Montag, 3. November 1941 Gießener Anzeiger 191. Jahrgang Ur. 261 Erjchemi täglich außer Sonntag* und #yeiertag§ Beilagen: Siebener ^amilienblätter Heimat imBild-TieScholle Bezugspreis: Monatlich.......RM1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Kernivrechanschluß 2*551 Drahtanschrift:,,Anzeiger" Postscheck 11686 Frankl. M. 'Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer btß8*/2llbr desBm-mittags Anzelgen-Pretie: Anzeigemeil 7 Rvt >e mm bei 22 mm Zellenbrette, Wertteil 50 Rvt. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlasse: Wiederholung Malstatiell Abschlüsse Aiengenilanel 8 Platzvor'chrlst t vorherige Berembarnng >25% mehr Druck und Verlag: OiAOI* ffil4 rchrlftleitungundGeschästzstelle: vrühlscheUniverfilatsdruckerelLLauge V/VllvlUl* v8H jviy vi Jill V/WlIjV jfvll Siehen,Schulstratze7-9 Die Reichsregierung prangert Roosevelt an. Eine Rote an die Reutralen über die Fälschungen des LlGA.-präsidenten. Führerhauptquartier, 1. Nov. (DNB.) Die Reichsregierung gibt folgende amtliche Verlautbarung bekannt: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat in einer Rede vom 28. Oktober folgende Behauptungen aufgestellt: 1. Die Regierung der Vereinigten Staaten sei im Besitz einer geheimen Landkarte, welche in Deutschland von der Reichsregierung hergestellt worden sei. Es handele sich um eine Landkarte von Mittel- und Südamerika, so wie der Führer es neu organisieren wolle, indem er aus den in diesem Raum befindlichen 14 Ländern fünf unterworfene Staaten machen und damit den ganzen südamerikanischen Kontinent unter seine Herrschaft bringen wolle. Einen dieser fünf Staaten solle angeblich auch die Republik Panama einschließen sowie den Panama-Kanal. 2. Die amerikanische Regierung sei im Besitz eines zweiten Dokuments, welches von der Reichsregierung verfaßt worden fei. Dieses Dokument enthalte den Plan, nach dem durch Deutschland gewonnenen Kriege alle bestehenden Religionen in der Welt zu beseitigen. Die katholische, protestantische, mohammedanische, hindustanische, buddhistische und jüdische Religion sollen in gleicher Weise beseitigt, der Kirchenbesitz eingezogen, das Kreuz und alle anderen Symbole der Religionen verboten, der geistliche Stand unter Strafe des Konzentrationslagers zum Schweigen gebracht werden. An Stelle der Kirchen solle eine internationale nationalsozialistische Kirche treten, in der von der nationalsozialistischen Reichsregierung entsandte Redner amtieren werden. An Stelle der Bibel sollen Worte aus dem Buch des Führers „Mein Kampf" aufgezwungen und als Heilige Schrift in Kraft gesetzt werden, das Kreuz Christi solle durch das Hakenkreuz und das nackte Schwert ersetzt werden und schließlich solle an Stelle Gottes der Führer treten. Die Reichsregierung stellt demgegenüber fest: v 1. Es existiert weder eine in Deutschland von der Reichsregierung hergeftellle Landkarte über eine Aufteilung Mittel- und Südamerikas noch ein non der Reichsregierung hergestelltes Dokument über eine Auflösung der Religionen in der Welt. In beiden Fällen muh es sich daher um Fälschungen gröbster und plumpester Art handeln. 2. Die Behauptungen einer Eroberung Südamerikas durch Deutschland und einer Beseitigung der Religionen und Kirchen in der Welt und ihre Ersetzung durch eine nationalsozialistische Kirche sind so unsinnig und absurd, dah es sich für die Reichsregierung erübrigt, darauf einzugehen. Die R e i ch s r e g i e r u n g hat Vorstehendes allen neutralen Regierungen, darunter auch den mittel - und südamerikanischen Regierung en auf diplomatischem Wege notifiziert. II. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat in seiner Rede vom 28. Oktober erklärt, daß ein amerikanischer Zerstörer am 4. September und ein anderer amerikanischer Zerstörer am 17. Oktober von deutschen Seestreitkräften angegriffen worden feien. Die amerikanische Regierung sei gewillt gewesen, das Schießen zu vermeiden. Aber das Schießen habe begonnen und die Geschichte habe festge- legt, wer den ersten Schuß abgegeben habe. Amerika f e i angegriffen worden. In Wahrheit ergibt sich aus den Meldungen der deutschen U-Voot-Kommandanten und den' veröffentlichten amtlichen Erklärungen der amerikanischen Marinebehörden folgender Sachverhalt: Bei dem Vorfall vom 4. September handelt es sich um den amerikanischen Zerstörer „G r c c r", bei dem Vorfall vom 17. Oktober um den amerikanischen Zerstörer „K e a r n y". Der Zerstörer „Greer" hat in enger militärischer Zusammenarbeit mit englischen Seestreitkräften ein deutsches U-Boot stundenlang verfolgt. Bei dieser Verfolgung ist das deutsche Ü-Boot, das sich unter Wasser befand, mit Wasserbomben angegriffen worden. Erst nachdem dieser Angriff erfolgt war, hat das deutsche U-Boot von seinen Kampfmitteln Gebrauch gemacht. Der Zerstörer setzte die Verfolgung mit Wasserbomben noch mehrere Stunden erfolglos fort. Der Zerstörer „Kearny" fuhr als Geleitschutz eines Konvois, als er die Hilferufe eines zweiten Konvois an einer anderen Stelle des Atlantischen Ozeans auffing, der im Kampf mit deutschen Ses- ftreitfräften stand. „Kearny" änderte daraufhin seinen Kurs, begab sich an die Stelle des im Gange befindlichen Kampfes und griff ein deutsches U-Boot mit Wasserbomben an. Der amerikanische Staatssekretär K n o x hat selbst bestätigt, daß „Kearny" Wasserbomben^ geworfen habe und daß „erst einige Zeit später" drei Torpedos auf ihn abgeschossen worden seien, von denen einer den Zerstörer getroffen habe. Die Reichsreqierung stellt somit fest, dah 1. die vom Präsidenten Roosevelt in seiner Rede gegebene Darstellung, dah amerikanische Zerstörer von deutschen Seestreitkräften angegriffen worden seien und dah somit Deutschland Amerika angegriffen habe, nicht den Tatsachen entspricht und durch die amtlichen Erklärungen der amerikanischen RI a r i u e b e h ö r - den selbst widerlegt wird, und 2. daß int Gegenteil die beiden amerikanischen Zetstörer deutsche U-Boote angegriffen haben und dah somit die vereinigten Saaten Deutschland angegriffen haben, was in gleicher Weife durch die amerikanischen 2Na rineb ehürde n bestätigt wird. Das Echo im Ausland. Italien. Eine klare und energische Antwort auf die Albernheiten und Fälschungen und Lügen der Rede Roosevelts vorn 28. Oktober nennt „P o p o 1 o d i Roma" die Erklärung der Reichsregierung, die von der römischen Sonntagspresse im Wortlaut veröffentlicht wird. Mit beißendem Sarkasmus dementiere die Note, mit der die Reichsregierung aus ihrer bisherigen Zurückhaltung heraustritt, die Deutschland von Roosevelt unterschobenen Absichten und stelle ein für allemal fest, daß d i e USA. und nicht Deutschland der Angreifer sind. Dem Präsidenten bleibt jetzt nur übrig, erklärt Gayda im „V o c e d'Jt a l i a", entweder diese sogenannten Dokumente herauszurücken oder seinen neuesten und schwersten Akt vorsätzlicher Fälschung einzugestehen. Da er die angeblichen Beweise für seine Behauptungen nicht oorzeigen könne, stehe er vor dem amerikanischen Volk und vor der internationalen Moral als unverantwortlicher Agent des politischen und geistigen Umsturzes. Dänemark. Die Kopenhagener Sonntagsmorgenblätter stehen im Zeichen der deutschen Anklage gegen Roosevelt. Von allen Zeitungen werden in großer Aufmachung und an erster Stelle die Erklärungen der Reichsregierung wiedergegeben. Die Schlagzeilen der Zeitungen heben die deutsche Feststellung hervor, daß die ersten Angriffshandlungen von Amerika ausgegangen sind. Sie verweisen auch auf das deutsche Dementi der angeblich von Deutschland gegenüber Südamerika gehegten Pläne. Der Stand der deutschamerikanischen Beziehungen nach den deutschen offi? zielten Anklagen gegen Roosevelt wird ferner in Berliner Berichten der Blätter erläutert. Der Berliner Korrespondent von „National Tidende" betont, daß Deutschland vor der ganzen Welt die Schuld des O8A.-Präsidenten festgestellt habe. Der Berliner Vertreter von „Politiken" unterstreicht, daß Deutschland das Objekt amerikanischer Angriffshandlungen fei. Der Berliner Korrespondent von „Faedrelandet" meint, die klaren Auslassungen von deutscher Seite werden von stärkster Wirkung in den Vereinigten Staaten und in Südamerika sein. Man erwarte jetzt mit Spannung, was Roosevelt zu sagen habe. Finnland. Die Erklärungen der Reichsregierung werden in der finnischen Presse mit großen Überschriften besonders herausgestellt. Der Berichterstatter von „Uusi Suomi" hebt hervor, die deutsche Regierung habe festgestellt, daß die Vereinigten Staaten Deutschland angegriffen hätten, da Roosevelt einen militärischen Zwischenfall mit den Achsenmächten wollte. Die Beweise Deutschlands hätten nichts geholfen, denn Roosevelt habe nach immer neuen Beschuldigungen gesucht, bis USA>Sd)iffe endlich die deutschen Schiffe angegriffen hätten, wie es jetzt in der Erklärung festgestellt werde. Türkei. Die aus dem Führerhauptquartier herausgsge- bene amtliche Erklärung über Roosevelts Umtriebe findet in der Türkei stärkste Beachtung. Der volle Text wurde durch die Agence Anatolie am Sonntagmorgen den türkischen Zeitungen zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Auch der' Sender Ankara verbreitete in seiner Sendung am Sonntagmorgen den vollen Wortlaut. In türkischen Kreisen vertritt man die Meinung, daß der Präsident der Vereinigten Staaten eindrucksvoll widerlegt worden sei. Schwungvolle Verfolgung auf -er Krim. Oie Oktober-Bilanz -er Schlacht im Atlantik. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. Oer Wehrmachtbericht vom Samstag. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 2. Jloo. