M- Jahrgang Nr. 104 ttauabme von tlluteiaett für die Mittagsnummer bisk'/.Ubr des vormittags Ln^laen-Pretter SLtueigenteil 7 Rvf- le mm bei 22 mm ZeilenLreite, TerneU 60 Rui. le mm bei 70 mm Zeilenüreite Nachlässe: Wiederliolung Mal staffel! Abschlüsse Mengenstaffel B Plavvorlchrlft (üorbertge Vereinbarung l 26 «mehr vrShlsche UHlverMStrdruckeret H. taugt General-Anzeiger für Oberhessen •itfittt.9 SchalKratze^EE Erschein« täglich, aufeei Sonntags und r>eienags Beilagen: Die Illustrierte Giekener f^amilienblättei Heimat nnBild DieSckolle Monats-BeäugSvreis: Mit 4 Beilagen ?llM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlnb 2251 Drahtanschrift-„Anzeige^ Postscheck 1168« Iran«. M ■ JfflSF W & Al»! d Samstag, 3. - Sonntag, 4- Mai 14U GiehenerAnzeiger Wiedersehen mit Belgrad Von unserem K. O. E.-Korrespondenten. wenn sich Zivilpersonen auf der Straße zeigen. Die Ruhe hält bis in die Morgenstunden an, wo nlc ‘ 'mun sieben Sachen zu einem Bündel geschnürt, mit ab- ÄßÄ TÄÄ gelaufenen Stiefeln und jerriffener Unifom, durch ffln. w ' Ä bll,™ ',8* die Straßen sieijt. ßangfam kommt die eingefchüch. *fi.3 nnr ,9n„;n 3.mh h,n nnn ®h»r terte Bevölkerung wieder an das Tageslicht und Reihen stehen sie vor Brunnen und den von der in der Hauptstraße wird der erste Versuch zum deutschen Militärverwaltung eingesetzten Wasser- unb Südwestengland. Heber dem Flotten- überschwemmt ' f * sprachen. Ja eins der größten englischen Blätter Reuyork, 3. Mai. (DRB. Funkspruch.) Die wurde schon vor etwa 10 Tagen derart deutlich, hier von der Insel Kreta vorliegenden neuesten Be- ^schrieb, die neuen Minister brauchten durchrichte geben ein erschütterndes Bild von den dor- ,aus nrcvt ^aus dem Kreise des bisherigen Kabinetts ftgen Verhältnissen, wie sie sich durch die Räumung : äu stammen. Churchill hat die Meirtungen des Lander Hauptorte von der griechischen Zvilbevölkerung < ■eyc^‘Uen^!L*§ "berhört. und vier Fernkampfartillerie der Kriegsmarine nahm Schutt und Asche auf den Trümmern des zer- kriegswichtigen Zielen des Hafen- und Stadtge- Eine neue Regierung in Griechenland Demobilisierung der griechischen Armee. gefunden. Die Spuren der letzten Wochen stehen diesen Menschen noch auf dem Antlitz, doch ist der Haß, der ihnen von den inzwischen ins Ausland geflüchteten Aufwieglern eingeflößt worden war, fast vollständig verschwunden, und man sieht oft ein schadenfrohes Lächeln, wenn ein serbischer General, jetzt als Gefangener unter tausend anderen, seine bieles. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafen, Industrieanlagen und Flugplätze in 5 üb - bereits gelungen, Elektrizitäts- und Wasserleitungen in Betrieb zu nehmen. Doch der größte Teil der Stadt hat bisher kein Wasser. Die Bevölkerung selbst hat sich — so merkwürdig es klingt — schnell in die neuen Verhältnisse hinein- Regierung Zwetkowitsch seinem während des ersten deutschen Luftangriffs auf Belgrad geborenen Sohn den zutreffenden Namen Stuka. Der Wolf Panzer vier Jagdflugzeuge vom Wüster hurricane ab zerstörten ein weiteres Flugzeug am Loden. Marineartillerie schoß im W i t l e t m e e r britische Torpedoflugzeuge ab. Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung bombardierten mit besonderem Erfolg ein Rüstungswerk an der englischen Südküste und versenkten südlich V t y m 0 u t b ein Handelsschiff. stühpunkt Scapa Flow wurden zwei Sperrballone abgeschossen. Kampfhandlungen des Feindes fanden weder bei Tage noch bei Rächt über dem Reichsgebiet statt. Bei den Kämpfen in Mazedonien und Thrazien haben sich der Wajor E s ch, die Hauptleute Wayerhofer und Pfeifer eines Gebirgsjägerregiments. der Major von Viebahn und der Hauptmann Nietzsche eines Infanterieregiments iowie der Major G i r f ch e r eines Artillerieregiments durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Meldungen über die fortschreitende B e - setzung der Inseln des Aegäischen Meeres durch die Deutschen alarmierend, weil dadurch die Aktionsfähigkeit der britischen Kriegsflotte im östlichen Mittelmeerraum immer stärker eingeschränkt wird und die Gefahren für Alexandria u hb den Suez-Kanal zusehends wachsen. Diese Entwicklung wird in beiden Lagern der Kongreßmitglieder mit Spannung verfolgt. heißt es darin, gelten als entlasten und haben sich auf eigene Kosten zu ihrem Wohnort zu begeben unabhängig vom Jahrgang, alle Angehörigen der griechischen Wehrmacht außer der Schlohwache, der Ausrustungsdepots von Athen, Piräus und Gudi und der Wache des Ehrendenkmals des Unbekannten Soldaten. Die Kadetten werden entlasten und sind verpflichtet, Zivilkleidung anzulegen. Desgleichen dürfen auch die aktiven Offiziere nur Zivil- kleidung tragen. Jugoslawien und Griechenland trotz feierlicher Versprechungen Roosevelts im Stich ließ. Wenn di?se Macht Englands letzter Bundesgenosse und seine Kein kämpfender Briie mehr auf dem griechischen Festlands Gerade jetzt aber hat die neue Regierungsumbildung, zu der Churchill durch den Druck der öffentlichen Meinung Englands nach der neuen schweren Niederlage gezwungen wurde, deutlich gezeigt, daß die politische Atemnot Englands sich auch unmittelbar auf die internen Regierungsgeschäfte der Churchill-Clique erstreckt. Das Land hat teils durch Gruppen von Parlamentariern, teils durch die Presse eine grundlegende Regierungsumbildung verlangt, hat sich also gegen die läppischen Täu- schungsexperimente mit der gelegentlichen Auswechslung von ministeriellen Sündenböcken ausge- Oer Wehrmachtbericht Berlin, 2. Mai. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n Griechenland haben die Verbände des deutschen Heeres die Besetzung des Peloponnes beendet. Auf dem griechischen Festland befindet sich kein kämpfender Brite mehr. 3n den Südhäfen des Peloponnes wurden die Reste der fliehenden Briten gestellt, bevor sie auf die Schiffe gehen konnten und gefangen genommen. Die Zahl der britischen Gefangenen erhöhte sich hierbei auf 8200 Mann. Panzerkampfwagen versenkten am 30. April im Golf von Korinth ein feindliches Transportschiff und zwangen ein weiteres zur Ikbergabe. 3n Nordafrika bombardierten starke deutsche und italienische Kampffliegerkräfte wiederholt mit guter Wirkung Befestigungsanlagen des Feindes bei Tobruk. Bombenvolltreffer setzten Batterien außer Gefecht und rieten heftige Explosionen im Fort Pilaskrino m.d in Munitionslagern her- vor. Verbände von Zerstörerflugzeugen griffen erfolgreich in den Erdkcmpf ein, schossen im Luftkampf Leutnant in einer Aufklärungsabteilung schoß in Afrika den siebenten feindlichen ab. Kreta von Briten störten Schloßflügels, die sich wie ein Laoastrom auf d-ie Straße ergießen, auf der die vom Süden kommenden deutschen Panzerverbände unaufhörlich vorbeirasseln. Der Kalemeadan, die alte Türkenfeste, bietet ein ähnliches Bild. Sie ist jetzt ein Trümmerhaufen; in den alten Ruinen waren geschickt getarnte militärische Anlagen. Zersprengte Flakgeschütze, Kisten mit Munition, Soldatenuni- formen, Gewehre, Revolver und die Reste einer zertrümmerten Scheinwerferbatterie liegen verstreut im Gelände. Die Bodenabwehr war kläglich und hörte bereits nach dem ersten Luftangriff auf, als Simowitsch mit G"neralstab und Regierung, mit Gendarmerie und Polizei — nicht zu oeraeffen die englische Gesandtschaft und da? Gold der Nationalbank — die Flucht ergriff. An anderen Punkten der Stadt nxir die Verteidigung nicht besser: im Gegenteil, es herrschte ein Durcheinander bei allen militärischen Stellen und zivilen Behörden, als sich die ersten deutschen Maschinen am Himmel zeigten. Die 9Banrfirenen Belgrads begannen erst zu ertönen, als Hunderte von Tonnen deutscher Sprengbomben bereits auf die Stadt gefallen waren und die Entwarnung kam wenige Minuten vor der zweiten deutschen Angriffswelle. Alle Luftangriffe tarnen also völlig überraschend für die Bevölkerung. Jetzt verändert sich das Gesicht Belgrads mit jedem Tage. Hunderte von Pionieren sind am Werk und weisen serbische Kriegsgefangene bei den Auf- röumungsarbeiten an. Die Trümmer werden von den Straßen geschafft. Tote geborgen und ein Stab von Facharbeitern ist damit befdyäftigt, die Wasser-, Licht- und Telefonleitungen wieder betriebsfähig zu machen. Die Juden sind in Arbeitskolonnen zusammengefaßt und an Stelle von Mißwirtschaft und Desorganisation ist straffe Disziplin getreten. Es wurden strenge Anordnungen ertasten: Ausaeh- verbot für die gesamte Zivilbevölkerung ab 19 Uhr, Waffenbesitz verboten, Ausschank von Alkohol nur in beschränktem Maße, Passierscheine zum Verlosten und Betreten des Stadtgebietes und dergleichen mehr. Dolmetscher, die durch Armbinden gekennzeichnet sind, sorgen für die Verständigung, und (auch das neue Gemeindeblatt für das besetzte Gebiet Serbiens ist zweisprachig versaßt. In Kürze wird neben ber Deutschen Zeitung in Belgrad die erste serbische Zeitung wieder erscheinen: zur Mtt- t Arbeit hat sich bereits ein Schwarm gewesener Ministerpräsidenten, Außenminister, Pressechefs und Chefredakteure früherer jugoslawischer Zeitungen gemeldet. Ab 7 Uhr abends ist Belgrad tot. Dis Verdunkelung ist infolge der Zerstörung des Elektrizitätswerkes und der Lichtleitungen vollkommen. Militärstreifen durchziehen die Straßen. Nur ab und zu fällt ein Schuß oder blitzt eine Laterne auf, Belgrad, Ende April 1941. Der Bahnhof, von dem mir vor Ausbruch des Krieges abgefahren waren, ist nicht mehr. An feiner Stelle ein Trümmerhaufen, ein Wirrwarr von Schutt, Schienen, Betonklötzen und zu Staub verwandelten Backsteinen, alles überdeckt von Asche. Schwere, zielsichere Bomben haben hier tiefe Trichter gerissen, sodaß stellenweise das Grundwasser der Save sichtbar wird. Die Silhoutte der Stadt hat sich nicht verändert. Dort steht das Hochhaus, und in den obersten Stockwerken glitzern sogar die Scheiben in der Frühlingssonne: Dort sind die Kirchen unberührt, und auch das weiße Schloß, wo der letzte serbische König residierte, scheint unversehrt. Die vor uns liegenden zerstörten Brücken über Save und Drau wurden erst nach den deutschen Angriffen auf Belgrad von den Serben gesprengt, zu einem Zeitpunkt, als das Schicksal des Landes bereits besiegelt war und die Zerstörung der Brük- fen den Peutschen nicht viel zum Schaden, noch den Serben zum Nutzen gereichen konnte. So wurden tne drei schön geschwungenen Brücken — deutsche Reparationsbauten — sinnlos vernichtet, und bei der langwierigen Ueberquerung der Save sehen mir nur wenige Brückenbogen erhalten. Der Rest ist mit Ausnahme der kahlen, plumpen Pfeiler in den Fluten verschwunden oder ragt noch gespenstisch an die Oberfläche. Doch wird durch eine Pontonbrücke bereits der Verkehr zwischen Belgrad und Semlin geregelt. Im Innern der Stadt sieht es anders aus. Mit erstaunlicher Zielsicherheit haben deutsche Sturzkampfbomber ihre Spreng- und Brandbomben abgeworfen. Kriegsministerium, Ministerpräsidium, Außenministerium und der Offiziersklub, also die Gebäude, wo in den letzten Tagen vor Kriegsausbruch die „große Politik" Serbiens gemacht wurde und die e'rtglisch-nordamerikanifchen Hilfeversprechungen erörtert wurden, sind zerstört. Mit ihnen die Kriegs- und Außenpolitik des einstigen Jugoslawiens. Organisierte serbische Plünderer-Banden Haden die Wohnungen und Geschäfte systematisch ausgeraubt und zerstört. Die Nahrungsmittelknapp- heit in Belgrad ist dadurch enstanden, daß nicht ein einziges Geschäft dem Ansturm der Massen standgehalten hatte und die reichlichen Lager, die feit längerer Zeit aufgestapelt waren, restlos ausgeraubt und aus der Stadt geschafft wurden. Kolonnen von Last' und Personenkraftwagen, von Kraftdroschken und P ferdeg e spann en hatten die Stadt nad) dem ersten Angriff verlassen, allen voran die militärische Führung, die Regierung und die Bemittelten. Die ärmere Bevölkerung hatte man ihrem Schicksal überlassen. Rings um das alte Schloß in Dedinja starrt