?<<<■■<■ MWkW WStoW*-,<*f ■ >t y. #: Z / f\ «K~ 4E4 VA :■ ^’’/-X V- ' s -, ;.= Mittwoch. 5. Mr, l Mexiko holten, sollte gleich eine gemeinsame deutsch- russtsch-japanische-italienische Operation gegen Amerika unternommen werden. Hier waren die Rollen ipnau verteilt, jeder der vier Partner sollte sich das hm passende Stück aus dem amerikanischen Kuchen tbneiDen: Deutscküand und Italien (auf dem See- und Lustwege: Südamerika: Japan: Mexiko und Sowjetrußland- Alaska). Richt genug damit, daß ernst zu nehmende amerikanische Blätter diesen blühenden Unsinn gebracht hatten, war er auch noch in der Pressekonferenz des Staatsdepartements allen Ernstes besprochen worden wobei der Unterstaatssekretär Sumner Welles — ebenso bezeichnender- weise! — sich nur herbeiließ, lediglich Rußland ein Ebrenrettunasdiplom auszustellen, indem er erklärte, Amerika fühle sich durch Rußland nicht be- 141. Jahrgang Nr. 54 Eriktieini rauhet), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Tie .Uhiitrterte Gießener )>aniilienblaiier Hennar nnBild TieSclwlle Monats-Be^ngovreis: Mit 4'Beilagen RM 1.95 £'hne?dluihierte ,. 1.80 Buftellgebübr. -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen '.Uiimmem infolge höherer Gewalt ^ernivrechanfrhluh 2251 Drahtanschrift. „Anzeiger" Poiischeck1l6»ksbrants. M 'Annahme von 2lnfernen für die Miitagsnuiuuier bis 8'/, Uhr heö'Jtnnnittaad ♦2lnneigcns*l*reife: Anzeigenteil 7 Rvi ie mm bei 22 nm' Bellenbreite, Wertteil 50 Rot. ie mm bei 70 mm Seilenbreite Nachlässe. Wiederholung Rtalftaffell AbschlüfieMeugenuafiel B Plavvorichnft < vorherige Bereinbarung) 25'mehr Sofia, 4. März. (Europapreß.) In ganz Bulgarien herrscht Ruhe und eine zuversichtliche, freu- dige Stimmung. In Sofia ist viel Militär auf den Straßen zu sehen Auch konnte man zahlreiche stan- zerwagen in den Straßen beobachten. In den Mit- tagstunden des Montags zogen Hunderte von bub aarikhen Legionären der örtlichen faschlstlschen Organisation durch die Stadt zur deutschen G e s a n d t s ch a f t, um dort ihrer Freude über die lebte Entwicklung Ausdruck zu verleihen. Aus Anlaß des größten bulgarischen N a t i 0 n a 1 f e 1 e r. tages fanden am Montagnachmlttag, wie alftahr- lich, in Sofia Kundgebungen der natio- nalen Studentenverbande statt. Ein feier» lieber Marsch der Studenten führte durch die Hauptstraßen Sofias, wobei vor den Gesandt- schäften Deutschlands und Italiens begeisterte Hochrufe laut wurden Beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurde K ö n i a Boris von einigen Soldaten erkannt, obgleich er in Zivil war und von den Truppen f r e u - dig begrüßt. König Boris dankte für den Gruß Moskau durchschaut Amerika Bon unserem N.-Berichierstntter Bulgarien in deutschem Schuh. droht. Dazu bemerkte die „Prawda" mit Recht, das sei offenbar die höchste Stufe des delirium tremens, das sich vom dem vulgären Alkoholismus nur durch . die verfeinerte Technik unterscheide. In welcher merikanischen Hafenkneipe. so fuhr das Blatt fort, dieser fumofe ..Plan" entstanden sei, sei nicht so in- teresiant. wie die Feststellung, daß diese offenbar mit den großen Neuyorker Zeitungsredaktionen auf dem gleichen Niveau ständen, und es sei nur die Frage. ob die Banditen in dieser Hafenkneipe eine politische Konferenz abgehalten oder die Korrespondenten in der Washingtoner Pressekonferenz Schnaps getrunken und Kukaraca getanzt hätten. Damit hat die „Prawda" die Angelegenheit zur Genüge gekennzeichnet. Man ist im übrigen in Moskau nüchtern genug, um darüber zu lachen — wenn man sich auch über b(e Tatsache, daß in der gegenwärtigen Phase dec größten Anspannung auch in der amerikanischen Außenpolitik solche Dinge möglich sind, allerlei Gedanken macht. Und dies umsomehr, als nur einen Tag später eine neue Eskapade geschah, die wiederum Amerika in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit Rußlands rückte. Da brachte die „TASS." die Meldung aus Amerika, daß dort das Tagebuch des ehemaligen Botschafters in Berlin Dodd veröffentlicht wurde, die Inhaltsangabe der fowjetamtlichen Agentur ließ die Svwjetöffentlich- feit vermuten, daß vielleicht auch die plumpen Anwürfe vom Tage zuvor ihren bestimmten Zweck gehabt haben mögen. Denn was man hieraus entnahm, bewies nur zu deutlich, daß die Sowjetunion von gewissen amerikanischen Diplomaten vom Schlage eines Doot) oder Bullitt in den Kreis jener Mächte einbezogen werden sollte, gegen die eine hinter den Kulissen spielende Tätigkeit der pluto- kratischen Kriegstreiber angefetzt wurde, um durch die Provozierung eines deutsch-russischen Zusammenstoßes einen 0 st europäischen Kriegsbrand heroorzurufen. Man kennt dieses englisch-amerikanische Rezept: Deutschlands Energien- nach dem Osten ablenken, m einem deutsch-russischen Krieg die Kräfte beider Geg- ner zur Erschöpfung zu bringen - und das alles zu Gunsten der englifch-franzostschen Vorherrschaft auf dem Kontinent und der englisch-amerikanischen Weltherrschaft. — Daß die Tätigkeit des Herrn Bullitt hierbei in Moskau besonders interessierte, ist begreiflich, da dieser Mann jahrelang Botschafter in Moskau gewesen war und sich hier geflissentlich als besonders russenfreundlich, ja als Anführer eines amerikanischen Kreises zu geben verstand, der angeblich nichts so sehr wie ein amerikanisch-russisches Zusammengehen herbeisehnte Man kann es begreifen, daß all diese Geschuhten in der russischen Oeffentlichkeit zu einem fühlbaren Rückgang der Amerika-Begeisterung und einer erheblichen Ernüchterung m den gegen eitigen Beziehungen geführt hat. Hier hat Rußland einmal Gelegenheit gehabt, Amerika zu sehen, wie es wirklich ist, und der Russe, der, wie gesagt, amerikanische Entwicklungen stets mit dem großen Interesse verfolgte, der aber auch eine feine Witterung für wirkliche Freundschaften bat — flieht unerbittlich feine Schlußfolgerungen 2etz erscheint ihm auch die englisch-amerikanische Busenfreund- schäft, der er nie sonderlich getraut hat, in einem besonderen Licht, und mit einer unbestechlichen Of- fenbeit leuchtet er hinter die Kulissen der amerikanischen E n g l a n d b i l f e und enthüllt immer von neuem die wahren Beweggründe dieserAkwnbie angeblich nur die Rettung Englands zum Ziele bat Verfolgt man die iowietrussi'che Presse so -aM immer w'eder auf, daß sowohl die führenden Moskauer Zeitungen (Prawda. Iswesttfa. Trud) als auch die Militärblätter (Krasnaja Swesda, Krasny Flöt) in ausführlichen Ueberfichten und Einzelmeldungen den Stand der Englandhilfe, ihre Hintergründe und Auswirkungen zu beleuchten trachten. Dabet hat fett geraumer Zeit die Überzeugung überhand genommen daß sich die Vereinigten Staaten und insbesondere Roosevelt, hinter dem die Bankiers und der amerikanischen Geschichte kommt, in der man gigantische Eroberungen ohne Opfer an Blut machen kann, indem man einem Hungernden einen abgenagten Knochen hinwirft ... So greift die Ernüchterung über dieses Roosevelt- Amerika in Rußland um sich, so sieht man heute m Moskau den amerikanischen Imperialismus. Daß die amerikanische Zwiespältigkeit in den Beziehungen zu Moskau das Ihre dazu beiträgt, versteht sich am Rande. Roosevelt hat nach dem polnischen Feldzug das sog. „moralische Embargo" auch gegen Rußland verfügt-, ein Schritt, der hier außerordentlich oer- stimmte. Später wurde es zwar aufgehoben, dafür aber das Lizenzsystem für die Ausfuhr gewisser Waren beibehalten. was zur Folge hatte, daß man vom Regen in die Traufe gekommen ist. Der Außenhandel ist sehr zurückgegangen. der Ausfuhr aller möglichen Waren nach Rußland werden Schwierigkeiten in den Weg gelegt mit der Begründung, daß „Amerika sie heute selbst brauche", und wenn Roosevelt nach dem Abschluß des Dreierpaktes vorübergehend Moskau umschmeichelte, so setzten wieder in Amerika Erörterungen darüber ein, ob Rußland nicht unter einer Decke mit den Feinden stecke, ob das (Embargo nicht doch berechtigt gewesen sei usw. Moskau sieht das alles und bleibt ruhig und zurückhaltend. Denn Moskau ist nicht auf Amerika angewiesen. Aber Rußland hat Amerika durchschauen gelernt. Unser ältester Handelspartner im Güdvsten. Bulgarien hat als erster Staat Im Südosten nach dem Weltkriege erkannt, daß seine Lebensgrundlaaen in einem engen Verhältnis zum mitteleuropäischen Raum und insbesondere in einem freundschaftlichen Verhältnis zu Deutschland zu suchen waren Der Ausgang des Weltkrieges hatte für Bulgarien nicht nur politisch einen schweren Schlag gebracht, sondern auch seine vorherigen wirtschaftlichen Beziehungen zum zaristischen Rußland und zur Donaumonarchie jäh abgebrochen. Die Nachfolgestaaten der Donaumonarchie waren nicht in der Lage, einerseits die erhebliche Ueberproduktion Bulgariens an landwirtschaftlichen Erzeugnissen abzunehmen, andererseits Bulgarien tm Austausch jene industriellen Halb- und Fertigwaren zu liefern, die es zur Intensivierung seiner Wirtschaft und nicht zuletzt für den täglichen Bedarf haben mußte. Aus dieser Situation ergab sich, daß Bulgarien bereits in den zwanziger Jahren mit Deutschland Handelsbeziehungen anknüpfte, die allerdings zu« nächst nur im engen Rahmen blieben, weil das damalige Deutschland selbst mit starken wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und außerdem in seiner inneren Wirtschaft auf einer Basis arbeitete, die nur beschränkte Ausfuhrmöglichkeiten gestattete. Mit der nationalsozialistischen Revolution und der damit verbundenen Produktionssteigerung Deutschlands und seiner Umstellung der Außenhandelspolitik wurde Bulgarien der erste Staat im Süd- oftraum, der seine Bedürfnisse ausschließlich durch Güteraustausch mit Deutschland deckte. Deutsche Sachverständige, die nach Bulgarien gesandt waren und die Wirtschaftsstruktur des Landes genau studierten, erkannten die Notwendigkeit, Bulgariens Bedarf an industriellen Fertigwaren zu entsprechen, der sowohl die Lieferung von Haushaltsartikeln und Gebrauchgegenständen aller Art betraf, als auch die Versorgung der Industriezentren und der sehr ausgedehnten Landwirtschaft mit Maschinenmaterial. Heute sehen wir auf jedem bulgarischen Acker und in jeder Fabrik deutsche Maschinen im Gebrauch Es gibt kaum einen bulgarischen Haushalt, in dem wir nicht Waren vorfinden, die in Deutschland herge- stellt wurden. Während Deutschland vor dem Well- kriege an Bulgariens Einfuhr mit 19 v. H. und an der Ausfuhr mit 12 4 0. H beteiligt war, erhöhte sich der Anteil im Laufe von 30 Iahrsn auf 65 bis 70 v. H. Jetzt ist eine weitere wesentliche Steigerung erfolgt, das letzte Handelsabkommen mit Bulgarien hat eine neue Erweiterung mit sich gebracht, da die Süddobrudscha nunmehr bulgarisches Gebiet ist und ebenfalls einen hohen Ueberschuß an landwirtschaftlichen Erzeugnissen aittweist. Deutschland führt von Bulgarien Trauben, Gemüfe, Früchte. Dörr-- pflaumen, Sojabohnen, Obst, Schweineschmalz und und unterhielt sich längere Zeit sehr interessiert und herzlich mit den deutschen Soldaten. Der Einmarsch der deutschen Truppen ist das Hauptthema auch der bulgarischen' Zeitungen. In der „Poßledna Poschta" heißt es, die vorbeiziehenden deutschen Truppen würden von der bulganischen Bevölkerung mit Freude und Aufmerksamkeit begrüßt. Sie machten mit ihrer straffen Disziplin und ihrer guten Haltung eineu hervorragenden Eindruck. Obgleich sie weite Strecken zurückgeleat hätten, seien sie frisch, energischund begeistert- 2n den Ortschaften, durch die sie marschieren, würden sie von der Beoöl- kerung mit Blumen willkommen geheißen ..Prasd- nitschi Westi" sagt, in der deutschen Armee erblicke die Bevölkerung nicht nur die Soldaten einer großen und tapferen Nation, sondern sie erinnere sich auch an die alten Kampfgenossen, mit denen der bulgarische Soldat im letzten Krieg aus gemeinsamen Schlachtfeldern gekämpft hat, die mit Ruhm und Blut deutscher und bulgarischer Soldaten bedeckt sind „ , In der Abendzeitung „Slovo" erinnert Oberst ©er rumänische Wirtschastsminister auf der Leipriaer Messe. Leipzig, 4. März. (DNB.) Der rumänische Wirtfchaftsminister General Potopeanu, der aus Anlaß der Beteiligung Rumäniens an der Reichsmeste mit einer Kollektivausstellung in Leip- zig weilt, sprach sich äußerst befriedigt aus Bereits im 17. Jahrhundert fei Rumänien mit Pelzen und landwirtschaftlichen Artikeln nach Leipzig gekommen, um im Austausch Leder, Stoffe und handwerkliche Arbeiten zu gewinnen. Im Herbst solle die rumänische Kollektivausstellung, die vor allem die landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugnis-se des Landes zeige, vergrößert werden. Namentlich