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In entschlossener Ausnützung unseres Sieges auf der Krim wird die Verfolgung des geschlagenen Gegners schwungvoll fortgesetzt. Der Rordrand des Jaila-Gebirges ist, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, i n breiter Front erreicht. Deutsche und rumänische Truppen haben gestern Simferopol, die Hauptstadt der Krim, genommen und befinden sich in weiterem Vorgehen auf Sewastopol. Im Donezbecken brachen deutsche und italienische Truppen trotz schlechtester Wegeverhältnisse feindlichen Widerstand und besetzten weitere Industriegebiete. Vor Leningrad wurde ein erneuter Uebersetz- versuch über die Rewa unter Verlusten für den Feind abgewiesen. Die Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad und in K r o n st a d l wurde mit guter Wirkung fortgesetzt. Die Luftwaffe bombardierte bei Tag und Rächt die Seefestung Sewastopol. Sie erzielte Volltreffer in den Hafenanlagen, beschädigte ein sowjetisches Kriegsschiff und warf einen größeren Transporter in Brand. Kampfflugzeuge griffen in der letzten Rächt wichtige Versorgungshäfen an der Westküste Englands an. Der Feind warf in der Rächt zum 2. Rovember an einigen Orten Rordweftdeutfchlands Spreng- und Brandbomben. Drei britische Bomber wurden ab- geschossen. Im Kampf gegen die britische Versorgungsschifffahrt versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im RIonat Oktober 4 41 3 0 0 B RT. feindlichen Handelsschiffsraumes. An diesen Erfolgen sind Unterseeboote mit 255 000 BRT., Ueberwasserstreitkräfte der Kriegsmarine mit 18 000 BRT. und Verbände der Luftwaffe mit 168 100 BRT. beteiligt. DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 1. Rov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Krim befinden sich die deutschen und rumänischen Truppen weiterhin in r a st- loser Verfolgung des geschlagenen Feindes. Im Donezbecken wurde der Oberlauf des Donez an mehreren Stellen überfchrit- t e n. Im Rordabschnitt der Ost front durchbrach ein Infanterieregiment westlich des Wolchow eine stark befestigte feindliche Verteidigungszone in erbittertem Rahkampf und nahm 533 Bunker. An der Einschliehungsfront von Leningrad wurden mehrere Uebersehversuche des Feindes über die Rewa abgewiesen. Die Luftwaffe unterstützte die erfolgreichen Operationen des Heeres in der Krim durch wuchtige Schläge auf rückwärtige Verbindungen des Feindes und fügte der Sowjetflotte schwere Verluste zu. Sie versenkte ein Handelsschiff von 3000 BRT. und beschädigte drei Kriegsschiffe sowie einen großen Truppentransporter. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Moskau. Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichteten Kampfflugzeuge bei den Färöer einen Frachter von 2000 BRT. und versenkten vor der britischen Ostküste aus einem Geleitzug vier feindliche Handelsschiffe, darunter einen großen Tanker, mit zusammen 29 000 BRT. Vier weitere Handelsschiffe des Geleitzuges wurden durch Bombentreffer so schwer beschädigt, daß mit dem Verlust noch weiteren Schiffsraumes gerechnet werden kann. Britische Flugzeuge warfen in der letzten Rächt Bomben ' uf verschiedene Orte Rord- und Rord- westdeutschlands, u. a. auf Hamburg. Reun feindliche Bomber wurden abgeschossen. Oer Siegesmarsch -urch -ie Krim. Oie Umfassung des Oonez Gebietes. Arn 29. Oktober wurde die Brechung des Widerstandes an der Landenge von Perekop und die Ue- berwindung des Tatarengrabens bekannt. In den Wehrmachtberichten der nächsten drei Tage wurde der weitere deutsche Vorstoß unaufhaltsam genannt und festgestellt, daß sich der Feind auf der Krim in voller Flucht befinde und daß sich die deutschen und rumänischen Truppen weiterhin in rastloser Verfolgung des geschlagenen Feindes befinden. Am gestrigen Sonntag wurde bekanntgegeben, daß die oorstürmenden deutschen Truppen — cm vierten Tage nach Perekop — die Hauptstadt der Krim, Simferopol, erobert haben. Damit ist der größte Teil der Krim in der Novdsüdrichtung bereits durchschnitten. Die Halbinsel Krim ist etwa fo groß wie Sachsen und Thüringen zusammen. In der Luftlinie liegt Simferopol 150 Kilometer von Perekop entfernt! Der Wehrmachtbericht kann mit berechtigtem Stolz sagen, daß in entschlossener Ausnutzung des Sieges die Verfolgung — trotz des schlechten Wetters — schwungvoll fortgesetzt worden ist. Der Norden und die Mitte der Krim sind ebene Steppe. Aber Simferopol liegt bereits am Abhang des Jaila-Gebirges, 250 Meter hoch. Der Wehrmachtbericht deutet an zwei Stellen an, daß Simferopol bereits im Rücken der deutschen Truppen ist. Er hebt hervor, daß der Nord- rand des Jaila-Gebirges, das auf seiner Südseite in steilen Terrassen zum Schwarzen Meer abbricht und dort eine Riviera (windgeschützte warme Uferlandschaft) bildet, in breiter Front erreicht sei. Er bemerkt weiterhin, daß sich die deutschen und Fraktur. Seit den Sowjets die Katastrophe droht, seit erwiesen ist, daß England nicht fähig zum Schlagen ist, war es an den fünf Fingern einer Hand abzuzählen, wann Roosevelt alles auf eine Karte setzt. Er ist ein Spieler, und Spieler suchen das höchste Risiko auf die Gefahr hin, alles zu verlieren. Am 11. September hat Roosevelt den offiziellen Schießbefehl gegeben. Tatsächlich war dieser Schießbefehl zu diesem Zeitpunkt schon monatelang in Kraft. Ein Spieler darf nie sagen, daß er ein Spieler ist. Das wäre eine schlechte Visitenkarte. Roosevelt hat darum eine Tarnstellung bezogen. Er macht aus schwarz weiß und aus weiß schwarz. Die Reichsregierung hat am 1. November zwei Verlautbarungen veröffentlicht. Die erste beschäftigt sich mit der geheimen Landkarte Roosevelts, die zum Beweise dienen soll, daß der Führer aus 14 südamerikanischen Staaten fünf unterworfene Tributstaaten machen wolle; ferner mit der Behauptung, daß Deutschland die Religionen der ganzen Welt abschaffen wolle: von der christlichen und jüdischen Religion über die mohammedanische bis zur hindu- stanischen und buddhistischen. Die Reichsregierung braucht etwa 40 Zeilen, um beide groteske Vorwände kurz zusammenzufassen, sie braucht 20 Zeilen, um durch sie den dicken Strich zu ziehen. Der alte Oldenburg-Ianuschau hat einmal das Wort geprägt: „Eine gute Rede muß kurz und verletzend sein." Die Reichsregierung ist sehr kurz gewesen; und sie ist verletzend gewesen, weil sie dem unwahren Tatbestand den wahren Tatbestand gegenüberstellt. Die sachliche Ueberführung ist immer die verletzendste Ueberführung. Die Reichsregierung stellt in der zweiten amtlichen Verlautbarung fest, daß der amerikanische Zerstörer „Greer" am 4. September ein deutsches U- Boot stundenlang mit Wasserbomben verfolgt hat und daß der USA.=3erftörer „Kearny", der einen Geleitzug begleitete, einem zweiten Geleitzug an anderer Stelle zu Hilfe eilte, in den Kampf eingriff und wiederum ein deutsches U-Boot mit Wasserbomben angriff. Die Reichsregierung stellt fest, daß die Meldungen der deutschen -U-Bo'ot-Kommandan- ten sich mit der Sachdarstellung decken, die einige amerikanische Senatoren dem Marineministerium abgerungen haben und die in der nordamerikanischen Presse veröffentlicht worden sind. Die Reichsregierung stellt weiter fest, „daß die beiden amerikanischen Zerstörer deutsche U-Boote angegriffen und daß somit die Vereinigten Staaten Deutschland angegriffen haben, was in gleicher Weise durch die amerikanischen Marinebe- yörden bestätigt wird". Wir sind ein soldatisches Volk. Aber niemals würden wir in eine Sprechweise verfallen, wie sie sich die Yankees zugelegt haben. Die Yankees reden von einem „Schießkrieg". Sie haben nicht einmal unrecht. Ihr Präsident führte diplomatisch gegen Deutschland Krieg, noch bevor England und Frankreich am 3. September 1939 uns den Krieg erklärt hatten. E r war es, der beide Mächte, auch Polen und Südslawien, in den K«.'ieg hineingestoßen hat. Er führte Krieg, indem er entgegen dem noch immer geltenden amerikanischen Neutralitätsgesetz Handelsschiffe bewaffnete und in die Kriegszone schickte, indem er auf alle denkbare Weise die eine der kriegführenden Parteien materiell unterstützte. Roosevelt sagte dabei, daß er Demokrat sei, und er trieb trotz seiner Demokratie feine KriegspoUtik haarscharf an den Gesetzen und an der Verfassung seines eigenen Landes vorbei. Dieser Mann und seine Gefolgschaft reden davon, daß sie die U-Boote „jagen", weil sie mit der „Piraterie" der U-Boote Schluß machen müßten. Diese Kerle sind unappetitlich: ein Pirat handelt aus Eigennutz; ein U-Boot-Kommandant, der verhütet, daß amerikanische Bomben auf deutsche Frauen und Kinder fallen, verteidigt sein Land. Das sind zwei klar geschiedene Begriffe. Roosevelt wirft sie durcheinander; denn er ist Spieler, und ein Spieler darf sich nicht auf die Visitenkarte drucken lassen, daß er Spieler ist. Dr. Ho. rumänischen Truppen nach der Einnahme von Sim- feropol am 1. November in weiterem Vorgehen auf die große und berühmte Seefestung Sebastopol mit ihrem geräumigen und tiefen Hafen befinden. Den Engländern ist bei dieser Entwicklung überaus flau zumute. 1853 —1856 haben sie selbst einen Krieg (gemeinsam mit Franzosen, Sardiniern und Türken) gegen den damaligen Zaren Nikolaus I. auf der Krim geführt. Im Weltkrieg haben sie'noch den Durchbruch durch die Dardanellen versucht. Heute müssen sie von Alexandrien her z u s ch a u e n. Das Abgleiten ihrer Seemacht wird in dieser Entwicklung augenscheinlich. Sie mobilisieren daher ihre bewährtesten Federn, um mit vielen Worten den klaren Tatbestand zu verschleiern. Ihr Nachrichtendienst und ihre Zeitungen quasseln unendlichen Unsinn zusammen, auf den einzugehen reizvoll wäre, wenn wir ... dazu Zeit hätten. Die „Times", die immerhin für Leute geschrieben ist, von denen wenigstens ein Teil die elementaren geschichtlichen und erdkundlichen Kenntnisse zur Bildung eines eigenen Urteils fyat, ist offenherziger. Sie leistete sich am Samstag folgende Sätze: „Was die Lage auf der Krim anbelangt, fo ist sie schwer zu übersehen. Die Deutschen melden an drei aufeinanderfolgenden lagen Erfolge. Angesichts des üblichen Vormarschtempos ist anzunehmen, daß ein großer Teil der Krim bereits in den Händen des Reiches ist. Don russischer Seite sind jedoch wenig Informationen zu erhalten." Das „übliche Vormarschtempo" der Deutschen ist gut. Der deutsche Wehrmachtbericht vom Sonntag sagt noch, daß im Donezgebiet deutsche und italienische Truppen feindlichen Widerstand brachen und weitere Städte besetzten. Die Sowjets kämpfen noch an einzelnen Stellen des innersten Donez- Don-Bogens. Aber inzwischen haben wir im Wehrmachtbericht vom 30. Oktober gelesen, daß der Oberlauf des Donez von den deutschen und verbündeten Truppen in breiter Front erreicht Oie schwierige Lage der Sowjets. Erheblicher Mangel. - Llnd England und LlSA.? Stockholms. November. (Europapreß.) Eines der schwierigsten Probleme für die Kriegführung der Sowjets ist der Mangel an Nahrungsmitteln, berichtet der Moskauer Korrespondent der „Sunday Times", der sich augenblicklich in London aufhält. Dieser Mangel sei durch den Verlust der Zucker- und Weizengebiete in der Ukraine entstanden. Man erkläre zwar, daß in Leningrad und Moskau Reserven seien, nehme aber gleichzeitig an, daß trotzdem in beiden Städten ernster Mangel an Lebensmitteln und Brennstoffen entstehen werde. Zusammen mit den Luftangriffen würde diese Erscheinung die Bevölkerung vor harte Proben stellen. Die Lage der kämpfenden Truppe sei dadurch gekennzeichnet, daßMangelanvffizierenun da n A u s. r ü st u n g s m a t e r i a l bestehe. Dor allen Dingen fehle es an Kampfwagen. Dies sei eine Folge der erlittenen Verluste und der Eroberung von C h a r. k o w und Brjansk durch die Deutschen, in denen noch vor kurzem Waffenfabriken mit Belegschaften von 100 000 Mann arbeiteten. Zu den Versuchen der Sowjets, ihre Kriegs« Industrie teilweise abzutransportieren, um sie im Osten wieder aufzubauen, berichtet der Korrespondent, daß man diese Dinge allerdings m Angriff genommen habe, daß aber natürlich nicht mit einer normalen Produktion zu rechnen sei. Man könne aber immerhin damit rechnen, daß in einigen Monaten neue Fabriken errichtet sein wur- den. _ Zur Einstellung der Sowjets gegenüber England und Nordamerika berichtet der Korre« spondent, daß sie sich in der. letzten Zeit gebessert habe. Die Sowjets stellten jedoch oft die Frage, weshalb Nordamerika seine 3nt)uftriß nicht auf Kriegsleistungen umstelle. Die Frage nach Es Hilst kein Leugnen. 