über 13 Millionen BRT. Berlin, 4. Sept (BBB.) Die deutsche Kriegsmarine und die Luftwaffe vernichteten nach dem Bewertvoller Prisen, die die deutschen SecffreU- kräfte in deutschen Stützpunkten eingebracht haben. n e rh e i m der finnischen Armee für die Errungenschaften bei Viipuri und auf der Karelischen Landenge. Der Tagesbefehl schließt mit den Worten: „Von uns wird weiterhin Ausdauer gefordert. Die Zeit ist noch nicht da, um das Schwert mit dem Pflug zu vertauschen. Ein neuer Morgen steigt immer klarer vor uns auf und verleiht uns neue Kräfte, um uns aus dem gegenwärttgen Weltensturm zu einem dauerhaften Frieden hindurchzu- rlcht des OKW. vom 4.9. im Monat August 537200 BRT. britischen und in britischen Diensten fahrenden fremden Handelsschiffsraumes. Sie beschädigten überdies eine große Anzahl feindlicher Handelsschiffe schwer. Zahlreiche weitere Schiffe wurden durch Minenoperationen verfenkt oder beschädigt. Großbritannien verlor damit während der zwei Jahre des von ihm angezettelten Krieges durch die deutsche Kriegsmarine 9 532 700 BRT. die deutsche Luftwaffe 3 555 583 BRT. insgesamt also 13 088 283 BRT. eigenen oder in seinen Diensten fahrenden fremden Handelsschiffsraumes. Die wahre Berluftziffer stellt sich noch bedeutend höher, denn in der Zahl von 13 088 283 BRT. sind die sehr beträchtlichen Berluste durch den Minenkrieg sowie alle Bernichtun- gen, die nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnten, nicht enthalten. Auch die große Zahl der schwerbeschädigten Schisse, die für den Handelsverkehr stets lange Zeit ausfallen, ist nicht mitgerechnet. Und schließlich auch nicht die große Zahl Der Wehrmachtbericht. DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 4. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Oft en verlaufen die Kampfhandlungen weiterhin erfolgreich. In der letzten Rächt versenkte die Luftwaffe im Seegebiet von The Dash zwei britische Frachter mit zusammen 10 000 BRT. Andere Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der O st k ü st e der Insel. Ein Angriff deutscher Kampfflugzeuge in der Rächt zum 4. September auf den Flugplatz Abu Sueir am Suezkanal war besonders erfolgreich. Bombenvolltreffer zerstörten das Rollfeld und setzten Unterkünfte sowie Munitionslager in Brand. Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Rächt statt. Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten im Kämpf gegen die britische Bersorgungsschiffahrt im Monat August 537 200 BRT. feindlichen Handelsschiffsraum. It: jeder 25 Wien im Küstengebiet abgeschoffen. Unverminderte Aktivität der deutschen Lustwaffe an allen Fronten. B e r H n , 5. Sept (DRB.) Donnerstag nachmittag erlitt der Feind in Luftkämpfen über dem Kanal und im französischen Küstengebiet schwere Berluste. Jagdflugzeuge schossen 21 britische Jäger und ein Bombenflugzeug ab. Zwei weitere Bombenflugzeuge und ein Jäger wurden durch Flakartillerie zum Absturz gebracht. Eigene Berluste traten nicht ein. Deutsche Kampfflugzeuge griffen Großbritannien weiter an. Im Einfuhrhafen hüll wurden schwere Zerstörungen in Dockanlagen, Bersorgungsbetrieben und Lagerhäusern durch Bombentreffer angerichtet. In der Grafschaft Lincolnshire wurden ebenfalls Hafenanlagen, Bersorgungsbetriebe und Flugplätze bombardiert und zwei britische Bomber im Luftkampf abgeschossen. Die Ostküste wurde mit ihren Hafenanlagen, die Flugplätze in den Midlands und der Bersorgungshafen R e w c a st l e am Thyne wurden erfolgreich getroffen. Auch in Nordafrika erzielten deutsche Sturzkampfflugzeuge in den letzten Tagen bei Tobruk Bombenvolltreffer in britischen Artilleriestellungen und Truppenlagern. Kampfflugzeuge griffen die militärischen Anlagen der britischen Flottenstützpunkte Alexandria und Port Said wirksam an. Besonders weit reichten die Angriffe der deutschen Luftwaffe an der Ostfront. Reben der ständigen Einwirkung auf den Erdkampf stießen sie bis in den Raum von Eharkow und südwest- l i ch Moskau vor und zerstörten hier die Eisenbahnstrecken. Auf dem Dnjepr versenkten Sturzkampfflugzeuge ein fowsetisches Kanonenboot und warfen drei weitere in Brand. Britische Vorstöße an der Tobruk-Front im Feuer der deutsch-italienischen Artillerie zusammengebrochen. B e r I i n , 5. Sept (DRB. Funkspruch.) In Rord- afrika unternahmen die Briten am 2. September i m 0 ft a b i d) n i 11 von T o bruk einen durch Panzerkampfwagen unterstützten B o r st o ß gegen die deutsch-italienifchen Stellungen. Der Angrifssversuch blieb im zusammengefaßten Feuer der deutsch-italienifchen Truppen stecken. Die Briten mußten sich, ehe sie die Borposten der Achsentruppen erreicht hatten, zurückziehen. Im Weslabschnitt versammelten die Briten eine Anzahl Panzerkampfwagen, um auch hier ein gewaltsames E r- kundungsunternehmen gegen die deutsch- italienischen Stellungen vorzutragen. Roch vor Beendigung dieser Borbereitungen wurde die Ansammlung der Panzerspähwagen von deutsch-italienischer Artillerie beschossen. Die Briten mußten mit ! ihren Fahrzeugen den Abstellraum nach verschiede- I nen Richtungen räumen. Erfolgreiche Kämpfe an allen Teilen der Ostfront. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die deutschen Truppen setzten am Mittwoch ihren Angriff im Nordabschnitt der Ostfront erfolgreich fort. In dresem ©ebiet warf eine Division die Bolschewisten aus gut ousgebauten Feldstellungen. Infolge ihres zähen Widerstandes hatten die sowjetischen Verbände große Verluste an Menschen und Material. Der Widerstand wurde überall in oftmals heftigem Nahkampf gebrochen. Die im e st n i f ch e n Kampfgebiet eingesetzten deutschen Truppen haben den Raum um Reval von versprengten Sowfetsol- daten gesäubert. Vereinzelt auftretender örtlicher Widerstand wurde schnell gebrochen. An mehreren Stellen der mittleren Ostfront kam es am 3. 9. erneut zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf die Bolschewisten wiederum vergeblich starke Panzerverbände einsetzten. Im Zusammenwirken aller Waffengattungen wiesen die deutschen Truppen alle Angriffsversuche unter schweren sowjetischen Verlusten ab. 95 Panzerkampfwagen, darunter sechs schwere Panzer, wurden vernichtet bzw. erbeutet. Die 293. sowjetische Schützendivision versuchte, den Vormarsch der deut- fchen Panzerkräfte durch einen flankierenden Angriff zum Stehen zu bringen. Das Vorhaben wurde ledoch rechtzeitig erkannt. In kühnem Entschluß schwenkten die deutschen Panzerkampfwagen ein und nahmen ihrerseits die sowjetische Division in die Zange. Die Bolschewisten wurden vernichtend geschlagen. Eine von ihnen besetzte Ortschaft wurde genommen. Die Bolschewisten hatten schwere blutige Verluste. 1500 Gefangene wurden eingebracht und große Mengen Kriegsgerät erbeutet, darunter 37 Geschütze, zahlreiche Panzerkampswagen und andere Fahrzeuge und Waffen. Im Gebiete des unteren Dnjepr beschotz deutsche Artillerie besonders erfolgreich die sowjetischen Feldbefestigungen ostwärts des Stromes. Es wurden zahlreiche Volltreffer m Munitionslagern erzielt. Sowjetische Stoßtrupps unternahmen in den frühen MorgenstuiFen des 3. 9. Versuche, auf das Westufer des Dnjepr überzusetzen. Einigen Stoßtrupps gelang es, im Schutze der Dunkelheit und des unübersichtlichen Ufergeländes das Westufer zu erreichen. Hier wur- den die sowjetischen Stoßtrupps jedoch schnell aus- gerieben und vernichtet. Die übrigen sowjetischen Stoßtrupps wurden noch auf dem Strom von den Garben der Infanterie-Waffen und den Lagen der Artillerie erfaßt und vernichtet, bevor sie das Westufer des Dnjepr erreicht hatten. Alle sowjetischen Uebersetzugsversuche endeten mit schweren blutigen Verlusten für die Bolschewisten. In der Nacht zum 2. 9. versuchten bolschewistische Truppen auch eine Landung an der von deutschen Truppen besetzten S ch w a r z m e e r k ü st e. Im Schutze der Nacht näherten sich fünf Boote unter Begleitung eines Kanonenbootes und zweier Schnellboote. Die deutsche Küstensicherung entdeckte sie frühzeitig und zwang sie durch gut liegende MG.- Salven zum Abdrehen. Auf dem karelischenFsthmus völlig geschlagen. Helsinki, 4. Sept. (DNB.) Aus dem finnischen Hauptquartier wird gemeldet: Der Feind, der sich zäh verteidigte, ist auf d e m karelischen I st h- mus völlig geschlagen worden. Die alte Reichsgrenze ist auf der ganzen Länge erreicht worden. Die Kriegsbeute, ist beträchtlich. Bisher sind registriert worden: Viele Hunderte von Autofahrzeugen, nahezu 2000 Pferde, viele Dutzende von Kampfwagen, etwa 300 Geschütze, unzählige Mengen leichter Waffen. Die Zahl der Gefangenen erreicht bereits gegen 10 000. Die jpiuberung des westlichen karelischen Isthmus von zerstreuten feindlichen Abteilungen wird fortgesetzt. Im Finnischen Meerbusen beträgt die Zahl der versenkten und beschädigten Sowjetschiffe annähernd 200. -ferner sind feindliche Schiffe bei der Besetzung der Inseln in der Bucht von Viipuri und des Hafens von Koivisto (Bjoerko) versenkt und beschädigt worden, darunter ein Transportschiff von 2000 BRT., ein' Dreimastsegler und zwei große Prähme mit Munition und anderem Material, u. a. optischen Apparaten und Maschinen voll beladen. In einem Tagesbefehl dankt Feldmarschall 501 an- kämpfen." Mit her Knegsverdienstmehaille ausgezeichnet. / JA» bUÄ Der Führer verlieh einer Anzahl von Frauen in Rüstungsbetrieben, die unter besonders schwierigen Verhältnissen kriegswichtige Arbeit leisten, die Kriegsverdienstmedaille. Die llebergabe der Medaille erfolgte durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Rechts sieht man Reichsfrauenführerin Frau Scholtz - Klink. Auf den Schlachtfeldern von gestern. Von unserem Dr.P.