Dienstag,^ November 104! Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Gießen, Zchulstrahe 7-9 M. Zahrgang Nr. 262 Erzctieuil iqai icti au feer Sonntage und feiertags Beilagen: j GiefeenerFamilienblätter Heimat unBild-DieScholle \ Bezugsvreis: Monatlich----- RM1.80 Zustellgebühr.. ,, -25 auch bei ^cichterschernen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Ferntvrechanscbluß 2251 'Annahme non Anzeige« für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Breiie Anzeigenteil 7 Rvl ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstarfell Abschlüsse Mengemiafsel B Plavoorichrift l vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr ___ Druck und Verlag: BÄi Brfif)Iid>eUnl0«fltätt6rudetelB.£mige Die Katastrophe der Sowjets aus der Krim drmjan^1 re” Blick auf Sewastopol auf der Halbinsel Krim. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Anfang November 1941. Die neuen großen Erfolge im Osten. Sewastopol/ das Hafengebiet von Jalta und weitere Ziele bombardiert. 230 Panzerkampf wagen, 218 Geschütze, mehrere Panzerzüge und grohe Mengen an sonstigem Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Ferner wurden über 13 000 7Nine n beseitigt, die zur Verhinderung unseres Vormarsches ausgelegt waren. Italienische Truppen nahmen im Donezbecken weitere Industrieorte durch Kampf in Besitz. Im mittleren Abschnitt der O st f r o n t wurde gestern — wie ebenfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben — die als Eisenbahnknotenpunkt und Industriezentrum bedeutsame Gebietshauptstadt Kursk durch Infanterie- und Panzerverbände genommen. Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter von 4000 VRT. und trafen sechs Schiffe so schwer, datz mit weiteren Verlusten gerechnet werden kann. In Nordafrika zersprengten deutsche Kampfflugzeuge Ansammlungen britischer Kraftfahrzeuge bei Soll um. Bei Luftangriffen auf die Reede von Suez wurde ein Handelsschiff von 6000 VRT. vernichtet. Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt. Oer Wehrmachibericht. DRV. Ausdem Führerhauptquartier, 3. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unter dem Druck der scharfen Verfolgung durch deutsch-rumänische Verbände wurde der in der Krim geschlagene Gegner — wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben — inzweiGruppenzer- prengt, von denen die eine über S ewa stoss o l, die andere über Kertsch zu entkommen veracht. Im Angriff auf die zur Flucht dieser Kräfte bereitgestellten Transporter hat die Luftwaffe zehn Handelsschiffe mit zusammen etwa 38 000 VRT. durch Bombentreffer versenkt, vierzehn weitere schwer beschädigt. Andere Kampfflugzeuge bombardierten S e w a st op o l und das hafengebiet von Jalta sowie militärische Ziele in der S t r a h e von K e r t s ch und an der Rordoslküste des Schwarzen Meeres. Ein grotzes Schwimmdock erhielt Bombentreffer schweren Kalibers. Bei den Durchbruchs- und Verfolgungskämpfen auf der Krim wurden bisher insgesamt 53175 Gefangene eingebracht sowie Städte, ohne sowjetische Truppen zu schlagen (!)• Wie mir die Gegner zu schlagen wissen, das haben die Engländer in Nordfrankreich und in Nord- afrika zur Genüge kennengelernt, denn es ist doch geradezu naiv zu behaupten, daß sich die Engländer und die Sowjets Stadt auf Stadt hätten nehmen lassen, ohne daß wir ihre Verteidiger geschlagen Hütten. In das gleiche Kapitel gehört die Verlautbarung desselbeen Nachrichtendienstes, der sowjetische Feldzug sei das Wunderbarste, was den Briten überhaupt hätte zufallen können. Dieses für Uebersee berechnete englische Geschwätz wird aber schon zwei Stunden vorher, also um 8 Uhr am Montag, einfach selbst dadurch Lügen gestraft, daß darüber geklagt wird, von bolschewistischer Seite lägen keine Angaben darüber vor, wie sich die Verhältnisse auf der Krim entwickelt hätten. Man weiß in London aus Erfahrung, daß dieses bol- schewist sche Schweigen Unheil verkündet. Die bolschewistische Katastrophe auf der Krim aber vollzieht sich, ohne daß die Schlagkraft unserer Waffen an anderen Stellen nachgelassen hätte. Wir haben in breiter Front den Oberlauf des D o n e z überschrittten und die wichtige Industriestadt Kursk südlich von Moskau genommen Was der Sonderkorrespondent der „Sunday Times" aus Moskau schreibt, die „einzigartige Schlagkraft der deutschen Oktoberoffensive" habe den Bolschewisten sehr ernste Verluste zugefügt, der deutsche Durchbruch in den sog. Wjasma-Abschnitt sei eine Ueberraschung gewesen, das dürfte sich wohl bald in der Krim und an anderen Stellen der Ostfront wiederholen. Die Katastrophe Stalins ist unabwendbar. - » E.& 0 lOOMpkm IdkilA ken, d. h. unschädlich machen zu können, während die Amerikaner allen Ernstes der Ansicht waren, mit ihrer seit 160 Jahren festgehaltenen Idee eines Montesquieu das Tun und Lassen anderer Völker moralisch beurteilen oder verdammen zu können. In dieser Atmosphäre wurde Roosevelt groß. Als seine New Deal-Pläne scheiterten, als seine gesamte Innenpolitik kläglich Schiffbruch litt, weil er nicht das Zeug zu einem Revolutionär in sich hatte, wurde er zum Werkzeug der Kräfte in den JSA., die den schrankenlosen Egoismus, den Wirt- chaftsliberalismus, die Ausbeutung des Raumes und der Massen auf ihr jüdisches Panier geschrieben hatten. Sie bedienten sich Der alten und längst unwirklich gewordenen Ideologie mit den Schlagworten der „Freiheit", des „Fortschritts" und der „Gleichheit", übten sie praktisch aber so aus, daß der brutalste Imperialismus, der schrankenlose Weltherrschaftsanspruch als Ziel trotz aller Heuchelei und aller Moralphrasen nicht verdeckt werden konnte. Betrachtet man von diesem Standort Roosevelt als psychologisches Phänomen, so wird auch klar, warum e r zum Präsidenten einer Gegenreformation werden mußte, die heute bereits pathologische Züge trägt, da sie einmal nicht auf die abgestandenen und längst gespensterhaft unwirklich gewordenen Ideen einer Menschheitsbeglückung verzichten will^ die immer und je — das Beispiel der Sowjetunion beweist es! — furchtbarste Sklaverei bedeutet, zum anderen aber gerade diesen „amerikanischen Mythos" mit allen Mitteln aufrechter- -----ßurljuk. K I ---------- Simferopol Die starken bolschewistischen Streitkräfte aus der Krim sind auf der Flucht, verfolgt von deutschen und rumänischen Truppen. Man kann geradezu von einer Katastrophe sprechen, die über die Bolschewisten hereinbrach. Sie hatten geglaubt, durch das ungeheuer starke Derteidigungssystem im Raum von Perekop gewissermaßen unangreifbar zu sein. In tagelangen erbitterten Kämpfen waren die deutschen Truppen aber, wie aus dem Führerhauptquartier am 29. Oktober gemeldet wurde, durch diesen schmalen, aber um so tieferen Verteidigungsgürtel durchgebrochen. Die Hoffnung der Sowjets, ihre geschlagenen Verbände in weiter rückwärts auf der Halbinsel liegenden Verteidigungsstellen sammeln zu können, zerbrach, denn wie em Facher dehnten sich unsere Truppenoerbände aus. Die Niederlage der Bolschewisten nahm immer gewaltigere Formen an; wir besetzten die Hauptstadt der Halbinsel, Simferopol, in die, wie m einem Strahlenpunkt, die Eisenbahnlinien nach den Krimhäfen Eupatoria, Sewastopol, Feodossija und Kertsch zusammenlaufen, und unsere Truppen standen bald am Jaila-Gebirge, das die Riviera des Schwarzen Meeres zwischen Jalta urtb Feodosstia vor den kalten Steppenwinden aus dem Norden schützt und diesem Gebiet einen subtropischen Charakter gibt. Gedanken im Donamamn. Von Dr. Paul Rohrbach. Mit dem Blick über die mächtia einherströmende Donau auf die Königsburg von Ofen und die ungarische Krönungskirche drängen sich von selbst far- bigerere und lebhaftere Züge in den Versuch, ein Zukunftsbild zu entwerfen. Im Gespräch mit Ungarn über die Beteiligung ungarischer Truppen an der Ausräumung der von Osten her drohenden Bolschewistengefahr begegnet dem Besucher aus dem Reich zumeist das unaufgeforderte Bekenntnis, hier handle es sich um zwei Selbstverständlichkeiten: Ungarn könne beim Kampf gegen den Weltfeind nicht beiseite stehen, und Ungarn ziehe nur die Konsequenzen daraus, daß es mehrmals hintereinander durch die Hilfe des Reiches ein Stück seines verloren gegangenen Gebietes wiedererlangt habe. Auf der anderen Seite hört man von deutschen Persönlichkeiten, die