Donnerstag, 3. Juli 1-41 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr des Vormittags Arueigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf Je mm bet 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenltaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr 19b Jahrgang ÜH56 Erscheint täglich, auher Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat rmBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.......RM1.8V Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei dttchterscheinen von einzelnen Äiummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanichrist:„Anzeiger" Postscheckl1686Frankf./M. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die Vemchtungsschlachl ostwärts Zialystok. Ein unvorstellbares Chaos und unübersehbare Beute. DRV. Ausdem Führerhauptquarkier, 2. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Mehr und mehr ist zu übersehen, daß die V e r - nichtungsschlacht ostwärts Bialystok eine Entscheidung von weltgeschichtlichen Ausmasten gebracht hat. Lin unvorstellbares Lhaos ist über die Sowjetarmeen hereingebrochen, die hier als Stohkeit bereitgestellt waren, um Deutschland in den Rücken zu fallen und die Brandfackel des Bolschewismus nach Europa hineinzutragen. Noch Wochen können vergehen, bis hinter der Front unserer kühn nach Osten vorsiohenden Angriffsver- bände die unermeßliche Zahl an Gefangenen, Kriegsgerät und sonstiger Beute gesammelt und im einzelnen festgestellt fein wird. Das Bild von der Gröhe der hier wie an den Oer Wehrmachtbericht. Aus dem Führerhauptquartier, 2. Juli. (DRB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Osten sind die Operationen gegen die Sow- fet-wehrmacht in zügigem Fortschreiten. Südlich der Pripset-Sümpfe kam es bei Z l o c z o w zu einer Panzerschlacht, bei der hundert Sowjetpanzer vernichtet wurden. In der Gegend von D u b n o gerieten fowjetrussische Panzerkräfte zwischen unsere als Reserve folgenden rückwärtigen Divisionen und wurden nach zwei- tägigem Kampf ausgerieben. 12 0 Panzer- ka mpfwagen fielen in unfere Hand. Ein großer Teil der ostwärts Biatystok eingefchlossenen Sowjet-Armeen wurde im Laufe des gestrigen Tages endgültig vernichtet. Von der unermeßlichen Beute konnten bis jetzt etwa 1 00 000Gefangene,400Panzerkampf- wagen und 300 Geschütze gezählt werden. Wte bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist Riga in unserer Hand. Auch Windau wurde gestern beseht. Im Verein mit den finnischen Verbündeten sind gestern verbände unserer Wehrmacht in Mittel- undRordflnnland zum Angriff über die sowjetrussische Grenze angetreten. Die deutsche Luftwaffe unterstützte auch gestern die Operationen des Heeres durch ständige Angriffe auf feindliche Truppenansammlungen, Panzerverbände und Vatteriestellungen. Die ostwärts Lemberg, bei Minsk und nach E st l a n d zurückweichenden feindlichen Truppen erlitten durch Luftangriffe f ch w e r e V e r t u st e. Im Rücken des Feindes wurden T r a n s p o r t z ü g e und ein Panzerzug zerstört. Auch im Kampf gegen die bereits erheblich geschwächten bolschewistischen Luftstreitkräfte wurden neue Erfolge erzielt. Verbände der ungarischen Wehrmacht schlossen sich, von den Karpathenpässen n a ch G a I i- zien vor stoßend, dem deutschen Angriff planmäßig an. Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote im Rordatlantik und westlich Afrika sieben feindliche Handelsschiffe mit zusammen 40200 BRT. Ein weiterer Dampfer wurde im Artilleriegefecht beschädigt. Kampfflugzeuge vernichteten im Seegebiet um England und im Atlantik drei Handelsschiffe mit zusammen 1 1 500 BRT. und beschädigten einen großen Frachter schwer. Andere Kampfflugzeuge belegten in der letzten Rächt eine Reihe von Häfen an der O st -, S ü d - ost- und Südwestküste Englands mit Bomben schweren Kalibers. Vor der nord afrikanisch en Küste ver- senkten deutsche und italienische Kampfflugzeuge am 30. Iuni zwei Handelsschiffe und erzielten Bombentreffer auf einem Leichten britischen Kreuzer und zwei Zerstörern. Arn gestrigen Tage vernichteten deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge im Hafen von Tobruk zwei Handelsschiffe. Sie zerstörten Lagerhäuser und brachten Flakbatterien des Feindes zum Schweigen. In der Rächt zum 1. Juli bombardierte ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge abermals den britischen Flottenstützpunkt Alexandria. Ausgedehnte Brände im Hafengebiet und in militärischen Anlagen wurden hervorgerufen Versuche des Feindes, am Tage die besetzten Gebiete am Kanal onzugreifen, und ein vereinzelter Vorstoß weniger Kampfflugzeuge bis in die Gegend von Hamburg, brachen mit schweren Verlusten für den Feind zusammen. Jagdflugzeuge und Flak- orlillerie schossen fünf, Marineartillerie zwei, ein Vorpostenboot e i n britisches Flugzeug ab Während der Rächt schoß Flakartillerie zwei weitere britische Kampfflugzeuge an der Kanalküste ab. Kampfhandlungen über dem Reichsgebiet fanden in der letzten Rächt nicht statt. Hauptmann Balthasar errang am 27.6. sei- übrigen Frontabschnitten geschlagenen Schlachten ergibt sich daraus, daß für die Zeit vom 22. Juni bis zum 1. Juli schon jetzt 5774 Panzerka mpfwagen, 2330 Geschütze und Flakgeschütze, 4 Panzerzüge, unzählbare Wengen von Wa- schinengewehren und Gewehren als erbeutet oder vernichtet gemeldet worden sind. Die sowjetrussische Luftwaffe hat im selben Zeitraum 4725 Flugzeuge verloren, davon 1392 im Luftkampf, 112 durch Flakabschuh und 3221 am Boden vernichtet. Die bisherigen Gefangenenzahten belaufen sich auf mehr als 160 000. Bei der Hartnäckigkeit der sowjetrussischen Verteidigung und den erbitterten Ausbruchsversuchen übersteigen die blutigen Verluste des Feindes die Zahl der Gefangenen um ein Vielfaches. Die eigenen Verluste find im gesamten erfreulich gering. auf, noch weiter eine Rolle zu spielen: die ostwärts dieser Stadt eingeschlossenen Sowjetarmeen sind im Verlauf des 1. Juli zum großen Teil vernichtet worden. Das Schicksal „mehrerer Divisionen im Raum nördlich von Kowno am 26. Juni hat sich hier in sehr viel größerem Maßstab wiederholt. Ein unvorstellbares Chaos ist über die hier zum Angriff auf Deutschland bereitgestellten Sowjetarmeen hereingebrochen. Der Stoßkeil ist zerschmettert, und eine unermeßliche Beute an Gefangenen und Material türmt sich vor den siegreichen deutschen Truppen. Ebenso ist die Schlacht im Festungsdreieck L u ck—D u b n o—R owno abgeschlossen. Die Sondermeldung 10 vom Sonntag berichtete bereits, daß sich deutsche Panzerdivisionen über Luck nach Osten Vorwärtskämpfen. Der Feind führte aus der Tiefe immer neue Kräfte heran. Schon damals hieß es: „Die blutigen Verluste des Gegners sind ungeheuer. Zahlreiche feindliche Panzerkraftwagen wurden vernichtet. Allein in den Kämpfen um Dubno wurden 215 Panzerkraftwagen, viele Geschütze, darunter 42 schwerste, erbeutet." Die Sowjetführung weiß, daß dieses Festungsdreieck Luck—Dubno—Rowno die Schwelle von Südrußland ist. Sie hat zum Gegenangriff angesetzt. Die am Sonntag verzeichnete Panzerschlacht fand in den ersten Tagen dieser Woche ihre Fortsetzung. Das Ergebnis ist, daß die sowjetrussischen Panzerkräfte ausgerieben wurden, die sich zwischen unsere erste Linie und den Divisionen einschieben wollten, die als Reserve folgten. Bei Dubno selbst fielen 120 