Mittwoch, 3. September 1941 । E '■r * iHittuj Gietzener Anzeiger Amrabme von Anzeige» für die Mittaasnummer bis8'/,Ubr des Vormittags Auzeigen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenitaffel 8 Plabvorschritt (vorherige Vereinbarung) 25% ment vrühlsche Univerfllättdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen S$ri®ie6t«3d>nIfttafceT-9 M. Jahrgang Nr. 209 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gietzener Familienblätter | Heimat unBild DieScholle BezugSvreis: Monatlich.......RM1.80 LustellgeLübr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Aernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" , Postscheckl1686Franks^M. 4 Die deutsche Kriegsmarine beherrscht den Ostseeraum. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Deutsche Seestreit- träfte sind in den vergangenen Wochen erfolgreich zur Sicherung der Nord flanke des deutschen Vormarsches im Osten und zum Schutz des deutschen und neutralen Seeverkehrs in der Ostsee eingesetzt gewesen. Der auf dem Seewege durchgeführte Nachschub für das deutsche O st - h e e r konnte planmäßig und ohne nennenswerte Verluste erfolgen. Vom ersten Tage des Krieges an hat die deutsche Kriegsmarine d i e Sowjets in die Verteidigung gedrängt und den Ostseeraum beherrscht. Zahlreiche Einheiten der sowjetischen Kriegsmarine sind nicht mehr zum Einsatz gekomknen. Bei den Kämpfen um Reval eingebrachte Gefangene erklärten, daß in K r o n st a d t zahlreiche sowjetische U-Boote aufgelegt worden sind, deren Besatzungen zu Lande infanteristisch kämpfen mußten. Von den baltischen Häfen aus operierende deutsche Seestreitkräfte sind in deO letzten Tagen wiederholt tief in den Finnischen Meerbusen ein- oedrungen. Die Rigaer Bucht wurde von den letzten sowjetischen Seestreitkräften gesäubert. Vier sowjetische Schnellboote, die sich dem Südausgang der Rigaer Bucht zu nähern versuchten, wurden durch gutliegende Feuer einer deutschen Küstenbatterie vertrieben. Die von den deutschen und finnischen Seestreitkräften im Finnischen Meerbusen durchgeführten Minenoperationen haben zu sehr guten Erfolgen geführt. Die Sicherung der Ostsee und der Ostseehäfen vor Vorstößen sowjetischer Seestreitkräfte ist in vollem Umfange erreicht worden. Darüber hinaus sind zahlreiche sowjetische Handels- und Kriegsschiffe vernichtet oder schwer beschädigt worden. Außer den schon genannten Verlusten sind der sowjetische Zerstörer „Straschny" bei der Insel Oesel und ein sow- jettsches Minenboot bei Iuminda aus Minen gelaufen und gesunken. Die Ostsee ist insgesamt 422 300 Quadratkilometer, also fast ebenso groß wie das Rumpfdeutschland des Versailler Zwangsfriedens. Ihre Ausdehnung wird von dem Urlauber leicht unterschätzt, der die Fährdampfer in Saßnitz sieht und hört, daß sie in wenigen Stunden in Südschweden landen. Zur Ostsee gehört eben auch ihr östlicher Teil, der Bottnische Meerbusen, der erst bei Stockholm beginnt und dis hart an den Nördlichen Polarkreis heranreicht. Gegenüber von Stockholm zweigt der Finnische Meerbuseri nach Osten und der Rigaische Meerbusen nach Süden ab. Den östlichen Teil der Ostsee passieren die Dampfer, die Eisenerz, Holz und Zellulose aus Schweden oder Finnland holen. Ueber seine strategische Bedeutung braucht kein Wort verloren zu werden. Das haben auch die Sowjets gewußt. Sie haben daher keine überwältigende, aber doch eine respektable Ostfeeflotte gebaut: zuerst U-, Schnell- und Torpedoboote, dann Zerstörer und Leichte Kreuzer, schließlich auch die schweren Kreuzer der „Kirow"-Klasse. Einige Schlachtschiffe der zaristischen Ostseeflotte wurden modernisiert, neue riesige Schlachtschiffe unter Assistenz amerikanischer Ingenieure auf den Kiel gelegt. Was soll mit dieser sowjetischen Ostseeflotte geschehen? Vorzüglich die Londoner Presse zerbricht sich über dieses Thema heftig den Kopf. Die Londoner Admiralität hat Erbschaftsgelüste. Dor allem auf die kleinen Einheiten hat es London abgesehen. Dor Jahresfrist hat England für 50 alte amerikanische Zerstörer seine Kolonien in der Neuen Welt verschachert. Die Furcht vor den U-Booten ist durch die Lieferung der 50 amerikanischen Zerstörer nicht geringer geworden. Daher diese heftigen Wünsche. In London ist das Wort geprägt worden, ob denn die Sowjets ihre Ostseeflotte „austrocknen" lassen wollten. Es bleiben nur zwei Fluchtwege: nach Westen durch den Sund oder Belt und nach Osten über den Stalin-Kanal. Ein Ausbruchversuch durch den langen Ostseeschlauch vom Finnischen Meerbusen bis zum Sund oder Belt wäre heller Wahnsinn. Bleibt also nur der Stalin-Kanal, jene Wasserstraße, die unter Ausnutzung von Flüssen und Seen St. Petersburg mit dem Eismeer verbindet. Die Schleusen des Stalin-Kanals sind durch die deutsche Luftwaffe vorbeugend zerstört. Seine Durchfahrt erfordert auch eine geraume Zeit, da er nicht mit Volldampf befahren werden kann. Selbstverständlich ist er auch nur für kleinere Schiffe passierbar. Hier liegt einer der seltenen Fälle vor, wo eine Flotte durch Landoperationen regelrecht „umgangen" werden konnte... soweit sie nicht versenkt oder außer Gefecht gesetzt worden ist. Niemals ist die Sowjet-Flotte während des Ostfeldzugs im großen Sinn aktiv geworden. Sie blieb immer im Finnischen Meerbusen eingeschlossen. Unsere Schnellboote und Minenleger haben ein wahrhaft bravouröses Werk vollbracht. Der Bestand der sowjetischen Ostseeflotte ist dezimiert: Ein Kreuzer, vier Zerstörer, neun Minensuchboote und drei Dorpostenschisie wurden letzthin versenkt, fünf weitere zerstört, ein Hilfskreuzer und Minensuchboot beschädigt. Der erst 1938 von Stapel gelaufene Kreuzer „Maxim Gork:" war schon vorher erledigt worden. Durch das wagemutige Legen großer Minenfelder sanken- 43 sowjetische Transporter, 47 andere wurden schwer beschädigt. Was übrigbleibt, kann entweder im Finnischen Meerbusen umherirren oder sich in einem der wenigen verbleibenden Häfen zu bergen suchen. Die deutsche Luftbedrvhung ist aber immer gegenwärtig. Kronstadt und Petersburg sind keine sicheren Zufluchtorte mehr — ganz zu schweigen von H a n g ö , dessen Abtretung die Sowjets im März 1940" von Finnland erzwangen. Hango liegt am Westeingang des Finnischen Meerbusens, etwa gegenüber den Inseln Oesel und Dag o , die noch von den Sowjetleuten besetzt sind. Hango bildet zusammen mit den Inseln noch ein gewisses Hindernis, ist aber doch isoliert. Petersburg selbst ist viel zu sehr bedroht und selbst nachschubmäßig „aufs Trockene gesetzt", als daß es diesem 400 km entfernten Vorposten wirksame Hilfe leisten könnte. Dr. Ho. Oie sowjetische Ostseeflotte heimatlos geworden. Kopenhagen, 2. Sept. (Europapreß.) „Ber- lingske Tidendes" Privatkorrespondent in Helsinki bezeichnet die Lage der sowjetischen Ostseeflotte als außerordentlich kritisch. Nach Vernichtung der Hälfte der leichteren Seestreitkräfte werde das Schicksal der sowjetischen Flotteneinheiten, die mit dem Verlust von Reval, Baltisch-Port und der Wiborg-Bucht sozusagen heimatlos geworden eien, in Kürze besiegelt sein. Indessen sei nicht nur eine erstaunlich hohe Anzahl von Kriegsfahrzeugen aller Kategorien mit „vielen, vielen tausend Männern an Bord", darunter mehrere der wertvollsten Einheiten der Sowjetflotte gesunken, auch ein großer Teil der sowjetischen Handelsflotte sei vernichtet. An eine reibungslose Räumung der letzten sowjetischen Stützpunkte Oesel, Dagö und Hangö könne unter diesen Madrid, 2. Sept. (Europapreß.) Der Beginn des dritten Kriegsjahres wird von der gesamten spanischen Presse zum Anlaß genommen, in eingehenden Rückschauen noch einmal die Erfolge der deutschen Wehrmacht in den beiden ersten Kriegsjahren zu würdigen. Vor zwei Jahren, meint das Madrider „ABC", habe niemand die geradezu unwahrscheinlichen Taten des deutschen Heeres voraussehen können. Vor zwei Jahren hätten die Feinde Deutschlands den Sieg in Polen noch als eine Episode betrachtet, die sich nicht wiederholen werde. Damals sei der Gedanke