-Korrespondenten. Brüssel, September 1941. I Straßen des Sieges. Nur ein Jahr ist es her. Da drängten sich noch auf dieser breiten Straße vor uns Marschkolonnen singender Soldaten mit Stahlhelm und Karabiner, Panzer, Züge von Lastkraftwagen, dampfende Pferde und knarrende motorisierte Verbände. Das Geröll der zusammengebrochenen Häuser war notdürftig von der Mitte der Dorfstraße beiseitegefegt. Draußen, vor den Dörfern hielten staubüberkrustete Privatwagen, bepackt mit zerbeulten Koffern, Bündeln und Betten, besetzt mit Flüchtlingen, die gerade aus Südfrankreich nach Belgien zurückgekehrt waren. Es roch nach Staub und Schweiß, nach dem letzten schwelenden Brandgeruch des Krieges. Zwölf Monate genügten, um das Bild dieser belgischen und nordfranzösischen Straßen und Städte gründlich zu verändern. Dort, wo damals der Kriegslärm tobte, Flugzeuge über die Landschaft donnerten und die Kirchglocken in den Dörfern Sturm läuteten'* öd),)! nur hin und wieder ein Holzkarren, der die Bauern zur Feldarbeit hinausbringt. Vielleicht kommt einmal ein grau gestrichener Militärwagen in fliegendem Tempo herange- brauft, aber gleich wieder wird es still. Eine heiße Sonne brennt auf die Felder, deren Ernte jetzt eingebracht ist. Das Heu am Straßenrand duftet, und das Gezirp der Vögel übertönt den surrenden Motor unseres Wagens. Eine friedliche Landschaft, wenn die Denkmäler nicht wären. Aber stille, ernste Denkmäler im freien Felde zeigen, daß diese Wiesen und Kornfelder immer wieder Aufmarschgebiete waren, daß zwischen den Weiden und Kanälen Flanderns, unter dem mattblauen Himmel Frankreichs, an dem hier im Norden ständig sanfte weiße Wölkchen entlang ziehen, stets die Spannungen Europas zum Austrag kamen. Dicht hinter Brüssel schon steht auf einem steilen, künstlich aufgeschütteten Hügel „der Löwe von Water- l o o", in Stein gehauen, das Wahrzeichen der vielberühmten Entscheidungsschlacht. Unweit davon befinden sich die Denkmäler der damals Alliierten. Auch die alte wallonische „Ferme", ein großer weißgekalkter Bauernhof, steht, noch gerade so da, wie ihn Stendhal beschrieben hat, als dorthin nach der historischen Schlacht die Verwundeten getragen wurden. Ein Dutzend Kilometer weiter erhebt sich ein weiteres Denkmal, „Friedrich Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg kämpfte und fiel unweit dieser Stätte an der Spitze seiner Truppen am 16. Juni 1815", steht auf der einen Seite des hohen Steinblocks, der mit dem braunschweigischen Löwen gekrönt ist, und auf der anderen Seite heißt es: „Dem Andenken des Helden und seiner mit ihm für Deutschland gefallenen Krieger. Das dankbare Vaterland." Möglich, daß der eine oder der andere im vorigen Jahr aus feinem Wehrmachtwagen stieg, um dieses hart an der Straße und mitten in den Feldern liegende Denkmal zu betrachten, das an die Tage erinnern soll, an welchen genau vor 125 Jahren viele an dieser Stelle hier glaubten, das Gesicht Europas bestimmt zu haben. Wieder kommen Felder, Weiden, Dörfer und Städtchen, und schon werden auf den Hügeln in der Ferne die großen weißen Erinnerungstafeln sichtbar, die an die T o t e n d e s Weltkrieges mahnen, mit französischen, deutschen und englischen Inschriften. Zu diesen nun auch schon historisch gewordenen Vermächtnissen kommen die neuen Erinnerungszeichen, Male des Sommerfeldzuges von 1 940. Vorläufige Gräber, geschützt voff einem Holzgitter, säumen rechts und links den lPegrand. Da liegen Panzerschützen, die wahrscheinlich aus der grünen Schlucht dort drüben, in deren Gestrüpp jetzt die Brombeeren reifen, damals beschossen wurden. Noch stecken die schwarzen Mützen der gefallenen Panzerschützen auf den kleinen Holzkreuzen. Der Schnee, der Regen und die Sonne haben die Mützen ein wenig gebleicht. Doch allein ihr Vorhandensein genützt, um zu zeigen, wie neu, wie jung, wie frisch diese Vergangenheit ist, die sich über die Geschehnisse dieser Straße gebreitet hat, auf der die deutschen Truppen in so atemraubender Schnelligkeit vor- wärtsdrangen. Was an Resten der Schlacht übrig blieb, dient heute anderen Bestimmungen. Ein Panzer auf freiem Felde wurde zur Wohnung eines Einsamen. Ein anderer dieser stählernen Kampfwagen, den die Engländer am Dorfrand festfuhren, ist heute eine Burg kindlicher Spiele. Und die wilden Kaninchen, die aus den Bunkern der verlängerten Maginotlinie hinausschauen, finden, daß man ihnen noch nie so kostspielige Wohnungen errichtet hat, wie in der fortgeschrittenen Zeit des 20. Jahrhunderts. Deutsch-flämische Zusammenarbeit. Brüssel, 4. Sept. (Europapreß.) Die deutsch- flämische Arbeitsgemeinschaft kann auf ihr einjahri- ges Bestehen zurückblicken. Es handelt sich um einen Kreis reichsdeutscher und flämischer Personen, die sich nach Beendigung des Krieges in Belgien zusammenfanden, um das kulturelle Leben auf einer germanischen Grundlage in Belgien zu festigen. Um dies zu erreichen, wurde eine Monatsschrift „De V l a g" begründet, die in deutscher und flämischer Sprache erscheint. Ferner werden Konzerte, Theateraufführungen und Vortragsabende veranstaltet, die sich einer wachsenden Anteilnahme bei der Bevölkerung erfreuen. Nachdem im Anschluß an die deutsche Industrieausstellung in Brüssel eine Ausstellung der flämischen Industrie und des flämischen Handwerks stattfand, ist jetzt die Herausgabe einer wirtschaftlichen Wochenschrift sowie Studienreisen flämischer Wirtschaftler nach Deutschland vorgesehen. Damit vor allem auch die Jugend im Gedanken der deutsch-flämischen Zusammenarbeit erzogen wird, sollen die Kinderverschickunaen nach Deutschland, die in diesem Jahr einen Umfang von 10 000 Kindern annahmen, ausgedehnt werden. An den Universitäten Brüssel, Gent und Löwen wurden Arbeitszellen unter den Studenten eingerichtet, die einen deutsch-flämischen Studentenaustausch vorbereiten. bomben ufro. ausgerüstet find'. Ueber diesen Geleitzügen schweben englische Flugzeuge, die bei Tage die lauernden deutschen U-Boote unter Wasser drük- ken, so daß sie in den kurzen Juli- und August- nachten nur schwer die Geleitzüge wieder auffinden konnten. Trotzdem wurden Geleitzüge vernichtet. ' Kapitänleutnant Kell, der selbst 38000 BRT. und einen Zerstörer versenkte, schilderte der Presse den Angriff auf den englischen Geleitzug vor der portugiesischen Küste, bei dem 122 000 BRT. feindlichen Schiffsraums vernichtet worden sind. Ein zweiter Geleitzug, der von Gibraltar nach England fuhr, geriet ebenfalls in die Fänge unserer U-Boote und verlor 79 000 BRT. Alle Sicherungen nützten den Engländern nichts. Viele Tage und Nächte waren deutsche U-Boote diesen fetten Brocken auf der Spur. In ständigem Angriff sank ein großer englischer Kahn nach dem anderen und alle Abwehr war vergebens. Diese Schläge haben derart gesessen, daß England behauptete, es wären nur einige Schiffe vernichtet worden, um dann sich ganz aus- zuschweigen. Ein sehr verdächtiges Schweigen. E. S. Generalfeldmarschall Ritter von Leeb 65 Ähre. Glückwünsche des'Führers an den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 4. Sept. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat aus seinem Hauptquartier dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord, Generalfeldmarschall Ritter von Leeb, seine Glückwünsche ZU seinem 65. Geburtstage mit einem Handschreiben durch seinen Chefadjutanten der Wehrmacht übersandt. Unter anderem würdigt der Führer in dem Handschreiben mit herzlichen Worten die Der- Dienste des Feldmarschalls während des Krieges und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß er sich in 'Gesundheit auch weiterhin der Führung der Heeresgruppe widmen kann. Generalfeldmarschall Ritter von Leeb begeht seinen 65. Geburtstag am heutigen 5. September in seinem Hauptquartier. Wilhelm von Leeb wurde als Sohn einer alten bayerischen Offiziersfamilie in Landsberg am Lech geboren und trat mit 19 Jahren als Fahnenjunker in das 4. bayer. Artillerie- Regiment in Augsburg ein, in dem er „mit Ausdruck der allerhöchsten Belobigung" Offizier wurde. Seine Feuertaufe erhielt er als junger Offizier im ostasiatischen Feldartillerie-Regiment während des Boxeraufstandes. Nach seiner Rückkehr ging er den Weg des Generalstabsoffiziers. 1914 nahm er im Generalstab des I. bayerischen Armeekorps an den Schlachten in Lothringen und an der Marne teil. Im März 1915 als 1. Generasttabsoffizier zur 11. bayerischen Jnf.-Div. versetzt, erwarb er sich die höchste bayerische Tapferkeitsauszeichnung, den Mi- litär-Max-Joseph-Orden. Als Chef des Generalstabs der Wehrkreis Stettin und München nahm er an der Wiederaufrichtung der Wehrgrundlagen des Deutschen Reiches lebhaft Anteil. Besonderes Augenmerk richtete er auf die Schießausbildung, sowie auf die Förderung der Gebirgstruppe, bei der er sich auch selbst das Heeresbergführer-Abzeichen erwarb. Nach der Machtergreifung 1933 Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2, leitete er im Herbst 1936 die ersten großen Manöver in Anwesenheit des Führers. An der Spitze einer Heeresgruppe im Westen wehrte Generaloberst Ritter von Leeb, während die deutschen Armeen in Polen den Feind zerschlugen, alle Angriffe des überlegenen westlichen Gegners ab. Am 14. Juni 1940 trat auch die Heeres- Sruppe Leeb zur Offensive an und überschritt den berrhein. Die für unüberwindlich gehaltenen Werke der Maginot-Linie wurden genommen und in rastlosen Kämpfen die letzten französischen Armeen in Lothringen zerschlagen. Im Feldzug gegen die Sowjetunion 1941 durchbrach die Heeresgruppe des Generalfeldmavschalls, nachdem die Düna bezwungen und der Gegner aus Lettland vertrieben war, in kühnem Ansturm die Stalin-Wnie. Die in Estland stehenden Kräfte des bolschewistischen Gegners wurden vernichtend geschlagen, Reval erobert. Sm Rüstungszentrum der Ukraine. Von Kriegsberichter Dr. Achim Holtz. DNB. . . ., 4. Sept. (PK.) Dieses ganze Land ist so unendlich! Wogende Kornfelder und riesige Wälder, durchzogen von baumlosen Straßen und breiten Strömen. Seit wir jene schweren Gefechte von Tarascha hinter uns haben, bei denen unsere ^-Division sieben feindliche Divisionen vernichtete, sind wir in eine Gegend gekommen, die uns lieblicher scheint. Hügel und Täler wechseln hier ab. Aber auch sie nehmen dem Land nicht den Stempel des Unbegrenzten. Undenklich weit kann man nach allen Seiten schauen und überall sieht man die fruchtbaren Felder. Herden von Pferden und Kühen werden von jungen Burschen, die ohne Sattel reiten, gehütet. Die Ukraine ist ein Land voller Reize. 