Panzerkraftwagen in unsere Hand. Südlich davon und östlich von Lemberg kam es zu einer weiteren Panzerschlacht bei dem Judenstädtchen Z l o c z o w , nahe der Zlota Oipa. Man darf vermuten, daß hier Sowjet-Panzerregimenter ihren von Lemberg her auf dem Ruckzug befindlichen Truppen eine Entlastung bringen wollten; das Ergebnis war die Vernichtung von weiteren 100 Sowjetpanzern, so daß südlich der Pripjet-Sümpfe insgesamt 220 Sowjetpanzer zerstört oder erbeutet wurden. Die Zlota Lipa ist ein Nebenfluß des Dujestr. Sie bildet eine wichtige strategische Verteidigungslinie. Der hier am 27. August 1915 erfolgte Durchbruch der deutschen Südarmee zwang die Russen zur Zurücknahme ihrer Front in 250 Kilometer Ausdehnung. Wichtig ist die Hervorhebung, daß die deutsche Luftwaffe neue Erfolge „gegen die bereits erheblich geschwächten bolschewistischen Luftstreitkräfte" erzielt hat. Versenkungen von sieben Handelsschiffen mit 40 200 BRT. im Nordatlantik und westlich Afrika durch U-Boote und von drei Handelsschiften mit 11 300 BRT. durch Kampfflugzeuge im Atlantik gehören in dieses umfassende Bild von Nordftnnland über den Atlantik nach Alexandria. Dr. H. Armee der Wellrevollltion. Von Carlo von Kügelgen. Die Bolschewisten sind mit der Losung „Nieder mit dem Kriegr zur Macht gekommen. Die proot- sorische Regierung Kerenski hatte ihnen oorgearbei» tet, indem sie z.B. die Grußpflicht in der Armee aufhob. Aber ihre endgültige Zersetzung gelang doch erst den Bolschewisten. Wer die Horden von der Front in die Heimat strömender Soldaten durch das Land hat ziehen sehen und den Spuren ihrer fürchterlichen Verwüstungen gefolgt ist, kann sich eine Vorstellung davon machen, was ein disziplinloses, zersetztes Heer für eine Macht der Vernichtung ist.- Sehr bald schlugen die Bolschewisten, die stets aus praktischen Gründen zu jeder Konzession bereit waren, in bezug auf den verhaßten Militarismus in das Gegenteil um und schufen eine bolschewistische Militärmacht mit dem Ziel, „die ganze Welt zu erobern". Ich habe die ersten Zellen dieser bolschewistischen Armee im Sommer 1918 auf den Straßen Petersburgs beobachten können, wo zerlumpte Gestalten mit Stöcken in der Hand marschierten und Ausfälle übten. In den Bürgerkriegen ist dann die bolschewistische Armee allmählich erstarkt. Doch erst 1928 wurde die allgemeine Wehrpflicht durchgeführt und 1936 mit Anspannung aller Kräfte der Aufbau einer modernen Armee, Flotte und Luftwaffe in Angriff genommen. Seit Jahren bemühte sich die Sowjetregierung, ihre Armee als die stärkste und vollendetste militärische Macht der Welt hinzustellei^ So schrieb z.B. die „Jswestija" (20.9.39): „Die Sowjetarmee und das Sowjetvolk sind einig in ihren Zielen und Aufgaben. Sie haben den brennenden Wunsch, der gesamten geknechteten Menschheit die Befreiung von dem neuen imperialistischen Krieg zu bringen. Wir glauben an den großen Sieg des Kommunismus in der ganzen Welt." Die „Krasnaja Swesda" vom 21.1. 40 verkündeter „Die Sowjetarmee stellt die bewaffnete Avantgarde der UdSSR, dar, die Stoßbrigade der Weltrevolution!" und die „Leningradskaja Prawda" vom 23.2.41 behauptete: „Die Armee und die Flotte sind treu ihrem Kampfeid und ihrem Schwur, den vollen Triumph des Kommunismus zu erreichen." Dennoch sind drese Stimmen aus den letzten Jahren noch bescheiden zu nennen gegenüber dem polternden und drohenden Kriegsgeschrei, mit dem die übrige Welt vorher von Moskau aus, namentlich aus Anlaß pompös aufgezogener bolschewistischer Paraden, bedroht wurde. Jedoch nicht die Welt wurde in Angst und Furcht versetzt, sondern die Sowjetregierung selber. Die Folge davon war das Blutbad, dem ein gutes Viertel des Offizierskorps und ein noch weit größerer Teil des höheren Kommandos im Jahre 1937 zum Opfer fiel. Stalin lud Marschall Tuchatschewski, der ihn gerade zur Krönung in London vertreten sollte, mit den übrigen Narvik. Späterhin war er als Kommandierender im südenglischen Militärbezirk Organisator der englischen Küstenverteidigung. Ader der Blick darf nickt bei Wavell und Auchin- leck stehenbleiben. Auch Anthony Eden bekommt eine Quittung: Während er bisher England auf wiederholten Reisen im Vorderen Orient politisch repräsentierte, ist diese Aufgabe — der deutsch-türkische Freundschaftsvertrag wirkt sich aus! — dem rüheren Handelsminister Littleton unter Ernennung zum Staatsminister übertragen worden. Diese Ernennungen erfolgten wenige Stunden nach einer anderen Ernennung: der des Generalleutnants Rommel zum General der Panzertruppen. In diesen „Personalien" spiegelt sich auf das augenscheinlichste der Erfolg des Deutschen Afritakorps und der deutschen Truppen auf dem Balkan und auf Kreta wider. Das Widerspiel dieser Ernennungen ist ein knapper, aber erschöpfender Kommentar zu der völligen Umwälzung der politisch-militärischen Machtverhältnisse im östlichen Mittelmeer. Der „Times" ist bei alledem höchst unwohl zumute, und sie versucht, die Betretenheit in der englischen Bevölkerung mit dem Hinweis zu mildern, daß „dieser Enschluß (zur Entsendung Wavells) nur nach reich- kicher Ueberiegung gefaßt sein dürfte, und daß wahrscheinlich nicht alle Gründe der breiten Oeffentlich- feit ersichtlich sind". Sie lüftet auch gleichzeitig einen Zipfel dieses mysteriösen Schleiers, indem sie auf die Wichtigkeit des Kommandos in Indien hinweist. Mit anderen Worte: Das deutsche Ostheer kämpft noch an der Düna und der Beresina, und London fürchtet schon für sein — indisches Kaiserreich. Wachsamkeit und Bereitschaft. Das Ergebnis der Kaiserkonferenz in Tokio. Tokio, 2. Juli. (DNB.) Unter Vorsitz des Tenno fand Mittwochmorgen in Tokio eine Kaiserkonferenz statt, an der sämtliche Mitglieder des Kabinetts unter Führung des Ministerpräsidenten Fürst K o n o y e, und die beiden Generalstabschefs, General S u g i y a m a und Admiral Nagano, teilnahmen. Nach längerer Beratung wurde eine amtliche Erklärung gegeben, aus der sich ergibt, daß für die japanische Außenpolitik wichtige Ent» schlüsse gefaßt worden sind. Ministerpräsident Fürst K o n o y e sprach sodann über den Rundfunk, wobei er darauf hinwies, daß die allgemeine Weltlage sich täglich mehr und mehr kompliziere. Japan sei jedoch entschlossen, seinen Weg zu gehen und Der traue auf seine Kraft. Er rief die Nation zur (EinigfeU auf und betonte die Notwendigkeit der Moblli» sierung aller Kräfte, die heute nötiger denn je sei. Der japanische Außenminister Matsuoka gab nach der Konferenz eine Erklärung ab, in der er Japan zur Wachsamkeit und Bereitschaft aufrief. Matsuoka betonte, daß Japan die Entwicklung der Lage mit äußerster Sorgfalt beobachte und, je ernster die Lage sei, um so ruhiger und bestimmter seinen Weg zu gehen entschlossen sei. Die japanische Nation müsse, einig, in allen Schichten, den erhabenen Willen des Tenno. gussühren. Die Panzerschlacht bei Zloczow. Gewaltige Verluste der sowjetischen Panzerwaffe. Aus den Rückzugsfiraßen der Sowjets neu 39. und 40., Oberleutnant Leesmann am 30.6. feinen 21. und 22. Cuftfieg. Bei dem Vorstoß auf Riga zeichnete sich der Kommandeur eines Infanterie-Regiments Oberst Lasch durch persönliche Tapferkeit besonders aus. * Der Wehrmachtbericht vom 2. Juli meldet zum elftenmal, daß am 1. Juli Verbände der deutschen Wehrmacht im Verein mit dem finnischen Verbündeten in Nord- und Mittelfinnland zum Angriff über die sowjetrussische Grenze angetreten sind. Hier ist die Bahn und der Kanal, die Petersburg mit Murmansk und dem Weißen Meer verbinden, das nächste Ziel. Derselbe Wehrmachtbericht teilt mit, daß in -der Nacht zum 1. Juli ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge abermals ausgedehnte Brände im Hafengebiet und in militärischen Anlagen des Flottenstützpunktes Alexandria hervorgerufen hat. Der Weite der Operationen entspricht ihre Intensität. Das haben zunächst die Sowjet- trup.pen zu spüren bekommen. Bialystok Höri Ueberall liegen die Trümmer umher von der Beschießung sowjetrussischer Panzer und Kraftwagen. (PK.