GiehenerAnzeiger Dienstag. 4 Februar 1941 Von ---Kriegsberichter Robert Krötz. l des 6M gebunden. Zum Teil waren sie Marxisten, Teil vertraten sie die westlerisch-kapitalistische im Die Derpflichlung norwegischer Freiwilliger en Volkes. gendorganisation noch dem größten Versammlungs- rische Versammlungsteilnehmer durch seine Horden Nun hat zwar die burische Bewegung gewisse provozieren lassen und sie dann mit Gummiknüppel Vorteile errungen, so wurde ihre Sprache, das germanischen Völker Europas umrissen wurden. tagvormittag wurde in Oslo eine große Hitler Aufgaben und Erfolge der nationalsozialistischen ntr^JI pul streikt Neubau in großem Stile 1 die Forderung des Tages Bald werden 'il# k'eitermangel haben. Und wir denken c Mfl <. nn« rmtffiAHAn fDnrmonorn in II. uiiv ~ ------- . von den zwei Millionen Norwegern in 02-^. Hertzog überließ schließlich das Kampffeld den atti- die Smutsgardiften ausgenommen haben. der burische Renegat General S m u t s , hat in Johannesburg, wie wir bereits gemeldet haben, bu- Bulgarisches Bekenntnis zum neuen Europa. Reichsjugendführer Axmann schloß mit einer Einladung an die Norwegische Nationale Jugendorganisation nach Garmisch-Partenkirchen Am Sonn- Oslo, 3. Febr (DNB.) Reichsführer ff Himm- l e r verließ Freitagabend mit dem Reichskommissar Terbooen im Sonderzug Oslo. Nach einer nacht- nung von England fordern und damit unzweifelhaft einem Gebot der Geschichte und der Gegenwart entsprechen. Besuchern die Möglichkeit, ihre Eindrücke durch das Erleben deutscher Filme über die HI zu vertiefen. Bereits am ersten Tage hatte die Ausstellung 1500 Besucher. Oer Reichsführer ff in Drontheim. Norwegens Zukunft an der Seite Deutschlands. Sesprächmitdem Führer dernorwegischen„AasjonalSamling"Vidkun Quisling. Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler nahm — wie wir schon gemeldet haben — in Oslo die Verpflichtung von norwegischen Freiwilligen der Standarte „Nordland" der Waffen--- vor. — Unsere Ausnabme von der Feierstunde zeigt (von links) den Führer der Nazjonal-Samling Quisling, Reichsführer ff Himmler, Reichskommissar Ter- boven und den Generalobersten von Falkenhorst. — (---PK.-Möbius-Scherl-M.) •rufen " -st Ähre Arbeit", sage ich. „Und Ihr Pro- st a t t aufgebaut Die Ausstellung, die neben einem großen Leseraum mit deutschem Jugendschrifttum auch einen Vorführraum beherbergt, bietet allen Afrikaansch, anerkannt, und sie ist auch sonst im Vordringen, so daß von 150 Abgeordneten nur 4 (!) sich als Briten bezeichnen, aber dieser Krieg hat die Opposition gegen Smuts zu einer Lawine anwachsen lassen, der sich der Britenknüppel widersetzt. So hat Smuts zu dem Mittel gegriffen, die infolge der Kriegsfolgen unter der wirtschaftlichen Notlage leidenden Südafrikaner mit Gewalt in Hänger des Selbstbestimmungsrechts glänzend dokumentiert und der Welt gezeigt, wie England durch leine Schergen in Wirklichkeit zu handeln versteht. Die Buren hatten nichts anderes verlangt als die Interessen Südafrikas nicht nach englischen Gewaltwünschen orientiert zu sehen. Sie hatten erklärt, daß Südafrika nicht die heißen Kastanien für England aus dem Kriegsfeuer zu holen hätte. Dafür haben sie^jetzt wieder eine echt britische Antwort erhalten. Seitdem General Hertzog infolge einer parlamentarischen Schiebung gehen und die Gewalt Smuts überlassen mußte, sind die Gegensätze zwischen Südafrikanern und Engländern erst recht unüberbrückbar geworden. Hertzog hatte resigniert, weil es ihm nicht gelungen war, Südafrika neutral zu halten. Seine Koalition mit M a l a n , dem Führer der Unabhängigkeitsbewegung, konnte auch die Spannungen im burischen Lager nicht überbrücken. und Panzerwagen „behandelt". Er hat damit die Interessen Englands als ,Kulturnation" und An- Deutsch als dritte Sprache in Belgien Brüssel, 4. Febr. (Europapreß.) Nach einer Anweisung des belgischen Unterrichtsministeriums wird von jetzt ab Deutsch als dritte Sprache neben Französisch und Flämisch in allen Schulen eingeführt. Damit wird der Zustand hergestellt, der auch vor dem Weltkrieg in Belgien bestanden hat. ichtung. Eine marxistische Regierung hat mit bür» irlicher Unterstützung im Lauie von fünf Jahren de nationale Regung unterdrückt und die späteren reiqnisse vorbereitet. Die Verantwortlichen an der ntwicklung in der jüngsten Zeit tragen mit dem ckönig gemeinsam eine ungeheure geschichtliche ichuld. Sie haben die Idee Norwegens erraten und unser Volk an den Abgrund ge- lhrt. Ihre ganze Kraft stemmte sichgegendieTen- enzen der Neuordnung, die von Kon- t-^entaleuropa aus herüber wirkten nach Skandi- inoien. Ausschließlich wirtschaftliche Interessen und jt?ologische und verwandtschaftliche Bindungen be- ftmmten den Willen dieser Kreise unter feinen Um- künden an der Seite Deutschlands in den Kampf fr ein neues Europa einzutreten. Felsenfest glaub» hn die Leute an den Sieg Englands. Die verblen- bite Einstellung auf die britischen Belange, die in Wahrheit seit 700 Jahren eine selbständige norwe- lliche Politik verhinderten, hat alle guten Möglich- laten Norwegens in diesem Kkiege zerstört. Der "' * Behauptung ist in ; mitt. Q8 N von Deutschland a us g e h e n Norwegen wird seine geschichtlichen Pflichten in diesem Zusammenhang voll wahrnehmen." )Qmm hrlrltz- 71 9 'M. 'M •) Mhlt en btt? inifit: erftz,' 1. W eger tz. 19, W Seit nhe lli' 9,8, IM ),6,18. t1 181,1$: (Shirts .4 N N ; zart) 1K' 10. M Dppmil1 12. hiittlir» 1 P-l ter ffle’ ) 180.1! pfert:» )feö: fr 9,6 V' Willi d Reichsjugendführer Axmann in Oslo. Eröffnung einer HI.-Ausstellung. Oslo, 3. Febr. (Europapreß.) Der 1. und 2. Februar standen in Oslo im Zeichen der Zusammenarbeit der deutschen und der norwegischen Jugend. Die Veranstaltungen wurden durch einen großen Fackelzug eingeleitet, in dem Tausende von Mitgliedern der Nationalen Norwegischen Ju- Annabme von Anzeige« für die Mittagsnummer tnS8'/,Ubr des Vormittags Anzetgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Ntengenftanel B Plavoorschrift (oorbertge Vereinbarung )25"/<> mehr joftetfi? »gesch^ legte l- ch btnrJ K JiS Rasse Von Dombaas ging die Reise weiter über Doorefjell, wo die Eisenbahnlinie einer alten Hochstraße folgt. In Drontheim besichtigte der Reichsführer ff bas Polizeibataillon. Ein Besuch Droncheimer Domes beschloß den Tag. Oer (Sinn dieses Krieges. Auf ein Dutzend Reden und andere Kundgebungen aus dem Raume zwischen dem englischen Unterhause und dem Kamin im Weißen Hause von Washington hat der Führer am historischen 30. Januar eine Antwort gegeben, die in den angelsächsischen Zentralen sicher ganze Gebäude von Illusionen zertrümmert hat. Es kommt nicht von ungefähr und auch nicht aus dem Datum des 30. Januar allein, wenn gerade in diesem Zeitpunkt, d. h. am Vorabend des Frühjahres 1941, aus dem berufensten Munde eine so eindrucksvolle Gegenüberstellung der Raubgeschichte des Britenreiches und der Entstehung des Nationalsozialismus und seiner umwälzenden Gedankenwelt gegeben wurde: hier in dieser mitreißenden Führerrede wurden zwei Welten aufgezeigt, von denen die eine unaufhaltsam heraufkommt und die andere ihre Zeit im tiefsten Inneren beendet fühlt. Mit anderen Worten: den Völkern wurde hier in einem Zeitpunkt schicksalsvollster Bedeutung der Hintergrund des bevorstehenden großen Kampfes und sein eigentliches Wesen aufgezeigt. Es handelt sich nicht um irgendeinen der fast 180 Kriege in Englands Geschichte, sondern um den Kampf zwischen zwei Weltanschauungen. Und von diesen beiden Anschauungen wird, wie der Führer erklärte, „b i e Welt des Sozialismus die erfolgreiche sein" und nicht die Welt der ..Koalition aus Kapitalismus, jüdischem Haß und Emigranteninstinkten". Der Mann, der das angesichts des kommenden Entscheidungskampfes sagt, ist nicht nur einer, der „etwas besser gemacht hat", sondern er ist auch vor allem der einzige unter den lebenden Staatsmännern, der noch niemals in Prophezeiungen widerlegt worden ist! Diese Tatsache, die sich aus der ganzen Geschichte seines Lebenswerkes an unzähli- gen praktischen Beispielen immer wieder erweist, sollte zusammen mit den überaus ernsten Ankündigungen am Schluß seiner Rede über die Durchführung des bevorstehenden Kampfes nicht nur für den unmittelbaren Kriegsgegner, sondern auch für i et) e n dringlichste Warnung sein, der heute noch nicht weiß, ob er nur mit Kriegslieferungen usw. oder auch mit Kampfhandlungen sich am englischen Kriege auf britischer Seite beteiligen soll. Niemand auf gegnerischer Seite hat an die Vernichtung der polnischen Wehrmacht in 18 Tagen geglaubt, der Ä s* bas Heer pressen zu wollen und ihnen für den Fall der Weigerung jede Arbeitslosenunterstützung entzogen, er hat sich ferner eine Leibgarde, die „Freunde der Wahrheit", geschaffen, die die Bevölkerung unglaublich terrorisieren. Aber er hat nicht vermocht, der nationalen Bewegung Herr zu werden. Sein neuer Versuch, unter dem Beifallsgeschrei der Juden die Bewegung niederzuknüppeln, wird ihr neue Anhänger zuführen. Denn selbst der englische Nachrichtendienst meldet, daß als Folge dieser Angriffe auch solche Bürger, die nicht den burischen Nationalisten angehören, den Kampf gegen - .. .. —। , Der Britenknüppel in Johannesburg. Von unserer Berliner Lchristleitung. idje | )i- < gramm?" „Sehr einfach", sagt Didkun Quisling. ..Innenpolitisch sind mir die norwegische „ „ _ , ______ Spielart der revolutionären Welt-! lichen Fahrt durch das südliche Gudbrandsdal wurde a nsch au ung, die in Deutschland bas Leben' die Reise nach Drontheim in Otto unterbrochen, prägt. Und außenpolitisch kämpfen wir seit zehn Don hier aus fuhren Kraftwagen den Reichsführer Jahren für eine gemeinsame Arbeit der ff nach Dombaas hinunter. In der Nähe von nordisch-germanischen Völker Wir Dovre besichtigte der Reichsführer ff einen großen haben auch England zu den Beteiligten gezählt. Bergbauernhof, der typisch ist für die mit- Ader die herrschende Klasse in England hat anders telnorwegische Stammlandschaft der germanischen entschieden So wird denn die Neuordnung der ger» m ' manischen und europäischen Welt vom Kontinent, je M 4'1*1 ■ter t Ium;1 j . Frais IvW h m; , * m ■ it owjl , H.’I •ff > ft durch die Pariser Vorortdiktate entrechteten und geknebelten Völker zu befreien. Die Rückgliederung der Dobrudscha sei ein Beweis dafür, baß Bulgariens Stellungnahme richtig fei. Das bulgarische Volk müsse alles tun, um sich als künftiger Bestandteil der Völkergemeinschaft im neuen Europa würdig zu erweisen. Die erste Bedingung sei, einen ftarfen nationalen Staat aufzubauen, in dem die schöpferischen Kräfte des Volkes sich entwickeln könnten, ungehindert von denen, die noch immer den neuen Geist, der heute die Welt zu beherrschen beginne, nicht verstanden hätten. 1 der k Mik » >altö • ) dki^ rette t: unbd |9|. Jahrgang Nr. 29 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte GiestenerFamilienblätter Heimat imVild DieScholle Mvnats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zunellgebülir. „ -.25 auck bei Nichterscheinen von einzelnen 'Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Dralitanschrist:„Anzeiger" Ponscheck 1168«Tranks. M einer integralen ©ermanität zu sein Symbol der Gemeinschaft, in deren Zeichen die neue Zeit stehen wird Für uns Norweger sind die hf» Soldaten norwegischen Blutes Ausdruck unseres Kampfes auf Leben und Tod für ein ehrenvolles Dafein unseres Volkes" Die Entwicklung in Südafrika nimmt ihren ge- Deren und jüngeren Buren, die eine radikale Dren- schicht!ich bedingten Verlauf. Englands Statthalter, S 0 fia , 3. Febr. (DNB.) Das Wochenblatt. „Bul- ....... U.VK tun., viurtveqen ...... von Morgen" erklärt, die Hoffnungen Bul- ehre wieder Herstellen Das ---Regiment Nordland, ^en oerstandllcherwelse auf Der Seite in dem Norweger bienen, ist berufen, Stoßtrupp den Waffen gegriffen batten, um die .:_____ . , zt, ..... r • Ä J . T - nlirm nip ’Tsnrtlor ’TtnrnrthiFtntn anfrnA. arwegischen Machthaber waren i n t e r n a t i 0 al r ' - v 0..... -----r!' ' seine Nebenerscheinungen in reichem Maße ge- Reichsjugendführer Axmann hielten Ansprachen, Ih nkt: Klasienhaß Parteienstreit und chronische in denen die gemeinsamen Aufgaben der norroegi- Hneit«lofigfeit Lieber Fürsorgegelber zahlen, als scheu und der deutschen Jugend zum Besten der toroenbige Arbeiten ausführen lassen, sagten die ---------Xä“ Mieren Und danach wurde gehandelt .. Hier Itt; a f f e n roir Wandel Die marristtsche Pa- dl-, die diese Leute in die Macht gebracht hat. tote: Arbeit für bas ganze Volk! Wir. - - ... Ll-en dieses Schlagwort zur Tat werden lassen IJugend-Ausste lung durch Reichssugend» tir haben den sozialen Frieden in der Gesinnung fuhrer Axmann eröffnet Die Ausstellung gibt der h> im Gesetz verankert und gleichzeitig die Mit- norwegischen Bevölkerung einen Einblick m die fc! des Staates da eingesetzt wo das private Ka-, Aufgaben und Ersolge der nationalsozialistischen ........ “ • - , das ; Jugenderziehung Im Rahmen dieser HJ.