an eine Landung in Norwegen oder eine Besetzung Kretas noch als eine Wahnidee betrachtet worden. „Aber", so fahrt das Blatt fort, „die Soldaten des Führers haben die unglaublichsten Taten vollbracht. Jeder Feldzug war Anlaß zu neuem Staunen. Heute gehört Europa der Achse und ihren Freunden. Der Krieg ist noch nicht zu Ende, aber über seinen Ausgang bestehen keine Zweifel. Die Neuordnung der Welt, die endgültig Versailles und Genf überwinden wird, wird von Deutschland und Italien geleitet werden. Es darf aber nicht vergessen werden", fügt „ABC" hinzu, „daß zu Beginn dieser ungeheuren Aufgabe Spanien das Vorhutgefecht übernah m." Die Zeitung meint abschließend: „Nach 24 Kriegs- monaten glauben wir, wie wir es immer geglaubt haben, an den endgültigen Sieg der bewundernswerten deutschen Wehrmacht, die der Führer ohne einen einzigen falschen Schritt zum Triumph führt, unterstützt von dem heroischen Geist und dem Mut eines Volkes, das wie kein anderes zum Siege vorbereitet ist." . . „Wer trägt die Schuld am europäischen Kriege? , fragt die Madrider Zeitung „Hola del Lundes" und schreibt: „Das Werk der Politiker nach 1918 war das eines Flickschusters. Anstatt aus dem Erlebnis des Weltkrieges zu lernen und auf neuen Grundlagen aufzubauen, beschränkte man sich darauf, das alte, langst brüchig gewordene Gebäude politischer Anschauungen neu anzustreichen. Das Flickwerk von Versailles konnte daher auch nicht länger als 20 Jahre standhalten. Die unmittelbaren Grunde, die zu diesem neuen großen Kriege führten, waren zweifellos jene in Versailles begangenen Irrtümer, die soziale Ungerechtigkeit des Kapitalismus und die Unterdrückung der armen und fleißigen Völker durch die reichen und mächtigen: aber die tiefe Ursache lag in der Unfähigkeit der politischen Lehren, den geschichtlichen Forderungen der neuen Verhältnissen kaum gedacht werden. „Dem noch existierenden Teil der sowjetischen Ostseeflotte stehen nicht mehr viele Ausgänge offen", schreibt der Korrespondent.' Neben dem wenig aussichtsreichen Versuch, schwedische Gewässer ^zu. erreichen, gebe es eigentlch nur noch die völlige Vernichtung für die Bolschewisten. Wieder britische Bomben auf Wohnviertel. Berlin, 3. Sept (DNB. Funkspruch.) In der Nacht zum 3. September flogen feindliche Flugzeuge in Nord-, TD e ff - und S ü d w e sitz e u t s ch l a n d ein. Einige britische Bombenflugzeuge hatten die Reichshaupt st adt zum Ziel, wurden aber zum größten Teil am äußeren Flakgürtel durch die starke Abwehr abgedrängt. Nur wenigen Flugzeugen gelang es, die Stadt Berlin selbst zu überfliegen. Durch die Wachsamkeit der Flak und ihre Wirksamkeit wurden die britischen Bomber im Anflug auf kriegswichtige Ziele überall gehindert und kein Schaden an militärischen oder wehrwirtschaftlichen Objekten verursacht. Durch Bombenabwurf auf Wohnviertel sind geringe Opfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Drei britische Bombenflugzeuge wurden nach bisher vorliegenden Meldungen abgeschossen, davon zwei bei Berlin. Zeit gerecht zu werden. Die deutschen Soldaten sind Werkzeuge der Geschichte. Es geht darum, ob Europa, so wie es seine Feinde wünschen, in alter Zwietracht und nach verstaubten Gesetzen dahin- siechen soll ober ob es auf völlig neuer Grundlage einer neuen und großen Zukunft entgegengehen will. Europa hat sich entschieden. Ueber die alten Ideen hinweg schreitet die.Idee des neuen Europas zum Sitzpe. Immer entschied sich das Geschick der Völker im Abendland. Auch jetzt wieder wird das alte, kulturerprobte Europa zum Träger einer neuen Zeit. Heute und vor 25 Fahren. Rom, 2. Sept. (Europapreß.) In einem Rückblick auf die deutschen Erfolge während der ersten beiden Jahre in diesem Krieg vergleicht Senator General Bollati im „Piccolo" diese mit den Ereignissen der beiden ersten Jahre im Weltkrieg. D a- m a l s habe Deutschland d i e Zahl seiner Feinde ständig wachsen sehen. Nur das kleine Serbien sei zum größten Teil niedergekämpft gewesen. Die britische Blockade habe einen schweren Druck ausgeübt, während die britische Industrie auf vollen Touren gelaufen sei. Verdun, Somme und Isonzo-Schlachten hätten an Menschen und Material gezehrt. Damals hätte die deutsche,Rüstungsindustrie mit großen Schwierigkeiten kämpfen, wie auch dem österreichischen, ungarischen und bulgarischen Verbündeten beifprlngen müssen. Heute stehe Deutschland zu Beginn des dritten Kriegsjahres ganz anders da: nicht ein einziger Fehlschlag sei zu verzeichnen. Dazu kämen eine Reihe glänzender Siege. Polen, Norwegen, Holland, Belgien, Frankreich, Jugoslawien! Die Streitkräfte der Achse ständen auf Kreta. Eine neue europäische Macht sei an Deutschlands Seite getreten, während seine Rüstung fast unbehindert habe wachsen können. Gewaltiges Rüstungsmaterial, ja ganze Heere, seien in deutsche Hand gefallen. Riesige Gebiete, reich an Rohstoffen und Fertigfabrikaten, machten die englische Blockade wirkungslos. Die deutschen Verluste an Menschen und Material hielten sich in engen Grenzen und seien ohne Bedeutung für den Fortgang der Operationen. Wie damals, so ständen auch heute die USA. noch nicht aktiv auf dem Schlachtfeld. Wenn ihr Eintritt aber erfolgen sollte, könnte er heute am endgültigen Ausgang des Krieges nichts wesentliches mehr ändern. Untere Soldaten umjubeln Mm und Duce. Der Führer mit dem Duce beim Besuch im Hauptquartier des Oberbefehlshabers des Heeres. (Preffe-Hoffmann-M.) s '' ' ' - W Ä» 4 W , • s. V'C-- -■.••• Der Sieg des neuen Europa. An -er Schwelle -es drillen Kriegsjahres Am 3. September jährt sich zum zweiten Male der Tag des Kriegsbeginns. Angesichts der weltweiten und grundsätzlichen Ausdehnung des Krieges ist es fast schon aus unserer Erinnerung ge- rückt, daß das Schicksal Danzigs und der Kor- ridor der unmittelbare Anlaß zu dem Konflikt waren. Diese letzten lleberbleibfel eines Systems, das keinen anderen Zweck hatte, als die politische und militärische Entmachtung Deutschlands, seine wirtschaftliche Verelendung und nationale Entwurzelung, zu beseitigen und durch einen modus vivendi mit Polen erträgliche und dauerhafte Verhältnisse an Deutschlands Ostgrenze zu schaffen, hatte der Führer in jahrelangen Bemühungen auf friedlichem Wege versucht. Polnische Anmaßung und der Größenwahn eines Volkes, das niemals in feiner Geschichte gewußt hat, sein nationalpolitisches Wollen mit seinen realen Kräften in Einklang zu bringen, standen diesen Versuchen einer friedlichen Bereinigung der deutsch-polnischen Grenzprobleme ebenso im Wege wie der Wunsch der Mächte des Versailler Systems, in Polen einen Ansatzpunkt zu erhalten, von dem aus man der Wiedererhebung Deutschlands Paroli bieten könnte. Deutschland war unter nationalsozialistischer Führung den westlichen Plutokratien zu groß geworden. Man hatte sich nicht stark genug gefühlt, der deutschen Wiederaufrüstung, der Wiedervereinigung der Dftmart mit dem Reich und der Lösung des Sudetenland - Problems mit Gewalt entgegenzu- treteri. Die Begegnung von München sollte noch einmal Zeit gewinnen helfen, die eigenen Rüstungen voranzutreiben und die politische Einkreisung zu vollenden, die wiederum wie 1914 neben der englischen Blockade die Hauptwaffe sein sollte, um Deutschland einzuschnüren und ihm den Atem abzupressen. In dem polnischen Chauvinismus, den man durch gegenstandslose Versprechungen und Einflüsterungen bis zur Siedehitze aufstachelte und ermunterte, alle deutschen Vorschläge, mochten sie so vernünftig und maßvoll fein wie sie wollten, rundweg abzulehnen, erhielt die britische Politik den ersten Arm, der sich gegen Deutschland mißbrauchen ließ. Das polnische Volk büßte die leichtfertige Ueberheblichkeit seiner politischen und militärischen Führung und das kurzsichtige Vertrauen auf britische Versprechungen mit dem Verlust seiner Eigenstaatlichkeit, nachdem die polnischen Armeen in einem Siegeszug ohnegleichen zerschlagen und vernichtet worden -waren. In diesen Septembertagen 1939 