Granattrichter auf Granattrichter, und vom Dach des alten Konaks, wo 1903 König Alerander von Serbien mit seiner Geliebten Draga Maschin er- Athen, 2. Mai. (DNB.) Der Präsident der neuen griechischen Regieruna, General T s ola- ko g l u , hat an das griechische Volk einen Aufruf erlassen. Darin heißt es: „Nach der Besetzung Athens durch die Deutschen, nach der Flucht der Engländer und nachdem der König das Land verlassen hatte, kann keine Rede mehr von einer Fortsetzung des Krieges fein". Das griechische Volk müsse Tatsachen so nehmen, wie sie in Wirklichkeit seien. Griechenland brauche eine starke und autoritäre Regierung, weshalb er sich entschlossen habe, im Einvernehmen mit den Generalen der griechischen Armee d i e neue Regierung zu bilden, die sich auf den Willen des griechischen Volkes stütze. Ziel der Regierung sei, Volk und Land in seinem Unglück die Sicherheit zu gewährleisten. Jeder Grieche werde sich bemühen, durch seine Loyalität der Regierung zu helfen, die mit all ihren Kräften bemüht fein werde, die schweren Lasten, die der Krieg verursacht habe, zu beseitigen. General Tsolakoglu erinnert sodann an die vergangenen Kämpfe, bei denen er als Truppenführer bekannt geworden sei, Kämpfe, in denen d i e griechische Waffenehre hochgehalten worden fei, denn die griechischen Soldaten hätten sich als würdige Nachkommen der Helden von Marathon, Thermopylae und Plataeae erwiesen. Die gleichen Gründe, die ihn gezwungen hätten, die Weisung zur W a f f e n ft r e rf u n g zu geben, als er die Aussichtslosigkeit des Kampfes gesehen habe, veranlaßten ihn heute zu der Aufforderung an alle, ihm zu folgen, um das geliebte griechische Vaterland wieder aufzubauen. Fern von fremden und privaten Interessen, nur imJnter- esse des Volkes, müsse danach getrachtet werden, daß Griechenland wieder lebe und daß dem Volk Arbeit und Friede gesichert werde. Niemand dürfe schwanken, alle müßten ihr Möglichstes tun. General Tsolakoglu schloß mit den Worten: „Ich verlasse mich auf den Patriotismus eines jeden einzelnen von Euch!" Der Rundfunksender Athen gab einen Befehl des Kriegsministers Bakos über die Demobilisierung der gesamten griechischen Armee bekannt. Mit der Verlautbarung dieses Befehls, so Die von England verratenen und von der geflüchteten Exregierung Tsuderos mit lügenhaftem Phrasendrusch bedachten Griechen haben eine neue Regierung erhalten. Im Einvernehmen mit den Generalen der griechischen Armee, die das griechische Volk nicht im Stich ließen und sich nicht auf englische Schiffe flüchteten, hat General T s ola- ko g l u, der frühere Oberbefehlshaber der griechischen Epirus-Armee, eine neue Regierung gebildet. Aus feinem Aufruf an das griechische Volk spricht das ehrliche Bemühen, Wirklichkeitspolitik zu treiben. Der ehemalige Oberbefehlshaber der tapferen Epirus-Armee hat genügend Widerhall im Volke, um feinen Versuch, zu retten, was zu retten ist, wagen zu können. Aehnlich wie Marschall Petain und General Weygand in Frankreich, hat Tsolakoglu gehandelt. Während die Renaud und Dala- dier ihr Volk in der höchsten Gefahr verließen und sinnlosen Widerstand zu entfachen versuchten erkannten diese Generale das Sinnlose des Verblutens für englische Ziele und suchten Verständigung mit den Siegern. Wir haben nichts gegen die Volker, deren Regierungen sich als Büttel der englischen Dernichtungs- sucht erwiesen. General Tsolakoglu hat die gleiche Erfahrung mit der englischen Verräterei gemacht wie alle anderen Generale der geschlagenen Natto- nen. Beginnen wir bei Norwegen. Dort ließen die tapfer flüchtenden Engländer in Namsos den norwegischen Oberst Götz ihren Rückzug decken und sagten ihm nicht einmal, daß sie das Hasenpanier ergriffen hätten. Als König Leopold von Belgien kapitulierte, wurde er in öffentlicher Sitzung des Unterhauses von Churchill als Verräter geschmäht, währekckl doch nur das Aussichtslose der mordet wurde - es ist sicher k^u Zufall, daß schiff^ oor Dover unter wirksames Aeuer. föl * der wen Aach, belegten «ampsfl.egerver grads Vabanquespiel, damals den Mördern Einlaß bande den Versorgungshafen Liverpool erneut in das Schloß qewäbrie — ist die königliche Krone mit Spreng- und Brandbomben. Es entstanden von der Kuppel gestürzt und liegt jetzt inmitten von ausgedehnte Brände und mehrere Explosionen in zwecks Unterbringung der in immer neuen Scha-! RUe ein Schmarotzer atmete dieses überalterte ren teilweise auf Fischerbooten aus Griechenland . England bisher militärisch durch die Lungen seiner geflüchteten Engländern gestaltet haben. Es macht betrogenen Bundesgenossen. Diese Lungen sind zer- sich eine zunehmende Erbitterung der griechischen s stört, eine nach der anderen. Nun konzentriert sich Bevölkerung der Insel gegen die Unzahl Engländer i Ae letzte Hoffnung des unheilbar asthmatischen bemerkbar, deren Erscheinen die Lebensmitteloer- Englands auf eine Macht, die 6000 km weit ent» forgung der Insel in größte Schwierigkeiten ge- kernt jenseits des Ozeans sitzt und in den Ruf eines bracht hat. Neben der Lage auf Kreta find die ; Betrügers gekommen ist, seitdem sie Staaten wie sprengwagen, um ihre Ration »uVÄ. SÄ® ± Außenbezirken d°r,Si°Lt ist es deutschen Pionieren U^eam."^ -^maligen Englands poliWeö Asthma. In lapidarer Kürze meldet am Freitag das Oberkommando der Wehrmacht: „In Griechenland haben die Verbände des deutschen Heeres die Besetzung des Peloponnes beendet. Auf dem griechischen Festland befindet sich kein kämpfender Brite mehr." Die Art, wie England auf dem Balkan nun bis über die letzten Seehäfen hinaus ausge- schaltet wurde, ist charakteristisch für die zunehmende Verknappung feiner politischen Etc^, _n und ist zudem eins von vielen Anzeichen für die verschärfte politische Atemnot des Britenreiches. Wenn man sich die Geschichte dieses Krieges kurz vor Augen hält, dann ergibt sich, daß England sozusagen rund um Europa herum bis zu seiner letzten Etappe im Balkan gejagt wurde, ohne daß es irgendwo auch nur noch mit einem Finger ankrallen konnte. Wie Englands Schlachtfelder in Europa bitter knapp geworden find, obwohl sie immer in anderer Herren Länder gesucht wurden, so fehlt ihm jetzt nicht nur ein neifes Schlachtfeld auf europäischem Boden, sondern auch das vorbereitende Hinterland, die Etappe dazu. Im gleichen Ausmaß wird ferner jener Sektor der englischen Kriegführung schmäler, den man als Etappe Rüstung bezeichnen könnte. Zum drittenmal hat die englische Wehrmacht jetzt schwere Einbußen an Rüstungsmaterial erlitten, das nicht mehr auf die Schiffe geflüchtet werden konnte. Diese Einbußen wiegen um so schwerer, als die heimische Rüftungsinduftrie infolge weitgehender Zerstörungen längst nicht mehr in der Lage ist, den Bedarf ber Wehrmacht zu decken. Dazu kommt, daß die Spekulationen auf die amerikanische Rüstungshilfe bisher ein sehr ungenügend gedeckter Wechsel auf eine vage Zukunft geblieben sind. Fortsetzung des Kampfes den Belgierkänig zwang, zu kapitulieren. Und vergeblich haben Pötain und W e y g a n d für Frankreich von England Er. füllung feiner Versprechungen und Einsatz der RAF. gefordert. Nach dem Zusammenbruch des wahnwitzigen Abenteuers serbischer Generale, die von England bestochen waren und den Krieg statt den von der Regierung Zwetkowitsch gefchlossenen Frieden mit Deutschland wählten, haben die Eng» tauber in Griechenland eine Rolle gespielt, die die griechischen Militärs auf das Tiefste erbittern mußte. Während die Epirus-Armee unter General Tsolakoglu tapfer gegen Deutsche und Italiener kämpfte, kniffen die Engländer aus, sie flüchteten über drei Gebirgsriegel hinweg, sie entblößten dadurch die griechische Flanke und ermöglichten den deutschen Truppen den Durchbruch nach Jannina. Durch diesen feigen Verrat haben die Briten jeden Griechen empört Verräterische Feigheit britischer Militärs gegenüber den Nationen, die sie hochnäsig nur als Vorkämpfer gegen Deutschland be- nutzten, und schnöde Preisgaben, als diese Regierungen chren Lohn erhielten, hat die . Volker aufgeweckt. Der künstliche britische Nimbus ist zusammen mit der britischen Ehre in Schmutz zerronnen. Die Volker Europas bestimmen jetzt über sich selbst. Ihre ehemaligen Regierungen mögen in London oder anderswo unter englische Röcke gekrochen fein und tapfer die Volker, die sie ins Unglück geführt, vom sicheren Port aus, schmähen, ober zum sinnlosen Widerstanb aufforbem. Wer an ber Spitze einer Nation stand, hat die Verpflichtung, sie auch im Unglück nicht zu verlassen. Sie haben es boch getan, sie haben ihre Nationen verraten und sind deshalb unwürdig, im Namen dieser Nattonen zu sprechen. Das griechische Beispiel zeigt, daß den Völkern endlich die Augen über diese Regierungen aufgegangen sind. E. S. Oie Wirklichkeit setzt sich durch Madrid, 2. Mai. (Europapreß.) Zur Bildung der neuen autoritären Regierung in Griechenland schreibt die Zeitung „Pueblo", die Wirklichkeit fetze sich jetzt durch, und es fei nötig, alte gegensätzliche Ideen aufzugeben. Regierungen, die ihre Völker nach der Niederlage ihrer Verzweiflung überließen, ohne auch nur bas Geringste für sie zu tun, seien nicht einmal imftanbe, sich ein klares Bild über die wirklichen Ereignisse zu machen, denn ihr Wahn nach unmöglichen Siegen und chre Träume von katastrophaler Revanche machten sie blind für Gegebenheiten des Tages, die nur durch gemeinsame Leiden und Hoffnungen begriffen werden könnten. Die, die ihr Vaterland verließen, seien nicht imstande, neue Wege zu zeigen und würden nie die Neuordnung Europas verstehen, die später ihre Spuren im Herzen eine? jeden Europäers hinterlassen werden. letzte Hoffnung ist, und wenn sich alle anderen Völker wohlweislich aufs äußerste zurückhalten, dann kann in keinem englischen Klub mehr eine Wette über einen englischen Erfolg aufgelegt werden. In der Tat werden die englischen Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der eigenen Etappe im gleichen Ausmaß geringer, je größer die polittfche Atemnot Englands wird, die eine lange Ausdehnung der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Etappenlinien nicht mehr erlaubt. England war bis in diesen Krieg hinein gewöhnt, ganz Europa als Aufmarsch- und Kampfgebiet anzusehen. Der letzte Rest dieser zeitlich völlig überholten Anschauungsweise drehte sich um den Balkan. Als die englischen Hoffnungen" dort ebenfalls zusammenbrachen, sollte Nordafrika das Ziel aller englischen Spekulationen sein. Und jetzt — bereiten englische Blätter die Oeffentlichkeit bereits schonend darauf vor, daß weder der Balkan, noch Nordafrika, sondern die britischen Reichsgebiete im Pazifik und im Fernen Osten die stützende Etappe für den weiteren Kampf seien. Das heißt also, das englische Publikum wird für alle Fälle mit der Möglichkeit vertraut gemacht, daß selbst der Suez-Kanal nicht mehr das A und 0 der englischen Kriegspolitit ist. Daß der Hinweis auf das pazifische Reich Englands nichts als ein neuer Täuschungstrick Churchills im alten Gewände ist, geht ja schon aus der Tatsache hervor, daß Genf, 3.2Hai. (DJIB. Aunkspnrch.) Heber die Lage im Irak wußte der Londoner Nachrichtendienst am Freitagabend zu berichten, daß sie „eine gewisse Spannung“ erfahren habe. Die Regierung vom Irak habe, so sagt der Londoner Nachrichtendienst, den Flughafen Habbaniyah durch Truppen einschliehen lasten. Dem Ersuchen der britischen Regierung auf Zurücknahme dieser Truppen soll die irakische Regierung bisher nicht entsprochen haben. Nach einer weiteren Meldung des Londoner Nachrichtendienstes soll die irakische Artillerie am Freitag das Feuer auf einen Flugplatz eröffnet haben. Dazu berichtet Reuter ergänzend, daß die britischen Truppen das 5-euer erwidert hätten. Die Kämpfe hätten den ganzen Tag über angedauert und würden fortgesetzt. Nach einer Sendung des Radio Levanl sind in der Gegend des Flughafens habbaniyah zwi- fchen irakischen und britischen Truppen Kämpfe Im Gange. Nach einem offiziellen irakischen Kommunique find auf dem Flugplatz habbaniyah am Boden fünf britische Flugzeuge zerstört worden. 