sollen die Stickerei und die Landesprodukte noch stärker betont und die Keramik neu ausgenommen werden. a. D. Gantscheff an das deutsch-bulgarische Bündnis vom Weltkrieg und erklärt, daß sich Bulgarien durch den Beitritt heute wieder dort befinde, wo es 1918 aufgehört habe in feinem Kampf um die Verwirklichung feiner nationalen Ideale. Die schicksalhaften Fragen um die damals gekämpft worden fei, seien nicht gelöst worden Deshalb sei der damals unterbrochene Kampf nicht beendet, sondern nur bis heute verschoben worden, und heute stehe Bulgarien vor der großen Lösung. Der Kampf, der heute Geführt werde, gelte hem einüa b-stehenden Imperialismus der Angelsachsen. Auch Bulgarien, das wie die Achsenmächte zu den armen Völkern gehöre, sei jahrzehntelang von einem schweren Unrecht bedrückt worden. Deshalb gebe es für Bulgarien in diesem Kampf keinen anderen Platz als den, welchen es jetzt eingenommen hat. Voller Vertrauen zu den großen Bundesgenoffen möge das bulgarische Volk einmütig mit Freude und Glauben den freigewählten Weg sortschreiten, der zum sicheren Sieg und in die neue Welt führe, wo für alle Volker Raum, Brot und Luft vorhanden sein würde. Rumänische ©mcrolitabeofffyicre in Berlin sich durch eine Offiziersabordnung _________ildungswesen des deutschen He eres in den Waffenschulen des Reiches zu unterrichten unö die Stätten der deur- scheu Siege im Westen zu besichtigen Zum Antritt dieser Fahrt traf am Montag in der Reichshauptstadt eine Gruppe hoher Offiziere des rumänischen General st abes ein. Berlin, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Im Zeichen der freundschaftlichen deutsch-rumänischen ~ ‘ ' und im Sinne der Unterredung »enstaatlichen Handelsverkehr ulgarien fast zwei Jahr- Dienst erwiesen worden, da man viele dieser Erzeugnisse nur aus Deutschland erhalten könne. Katastrophale Notlage der pataqonischen Viehzüchter. BuenosAires,5. März. (DNB. Funkspruch.) Den Verlust, den die patagonischen Fleischbetriebe und die Viehzüchter im Zusammenhang mit dem englischen Schiffs mangel erleiden, schil- dert der Sekretär des südargentinischen Landwirtschaftsverbandes in der Zeitung „Critica". London habe die Fleischkäufe in Argentinien so st a r k eingeschränkt, daß die Betriebe in den Gebieten von Santa Cruz und Feuerland, die früher fast ausschließlich für den Englandkonsum arbeiteten, i n schlimm st e Bedrängnis geraten seien. Die Absicht der britischen Regierung, das Fleisch in Buenos Aires abzuholen, könne daran nichts ändern. — Diese Feststellung eines argentinischen Fachmannes ist ein neuer Beweis für die große Schiffsraumnot der Briten, die nicht in der Lage sind, den genügenden Schiffsraum für die Abholung der Waren zur Verfügung zu stellen. Amerikanischer Agrarsachverständiger in geheimer Mission nach England. Washington, 4. März. (Europapreß.) Der bekannte Sachverständiae für Weizen, Campbell, welcher die sowjetrussische Regierung im ersten Fünf- iahresplan beraten hat, war in letzter Zeit ein häu- iger Besucher im Weißen Hause und wird während 'er laufenden Woche in geheimer Mission nach England fliegen. Campbell wird zwei Monate in England bleiben und die dortige Ernährungslage studieren. Es laufen Gerüchte um, wonach er entweder den Absatz des überschüssigen nordamerikanischen Weizens organisieren oder in En-aland selber die Massenerzeu- aung von Weizen nach sowjetrusfi- schem Muster einleiten wird. die Ladung, die zum Teil für die brasilianische Luftfahrtgesellschaft Syndicato Condor bestimmt gewesen sei, aus großen Mengen von pharmazeutischen Artikeln bestanden habe. Dadurch sei der brasilianischen Wirtschaft ein unschätzbarer Es fühlt sich daher politisch aufs engste mit den Achsenmächten verbunden und zählt zu den Staaten, die an der Neuordnung Europas namentlich im Südosten berechtigten Anteil haben. Auch in der internationalen Zusammenarbeit mit den übrigen Balkanstaaten, die in der Vorzeit viel zu wünschen übrig ließ, kann nach der Konsolidierung der Verhältnisse eine Festigung auf freundschaftlicher Basis erfolgen, die den zwische begünstigt. Nachdem B zehnte von dem ehemaligen Dalkanbund, namentlich von Rumänien, Jugaslawien und Griechenland niedergehalten wurde, hat die politische Neuorientie- rung in Rumänien und Jugoslawien die Voraussetzungen engerer Beziehungen geschaffen. Allerdings ist Griechenland durch seinen Eintritt in die englische Front in seinem Verhältnis zu den übrigen Balkanstaaten, namentlich zu Bulgarien, auf dessen Kosten sich Griechenland nach dem Weltkriege bereichert hatte, in eine fragwürdige Situation gekommen. An den großen politischen Ausgleichungen, die im Balkanraum noch im Gange sind, ist daher Bulgarien stärkstens interessiert. TI. Botschafter von Popen überbringt dem türkischen Staatspräsidenten eine Botschaft des Führers. Ankara, 5. März. (DJIB. Funkspruch.) wie der Sender Ankara milteilt, ist der deutsche Botschafter von Papen vom Präsidenten der türkischen Republik in seinem Schloß in Tschankay empfangen worden. Der Botschafter war lleberbringer einer persönlichen Botschaft des Führers. Der Präsident der türkischen Republik hörte die Botschaft mit großer Aufmerksamkeit an und bat den Botschafter von Papen um Uebermittlung seines Dankes für diesen Akt der Höflichkeit. Bei dieser Unterredung war auch der türkische Minister des Aeuheren, Schuekrl Sara- coglu zugegen. Oie britische Blockade durchbrochen. Deutscher Frachtdampfer in Rio deJaneiro eingetroffen. Rio de Janeiro, 4. März. (Europapreß.) Ein deutscher Frachtdampfer mit einer L a - düng von Exportgütern ist nach vier- wöckiger Fahrt in Rio de Janeiro eingetroffen. Diese Fahrt, mit der die britische Blockade durchbrochen wurde, hat allgemein Aufsehen erregt. Wie der Kapitän des Schiffes, Brinkmann der brasilianischen Presse erklärte, hat die Fahrt, die von Bordeaux aus in 31 Tagen zurück- gelegt worden ist, die Entschlossenheit und die Fähigkeit Deutschlands, zu exportieren, erneut gezeigt. Wenn auch mitten im Kriege, so sei die Reise doch friedlich en Charakters gewesen, um dem internationalen Handel zu dienen und dem brasilianischen Markt Produkte zu liefern. Während der Sanzen Fahrtdauer sei weder ein b ri t i s ch e s Kriegsschiff noch ein Schiff der englischen Handelsmarine gesichtet worden. Die gesamte Presse von Rio de Janeiro veröffentlicht Berichte von der Ankunft sowie Bilder von dem Dampfer, seinem Kapitän und der Besatzung. Die gelungene Fahrt wird als Beweis für bie Schwäche der englischen Blockade betrachtet. In Wirtschaftskreisen von Rio de Janeiro wird mit besonderer Genugtuung darauf hingewiesen. daß Heilkräuter ein. Auch ein großer Teil der bulgari- chen Tabakfabnkation geht nach Deutschland. Da die bulgarische Bevölkerung zu mehr als 80 ». H. landwirtfchaftlich tätig ist, ergibt sich für das »ulgarische Bauerntum dank der laufenden Abnahme /einer Erzeugnisse ein günstiaer Lebensstandard, der sich natürlich auch für Deutschland vorteilhaft aus- wirkt, weil die Kaufkraft der bulgarischen Bevölkerung gesttegen ist und sich in großen Bestellungen industrieller Waren aus Deutschland erkennbar macht. Die Maschinenindustrie, die Schmuck- und Galanteriewarenfirmen sowie die Brennstoffwirtschaft sind ausschließlich Abnehmer deutscher Erzeugnisse ozw. deutscher Fabrikate. Wir haben in dem Handelsverkehr Deutschland-Bulgarien das Musterbeispiel einer natürlichen Anpassung an den gegenseitigen Bedarf und damit auch das Vorbild für den weiteren Ausbau des Südosthandels im Laufe der nächsten Zukunst. Bulgarien ist heute das Land, das über taji am besten ausgerüsteten landwirtschaftlichen Apparat verfügt und auch in seiner Verkehrs- wirtschaftlichen und kulturpolitischen Struktur als der modernste Staat im Südostraum bezeichnet werden kann. Heftige deutsche Luftangriffe gegen zahlreiche Gebiete Englands. Stockholm, 4. März. (Europapreß.) Die deutschen Angriffe in der Nacht zum Dienstag sind nach neutralen Darstellungen weitaus heftiger gewesen, als der amtliche Londoner Kommentar erkennen läßt. Wellen deutscher Maschinen zeigten sich fast zur gleichen Minute über dem nordöstlichen England, über East Anglia, den westlichen Midlands, über der Südostküste, über dem südlichen Wales und zum erstenmal in diesem Jahre auch über dem südöstlichen Schottland. Die Aktionen gegen Cardiff wurden in Wellen vorgetragen; Brandbomben folgten Sprengbomben. Die Aktionen sollen um die Mitternachtszeit unterbrochen worden sein, um dann vor Morgengrauen wieder ausgenommen zu werden. Die meisten Bomben über London wurden in der zweiten Hälfte der nächtlichen Aktionen abgeworfen. Oer Wehrmachtbericht Berlin, 4. März. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der Einmarsch deutscher Truppen In Bulgarien vollzieht sich planmäßig. Leichte Kampfflugzeuge belegten im Laufe des gestrigen Nachmittags unter Jagdschutz einen Flughafen in Südengtand mit Bomben. M.hrere hallen und Unterkünfte wurden dabei zerstört. 3n der Nacht zum 4. März griffen Kampsverbände Hafen- und Industrieanlagen in Lardiff an. Ls wurden zahlreiche Volltreffer mit starker Explosionsund Brandwirkung in militärisch wichtigen Zielen beobachtet. An der schottischen Ostküste belegten Kampfflugzeuge die Hafen- und Werftantagen von 1le.ro Laftle mit Brand- und Sprengbomben. Auch hier konnte gute Wirkung festgeslellt werden. Bei Angriffen auf verschiedene Flugplätze nörd - lich Londons wurden hallen, Unterkünfte, Brennstoff- und Munitionslager sowie einige Flugzeuge am Poden zerstört. An der englischen Südküste versenkte ein Kampfflugzeug ein Handelsschiff von 3000 BRT. Ein weiteres Handelsschiff blieb im Seegebkt ostwärts Aberdeen nach zweimaligem Angriff mit schwerer Schlagseite liegen. Außer den im gestrigen Wehrmachtsbericht bereits erwähnten britischen Schiffsverlusten versenkte die Luftwaffe im Laufe des 2. März noch ein weiteres Handelsschiff von etwa 8000 BRT. 25 Kilometer westlich der Hebriden. Unsere Im Mittelmeerraum operierenden Fliegerverbände griffen bei Agedabia britische moto- risierte Kräfte mit Erfolg an. In Kraftwagenansammlungen und Kolonnen wurden zahlreiche Treffer erzielt. Lin an der tybischen Küste vorgehender deutscher motorisierter Spähtrupp brachte erneut Gefangene ein und erbeutete einen britischen Panzerwagen. Der Feind warf In der letzten Rächt in Westdeutschland an mehreren Stellen einige Sprengbomben und eine große Anzahl Brandbomben. Militärischer Schaden entstand nicht, dagegen wurde eine Anzahl von Häusern getroffen, sowie einige Zivilpersonen getötet oder verletzt. Oer Kamps um die Englaudhilse. Washington, 4. März. (Europapreß.) Die Aussprache im nord-amerikanischen Senat über die Einglandhilse nimmt immer schärfere Formen an. Am Montag versuchten die Anhänger des England- Hilse-Gesetzes die Beschleunigung der Verabschiedung der Vorlage durchzusetzen durch eine Festsetzung der Redezeit auf höchstens eine Stunde. Da durch den demokratischen Senator Clark diesem Verlangen widersprochen wurde, ist der Antrag auf Redezeitbeschränkung vorerst gescheitert. Die Kongreßmitglieder konferierten vormittags mit Roosevelt. Der Mehrheitsführer Barkley verstärkte nach Besprechung mit dem Vorsitzenden des Senats, ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, George, den Druck wegen Abkürzung der Debatten. Senator Glaß schlägt „closure“ vor, was bedeuten würde,daß jeder Senator nur einmal und nicht über eine Stunde sprechen darf. Hierfür ist jedoch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Der Oppositionsführer Senator Clark- sagte, die Mehrheit werde auch damit nicht durchkommen. Senator W h e e I e r kündigte an, daß die Vorlage „mit jedem Mittel" bekämpft werden würde. Auch außerhalb des Parlaments wird der Kampf gegen das Englandhilfe-Gesetz fortgesetzt. „New Nork Daily News" appelliert an die Öffentlichkeit, sich die Vorlage gründlich zu Gemüte zu 'führen. Wer sich dieser Pflicht entziehe, übernehme die Mitverantwortung für die etwaigen Folgen dieser schick, salhasten Entscheidung. Das Blatt kennzeichnet dann die Vorlage als „Abdankungsgesetz für den Kongreß", da das Recht des Kongresses zur Entscheidung über Krieg und Frieden auf den Präsidenten übertragen werde. „New Port Daily News" fragt, wozu Roosevelt eine weitere Ausdehnung seiner Machtvollkommenheit anstrebe. Der Kampf um das Englandhilfe-Gesetz gehe um d-ie Er- Haltung des Friedens für die Vereinigten Staaten. Die Ablehnung des Gesetzes wäre eine Friedens- gefte, da sie der Weltöffentlichkeit davon Kenntnis geben würde, daß das Volk der