feierte die neue deutsche Strategie, die die modernen Waffen, Flugzeuge und Panzerwagen, mit ungeheurer Dynamik zum zweckmäßigsten Einsatz brachte und in Durchbruch und Einkesselung operative Ideen von höchster Kühnheit und größter Schlagkraft anwandte, in der Schlacht von Kutno ihre ersten großen Triumphe. Deutschlands überlegene Kriegführung hat seitdem die militärische Initiative nicht mehr aus der Hand gegeben. Der deutsche Offensivgedanke, der in dem selbst gewählten Augenblick dem Feind zuvorkommt, sobald dieser als solcher erkannt wurde, hat sich allen Versuchen der Beharrung in festen Verteidigungslinien gegenüber bisher auf allen Kriegsschauplätzen mit größtem Erfolg durchgesetzt. Damit hat dieser Krieg seinen Charakter als Bewegungskrieg, der eine Erstarrung der Fronten nicht zuläßt, bislang in keinem Augenblick verloren. England und Frankreich hatten zwar am 3. September 1939 dem Reich den Krieg erklärt, aber dem Zusammenbruch Polens tatenlos zugesehen. Das sollte freilich keineswegs bedeuten, daß sie von ihrem Ziel Abstand nehmen wollten. Sie wollten nach wie vor den Vernichtungskrieg gegen Deutschland und lehnten deshalb nach Beendigung des Polenfeldzugs alle Friedensvorschläge des Führers schroff ab, sie vertrauten weiter auf die Blok- kade und suchten neue Bundesgenossen, die sie unter Schonung ihrer eigenen Kräfte in die Feuerlinie schicken könnten. Schonung der eigenen Kräfte bis zur Entscheidungsstunde im europäischen Krieg war auch die Absicht Stalins, als er den Nichtangriffspakt mit Deutschland schloß und aus der polnischen Katastrophe die ostpolnischen Provinzen für die Sowjetunion sicherte. Der Bolschewismus sollte der große Nutznießer des Streites der europäischen Völker sein und über ein im Kriege erschöpftes Deutschland die Fahne der Revolution nach Europa hineintragen. Die deutsche Kriegführung hat aus dieser Politik Moskaus einen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Vorteil gehabt. Sie behielt den Rücken frei, während sie im Frühjahr 1940 den britischen Anschlag auf Deutschlands nördliche Flanke abwehrte und durch die Besetzung Norwegens eine Gegenküste gewann, die für U-Boote und Flugzeuge die Entfernungen zur britischen Insel erheblich verringerte und der.erste Schritt war aus dem berüchtigten nassen Dreieck der Deutschen Bucht hinaus aufs freie Meer. Die deutsche Kriegführung behielt auch noch den Rücken frei während des Feldzuges im Westen, mit dessen blitzartiger Eröffnung gegen die britischen Satrapenstaaten Belgien und Holland sie wiederum den Stoßplänen der britischen Kriegsmacher den Rang ablief. Nach fünf Tagen kapitulierte Holland, nach achtzehn Tagen Belgien. Der deutsche Angriff traf die französische Verteidigung an ihrer schwächsten Stelle, der Durchbruch durch die Maas- Linie trennte den französischen linken Flügel und das britische Expeditionskorps von den Hauptkräf- ten Frankreichs in der Maginotlinie. Unaufhaltsam stießen die deutschen Panzer bis zur Kanalküste vor, während deutsche Infanterie in zähen Kämpfen die Flanke des deutschen Vormarsches gegen Süden sicherte. Am 4. Juni war die Dernichtungsschlacht in Flandern und im Artois beendet. Das britische Expeditionskorps mußte von Dünkirchen aus feinen Rückzug auf die Schiffe antreten. Das französische Heer stellte sich noch einmal zum Kampf. Aber die schnell geschaffene neue Verteidigungslinie konnte dem deutschen Ansturm nicht lange widerstehen Tief drangen die deutschen Stoßkeile im Rücken der Ma- gfnotfinfe nach Süden. Diese selbst wurde durchbrochen, der Uebergcmg über den Oberrhein erzwungen und damit Frankreichs Kampfkraft so weit zermürbt, daß es um Waffenstillstand bat. Englands Hoffnung auf eine stabile Front im Westen, in deren Schutz es hinreichend Zeit gewinne, die Waffe der Blockade wirken zu lassen, hatte sich damit als Illusion erwiesen. Es blieb den britischen Plutokraten ausschließlich das Mittel der Kr.iegsausweitung, das denn auch den Charakter des zweiten Kriegsjahres bestimmt hat. Man holte den alten Weltkriegsplan hervor, von Süden her dem Reich in die Flanke zu fallen. Jugoslawien und Griechenland ließen sich trotz aller warnenden Ereignisse des ersten Kriegsjahres für diesen Zweck mißbrauchen. Trotz einer durch den Belgrader Offiziersputsch notwendig gewordenen Umgruppierung der Streitkräfte während des Aufmarsches, trotz außerordentlicher Schwierigkeiten des Geländes, dessen Gebirgscharakter die Verwendung motorisierter Verbände unmöglich zu mache« schien, zwangen die vernichtenden Schläge des deutschen Heeres die jugoslawische Armee schon nach zwölf Tagen zur Kapitulation, und auch die Griechen konnten trotz zähen und tapferen Widerstandes nach dem Durchbruch durch die Metaxas-Linie den deutschen Vormarsch nicht aufhalten. Nach dem Einbruch in die Thessalische Ebene, der Bezwingung der Ther- mopylen und der Landenge von Korinth lag Griechenland am Boden. Wiederum mußte ein britisches Expeditionskorps wie in Andalsnes und Dünkirchen auf die Schiffe flüchten. Einen Monat später griffen deutsche Luftlandetruppen Kreta an und nahmen in wenigen Tagen die befestigte Insel in Besitz. Europa war von dem letzten Engländer befreit. Gleichzeitig entriß das deutsche Afrikakorps in sechs Wochen dem Gegner den in vielen Monaten mühsam errungenen Geländegewinn und warf ihn in seine Ausgangsstellung an der ägyptischen Westgrenze zurück. Während dessen hat in den zwei Kriegsjahren der Kampf der deutschen Luftwaffe und Kriegsmarine gegen die Versorgung der britischen Insel und ihre industrielle Aufrüstung nicht einen Augenblick nachgelassen. Die Schlacht im Atlantik, die deutsche U-Boote, Ueberwasser- streitkräfte und Fernbomber von ihren neugewonnenen Positionen in Norwegen und an der ftanzösi- schen Kanal- und Atlantikküste her mit unverminderter Intensität gegen die britische Versorgungsschiffahrt führen, ist längst zum ernstesten Problem der britischen Kriegführung geworden. England kann selbst mit Hilfe der ihm bereitwillig zur Verfügung gestellten nordamerikanischen Werften schon nicht mehr durch Neubauten die Lücke stopfen, die die Schlacht im Atlantik ihm in seine Handelsflotte gerissen hat. Die Lücke erweitert sich vielmehr von Tag zu Tag immer bedenklicher und immer dringender werden, Churchills Bitte« in Washington um schnellere und wirksamere Hilfe. England weiß, daß es allein diesen Krieg nicht führen kann. In Roosevelt, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, haben die Engländer den Mann gefunden, der ihnen gegenüber eine ähnliche Rolle übernommen hat, wie sie bei den von ihnen in den Krieg gehetzten und betrogenen Völkern gespielt haben. Wie Roosevelts Botschafter und „Ratgeber" schon in Warschau und Paris und später dann in besonders eklatanter Weise in Belgrad zum Kriege gehetzt und den ^chauvinistischen Elementen durch vage Hilfsversprechen den Rücken gestärkt haben, so tat der Präsident alles, um England zur Forffetzung des Krieges zu ermuntern. Ihm kann der Krieg gar nicht lange genug dauern. Denn er schafft ihm einmal die innerpolitische Atmosphäre, die er braucht, um die amerikanische Aufrüstung auf höchste Touren zu bringen und damit den Mißerfolg seiner Wirtschaftspolitik des New Deal zu kompensieren. Und zum andern gibt es ihm die einzigartige Gelegenheit, dem amerikanischen Imperialismus im wesentlichen auf Kosten des britischen Empire ein ganzes System von Stützpunkten zu gewinnen, das im Atlantik schon weit über die westliche Hemisphäre hinausgreift und im Pazifik sich ebenfalls anschickt, die Briten in ihren wichtigsten Positionen in Südost- asien abzulösen. Sein infernalischer Haß gegen die für eine gerechte neue Ordnung kämpfenden jungen Völker verbindet sich mit einer ungehemmten und unbegrenzten Machtgier. So ist er zum Haupteinpeitscher des Krieges geworden, der zusammen mit Churchill die größte Verantwortung für die Verlängerung des Krieges trägt. Denn im Vertrauen auf feine Versprechungen