einen Blick in die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz haben, ohne weiteres bestätigen, daß die ungarischen Waffengefährten mit Dem reißenden Tempo der deutschen Kriegführung Schritt halten, und daß die ungarische Armee ein gut geschliffenes und schneidig geführtes Kampfwerkzeug ist. Niemand, der Einblick in die Verhältnisse hat, wird die Leistung unterschätzen, die darin liegt, einen so verstümmelten Staat, wie Ungarn es durch die auf allen Seiten im Diktat von Trianon erzwungenen Abtretungeen war, auf dem Wege einer kraftvollen Erhaltung seines nationalen Lebens und beim unverbrüchlichen Glauben an feine nationale Zukunft festzuhalten. Spricht man mit Ungarn, sei es in privater, sei es in verantwortlicher Stellung, so begegnet man dabei meist einer dreifachen Ueberjeugung: daß ihr Land innerhalb der kommenden europäischen Neuordnung an die Seite des Reiches gehöre, daß es dabei eine schicksalhaft vorbestimmte Führeraufgabe im Donauraum zu erfüllen und daß es zweckmäßigerweise einen gewissen Umbau seiner wirtschafllichen Struktur vorzunehmen habe. Ungarn war vor dem Weltkrieg fast ganz ein Agrarland. Nach der Katastrophe von Trianon faßten die Führer des ungarischeen Lebens den Gedanken einer so weit wie möglich zu verwirklichenden nationalen Autarkie und versuchten den Weg der Industrialisierung. Dabei sind bemerkenswerte Erfolge erzielt worden, aber ein Hindernis hat sich nicht überwinden lassen und wird auch nach der Wiedergewinnung der verlorenen Gebiete bestehen bleiben: der Mangel an genügenden eigenen Vorräten an Eisenerz. Damit wird eine ungarische Schwerindustrie dauernd zu kämpfen haben, und am meisten würde sich das auf dem Gebiete der nationalen Rüstung ausw'rken. Der Autarkiegedanke, der eine natürliche Reaktion auf die furchtbaren Verluste nach dem Weltkrieg war, muß daher vernünftigerweise in seinem bisherigen Umfang fallengelassen werden. Unter den heutigen Verhältnissen läßt er sich überhaupt nur innerhalb der Grenzen eines Großstaates verwirklichen. Man , darf feine Einschränkung auch nicht so verstehen, . als ob der ungarischen Industrie eine Rückwärts- , Revision zugemutet würde. Dazu sind ihre Leistungen z. B. auf dem Gebiet der Textilwirtschaft * und einer ganzen Anzahl anderer Qualitätsartikel viel zu beachtlich. ' Woran man denkt, ist vielmehr folgendes. In per ungarischen Ausfuhr hat von jeher das Getreide eine Wer den Weg des nordamerikanischen Prast- , denten Franklin D. Roosevelt von seinen An- , sängen als vielversprechender Reformer bis zu < den krankhaften Ausbrüchen der Gegenwart aufmerksam verfolgt hat, muß zu der Ueberzeugung , kommen, daß hier ein Schicksal sich erfüllt, das einmal gekennzeichnet ist durch einen geradezu unheimlichen Ehrgeiz, so etwas wie der Sonnenkönig der Neuen Welt zu werden, und zum andern von der wirklich frappanten Unfähigkeit, als Staatsmann jene schöpferischen Leistungen zu vollbringen, die einzig und allein die gewaltigen Probleme lösen können, vor denen die USA. sich innerund außenpolitisch gestellt sehen. Auf einen kurzen und prägnanten Nenner gebracht, kann man ; diese Probleme als den „Konflikt mit der Wirklichkeit" bezeichnen, den Roosevelt nicht durch staatsmännische Fähigkeiten löste, sondern vor dem er bedingungslos kapitulierte. Bedingungslos —: das heißt in seinem besonderen Falle, daß er die großen und in ihrem Ansatz revolutionären Entwürfe zwischen 1933 und 1937 nicht als Revolutionär durchführte, sondern daß er dem völlig erstarrten wirtschaftsliberalistischen Denken der USA. erlag sowie jenem Phantom, das sich aus der Aufklärungszeit eines Montesquieu bis in unsere Tage erhalten hat. Es bildet das einzigartige Merkmal der nordamerikanischen Geschichte die in diesem Punkt eine fatale, aber nachweisbare Aehnlichkeit mit der Diktatur in der Sowjetunion aufweift! —, daß seit den Tagen eines Franklin und eines Jefferson eine kleine Herrschaftsschicht mit der Fiktion der Volks- und Weltbeglückung vor die Oeffentlichkeit getreten ist. In den Tagen der Fortschrittsseligkeit mochte man bei diesem Anspruch noch ohne Demagogie auskommen, heute spricht die nordamerikanische Wirklichkeit in jedem einzelnen Bezug »so kraß gegen diese Lehre, daß sie nur noch mit skrupelloser Heuchelei und einer geschichtlich einmaligen Camouflage, einem geradezu zur Kunst ausgebildeten Zynismus des Lügens und des Täuschens, vorgetragen werden kann. Was nun Roosevelt im besonderen anbetrifft, so wollen wir einmal unterstellen, daß er mit dem Blick auf die umwäl^nden und wahrhaft revolutionären Prozesse, die die Welt in den letzten Jahrzehnten erlebte, tatsächlich zu Beginn seiner Lauf- bahn als Präsident so etwas wie den guten Willen hatte, ein Revolutionär des nur durch schlimmste Korruption und widerliche Demagogie noch aufrecht zu erhaltenden Scheinzustandes amerikanischen Staatsdenkens zu fein, das sich durch die in dieser Fdrm längst abgetanen und schal gewordenen Begriffe der' „Menschenrechte", der „Dreiteilung der Gewalten" und der „Freiheit des Einzelnen" als wohlklingende Phrasen demonstrierte. Man darf nicht dabei vergessen, daß Roosevelt fast zur gleichen Zeit wie Adolf Hitler begann. Während ihm aber in den Vereinigten Staaten von Nordamerika das gesegneteste Land der Welt zur Verfügung stand, großräumig, mit allen Rohstoffen überreichlich versehen, das nur durch den „Pioniercharakter" der USA.-Wirtschaft (rücksichtslose Ausbeutung!) bedenklich aus den Fugen geraten war, mußte Hitler in einem Lande beginnen, das nicht nur durch den Parlamentarismus völlig verseucht, sondern vor allem wirtschaftlich durch das Versailler Diktat an den Rand des Ruins gebracht worden war. So verschieden die Voraussetzungen waren: dort ein reiches Land, das von dem Wüten des hemmungslosen liberalistischen Wirtschaftsgedankens deutlich gekennzeichnet war, aber alle Möglichkeiten zur Verfügung hatte, hier ein zerstückelter Staat, ausgepreßt bis zum letzten Blutstropfen, von dem maßlosen Haß der „Sieger" verfolgt und ständig beargwöhnt, wirtschaftlich bewußt aller Möglichkeiten großer Planung beraubt und unter den Folgen eines Krieges leidend, der in der Welt noch nicht seinesgleichen gesehen hatte, so verschieden waren auch die Ansatzpunkte dieser beiden Männer, von denen Roosevelt sich sehr bald als ein in den tta- ditionellen Bahnen befangener und darum unzulänglicher Demagoge entpuppte, wahrend Hitler mit einzigartiger staatsmännischer Genialität den totalen Charakter unseres Zeitalters erkannte, der m Technik und Wirtschaft und in der „Gestalt" des Arbeiters längst wirksam war, den er aber mit bewunderungswürdiger Folgerichtigkeit, unbeirrbarem Willen und kühnen Taten auf bie. Ebene eines neuen, volksmäßigen Zusammengehörigkeitsgefühls projizierte, wodurch ungeheure Kräfte frei wurden, Die von ihm in geschichtlich wirksame Bahnen geleitet wurden. Ein solches Beginnen, mit Worten nicht auszuschöpfen, rief bei allen Gegnern zunächst nur Spott und Lächeln hervor, aber auch das Gefühl der Angst, als sie sahen, daß der Nationalsozialismus sich in der Tat und in seinen geistigen Voraussetzungen in Uebereinstimmung mit dem Gerst unseres Jahrhunderts befand und daher eine Macht wurde, die auch außerhalb der eigenen Ganzen die Menschen in ihren Bannkreis zog, sie formte und änderte, oft gegen ihren eigenen, noch im mdi- vidualistischen Denken befangenen Willen. Blicken wir von dieser Ebene aus auf ote Drei bestimmenden Mächte, die die Gegnerschaft dieser neuen Kräfte au; ihre Fahnen geschrieben hatten, so muß man feststellen, daß Frankreich einzig und allein die Angst vor der im Unterbewußtsem als unabwendbar empfundenen Revolution unseres Zeitalters in die Waagschale zu werfen hatte, während die Engländer aus traditionellem Hochmut es für „unzweckmäßig" hielten, sich mit diesem Neuen näher zu belassen, und die Amerikaner überhaupt nicht fähig dazu waren. Frankreich wurde feit dem Weltkrieg bas Gefühl der Schwache nicht mehr los und wußte auch mit einem Blick auf die Bevölkerungsstatistik warum. England glaubte mit dem alten Spiel des „Gleichgewichts die vom Führer verkündete Wirklichkeit in die von der englischen Polttik vorgezeichneten Bahnen len- Hasser aus Unfähigkeit Von unserem —nn-Berichterstatter. Die Zersprengung der. Sowjets in zwei flüchtende Haufen, die sich nach S e • wastopol ober nach Kertsch zu retten versuchen, ist am gestrigen Montag gemeldet worben, gleichzeitig wurden die gewaltigen Beuteziffern bekannt. Unsere Bombengeschwader haben die m Kertsch und Sewastopol wartenden Transportdamp- er versenkt. Kurzum, ein Dünkirchen scheint ich auf der Halbinsel Krim in zweifacher ober drei- acher Ausgabe zu wieberholen. „Anaesichts bes üblichen deutschen Vormarschtempos", so hatte im Uebermaß ihres Schmerzes die „Times" geschrieben, mobM-Der Hauptnachdruck wohl auf das Eingeständnis des üblichen deutschen Vormarschtempos zu legen ist, sei es wohl unmöglich, die Deutschen zum Halten zu bringen. Diese Befürchtungen der englischen Plutokrgten um ihre lieben Bolschewisten werden jetzt noSj übertroffen. Sie Krim ist für den Bolschewismus verloren. Tagelang hatte man in London rfiit beklommener Spannung und den kindischsten Redensarten der Entwicklung Der Tragödie der Bolschewisten zugesehen. Noch am Montagmorgen um 10 Uhr berichtete der Londoner Nachrichtendienst, die Deutschen behaupteten zwar, Simferopol genommen zu haben, aber diese Behauptung fei noch lange nicht Wahrheit, denn die Deutschen nehmen halten will, die einzig und allein von der Gegenseite, also vom Natinalsozialismus und Faschismus, wirksam angewandt werden können, da sie hier von einem neuen Ethos, einem völlig anderen Lebens- und Gemeinschaftsgefühl als Grundlagen des Staates getragen werden. So ist Roosevelt immer wieder gelungen, inner- politisch Maßnahmen anzuwenden, die aus dem Arbeitsbereich der nationalsozialistischen Staatsform stammen, in den USA. aber offen gegen das Prinzip verstoßen, das Roosevelt angeblich einzig und allein heilig ist: bas ber Demokratie unb ihrer heute abgetanen unb verbrauchten Lebensform! Dieser Mann spricht von Freiheit unb Religion unb wütet gleichzeitig mit den finstersten Mitteln ber Fälschung, bes Volksbetruges, ber gemeinsten Einmischung in bie Hoheitsrechte anberer Länber gegen alle freiheitlichen Normen, er befreunbet sich mit bem Bolschewismus, bem Vernichter jeher Religion, um angeblich bie Religionsfreiheit zu erhalten! Wir sehen hier einen gescheiterten und unheilbar in diese Gegensätze verstrickten Mann -am Werke, der über seine Unfähigkeit immer wütender unb haßerfüllter wirb unb dessen Ehrgeiz, mit seinen unzulänglichen Mitteln die Welt zu erneuern — d. h. zu beherrschen! — ihn folgerichtig zu immer krankhafteren Exzessen treibt. Roosevelt ist gezwungen, Maßnahmen totalen Charakters burchzusühren, gleichzeitig aber gegen bas Ethos unb bas Staatsbenken der Totalität zu kämpfen. Mit welchen Mitteln er das tut, haben die letzten Wochen und Monate zur Genüge gezeigt. Roosevelt haßt Hitler, weil er in ihm den ungleich größeren Staatsmann erkannt hat, der das verwirklicht, was Roosevelt — vielleicht! — einmal vorschwebte! ___^^^Aluschfd ■. ze Das deutsche Rüstungspotential. Eine Unterredung mit Generalleutnant von Hanneken —USA. zum Nachdenken. bedeutende Rolle gespielt. Es gibt aber einen Weg,! die Aktivseite der ungarischen Handels- und Zah-1 lungsbilanz gewichtiger zu machen als durch die andauernde Forcierung des Getreideexportes. Ungarn ist dasjenige mitteleuropäische Land, das die kräftigste und am längsten dauernde Sonnenbestrahlung im Laufe des Jahres hat. Damit besitzt es besondere Aussichten auf dem Gebiet des Obst- und Gemüsebaues. Obst und Gemüse sind um so wertvoller, je größer ihr Gehalt an Vitaminen ist, und diese wiederum sind abhängig von dem Maß von Sonnenlicht, das sie während ihres Wachstums erhalten. In dieser Jahreszeit prangen die Schau- fenster in den Läden und die Stände in der Markthalle von Budapest in einer unerhörten Fülle von Früchten und Gemüsen. Es ist eine Pracht, das zu sehen, man fühlt förmlich, daß eine andere Sonne über ihnen geleuchtet hat als in den nördlicher gelegenen Teilen von Mitteleuropa. Dieser Zweig der ungarischen Wirtschaft läßt sich in großem Stil entwickeln und für den zwischenstaatlichen Güteraustausch fruchtbar machen. Man braucht nur daran zu denken, was für Werte nach Holland auf Grund ähnlicher, dem dortigen Klima angepaßter Kulturen eingeströmt sind. Eine gewisse Einschränkung des Getreidebaues, die keineswegs zum völligen Aufhören der Getreide- ausfuhr zu führen braucht, würde Raum für eine zukunftsfrohe Intensivierung der Obstkulturen unD bestimmter Gemüsearten schaffen. Ungarn kann darauf rechnen, daß die Abnahme dieser Produkte auf dem zukünftigen großeuropäischen Markt ein Be- standteil der Verständigung auf dem Gebiet der ge- samteuropäischen Wirtschaft zu bilden hätte. Es gibt aber darüber hinaus noch ein anderes, sehr wichtiges Gebiet, auf dem die ungarische Landwirtschaft zu Erfolgen geführt werden kann. Dieses Gebiet sind bestimmte Jndustriepflanzen: sowohl Fasergewächse, wie Leinen und Hanf, als auch Oel liefernde Pflanzen. Keinen rechten Erfolg haben auf unga- rischem Boden bisher die Versuche mit der Soja- bohne gehabt, die in Rumänien und neuerdings auch in Bulgarien gut eingeschlagen sind. Leinsamen dagegen ist eine Öelfrucht von hohem Wert. Das weiß man in Argentinien, wo überwiegend sogar nur die Saat exportiert wird, während man die Faser verderben läßt. Davon kann innerhalb Mitteleuropas natürlich keine Rede sein. Der europäi- sche Bedarf nach den alten Qualitätsfasern, die uns Flachs und Hanf liefern, ist groß und wird voraus- sichtlich noch steigen. Reben der Leinsaat gibt es noch andere mitteleuropäische Oelfrüchte, wie der Raps und die Sonnenblume, deren Same ein besonders feines Oel liefert, die auf ungarischem Do- den und in ungarischem Klima sich mit besonders hervorragendem Erfolg anbauen läßt. Das alles sind nicht von außen nach Ungarn hineingetragene Gedanken, sind keine unbefugten Ratschläge von Fremden, sondern es sind Pläne, die im Kopse weitblickender ungarischer Wirtschaftspolitiker entstanden sind und von dort ihren Weg in die Wirklichkeit nehmen werden, sobald erst Europa die Ruhe wieder gewonnen haben wird, um wirtschaftlich konstruktiv zu arbeiten. Es versteht sich von selbst, daß innerhalb der Region der Wirt- schäft das deutsch-ungarische Verhältnis eine beson- dere Rolle spielt, aber man muß den Ungarn die Gerechtigkeit widerfahren laßen, daß der Donauraum sich für sie nicht nur nach der einen Seite, nach Deutschland hin, öffnet, sondern daß auch an- dere natürliche Pforten aus Ungarn hinaus und nach Ungarn hinein führen. Das Ritterkreuz. Berlin. 3. Rov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall G ö r i n g, das Ritterkreuz an Major Bauer, Abteilungskommandeur in einem Flatregiment. Eine aussichtslose Sache. Reuyork, 4. November. (DNB.--Funkfpruch. । In einem Aufsatz im Journal American" schildert die bekannte englische Schriftstellerin Freda U t l e y die Lage Englands als recht aussichtslos. Weitere Kreise in England hätten sich auf die immer wahrscheinlicher werdende Niederlage der Sowjets bereits eingestellt. Sie nehme jede Hoffnung auf einen englischen Sieg, da keine andere Armee mehr bestehe, auf die sich Eng- land verlassen könne. Seit Wochen höre man viele britische Stimmen, daß — wenn Hitler die sowjetische Offensivmacht zerstören könnte — selbst ein nordamerikanisches Expedi- tionsheer in Europa nicht viel Hoffnung auf eine militärische Entscheidung zulasse. Berlin, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die chwedische Zeitung „S v e n s k a D a g b l a d e t" veröffentlicht unter der Ueberschrift „Das deutsche Kriegspotenttal reicht für den Sieg" ein Interview ihres Berliner Vertreters mit Generalleutnant von Hanneken, dem Generalbevollmächtigen ür die Eisen- und Stahlbewirtschaftung und Unter- taatssekretär im Reichswirtschaftsministerium. General von Hanneken wendet sich in diesem Interview gegen Ausführungen von Harrn H o p- k i n s, Ratgeber des Präsidenten Roosevelt, im „Daily Telegraph", in dem dieser falsche Darstellungen des deutschen Kriegspotentials gibt. Von Hanneken stellt zunächst fest, daß die deutsche Kriegsmarine in der Seekriegführung die Initiative hat und behält. Er geht dann auf die englisch-nordamerikanische Tonnageknappheit ein. hinsichtlich der deutschen Luftrüstung weist General von hanneken darauf hin, daß sie bei Ausbruch des Krieges bedeutend über der englischen Produktion lag und während des Krieges ständig gesteigert wurde. Deutschlands Vorsprung auf diesem Gebiet könne nicht mehr eingeholt werden. Besondere Beachtung verdienen die Ausführungen des Generals von Hanneken über die wirtschaftliche Kraft Deutschlands in diesem Kriege. General von Hanneken weist darauf hin, daß ein Krieg nicht durch die Rohstoffvorkommen, die dem einen oder anderen der Kriegführenden zur Verfügung stehen, entschieden werden kann, wohl aber sei die Ausrüstung der bewaffneten Macht von großer Bedeutung. Zwischen dem Vorhandensein von Rohstoffen und Flugzeugen, U-Booten und Panzerwagen — um nur einige Beispiele zu nennen — die bei einem Kampf zur Verfügung stehen müßen, liege ein langer Weg, und der heiße Fertigung und Nachschub. Wenn Mr.Hopkins in diesem Zusammenhang von der „Mobilisierung der außerordentlich bedeutungsvollen Hilfsmittel, die den Demokratien zur Verfügung stehen", als dem „nächsten Ziel" spreche, so wiße jeder Kenner der Verhältnisse, PK.... 4. November. (DNB.