Vereinigten Staaten nicht gewillt ist, in den Krieg zu ziehen. Senator W h e e l e r kritisierte in einer Rede in Baltimore den merkwürdigen Vorgang, daß eine große Anzahl von Fürstlichkeiten und Bankiers aus Europa mit schnellstem Schiff nach USA. kamen und die Vereinigten Staaten aufforderten, in den europäischen Krieg einzutreten. „Königliche Flüchtlinge kommen aus Norwegen, Holland, Frankreich, England und mit ihnen internationale Bankiers, Rothschild und die dazugehörige Clique. Wenn sie uns auffordern, für die Rettung der Demokratien in Europa zu kämpfen, warum bleiben sie nicht selber drüben, obwohl sie allerbeste Gelegenheit hatten, ein Musterbeispiel zu geben? Stattdessen ließen sie einfache Bauern und Arbeiter und Kaufleute drüben, damit diese die Schlacht für die Demokratie kämpfen sollten." Der demokratische Senator Wagner, der der Regierungsmehrheit angehört, trat energisch für die Annahme des Gesetzes ein, das er als „letzte Hofs- nung auf Frieden und Sicherheit" bezeichnete. Jeder Amerikaner, so meinte er, der wirkliche Hilfe für England wünsche, müsse die sofortige Entsendung jedes entbehrlichen Kriegsgeräts befürworten. Nach dem Senator Schwartz, der die Gegner des Gesetzes „Tanzende Derwische" nannte, sagte der Re- publikaner W i l e y , das Englandhilfe-Gesetz sei so formuliert, daß Roosevelt, wenn er die Lage für entsprechend erachte, das Land in den Krieg treibe. Bei den Oberhessen in Güdsrankreich. Vom Feldzug über die Demarkationslinie zum Truppenübungsplatz. Bon Kriegsberichter Paul Gerhardt Dippel. PK.....Pappeln und immer wieder Pappeln Art der Eiche wird sicht- zählen will, ist aus Biedenkopf, hrnen uns auf. Das rie-! teroffizier, dessen Dialekt schon wieder 1 • f X A X t t-t X 1 f A »-vX A (7 A 1 t f f A M I) und der Untaucht auf, eine besondere bar, Tannenwaldungen nehmen und unverbildeter, noch lustiger und naturnaher klingt. Und bald bestätigt es sich: Der Feldwebel, den senhafte, sich in eine Talmulde hinduckende Lager ist von einem Kranz dichtesten Baumbestandes um« entlang der schonen breiten Straße führen uns zum Lager. Plötzlich verschwindet dieser für das französische Landschaftsbild so typische Daum, der zumeist die Straßen und Wege säumt. Die Ulme , schon wieder eine andere Schattierung (Richtung „Fullebrücke"!) hat, ist ein waschechter „Kasseläner". Alle Orte und Städte zwischen Kassel und Gießen sind da vertreten, als wir nach der Heimat all der Männer hier fahnden. „45 Kilometer haben wir heute runter geschleppt", erzählt uns dann einer, „mar en ganz niedlicher Marsch. Aus unserer Kompanie hat keiner schlapp gemacht, obwohl wir zwischendurch noch zwei recht ausgedehnte Gefechtsübungen machen mußten." Mit stolzem Eifer erzählt dann ein anderer, daß diese 45 Kilometer beim Vormarsch jadasTagespen- fum an Marschleistung gewesen ist. „Wir haben es neulich einmal zusammengerechnet", berichtet sachlich der Unteroffizier von der „Fullestadt", „wir haben seit dem 10. Mai im vorigen Jahr weit über 1000 Kilometer getippelt. Ja, das ist die Infanterie!" Und dann wird erzählt, wo man von Oberhessen aus dann hingekommen ist. Wie es von Koblenz über den Hunsrück hinein nach Belgien ging, wie man durch Luxemburg durchstieß und wie man über St. Quentin, Arras und Amiens in die große Sommeschlacht eingesetzt wurde. Und dann: der Durchmarsch durch Paris und der weitere Vormarsch, der nur noch einer eilenden Verfolgung glich. Und alles zu Fuß! Bis man dann an der Demarkationslinie festen Fuß faßte, die Ruhewochen aber nicht nur ruhte, sondern auch mit weiterem Drill und dem Ausbauen der Quartiere ausfüllte. Inzwischen ist es längst Abend geworden. Und wir sitzen am Tisch, und vor uns lächelt das freundliche Helle. Inzwischen hat uns der B a t a i l - l o n s k o m m a n d eu r viel erzählt, von seinen hessischen Männern und von seinem „stolzesten Tag" im Frankreich-Feldzug, und die einzelnen Kompanieführer ergänzen das Erlebte jeweils mit Einzel- schilderungen. Inzwischen ist der Bataillons- arzt, natürlich auch ein zünftiger Marburger, auf- gekreuzt und meldet, daß sich bisher noch kein Fuß- kranker nach dem Uebungsmarsch gemeldet habe. Und dann wird wieder vom letzten halben Jahr erzählt. „Wir hatten es uns schon recht behaglich gemacht da in unseren Städten und Dörfern an der Demarkationslinie. Aber auf einmal hieß es: Aus der Traum! Kurz vor Weihnachten mußten wir weg. Wir hatten gerade unsere selbstgezimmerten Dusch- mir da gleich beim Schlaffittth lich aus Marburg selbst; sofort seine ganzen Erlebnis' jen kriegen, ist natür» st; der Schütze, der uns isse vom Vormarsch ergrünt. Hier ist der Truppenübungsplatz, den wir suchen. Durch die Aeste schimmern Reihen von Baracken, Stallgebäude liegen daneben, ein Gewirr von Unterkünften und Quartierräumen. „Das also ist der bekannte französische Truppenübungs- vlatz, auf dem vor allem die Artillerie ihre Gefechtsübungen ausführte!" denken wir, — aber da grüßt auch schon der d eu t s ch e P o st e n. Der deutsche Stahlhelm, die graugrüne Uniform und die schwungvolle Zackigkeit der Ehrenbezeigung führen uns vor Augen, daß hier das deutsche Heer festen Fuß gefaßt hat. Neugierig betreten wir das weiträumige Lager. Ein buntbewegtes Leben herrscht. Die frühe Abendsonne wirft ein Goldnetz über die Züge von Uniformierten, die von allen Seiten her ankommen. Reiter, bespannte Kolonnen, Reihen von singenden Soldaten. Die Pferde schnuppern schon Stalluft, der kräftigfrohe Sang der Landser ist von der Gewißheit getragen, daß man nach einem — wie es scheint tüchtigen Marsch nun wieder zu Hause ist. Kompanieweise heißt es: „Weggetreten!" Ein Tag Dienst mit einem kräftigen Uebungsmarsch ist vorüber. Die Unterkunft auf dem südwestfranzosischen Truppenübungsplatz, den die deutsche Wehrmacht schon gleich nach Waffenstillstand in ihren Dienst stellte, zieht magisch jeden einzelnen hinter die bret- ternen Wände. Bald ist von Mann und Pferd nur noch wenig zu sehen; und als die ersten Stimmen von frisch gesäuberten Landsern wieder dgs riesige Geviert des Lagers durchschwirren, ist es scyon Abend geworden. „Ei Kelle ...", so und ähnlich klingt es plötzlich. Das ist doch oberhessischer Dialekt! Unver- kennbar und echt. Und zwar nicht vereinzelt und selten, sondern durchweg und wie taufrisch von der Lahn weg. Und bald haben wir es: Wir sind mitten in dem Bataillon, das die ruhmreiche Tradition des weltbekannten Marburger Jägerbatail- l o n s bis zum heutigen Tage fortführt. Die Sprache hatte die Männer verraten, die hier auf einem Truppenübungsplatz mitten in Südwestfrankreich 3 ro i • fchenAtlantikküsteundDemarkations- I i ni e ihren Dienst versehen. Die Sprache der Heimat, die in dieser fremden Landschaft nur noch echter Oer italienische Bericht Rom, 4.März. (DRB.) Das Hauplquartter bet Wehrmacht gibt bekannt: An der griechischen Front haben Bomberformationen Stützpunkte und Verteidigungsstellungen wirksam bombardiert. Im Verlauf von Luftkämpfen wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. In Rordafrika Ist eine deutsche Abteiluug mit feindlichen Panzerformationen zusammenge- stoßen, die in die Flucht geschlagen wurden, wobei Gefangene gemacht und Material erbeutet wurde. Der Feind hat erneut mit starken Kräften G I a r a - bub angegriffen und es zur Uebergabe aufgefordert. Unfere Garnison hat mit Artilleriefeuer geantwortet. In Ostafrika haben unsere Truppen einen feindlichen Angriff Im Gebiet westlich von Gondar abgewiesen. An den übrigen Abschnitten Spähtrupp- und Artillerietätigkeit. Einladung Ibn Sauds zu einer panarabischen ^'onferem. Rom, 4. März. (Europapreß.) Nach einer Meldung des „Messaggero" aus Damaskus hat ein Abgesandter des Königs Ibn Saud vor kurzem in Beirut einige Persönlichkeiten aus Syrien und dem Libanon zur Teilnahme an einer panarabischen Zusammenkunft eingeladen. Dieses Treffen soll in Riad, der Hauptstadt Saudiarabiens im Süden des Hochlandes von Nedschd erfolgen. Der Zweck der Zusammenkunft ist, gemeinsame Richtlinien zur Verteidigung der arabischen Interessen gegenüber England festzulegen. Waihingion plant Uebernahme der britischen Rüstungswerke in USA. Washington, 4. März. (Europapreß.) Aus amtlicher Quelle verlautet, daß Regierungskreise die Uebernabme eines Teiles der britischen Rüstungswerke in USA. nunmehr ernsthaft ins Auge fassen. Vorverhandlungen sollen bereits abgeschlossen sein. So soll das Kriegsdepartement die Pulverfabrik in Memphis (Tennessee) übernehmen, welche von England finanziert wird. Eine Aeußerung der Einkaufskommission hierüber liegt bisher nicht vor. Zu Kriegsbeginn investierten die Alliierten hundertfünfzig Millionen Dollar in Rüstungswerken in USA. Ausbau -er von England abgetretenen Stützpunkte. Washington, 4. März. (DNB.) Das Marineministerium gab bekannt, daß Bauaufträge in Höhe von einerMillion Dollar abgeschlossen worden feien als Auftakt zur Errichtung von Luft- basen auf acht der von den Engländern abgetretenen Stützpunkte. Gleichzeitig wurden Aufträge in Höhe von zwölf Millionen Dollar für den Ausbau von Santa Lucia, Antigua und Jamaica zu Flottenstützpunkten vergeben. pakhoi von japanischen Landungstruppen besetzt. Tokio, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Dornet meldet, daß Einheiten der japanischen Expeditions- armse am Montagfrüh in der Nähe von Pakhoi (Südkwantung) landeten und die Stabt Pakhoi bereits nach einer Stunde besetzten, um die Lieferungsstraße nach Tschungking abzuschneiden. Die japanische Marine war mit mehreren Schiffen in der Tonkinbucht erschienen und begann um sechs Uhr mit der Landung der Truppen. Oie Trauerfe erlichkeiten in Spanien. Madrid, 4. März. (Europapreß.) Die Trauerfeierlichkeiten für Alfons XIII. sind nun zum Abschluß gebracht worden. Am Montag fand ein feierliches Requiem in Madrid statt, woran lich auch der S a udillo mit der gesamten Regierung und dem Diplomatischen Korps beteiligte. anlagen mit dem heißen Wasser in Benutzung nehmen wollen, da ging es weg. Wir kamen dann hierher nach B., zum Truppenübungsplatz", so wird uns frisch von der Leber weg erzählt. „Sehr begeistert waren wir ja im Anfang nicht, denn hier ist es sehr einsam. Aber man gewöhnt sich schließlich an alles." Unsere Augen suchen während des Erzählens die Gesichter der Männer, die dem ehemaligen Marburger Jägerbataillon angehören. Da finden wir die Antlitze, auf denen sich das Kampferlebnis und Kriegserfahrüng unverkennbar spiegeln. Wir bleiben an Augen haften, die das Düstere, aber auch ben Triumph des Krieges sahen. Viele schwarzweiß- rote Bändchen künden in den Knopflöchern von mannigsacken Auszeichnungen im Gefecht. Und neben diesen von der Wirklichkeit des Krieges geprägten Gesichtern und Mienen schauen uns Köpfe an, die frisch und jung und ein wenig neugierig dazu in die Gegend blicken. Das find die Gesichter der jungen Rekruten, die gerade- weg aus dem Lahntal mitten auf den Truppenübungsplatz auf südfranzösischen Boden kamen. Sie sind in diesen Wochen der harten Ausbildung, in denen ihnen nichts geschenkt wurde, nun schon zu guten Kameraden der älteren, kriegserfahrenen Kompanieangehörigen geworden. Daß sie hier nicht wie „Gott in Frankreich" — sie hatten wohl wenig greifbare Dinge darüber gehört! — leben konnten, zeigte ihnen bald die harte Wirklichkeit des Truppenübungsplatzes und eines strammen Dienstes. Das Recht und die Auszeichnung, Soldat sein dürfen, mußte hier erst erlernt, erworben werden. Und die willige Bereitschaft dazu liegt auf all diesen jungen Gesichtern, die von den romantischen Traumen an französischen Kaminen nicht verweich- licht, viel eher von der würzigen Luft eines Tages- laufe unter Gottes freiem Himmel gestählt -u roerben beginnen. Wie bie Kameraben dort, die beim Erzählen noch immer im Banne des Großen und Einmaligen stehen und diese ihre dunkel-großen Kriegserlebnisse niemals mehr vergessen werden, warten sie, bald nun auch vollwertige und einsatzbereite Soldaten, auf den neuen Einsatz, der sich den Kriegstaten des Westfeldzuges kühn zur Seite stellt. Ein ganz Junger will uns, plötzlich begeistert, etwas erklären: „Wir sind nämlich das ursprünglich Marburger Jägerbataillon!" Wir winken ab und lächeln. Und da klingt auch schon vom Neben- tisch das altvertraullche Lied ,^)urrah, ich bin ein Jägersmann vom "Marburger Jäqerbataillon"; wir stimmen ein, und der Cantus erschallt hinaus in die französische Vorfrühlingsnacht, in der die ewigen Sterne silbern. Unser Berufskamerad, der Oeffentliche Bekanntmachung. 