verhallte auch der zweite Appell des Führers an Vernunft und Gewissen, den er nach Beendigung des Westfeldzuges an England richtete, ungehört. Die Plutokraten diesseits und jenseits des Atlantiks wollen den Krieg, sie wollen auch heute nichts anderes als die Vernichtung Deutschlands selbst um den Preis der Vernichtung Europas und der abendländischen Kultur überhaupt. Deshalb konnten sie freudigen Herzens den Bolschewismus als Bundesgenossen in ihrem Lager willkommen heißen, als Moskau sich an- schlckte, im Sommer dieses Jahres mit seinen auf das modernste ausgerüsteten und zum Angriff geschulten Massenheeren über die europäische Mitte herzufallen. Auch gegenüber dieser furchtbaren Be- drohung, deren gigantisches Ausmaß uns erst voll" bewußt geworden ist, als wir die endlosen Züge von Gefangenen, die unübersehbare Beute an Panzerwagen, Flugzeugen und schwerster Artillerie sahen die bei der Vernichtung der sowjetischen Stoßarmeen m deutsche Hand fielen, behielt der Führer die Initiative. Er hatte es schweigend hinnehmen müssen, als nach seinen eigenen Worten im Zerbst 1940 die britisch-sowjetische Zusammenarbeit die Bindung so starker deutscher Kräfte im Osten notwendig machte, daß besonders luftmäßig eine radikale Beendigung des Krieges im Westen von der deutschen Führung nicht mehr verantwortet werden konnte. Die Rückendeckung, die der Nicht- angriffspakt mit Moskau uns bis dahin geboten hatte, bestand nicht mehr Sie hatte ihre Schuldigkeit getan, als sie uns ermöglichte, unsere nördliche Flanke zu sichern und die französischen Heere niederzuwerfen. Nun war das Reich den Sowjets zu mächtig geworden und ihre Kompensationsforderungen im Norden und im Südostraum wurden weit über die Abkommen zur Abgrenzung der Interessensphären im ehemals polnischen Gebiet, immer begehrlicher und anmaßender. Immer deutlicher. hob sich das geheime Kulissenspiel zwischen Moskau und London ab, bis schließlich die Sowjets, als sich die Lage auf dem Balkan kritisch zuspitzte, auch vor massiven Drohungen nicht mehr zurückschreckten. Freilich, man hatte auch in Moskau nicht mit der so schnellen Beendigung des Balkanfeldzuges gerechnet, und als am 22. Juni der Führer das Schweigen brach und die deutschen Heere gen Osten marschieren ließ, diktierte die deutsche Kriegführung wiederum das Gesetz des Handelns. Wie im ersten Kriegsjahr ein Zweifrontenkrieg vermieden worden war, so wurde im zweiten der Ostfeldzug zu einem Zeitpunkt und bei einer Gesamtkriegslage begonnen, die die günstigsten Voraussetzungen jur .einen durMAageuden E^oly Die Einkreisungsfront gegen Japan. Tokio, 2. Sept. (Europapreß.) „Um die a n t i - javanische Einkreisung derABCD-otaaten (USA., England, China und Niederländisch-Jndien) zu durchbrechen, wird Japan wahrscheinlich einen großen und langwierigen Kriegge- gen England und die USA. führen müssen", erklärte der Chef der Presseabteilung des kaiserlichen Hauptquartiers, Mabuchi, vor einer großen Versammlung in der Kyozistu-Halle in Tokio. Mabuchi führte in der Rede, die zur Feier des Ostasiatischen Tages gehalten wurde, weiter aus, die internationalen Ereignisse hätten die Lage Japans zu einem äußerst kritischen Punkt geführt. Die Zukunft des Landes werde sich jetzt entscheiden. Es würde ausgesprochen töricht sein, wenn Japan den heutigen Entwicklungen mit verschränkten Armen zusähe. Klar sei, daß die japanische Friedenspolitik nicht von unbegrenzter Dauer sein könne. Die Aufrichtung der Zone des großasm- tischen Gemeinwohlstandes sei jedenfalls für Japan ein Problem, dessen Lösung über Leben oder Sterben entscheide. „Die USA. sind die treibende Kraft der großen gegen Japan gerichteten Einkreisungsfront, die über 200 Kriegsschiffe, 1250 Flugzeuge und 250 000 Mann aus der Armee Tschiangtaistheks verfügen, kann", erklärte Fregattenkapitän T o m i n a g a von der Nachrichtenagentur des Kaiserlichen Hauptquartiers in einem Ruiülfunkvortrag. Japan könne unmöglich die Einkreisungsfront übersehen, insbesondere nicht die Tatsache, daß die japanische Lebenslinie bedroht sei. Die Front USA.—Großbritannien—Tschungting—Niederländisch-Jndien habe eine weitere Verstärkung durch die Sowjetunion und im Südpazifik durch Australien und Neuseeland erfahren. Der Zweck sei die Lahmlegung Japans. Jni Februar hätten sich die USA., England und Australien über militärische Maßnahmen im Pazifik verständigt unter Einschluß Niederländisch-Jndiens. Im Juni hätten sich die Besprechungen zu einem Militärabkommen zwischen den USA., England und Tschungting verdichtet. Die Vereinigten Staaten bemühten sich besonders, Flugstützpunkte in Südchina und Niederländisch-Jndien unter Anlehnung an die Philippinen und Singapur zu erhalten. Darüber hinaus habe Amerika eine Zentrale in Rangun (Burma) für den Ausbau von Flugstützpunkten in China eingerichtet. Alles deute darauf hin, daß für die Gesamtfront Singapur als Hauptquartier eingerichtet werde. Tom'- naga erinnerte an die Stationierung australischer Truppen in Malaya und an die Aufstellung einer philippinischen Armee unter nord- amerikanischem Kommando. In Singapur seien von englischer Seite sechs Kreuzer, sechs Zerstörer sowie Torpedobootsflottillen stationiert; während die Landkräfte etwa 70 000 mit 500 Flugzeugen betrügen. In Burma seien 35 000 Mann zusammengezogen, während bei den Philippinen Zwei Kreuzer, 14 Zerstörer, 17 U-Boote und etwa zwölf Hilfsschrffe zusammengezogen seien. Niederländisch-Jndien verfüge über etwa 80 Kriegsschiffe, 500 Flugzeuge und 10 000 Mann Armee. Die USA würden Tschungting nach und nach mit etwa 300 Bombern versorgen, abgesehen von der Neueinrichtung einer besonderen militärischen Beratungsstelle. — Der Vortrag Tominagas hat um so größere Bedeutung, als sich damit zum ersten Male ein Vertreter der Pl a r i n e zu der militärischen Lage im Fernen Osten geäußert hat. planmäßiger Verlaus -er Operationen Eine Lehre für London. Seit Beginn des Feldzuges gegen den Bolschewismus gehört es zu den Gepflogenheiten des bri- tischen Nachrichtendienstes, immer wieder darauf hinzuweffen, daß die deutsche Wehrmacht durch de^ Kampf im Osten so sehr in Anspruch genommen sei, daß sie dem Krieg gegen England nicht mehr die gleiche Kraft zuwenden könne, wie früher und daß auch die deutsche Luftwaffe int Osten zu viel zu tun habe, um sich für England bereithalten zu können. Nun hat sich auch dieses (9e< fasel als unrichtig erwiesen. Der Londoner Sendet mußte am Montag bereits melden, daß in der vor« hergehenden Nacht zum ersten Male wiedeit stärkere deutsche Luftangriffe auf England stattgefunden hätten, daß die Ost- und Nordostküste der Insel angegriffen worden sei, daß besonders Hüll schwer gelitten habe und dort eine größere Anzahl von Toten und Verwundeten zu beklagen sei. Aber der englische Nachrichtendienst ist in England selbst dementiert worden durch den Hinweis, daß die sogenannte Non-Stop°Of« fensive der britischen Luftwaffe außeror« deutlich schwere Verluste im Monat August gebracht habe. Oliver Stewart erklärte, die britische Luftwaffe verliere jetzt viel mehr Flugzeuge übet Europa als die Deutschen im Westen. Die Verluste an englischen Bombern seien zwei- bis dreimal so groß wie die deutschen Verluste. Die Verluste an britischen Jägern seien höher als dis deuffchen, manchmal fast so hoch wie die Bomberverluste. An einem Tag z. B. hätten die Engländer 14 Jagdflugzeuge verloren und die Deutschen nun eins. Diese Verluste beweisen, daß die deutsche Luftabwehr durch Jäger und Flak auch im Westen außerordentlich stark gewesen ist, sonst hätten ja diese Verluste nicht eintreten können. In London wird man gut daran tun, nicht zu übersehen, daß Deutschland stark genug ist, auch den Krieg mit England weiterzuführen. Men HMMjZ stad, Nux ter Sin ter Berlin, 2. September. (DMB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh daq Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Voigt, Gruppenkommandeur in einem Stukageschwader. Oberleutnant Schacht, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, Leutnant Übet und Leutnant Kayser, beide Flugzeugführer in' einem Jagdgeschwader. ♦ Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dem Oberleutnant Buchholz, dem Oberleutnant Meckel, dem Oberleutnant S o ch a h k y, Staffelkapitänen in einem Jagdgeschwader, dem Leutnant Fleig. dem Oberfeldwebel Hoffmann, Flugzeugführern in einem Jagdgeschwader. VeichSminister Or. Goebbels / in Venedig. \ Der Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauptquarlier, 2. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Operationen an der Ostfront verlaufen planmäßig. Angriffe der Luftwaffe richteten sich mit guter Wirkung gegen Lisenbahnstreckeu im Raum von Charkow und südwestlich Moskaus. Sturzkampfflugzeuge versenkten auf dem Dnjepr ein sowjetisches Kanonenboot und warfen drei weitere in Brand. Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht den Versorgungshafen N e w c a st l e an der Tyne. Bombentreffer riefen große Brände und heftige Explosionen hervor. Andere Kampfflugzeuge griffen Flugplätze in den Midlands erfolgreich an. Line geringe Zahl britischer Flugzeuge flog' in der Nacht zum 2. September nach Nordwest- und Westdeutschland ein. Flakartillerie schoß einen feindlichen Bomber ab. 3m Nordabschnitt weiterhin erfolgreiche Kämpfe. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Die Kämpfe im N ord ab s ch n i 11 der deutschen Ostfront gestalteten sich auch am Montag, ttotz stellenweise zähen und verbissenen Widerstandes der Bolschewisten erfolgreich. Deutsche Infanterie nahm im Sturmangriff eine wichtige sowjetische Höhenstellung und hielt sie gegen wiederholte heftige Gegenangriffe der Bolschewisten. Unter dem Einsatz von Panzerkampfwagen versuchten die Bolschewisten immer von neuem, die Höhe zurückzuerobern. Sämtliche AnVenedig, 1. Sept. (DNB.) Von Preßbura kommend, traf Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntag in Venedig ein. Er wurde auf dem Flughafen von Minister Pavolini begrüßt. Beide wohn- ten mit Soldaten der italienischen Wehrmacht einer Aufführung von Kriegsfilmen und Wochenschauen bei. Dann fand die Uraufführung des Wien-Films Heimkehr" statt, über dessen Erfolg schon berichtet wurde. Ebenso war auch die Vorführung des italienischen Spitzenfilms „Corona di Ferro" am Montagabend eine Manifestation der fünft« Archen und technischen Höhe des italienischen Films. Die Besprechungen der beiden Minister galten besonders der Entwicklung des deutschen und italienischen Films im Rahmen der internationalen Filmarbeit, die in der Biennale ein außerordentlich wirksames Organ gefunden hat. Die Aussprache zeigte erneut die Gemeinsamkeit der Ziele, auch inr der kulturellen Zusammenarbeit der beiden Achsen* Dartner. - - - -- fort zum Gegenangriff über und stieß tief in big zurückweichenden sowjetischen Linien hinein. In hef« Ligen Kämpfen wurden disrBolschewisten geworfen. Hierbei vernichtete die stürmende Infanterie fünf Panzerkampfwagen und brachte eine große Anzahl von Gefangenen ein. Bomben auf sowjetische Eisenbahnlinien und Bahnhöfe. Berlin, 2. Sept. (DNB.) In allen Abschnitten! der Ostfront führte die Luftwaffe planmäßig Unterbrechungen des sowjetischen Verkehrsnetzes durch. Drei für den Nachschub besonders wichtige Eisenbahnlinien wurden im mittleren Teil der Ostfront an mehreren Stellen unterbrochen. Die Bahnhöfe L o f o w a j a und Gorodischtsche wurden erneut mit Bomben belegt und mehrere Züge schwer getroffen. Ein Munitionszug, der einen Volltreffer erhielt, betonierte. Auch am Nord- abschnitt mürbe die Versorgung der bolschewistischen Truppe durch Zerstörungen wichtiger Verkehrspunkte und Eisenbahnlinien empfindlich gestört. Die im Raum nordwestlich des Ilmensees zusammengedrängten bolschewistischen Truppen wurden.in mehreren Wellen wirkungsvoll bombardiert. 75 Lastkraftwagen wurden zerstört, drei Flakstellungen zum Schweigen gebracht, 18 Transportzüge mußten auf der Strecke liegenbleiben. Sowjetische Versuche, auf dem Dnjepr südlich Krementschug mit Monitoren und Frachtkähnen Munition und Gerät flußaufwärts zu schaffen, wurden durch Sturzkampfflugzeuge verhindert. Sie versenkten einen Monitor und sechs Kähne. Vier weitere Monitore gingen in Flammen auf. Hervorragende Erfolge -er Flak. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Beim Heer eingesetzte Verbände der Luftwaffe, Flakartillerie und Aufklärungsflieger haben vom 22. Juni bis 27. August 1108 Sowjetflugzeuge abgeschossen. Weitere 47 wurden am Boden zerstört. Außerdem setzten die gleichen Flakverbände in derselben Zeit 396 Panzerkraftwagen außer Gefecht, vernichteten 171 Bunker sowie 26 Batteriestellungen und brachten 2 feindliche Handelsschiffe von insgesamt 4000 BRT., 2 Küstenwachschiffe und 2 Kanonenboots zum Sinken. Das Ritterkreuz. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der Führer uni> Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres bas Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst hörn, lein, Oberstleutnant Reichsfreiherr von E b e l s h e i m, Hauptmann E h l e, Leutnant JJ o « pulo unb Felbwebel Este. Waffen wird dem europäischen Kontinent im Zeitalter gewaltiger Machtzusammenballungen und gigantischer Wirtschaftsräume die Stellung geben und sichern, auf die er auf Grund der geschichtlichen und kulturellen Leistungen seiner Völker, ihrer Intelligenz, ihrer Volks- und Wirtschaftskraft Anspruch hat. Der Führer und das deutsche Volk haben diesen Krieg gewiß nicht gewollt, sie sind, um ihn zu vermeiden, bis an die Grenze dessen gegangen, was nationale Würde und das Lebensinteresse der Nation ihnen geboten. Aber sie haben ihn auf sich genommen im ruhigen Bewußtsein ihres guten Rechts und der Verpflichtung, der Zukunft kommender Generationen einen sicheren Boden zu bereiten. Um dieser Zukunft willen trägt das deutsche Volk auch willig die schweren Opfer, die der Kampf um Deutschlands Freiheit von ihm fordert. Es weiß, daß es kein Machtrausch ist, in dem es fein Schwert führt, sondern daß es um sein Dasein als Nation und Volk geht. Aus diesem Wissen heraus hat es auch die Notwendigkeit des Ostfeldzuges in tiefstem Herzen begriffen. Ein unendlicher Kraftstrom geht von der Heimat zur Front. Was ist das, was wir daheim an Bequemlichkeiten und Genüssen entbehren und an Mehrarbeit leisten gegen den täglichen unb stündlichen Einsatz unserer Brüder, Söhne und Väter auf den Schlachtfeldern des Ostens, in den Stellungen vor Tobruk, auf der Weite des Meeres und im Luftkampf gegen die britische Insel. So gehen unsere Gedanken heute mit einem besonderen Gefühl des Dankes hinaus zu unseren Kämpfern und verbinden sich in inniger Teilnahme mit all denen, die um ein teures Leben trauern auf ihr Opfer baut sich der Sieg der deuffchen Waffen. Noch ist die letzte Enffcheidung nicht gefallen, aber während vor zwei Jahren noch Deutschland mitten im Herzen Europas rings von Feinden umschlossen war, hat heute die deutsche Wehrmacht den europäischen Kontinent vom Feinde frei gekämpft und schickt sich an, auch Englands letzten Festlandsdegen zu zerbrechen. Große Erfolge sind auch schon in diesem Kampf errungen, der Bolschewismus ist heute keine Gefahr mehr für Europa, vielmehr öffnen sich bereits große und vielseitige Versorgungsgebiete, die bislang die Verteidigungskraft der Sowjets stärkten, den deutschen Truppen unb ihren tapferen Verbündeten, bie ihrerseits schon die Lanbstriche zurückerobern konnten, bie Moskau ihnen einst geraubt hatte. Sa tritt das deutsche Volk unb mit ihm ein ganzer Kontinent voll gläubigen Vertrauens in die politische Gestaltungskraft unb bas Felbherrngenie des Führers, voll Zuversicht zur Tapferkeit unb zum überlegenen Können beuffchen Soldatentums unb mit bem Gelöbnis letzten eigenen Einsatzes über die Schwelle bes dritten Kriegsjahres in der Gewißheit des Sieges der beuffchen Waffen für Recht, Leben unb Freiheit der deutschen