-Ausstel- i oie ^or&eruna Des iaacs »aio werden roir lung war in Gemeinschaft mit dem Jugendamt der ttST’wte d-nken daran, ®eutfd>en «rbeifsfront eine ft« r (e 6 r n> = r t. . “ _____ T TGA ft n t t niltnphrtitt T)ip VTiictifpltunn hie noho» nmam Pause. Durch das Fenster sieht man, wie die Nebel über dem Hafen sich heben Große Möwen schweben bewegungslos über den Mastspitzen der Schiffe. Und von der Straße herauf bringt gedämpft der Lärm der Stadt, die dem Mittag zusteuert. „Und Ihre kulturellen Absichte n?" frage ich weiter. „Wir wollen die fremden Ideologien abtragen", antwortete Quisling. Wir brauchen ein wenig Zeit, dann wird es schon gelingen, die alte, norwegische Art freizulegen. Auf unsere Grundlagen wollen wir uns besinnen Sie sind gleichzeitig Grundstock der germanischen Frühgeschichte. — Das flache Land ist gesund geblieben. In den Städten werden wir mit einer aktiven Kulturpolitik nachhelfen ..." „Wir sehen schon die ersten Früchte unserer 21r» beit Nasjonal Sämling ist heute schon die stärkste Partei, die je in Norwegen gewirkt hat Meine Männer sitzen in den Gemeinden und geben dem Leben eine neue Richtung. Die Richtung in die Zukunft, von der wir wieder Selbständigkeit und Größe erhoffen für unser Volk, dessen Weg an ber Seite Deutschlands verläuft. Wie Adolf Hitler dafür gesorgt fyat, daß der Kern Europas verjüngt und gesund geworden ist, so wollen wir hier in Norwegen die Voraussetzungen schaffen für eine starke Freundschaft der germanischen Völker. Aus den lebendigen Elementen unserer Geschichte schöpfen roir die guten Inhalte für die artgemäßen Formen unseres nationalen Lebens. Norwegen will wie Deutschland ein Staat fein, diszipliniert und kampferprobt wie die Mannschaft eines Wikingerschiffes in der Glanzzeit unserer Geschichte. Die Eintracht mit Deutschland, die rassisch und ideologisch alle Voraussetzungen besitzt, empfinden wir gleichzeitig als ein Gebot der Realpolitik. Unsere Ansicht stützt sich auf die schlechten Erfahrungen des Weltkrieges und auf die positive Entwicklung dieser Tage. Deutschland und Norwegen, bas ist in jedem Falle mehr als beide Völker für sich allein. — Sagen Sie in Deutschland, daß das polttische Norwegen dieser Meinung ist." Ein fester Händedruck. Ich gehe vorüber an der niederen Konsole mit den geschmiedeten Kerzenhaltern und öffne die Tsir ms Vorzimmer. Dort stehen drei Hirdführer in ihrer dunkelblauen Uniform, das leuchtende Sonnenkreuz auf dem Aermel. Sie grüßen mit erhobener Hand. Leute wie roi-, denke ich. Warum sollte es nicht gut gehen mit Deutschland und Norwegen? Wie zur Bestätigung meiner Gedanken ruft der Hirdmann an der Pforte: Heil und Sieg! Aus den Wolken über dem Hasen ist die Mit- tagssonne hochgestiegen an den blaßblauen Himmel. „Mas ist nun seit dem 9. April geschehen?" frage iö- „Wie haben Sie und Ihre Partei die Situation ^res Landes zu bessern versucht?" Quisling spielt litt den Briesen, die gestapelt vor chm liegen, tinn sieht er mich voll an und sagt: „Den Ilm» fkiwung hat der 9 April gebracht; die eigentliche Äitaftropbe aber brach sechs Tage später über uns herein. Am 15 April scheiterte b i e Bildung einer nationalen Regierung. Norwegen bar selbst in tiefster Not uneinig und außerstande, | lein Schicksal zu gestalten Bis zum 25. September ~ I tol*te ein idjroerer innerer Kampf zwischen den Par» ■ utfj !»i-n und den Kräften des Wiederaufbaues. W t r ; sind Sieger geblieben. Und dann hat die p rsibeil begonnen. Die wirtschaftliche Erholung lag am Herzen. Aber roir vergaßen darüber die Wüsche Rüstuna nicht. Unsere Bewegung ging zum Ürgriff über „Nasjonal Sämling" wurde ein Propa mm: das P*r ogramm des neuen Nordgens. Im großen vollzog sich die Umstellung w; eine kontinentale Handelspolitik. Norwegen zog in jeder Beziehung die Lehren aus den Ereignissen it: Krieges." ycituuiyunquuun Iiuu; uciu hiuüich oeiiuiiuiuung»3 ..Und die soziale Frage?" sage ich. „Was1 gebäude Norwegens, dem Colosseum, mar» ton Sie zur Lösung des Arbeitslofenproblems schierten, das überfüllt ^war. Ein Musikzug der vrühlsche UniversttStrdruckerei TL Lange ®tnctQl=Hn jdcjtr für (Dbcrfycffcn Oslo, im Januar 1941. Wenn man vom Osloer Hafen heraufkommt und Unter dem Westbahnhof die Radhusgate erreicht, Jann sieht man linker Hand ein modernes, hochgesautes Bürohaus, dessen gelbe Fronten von langen fjenfterbänöern durchzogen sind Ich ging durch die föfjlerue Flügeltür dieses sachlichen Gebäudes, nahm len Fahrstuhl bis zum achten Stockwerk und sagte ju dem jungen Hirdmann an der Pforte: „Melden Sie mich Herrn Quisling." Ein halbe Minute später stehe ich vor dem gerum eten Eichenschreibtisch des Führers der „N a s- o n a l Sämling" Vidkun Quisling ist 53 Jahre lt Er trägt das blonde Haar aescheitelt, und feine roßen blauen Augen beleben Das beherrschte, fast ^bewegliche Gesicht. Wir grüßen einander. Ich setze mich auf den niederen grünen Stuhl und werfe einen schnellen Blick h den hellen Raum^und durch die breiten Fenster sinaus auf die südwestliche Stadt mit den mächtigen f üben des Backstein-Rathauses und den dampfen- ten Wassern des Hafens Quisling sitzt sehr aufrecht h feinem Bürofesfel und wartet. Das Kühle, Abpartende ist ein Element im Wesen dieses Mannes, hr dem norwegischen Volke ein impulsives Pro- ramm gegeben hat. Spärliche Gesten; kein über» füffiges Wort; und in jeder Zustimmung ein fra» pnber Nachklang, der den Ausweg offen läßt. Ich bin schon einmal bei Vidkun Quisling gerne» in Heute hole ich mir außer ein paar Antworten e Bestätigung seines germanischen Temperaments, is in dem Bauern Niedersachsens sich genau so aßert rote in den Norwegern, die sich mit Stolz tester nordischer Traditionen rühmen.- Ich frage, ie es zum 9. April gekommen sei; ob ton von einer objektiven Schuld der früheren nor- egischen Regierung an den kriegerischen Ereignis- n auf skandinavischem Boden sprechen könne? Quisling überlegt einen Augenblick, sieht hinüber 'i den stählernen Kerzenhaltern mit dem rotgol» men Sonnenkreuz und antwortet dann: „Die jeion? Wie äußer. , r------ , tor Bewegung?" „Die soziale Frage?" toling „Sie war sehr frharf gestellt in i irtsckaft unter Berücksichtigung erschließen. Im Altertum war wie Gold auf «hebt und in der Das Oer erste Llmfle-lerzug aus Litauen Wir haben vor dem englischen Kriege oft von den außerordentlichen Anstrengungen der italienischen Regierung und den von ihr ausgewählten Kolonisten gehört, Teile von Libyen einer ^modernen tropischen Landwirts«' r‘ £ Einzelne Kampfflugzeuge griffen gestern erfolgreich Flugplätze, Fabrikanlagen, Lagerhäuser und Dahnen in Südostengland an. Auf einem Flugplatz wurden feindliche Kampfmaschinen zerstört und Treffer in einer. Halle erzielt. Südlich Southend wurde ein Handelsschiff in Brant) geschossen. Ein weiteres Handelsschiff erhielt südostwärts Harwich mehrere Bombenvolltreffer. Der Feind verlor gestern drei Flugzeuge, davon eines im Luftkampf und eines durch Flakartillerie. eines wurde zur Landung gezwungen. Auch Hopkins in USA. zurückerwartet Washington. 3. Febr. (Europapreß.) Zugleich mit Willkie, der telegraphisch aus London zurückberufen wurde, dürfte Harry Hopkins, Roo- fsvelts Sonderbeauftragter, aus England heirnkeh- ren. Jedenfalls erwartet man hier beide in den nächsten Tagen zurück. allem um städtische Bevölkerung. Alle De. rufe waren vertreten: Beamte, Angestellte. Hand« werter, Kaufleute, Lehrer und andere mehr. Ihre saubere deutsche Sprache verriet ebenso wie dir zum Teil echt ostpreußischen Namen auf den Ge« päckschildern, daß sie sich ihr deutsches Volkstum voll erhalten haben. In den nächsten Tagen werden weitere Bahn-Transporte erwartet. Am 12. Fe. bruar werden auch die ersten Trecks an der ostpreuhischen Grenze erwartet. Die Gesamtzahl der Deutschen in Litauen wild von Kennern auf mindestens 45 000 geschätzt. Da. ®ie in 'Ichk D N?n zw hntog in ®eröen bit verdk Oer italienische Bericht. Rom, 3.Febr. (DBB. Funkspruch.) Der ifalte- nische Wehrmachlbericht vom Montag hat folgenden Dorllauk: An der griechischen F r o wt Spähtrupp- und beiderseitige Artillerietatigkeit. Unsere Luftwaffe hat Truppenzusammenziehungen bombardiert. In Bordafrika haben unsere Luftstreitkrafte motorisierte britische Kolonnen erfolgreich bombardiert 3n Ostafrika wurden die heftigen Kämpfe im Gebiete von Agordat und Barentu auch am Sonntag fortgesetzt. Unsere Luftwaffe hat sich weiterhin mit prächtigem Kampfgeist eingesetzt. ' < Feindliche von Westen kommende Flugzeuge haben Sardinien überflogen und Bomben und zwei Torpedos erfolglos gegen das Stauwehr des Tirfo abgeworfen. Weitere Bomben fielen auf freies Feld, ohne Opfer oder Schäden zu ver- Ursachen. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Flak getroffen und stürzte ab. Die Besatzung wurde gefangen genommen. Ein englischer Eindecker vom Spltfire-Typ ist in der Bähe von Bia Reggio ab- gcstiirzt. Der Pilot wurde gefangen genommen. Oie Kolonisierung Libyens. Oer Kramladen. Von Emil Merker. Gewiß, das Große und Einmalige ist das Entscheidende. Aber das Kleine und Alltägliche ist so oft das menschlich Ergreifende. Oer Wehrmachtbericht vom Montag. Berlin, 3. Febr. (DBB. Funkspruch.) Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nack erfolareidiem Feindflug über dem Mittelmeer kehren deutsche Stukas zurück. Unter sich haben sie herrliches Land. — (PK.-Rechenberg-Scherl-M.) Deutsche Kampfflugzeuge iiberm Mittelmeer Von Kriegsberichter Meher-Golderrstädt. !?.y un s« Wil ■ Rlein Aslei S* Griffen. Im Gefechtsstand ist es noch still. Nur im Nebenraum sitzen die Funker, die Hörer an den Ohren, und kontrollieren. Die große Karte des Mittelmeerraumes liegt unbeachtet. Das Rollfeld, das sich in der Ferne übergangslos in den angrenzenden Olivenhainen verliert, ist noch fast leer. Eine Kuriermaschine, eine Ju52, wird zum Start fertiggemacht. Auf der entgegengesetzten Seite steigen italienische Fliegerkameraden in ihre Jagd- maschinen, die einen grün-weiß gesprenkelten Anstrich haben. Ein leises Brummen in der Luft bestätigt die inzwischen eingelaufenen Funksprüche vom Eintreffen des Verbandes. Vorsichtig setzt Flugzeug um Flugzeug auf und rollt am Gefechtsstand vorbei zum Abstellplatz. Rumpf und Trag- flächen sind eigenartig gefärbt. Es ist richtiger roter Wüstensand, der Hx 'n-n' *' den schwarzglänzenden Flächen Sonne glänzt. Die Besatzungen klettern heraus, treten ein paarmal von einem Fuß auf den anderen und recken die steifen Glieder. Die Aktentaschen, die die Bordverpflegung enthielten, werden tzr i« k* Utoi Liertl« htt °°" ßitauen zilzbur Li*« yt«-?11 hu Jas 2^ MW hintre U w “bl ,:uf kuiw W etv h de" Um IWislhen Wien- knö 5dN Degen pr infflälte ui Die Dor! fhen aus Wber 1$ Mensbest Mchn. W ist e •ton Willi 'September fiioltsgrupi putschen Hatton begi l’itn dar,! Rutsche n M llmfie :neitunge ßin Stab Arbeitern aus Sacht verbezwei lagen bei der muffe gmppenoi mflskom der Nach her umf (onftt^en nachgereicht, und es kommen noch riesige Tropenhelme zum Vorschein. Eine der letzten Maschinen bleibt vor dem Gefechtsstand stehen. Es ist die Maschine des Kommandeurs, Hauptmann N. Groß. Jung und blond kommt er, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe zum Gefechtsstand herauf. Wie selbstverständlich blinkt das Ritterkreuz. am Kragen. Er schildert selbst seinen Einsatz: Es war für uns ein prachtvolles Erlebnis. Der Flug verlief navigatorisch wunderschön, da das Wetter einwandfrei war. Das befohlene Ziel wurde gefunden und in kürzester Zeit von allen Flugzeugen angegriffen. Als ich gerade im Anflug war und zum Angriff kurvte, wurde ein im Hafen liegender Dampfer anscheinend durch eine Bombe schwersten Kalibers getroffen. Wenigstens gab es kurz darauf eine Feuersäule von etwa 50 m Höhe, dann einen schwarzen Rauchpilz, der etwa zehn Minuten lang in der Luft stand, 100 m hoch und 50 m breit Das Spiel mit der Abwehr war ebenfalls sehr lustig, da wir derart viele Flugzeuge waren und so gleich. zeitig angriffen, daß die unten nicht wußten, wo sie Hinhalten sollten. Der Kommandant einer der Kampfmaschinen, der vor wenigen Minuten vom Feindflug zurückkehrte, gibt folgende Schilderung: „Es war ein Einsatz, nickt so, wie sie uns von der Insel England her geläufig sind, sondern einmal etwas ganz anderes. Es ging auf einen Hafen am Mittelmeer, der vom Tommy beherrscht wird, los. Der Anflug war pro« grammäßig. Wir flogen unser Ziel richtig an. Dort war eine wüste Abwehr. Bomben fielen haufenweise auf die Schiffe, auf die Hafenanlagen, und eine riesige Rauchsäule flieg auf, als eine Bombe schwersten Kalibers einen Kohn von mindestens 8000 Tonnen traf. Der Kahn ging in die Luft, und es blieb weiter nichts übrig als die Feuersaule mit furchtbarer Rauchentwicklung." Inzwischen werden die Flugzeuge des Verbandes schon wieder startklar gemacht. Die Besatzungen stärken sich, und nach einem kurzen Schlaf wartet jede wieder ungeduldig auf die nächsten Befehle. Willi..." Und nach ein paar Minuten gelassen ruhiger Ueberprüfung stimmte es. Die Zeiten äiv öerten sich. Aber das „Was wird gefällig fein? blieb unverändert in feiner zuvorkommenden Höf« lichtest, die doch nie unterwürfig war, vielmehr stets einer gewissen zurückhaltenden Würde nicht ent« behrte. Eine Konkurrenz tat sich auf mit hohen Spiegel' scheiben, galanten und witzigen Kommis, verführerischen Weihnachtsauslagen. Die Konkurrenz verschwand wieder, der halbdunkle Laden blieb. Post'' und Bahndienst und Gutsverwaltung wurden Ische* chisch und verlangten ihre Waren tschechisch ummußten tschechisch bedient werden. Sie wurden bedient, mit Zurückhaltung und Hof* lich-kühlem Abstand. Der September 1938 kam mit seinen die Nerven ins Unerträgliche spannenden Ge» schchnissen. Kaum, daß die Stimmen etwas vibrierten, die nach dem, „was gefällig sei" fragten. Di« Hände jedenfalls, die es auswogen, griffen nicht daneben. Seltsam oft hatten damals ein paar junge Frauen im Laden zu tun, vergaßen immer etwas, so daß sie nach einer Stunde schon wieder haftenden. Sie hatten es nicht eilig, wieder nach Hause zu kommen, standen urtb erzählten mit unnütz laute! Stimme von ihren Kindern. Ihre „eingerückten Männer" hinter der dünnen Bretterwand des Speichers hörten jedes Wort und blieben auf dem Laufenden. Die beiden Buben aber, die keine Buben mehr waren, waren wirklich eingerückt, aber besser ausgerückt über die Grenze, nämlich zum Freikorps. Auch jetzt sind sie eingerückt. „Wie gehts? Gute Nachricht aus dem Felde?" erkundigen sich die Kunden. „Danke. Der Fritz hat gestern geschrieben. Aber Dom dem Walter hören wir schon elf Tage nichts. „Walter, das ist der mit der Auszeichnung, der Fl"» ger?" „Ja, das E.K. hat er." Die Stimmen klingea ruhig, aber am anderen Tage schwingt doch wohl ein hellerer Ton mit. „Heute hat auch der Walttt geschrieben." Und die Hände trennen die Marken a»g ,',500 Gramm Mehl, 300 Gramm Nährmittels.. Frau Richter, bekommen schon? Was wird gefautg fein, Fräulein Hilde? Und wenn eines Tages vom Fritz oder vom ter fein Brief mehr zu erwarten wäre? — ™ Hände, die Zucker und Mehl und Salz ausroegej roürden ihre Pflicht weiter tun, wie sie sie buri fünfundzwanzig Jahre getan haben» DNB. ... 