-Funkspruch.) E i • ligste Flucht der Sowjettruppen ist der Erfolg des schnellen Vorstoßes deutscher Truppen auf der Halbinsel Krim. In Eilmärschen ziehen die sowjetischen Truppen gegen Süden oder Westen, um möglichst schnell die Häfen 3u er- reichen und sich auf Schiffen den Verfolgern zu entziehen. Allein schon der erste Versuch mußte teuer bezahlt werden. Und gestern -erlebten die Sowjets erneut, daß es kaum möglich ist, sich dem meitrei- chenden Arm der deutschen Wehrmacht zu entziehen. Aufklärermeldungen vom Morgen des letzten Oktobertages besagten, daß sich in einer schmalen Bucht an der Westküste der Krim stärkere sowjetische Schiffsansammlungen, aus Trans- portern und Kriegsschiffen bestehend, befänden. Wenige Minuten später springen die startbereiten Maschinen an. Bei klarblauem Himmel geht's in die Sonne hinein gegen Süden auf Höhe. Die Sicht ist glänzend, und schon von weitem erkennen die geübten Augen auf der Wasserfläche jene w-inzigen Striche, die sich beim Näherkommen zu mehr oder minder großen Schiffen entwickeln. Aus der Sone heraus, den Blicken der Flakkanoniere entzogen, fetzen die ersten Maschinen zum Sturz an. Erst als die ersten Bomben dicht hinter einem großen Transporter krepieren, bemerkt man unten die Gefahr. Ein mörderisches Feuer schwerer Flak setzt, vom Lande her kommend, ein. Wenig später beginnt auch die Schiffsflak der beiden Zerstörer, die mit höchster Fahrt der Gefah- renzone zu entfliehen suchen. Es ist zu spät! Maschine auf Maschine stürzt nach Befehl, und immer dichter wird der Bombenregen um die Schiffe. Da steigt vom Heck des zweiten Transporters eine gewaltige Rauchsäule auf. Er legt sich etwas seitlich und sackt dann schnell mit dem Heck weg. Fast gleichzeitig hat es einen Zerstörer am Heck erwischt. Er bleibt bewegungsunfähig mitten int Fahrwasser liegen. daß es lange Zeit dauert, ehe die Organisation der verschiedenen Fertigungsstätten den vorhandenen Rohstoffvorkommen entspricht und ehe die „Hilfsmittel" das letzte Stadium des fertigen Er- zeugnißes erreicht haben. General von Hanneken betont anschließend, daß Deutschland bereits die Rüstungs- Maschinerie besitzt, die zur Unterstützung Englands erst geschaffen werden soll. „Wir besitzen bereits die Rüstungsmaschinerie, die auf der anderen Seite des Ozeans als „nächstes Ziel" jetzt an- gesetzt wurde. Wir haben bereits Methoden für die Bewirtschaftung und die organisatorischen und per- önlichen Erfahrungen, die uns in die Lage oer- etzen, unter allen Umständen das für die Krieg- ührung notwendige Material herbeizuschaffen und tiefes auf anderen, nicht kriegswichtigen Gebieten einzusparen. Die bisherigen Feldzüge waren der Beweis dafür, daß alles 2Haterial, das für den Sieg erforderlich war, uns in hinreichenden Mengen und in gewünschter Qualität zur Verfügung stand." In diesem Zusammenhang wird in dem Interview darauf hingewiesen, daß Europa sich zu einem neuen wirtschaftlichenGroßraum zusammengeschlossen habe. Die Rohstofferzeugung dieses großeuropäischen Zusammenschlusses liege gerade hinsichtlich der wichtigsten Rohstoffe wie Eisen, Kohle und Aluminium weit über dem, was Deutschland selbst 1938 hervorbringen konnte. Diese Rohstoffe stünden Deutschland in einem geschlossenen, kompakten Raum zur Verfügung. kein Weltmeer schiebe sich zwischen den Produktionsplan und seine Durchführung. Abschließend sagte General von Hanneken: „Der statistischen Betrachtungsweise des Mr. Hopkins, die sich auf eine Abschätzung der Rohstoffmenge beschränkt, stellen wir also mit ruhiger Zuversicht unsere dynamische Betrachtung der Dinge entgegen, die der angelsächsischen Welt so schwer verftändttch ist, weil sie nicht in Tonnen und Pfund Sterling ausgeörücft werden kann." Die zweite Staffel, die im Stürzen ist, als wir bereits wieder auf Höhe gehen und kurvend zum Verband sammeln, erwischt den zweiten Zerstörer, der unter mächtiger Rauchentwicklung das Weite suchen wollte. Er wird so schwer getroffen, daß er sich auf Strand setzt. Die letzten Bomben gelten einem etwa 3000 Tonnen großen Transporter. Zwei, drei Explosionen schleuoern Spanten, Bretter und Balken durch die Luft. Dann sackt er über den Bug in d i e Fluten. Als die Staffelkapitäne sich zur Erfolgsmeldung beim Gruppenkommandeur einfinden, wird als stattliches Ergebnis die Beschädigung von zwei Zerstörern von etwa.1500 Tonnen, eines Transporters von 6000 Tonnen und eines zweiten von mindestens 3000 Tonnen festgestellt. Rach einer kurzen Mittagspause ergeht neuer Startbefehl an die Staffeln. Aufklärer haben den vormittags aus dem Flottenverband geflüchteten Kreuzer auf der Höhe von Simferopol festgestellt. Nach einer guten Flugstunde sind die Staffeln zurück. Der Kreuzer hatte unter dauerndem Zick- Zack-Fahren, aus allen Flakkanonen feuernd, die Verfolger abzuschütteln versucht. Bis 3u fünfmal hatten die Maschinen zum Sturz angesetzt, bis cs endlich gelang, ihm zwei Volltreffer zu verpassen. Eine .mächtige Rauchwolke war kurz darauf aus deck» Heck des Kreuzers gebrochen. Keffelexplofion! Zwar machte er immer noch langsame Fahrt und die hereinbrechende Dunkelheit entzog ihn dem weiteren Zugriff der Verfolger. Aus Dem Verband der feindlichen Schwarzmeer-Flotte scheidet auch dieser Kreuzer aus. Damit haben die Stuka der Gruppe des kürzlich mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichneten Hauptmanns B., die sich schon auf allen Kampffeldern des Ostraums bewährt haben, einen neuen wesentlichen Erfolg errungen, der sowjetischen Schwarzmeer-Flotte aber einen Schlag versetzt, den sie nimmermehr auszugleichen ver« mag. Bomben auf Noworossijsk. Berlin, 3. Nov. (DNB.) Noworossijsk, die etwa 100 000 Einwohner zählende Hafenstadt am Dftufer des Schwarzen Meeres und am Fuße des Kaukasus, lag am 2. November längere Zeit unter der Wirkung eines deutschen Bombenangriffs. Nach Sewastopol ist Noworossijsk der wichtigste Kriegshafen der Sowjets am Schwarzen Meer. Er wurde im Laufe der letzten Jahre nach modernsten Gesichtspunkten weitgehend ausgebaut. Die Kaianlagen ziehen sich über 5000 Meter hin. Zahlreiche große Lagerhäuser, Oeltanks und Getreide-Elevatoren weisen auf die Bedeutung dieses Platzes auch als Handelshafen hin. Auch als Rüstungszentrale des kaukasischen Raumes kommt dieser Stadt höchste Bedeutung zu. Kampfwagenwerke, Fabriken für Flugzeugzellenbau, für Artilleriemunition und große Werke für Auto- und Traktorenbau machen Noworossijsk zu einem wichtigen Versorger der bolschewistischen Wehrmacht. Beim Angriff auf die Hafenanlagen erhielt u. a. ein modernes Schwimmdock zwei Volltreffer schweren Kalibers. Weitere Treffer lagen in Hafen- anlagen und anderen kriegswichtigen Zielen und richteten schwere Zerstörungen an. Kursk. Mit der Einnahme der Stadt Kursk ist wiederum ein wichttger Verkehrs- und Jndustrieort der Sowjettmion in deutsche Hand gefallen. Sie liegt inmitten des Schwarzerde-Gebiets der Tuskara, einem Nebenfluß des Sfejrn, auf zwei Hügeln, die das enge, tiefe Flußtal des in die Tuskara mündenden Kur voneinander trennt. Die Stadt zählt 120 000 Einwohner, dank ihrer Lage inmitten eines Raumes mit einer gutentwickelten Landwirtschaft, mit dem sie durch eine Reihe von Straßen und Eisenbahnen verbunden ist. Dor allem schneidet sich hier die Nord-Süd-Verbindung Moskau—Tula— Eharkow mit der West-Ost-Verbindung Kiew—Woran esh. An rüstunaswichttgen Betrieben besitzt Kursk eine Motorenfabrik, eine Waggon-Reparaturwerk- statt, Fabriken zur Herstellung von synthetischem Kautschuk sowie weitere Werke der chemischen In» dusttie und ein noch im Bau befindliches Hüttenwerk. Außerdem sind Unternehmen der Textil-, Leder-, Holz-, Rohstoff-, Lebens- und Genußmittelindustrie in Kursk vertreten. Ferner besitzt Kursk eine größere Waffenfabrik, die Panzerabwehrkanonen, Flak und anderes mehr herstellt. In der Nähe der Stadt wird Steinkohle gewonnen. Bekannt ist Kursk weiterhin durch die im gleichnamigen Gebiet liegenden Eisenerzvorkommen. Diese Vorkommen sollen mit zu den umfangreichsten der Sowjetunion gehören, sie sind jedoch von verhältnismäßig geringem Eisengehalt. Sie liegen bei Koroskowo, ungefähr 100 Kilometer südostwärts von Kursk. Tagesbefehl Stalins: „Kämpft bis ihr umfallt.. .