3m Oktober 236 Britenflugzeuge abgeschoffen. Berlin, 2. November. (DNB.) Die immer verlustreicher endigenden Einflüge der Briten über den Kanal zwingen das britische Luftfahrt- und Informationsministerium, bei Veröffentlichungen von ge« radezu phantastischen Zahlen über deutsche Verluste ihre eigenen möglichst niedrig anzugeben. So werden für die Zeit vom 1. bis 31. Oktober 1941 von Reuter einfach 94 an der Westküste und über dem Reich abgeschossene britische Jagd- und Bombenflugzeuge unterschlagen. 236 Flugzeuge wurden in der angegebenen Zeil und im genannten Raum von deutschen Jägern, Flak und Rlarineeinheiten vernichtet. 142 Verluste geben die britischen zuständigen Stellen immerhin zu. Diese kläglichen Versuche der Briten, ihre schweren Niederlagen in der Luft abzuleugn^en, sind umso schamloser, als aus deutscher Seite die Beweise für den Zusammenbruch der britischen Angriffsversuche vorliegen. Die Briten selbst aber brauchen nur die nicht zurückgekchrten Flugzeuge zusammenzuzählen und die Namen der vermißten Besatzungen mit den von deutscher Seite laufend veröffentlichten Namen abgestürzter oder gefangengenommener Flieger und Besatzungsmitglieder zu vergleichen. Als Unterlage für dieses Verfahren werden heute folgende weitere Namen abgeschossener und ge« einer britischen Invasion von Westen her werde nicht mehr so oft gestellt wie zu Anfang, doch fragten die Sowjets ständig, wie groß denn die Schäden seien, die durch die britischen Luftangnfse auf Deutschland verursacht würden. Was die H i l f e an Kriegsmaterial angehe, so hätten die Sowjets Verständnis dafür, daß die Transportmöglichkeiten eng begrenzt feiern Große Ungewißheit in England. Stockholm, 2. Nov. (Europapreß.) Der Londoner Korrespondent von „Dagens Nyheter berichtet, daß in England aus verschiedenen Gründen große Ungewißheit über die tatsächlichen Vorgänge an der Ostfront herrsche. Vor allen Dingen beklage man es, daß die englischen Beobachter in der Sowjetunion soweit von der Front entfernt untergebracht worden seien. Es sei ihnen deshalb nicht möglich, auf Grund eigener Beobachtungen ein Urteil zu bilden. Als Beispiel für die Maßnahmen der Sowjets in dieser Beziehung erwähnt der Korrespondent, daß die englische Militärabordnung vermutlich nach ihrer Abreise aus Moskau in Samara untergebracht worden sei. Auch die wenigen englischen Presseberichterstatter seien dort hingeschickt worden. Zu der Tatsache, daß die englischen Beobachter in der Sowjetunion ihre Erfahrungen nicht gerade aus erster Quelle schöpfen können, käme hinzu, daß man in verantwortlichen britischen Kreisen die Nachrichten aus neutralen Quellen — vor allem aus Stockholm und Ankara — grundsätzlich mit großer Skepsis beurteile. In London setze sich langsam aber sicher die Auffassung durch, es fei durchaus angebracht, die Warnungen der Regierung ernst zu nehmen und ein wachsames Auge auf den Kontinent zu richten. fangengenommener bzw. tot geborgener Angehöriger der Royal Air Force bekanntgegeben: Squa- dron Leader R.A.L. Knight, Erkennungsnummer 37 772. — Pilot Officer D. L. Cropper, Erkennungsnummer 60 762. — Officer E. S. Aldous, Erkennungsnummer 82 708. — Officer R. C. Souther- land, Erkennungsnummer 3724. — Officer D. Steward-Clark, Erkennungsnummer 78 535. — Sergeant D. H. Warden, Erkennungsnummer 1 264 316. — Sergeant W. I. Archibald, Erkennungsnummer 68 515. — Sergeant A. D. I. Schuckburgh, Erkennungsnummer 904 834. ,— Sergeant E. W. Gran- eger, Erkennungsnummer 1 164137. — Sergeant Booty, Erkennungsnummer 903 448. — Sergeant C. E. Harris, Erkennungsnummer 903 086. — Sie unterlagen der deutschen Abwehrkraft und ruhen in der von den Trümmern ihrer Maschinen bedeckten Erde an der Kanalküste. Birkenhead und Eardiff bombardiert. Berlin, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge griff in der Nacht zum 2. 11, den kriegswichtigen Hafen Birkenhead mit Spreng- und Brandbomben an. Bei guter Erdsicht konnten in den Anlagen am Mersey zahlreiche Treffer mit nachfolgenden Bränden beobachtet werden. Andere Kampfflugzeuge bombardierten Dock- und Fabrik- I anlagen in Cardiff. wurde. Der Oberlauf des Donez (legt 3 stlich von Charkow, dessen Einnahme am 24. Oktober gemeldet wurde. Am nächsten Tag, dem 25. Oktober, sagte der Wehrmachtbericht, daß sich deutsche Truppen auch in den Besitz des Verkehrsknotenpunktes Belgorod — 75km nordostwärts von Charkow — gesetzt haben. Damit war die nördliche Eckposition erreicht, von der aus der innere ober westliche und der äußere oder östliche Donezbogen beherrscht wird. . Die Sowjets wissen, warum sie mit solcher Zähigkeit dieses Gebiet nicht nur verteidigen, sondern an jedem Meter Heben. So sehr Heben, daß ihnen fast die Freiheit des Entschlusses verlorenzugehen droht. Denn hinter dem Donez und dem Don beginnt em Gebiet, in dem sich Panzerkampfwagen und motorisierte Truppen auch im Winter gut entfalten können, wenn erst einmal voller Frost eingetreten ist. Die Sowjets selbst sprechen von diesem für sie so unangenehmen Tatbestand. Ohne den Punkt übermäßig zu betonen, hat die deutsche Presse schon gelegentlich darauf aufmerksam gemacht, daß der „General Winter" und der „russische Raum" sehr wohl dem V e r t e i d i g e r mehr zu schäften machen können, als einer Truppe, deren technische Versor- gung gesichert ist und die mit überlegener Angrifss- kunst geführt wird. (Simferopol. Simferopol ist aus der tatarischen Niederlassung Ak-Metschet (Weiße Moschee) heroorgeyan- gen. Sein moderner Name knüpft an die griechische Sprache an und bedeutet eigentlich „Sammelstadt", nämlich für die zaristischen Behörden. Die Stadt liegt in malerischer Umgebung am Saldir. Früher beschäftigten sich ihre Bewohner vor allem mit her Herstellung von Obst- und Gemüsekonserven. Die Bolschewisten haben hier auch eine Maschinenindustrie aufgebaut. Simferopol zählt jetzt 143 000 Einwohner. In der Nähe befindet sich das „Schloß der Gärten" mit einem großen Palast und 30 Moscheen. Es war bis 1783 Residenz der Chane. Von Simferopol bis Sebastopol find es noch 78 Eifen- bahn tilometer. Nach Süden steigt allmählich der 160 Kilometer lange Rücken des Jaila-Gebirges (wörtlich: Weide-Gebirge) an, das erdgeschichtlich eine Fortsetzung des Kaukasus ist und Höhen bis 1854 Meter erreicht. 27 700 Gefangene beim Durchbruch durch die zweite Krimstellung. Berlin, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Durchbruch der deutschen Truppen durch die erste, zäh verteidigte Stellung der Sowjets im nördlichen Raum von Perekop, dem Zugang zur Krim, gelang am 27. 10. nach zehntägigen schwersten Kämpfen in völlig deckungslosem Gelände, trotz schwerster feindlicher Artillerie- und Luftabwehr, der Durchbruch durch die stark verminte zweite Stellung. Die Gefangenenzahl, die dis dahin in diesem Kampfabschnitt 12 000 Gefangene betrug, erhöhte sich auf 2 7 7 0 0. Unübersehbares Kriegsmaterial fiel dabei in deutsche Hand. (Sewastopol wieder bombardiert. Berlin, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Am 2. November griffen deutsche Kampfflugzeuge abermals den Kriegshafen Sewastopol auf der Halbinsel Krim mit-Bomben an. Sie versenkten ein größeres Handelsschiff und eines von 4000 BRT. Weitere Volltreffer in den Hafenanlagen sowie in schwimmenden und festen Flakein- richtungen wurden einwandfrei beobachtet. Das Ritterkreuz. Berlin, 2. Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall vdn Brauchitsch, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant von der Chevallerie, Kommandeur einer leichten Infanteriedivision; Generalleutnant Cräß - n e r, Kommandeur einer Infanteriedivision; Generalleutnant Strecker, Kommandeur einer Infanteriedivision; Oberst Wegener, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberstleutnant Rüderer, Kommandeur eines Infanterieregiments; Hauptmann L e u s ch n e r, Führer eines Bataillons in einem Schützenregiment; Oberleutnant Leukefeld, Kompanieführer in einem Infanterieregiment; Leutnant ©affenberg, Zug- und Stohtruppführer in einer Kradschutzenkompanie; Oberfeldwebel Schlee, Zugführer in einem Gebirgsjägerregiment ; Oberfeldwebel ßimmer, Späh trupp sichrer in einer Aufklärungsabteilung. Ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an Oberleutnant Noell, Flugzeugführer in einer Aufklärungsgruppe; Oberleutnant Bisping, Beobachter in einer Aufklärungsgruppe. »Roosevelts Krieg s Neuyork, 3. November. (DNB. Funkspruch.) Ein Leitartikel der „Washington Herald", der noch vor 'der deutschen Erklärung geschrieben wurde, besaßt sich mit Roosevelts Wettlauf hinter dem Krieg. Darin heißt es: Sollte Amerika in den Krieg hineingezogen werden, so müßte dieser Krieg „Roosevelts Krieg" genannt werden. Marineminister Knox fehlte auch in diesem Wochenende in der Schar derjenigen nicht, die Roosevelt in seinem Lauf hinter dem Krieg her begleiten. Also stellte er, wie die Nachrichtenagentur Associated Preß meldet, in Quantico (Virginia) vor jungen Seeoffizieren die Behauptung auf, der Kampf gegen Deutschland sei vorwiegend Selbstverteidigung; nur vergaß er natürlich hinzuzufügen, daß niemand die USA. angegriffen hat. Die amtliche deutsche Feststellung, daß die USA.- Zerstörer z u e r st die deutschen U-Boote angegriffen hatten, muß einen solchen Eindruck in den USA. gemacht haben, daß Knox glaubte, mit noch massiveren Lügenparolen als bisher diesen Eindruck verwischen zu können. Roosevelt soll Farbe bekennen. Neuyork, 3. November. (DNB. Funkspruch) In der Senatsdebatte stellte ein demokratischer 2xb» geordneter Roosevelt vor die Alternative, vom Bundeskongreß eine K r i e g s e r k l ä r u n a zu verlangen, wenn er wirklich überzeugt sei, daß die Sicherheit Amerikas bedroht werde, oder seinen Gefolgsleuten Knox und S t i m s o n, die dauernd zum Krieg hetzten, einen Maulkorb vorzuhängen. Neue Angriffe der USA. auf Zberoamerika. Buenos Aires, 2.November. (DNB.) Nach einer Meldung aus Washington wird die USA.* Regierung in Iberoamerika neue Maßnahmen in Kraft setzen, die den mit der Einführung der Schwarzen Listen geführten Schlag vervollständigen sollen. Während der letzten Monate trugen USA.« Funktionäre in den Vereinigten Staaten und Iberoamerika alle Unterlagen für die Aufstellung „Grauer Listen" zusammen. Diese Listen enthalten Namen, Adressen und Daten der nicht in die schwarzen Listen einbezogenen Personen und Firmen, die die Schwarzlisten-Firmen inzwischen angeblich als Hilfsmänner einschalteten, um einen indirekten Weiterbezug der USA.