-Wette. — Scherl-M.) v/ y : ■ > V V • MM »<> Wk ■(* Mi I M M' i M Va" ww&z Ätz ID«- Fw M n M M MM W ■ÖÜ Die Abberufung Wavells. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der General Sir Archibald Wavell, bisher englischer Oberkommandierender im Mittleren Orient, ist, wie 'bereits gestern gemeldet, zum Oberkommandierenden in Indien ernannt worden. Sein Nachfolger ist im Mittleren Orient General Sir Claude A u ch i n l e ck. Außerdem wurde der frühere englische Handelsmimster Oliver Littleton zum britischen Staatsminister und Mttglied des Kriegskabinetts ernannt und beauftragt, England im Gesamtbereich des Mittleren Ostens als autoritativer politischer Repräsentant zu vertreten. General Wavell wurde bereits „teilweise entlastet" d. h. halb abgesagt, als General Cornwall, früher Leiter der britischen Militärmission in Aegypten, zum Kommandierenden an der'libyschen Front ernannt wurde. Etwa gleichzeitig war General Sir Maitland Wilson zum englischen Kommandanten im Vorderen Orient, also vom Suezkanal bis zum Persischen Golf berufen worden In England selbst wird die Ernennung Wavells zum britischen Höchstkommandierenden in Indien jetzt als Kaltstellung empfunden. Wavell hat es verstanden, sich eine starke Popularität bei der breiten Bevölkerung und auch in der Truppe zu sichern, die erst durch die jüngsten Fehlschläge in der Cyrenaika, auf dem Balkan, in Kreta und bei Sollum Abbruch erlitt. Immerhin merkt man aus der englischen Presse die Empfindung heraus, daß nach der allgemeinen Ansicht Wavell als Sündenbock Churchills nach Indien geschickt wird. Am 9. Februar 1941 hielt noch Churchill eine Lobrede auf Wavell, in der er sagt: ,Lch wagte es, die Aufmerksamkeit General Wavells auf das 7. Kapitel des Matthäus- Evangeliums zu lenken, wo es im 7. Vers heißt: „Bittet, so wird Euch gegeben; suchet, so werdet Ihr finden; klopfet an, und Euch wird aufgetan." Die Nilarmee bat und ihr wurde gegeben; sie suchte und sie fand, sie klopfte an und ihr wurde aufgetan." Seit diesem Lobgesang sind die englischen Lorbeeren im östlichen Mittelmeer verwelkt und nun wird General Wavell wieder „aufgetan". Aber diesmal führt der Weg auf einen „weniger anstrengenden Poften", wie die „Times" jo geschmackvoll sagt. Wavells Nachfolger auf dem Posten des britischen Oberkommandierenden im Nahen Osten, der 57jährige General Claude Auchinleck, ist dem britischen Publikum nur wenig bekannt. Zum Oberstkommandierenden der britischen Truppen in Indien, auf welchem Posten General Wavell ihn ablöste, wurde er erst Anfang dieses Jahres ernannt au Grund feiner 1904, im Weltkrieg und dann wieder im Jahre 1935 an der stets umkämpften Nordwest- grenze gewonnenen Erfahrungen. In diesem Krieg ist General Auchinleck nur einmal und nicht gerade rühmlich hervorgetreten durch die Aktion gegen X höchsten Befehlshabern in den Kreml ein. Hier mußte dann die eine Hälfte der Versammlung die andere als Landesverräter dem "Tode preisgeben. Dieser Aderlaß, dem die besten führenden Kräfte in allen Teilen der Armee und Flotte zum Opfer fielen, hat für die Sowjetmilitärmacht entscheidende Folgen gehabt. Wohl sind große Anstrengungen gemacht worden, dem Militär einen neuen Geist emzuflößen. Das geschah einerseits, indem Stalin die politische Tarnung der „Demokratisierung" der Sowjet- brttatur auch auf die Armee ausdehnte. Sie wurde Anfang 1939 von neuem vereidigt, wobei der einzelne Soldat nicht mehr als „Sohn des werktätigen Volkes", sondern als „Bürger der UdSSR." seinen Eid ablegte. Auch fehlte jetzt der Hinweis auf „die Befreiung aller Werktätigen in der Welt", und die neuen Begriffe „Volk" und „Heimatland" wurden eingeführt. Mit der scheinbaren Demokratisierung der Streitmacht zog als Exponent des staatlichen Mißtrauens gegen das Heer der Politruk, der politische bolschewistische Kommissar, als dessen eigentlicher Leiter, ein. Die Soldaten waren ihm ebenso zum Gehorsam verpflichtet wie ihren Offizieren. Neben jedem Kommandeur stand entsprechend seinem Rang der meist jüdische Politruk. Da dieser es immer in der Hand hatte, den Offizier als unzuverlässig oder verdächtig anzugeben, lag die eigentliche Macht beim Kommissar. Obgleich man den unhaltbaren Zuständen, die durch diese jüdische Vorherrschaft in Heer und Flotte entstanden, neuerdings dadurch zu begegnen suchte, daß man die militärische Kom- mandogewalt, als die ausschlaggebende, über die des Politruk stellte, hat sich in Wirklichkeit wenig ge« ändert, weil in der Sowjetunion die GPU. letzten Endes doch die Macht in Händen hat. Im Mai vorigen Jahres wurden, um die Autorität der höheren Generalität zu stärken, wiederum die alten Rangbezeichnungen eingeführt: Generalmajor, Generalleutnant bis zum Marschall und Admiral hinauf, wobei es gleich fünf Marschälle, Woroschilow, Timoschenko, Budjenny, G. Kulik und Schaposchmkow, gab. Wie wenig diese Anstrengungen trotz der Lob- gesänge der Presse, daß die Sowjetarmee nun endgültig unbesiegbar sei, gefruchtet hatten, zeigte sich noch im Jahre 1940 während des Krieges zwischen dem Riesenstaat von 180 Millionen und dem Finnland mit 3,5 Millionen Menschen. Moskau hatte es überhaupt nicht für möglich gehalten, daß Finnland Widerstand wagen nnirde. Die Falschmeldung zu Beginn des Krieges, daß die finniscke Regierung das Land verlassen habe, entsprach deshalb vielleicht sogar ihrem tatsächlichen Glauben. Man meinte, daß die Kreatur Kuusinen einen triumphalen Einzug in Helsinki halten werde. Die in vierfacher Macht anrückenden, aus allen Teilen der Sowjetunion zusammengewürfelten Sowjetdivisionen bewiesen nur die Machtlosigkeit der Zahl. Wenn schließlich Finnland doch aus einen Kompro- mißsrieden einging, so geschah es, weil ihm 'einfach die Mittel und physischen Kräfte fehlten. Das Ansehen der Sowjetarmee hatte aber in den Wäldern Ostfinnlands einen schweren Stoß erhalten. Unzweifelhaft hat Moskau seitdem die größten Anstre«gungen gemacht, um die zutage getretenen Mängel und Schwächen auszuschalten, die Disziplin in der Armee mit der wiedereingeführten Grußpflicht zu bessern und auch das Material mit Aufbietung gigantischer Mittel zu heben. Für Rüstungszwecke waren 1936 14,8 Milliarden Rubel, zwei Jahre später 17,5 Milliarden veranschlagt. Die Kurve ist seinem besttmmt noch stärker angesttegen. Es wäre verfehlt, die Anstrengungen Moskaus zu. unterschätzen. Unzweifelhaft hat man das Volk hungern lassen, um die Armee gut zu nähren, haben die Soldaten verhältnismäßig gute Kleidung und Stiefel erhalten, während sich der gewöhnliche Bürger mit schäbigster Brakware begnügen mußte. Sicherlich sind die Sowjettankwagen, ist die