1110 A Mit i f Lollar, den 5. Märt 194L fUhruni BrOhrsche Druckerei, SchuletraOe 1, Anruf KLSi Geschmackvoll Vornehm Persönlich Heinrich Weimer III., Landwirt und Schuhmachermeister Familie Heinrich Braun Familie Ludwig Schäfer Familie Ernst Weimer Familie Karl Euler Eckstein verzichtet auf eine kost» splelige Verpackung, um zum Vorteil des Rauchers eine umso höhere Tabak-Qualität bieten zu können. Was an der Aufmachung gespart wird, kommt dem Tabak und damit direkt dem Raucher zugute. hat bereits im Mai 1940 bei den Kämpfen um Lüttich seine Treue zu Führer und Vaterland mit dem Tode besiegelt. Sein Leben war Kampf. Wir werden den aufrechten, pflichtbewußten und treuen Kameraden nie vergessen. Familie Carl Geißler Familie Heinrich Geißler Familie Ludwig Schadeck Familie Friedlich Geißler Familie Heinrich Fuchs. Schönheiten Ms. ninehmen, dem singen u. Minnen die Tafeln tausend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes.' «Retam» Univerium Gießen, den 5. März 1941. Der Oberbürgermeister. I.D.: Nicolaus. Gießen, den 1. März 1941. Der Oberbürgermeister: Ritter. Der Oberbürgermeister und die Gefolgschaft der Stadtverwaltung Gießen. verlangen Sie Kostenlos unser« bebilderten WerdeblStler 311 beziehen durchlebe Buchhandlung! tzugoBermühler Verlag Berlin - Lichterfelde Heute abend entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin, Gote und Tante Frau Marie Weimer, geb. Grölz im. Alter von 68 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: MlM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern I5«> Naiura'ifnahmen Klaviere weiden fachgemäß rejiariert und gestimmt G. Ebert Klaviermachei Blelctiitr.17. Tel.2403 Verk v neuen u. gebrauchten Klavieren 1PM1 strane 20, Zimmer ,----- — - - stunden anzeigen müssen Vordrucke fur ruese Abmeldungen sind bei der bezeichneten stelle erhalt- lich Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundesteuer dauert bei Nichtabmeldung auch im folgenden Jahr, und zwar so lange fort, als die entsprechende Anzeige versäumt wird. Die Gewährung von Kinderbeihilfe ist durch die Kinderbeihjlfen-Derordnung vom 9. Dezember 1940 und durch den Runderlaß des Reichsministers der Finanzen vom 30. Januar 1941 neugeregelt worden: 1 Kinderbeihilfe wird jedem Haushal.tsoorstand gewährt, der deutscher Volkszugehöriger ist und seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat, wenn zu seinem Haus- ialt drei oder mehr minderjährige Kinder dem- !chen oder artverwandten Bluts gehören. Kinderbeihilfe kann auch an Haushaltsoorstande mit । weniger als drei Kindern gewährt werden, wenn der Haushaltsvorstand zu mindestens 85 v.H. m seiner Erwerbsfähigkeit beschränkt, oder eme alleinstehende Frau ist, oder wenn em zum Haus- holt gehörendes Kind das Kind einer allein» stehenden Frau oder Vollwaise ist. 2 Kinder sind außer den leiblichen Abkömmlingen die Stiefkinder, Adoptivkinder, Pflegekinder und die Abkömmlinge dieser Personen, wenn sie deutschen oder artverwandten Bluts sind. 3. Die Kinderbeihilfe betragt 10 R7N. monatlich für jedes beihilfefähige Kind. Sie wird nach Ab- lauf des Kalendermonats durch Postscheck ge- Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach sowie des Ober- bücgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Sierverteilung. In der Zeit vom 5.3. bis 9.3.1941 wirf) für jeden Dersorgungsberechtigten auf den Bestell- schein 20 ein Li ausgegeben, und zwar auf Ab- schnitt c. 1U2U Gießen, den 3. März 1941. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen. "Friedberg, Gießen, Lauterbach sowie den Ober- bürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Gießen: Dr. Lotz. Am 14. 2. Reichsbahn-Zugführer a. D. Johannes Keiber, 62 Jahre, Gießen, Goetbestraße 54; Stadt- obersekretär a. D. Karl Willi Moos, 5b Jahre, Krofdorf, Kr. Wetzlar. 15. 2. Anna Koch, geb. Müller, 68 Jahre, Gießen, Friedensstr. 47; Anna Reubig, geb. Roßberg, 73 Jahre, Gießen, Am Sandfeld 11; Katharina Höhr, geb. Siegfried, 42 Jahre, Gießen, frankfurter Straße 29; Berta Weber, geb. Keller, 29 Jahre, Biskirchen, ßtetä Wetzlar-Hilfsarbeiter Ludwig Putz, 59 Jahre, Allendors m d. Lda., Kreis Gießen. 16.2. Friedrick Gebhardt, 7Monate, Gießen, Läusertsröderweg 27-Maurergeselle Karl Schneider. 64 Jahre, Steinbach, Kreis Gießen. 18. 2. Kau/m, Angest. Fritz Bieler, 52 Jahre, Gießen, Schinen- berger Weg 29; Landwirtschaftlich. Arbeiter Peter Horstmann, 70 Jahre, Gießen, Sicher Straße y4. 19 2. Reicksbabn-Wagenmeiüer Gustav Riarkowiak, 66 Jahre, Gießen, Horst-Wessel-Wall 51; Kaufmann August Seibert, 77 Jahre, Gießen-Wie eck, Kirchstraße 32. 20. 2. Geschäftsführer Gustav Maas, 719., Wetzlar, Helgebachstraße 42; Polizei-Hnuvtwacht- meister Wilhelm Klapp, 49 Jahre, Gießen, Bruchstraße 30; Wilhelmine Strack, geb. Pfemer, 57 I., Gießen, Frankfurter Straße 159. 21. 2. Srntmcr- mannsgeselle Ludwig Hahn V., 56 Jahre, Rodgen Kr. Gießen. 22. 2. Klara Müller, geb. Müdenburger, 70 Lmbre, Gießen, Kaiserallee 66. 23. 2. Mana Philippi, geb. Stiehler, 64 Jahre, Gießen, Kreuzplatz 11; Marie Mißler, geb. Tietz, 68 Jahre, Gießen, Wetzlarer Weg 65; Marie Wagner, geb. Habn, 88 I., Gießen, Steinstr.43; Margarete Theiß, geb. Schnell, 47 Jahre, Londorf, Kr. Gießen; Emma Jakob, geb. Wießner, 35 Jahre, Erda, Kr. Wetzlar; Neichsbabn- Assistent a.D.LudwigRunzheimer,57 ,'mbre,Gießen, Weierstr. 29. 24.2. Fabrikarbeiter Hermann Medler, 46 Jahre, Gießen, Neustadt 7; Schneidenneister Heinrich Weber, 68 Jahre, Gießen, Srledrrckltr. 3; Walter Wagner, 11 Jahre, Großen-Buseck, KreiS Gießen, Zeilstraße 24; Heizer Johannes Dormg, 80 Jahre, Gießen, Schiostgasse 14; Karl Altred Schad, 10 Dcknate, Großen-Buseck, Kreis Gießen, . Privatlebrer Dr. Leo Lampe, 48 Jabre, Gießen, 1 Wernerwall 24. 25. 2. Wagnergeselle Ltto Schlier- 1 bach, 39 Jahre, Rodbeim, Kr. Wetzlar. 26. 2. Heinrich Steinmann, 11 Jahre, Odenhausen, Kr. Gießen, Kaufmann Leonhard Pfann, o2 Jahre, Gießen, Stevlianstraße 42; Wilhelmine Sv annage,l, geb. Mischer, 80Jahre, Gießen,Kaiserallee35; Elisabeths Ranft, geb. Hahn, 59 Jahre, Gießen, Neuenweg 27 ; J-rieda Meckel, geb. Schaufler, 37 Jahre, Werdorf, Kreis Wetzlar. 27. 2. Malermeister J-riedrick Butt, 73 Jahre, Gießen, Marburger Straße 5^0. 28- 2. Eiisabetha Bender, geb. Ruppenthal, 77 Jahre, Gießen, Erednerstraße 23. Gott der Anmächtige hat meine liebe, herzensgute Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin. Gote und Tante Frau Katharine Metzger geb. Metzger am 3. März in der Med. Klinik zu Gießen von ihrem schweren, mit großer Geduld getragenem Leiden, im Alter von 61 Jahren durch . einen sanften Tod erlöst. trauernden Hinterbliebenen: Adam Metzger, Schreinermeister nebst allen Angehörigen. Münzenberg, Garbenteich, Gambach, den 4. März 1941. Beerdigung: Donnerstag, den 6. März, nachm. 2 Uhr, in Münzenberg. _______1122 D mis tum Tier* und 'pilanzenlcden de» hei' mailichen Waides auf Mil oiieoen men Drei Jungen un et* Dia bei en d'cken ihr« Waldbeimal. Don Werner Siebolb 135 Seilen leyi und h Äunltörudttaieln Leinen NM. 2,85 HugoBermustie» Vertag Berlin, Lichlrrselde jj-uckschriiten in gelallten Bogen In Hertlorm und gebunden Klar In de, Schrift, übersichtlich enge- ordnet und sorgfältig gedruckt, d enen den Belangen von Handel und Verkehr.lndustrle und Bewerbe. Behörden. Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell.gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 22b1 Bekanntmachung. Gartenbesitzer und Pächter, welche im kommenden Sommer das Wiedersetzen des Gartenwassermessers wünschen, wollen sich bis zum 30. d. 211. auf unserer Kasse, Gartenstraße 3, melden. 1109A Gießen, den 1. März 1941. _________Direktion der Stadtwerke Gießen. Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet sind nach den Lieferungsbedin- gungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. 1111A Vom 15. März 1941 ab wird die Strom- und Gas- lieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Januar 1941 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. Gießen, den 3. März 1941. Direktion der Stadtwerke Gießen.________ ManhlöOCO *°n3 0,8 H erhalten Sie bei wieder* NaCniaSSB holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Sterbefülle. Feldschutzmeister Georg Ermert Unteroffizier, Träger des goldenen Ehrenzeichens der NSDAP. Belr.: Lohnsteuerkarlen. Ich weise darauf hin, daß nach dem jeder Lohnsteuerkarte beigefügten Merkblatt Aenderungen der Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte .der Gemeindebehörde obliegen. Lediglich für die im Merk- ' w acxaa t X (rht-iH blatt unter Abschnitt V, Ziffer 5 bis 7 aufgefuhrten 31. INarz 1941 entweder schrist- ,rt das Finanzamt zuständig. h auf dem Stadthaus, Berg- Ausstellung der Lohnsteuerkarten ist stets bei 24, während der üblichen Dienst- ber Gemeindebehörde zu beantragen. Auskunft erteilen die Finanzämter. Darmstadt, im März 1941. ________Der Oberfinanzpräsident Hessen._________ ^örstami Krofdorf. Freitag, den 7. März, von 9.30 Uhr ab, kommt in der Gastwirtschaft INoos, Krofdorf, nachstehendes aufgearbeitetes Vrennreisig zu festgelegten Höchst- preisen zum Verkauf: 112oD Revierförsterei Waldhaus, Distr. 29, 37, 38, 41, 42, 43, 49: Eiche 380 rm, Buche 1740 rm. Revierförsterei Krofdorf, Distr. 11, 24, 25: Eiche 620 rm, Buche 1300 rm. Die Forstkasse nimmt im Termin Zahlungen entgegen._______________________________________________ Bekanntmachung. 4 Kinderbeihilfe wird nach den neuen Dorfchriften tafem. muiebtnbigem erstmalig für den Monat Januar 1941 gewahrt. ffiiSfübrüJgstQ*' aon 5. Haushaltsvorstände, denen Kinderbeihilfe erst- k.Gcrhnrvu.G.W ift ma(|q oder für weitere Kinder zu gewahren Ist, Prei. RM 4.80 »n d'em Finanzamt ihres Wohnsitzes eine B'che un^°-r Anmeldung abgeben. Die Finanzämter und die ,-s versteht, mit ernp- Gemeindebehörden geben Anmeldevordrucke un- fän lieben Sinnen i ie entaeltlich ab. I btldgeward ^amr- ^g^g^ltsvorstände, die Kinderbeihilfe bisher m singen I Aon erhalten haben und nur für diese Kinder der Kinderbeihilfen-Derordnung gemäß weiter- erhalten, brauchen keine Anmeldung abzugeben. 7 Haushaltsvorstände, die durch die Neuregelung eine Einbuße erleiden, erhalten auf Antrag eme Abfindung. Die Abfindung betragt das Achtzehnsache der Einbuße. Die Gewährung der Abfindung ist sofort zu beantragen. H20D 8ekörd»runaen in der Wehrmacht. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befördert: 1. Im Heer: Zum Generalmajor den Oberst Zeitz: au Generalleutnanten die Generalmajore Frhr. von Wrede, Karl Ottenbacher, Brauner, Marcks; zu Generalmajoren die Obersten Berner Richter, Wosch, Thams, Sä>artow, Maximilian Fretter-Pico Vater- rodt: aum Generalarzt den Oberstarzt Dr. Ernst Henneberg-, zu Obersten die Oberstleutnante von le Dret-Wncvurt. Io-ahe. Dr. Meise, G'eseler, M a a ck, Fries, Paul Block, Chill, Grasser, Bohlmann-Com- brinck, Peter-Paul Petersen. Meuther, Grothe, Dirauf, Dr. Kurt Paape, Kositzky, Gießen, Graven- stein, W lhelm Lorenz, Schnitzer, Kotz. 2. In der Kriegsmarine: zum Admiral den charakterisierten Admiral Wilhelm Prentzel: zum Konteradmiral den charakterisierten Konteradmiral Friedrich Lützow. 3. In der Luftwaffe: zu Obersten die Oberstleutnante: Grauert, Scbmidt, Dieckboff. von Bleftingh, Gronau, Schröder, Richter, Prockl, Korte, v. Oppen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Direktor des Aquariums des Zoologischen Gartens in Berlin, Dr. med. Oskar Heinroth, aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die Naturwissenschaften und in Anerkennung seiner vorbildlichen Leitung des Berliner Aquariums die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Der Führer hat dem Maler Professor Fer- dinand Andri in Wien aus Anlaß der Dollen- sdung seines 70. Lebensjahres in Anerkennung sei- I ner Verdienste auf dem Gebiete der Malerei und Bildhauerei die Goethe-Medaille für Kunst I und Wissenschaft verliehen. Im Alter von 67 Jahren ist der Seniorchef des Verlages L. Staackmann, Dr. Alfred Staack- mann, gestorben. 