40 Kilometer südlich Werchnedjeprowsk tauchen riesige Industrieanlagen mit gewaltigen Schloten auf. Dort liegt Dnjeprodsershinsk, eine Großstadt von 125 000 Einwohnern mit dem größten Jndustriewerk der Ukraine. Es ist ein Hütten-Walz- und Stahlwerk, das in normalen Zeiten 24 000 Arbeiter beschäftigt. Seit 1939 aber hat man die Zahl der Arbeiter hier auf 32 000 erhöht. In diesem gewaltigen Werk, das 12 o. H. der sowjetischen Stahlverarbeitung bewältigt, bereitete man sich beizeiten auf den Krieg gegen Deutschland vor. Mit mehreren Bataillonen wurden wir gegen die Stadt angesetzt. Ein Sowjetregiment sollte noch die Stadt und Industrieanlagen besetzt halten. Zunächst mußten wir ein völlig unübersichtliches Gelände durchkämmen: Hohe Mais- und Sonnenblumenfelder, dazwischen Gestrüpp und dann wieder einzelne Häuser. Allmählich wurden die Lehmhäuser zahlreicher, wir waren in dem Vorort K a m e n s k o j e. Nach unseren Auffassungen sind diese Orte Überhaupt keine Städte: statt Straßen ungepflasterte Lehmwege, grasbewachsene Gräben an den Seiten. Zwischen den Häusern wieder Hecken, Gräben und mannshohe Mais- oder Sonnenblumenfelder. Unser erstes Angriffsziel war erreicht. Wir warteten, bis die linke Anfchlußkompanie herankam. Unsere Artillerie schickte ihre Granaten über uns hinweg als Vorboten unseres Kommens. Auf dem linken Flügel hörten wir heftiges Gewehr- und Maschinengewehrfeuer. Mit einem Spähtrupp suchten wir Verbindung dorthin aufzunehmen und erfuhren, daß der Bataillonsstab von etwa 150 Zivilisten angegriffen sei. Die ersten waren mit Markttaschen herangekommen, aus denen sie ihre Pistolen und- Handgranaten herausholten. Zwei Tote und mehrere Verwundete hatte es bei uns gegeben. Zwei Fahrzeuge waren durch Handgranaten zerstört. Eine Strafaktion hatte eine Anzahl Zivilisten aufgebracht, die unter ihrem Zivilzeug Uniformen trugen. Bei Hausdurchsuchungen fanden wir in einem Haus eine Anzahl von Zivilisten, die umgeschnallt in den Betten lagen und fehlte en, ihre Gewehre neben sich. Anschlag auf die Dardanellen. USA.-Admiral will England zum Bruch der Meerengenkonvention anstisten. Ankara, 4. Sept. (DNB.) United Preß veröffentlichte einen Artikel des ehemaligen Generalstabschefs der 08^..-Marine, Admirals Stirling, in dem dieser behauptete, daß die Deutschen auf dem Seewege die Petroleumquellen am Kaukasus angreifen könnten, und daß die Türkei, um dies zu verhindern, den Engländern die Meerengen öffnen müsse; im gegenteiligen Falle würde es notwendig fein, die Meerengen anzugreifen, und England würde damit Erfolg haben, da die jetzige Lage nicht der des vorigen Krieges gleiche. — „Wenn dieser Mann derartig unwissend ist", so erklärt dazu der Sender Ankara, „werden wir ihm kurz und bündig eine Antwort geben, um ihn aufzuwecken. Nach der M e.e r e n g e n f o n o e n t i o n steht die Kontrolle über die Meerengen einzig und allein den Signa-, tarmächten zu. Wenn man heute diese Durchfahrt nicht frei benutzen kann, dann liegt der Grund hierfür in der Unsicherheit der Meere außerhalb der Meerengen. Stirling hat recht, wenn er behauptet, daß die jetzige Lage von der des Weltkrieges verschieden ist. In der Tat vermeidet die britische Flotte den Kampf, da sie nicht die Luftüberlegenheit besitzt. Nadi schreibt in der Zeitung „Cumhuriyet", daß augenscheinlich dem einstigen Generalstabschef die elementarsten Kenntnisse fehlten. Um vom Mittelmeer zu den Dardanellen zu gelangen, müsse das Aegäische Meer durchfahren werden, was dec englischen Flotte heute übel bekommen würde. Man müsse dazu die Vorherrschaft in der Luft haben. Zu dieser Erkenntnis brauche man wedec Admiral noch Generalstabschef der Marine zu sein. Die britische Flotte habe dies am eigenen Leib verspürt, als die Deutschen eine griechische Insel nach der anderen besetzt hätten. Die Zeitung ,^Jkdam" drückt ebenfalls die Ueberraschung aus, daß ein Mann, der eine so hohe Stellung als Chef des Generalstabes der Flotte bekleidete, so über dis Meerengen sprechen könne. Das Regime der Meerengen ei in Montreux feftgelegt worden. Dis Meerengen feien für Kriegsschiffe geschlossen, für Handelsschiffe aber offen. „Vakit" schreibt, Stirling begeht ein Attentat, indem er versucht, den Krieg auszudehnen und die Engländer zu veranlassen, Aggressionen zu begehen. „Aksam" meint: „Wir können uns nicht vorstellen, daß eine Person, die einen derartigen hohen Posten in einer so großen Nation einnahm, in solcher Weise herumreden darf. Die verrückte Idee, England zu einer Aktion gegen die ihm verbündete Türkei anzustiften, konnte nur in einem* außerordentlich schwachen Gehirn entstehen. Immer wieder 'dieser Hinterhalt, diese Heimtücke der Bolschewisten. Aber die eigentliche Zivilbevölkerung hat wohlgemerkt nichts mit diesen bolschewistischen Machenschaften zu tun. Diese Menschen stehen vor ihren Häusern und staunen uns entgegen, sie bringen uns Aepfel ober Tomaten, ein paar Blumen sollen uns erfreuen, und auf jede Frage nach den Bolschewisten geben sie uns bereitwillig mit Zeichensprache und vielen, uns unverständlichen Worten, Auskunft. Am Abend machen mir vor dem großen Werk halt, und erst am nächsten Morgen fchicken wir unsere Spähtrupps vor, bevor wir das Werk besetzen. Man glaubt sich im Ruhrgebiet zu befinden. Solche grandiosen Werke hab-en wir hier im Osten nicht vermutet. Das Werk wurde von einem deutschen Unternehmer 1898 als privates, kleines Hütten- und Walzwerk gegründet. Bis 1922 ließ man es in feiner alten Form. 1938 hat bann die Regierung mit Hilfe von Zwangsarbeitern hier ein Riesenwerk errichtet. Unmengen von Schrottmaterial liegen herum; Bessemer Birnen.finben wir. Kruppsche Erzeugnisse. Aber nirgends ist ein geordneter Aufbau. Die Abfälle hat man einfach in den Dnjepr geworfen. Wen kümmert das! Der Fluß ist ja breit genug! Um die einzelnen Teile des Werke sind je» meils Stacheldrahtzäune gezogen. Ueheran stehen die Beobachtungstürme der Aufseher. Die Veleg- chaft setzte sich zusammen aus freiwilligen Arbeitern und Zwangsarbeitern. Die Zwangsarbeiter kamen irgendwoher aus dem weiten Sowjetland. Doch konnte auch jeder freiwillige Arbeiter ehr einfach zum Zwangsarbetter degradiert werden. Ls genügte, einige Male zu spät zu kommen oder ein vorgeschriebenes Arbeitspensum nicht voll er- üllt zu haben, so erzählte uns ein Mann, der seit 14 Jahren hier arbeitete. Er war es auch, der uns durch die Arbeitersiedlungen führte. Un= vorstellbar, was wir dort sehen mußten. Langgetreckte Baracken mit einem Mittelgang, von dem links und rechts die Türen zu den „Wohnungen" ab gingen, die alle ohne Ausnahme nur aus einem Raum bestanden. In diesem Raum standen ein ober zwei Betten, ein Herd und ein Tisch, sowie zwei Stühle. Das war das gesamte Eigentum aller Arbeiterfamilien! So ein einziger Barackenraum aber kostete monatlich 28—30 Rubel Miete. Die meisten Familien kochten draußen vor der Tür. Da es nur wenig Kleidung zu kaufen gab und diese so unerschwinglich teuer war, hatten alle nur schmutzige und zerrissene Sachen an. Ich hörte einen Kameraden, einen Schlosser aus Oberhausen, agen: „Mensch — wenn ich dafür leben und arbeiten sollte, um nur in einer solchen Höhle zu vegetieren, dann würde ich Schluß machen." Wir alle dachten an das Grausame eines solchen Lebens. In eine Art „Volksküche" schauten wir hinein. Unerträglich war der Abfallgeruch in der Küche. Drinnen hockten einige Leute beim Essen. Unser Leiter erzählte uns, daß hier eine Kohlsuppe zwei Rubel und 20 Kopeken kostet. Ein Mittagsmahl aber 10 Rubel! Dabei verdienen sie nur 250 bis 300 Rubel monatlich. Auf unsere Frage, was sie wohl meinten, wie es dem deutschen Arbeiter erginge, sagten sie: Der muß noch mehr hungern als wir. Ungläubig schauten sie uns an, als wir ihnen zu erklären suchten, daß ein deutscher Arbeiter niemals in solch einem Stall wohnen würde. Wenn auf uns Soldaten zunächst die Größe des Werkes einen gewaltigen Eindruck gemacht hatte, so hat uns dann bei näherer Besichtigung das Verfallene und Verkommene, die ganze Unordnung und die Aufsehertürme, dazu die ausgemergelten Menschen, die vom 13. Lebensjahr an arbeiten mußten und weder Zukunft noch Aufstieg kannten, ein Bild von der Unfähigkeit sowjetischer Industrie- und Menschenführung vermittelt. Keine Passagiere für LlSA.