4. Febr. (PK.) Die Sonne brennt schon seit Stunden auf hie steilen Karsthänge an der Südküste Siziliens, als uns unser braver Kübelwagen über die Serpentinen der Autostraße dem - Einsatzort einer deutschen Kampfstaffel entgegenführt. Rechts und links der Sttaße grasen Ziegen an den einfriedigenden Feldsteinmauern, die zur Festigung und Nutzung obendrein noch mit Kakteen bepflanzt sind. Der aufwirbelnde Staub steht lange in der Lust und zieht bann langsam der Ebene zu. Zwischen zahlreichen Eselskarren fahren mehrere Lastkraftwagen der Luftwaffe, die Baumaterial und italienische Arbeiter befördern. Vorbei an Flakstellungen, die noch unermüdlich ausgebaut und mit kleinen Baracken ausgestattet werden, geht es auf der guten aber schmalen Straße dem Horst entgegen. Der italienische Posten am Eingang, der bis dahin sein Gewehr lässig in der Hand hielt, präsentiert mit für uns ungewohnten die besten Generale der Westmächte einen Widerstand von mindestens sechs Monaten zugebilligt hatten. Niemand hat bisher überhaupt ein solches Unternehmen wie den Skandinaoienfeldzug und die Art feiner Durchführung in einigen Wochen für möglich gehalten. Niemand hat die Vernichtung des englischen Expedittonheeres und die militärische Niederwerfung Hollands, Belgiens und Frankreichs samt seiner angeblich unüberwindlichen Maginot- iinie in einigen Wochen als denkbar zugegeben — und die dies alles für unmöglich erklärt haben, waren die ersten militärischen Autoritäten der Demotratten diesseits und jenseits des Großen Teiches! Es ist langst zu spät geworden, um Staatsmänner zu sachlicher Erkenntnis zu mahnen, die sich, wie Adolf Hitler erinnerte, niemals um das Wesen des Nationalsozialismus oder des Faschismus gekümmert haben. Denn sonst würde ihnen die vielleicht bittere, aber unvermeidliche Einsicht gekommen sein, daß es sich hier nicht nur um die Austragung einer von England heraufbeschworenen Entscheidung und auch nicht nur um den Daseinskampf der „Have-nots“, der Habenichtse, gegen die übersaturierten Mächte, sondern um den Beginn der großen geistigen Revolution des Sozialismus gegen den jüdisch infizierten Welt- kapitalismus handelt. Es geht um den Lebenskampf nationalbewußter und nationalstolzer Volksgemeinschaften gegen die Herrschsucht und die Raffgier einiger plutokratischer Cliquen angelsächsischer Prägung, für die die Volksmassen selbst in den eigenen Ländern nichts anderes als Herden von Arbeitstieren und Stimmmeh sind. Es ist wirklich zu spät geworden für solche Auf- klärungsversuche. Der Führer hat denn ackch Die gegnerischen Mächte, gleichviel wo sie beheimatet sind vor den nüchternen Tatbestand der heutigen Sachlage gestellt. Er, dessen Derständigungsangebote an die britische Überheblichkeit „geradezu ein Programmpunkt" waren, hat ihnen in seinem Wirken, in seinen Reden und Schriften überreiche Gelegenheit gegeben, die Zeichen der neuen Zeit zu erkennen — sie beantworteten alle Bemühungen eines Adolf Hitler mit Wettrüsten, dann mit Einkreisung, schließlich mit Krieg. Mit dem Erfolg, daß England, zum erstenmal in einem Angriffskriege allein gelassen, nun einem absolut unvermeidlichen Schicksal entgegengeht, das niemand — n i c • m a n d, auch nicht mit überseeischen Kriegslieferungen, auch nicht mit noch weitergehenden Maß- nahmen! — aushalten kann. Denn der Führer hat in der Rede vom 30. Januar über das Ergebnis dieses Kampfes zwei Worte gesprochen, die alles besagen, als er von den noch gewaltiger gewordenen Rüstungen Deutschlands sprach, fügte er hinzu: „Aber das ist noch nicht alles!" Und den Amerikanern, für deren Freiheit einst auch so viele Deutsche gegen England gekämpft haben, rief er den inhaltschweren Satz zu: „Wir haben jede Möglichkeit von vornherein einkalkuliert." Aber diese beiden Worte, gesprochen von einem Manne, der erfahrungsgemäß sehr genau weiß, was er sagt und sagen kann, betreffen nur den Krieg selbst. Weit'über diese Worte hinaus an Bedeutung geht der Satz am Schluß der Rede: das Jahr 1941 „wird das Jahr einer großen geschichtlichen Neuordnung in Europa" sein! Der Führer ist stolz auf uns, seine Gefolgschaft? Wir sind noch viel stolzer, daß wir die Mitkämpfer eines solchen Füh- rers sein dürfen, jeder an feinem Platz! des Wüstenklimas zu erschließen. Im Altertum war Libyen eine der Kornkammern des alten Roms. Die Ausgrabungen haben Riefenstädte unter dem Wüstensand wieder an die Sonne gebracht, die vor nicht ganz 2000 Jahren hier blühten und gediehen. Libyen, das mehr als dreimal so groß wie Deutschland und nur von etwa mehr als einer Million Einwohner besiedelt ist, hat ungeheuer große Flächen, die sich vorläufig jeder landwirtschaftlichen Nutzung entziehen. Das gilt auch für den ganzen Raum bis zu der ägyptischen Grenze, also etwa von Bardia über Tobruk bis Dema. Aber bei Derna verändert sich etwas der Charakter der Landschaft. Westlich von Derna, wo die libysche Küste etwas nach Norden vorspringt und die breite Bucht der „Großen Syrte" bildet, beginnt der Dschebel el Akbar, das „grüne Gebirge", das in Stufen rasch bis über 800 Meter anfteigt Hier gibt es mehr Regen und insbesondere ist der Boden wasserführend. Durch Sand oder Kalk sickert das Wasser durch und staut sich manchmal erst viele hundert Meter tief, wo die Kalksormation von Tonboden abgelöst wird. Im Bereich des „grünen Gebirges", das charakteristtscherweise von einem meist schütteren Buschwald bedeckt ist, war das Erbohren von Quellen ober bie Anlage von artesischen Brunnen sehr viel leichter. In diesem Gebiet haben auch bie Italiener, die vortreffliche (Straßenbauer sinb, ihre Straßennetze stärker ausgebaut: hinter Derna gabelt sich bie Küstenstraße in eine eigentliche Küftenftraße und in eine zweite Straße, die über das Tafelland führt und die nach Süden durch eine Reihe von Forts abgedeckt ist. Dr. Ho. für ö B U b q r 8ol »nfif rv» Königsberg, 4. Febr. (DNB.) Am Montagnachmittag traf der erste Transport mit 527 Umsiedlern aus Litauen auf deutschem Boden ein. Auf der fahnengeschmückten Grenzstation Eydt- kau standen Helfer bereit, die ihnen bie kleinen Kin- bec abnahmen, das Gepäck trugen und sie herzlich willkommen hießen auf dem Boden des Vaterlandes. In der Zollhalle hatte bie NSV. an langen Tischen eine dampfende Mahlzeit aufgetragen, zu der sich bie Umsiedler, nachdem ihr Gepäck verstaut war, zusammensetzten. Dieser erste Zug brachte aus. nahmslos Volksgenossen aus bem Kownoer Vorort Schanzen. Es hanbelt sich baher vor Sie schätzen bie Mengen, bie noch vorhanben sind, mit ben Augen ab. „Wenn noch etwas übrig bleibt, bwana mkuba , sagt k)r Führer, um bich loszuwerben, unb er futtert sich weiter, „wenn noch etwas übrig bleibt — wir werben sehen — wir werden dann den Frauen etwas mitnehmen!" Aufbruch am nächsten Morgen. Das Fleisch der Büffel ist verschwunden. Nur die großen Knochen sinb noch ba. Du siehst erstaunt hin: „Habt ihr wirklich alles aufgefressen? Unb eure Frauen? Die bekommen nun nichts?" „Nein, bwana, bie können wahrhaftig nichts bekommen! Sieh doch: es ist leider nichts übrig geblieben! Schabe, sehr schabe! Amri ya mungu!" 3n der afrikanischen Steppe. Von Konrad Seiffcrt. Du bist unterwegs. Der lange Zug deiner Träger schleppt sich durch bie weiten, wenig bevölkerten Steppen am Ugalla. Der Boy Achmeb ist erkrankt. Achmed ist etwa dreizehn Jahre alt, schmal, schwach, abgemagert. Er hilft dem Koch unb wird auch vom Koch „bezahlt". Viel bekommt er nicht. Nun ist er krank unb kann nicht mehr helfen. Was ist er jetzt für ben Koch? Eine Last, bie man los werden muß! „Schicke ihn boch zurück nach Uganba! In Uganda wohnen seine Eltern!" sagt her Träaer Mkono zum Koch. Mkono spricht oft mit bem Koch. Denn her ist fein Verwanbter. Unb her Koch hört auf ben guten Rat feines Verwandten. Er schickt Achmeb weg, mitten in her Steppe. Aber Achmed weigert sich, ben weiten Weg allein zurückzugehen. Er ist krank. Er kann nicht gehen. Ein gesunder Mann kann Uganba in zwei Wochen erreichen. In zwei Wochen! Achmed wirb Uganba nicht lebenb erreichen. Denn er ist krank, er wird unterwegs sterben. Er will jetzt noch nicht sterben. „Er will nicht gehen. Du hörst es boch", sagt her Koch zu Mkono, „er hat Angst. Er wird unterwegs sterben!" „Vielleicht wirb er sterben. Vielleicht aber auch nicht. Amri ya mungu! (Befehl Gottes!)" Zwei Tage später zählst bu bie Häupter beiner Lieden. Achmed fehlt. Wo ist Achmed? Niemanb weiß es. Auch her Koch nicht. „Wie kann ich bas wissen, bwana (Herr)! Wir haben ihn gestern zu- rückgeschickt. Nach Uganda. Zu seinen Eltern. Denn er war, krank unb konnte nicht mehr arbeiten!" Du tobst: „Er wirb unterwegs sterben!" „Vielleicht, bwana. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht erreicht er Uganba, obwohl er krank ist. Insohollah! Auch kranke Boys können Uganba er. reichen!" Zwei Trager werben zurückgeschickt. <5ie sollen Achmed wieder ins Lager bringen, tot ober leben» big. Sie bringen ihn am nächsten Tage angeschleppt. Leben. Er hatte sich an ben Weg gelegt unb auf Hilfe gewartet. Vielleicht wäre wirklich jemand gekommen, her ihm geholfen hätte. Wenn niemanb gekommen wäre, bann hätte er eben sterben müssen. Amri ya munguj Italien dementiert schweizerische Falschmeldungen. Rom, 2. Febr. (Europapreß.) Verschiedene schweizerische Tageszeitungen haben Nachrichten veröffentlicht, wonach der Hafen von Genua für den neutralen Schiffsverkehr wegen bevorstehender großer Operationen im westlichen Mittelmeer geschlossen bleiben werde. Diese tendenziösen Nachrichten werden von der zuständigen Stelle in Rom als vollkommen unzutreffend dementiert. Der Hafen von Genua bleibt fortdauernd bem neutralen Schiffsverkehr geöffnet. Die Handelsschiffe der Schweiz können baher ihre vorgesehenen Fahrten in jeder Weise ungestört fortsetzen. Die italienische Gesandtschaft in Vern ist angewiesen worden, die in der Schweiz veröffentlichten Pressenachrichten zu dementieren.