3m Laufe des Freitag wurden insgesamt 26 britische F lugzeuge vernichtet. Irakische Flieger warfen über dem Flugplatz habbaniyah 30 Tonnen Bomben ab. Ein Versuch motorischer britischer Abteilungen, den Posten Roufba und den dazu gehörigen Flugplatz, den westlichsten Iraks, in gleicher Entfernung von der Grenze Syriens, Transjordaniens und Saudi-Arabiens, mit Gewalt zu besehen, wurde vereitelt. Auf dem Kampfplatz blieben mehrere zerstörte britische Tanks zurück. Oie Ursache des Konflikts. Ankara, 2. Mai. (DNB.) Nach Meldungen aus Bagdad traf am 30. April ein neues starkes Kontingent englischer Truppen aus Indien im Hafen von Basra ein und wurde an Land gefetzt, bevor noch die nötigen Formalitäten mit der Ira-k- Regierung erledigt waren, wie sie durch das zwischen dem Irak und England bestehende Protokoll vorgesehen sind. Verhandlungen wurden zwischen der irakischen Regierung und der englfichen Botschaft in Bagdad eingeleitet. Die Regierung des Irak besteht darauf, daß neue englische Truppenteile erst dann den Boden des Irak betreten dürfen, wenn die zuerst gelandeten Truppen das Land in anderer Richtung v e r l a s s e n haben. Die irakische Regierung beruft sich auf den Vertrag vom Mui 1940 und das Uebereinkommen vom Juni 1940, nach dem den Engländern im Kriegsfälle ledig- l i ch ein Durchmarschrecht zugestanden wird. In einem Aufruf an das irakische Volk verfügte Stockholm, 2. Mai. (Europapreß.) Aus der schon mitgeteilten Regierungsumbildung schließt man in London vor allem auf eine Unzufriedenheit mit dem bisherigen Tempo dcr Flugzeugproduktion und auf die Absicht, sich noch stärker auf das Tronsport- problem zu konzentrieren. Der neue Minister für Flugzeugproduktion, der an die Stelle des zum Minister ohne Portefeuille ernannten Zeitungsmagnaten Lord Beaverbrook tritt, Oberstleutnant Moore Brabazon, bekleidete bisher den Posten des Transportministers. In der Person des neuen Transport - und Schiff- fahrtsminifters Leathers sind künftig beide Ministerien vereint. Eine völlige Fusion beider Ministerien ist geplant, wobei das neue einheitliche Ministerium den Namen „Ministerium für Verbindungswege im Kriege" erhalten soll. Beide Ministerien wird Oberst Llewellyn im Parlament vertreten. Ronald C r o ß , der bisherige Schifffahrtsminister, scheidet aus dem Kabinett aus und wird zum Oberkommissar in Australien ernannt. Der neue Transport- und Schiffahrtsminister Leathers wurde gleichzeitig vom König mit dem Range eines Barons in den Adel erhoben. Gleichzeitig wurden er und fein parlamentariscyer Sekretär zu Mitgliedern des Kronrates ernannt. Genf, 2. Mai. (DNB.) Ein Sonberbericbt- erftatter von Reuter, der mit den britischen Streitkräften aus Griechenland evakuiert wurde, gibt einen Bericht über seine Erlebnisse. In dem heißt es: „Jetzt kann ich erzählen, wie die britischen Empiretruppen aus Griechenland plötzlich zurückgezogen und in letzter Minute in Sicherheit gebracht wurden. Die übermenschlichen Anstrengungen der englischer Krämergeist den rechtzeitigen Aufbau einer leistungsfähigen Industrie vor allem in Indien bis zum heutigen Tage verhindert hat. In London besieht man sich jetzt den doppelten Schaden: die vielfach zerrüttete Industrie in der Heimat und das Vexierbild der Kolonialindustrie, die man jetzt lieber heute als morgen aus dem Boden stampfen möchte. Zu Beginn des Krieges bröckelte zuerst Stück um Stück der machtpoli tisch en Etappe Englands ab. Dann beschleunigte sich der Verlust bis zum Ausfall ganzer Länder und Ländergruppen. Heute muß man schon ganze Erdteile heranziehen, wenn man den Ausfall an machtpolitischen Etappen Englands erfassen will. Im gleichen Ausmaß ist die britische Atemnot weiter gestiegen. Aus den akuten Erscheinungen ist eine chronische Krankheit geworden, deren tödlichen Charakter niemand verkennen kann, der nicht gerade ein Finanzjude aus dem Kreise Roosevelts ist. Und selbst dort ist Englands tödliche Erkrankung noch Spekulationsobjekt insofern, als man sich dort plötzlich zu Erbschaftszwecken auf den angei^ , chen Verwandtschaftsgrad der bemo- kratl'icyen Seitenlinie beruft. Es ist schließlich eine wohlverdiente Ironie des Schicksals, wenn England in dieser Gesamtsituation den verrufensten politischen Kurpfuscher an seinem Krankenlager hat, der ihm schon im Weltkriea zu solch schweren Aberläfsen wie Gallipoli verhalf. Mmistenpräsident Ali el Kaylani die Mobilisierung des Jahrganges 1916 und aller Jahr- gange der Spezialtruppen. Die Regierung des Irak sei bestrebt gewesen, die Verpflichtungen ihres Vertrages mit England getreulich zu erfüllen und ha>be daher die Landung englischer Truppen in Basra gestattet, doch nur zum Durchmarsch durch den Irak. Wenn England diese Klausel mißachten sollte, sei die irakische Regierung gezwungen, Schutzmaßnahmen zu treffen, um die Rechte der Nation zu verteidigen. Don der Bevölkerung wird Ruhe verlangt und Vertrauen erwartet für den Sieg der gerechten Sache des Irak. Dem englischen Botschafter in Bagdad wurde in sehr energischer Form die Forderung gestellt, daß diejenigen Truppenteile des ersten indischen Kontingents, das am 19. und 20. April in Basra aus» geschifft wurde und sich noch im Irak befindet, unverzüglich das Land in Richtung Palästina zuver - lassen hätten, gemäß den getroffenen Vereinbarungen. Weiter wurde dem Botschafter mitgeteilt, daß sich der Irak, wenn nötig mit Gewalt, einer zweiten Truppenlandung in Basra widersetzen wird, wenn sie erfolgt, ehe das erste Kontingent den Irak geräumt hat. Die irakische Regierung hat die wichtigsten Punkte des Landes verstärkt und hat die Flugplätze, die Verkehrsknotenpunkte und die Petroleumfelder besetzt. Wie es scheint, hat England nicht die Absicht, die vertraglichen Rechte des Irak zu respektieren, da der britische Botschafter in Bagdad beauftragt wurde, eine entsprechende Mitteilung der Irakregierung zu übergeben. Die in Basra angetommenen Truppen wurden gelandet und Maßnahmen ergriffen, um die englischen Frauen und Kinder aus dem irakischen Gebiet in Sicherheit zu bringen. Oie Haltung der Türkei. Ankara, 2. Mai. (DNB.) In Ankara verfolgt man die Ereignisse im Irak mit größter Aufmerk, samkeit. Man nimmt an, daß angesichts der britischen Haltung ein Konflikt unvermeid- l i ch scheint. Einern solchen Konflikt gegenüber scheint man entschlossen zu sein, die gleiche nicht- kriegführende Haltung zu bewahren wie gegenüber dem europäischen Konflikt. Syrische Sympatb e für den Irak. Beirut, 2. Mai. (DNB.) Mit fieberhafter Spannung verfolgt man in den syrischen Städten die irakischen Ereignisse. In Damaskus heißt es, daß der Verlauf der Dinge im Irak von größter Bedeutung für Syrien fei, denn das irakische Schicksal sei vom syrischen nicht zu trennen. Zahlreiche Sympathietelegramme sind aus Syrien an die irakische Regierung abgegangen. In Palästina halten sich zahlreiche Freiheitskämpfer bereit, um sich nach dem Irak zu begeben, falls die Entwicklung der Lage eine Unterstützung des Irak notwendig machen und die irakische Regierung einen Appell an die arabische Welt richten sollte. Die Veränderungen innerhalb der englischen Regierung sind trotz 'einer Reihe früher umlaufender Gerüchte doch unerwartet gekommen, erfläit der Londoner Korrespondent von „Nya Dagligt Allehanda". Churchill sei der Kritik schon vor der großen Kriegsdebatte entgegengetreten. Die neuen Veränderungen hätten, wenn sie auch bedeutungsvoll seien, die Zusammensetzung des Kriegskabinetts unverändert gelassen. Beaverbrooks Beauftragung stelle einen völlig neuartigen Poften bar. Jedenfalls sei der Titel eines „Ministers of State" in England sehr lange nicht mehr verliehen worden. Die zukünftigen Taten und Unternebmunaen des Lord Beaverbrook seien mit dem gleichen Geheimnis wie seine neuesten Bombenflugzeugtypen umgeben. Keiner wisse nämlich richtig, worin seine neue Ausgabe bestehe. Der neue „Befehlshaber" im Kampf auf dem Atlantik, Leathers, fei ein auf politischem Gebiet bisher unbekannter Mann. Leathers sei Vorstandsmitglied von sechzig britischen, holländischen und französischen Unternehmungen! Die Ernennung des Obersten Moore Brabazon zum Nachfolger Lord Beaverbrooks werde als „besonders geschickte Wahl" betrachtet, da er als Autorität auf dem Gebiet des Flugwesens gelte. Kriegsmarine haben mit Unterstützung der RAF. eine sehr erfolgreiche Räumung ermöglicht. Die Truppen, die viele Kilometer weit durch das Gebirge marschiert waren, um ihren Einschiftungsort zu erreichen, wurden von Schiffen der Kriegsmarine, Handelsfahrzeugen und Transport- flugzeugen längs der ganzen Ostküste Griechenlands aufgenomwk Don Sholkitz bis zmv Peloponnes erreichten die Schifte zur genau vorgesehenen Zett die Küste, um ihre Aufgabe durchzuführen. Ich machte die Evakuierung mit einem größeren Truppenverband in einem kleinen Hafen des Peloponnes mit, nachdem ich 24 wie ein Alpdruck auf mir lastende Stunden in einem Kornfeld unter Delbäumen gelagert hatte. Wir waren dauernd den Bomben und dem Ma schi- n e n gewehrfeuer deutscher Flugzeuge ausgesetzt. Viele meiner Kameraden hatten Dünkirchen mitgemacht. Ich hatte in der Nacht mit einem Lastwagenzug Athen verlassen, und unser Reiseziel durfte nicht bekanntgegeben werden. Als wir wie ein Gespensterzug auf Korinth zufuhren, wurde es mir klar, daß ein allgemeiner Rückzug im Gange war. Wir kamen an einer zwei Kilometer langen Kolonne britischer Infanterie vorbei, die völlig erschöpft ihrem Sammelpunkt zustrebte. In der Morgendämmerung kamen wir durch ein Dors hindurch, wo viele briUsche Lastautos am Straßenrand liegengeblieben waren und brannten, weil die Deutschen sie mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen hatten. Wir rollten dem kleinen Hafen zu, wo wir in Empfang genommen werden sollten. Drei versenkte Schiffe versperrten den Hafen, und ein Munitionsdepot brannte heftig. Tausende von Soldaten trieben sich in der Hafengegend umher. Es war ihnen befohlen, sich in den Wäldern und Gräben zu verstecken, um sich für die Einschiffung bereit zu halten, die mitten in der N ach t vor sich gehen sollte. Den ganzen Tag über mußten wir ein furchtbares Bombardement b e r deutschen Luftwaffe aushal- ten, die die Anwesenheit größerer Truppenverbände geahnt zu haben schien. Zuerst beobachteten wir Stukas, die zunächst den Hafen mit Bomben belegten, und später richtete sich der ganze Angriff auf das Tal. Später kreisten deutsche Bomber über uns, ohne daß man ihnen Widerstand leistete, da wir unsere Flakgeschütze nicht einsetzen konnten, weil wir damit unsere Position zu verraten befürchteten. Ein Bomber warf eine ganze Reihe von Bomben in nur zwanzig Meter Entfernung von unserem Getreidefeld ab, wobei er eine ganze Anzahl von unseren Leuten tötete. Darauf kamen die Bomber tiefer herunter und belegten die Wälder und die Büsche längs der Straße systematisch mit Maschinengewehrfeuer. Sprengbomben sausten durch die Baumkronen und schlugen tiefe Löcher in den Erdboden um uns herum. Als die Nacht hereinbrach, erhielten wir den Befehl, uns in Dreierreihen auf der Straße aufzu- ftellen und zum Hafen zu marschieren. Nach endlosem Warten kamen Barkassen angefahren, größere Trupp en ab teil trugen wurden von ihnen aufgenommen und zu den Truppentransportern gebracht, die draußen im Hafen lagen. Zusammen mit mindestens 5000 Soldaten kam ich an Bord eines Kriegsschiffes. Obwohl die Einschiffung in den Morgenstunden erfolgte, legten sich die erschöpften Leute überall in den Winkeln des Schiffes zum Schlafen hin. Am frühen Morgen kamen wir auf die hohe See hinaus und erhielten einen starken Geleitschutz durch Kreuzer und Zerstörer. Das Schiff war gepfropft voll. Gegen Mittag unternahmen feindliche Bomber Angriffe hn Sturzflug. Als wir im Hafen ankamen, machte bas Schiff sofort kehrt und holte neue Truppen ab. Regierungsumbildung in Aegypten. Mailand, 2. Mai. (Europapreß.) Nach einer Meldung der „Stampa" haben fünf parteilose Mitglieder des ägyptischen Kabinetts dem Ministerpräsidenten Hussein Strry Pascha ihre Portefeuilles zur Verfügung gestellt, um eine Umbildung des Kabinetts auf parteipolitisch breiterer Grundlage zu gestatten. König Faruk, der sich, wie bereits gemeldet, persönlich zur Lösung der Regierungskrise eingeschaltet hat, ist bemüht, ein Kompromiß zwischen der Forderung der Wasd- Partei nach Neuwahlen und der Bemühung der Regierung zur Bildung elftes Kabinetts der nationalen Konzentration zu finden. Suner gegen britische Quertreibereien. Madrid, 3. Mai. (Europapreß.) Der spanische Außenminister Serrano Suner hielt am spanischen Unabhängigkeitstag eine Rebe, in ber er mit aller Schärfe bie Einstellung politischer Quertreibereien auf ber Iberischen Halbinsel forberte, bie in ber letzten Zeit burch britische Agenten angezettelt worben seien. Wörtlich sagte Serrano Suner ii. a „Welches Recht haben gerade bie, bie Spanien mehr als zwei Jahrhunderte lang unterdrückten, heute von Spaniens Freiheit und Spaniens Interessen zu reden? Dieselbe einmal plutokratische, ein andermal demokratische Koalition, bie aus zwei ober brei Mächten beftanb und gestern noch bie ganze Welt beanspruchte, Spanien aber alles verweigert, möchte sich heute in ber Lebensretterrolle aufspielen". 