Nation. boten. Die Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus war unausbleiblich angesichts seiner gigantischen Aufrüstung und der weltrevolutionären Ziele, deren Durchsetzung sie dienen sollte. Daß der Führer sich darüber niemals einer Täuschung hingegeben hat unb bie Verantwortung auf sich nahm, den Kampf zu beginnen, als ihm ber Zeitpunkt dafür günstig zu fein schien, ist fein geschichtliches Verbienst um die Zukunft Europas. Auch die Mehrzahl der europäischen Völker hat dies sehr wohl begriffen. Die drohende Invasion aus dem Osten hat den europäischen Kontinent geeint in dem Willen, der Gefahr bes Bolschewismus gemeinsam entgegenzutreten. Das war bas Letzte, was bie plutokratischen Drahtzieher in Lonbon unb Washington vermutet haben, als sie am 3. September 1939 ben Krieg gegen Deutschland entfesselten. Der Zweck ihres Krieges war, den europä- schen Kontinent in seiner Zersplitterung unb Schwäche zu erhalten. Sie meinten auch weiter bie europäischen Völker in ftänbigen Jnteressenkon- ffikten gegeneinanber ausspielen zu können unb sie damit als Faktor der Weltpolitik ausgeschaltet zu haben. Jahrhunderte hindurch war es der britischen Diplomatie gelungen, die Wunden der vielen „europäischen Fragen" offen zu hasten unb durch diese Politik des Mißtrauens die Balance of power und dayitt Englands Stellung als arbiter mundi selbst durch die Krisis der napoleonischen Aera hindurch ju behaupten. Nun ist es damit für alle Zeiten vorbei, denn gerade bas, was Englanb hatte verhinbern wollen, als es biefen Krieg anzettelte, der Aufbau einer kontinentaleuropäischen Einheit unter deutscher Führung, ist burch biefen Krieg unb die in ihm zutage getretene antieuropäische Politik Englanbs in Einern Tempo BAYER < E > XR V Aufklärung wird mir meine Aufgabe nur erleichtern." . „Im allgemeinen werden Sie mit gutem Zureden bei Lydia am meisten ausrichten. Sie hat bei allen ihren Fehlern ein weiches, leicht schmelzendes Herz. Wissen Sie, ich habe manchmal schon gemeint, daß ihr nicht einmal so viel am Schwindeln ober an ber Näscherei liegt, als vielmehr an ber Szene, die Darauf folgt, wenn man sie bedrückt. Sie legt es fast darauf an, sich bedrücken zu lassen. Als ganz kleiner Knirps fragte sie mich einmal bei solch einer Gelegenheit: Na, weshalb brüllst du nicht? Wahrscheinlich verläuft ihr das Leben in diesem Hause so still, daß sie zuweilen nach dramatischen Schürzungen Verlangen hat, selbst, wenn es dabei etwas auf den Allerwertesten gibt. Ich wollte Ihnen das nur sagen, damit Sie Lydia, falls es erforderlich ein sollte, gelassen und ohne sichtbare Spuren eigener Erregung strafen. Wir haben diese Methode ausgeprobt und damit die besten Ergebnisse erzielt." ,Ein merkwürdiges Kind", meinte Fräulein Zögling kopfschüttelnd, in ihrem Tonfall klang die etwas ängstliche Frage durch, ob hier nicht die Trunksucht eines Vorfahren unheilvolle Erbanlagen überliefert hätte. Hellwang zuckte mit den Schultern, er hielt es für verfrüht, Fräulein Zögling m bie Geheimnisse ber Familiengeschichte emzufuhren. Wahrscheinlich war kein Ahn des Grasen Jdell-Jdell hm- gerichtet worben, und außerdem schien Fräulein Zögling eine zarte Natur zu fein, ber solch blutrünstige Geschichten ein Greuel waren. Es wäre nun an ber Zeit gewesen, bie Hausdame in ihren Pflichtenkreis einzufuhren unb sie mit ben Räumen, Vorratskammern, Schränken unb Schüsseln vertraut zu machen. Aber Hellwang ließ sich noch einmal in ben Sessel zurücksinken und bat Fräulein Zögling durch eine Handbewegung, seinem Beispiel zu folgen. ,/Da ist nämlich noch em Punkt, begann er, „über den ich mit Ihnen sprechen möchte/ Die Vorbereitung klang, als ob es sich um einen sehr dunklen unb nur behutsam zu beruhrenben Punkt hanble. Hellwang gab sich einen Ruck und legte eine heitere,- nachlässige Färbung in seine Stimme, als ob bie Sache nun boch nicht ganz so bebeutungs- voll sei, wie es fein anfängliches Zögern vermuten ließ: „Es handelt sich nämlich um unsere wackere Kajist." Er beglückwünschte sich zu dieser Formulierung. Wackere Kathi — das hatte er gut gesagt, das klang fröhlich unb locker. „Sie ist nun feit elf Jahren in unserem Hause und treu unb zuverlässig — ich wäre wahrhaftig in Verlegenheit, was ich ihr ins Zeugnis schreiben sollte, kein Superlativ wäre hoch genug, um ben Grad unserer Schätzung auszudrücken." Er griff nach bem Zigarettenkäftchen aus Thuyaholz unb klappte es auf, als käme ihm aus bem herauswehenben Tabakduft bie Erleuchtung für bie Fortsetzung ... „Meine Frau liebte ihre gerade, manchmal vielleicht ein wenig allzu gerabe anmutenbe Art, hm — die Kinder hängen an ihr — hm — und deshalb haben wir auch ihre Eigenheiten, unb bie hat sie, man kann es wohl sagen, stets gern in Kauf genommen." Fräulein Zögling hörte sehr aufmerksam zu. Es war eine Aufmerksamkeit, bie fast ein wenig verwirrend war. Hellwang spürte einen leichten Schweißausbruch in den Handflächen: „Meine Frau hat Kathi immer, wenigstens in ben Küchenangelegenheiten, sehr große Selbständigkeit eingeräumt. Nun ja, ich meine, mir wollen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und der wackeren Kathi in Anbetracht ihrer vielen guten Eigenschaften auch ihre Eigenheiten lassen. Sie ist ber friedlichste Mensch von der Welt, wenn man mit ihr umzugehen ver- steht. Vielleicht tyrannisiert sie uns alle ein wenig, aber sie meint es gut, und ihre Tyrannis ist ein sanftes Joch ..." Er schloß sozusagen in ber Luft, ohne Komma und Punkt unb fühlte den Blick des Fräuleins aus sehr klaren Augen auf feinem linken Ohr ruhen: „Sie meinen also, Herr Doktor, daß ich mit Kathi Schwierigkeiten haben werde?" Die Frage klang kühl und klirrend, als verberge bas Fräulein unter ben Falten ihres Gewanbes irgenbroo eine blanke Wehr. „Nein, nein!" rief er etwas hastig, „das wollte ich bamit gerabe nicht sagen — nur, wissen Sie, baß man jebe Katze streicheln muß, bamit sie schnurrt Eine kleine, unangenehme Pause entftanb. „Wo liegt also mein Aufgabenkreis?" fragte Fräulein Zögling knapp unb sachlich, unb es ließ sich nicht verkennen, baß sie eine klare unb beutliche Antwort zu hören wünschte. v _. „Bitte, bittel" murmelte er beschwichtigenb. „Sie finb als Hausbame hier eingezogen, und bamit ist Ihre Stellung im Haus ja klar genug umrissen. Wenn ich Sie bat, ber guten Kathi ihren geliebten Küchenraum zu überlassen, so tat ich bas mehr in ber Absicht, Sie,mein liebes Fräulein Zögling, zu entlasten, bamit Sie sich mit ungeteilten Kräften ber Erziehung unb Beaufsichtigung ber Kinber mibmen können, an ber mir persönlich am meisten gelegen ist." e Er wartet eine kleine Weile. Hatte Fräulein Zögling noch etwas zu bemerken? Sie schwieg mit (djmalen Lippen. Eine Stille entftanb, eine vertrackte Stille, burch bie Spannungsfunken knisterten. Fräulein Zögling erhob sich. Sie stand sehr gerabe vor ihrem Sessel. Ihre Haltung erinnerte Hellwang an einen Erzengel, ber, auf ben Schwertknauf gestützt, vor ber Pforte bes Parabieses Wache hält. „Dann barf ich Sie wohl bitten, Herr Doktor, mich mit meinen Pflichten vertraut zu machen!" „Ja, natürlich ..." Hellwang erhob sich ebenfalls unb ging voran. In feine Munbwinkel kerbte sich eine leise Enttäuschung. Er hatte bie Fäden so schön in ber Hanb gehalten. Nun spürte er, daß sie ihm aus ben Fingern glitten. Der Kopfsprung in bas geistige Freibad hatte nicht genützt. Das Wasser war doch zu kalt. Er hielt bas Schwimmen nicht burch. III. Sturmzeichen. Nach bem Mittagessen wurde Söhnchen wie gewöhnlich von Kathi zu Bett gebracht. Es gab jebes- mal Entrüstung unb Kampf unb jedesmal bie Frage, wann er benn nun eigentlich so groß sei, baß er aufbleiben bürfe. Fünf Minuten lang, je nach Tageslaune, brüllte, fang ober rumorte er im Bett, um zu beweisen, baß er munter unb daß es eine Gemeinheit sei, ihm täglich ben gleichen Schmarren zu erzählen, kleinen Buben sei nichts nötiger unb gefünber als ber Mittagsschlaf. Dann würbe es plötz- sich still, unb für bie nächsten