__________________ Drei Tage später ist Achmed gesund. Der Koch freut sich, baß er nun wieder eine Hilfe hat. Achmeb bentt nicht mehr baran, baß er krank in der Steppe ausgesetzt wurde. Der Koch auch nicht. Wozu benn! Ein Dorf taucht am Fluh auf. Männer kommen. Büffel seien ganz in her Nähe, an einem Nebenarm des Flusses, behaupten sie, unb sie wollen dich dorthin führen. Gut. Du schließt bich ihnen mit Rainer, beinern weißen Begleiter an. Sie traben vor euch her. Aber bie Büffel find nicht „ganz in der Nähe." Gegen Abend erst wird bie verheißene Stelle erreicht. Rainer schießt drei Bullen, zwei nicht alltägliche unb einen mittelmäßigen. Du selber kommst nicht zum Schuß. Das Fleisch bes einen Tieres erhalten beine Leute, bie beiden andern Bullen überläßt bu ben Männern aus bem Dorf. Es sind nur wenige Män» ner. Es ist sehr viel Fleisch. Den Rückmarsch trittst du an diesem Tage nicht mehr an. Du bleibst bie Nacht über am Fluß. Spät, kurz norm Einschlafen, gehst bu noch einmal zu ben Leuten vom Dorf hinüber. Die sitzen nm Feuer unb essen und plappern. Die großen Fleischberge sinb zu Hügeln zusammengeschrumpft. Dafür aber haben sich die Bäuche her Leute gewölbt wie Tonnen. Unb noch immer sinb sie dabei,, sich mit allen zehn Fingern Fleisch in bie Mäuler zu stopfen. Unb gleichzeitig plappern sie. Du erschrickst. Du hast beinahe Angst vor ben Fressern, bie ja eigentlich keine Männer, bie nur Männchen sind. Bis auf ihre mächtigen Bäuche. Du sagst: „Wallt ihr denn kein Fleisch mitnehmen ins Dorf? Für eure Frauen?" Sie sehen bich an, überrascht, bestürzt, entsetzt. Sie hören sogar einen Augenblick auf zu essen. Du merkst es ihnen an: Sie benten darüber nach, was für ein eigenartiges Fragen diese Männer aus Uleia (Europa) am späten Abend zu stellen pflegen. „Wozu, bwana mkuba, brauchen bie Frauen Fleisch zu essen?" fragt enblich einer unb ißt schon roieber. Alle essen weiter. Du rebeft ihnen ins Gewissen. Du sagst ihnen, daß es nicht recht sein, wenn sie alles auffressen, ohne ein paar anftänbige Stücke für ihre Frauen aufzuheben unb mitzunehmen. Einige sehen sich roieber fassungslos an. (Ein paar blicken zur Seite unb barm, essend, zum Fleisch hin. ! Tokio f'clerungsb |; sitz des ( Sne Konfc ütung t |' lungen in I Mldet, in sch im Ei m in ’ ijiopang B bert i'ührun »on hoff Wijani mit Hilfe «meritc pn in ; ’»frühen Metteln. Er ist klein, rotblond mtt Sommersprossen auf der weißen Haut, die bei der geringsten Gemütsbewegung rosig bis bunkelglühend anläuft. Er trägt einen kurzen Bleistift hinter bem Ohr, was ihm etwas Seriös-Kontormäßiges verleiht. Sie ist noch kleiner, in ihrer Zierlichkeit fast hübsch. Als ich in das Städtchen kam, waren sie jung, heute, nach zwanzig Jahren und mehr, sind sie kaum älter geworben. Aber ihre Kinder find es geworben, zwei Buben, von klein auf dahin erzogen, jedermann, der in dem Laden mit der klimpernden Türschelle ein und ausging, in achtungsvoller Höflichkeit zu grüßen, wie es der Dienst am Kunden fordert. Der halbdunkle Laden ist nicht groß. Kisten mit Kartoffeln, Fässer mit Sauerkraut und Bücklingen, Säcke mit Mehl und Kleie Unb Kukuruz machen ihn noch enger. Die Plakate, mit benen Ladentür unb Schaufenster verhängt sind, machen ihn noch buntler. In feinem Dämmer wurden bie zwei Leben gelebt. „Was wirb gefällig sein?", unb die geläufigen Handgriffe wogen Salz unb Mehl, Grieß unb Graupen. Der Bleistift abbierte bie langen Zahlenkolonnen im La den buch mit denen im Kundenbüchel. Bisweilen stimmte es nicht, bann formte sich um ben Mund bei Frau ein feie überlegenes Lächeln: „Gestatte, Aus dem Weg zum Familienlastenausgleich Gutes Licht macht zufriedene Mitarbeiter ■ LAM PEN Roosevelt bestätigte die Meldungen, nach denen der USA.-Botschafter in Tschungking, Nelson T. I o h n - s o n, demnächst auf einen anderen Posten versetzt werden soll. Das Staatsdepartement will einen jüngeren Mann nach China schicken. Der USA.. Botschafter in Australien. Charencee Gauß, soll für den Posten in Tschungking ausersehen sein. Aus Kairo wird gemeldet, daß der Präsident der Liberalen ägyptischen Partei und frühere Ministerpräsident Mohamed Mahmud Pascha plötzlich verstorben ist. Mahmud Pascha war als Ministerpräsident im Jahre 1938 der Amtsvor. gänger von Ali Mäher Pascha. Der Führer empfing in der Neuen Reichs, kanzlei in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den von seinem Berliner Posten scheidenden Kaiserlich Japanischen Botschafter K u r u s u zur Verabschiedung. Reichserziehungsmin-ister Rust empfing die Teil« nehmer des 2. deutsch-italienischen Kulturkongresses Berlin. 3. Febr. (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Reinhardt, gibt in der „Deutschen Steuerzeitung" einen Ueberblick über die Erfolge der nationalsozialistischen Finanzpolitik. Die volkswirtschaftlichen und die daraus sich er. gebenden finanzpolitischen Erkenntsnisse des Nativ- nalsozialismus haben sich als unbedingt richtig er. wiesen. Das Steueraufkommmen des Rei. ches hat sich von 6,6 Milliarden RM. im Jahre 1932 auf 27 Milliarden RM. im Jahre 1940 er- höht. Die Finanzierung des Krieges ge- schieht nicht durch Inanspruchnahme der Notenpresse. sondern nur durch Inanspruchnahme desjenigen Teiles des deutschen Volkseinkommens, das nicht für Zwecke der privatwirtschaftlichen Bedarfs, deckung gebraucht wird. Der Finanzbedarf des Rei. ches. der über die Einnahmen an Steuern, Der- waltungseinnahmen und dem gegenwärtigen Kriegs- beitrag der Gemeinden hinaus besteht, hat bisher stets ohne Schwierigkeit durch Ausgabe von Schuld- titeln des Reiches gedeckt werden können. Das wird bei der Ordnung im deutschen Geld- und Kreditwesen auch in Zukunft so sein. Wie günstig die Lage am Geld- und Kapitalmarkt ist und wie gesund die Finanzen des Reiches sind, wird eindeutig dadurch bewiesen, daß im Jahre 1940 mit der Senkung der Zinsen für Schuldtitel des Reiches hat begonnen werden können. Der Umlauf an Zahlungsmitteln in Deutschland hat am 1. September 1939 13,3 Milliarden RM. und am 15. Januar 1941 15,8 Milliarden RM. betragen. Die Zunahme von 2,5 Milliarden RM. ist zurückzuführen auf die Eingliederung der Ostgebiete, auf den verstärkten Betriebsmittelbedarf der Wehrmacht und auf die Zunahme der Umsätze und der Einkommen in der deutschen Volkswirtschaft. Die Finanzierung des Krieges ist daher durchaus gesund und wird ohne Ruck- sicht auf die Dauer des Krieges so bleiben. Die Verschuldung des Reiches beträgt einfchl. der Steuergutscheine heute rund 79 Milliarden RM ein Betrag, der, gemessen an der Größe und Leistungskraft der deutschen Volkswirtschaft, nicht besonders groß ist. Die Finanzkraft des Reiches und die deutsche Währung werden durch die Dauer des Krieges nicht beeinträchtigt werden. Die Wirtschaft wird nach Beendigung des Krieges sich in Ausmaßen aufwärts entwickeln, die alles bisher Dagewesene übertreffen werden. Die Folge wird eine weitere erhebliche Aufwärtsentwicklung des Steueraufkommens fein, trotz Beseitigung des Kriegszu- f ch l a g e s zur Einkommensteuer und trotz einiger anderer steuerlicher Erleichterungen. Es wird nicht nur der Anleihedienst des Reiches ohne Schwierigkeiten erfüllt werden können, es wird auch die Finanzierung der Maßnahmen möolich sein, durch die das soziale und das kulturelle Leben ber deutschen Bevölkerung gesteigert werden wird. Zum Schluß macht Reinhardt Ausführungen zur Frage des F a m i l i e n l a st e n - A u s g l e i ch e s : Ab ”1 Januar 1941 wird jedem -aushaltsvorstand lausende Kinderbeihilfe für das dritte und jedes weitere minderjährige haushaltszugehörige K'.nd gewährt. Bold nach Beendigung des Krieges rotrb allen Einkommensempfängern nut nicht mehr als 2400 Reichsmark Jahreseinkommen laufende Km- an jeden Werkplah eine Sonderleuchte mit einer bO'Wan-Osram.MLampe. nuupnifictrUeiter: Dr. Zrledrtch ötibeim Lange SteUvettreter oe> oaiwhrfirirtletira • Qrrnft Blumlchetn. Berunkworllirb sbr PolM. unfc Dr 3rt. W. Lange für da« .leton: Dr. Han« Dhvriot; üi Stab Gießen. Proviw, äyirtirtiai u. Sport: «tmu ^.uinidje >- Druck uno Berlag »rftbhdip Univtr’tauDturferet R. Lange « &•» j teben besteht noch eine stattliche Anzahl von Ab- ?ömmlingen aus völkischen Mischehen mit Deutschen, die vorwiegend aus dem städtischen Deutschtum hervorgegangen sind. Ihre Zahl kann heute nicht einmal annähernd geschätzt werden. Bereits I Dor 600 Jahren kamen Deutsche, von den litauischen Sroßfürsten gerufen, als Kaufleute und Handwerler ins Land, die, mit den Privilegien des Magde- buraer Städterechts ausgerüstet, das ihnen eigene Aerichtsbarkeit, Verwaltung, Zunft- und Steuer- rechte einräumte, in der Entwicklung der litauischen Städte führend gewesen sind. Nach 300jähriaem Betehen trafen jedoch dieses in kraftvollem Aufstieg jur schönen Blüte gelangte Frühdeutschtum Litauens schwere Schläge: Wilna und Kaunas wurden Ig55 im Kriege gebrandschatzt, fast alle deutschen flohen deshalb nach Ostpreußen, und nur wenige von ihnen kehrten zurück. 1710 wütete un- ;er den Verbliebenen d i e P e st und 1731 wurde ast der gesamte deutsche Besitz durch einen Rie ° enbrand vernichtet, so daß vom einst blühen- ^en Deutschtum Litauens nur noch ein geringer Heft verblieben war. Seit dem Ende des 18. Jahr- | jbunderts begann aber eine neue Einwanderung von Deutschen nach Litauen, die den eigent- chen Grundstock der heutigen deutschen Volksgruppe n Litauen gelegt haben. Es waren vorwiegend iluswanderer aus Ostpreußen, vor allem Salzburger Kolonisten, zum nicht gerin- .Zichochinas Friedensbereilschast. Tokio, 3. Febr. (Europapreß.) Die höchsten Re- sierungsbeamten Jndochinas hielten unter dem Vor- ftz d-es Gen-eralgouverneurs, Mnniräl Decoux, fine Konferenz in Saigoon ab, um die indochinesische Haltung bei den bevorstehenden Friedensverhand- Lingen in Tokio festzulegen. „Yomiuri Shimbun" neidet, in politischen Kreisen Jndochinas zeige man 'ch im Einvernehmen mit der französischen Regie- mng in Dichy zu einer Annäherung an i>apan geneigt. Die Behörden Jndochinas seien jgar bereit, Japans politische und wirtschaftliche irührung im Fernen Osten anzuerkennen. Ran hoffe, durch eine solche Einstellung künftig Lriegshandlungen mit Thailand zu vermeiden und nit Hilfe der Freundschaft Japans die nord- - m e r i k a n i s ch - e n g l i s ch e n B e st r e b u n - -en in Jndochina sowie die subversive Tätigkeit les früheren französischen Generals de Gaulle zu vereiteln. Wie in Tokio verlautet, wird die thallän- Nsche Delegation zu den Friedensverhand- lüngen zwischen Thailand und Jndochina am Don- rerstag in Tokio erwartet. Nach der Ankunft nerben die Verhandlungen unverzüglich aufgenom- = nen werden. Bessere Bedingungen für die Minderheiten in Ungarn. Budapest, 4. Febr. (Europapreß.)' Die unga- r fche Regierung veröffentlicht eine Verordnung über b?n Volksschulunterricht der nationalen Minderheiten. Es wird festgesetzt, daß in den Mm- dfcheitenschulen für alle gewünschten Lehrgegen- stände die Unterrichtssprache die Mut ter f Prache Iift. Mnisterpräsident Graf Teleki erklärte, es sei de Pflicht des ungarischen Staates, die Bürger anderer Muttersprachen in ihren Dolkstumsbestrebun- S-n zu unterstützen. Die Regierung werde mit Der lrößten Energie dafür sorgen, daß die Eltern ihrem - Billen hinsichtlich des Unterrichts ihrer Kinder in der Muttersprache frei ©eltung verschaffen rönnen. Kleine politische Nachrichten. Heissleiter Alfred R ° fe n b - r « fproch vor ben I Ehrern der Waffen-ff über den Smn des gr°tz-n Sütnpfes unserer Zeit. Selten fei — fo erklärte der Heissleiter - in der Weltgeschichte eine derartige üiicheit zwischen Idee. Wille und Macht gewesen wie heute in Deutschland. Alte deutfche_S°l, derbeihilfe auch für das erste und zweite minderjährige haushaltszugehörige Kind gewährt. Sie wird in M i e t z a h l u n g s s ch e i n e n gewährt werden. Es wird dann auch den kleinsten Einkommensteuerzahlern finanziell möglich fein, Wohnungen zu mieten, die den gefundheits- politifchen und bevölkerungspolitischen Richtlinien entsprechen, die der Führer bekanntgegeben hat. Ferner wird eine stärkere Berücksichtigung des Familienstandes bei der Einkommensteuer, in Zusammenfassung mit den laufenden Kinderbeihilfen erfolgen. Die Familienlastenerleichterung wird tatkräftig fortentwickelt werden, bis schließlich ein vollständiger Ausgleich der Familienlasten erreicht sein wird. Die Ehefrau im Erwerbsleben. In der Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" untersucht Prof. Dr. B o e h m e r, Freiburg, die Formen des Familienunterhalts und ihre Neuregelung im kommenden Volksgesetzbuch. Die Vorschläge des Referen-ten gehen davon aus, daß privatrechtlich hn neuen Volksgefetzbuch bei den Fragen des Vermägenrechts, also des Unterhalts, der Schlüsselgewalt usw., gleiches Recht und gleiche Pflichten auch für die Ehefrau gegeben werden sollen. Daß in erster Linie der Mann zu beruflicher oder gewerblicher „Außenarbeit" verpflichtet ist, ist auch vom bisherigen Bürgerlichen Gesetzbuch bestätigt worden. Dagegen ist die Frau bisher zwar zur Mthilfe im Geschäft oder Beruf des Mannes schon dann verpflichtet, wenn das nach den Lebensverhältnissen der Ehegatten „üblich" ist, zu eigener „Außenarbeit" aber erst bei Versagen sämtlicher Hilfsmittel des Mannes. Die Frau soll berechttgt sein, auch „ständesüdliche" Mithilfe dann zu verweigern, wenn sie die Erfüllung ihrer häuslichen, insbesondere mütterlichen Pflichten beein- trächttgen würde. Auf der anderen Seite ist ihre weitgehende Befreiung von jeder außerhäuslichen Erwerbspflicht nicht mehr zeitgemäß, da die Belange der Volksgemeinschaft dringend die Ergänzung der Mannes- durch Frauenarbeit verlangen. Die' Arbeitspflicht der Frau muß einsetzen, wenn nach den sozialen Verhältnissen der Ehegatten die sittliche P'licht vorliegt, dem Manne die Ausbringung des Familienunterhalts durch eigenes „Zuver- dienen" zu erleichtern. Die einzige Schranke dieser Pflicht liegt im Vorrang der Hausftau- und Mut- terpflicht. Der so erweiterten Pflicht der Frau zur 2lußenarbeit muß ein gleiches Recht entsprechen, d h. der Mann durfte in Zukunft nicht mehr das Recht besitzen, nach Gutdünken in das Arbeitsverhältnis der Frau einzugreifen. Beide Ehegatten müssen die „eheliche Gemeinschaft" im Rechtsverkehr vertreten können und nicht mehr nur der Ehemann, jedoch sollte die Mithaftung des anderen Ehegatten stets von dessen ausdrücklicher Zustimmung zu dem Geschäft abhängig gemacht werden bei Abzahlungsgeschäften und' ihnen wirtschaftlich gleichstehenden Kreditgeschäften. Aufrüstunq ve- Deutschen Dorfes. NSG. Auf Grund der vom Reichsminister Darr6 in seiner Rundfunkrede zur zweiten Kriegserzeu- gungsschlacht am 14. Dezember 1940 gemachten Mitteilung, daß für die Zeit nach dem Kriege eine Aufrüstung des Deutschen Dorfes geplant sei, gehen zahlreiche Zuschriften ein, in welchen Vorschläge für die Aufrüstung des Deutschen Dorfes gemacht werden. Um eine schnelle und planmäßige Bearbeitung sicherzustellen, wird gebeten, solche Zuschriften unmittelbar dem Ministerbüro des Reichs- Ministers für Ernährung und Landwirtschaft, Berlin W 8, Wilhelmstraße 