20 Millionen für eine Autostraße zum Panama-Kanal Washington, 2. Mai. (Europapreß.) In einer Botschaft ersucht Präsident Roosevelt den Kon- areß um die Bewilligung von 20 Millionen Dollar für den Bau einer Autostraße zum Panama-Kanal. Für den Abschnitt der Straße, ber durch bie mittel- amerikanischen ßänber führt, wollen bie Vereinigten Staaten zwei Drittel ber Baukosten übernehmen. Staatssekretär Hüll teilte mit, daß die interamerikanische Autostraße besonderen Wert für bie Der- teibigung haben werde. Die Straße ist gegenwärtig bis südlich von Mexiko-Stadt fertiggestellt. Kleine politische Nachrichten. Deutsche Marineartillerie beschoß in den Abendstunden des 1. Mai vor dem Hafen von Dover liegende Schifte und die gegexüberliegenbe Küste. ♦ e Stabschef Lutze weilte auf der Rückfahrt von feiner Frontbesichtigungsreise, die er auf Einladung des Kommandierenden Admirals in Frankreich unternommen hatte, in Paris und begrüßte auf dem Marsfeld eine Anzahl alter SA.-Kameraden, die jetzt Angehörige des Pariser Wachregiments sind. ♦ Der Generalstabschef der italienischen Wehrmacht in Nordafrika, Brigadegeneral Alighiero Miele, ist seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem Fliegerangriff auf Tripolis erlitten hat. Er war 54 Jahre alt, war im Generalstab der Po-Armee und feit dem 22. September 1940 auf seinem jetzigen Posten gewesen. ♦ Angehörige ber neapolitanischen Frauenverbänbe besuchten bie in einem am Golf von Neapel liegenden Hotel untergebrachten deutschen Verwundeten Sie Feindseligkeiten im Irak haben begonnen. Heftige Kämpfe zwischen irakischen und englischen Truppen. Dir neuen Männer in der englischen Regierung. ie ein Reuter-Korrespondent die Flucht vom Peloponnes erlebte. Kamps der Ideen. Bon Dr. Reinhard Höhn, Professor deS Staatsrechts an der Universität Berlin. Nach dem Zusammenbruch der französischen Poli- tik gegenüber der Tschechoslowakei, ber Eingliederung bes Sudetenlandes und der Errichtung des Protektorats, stand Frankreich vor einem völligen Fiasko seiner bisherigen Politik. Wie abetf sollte Frankreich diesen Zusammenbruch seinen ei* genen Bürgern erklären, wie sollte es sich gegen« über der Welt, die dieses offenbare Versagen der französischen demokratischen Weltordnung miterlebt oatte, rechtfertigen? Auf welche Weise sollte es endlich seine Stellung in der Welt erneut den Völ- fern verständlich machen? Hier wandte Frankreich Methoden an, die für die Gesamtsituation, in dec es sich vor dem Kriege befand, außerordentlich auf« schlußreich sind: Die französische Regierung begab sich auf dis Suche nach den „Schuldigen". Dabei wurden scharf zwei Perioden unterschieden: die Schuldftage für die Ereignisse dis zur nationalsozialistischen Revolution und für das Geschehen danach. Grundlegend für dis Suche nach den Schuldigen in der ersten Periods ist die Frage: Wem ist zuzuschreiben, daß Deuftch- lands Existenz und staatliche Einheit bis zum Jahrs 1933 überhaupt geduldet worden war? Don dem Tage der nationalsozialistischen Reoo- lution an eröffnet man ein neues Schuldkonto« Es ist das Konto der „verpaßten Ge« l e g e n h e i t e n". Man hätte am besten, so erklärt man jetzt, sofort mit Waffengewatt zur Rettung des demokratischen Systems eingreifen und bie Errichtung einer autoritären Regierung in Deutschland verhindern müssen. Sträflicher Leichtsinn sei es gewesen, durch Nichthandeln zuzugeben, daß Deutschland aus dem Konzert der demokratischen Staaten austrat und bei sich eine autoritäre Staats* form einführte. Wie habe man sich nur durch dis demokratischen Formen, in denen dies geschehen sei, täuschen lassen können? Wenn man ober diesen einen großen Fehler schon gemacht und Deutsch- land die Möglichkeit gegeben habe, frei über seins Staatsform zu bestimmen, dann märe es an ber Zeit gewesen, stets ein wachsames Auge auf dieses neue Deutschland zu richten. Die Gründe für das Versagen im einzelnen Fall werden z. T. in einer falschen Außenpolitik, in bentz Versagen bes „diplomatischen Instruments", zu:n anderen Teil in dem ständigen Zögern ber Militärs gesucht, die zu großen und kühnen Entschlüssen nicht fähig gewesen seien. Man kritisiert anläßlich ber Münchener Uebereinfunft die Schwäche, die sich „in der mangelnden Willensstärke bemerkbar macht, der Unfähigkeit, zu wählen, zu entscheiden und alles zur Durchführung der einmal getroffenen Entscheidung einzusetzen, was Frankreich hinsichtlich betf Tatkraft in eine untergeordnete Stellung denjenigen Nationen gegenüber bringt, die, mit einigem Zynismus, Europa wieder den Sinn für Tatkraft beigebracht haben". Diese Mängel hätten „eins Haupttolle bei dem Bankrott des französischen Geistes gespielt, ber München erlaubt und es begleitet* habe, worin man eines der „beklagenswertesten Ereinisfe" der modernen französischen Geschichte zu sehen habe. „In dem Augenblick, in dem plötzlich nicht nur bie französische Vormachtstellung von 1918—1937 auf dem Spiel stand, sondern auch bis Gegenwart Frankreichs in der Welt, sein Geist und sogar seine Existenz als unabhängige Nation, in dem Augenblick ist sein Waffenapparat zurückgewichen." Man macht dem „Frankreich des Sieges» dem Frankreich Clsmenceaus, PoincarSs und ber Ruhr, dem Frankreich Briands und Locarnos" zum Vorwurf, es habe sich „beim Spiel im Forum vergessen, wo Männer, deren Aufgabe es war, zu wachen und zu handeln, sich an Worten berauschten, mit Formeln um sich warfen, mit Thesen und vorgefaßten Meinungen jonglierten und ihre Ehrs dareinsetzten, gefährliche Experimente durchzuführen" Dieses Frankreich habe nichts bemerkt und nichts getan, als es noch die Situation beherrschte. Es muß nun gewahr werden, „wie es von Schwach-, heit und Sturz zu Sturz am Rande des Abgrunds angekommen ist". Diese allgemeine Suche nach den Schuldigen was kennzeichnend für die geistige Situation in der sich Frankreich vor dem Kriege befand. Vock großen Gesichtspunkten aus betrachtet sind bit Schuldmomente, bie man zur Erklärung des Dank« und überbrachte ihnen Geschenke, wobei der Gauleiter von Neapel feine Gewißheit zum Ausdruck brachte^ baß bie Achsenmächte balb ben Enbsieg über beit Feinb erringen werben. Im Teatto Giarbino b,Italia in Rom fand dis Vorführung ber Turnergruppe, Gymnastikturnerm« nen unb ber Spielschar Wien der HI. statt. Das Publikum gab seiner Freude über den hohen Sti( der Turner und die Anmut der Vorführungen des BDM.-Turnerinnen sowie die Klangreinheit unäj Diszipliniertheit der Chöre kund. Auf Einladung bes finnischen Unterrichtsmini« fteriums wird in ber Staatlichen Kunsthalle in Helsinki eine deutsche Buchausstellung unter dem Thema „Staatsmänner, Dichter unÄ Denker formen das Volk" (Bücher machen Geschichte) stattfinden. Sie steht unter ber Schirmherrschaft von Reichsleiter Alfteb Rosenberg unb bes finnischen Unterridjtsminifters Kukko« nen. ♦ Auf Einlabung des Reichsministers des Inneren Dr. Frick weilte eine rumänische Abordnung unter Führung des Staatssekretärs Dr. Stoichita in Deutschland, um einen Einblick in bie deutsche Verwaltung unb ihre Einrichtungen zu gewinnen. In Tokio wirb ein Gesetz zum Schutz ber nationalen Verteibigung in Kraft treten. Es sieht ben Schutz von Geheimnissen militärischer, biplomatischer unb wirtschaftlicher Art sowie eine allgemeine Spio* nageabwehr vor. Die meisten Vergehen werben mit bem Tobe bestraft. Glückwünsche aus dem Ausland zum 1. Mai. Berlin,?. Mai. (DNB.) Auch in diesem Jahr« haben zahlreiche auslänbische Staatsoberhäupter unb Regierungschefs bem Führer mit in herzlichen Worten gehaltenen Telegrammen zum nationalen Feiertag bes deutschen Volkes Glückwünsche und Grüße übermittelt Die in Berlin beglaubigten ausländischen Vertreter brachten durch Eintragung in Vas in der Präsidialkanzlei des Führers ausgelegte Be* suchsbuch ihre eigenen unb die Glückwünsche bett von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter Rems* vmgey und Völker zum A-usdruL -----— - < >e- n. Hx "8lie. 9 dkz DÖIt abe, 11 ei« legen. « be; erlebt ez Döl. lkreich n der J auft *f bie scharf ur dis lutiott ür bie eriobe eutsch. ^ahr- war? Revo. 'tonto, Te. erklärt ettung ie Er. eutjch. chtsini, >. baß tischen staats« 'ch bis chehen diesen eutsch. ' seins m her dieses n Fall n bent . zuin Mili« hlüssert 'läßlich Üe sich macht, n und n Ent« lich her ienigeit m Zy« -atkrafl „eins n Gjei« gleitet* ertefterr chte zu plötzlich g non uch bis ist und ion, in irückge« Sieges, nb her s" zum im oer« »r, zu uschteir, nb nor« • Ehrs ühren". > nichtt hte. Es rchMlh* dgrunds ;en wat atioiV id. Dort inb dis s Bank« lauleite« brachtg ber dert fand dii urnerin« itt M hen 6hJ igen des Hrtt UNd chtsminl« halle M ellunZ ter und hen ®e* Schirm« Inneres ng d)ita >U D W inen. er sich'd'" ineSS erben m“ Rdi. 82 rotfs der Demokratie heranzuziehen suchte, nur Symptome für die geistige Gesamtkrise, in der sich das demokratische System, der angebliche Sieger des Weltkrieges befand. Em solches Suchen nach einzelnen Schuldgründen für das Versagen eines Gesamtsystems ist uns aus der Geschichte nicht unbekannt. Auch bei dem Vorgehen der absoluten Staaten gegen das revolutionäre Frankreich von 1789 hat man einstmals die Schuldmoments, auf Grund derer die militärisch bei weitem über« legene Macht der Koalitionsarmeen praktisch nicht weiterkam und den Revolutionsarmeen das Feld überließ, im einzelnen genau zu ergründen und festzustellen versucht. Reben den „Witterungsverhältnissen" und dem Mangel an geeigneter „Rah- rang" sollte insbesondere das langsame und jö« gernbe Vorgehen des Herzogs von Braunschweig- Lüneburg, des Oberkommandierenden der verbündeten Armeen, die entscheidende Ursache dafür gewesen sein, daß sich der Herzog nur zu der berühmt gewordenen Kanonade von Dalmy, nicht aber zum Angriff entschließen konnte. In Wirklichkeit war diese langsame und zögernde Taktik nichts anderes als der militärische Ausdruck dafür, daß der Herzog nicht mehr an den Sinn des politischen Unternehmens glaubte. Ihm fehlte ein klar vor Augen stehendes Kampfziel und die innere Ueberzeugung von der Notwendigkeit und Richtigkeit des Kampfes, den er führen sollte. Deshalb schwankte er und vermochte sich nicht zu einem wirklich durchgreifenden Vorgehen zu entschließen. Aus diesem Grunde versagte das ganze Unternehmen. Der Glaube an das