im allgemeinen weit vorgeschrittene Motorisierung der Armee das Höchste, was die Sowjettndustrie zu leisten imstande ist. Die Armee wird in Moskau auf 10 Millionen Mann geschätzt, wobei die Hälfte, die eigentliche sogenannte Kaderarmee, bildet, während die andere Hälfte aus den Territorialarmeen der einzelnen Republiken besteht. Diese Zahlen sind sicher übertrieben — es wurde neuerdings von etwa 240 Divisionen gesprochen, von denen zwei Drittel an der Westftont stehen —, soweit sie noch stehen. So glaubte die Sowjetunion, ein Instrument ge- schaffen zu haben, das Europa und besonders den stärksten Feind der bolschewistischen Zersetzung und Weltbrandziele, das Deutsche Reich, niederzuwerfen imstande sei. Die deutschen Heere sind nun nach dem Moskauer Verrat am Werk, diese Hoffnungen ein für allemal zu zerstören. Waizmann als Diktator. Daß der gegenwärtige Krieg in erster Linie ein Werk bet jüdischen Plutokratie und ihrer Helfershelfer gegen Deutschland und Italien ist, bedarf keines Beweises mehr. Trotzdem hat der Vorsitzende der zionistischen Weltorganisation, Chaim Waizmann, es für notwendig gehalten, der englischen Regierung zu versichern, daß die gesamte jüdische Finanzwelt in USA. England im Kampf gegen die Achsenmächte unterstützen werde, wenn England sich dazu verpflichtet, an die Juden ganz Palästina und den südlichen Teil des Libanon abzutreten. Dazu wird gemeldet, daß die Londoner Regierung diesen „Vorschlag" bereits angenommen habe. Auch der Sohn des amerikanischen Präsidenten, James Roosevelt, hatte kürzlich in Tel Aviv eine Rede gehalten, in der er mitteilte, sein Vater habe ihn beauftragt, bekanntzugeben, daß er alle jüdischen „Wün- s ch e" in P a l ä st i n a unterstützen werde. Wenn in solcher Weise das Weltjudentum und sein nordamerikanischer Protektor ihre Forderungen erheben, dann mußten in London auch die Bedenken des Kolonialamts und des Jndia Office zurück- gestellt werden, die nicht ohne weiteres von den Aspirationen des Judentums erfreut sind. Die jüdische Weltorganisation hat schon früher das Ziel bekundet, einen jüdischen Palästinastaat zum geistigen und politischen Mittelpunkt der zionistischen Interessen' auszugestalten. Anderseits kennt England die Widerstände der arabischen Völker gegen den Raub ihres Landes durch das jüdische Großkapital. England weiß weiter, daß die jüdischen Ansprüche immer größer werden, je mehr England auf das Wohlwollen der amerikanischen und jüdischen Finanzwelt angewiesen ist. So war es auch schon im Weltkrieg, als die Juden die Balfour-Deklaration durch Geld und schöne Worte für sich herausholten, die dann zur Errichtung des jüdischen Mandats in Palästina geführt hat. völlig wirkungslosen Angriffsversuchen wurden zwölf Jagd- und drei Kampfflugzeuge im Luftkampf, durch Flakartillerie zwei weitere Jagdflugzeuge a b g e s ch o s s e n. Außerdem stürzten während der Kämpfe 3mei britische Jagdflugzeuge nach Zusammenstoß in der Luft ab, so daß sich die Ge- samtverluste des Gegners auf 19 Flugzeuge erhöhen. Eigene Verluste sind nicht eingetreten. Die Sowjets erbitten LtSA.-Hilfe. ^Washington, 2. Juli. (Europapreß.) Wie Staatssekretär Sumner Welles am Dienstag erklärte, ist der sowjetrusssische Botschafter Sumanski nunmehr an die USA.-Regierung wegen der Durchführung der Kriegsmateriallieferungen von USA. nach Sowjetrußland herangetreten. Sumanski hatte Sumner Welles am Montag besucht, um mit ihm die Einzelheiten für die sowjetrussischen Jndustrie- aufträge in USA. zu besprechen. Welles erklärte, daß er die Aufträge der Sowjetregierung entgegengenommen und an die zuständigen Stellen weittr- geleitet habe. Dieses offizielle Ersuchen der Sowjetregierung stellt die USÄ. vor die Entscheidung, ob sie direkt an die Sowjets liefern oder die zugesagte Rußland- Hilfe durch eine verstärkte England-Hilfe beweisen sollen, wie es der überwiegende Teil der Internen- tionspresse fordert, oder aber den deutsch-sowjetischen Krieg zum Anlaß nehmen sollen, sich hinsichtlich des europäischen Krieges größere Reserve aufzuerlegen, wie es die im, Wachsen begriffene Kongreß-Minderheit fordert. Roosevelt ist ebenso wie Welles den Fragen nach den Sowjetlieferungen bisher immer mit der Behauptung ausgewichen, ein entsprechendes Ersuchen der Sowjets liege noch nicht vor. Der Sowietbotfchaster verläßt Vichy. Vichy, 2. Juli. (Europapreß.) Die Maßnahmen gegen den Kommunismus, zu denen sich die fran« zösische Regierung veranlaßt gesehen hat, nehmen ihren Fortgang. Nachdem seit Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion eine große Anzahl von Russen verhaftet worden war, hat nunmehr der sowjetrussische Botschafter die Stadt Vichy sehr rasch verlassen müssen. Er wurdö mitsamt dem Botschafterpersonal in nächtlicher Stunde mit einem Sonderzug abtransporttert. Nach den Berichten einiger weniger französischer Augenzeugen, die am Bahnhof anwesend waren, befanden sich der Botschafter Bogomolow und die übrigen sowjetischen Botschaftsmitglieder in sehr nervöser Sttmmung. Ueber den Ort, wohin sich der russische Diplomatenzug begibt, wird von der französischen Regierung zunächst noch Stillschweigen gewahrt. 3m befreiten Riga. Von Kriegsberichter Willi Wrenhöwer^ DNB. ..., 2. Juli. (PK.) Nun ist es so weit, Riga ist frei! Brandrot leuchtet der Himmel vom grellen Feuerschein. Eine große Lederfabrik cknd zahlreiche andere Gebäude stehen in Flammen. Vereinzelt gellen Schüsse durch den warmen Symmerabend. In der westlichen Vorstadt sind unsere Truppen dabei, Ställe und Böden der Häuser nach Hinterhalten und Heckenschützen zu durchsuchen. Hart und rücksichtslos wird oorgegangen. Einige Kilometer südlich von Riga wird der große Handstreich vorbereitet. In Sturmbooten wird ein Bataillon eines Pionier-Regiments über die Düna gesetzt. Es bildet einen Brückenkopf. Dem Kommandeur werden zur Unterstützung zwei Infanterie-Kompanien und ein schwerer Maschinengewehrzug unterstellt, ein weiteres Pionier-Bataillon baut diesseits des breiten, träge dahinfließen- Unser Bild zeigt eines der bekanntesten und ältesten deutschen Gebäude, das historische Schwarzhäupterhaus, eine der größten Sehenswürdigketten der Stadt Riga. — (Scherl-Bildarchiv-M.) den Flusses schwere Lastenfähren, mit denen im Schutz der Dunkelheit einige Sturmpanzer und Panzerspähwagen übergesetzt werden. Dom Feind unbemerkt, erreicht die Spitze des Angriffsverbandes den Stadtrand und legt sich an den Häusern in Bereitschaft. Dann aber scheint eine bolschewistische Batterie von dem kühnen Vorhaben unserer Pioniere Wind bekommen zu haben. Sie legt Störungsfeuer auf die Häuser, dem wir ohne größere Mühe ausweichen können. Auch unsere Artillerie ist nicht müßig, pfeifend surren die schweren Brocken über uns hinweg und zerbersten drüben beim Feind. Dann wird es still. Leichter Nebel legt sich über die Wiesen und Soldaten. Von der Bereitstellung wird der Angriff in zwei paralleloerlaufenden Marschbewegungen oorgetra- gen. Langsam und stets sichernd dringen wir in das Stadttnnere ün der Richtung der beiden gesprengten Brücken vor. Einige Frühaufsteher treten zögernd auf die Straße, sie sind vor Staunen sprachlos. Die Brücken sind doch gesprengt. Unsere erste Sorge gilt den Kameraden, die am Sonntag- vormittag über die historische Brücke in die Stadt emgedrungen, aber