72, unter dem Kennwort „Aufrüstung des Deutschen Dorfes" zuzuleiten. Wichtige Verbesserungen in der Sozialversicherung. Die Reichsregierung hat ein Gesetz über weitere Maßnahmen in der Reichsoersicherung aus Anlaß des Krieges beschlossen. Für alle Dersicherungs« zweige, auch die Arbeitslosenversicherung, gilt die Bestimmung, daß alle Verjährungsfristen und Ausschlußfristen für die Anmeldung von Ansprüchen frühestens mit dem auf das Kriegsende folgenden Kalenderjahr ablaufen. In der Krankenversicherung läßt das Gesetz die Gewäh. rung von Mehrleistungen, die nach den Notverordnungen erheblich eingeengt waren, wieder in einem vom Reichsarbeitsminister zu bestimmenden Umfange zu. Wer von der Versicherungspfliäst befreit war, konnte bisher nicht fteiwilliges Mtglied einer Krankenkasse werden, das neue Gesetz ermöglicht dies jetzt. Bereits von der Dersicherungspflicht befreite können noch bis zum 30. Juni 1941 bei der zuständigen Krankenkasse die Weiterversicherung beantragen. Versicherte, die an einer ansteckungsgefährlichen Geschlechtskrankheit leiden, erhalten ebenso wie ihre berechtigten Familienangehörigen unbegrenzte Krankenpflege und freie Krankenhausbehandlung. Die Kosten für Arznei, Verbands- und kleinere Heil- und Hilfsmittel werden von der Krankenkasse in vollem Umfahge getragen. Eine Kran- kenscheingebühr oder ein Arzneikostenanteil sind nicht zu entrichten. In der Rentenversicherung ist Voraussetzung eines Rentenanspruches die Erhal- tung der Anwartschaft. Sie gilt als erhalten, wenn beim Eintritt des Versicherungsfalles die Hälfte der Versicherungszeit mit Beiträgen belegt ist (Halb- deckung). Das neue Gesetz bestimmt, daß für die Halbdeckung die Zeiten, in denen der Versicherte während des Krieges Sanitäts- ober ähnliche Dienste leistet, nicht mitgezählt werden, wohl aber die etwa hierfür entrichteten Beiträge. Dom 26. August 1939 bis zum Ablauf des auf das Kriegsende folgenden Kalenderjahr erlöschen die Anwartschaften nicht. Während Versicherte, die eine Invalidenrente beziehen wollen, die Erfüllung einer bestimmten Wartezeit nachweisen müssen, gilt nach dem neuen Gesetz bei Versicherten, die während des Krieges als Soldaten gestorben ober infolge einer Beschäbigung bei besonderem Einsatz ober einer Wehrbienstbeschä« bigung Invalide geworden sind, die Wartezeit als erfüllt. Renten, die wegen Invalidität ober Berufsunfähigkeit gewährt worben sinb, bürfen nicht deshalb entzogen werden oder ruhen, weil der Bercch- ttgte während des Krieges erneut eine Tätigkeit ausübt. Ist der Versicherte nach dem 25. August 1939 gestorben, so beginnt bie Rente mit betn Ablauf des Sterbemonats. Vergütung für den Bereitfchastsdrenst. Ein Erlaß bes Reichsluftfahrtministers stellt fest: Din Bereitschaftsbienst aus Luftschutzgrünben kann nur von einem zur Luftschutzbien st pflicht herangezogenen Gefolgschaftsmitglieb verlangt werden. Die Inanspruchnahme eines anderen Gefolgschaftsmitgliedes zu einem Bereitschafts. bienst im Luftschutz entbehrt der Rechtsgrundlage. Sie hat daher zu unterbleiben. Danach ist es selbstverständlich, daß allen zum Bereitschaftsdienst im Luftschutz eingesetzten Gefolgschaftsmitgliedern auch die in § 12 ber Ersten Durchführungsverorb- nung zum Luftschutzgesetz genannten Dergütun- gen bei Dorliegen der sonstigen Voraussetzungen zustehen.___ Alle Sitte, N lehr. $* । wie h \ den & Solistin agen wio ;m 12.5» s an K der Studenten. Der bevollmächtigte Vertreter des Reichsstubentenführers, Dr. Kubach, stellte bem Minister bie italienische Delegation vor, an ber Spitze ben italienischen Stubentenführer Nationalrat Dr. Salvatore Gatto. ♦ Auf Einlabung des Reichskommissars Terboven trafen 14 führende Persönlichkeiten ber norme« gischen Gewerkschaften in Berlin ein. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat eine Deutsch- lanbreife zusammenstellen lassen, burch bie bie norwegischen Gäste Gelegenheit haben werden, einen praktischen Einblick in bas soziale Leben Deutsch- lanbs zu nehmen. * Die „Financial Times" hat auf Grunb einer eigenen Jnberderechnung eine Uedersicht über bie Steigerung ber britischen Großhanbei s p r e i s e seit Kriegsausbruch bis zum Enbe bes Jahres 1940 gegeben. Daraus geht hervor, baß sich gegenüber bem Stanb vom August 1939 bie britischen Großhanbelspreise bis Enbe Dezember 1940 bei Lebensmitteln um 46,8 v. H. unb bei inbuftriellen Rohstoffen um 42,9 vom Hunbert erhöhten. batentrabition habe sich bem modernsten Gedanken unseres Jahrhunderts vermählt. Dieser Kampf werde einst als die große deutsche Revolutton in die Geschichte eingeben. ♦ Am 1. Februar beging der braunschweigische Ministerpräsident, ff - Gruppenführer Dietrich Kl a g g e s , seinen 50. Geburtstag. Ass einer ber ersten Mitkämpfer bes Führers hat Klagges schon lange vor der Machtübernahme unentwegt für die Durchsetzung der nationalsozialistischen Idee im Lande Braunschweig gewirft. Der Führer richtete an den Ministerpräsidenten ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschschreiben. Dem Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, Reichsminister Freiherrn von Neurath, sinb zu seinem Geburtstag aus allen Teilen bes Reiches so zahlreiche Glückwünsche zugegangen, baß es ihm zu seinem Bebauern nicht möglich ist, jeben einzelnen persönlich zu beantworten. Er bittet baher, seinen aufrichtigen Dank auf biesem Wege entgEn- zunehmen. ♦ In München, ber Stadt seines Wirkens vor ber Berufung als Reichsjustizminister, wurde am Montagvormittag Reichsminister Dr. G ü r t n e r auf dem Walbfriedhof, zur letzten Ruhe geleitet. Unter ben Trauergästen aus Partei, Staat unb Wehrmacht sah man auch ben Ministerpräsidenten Siebert, ber an der Bahre bes Toten einen Kranz der bayerischen Landesregierung nieberlegte. Am Sonntag fanb im Kaiferin-Augusta-Diktoria- Krankenhaus in Berlin-Westenb die erste Re.ichs- tagung von Säuglings- unb Kinber- schwestern unter ber Leitung ber Generaloberin Ranke vom Reichsbunb ber Freien Schwestern unb Pflegerinnen e. V. unb der Fachgruppenleiterin bes Bundes, Oberin von Litzing, ihren Abschluß. Es nahmen über 150 Oberinnen, Stationsschwestern unb Schwestern der nachgehenden Fürsorge der NSV. teil. Willkie bringt es an den Tag. Um zu wissen, welches Maß von Kriegshilfe nötig ist, um ben Tobeskampf bes englischen Piratenstaates so lange wie möglich auszubehnen, müssen bie norbamerikanischen Weisen natürlich genau wissen, wo bie Grenzen ber enalischen Selbstverteidigung und vor allem ber englischen Probuktions- fraft liegen. Wenbell Willkie hat sich beshalb nicht mit seinem Lonboner Aufenthalt begnügt, sondern ist auch in bie Kriegszone an ber Kanalküste gefahren unb hat sogar bie schwer heimgefuchten Mib 1 anbs besucht. Es heißt, daß ihm in Birmingham ein pomphafter Empfang bereitet worden fei. Die Bevölkerung habe ihm zugejubelt unb ihn hochleben lassen. Das ist auch ver- ftänblid), benn ein Volk, bas von seiner eigenen Regierung keine Rettung mehr erwarten kann, greift nach jebem Strohhalm. Willkie seinerseits zeigte sich weniger begeistert. Er war, wie Reuter berichtet, sehr überrascht über bie Ausbehnung ber Bombenschäben in Birmingham, bie in gewisser Hinsicht berjenigen von Coventry gleichkomme. „Denn — fo fügte Willkie hinzu — „nichts, was in ben amerikanischen Zeitungen veröffentlicht würbe, hat auch nur ein Bilb ber Schöben in Birmingham gegeben." Wir wissen nicht, ob Willkie wirklich überrascht war ober nur ben Ueberraschten spielte. Bemerkenswerter ist bie Tatsache, baß bas offizielle Reuterbüro jetzt selber seine frühek geübte Vernebelungs- unb Verschweigetaktik zuglbt. Das geschieht freilich nicht aus Wahrheitsliebe, sondern damit Herr Willkie nachher als Augenzeuge und Wahrheitsforscher in ben USA. auftreten und somit die Dringlichkeit ber amerikanischen Kriegshilfe glaubhaft machen kann. Ev. Erhältlich für O_ 40,60,75 unb 100 Wan. 4A Christoph Schmidt V. für immer von uns. im Alter von 77 Jahren. Ein 04« Faltboot !'/r Mono Gießen (Bahnhofstraße 39), Wiesbaden, den 2. Februar 1941. Pelzmantel t zu verkauf. LoaD *Q5 Anzuseh. norm. Hhrhundi Großen-Buseck, Gießen, den 3. Februar 194L 600 D 605 D Ein Paar lange Stiefel Annerod, den 4. Februar 1941. 0402 .Halle häng Inner @e nt ■»jnte, nt »■Wen g e Kauf sie bei Wilhelm Neeb. J non ih Gießen, den 3. Februar 1941. ihrer Vereine durch entsprechende (Einträge in die lange Sn Sl 0410 Junger । M iinb WERBE DRUCKSACHEN ¥WI-nPC Brühl. Gloa en 0396 von Großhandelsfirma für sofort gesucht. Stadttheater spültMfche wunderbar V machtWsche frisch ullor U ß Die trauenden Hinterbliebenen; Familie Heinrich Scheid V. Familie Heinrich Seipp Familie Julius Aulmann Familie Wilhelm Größer, Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 5. Februar, um 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Heute ging nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Februar, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus, Bismarckstraße 13, aus statt Am Montag verschied plötzlich nach langem schweren Leiden infolge eines Unfalls unser lieber, guter Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater und Onkel Allen den guten, lieben Menschen, Freunden, Verwandten und Bekannten, die meiner lieben, unvergeblichen Gattin bei ihrem Heimgang in so herzlicher Weise gedachten, sage ich auf diesem Wege herzinnigsten Dank. | Mietgesuche~| Leeres Zimmer zum Unterstellen von neuen Möbeln gesucht. Schr. Ang. unt. 0404 a. d. G. A. Vürokrötte männlich ob. weiblich : £ ®(i Q)Ut ' mb dir ■ I Das Er neuwertig zu verkaufen - Aulweg 30 v. t Schöner, neuer Bei verspäteter Abholung wird eine Ordnungsgebühr von 1,— R7N. erhoben. Gießen, den 1. Februar 1941. Der Oberbürgermeister der Stabt Gießen. Eruährungsaml Abl. B. Än den ersten Tagen des Februar bietet sich den Sternfreunden die Gelegenheit, den Planeten Merkur am Westhimmel zu beobachten. Dieser sonnennächste Wandelstern kann sich niemals mehr als 26 Winkelgrade von unserem Tagesgestirn entfernen und bleibt daher stets in dem Hellen Dämmerungsbogen, auf dem er sich nur wenig abhebt. Dazu kommt, daß er sich außerordentlich rasch bewegt und nur wenige Tage am Abendhimmel sichtbar ist. Denn in der kurzen Zeit von 88 Tagen umkreist Merkur die Sonne, so daß ein Merkurjahr noch nicht drei Monate dauert. Bei dem tiefen Stand des Planeten, auch zur Zeit seiner günstigsten Sichtbarkeit, wird sein Licht auf dem langen Wege durch die irdische Lufthülle stark geschwächt. Man benutze daher zum Auffinden des Merkur einen Feldstecher, mit dem man an den Abenden um den 5. Februar nach der Dämmerung den westlichen Horizont absucht. Merkur steht dann tief im Westsüdwesten. Am 11. Februar erreicht der Planet seinen größten Winkelabstand von der Sonne, doch hat seine Helligkeit dann schon stark abgenommen. Venus, die im Januar noch als Morgenstern zu sehen war, geht im Februar nur V- Stunde vor der Sonne auf, zuletzt nur V« Stunde, verschwindet daher in den Strahlen des Tagesgestirns. Mars erscheint drei Stunden vor Sonnenaufgang im Südwesten. Der rötliche Planet bewegt sich im Sternbild des Schützen. Seine Entfernung von der Erde verringert sich von 288 Millionen auf 254 Millionen Kilometer, doch bleibt Mars vorläufig noch ein wenig auffälliger Stern. Das Planetenpaar Jupiter und Saturn beherrscht nach wie vor den Abendhimmel während der ersten Hälfte der Nacht. Am 20. Februar findet die dritte Begegnung von Jupiter und Saturn statt. Der raschere Jupiter wandert rechlläufig (ost, wärts) am Saturn vorüber. Der Winkelabstand der beiden Planeten beträgt um die Monatsmitte nur rund einen Grad. Dann löst sich die scheinbare Verkettung der beiden Riesenplaneten, die „Große Konjunktion", welche Jm August 1940 begann, hat ihr Ende erreicht. Am 3. Februar zieht der fast zur Hälfte erleuchtete Mond dicht an den beiden Planeten vorüber. An klaren, mondlosen Abenden der zweiten Februarhälfte besteht die Möglichkeit, das Z o d i - a k a l - oder Tierkreislicht im Westen zu beobachten. Als zarter, nach links geneigter Licht, Schriftliche Angebote unter 609D an den Gießener Anzeiger erbeten. «smschte n i Franst Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. Februar, nachmittags 2 Uhr, in Annerod statt In tiefer Trauer: Karl Bin, Lokomotivführer a. D. Liesel Kögel, geb. Biri Käthe Küster, geb. ßiri Hans Kögel Adolf Küster und 3 EnkeL Eiektr. Dampf* Bügeleisen 220 V. eingetroft Carl Scbunck Bahnhofstr. 66. Wer erledigt privat SchreibncM' arbeit? . Schr. Ang. unt. 0399 a. d. G. A. Jjfoine | rMen; Merkur am Abendhimmel Dritte Begegnung von Jupiter und Saturn. Von Dr Erwin Kossnma. Größe 41 42, zu kaufen gesucht. Gell. Angeb. an Hofmann bei Gräf, Frie« densstraße 43. | Verschiedenes] Franz Voqhß. Giessen Goethestf. 32 Seltersweg 44 Ruf: 2464 I Dienstag 19. Dienstag*Miete 19—21 Uhr Erstaufführung! Das Ferienkind Lustspiel von Emmerich Nuß. Preise: RM. 0.60 bis 3.10. 