-Gchiffe. N e u n o r f, 4. Sept. (Europapreß.) Das der Export Line gehörende Fahrgastschiff „Excambion" trat mit 72 leeren Kabinen, was einen Ausfall von 20 000 Dollars Pasfagiergeldern gleichkommt, in Neuyork ein. Dazu erklärte der Vizepräsident John F. Gehan, die Entfernung der 08^. - Konsuln aus Europa habe die Schwierigkeiten für die Flüchtlinge, Passage zu erhalten, sehr erschwert. Die iberischen Regierungen gewähren Ausreisevisen lediglich, wenn die Passagen auf iberischen Schiffen gebucht werden. Botschaster Abetz am Krankenlager Lavals. Paris, 4. Sept. (Europapreß.) Es ist mit Interesse vermerkt worden, daß unter den Besuchern bei Laval sich auch der deutsche Botschafter Abetz befunden hat. Die Sympathiekundgebungen für Laval sowie für D6at dauern weiter an. Der Gesundheitszustand Lavals bessert sich weiterhin zusehends. — D6at ist außer Gefahr. Botschafter de B r i - non, der Laval besucht hat, erklärte Pressevertretern, die Konstttution Lavals fei geradezu wunder- üar. Laval ist zwar sehr mitgenommen, doch sind die Aerzte voller Hoffnung für ihn. Oie Sühne für polnische Grausamkeiten Nach lOtägiger Verhandlung fällte das Posener Sondergericht in dem Verfahren gegen die 28köpsige polnische Polizeibegleitmannschaft des Obomiker Verschlepptenzuges das Urteil. Durch diesen Prozeß wurden die abscheulichen Bluttaten gefühyt, die von ehemaligen polnischen Polizeibeamten und Hilfspolizisten in den ersten Septembertagen 1939 an 672 wehrlosen Volksdeutschen auf dem 250 Kilometer langen Internierungsmarsch von Gnesen bis dicht vor Warschau verübt wurden. — Die beiden Hauptangeklagten wurden des Mordes in je 133 Fällen und der gefährlichen Körperverletzung im Amte in 672 Fällen für schuldig befunden und in jedem der Fälle zum Tode verurteilt. 16 weitere Angeklagte als Gewaltverbrecher zum Tode ver- Der Glücksballon. Von Werner Schumann. Mit einer Geschwindigkeit, die fast an Hexerei grenzt, füllt der fliegende Händler aus seiner Stahlflasche Ballon auf Ballon. Die Enden der Bindfäden zwischen den Lippen, läßt er sie wie bunte Vögel um seinen grauen Kopf flattern: rote, grüne, blaue und kanariengelbe, eine luftige Gesellschaft, eine große Dolde von erträumtem Glück. So oft ich am Stand des Händlers vorüberkomme, muß ich an jenes kleine, fchwarzgelockte Mädchen vom Oberrhein denken, dem die ältere Schwester, eine Friseuse, auf dem Jahrmarkt außer allerlei Näschereien einen besonders schönen Luftballon schenkte. Dankbar und glücklich trug es ihn heim, denn Claudia wußte, daß auch eine geringe Ausgabe für Agnes, die die vaterlose Familie fast allein zu ernähren hatte, ein Opfer bedeutete. Und so sann Claudio darauf, Liebe mit Liebe zu vergelten. Einer plötzlichen Eingebung folgend, schloß sie sich in ihrem Kämmerchen ein und schrieb einen geheimnisvollen Brief an den „unbekannten Finder", um ihn mit rührend-kindlichen Worten zu überzeugen, ein wie schönes und tugendreiches Mädchen doch ihre liebe Schwester Agnes sei, und daß gerade sie beim Himmel verdiene, einmal von einem reichen Manne heimgeführt zu werden und in einem Schloß zu wohnen ... Claudia vergaß nicht Unterschrift und genaue Adresse, auch die der also gepriesenen, nichtsahnenden Schwester, und schlich sich noch am selben Abend in den Garten, um in froher Erwar- tung ihren Ballon mit so guten Wünschen in den Aether steigen zu lassen. Weit, sehr weit ging der Zauberflug jenes roten Pünktchens, das ein harmloser Kinderballon war und in einer fernen Großstadt einen ernsten Gelehrten in einen Zustand von unruhiger Erregung versetzte, wie er ihn kaum zuvor gekannt hatte. Ja, lächelt nur ob des unschuldigen Kindertraumes! Einem Archäologen, der mit Freunden auf dem Dachgarten seines Hauses eine Geburtstagsbowle trank, flatterte die Botschaft aus dem All so unzweideutig zu, daß die fröhliche Runde sogleich Überzeugt war: nur für ihn sei sie von der Vorsehung bestimmt gewesen! Er erbrach den Brief, las, schüttelte erstaunt den Kopf — und lacfjte. ^ad)» dem der Brief von Hand zu Hand gewandert und halb humoristisch, halb philosophisch glossiert worden war, ertappte sich der Gastgeber dabei,- daß sein Herz schon an einen Wink des Schicksals zu glauben geneigt war, während sein Mund noch von „Hirngespinsten" und „Narreteien" sprach. Genug, er entschloß sich, dem Abenteurer in ihm, der leider bislang zu kurz gekommen war, schon anderntags eine Chance zu geben: er setzte sich auf die Bahn und suchte das ahnungslose Fräulein auf ... Längst sind die beiden ein glückliches Paar. Und der Herr Doktor, bei dem sich Claudia schon als wissenschaftliche Hilfsarbeiterin angemeldet hat, findet es nur recht und in der Ordnung,,weUn Agnes ihn auf jeden Jahrmarkt führt und an die jubelnden Kinder verschwenderisch Luftballons verteilt: rote, grüne, blaue und kanariengelbe, eine luftige Gesellschaft, bunte Sendboten eines erträumten Glücks. Fledermäuse. Von Richard Gerlach. Millionen von Vögeln stellen im Lichte des Tages den Insekten nach. Kommt aber die Dämmerung, w verschwinden sie still auf ihrem Schlafplatz. Nur die Nachtschwalbe jagt auf Heiden und Waldblößen werter. Doch bleibt der Himmel an einem warmen Abend nicht lange leer. Bevor noch die Sonne unter- gegangen sind, schießt die frühfliegende Fledermaus m Wipfelhöhe dahin. Die langen, schmalen Flügel bringen sie-schnell voran und schlagen nur tiefer aus wenn sie sich plötzlich herumreißen. Abendsegler nennt man sie auch, weil sie eine Strecke ohne Flügel- schlag schweben können, wenn sie auch die sichere Eleganz der Mauersegler dabei nicht erreichen. Ihre Gewandtheit muß aber die der Schwalben übertreffen; denn der Baumfalke, der um die Zwielicht- stunde manchmal ebenfalls die Nachtschwärmer jagt, und der die Schwalben einholt, vermag die frühfliegenden Fledermäuse nicht zu schlagen. Diese schnellsten unter unseren Flattertieren kann man auch noch in der Morgendämmerung sehen. Wenn die Dunkelheit zunimmt, erscheinen die Hufeisennasen, tiefer auf breiten, kurzen Flügeln dahinschwankend. Sie haben nur winzige Augen, die ganz ungeeignet sind, die Finsternis zu durchdringen. Sie fliegen also blind. Trotzdem stoßen sie nirgends an. Die Empfindlichkeit ihrer zarten Flügelhaut und des hufeisenförmigen Nasenaufsatzes ist so groß, daß sie den leisesten Widerstand der Luft wahrnehmen. Wir machten uns als Kinder den Spaß, einen Erdklumpen hochzuwerfen, wenn sie zwischen Stall und Scheune hin und hereilten. Sie stockten bann im Fluge und bogen seitwärts ab, getroffen haben wir nie eine. Auch mahnte uns mein Großvater, die harmlosen Nachtgespenster nicht zu schrecken; denn da sie unter den Käfern, Fliegen und Faltern unersättlich aufräumten, hät- ten wir nur den Schaden davon, wenn wir sie verscheuchten. Einmal fanden wir am Morgen eine verunglückte Ohrenfledermaus. Vielleicht hatte sie ein Kauz gegriffen und bann fallengelassen. Als sie nun tot in unserer Hand lag, sahen wir staunend das Körperchen, das nicht größer war als die beiden vorderen Glieder meines kleinen Fingers. Aber fast ebenso groß waren die abenteuerlichen Ohren, die Schallfänger, die den sirrenden Mückenflug erlauschen und, im Fluge nach außen gekrümmt, die Tragfläche vergrößern. So winzig der Rumpf wqr, die Flügel klaffterten weiter, als irgendeiner von uns mit der Hand spannen konnte. Wir maßen nach, es waren vierundzwanzig Zentimeter. Die Hinterbeine und der Schwanz waren in die Flughaut mit eingefpannt. Diese Fledermaus nimmt beim Fluge keine waagerechte Haltung ein, sondern steht dabei schräg aufrecht in der Luft. Dabei verhindern die großen Ohren das Absinken. Auf diese merkwürdige Weise saust die Ohrenfledermaus im Zickzack hin und her, auch in den Gärten der Stadt. Nur sieht sie kaum jemand, weil sie erst bei tiefster Dunkelheit hervorkommt und sich vor dem Morgengrauen in ihre Schlupfwinkel zuruckzieht. Dort, in einer Baumhöhle ober hinter dem Fensterladen hängt sie sich an den Füßen auf, den n2pLnrad) ""Kn, die Flügel wie einen Mantel um Wagend. Wenn die kalte Jahreszeit die Kerfe oertrieben hat, treten die Fledermäuse den Winterschlaf an. Einige Arten suchen auf alten Türmen einen Platz dazu, andere wandern zu Höhlen und Bergwerken. An solchen versteckten Orten überwintern sie zu Scharen, fast ohne Eigenwärme und wie leblos. Erst das Frühjahr weckt sie bann wieder zu neuem Flattern und Jagen. Zeitschriften. — Einen zusammenfassenden Bericht über die „Große Deutsche Kunstausstellung 1941" gibt im September-Heft der Monatsschrift „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann K. G., München) Ulrich Chri- staffel. Zahlreiche Ausstellungswerke findet man in den guten Reproduktionen des bekannten Verlages. Weitere Berichte über die Einzelgebiete der Maleret Plastik und Graphik sind für die nächsten Hefte an» gekündigt. Paul Clemen bringt eine Würdigung des Werkes Ludwig von Hofmanns zu feinem 80. Geburtstag. Der zweite der Architektur gewidmete Tell des Hefte- läßt zunächst eine Gartenanlage in Köln- Marienburg von (Bartengeftalter Roland Weber sehen. Das Wesentlichste für die Gestaltung dieser Anlage ist die Weite der Rasenfläche. Die Möbelfabriken Schildknecht und Rall & Gerber, Stuttgart sind mit neuen Raumgestaltungen vertreten, die sich durch eine große Vielfältigkeit des Einrichtungs» gedankens und der Formgebung auszeichnen, wie die betgegebenen Abbildungen erkennen lassen. Zwei Bremer Häuser des Architekten Arthur Bothe, Bremen, sind architektonische Leistungen von großem Reiz. Die Gestaltung von Arbeitsräumen in einer Porzellanfabrik durch Hermann Gretsch, von R. Har- tuna in Zurich entworfene Dekorationsstoffe und handwerkliche Arbeiten aus der Ausstellung Deutscher Handwerkskunst der Gegenwart in der Kunsthalle in Düsseldorf werden ferner gezeigt. Das in- 5^eiche Heft wird eröffnet mit einer farbigen Abbildung von Adolf von Menzel: „Das Tratte Gymnafe'. Unter dem Thema „Dichter über Bildwerke, die sie lieben", hören wir Wilhelm von Scholz zu diesem Menzelschen Werk. urteilt, acht wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Wohnhäuser als Prämien für kinderreiche Familien. Madrid, 4. Sept. (Europapreß.) Der spanische Staatschef Hot für b i e zehn kinderreich st en FamiliendesLandes Prämien in Form von Wohnhäusern ausgesetzt. Außer dem Hous erhält jeder