zwei Stunben hätte ihn selbst ein Weltuntergang nicht erwecken können. Hellwang fuhr in bie Stabt, um sich von ber Staatsbibliothek ein paar Bücher zu holen. Wenn Der Faben ber eigenen Probuktivität auch abgerissen mcft so wollte er bie leeren Stunben wenigstens mit neuen Stubien ausfüllen, um gerüstet zu fein, wenn es ihn roieber an Den Schreibtisch Drängte. (Fortsetzung folgt.) triumphierend Liebenden auch der Mensch gezeigt würde in der Verwirrung des Gefühls, da unter der blitzenden Rüstung ein preisgegebenes Herz schlägt, der aber dann, „des Anschauns würdig", sich sammelt, faßt und erhebt und die Forderung erfüllt, die dem Schauspiel seinen ewigen Sinn gibt: daß dies, vor allem in den großen Szenen der lebten Akte, sich mitteilte, war eine schöne Bestätigung der mit jugendlichem Impuls und leidenschaftlichem Ausbruch sich einsetzenden Darstellung. * Den Kurfürsten gab Herr Carl Maria Zeppenfeld, schon äußerlich und in der geschickt gemachten Maske eine kraftvoll straffe Erscheinung von respektfordernder Haltung und Würde; anfangs kühl und fast schroff, wuchs er in den entscheidenden Auseinandersetzungen mit Natalie und den Offizieren, fern vom tyrannisch-starren Absolutismus, zum Repräsentanten des Staates, zum väterlich überlegenen Führer und Lehrer der Seinen. Luise Prasser als Natalie gab die beherrschte und innerlich abgewogene Darstellung einer Figur, die auf der Bühne leicht etwas blaß und konventionell aussieht, hier aber, bei aller prinzessinnen- haften Haltung und mädchenhaften Zartheit, als ein helläugiges und warmherziges Geschöpf erschien, eine rührende Fürsprecherin der „lieblichen Gefühle". Herr Leopold Fischer war der alte Kottwitz, die einfachste, gradlinigste, neben dem Kurfürsten preußischste Erscheinung in diesem Stück, ein aufrechter alter Offizier, dessen „brandenburgischer Katechismus" mit großer Eindringlichkeit verkündet wurde. Herr Carl Bruno Schmidt gab mit guter Haltung in freundschaftlicher Wärme den Hohenzollern, Herr A. W. Funke einen besonnenen und besorgten Dörfling, Hilde Kneip in würdiger Verhaltenheit die Kurfürstin. Den Bericht des Mörner sprach Herr Mund mit leidenschaftlicher Steigerung, den des Sparren Herr V o l ck gemessen und mit klarer sprachlicher Artikulation. — Den anhaltenden Beifall des ausverkauften Hauses und reiche Blumenspenden konnten zuletzt mit den Darstellern auch Spielleiter, Bühnenbildner und der Komponist entaegennehmen, dem der Intendant einen goldenen Kranz überreichte. Hans Thyriot. * Zu Beginn hielt Intendant Klein eine Ansprache, in der er Festgäste Und Stamm-Mieter willkommen hieß. Er erkenne in dem starken Besuch eine Solidaritätserklärung. Das Theater sei auch im Kriege eine Notwendigkeit. Wir als Soldaten an der Heimatfront haben, so führte er u. a. aus, durch Anspannung aller Kräfte eine Verpflichtung an die große Zeit einzuläsen. Unser kulturelles Programm ziele auf die Schaffung eines lebendigen Volkstheaters; Leistung heiße die Losung, Aktivierung der seelischen Kräfte die Parole des kriegsnotwendigen Theaters, das kein bloßer Amüsierbetrieb, sondern eine Kraftreserve der Heimat sei. Mit dem Dank an die Stammieter verband der Intendant seinen Dank an Oberbürgermeister Ritter für stete Förderung, und den Dank an die Presse. Nach einer Uebersicht über Spielplan und Spielkörper (es war im einzelnen hier schon davon die Rede) warb der Intendant um Sympathien für die Darsteller und hieß endlich den Komponisten Marc Roland herzlich bei uns willkommen. — Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch ..Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Ich bin kein Casanova". — Gloria-Palast: „Frau Luna". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das große Abenteuer". Theater der Universitätsstadt Gießen. Am Mittwoch, 3. September kommt die Komödie „Ich bin kein Casanova" von Otto Bielen zur Erstaufführung. Es hat drei Akte, die an humorvollen Situationen reich sind. Alle Besucher können so einige kurzweilige Stunden genießen. Die Inszenierung hat Wilhelm Michael Mund, die Bühnenbilder schuf Karl Löffler. Die Hauptrolle des Mannes, der kein Casanova ist, spielt Carl Bruno Schmidt. In weiteren Rollen Hella Henzky, Kate Jaenicke, Hilde Kneip, Anja Rau, Editha Thomae, Kurt Bosny, Gerd Fritz Ludwig, Heinz Roux, Hans Seitz und Karl Volck. M We M MMont Erfinderberatung durch die DAF. Am 8.9. und 22.9. finden die Sprechstunden zur Erfinderberatung in Gießen, Haus der DAF., Schanzenstraße 18, I. Stock, Zimmer 15b, jeweils von 10 bis 12 Uhr vormittags, statt. 3266D Wer möchte da nicht mitmachen? Gfs.. Am Mittwoch, 10. September, beginnt der Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk mit dem gewünschten Nähkursus. An diesem Kursus können alle Frauen und Mädel über 18 Jahre teilnehmen, die schon einen Nähkursus im Mütterdienst mitmachten, und wer von diesen will sich da nicht gleich anmelden? An die Frauen und Mädel, die noch keinen Nähkursus des Mütterdienstes besuchten, denken wir auch und beginnen für sie am Donnerstag, 11. September, einen Nähkursus, an dem alle Frauen und Mädel von 18 Jahren an mitmachen können. Jeder Kursus dauert, wie immer, 10 bis 12 Doppelstunden und wird von einer guten Fachkraft geleitet. Mitzubringen sind eine Stopf- oder Flickarbeit, Schere, Papier, Zentimetermaß, Bleistift und die Kursusgebühr, 3,60 bis 5,— RM., so wie es jeder kann. Anmeldung erfolgt bei der Kreisfrauenschaftsleitung, Frankfurter Straße 1 (Cafä Hettler), Telephon 2818, oder am Kursusabend im Fröbelseminar. Ernte in Brandgefahr! 'x Dem deutschen Bauern obliegt die verantwortungsvolle Aufgabe, das Brot für alle Volksgenossen zu schaffen, in rastloser Arbeit dem Boden das für die Ernährung unseres Volkes unentbehrliche Getreide abzuringen. Für Millionen von Reichsmark werden mühevoll geschaffene Volkswerte jährlich vernichtet. Unser Brot wird vernichtet durch Leichtsinn, Fahrlässigkeit, Kinderhände und Brandstiftung. Sorge jeder dafür, daß nicht das durch Leichtsinn und Fahrlässigkeit ein Raub der Flammen wird, was mit viel Mühe und Fleiß erarbeitet wurde. Achtet auf die Feuerstätten, sie.bringen Gefahr! Feuergefährliche Stoffe gehören an feuersicheren Ort! Halte die elektrischen Anlagen stets in Ordnung! Der Ernte droht Gefahr! Helft Brände verhüten, denn Unachtsamkeit vernichtet die Früchte deiner Arbeit! Gießener Gchlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtoieh-Derteilungsmarkt) in der Diehver- steigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 42,5 bis 46,5, Bullen 38 bis 45,5, Kühe 16 bis 47, Färsen 39 bis 50,5, Kälber 24 bis 57, Schafe 20 bis 46 Rpf. je V2 kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,24, bl (135 bis 149,5 kg) 1,24, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,22, c (100 bis 119,5 kg) 1,18, d (80 bis 99,5 kg) 1,12, e—f (unter 80 kg) 1,08, gl (fette Speckfauen) 1,24, i (Altschneider) 1,22, g2 (andere Sauen) 1,12, h (Eber) 1,12 RM. Marktverlauf: Alles zugeteilt. Kreisleistungshüten derKreisbauern- schast Oberheffen Nord. In Hungen fand am Sonntag das Kreisleistungshüten Oberhessen-Nord statt. Es sollte den Zweck verfolgen, die besten Schäfer Oberhessens zu ermitteln, die sich am Austrog des Titels „Landesleistungs-Sieger" gelegentlich des Landesleistungshütens am 28. September 1941 in Hungen beteiligen. Das Richteramt lag in den Händen von Gg. Hüttenberger (Ließen), von der Fachschaft deutsche Schäferhunde, Schäfermeister Pfann- k 0 ch und Lehrschäfermeister König (Garbenheim). Es waren sechs Hunde gemeldet, die einzeln an einer Herde von etwa 400 Schafen arbeiten mußten. Es erhielten: 1. Preis Schäfermeister Rindermann, Hofgut Utphe in Oberhessen; 2. Schäfermeister W. Müller, Gießen a. d. Hardt; 3 Schäfermeister Philipp Wirth, Wetterfeld: 4. Schäfermeister Hch. Kipper, Unter-Schmitten. Anerkennungen erhielten die Schäfer Theodor S ch a u s , Gießen, und der Schäfer Georg Hornung, zur Zeit in Schotten. Am Sonntag, 