80Bd i hir I, « .Mole 1 Für die liebevolle Anteilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Schwägerin und Tante Else Wagner, geb. Patz Witwe des Pfarrers Heinrich Wagner sagen wir herzlichen Dank. Für die trauernden Angehörigen: Pfarrer Schaad und Frau, geb. Wagner. Gießen, den 8. Februar 1941. Adreßbuch Stadtkreis und Landkreis Gietzen 1941 Oie Hausttsten werden letzt bei den Hausbesitzern abgegeben. Zur (Erlangung einer einwandfreien Einwohnerausnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner oder sein Vertreter den (Eintrag eigenhändig vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingefordert. — Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige (Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen ^reunolichft zu unterstützen. Nur so bann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des auch während des Krieges wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Die Geschäftswelt wird davon benachrichtigt, datz neben der Hausliste eine Firmenliste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adretzbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz sie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen ; sie wird gleichzeitig mit der Hausliste nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Vereins- und Kassen-DorstSnde sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Be- Frau Elisabeth Biri geb. Maser E"' ' S di- Md)en 5 öS K KW ■ Sä i A!s llt» i o 1 isk et?n5 Aeitere, allein» irehende-einsache Frau zur Führung meines Haus» Halles gesucht. Rösler, Tischlermeister, Marburg Kasselerstraße 16 Bekanntmachung. ! (Stellenangebote Zusahkarken für Schwer- und Schwerstarbeller 1,11 sowie Zulagekarien für Lang- und Nachlarbeiter werden vom Dienstag, dem 4.» bis Freilag, dem 7. Februar 1941, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und 14% bis 17% Uhr, gegen Vorlage der vorgeschriebenen Bescheinigung im Liebigbau, 3immer 14, ausgegeben. 598D 0 6- r* r» W D°rlS W nlrf) iirt viral » rhtt" jOngen !«i, vong Mniken Me ode> Am Montag, früh gegen 1 Uhr, entschlief sanft nach einem arbeitsreichen Leben unser lieber, treusorßender Vater, Schwiegervater, unser guter Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Adam Schmitt, Schreinermeister im Alter von 70 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Schmitt, Schreinermeister Familie Ludwig Damm. der seine Lehrzeit hinter sich hat, oder demnächst beendigt, m baldmöglichem Eintrittgesucht Welche UKloetliWisiraffftei Schuistraße 7 / 9. |897d Schulstrahe 7 GieheN Fernruf 2251 Zuverlässiges MW für den Laden gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 0393 an d. Gieß. Anzeiger erbet. Tüchtige,ehrliche 8(1116- SkM für vormittags 2 Stunden ges. Vlockstraße 7 I. I Vermietungen 4 Zimmer Wohnung mit Bad ver 1. März oder Avril zu vermiet. Schrift!. Angeb. unt 591D an den Gieß. Anz. erbet. der Milchstraße empor zum Zenit, wo ei sich übe» Perseus und Kassiopeia zum Schwan am nocdwest, lichen Horizont senkt Der gewaltige Sternreichtum der Himmelsgegend zwischen Fuhrmann und Kas. siopeia ist bereits in einem lichtstarken Feldstecher gut zu erkennen. Oertliche Verdichtungen der Milch, straße sind die beiden Sternhaufen in Perseus, nahe der Kassiopeia, die man in mondlosen Nächten auch mit freiem Auge sehen kann. Ihr Abstand be. trägt rund 3000 Lichtjahre. Der optische verändere liche Stern Algol im Perseus, dessen Licht durch den umlaufenden Begleiter in regelmäßigen Zeit, abständen von nahezu 69 Stunden auf ein Drittel seiner normalen Helligkeit abgeblendet wird, bat günstig zu beobachtende Lichtminima am 15. Februar 1 Uhr und am 17. Februar 21.30 Uhr. Im Osten ist das schöne Sternbild des Großen Löwen heraufgekommen. Sein Hauptstern Regu. l u 5 steht fast genau in der Ekliptik, deren Verlaus durch die Sternbilder Widder, Stter, Zwillinge und Großer Löwe angedeutet ist. Am Nordhimmel finden wir den Himmels, wagen im Großen Bären in aufsteigender Be. megung, mit nach unten gerichteter Deichsel. Am Polarstern hängt gewissermaßen der Kleine Wagen. Zwischen Großem und Kleinem Wagen zieht sich die gewundene Sternreihe des Drachen hindurch, besten durch ein Sternviereck bezeichneter Kopf aus die dicht am Nordhorizont flimmernde Wega hinweist Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten im Fe. bruar; erstes Viertel am 4., Vollmond am 12., letz, tes Viertel am 18., Neumond am 26. keael steigt es vom Horizont bis fast zur Höhe der Plejaden empor. Der abendliche Fixsternhimmel erreicht im letzten Wintermonat den Höhepuntt seiner Schönheit. Schon bald nach Eintritt der Dunkelheit befinden sich die glanzvollen Wintersternbilder in günstigster Stellung. Gegen 21 Uhr Sommerzeit sehen wir das prächtige Sternbüd des Orion hoch im Süden, darüber den Stier mit den beiden Sternhaufen der Hyaden rings um den Aldebaran und der Plejaden, auch Siebengestirn genannt; östlich anschließend die Zwillinge Kastor und Pollux sowie Prokyon im Kleinen Hund. Verlängern wir die Linie der Gürtelsterne des Orion nach links unten, so stoßen wir auf Sirius, den in bläulich-weißem Licht funkelnden hellsten gller Fixsterne. Während die Orionsterne mehrere hundert Lichtjahre von uns entfernt sind, beträgt der Abstand des Sirius nur 9, der des Prokyon 10% Lichtjahre. Die beiden Sterne gehören zu den nächsten Nachbarn unserer Sonne, sind aber trotzdem unvorstellbar weit Beispielsweise ist Sirius, der rund doppelt so groß ist wie die Sonne, 30millionenmal so weit entfernt wie fein eigener Durchmesser. Das bedeutet: Sirius erscheint uns so, groß wie ein Fünfpfennigstück, das man aus einer Entfernung von 500 Kilometer (gleich der Sttecke Berlin—München) betrachtet Daraus erhellt, daß die Fixsterne selbst in den größten Fernrohren nur punktförmig aussehen können Nahe dem Zenit erblicken mir die Kapella im Fuhrmann, einen spektroskopischen Doppelstern von großer Leuchtkraft in 48 Lichtjahren Entfernung. Zwischen Sirius und Prokyon zieht das Lichtband Tao Sparkassenbuch Nr. 1105 Ernst Braun, Gießen' der Svar- und Darlebnskasie e.G.m.b.H Greßen-Wleseck nt abhanden gekommen. Der Inhaber des genannten Svarbuches wird <* gefordert, seine Ansprüche binnen 3 Monaten Erscheinen dieser Bekanntmachung an bei u» tend zu machen, andernfalls die ÄraftloSer’ erwlgen wird. Gießen-Wieseck, den 31. Januar 1941. ' Svar- u.Darlebuskasse e.G.m.b.H.Gietzer V Sinter. s. WM i i" den ? ; Mittschi j p sind 1'borden. Mstoren. 1 mch am : I?;: Gefch [rnbes n -hUerte ir Der ftre ' fan von Jom 24. Suiberfee Bnen bie W Schne Men w ' iirbrrschwe Sirene • *ie er Auch ba< Nt 2ßi •jbtn der Mahre ln eingep' ,iften wir ■jje M >igegen sc Wen r greifen . 3er häi 763/764 g ’uunenbcn r:rt5 am 1. M.und cchnee, un wtb Eisgc Jahre erzählen b W gehe nalien von Sein oen fen die ! 1363/64 b' rod) am 9 Psse sah Fischer Friedri chstr.6111 I Bauplati zirka 500 qm in Gießen zu kaufen gesucht. < Angebote mit Größe u. Preis' angabe unt. 0406 an den Gieß.Anz. Guter, großer Schlicht rb Koffer zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt 0394 a. d. G. A. Mim 3mal wöchentlich von 18-21 Uhr sofort gesucht. Konditorei-^afS A ment), Horst-Wessel- Wall 1. 6ud familiendrucksacher Verlobungsanzelgen Vermflhlungsanzelger Geburtsanzeigen bei Brübl, Subulstr.) für Geschäftsräume gesucht Ma-Mtailel Horst Wessel- Wall 1. O4O6 Ordentliche MM gesucht eoeD Adams, Georg-Philivv- Gail-Sttaße 4. 4 dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste. Oberhefsischer Adretzbuch-Vertag 10 Wochen alt« Schnauzer zu verkaufen. Settersweg 61K Büro. 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G-17 Uhr.776p Nr. 29 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 4. Hebruar 1941 Johannes Schlaf f. Halle a. d. S a a l e, 3. Febr. (DNB.) Am Camstag ist der Dichter Johannes Schlaf, in siiiner Geburtsstadt Querfurt, wo er seit 1937 lwhnte, nach kurzer Krankheit im Alter von 78 8ihren g e st o r b e n. Johannes Schlaf, am 21. Juni 1862 geboren, war Wammen mit dem früher verstorbenen Arno Holz btr Begründer des konsequenten Naturalismus in b;r deutschen Dichtung. In den achtziger Jahren bis vorigen Jahrhunderts begann seine enge Zu- ic nmenarbeit mit dem Ostpreußen Holz, mit dem ih jahrelang freundschaftliche Beziehungen und ge- inrinsame literarische Anschauungen und Tendenzen Dirbanben; später trennten sich ihre Wege. Anfangs Vt man ihre Namen kaum einzeln genannt, sie er- ktüenen zusammen wie ein Brüderpaar und sie ktrieben auch gemeinsam ihre ersten schmalen Linde, die als die wegweisenden Zeugnisse des hutschen Naturalismus gelten: vor allem „Papa h miet", „Der erste Schultag", „Ein Tod" und .s'eue Gleise". Hier war, noch ehe Hauptmann be- rüjmt wurde, die deutsche Form dessen gefunden !t?r doch vorbereitet worden, was sich in anderen e7opäischen Ländern zuerst geregt hatte; mit Zola, Ijen und den Russen hatte die Reaktion gegen ein erlaufendes klassizistisches Epigonentum eingesetzt, im uns in Deutschland nahmen Holz und Schlaf ii Parole auf und verkündeten einen neuen Stil, tine neue Gesinnung, einen neuen Inhalt der Lite- Vur. Schlaf schrieb, nachdem er sich von Holz, der dann !ii,erseits eigene Wege ging, getrennt hatte, „Die Emilie Selicke" (1890), die vom alten Fontane als hs erste Drama des deutschen Naturalismus will- b-imen geheißen wurde; womöglich noch ausge- Wägter bezeichnete das Drama „Meister Oelze", was D anfangs vielfach leidenschaftlich abgelehnten Na- tnalisten beabsichtigten. Auch wer etwa heute diese klicke wieder liest und sie überholt oder nicht mehr Wichtig findet, wird sich klarmachen müssen, was sie Sinais bedeutet haben, und daß sie in der größeren tr, wicklung, die über die Jahrhundertwende weit jrnusreicht, schlechterdings notwendig waren. Schlafs spätere Stücke, von „Gertrud" (1898) ms |i „Weigand" (1906), deuten bereits den allmah- lisn Uebergang vom krassen Naturalismus zum ^NPressionismus an. Später hat sich Schlaf mit Rareren Romanen der reinen Problemdichtung zu- Iwandt und mit Erzählungen wie „Frühling und .31 Dingsda" sich eine eigene Welt des irvfindens geschaffen. Daneben betätigte er suy te Essayist und als Uebersetzer Berhaerens und p It Whitmans. Endlich beschäftigten ihn phüo- ^hische und naturwrsienschaftliche Fragen. 1910 Aus der Stadl Gießen. Strenge und milde Winter. Wenn von älteren Menschen öfter behauptet wird früher seien die Winter strenger gewesen und die modernen Winter hätten ihren eigentlichen winterlichen Charakter verloren, so können wir uns in dieser Beziehung nicht mehr beklagen. Der vorige Winter hat sich von einer recht „charaktervollen" Seite gezeigt. Ein eigentlicher Rekordwinter war der vorige, so streng er uns auch erschien, allerdings nicht, und noch weniger ist es bisher der jetzige. Wenn wir auf Rekordwinter in Bezug auf Kälte oder Wärme aus früheren Zeiten Hinweisen, so müssen wir allerdings auf genaue statistische Angaben des Thermometerstandes verzichten, da wir diese Messungen und regelmäßigen Eintragungen erst seit dem vorigen Jahrhundert besitzen. Aber was alte Chroniken uns von den Wirkungen ungewöhnlicher Kälte oder Wärme im Winter berichten, ist viel Verdunkelungszeit 4. Februar von 18.13 bis 9.00 Uhr. anschaulicher und lebendiger als die nüchternen Än- aaben der Statistik. Naturgemäß haben sich Nekord- Kältejahre dem Gedächtnis der Menschen viel stär- ker eingeprägt als unnatürlich warme Winter. Die rrsten wirkten wie Naturkatastrophen, von denen ille Menschen, die sich damals noch viel weniger Dagegen schützen konnten als heute, gleichermaßen «troffen waren und die darum alle Menschen mit Schrecken und Entsetzen erfüllten. Der härteste Winter in Europa soll der von 763/764 gewesen sein. Damals waren, wie die taunenden Zeitgenossen vermeldeen, die Flüsse bereits am 1. Oktober zugefroren, ebenso das Schwarze Neer, und die Dardanellen. 20 Ellen hoch lag der Schnee, und erst der Februar brachte Schneeschmelze inb Eisgang. Aehnliche Riesenkälten werben aus >en Jahren 961/62 und 974/75 berichtet. Don 1099 irzählen die Chroniken, daß der Winter „das ganze Zahr geherrscht habe". 1184 war der Po in Ober- talien von Cremona bis zum Meer zugefroren. Der Wein vereiste in den Kellern, und überall zerbar- -en die Bäume infolge der Kälte. Der Winter 1363/64 dauerte vom September bis zum April, loch am 9. März konnte man mit Wagen über die Nüsse fahren. Im folgenden Jahr war der Rhein !'/- Monate lang zugefroren, und in der Schweiz ierrschte noch im Juni Frost. 1435 mußte der Wein ii Frankreich mit Aexten gespalten werden, wäh. ^isnd dSr Boden bis zu 5 Fuß Tiefe gefroren war. Das Ende des 16. und die erste Hälfte des 17. Echunderts brachten eine große Anzahl strenger ter. Als „der große Winter" blieb der von 707 in furchtbarem Gedenken. Der Wein fror )en Fässern, und man lief noch am 15. Mai ittschuhe. Die Leiden des Dreißigjährigen Krie- sind durch harte Winter noch sehr vergrößert den. Diele Leute sind damals in Deutschland Dren. 1658 konnte Karl XII. von Schweden am 26. Februar mit seinem Heer mit schtve- Geschützen und Wagen über das Eis des Oere- es nach Dänemark ziehen. Dieser Winter >rte mit viel Schneefall bis zum 1. Juni. Der strengste und längste Winter, den man nach hm von 1607/08 erlebte, war der von 1739/40. Som 24. Oktober bis zum 13. Juni waren die ^uidersee und der Sund zugefroren. Noch im April raren die Brunnen gefroren, und im Mai fiel rel Schnee. Als der letzte Frost am 13. Juni gerochen war, folgten schwere Stürme mit großen i leberschwemmungen. 