* Helsinki, 3. Nov. (Europapreß.) Der Moskauer Rundfunk teilte am Sonntagabend mit, daß Stalin einen persönlichen Tagesbefehl an alle sowjetischen Streitkräfte gerichtet habe, die augenblicklich um Moskau herum im Kampf stehen. Der Tagesbefehl ist im wesentlichen eine Wiederholung der schon früher an das Sowjetheer gerichteten Befehle. Es heißt darin u. a.: „Niemand darf einen einzigen Schritt weichen. Kämpft bis ihr umfallt und seid überzeugt davon, daß neue Kräfte' den Kampf dort fort* setzen werden, wo ihr aufhörtet. Der Feind muß und wird vor Moskau zum Halten gebracht werden." „General Winter" für uns kein Hindernis. Berlin, 3. November. (DNB.) „Der Winter ist ein recht unsicherer Faktor, wenn man von ihm ausschließlich eine ungünstige Auswirkung auf die deutschen Kampfhandlungen erwartet." Diese bittere Lehre erteilt der Londoner „Daily Expreß" jenen Schreibtischstrategen, die im General Winter den besten Verbündeten der Bolschewisten zu sehen glauben. Tatsächlich hat d i e kalte Jahreszeit dis Operationen der Deutschen nicht auf- gehalten. Selbst der militärische Sachverständige des Londoner Nachrichtendienstes stellte in feiner Wochenbetrachtung am 2.11. unumwunden fest, daß die Vorstöße der deutschen Armeen trotz deÄ | schlechten Wetters nicht nachgelassen hätten. Tatsächlich sind an der ganzen Ostfront vom Flüchtende Sowjeifloite vor der Krim vernichtet. Von Kriegsberichter Bernhard Praktik. Wer weiß, wie? Von Bruno H. Bürgel. In ein Krankenhaus wird ein Mann eingeliefert, der einen Unfall gehabt bat. Ein alltäglicher Vorgang! Auch ein Schlüsselbeinbruch liegt vor; nyü, man wird das bald wieder in Ordnung gebracht haben, die Sache ist nicht so schlimm! — Aber bald zeigt sich etwas viel Merkwürdigeres an dem Mann. Er hat vergessen, wer er ist, wo er wohnt, ja, was ihm geschehen ist. Man zeigt ihm eine Taschenuhr und fragt ihn, was das sei. Seltsame Frage, wird mancher denken, der Mann wird ja wohl wissen, was eine Taschenuhr ist! Aber nein, er weiß es nicht, er betrachtet das Ding von allen Seiten und kann die Bezeichnung, die man dafür hat, nicht finden. Nun hätt man ihm die Uhr ans Ohr. Er hört sie tiefen, er erkennt ein Geräusch, das er in seinem Leben tausendmal gehört hat, und sagt sofort, das ist eine Taschenuhr! Merkwürdig! Der Mann leidet, wie die Aerzte das ausdrücken, an Seelenblindheit; irgend etwas in seinem Gedankenapparat, in diesem unerhörten, noch nicht gelösten Wunder und Rätsel, ist infolge des erlittenen Unfalles aus dem Leim gegangen. Der Mensch, das ist eigentlich sein Gehirn! Wir wurden unter den abertausenden verschiedenen Arten von Geschöpfen, die auf dieser Erde umher- wimmeln, eben deshalb „Erster", wurden zum Beherrscher dieser Erde und all ihrer Mitgeschöpfe, weil wir da oben in unserer beinernen Schädelhöhle eine Empfindungs- und Denkmaschinerie haben, die der aller anderen Wesen so gewaltig überlegen ist, daß sie nicht dagegen ankommen können, ebensowenig wie ein noch so mutiger Mann, der nur über einen Säbel verfügt, etwas gegen ein Maschinengewehr auszurichten vermag. Nicht die Größe des Gehirns spielt die Hauptrolle, sondern die Kompliziertheit seines Zellenaufbaues. Neuntausend Millionen Ganglienzellen, die miteinander durch Nervenfasern verbunden sind, so beweisen uns die Hirn-Physiologen, bauen unseren Denkapparat auf, und die einzelnen Teile dieses Hirns sind miteinander durch „Schnellbahnendurch Nervenleitungen in Verkehrsverbindung, wie die großen Städte eines Landes durch Telegraphenleitungen, durch ein Eisenbahnnetz verbunden sind. Man schaut tief hinein in dieses wunderbare Instrument; das Jnstt- tut für Hirnforschung in Berlin-Buch und andere Forschungsstätten bemühen sich, die Zusammenhänge zu erkennen, indessen, w i e wir denken, w i e wir Entschlüsse fassen, das ist noch immer ein großes Geheimnis. Was wäre der Mensch ohne „Erfahrung"? Wenn wir irgendeine planvolle Handlung vorneh- men wollen, ziehen wir mit Recht unsere Erfahrung heran. Erfahrung aber ist ja im Grunde nichts anderes als Gedächtnis! Wir haben in unserem Hirn abertausend Eindrücke, Erlebnisse Erfahrungen, Kenntnisse aufgespeichert, die wir eben „hervorziehen", wenn wir die Ueberlegung anstellen, wie wir dieses oder jenes am besten anpacken, ins Werk setzen. Aber schon stehen wir wieder mitten drin in einem bisher nicht gelösten Geheimnis! „Gedächtnis", was ist das eigentlich? Jemand fragt Sie, wo die Goethe-Straße liegt, oder welcher Dichter den „Siebenkäs" geschrieben hat; Ihr Junge will von Ihnen wissen, in welchem Jahre Kolumbus Amerika entdeckte. Nun kramen sie in Ihrem „Gedächtnis" umher und bringen, wenn es gut ist, die da aufgefpeicherten, irgendwann einmal erfahrenen, gelernten Weisheiten zutage. Leicht gesagt! Wie macht denn unser Hirn das? Sind abertausend Schubfächer in ihm vorhanden, Notizblocks, Zettelkästen? Nein! Wenn uns der Hirn-Physiologe durch seine prächtigen Mikroskope in den ungeheuren Zellenwirrwarr des Gehirns schauen läßt, so sehen wir da nichts als Zell- körperchen mit Protoplasma und Zellkern, und irgendwie und irgendwo muß unser Gedächtnisinhalt da „aufgespcichert" fein. Aber das alles sind Worte und Vorstellungen für ein im Grunde ungelöstes Geheimnis. Kehren wir einen Augenblick zu dem Mann im Krankenhaus zurück, der die Taschenuhr sah, aber das Wort dafür nicht finden konnte. Wir stellen uns die Alltäglichkeiten alle viel zu einfach vor! Jemand zeigt Ihnen eine Taschenuhr und fragt; was das sei. Irgendwo in dem Teil Ihres Gedächtnisses, der für die von den Augen gesehenen Gegenstände zuständig ist, ist das Erinnerungsbild der Uhr haften geblieben, und an einer ganz anderen Stelle des Hirns ist das von Ihrem Ohr gehörte Wort für diesen Gegenstand aufgespeichert. Bei dem Gesunden sind beide Bezirke durch ein „Telegraphenkabel" miteinander verbunden; erkennt er das Ding, hat er auch das Wort dafür bereit; ist aber durch einen Unfall, eine Krankheit dieses Kabel gerissen (wie wir uns das einmal der Einfachkeit halber vorstellen wollen), dann sieht er zwar die Uhr, aber das Wort dafür findet er nicht mehr in seinem Gedächtnis. Tief ist die Welt, und tiefer als der Tag ge- dacht! ruft Nietzsche aus. Im Grunde denken wir alle, ohne zu wissen, wie wir denken! Es geht uns wie dem Tausendfüßler, den der Regenwurm fragte, wie er das nur anfange, zu laufen, ohne sich mit feinen vielen Beinen zu verheddern. Es ging „von selbst"; erklären konnte er es nicht. Irgendwie also muß von dem, was wir einmal gesehen, gehört, gelernt haben, ein „Eindruck" im Gehirn verbleiben, nur das Wie ist eben unbekannt. Aendern sich in den Ganglienzellen des Hirns die stofflichen chemischen Verbindungen? Sind elektrische Ströme oder andere Kräfte am Werk? Wir dürfen ja nicht vergessen, daß die Zellen sich auch aufbrauchen, erneuern. Wie ist es nun: nimmt die neuwerdende Zelle den alten Gedächtnisinhalt, etwa die Jahreszahl 1492 für die Entdeckung Amerikas, dennoch auf? Was wäre der Mensch ohne Gedächtnis? Der größte Teil unserer Gedankenarbeit beruht überhaupt darauf, und doch wissen wir nichts über den Grund und Kern der Sache. Das Aeußerliche, das Nebensächlichere