7. September findet ein weiteres Ausscheidungshüten in Holzheim bei Limburg und in Beerfelden im Odenwald statt. ** Warum heult die Sirene? Manchesmal hat dich die Sirene durch ihre Warnrufe zu entschlossenem Handeln aufgerufen, dir und den Deinen den Weg zur Selbsterhaltung gewiesen, wenn ein Luftangriff drohte. Eine gewaltige, zu jeder Tages- und Nachtzeit wache und schlagbereite Organisation, die lebendige Abwehrkräfte der Heimat im Luftschutz zusammenfaßt, folgt dem Ruf der großen Warnerin, die jedem Volksgenossen dient. Es wird daher allgemein interessieren, etwas von ihrer Technik zu erfahren. Dieses Bedürfnis befriedigt „Die Sirene", die illustrierte Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, in ihrem neuesten Heft, in dem sie ihrer Namensschwester einen aufschlußreichen Beitrag widmet. ‘ Strafkammer Gießen. Die E. F. aus G. hatte sich wegen Meineids, der A. R. aus G. wegen Anstiftung zum Meineid zu verantworten. Die F. hatte einen ihr auferlegten Eid in einem Ehescheidungsprozeß wissentlich falsch geschworen, R. war beschuldigt, sie dazu angestiftet zu haben. Die Angeklagten waren geständig. Der Anklagevertreter führte aus, daß bei der Angeklagten F. Eidesnotstand angenommen werden müsse und daß der Angeklagte'R. nur wegen Beihilfe zum Meineid zu bestrafen sei, da die Angeklagte schon von sich aus bereit gewesen war, die Unwahrheit zu sagen. Gegen die F. wurde eine Gefängnisstrafe von neun Monaten, gegen R. eine solche von einem Jahr beantragt. Die F. wurde wegen Meineids zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, abzüglich drei Monate und 2 Wochen Untersuchungshaft, R. wegen Beihilfe zum Meineid zu einer Gefängnisstrafe von neun Mo- n a t e n , abzüglich drei Monate Untersuchungshaft verurteilt. DenÄngeklagten wurden weitgehend mildernde Umstände zugebilligt. Bei der Angeklagten F. wurde Eidesnotstand angenommen. Der W. M. in Ebersgöns war durch Urteil des Amtsgerichts Butzbach vom 27. Juni wegen Milch- fälschüng zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Gegen das Urteil legte er Berufung ein, und zwar wegen des Strafmaßes. Er war'beschuldigt, am 23. Dez. o.J. in Butzbach der von ihm ausgegebenen Vollmilch Magermilch zugesetzt zu haben. Der Angeklagte gab die Tat zu, er behauptete aber, eine Kanne, die 20 Liter Vollmilch enthielt, sei umgefallen, und da es am Tag vor Weihnachten gewesen sei und die Leute die Milch dringend benötigt hätten, habe er den Verlust von etwa 5 Liter Vollmilch durch Magermilch ersetzt. Bei diesem Quantum könne von Gewinnsucht keine'Rede sein. Das Urteil des Amtsgerichts Butz- bach wurde im Strafmaß aufgehoben und der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 3 0 0 R M. verurteilt. Das Gericht führte in der Urteilsbegrün- düng aus, daß es sich um ein einmaliges Vergehen handle, dem Angeklagten auch nicht zu widerlegen sei, daß er den Leuten helfen wollte. Aus dem Vorleben des Angeklagten sei nicht anzunehmen, daß er aus Eigennutz gehandelt habe. Trotz alledem fei eine empfindliche Geldstrafe angebracht. OrtS-Turn- und Eporttag in Lich. * Lich, 2. Spt. Einen Orts-Turn- und Sporttag in unserer Stadt durchzuführen, war der Zweck einer Besprechung, zu der alle Führer der Formationen und NSRL.-Vereine erschienen waren. Der Ortsbeauftragte des NSRL. Karl Volz legte Zweck und Ziel klar und betonte, daß der Orts-Turn- und Sporttag ein Tag der Leibesübungen der ganzen Gemeinde fei; er fetzte für feine Durchführung den 7. September fest. Nach dem Weckruf finden ab 9 Uhr an der Turnhalle die Wettkämpfe statt. Volkstümliche Dreikämpfe und Geräte- wettkämpfe für alle Altersklassen, an denen sich alle Volksgenossen und Volksgenossinnen beteiligen können, werden durchgeführt. Schießwettkämpfe werden auf dem Kleinkaliberschießstand durchgeführt. Bis zum Donnerstagabend müssen die Anmeldungen bei den Formations- und Dereinsführern erfolgt fein. Nachmittags ab 2 Uhr finden ein Handball- und ein Fußballspiel statt, umrahmt von Vorführungen der Turnerinnen. Daran schließt sich die Siegerverkündung an. Möge der guten Sache auch hier ein großer Erfolg beschieden sein, damit der Beweis erbracht wird, daß in unserer Stadt die Leibesübungen marschieren. Kleinkind tödlich verunglückt. LPD.^N a r b u r g, 2. Sept. In Anzefahr ereignete sich ein folgenschwerer Unfall. Das vier Jahre alte Töchterchen des Bauern Damm wollte einem einfahrenden Erntewagen ausweichen und lief hierbei in die Fahrbahn eines entgegenkommenden Bäckerei-Lieferwagens. Dem Fahrer des Kraftwagens war es nicht mehr möglich, seinen Wagen zum Halten zu bringen. Das Kind wurde überfahren und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß es kurz darauf starb. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser lieber herzensguter Sohn} Bruder, Schwager und Neffe Alwin Lepper Schütze in einem Infanterie-Regiment im blühenden Alter von 20 Jahren am 9. Juli bei den Kämpfen im Osten sein junges Leben lassen mußte. In tiefem Schmerz: Familie Kurt Lepper und Frau, geb. Lotz Kurt Lepper, z.Z. im Felde Irmgard Lepper, geb. Rößer Familie Otto Lotz Annelise Krahl nebst allen Verwandten. / - Gießen-Wieseck, den 1. September 1941. Wir erhielten die unfaßbare Nachricht, daß am 25. Juli 1941 bei den schweren Kämpfen im Osten unser heißgeliebter, unvergeßlicher, hoffnungsvoller und einziger Sohn Ernst Wenzel Soldat in einem Infanterie-Regiment im blühenden Alter von beinahe 22 Jahren gefallen ist. T ... c , b In tiefem Schmerz: Rudolf Wenzel und Frau Luise, geb. Bender Familie Ernst Bender Kätchen Kreiling und Eltern. Heuchelheim, Griedel, Krofdorf, 3.Sept. 1941 02903 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren treusorgenden, herzensguten Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Adam Bayer im nahezu 68. Lebensjahr am Montag, dem 1. September 1941, nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sich zu rufen. In tiefer Trauer: Eugenie Bayer Liesel Bayer Marianne Helfenbein und alle Angehörigen. Gießen, An der Johanneskirche 6. Die Beerdigung findet Donnerstag, 4. Sept., nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 3670 D 3672 D Ml.3inmer zu verm. 02922 Hammstr. 16 v. I Mietgesuche I Wohnung sucht Ehepaar (Akademiker), z. l.Okt. od.s pater in Gießen oder verkehrsgünstiger Umgebung. Schrift!. Angeb. unter 02917 an den Gieß. Anz. Wohnungstausch] VVlWNgSWslV Geboten wird: 3-Zimm.-Wohn. mit Bad, Balkon u. Fremdenzim- meri.freierLage. Gesucht: 4-6-3.-Wohn., am liebsten mit Zentralheizung. Schr. Ang. unt. 3639Pa.d.G.A. Gesucht zum 1. Oktober ältere Frau oder Fräulein als Haushälterin zu einem alleinstehenden alten Herrn in gut gelegener 4-Zim.- WvhNUNg. l 02914 Vorzustellen ber Studienrat Dr. Henker Keplerstraße 13 I Tüchtige Hausgehilfin oö.unoöhänglge ViMlm für täglich in gepflegten Haush. sof. gesucht. 02921 Hofmannstr. 4II MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. ja, ./Kufehe" ist billig, weil es so ausgiebig ist. Die Hauptsache aber bleibt, daß die Kinder bei ,,Kufeke" so gut gedeihen. Verstopfung, Blähungen oder andere Verdauungsstörungen gibt es nickt mehr und die Kleinen strahlen vor Lebensfreude. DIE HAUSFRAU LERNT DAZU! TOMATEN-TUNKE ■ - 3bl*4Temofen oderTomotenmork werden mfleiner Gg halben Zwiebel in einem halben Ltf. Wa$$er zerkocht W und alsdann durch ein Sieb gedruckt. Ein Messerstich Fett wird heißgemacht und ein Pöck- f chen aufgelöste SUBTIL- HAUSHALT-BACKHEFE hinzu- gegeben und oufgekocht. Nunmehr gibt man 2 gehäufte Eßlöffel RöstmeM, dos C J man sich vorher in einer Pfanne oder flachem Getaß / / c /Z ohne jede Zutaten geröstet hat, nach und nach mit ) YvZa der Tomoten-Flüssigkeit der kochenden Hefe zu. ' Dos Ganze läßt man ca. 10 Minuten kochen and schmeckt mit Salz ob. AUSSCHNEIDEN! Der Hauefrau ist geholfen, wenn sie unsere weiteren Veröffentlichungen in dieser Zeitung beachtet. Hersteller. SUBTIl-Nährmlttel G. m.b. 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