Preisträger auch noch die gesamte Inneneinrichtung. Zu jedem Hause gehört ein Garten. Handwerkern wird noch eine Werkstatt erbaut werden. Bedingung für die Zuerkennung des Preises ist, daß der Preisträger ausschließlich vom Ertrag seiner Arbeit lebt. Der Caudillo hat dem Nationalen Institut für Wohnungsbau den Auftrag erteilt, schon im nächsten Monat mit der Errichtung der ersten zehn Häuser zu beginnen. Hugo Bruckmann gestorben. Zn München ist der Verleger Hugo Bruckmann, ein alter Mitkämpfer des Führers, Mitglied des Reichstages und des Reichskultursenats, Senator der Deutschen Akademie, Vorstand des Deutschen Museums infolge Herzschlages im 78. Lebensjahr gestorben. Hugo Bruckmann hat sich um die nationalsozialistische Bewegung, insbesondere in ihren ersten Anfängen, Verdienste erworben. Was er dem Führer gerade in den ersten schweren Zähren bedeutet hat, und was ihm die Bewegung verdankt, können heute nur wenige ermessen. Seine Persönlichkeit wird deshalb für immer in der nationalsozialistischen Bewegung fortleben, als einer ihrer treuesten und hilfsbereiten Männer in schwerster Zeit. Das deutsche Volk verliert in ihm einen Mann, der mit dem Aufstieg der Nation aus tiefstem Verfall zu neuer Größe auf das tiefste verbunden war. Der Führer hot deshalb verfügt, daß die Beisetzuna Hugo Bruck- manns in einem Staatsbegräbnis erfolgt. Deutschland verliert mit Hugo Bruckmann zugleich auch einen um das deutsche Kulturleben hochverdienten Verleger. Der Bruckmannsche Verlag wurde vor ollem durch die Herausgabe von Reproduktionen klassischer Kunstwerke und durch die Selbstbio- graphien bedeutender Künstler bekannt. Auch auf dem Gebiet der Kunstzeitschriften ist Bruckmann bahnbrechend geworden. Sein größtes Verdienst war jedoch die Publikation der Werke Houston Stewart Chamberlains, mit dem ihn durch die Familie Wagner enge Freundschaft verband. Das Werk „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts" hat der Anregung Bruckmonns seine Entstehung zu verdanken. Durch Chamberlain kam Bruckmann auch 1923 mit dem Führer zusammen, zu dem er sich bald völlig bekannte. Die Mitgliedsnummer 91 der NSDAP, ist äußeres Zeichen dieser treuen Gefolgschaft. Kleine politische Nachrichten. Im Kampf gegen den Bolschewismus siel SA.- Gruppenführer Arno M a n t h e y, Führer der SA.-Gruppe Ost in Frankfurt a. d. O. Äm Weltkrieg war er bereits mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet. Im September 1939 zog er wieder ins Feld und fand nun im Osten nur wenige Tage vor Vollendung seines 53. Lebensjahres den Soldatentod. * Als Bataillonskommandeur in einem Infanterie- Regiment hat Major Schwa rting, Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, am 26. August bei Kotly seinen Einsatz für Führer und Vaterland mit dem Tode besiegelt. Major Schwarting war im Zivilberuf Rektor und wurde 1888 in Lintel bei Hude geboren. Dos Ritterkreuz verlieh ihm der Führer für sein besonders tapferes Verhalten in der Schlacht bei Beaumont in Frankreich am 9. 6.1940. Als Kompaniechef stürmte er mit einigen Stoßtrupps die zäh verteidigte Pont Gaubron Ferme. Bei dem Sturm wurde er fünfmal verwundet. * Italienische Bombenflugzeuge trafen mit Bomben schweren Kalibers Hafenanlagen von Tobruk, Befestigungsanlagen, Kraftfahrzeuge und Batterien im Gebiet von Marsa Matruk. Jagdverbände griffen im Tiefflug in der Umgebung von Sidi Barani starke Ansammlungen moto- i risierter Einheiten und Depots an. Auf dem Flugplatz von Sidi Barani haben Jäger zahlreiche Flugzeuge am Boden mit MG.-Feuer belegt und im Kampf mit feindlichen Luftstreitkräften achtzehn feindliche Apparate brennend zum Absturz gebracht. ______________________ Aus der Stadt Gießen. Das Lebenszeichen. Jeden Morgen schaut Mutter Schulze in den Briefkasten. Vielleicht hat die Postbotin einen Brief von Erich gebracht, denn es wäre an der Zeit, daß wieder mal ein Lebenszeichen käme. Erich ist der Jüngste in der Familie, er kämpft im Osten. Mutter Schulze denkt immer mit Stolz an ihn und erzählt häufig von der Zeit, wo er noch als kleiner Junge um sie war. „Damals war er auch schon ein sehr aufgewecktes Kerlchen, und Bange kannte er nicht. Aus dem wird mal was, sagten die Nachbarn, die alle ihre Freude an ihm hatten. Ja, er hat mir nie Verdruß bereitet, wenn er auch manchmal mit zerrissenen Hosen ankam. Ein richtiger Junge ist eben kein Duckmäuser. Und nun steckt er schon eine ganze Weile in der Uniform, der Erich. Wo die Zeit nur bleibt. Wenn er nur mal schriebe." Aber ein Tag nach dem andern.vergeht, und die Postbotin bringt keinen Brief. Mutter Schulze schaut immer wieder in den Briefkasten. Sooft sie an der Tür vorbeikommt, bückt sie sich, um in den Schlitz Derdunkelungszelt 5. September von 20.01 bis 6.36 Uhr. des Kastens sehen zu können, es ist schon zur Gewohnheit geworden. „Dem Jungen wird doch nichts passiert sein", denkt sie, beruhigt sich aber gleich wieder mit der Ueberlegung, daß es mit der Post ^ius dem Kampfgebiet nicht immer so schnell gehen kann. Die Nachbarn trösten sie: Stockungen sind unvermeidlich manche Familie hat von ihrem Soldaten zeitweise langer nichts aehört, und dann plötzlich mehrere Briefe fast gleichzeitig bekommen. Natürlich, das ist alles sehr einleuchtend, und Mutter Schulze antwortet auch, daß sie das ganz begreiflich finde, insgeheim quält sie aber doch die Sorge. Schließlich macht sie sich auf und geht mal zu Mutter Lehmann, deren Junge bei demselben Truppenteil steht wie der Erich. „Vierzehn Tage ist es allerdings her, daß unser Wilhelm nicht geschrieben hat", sagt Mutter Lehmann, ,/aber wir werden in den nächsten Tagen schon wieder Post erhalten, das glaube ich ganz gewiß." Und eines Tages ist es wirklich soweit. Als Mutter Schulze sich wieder einmal bückt, um in den Schlitz zu'sehen, schimmert dort etwas Weißes. Wahrhaftig, es ist ein Brief von Erich. Ihre Hände zittern vor Freude, als sie den Umschlag aufreißt, und sie zittern noch einmal, als sie nach der Brille langt. Es ginge ihm gut, schreibt der Erich. Sorge brauche sich die Mutter nicht zu machen. Zum Schreiben käme er eben nicht häufig, weil jeder Tag angefüllt sei mit immer neuen Geschehnissen, aber ihm fehle nichts» und er fühle sich durchaus wohl. Nächstens mehr. Aufatmend legt Mutter Schulze das Lebenszeichen vor sich hin, und ihre Hände gleiten liebkosend über die Schriftzüge. Es steht nicht viel in dem Brief, aber der Mutter genügt es. Und dann erhebt sie sich und geht- freudig bewegt hinüber zu den Nachbarn, um sie teilnehmen zu lassen an dem Glück dieses Augenblicks. H. W. Sch. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr: „Zigeuner- liebe". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Mutter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Die Entführung". „Zigeunerliebe"-Lrstaufführung. Das Theater der Universitäts-stadt Gießen hat es sich zur Tradition gemacht, jedes Spieljahr den Reigen der Operettenaufführungen mit einem Werk des Meisters Franz Lehär zu eröffnen. Dadurch soll das 23ert>ienft Lehars um die Fortsetzung einer deutschen Operettenpflege, die ein kulturvolles Niveau besitzt, gewürdigt werden. Wie im vorigen Jahre der „Paganmi", so eröffnet in diesem Jahre die romantische Operette ,Ligeunerliebe" die Operettenspielzeit. In der Erstaufführung sind in den Haupttollen Gabriele Possinke, Annemarie Schwind, Hella Henzky, Walter Ecsy, Hugo Hellmers-Hall- wegh, Eberhard Kratz und Franz Payer zu sehen, Die musikalische Leitung hat Gerhard Hergert, die Inszenierung Max Schwarze, Bühnenbilder Karl Löffler. üHenieinM M KM W Steuöe Ab 5. September jeden Freitag von 16 bis 17 Uhr in der Schillerschule, Gießen, Kinberlurnen. 36910 (Nachdruck verboten.) 10. Fortsetzung. Nie ÜrelHMmg Mön Vornan von Horst Hiernach „Du, Kathi, ich hab' vorhin gefragt, ob d' ein Gutti haft für mich ...?" Kathi drehte sich langsam um, fie maß Lydia mit einem langen Blick von oben bis unten: „Ah so, du Mistfratz, du mistiger, wegen Gutti findst her zu mir ... Geh doch zu euerm Fräulein, wenn d' was zum Schlecken haben willst. Ihr seid's ja schon ganz dick miteinander ..." Die Eifersucht glitzerte nur so aus ihren Augen. „Ach die ...!" sagte Lydia geringschätzig, „und überhaupt sagt man nicht Fräulein, sondern Fräulein Zögling, hat sie gesagt. Fräulein allein sagt man nur zu Dienstmädchen und Kellnerinnen, aber nicht zu Damen!" Kathi tat einen Schnaufer, der fie zu sprengen drohte: „Das hat sie gesagt? Zu Dienstmadln und Kellnerinnen? Daß das keine Damen nicht sind, hat sie gesagt?" „Grad so hat fie’s gesagt", bestätigte Lydia eifrig. Kathi pfiff durch die Zähne. „Und hat sie vielleicht sonst noch was über mich gesagt?" forschte sie argwöhnisch. . Lydia ließ sich mit dem Nachdenken Zeit: „Nein, sonst eigentlich nichts mehr. — Aber hast jetzt ein Gutti für mich?" Kathi griff zerstreut in ihre Schürzentasche und brachte eine fiebrige Tüte zum Vorschein. „Daß ich keine Dame nicht bin", murmelte sie grimmig, und „Dees haut ja!" und nach einer Weile: „Pfüeti Gott, dees geht guet an, sauber geht dees an, bild- sauber ..." „Krieg ich alle?" fragte Lydia überrascht. „Jajaja, nimm's nur", sagte Kathi abwesend; doch bann kehrte sie wieder in die Gegenwart zuruck: „Und wenn sie wieder was sagt, hast gehört ..." „I versteh schon", nickte Lydia, „und ich werd Obacht geben, da kannst dich drauf verlassen!" Kathi griff wieder nach der Schere, sie rollte den bunten Bogen aus und teilte mit kraftvoll säbelnden Schnitten die Länae für das nächste Schrankfach ab. Manchmal schnaufte sie grimmig auf oder kicherte böse in sich hinein. Lydia saß auf der Ecke des Küchentisches, ließ die herrlichen Himbeerbonbons genießerisch