durch die Sprengung von allem Nachschub und aller Unterstützung abgeschnitten waren und als kleines Häuflein sich gegen die mit überlegener Stärke vorgetragenen Angriffe der Bolschewisten heldenhaft wehrten. Was ist aus ihnen geworden? Um 9 Uhr erreichen wir den Bahnkörper. Wir werden mit Maschinengewehrfeuer empfangen, aber unsere Pak bringt mit mehereren Salven den Gegner zum Schweigen. Wir gehen gegen die Schützenlöcher und Unterstände der Bolschewisten vor. Ein Halbsoldat mit dem Gewehr in der Hand tritt uns entgegen. Er wird tödlich getroffen. Wir werfen Handgranaten in, die Unterstände hinein, es kommt aber niemand zum Vorschein. Wir stehen vor einer bolschewistischen Batterie. Das gesamte Bedienungspersonal ist gefallen. Ueberall, wohin wir schauen, liegen tote Bolschewisten. Wir klettern auf den Damm und stehen nun auf der Brücke, um die so erbittert gekämpft worden ist. Unsere Kameraden der Vorausabteilungsspitze und die, die ihnen helfen wollten, liegen tot da, die Handgranaten in der verkrampften Hand. Im stillen Gedenken gehen wir die Reihen entlang. Da bewegt sich einer, richtet sich auf, sieht uns starr an und sagt: „7. Kompanie". Wir ruftft Sanitäter. Sie bemühen sich um den Verwundeten und völlig Erschöpften. Da bewegt sich wieder einer, ein junger Leutnant. Auch er wird vom Roten Kreuz, das zur Hilfeleistung herbeigeeilt ist, ins Lazarett gebracht. Die Zivilbevölkerung erscheint, zum Teil bewaffnet. Es sind die Letten, die die noch versteckten Bolschewisten aufspüren wollen. Es fallen noch einige Schüsse. Es werden noch einige Gefangene gemacht. Aber wie die Zivilisten erzählen, sind die Bolschewisten in der letzten Nacht in östlicher Richtung abgehauen. Es ist 10 Uhr. Die Glocken läuten. Das Volk strömt auf die Straße. Wir treten abermals an, um die Stadt gegen Osten zu säubern. Dieser Säuberungsmarsch wird für uns zu einem Jubelzug ohnegleichen. Die Bewohner der lettischen Hauptstadt feiern. Alles hat Festkleider angezogen. Mädchen tragen bunte, wallende Heimattracht. Alles vereinigt sich im Zeichen der rotweißroten Fahnen und der Befreiung Lettlands durch deutsche Truppen. Die Soldaten kommen in den Straßen kaum vorwärts, sie werden mit Rosen und Zigaretten übersät, Mädchen und Frauen reichen ihnen Tomaten, Gurken, Butterbrote, Bier und alles, was irgendwie vorhanden ist. Das Händeklatschen, Sieg- Heil-, Heil-Hitler- und Bravo-Rufen nimmt kein Ende. Ueberall fragt man uns: „Warum sind Sie nicht früher gekommen? Wir haben so lange gewartet. Sie hätten viel Unglück von der lettischen Bevölkerung abwenden können. Tausende von guten Bürgern sind während des einen Jahres bolschewistischer Herrschaft verschleppt und ermordet worden." Noch schwelen in verschiedenen Straßen Brände, noch stehen rauchende bolschewistische Panzerwagen an den Straßenecken, aber die Freude über die Befreiung vom bolschewistischen Terror übertönt alles. Leutnant Müller. Berlin, 2. Juli. (DNB,) In, den Kämpfen um die bolschewistischen Grenzbefestigungen bei Mona st y r zeichnete sich der Leutnant Johannes Müller als Führer eines Pionierzuges in einem Infanterie-Regiment .aus. Durch wagemutigen Einsatz gelang es ihm, eine mit MG.° und Gewehrschützen besetzte abwehrbereite Kampfanlage der Sowjets außer Gefecht zu fetzen. Der Erfolg war, daß er den Angriff seines Bataillons, das von der sowjetischen Kampfanlage behindert und flankiert wurde, erneut vorwärts riß. Leutnant Müller wurde bereits während der vorangegangenen Feldzüge dieses Krieges mit dem E. K. I und II für seine tapferen Taten ausgezeichnet und im Wehrmachtbericht vom 1. 7. genannt Richtkanonier schießt 14 Gowjetponzer ab. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 1. Juli ist der hervorragenden Waffentat des Gefreiten in einem Arttllerie-Regiment, Fritz Reifer, besonders gedacht, der als Richtkanonier mit seinem Geschütz in kürzester Zeit 14 feindliche Panzer vernichtete. Sowjetpanzer versuchten mehrfach, ihre Angriffe gegen die deutschen Stellungen vorzutragen. Mit überlegener Ruhe verfolgte Gefreiter Reiser als Richtkanonier durch das Rundblickfernrohr feines Geschützes aufmerksam alle Bewegungen der heranbrausenden Sowjetpanzer. Mit beispielloser Kaltblütigkeit und Umsicht nahm Reiser seine Gegner aufs Korn, und während eines Kampfes von fast l'/rftündiger Dauer gelang es ihm, insgesamt 14 Sowjet-Kampfwagen abzuschießen, obwohl der Feind mit allen Mitteln versuchte, dieses ihm besonders gefährlich werdende Geschütz auszuschalten und zu vernichten. Britische Lustangriffe an ter Kanalküste erneut zusammengekrochen. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Vorstöße britischer Kampfflugzeuge mit starkem Jagdschutz in den Mittagsstunden des Mittwoch gegen die Kanalküste wurden abermals unterschwerenVerlusten für den Gegner abgeschlagen. Bei diesen fangen, den Marsch ohne Pause zum zweitenmal spielen. Dann jedoch kann er nicht umhin, die Stirn zu runzeln und dem Trompeter Winkler einen fragenden Blick zuzuwerfen. Der wagt daraufhin noch einmal die Hacken zusammenzuknallen und nunmehr endlich beendet er seinen Satz: „... aber der Herr General ist nicht zu Hause.- Oer Radetzkymarsch. Von Hans Riebau. Die Division liegt seit langem in Ruhe. Es mitif exerziert und geputzt und gesungen, und überall auf den Plätzen der Stadt geben die Musikkorps Konzerte. Am Sonntagmorgen jedoch zieht der Musikmeister Ploetz nicht wie sonst auf die Place du theätre, sondern in die Rue de la croix, denn der Divisionskommandeur hat Geburtstag und soll mit einem Ständchen bedacht werden. Das Musikkorps tut, was hier zu tun ist. Die „Tannhäuser"-Ouvertüre erklingt, „Alte Kameraden", . der „Grenadiermarsch", „Freischütz" und „Gruß an Kiel", und hin und wieder wirft Ploetz einen erwartungsvollen Blick hinauf auf den Balkon. Aber die Tür bleibt einstweilen geschlossen. Als das siebente Stück gespielt ist, macht der Musikmeister eine Pause und winkt dem Trompeter Winkler. „Sie kennen doch den Burschen von Herrn General?" Winkler kennt ihn. Er erhält den Auftrag, »über die Hintertreppe in die Wohnung zu schleichen und den Burschen zu fragen, welches wohl das Lieblingsstück des Divisionskommandeurs sei. Winkler schleicht, indes das Musikkorps den „Hohenfriedberger" ohne die zweite Trompete fchmettext, hinauf, sucht und findet den Burschen, flüstert seine Frage, erhält eine Antwort, schleicht wieder hinunter und meldet dem Musikmeister: „Das Lieblingsstück ist der »Radetzkymarsch«, aber — Aber der Musikmeister will kein Aber. Er schüttelt unwillig den Kopf: mehr will er gar nicht wissen, Winkler muß zurücktreten, und alsbald schmettert der „Radetzkymarsch" durch die Straße, so laut und so schneidig wie noch nie. Das Publikum, das sich inzwischen angesammelt hat, 'st begeistert und klatscht. Oben in der Wohnung rührt sich noch immer nichts. Der Musikmeister laßt — indes die Bläser gewaltig zu schwitzen ante rs herunter: Hört, ihr Leut, und laßt euch sagen!" So verging die Probezeit in ernster Arbeit und heiterer Erholung." 