-Waren unter Umgehung des Belieferungsoerbots durchzusetzen. Die wirtschaftsdiktatorischen Maßnahmen der USA. richten sich angeblich gegen Interessen der Achsenmächte. In Wirklichkeit treffen sie ibero- amerikanische Firmen und Staaten auf das empfindlichste, um sie dem Dollarimperialismus gefügig zu machen. Mit den „Grauen Listen" wird habet auch noch ein Nebenzweck verfolgt. Amtliche USA.. Kreise geben offen zu, daß die Beziehungen zu Ibero-Amerika einer Krise entgegengehen, weil in den USA. alles Material und die gesamte Industrie- kapazität für die Kriegsproduktion gebraucht werdens Zahlreiche ibero-amerikanische Aufträge wurden kürzlich abgelehnt, obwohl von der USA.-Lieferung die Weiterarbeit der betreffenden südamerikanischen Industrien abhängig ist, so daß ihre Stillegung und eine Arbeitslosigkeit der Belegschaft droht. Dieser erwünschte Zustand könne, so befürchtet man in den USA., den Bestrebungen entgegenwirken, ganz Amerika zu unterwerfen. Die „Grauen Listen" bieten die gewünschte Handhabe, unter dem Vorwand einer achsenfreundlichen Gesinnung des Auftraggebers, Lieferungen abzulehnen und ibero-amerikanische Firmen im Stich zu lassen und zu schädigen. . Irland bleibt fest. Dublin, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Minister- Präsident de D a l e ra hielt am Sonntag in Trales vor irischen Truppen eine Ansprache, in der er u. a. sagte: „Der einzige Schild, den wir zur Abwehr eines Angriffes haben, ist die Möglichkeit, uns bis $um Tod gegen jeden Angriff z u verteidigen." Irland könne nur auf sich selbst rechnen, um feine Freiheit zu erhalten, betonte de Valero. 5000 Schulkinder von den Sowjets verschleppt. Stockholm, 2. November. (Europapreß.) Anläßlich der Wiedereröffnung der Volksschulen in Est- land berichtet der Helsinki-Korrespondent von „Af- tonbladet" über die Massenoerschleppungen von Schulkindern während der Besetzung Estlands durch die Bolschewiken. Nicht weniger als 5000 Schulkinder seien von den Sowjets bei Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges nach entlegenen Gebieten der Sowjetunion geschafft worden. Der Unterricht in Estland sei nunmehr dadurch erschwert, daß ein bedeutender Teil der Lehrkräfte von den Sowjets entweder ermordet oder deportiert worden sei. Auch zahlreiche Schulgebäude feien vernichtet worden. Kunst und Wissenschaft. Goelhe-Vledaille für Professor Dr. Dr. Frih Hofmann. Der Führer hat dem Direktor i. R. des schlesischen Kohlenforschungsinstitutes der Kaifer-Wil- Helm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Professor Dr. Dr. Fritz Hofmann in Breslau aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Erforschung des synthetischen Gummis die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Gleichzitig hat der Führer dem Jubilar in einem herzlich gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. An die Vergessene. Von Anton Schnack. Unserer gemeinsamen Spielplätze kann ich mich noch erinnern. Sie sind als unverwischte Bilder in mir geblieben, aber wie wir beide aussahen, das ist nir nicht mehr gegenwärtig. Wo die gepflasterte Straße den Ort verließ und zur staubigen Landstraße wurde, war ein freier, unbebauter Platz, der von einer hohen, mit Glasscherben gespickten Mauer begrenzt war. Dahinter standen und blühten viele Dbftbäume in bäuerlich wilden Grasgärten. Vor der Mauer waren die aus dem Walde angefahrenen Holzstöße aufgebaut, eine ganze Holzstadt, und zwischen dem Holz und, der Mauer gab es ein Gewirr von Gängen, Verstecken und Winkeln, geeignet zum verborgenen und von keinem Erwachsenen beobachteten Spiel. Der ganze Platz war, besonders wenn die heiße Iulisonne kochte und zitterte, von einem märchenhaften Waldgeruch überschwemmt. Von den Scheitern zupften wir die ausgekochten Harzperlen, an den rauhen Schnittflächen glitzernd, und du sagtest einmal, daß diese Perlen die Tränen der Bäume seien. Ich war geneigt, dies zu glauben, weil du es sagtest. An die Worte, die mein Mitleid mit den gefällten Bäumen weckten, erinnere ich mich noch genau. An dich aber nicht mehr. Im Gewinkel der Holzstöße haben wir uns wie in einem Paradies herumgetrieben. Wir bauten uns ein Haus. Bretter, in die Zwischenräume zweier Holzstöße gesteckt, waren das Dach und die Seitenwände. Vor den Einschlupf hängten wir einen Vor- Ö Du hattest zu Hause eine abgelegte zerlöcherte ine weggenommen und mitgebracht. Hinter diesem Schleier zu sitzen, war wie der Aufenthalt in einer weichen, seltsam entrückten Dämmerung. Ich hatte eine kleine Drehorgel, die das Lied „Kommt ein Vogel geflogen" (eierte. Du sangst dazu, und Spiel und Gesang klangen wunderschön. In dem engen Versteck hörte sich beides an als sänge es aus einem tiefen Brunnen zum Licht empor. Von der Straße her wurde nach dir gerufen. Aber du machtest keine Anstalten, dich zu erheben und dem Rufe zu folgen. „Hier ist mein Haus, und ich gehorche nur dir!" Ich habe den Trotz dieser Antwort noch immer hn Ohr, aber das Mädchen, das mit diesem Satz eine Gefolgschaft verweigerte, um einer neuen anzuhängen, an dieses Mädchen kann ich mich nicht mehr erinnern. Manchmal standen mir am Fluß auf einer angeketteten breiten Fähre. Leise und seufzend klatschte das Wasser gegen schwarzgeteerte Planken. In den heißen Nachmittagsstunden, da der Fährmann im Schatten seiner Bretterhütte schlief, war eine besonders feierliche und versunkene Stimmung ringsum. Am anderen Ufer des Flusses lag ein Dorf mit einem grauen Schloß vor einem großen sich weithinausziehenden Wald. An die Lust über dem Wald erinnere ich mich noch genau: unsäglich hell und gläsern war sie in der Höhe, aber unmittelbar über dem schwarzblauen Wald war sie satt und trächtig von Feuchtigkeit und Gewitterschwüle. Ein Floß schwamm den Fluß herunter, eine rote Flößer- sahne wehte an einer hohen Stange. Blutrot leuchtete das Fahnentuch — noch heute glüht das rote Viereck in meiner Erinnerung. Doch wie dein Gesicht aussah, das mit sehnsüchtigem Blick nach Floß und Fahne schaute und dessen Spiegelbild im Wasser hin und her schwankte, das hat sich mir verwischt. Du hast voll Erregung auf die fingergroßen Silberfische gedeutet, deren es so viele im Randgewässer des Flusses gab. Wenn wir uns bewegten, schossen sie blitzschnell in das grüne Wasser der Tiefe und verschwanden. Das habe ich noch im Gedächtnis — auch die träge, leicht schwankende Fähre und das Klatschen der vom Floß verursachten Wellen. Ich erinnere mich auch noch an den Wind, der aufkam und ein wenig das Wasser schuppte und dann wieder einschlief. Und dann saßen wir unter einem Weidenbusch auf dem Steindamm, dessen Steine so sonnenheiß waren, daß es fast die Haut schmerze. Aus den Blättern der Weide leuchteten Marienkäfer, die wir fingen, um sie wieder davonfliegen zu lassen. Wir sprachen dazu die Worte eines Kinderspruches und sahen ihnen nach, um zu ergründen, wohin sie fliegen würden. Aber sie flogen immer wieder zur Weide zurück. Manchmal hörten wir das Plumpsen eines Frosches, der aus dem Uferfraut ins Wasser sprang. Und jedesmal erschraken wir, denn niemand sollte uns sehen, niemand sollte sehen, daß ich den Arm um deine Schulter gelegt hatte und sich dein Gesicht an meines drückte. In die abgründige Stille schnarrte manchmal mit hohlem Laut ein durch das Schilfrohr schwimmendes Wasserhuhn oder das strohige Flügelgeräusch einer Libelle fegte vorbei — das alles ist mir noch deutlich und gegenwärtig, aber dein glühendes Gesicht habe ich vergessen. Gegenwärtig ist mir auch der heftige bittere Dunst aus erwärmtem Wasser, erhitzten Steinen faulendem Holz und üppigen Minzenpflanzen. Auch den reinen Duft deiner aufgelösten Haare glaube ich noch zu spüren. Und wenn ich dir versicherte, daß ich diesen Duft gern hätte, so sagtest du, so dufte auch das Haar von Rotkäppchen. Ein Lächeln spielte um deine Mundwinkel. Den Duft der Haare und das Lächeln habe ich behalten, aber die Farbe der Haare habe ich vergessen und die Form des Mundes auch. An einem Finger deiner rechten Hand stak ein Ring, daran ein bläulicher Stein glitzerte. An den Stein, an den winzigen bläulichen Schmuckstern und sein Gefunkel erinnere ich mich noch ganau. An die Hand, die ich in der meinen hielt, und die ich leise streichelte, an die Hand erinnere ich mich nicht mehr. Oft stand ich auch unter den hohen altfränkischen Fenstern eures von Pappeln flankierten Hauses. Ich lauschte deinem Spiel auf dem Klavier. Manche Töne waren verstimmt, besonders das g und a im Baß und das fis und cis in der höchsten Oktave. Ich hörte deine Stimme, die manchmal zu der dünnen Klaviermelodie sang und dann wieder abbrach. Scheu und leise war deine Stimme, das weiß ich noch genau, und sie schien mir die Stimme einer Nachtigall, die Stimme eines Märchenvogels zu fein, der in den Abend sein Lied singt. Und mit dem Klang im Ohr schlich ich davon in meinen unruhigen oder abgründig tiefen Jugendschlaf. Ich habe seitdem den Klang behalten. Und welche Büsche in eurem Garten wuchsen — ich kann sie immer noch an den Fingern abzählen, die Flieder-, Jasmin-, Goldregen- und Geißblattbüsche, sie sind mir noch greifbar nahe mit ihrem Duft, mit dem Mittagsschatten und der Abend- schwüle, aber du und ich, die sich zum Stelldichein im versteckten Gewirr der Büsche trafen, wie wir beide aussahen — das ist mir wie von einem Nebel zugeweht, das habe ich vergessen. Aber wahrscheinlich bist du dies alles selbst gewesen — und ich habe dich doch nicht vergessen. Zeitschriften. — Im Hoheneichen-Verlag, München, erscheint als wissenschaftliche Vierteljahresschrift des Instituts zur Erforschung der Judenfrage „Der W e 11 k a m p f" (Die Judenfrage in Geschichte und Gegenwart. Herausgeber: Wilhelm ©rau; Schriftleiter: Peter Heinz Seraphim); sie hat in den Jahren, als die NSDAP, ihren Kampf gegen das Judentum begann, unter der Herausgeberschaft von Alfred Rosenberg der Partei als führendes politisches Aufklärungsorgan gedient und ist jetzt die repräsentative Zeitschrift der im März 1941 von Reichsleiter Rosenberg eröffneten Außenstelle Frankfurt am Main der Hohen Schule, die als Institut zur Erforschung der Judenfrage ins Leben gerufen wurde. „Der Weltkamps" behandelt als erste von nichtjüdischer Seite herausgegebene Zeitschrift die Judenfrage streng wissenschaftlich. Heft 1/2 wird eingeleitet von der grundsätzlich bedeutsamen Ansprache „Nationalsozialismus und Wissenschaft", die Alfred Rosenberg im März d. I. bei der Eröffnung der Außenstelle in Frankfurt gehalten hat, und die hier im Wortlaut erscheint. Der Herausgeber Wilhelm Grau legt interessantes und wohl kaum allgemein bekanntes Material über die geschichtlichen Lösungsversuche der Judenfrage vor; anschließend berichtet der gleiche Verfasser über Wesen, Aufgaben, wissenschaftliche Grundlagen und Methoden des Frankfurter Institutes. Einen der politisch aktuellsten Beiträge hat der bekannte Publizist Giselher Wirsing mit seinem Aufsatz „Die Judenfrage im Vorderen Orient" geleistet. Für den Gesamtkomplex der hier aufgeworfenen Probleme grundlegende Gesichtspunkte enthalten der Beitrag über die außenpolitischen Voraussetzungen zur Lösung der Judenfrage von Walther Groß, und Alfred Rosenbergs Abhandlung „Die Judenfrage als Weltproblem". Zur Entwicklung der Judenftage in Europa äußern sich eine Reihe maßgebender Politiker aus verschiedenen Ländern (neben Deutschland Norwegen, Niederlande, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Dänemark und Flandern). Kleine ^Beiträge, Tagungsberichte, Buchbesprechungen und ein sorgfältig registrierendes politisches Tagebuch runden den Inhalt des stattlichen Doppelheftes ab, Aus der Stadt Gießen. Oie dritte Obus-Linie. Ende dieser Woche wird unser Obus-Betrieb durch die Inbetriebnahme der dritten Linie erweitert werden. Diese Linie wird den Verkehr auf der Strecke Schubertstraße — Gaffkystrahe — Uh- landstraße — Wartweg — Röntaenstraße — Lud- wigstraße — Ludwigsplatz — Kaiserallee / Ecke Moltkestraße — Licher Straße bis zum Endpunkt im Stadtwalü an der Licher Straße und umgekehrt versehen. Es ist zu begrüßen, daß mit dieser neuen Obus-Linie auch das Südviertel eine oute Derkehrsverbindung mit dem Stadtkern und oem Randgebiet am entgegengesetzten Ende der Stadt erhält. Dornotizen. Tageskalender für IHonfag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Kameraden"; 19.30: „Niederländisches Ballett". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „D diese Männer". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Lichlbilderoorlrag: „Die politische Karikatur im geistigen Kampf der Gegenwart." Der Gießener Vortragsring (Dolksbildungsstätte Gießen in der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude"/Goethe-Bund/Kulturelle Vereinigung) wird am Mittwoch, 5. November, in der Aula der Universität einen Vortragsabend veranstalten. Dr. Ernst Herbert Lehmann von der Presseabtettung der Reichsregierung spricht über „Die politische Karikatur im geistigen Kampf der Gegenwart". Der Dor- trag wird durch eindrucksvolle Lichtbilder illustriert werden. Giehen-Klein-Linben. Schuhmachermeister Wilhelm Weigel II., wohnhaft am Maiplatz, begeht am kommenden- Dienstag seinen 8 0. Geburtstag. Der alte Herr ist verhältnismäßig noch recht rüstig und in der Lage, leichte Arbeiten zu verrichten. Am dörflichen Leben und darüber hinaus am großen Geschehen der Gegenwart nimmt der Geburtstagsjubilar noch regen Anteil. Er ist Mitbegründer der Kinderschule im DerdunkelungszeU 8.11. von 17.48 bis 8.19 Uhr. Jahre 1896 und einer der letzten noch lebenden Gründer des im Fahre 1889 gegründeten Turnver, eins. Seit vielen Fahren schon gehört er zum Ältestenrat des Vereins. Herr Weigel zählt auch zu den Ehrenmitgliedern des Männergesangoereins „Eintracht" und hat der NS.-Kriegerkameradschaft bis zum heutigen Tage die Treue gehalten. Am 2. April 1938 konnte er mit seiner heute ebenfalls noch rüstigen Frau das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Wir wünschen ihm noch einen recht schönen Lebensabend. Arbeiten, kämpfen, siegen! Eindrucksvolle Kundgebung mit dem stellvertretenden Gauleiter. Im Rahmen der großen Dersammlungsreihe der letzten Tage im Kreise Wetterau fand am Sams- tagabend eine Kundgebung in Gießen in der Aula der Universität statt. Der Ruf der Partei hatte so viele Volksgenossen herbeigeführt, daß die große Aula bis zum letzten Platz besetzt war und viele nur noch einen Stehplatz finoen konnten. Nach kurzen Grußworten des Hoheitsträgers im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, sprach der stellv. Gauleiter Linder in eindrucksvollen Darlegungen zu der Versammlung. Fn den Vordergrund stellte er unseren Kampf gegen die auf Blutgier und Haß aufgebaute Weltanschauung des Bolschewismus, der an die niedrigsten Instinkte der Menschen appelliert. Er machte dabei erneut deutlich, daß mir dem Führer zu tiefstem Danke verpflichtet sind für die Rettung (Europas und der ganzen Welt durch die Vernichtung Der gewaltigen bolschewistischen Gefahr. Der Redner gab hierauf aus eigenen Feststellungen an Ort und Stelle in mehreren Städten der besetzten Sowjetgebiete Ausschnitte bekannt, die einfach grauenvoll waren. Er schilderte u. a. die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der unter der Sowjetgewalt lebenden Bevölkerung. Dabei gab er einen Einblick in die Lohn- und Lebensbedingungen jener Menschen, den er an Hand von Zahlenangaben über Lohnhöhe und Preise für lebenswichtige Waren besonders anschaulich machte; er ließ auch die ungeheuerlichen Mißstände im Leben der Landbevölkerung erkennen, die durch die Mißwirtschaft des Systems in der Hauptsache nur Kartoffeln und Rüben, Buchweizengrütze und dergleichen als Nahrungsmittel hatte und sogar das Brot kaum befaß oder es nur noch als große Seltenheit kannte, während viele schon seit Fahren kein Fleisch mehr essen konnten, weil sie es eben nicht zu bezahlen vermochten. Der Durchschnittslohn eines sowjetischen Arbeiters belief sich nach den Feststel- jungen des Redners an Ort und Stelle auf 250 bis 300 Rubel im Monat, die im Vergleich zu den Warenpreisen soviel bedeuteten wie 36 RM. im Monat in Deutschland. So sahen die „Segnungen" im sowjetischen „Paradies der Arbeiter" aus. Weiter berichtete der Redner auf Grund von Ermittlungen an Ort und Stelle über den Terror der politischen Kommissare, wobei er wiederum grauen- volle Zustande nachweisen konnte. Er schilderte dann die große Verwahrlosung der sowjetischen Fugend anhand von persönlichen Erlebnissen, die so furchtbar waren, daß sie nur tiefsten Abscheu gegenüber einem politischen System auslösen konnten, das der- artige Verbrechen an Kindern des eigenen Volkes nicht nur duldet, sondern sie sogar noch fördert und ausdrücklich für feine Ziele in Rechnung stellt. Dasselbe gilt von den häufigen Verhaftungswellen und dem systematischen Morden an diesen Opfern der sowjetischen Machthaber, wie auch an den Folterungen und den sonstigen Martern an solchen Unglücklichen. Dieses System ist heute der Bundesgenosse Englands und des U5A.-Präsidenten Roosevelt! Und hinter alledem stand und steht das internationale Judentum! Nach einem kurzen Ueberblick über die militärische, wirtschaftliche und finanzielle Lage und einer Parallele mit den Verhältnissen im Kriege 1914/18, wobei erneut zutage trat, daß wir allen Grund haben, mit vollster Zuversicht und mit uneingeschränk- tem Vertrauen zu unserer Führung und unserer unbesiegbaren Wehrmacht in die Zukunft zu blicken und unseres Endsieges gewiß zu.sein, betonte der Redner, daß der Führer unentwegt als höchstes Ziel seines ganzen Hamelns die Erhaltung unserer Rasse und die Sicherung unseres Lebensraumes ansieht. Der stellv. Gauleiter kam in diesem Zusammenhang auch auf die Fudenfrage zu sprechen und erklärte, diese Frage wird für uns erst bann gelöst sein, wenn der letzte'Jude Deutschland verlassen hat. Die Fudenfrage muß aber auch in ganz Europa gelöst wer- den, aus dem der Fude am besten fortgeschafft wird. Wie gewaltig die Gefahr durch das Judentum ist, zeigt sich jetzt besonders in der Haltung der USA. uns gegenüber, und deshalb muß diese Gefahr in Europa vollkommen beseitigt werden, weil Europa endlich Frieden haben will. Die Sicherung des Lebensraumes für unser Volk lenkt unfern Blick nach Osten, wo durch die Heldentaten unserer Soldaten in weltgeschichtlichen Siegen uralter deutscher Sieblungs- und Lebensraum wieder unter den Schutz der deutschen Waffen gekommen ist. Das großrussische Reich, ob zaristisch ober bolschewistisch, ist stets eine Gefahr für ganz Europa gewesen. Dor allem unsere Fugend muß den Blick nach dem Osten richten und es als eine befonbere Ehre unb Verpflichtung ansehen, dort für Reich und Volk eingesetzt zu werden. Die Neuordnung in (Europa wird auf der Grundlage der Gerechtigkeit erfolgen, wir wollen bubet nicht herrschen, aber die Führung werben wir übernehmen. Hierbei stehen uns gewaltige Aufgaben bevor. Unsere Gebanken unb unser Handeln müssen immer dem großen Ziel gelten: den vollen Sieg! Mit diesem Gedanken werden wir weiter zum Führer stehen, den der Herrgott dem deutschen Volke gesandt hat. Und dieses feste Zusammenstehen wird uns zu unserer großen Zukunft führen, in dem wir mit größten Recht sagen können ^Deutschland, Deutschland über alles! (Lebhafter anhaltender Beifall.) Nach einem kurzen Schlußwort des Kreisleiters Backhaus fand die Kundgebung ihren Abschluß mit dem Treuegruß an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht. SMische Musik- und Orchesterschule Gießen. Feierliche Eröffnung. Am gestrigen Sonntagvormittag fand in Gegenwart vieler Musikfreunde in der Aula der Univer- fität die feierliche Eröffnung der Städtischen Musik- und Orchesterschule Gießen statt. Zahlreiche Vertreter der Partei, mit dem Kreisgeschäftsführer Weber als Vertreter des Kreisleiters an der Spitze, der Wehrmacht und Behörden wohnten der schlichten, denkwürdigen Feierstunde bei. Das städtische Orchester unter Leitung von Prof. Dr. Temesväry leitete die Feier mit dem Menuett In g-moll von Mozart ein. Dann hielt Oberbürgermeister Kiffer eine Ansprache, in der er u. a. betonte, daß in unserer Stadt das musikalische Leben von jeher einen starken Impuls und Widerhall bei der Bevölkerung gefunden habe. Das 150jährige Bestehen des Gieße- ner Kvnzertvereins im nächsten Frühjahr fei ein Beweis nicht nur für das musikalische Interesse in unserer Stadt, sondern auch ein Zeichen aktiver Musikalität. Es dürfte kaum eine Stadt von der Größe Gießens in Grohdeutfchland geben, die wie wir auf eine so stolze niveauvolle Musiktradition zurückblicken können. Er erinnerte dann an die Beziehungen großer Tonkünstler zu unserer Stadt und nannte hierbei besonders Max Reger, gedachte aber auch der zahlreichen großen Sängertreffen, die unsere Stadt manchmal in eine singende Stadt verwandelten, Dann stellte er aus der jüngsten Zeit neb.en dem Konzertverein unser städtisches Orchester als einen Hauptträger des Musikschaffens in den Vordergrund und betonte dabei besonders, daß unser Theater schon feit Jahren eine eigene Oper besitzt. Durch die Gründung der Städtischen Musik- unb Orchesterschule, bie in Verbinbung mit ber Hitler- Jugenb ins Leben gerufen würbe, werbe eine For- berung der Zeit erfüllt und das Musikleben in Gießen weiter gefestigt und ausgebaut. In diesem Zusammenhänge dankte der Oberbürgermeister dem Bannführer T a e s l e r für die verständnisvolle Zusammenarbeit. Er verwies bann barauf, baß kürzlich in Weimar bie erste Orchesterschule in Verbinbung mit der Hitler-Jugend gegründet wurde und Gießen jetzt die zweite Schule dieser Art eröffne. Bis jetzt seien über 80 Anmeldungen erfolgt, ein deutlicher Beweis für die Notwendigkeit dieser Schule. Die Stadt Gießen als kultureller Mittelpunkt in dem Raum zwischen Kassel und Frankfurt wolle mit dieser Gründung auch