automatische Weiterfunttio- meren von Ideen, die einstmals innere Kraft besessen hatten, erwies sich damals in jeder Hinsicht als trügerisch. Die damaligen Geschehnisse vermöaen wir heute unter dem unmittelbaren Eindruck oer Ereignisse der letzten Jahr in ganz anderer Weise zu beurteilen, als es die bisherige Geschichtsschrei- oung vermochte. Wurde doch wieder vor aller Augen deutlich, wie wenig die Berufung auf überkommene Ideen nützt, wenn die ihre innere IT ra gkra ft verloren haben. Ein wirklicher Einsatz ist eben immer nur bann möglich, wenn d i e Gewißheit einer Idee die innere Kraft zum Handeln gibt. Dieses Bewußtsein war in Frankreichs politischer und militärischer Führung gegenüber den deutsAen Aktionen nicht vorhanden, es fehlte im ganzen französischen Volke. Im Gegenteil: bei denjenigen, die den Weltkrieg mitgemacht und ebenfalls auf eine innere Erneuerung Frankreichs warteten, zeigte sich die unverhohlene Bewunderung für das Handeln Deutschlands unter einem Frontsoldaten als Führer von der Gröhe Adolf Hitlers. Welche Areale konnte die französische Regierung dem nationalsozialisti- schen Deutschland entgegenstellen? Etwa bie verblichenen Ideen von 1789? Wenn im Weltkrieg hier und da noch ein gewisser Glaube an die Kraft dieser Ideen vorhanden gewesen sein mag, jetzt war er verschwunden. Für welche Ideale sollte man daher den klaren und eindeutigen Forderungen Deutschlands gegenüber das Volk zu den Waffen rufen? Kennzeichnend erklärt Andrö Tardieu, indem er an die Situation von 1789 anknüpft: „Die öffentliche Meinung ist (heute) den Ereignissen (in Europa) mit einer erschreckenden Passivität gefolgt. Man vergleicht oft die Situation von 1789 mit der unfrigen. Das Frankreich von damals zeichnet sich in feinen führenden Schichten durch eine ganz andere innere Kraft aus." Heute beherrsche die öffentliche Meinung in Frankreich das Problem der Lohne, der Pensionen, der Schulden, die Kurse der Börsen und die Preisgestaltung, dagegen keine Ideen, keine Gefühle und keine Leidenschaften. Und da« ift in der Tat der entscheidende Gesichtspunkt. Welche Bedeutung die Kraft der Ideen und die weltanschauliche Ueberlegenheit in außenpolitischer Beziehung besitzt, ist den Völkern im 20. Jahrhundert sehr deutlich von Deutschland während der letzten Jahre vor Augen geführt worden. Die deutschen Truppen marschierten im Rheinland als Träger einer Idee ein. Hinter ihnen stand ein innerlich geeintes Volk, das seine Sklaven- fetten nicht länger ertragen wollte und bereit war, das Letzte zu wagen. Oesterreich schloß sich dem Deutschen Reiche an, weil die völkische Idee des 20. Jahrhunderts eine stärkere innere Kraft befaß als die parlamentarisch-demokratischen Ideen von 1789, auf denen die österreichische System- , regterung gegründet war. Der Anschluß der Su- betenbeutfd^n erfolgte, weil eben diese völkische Idee wiederum über den künstlichen Schranken der im Versailler Diktat aufgerichteten Grenzpfähle triumphierte. Die Abstimmungen bewiesen es. Die Stimme des Blutes erwachte; in diesen Tagen vollzieht sich die Revolutionierung in den letzten Gebieten Europas. Diese nach rein demokratischen Prinzipien durch- gefuhrten Abstimmungen sollten auf einmal keinen Wert und keine Beweiskraft vor der Welt besitzen. Es feien keine demokratischen Abstimmungen, so erklärte man jetzt. Sie sollten deshalb nicht mehr gelten, weil Deutschland das Verbrechen begangen hatte, die Menschen mit Ideen zu erfüllen, die bann im Ergebnis auf demokratische Weise allerdings zu für die westlichen Demokratien höchst abträglichen Erfolgen führten. Gerade Frankreich hätte derartige Argumente nicht benutzen dürfen, da es hi feinem Kampf gegen den Absolutismus nichts anderes getan hatte, als die Menschen mit neuen Ideen zu erfüllen. Auf dieser Basis, verbunden mit demokratischen Abstimmungen, hatte es feine damals revolutionären Ideen allenthalben bei den Völkern durchgefetzt. Das heutige Großdeutschland ist so auf dem Wege , über eine völlige Umgestaltung ber trage n b e n weltanschaulichen Basis von I Mitteleuropa entftanben. Die westlichen Demokratien und insbesondere Frankreich als Garant für bie bemokratische Ordnung in Mitteleuropa sahen allerdings darin nichts anderes als „das Ergebnis unzähliger diplomatischer Irrtümer, die von 1924 bis 1936 dazu bei getragen haben, das Deutschtum zu stärken ... Irrtümer, die bezahlt werden mußten, und zwar teuer". — Sie sprachen, wenn t sie die Verhältnisse in Europa und die Rolle ' Deuffchlands betrachteten, nur von Macht, brutaler Gewalt und einer faszinierenden Hypnose, von einer | „Politik der Eroberung", die hier zum Erfolge geführt habe. Sie verkannten dabei, daß es sich um । einen Aufbruch völlig neuer Gestal- tungsfräfte handelte, die durch die ihnen I innewohnende Schwerkraft wirkten und eine Neuordnung Europas in derselben Weise vornahmen, wie sie einstmals auf Grund der Schwerkraft der Ideen der französischen Revolution vorgenommen wurde. Die Ereignisse der letzten Jahre und die Veränderungen auf der Landkarte Europas find heute ebensolche Zeugnisse dafür, daß es mit ber „demokratischen Missionsidee" z u E n b e ist, wie die Veränderungen auf ber Landkarte des 19. Jahrhunderts dereinst Zeugnis von der Kraft dieser Mifsionsidee ablegten. Aus dem Gleich. Oer neue LehrernachwuS. Am 1. Mai rückte ein neuer, über 5000 Köpfe tarier Jahrgang von 14jährigen Jungen und Mädchen, die aus den zu Ostern von der Volksschule Entlassenen ausgewählt sind, in die Lehrerbildungsanstalten ein. Diese liegen etwa 3ur Hülste in denselben Orten, die bisher die Aufbaulehr- gänge und die Hochschulen für Lehrerbildung beherbergten. Zur anderen Hälfte sind sie neu errichtet worden. In einem fünfjährigen Ausbildungslehrgang werden hier die Jungen und Mädchen zur ersten Lehrerprüfung hingeführt. Gegenüber bisher (vier Jahre Aufoaulehrgang, der mit einer dem Abitur gleichwertiaen Prüfung abfchloh, plus zwei Jahre Hochschule für Lehrerbildung) ist also die Ausbildung des Dolksfchullehrers um ein Jahr verkürzt; diese Kürzung wird ohne Schaden für die Ausbildung ermöglicht durch die Gemeinschaftserziehung. Die Anstalten sind nach Geschlechtern getrennt, dies erftreeft sich auch auf die Erzieherschaft, so daß an den Lehrerinnenbildungsanstalten nur Frauen tätig sind. Nach dem in den Aufbaulehrgängen schon bewährten Muster wird die Erzieherschaft in der Gestaltung des Gemeinschaftslebens entlastet durch ein System ber Selbstfuhrung. Unterkunft, Bekleidung und Erziehung, ärztliche Betreuung, Kranken- und Unallfürsorge werden kostenlos gestellt, nur die Eltern, die dazu in der Lage sind, zahlen Beiträge, die von RM. 20 bis 40 gestaffelt sind. Auch die Lern- und Lehrmittel sind frei, und die bedürftigen Jungmann en und Jungmaiden können für die Ferienfahrten nach Hause Zuschüsse erhalten; außerdem steht allen ein monatliches Taschengeld von 8 RM zu. Der Unterricht ist in den ersten Jahren allgemeinbildender, später berufsbildender Natur. Der allgemeinbildende Unterricht unterscheidet sich von den Oberschulen und Gymnasien durch seine Ausrichtung auf die Aufgaben des künftigen Lehrers. Die deutfchkundlichen Fächer werden bevorzugt, und es wird nur eine Fremdsprache (Englisch) gelehrt. Für die allgemeinbildenden Fächer sind in der Hauptsache ausgesuchte Studienräte eingesetzt, für die berufspraktische Ausbildung bewährte Dolksschullehrer und die Dozenten der' früheren Hochschulen für Lehrerbildung. Auch nach der ersten Lehrerprüfung werden die Schulamtsanwärter (-innen) von der Lehrerbildungsanstalt noch ein Jahr lang in ihrer berufsfachlichen Ausbildung gefördert. Wirtschaft und Schule. Zu der in Aussicht genommenen Einführung der Hauptschule im gesamten Reichsgebiet erklärt der Schulausschuß der Reichswirtschaftskammer, daß die Volksschule, aus ber die Massen des in das Berufsleben einftrömenben Nachwuchses tarnen, in ihren Leistungen keineswegs sinken dürfe. Sie müsse als selbständiges Schulsystem unter selbständiger Leitung erhalten bleiben. Dem Aufstieg begabter Volksschüler, die die Volksschule erfolgreich durchlaufen hätten, in weiterführende Schulen und im Berufsleben dürften keine unüberwindliche Schranken gesetzt werben. Die sechsstufige selbstän- btge Mittelschule habe sich bewährt. Es sei dankbar zu begrüßen, wenn im Sinne ber Begab- tenförberung die Hauptschule vier schulgevd- freie Pflichtjahre vorsehe. In diiesen vier Jahren könne aber nicht das Schulziel der Mittelschule erreicht werden. Die Wirtschaft setze sich daher dafür ein, daß auf die Hauptschule zwei freiwillige Aufbauklafsen aufgesetzt würden, die zum Lehrziel der sechsstufigen grundständigen Mittelschule führten. Ferner solle ernstlich geprüft werden, ob nicht die Arbeit der höheren Schule als Schule der künftigen Träger der geistigen Berufe wieder mehr vertieft werden könne, wenn man ihr das neunte Schuljahr wieder- gebe. Die Forderung, daß man der Jugend den kürzesten Weg zum Beruf eröffnen soll, sei im Grundsatz berechtigt. Jedoch dürfe ihre Erfüllung nicht durch eine Verschlechterung der Unterrichtsergebnisse erkauft werden, insbesondere nicht bei den jungen Leuten, die dem akademischen Studium zustrebten und später einmal die vorwiegend geiftig schaffende Führerschicht bilden sollten AerstärkteUmstellung auf leichteWagen und Motorfahrräder. Die Derkehrsbehörden wurden angewiesen, durch Umlagerung des Verkehrs die Voraussetzungen für weitere Kraft st offeinsparungen im zivilen Kraftverkehr zu schaffen. Es soll eine weitere Herabsetzung der zugelassenen Kraftwagen und Krafträder angestrebt und bei mißbräuchlicher Benutzung durch Ent- winkelung eingefchritten werden. Ständig ist zu überwachen, ob die Voraussetzungen für die Weiterbenutzung noch vorliegen. Bei den jetzt zuge- laffenen Personenkraftwagen handelt es sich zum großen Teil um mittelschwere Wagen. Die Umstellung auf Kleinfahrzeuge soll ange- strebt und notfalls erzwungen werden. Wenn der Kraftfahrzeughalter regelmäßig nur allein und mit geringem Gepäck fährt, wird eine Umstellung auf ein Motorfahrrad (Leichtkraftrad mit Tretkurbel) geboten sein. Motorfahrräder sind ausreichend verfügbar. Erholungsurlaub im öffentlichen Dienst Die Kriegslage erfordert auch im Bereich ber Zivilbehörden die restlose Anspannung aller Arbeitskräfte, um ein Höchstmaß an Leistungen zu erreichen. Der Reichsinnenminister und der Reichsfinanzminister haben deshalb für den gesamten Bereich der öffentlichen Verwaltung bestimmt, daß den Beamten, Angestellten und Arbeitern der Behörden, Gemeinden usw. bis zum 30. September Erholungsurlaub insgesamt nur b i s zur Dauer , d o n drei Wochen bewilligt werden darf. Land- und hauswirtschastliche Tätigkeit wird durch Kinderbeihilfen gefördert. Die Kinderbeihilfen des Reiches werden an sich nur für Kinder gewährt, die zum Haushalt .ber Eltern gehören. Zur Sicherung des Bedarfs an Arbeitskräften in der Land- und Forstwirtschaft und in der Hauswirtschaft hat ber Reichsfinanzminister angeorbnet, baß Kinder- beihilfe für Kinder, bie in ber Land- oder Forstwirtschaft . arbeiten ober die in ber Hauswirtschaft als Hausgehilfinnen tätig sinb, ben Eltern auch dann gewährt werden kann, wenn das Kind nicht mehr zum Haushalt der Eltern gehört. Die anderen Voraussetzungen müssen jedoch gegeben fein. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach, • mittags geschloffen. wurde immer mehr Äw/fcrf getrunken, als anderswo! Schon 1935, 1936 und 1937 — als es noch genug Bohnenkaffee gab — wurde in der großen Kaffeestadt Hamburg mehr J^ornfranck getrunken als irgendein anderes deutsches Kaffeegetränk. Die Hamburger Küche ist berühmt. Ihre Suppen und Soßen sind Meisterstücke der Kochkunst, besser gesagt: der Mischkunst. Dehn auf das Mischen kommt es an. Nadi dem Gemischten, und zwar nach dem richtig Gemischten verlangen ja die Menschen nicht nur in Hamburg! Ob sie essen oder trinken, richtig Gemischtes schmeckt immer und überall, auch in der Kaffeetasse, natürlich! Deshalb wird auch so viel Jfornfrnncfi getrunken. Der ist richtig gemischt! Der ist so abgestimmt, so rund und gediegen, wie nach unserer Erfahrung ein Kaffeegetränk sein soll, das man Tag für Tag gern trinken will. Berlin, Ludwigsburg. Linz, Komolou. Halle. Neuk. 