1903 wurde Mottl als Generalmusikdirektor nach München an die Königliche Oper berufen, deren Direktor er 1907 wurde. Gleichzeitig leitete er die Akademie der Tonkunst. Viele Konzertreisen machten seinen Namen in aller Welt berühmt. Weniger volkstümlich wurde Felix Mottl mit seinen Kompositionen, von denen außer einem früher oft gespielten Streichquartett die Opern „Agnes Ber- rtauer", „Roma" und „Fürst und Sanger", das Singspiel „Pan im Busch" sowie das Festspiel „Eberstein" genannt seien. Zeitweise erfreuten sich seine wagnerisierenden Bearbeitungen von Cornelius' „Barbier von Bagdad", Donizetti- und Bellini-Opern und mehrere Bach-Kantaten der Beliebtheit. Im Gedenken der Nachwelt lebt Felix Mottl weiter als Dirigent, und unter den großen deutschen Dirigenten des letzten Jahrhunderts nimmt er eine Ausnahmesteilung ein. Einer seiner Biographen sagt von ihm: „Ob man ihn in Bayreuth, Berlin ober München, ob im Konzert oder in der Oper hörte, immer blieb der Eindruck der gleiche erquickliche, immer hatte man das Gefühl, einer innerlich gefestigten, musikalischen Persönlichkeit gegenüber* zustehen, einem Mann, der eine Komposition zwar intellektuell durchdrang, der seine wesentlichsten Impulse aber von seiner Natur, von seinem Herzen uad seinem Jnsttnkt empfing. Alles, was er dar- [teilte, strömte eine wundersame Ruhe aus. Das lag nicht allein an der gemäßigten Ternponahme, sondern mehr noch dargn, daß er es verstand, das melodische Element, wo es mir ivgend vorhanden mar, herauszuholen und in voller Sinnlichkeit wir- $er Gruadzug seines Dirigierens war vollendete Natürlichkeit .. /' Von beruflicher Ueberanftrengung, gehässigem Ansemdungen und unliebsamen häuslichen Zwistia- ketten ermüdet, erlag Mottl am 2. Juli 1911 einer Krankheit. Jan Stammel. Oie beste Badestunbe Das Baden in Meer, Fluß oder See zählt zu den schönsten Freuden des Sommers, und wenn wir uns vergnügt in den kühlen Wellen tummeln, vergessen wir manchmal, daß das Baden auch seine Gefahren hat und jedenfalls mit Vorsicht und Bedacht betrieben werden muß. Die beste Badestunde ist von den Aerzten etwa um 11 Uhr vormittags feftgestellt worden. Dann hat nicht nur die Temperatur des Körpers nach ihrem Fall am frühen Morgen ihre normale Höhe erreicht, sondern auch die Lufttemperatur ist ge- nugend erwärmt, was an kühlen Tagen zu beachten ist, und unser Körper ist durch das Frühstück Hkraftigt, das um diese Zeit vollständig verdaut ist. Vielfach wird die Ansicht geäußert, daß das Baden in den frühen Morgenstunden am gesündesten \ei aber das ist nicht der Fall. Der Badende, der sich gleich aw Morgen noch vor dem Frühstück der kühlen Flut anvertraut, ist in seiner Lebenskraft noch nicht auf die Höhe des Tages gelangt. Außer- dem hat er meist eine Wegstrecke mit leerem Memen Wruckgelegt und ist dadurch geschwächt, und di- Morgenckuhl« der Lust macht sich nur an sehr beiden Tagen nicht unangenehm bemerkbar. . Wie lange man im Bade bleiben soll, bas wird leber am beften bei sich selbst herausfinden. Hat er die ntätige Zeit einmal erkannt, so sollte er sich D0IL./ra-ti€^€n Geährten, denen es nichts aus« macht, nicht dazu bestimmen lassen, länger im Bade zu bleiben. Fünf Minuten dürften keinem etwas schaden. Der allgemeine Durchschnitt ist mit 15 bis 20 Minuten anzunehmen. 1 £ g* Felix Moiil. Zum 3Ü. Todestage des Wagner-Dirigenten. Felix Mottls Weg lag im breiten Schlagschatten des Wagnerschen Schaffens. Arn 24. August 1856 zu Unter-St.-Veit bei Wien geboren, zeigte der Knabe schon früh eine überdurchschnittliche Begabung und sah sich bald auf die musikalische Laufbahn gewiesen-, denn er besaß eine schöne Sopran- sttmme und war überall beliebt als „kleiner Solist". Seine musikalischen Studien betrieb Mottl am Wiener Konservatorium, wo ihn Joseph H e l l m e s- berger besonders betreute; unter seinen Lehrern mar auch Anton Bruckner, bei dem er Kontrapunktik studierte. Als Dirigent eines studentischen Gesangvereins und künstlerischer Leiter des Wiener Richard-Wagner-Vereins ruhte Mottl in seiner Verehrung für den Meister von Bayreuth nicht, bis er ihm 1875 persönlich nahetreten konnte. Wagners Blick erkannte die hohe Befähigung des jungen Mottl, aber auch dessen „ehrliche Begeisterung"; so übertrug er ihm einen Anteil an der Durchsicht des Notenmaterials für den „Ring der Nibelungen" und wies chm 1876 — dem ersten Festspieljahr — die Stellung eines musikalischen Assi- stertten (Solorepetitors) zu. 1881 übernahm Mottl das Amt des Horkapell- meisters in Karlsruhe und führte für die damalige badische Landeshauptstadt und ihr Musikleben eine glänzende Zett herauf. Seinen Weltruf begründete er als ständiger Dirigent (seit 1886) in Bayreuth, wo er mit Vorliebe „Tristan" und „Par- sifal" dirigierte. Von der Arbeit in Bayreuth erzählt Mottl in seinen „Bayreuther (Erinnerungen": „... er (Wagner) war von einer unaussprechlichen Güte und liebte es, nach der Arbeit mit feinen Künstlern im gemütlichen Gespräch zusammenzusitzen. Als es einmal ziemlich spät geworden war, erschien er plätzlick auf der oberen Galerie. Er hatte ein Bärenfell um seine Schullern gelegt, trug einen Helm auf dem Kopf und einen Spieß in der Hand und sang von oben die Worte des Nachtwäch- WERBURG tU AQAMki Galdcnring 4 Pf. mit V-Mundstück. Overstolz 47öPf. ohne Mundstück. Beide Marken Iviede.- in der sllgendichren Fri/chhalkepackMg. Deutsche Namen für Deutsche Waren üMWß So selbstverständlich dies heute klingt, als im Jahre 1908 Haus Neuerburg mit seinen Zigaretten aus dem deutschen Markt erschien, war man noch anderer Ansicht. Damals galt nur die Zigarette aß.ECHT; die sich mit ausländischem Beiwerk umgab. Wenn deutsche Zigaretten heute den Ruf genießen, die besten auf der Welt zu sein, so darf Haus Neünbürg wohl einiges Verdienst an dieser Wandlung für sich in Anspruch nehmen. Es hat nicht nur von Anfang an die deutsche Herkunft seiner Erzeugnisse betont, es bat darüber hinaus das Zigartttenfach so gründlich erforscht und maßgebend beeinflußt, daß auch auf diesem Gebiet ein Zweifel an deutscher Wertarbeit heute nicht mehr besteht. Haus Neuerburg raus NEUERBURG HW ätenöt oa ott tont MMnMln-Met! Wir suchen zum baldigen Eintritt eine SÄUGLINGSSCHWESTER für unsere Stillkrippe. Bewerbungen m. Zeugnisabschriften, Lichtbild u. Angabe der Gehaltsansprüche unter Kennziffer 749d erbeten an GERHARD HESELER WERKE SM KASSEL __ 2834 V 02213 Vereine | Jugend hat Zutritt! Praxis geschlossen vom 4. bis 27. Juli 1890-1940 Samstag üeii 5.3ali 1941 abends 8.3« Uhr Vuvghof. Dr. Gros Facharzt f. Augenkrankheiten | Verschiedenes! Verloren ein braunes Lederporteoioraie mit Fahrkarte. Gegen gute Be- lobnung abzu- geben 03214 Ltevhanstr. 21V. wegen Betriebsferien bleibt mein Geschäft vom 5. bis einMehlich 19. Juli geschloffen! Heinrich yochftätter ______________________________________2826D Freibankverkauf av 4. Juli 1941: sssta von 8- 9 Nbr Nr. 102-140 von 9-10 Ubx 91t. 141-180 von 10-11 Nbr Nr. 181-220 von 11-12 Uhr Nr. 221-250 ctn 5. Juli 1941: - von 8- 9 Uhr Nr. 251-290 von 9-10 Uhr Nr-291-330 von 10-10.30 Uhr Nr. 331-350 Gl wird Fleischbrühe ausgegeben. Schlachthof Gießen. MLÄHIAJLOMÄ mit Paul Hörbiger, Hedwig Bleibtreu Otto Wernicke Spielleitung: Geza von Bolvary Das Menschliche in diesem Film ist so groß und ergreifend, daß wir noch lange in seinem Bann stehen. Neueste Deutsche Ton-Woche! Heute Donnerstag: Neuaufführung Lichtspielhaus Täglich 3.30, 5.80, 8.00, So. 3.00, 5.15, 8.00 Uhr Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt-- und lieber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne Kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstrahe 3, auf Postscheckkonto Frank- furt a. M. Nr. 277 07 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. 