wissen wir wohl, wir hören die Glocken, aber wir wissen nicht, wo sie hängen! Wir wissen alle, daß beim Gedächtnis Hebung die große Rolle spielt. Ein Gedicht, das wir uns mehrere Tage hintereinander durchlesen, bleibt „haften". (Auch nur ein Wort! Woran haftet es denn?) Wahrscheinlich ist es nun so, daß eben diese Hebung gewisse Hirnpartien befähigt, leichter, sicherer, schneller zu reagieren, so daß uns eben das Erlernte ohne Mühe aus dem Trichter der Gedankenmühle entgegenfällt. Sehr interessante Hntersuchun- gen haben übrigens gezeigt, daß auch der Gedächtnisapparat nicht zu allen Zeiten, unter allen Um* ständen gleich gut,arbeitet. Man hat gefunden, daß man am Abend sich leichter etwas einprägen kann als am Morgen und daß wir um die Mittagsstunde am wenigsten aufnahmefähig sind. Was wir nun hören, hält das Gedächtnis weniger gut fest als das, was wir zugleich sehen (z.B. Worte), und man macht sechsmal weniger Fehler, wenn man das Gehörte niederschreibt, um es dann später aus dem Gedächtnis zu wiederholen. Zwischen dem 15. und dem 20. Lebensjahr lernt der Mensch nach diesen Untersuchungen am besten. Wahre Wunder aber vollbringen die „Gedächtnis-Akrobaten", wie etwa der Knabe Frank, der sich in der ganzen Welt sehen ließ und 30 zehnstellige Zahlen, die ihm einmal vorgelesen wurden, später ohne jeden Fehler! herunterzufchnurren wußte, selbst wenn er zwischendurch in ein langes Gespräch verwickelt wurde! Wer weiß, wie? Zeitschriften. — Einen aufschlußreichen Beittag zum Thema Ded Farbphotographie bringt das Nooemberheft der „neuen l i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) mit ihren farbigen Schauspielerköpfen, die künstlerisch wie technisch so schön sind, daß man sie als richtunggebend bezeichnen kann. — „Die Maske des Schauspielers", „Zauber des Lächelns", „Der Berliner Theaterbericht", „Das illustrierte Drehbuch", irt diesen Veröffentlichungen spiegeln sich Theater und Film. Daneben zeigt Das Heft noch viele anders interessante Themen Dazu gehört ein hervorragender psychologischer Aufsatz, der sich mit dem Inhalt des Offiziersberufes auseinandersetzt; ferner ein kritischer Essay über die Bedeutung der Angelika Kauffmann (zum 200. Geburtstage). Schließlich sei neben der schön bebilderten Veröffentlichung über den wiedergewonnenen Süden (Südkärnten und Südsteiermark), neben einem illustrierten Gedicht von Wilhelm von Scholz und einer skurrilen Erzählung, Der „luftige Zauberer Wünschedir" genannt, ein neues entzückendes Märchenbuch für Sun« Der und Erwachsene, von dem „Die neue linie" einen! farbigen Vorabdruck bringt maßen, Roosevelt, nach Wunsch die entsprechende Antwort zu erteilen. Verdunkelungszeit 4.11. von 17.46 bis 8.21 Uhr. ziehen. Mit einem eindringlichen Appell, der deutschen Volksgemeinschaft mit eigenem Tun und Handeln zu dienen, damit das deutsche Volk als Schutz- und Trutzgemeinschaft gegen Rot und Tod, gegen den Das Programm wurde mit den bekannten und gern als choreographischer Grundriß benutzten slawischen Tänzen von Dvorak eröffnet: wir sahen eine Folge volkstümlich betonter Kostümtänze, deren wechselnde Bilder heiter, farbig und melodisch ineinander übergingen. — Danach sahen wir, von Oer Hamsterer stellt sich außerhalb der Volksgemeinschaft Oer Gauleiter richtete eine eindringliche Warnung an diese Volksschädlinge. Brasilien. RiodeIaneiro,3. Rov. (DRB.) Die deutsche Regierungserklärung gegen Roosevelt wird durch die Presse Brasiliens im Wortlaut verbreitet. Sie beherrscht die Schlagzeilen und Titelseiten der Blätter, wobei die Ueberschriften die Anklage heroorheben, daß die USA. Kriegshandlungen einge- leitet haben. In der „Gazeta de Noticias" werden Roosevelts Behauptungen als unflätige grobe Fälschungen angeprangert. Frankreich. Vichy, 3. November. (DRB.) Zu der deutschen Nate aus die Roosevelt-Rede schreibt der „Pro- ar6s" m Lyon, daß dieses Dokument mit großer Aufmerksamkeit gelesen werden müsse.. Man finde darin eine Widerlegung der schweren An- schuldigungen, die Roosevelt in seiner Rede vom 28. Oktober erhoben habe. Die deutsche Note habe das Verdienst, mit der Wirklichkeit kein Spiel zu treiben. Die nordarnern konische Flotte nehme tatsächlich an der Atlantikschlacht teil. Ungarn. B u d a p e st, 3. November. (Europapreß.) Infolge der Feiertage mit ihren zwei zeitungslosen Tagen beschäftigt sich die ungarische Presse erst am Man- tag mit den Entgegnungen der Reichsregie- rung an die Adresse Roosevelts. Die Verlautbarungen der Reichsregierung werden, ihrer Bedeutung entsprechend, von den Blättern an bevorzugter Stelle gebracht, und der deutsche Standpunkt kommt in den Ueberschriften zur Geltung. Soweit Kommentare vorliegen, wird unterstrichen, Deutschland belaste mit der Verantwortung die Washingtoner Regierung. Daß der zum Angriff be- reite Roosevelt zähe an der Pose des angegriffenen Teils festhalte, liege, so sagt „Magyarorsag , daran, daß er die nordamerikanische öffentliche Meinung entscheidend und endgültig aufreizen wolle. Ferner möchte er die Einmischung Japans vermeiden. Aus der Giadt Gießen. Zn der Dämmerung. „Beguckt euch man mal von innen!" sagte die Großmutter — damals, als wir Kinder waren. Wir konnten, wenn die Dämmerung gekommen war, die Zeit nicht abwarten, daß Licht gemacht würde, damit wir weiter spielen konnten. Aber Großmutter saß still in der Dämmerung und rührte sich nicht. „Großmutter, laß uns doch Licht machen", baten wir. Nein, wir sollten getrost noch ein Weilchen warten, sagte Großmutter. Ja, aber man kann doch nichts anfangen, es ist doch schon beinahe ganz dunkel? „Beguckt euch man mal von innen", sagte Großmutter. Natürlich haben wir Großmutter nicht begriffen. Wir sahen nur, daß die Viertelstunde, in der der Tag in den Abend, die Nacht hineindämmerte, nun also für uns verloren war — es war ja nicht mehr hell genug, um beim Spielen noch etwas verrichten zu können. Aber dann sind wir älter geworden, und da haben wir Großmutter begriffen und haben verstanden, Niederländisches Ballett Wonne Georgi Gastspiel bei »Krast durch Freude- im Gloria-palast. daß die Alten diese Minuten, in denen die Helligkeit des Tages Abschied nimmt, immer geliebt haben, so sehr, daß sie ihnen in allen deutschen Mundarten Namen gegeben haben, in denen das Besinnliche und Stille der knappen Frist zwischen Tag und Nacht klingt. Wir wollen Dämmerung halten, sagten sie. Da saßen sie, sprachen nicht viel, bedachten aber manches, was der Tag gebracht hatte und der kommende Tag bringen würde, sie besannen sich auf sich selbst, und vor allem auch waren ihre Gedanken bei denen, die sie liebten, die aber in der Ferne waren. Nun halten wir selbst gern Dämmerung in der abendlichen Stunde, ein paar Minuten zwischen den Pflichten von Arbeit und Dienst. Mehr als jemals sind es Augenblicke des Gedenkens geworden, wir sind mit unseren Gedanken bei denen, die wir lieben, die in der Ferne sind — für uns. Und wir fühlen, wie groß unsere Liebe ist und unsere Dankbarkeit, fühlen es ganz in dieser geruhsamen Spanne Zeit, in der die Stille der Dämmerung um uns ist. H. J. T. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Eva springt durchs Fenster". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Kameraden". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Oh, diese Männer". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. „Die politische Karikatur im geistigen Kampf der Gegenwart." Am Mittwoch, 5. November, wird im Rahmen des Gießener Vortragsrings Dr. Ernst Herbert Lehmann über das Thema „Die politische Karikatur im geistigen Kampf der Gegenwart" sprechen. Für unsere Verwundeten. Im Laufe der vorigen Woche wurden in drei Lazaretten durch Lehrer A p p e l m a n n von der Kreisbildstelle verschiedene Filme vorgeführt. Mit vorherigen Erläuterungen sahen die Verwundeten das Leben der Fischer beim Fangen der Seefische und die Rettung schiffbrüchiger Seeleute, ferner wurde die Ausbildung von Fallschirmspringern gezeigt. Reicher Beifall dankte für die lehrreiche Unterhaltung. Durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin Weirich in Lauterbach überbrachten Frauen der Ortsfrauenschaften Groß-Felda, Klein-Felda, Zeil- bach, Kestrich und Schellnhausen eine große Anzahl Kuchen, die an die hiesigen Lazarete verteilt und dankbar angenommen wurden. auf dem Schlachtfelde geopfert habe, auch hier bereit ist, bis zum letzten Amerikaner zu kämpfen. Deutschland aber begegne diesen trüben Machen- chaften, so führte der Gauleiter unter der begeisterten Zustimmung der Versammelten aus, mit der gelassenen Zuversicht, die sich aus der Gewißheit der Ueberlegenheit unserer auf allen Kriegschauplätzen siegreichen Wehrmacht ergebe. Mit Heiterkeit und Entrüstung gleichermaßen begleitete die Versammlung dann die Ausführungen, mit denen der Gauleuer die amerikanischen und britischen Heucheleien geißelte, die heute den einstmals bekämpften Bolschewismus als Vorkämpfer für Zivilisation und Gerechtigkeit vorstellen wollen In fesselnder Weise stellte der Gauleiter dann anschließend dar, wie unsere politischen und militärischen Erfolge das Reich von der Stellung eines Enterbten und Habenichts zu einem heute mit Rohstoffen wohlversorgten Organismus verbesserten. Mit diesem,---vo--------o v „ Erfolg trotze es auch in der Zukunft allen teuf- Vernichtungswillen unserer Feinde seinen Frei- lischen Absichten des Judentums. Es sei damit heitskampf bestehe, schloß diese eindringliche Rede, auch bereit, dem Lügner von hemisphärischen Aus-j ------- Die Tänzerin Äoonne G e o r g i, die gegenwärtig auf Einladung des Reichskommifsars für die befetten niederländischen Gebiete, Reichsministers Dr. Seyh-Jnquart, eine Reife durch Deutschland unternimmt, gab gestern mit ihrem Ballett für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ein Gastspiel im Gloria-Palast. Die Vortragsfolge, deren Choreographie von Poonne Georgi ausgearbeitet ist, ließ, obwohl in den einzelnen Tänzen variabel, doch deren gemeinsame Wurzel deutlich erkennen: die Truppe kommt stilistisch vom klassischen Ballett her und entwickelt ihren Stil — ohne sklavische Bindung — aus dessen traditionell festgelegten Formen. Die Rolle der Georgi bestimmt sich, soweit nach diesem Programm geurteilt werden kann, weniger nach ihrer sölistischen Funktion als vielmehr aus ihrer Rolle als Vortänzerin, Chorführerin und Anregerin, deren gruppenbildende choreographische Phantasie den wechselnden Formen des Ensembletanzes Farbe, Bewegungsablauf und eine sympathisch wirkende, sehr disziplinierte Geschlossenheit gibt, ohne daß dadurch die tänzerischen Individualitäten des „Chores" und der Einzelgruppen in ihrer Bewegungsfreiheit beeinträchtigt scheinen. NSG. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, der in den letzten Wochen bereits auf mehreren Kundgebungen der Partei zu der Bevölkerung des Gaues Heffen-Nafsau über die Forderungen der Stunde an Gesinnung und Haltung der Heimat prach, ergriff am Sonntagabend auf einer 23er- ammlung in Butzbach erneut das Wort. In einem eingehenden geschichtlichen Ueberblirf childerte der Gauleiter in dieser Rede, die auf vier weitere Paralleloersammlungen übertragen wurde, die politischen Triebkräfte, die in der Vergangenheit für die Zerrissenheit des Reiches verantwortlich waren, um dann beim Aufzeigen der Hintergründe des gegenwärtigen Kampfes das internationale Judentum als den eigentlichen Drahtzieher jeder Völkeroerhetzung zu entlarven. Dabei unterzog er in besonderem Maße die Rolle des Lügners und Verleumders Roosevelt, den er als den von den Juden neu auserwählten Messias bezeichnete, als Werkzeug der internationalen Finanzjuden einer schonungslosen Beleuchtung. Schon jetzt zeige sich, daß der Jude, so wie er bereits viele Völker für feine Interessen hohen Narben bis in den tiefen Süden im Laufe der letzten zehn Tage trotz ungünstiger Wetterlage bedeutende Fortschritte erzielt worden. Zwischen Leningrad und dem Ilmensee stteßen deutsche Einheiten weiter ostwärts vor. An der oberen Wolga gewannen die Deutschen ebenfalls beträchtlich Raum. Enger schloß sich von Tag zu Tag der deutsche Vormarsch in Richtung auf Moskau zusammen. In den letzten Tagen wurden bedeutende Fortschritte im Raume Drei—Kursk—Charkow erzielt. Im Donezgebiet fielen wichtige Städte im westlichen Teil in deutsche Hand. Die Pordostküste des Asowschen Meeres befindet sich ostwärts über Taganrog in deutschem Besitz. Bei Perekop wurde der Uebergang über die Landbrücke zur Krim erzwungen. Oie Antwort an Roosevelt. Neuyork, 3. November. (DNB.) Die Feststellungen des Führerhauptquartiers zu Roosevelts Flottenrede überschatten in der Washingtoner Sonntagspresse alle anderen Ergebnisse. Alle W a - shingtoner Blätter bringen die deutsche Entgegnung auf der ersten Seite mit großen mehrspaltigen Schlagzeilen im Wortlaut und widmen der dadurch geschaffenen Lage viele Spalten. Leitartikel dazu sind bisher nicht erschienen, jedoch zeigt die Aufmachung und der Inhalt der Meldungen, daß die Erklärung sehr st a r k gewirkt hat und daß eine Antwort daraus nicht bei der Hand ist. Auch die Neuyorker Blätter bringen die amtliche deutsche Erklärung unter Nie- senüberschriften. Die Blätter geben die ausführlichen Berichte aus Berlin wieder, die die wichtigsten Stellen der Erklärung im Wortlaut zitieren und weiterhin die Tatsache verzeichnen, daß die deutsche Regierung sämtlichen neutralen Ländern mitgeteilt habe, daß Roosevelts jüngste Anschuldigungen de- treffend die Deutschen in Südamerika und die Religionspläne grobe F älschun gen seien. Der Gauleiter ging dann auf die selstverst ä n d l i ch e Disziplin ein, die jeder Volks- genösse gegenüber den Kriegsbewjrtschaf- tungsmaßnahmen, die eine der wirksamsten Waffen gegen die britische Hungerblockade seien, zu halten habe. Er richtete dabei eine eindringliche Warnung an d i e Hamsterer. „Meine vor längerer Zeit gemachten Ausführungen", so führte der Gauleiter hierzu aus, „in welchen ich darauf hinwies, daß der nationalsozialistische Staat die Beachtung der Kriegsbewirtschaftungsmaßnah- men nicht so sehr mit polizeilichen Mitteln als durch den Appell an die nationalsozialistische Gesinnung erreichen werde, und daß infolgedessen auch von jeder kleinlichen Schnüffelei abzusehen sei, sind leider von böswilligen Elemente und geistig Mindert)^ mittelten als eine Sanktionierung der Hamsterei ausgelegt worden. Es ist daher notwendig, eindeutig darauf hinzuweisen, daß jeder Hamsterer, in welchen Quantitäten er sich mit seinem Treiben auch halten möge, sich außerhalb der deutschen Volksgemeinschaft stellt." Diese Dolksschädlinge werde nicht nur die ganze Schwere der gesetzlichen Strafe, sondern vor allem die Verachtung jener Volksgenossen treffen, die es sich nicht gefallen lassen werden, daß das Vertrauen der Führung auf die selbst- verständliche nationalsozialistische Disziplin der Heimat von einigen Wenigen in schändlicher Weise mißbraucht wird. Jeder dieser Schädlinge, der heute mit Korb oder Rucksack bewaffnet auf Hamsterfahrt durch den Gau schleiche, aber auch jeder, der diese Hamsterer mit der Gier nach der zu erhaltenden Ueberbezahlung der hintenherum abgegebenen Ware erwarte, habe sich selbst das Urteil gesprochen. Der _ Volksgemeinschaft und unseren staatlichen Faktoren bleibe nur übrig, daraus die Konsequenzen zu (Nachdruck verboten.) 18. Fortsetzung. 