1793 wurde die im Eis ein- ^frorene holländische Flotte von französischer Ka- nUerie erobert. Auch das erste Viertel des 1£ Jahrhunderts wies h-enge Winter auf, wie jenen, in dem das Heer 'If iens deutsche Sendung. Ein Vortragsabend im Gießener Vortragsring. Am gestrigen Montagabend fand auf Veranlassung des Gießener Vortragsrings (Goethe-Bund, Kulturelle Vereinigung und Volksbildungsstätte Gießen) in der Großen Aula der Universität ein Lichtbildervortrag des Kunsthistorikers Dr. Schürer über das Thema „W iens deutsche Sendung" statt. Die zahlreichen Hörer des Vortragenden lernten dabei die Stadt Wien einmal von einer ganz anderen Seite her kennen, als es sonst gemeinhin der Fall ist. Der Vortrag führte in großzügiger Gestaltung tief in die Geschichte der Stadt 9Bffen hinein mit der Zielsetzung, die der Vortragende zu Beginn seiner Darlegungen in die Worte kleidete: „Wien wird erst bann wirklich beim Reich sein, wenn wir es innerlich besitzen, der staatlichen Eingliederung in unser Reich muß die geistige Eingliederung folgen." Dann führte der Redner seine Hörer in Wort und Bild hin zu den vielfältigen Zeugen der reichen Geschichte Wiens, von dem er sagte, daß diese Stadt immer nach dem gleichen Gesetz gewirkt und ihr Leben gestaltet habe, nämlich nach dem Gesetz von Wien. Den Ausgangspunkt feiner Betrachtungen verlegte Dr. Schürer in die Zeit der großen Ostkolonisation, die nach dem Abzug der Römer aus Wien die germanischen Menschen in diesen Raum brachte. Um 900 tritt erstmalig der Name Wien in Erscheinung. Durch die große Ostkolonisation, die deutsches Volkstum weithin über die früheren Grenzen hinaus immer tiefer nach Osten hineinführt, wird die deutsche Grundlage der Stadt Wien immer klarer gestaltet. An Hand vieler guter Lichtbilder machte der Vortragende den deutschen Charakter der Stadt kenntlich. Insbesondere führte er dabei die bauliche Gestaltung von Straßen und Plätzen im ältesten Wien, ferner der beherrschendsten öffentlichen Bauten jener Zeit, namentlich den Stephansdom und anderer Kirchen, Paläste usw. als lebendige Zeugen des deutschen Charakters und Kulturlebens der Stadt an. Auf dieser Grundlage gab er ein über mehrere Jahrhunderte hinweg gezeichnetes Bild, das mit zahlreichen guten Aufnahmen einen vortrefflichen Einblick verschaffte. Waren es im ersten Teile des Vortrages vor allem kirchliche Bauten, die als maßgebliche Bauwerke jener Zeit in den Vordergrund traten, so rückten im weiteren Verlaufe des Abends die großen Monumentalbauten der Habsburger Schlösser und die Paläste von Feudalen jener Zeit als Beweismittel für die Deutungen und Schlußfolgerungen des Vortragenden stärker in das Blickfeld der Hörer. Mit den Werken der großen Architekten und der namhaften Künstler und Bildhauer in der jahrhundertelangen Entwicklung der Stadt Wien kennzeichnete der Redner die deutsche Sendung dieser Stadt im Ostraum, den wir heute die Ostmark pennen. In begeisterter Sprache pries er die vielfältigen baulichen Schönheiten jener Werke, denen er eine betont markante Stellung in der kulturellen Geschichte Wiens zuerkannte. Ueber Jahrhunderte hinweg habe Wien seine verpflichtende Aufgabe als deutsche Sendung erfüllt und bewahrt, es werde ihr auch künftighin gerecht werden, wenn es dabei Verständnis und Hilfe bei allen Volksgenossen im Reiche erfahre. Die Hörer dankten dem woÄraaenben für seine interessanten Darlegungen mit neroientern starkem Beifall. B. sterkonferenz für den Kreis Gießen gewesen. Zu seinen größten politischen Erfolgen gehört die An« regung zur Gründung der hessischen Landwirtschafts, kammer. Seit 1893 war er Mitglied des Reichstages. Er starb- am 10. Januar 1911. Er war einer der besten Kenner unseres Volkslebens, einer der tapfersten Streiter für den Bauernstand, einer der vielseitigsten Männer unserer hessischen Heimat. Tag der Deutschen Polizei. Am 15. und 16. Februar findet im ganzen Reich der „Tag der Deutschen Polizei" statt. Außer öffentlichen Veranstaltungen aller Art, die infolge des Krieges nur in beschränktem Umfange durchgeführt werden können, wird die Polizei in Verbindung mit der jj, dem NSKK. und der Technischen Nothilfe im Großeinsatz für das Winterhilfswerf eine Stra- ßenfammlung durchführen. Ueber die vorgesehenen Veranstaltungen werden Einzelheiten in Kurze veröffentlicht. Freude für unsere Verwundeten. Die NSG. ,Kraft durch Freude" konnte im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht den Ver- wundeten in unseren Gießener Lazaretten erneut einige frohe Stunden bereiten. Aus einer Stiftung der NSV. konnten Angehörige der Frauenschaft Kuchen backen, die zusammen mit ebenfalls von der NSV. gestifteten Zigaretten und guten Büchern den Verwundeten als willkommene Gaben überreicht wurden. Eine Filmstunde brachte den Film „Bel ami”, der mit großem Interesse in Augenschein genommen wurde. Am Sonntag war der Gesangverein „Liederkranz", Heuchelheim, unter Leitung seines Chormeisters Wiegand Gernand aus Bad- Nauheim bei den Verwundeten, die er mit einem schönen Gesangskonzert erfreute. Alle Darbietungen und Liebesgaben wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Aus her engeren Heimat. Napoleons in den russischen Schneewüsten zu Grunde ging. Damals brauchte man sich schon nicht mehr auf einzelne Berichte zu stützen, sondern die meteorologischen Eintragungen hatten schon begonnen. Innerhalb der letzten hundert Jahre war ein sehr kalter Winter der von 1850, in dem die Stadt Bromberg mit 36,6 Grad C den Kältepol darstellte. Er wurde aber übertroffen von dem Winter 1929, an den die meisten von uns sich erinnern. Damals lagen Mitte Februar die allgemeinen Morgentemperaturen in fast ganz Detuschland zwischen 20 bis 35 Grad, und in Grünberg in Schlesien wurden 37 Grad gemessen. Ein Gegenbild dazu stellen die überaus milden Winter bar, die aber in der Geschichte viel seltener erscheinen. Als einer der mildesten Winter, von denen man je gehört, galt der von 1186. Jrn Januar blühten schon die Bäume, im Mai wurde geerntet, und die Trauben waren schon itn August reif. Im Winter 1289 blühten schon um Weihnachten die Bäume, und die Mädchen kamen zur Christmette mit frischen Blumen geschmückt. Die Knaben badeten, die Vögel brüteten, und am 14. Januar begannen die Erdbeeren und die Reben zu blühen. In der Reformaiionszeit wird uns von vielen sehr milden Wintern erzählt. C. K. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. StaMheater: 19 bis 21 Uhr „Aas Ferlenkind".— Gloria-Palast, Seltersweg: „Operette". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frühlingsluft". Sladttheater Gießen. Am heutigen Dienstag wird zum ersten Male das Lustspiel „Das Ferienkind" von Emmerich Nuß aufgeführt. In einem behäbigen Pfälzer Bürgerhaushalt wird durch das Eintreffen eines Ferienkindes so etwas wie eine Palastrevolution hervorgerufen, ■gaaMMHnaanaKii die allen zum Segen gereicht und Freude und Ehefrieden stiftet. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. Es wirken mit: Hannelore Hinkel, Hilde Kneip; Gert Geiger. 19. Dienstag-Miete. Ortszeit für den 5. Februar. Sonnenaufgang 9.03 Uhr, Sonnenuntergang 18.17 Uhr. — Monduntergang 2.56 Uhr, Mondaufgang 12.45 Uhr. Philipp Köhler ein Vorkämpfer hessischen Deurrniums Philipp Köhler hat das politische Erbe seines Meisters Otto Böcke! angetreten und zusammen mit Otto Hirsche! weitergetragen. Er war der erste hessische Politiker, der nicht nur feiner Herkunft nach, sondern auch in feinem Berufsleben Bauer war und Bauer geblieben ist. Sein Wesen und Wirken sind durch fein Bauerntum bestimmt. Am 5. August 1890 wurde er im Kreise Butzbach in den hessischen Landtag gewählt. Er war zu die- ser Zeit schon Böckel-Anhänger und gehörte zu den Mitbegründern des mitteldeutschen Bauernvereins. In einer Wahlrede, die er im Juli 1890 hielt, entwickelte er sein politisches Programm. Dieses Programm hieß Antisemitismus als „der Sieg der Wahrheit unlb des Lichtes, der Menschlichkeit, der wirklichen Freiheit und des Idealismus". Für Köhler war der Antisemitismus nicht nur eine Kampfvereinigung gegen das Judentum, „vielmehr der kräftige Ausdruck unseres deutschen Nationalbewußt- seins, unseres deutschen Volkstums, welches durch das Judentum bedroht ist unterzugehen". Philipp Köhler ist bis zu seinem Tode hessischer Landtagsabgeordneler gewesen. Dank seiner großen Fähigkeiten und unermüdlichen Arbeitskraft wurde er 1897 in der hessischen Kammer' Referent für Landwirtschaft und im Jahre 1905 ihr zweiter Präsident. Er war als Bürgermeister seines Heimatdorfes Langsdorf Begründer der BürgermeiSeinen schweren Verletzungen erlegen. Der Landwirt Karl Seipp in Muschenheim, der — wie von uns berichtet — vor etwa vierzehn Tagen nachts in seinem Wohnhause von dem 17- jährigen Wendelin Wirth, den er bei einem Einbruch überraschte, niedergestochen wurde, ist nunmehr im Krankenhause in Lich an den schweren Verletzungen g e st o r b e n. Der bedauernswerte Mann hatte von dem Täter mehrere Stiche in den Kopf und in die Brust erhalten. Wirth befindet sich, nachdem er auf dem Bahnhof Kassel erwischt worden war, feit etwa acht Tagen im Gerichtsgefängnis in Gießen in Untersuchungshaft. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 2. Febr. Seinen 75. Geburtstag konnte am heutigen Sonntag, 2. Februar, der Landwirt Karl Pauli I. dahier in guter Gesundheit begehen. Dem Jubilar nachträglich unsere herzlichen Glückwünsche. A G r o ß e n -B u s e ck, 3. Febr. Heute vormittag ereignete sich, hier ein folgenschwerer Un- gl ü ck s f a l 1. Der 78 Jahre alte, seit längerer Zeit leidende frühere Landwirt Christoph Schmidt, Bismarckstraße, befand sich auf einem Spaziergang nach dem Hohen Berg zu. Kurz hinter dem Dorfe wollte er einen seichten Entwässerungsgraben überschreiten. Auf dem I Steg kam er jedoch zu Fall und stürzte kopfüber in das flache Wasser. Seine Angehörigen, die sich um ihn sorgten, fanden in tot mit Kopf, Armen und Brust in dem schlammigen Wasser liegend vor. Der Verunglückte war ein sehr beliebter Mann und erfreute sich in unserem Dorfe größter Wertschätzung. Sein tragischer Tod wird hier allgemein bedauert. * Großen-Buseck, 3. Febr. Am Samstag hielt der Gesangverein „Heiterkeit- Sängerkranz" in seinem Vereinslokal seine diesjährige Hauptversammlung ab. Dor Eintritt in erschien Schlafs philosophisches Hauptwerk „Das absolute Individuum und die Vollendung der Religion". In seinen naturwissenschaftlichen Büchern („Die Erde — nicht die Sonne", 1920), verfocht er, im Gegensatz zu Kopernikus, eine geozentrische Theorie. Ein kosmisches Weltgefühl offenbart sich auch in Schlafs lyrischen Sammlungen „Seele", „Däs Gottlied" und „Die Mutter". 1933 erschien eine Auswahl aus dem umfangreichen und vielschichtigen Gesamtwert. —y— Willy Forsts „Operette". Wien-Film der Tobis im Gloria-Palast. Willy Forst setzte die Reihe seiner großen und erfolgreichen Filme mit einer Schöpfung fort, die ebenso unverwechselbar wie die früheren alle Merkmale feiner außerordentlichen Begabung und seines persönlichen Stiles trägt. Das Thema ist so beschaffen, daß man meint, er habe gar nicht daran vorbeigekonnt, sondern eines Tages mit Notwendigkeit darauf stoßen müssen. Er stieß darauf und bemächtigte sich seiner mit dem gesammelten Temperament, mit der wienerischen Vitalität, die bisher allen seinen Inszenierungen ihr eigentümliches Gesicht gaben. Forsts Instinkt erkannte sogleich, welche Möglichkeiten in dem Stichwort „Operette" für den Film beschlossen lagen: die wechselseitige Durchdringung theatralischer und menschlicher Spannungen — ähnlich wie seinerzeit im großartigen „Burgtheater"-Film; die über den gemeinsamen Schauplatz hinausgehenden Verwandtschaften und Verschiedenheiten beider Werke können hier nichr eingehend verfolgt werden. Weiter: ein Stück'Wiener Theater- und Kulturgeschichte, bezeichnet durch die Namen von Girardi, Strauß, Millöcker, Suppe, Makart. Dieser allein ist ein Stilbegriff, ein Blick in sein Atelier lokalisiert den Film und begrenzt ihn auch zeitlich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf unübertreffbare Weise; man wird sich ferner erinnern, welche Nolle Bühnen wie das Carl-Theater, das Theater an der Wien, das Ringtheater und die Hofoper in der Theatergeschichte der Donaumonarchie gespielt haben. Man erlebt hier unterm andern so etwas wie die Geburt der klassischen Wiener Operette und dies auf eine Art, wie sie nur der. Film zu geben vermag, wie sie dem Theater immer entzogen bleiben wird: in einem Querschnitt nämlich durch das berühmte Repertoire, das noch heute weithin die Spielpläne beherrscht — von der „Fledermaus" bis zum „Zigeunerbaron", vom „Boccaccio" bis zum „Bettelstudenten". ♦ Noch sind aber die' beiden Namen nicht genannt worden, auf denen mit dem Austauchen des Stichwortes für Forst (und zum großen Teil auch damals in Wirklichkeit) die Akzente der Entwicklung lagen: Franz Jauner und Marie Geistinger. Die Wiener wissen, was es mit beiden für eine Bewandtnis hat; die andern erfahren es aus diesem §ilm. Die Geistinger war eine zeitlang der erklärte Liebling des Wiener Theaterpubiikums — bis sie von Jauner entthront wurde; sie war schon Direktorin des Theaters an der Wien, als Jauner lloch ein sehr unbekannter kleiner Schauspieler in Krems an der Donau war: die zufällige Begegnung der beiden wird entscheidend nicht nur für den wenig später von Wien ausgehenden Welterfolg der Operette, sondern auch für die Karriere Jauners. Der ist eine unerhörte