2830A Bom 15. Iull 1941 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat 2Hai 1941 einschließlich Kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. Gießen, den 1. Juli 1941. Direktion der Stadtwerke Gießen. SterbefäUe. Ain 16. 6. Fabrikarbeiter Philipp Reuschlrng II., 61 Jahre, Heuchelheim, Kreis Gießen: Schlosseraeselle Franz Urrigshardt, 33 Jahre, Gießen, Schottstraße 17. 17. 6. Hilfsarbeiter Karl Dittmar, 80 I., Gießen, Walltorstr. 55; Richard Seip, 47 Jahre, Gonterskirchen, Kr. Gießen. 19.6. Dieter Strömann, 5 Monate, Aßlar, Kr. Wetzlar, Hinterstr. 4. Auguste Ockel, geb. Sauer, 69 Jahre, Gießen, Licher Str. 74. 20. 6. Bandagist Kurt Kling, 35 Jahre, Gießen- Wieseck, Lichtenauerweg 26; Margarete Neumann, geb. Bücking, 40 Jahre, Gießen, Aulweg 54. 21.6. Metzgergeselle Wilhelm Rinn, 58 Jahre, Gießen, Landgrafenstr. 3; Anna Grün, geb. Sauer, 80 Jahre, Gießen, Johannesstr. 9; Marie Bonarius, geb. Lehr, 76 Jahre, Gießen, Krofdorfer Str. 7; Karolme Leib, geb. Dember, 32 Jahre, Fellingshausen, Kr. Wetzlar. 22. 6. Mathilde .Krause, geb. Hansmann, 33 Jahre, Gießen, Am Kugelberg 25; Babnverwalter r. R., Heinrich Wallbott, 73 Jahre, Gießen, Krofdorfer Str. 30. 23.6. Hilfsarbeiter Johann Herröder, 68 I., Gießen, Neustadt 45; Margarete Roth, geb. Rau, 55 Jahre, Hattenrod, Kr. Gießen- Otto Mathieu, Untermeister, 45 Jabre, Brandoberndorf, Kr. Wetzlar. 24. 6. Stadt. Arbeiter Wilhelm Thers, 61 Jahre, Gießen, Schwarzlachweg 39; Hilfsarbeiter Karl Becker, 69 Jahre, Dutenhofen, Kr. Wetzlar; Erna Reuter, 18 Monate, Ober-Bessingen, Kr. Gießen. 25. 6. Kaufm. Angestellter Otto Schnerder, 37 Jahre, Wetzlar, Christian-Rübsamen-Str. 37; Emilie Lembach, geb. Gabriel, 65 Jahre, Gießen, Wolkengaße 24. 26. 6. Auguste Echternacht, geb. Sünner, 67 Jahre, Krofdorf, Kr. Wetzlar. 27. 6. Elisabeth Geyer, geb. Krieg, 68 Jahre, Gießen, Licher Str. 31; HüH- arbeiter Georg Nußmann, 35 Jahre, Brertenbach, Kr. Wetzlar. 28.6. Dieter Klein, 3 Monate, Gießen, An der Kläranlage 68. 29. 6. Karl Schneidmüller, 12 Jahre, Rödgen, Kr. Gießen - Mmna Weiß, geb. Unverzagt, 54 Jahre, Gießen, Schulstraße 9. (Stellenangebote] Für Botengänge geeignete Person mit Fahrrad für Freitag jeder Woche ges. [02221 Walltorstr. 21. Stellengesuche Hüterin sucht fofort Stellung. Schriftl. Angeb. uni. 02224 an d. Gieß. Anz. erbet. Kontoristin1 mit Kenntnissen in Stenographie und Maschinenschreiben sowie für einfache Büroarbeiten gesucht. Hollmann-Werke,Wetzlar 111111111111111111111111111111 Kleine Anneigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Hejmat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Cisßenor Anzeiger llilllllllllllllllllllllllllll durch einfachen Umbau der Herdfeuerung^^, Richtige Ältere Herde haben oft zu grofje Roste, man vergeudet dadurch viel Brennstoff. Solche Herdfeuerungen sind leicht und mit wenig Mitteln umzuändern und dadurch bedeutend zu verbessern. Nach dieser Umänderung werden Sie erstaunt und erfreut sein, wie sparsam und vorzüglich Ihr Herd mit UNION-Briketts . arbeitet. bran □ B E Oer neue Lustangriff auf Alexandria. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Deutsche Kampsflug- 3enge bombardierten in der Nacht zum 1. Juli wiederum den britischen Flottenstützpunkt Alexandria. Nach den erfolgreichen Angriffen in der Nacht zum 29. Juni, der Kai- und Dockanlagen sowie Schiffseinheiten zum Ziele hatte, wurde der Angriff in der letzten Nacht auf den Westhafen fortgesetzt. Eine große Anzahl abgeworfener Spreng- und Brandbomben riefen schnell sich ausbreitende Brände hervor, deren Flammen das westliche Hafenbecken weithin erleuchteten. In diesem Teil des Hafengebietes liegen die großen Holzlager, die für das holzarme Aegypten und die Versorgung ftir die britische Armee von größter Bedeutung sind. Die Gleisanlagen, die von den Holzkais nach den ausgedehnten Zimmerplätzen fuhren, sind bereits wiederholt von Bombentreffern zerstört worden. Die durch die Brände vernichteten Holzlager sind u. a. ein unersetzlicher Ver - Iu ft für die Schiffswerften Alexandrias. Britischer Stoßtrupp bei Tobruk zurückgeschlagen. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Vorgeschobene Posten des Deutschen Afrikakorps wiesen in der Nacht vom 29. zum 30. Juni einen Versuch der Briten, aus Tobruk in die deutschen Stellungen einzubrechen, mit schweren Verlusten für den Gegner zurück. Der britische Stoßtrupp mußte eine Anzahl Gefallener auf dem Kampffeld zurücklassen und sich schon nach kurzem Feuerwechsel auf seine Ausgangsstellungen zurückziehen. Aufruf des poglawnik zum Kampf gegen den Bolschewismus. Agram, 3. Juli. (Europapreß.) Der Poglavnik richtete einen Aufruf an das kroatische Volk. Er forderte alle jungen Männer von 20 bis 32 Jahren auf, sich freiwillig bei den Ergänzungs-Bezirkskom- mandos zu melden, um Schulter an Schulter mit den Kroatien verbündeten glorreichen Armeen des Großdeutschen Reiches gegen den gemeinsamen Feind, den zersetzenden jüdischen Bolschewismus zu kämpfen, diesen Feind, der die Zerstörung Europas im Sinne hatte und insbesondere beabsichtigte, den Bolschewismus in den Südosten Europas zu tragen. Der Bolschewismus, so heißt es in dem Aufruf, unterstützte Belgrad deutlich vor dem serbischen Krieg, als der serbisch-russische Pakt abgeschlossen wurde, der den Zweck hatte, auch die kroatischen Freiheitsbestrebungen zu zerstören. Es ist die Pflicht jedes Kroaten, an der Seite der Verbündeten zu kämpfen! Der Poglavnik kündigte eine Unterstützung der Familienangehörigen aller Freiwilligen an, die an der Seite der Verbündeten gegen den Bolschewismus kämpfen. Oie Anerkennung Wangifchingweis. Große Befriedigung in Nanking und Tokio. M a i l a n d , 2. Juli. (Europapreß.) Die Anerkennung der chinesischen Nationalregierung durch Deutschland und Italien sowie durch ihre Verbündeten ist in Nanking und Tokio, wie der „(Sortiere della Sera" meldet, mit großer Befriedigung ausgenommen worden. Die Anerkennung erscheine als die logische Folge der Haltung der Achsenmächte seit dem Beginn des chinesisch-japanischen Konfliktes; sie sei praktisch schon vollzogen gewesen, seitdem Graf Ciano im Jahre 1939 dem Leiter der neuen Regierung von Nanking brieflich seine Solidarität ausgesprochen habe und sei infolge der durch den Krieg mit Sowjetrußland entstandenen neuen Lage unvermeidlich geworden. Die Hauptrichtlinie der Regierung von Nanking bestehe in ihrem entschlossenen Antibolschewismus. Der Präsident Wang- schingwei habe erklärt, diese Anerkennung durch Deutschland, Italien und ihre Verbündeten sei als ein großer Beitrag für den Weltfrieden zu betrachten. In einer Mitteilung betone der Außenminister der Nanking-Regierung deren Willen, mit den Achsenmächten für eine neue Weltordnung zusammenzuarbeiten. — Als wahrscheinlicher erster Botschafter der Nanking-Regierung in Rom werde der Sprecher der Regierung, Leangli, genannt. Oer Besuch Carmonas auf den Azoren. Lissabon, 3.Juli. (Europapreß.) Der portugiesische Staatspräsident General Carmona wird sich am 23. Juli an Bord des Dampfers „Carvalho Arauja" nach den Azoren einschiffen. Der Dampfer wird von portugiesischen