1897 übernahm er den von , seinem Vater 1869 gegründeten Verlag. Er pflegte besonders das bodenständige Schrifttum. Die Universität Innsbruck ernannte chn zum Ehrendoktor. Zu zu seinem 65. Geburtstag wurde ihm die Goethe- medaille verliehen. ♦ Reichsminister Dr. Goebbels empfing in Gegenwart des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st, die in Berlin zu einer Tagung weilenden Autoren und Verleger von Jugendliteratur. Dr. Goebbels gab ihnen Richtlinien für chre Aufgabe, der deutschen Jugend die große Gegenwart verständlich zu machen und unserer Zeit chre innere Beseelung zu geben. ♦ Die europäischen Iugendabordnungen zu den 6. Winterkampfspielen der HI. in Garmisch-Partenkirchen trafen auf der Rückreise in chre Heimat in der Hauptstadt der Bewegung ein. Zu dem Empfang der Gäste hatte sich mit vielen Volksgenossen und der Hitler-Jugend am Bahnhof eine Abordnung der Reichsjugendführung eingefunden. * Ein Teil der auf der Insel Seeland stationierten deutschen Besatzungstruppen in Dänemark führte eine Hebung mit scharfer Munition durch, die das Zusammenwirken von Infanterie, Artillerie und Panzerjägern zeigte. Der Hebung wohnten auf Einladung des Befehlshabers der deutschen Truppen In Dänemark, General der Infanterie Lüdke, Vertreter der deutschen Gesandtschaft sowie der Generalstabschef des dänischen Heeres mit mehreren dänischen Offizieren bei. Aufklärungsflugzeuge der deutschen Luftwaffe haben im Seegebiet westlich Irland fest- aestellt, daß mehrere Schiffewracks, die die Spuren starker Brände zeigten, mit schwerer Schlagseite auf dem Wasser trieben. * Die rumänischen Behörden haben etwa 240 Personen verhaftet, die im Verdacht stehen, für englische Stellen zu arbeiten oder mit solchen in Verbindung zu stehen. Die Verhafteten wurden in ein besonderes Konzentrationslager gebracht. Unter den Verhafteten befinden sich Griechen, Türken. Armenier und einige Rumänen. Don den Verhafteten sind einige Pressevertreter. * Wie amtlich mitgeteilt wird, ist der frühere Geschäftsträger der Vereinigten Staaten in Berlin, Kirk, der jetzt der Botschaft am Quirinal zuge- tellt war, zum amerikanischen Gesandten in Kairo ernannt worden, während der amerikanische Generalkonsul in Jerusalem, Wadsworth, zum Botschaftsrat in Rom ernannt wurde. ♦ Aus La Linea meldet „Mesfaagero", daß am Montag die Arbeiten an dem Kanal, der Gibraltar vom Festland trennt, beendet worden sind. Der Kanal ist 6,5 Meter tief und verfügt nur über eine einzige Brücke, die die Verbindung mit Spanien herstellt. Feuer Im Rathaus von Buenos Aires. Am Dienstagnachmittag wurde die mächtige Kuppel des im Stadtzentrum gelegenen Rathauses das Opfer eines Brandes. Durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters, der auf dem in Reparatur befindlichen Dach mit einem Lötapparat hantierte, fing das Balkenwerk Feuer, das durch den heftigen Wind geschürt, auf den ganzen Kuppelbau üb e r a r i f f. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, den übrigen Dachstuhl vor dem Heber» । springen der Flammen zu schützen. Die unter der Kuppel befindlichen Archive wurden zerstört, von I der Kuppel selbst blieb nur mehr das Metallgerüst I übrig. Eine ungeheure Menschenmenge zollte einem ! Arbeiter großen Beifall, der unter Lebensgefahr das brennende Balkenwerk erkletterte, um e.ncn liegengebliebenen Sauerstoffbehälter herabzuholen, und so dessen Explosion verhütete. Die deutsche Opernwoche in Rom. Das Gesamtgastspiel der Berliner Staats« o p e r in Rom begann mit einer Aufführung von Glucks „Orpheus und Eurydike" in Gegenwart namhafter Vertreter des öffentlichen Lcbcns. Eine Woche lang wird das Königliche Operntheater in Rom ganz im Zeichen der deutschen Musik stehen. Mit fünf Opern und einem Symphonie-Konzert wird die führende Opernbühne des Reiches den italienischen Musikfreunden einep Heberblick über die Leistungen deutscher Opernkunst und Musik geben. vaup;id)C(fUeuer: Dl .tcternd) Wlidri« L'ange Stdiüeiufin otl Vauphd)ri<üetiete" Ernst Slumfdjrhu ^tianroortitrti ür f-ohti unfc iSÜDer Dr itr. W. Hange für das Feil' Ikton: Tr. Han» r-vriot; m Stab’ «Sieben. Provnv, USiriidia.. u. Sport: B.um,che ।. Druck imo Verlag «riibbdR Umret-itatfOrurferei >H. Hanqe » S. Sctiaaiieircr Dr. - Ing. Ertck Hamann Vlniemenie ter Hanr Leck. ip-mr’-*' N» S Auf Wunsch vieler Verbraucher gibt es Henko, Henkel s Cinweich- unö Cnthärtungsmittel, jetzt auch im Ooppelpaket. Preis 25 Rpf. Für Giehen und Umgebung! Des groben Erfolges wegen verlängert! Wenn Kleidergeld und Punkte rar, Nimm den „Goldenen Schnitt“ und spar! Einladung an alle Haustrauen und Töchter! 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Unermeßlich sind ihre Leistungen für die Nation, und nicht wenige haben sogar den ruhmvollen Weg in die Geschichte unseres Aber nicht nur in der Gemeindepflege, sondern auch im Krankenhaus und in der privaten Krankenpflege, ganz besonders aber in der Säuglingspflege, findet die NSV.-Schwefter einen Beruf, der den vollen Einsatz ihrer Person fordert. Für ein junges Mädel gibt es kaum einen schöneren Beruf, als Helferin der ihr blutsverwandten Menschen sein zu dürfen. Sie muß die Lebensbedingungen und -Verhältnisse derjenigen, die sie betreuen soll, genau erforschen und erkennen und muß stets wissen, wo ihre Arbeit einzusetzen hat, um Sorgen und Nöte zu beseitigen. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. völkerung. Mädel, die sich für den Schwesternberuf Inter- essieren, wenden sich an die Gauamtsleitung der NSB., Darmstadt- Steubenplatz 17. Dort wird ihnen Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Don» nerstag, 6. März 1941, von 15 bis 17 Uhr in Gie» Neue Wege zum Beruf. Oie weibliche Jugend wird zum Ehrendienst gerufen. Aus der Stadt Gießen März. Ein Beruf für das deutsche Mädel Oie NSV.-Schwester - überall gern gesehen. spruch: Raben und Bäume schneid' im März, Das Erdreich tu herummerstärz, gibt einen ganz summarischen Begriff von der Fülle und Mannigfaltigkeit dieser Arbeiten. Die zweite Hälfte des Monats bringt auch die Störche und Schwalben zurück. Der Dolksmund bringt ihre Wiederkehr entweder mit dem Grego- riustage oder mit dem Tage Mariä Verkündigung zusammen. Die Behauptung, daß sie am Gregorius- tage ankämen, stammt offenbar aus der Zeit der alten Kalenderrechnung, als der Gregoriustag noch der 21. März war, während er heute auf den 12 März fällt. Auch manche andere Bräuche dieses Tages, z. B. der festliche Umzug der Kinder, der sich an manchen Orten Deutschlands bis heute erhalten hat, hängt wohl mehr mit dem Frühlingsanfang zusammen als mit dem Kalenderheiligen. Wir finden auch sonst in diesem Monat eine reiche Zahl von Vorfrühlingsbräuchen, die je nach der Ueberlieferung in den verschiedenen Gegenden Deutschlands an verschiedenen Tagen gefeiert werden. So entfaltet sich in vielen Orten Schwabens, Bayerns, Tirols, Vorarlbergs und der deutschen Schweiz, aber auch in der Eifel am-ersten Fastensonntag festliches Leben und Treiben. Schon die verschiedenen volkstümlichen Namen dieses Sonntags, wie Freudensonntag, Weißer Sonntag, Hutzel„Unsere Schwester kommt!", jubeln schon von weitem die Kleinen, wenn sie die behende Gestalt in der kleidsamen braunen oder blauen Schwesterntracht erblicken. Und schnell geht die Kunde durch die Dorsstraße. Ueberall, tno sie hinkommt, gibt es eine freudige Begrüßung. Fast in jedem Hause ist die Gemeindeschwester eine vertraute Erscheinung. Allerhand gibt es täglich bei den Rundfahrten in ihren Gemeinden für die Schwester zu erledigen, denn nicht nur ein Dorf genießt meist die Fürsorge der stets bereiten Helferin; eine NSV.-Schwesterstation umfaßt meist mehrere Ortschaften, und so muß sie mitunter beschwerliche Wege zu Fuß, mit dem Rade oder gar mit Schneeschuhen zurücklegen, damit sie alle ihre Betreuten erreicht. Eine junge Wöchnerin wartet auf ihre Unterstützung; beim Müllerbuben, der sich beim Klettern verletzt hat, ist ein neuer Verband anzulegen. Der alte Bauer, den das Reißen plagt, muß von ihrer sorgsamen Hand gebettet werden. In allen Dingen weiß die Schwester als verständnisvolle Helferin des Landarztes Rat. In ihren Beratungsstunden in der Gemeinde- schwesternstation herrscht lebhaftes Kommen und Gehen. Mit der Leiterin der Hilfsstelle „Mutter und Kind" erteilt sie den Landfrauen manchen Rat in der Säuglings, und Kinderpflege und zeigt ihnen neue Wege zur Gesunderhaltung ihrer Kleinen. Auch im Kindergarten der NSV. läßt sie sich öfters w ■ sehen und gibt in von der Kindergartnerm zusam- Auskunft und Rat erteilt, menberufenen Mütterabenden Auskünfte über vor- ---- beugende Gesundheitspflege. grauem Vorhang gleitet ein schwarzes Kohlenschist. Plötzlich prasselt Hagel mit wilden Speeren nieder, Blitze durchzucken ihn, Gold in Silber, und der Donner des ersten Frühlingsgewitters kracht. Doch er sprengt ein flammendes Tor in den Abend, die Pfähle der Rebstöcke entzünden sich wie tausend Kerzen, und nun zerfließt und zerschimmert das Band des Stromes zu einem Perlmutterspregel blauen Himmels, gelber Lichtstteifen und rosafarbener Wolken. lien ein Schiff leihen, das der langen Fahrt und ihren Gefahren gewachsen war, die sardinische Pan- zerfregatte „San Michele". Im innerpolitischen Kampsjahre 1848 bewies unser Volk, daß es Sinn für die Seefahrt und genug Opserfreude besaß, solche zu ermöglichen. Es kam eine Marine-Nationalspende zusammen, die einen hohen Betrag als Grundstock zum Bau einer Kriegsflotte ergab. Gerade auch un- vermögende Leute und Bewohner des Binnenlandes, fern der Meeresküste, opferten froh und reichlich. Die badischen Flößer erboten sich, unengeltlich die stärksten Schwarzwaldtannen zu den Werften an dec See zu flößen. Schiffszimmerleute einer norddeutschen Werft erklärten sich bereit, ohne Lohn ein Kriegsschiff zu erbauen, und die hamburgische Dorstadt St. Pauli ließ aus einem Sammlungsbetrag innerhalb ihrer Bürgergemeinschaft ein Kanonenboot als Geschenk für die neue deutsche Bundesslotte anfertigen. Admiräle vom Schlage B r o m m y s und Fachmanns zeigten, daß das weite Meer nicht ein privilegiertes Revier Albions allein sei, obwohl der englische Marineminister erklärt hatte, er werde die deutsche Flagge, wo immer seine Kapitäne sie auf dem Meere anträfen, als Piratenfahne behandeln lassen. Bald mußten aber die Engländer den „Besen einholen"; denn die Flotte des Kaiserreichs war entstanden. Der März war nach dem alten römischen Kalender, der nur zehn Monate kannte, der erste Monat des Jahres. Dem sagenhaften König Numa , Pompilius wird die Verbesserung zugeschrieben, dem , Zehnmonatsjahr die beiden Monate Januar und ; Februar angehängt zu haben, aber erst durch die ; Kalenderreform Julius Cäsars wurde statt des März der Januar zum Neujahrsmonat. Doch hielt man noch in einigen Gegenden des Abendlandes das ganze Mittelalter über an dem 25. März als Iah- : resanfang fest, und da an diesem Tag von der Kirche das Fest Mariä Verkündigung gefeiert wird, hieß ein solches Jahr Marienjahr. Diese Zählung war z. B. im Erzbistum Trier vom 12. bis 17. Jahrhundert, in Lausanne bis ins 16. Jahrhundert und in Florenz und anderen italienischen Staaten sogar bis ins 18. Jahrhundert in Gebrauch. Für das natürliche Gefühl ist der Jahresbeginn Ende März durchaus einleuchtend, denn stärker als irgendeine andere trägt diese Jahreszeit den Charakter des Neubeginns. Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf, Pflanze und Tier erneuern sich, und auch der Mensch spürt in sich eine merkwürdige Unruhe, die durch das raschere Kreisen der Säfte verursacht wird, weshalb denn auch alle Frühjahrsund Blutreinigungskuren in den März verlegt werden. Auch die in der modernen Medizin wieder zu hohen Ehren gekommenen Fastenkuren gehören hierher, die mit Vorliebe in dieser Jahreszeit durch- aeführt werden. In früheren Zeiten, als die Fasten^ Vorschriften der Kirche noch allgemein verbindlich waren und mehr oder weniger streng durchgeführt wurden, war ohnehin der März eine Zeit der ein- geschränkten Nahrungsaufnahme, und dieses Fasten diente nebenher auch der Reinigung des Blutes. Vom Fasten hat auch die flämische Bezeichnung Dorremaend" für den März ihren Ursprung, die wir auch bei Fischart als „Dörrmonat" finden. Eine Reihe anderer Namen verraten weitere bezeichnende Eigenarten unseres Monats. So hieß er in Südbayern Ackermonat, was etwa dem altnordischen „Sadatith" (Saatzeit) entspricht. Die Schneeschmelze und der damit verbundene grundlose Morast trugen auf Sylt dem Monat den vielsagenden Namen Kätmuun" (Kotmonat) ein. Die Bezeichnung ''Lentzinmanoth" (Lenzmonat), die Karl der Große dem März gab, ist bei uns nie recht heimisch geworden. Gar zu rauh und stürmisch pflegte der Monat daherzukommen, als daß wir ihn als ausgesprochen „lenzlich" empfinden. So hat sich denn über alle landschaftlich verschiedenen Bezeichnungen hinweg der lateinische Name März, der dem römischen Kriegsgott Mars entlehnt ist, auch bei uns allgemein durchgeseht, und das Breslauer Monats- qedicht aus dem 15. Jahrhundert sagt: Der dritte monde heyst der merze Und macht denne den phlug sterczin. Der Bauer wünscht sich diesen Monat, den wich- ttasten für die Frühjahrsbestellung, trocken und sonnig Märzenstaub ist Goldes wert", sagt das Sprich- wort. Und umgekehrt: „Ein feuchter fauler Marz ist des Bauern Schmerz." Und nicht nur die Sonne, auch der Wind, der uns im März gewöhnlich be- sonders reichlich beschieden ist, ist dem Landmann willkommen, denn auch er Hilst, die Feuchtigkeit, die sich von der langen Schneelast des Winters in der Erde gesammelt hat, aus dem Boden zu ziehen, die Scholle für das Hervorbrechen der Pflanzen, das Sprießen der jungen Saat aufzulockern. Bauer, Gärtner, Winzer, alle, die die Erde bebauen, müssen sich im März sputen, um mit allen Arbeiten fertig zu werden, die einander drängen. Der Bauern- Volkes gefunden. Auch in unseren Tagen hat die weibliche Jugend den Ruf der Zeit verstanden und freudig ausgenommen. In dem ihr zufallenden vielfältigen Arbeitsgebiet nimmt der Frauenhilfsdienst eine besonders wichtige, für Gegenwart und Zukunft gleich wertvolle Stellung ein. Bereits vor mehreren Jahren aus der Erkenntnis entstanden, daß es ein Gebot der Stunde ist, die in der Kinder-, Kranken- und Wohlfahrtspflege tätigen Fachkräfte auf breiter Grundlage durch Beigabe von Hilfskräften zu unterstützen, hat der Frauenhilfsdienst seinen Einzug in unseren Kinderhorten, Krankenhäusern und Lazaretten, in Fürsorgestellen und Altersheimen gehalten. Ueberall finden wir die Mädel in ihrer schmucken Tracht, in blauem Rock und weißer Schürze, zielbewuht an der Arbeit. Der Eintritt in den Frauenhilfsdienst ist ohne bestimmte Vorbildung nach Vollendung des 18. Lebensjahres möglich und sieht eine Verpflichtung auf zwei Jahre vor. Ist die Ableistung des Arbeits- Schon das schulentlassene Mädel kann mit der Vorbereitung für seinen zukünftigen Berus beginnen, um nach und nach in feine künftige verantwortungsvolle Arbeit hineinzuwachsen. Mit dem 18. Lebensjahr beginnt die eigentliche Ausbildung, die völlig kostenlos ist. Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung werden gestellt und ein Taschengeld wird gewährt. Mit umfassendem Wissen und praktischen Kenntnissen wird so die Schwester der NSV. zum wertvollen Glied der Volksgemeinschaft, zur vorbildlichen Helferin der Stadt- und Landbe- baren Mondrand heran und verschwindet dann plötzlich, so plötzlich, daß man glauben könnte, irgend jemand hätte den Stern ausgewischt. Dieses plötzliche Verschwinden des Sternes ist ein Zeichen dafür, daß der Mond keinerlei Atmosphäre besitzt, sonst mühte der Stern langsam schwächer werden und dann erst verschwinden. In Wirklichkeit nähert dienstes vorausgegangen, verkürzt sich die Arbeits- zeit im Frauenhilfsdienst auf V/z Jahr. Während der Ableistung der Dienstzeit zur Unterstützung der Schwestern, Volkspflegerinnen und Kindergärtnerinnen haben die Angehörigen des Frauenhilfsdienstes, soweit sie nicht bei ihren Angehörigen leben, Anspruch auf freie Wohnung und Verpflegung, auf Arbeitskleidung, Urlaub und ein tägliches Taschengeld. Ferner ist freie ärztliche Behandlung und Krankenpflege zugesichert. Nach Beendigung des zweijährigen Hilfsdienstes wird bewährten Mädeln eine Ehebeihilfe in Höhe von 500,— RM. gewährt. Viele Mädel werden an den ihnen obliegenden Pflichten soviel Freude und Befriedigung finden, daß sie sich entschließen werden, einen entsprechenden Beruf zu ergreifen. Ihnen wird die freiwillige Dienstzeit in der Berufsausbildung als praktisches Halbjahr angerechnet. Ferner befreit der Ehrendienst im Frauenhilfsdienst vom Pflichtjahr. Wiederum ergeht der Ruf an junge, gesunde Mädel aller Volkskreise zur freiwilligen Verpflichtung, zum Ehrendienst an der Volksgesundheit und damit für den Bestand und die Zukunft der Nation. Auskünfte erteilen die Kreisdienststellen des NS.- Frauenschaft, die auch jederzeit Meldungen entgegennehmen. Stadttheater: 19 bis 21.15 Uhr „Götter auf Urlaub". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Sieg mr Westen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unser Heiner Junge". — Gießener Vortragsring: 19.15 Uhr in der Großen Aula der Universität Hans Ca- rossa lieft aus eigenen Werken. — Abendvorlesung der Universität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße, Vortrag Professor Dr. Voll Hardt über „Der Gestaltwandel britischer Weltanschauung". — Oberhessischer Kunstoerein: 17.30 bis 18.30 Uhr Ausstellungen im Stadttheater und im Turmhaus am Brandplatz. Stadttheater Gießen. Am heutigen Mittwoch wird zum erstenmal das Lustspiel von Paul Helwig „Götter auf Urlaub" aufgeführt. Dieses originelle Lustspiel hat nach seiner Uraufführung in Berlin am Staatstheater seines glänzenden Erfolges wegen an mehr als zwanzig deutschen Bühnen Aufnahme gefunden und überall seine Erfolgsserie fortgesetzt. Spielleitung: Hans Albert Schswe. Bühnenbild: Karl Löffler. Es wirken mit: Hannelore Hinkel, Hans Caninenberg, Walter Erler, Hans Geißler, Karl Volck. 22. Mittwoch-Miete. Ortszeit für den 6. März. Sonnenaufgang 8.03 Ulk, Sonnenuntergang 19.12 Uhr. — Monduntergang 2.41 Uhr, Mondaufgang 11.58 Uhr. Heute abend Sternbedeckung. Bei seinem Umlauf bedeckt der Mond laufend die hinter ihm stehenden Sterne. Meist sind diese aber so lichtschwach, daß sie mit dem bloßen Auge überhaupt nicht oder doch in der Nähe des hellen Mondes nicht gesehen werden können. Ein erheblicher Teil dieser Bedeckung findet außerdem am Tage statt, so daß man sagen kann, ohne ein Fernrohr ist im allgemeinen eine Sternbedeckung nicht zu beobachten. Nur in den ganz seltenen Fällen, daß einer der großen Sterne in der Nähe der Mondbahn zu günstiger Zeit vom Mond bedeckt wird, ist eine Beobachtung mit dem bloßen Auge möglich. Eine solche Bedeckung findet heute abend statt. Sie ist die erste in einer Serie von 5 Bedeckungen des Hauptsterns des Stier, des Sternes 1. Größe Aldebaran, einer Sonne, die etwa 65 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der Durchmesser dieser Sonne ist etwa 38 mal größer als der unserer Sonne, übertrifft also den Erddurchmesser um das 4150 fache. Die zu erwartende Bedeckung ist aber nicht nur die erste, sondern auch die günstigste dieser Serie, denn die übrigen Bedeckungen am 29. April, 20. Juli, 10. Oktober und 30. Dezember finden entweder am Tage statt und sind daher überhaupt unsichtbar, oder sie finden um die Vollmondszeit statt und sind daher wesentlich schwieriger zu beobachten als heute. Bei uns in Gießen verläuft die Bedeckung folgendermaßen. Um 21 Uhr 29 Minuten tritt dec Stern an den dunklen und daher für uns unsichtZeitschriften. — „I nnen-Dekoration". Zeitschrift für behagliches Wohnen. 2,50 RM. Derlagsanstalt Alexander Koch G. m. b. H., Stuttgart. — Der Architekt dec Gegenwart sieht sich häufig vor die Aufgabe gestellt, Wohnhausbauten aus älterer Zeit durch geschickten Um- und Ausbau für zeitgemäße Wohnzwecke nutzbar zu machen. Eine überzeugende Lösung dieser Art bietet das letzte Heft mit dem landschaftlich reizvoll gelegenen „Wohnhaus in Württemberg", das dec Stuttgarter Architekt Paul Darius durch Erweiterung eines alten Hauses geschaffen und mit neuer Inneneinrichtung versehen hat. Ein Bildbericht „Mailänder Wohnräume und Einzelmöbel" gilt dem schaffen des Mailänder Architekten Paolo Buffa, das mit seiner Formreife und seiner Vorliebe für wertvolle Werkstoffe für die junge italienische Raum- und Möbelgestaltung bezeichnend ist. Eine weitere Bildfolge bringt neue Erzeugnisse der „Deutschen Werkstätten" München, darunter bemalte Landl Hausmöbel und schöne Gebrauchskeramik. Mainlandschast. Bon Hans Brandenburg. Aus den silbernen Hochburgen des Alpenwinters bin ich der Landschaft des Mains ans Herz gestürzt. Auch sie hat diesmal durch Wochen und Monate die ganze Strenge des Schnees und Frostes tragen müssen, so wenig angemessen das gerade ihr er= scheinen will — nun befreit sie sich und befreit auch uns. Wir hatten vergessen, was Erde, was Luft und was Farbe ist. Den Boden drosselte die weiße Decke, der Himmel hing als Last hernieder oder klärte sich höchstens zum starren Gewölbe. Nun ist die Erde endlich nackt, sie ist wieder Leib, und wir öffnen mit ihr unsere Poren. Sie vermähtt sich wieder der Atmospäre, das Unten und das Oben brauen ineinander — und wer will über schlechtes Wetter klagen, wenn der Boden in seiner Blöße dampft und brodelt, wenn Licht und Schatten wieder stieben, wenn Wolken und Regen wieder ihre Schleier weben und alles endlich neu zu feiner fruchtbaren und zusammengehörigen, zusammenklingenden Tonigkeit verschwimmt? Wo kaum der Schnee gewichen ist, da weiden schon Schafe. Wo kaum das Eis zerschmilzt, da tummeln sich Gänse. Und ergreifend wirkt auf dem so lange verlassen gewesenen Gebreite der Felder und Aecker die erste, die noch einsame und vereinzelte menschliche Gestalt, die wieder das Werkzeug erhebt, der geöffneten Scholle zu helfen. Und inmitten dieser langsam erwachenden Kreaturen zieht das breite Band des Mains dahin wie aus braun- grauer Seide. Dieser Strom ist mild und stark zu- gleich. In unendlich harmonischem Verhältnis entspricht seiner geahnten Tiefe die ruhige und gelinde Höhe seiner Ufer, in die sich die alten Nester schmiegen und die mit Weinbergen, mit Wald und mit kindlichen Reihen und Rudeln noch kahler Obst- bäume waagrecht dahinstreichen. Die Wiesen sind zum Teil überschwemmt, Weiden- bäume stehen wie ertrinkend im Wasser, Kahne und Bretter überbrücken sonst trockene Stellen bis in Einfahrten und Hauseingänge hmem. Aber die überdrängende Fülle will das Land nur einmal gründlich tränten; sie tritt wieder zurück in den Laus des Flusses, der aus die Dauer nur seinen sanften Borden gehorcht. Dampfer und Schlepper kommen vorüber, Gewölk ergießt sich über sie, Bagger starren kaum noch heraus, und.hinter perl- fonntag, Brot- und Käsesonntag, Funken- und . Scheibensonntag, erzählen uns etwas vom Charakter dieses Tages. Der vierte Fastensonntag, der Sonntag ßätare, heißt wiederum in manchen Gegenden Totensonntag, was nichts mit dem im Herbst gefeierten Andenken an die Verstorbenen zu tun hat, sondern auf die Sitte des Todaustrages zurückgeht. Eine Strohpuppe, die den Winter darstellt, wird Unter allerhand Späßen und Scherzen herumgetra- gen und schließlich feierlich verbrannt. Das bedeutet zugleich eine Reinigung vom allem Morschen, Kranken, Stockigen, während eine andere Figur mit Buchsbaum und bunten Bändern, Aepfeln und Brezeln behangen, den sieghaften Neubeginn des jungen, starken, gesunden Lebens versinnbildlicht. C. K. Fürst die alte Marinetradition, indem er den roten Adler Brandenburgs nach Uebersee sandte und in Westafrika Kolonien erwarb. Nicht allzu bekannt dürfte es sein, daß dieser weitblickende Herrscher — Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, mar es — diese Pläne mit vorerst sehr bescheidenen Mitteln verwirklichen mußte. Sein Staat war durch den Dreißigjährigen Krieg verarmt, die Kriegskasse war leer, Die Schwedengefahr groß. Da kam der indige Fürst auf den Gedanken, eine Flotte zu mieten. Der niederländische Kaufherr Benjamm Raule setzte aus eigenem Schiffsbestande und unter Heranziehung von gleichgesinnten „Kompagnons" eine Flotte zusammen, die — vom Kurfürsten mit Kaperbriefen ausgestattet — staatsrechtlich die Tätigkeit einer legitimen brandenburgischen Marine übernahm, in nur zwei Monaten 21 Feindschiffe abfing und dafür ansehnliche „Prozente" als „Geschäftsanteil" der Unternehmer einheimste. Diesen Vertrag erneuerte Friedrich Wilhelm, als er seine kolonialen Pläne durchführte; und er wie sein „Schiffsdirektor" Raule kamen auf seine Kosten. Des Großen Kurfürsten Enkel, der als „Soldatenkönig" in die Geschichte einging, hatte großes 23er- ständnis für Landheer und Wirtschaft, nicht aber für Seefahrt und Kolonialpolitik. Die Kriegsschiffe blieben im Hafen liegen und verfaulten buchstäblich. Sein Sohn aber — der große Friedrich — sah weiter. Er ließ neue Kriegsschiffe bauen, und der schwarze Aar auf weißem Grunde flog wiederum in die weite Welt. Damit sich aber diese Schiffe nicht nur politisch bewährten, sondern auch wirtschaftlich „rentierten", mußten sie „nebenamtlich" Handelsware nach und von Uebersee transportieren. Selbst das Flaggschiff ,König von Preußen" getauft, diente dem Handel. Als es in Kanton an der chinesischen Küste einlief, sagte ein Mandarin, der die Kriegsflagge mit dem Preußenadler betrachtete: „Wir haben dergleichen großen Vogel schon früher hier gesehen, aber ihm keine Dauer jugetraut, weil er unnatürlicherweise zwei Köpfe hatte. Dieser Vogel, der nur einen Kopf hat, wird es länger