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Mietvorstellung erfolgt sein. Um die Begleichung der restlichen Wahlmiete wird ebenfalls gebeten. Gießen, den 3. Mai 1941. Der Oberbürgermeister. 5606 oon pnaiieoü. Heren nach der Naturschutzverordnung vom is.Mür, 1936 (RG «l.I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmung«», aus» führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. 6. Proi. der echte und Referent im Reich»- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Gelter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhand'ungen. öu oBermüö er t eriaa. Bersin CidrerL Heute abend, 20 y2 Uhr: Kameradschaftsabend hessisch. Hof". Art. - Kameradschaft. [2067Ü 5 Theatergutscheine II.Ring,f.l0RM. abzugeb.Daselbst Matrosen-Anzg. (Bleyle) fast neu u. Lodenmantel für 10-12iährig. Wo?, sagt die Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. oisis Photo Kleinbild- und Rollfilm- Kameras 6x9 usw. für Soldaten- Aufträge kauft und er- bitt. Angebote Weller am Bahnhof. 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Ebenso unbestritten wie auf dem Gebiet der Pro- buktion von Zellwolle und vollsynthetischen Fasern, marschiert das Reich auf den Gebieten der Kun ft» und Werkstoffe und denen der Leichtmetallforschung und -Verwertung an der Spitze. Aus Kohle, Kalk, Wasser und Luft erstehen unaufhörlich neue „plastische Massen", wie die Kunststoffe richtig genannt werden müßten, immer neue Industrien erwachsen, und ständig weitere Anwendungsmöglichkeiten werden für diese neuen Erzeugnisse gefunden, zumal sie gegenüber bislang gebrauchten Materialien viele Vorzüge besitzen. Nach Vulkanfiber, Zelluloid und Zellglas, den ältesten Werkstoffen, die auf Zellulosebasis entstanden sind, haben Wissenschaft und Technik seit rund 10 Jahren immer neue Grundmatcrialien entwickelt. Sie sind durchweg Kun st harze rein synthetischen Ursprungs und fallen bei der Einwirkung von Formaldehyd auf Phenole und Amine an. Ihre wichtigste Eigenschaft ist die, daß sie nach erfolgter Härtung durch Wärme nicht mehr verformbar sind, daß also Wärme sie nur einmal zu gestalten erlaubt. Sie_ werden mit Füllmassen verarbeitet, d h., das künstliche. Harz bildet das Bindemittel für Holzmehl, Papier, Zellstoff, Asbest o. ä. m., und unter hohem Druck werden Fertigwaren gepreßt: Zahnräder, Lagerschalen, Autokarosserien sind einige solcher Produkte. Sehr viel wichtiger aber noch ist die jüngste Gruppe wärmebildsamer KunWoffe, die sich vom Acechylen ableitet, also aus Mßle und Kalk über Kalziumkarbid hergestellt wird Ihre Beständigkeit ?gegenüber Chemikalien ist überraschend hoch, und ehr bedeutsam ist die Eigenschaft dieser Stoffe, sich beliebig bohren, sägen drehen und fräsen usw. zu lasten. Hierzu gehören insbesondere Plexiglas und A st r a l o n, die namentlich für Deutschlands Flugzeugindustrie cme große Rolle spielen, weil sie durchsichtiger als Glas, wenig zerbrechlich, leicht formbar und elastisch sind. Außerdem gehört in diese Gruppe das Polystyrol, ein wichtiger Bestandteil unseres künstlichen Kautschuks Buna. Am vielseitigsten aber ist hier fraglos ein Erzeugnis, das chemisch Polyvinylchlorid und technisch einfach Igelit heißt. In gewissen Lösungen liefert Igelit einen vorzüglichen Lack, der sehr elastisch und außerordentlich chemikalienfest ist. Igelitverbindungen lassen sich in Wasser so fein verteilen, daß diese Emulsionen für die Herstellung von Kunstleder und wachstuchähnlicher Stoffe ausgezeichnet zu gebrauchen sind. Zum Bau säure-, laugen- und salzfester Apparate wird Igelit in Form von Folien, Platten, Rohren und in mannigfacher anderer Gestalt verwendet. Da es elektrischen Strom nicht leitet, wird es für die K a b e l p r o - duktion herangezogen: in Schläuchen verarbeitet ist dieser Kunststoff altersbeständiger als Naturkautschuk. Igelit liefert schließlich wasserdichte Stoffe für Regenmäntel und ähnliche Gewebe. Endlich ist es für die Textilindustrie sehr bedeutsam: die P ec e-Faser, ein vollsynthetisches Produkt von großer Chemikalienfestigkeit, braucht Igelit als unumgänglich notwendiges Erzeugnis. Damit ist sedoch die Bedeutung dieses Stoffes keineswegs erfchöpft. Igelit ist ein sehr gewichtiger A u s t a u s ch st o f f für uns fehlende oder nur knapp vorhandene Metalle und hat als solcher manche Eigenschaften, die den zu ersetzenden Stoff übertreffen. Igelit ist erheblich wider st ands- fähiger als die bis heute im Apparatebau gebrauchten Verbindungen von Kupfer, Bronze, Zinn und Blei und selbst als Edelstahl mit Nickel- und Chromlegierungen? Ein Abkömmling des Igelits, V i n i d u r, kann jetzt sogar geschweißt werden und liefert völlig korrosionsfeste Röhrensysteme. Ein anderes Produkt auf Igelitbasis, das Oppanol. ist weit wetterfester als die üblichen Dachpappen. Aehnlich erstaunlich ist das, was auf dem Gebiet der Leichtmetallgewinnunq und -technik in wenigen Jahren geleistet worden ist. MitD uraluminium und Elektronmetall, den vor etwa dreißig Jahren geschaffenen Legierungen aus Aluminium und Magnesium, hat man bis zu ihrer Anwendung im modernen Flugzeugbau eigentlich nichts Rechtes anzufangen gewußt. Dabei find diese Verbindungen st a h l h a r t und wiegen nur Bruchteile im Vergleich mit dem Stahl. Davon wird künftig sehr stark auch das Auto profitieren. Werden bei einem großen Personenwagen die eisernen Teile in Kurbelgehäuse, Getriebegehäuse, Motorträger Aus der Giadi Gießen. Oer Frühling beginnt. Schnell hat der Frühling sich breitgemacht: dabei ist er ein langsamer Wanderer Im Voranschreiten von Süden gen Norden braucht er etwa vier Tage, um einen neuen Breitengrad zu erreichen. Im Zuge von West nach Ost rechnet man auf 111 Kilometer seines Vormarsches ungefähr 24 Stunden. 3m Anstieg auf die Berge geht er bedächtigen Schrittes. Für je 100 Meter Steigung braucht er schätzungsweise vier Tage. Die erste Mainacht ist die Walpurgisnacht. Bringt sie Niederschläge, so gibts nach alter Dolksregel gefüllte Tennen und Keller. „Ist der Mai heiß und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken, ist er aber feucht und kühl, dann gibts Frücht' und Futter viel." Die Kühle ist vor allen Dingen von Wert zur Unterbindung der Entwicklung zahlreicher Schädlinge. „Wir essen, was uns die Insekten übrig lassen!" Dom Dach und den Telegraphenleitungen zwitschern die Rauchschwalben: „Wenn du müßt', was i wäß, und i müßt, was du wäßt — so wüßte wir's alle zwä". Hand aufs Herz: wer kann unsere Schwalbenarten unterscheiden? Die blauschwarze Rauchschwalbe ziert Rostrot an Stirn und Kehle, die Mehlschwalbe hingegen trägt einen weißen Bürzelfleck. Die kleine Uferschwalbe ist auf der Oberseite grauschwarz. Die Stare haben bereits Junge. Vielfach sind sie am Himmelfahrtst-age schon flügge. Eine gefräßige Gesellschaft? In einer Stunde schnappt jeder Schwarzrock zwölf Raupen oder Schnecken, Maikäfer. Auch dem Ungeziefer des Weideviehes gehen sie zu Leibe, holen die Larven der Dasielfliege, die sich zum Verpuppen auf den Boden fallen lassen Warum singen eigentlich die Vogel? Die Tonreihe unserer gefiederten Freunde ist Werbegesang um das Weibchen, ist Kampfansage gegen den Nebenbuhler, ist Kundgebung des Besitzers eines Reviers. Hier und da huscht ein Eidechslein über den Weg. Die braune Deckfarbe entzieht die oft reglos Verharrenden unserem Blick. Beim Zufassen ist Vorsicht vonnöten. Der Schwanz bricht leicht ab. Die einzelnen Wirbel sind auffällig lang und können in der Mitte leicht durchbrechen. Das neu sich bildende Zäglein ist ein Stummel im Vergleich zum erstgewachsenen. Es zeigen nicht alle Eidechsen starkes Regenerationsvermögen. Blindschleichen, die keine Schlangen, sondern fußlose Echsen sind, bleiben nach Abwerfen der letzten Wirbel schwanzlos. Die Ringelnatter wechselt im Mai ihr Gewand. Sie löst durch leichtes Rühren am Boden die Haut am Rand der Mundspalte, und nun beginnt sie, das Kleid auszuziehen. Sie zwängt sich durch Steinlücken hindurch: Stück um Stück schiebt sich der alte Kittel von ihrem Körper und bleibt als dünnes Häutchen irgendwo hängen. Die Ringelnatter aber bat ein neues Schuppenhemd. Schmetterlinge bringen in die blütengetupsts Landschaft vielfältiges öeben durch Flügelschlag und Farbe. Der schöne Aurorafalter sucht sich das blaßviolette Wiesenschaumkraut, an welchem er seine Jugendzeit als unauffällige Raupe verlebt hat. Bienen summen? Mücken schwirren! Ueberall ist Wachsein — Frühling — Frühlingsseligkeit! Dr. E. 8. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. NSG. „Kraft durch Freude": Zu Gunsten des 2 Kriegshilfswerkes ab 14 Uhr Unterhaltung auf Oswaldsgarten — Gloria-Palast, Seltersweg: „Hochzeitsnacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße; „... reitet für Deutschland". Tageskalender für Sonntag. 1 NSG. „Kraft durch Freude": Zu Gunsten des 2 Kriegshilfswerkes ab 14 Uhr Unterhaltung auf Oswaldsgarten Stadttheater 19 bis 22 Uhr: „Das Land des Lächelns". — Konzertring: 19.30 Uhr in der Großen Aula der Universität Konzert des Musischen Gymasiums Frankfurt a.M. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Hochzeitsnacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „... reitet für Deutschland". — Kriegerkameradschaft 1874: 15.30 Uhr im „Burghof" Lichtbildervortraq von Dr. A. Kaufmann über „Landschaften und Bevölkerung auf den Kriegsschauplätzen in Afrika und auf dem Balkan". Stadttheater Gießen. Am morgigen Sonntag wird die bekannte Lehär- Operette „Das Land des Lächelns" wiederholt. Musikalische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung: Harry G NEDA-SCHLÄNK'Kä und Kompressorteilen durch Aluminium-Magnesium- Derbindungen ersetzt, läßt sich ein totes Gewicht von 300 Kilogramm ersparen Ohne zu hoch gespannte Erwartungen wird man annehmen dürfen, daß das Auto der Zukunft nur noch ein Drittel des heutigen Gewichts aufweisen, mit einem wesentlich schwächeren Motor auskommen und große Ersparnisse an Energie und Betriebsstoff bringen wird. Zwei andere Leichtmetallverbindungen von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung sind Hydrona - l i u m und Automatenmetall. Das Hydro- nalium ist eine Legierung von Aluminium und Magnesium mit kleinen Mengen von Mangan und Silizium: es ist selbst bei langem Aufentbalt in Seewasser unangreifbar und korrosionsfest. Aehnlich ist das Automatenmetall zusammengesetzt. Diese Verbindung trägt ihren Namen davon, daß sie einen großen Nachteil des Aluminiums beseitigt hat, nämlich den, in automatischen Werkzeugbänken nicht bearbeitbar zu sein. Fortschritte in der Forschung und technische Weiterentwicklung haben die Herstellung und Anwendbarkeit der sog Hartmetalle ermöglicht. Chrom-, Nickel-, Wolfram- usw. -Zusätze sind seit langem als Mittel zur StaWärtung bekannt. Werden nun diese und ähnlich^ Stoffe wie z. B. Osmium nicht geschmolzen, sondern pulverisiert, mit Kohlenstoff gemischt, gehärtet und bis dicht vor den Schmelzpunkt erhitzt (gesintert), gewinnt man Werkstoffe von Diamantenhärte. Kleine Plättchen hiervon machen Werkzeuge gegen Abnutzung und Abstumpfung unempfindlich. Maschinen mit entsprechender Ausrüstung können sehr viel rascher laufen und eine vielfach erhöhte Menge von Werkstücken Herstellen usw. Die Berylliumbronze verleiht dank kleiner Zusätze von Beryllium dem Kupfer eine große Härte und die Eigenschaft, ! bei Stoß und Schlag keine Funken zu bilden, was besonders für feuergefährdete Betriebe sehr wichtig ist. Neue Magnetlegierungen Hellen Nickel ersparen, ja, mit Hilfe des Ultraschalls können die magnett- schen Eigenschaften des Nickels verachtfacht werden, und es gibt sogar schon Magnetlegierungen von hoher Leistung ohne eine Spur von Nickel! Das gestattet z. B., In Zukunft Lichtmaschinen für Auto und Flugzeug, Telephongerät und Elektromotoren erheblich leichter als bis heute zu bauen. Auch hier ist bisher kaum mehr als ein erster Schritt in ein vorerst noch unübersehbares Gebiet hinein getan worden, und große Möglichkeiten tun sich auf. Es mag nur am Rande vermerkt werden, daß es keine Utopie mehr ist, Benzin aus Waffer und Luft zu gewinnen. Erst unlängst hat Professor Fischer, einer der Bahnbrecher auf dem Gebiet der Gewinnung künstlichen Benzins, betont, es sei durchaus möglich, Motorentteibstoffe synthetisch aus Kohlenwosserstoffoerbindungen dergestalt zu gewinnen, daß Wasserstoff aus Wasier und Kohlensäure bzw. Kohlenstoff aus der Luft abgespalten und miteinander zur Reaktion gebracht werden. Noch ist dieser Weg umständlich und kostspielig, aber das । Verfahren ist dem Prinzip nach auch in der Praxis durchzuführen. Also auch die Kohlenstoffchemie birgt noch ebenso große und gewichtige Ueberraschungen wie ihre jüngste Schwester, die Chemie und Industrie der plastischen Massen. FZ. MeAliim imM. Roman von Elisabeth Holt. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Gerda glaubte ihm aufs Wort. Aber etwas anderes glaubte sie nun nicht mehr, nämlich daß er, Gredler, der diskrete Empfehlungsschreiber an das Dermittlungsbüro gewesen war.' Wer um Gottes willen könnte es aber dann gewesen sein? Es fiel ihr niemand ein. Mit niedergeschlagenen Augen saß fie da und zeichnete nachdenklich Männchen auf ihren Dormerkblock. ,^urz und gut", erzählte Gredler eifrig weiter, „jetzt setzt Pola Himmel und Hölle in Bewegung, um denselben Pelz zu kriegen. Braune russische Zobel muß sie haben. Aber die Geschichte spießt sich irgendwo — entweder will Birinsky nicht so viel Geld hergeben oder aber Felle derselben Qualität sind nicht aufzutreiben. Jedenfalls trägt die Pa- choven immer ihren Zobel, wenn sie herkommt, und wirkt damit auf Pola wie das rote Tuch auf den Stier." Gerda zeichnete' noch immer--. „Sie kommt morgen abend--." Eine Stunde später flog die Sängerin ins Haus. Ihre Ankunft vollzog sich immer mit der Explosionskraft einer einschlagenden Granate. Erst hupte der Chauffeur auf der Straße wie verrückt, dann ging auch schon die Klingel los, und gleich darauf erfolgte der Knall der zuschlagenden Tür. „Was Neues?" rief Pola, durch dis Halle stürmend. „Besuche? Telephon? Post?" Fräulein Rosa lief atemlos neben ihr her und gab Bescheid. „Kammersänger Kornbeißer war dagewesen wegen der Partitur von ,9Jlanon‘ — auch Professor Brix. $r kommt abends noch einmal herüber. Post ist mcht gekommen." „Telephon? Wer hat angerufen?" verstand man iwd) in der Halle, aber Rosas Antwort wurde bereits von der zufallenden Tür verschluckt. Es blieb nicht lange still, die Tür wurde Ävieder geöffnet, und Fräulein Rosa verlangte nach Frau Maurer. Gerda warf ihren Bleistift bin und flog, immer jwei Stufen auf einmal nehmend, nach oben. . «Was. ist los?. Setzen Sie sich doch, ich möchte wegen morgen--- wer hat ancrerufen? So setzen Sie sich doch endlich?" sagte die Sängerin in einem Atem und ließ sich dabei von Rosa ein schönes Kleid nach der neuesten Mode über den Kopf ziehen. Gerda machte die Ecke eines geräumigen Lehnstuhls frei und erstattete Bericht über die Anrufe des Nachmittags. Es war heute nicht arg gewesen. Professor Brix, das Kostümatelier der Oper wegen der Anprobe, der Manager Leiermann wollte endlich den zweiten Teil des Konzertprogramms wissen --ob denn der immer noch nicht feststehe? „Leiermann soll mich in Rude lassen", verlangte Pola verdrießlich und sah heidnisch aus, wie sie dastand, in Unterkleidern mit ruinierter Frisur, aber noch immer mit Schmuck behängt wie ein Götzenbild. „Warum soll ich mich groß anstrengen mit dem Konzert? Ich habe jetzt keine Zeit für Leiermann. Das Uebliche werde ich singen. Brahms, Schumann und dann noch zwei Lieder von dem netten Amerikaner — wie heißt er? — Carter. Ja Al^ von Carter werde ich zwei Lieder fingen." Gerda stenographierte stumm. Morgen wird sie diese Vorschläge Gredler geben, damit er dann etwas Ausführbares daraus macht. „Man joll mich in Ruhe lassen?" Pola hotte den Mund verzoaen wie ein schmollendes Kind „Man soll mich endlich einmal in Ruhe lassen, mehr will ich nicht!" Ihre Sekretärin wartete gelassen und fuhr dann fort: „Eine Dame hat für morgen abend ihren Besuch angemeldet. Sie nannte nur ihren Vornamen — Alwine." Dann entstand eine kleine Paule. „Alwine — so!" sagte die Sängerin, und :hr Gesicht war ganz ausdruckslos „Seht denkt sie an den Zobel", ging es Gerda unwillkürlich durch den Sinn. „Vergessen Sie nicht, den Namen auf die Liste zu setzen", murmelte die Sängerin mit geschlossenem Mund und zog vor dem Spiegel den Schwung der Oberlippe nach. „Alwine von Pachoven. Es ist wegen der Tischkarten. Wieviel werden wir morgen sein?" Gerdas Bleistift fuhr die vollbeschriebene Seite entlang und sie sagte: „Vierzehn — vielleicht fünf» zehn." Sie sei sich nicht darüber klar, ob zum Beispiel Architekt Bürger und der Komponist Carter als eingeladen zu betrachten seien Pola nahm den Sttft von den Lippen fort und hielt ihn ein paar Sekunden lang starr in die Lust. „Eingeladen", sagte sie — „natürlich eingeladen' Warum fragen Sie danach')" „Weil man ihnen noch keine Einladungskarte geschickt hat", hätte Gerda antworten können, zog aber vor, den Mund zu halten. Das war noch schlüpfriger Boden für sie, merkte sie deutlich. „Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf", sagte die Luckner auch gereizt, „wer kommt also? Lesen Sie vor." Es waren jetzt sechzehn Gäste, und Pola meinte verdrießlich, daß man viel trinken würde, morgen abend „Haben Sie ein Abendkleid? Ich möchte gerne, daß Sie dabei sind Vielleicht brauche ich Sie." Gerda sagte, sie habe ein Kleid, nicht mehr ganz neu, aber nett. „Gott, wie mir diese fremden Leute zuwider sind, immer muß man aufpassen, damit sie nicht beleidigt sind", sagte Pola und ließ sich von Rosa Schuhe anziehen. Dann verlangte sie nach den Schlüsseln und bekam einen Schlüsselring ausgeliefert. „Sperren Sie auf, Rosa, Frau Maurer ist sicher neugierig." Rosa schloß einen kleinen Wandschrank auf, der wie ein Medizinkästchen harmlos neben dem Bett hing, und als die Tür offenstand, sah man, daß er gar nichts enthielt. Er war nur eine Attrappe und diente dazu, den Safe zu decken, der sich dahinter befand. Kreisrund, stählern und mit einem Kombinationsschloß versehen, schien er tief in der Mauer zu stecken, eine komplizierte, vertrauenerweckende Angelegenheit, trotz der kindischen Verkleidung nach außen. Pola begann sich ihres Schmuckes zu entledigen, Stück für Stück legte sie ab, hie Armbänder, die großen Perlenohrgehänge und die Halskette. „Lieben Sie Schmuck?" fragte sie und wog dabei ihre Perlen genießerisch in der hohlen Hand Sie hielt echten Schmuck nicht deshalb für wünschenswert, weil er eine Frau verschönte, sondern weil er in ihren Augen ein Maßstab für die Erfolge einer Frau war, sozusagen ihr persönlicher Schätzungswert. Gerdy lachte. „Ich weiß nicht, — ich habe nie welchen gehabt." Es klang ein wenig übermütig und ohne Bedauern. Es klopfte, und der Chauffeur Schütz meldete respektvoll, es seien soeben Blumen für die Frau Kammersängerin abgegeben worden. Rosa ging hinaus und holte sie. Es war nichts Besonderes, bloß ein Dutzend langstielige rote Rosen---keine Karte dabei, kein Brief. Sie waren wirklich nichts Auffallendes, diese Rosen. Baron Birinsky hatte gestern einen Fliederstock geschickt, der in seiner Ueppigkeit das Fenster verdunkelte. Aber Pola errötete leicht, nahm die Blumen zärtlich in den Arm, als wären sie schutzbedürftig. „Wie schön!" sagte sie mit einem Lächeln, das sie um zehn Jahre jünger machte. Gerda sah es, aber es ging ihr Gredlers Warnung durch den Sinn: nichts bemerken —. „Um wieder auf die Tischordnung zu kommen", --Pola gab die Rosen ihrer Jungfer — „Sie richten es eben ein, so gut es geht." Gerda stellte sich ihre Aufgabe vor und bekam Angst. Pola lachte. „Nicht so viel spekulieren: die Filmleute setzen Sie eben zu Professor Brix, und was den Architekten Bürger anbetrifft — wollen Sie den vielleicht in ihrer Nähe haben?" „O gerne", sagte Gerda in einem zu nichts verpflichtenden Tonfall. „Er ist ein sympathischer Mensch — aber er will mir die Garage durchaus nicht so bauen, wie ich gerne möchte." Gerda bemerkte, daß es vielleicht wirklich nicht so leicht ginge, eine unterirdische Garage unter das Haus zu schieben. „Unsinn! Ist der Mann immer so halsstarrig?" Gerda wich aus, sie wisse es nicht so genau, dazu kenne sie Paul zu wenig. „Er ist doch Ihr Detter?" „Nicht mein Vetter. Der Detter meines verstorbenen Mannes " Als Rosa mit Manikürekassette und Haarbürste erschien, machte sich Gerda unsichtbar. Sie ging über den mattbeleuchteten Korridor Im Wohnzimmer war der Lautsprecher angedreht. Ein Orchester spielte Derdi — Aida. — „Oh wäre ich erkoren — — —" eine junge, leuchtende Tenor- ftimme--„Dir deinen Thron bis zur Sonn' erhöh'n"---Wer sang da eigentlich? Gerda blieb oben an der Treppe stehen, horchte, und dabei fiel ihr plötzlich ein, daß jd gar niemand irrt Wohnzimmer fein konnte. Pola Luckner war irt ihrem Schlafzimmer — und Gredler längst weg — überhaupt, wer hatte den Lautsprecher eingeschaltetL ^Fortsetzung folgt) Das Studium an der Wwigs-WverW Gießen Mar&Mnifie. 29/30-‘ßatinäo/Atr 2/9. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Verdonkelungszett 3. Mai von 20.51 bis 5.48 Uhr. 4. Mai von 20.53 bis 5.46 Uhr. Fällen aber wird diese schöne Absicht auch verwirk- licht werden, zumal nach dem Sieg gute Bucher die Jugend unterrichten werden.. Inzwischen häitten sich die Zeitschriften zu Stapeln, werden der Hausfrau tur Last, verstauben und verfallen dann nutzlos in Kellern und Bödsn, um schließlich doch vernichtet zu werden. Heraus also mit all den Pavierstapeln! Die Jugend wartet schon darauf. Kein Stück Papier, auch nicht das kleinste, darf umkommen. Die Bedeutung dieser Sammlung rei-gt die Tatsache, daß zwei im Jahre 1940 im Kreis Groß - Frankfurt durchgeführte Aktionen allein 487 117 Kilogramm Altpanier erbrachten. Diese Ergebnisse werden bei regelmäßiger und zielbewußter Sammlung noch um ein Vielfaches erhöht werden. Jede Familie aber, die sich willig und restlos für die Erfassung des Altpapiers einsetzt, hilft wert- vollsten Rohstoff gewinnen und erhält sich selbst die Stätte gesunder Erholung und Entspannung — den Das Verkchrsamt der Stadt Gießen hat soeben ein« Broschüre unter dem Titel „Das Studium an der Ludwigs-Universität Gießen" herausgegeben, deren Zweck und Aufgabe von dem Verkehrsamt in der Einleitung mit folgenden Sätzen umrissen wird: „Dor und nach der Reifeprüfung, im Arbeitsdienst und während des Wehrdienstes beschäftigen die ernsten Entscheidungen der Berufswahl die Jugend. Ist dann ein Studium gewählt, so tauchen neue Fragen über Vorbedingungen. Studienaufbau, Prüfungen, Arbeitsgebiete der Berufe ufw. auf. Darauf zu antworten, will das vorliegende Heft mithefen, indem es eine Einführung in die verschiedensten Studien bringt, die an der LudwigS'Universität studiert werden können. Auch die Studenten, die einen Wechsel der Hochschule beabsichtigen, werden sich gerne im Gießener Studienheft unterrichten." Die Aufsätze behandeln dann, in der Reihenfolge der Broschüre hier zitiert, folgende Themata: Anleitung 3'trm Studium der Theologie. Das Studium der Rechtswissenschaft. Das Studium der Medizin. Das Studium der Veterinär-Medizin. Beratung für Studierende der Philosophischen Fakultät, Abt. I. Das Studium der Philosophie. Das Studium der Pädagogik und Psychologie. Das indogermanische Seminar. Das Studium der Runenkunde. Die klassische Philologie. Zum Studium der deutschen Philologie. Das Studium der englischen Philologie. Romanische Philologie. Das Studium der Geschichte. Das Studium der Archäologie. Das Studium der Kunstgeschichte. Das Studium der Musikwissenschaft. Die Lehramtsprüfung. Mathematik. Das Studium der Physik. Das StÄnum der Ehemie. Das Studium der Geologie. Das Studium der Botanik. Das. Studium der Zoologie. Das Studium.der Erdkunde. Das wirtschaftswissenschaftliche Studium. Das Studium der Landwirtschaft. Der Sport und das Studium der Leibesübungen. Schule zur Ausbildung Technischer Assistentinnen. Oraanisation der Studentenführung. Studentenwerk Gießen. Vorschriften über Immatrikulation. Gebühren und Unterrichtsgeli^r. Finanzielle Erleichterungen des Studiums. Das Titelblatt des Heftes zeigt ein ganzseitiges von der Eingangshalle des Universitätsgebäudes mit dem Durchblick zur großen Aula und zu den Treppenaufgängen mit der Galerie der Wiedergaben klassischer griechischer Bildhauerkunst. verfahren ergehen demnächst. * ** Eine Achtzigjährige. Am kommenden Montag. 