5 Ausbildung: lottrige Lernzeit, staatliche Prüfung, praktische! Jahr. Fortbildung: Operation«-, Diät- Säuglingsschwester usw. Aufstiegsmöglichkeiten: Jongechweatern führe rin. Oberschwester, Oberin. Gehalt nach neuem Tarif. das Bett zu, in dem sich Günther aufzurichten versuchte. Bröger, desien Heller, luftiger Anzug und bohemienhafte Haltung gar nicht zu dem Ernst der Umgebung paßten, blieb überrascht eine Weile stehen. Er sah vom Tisch, auf dem der Brief noch lag, zu Günther hinüber, als erwartete er eine Aufforderung, Platz zu nehmen. Doch nichts geschah. Gleichzeitig aber empfand Thomas die Situation für sie beide etwas unbehaglich. Schließlich war es nicht zu übersehen, daß er sich einer ausgezeichneten Gesundheit erfreuen konnte, während der andere reichlich behindert und unbeweglich dalag. Allem Anschein nach suchte der andere diese Hilflosigkeit durch ein reichlich befremdendes Benehmen auszugleichen. Im übrigen jedoch gefiel ihm das markante Gesicht Günthers. „Das ist ja höchst merkwürdig!" begann Günther mit schneidend harter Stimme. „Darf ich fragen, was Sie zu mir führt? Ich habe Sie nämlich am allerwenigsten erwartet!" Thomas spürte aus dem schwirrenden Unterton sofort Günthers Unsicherheit heraus, obgleich er nicht wußte, was das zu bedeuten hatte. Er durfte ihm also nur mit einer entwaffnenden Ueberlegenheit begegnen, mit jener Ruhe, die man ihm des öfteren schon im Leben als „uninteressierte Stumpfheit" aus- gelegt hatte. Sie war nichts weniger als das. Denn dahinter wachten hellhörig alle Sinne, abwehrbereit und voller Stoßkraft. „Schade!" lächelte er. „Sie warteten also doch auf jemand? Ich habe nicht das Recht, zu fragen. Anderseits finde ich es gar nicht so abwegig, wenn ich Sie aufsuche." Er zog sich einen Stuhl vom Tisch her und setzte sich wie bet einem richtigen Krankenbesuch zurecht. „Wiederum scheinen Sie auch nicht besonders erfreut zu fein. Aber vielleicht beruht das auf einem Mißverständnis. Ich bin gern bereit. es aufzuklären." „Nicht notwendig, Herr Bröger." Günther Merck machte eine knappe Handbewegung. „Ich bin durch Karin unterrichtet. Wie kommen Sie dazu, meiner Verlobten Geld zu leihen? Das frage ich Sie! Und darüber erbitte ich mir eine Aufklärung! Mißverständnisse herrschen da keineswegs!" drängte Günther mit verhaltener Erregung. (Fortsetzung folgt.) Einsatz der Reldisbund-Sdiwester: Krankenhäuser. Sanatorien, Kinderkliniken. Mütter». Säuglings- und Kinderheime und Krippen, vorbeugende Familienhilfe auf dem Lande, krankenpflege- rische Tätigkeit im Ausland. Werkscbwestern. Karin Grunelius Roman von Guido 6. Brand Einsatz der NS.-Sdiwestert Krankenhäuser, Kinderkliniken, Gemeinden, SS-Lazarette. SS-Mütter- und Säuglingsheime, Schulen der NSDAP, und Ordensburgen begann er wieder zu lesen. „Lieber Günther! Du mußt den Brief ganz ruhig zu Ende lesen. Erst dann wirst du verstehen, daß ich nicht selbst komme, sondern schon weit weg bin von Spaccaforno, wenn Dir dieser Brief übergeben wird. Ich bin auf dem Wege nach Deutschland, nach München, wo ich vorläufig bei meinem Onkel, dem Bruder meines Vaters, unterzukommen hoffe. Er wohnt — wie gut, daß ich das kleine Büchlein mit den Adressen gerettet habe — in der Adalbertstraße 50. Daß ich Dir das schreibe, zeigt Dir wohl, daß ich gar nichts verheimliche. Ich flüchte nicht einfach ins Blaue oder aus Angst, Du könntest doch Nein zu meinem Entschluß sagen. Aber trotzdem brachte ich den Mut nicht auf, noch einmal zu Dir zu kommen, um Dich vielleicht um Deine Zustimmung bitten zu müssen. Mut ist auch nicht das richttge. Ich bin zu stolz. Denn Du hattest gestern kaum das Gefühl dafür, wie sehr ich schon in einer anderen Welt lebte, die ich zwar gern mit Dir gemeinsam erleben möchte, zu der Du mir aber den Zutritt verwehrst. Ich sehe noch nicht ein, worauf Du so sehr das Recht gründest, mich daran zu hindern. Besonders dann nicht, wenn es, wie ich Dir vorschlug, lediglich um ein halbes Jahr oder ein Jahr sein,sollte. Dein dreimaliges „Nein" gestern, ohne überhaupt nur meine Gründe zu entdecken, das heißt, mir sogar mit Ironie zu begegnen, stärkte mich in dem Entschluß, einem härteren Zusammenprall auszuweichen. Er hätte in dem Augenblick kommen müssen, in dem keiner von uns nachgegeben hätte. Eines möchte ich doch sagen, damit Du mich nicht mißverstehst. Es ist mir nicht leicht gefallen, diese Reise ohne Dich anzutreten und Dich im Krankenhaus allein zu wissen. Aber Doktor Carli betreut Dich wohl mit der notwendigen Sorgfalt. Und ich selbst hätte nichts anderes tun können als Dich wie bisher ... jeden Tag zu besuchen, mit jedem Tag jedoch nervöser zu werden, ungeduldiger, gereizter. Gerade um dies zu vermeiden, glaubte ich richtiger zu handeln, wenn ich ohne große pathetische Geste wegfahre und in München auf Dein Kommen warte. Ich bitte Dich um eins ... ziehe um Gottes willen keine falschen Schlüsse aus meinem Handeln. Glaube nicht, daß ich mich irgendwie von Dir trennen will. Uns beide bindet viel Schönes aus all den Jahren, die wir uns kennen, und ich werde immer an Dich denken. Dir schreiben und Dich wissen lassen, was aus meinen Plänen geworden ist. Ich hoffe auch von Dir, daß Du nicht nur Nachrichten an mich gelangen läßt, sondern selbst bald in voller Gesundheit nach München kommst. Bis dahin aber glaube ich auch, wird die Zeit mitgeholfen haben, Dich zu überzeugen, daß das tatenlose Warten eine Qual ist. Das Geld zu der Reise habe ich mir von Herrn Thomas Bröger geliehen, den Du ja dem Namen nach kennst. Ich werde ihm die Summe von München aus zurückschicken. Leb wohl, lieber Günther. Baldige Gesundheit und ein frohes Wiedersehen in München. Oder willst Du erst nach Witzenhausen oder nach Rendsburg, um Dich an den Kolonialschulen nach geeigneten Kräften umzusehen? Auf alle Fälle schreib mir bald und vergiß nicht auf der Adresse, daß mein Onkel Geheimrat ist. Ich weiß von Papa her, daß er großen Wert darauf legt. Herzlichst ... Deine Karin." Günther legte den Brief mit einem seltsamen Gefühl beiseite. Er denkt sich eine wunderbare Stunde I mit Karin aus, in der er ihr großmütig seine Zu- Er mußte sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen sein, denn er schreckte auf, als ihn Schwester Fran- zeska leise anredete und ihm einen Bries übergab, der eben mit der Post angekommen war. An der Schrift erkannte er Karins Hand. Hastig riß er den Umschlag auf. „ „Bleiben Sie da, bitte!" bat er halb herrisch, halb hilfeheischend, überflog die ersten Zeilen und legte sich blaß in die Kissen zurück. „Ist es etwas Schlimmes?" fragte die Schwester. Sie sprach sehr gut Deutsch, da sie aus dem Tiroler Anland stammte. Günther schüttelte den Kopf. „Schon gut, Schwester!" Erst nachdem sie das Zimmer verlassen hatte. ftimmung gibt, und sie reist aus eigenem Entschluß einfach ab. Irgendwie erinnerte er sich, daß früher einmal eine merkwürdige Uebereinftimmung zwischen ihren Gedanken herrschte, daß sie sich des öfteren mit den gleichen Wünschen und Vorschlägen überraschten. Aendern konnte er wohl nicht mehr viel. An den „Herrn Geheimrat Grunelius" ein Telegramm zu schicken, wäre banal gewesen. Er wollte sich das noch einmal überlegen. Blieb also nur übrig, bald gesund zu werden und nach München zu fahren. Nach vielem Hin und Her begann er zu lachen. Er fand Karin in ihrer Energie und Zielbewußtheit großartig. Sie imponierte ihm. Rasch überflog er noch einmal ein paar Sätze. Sie lasen sich durchaus logisch, ganz natürlich. Sie hat recht, und die Schuld liegt auf meiner Seite, redete er sich nach einer Weile ein. Außerdem sah er ein, daß er von Frauen wenig, von Karin fast gar nichts verstand. Aber trotzdem mußte doch etwas geschehen! Ob dieser Maler vielleicht mit Karin im Bunde war? Weshalb sollte er ihr sonst das Geld geliehen haben? Mit halbgeschlossenen Augen starrte er vor sich hin und grübelte über den Inhalt des Briefes nach, der ihm vorhin so klar erschienen mar. Mit fast froh- lockender Ironie stellte er fest, daß Karins Weigerung, zu ihm nach Spaccaforno zu ziehen, einen positiven Grund haben mußte. Zum mindesten einen anderen als den, den sie selbst angab. Er konnte sich trotz allem Hin und Her noch nicht entschließen, etwas zu tun, als seine Anstrengungen durch Schwester Franzeska zum zweitenmal unterbrochen wurden. Sie meldete ihm Thomas Bröger. „Wen, bitte?" brauste er auf. Er glaubte, nicht recht verstanden zu haben. Der Maler sollte die Frechheit besitzen, ihn aufzusuchen? Ja, aber dann war doch seine Kombination falsch, daß Bröger mit Karin gefahren mar!? Schließlich fand er das Durcheinander so ungeheuerlich und komisch zugleich, daß er die Schwester bat, den Herrn hereinzuführen. Der Augenblick, in dem die beiden Männer einander gegenüberstanden, sich sekundenlang stumm prüfend maßen, hatte etwas Beklemmendes. Die Schwester hatte leise die Tür hinter sich geschlossen, Thomas ging mit großen, elastischen Schritten auf SdtwesteFndienst - Berat und Schule für’s Leben „ , , v B e*—nnA Pflegerinnen e. V. stellen laufend junge Mädel und Frauen im Aller von 18 bla 88 Jahren aU Lernschwestern in den staatlich an- Die NS..Schwesteimschgan^und^dereRd»ebnndGder Frele^chwertera^ODi^Pfleeei^ |gjchlfeblrt „«dadurch di. faicb.dien.Ui.lltn der Bchwctemscb.lten Berti. W 62, Kurtärat.uetraC. 110, <«rm.tt.IL Weitere Auskunft durch das Amt fQr Volkswohlfahrt, Gaulettung Hessen-Nassau, Darmstadt, Steubenplatz 17