aushalten!" Tatsächlich hat der Preußenaar den Doppeladler Habsburgs überdauert. Immerhin ging es langsam mit dem deutschen Flottenaufftieg, und die napoleonischen Jahre brachten verhängnisvolle Rückschläge. Noch der Gründer der neuzeitlichen Flotte Deutschlands, Prinz 21b dl b er g von Preußen, mußte sich anno 1842 für eine Informationsreise nach Brasilien aus Jta» Aus der Krühzeit deutscher Geegeltung. Von Werner Lenz. „Seefahrt ist not." G o r ch F o ck. Seltsamerweise ist der deuffche Anspruch auf See- qeltunq und Meerbeherrschung von den Deutschen leibst lange Zeit nicht recht verstanden worden. So sagte noch vor hundert Jahren ein preußischer Kriegsminister, daß Die deutsche Nation „bekanntlich" ein auf das Festland und auf fern Landheer angewiesenes Volk sei. Und doch bezeugt es die Geschichte Germaniens schon für die Zeit, ehe es em eigentliches Deuffches Reich gab, daß unser Volk — mie überhaupt alle ihm verwandten Stämme -- zur Seefahrt hervorragend geeignet ist. Schon in vorgeschichtlicher Zeit blühte außer auf Den großen Flüssen Mittel- und NorDeuropas Die Schiffahrt an Den GestaDen Der Ost- und Nordsee, und germanische Seeleute waren es, Die vor tausend Jahren Island, Grönland und Amerika ansteuerten. Den Wikingern, Normannen und Friesen eiferten Die NieDersachsen halb nach, und Die Deutsche Hansa wurDe zu einer Marinemacht von hohem Ansehen in aller Welt. Dann aber ging Die Ueberseepolitik und Damit Das militärische Seemannstum für IahrhunDerte rückwärts; Das habsburgische Kaisertum kannte vor seinem Zusammenbruch als Zentralgewalt des „Hei- liqen römischen Reiches deutscher Nation" zwar noch Den Titel eines „Generals des Meeres", der beispielsweise an Wallenstein verliehen wurde; aber er war nur leere Dekoration, wie die Tatsache erweist, daß besagter kaiserlicher Generalissimus nicht einmal mit Der kleinen SeestaDt Stralsund fertig werden konnte. Bald Darauf jedoch erneuerte em hohenzollernscher sich natürlich nicht der Stern dem Mond, sondern der Mond geht über den Stern hinweg und gibt ihn erst um 22 Uhr 39 Min. am Hellen Rande wieder frei. Kurze Zeit darauf taucht der Stern dann aus den Mondstrahlen wieder auf. Das Interessante an dieser Bedeckung ist aber der Eintritt des Sternes, der durch die Unsichtbarkeit der dunklen Mondhälfte sehr überraschend wirkt. Diese Bedeckung ist eine der sehr seltenen Fälle, daß eine Sternbedeckung mit dem bloßen Auge zu einer günstigen Zeit beobachtet werden kann, weshalb niemand dieses schöne Schauspiel versäumen sollte. Kießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoieh-Berteilungsmarkt) in der Diehverstei- gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 36,5 bis 45 Rpf., Bullen 39,5 bis 49,5, Kühe 28 bis 43,5, Färsen 40 bis 44,5, Kälber 34 bis 57, Schafe 42,5 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,13 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (90 bis 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 89,5 kg) 1,01, e—f (unter 80 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf regelmäßig, alles zugeteilt. Gießener Vochenmarktpreise. \ Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A-Ware Für 8-Ware oder abfallende Ware wwie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger * Gießen, 5. Marz. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Wirsing, ¥i kg 11 bis 14, Weißkraut 8 bis 12, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 11 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Unterkohlrabi 6 bis Feldsalat 1 RM., 1Ito 10 Rpf., Schwarzwurzeln, Vi kg 26, Kartoffeln, 5 kg 45, Aepfel, % kg 28 bis 40, Lauch 24, Sellerie 23 Rpf. ** NS. -Frauenfchaft — Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen- Nord. Die Nähstube der Ortsgruppe ist montags und donnerstags von 9 bis ^12 Uhr und von 15 bis 11% Uhr im Ortsgruppenzimmer, Marburger Straße 20. Wir erwarten, daß sich recht viele Frauen dazu einfinden. ** Goldene Hochzeit. Am morgigen 6. März begehen die Eheleute Wilhelm K r a e m e r, Oberlokomotivführer a. D., Gießen, Glaubrechtstraße 5, und Frau Beate, geb. Schnell, das Fest der goldenen Hochzeit. Beide stehen im Alter von 73 Jahren. Die Jubilarin ist Trägerin des goldenen Mütter-Ebren- kreuzes. Dem Jubilar unseren herzlichen Glück- wünsch. ** Die Gewährung von Kinderbeihilfen. Der Oberfinanzpräsident Hesien bringt heute in einer Bekanntmachung die neue Regelung der Gewährung von Kinderbeihilfen durch den Reichsfinanzminister zur öffentlichen Kenntnis. Strafkammer Gießen. Her O. S. aus G.-F. hatte sich gestern wegen fahrlässiger Tötung und Fahrerflucht zu verantwor- ten. Er hatte am 19. November v. I. auf der Reichsstraß« Herbstein—Altenschlirf mit seinem Per- sonenkraftwagen einen Mann aus Metzlos-Gehag von hinten angefahren und zum Sturz gebracht, so daß der Tod des Mannes bald darauf eintrat. Noch dem Unfall war er davongefahren, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Der Angeklagte bestritt, von dem Unfall etwas gewußt zu haben. Er habe lediglich einen Schlag gegen die Windschutzscheibe seines Wagens gemerkt, wobei diese zertrümmert wurde. Der Angeklagte wurde allgemein als ein gutmütiger, hilfsbereiter, nüchterner Mensch geschildert, dem man Fahrerflucht nicht zutraut. Erst nach der Unglücksfahrt habe er erheblich Alkohol zu sich genommen, vorher nur in ganz geringen Mengen. Der Sachverständige gab der Ansicht Ausdruck, daß der Angeklagte gerade in der Kurve, in der lichen Zur Wertung des Turnens Für die Besucher des Turner-Großkampfes in Gießen. das System der vier Kampfrichter bei entscheidenden am Main. Ersatzturner sind: Georg Führer- Sport- Kämpfen eingeführt. In der Erkenntnis, daß das gemeinde Neustadt und H. Henkel, Vogt u. Haeff- Richtige wohl in der Mitte liegt, läßt man dann die I ner, Frankfurt a. M. Glückwünsche. Gewaltverbrecher Mager viermal zum Tode verurteilt. zweigten Familiennamens Leib auftrat. Jener also schon vor der Reformation lebende erste Namens- irägsr der Leibs, Henrich Leib, legte am 13. Januar 1548 zu Gleiberg mit einem anderen Krofdorfer, Bernhard Münnich, im Beisein von dem Vetzberger Adligen Magnus Holtzapfel und dem Superintendenten und Reformator unserer Gegend Kaspar Goltwurm die heute noch vorhandenen Kirchenbaurechnungen von 1544 bis 1547 vor. Das stattliche Wohnhaus Karl Leibs gehörte einstmals zu einem der Krofdorfer adligen Gehöfte im Besitz der Familie Lefch von Mühlheim. Es trägt die Jahreszahl 1696 nebst einer Inschrift über dem Türbalken. Die Haustür ist eine der beiden letzten im Dors vorhandenen zweiteiligen Türen mit einem eisengeschmiedeten Klopfer. Dem Jubilar gelten auch unsere herz- Kampfrichter wurden Fehlurteile immer fetten .-f, da die Ausrichtung nach bestimmten Grundsätzen über Wert, Schwierigkeit und Schönheit einer Hebung immer straffer und bindender wurde. Sc> war jetzt der Kampfrichter auch in der Lage, für sein Urteil einzustehen. Und heute ist bei Meisterschaften der Wettkämpfer selbst verpflichtet, über seine Punktzahlen, die ihm nach jeder Hebung mitgeteilt werden, Buch zu führen, so daß Unstimmigkeiten, die den Rechnern unterlaufen könnten, sofort bereinigt werden können. Die öffentliche Wertung. Einen weiteren Schritt, um vor allem den Zuschauer enger an den Ablauf des Kampfes zu bin- oen, bedeutete die öffentliche Wertung, die lange diskutiert wurde, sich nun aber endgültig durchgesetzt haben dürfte. Voraussetzung hierfür war das Vorhandensein einer genügenden Zahl bestausgebildeter Kampfrichter, die mit ihrem Urteil auch vor der Oeffentlichkeit bestehen konnten. Hm auch die letzte Fehlerquelle zu verstopfen, daß nämlich doch eine gewollte ober ungewollte Heber« ober Unterwerfung ben Kampf entscheidend beeinflussen könnte, hat man der Unfall passiert fei, den vor ihm fahrenden Rad- ahrer hätte sehen müssen. Der Zusammenstoß, wie er sich abspielte, hab« ihn zum Bewußtsein bringen müssen, daß etwas besonderes passiert sei, dem er hätte nachaehen müssen. Der Angeklagte wurde der fahrlässigen Tötung schuldig erkannt und zu einer Gefängnis- ftrafe von neun Monaten, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft, verurteilt, im übrigen aber freigesprochen. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, die Fahrlässigkeit sei darin zu erblicken, daß der Angeklagte mit Rücksicht auf feinen körperlichen Zustand — er hat nur ein Auge — ganz besonders vorsichtig hätte sein rnüsien. Die Absicht, sich der Verfolgung zu entziehen, könne dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Bei der Strafzumessung wurde einerseits der Umstand, daß der Angeklagte nicht vorbestraft, besonders als Verkehrsteilnehmer nicht vorbestraft ist, andererseits die Tatsache, daß ein für die Volksgemeinschaft wertvolles, junges Menschenleben als Opfer zu beklagen ist, in Betracht gezogen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. 8 Alten-Bufeck, 5. März. Die älteste Ein- wohnerin unserer Gemeinde, Frau Marie Dötz, kann heute bei bester Gesundheit und erstaunlicher geistiger und körperlicher Frische ihr 9 0. Lebensjahr vollenden. Die Jubilarin betätigt sich noch während des ganzen Jahres an sämtlichen Hausund Gartenarbeiten. Allabendlich liest sie mit regem Interesse ihr langjähriges Heimatblatt und bespricht mit ihren Angehörigen verständnisvoll die Ereig- nisie des Weltgeschehens. Wir bringen der Jubilarin unsere herzlichsten Geburtstagswünsche dar und wünschen ihr einen weiteren gesunden und glücklichen Lebensabend. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 5. März. Am heutigen 5. März wird unser Mitbürger Landwirt Karl Leib, Hmtergasse, 7 5 Jahre alt. Auf ein arbeitsreiches Leben zurückblickend, legt der Jubilar auch heute noch nach besten Kräften mit Hand an in Haus und Hof feines landwirtschaftlichen Betriebes, zumal fein einziger Sohn — die beiden ältesten Söhne gaben ihr Leben im großen Weltkrieg hin — einen großen Teil des Jahres als Waldarbeiter tätig ist. Lange Jahre versah Karl Leib das Amt des Kirchmeisters, gleich einem Vorfahr des Namens Henrich Leib, der 400 Jahre früher lebte und schon 1544 als Vertreter des im hiesigen Ort heute weitver- Mit der Steigerung der Stiftungen im Gerät- turnen mußte auch eine Derftinerung der Wertung und ihrer Maßstäbe eintreten, wenn das Urteil der Kampfrichter einer solch künstlerischen Leistung, wie sie die Gerätübung der Meister heute darstellt, gerecht werden wollte. Me war es früher? Gehen wir ein Jahrzehnt zurück. Damals turnte man sozusagen „blind". Unter keinen Umständen wollte sich der Kampfrichter von dem Wettkämpfer in die Karten gucken lassen, der somit erst am Ende des Kampfes die Gesamtpunktzahl erfuhr. Psycho- logffch gesehen, war diese Geheimhaltung der Wertung ein Unfug, und man förderte damit bestimmt nicht die Anteilnahme des Wettkämpfers am Kampf selbst. Da zudem der Kampfrichter nicht offen für feine Wertung einzustehen brauchte, war das oft nur zu berechtigte Mißtrauen des Turners gegenüber der Wertung allgemein. Dazu kam, daß bei großen Kämpfen der Zuschauer über das Zustandekommen der Punktzahlen und den Stand des Kampfes selbst im unklaren blieb, mithin ein guter Teil der Spannung des Wettkampfes aus fiel. Heule. Das alles hat sich seit Jahren grundlegend geändert. Mit der sehr intensiven Schulung der Tgm. Eintracht Frankfurt a. M. (W.