Theaterbegabung, sein Ausstieg zum Gipfel hat etwas meteorhaft Blendendes und Bestechendes; fein Absturz vom höchsten Gipfel des Glücks, des rauschenden Theatertriumphes und der Volkstümlichkeit geschieht ebenso 'übergangslos und erscheint in dieser krassen Plötzlichkeit bezeichnend für das Wesen des Erfolges und die Unberechenbarkeit des Publikums, das Jauner, völlig ungerecht, die Schuld an der Entsetzlichen Katastrophe des Ringtheaterbrandes in die Schuhe schiebt. Daß es wiederum die Geistinger ist, die Jauner nach seinem Sturz ins Bodenlose die Hand reicht und seinen neuen Ausstieg begründet, kennzeichnet die für Forst (und für den Zuschauer) höchst reizvollen, zwischen den äußersten Polen rivalisierender Ablehnung und echter Liebe schwankenden menschlichen Beziehungen zwischen beiden. Daß Jauner aber auch, und zuerst, die Dresdener Koloratursopranistin Emmi Krall liebt, fügt der großartigen Mischung endlich noch das alte und geschätzte Motiv des liebenden Mannes zwischen zwei Frauen hinzu. ♦ Man möge sich mit dieser unsystematischen Aufzählung wesentlicher Elemente der Fadel begnügen: man m^b einfehcn, was aus ihrer Summe und 1 ihrer Mischung für den Film zu machen war. Daß die „Operette" im Gesamteindruck als das Werk eines Mannes erscheint, ist, wie früher, in der dreifachen Funktion Forsts begründet: er schrieb, mit Axel Egtzebrecht gemeinsam, das Drehbuch; er inszenierte es und spielte die eine der beiden Hauptrollen, den Jauner. Mit Recht also: Willy Forsts „Operette". Seine Inszenierung hat das unwiderstehliche Temperament, den ang"bore- nen Sinn für das Theatralische, für das Wesen des Theaters (nicht nur der Operette) schlechthin, für das Schauspielerische, für die Eigenart des Erfolges und die Wandelbarkeit des Zuschauers. Da er überdies, wie man oft erfahren hat, sich auf das spezifisch Wienerische versteht und Lebensstil und Atmosphäre der damaligen Residenz einzufangen und festzuhalten versteht, ergab sich für die „Operette" das, was die Franzosen als kunstvolle und gelungene „mise en scene“ rühmen. Dem entspricht die Darstellung, zunächst Forsts eigenes Spiel: fein Jauner hat etwas vom Eivrit, von der Eleganz, von der umwerfenden Selbstsicherheit (gelegentlich, bei aller Höflichkeit, auch Frechheit) des bei ami. Man glaubt diesem vorerst völlig anonymen jungen Mann, wenn man Forst kommen, svrechen und spielen sieht, seinen Erfolg, seinen Aufstieg, seinen Triumph sogar über eine Frau wie die Geistinger; man sieht es ihm an, daß er an seinen S-ern glaubt und mit Recht glauben darf, und man braucht diese produktive, phantasievolle Theaterbesessenheit nicht bloß, wie einem oft zugemu^et wird, gutgläubig als gegeben hinzunehmen: Forst sorgte dafür, daß man sich von seinen Gaben überzeugen kann, und die Szenen, wo er Regie führt, vor allem aber jene erste, w» er der verwöhnten Geistinger seine Lektion erteilt, haben eine Sugzestivkrast, die sich sogleich auf den Zuschauer überträgt. Die Geistinger spielt Maria Holst vom Burgtheater: anfangs kühl, überlegen, ironisch und theatermaiestätisch, im vollen Bewußtsein ihrer Würde, Macht und Beliebtheit, später weicher, fraulich gelöst und von der menschlichen Reife, die hier zu zeigen war. Die Emmi Krall von Dora Ko mar ist bewußt als Kontrastfigur angelegt und tritt neben jener, auch Folienmäßig, zurück, doch bleiben die wenigen Augenblicke inniger Ge- fühlsentsallung. die ihr gegeben sind, im Gedächtnis. Den Girardi, den die Wiener zärtlich „Tandl" nannten, konnte niemand echter und herzlicher spielen als Paul Hörbiger. Vor allem uni der geschickten Maskenwirkung willen seien Edmund Sch eil ba mm er (Strauß), Curt Jürgens (Millöcker) und Victor Hein (Makart) genannt; aus dem Herrn von : '**> "v • Ml'.-. -,‘.- Christi Cranz. Es war anzunehmen, daß die bekannte deutsche Skiläuferin Christ! Cranz auch aus diesem Rennen wieder als Siegerin hervorgehen würde. Unsere Weltmeisterin hat diese Erwartungen erfüllt. Mit dem ihr eigenen sicheren Stand lief sie die Abfahrtsstrecke mit der weitaus besten Zeit 4:10,4 herunter und errang so in diesem Kampf ihren 13. Weltmeistertitel. — (Schirner-M.) - ■ ■ MH H ■ M M M M -6 pepi Jenneroeln. Der neue Weltmeister im Abfahrtslauf Josef Jenne- wein hat sein Können in Cortina d'Ampezzo erneut unter Beweis gestellt. — (Schirner-M.) Finnland gkwmnl dieSaffel. Deutschland an vierter Stelle. / Zweiter Tag in Cortina. Der zweite Tag der Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo brachte als dritte Entscheidung den 4X10-!1 die ,sten f' chllnoen flampfff’ richtig’ oqlalld er M sch^ zis mehr Üutfffünffr dort ch ein f Mbenoo ! ßsrde fot I Cuffroaffe iWengl' Der Sei M eigen ,6 :i Btorfl ' W täglich I fontn Pfi ' hs auf he N gezw r Parkc 6':rliiK) a ' h der 6 ' Nn Fin, sirhes «Mit in kchrgeses Bhren. Pro ;Jn8 de fefti P Äleino «ner. 1 N Umwege öes Herzens Roman von H.G. Hansen Copyright by Prometheus «Verlag Dr. Eich acker • Gröbenzell 16 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Chauffeur war höchst verwundert, von seinem Herrn den Auftrag zu erhalten, ihn irgendwo in Richtung Potsdam spazierenzufahren. Das hatte er noch nicht erlebt, obwohl er feit elf Jahren im Dienste Koßrnanns stand. Der Herr sah aber auch erschreckend schlecht aus. Kein Wunder, dachte der Fahrer, während er den Motor anspringen ließ. Der wüstet mit feiner Gesundheit und hat überhaupt noch nie Urlaub gemacht. Jetzt liegt er wohl aus der Nase und muß endlich ausspannen. Erst gegen acht Uhr klopfte Koßmann an die Scheibe zum Führersitz und forderte den Chauffeur auf, nach Hause zu fahren. Es dunkelte bereits, als sie anlangten. Die Kinder waren längst zu Bett. Er bestellte sich bei dem Mädchen Tee und einige Schnitten belegtes Brot in sein Arbeitszimmer und setzte sich in den Schreibtischsessel, den Kopf in beide Hände gestützt Auch als er das Essen bereits vor sich stehen hatte, änderte er feine Haltung kaum. Er fühlte sich aus allen sicheren Geleisen seines Daseins geworfen und stand zum erstenmal im Leben vor Ereignissen, die er weder körperlich noch geistig meistern konnte. Erschreckt fuhr er hoch, als er eine Berührung au* der rechten Schulter spürte Seine Frau wai ungehört ins Zimmer getreten und hatte ihm die Hand aufgelegt. Er sah zu ihr auf mit einem fo leeren Blick als erinnere er sich kaum, sie jemals gekannt zu haben Das erschütterte Gitta Koßmann aufs tiefste Sie war gewöhnt, ihren Mann als eine, durch nichts aus der Fassung zu bringenden Felsblock anzusehen, der menschliche Gestalt angenommen hatte. Ihre eigenen Schmerzen und Nöte erschienen ihr gering gegenüber dem Vulkan, der in der Brust dieses Menschen toben mußte, ohne sich entladen zu können. „Hannes, ich habe dick in all das Furchtbare hineingettieben und bin jetzt bereit, dir fo gut zu helfen wie es geht," Er sah regungslos zu ihr auf, die immer noch dicht neben ihm stand. In ihm stieg die Versuchung hoch, sie wegzustoßen. Aber er hatte nicht die Kraft dazu. „Hannes. Quält dich die Tat so, ich meine das da draußen im Wald?" Sie sprach weich und voller Erbarmen und Hingebung. Er schüttelte wider Willen den Kopf, mechanisch und wie im Zwang. „Natürlich nicht. Meine Frage war dumm. Du hast für dein Empfinden nur recht getan, als du ihn — ihn —", sie brach ab. „Also ist es das andere. Dieser Mensch, den sie verhaftet haben, Han- nes; ich habe dich vor ein paar Tagen abends da- mit gequält. Jetzt habe ich alle Zeitungen gelesen und weiß, daß dieser Mensch, der Wilderer und Verbrecher, nicht wert ist, wenn du um seinetwillen zu Grunde gehst. Vielleicht hat der Mann schon einen Mord begangen, damals in den Jahren, als so viele Förster und Jäger von Wilderern erschossen wurden. Er ist sicher von Grund auf schlecht. Wenn sie ihn jetzt verurteilen, dann hat er nur, was er verdient" Die Starre in Koßmann löste sich. Er schob ihre Hand weg und sagte rauh: „Du kannst mich nicht zum Verbrecher machen. Das alles ist Unsinn und Firlefanz." Sie verbarg das Gesicht in den Händen Tränen kamen zwischen den Fingern hervor Er schob sie vor sich her bis zur Tür. „Bitte, beruhige dich. Ich will nicht haben, dah du den Leuten Anlaß zum Klatsch gibst." Immer noch war feine Ueberlegenheit fo groß, fein Wille so zwingend, daß sie sich fügen mußte. Sie trocknete das Gesicht und ging aus dem Zim- mer. Er fah auf die wieder verschlossene Tür und verzog das Gesicht vor Schmerz, Verachtung, Wut, Angst und Entschlossenheit. Nach dem vergeblichen Versuch, ihren Mann von einem wahnwitzig erscheinenden Schritt abzuhalten, verbrachte Gitta eine Halde Nacht zwischen Cent» schlußlosigkeit und unmöglichen Plänen Sich ihrer eigenen Ohnmacht bewußt, erinnerte sie sich schließ- lich daran, daß draußen weit vor den Toren Ber- lins eine alte aufrechte Frau lebte, die stets einen Rat gewußt hatte; die Mutter Und damit stand in ihr der Plan fest, die Mutter um ihre Meinung zu befragen und wenn möglich zum Eingreifen zu bewegen, bevor es zu spät war. Frau Elisabeth d'Oleron geborene von Buchwald wohnte in einem kleinen Landhaus bei Werder am Großen Zernsee. Ihre Beziehungen zu dem Schwiegersohn waren von jeher sehr kühl gewesen. Sie gestand sich zwar selbst ehrlich, daß Koßmann ihr imponierte mit seinem selbstsicheren und geraden Wesen, bas fast wie altererbter Herrensinn wirkte, aber sie stieß sich immer an den Kanten seiner fälschlich als brutal angesehenen Haltung. Daß Koßmann den Ruf des Der- ftorbenen Bankiers d'Oleron gerettet hatte, konnte sie nicht beftreiten. Ader dgs Wissen darum war niederdrückend. Sie ahnte dunkel, daß auch der ihr verbliebene Dermögensrest, von dem sie das kleine Landhaus in Werder kaufte und ihren Lebensun- terhalt bestritt, Hannes Koßmann zu verdanken sei. Der letzte und jüngste ihrer drei Söhne, der ehemalige Husarenleutnant und Kriegsoberleutnant der Flieger Richard d'Oleron war im Winter 1918 mit zerschmetterten Beinen in ein Lazarett eingeliefert worden. Nach dem Heldentod der beiden älteren Söhne erschien es den Eltern als eine Gnade des Himmels, daß der Absturz der Maschine nur die Beine, nicht den ganzen Körper zerschlagen hatte Aerzliche Kunst tat das ihre, und der letzte männliche Sproß des Hauses d'Oleron blieb am Leben, auch wenn feine Beine nur noch traurige Stümpfe waren. Ein kleiner Zinsertrag, bie Kriegsrente bes Sohnes unb fein geringes Einkommen aus einer be. fcheibenen Tätigkeit als Lektor für einen Berliner kriegswissenschaftlichen Verlag ergaben zusammen genug, um ein aller Sorgen freies Leben zu führen Die Beziehungen zwischen Mutter unb Tochter waren nach und nach spärlicher geworben. Dafür war das Band zwischen den Geschwistern stets unvermindert zärtlich geblieben. Sie stritten nicht um konstruierte Probleme, sondern freuten sich ber Tatsache, baß sie einander überhaupt besaßen Erst als Gitta am nächsten Vormittag nach Wer- der fuhr, kam ihr zum Bewußtsein, daß mit der Bitte an die Mutter auch eine Beichte verknüpft war. Gitta Koßmann saß in eisiger Erstarrung da, als ihre Gedanken an diesem Punkt verweilten und fühlte Angst, Beklemmung und Entsetzen Niemals würde die untadlige alte Frau verstehen, wie (Fortsetzung folgt») In Hast legte der Besuch ab und trat in das Zimmer, in dem die Mutter zu lesen pflegte. Die Fenster gingen nach dem See hinaus und boten einen friedlichen Anblick. An dem einen saß eine alte silberhaarige Frau unb las in ber Bibel Sie roanbte bas Gesicht zur Tür hin, als blefe plötzlich aufgerissen würbe unb Gitta einließ. „Guten Morgen. Mutter " „Guten Morgen. Kind. Wie siehst du denn aus? Hoffentlich bringst du keine unangenehmen Nachrichten." Gitta eilte auf die Mutter zu, ergriff ihre beiden Hände und küßte den Mund Dann zog sie sich einen Stuhl unmittelbar neben ihre Mutter unb setzte sich, Sie zitterte am ganzen Körper unb hatte angstvoll aufqeriffene Augen „Bitte. Kinb, beruhige bich." Die Stimme der alten Frau war gütig unb beherrscht „Unb wenn es geht, bann berichte mir, was bich so außer Fassung gebracht hat." „Mutter, es ist fo schrecklich " Gitta verließ ihren Stuhl unb setzte sich auf bie Fußbank vor ihrer Mutter, legte den Kopf auf beren Knie und begann zu meinen Es war ein wildes, aufgelöstes Schluchzen, das in sich ungeheuerliches Leid mit einem wütenden Neuegefühl vereinigte. Minuten vergingen ohne Worte Die alte Frau legte ihre rechte Hand auf den Kopf ber jungen, während die linke sanft die eine Wange streichelte. Dabei wurde das Weinen verhaltener. aller fef; F’W : 10 kurze : Don i ’^ter ■ K " Zur : FS! QU< Kurz nach zehn Uhr hielt der Wagen vor dem allein liegenden Haufe. Sie stieg aus und eilte durch den kleinen Vorgarten auf die Tür zu, klingelte heftig und hatte kaum Zeit, den Gruß der alten Köchin zu erwidern, bie ber angestammten, Herrin aus ber schloßartigen Villa in eine kleine. . Hütte gefolgt war unb mit Derwunberung das aufgeregte Wesen Gittas empfand. ‘bSi 1^, °e5 «6 Mm C -d-, U hii'Ue ihre Tochter sich fo vergessen konnte. Gitta erschauerte und zog die Knie höher an den Leib, als wollte sie sich fröstelnd zusammenkauern. Und doch blieb kein anderer Weg, der ihr gangbar und erfolgversprechend schien unb kein Weg für ein fehlgegangenes Kind als der zur Mutter, die vielleicht stolz war, aber darum nicht weniger Mutterliebe unb Mutterklugheit im Herzen trug. ft?*