für den Nachwuchs der Orchestermusiker sorgen und damit zur Lösung des dringenden Nachwuchsproblems beitragen. Daß dieses Problem dringend fei, gehe schon daraus ber- vro, daß die Führung von Partei und Staat sich dieser Frage angenommen hätten und die Gründung solcher Schulen begrüßten. Die Leitung der Schule liege in Händen des vielfach bewährten Professors Dr. Temesväry, dessen musikalischer Ruf über unsere Stadt hinaus bekannt sei, und dem er für seine bisherige Mitarbeit herzlich danke. Als Ausbilder und Hilfslehrer ständen bewährte Kräfte unseres städtischen Orchesters zur Verfügung. Alle Voraussetzungen für eine gedeihliche Arbeit seien gegeben, und bie Zukunft werbe erweisen, baß biefe Schule eine Notwendigkeit unb ein weiterer fruchtbarer Beitrag des Musikschaffens in unserer Stadt sei. Zum Schluß wies der Oberbürgermeister daraus hin, daß auch im Kriege die Musen im Reiche Adolf Hitlers nicht zu schweigen brauchen, unbx er erinnerte an die gewaltigen Leistungen unserer Wehrmacht. Unsere Pflicht fei es, dafür zu sorgen, daß unsere Krieger bei ihrer Heimkehr eine Heimat vorfinden, die schöner geworden ist, und in der sie mit Freuden an den großen Aufgaben Mitarbeiten können, die der Führer uns stelle. Dabei solle auch diese Schule mithelfen. Im Glauben an Deutschland und seine große Zukunft eröffne er die Musik- und Orchesterschule. Professor Or. Temesväry dankte in feiner Ansprache dem Oberbürgermeister Ritter für bie Grünbung biefer Schule unb hob dabei bie starke Initiative bes Oberbürgermeistes für alle künstlerischen Dinge besonders hervor. Dann betonte er, daß für die Gründung dieser Schule aroei Gesichtspunkte besonders maßgebend geroefen seien: nämlich die außergewöhnliche Not yinsichtlich bes Nachwuchses an Orchestermusikern, un- ferner, daß eine Stadt wie Gießen nur auf bie Dauer eine solche Einrichtung wie bie Musik- und Orchesterschule nicht entbehren könne. Als besonders erfreulich bezeichnete er es, baß bie Stadt diese Angelegenheit zu der ihrigen gemacht und die Schule unter ihre Obhut genommen habe. Allerdings fei mit dieser Gründung noch keineswegs das Ende der Schule erreicht, jedoch sei im Kriege schon viel damit getan. In ber Zukunft werbe diese Schule eine starke Säule für ben Nachwuchs an Orchester- Musikern sein, wie auch die vor einiger Zeit gegründete „Musikschule Jugend und Volk" auf ihrem Gebiete eine starke Förderung des Musikschaffens in unserer Stadt bedeute. Der jetzt gegründeten hochqualifizierten Fachschule werde es obliegen, den zukünftigen Berufsmusikern eine gute Ausbildung zu geben und damit einen leistungsstarken Nachwuchs an Orchestermusikern zu stellen. Äm Geiste unserer großen Meister der Musik werde bie neue Schule an bie Arbeit gehen. Bannführer Taesler als berufener Sprecher ber Hitler-Jugend begrüßte ebenfalls bie Grünbuna dieser Schule und dankte dem Oberbürgermeister Ritter für dieses neue Werk, das er im Einvernehmen mit der Hitler-Juaen- geschaffen habe, ferner dankte er allen Lehrkräften und Förderern bei diesem neuen Dienst für unsere Jugend und für die Kunst. Er betonte bann bas starke Interesse ber Jugend für die Musik, bas bie Hitler- Jugend veranlaßt habe, schon seit langem die Pflege ber Musik in ihre Kulturarbeit einzubeziehen. Zunächst sei hier Breitenarbeit geleistet worben, jedoch komme es jetzt auch daraus an, für die besonders Begabten die Möglichkeit zu vertiefter Musikausbildung zu schaffen. Nach dieser Richtung hin biete die neue Schule für bie Zukunft die besten Aussichten. Die Hitler-Jugend werde daher gerne dieser Einrichtung ihre Förderung durch Zuführung von Schülern und Schülerinnen zuteil werden lassen. Nachdem bas städtische Orchester das Menuett in Es-dur von Mozart zu Gehör gebracht hatte, schloß Oberbürgermeister Ritter die Feierstunde mit ber Versicherung, baß die Stabt mit gewohnter Gründlichkeit alles tun werbe, um bie neue Schule zum besten Erfolg zu führen, in ber üblichen Weise. IV. Landespferdeschau in Gießen. Unsere Stadt stand am Samstag und am gestrigen Sonntag im Zeichen der Pferdezucht in unserem Gaugebiet. Den Anlaß dazu gab die vom Landesverband der Pferdezüchter Hessen-Nassau veranstal- tete IV. Landes-Pferdeausstellung, die sich zu einem (Ereignis von besonderer Bedeutung gestaltete. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger hatte die Schirmherrschaft über die Schau, die mit rund 200 der besten Pferde aus dem gesamten Gau Hessen-Nassau beschickt war und neben der Vorführung dieser Tiere gestern auch ein Rett- und Fahr- turnier brachte, übernommen. Am Samstagnachmittag fand die Prämiierung der Einzelklassen der ausgestellten Pferde auf dem Waldsportplatz statt, der sich am gestrigen Sonntag vormittag bie Prämiierung ber Pferbe-Familien und Sammlungen sowie bie Sieger-Prämiierung ebenfalls auf dem Walbfportplatz anschloß. Bei bei- ben Ereignissen konnte man hervorragendes Pferde- material sehen, das von dem hohen Stand unserer heimischen Pferdezucht Zeugnis ablegte. Ein kamerabschaftlicher Züchterabend vereinigte am Samstagabend im Hotel Hopfeld auf Einladung unseres Oberbürgermeisters die ausstellenden Pferdezüchter mit den Vertretern von Partei, Staat und Wehrmacht sowie zahlreichen Freunden der Pferdezucht. Oberbürgermeister Ritter betonte dabei in einer Ansprache, daß Gießen diese Schau gerne übernommen habe, denn Gießen sei der Mittelpunkt bes bäuerlichen Hinterlandes. Gerade bie Universität Gießen unb ihre Professoren stäuben nicht isoliert da, sondern seien mit der Bevölkerung aufs engste verbunden. Oberbürgermeister Ritter erinnerte bann an bie 28jährige fruchtbare Tätigkeit Justus von Liebigs in unserer Stadt und sprach von ben vielen Einrichtungen und Veranstaltungen, bie bie Stabt im Lause ber Zeit errichtet und veranstaltet habe, um auch ihrerseits der Landwirtschaft Karin Grunelius Roman von Guiüo K.vranü 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Hände flach vor sich hinstreckend, schien der Wirt die Szene beschwören zu mosten, hob fein Gesicht gegen die grüne Laube und beendete die Zwiesprache mit einem lauten Schnalzen. Mit einer behenden Drehung, die man feiner Fülle nicht auge- traut hätte, verschwand er. Karin hatte sich nicht einmal so sehr verwundert, wie Thomas annahm. Sie lächelte nur. Denn alles, was sich vor ihr abspielte, hätte ebenso gut in einer Jumbe vor sich gehen können, wenn ein Mann aus dem Nachbardorf kam und man ihm den (Empfangs- trunf darbot. „Profit!" sagte Thomas. Sie flüsterte es mehr, denn mit einem Male überschattete sie ein Gedanke an Günther. War es ein Unrecht van ihr, hier zu sitzen, während er ans Bett gefesselt im Krankenhaus lag? Noch während des Trinkens — sie sah Thomas dabei nicht an — schob sie den Gedanken von sich weg. Niemand konnte etwas dabei finden. Denn sie war schon gar nicht mehr in Spaccaforno, nicht mehr bei Thomas, sondern schon weit — sehr weit fort in Deutschland. Thomas hatte eingesehen, daß er ein paar wunderschöne Stunden versäumt haben würde, wenn er sich weiterhin so unsinnig verhalten hätte. Karins .Gesicht, gegen die weiße Wand der Trattoria gestellt, mit den zarten grünen Schatten unter den Augen, dem manchmal so seltsam über ihn Hinwegschauenden Blick, schien ihm auf einmal das herrlichste Motto für ein Bild zu fein. ,Hch muß Sie jetzt zeichnen, Fräulein Karin. Ich habe jetzt gesunden, was ich brauche", sagte er, zog sein Skizzenbuch hervor, trank das Glas leer und ließ langsam den Bleisttft über das Papier gleiten. Aus tausend feinen Strichen, hundert kleinen getönten Flächen, dunklen Schatten und feinen Lichtern wuchs ihr Bild aus einer Hand, in der alles lebendig zu werden schien. Mit febem Anlegen, jeher Biegung, jeder Kurve vollendete sich die Wirklichkeit noch einmal zum Ebenbild. ■ßaüen Sie es mich feheiU" hat Kano. Er reichte es hinüber und schaute sie wartend an. „Wenn Sie nicht nur mein Gesicht gezeichnet, sondern auch wissen, was Sie da hineingelegt haben, Herr Bröger. dann sind Sie ein großer Künstler." Sie gab ihm das Blatt wieder zurück, nachdenklich geworden darüber, daß jemand in ihr Inneres geschaut haben könnte. Jemand, ben sie nicht hinein- sehen lassen wollte. Thomas war betroffen. Ihr Blick, in kaum merklicher Scheu leise flackernd, zeigte Abwehr. „Ich habe mir eigentlich gar nichts dabei gedacht, Fräulein Grunelius. Die Hände gehen-«da ihren eigenen Weg, aber allem Anschein nach müssen sie irgendwo von innen her gelenkt werden. Sonst könnte es nicht so sein, daß man von dem anderen mehr sieht oder ahnt ober sogar weiß. Wahrscheinlich ist bas bas Geheimnis aller Künstler. Nur bei mir muß ich die Einschränkung machen, baß ich gar keiner bin. Von Beruf, meine ich." „Sonbern?" unterbrach sie ihn rasch und jäh erstaunt. „Was sinb Sie bann?" Er lenkte mit einem leichten Achselzucken ab, als hätte er sich einer unliebsamen Ueberraschung ausgesetzt: „Ach, bas spielt keine Rolle. Das ist ganz unwesentlich. Nur bas eine ist gewiß, daß ich hier nichts bin als ein bilettierenber Maler, ein guter Kunde eines Mal- unb Zeichenladens. Zu Hause versinkt bann bas alles roieber in ben Strom bes 'schönen Vergessens und einer wunbersamen (Erinnerung. In' diesem Jahr erhöht durch Ihr unverhofftes Auftauchen." Karin spürte langsam eine heiße Blutwelle in ihr Gesicht steigen. D^as für ein Mensch war biefer Thomas? Sie ertappte sich plötzlich babei, daß sie ihn innerlich schon bei feinem Vornamen nannte. — Wenn wenigstens irgenb etwas an ihm gewesen wäre, was sie hätte verabscheuen, wogegen sie sich hätte auflehnen können! Aber immer zog er sich wie jemanb zurück, ber in einem Wald lebt und nur von Zeit zu Zeit in bas Licht ber reifen Änrnfelber tritt, bie Augen vor der grellen Helle schließt unb bann wieder in das Dunkel ber Bäume zurücktaucht. „Wenn Sie kein Maler sinb, so sinb Sie boch ein Künstler. Oder ich möchte sagen, ein Mensch..." sie machte eine kleine Pause, als falle es ihr schwer, eine Entdeckung preiszugeben. „Na — was für ein Mensch denn? Ich bin sehr neugierig!" Er lächelte, ohne sie babei anzusehen. Karin trank langsam einen Schluck Wein, als müßte sie sich noch mehr Zeit lassen, um nicht durch ein unbedachtes Wort zu viel von sich selbst aufzuzeigen. Auch die nächsten Sekunden waren noch von einer Stille erfüllt, in der man den Schlag eines Herzens wie die leise Mahnung eines Schicksals spürt. „Ich weiß nicht, ob ich Ihre Neugier befriedigen kann. Vielleicht irre ich mich auch. Aber irgendwie müssen Sie mit vielen Dingen ber Natur zu tun haben, mit ihren Geheimnissen, mit ihrer Enträtselung. Sie konnten zum Beispiel Chirurg sein oder Phy- fiter. Ich stelle Sie mir in einem Laboratorium vor — ja, in einer modernen Hexenküche, ohne Rauch unb Qualm natürlich." Erst nach einer langen Weile vermochte Thomas etwas zu sagen. Wie seltsam hatte sich boch biefe Stunde verändert! Von