auf der Zunge zergehen, schlenkerte mit den langen, dünnen Beinen und schaute zu, wie Kathi den Schrank auslegte und das Papier mit Reißstiften befestigte. Auf der Gasflamme begann das Kaffeewasser zu summen. „Kannst Bohnen mahlen", brummte Kathi. Lydia hüpfte von ihrem Sitz herab und stelzte zur Wandmühle hinüber. „Aber net zu knapp!" ordnete Kathi an, „heut brauch ich schon was Starks, was einen aufmun» terf — nach dera G'schicht ... Keine Dame! Kchchchch!" Das Wasser auf dem Gasherd sprudelte. Kathi ließ es sprudeln. Zunächst mußte der Schrank einmal fertig werden. „Na, und wie ist fie sonst, die Neue?" Vielleicht, daß Lydia die vielen braven Kinder auf die Nerven gegangen waren, ober die Strafaufgabe, vielleicht aber auch, baß sie merkte, woher ber Wind wehte und daß Kathi nichts weniger erwünscht gewesen wäre, als jetzt etwa ein Loblied auf das Fräulein zu hören. „A gräusliche fade Nock'n is es halt", erklärte Lydia mit einem überzeugenden, abfälligen Achselzucken und merkte, daß Kathi von dieser Antwort tief befriedigt war. „Recht spreizen tut sie sich mit ihrem großkopfeten Grafen Jdell-Zdell!" „Wie schreibt der sich?" fragte Kathi verblüfft. ,Hdell — Strich Jdell", wiederholte Lydia deutlich. „Sach'n gibt’s!" murmelte Kathi kopfschüttelnd, „als ob ein Jdell nicht vollauf langen töt! Wird schon so a Graf sein, vorn nix, hinten nix, aber Jdell-Jdell, ha!" Zn diesem Augenblick betrat die „fade Nocken" die Küche. Es war nicht unmöglich, daß sie den letzten Teil von Kathis Monolog gehört hatte. Lydia zog es vor, zu verschwinden. Sie besann sich, baß bie letzten Zeilen ihrer Strafaufgabe noch auf ber Tafel fehlten, und sie tänzelte mit einem Unschuldsblick an Fräulein Zögling vorbei. Die Gutti- tüte war auf geheimnisvolle Weife aus ihren Händen verschwunden nnb stak wohlverwahrt Über dem Führer und Duce im Osten. Das große Erlebnis der neuen Wochenschau. Das ist das Faszinierende jeder Wochenschau, daß sie den Zuschauer jegliches Frontgeschehen miterleben läßt. So darf er diesmal teilnehmen an der Begegnung der beiden führenden Staatsmänner Europas, die in der gesamten Weltpresse größte Beachtung fand. Der Führer und der Duce bei Besprechungen ber militärischen und politischen Lage, beim Besuche des Reichsmarschalls unb des Generalfelbmarschalls von Brauchitfch, umjubelt von den siegreichen deutschen und italienischen Soldaten. Der Feind verteidigt sich zäh und hartnäckig; seine Rückzugstraßen find gekennzeichnet durch brennende Dörfer und Städte, aber auch durch unabsehbare Mengen von zurückgelassenem Kriegsmaterial. Unaufhaltsam, mit einer unheimlichen Präzision, schiebt sich die deutsche Front immer tiefer nach Rußland hinein. Wessen der deutsche Soldat fähig ist, zeigen in Teilausschnitten die erbitterten Kämpfe um das stark befestigte Luga, wo jedes Dorf, jedes Gehöft, jeder Bunker genommen werden mußte. Verzweifelt, aber vergeblich versuchten die Bolschewiken diese wichtige Schlüsselstellung vor Petersburg zu halten. Die große Bedeutung des eroberten Nikolajew kommt beim Anblick der riesigen Werft- und Fabrikanlagen erst voll zum Bewußtsein. Als Illustrierung verlogener sowjetrussischer Maximen die elenden Bretterbuden und Erdlöcher, in denen zerlumpte Menschen Hausen, neben protzigen GPU.-Kolossalbauten. Wie viele, die das mächtige Gebäude betraten, sind hier zu Tode gemartert worden. Eines dieser GPU.-Häuser wurde deutsches Lazarett, allerdings erst nach gründlicher Beseitigung der unvorstellbaren Mengen von Schmutz und Gerümpel. Siegreiche deutsche U-Boote kehren heim von erfolgreicher Feindfahrt. Ihre Kommandanten, meist Ritterkreuzträger, ihre Besatzungen, vielfach ausgezeichnet, werden mit Zubel begrüßt. I. M. J. Die neuen Mitglieder unseres Stadttheaters. Sie berichten über ihr bisheriges Wirken. Andreas Bolpert, Ballettmeister und Solotänzer. Erstes Studium in Frankfurt a. M. bet Ballettmeister Julius Senfeier, Sallettmebfterin Minni Milani und Ilse Petersen am Konservatorium. Gleichzeitig Eleve am Frankfurter Opernhaus. Erstes Engagement als 1. Solotänzer mit 19 Jahren am Nationaltheater in Mannheim. Zwischen- sbudium in Paris. Der berühmte Ballettmeister Professor Heinrich Kröller verpflichtete mich dann an die Münchener Staatsoper. 1932/35 wieder in meiner Heimatstadt Frankfurt am Opernhaus als 1. Solotänzer und Ballettmeister für die Römerbergfestspiele und Lehrer für klassischen Tanz an der Labanschule. Gastspiele und Tanzabende in Deutschland, Holland und Belgien. Ballettmeister und 1. Solotänzer in Darmstadt. Solotänzer an der Berliner Staatsoper. Ballettmeister und 1. Solotänzer am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Zwischenstudium in Berlin an der Staatlichen Musikhochschule und Mozarteum in Salzburg sowie Gastspiele und Tanzabende. Gastspielvertrag an das Deutsche Opernbaus in Berlin; konnte diese Ser» Stung jedoch nicht erfüllen, da ich eingezogen e. Elf Monate Militärzeit, davon neun Monate als Kradschütze im Westen. Dann verpflichtete mich Intendant Klein nach Gießen. Carl Willy Hahn, Solorepefifor. Geboren bin ich in Bergisch-Gladbach. Mein Säte r, der neben seinem Fabrikationsbettieb auch noch ein Liebhaberorchester leitete, hatte mich zu seinem Nachfolger bestimmt. Die Liebe zur Musik muß ich wohl geerbt haben. Ich erhielt beizeiten Unterricht auf mehreren Instrumenten, so daß ich bald bei den Proben immer da einspringen konnte, wo es notwendig war. 1916 kam ich zum Kölner Konservatorium, wo meine systematische Ausbildung begann. Bis zu meiner Einberufung zum Heeresdienst 1918 hatte ich als Hauptfach Klavier und Trompete belegt, nach dem Weltkrieg nur noch Klavier und die Fächer zur Vorbereitung für die Dirigentenlaufbahn (Prof. A. v. Othegraven). Mit Erfolg habe ich Männer- und gemischte Chore geleitet, mich als Arrangeur und Komponist betätigt und durch Unterricht in Theorie, Klavier und Direktion bei namhaften Künstlern weiter gebildet. Im jetzigen Krieg war ich als Zugmelder in einem Infanterie-Regiment u. a. zu besonderem Einsatz mit an der Oberrheinfront und einige Monate bei einer Wehrmachtsbühne in Frankreich. n andervorschläge für den Sonntag. r Gladenbach — Dernbach — Trlngenstein — Eisemroth. Wir fahren über Niederwalgern nach dem an- mutig in einem Talkessel gelegenen Gladenbach. Von hier geben uns schwarze Punkte nahezu auf der ganzen Wanderstrecke das Geleite. An der Ruine Blankenstein vorüber kommen wir über Kehlnbach, später durch Römershausen, mit unterwegs hübschen Blicken, in kräftigem Anstieg nach dem hochgelegenen Dernbach, das von den Resten einer Burgruine bekrönt ist. Der weitere Weg führt durch prächtigen Hochwald und über Heide durch Wallenfels, einem einsamen, aber reizvoll in einer Bergschlucht liegenden Dorfe, und über den Wil- helmstein, einigen mächtigen, mitten im Walde gelegenen Grünsteinfelsen nach dem hoch und malerisch gelegenen Tringenstein. Von der es überragenden Burgruine, wo auch ein Modell der ehemaligen Burg aufgestellt ist, genießt man eine herrliche Aus- und Fernsicht. Nunmehr ohne Zeichen steigen wir abwärts, kommen durch das in eine enge Schlucht eingebettete Oberndorf und erreichen nach insgesamt fünfstündiger Wanderung Eisemroth, von wo wir über Herborn heimfahren. Gießen — Wettenberg — Wißmar — Badenburg — Gießen. Unsere Wanderung beginnt am Neustädter Tor und führt die Krofdorfer Straße entlang bis zum Wegweiser, wo wir nach rechts abbiegen und bald darauf einen Feldweg aufwärts über eine Eisenbahnbrücke zum Wettenberg gelangen. Hier erfreuen wir uns an dem schonen Ausblick über Gießen und das Lahntal, sowie nach Gleiberg, Vetzberg und Dünsberg. Unterwegs haben wir schon außer schwarzen Punkten den roten Ring der Markierung „Rund um Gießen" angetroffen, der fortan unser Wegzeichen bildet. Am Launsbacher Sportplatz vorbei leitet uns das Zeichen auf einem Höhenweg mit andauernd prächtigen Blicken nach der Waldeckslärche, einem mit Ruhebänken versehenem Plätzchen mit herrlicher Aussicht. Wir steigen nun abwärts nach dem vor uns liegenden Wißmar, umgehen zum größten Teil den Ort, um später bei der Eisenbahnbrücke die Lahn zu erreichen und wandern am jenseitigen Ufer entlang nach der bewirtschafteten Badenburg, in deren altem Gemäuer es sich gut rasten läßt. Zum Heimweg benutzen wir nun blaue Ringe, die uns am Bahnkörper entlang nach Gießen zurückbringen. Wanderzeit vier Stunden. Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH. Gießen. Unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Ritter, fand gestern im Stadthaus, Bergstraße, die diesjährige ordentliche Gesellschafter-Versammlung der Gemeinnützigen Wohnungsbau G. m. b. H. Gießen, der Organisa- ADÖX igü Gummizug ihrer Schlupfhos?. Kathi ließ sich durch die Anwesenheit von Fräulein Zögling nicht in ihrer Beschäftigung stören. Sie schnitt den letzten Bogen zurecht und legte ihn in das unterste Schrankfach. Fräulein Zögling bemerkte den klappernden Kochtopfdeckel und die zischende, rote Flamme. „Oh, Sie bereiten wohl gerade den Kaffee ..." „Vorläufig lege ick einmal den Schrank aus", antwortete Kathi auf Hochdeutsch mit wohllautenden Vokalen, die ans griechische Lautbild erinnerten. Fräulein Zögling befeuchtete sich die Lippen, ihre Nasenflügel zitterten ein wenig, fie holte scharf Luft .Aber nein! Sie wollte und mußte es mit Güte versuchen, mit beschämender Güte! Sie trat zum Gasherd hin und stellte die Flamme auf den Sparbrenner ein. Dann schnippte sie mit den Fingerspitzen ein Stäubchen von ihrem Kleid und hob den Blick freundlich zu Kathi empor. Allerdings senkte sie ihn bald, da sie zwei eiskühlen Augen begegnete, auf Kathis Busen, und von dort, da dessen weiche Fülle sie verwirrte, in tiefere Regionen: „Ich weiß, Kathi, wie sehr Sie an Frau Hell- roang gehangen haben. Sie ist nicht mehr. Aber ihre Aufgaben sind geblieben und auf uns gefallen. Nun, ich glaube, wir werden sie am besten erfüllen und am meisten im Sinne der Ihnen so teuren Entschlafenen handeln, wenn wir in Eintracht und voller Verständnis füreinander zusammenwirken. Ich bin baau gern bereit — und hoffe von Ihnen das gleiche/ Sie nickt Kathi zu und schloß geräuschlos die Tür hinter sich. Kathi atmete auf, als hätte sie während der ganzen Zeit, in der Fräulein Zöglings Worte auf sie einströmten, das Atmen vergessen. Dann saugte sie mit, jenem nervenzermürbenden Geräusch Luft zwischen Schneide- und Eckzahn hinein und murmelte: „ftrampffjenna, falsche ...!" Und das war alles, was sie zu dem Appell von Fräulein Zögling an einträchtiges und verständnisvolles Zusammensein zu bemerken hatte. Und es klang nicht gerade verheißungsvoll für die Hausdame. — Konrad Hellwang merkte nichts davon, daß in dem Haufe eine Lunte brannte, die von dem Zimmer Fräulein Zöglings über die Treppe zur Küche liej^ eins Lunte, die nach zwei Seitey zu gleicher Zeit schwelte und an zwei Pulverfässer angeschlossen war. Es fragte sich nur, welches von beiden sie zuerst erreichen und zur Explosion bringen würde. Nein, es wurde nichts aus dem Frieden und aus der Eintracht, wovon Fräulein Zögling so schön gesprochen hatte. Zwar kam es nie zu irgendwelchen lauten Auftritten, aber ständig waren Reibungen vorhanden, die Elektrizität von hoher Spannung erzeugen. Es waren lächerliche Dinge; nur durch die Hartnäckigkeit von Fräulein Zögling, die den Pfad der Güte bald verließ, und durch die Sturheit Kathis, die auf ihre älteren Rechte pochte und sich von der „Neuen" nichts bieten lassen wollte, wuchsen sie und plusterten sich bösartig auf, Kathi ging mit Gas und Licht nicht gerade sparsam um. Es kam ihr mehr als einmal vor, daß sie die Birne im Keller brennen ließ und sich auf diese Weise den mühseligen Handgriff zum Schalter ersparte, wenn fie nach drei Tagen wieder Kartoffeln holen ging. Fräulein Zögling hatte den Ehrgeiz, die erschreckend hohen Gas- und Licht- redjnungen herunterzudrücken. Kathi stellte die Schuhe der Kinder zum Trocknen auf den Ofen. Fräulein Zögling nahm sie herunter, weil sich durch das Dörren die Sohlen lösten und das Oberleder brüchig wurde. Kathi verbrauchte ungeheure Mengen von Hauspuhmitteln, Bohnerwachs und Seife. Fräulein Zögling schränkte den Verbrauch ein. Kathi zerschlug Geschirr. Fräulein Zögling setzte es zur Hälfte am Monatsersten von ihrem Lohn ab. Und das war wohl der schlimmste Tort, den sie Kathi antat. Es war zwar streng gesetzlich, oh, das Fräulein wußte in solchen Sachen Bescheid, aber es verstieß gegen bas Gewohnheitsrecht im Hellwangschen Hause. Nie wäre das Luisa eingefallen, und einen Augenblick lang war Kathi nähe daran, der Neuen den ganzen Krempel vor die Füße zu schmeißen. Einen Augenblick nur, bann verzichtete sie auch auf bie rasch erwogene Be- fchwerbe bei Hellwang unb schluckte die Kränkung wortlos herunter. Es ging noch eine ganze Menge in sie hinein. Vorläufig sammelte sie ein Körnchen Pulver nach dem anderen. Oho, wenn die Neue sich einbilbete, sie auf solche Art zu vergrämen und aus dem Hause zu ekeln, dann täuschte sie sich aber ganz gewaltig. Wer hier hinausgeekelt würde, das sollte mal erst bie Zukunft erweisen! (Fortsetzung folgt.) schulunterricht gesetzlich festgelegt ist, also ein gewisser Zwang besteht, so muß sich doch der junge Mensch darüber klar sein, daß die Berufsschule mit ihren Einrichtungen nicht dazu da ist, um einigen Lehrern Beschäftigung zu geben, sondern daß sie seinem eigenen späteren Fortkommen dient. Es ist bedauerlich, wenn immer wieder aus den Kreisen der Berufsschullehrer Klagen darüber kommen, daß die jungen Arbeitskameraden nicht immer den notwendigen Eifer, den Drang, etwas zu lernen, haben, sondern vielfach durch unangebrachtes Benehmen das schwere Amt der Berufsschullehrer noch weiter erschweren. So hat der junge Mensch hinreichend Gelegenheit, ein guter Facharbeiter zu werden. Betrieb, Berufsschule, Deutsche Arbeitsfront und noch andere Stellen kümmern sich um ihn, und es muß dann auch erwartet werden, daß diese Bemühungen anerkannt werden. Die erwachsenen Gefolgschaftsmitglieder haben die Pflicht, ihre beruflichen Leistungen einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Es sage keiner, er habe dies nicht nötig, er könne alles. Das gibt es nicht, so vollkommen ist kein Mansch. Die Technik schreitet immer weiter fort, es gibt immer neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, und der Tüchtigste und Fähigste kann immer noch etwas dazulernen. Wieviel mehr muß aber erst der Avbeits- kamerad an sich arbeiten, der früher vielleicht eine schlechte ober überhaupt keine Ausbildung bekommen hat. Mit der Lehre ist die Ausbildung nicht sprechen. In diesem Zusammenhang sei auch auf die von der Deutschen Arbeitsfront in den Reichsschulen für Arbeitssührung laufend durchgeführten Lehrgänge für Betriebsführung hingewiesen. Für die Gefolgschaftsmitglieder ergeben sich aus dem bestehenden Mangel an Menschen in allgemeinen und guten Fachkräften im besonderen ebenfalls Pflichten. Diese sind a) für den Berufsnach- wuchs, während der Lehrzeit alle Anstrengungen zu unternehmen, ein guter Facharbeiter zu werden. Es ist nicht damit getan, die tägliche Arbeit, weil es verlangt wird, zu tun, es 'tommt vielmehr darauf an, wie sie getan wird. Dom Berufsnachwuchs muß in erster Linie Einordnung in die Gemeinschaft und damit Anerkennung der Autorität des Vorgesetzten verlangt werden. Diese Einordnung in die Gemeinschaft muß sich sowohl in der Einstellung zur Arbeit als auch im Benehmen gegenüber den älteren Arbeitskameraden zeigen. Die Fugend muß in erster Linie zunächst dienen, gehorchen lernen, denn nur dann kann sie später selbst führen. Es muß vom Berufsnachwuchs weiter verlangt werden, daß alle gebotenen Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung, sei es nun innerhalb oder außerhalb des Betriebes, ausgenutzt werden. Die betriebliche Ausbildung kann nicht so vollkommen sein, daß nicht doch noch Lücken auszufüllen wären. Es muß vom Berufsnachwuchs weiter verlangt werden, daß die Berufsschule regelmäßig und mit dem Willen, etwas Leistung groß geworden unb hat Weltgeltung errungen. Äuch diesmal gilt es, durch unsere Arbeitsleistung, unser Können und unseren Einsatz die Erfolge, die unsere Soldaten mit der Waffe in der Hand erringen, zu sichern. Hier liegt die Verpflichtung für den schaffenden deutschen Menschen. (Schluß.) 2. Die Betriebe haben die Pflicht, die bereits aus der Lehre herausgewachsenen Gefolgschaftsmitglieder berufserzieherisch zu betreuen, und zwar einmal, um Sünden der Vergangenheit und deren Auswirkungen zu beseitigen, und zum anderen, um die Gefolgschaft als Ganzes gesehen zum höchsten Leistungsstand zu bringen. Die Gefolgschaft der Betriebe setzen sich ja in vielen Fällen aus Menschen zusammen, die in früheren Fahren eine schlechte oder überhaupt keine Ausbildung genossen haben und die daher jetzt auf den notwendigen Leistungsstand gebracht werden müssen. Die Erziehung zum nationalsozialistischen Arbeitsmenschen setzt allerdings das Vorhandensein eines Führerkorps voraus, welches in der Lage ist, die Gefolgschaft im wahrsten Sinne des Wortes zu führen. Meister, Abteilungsleiter, Betriebsingenieure, Vorarbeiter, Lehrmeister, Ausbildungsleiter und Lehrgesellen müssen Menschenführer sein, denen die Gefolgschaft willig und freudig folgt, so daß der Betriebsfriede gesichert ist und auf Grund der Arbeitsfreudigkeit die Leistung des Betriebs wächst. Ehe daher die Gefolgschaft ausgerichtet werden kann, muß eine Ausrichtung der betrieblichen Unterführer erfolgen. Die Deutsche Arbeitsfront hat in ihren Reichsschulen für Arbeitsführung laufend Lehrgänge eingerichtet, in denen die Ausrichtung der betrieblichen Unterführer vorgenommen wird. Jedem Betriebsführer, der Wert darauf legt, daß seine Gefolgschaft von der menschlichen Seite her richtig geführt wird, kann daher nur empfohlen werden, seine Unterführer, soweit dies nicht bereits geschehen ist, durch einen derartigen Lehrgang laufen zu lassen. Der Betriebsführer als Spitze des Betriebs muß natürlich in erster Linie in Ordnung fein. Er soll durch seine Haltung, seine Leistung und seine Einstellung zur Volks- und Leistunasgemeinschaft Vorbild sein. Rur bann, wenn er selbst bereit und in ber Sage ist, seiner Gefolgschaft bas von ihr Verlangte vorzuleben, ist er als Betriebsführer, Führer einer menschlichen unb sachlichen Gemeinschaft anzu- Serusserziehulig, Verpflichtung für die Gegenwart und Zukunft Vom Kreisberufswalter der DAF. Müller, Gießen beenbet. Die Lehrabschlußprüfung weist ja auch nur bas erforberliche Minbestwissen und Mindestkönnen noch. Auf dieser Grundlage gilt es dann weiter aufzubauen. Im Leben wird sich immer nur der Könner durchsetzen, und die Gemeinschaft des deutschen Volkes braucht jetzt und in Zukunft Könner. Die Deutsche Arbeitsfront gibt den erwachsenen Volksgenossen in den Uebungsstätten hinreichend Gelegenheit, die beruflichen Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Der im gestrigen Anzeigenteil erschienene Arbeitsplan kann jedem Arbeits- zu lernen, besucht wird. Wenn auch der Berufs- Kameraden zur Durchsicht dringend empfohlen werden. So wie die Leistungen der einzelnen Gefolgschaftsmitglieder zusammengefaßt die Leistung des Betriebes ergeben, ersteht darüber hinaus als Zusammenfassung der betrieblichen Leistungen der deutschen Wirtschaft die Gesamtleistung des deutschen