-Heer), Walter Rosenberger, Vogt und Haeffner, Frankfurt am Main. Ersatzturner sind: Georg Führer- Sport- LPD. Frankfurt a. M., 4. März. Das Sonder- gericht Frankfurt verurteilte am Dienstag den achtzehnjährigen Lothar Mager aus Heidelberg als Gewaltverbrecher wegen Mordversuchs in vier Fällen, davon in drei Fällen in Tateinheit mit Verbrechen gegen § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens, in einem Fall auch als Volksschädling und in einem Fall des versuchten schweren Raubes viermal zum Tode und dauerndem Ehrverlust. Der Angeklagte hatte die Verbrechen in der vergangenen Woche — wie gemeldet — in Heidelberg, Frankfurt und Wiesbaden begangen. Es gelang dem Zusammenwirken der Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M, die sofort drei Sachbearbeiter eingesetzt hatte, mit der Kriminalpolizei in wenigen Tagen, den Sachverhalt der Verbrechen und das Vorleben des Angeklagten durch Ermittlungen in Heidelberg, Frankfurt und Wiesbaden in allen Einzelheiten fest- zustellen. Daher konnte schon am sechsten Tage nach der Ergreifung des Verbrechers feine Aburteilung durch das Sondergericht erfolgen. Bei feiner Verhaftung hatte Mager vier Pistolen und etwa 300 Schuß Munition neben einem scharf- geschliffenen Dolch in Besitz. In der UrteUsbegrü- bung wurde betont, daß der Angeklagte keine Reue zeige und mit voller Ueberlegung gehandelt habe. Er sei der Typ des Gewaltverbrechers. Der Angeklagte nahm das Urteil in vollkommener Ruhe hin. Für das Leben des Justizoberwachtmeisters in Heidelberg, auf den der Verbrecher geschossen hatte, besteht glücklicherweise keine Gefahr, obwohl der Beamte schwer verletzt ist. höchste und niedrigste Wertung Wegfällen. Müler- weile wurde auch eine elektrische Anzeigevorrichtung konstruiert, die für jeden Kampfrichter in einem pultähnlichen Tischchen besteht, auf dessen durchsichtiger Vorderseite die Wertzahlen aufleuchten. Der Bereichskampf In Gießen am kommenden Sonntag wird als eine wichtige Veranstaltung des NSRL. (Reichsfachamt Turnen) ebenfalls die öffentliche Wertung anwenden, wodurch der Zuschauer den Kampf genau wird verfolgen können. Noch stets stellten bei solch großen sport- lichen Veranstaltungen, insbesondere im Turnen, die Fachleute aus den Vereinen die Hauptmasse der Zuschauer. Für sie wird es denn auch am Sonntag einen besonderen Reiz bedeuten, selbst mitzuwerten und ihr Urteil mit dem der Kampfrichter zu Dergleichen. Geturnt werden nur Kürübunaen, für deren Beurteilung Schönheit und Schwierigkeit ausschlaggebend sind. Die Schönheit der Hebung, die vor der Schwierigkeit den Vorrang hat, ist wieder bedingt durch den Ausbau sowie die Auswahl, Verbindung und Mannigfaltigkeit der Einzelformen. Da der Kampfrichter nicht nur von 1 bis 10, sondern auch noch mit Zehntelpunkten werten kann, ist eine sehr genaue Abstufung möglich. Trotzdem ist zu betonen, daß die Wertung von Gerätübungen kein« mache- mattsche Aufgabe ist, sondern ein persönliches Werturteil. Diese gefühlsmäßige Wertung hat ihre Vor- aussetzung in klarer Urteilsfähigkeit des Kampfrichters. Den Gießener Turnkampf werten- dis Männerturnwarte der vier beteiligten Bereiche. Die obigen Dorausfetzungen für eine einwandfreie Wertung und einen gerechten Ausgang dürften damit gegeben fein. Die Mannschaften von Heften und Südwest im Gießener Turngroßkampf. An der Spitze der Hessen-Sechs steht der hessische Bereichsmeister 1941 Otto Gergs, ACT. Kassel. Er hat neunmal an deutschen Gerätmeisterschaften teilgenommen, auch dieses Jahr in Karlsruhe; er war mehrere Male Sieger auf Deutschen Turn- und Sportfesten. Franz Sieger, CT. Hessen- Preußen Kassel, ist Gergs ebenbürtig; auch er war wiederholt Sieger auf Deutschen Turn- und Sportfesten und bei Deutschen Gerätemeisterfchaften. Adolf Fink von der CT. Hessen-Dreußen Kassel ist wohl der älteste der Turner, die oen Kampf am nächsten Sonntag bestreiten. Er ist aus derzeit des alten Hessengaues der DT. allen hessischen Turnern noch in bester Erinnerung. In der bekannten Hesien- riege des Ehrengauoberturnwarts Wilhelm Will war er einer der Besten, wurde mehrmals Bereichs (Gau-) meister, nahm an Deutschen Meisterschaften teil und gehörte auch der Deutschlandriege an. Anton Kaiser vom Tv. 1846 Gießen (Luftwaffe) zählt zu den Besten des deuffchen Nachwuchses. Er war mit Erfolg an den Reichswettkämpfen der Nachwuchsturner 1938 in Gera und 1941 in Kassel beteiligt, 1940 auch an den Deutschen Geratemeisterschaften in Berlin und an den Deutschen Zwölfkampfmeisterschaften in Chemnitz. Weiter stehen in der Hessen-Mannschaft Kurt Schöneich, Tv. Erbach (Westerwald), der mehrmals an Deutschen Zwölfkampfmeisterschaften und Deutschen Gerätemeisterschaften, zuletzt in Karlsruhe 1941, teilgenommen hat, und August Krack vom Tv. Bad Homburg-Kirdorf, der Bezirksmeister des Friedberger Bezirks ist. Als Ersatzmänner sind August Ederspächer, Tv. Biedenkopf und Kurt Wedekind, ACT. Staffel gemeldet. Die Südwe st.-Mannschaft wurde von uns bereits kurz gewürdigt. Ihre endgültige Aufstellung sand sie erst am Sonntag nach den Sübwcst-Be- reichsrneisterschaften in Worms. Die Mannschaft tritt in folgender Ausstellung an: Richard Reuther, T. u. Spg. Oppau, Ludwig Metz, Tgm. Frank- surt-Bockenheim (W Heer), Emil Hlinetzky, Vogt und Haeffner, Frankfurt a. M. (W. Heer), Helmut B a n tz, VfL. Speyer, Albert Z e l l e k e n s. WWWnsusSWlW. Roman von Wo flcufdöL 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dort gab es zu dieser Stunde noch keinen einzigen Gast. Fräulein Lene, die Tochter des Hotelbesitzers, faß hinter dem Schanktisch und las in einem Buch, das einen grellbunten Schutzumschlag trug. Lasard blieb neben ihr stehen und blickte über ihre Schulter. Verlegen klappte sie das Buch zu und erhob sich. Er wies mit dem Kopf auf die bunt schillernd« Reihe von Likörflaschen. „Nonne oder Landsknecht?" fragte sie. Lasard hatte im Schlesischen Hof eine Menge neuer Bargetränke eingeführt, die alle merkwürdige Namen hatten, und die er selber am besten zu mischen verstand. „Bleiben wir beim Landsknecht!" entschied er. „Für Sie eine Nonne?" Das Fräulein lehnte ab. Er mischte sich seinen Zandskneckst und plauderte währenddesien mit dem Mädchen, vis ein Botenjunge kam, der einen Korb Büchsenkonserven ablieferte und die Rechnung dafür oorlegte. Sie muhte den Jungen ins Kontor begleiten und Lasard blieb einig« Minuten allein. Er nahm, als täte er das Selbstverständlichste von der Welt, aus einem Fach des Büfetts drei neue Paketchen mit Spielkarten und steckte sie in die Tasche. Als Fräulein Lena zurückkam, trank er den Rest seines .Landsknechts* aus und ging hinauf in sein Zimmer. Dori nahm er die Kartenpäckchen hervor, öffnete behutsam die Hmhüllungen und begann, die Karten zu zeichnen, indem er mit einem scharfen Dtesser von den Rändern hier und da den Glanz weg- schabte. Er zeigte sich geübt darin, und es ging rard). Was er da tat, war keineswegs die Vorbereitung zu einem großartigen Falschspiel. Der Erfolg hätte den Aufwand nicht gelohnt. Es war nur ein Zeitvertreib, eine angenehme Spielerei, an deren Gelingen er feine fachmännische Freude hatte. Er fühlte sich wie ein Zauberkünstler, der aus reiner Lust art der Geschicklichkeit feine Tricks auch dann ausführt, wenn es sich nicht lohnte. Als Herr Mesielmann, der Besitzer des Lichtspielhauses Konkordia' und einige seiner Stammtisch- freund« gegen acht zum Abendschoppen kamen, tagen die drei Karienpäckchen schon längst wieder und scheinbar unversehrt an ihrem Platz, ganz zu oderst selbstverständlich, damit Fräulein Lene nur eins von ihnen zu fassen bekam, wenn man sie um neue Karten bat In einem harmlosen Spiel, das sich über Stunden ausdehnte, gewann Lasard etwa achtzig Mark. Mit Leichtigkeit hätte er das Doppelte und Dreifache gewinnen können. Aber diese ehrsamen Leut«, die jeder verlorenen Mark einen kummervollen Blick nachsandten, taten ihm leid. Die Bestätigung seiner unfehlbaren Geschicklichkeit befriedigte ihn mehr, als es die zwei- oder dreihundert Mark HÄ- ten tun können, die im günstigsten Falle zu erobern gewesen wären. Als Charlotte auf dem Rückweg vom Schlesischen Hof in die Anlagen des Bürgergariens einbog, hörte sie hinter sich einen vertrauten Signalpfiff. Sie blieb stehen und erkannte Gert, der ihr mit langen Schritten nachgelaufen kam. Die letzte Strecke zum Mathesius-Haus gingen sie gemeinsam. Gert war im Werk gewesen, hatte seinem Vater Bericht erstattet und ein ,Lob ins Buch' bekommen, weil er in Breslau so tüchtig gearbeitet hatte. Darüber sprach er zwar spöttisch, aber man merkte ihm dock an, wie stolz er war. „Na, und du?" fragte er dann. Sie komme eben aus dem Schlesischen Hof, antwortete sie. Er zog die Brauen hoch und sah sie von der Seite forschend an. Ihm entging nicht, wie verstört sie mar. „Ja, und weiter, Lvlott?" ,^)err Lasard wird morgen reifen." Er atmete erleichtert auf. „Unb darüber bist du traurig. Kleines?" Sie zuckte die Achseln. „Es ist doch am besten so. Lolott!" redete er ihr sanft zu »Herrgott. was hätte denn daraus werden sollen? Man stirbt nicht an unglücklicher Liebe! Unb bei bir scheint's mehr Trotz unb Auflehnung zu fein als Liebe. Soll ich bir einen Rat geben? Laß ein paar Wochen vergehen, fei hübsch brav und du so, als sei gar nichts gewesen. Dann gehst du wieder mal zu dem ollen Sanitätsrat Meibner, läßt dir wieder bescheinigen, daß bir Luftoeränbe- rung not tut unb dann ... heidi! Wenn sich's so fügt, daß ich mich gerade auch frei machen kann, reisen wir zusammen im Wagen. Immer ins Blaue hinein! Ist das nicht ein herrlicher Einfall?" „Gewiß Gert!" Das klang ohne jede Begeisterung. Sie schien doch schrecklich zu leiden unter dem unglücklichen Ausgang dieser Geschichte. Er überlegte, womit er sie sonst noch ablenken konnte. Es seien für heute abend Gäste geladen, erzählte er. Es sei da irgend so ein Türke angekommen, der Traktoren bestellen wolle. Sie müßten sich also noch rasch ,fein' machen. Charlotte gab einsilbige Antworten. Eigentlich hatte er noch eine Nachricht für sie, wagte sich aber nicht so recht damit heraus, weil sie nichts Gutes für sie verhieß. Er überlegt« jedoch, daß es besser sei, sie vorzubereiten. „Hör' mal, Lolott", begann er schließlich, „ich habe da was läuten hören. Ick glaube, es betrifft dich." „Was soll das heißen?" „Der alte Herr hatte heute ein Gespräch mit Heiberskrug gehabt." „Er hat Tante Sllice angerufen?" „Richtig! Unb ich weiß natürlich nicht genau Wort für Wort, was er mit ihr zu besprechen hatte, aber es hanbelte sich um dich." „Woher weißt du denn überhaupt davon?" Er geriet ein bißchen in Verlegenheit. „Gott — man hat so feine Beziehungen und muß die Ohren offenhalten. Wenn man so auf Reisen geschickt wird wie ich, muß man jemand im Werk haben, der für einen die Ohren spitzt." „Und was hast du nun also erfahren?" „Es scheiitt, der alte Herr möchte dich nach Hei- derskrug schicken. Deinen Erholungsausenchalt in Arosa hast Du ja ziemlich früh abgebrochen, unb weil doch der olle ©anitätsrat sagte, du solltest mindestens fünf Wochen ausspannen ..." „Ach was! Heiberskrug, das fft — Verbannung!" Er stimmte ihr kleinlaut zu. „Darauf wirds wohl hinauslaufen. Ich wollte dich jedenfalls darauf vorbereiten." Frau Alice Hesseler, Christoph Mathesius' einzige Schwester, war gefürchtet in der Familie, unb Herders trug, ihr aus gedehntes Gut in der Nähe von Hirschberg, war an sich zwar wunderbar gelegen, aber kein beliebter Aufenthalt. In den Kindheits- erinnerungen Gerts und Charlottes war es fo etwas wie Sibirien. Man wurde dorthin verbannt, wenn man sich zu Hause unbotmäßig aufgeführt hatte. Um mit widerspenstigen Sündern fertig zu werden, war die eigene Mutter zu schwach gewesen; ihre Erziehermängel glich dann Tante'Alice aus. Sie wurde mit jedem und allem fertig. Wer nickt sofort klein beigab, den zermürbte sie unfehlbar mit ihrem Drill und ihren unbeirrbar zähen Ermahnungsreden. „Wenn der alte Herr dich nach Heiberskrug schicken will, würdest du gehen?" fragte Gert teil» nahmsvoll. „Was tätest bu an meiner Stelle?" „Er zog ben Stopf zwischen bi« Schultern. ,4)u könntest ja natürlich .nein' sagen, aber hatte bas Zweck? Heiberskrug ist ja nicht gerade ein Bagno, es läßt sich ja leben dort, und hier herrscht augenblicklich ziemlich schwüle Luft für dich. Ich glaube, ich ginge an deiner Stelle. Mit heldenyaftem Widerstand kommt man nicht weit beim alten Herrn." „Ach, was für Feiglinge ihr alle seid?" rief sie erbittert. „Euch ist es unvorstellbar, daß ihm jemand auch nur die Zähne zeigt." „Du mußt gerecht sein, Lolott! Im Grunde meint er s doch gut mit uns — auf seine Weise freilich, aber er ist zu alt zum Umlernen. Wir sollen nach seiner Fasson selig werden. Das ist im Grunde genommen fein einziger Fehler. Ja, wenn er ein unberechenbarer Wüterich wäre, könnte man gegen ihn angehen, aber ich bring’s nicht über’s Herz, in jemandem meinen Feind zu sehen, der nur mein Bestes will. Wir leben von ihm und leben nicht schlecht. Ein bißchen Dank und Rücksicht sind mir ihm dafür schuldig, meine ich." „3a, Gert! Eben deshalb! So lange man lebt, ist man gern dankbar. Man braucht sich seiner Dcmkesverpflichtung nicht zu schämen. Du arbeitest wenigstens für die Wohltaten, bi« er bir angebeihen läßt; ich stehe nur mit offenen Händen da." „Dafür bist du ein Mädel!" (Fortsetzung folgt.) Die LIS.-Gchwefievuschast im Gau Men-Mau Aufnahmebedingungen: Alter 18-28 Jahre, Nachweis d. arischen stelltz.l. April I pmcrhv/Pcfprn in folgend, staatl. Krankenpflege- Näh. Auskunftu Aufnahmepapiere durch die zuständige Gau- Abstammung, Nachweishauswirtsch.Tätigkeitod.Arbeitsdienst d. |s. noch II 5Chulen ein: Darmstadt, Worms amtsleit:Darmstadt, Steubenplatz 17,Femspr.Darmstadt7601