Kriegsschiffen begleitet werden. Es ist geplant, alle Körperschaften der Insel zu den Empfangsfeierlichkeiten heranzuziehen, um auch auf diese Weise die enge Verbundenheit der Azoren mit dem Mutterlande zu bekräftigen. General Carmona wird sämtliche Inseln besuchen, so daß sein Aufenthalt auf den Azoren fast einen Monat dauern wird. Die Rückkehr des Staatspräsidenten nach Lissabon ist für den 20. August vorgesehen. Britische Flagge verschwindet aus dem südamerikanischen Hafenverkehr. Berlin, l.Juli. (DNB.) Die Statistiken über die Schiffseingänge von Januar bis Mai 1941 in Rio de Janeiro und Santos zeigen gegenüber den entsprechenden Zahlen des Vorjahres ein katastrophales Absinken des britischen Flaggenanteils. Während der Gesamthafenoerkehr i n R i o d e I a - neiro in diesem Zeitraum von 3 711698 Tonnen auf 2 690 419 Tonnen, d. h. auf 72 v. H. und in Santos von 3610466 Tonnen auf 2346455 Tonnen, also auf 65 v. H. zurückgegangen ist, ist der Anteil der britischen Schiffahrt gegenüber 1940 in Rio de Janeiro um 41 v. H. von 315150 Tonnen auf 155 860 Tonnen gefallen und in Santos um 75 v. H. von 481 392 Tonnen auf 121571 Tonnen. Der Anteil der englischen Flagge an den gesamten Schiffseingängen beläuft sich damit in Rio de Janeiro auf nur 8,5 und in Santos sogar nur auf 5,8 v. H. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache für die gewaltigen Erfolge der deutschen See- und Luftktiegführung, die England zwingen, ständig weitere Schiffe aus den überseeischen Schis» fahrtslimen zurückzuziehen. Kleine politische Nachrichten, । Im Rahmen der Weimar-Festspiele der deutschen Jugend feiert die Hitler-Jugend am 3. und 4. Juli die 15. Wiederkehr des Tages ihrer Namensgebung. Reichsleiter Baldur von Schirach und Stabsführer Möckel werden die Bedeutung dieses Tages für die deutsche Jugend würdigen. * Die Abteilung Rundfunk im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda veranstaltete eine Arbeitstagung, die ihren Höhepunkt fand in einem Empfang der Teilnehmer durch Reichsminister Dr. Goebbels, der in einer Ansprache eine großangelegte Schilderung der politischen Lage gab. * Der Führer hat für die Stadt Heidelberg die städtebaulichen Maßnahmen angeordnet, die zum Ausbau und zur planvollen Gestaltung der Stadt erforderlich sind. Mit der Durchführung hat er den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, Architekt Albert Speer, beauftragt, dessen Heimatstadt n Heidelberg ist. Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda begann eine Arbeitstagung der Intendanten des Großdeutschen Rundfunks, der Rund- funfbeauftragten in den befreiten und besetzten Gebieten sowie zahlreicher Sachbearbeiter. * Der türkische Staatspräsident I n ö n ü empfing in Anwesenheit des Außenministers den französischen Unterstaatssekretär Mechin, wobei alle beiderseits interessierenden Probleme erörtert wurden. * Der Duce hat die in Italien weilende Abordnung des Deutschen Handwerks empfangen, die ihm von Nationalrat Gazzotti vorgestellt wurde. Anschließend besuchte die Abordnung auch den Sekretär der Faschistischen Partei. Schmarotzer an der Seife? Meistens kennen Sie diese Schmarotzer gar nicht, und doch fressen sie laufend an Ihren Seifenbeständen, einerlei, ob es sich um Stückseife handelt oder um die Seife, die im Waschpulver enthalten ist. Sie selber sind daran schuld, daß die Seife immer so schnell zu Ende geht, ohne daß Sie es sich erklären können. Da ist zunächst der Schmarotzer Kalk. Sie wissen: erst wenn die Seife gut schäumt, kann sie auch gut reinigen! In vielen Städten Deutschlands, zum Beispiel in Berlin, Hannover, Braunschweig, Leipzig, Köln, Stuttgart usw., hemmt das kalkhaltige Wasser die Schaumkraft. Ein großer Teil der Seifenwirkung wird vernichtet. Man hat ausgerechnet, daß dis zu % Pfund Seife in einem mittelgroßen Waschkessel bei hartem Wasser verlorengeht. Wenn man hier nichts tut, verliert man einen großen Teil seiner Seifenbestände, ohne von der Seife eine Wirkung zu haben. Man muß deshalb das Wasser vor dem Waschen weichmachen, damit die Schaumund Waschkraft der Seife entwickelt werden kann. Das geschieht mit Vleichsoda. Am Abend vor dem Waschtag verrührt man einige Handvoll davon im Waschkessel, über Nacht, wird das Wasser wundervoll weich. Morgens merkt man bann, wieviel besser die Lauge schäumt und um wieviel kräftiger sie reinigt. Durch Weichmachen des Wassers kann man in einem mittelgroßen Haushalt im Jahre mehr als 10 Pfund Seife sparen! Es gibt noch einen weiteren Schmarotzer an der Seife: das ist Teer, Öl, Schmier und ähnliches an den Händen. Sie haben's sicher schon mal ausprobiert, wie lange man reiben mutz, wenn man Teer und Öl von den Fingern kriegen will. Immer wieder entwickelt man ein warmes Schaumbad — und der Teer bleibt doch dran! Auch das ist unnötiger Seifenverbrauch. Ein Griff nach einem guten Scheuerpulver — und schon löst sich auch der zäheste Öl- und Teerschmutz wie von selber. Da, wo schmutzige Hände gewaschen werden, soll stets ein bewährtes Scheuerpulver zur Hand sein. Für das Scheuern von Fußböden, Fliesen und Fensterrahmen darf man heilte auf keinen Fall Seife nehmen! Mit gebrauchter Waschlauge geht es genau so gut. Bei hartnäckigen Flecken nimmt man etwas Scheuerpulver auf den Lappen. Die kostbare Seife hebt man für Gesicht und Körper auf! Heute im Kriege heißt es für alle: mithelfen, um durch richtiges und sinnvolles Arbeiten im Haushalt sich selber und unsere Wirtschaft vor Verlusten zu bewahren. 02220 Im Dienst für Führer, Volk und Vaterland starb am 28. Juni in Frankreich infolge eines Unglücksfalles mein herzensguter Mann, unser lieber Pflegesohn, Schwager und Onkel Gefreiter Ludwig Wagenpfeil In tiefer Trauer: Frau Lina Wagenpfeil Henriette Appel und alle Angehörigen. Gießen, München, den 2. Juli 1941. Nach langem, schwerem Leiden verschied gestern mein lieber unvergeßlicher Mann, unser guter, treusorgender Vater und Großvater Heinrich Kraft Lokomotivführer a. D. im 67. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Katharine Kraft, geb. Klotz Wilhelm Kraft, Verw.-Angestellter Gertrud Bourkarde, geb. Kraft Hermann Kraft, Stabsarzt, z.Z.i. Felde Dr. Heinrich Kraft, Notar,z.Z.i. Felde und 6 Enkelkinder. Gießen (Lahnstr. 15), Groß-Gerau, Fulda, den 2. Juli 1941. Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 5. Juli, 11.45 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 02225 Plötzlich und unerwartet ist meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Haas im Alter von 54 Jahren von uns gegangen. In tiefer Trauer: Heinrich Haas Heinrich Haas und Familie Robert Haas, Gefr. in einer Luft-Nachr.-Abt, und Familie Otto Haas, Obergefr. in einer Flakabt., und Frau Gießen (Marktplatz 7), Watzenborn-Steinberg, 3. Juli 1941. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. 2833 D Mietgesuche Schön. möbl.Zimmer möglichst m fließ. Wasser und Heiz. abl.Aug.v.jung. Dameges.Ang.u. K. J. 271, Westag, Köln, Hobest!*. 52. Möbliertes Zimmer von ruh. Dauer- mieter gesucht, mögt. Neustadt oder Stadtmitte. Schristl. Angeb. unter 02233 cm den Gieß. Anz. Größer, geräumiger Laden mit Nebenraum, Kreuzplatz- Seltersweg - Marktplatz, von gut f.undtertem Unternehmen zu mieten gesucht. Evtl. Haus- tauf. Schr. 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