einem witzlosen Eigensinn, ben Karin ausgezeichnet pariert hatte, war sie, ohne baß man es spürte, in eine noch unbegreifliche Begegnung hinübergewanbelt. Er hatte irgenbroie bas Gefühl, daß Karin ihn wie ein Magier umschritt, daß nichts mehr an ihm verschlossen war ober »erborgen bleiben konnte. Er schob feine Brille, bie er aufgesetzt hatte, nur um eine gewisse Unbeteiligtbeit zu spielen, auf bie Stirn, legte sie auf ben Tisch zurück unb sagte: „Sehr gut, Fräulein Grunelius. Sehr gut. Ich bin zwar roeber bas eine noch bas andere. Aber weit sind Sie nicht davon entfernt. Verblüffend, wie Sie oas herausgefunden haben. Aber sprechen wir doch von etwas anderem!" „Also boch von ber Kunst!" lachte sie. „Nein! Don Ihrem Beruf. Oder erzählen Sie mir von Ihrer Heimat. Was Sie wollen!" Karin schüttelte beinahe eigensinnig ben Kopf. Sie wollte vielmehr etwas von Deutschlanb hören, von ben großen Stäbten unb Gebirgen, von ben riesigen Jnbustrieanlagen unb bem ungeheuren Aufbruch, ben bie Deutschen begonnen hatten und der bie Welt in Unruhe versetzte. Thomas sah einen Augenblick stumm vor sich hin, bann begann er zu erzählen. Es war, als hätt» er nur auf ein Stichwort von ihr gewartet. Sie lauschte, mit jeber Minute stärker gepackt von seinen Worten. Was Thomas ba vor Karin ausbreitete, war eine völlig neue Weltanschauung, etwas erfrischet Starkes unb Junges, bas |o ganz verschieben war von bem, was sie bisher kennengelernt hatte. Hin und roieber warf Karin eine Frage bazwischen; im großen ganzen aber beschränkte sich ihre Unterhaltung barauf, daß Thomas sie in bie geistige Welt bes neuen Deutschland einführte. Als sie schließlich aufbrachen, um nach Samplen zurückzukehren, war Karin ganz in Nachdenken versunken. Stumm ließ sie die Schönheit bes Abenbs auf sich wirken, ber ihr als Vorbote erregenber, noch vom Geheimnis bes Unbekannten umwobener Ereignisse erschien. 8. Günther hatte am nächsten Morgen eigentlich nur erfreuliche Nachrichten erhalten, lieber Nairobi war eine bedeutende Geldanweisung gekommen, die ihn der Sorge des Krankenhausaufenthaltes enthob und soweit reichte, daß er mit Karin nach einer Erholungsreise an die Adria oder an die Riviera, die ihm Doktor Carli als unbedingt notwendig empfahl, ohne viel rechnen zu müssen in München ober Berlin leben konnte. Gleichzeitig kam ein längeres Telegramm der (Eltern an, dessen Dutzend Fragen einen einzigen Komplex umschlossen: „Seid ihr gesund unb ist euch nichts passiert?" Er verstand diese Besorgnis nicht recht, ba er die erste Mitteilung nach Merckhof , für ausreichenb hielt. Obgleich er bie Berechtigung des fürsorglichen Sichkümmerns niemanbem absprach, so empfanb er es boch unter ber noch Immer nachhaltigen Wirkung bes Ereignisses als unangebracht, ja als einen stillen Vorwurf. Er lobte jetzt beinahe Karins Entschluß, nicht In seiner Nähe zu wohnen unb ben ganzen Tag um ihn zu fein. Vielleicht hätte er ihr Gesicht, jenen leibenb-mitleibsDollen Zug um bie Augen, der manchmal ihre Stirn unb ihren Mund wie ein । Schatten überlagerte, nicht ertragen können. Er | empfanb es wie eine Demütigung, baß man Ihn so hilflos liegen sah. Er sah auf bie Uhr und wunderte sich, baß sie noch nickt da war. Erwartung und Freude erregten ihn so, daß sich bie Zeit vervielfachte, daß sich bi< Minuten dehnten unb zurücksprangen zu kleinen Geräuschen an der Tür, an denen er Karin zu erkennen glaubte. Nach einer Weile fand er ben blauen Himmel vor bem Fenster unerträglich. Dann wehten bie Vorhänge zu stark unb blähten sich wie gelbe Ballons in bas Zimmer herein. (Fortsetzung folgt) Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf. BerlaußderMdiePfer^uck^ neuer Ansporn zu weiterer reger Arbeit sein wird. lichen Taten des früheren Gießener Professors I u = Statt Karten Gießen Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen Auch zum Feldpostversand zugelassen. G LORI Hl Erstaufführung Heute Montag Lollar, den 1. November 1941. 4528 D j Verkäufe | in allen Apotheken und Drogerien Trauma Plast einer der bedeutungsvollsten Filmschöpfungen dieser Spielzeit Werbe-Drucksachen liefert BrQhl'sche Druckerei Zwei möblierte Zimmer in einem einfach. Hause in Gießen ob. nächst. Umg. z. mieten gesucht. 2ctn\ Ang. unt. 03661 a.d.G.A- Innsbruck 03669/ Schon blutet es. Wenn Sie nun krank feiern wollen, dann machen Sie sich einen „bedeutenden dicken, altmodischen Verband. Wenn Sie aber gleich weiter arbeiten wollen, dann genügt ein Stück von dem dünnen, straff sitzenden, heilungfördernden Wundpflaster —, — > 1PQLQST Giessen Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Bctr.: Versorgung der in Gemeinschaftsverpflegung stehenden Verbraucher mit kakao- und marzipanhaltigen Erzeugnissen und mit Zuckerwaren nach Maßgabe der Anordnung Nr. 127 der Wirtschaftlichen Vereinigung der deutschen Süßwarenwirtschaft. Die Versorgung der in Gemeinschaftsverpflegung stehenden Verbraucher mit Süßwaren erfolgt bis auf weiteres, und zwar vom Beginn der 29. Zuteilungsperiode ab in Höhe von 100 g kakao- und marzipanhaltigen Erzeugnissen und 100 g Zuckerwaren je Kopf und Zuteilungsperiode. Zunächst stehen 600 g Süßwaren der beiden Sorten zusammen je Person für die 29., 30. und 31. Zuteilungsperiode zur Verfügung. Träger der Gemeinschaftsverpflegung im Sinne der Ziffer 1 der Anordnung Nr. 127 der Wirtschaftlichen Vereinigung der deutschen Süßwarenwirtschaft können, falls sie auf Zuweisung von Süßwaren für ihre Dersorgungsberechtigten Wert legen, bei dem für sie zuständigen Ernährungsamt bis spätestens den S. November d. 3. die Ausstellung eines Bezugscheines B, unter Zugrundelegung der Zahl der am Tage der Antragstellung von ihnen zu verpflegenden Personen, beantragen. Die Anträge sind bei der Abteilung des Ernährungsamtes zu stellen, die für die sonstige Betreuung des antragstellenden Trägers der Gemeinschaftsverpflegung hinsichtlich seiner allgemeinen Verpflegung zuständig | Mietgesuche | Kleines Wohnhaus sofort zu mieten gesucht,a.Iiebsten in Gießen oder nächster Jlmgeb. Schr. Ang. unt. 03660 a.d.G.A. Für die uns zu unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Emil Schmittdiel und Frau Dora, geb. Mössmer Künstler im feldgrauen Rock Eine Ausstellung im Landesmuseum in Darmstadt. zu helfen. Abschließend schloß der Oberbürgermeister seine Grußworte mit dem Wunsche, daß die Lan- despferdeschau einen guten Erfolg bringen möge. Für den Landesverband Hessen-Nassau der Pferde- züchter sprach dessen Vorsitzende^ R. Walther. Er dankte dem Oberbürgermeister und der Stadt für das große Verständnis und Entgegenkommen, erkannte die Arbeit der Pferdezüchter an und ermahnte sie, aus dem beschrittenen Wege weiter zu arbeiten. Die diesjährige Schau habe gezeigt, daß die Zucht im Derbandsgebiet sich weiter gebessert habe. Heute ständen Millionen von Pferden neben dem tapferen Soldaten an der Front, und die Aufgabe der Pferdezüchter sei daher mit eine kriegswirtschaftliche Pflicht. Ein buntes Programm unterhielt dann die Gäste in schöner Weise. Vom Theater der Universitätsstadt trugen die Herren Kratz und Druschel verschiedene Lieder vor, die Herr Hahn begleitete. Mit seinen Mundartgedichten erfreute Georg Heß die Besucher in hohem Maße. Bei einem Massenbesuch — schätzungsweise waren etwa 4000 Besucher erschienen — in Gegenwart des Schirmherrn, Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, fand am gestrigen Sonntagnachmittag auf dem Waldsportplatz die Hauptveranstaltung statt. Oberbürgermeister Ritter hielt zu Beginn eine kurze Ansprache, in der er die Veranstaltung der Pferdeschau in unserer Stadt begrüßte und dabei u. a. betonte, wenn eine Stadt das Recht für sich in Anspruch nehme, den Ehrentitel „Stadt der Bauern" errichten werde, in dem alle Dienst- Gießen in besonderem Maße dieses Recht. Zur Best u s von Liebig für die deutsche Landwirtschaft und deren Entwicklung hin, er erwähnte aber auch die vielfältige Förderung, die unsere Stadt allen landwirtschaftlichen Dingen von jeher hat zuteil werden lassen. Weiter machte er die Mitteilung, daß die Stadt Gießen nach dem Kriege ein „S)a us der Bauern errichten werde, in dem alle Dienststellen des Reichsnährstandes räumlich zusammengefaßt werden sollen, damit dem Landvolk bei Der Erledigung seiner Angelegenheiten beim Reichsnährstand kein unnötiger Zeitverlust entstehe. Zum Schluß wünschte er der Veranstaltung einen guten Verlauf und der heimischen Pferdezucht eine wei- Wo fehlt bilanzsicher. Buchhalter WWlOoneWent? Aelterer kaufmännisch. Angestellter wünscht sich zum 1. Januar 1942 zu verändern. Schriftliche Angebote unter 03666 an den Gießener Anzeiger erbeten. Trockenheit im Nasenrachenraum die häufig mit Kopfschmerzen und ähnlichen Beschwerden verbunden ist und die besonders bei starken Rauchern auftritt, läßt sich ausgezeichnet beeinflussen durch Klosterfrau-Schnuvfvuloer. tzergestellt aus wirksamen Heilkräutern von der gleichen Firma, die den bekannt guten Klosterfrau- Melissengeist erzeugt. 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Die Graphik erscheint in mancherlei reizvollen Blättern meist kleinen Formates: hier sieht man Bud- nisse von Kameraden und Vorgesetzten, Kamps« szenen, fremde Volkstypen, flüchtige Begegnungen und Augenblickseindrücke aus der weiten, schnell und oft wechselnden Landschaft dieses Krieges; auch der politisch-karikaturistische Einschlag fehlt nicht. — Don der sparsam vertretenen Plastik nennen wir neben einer Nietzsche-Büste und einigen liebevoll modellierten Kinderköpfen mit besonderer Betonung eine stimmungsvolle, kleine, geschlossene Holzfigurengruppe von Biermann: Soldat mit Frau und Kind. * Dieser knappe Ueberblick mag eine Vorstellung von der Vielfalt der Erscheinungen geben und zum Besuch einladen, der nicht allein künstlerisch interessante Begegnungen vermittelt, sondern auch, je zahlreicher er ausfällt, um so eindringlicher die Verbundenheit der Heimat mit der Wehrmacht bekunden mirb. Hans Thyriot. Ein Eheschifflein auf Wogen der Heiterkeit bei stürmischem Seegang mit Paul Hörbiger, Job. Riemann Grethe Weiser, Georg Alexander Jane Tilden, Susi Nicoletti Noch bjs Mittwoch, 5. November, einschließl. Jticfi ts&ielftaus Eisernes Bassin, Garten-Bretterbude, Garten an der Autobus- Wendestell.Klein- Linden zirka3500 qm zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unter 4522D an den Gieß. Ariz.i Den Kaktus wohl rasiert man nicht, jedoch die Stoppeln im Gesicht. . . Das Wasser mit Esbit mach heiß, dann gehts famos auf glatteWeis*. Trockenbrennstoff Esbit zum Wärmen von Wasser für verschiedene Zwecke ist überall erhältl. Preis 20 Tabletten mit kleinem Kochgestell 60 Pfg. Bezugsquellen weist nach der Hersteller: Erich Schümm. Eiblt-Brennitotf Fabrik, Ä ^>e Stuttgart W109 Schön möbliert. Zimmer mit Klavier z. 1. November oder später zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 03622 a.d.G.A. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, die kameradschaftlichen Ehrungen der Kriegerkameradschaft und für den ehrenden Nachruf des Herrn Betriebsführers sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Frau Emma Gaul und Kinder. Erstlingsschwein in3Wochen werfend, sehr gute Abstammung, verkauft 452M Hch. W. Sam es, Tors-Güll.__ Gebrauchter schwarz.Michen- berd, rechts, schwarzer Ofen, Gasherd ohne Backofen zu verkaufen 03662 Noonstr. 14 II- KAMERADEN Willy Birgel - Karin Hardt Maria Nickliach - Hedwig Wangel - Rudolf Fernau - Paul Dahlke - Carl Wery - Günther Hadank - Martin Urtel Spielleitung: Hans Schweikart. Tägl. 2.30, 4.45, 7.30 Uhr. - Jugend hat Zutritt. Bente Montafi fällt die Abendvorstellung 7.30 aus! Dresdner <5<£. Tschammerpokalsieger. Schalke 04 mit 2:1 (1:0) besiegt. Das 7. Tschammerpokal-Endspiel, das am Sonn- taä im Berliner Olympiastadion vor einer Rekorü- Zuschauermenge von 90 000 Personen vor sich ging, gestaltete sich zu einem Triumph für den Pokalverteidiger Dresdner Sport-Club, der in einem guten und mitreißenden Kampf den fünfmaligen deutschen Meister Schalke 04 mit 2:1 (1:0) Toren schlug und damit die Trophäe des Reichssportführers für ein weiteres Jahr gewann. Dem Frankfurter Schiedsrichter Fink stellten sich folgende 22 Spieler: Dresdner SC.: Kreß; Miller, .Hempel; Pohl, Dzur, Schubert; Kugler, Schaffer, Hoffmann, Schon, Carstens. _, Schalke 04: Klodt; Bornemann, Schweiß- furth; Füller, Gellesch, Burdenski; Kalwitzki, Sze- pan, Eppenhoff, Kuzorra, Barufka. Der Sieg des Pokalverteidigers muß als verdient angesehen werden. Seine mannschaftliche Leistung war eindrucksvoller und zwingender als die der Westfalen. Schließlich verstanden es die Sachsen, die wenigen in diesem Kampf gebotenen Torgelegenheiten hundertprozentig auszunutzen. Das war eine Meisterleiftuna. Auch in taktischer Hinsicht waren die DSCer auf der Höhe. Selbst in Augenblicken höchster Gefahr für das eigene Tor verlor die Mannschaft weder die Ruhe noch die klare Uebersicht. Konsequent wurde gedeckt, und hier liegt wohl das Geheimnis des großen Dresdner Sieges. Wohl hatte Kreß viel Glück bei der Abwehr, aber auch hier ist wieder das Sprichwort zu Ehren gekommen, das besagt, daß nur der Tüchtige Glück hat. Beide Verteidiger spielten fehlerlos, das gleiche gilt von den Läufern. Im Angriff war Richard Hofmann zwar etwas langsam, aber doch ein sehr wirksamer und wertvoller Spieler. Schön war .der Im Landesmuseum in Darmstadt wurde am Sonntag die Ausstellung „Künstler im feldgrau e n R o ck" eröffnet, die das Generalkommando des XII. AK. in Wiesbaden anregte, und welche die StSG. ,Lraft durch Freude" der Gaue Hessen- Nafsau, Baden, Westmark und Moselland gemeinsam mit dem Generalkommando veranstaltete. Es werden ungefähr, 350 Arbeiten von Künstlern, die sich gegenwärtig bei der Wehrmacht befindens aus diesen vier Gauen gezeigt. Ein Grundgedanke der Ausstellung war, die Künstler, die jetzt Soldaten sind, materiell zu fördern; der wehrpropagandistische Wert begründet sich ferner darin, daß hier dargetan wird, wie der deutsche Künstler sich auch im feldgrauen Rock auf seine ursprüngliche Mission zu besinnen vermag; weiter — worauf u. a. das Katalog-Vorwort des Wehrkreisbefehlshabers Generals der Infanterie Steppuhn hinweist —,'daß die deutsche Wehrmacht sich, im krassen Gegensatz zum kulturzerstörenden Bolschewismus, auch im Kriege zur ' Förderung der Kunst verpftichiet sühlt, wie sie das schon im Frieden getan hat. Die hier gezeigten Arbeiten stammen großenteils von Künstlern aus unserem Gau, aber auch aus allen möglichen anderen Landschaften des Reiches; maßgebend war die Zugehörigkeit zum XIL AK. Statt einer Aufzählung zahlreicher Namen (was wegen der verzögerten Ausgabe des Kataloges ohnehin fragwürdig bliebe) soll versucht werden, einen ungefähren Eindruck vom Gesamtbilde zu geben. Das Uebergewicht in fast allen Sälen hat, wie gewöhnlich, die Malerei; daneben gibt es eine Menge guter Graphik und einzelne plastische Arbeiten. Die tere günstige Entwicklung. . Nach einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden des Landesverbandes der Pflerdezuchter, Walther, wickelte sich das Vorführungsprogramm m sehr interessanter Weise ab. Neben den Eignungsprüfungen für Gespanne und den Vorführungen der prämiierten Pferde waren es auch eine Anzahl Jagdspringen und Schaunummern der Wehrmacht (Bie- rerzug), die die Besucher mit Spannung verfolgten. Der Schirmherr Gauleiter Sprenger überreichte den Besitzern der mit den ersten Preisen au5ge= zeichneten Pferde die Ehrenpreise persönlich und zeichnete sie dadurch für ihr anerkennenswertes Wirken als Pferdezüchter aus. Der Verlauf der Veranstaltung wickelte sich reibungslos ab und zeigte die heimische Pferdezucht auf großer Hohe. Alles in allem nahm die Landes-Pferdeschau — über deren wichtigste Ergebnisse der Prämiierung wir noch berichten werden — einen ausgezeichneten Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen herzensguten Mann, unseren treusorgenden Vater, Bruder, Neffen und Schwager Pfarrer Georg Friedrich Naumann im Alter von 62 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Mathilde Naumann, geb. Manns Thildi Naumann Gisela Naumann Georg Naumann. Alten-Buseck, den 1. November 1941. Die Trauerfeier findet Mittwoch, 5. November, um Vz3 Uhr, in d. Kirche zu Alten-Buseck statt ______ 4529 D | Kaufgesuche"| Skistöcke auch einzelne zu kaufen gesucht, daselbst brauner Damenpelz zu verkauf. 4525V Zu erfr.i. d. Ge- schästsst.d.G.A. | Verschiedenes] Nachhilfestunden in Englisch und Mathematik ges. 03668 Blvckstr. 13 von Holler hervorgehoben, deren soldatische Hal- tung sich spürbar auch dem überzeugend klaren malerischen Ausdruck mitgeteilt zu haben Jdjemt, oder das sehr plastische, geschmackvoll kolorierte Bildnis eines Chefarztes von Haller. Charaktervolle Köpfe findet man auch von D i e l m a n n; daneben wirkt das weibliche Porträt „Roulette , Chartres 1940, von P r e s b e r überraschend in dieser Umgebung und fast mondän. Der gewissermaßen soldatische Stil emer schmucklos-klaren, naturnahen und unverschleierten Wiedergabe des Sujets, der zahlreiche Bildnisse auszeichnet, begegnet dem Besucher auch in den ohne alle Stillleben-Aufmachung gemalten Arbeiten (Eberesche, Apfelzweig, Blumen) von S e i w e rt , der auch mit einem Selbstbildnis vertreten ist. Es gibt also in dieser Ausstellung, was psychologisch ebenso begründet erscheint, auch ganz unkriegerische Gegenstände; Landschaften, die m keiner Weise vom Kriege gezeichnet oder nur gestreift sind, und in einigen von ihnen ist auch jenes neuerwachende Gefühl für die Landschaft zu empfinden, mit neuen Blickweisen, Kompositionsformen und Farben, wovon schon gelegentlich der Gau-Ausstel- lunq hier die Rede gewesen ist. Wir nennen da an erster Stelle als eine der für unser Gefühl stärksten Arbeiten eine in ganz zarten, unwahrscheinlich friedlichen Romantikerfarben gemalte Natursgenerie von Sauter. Wir nennen weiter B 0 d e mit einer koloristisch sehr pikant dargebotenen zerschoßenen aroße Führer des Angriffs, bei dem alle Fäden zu- sammenliefen. ~ Bei aller Anerkennung des Dresdner Sieges muß man doch sagen, daß Schalke viel Pech hatte. Der fünfmalige deutsche Meister hätte sogar gewinnen können, allerdings nur dann, wenn er nicht zuviel Zeit vertrödelt und von Anfang an energischer und zielstrebiger gespielt hätte. Selbst in der zweiten Halbzeit wurde der Ball im Dresdner Strafraum ständig hin und her geschoben, bis schließlich ein Dresdner Abwehrspieler mit Erfolg dazwischensprang. Besonders Szepan und Kuzorra übertrieben in dieser Hinsicht. Ein schwacher Punkt in der Schalter Elf war diesmal auch Burdenski. Schließlich arbeitete auch Torhüter Klodt beim ersten Dresdner Torerfolg alles andere denn glücklich. , ’ Fußball-Meisterschaftsspiele. hessen-Trassau. Kampfsport Wiesbaden — Kickers Offenbach 2:4; SV. 05 Wetzlar — Eintracht Frankfurt 3:4; FC. Hanau 93 — TSVgg. Hanau 1860 8:2; Union Nie- derrad — RSG. Rotweiß Frankfurt 1:1; VfB. Großauheim — SV. 98 DarmstcM 1:3; RSG. Wor- matia Worms — Dunlop Hanau 6:0. Sieg im Zubiläumsspiel. Handball Deutschland — Dänemark 13:8 (6:3). Das 50. Handball-Länderspiel des deutschen Handballsports führte am Sonntag die deutsche Nationalmannschaft in Hamburg zum sechsten Male gegen die dänische Landersvertretung. Dänemarks Nationalelf mußte in diesem Spiel auch ihre sechste Niederlage hinnehmen und wurde mit 13:8 (6:3) Toren klar geschlagen. Hessen-Nassau. Polizei Frankfurt — TV. Mombach 18:1; DG. Offenbach — TG. Dietzenbach 5:8; TG. Friedberg — GfL. Pfungstadt 6:9; LSV. Gießen — TG. Hanau 12:14; TG. Rüsselsheim — SA. Frankfurt 6:5. ist Es ist den Trägern der Gemeinschaftsverpflegung anheimgestellt, statt eines Bezugscheines zwei Bezugscheine (jedoch nicht mehr) zu beantragen, um die für die 3 Zuteilungsperioden ihnen zustehenden Mengen in 2 Raten abnehmen zu können. In diesem Falle darf die Kopfquote des einzelnen Versorgungsberechtigten 600 g jedoch im ganzeü nicht überschreiten. 4527D Gießen, den 1. November 1941. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen: Der Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Stoffe sind sehr verschiedener Art. Betonter als etwa in der letzten Gau-Ausstellung tritt hier das Kriegsthema oder der allgemein soldatische Vorwurf in den Vordergrund. Doch blieb hier nicht nur stofflich, sondern auch für die unterschiedlichen Individualitäten, Temperamente und Stilarten noch Spielraum genug. Da sieht man etwa ein großes Gemälde von Lindlachner, eine Flakstellung, in monumentalem Format mit einer naturalistisch ins Detail gehenden Sachlichkeit aufgebaut. Aus einer anderen stilistischen Linie, obwohl auch noch in vielen Einzelheiten peinlich genau verdeutlicht, der im Feuer vorspringende MG.-Trupp von Holtmann; hier hat schon die heftige Dramatik des Kampfbildes eine gewiße Lockerung der Farben und Formen bewirkt. Eine dritte Stufe endlich könnte das (künstlerisch interessanteste) Bild eines Tankangriffs von Presber bezeichnen: der Maler sah hier in und hinter dem militärischen Vorgang, dem .übrigens nichts von seiner elementaren Wucht und Stoßkraft genommen wurde, die merkwürdigen, malerisch höchst reizvollen farbig-atmosphärischen Begleiterscheinungen. Drei menschlich wie technisch bemerkenswerte, unmittelbar zeitnahe Figuren sind die Schwester und die beiden Frontsoldaten von H a r t m a n n: monumental einfach, in großzügig starken Konturen, die Flächen sparsam farbig gefüllt und belebt. Vortrefflich erfaßte, persönlich wirkende Bildnisse (z. B. der Generalfeldmarschälle v. Bock und Kesselring) zeigt der Gefreite P 0 d h 0 r a. Aus der langen Reihe von Porträts seien ferner etwa die Offiziersbildnisse Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr _____4530 A T9