Volkes. Deutschland ist schon einmal durch feine tion für unseren städtischen Kleinwolsnungsbau, statt, nachdeiN eine Sitzung des Aufsichtsrats vorausgegangen war. Fm Mittelpunkt der Beratungen standen der von dem ehrenamtlichen Geschäftsführer, Derwaltungsamtmann Gilbert vorge- legte Geschäftsbericht über das 5. Geschäftsjahr der Gesellschaft (1940), ferner die Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung 1940 unb ber Haushaltsvoranschlag für bas Kalenberjahr 1941. Es ergab sich aus bem Bericht unb der Bilanz, daß die wirt- fchastliche Lage der Gesellschaft gesund ist und damit die Grundlage für ihr weiteres gedeihliches Schaffen im Wohnungsbau in unserer Stadt besteht. Die Gesellschafterversammlung nahm mit Befriedigung von diesem guten Stand Kenntnis. Betriebssporttag bei Bänninger. Am Samstag hielten die Gefolgschaftsmitglieder der Firma Bänninger G. m. b. H. in Gießen auf ihrem schön gelegenen Sportplatz ihren diesjährigen Sommersporttag ab. Rach der Flaggenhissung begrüßte D r. Budde n s i e k die angetretenen Teilnehmer, wobei die männlichen Mitglieder der Belegschaft mit 43 v. H. und die Frauen mit 24,5 v. H. angetreten waren. Wegen dringender Erntearbeiten konnte ein großer Teil der auswärtigen Gefolgschaftsmitglieder nicht antreten. Der sportliche Wettbewerb unterstand der Leitung des altbewährten Turners Fs heim. Es wurden durchweg gute sportliche Leistungen gezeigt, besonders von den jugendlichen Gefolgschaftsmitgliedern, die im Frühsport jeden Morgen unter der bewährten sportlichen Leitung des Turners Bettin ihren Körper üben unb kräftigen. Es sei nebenbei erwähnt, baß Turner Bettin auch ben wöchentlichen Sportabenb der Gefolgschaftsmitglieber leitet. Eine gute sportliche Leistung zeigte ein 63jähriges Gefolgschaftsmitglieb, ber in ber Klasse ber Teilnehmer über 50 Jahre noch ben 4. Preis erringen konnte. Nachstehend die Sieger der verschiedenen Altersklassen: 14—16 Jahre Hans Pitz,. 16—18 Jahre Walter Quast, 18—30 Jahre Ernst Haas, 30—40 Fahre H. Deibel, 40—50 Jahre Fritz Huttel, über 50 Fahre Heinrich Vogel. — Frauen aller Klassen: Frau Liselotte Lauer. Eine große Fröhlichkeit lag über der ganzen Veranstaltung, unb es war eine Freube zu sehen, wie die Gefolgschaftsmitglieber sich mit Begeisterung ber Sache Hingaben. Von ber Firma gestiftete wertvolle Preise würben an bie Sieger verteilt. Mit bem Gruß an ben Führer beschloß Betriebsobmann Ä i e h l ben fröhlich verlaufenen Sporttag. * NSG. Verbraucherhöch st preise für Speisefrühkartoffeln, (a) Kleinoerteilerpreise ab Laben unb Marktverkaufsstelle; b) Abgabepreis des Erzeugers an den Verbraucher ab Hof.) A d so fort bis 10. September: Weiße, rote, blaue Sorten, je Vi kg: 1. Sortierung a) —,05 RM., b) —,04 RM.: 2. Sortierung a) —,037 RM., b) —,023 RM. Gelbe Sorte, je XA kg: 1. Sortierung a) —,05V? RM., b) —,04% RM.; 2. Sortierung a) —,04 RM., b) —,026 RM. Ortssporttag in Großen-Linden. # Großen-Linden, 2. Sept. Am Sonntag fand der Ortssportgemeitlschaftstag statt. Nach der Morgenfeier mit einer Ansprache des stellvertretenden Vereinsführers Georg Klingel- Höfer, Fahnenspruch und gemeinsamem Lied, begannen die Wettkämpfe. Um 17 Uhr erfolgte die Siegerehrung durch den Ortsgruppenleiter Dr. Karl Römer. Ergebnisse: Mannschafts-Dreikamp s: SA. 232 Punkte, HI. 201, Pol. Leiter 178. — H I., Klasse A, Zwölfkampf: 1. Hans Weiß, 2. Heinz Funker, 3. Werner Happel. — H F., Klasse B, Zwölfkampf: 1. Rudi Weinandt, 2. Kurt Röhn, 3. Erwin Brandenburger. — H I., Klasse A, D r e i k a m p7 : 1. Walter Quast, 2- Werner Happel, 3. Hans Weiß. — H F., K l a s s e B, Dreikampf: 1. Willi Menges, 2. Erwin Faber, 3. Kurt Röhn. — D F., Klasse I, Dreikampf: 1. Hanz Langsdorf, 2 Rudi Schorge, 3. Heinz Weber. — D I., Klafse.il, Dreikampf: 1. Erwin Weinandt, 2. Ludwig Hedrich, 3. Willi Weiß. — B D M., Klosse Ä. Dreikompf: 1. Luise Faber. — B D M., Klasse B, Dreikampf: 1. Loni Schmelz, 2. Hilde Funker, 3. Ilse Faber. — BDI M, Jahrgang 1927/1928: 1. Martha Happel, 2. Ilse Degen, 3. Jrmqord Leun. — BDFM., Jahrgang 1 929/1 93 1: 1. Marianne Bokes, 2. Ida Velten, 3. Gisela Gümbel. Taubstummes Kind überfahren. LPD. Friedberg, 4. Sept. In der Frankurt^r Straße lief ein sechsjähriges taubstummes Mädchen in ein Pastauto, dessen Fahrer keine Ausweichmöglichkeit mehr hatte. Dos Kind wurde so schwer verletzt, daß es kurz darauf st a r b. Lebensmittelkarten durch Einbruch gestohlen. LPD. Wetzlar, 4. Sept. Beim hiesigen Lebensmittelamt stellte man in der letzten Zeit dos Fehlen von Fett- unb Nährmittelkarten fest, ohne baß man sich beren Verschwinben erklären konnte. Die Ermittlungen haben jetzt zu ber Feststellung geführt, baß ein 50jähriger Mann mit einem Nachschlüssel einen Schrank im Lebensmittelamt geöffnet unb daraus Fett- unb Nährmittelkarten entwendet hat. Er konnte sich um so leichter Zutritt verschaffen, als feine Ehefrau dort nach Büroschluß Putzarbeiten vornimmt, wobei er ihr gelegentlich behilflich war. Die Polizei beschlagnahmte noch 26 Karten, die sich im Besitz des Diebes befanden. Kind in heißem Wasser tödlich verbrüht. LPD. Marburg, 4. Sept. In einem Hausgar. ten in der Danziger Straße fiel bas 2 Vr j ä h r i g e Töchterchen ber Familie Peter Klee in einen mit heißem Wasser gefüllten Behälter, den eine Anwohnerin dorthin gestellt hatte, ohne an etwa dort spielende Kinder zu denken. Das schwer verbrühte Mädchen ist trotz ärztlicher Bemühungen g e st o r b e n. TNufchenheim 1. Jgd. — Großen-Buseck 1. Jgd. 2:6. Am Sonntag trafen sich die Mannschaften zum fälligen Rückspiel in Muschenheim. Vom Anstoß ab entwickelte sich ein schnelles Spiel. Großen-Buseck spielte leicht überlegen. Nach dem Wechsel kamen die Platzbesitzer innerhalb drei Minuten zu zwei Gegen- treffern. Großen-Buseck nahm dann mehr unb mehr bas Spiel fest in die Hand. Was verflecht und fettig war, machte iMi frifch und klar! iMi roäfcht stark verschmutzte ßerufekkiöung ohne Seife und Waschpulver. Ferdinand Heller Joseph Heller Wilhelm Heller Reinhold Roschnlk. Marlechen Großmann Lotte Roschnlk, geb. Großmann Karl Heller WetzJar, Berlin, Gießen, Königsberg, Essen, Kassel, den 4. September 1941. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. September, vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des Wetzlarer Friedhofes aus statt. __3695 D Versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche nahm Gott der Herr unsere liebe Mutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Maria Grofemann geb. Heller nach kurzem schweren Herzleiden zu sich in die Ewigkeit. In tiefem Schmerz: Am 1. September 1941 wurde unsere liebe, gute Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Maria Hausrath geb. Daube von ihrem langen Leiden erlöst. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt. Für die erwiesenen Beileidsbezeugungen und Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Gießen, Löberstraße 19 II. 02951 Ab 5. September 1941 findet die Familien Sprechstunde für Angehörige aktiver Soldaten (Berufssoldaten) im Reservelazarett I Gießen (Standortlazarett/ werktäglich, außer Samstags, von 16 bis 17 Uhr statt. Der Standortarzt. 3712D Sterbefälle. Am 17. 8. Hüttenarbeiter Heinrich Kurz, 64 Jahre, Greifenstein, Kr. Wetzlar. 18. 8. Schleifer Paul Scheid, 17 Jahre, Atzbach, Kr. Wetzlar,-Hilfsarbeiter Christian Volk, 21 Jahre, Wetzlar, Kirchgasse 8; Elisabeths Röhrich, geb. Schneider, 53 Jahre, Gießen, Ederstraße 30.19.8. Gastwirt Robert Meuser, 81 J^ Gießen, Wernerwall 1; Landwirt Karl Nern, 71 I., Lang-Göns, Kr. Gießen, Hundstatenstr. 25. 20. 8. Lisette Bellersheim, geb. Schäfer, 58 I., Ehringshausen, Kr. Wetzlar, Saarstr. 38. 21. 8. Wilhelmme Weber, geb. Deibel, 43 Jahre, Gr.-Linden, Kreis Gießen, Frankfurter Straße 27; Metzgermeister Wilhelm Sommer, 56 Jahre, Allendors, Kr. Wetzlar; Luise Stadler, geb. Schäfer, 32 Jahre, Wetzlar, Friedensstr. 39. 22. 8. Reichsbahnobersekretär a. D. Andreas Ehmer, 85 Jahre, Gießen, Marktstraße 23; Hilfsarbeiter Wilhelm Carl, 54 Jahre, Tiefenbach, Kr. Wetzlar, Hohlstr. 50a; Christine Bink, geb. Bergk, 63 Jahre, Lang-Göns, Kr. Gießen, Neugasse 11; Gisela Weigand, 9 Jahre, Watzenborn-Steinberg, Goetbeitraße 12. 23. 8. Prakt. Arzt, Sanitätsrat Dr. Hermann Fritz, 81 Jahre, Gießen, Memeler Straße 4. 24. 8. Landwirt Wilhelm Schevv, 61 I., Ebersgöns, Kr. Wetzlar; Kaufmann Karl Rodenhausen, 47 Jahre, Gießen, Bismarckstraße 30. 25. 8. Bahnhofsaufseher i.R. Johannes Ullrich, 91 Jahre, Gießen, Marktstraße 19; Anna Lenz, geb. Gimbel, 64 Jahre, Wetzlar, Wiegandstraße 1. 28. 8. Maria Schad, geb. Luft, 80 Jahre, Gießen, Ludwigstr. 24; Karin Büttner, 3 Monate, Gießen, Sonnenstraße 7. 29. 8. Hilfsarbeiter Karl Müll, 47 Jahre, Watzenborn-Steinberg. 30. 8. Bäckermeister Georg Zissel, 57Jahre, Gießen, Walltorstr. 19; Bauunternehmer Christian Fey I., 63Jahre,Lich,Kr. Gießen, Menges- straßo 19; Reichsbahnfchlosser i. R. Emil Kolbe, 711., Gießen, Wernerwall 5. 31. 8. Leoni Reitz, 1 Jahr, Lich, Kr. Gießen, Butzbacher Str. 13; Landwirt Wilhelm Möglich, 58 I., Volpertshausen, Kr. Wetzlar. auch für Streu zwecke geeignet, gibt kostenlos ab 3602D E. H. Müller K..-G. Holzwarenfabrik Gießen, Schillerftraße 18 24. | Mietgesuche | Beamtenwitwe mit2Töcht.sucht 4—5-Zimmer- Wohnung im Zentrum der Stadt, eventl.im Tausch. Schriftl. Angeb. u. 02936 an den Gieß.Anz. Wohnung sucht Ehepaar (Akademiker), z. 1. Oft. od.s Väter in Gießen oder verkehrsgünstiger Umgebung. Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen |Verschiedenes| Einladung Alle i. Ruhestand befindlichen städt. Arbeiter und die Witwen städtisch. Arbeiter werden auf Sonntag,den 7. 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