5. Mai, vollendet Frau HeleneFischer, geb. Rühl, Maigasse 13, früher lange Sabre Reuen Bäue 9 wohnhaft, in bester Frische und Gesundheit ihr 80. Lebensjahr. Die Jubilarin hat früher viele Jahre lang die Märkte in Gießen und Umgegend besucht und dort Wollwaren und Zuckerwaren feil- gehalten. Dadurch ist sie in weiten Bevölkerungskreisen bekannt geworden. Sie ist Trägerin des goldenen Mutts^-Ehrenkreuzes. Der Jubilarin gelten untere herzlichen Wünsche zu ihrem Geburtstage und für einen schonen Lebensabend. Amtsgericht Gießen. Wegen falscher Anschuldigung hatte sich der F. H., der sich zur Zeit in Elberfeld aufhält, zu verantworten. Er wurde beschuldigt, im Juni vorigen Jahres einen Einwohner von Gießen des Mordversuches vorsätzlich oder fahrlässig beschuldigt zu hoben. Rach den Behauptungen des Angeklagten soll der fragliche Gießener Einwohner von seinem privaten Schießstand aus hinter einem Landhaus bei Allertshausen, im Jagdrevier des Vaters des Angeklagten, als er sich auf dem Ansitz befand, auf ihn geschossen haben. Gegen diese Anschuldigung wehrte sich der Gießener Einwohner mit einem Strafantrag gegen den F. H. Das Gericht Der- urteilte den Angeklagten wegen leichtfertiger falscher Anschuldigung zu 300 RM. Geldstrafe, wobei es die seitherige Unbescholtenheit des Angeklagten strafmildernd berücksichtigte. Helft der Lugend Kapier sammeln! Unser Gau soll nicht zurückstehen! nach jeder Richtung geöffnet. Vom Frühjahr bis in den November 1909 wurde mit aller Kraft an dem Bau der Straßenbahn gearbeitet. Zwei Linien wurden gebaut: Bahnhof— Bahnhofstraße — Marktplatz — Grünberger Straße (Kaiserallee), bzw. Babnhvf—Seltersweg—Marktplatz— Marburger Straße. Am 20. November 1909 mar es dann so weit, daß das neue Verkehrsmittel in Betrieb genommen werden konnte. Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten und die Stadtverordneten sowie die Gälte der Stadt mochten zur Er- öffn-ung des Bahnbetriebs vom Bürgermeisterei- ge-bäude aus mit den neuen Straßenbahnwagen eine Fahrt über den Markt nach dem Fried-Hos am Rodtb^rg, von dort über den Seltersweg zum Bahnbo-f und dann durch die Bahnhofstraße bis zum Schützenhaus, um sich von hie^ aus zürn gemeinsamen Mittagessen nach der Liebiasböhe zu begeben. Dort schloß sich dann ein Volksfest mit Bierkonzert bis in den Abend hinein an. Im „Gießener Anzeiger" N^ff74 vom Montag. 22. November 1909, ist darüber zu lesen, durch die Eröffnung der Straßenbahn habe das Stadtbild entschieden gewonnen. Weiter heißt es dann u. a. in dem Bericht: ,/Die Teilnahme der Bevölkerung war außergewöhnlich groß, und wenn der Betrieb zeitweise ein wenig stockte, so waren eben nur diese Ausnahmetage mit übergroßen Anforderungen schuld. Jeder wollte einmal eine Fahrt mitmachen, und die sich zusammenrottenden Fußgänger blickten schmunzelnd nach. Das vermehrte Straßengeräuch n'mmt man gern und freudig mit in Kauf, und vielleicht muffen für die ersten Tage die Glockenzeichen der Wagenführer öfter und rascher aufehranberfolgen, um das Publikum zur Vorsicht zu gewöhnen und Unfällen vorzubeugen. Auf die beiden ersten Tage des neuen Betriebes dürfen wir mit Zufriedenheit zurückblicken ...Es wird an dem frohen Tag wohl niemand in der Stadt gegeben haben, der sich über die neue städtische Errunaenschaft nicht herzlich gefreut hätte ..Am Eröffnungstag, dem Samstag, beförderte die Straßenbahn 1475 zahlende Personen, von denen 355 Zahlmarken abgaben. Am darauffolgenden Sonntag belief sich die Zahl der beförderten Personen auf 9355. von denen 1954 Zahlmarken abgegeben hatten Die Beamten der Straßenbahn gaben der Ansicht Ausdruck, daß am Sonntag, wo absichtlich keine Kontrolle ausgeübt wurde, mindestens 4000 bis 5000 Menschen die Straßenbahn ohne Bezahlung benutzt hatten. Don den Zahlmarken — dis Straßenbahnwagen hatten damals noch die Einrichtung der Zahlkästen, m die jeder Fahrgast zu Beginn der Fahrt seine Zahlmarke oder seinen Zehner selbst einwerfen mußte —> von denen die Verwaltung 15 000 Stück beschafft mar zu gegebener Zeit jedermann und auch der ärgste Spötter froh, ihn benutzen zu können. Em guter Teil des Spottes wurde ihm übrigens zu Unrecht zur Last gelegt, denn für die schlechten -Straßen und die anderen widrigen Umstande, die eine Fahrt in ihm zeitweise zu einer Tortur machten waren andere Einrichtungen und Verhattmlie verantwortlich." In den 14 Jahren war das Genossenschaftsvermögen sehr zusammengeschmolzen, und die Wagen waren hauptsächlich durch den schlechten Zustand der Straßen außerordentlich schlecht geworden. Deshalb wurde beschlossen, den Betrieb der Omnibuslinien am 1. Oktober 1909 einzustellen. Hauptsächlich durch diesen Beschluß wurde die Frage der -Erbauung einer elektrischen Straßenbahn in Gießen in rascheren Fluß gebracht. Am Mittwoch, 17. November 1909, abends 10 Uhr, fuhr der letzte Omnibus unter den Klängen des Liedes .Muß i denn, muß i denn zum Städtte hinaus" vom Bahnhof ab, und damit gehörte der Gießener Pferdeomnibus der Geschichte unserer Stadt an. Der letzte große Omnibus wurde nach der Einstellung des Betriebs an das Gut Neuhof bei Leihgestern verkauft, während der letzte kleine Omnibus- magen von dem Nachbarstädtchen Gladenbach erworben und noch längere Zeit zum Omnibusdienst zwischen Bahnhof und Stadt Gladenbach benutzt wurde. Fünf Omnibus-Veteranen leben heute noch in unserer Mitte; es sind die später auch noch bei der Straßenbahn diensttuenden Herren Peter Beyer, Heinrich Becker, Wilhelm Völpel, Heinrich Völpel und Christoph S t e i h , die jetzt zum Teil im Ruhestand leben oder in anderer Stellung sind. Mancherlei Interessantes kann man tron dreien Veteranen über den Omnibusbetrieb hören. Z. B. erzählen sie. daß die Omnibusse in ihrem Verkehrs- plan hauptsächlich auf die Antunfts- und Abfahrts- zeit-en der Zuge ausgerichtet waren Die Inan- spruchnahme der Wagen war stark; der große Omnibus war meist mit etwa 40 Personen, die kleinen Wagen mit 20 bis 30 Personen besetzt. Dazu kam noch das Gepäck, so daß die beiden oder gelegentlich auch drei Pferde allerlei über das holperige Pflaster' .zu ziehen hatten. Die Omnibusse waren gelegentlich auch Gegenstand von Studentenstreichen, denn manchmal, wenn der Omnibuskutscher beim Frühstück in der nahegelegenen Gaststätte saß. schwangen sich ein ober zwei Studenten kurzerhand aus den Kuttchbock und rumroeiten mit dem Omnibus davon. Der Kuttcher mußte bann im Laufschritt binterfjerWen, um wieder zu feinem- rechtmäßigen Sitz und Gefährt zu kommen; für die Studiker gab ea natürlich einen Denkzettel in Form eines Strafmandats. Der Omnibus diente auch einmal einem Manne aus Berlin, der feine Frau hier zum Besuch erwartete, als Mittel zu einem kleinen Schabernack. Der Mann gab dem Kullcher ein Trinkgeld von 20 Mark mit der Auflage, die holde Gattin aus Berlin bei ihrer Omnibusfahrt durch In den nächsten Tagen wird eine der Obuslinien den Verkehrsdienst in Gietzen aufnehmen. Die Straßenbahnstrecke Marktplatz—Schützenhaus wird von diesem Zeitpunkt ab stillgelegt werden, nachdem die Streife Marktplatz —Seltersweg—Bahnhof schon vor 14 Tagen eingestellt worden ifl. Dieser Wandel der Dinge weckt interessante Erinnerungen an die Entwicklung der öffentlichen Verkehrsmittel in Gießen. Im Winter 1894/95 war in Gießen der Gedanke aufgetaucht, ein regelmäßiges und billiges Verkehrs- mittel nach und von der Bahn zu schaffen. Der Gedanke fand An-klang, und im Februar 1895 nahm eine Kommission die Beschaffung der Geldmrtt^ für einen Omnibusbetrieb in Angriff. Schon nach 14 Tagen waren 5000 Mark zusammengebracht, mit denen jedoch nicht allzuviel angefangen werden konnte. Das Kapital wurde dann auf 15 000 Mark erhöht, und am 1. August 1895 trat die Genossenschaft mit 92 Mitgliedern und 160 Anteilen ins Loben. Dor 46 Jahren also begann der Pferdeomnibus durch die Straßen von Gießen zu rumpeln. Zunächst wurde der Betrieb mit drei Wagen aufgenommen, die man gebraucht in Bernburg gekauft hatte, und damit eine Linie vom Bahnhof über den Seltersweg bis zur Marburger Straße- Ecke Wiesecker Weg eingerichtet, wo sich das Devot des Unternehmens befand. In den folgenden Monaten traten 62 weitere Genossen mit 80 Ant-ellen hinzu, die zumeist im Bahnhofsviertel wohnten. Deren Wünschen Rechnung tragend, wurde eme weite Omnibuslinie vom Bahnhof durch die Bahn- hofttraße zur ©rünberger Straße — der heutigen Kaiser alle e, die im Aprsi 1907 anläßlich des Besuchs des früheren Kaisers Wilhelm II. den Namen ..Kaiserallee" erhielt — mit dem Endpunkt vor der Metzgerei Boß in der Nähe der Ecke Moltkestraße eingerichtet. Zwei wettere Linien zum Sckiffenberg /bis zum Waldanfang am Schiffenber-ger Weg) und nach Wieseck vervollständigten bann das Betri ebs- \ netz. Am Ende des ersten Geschästsiahres 1895 waren neun Wagen vorhanden. Zu dieser Zeit standen 18 Pferde im Dienst des Betriebs. Mit dielen .Jbafcrmotoren" wurden im ersten Betriebsjahre 286 394 Personen befördert. Die Einnahmen beliefen sich durchlchnittlich täglich auf 57,42 Mark. Da die Betriebsausgaben aber hoher waren, ergab sich tätlich ein Verlust von 580 Mark. Der Vorstand der Genossenschaft beschäftigte sich daher mit br-m Gebauten, ben Fahrpreis von 10 Pf. auf 15 Ps. zu erhöhen, er sah jedoch davon ab, nachdem sich bi? Stadt bereit erklärt hatte, de-m Unternehmen jährlich 3000 Mark Zuschuß zu gewähren. So wurde denn der Betrieb mährend 14 Jahren durchgehalten. „Solange der Omnibusbetrieb vorhanden war" — wie im ..Gießener Anzeiger" Nr. 273 vom 20. November 1909 zu lesen llt — „mußte er manchen Spott über sich ergehen lassen, und doch die Bahnhofstraße in Gießen mit peinlicher Gewiß senhafttgkeit durch die vielen tiefen Locher der Straße zu fahren, was der Kutscher in Anbetracht des „Goldfuchses" gründlich besorgte. * Im Sommer 1908 tauchte der Gedanke auf, den Omnibusbetrieb durch eine eiet tr i f d) e Stra• ße nbahn zu ersetzen. Der Vorschlag fand An- klang, besonders auch bei den Mitgliedern der damaligen Stadtverordnetenversammlung. Nachdem sich die städtische Derkehrskommission im Mai und dann die Finanzkommission der Stadtverordnetenversammlung im Juni 1908 für diese Einrichtung ausgesprochen hatten, legte der damalige Oberbürgermeister Mecum der Stadtoervrdnetenoer- sammlung am 25. Juni 1908 eine entsprechende Dor- läge vor, die der grundsätzlichen Beschlußfassung galt und einen Gesamtkostenaufwand von 540 000 Dkark nannte. Die Vorlage sah die Einrichtung zweier Linien, und zwar Bahnhof—Marktplatz-- Schützenhaus bzw. Bahnhof—^Seltersweg—Markt- platz—Friedhof mit 7^-Minutenbetrieb vor. Ber den Stadtverordneten fand die Vorlage eine gute Aufnahme, wobei besonders die Notwendigkeit be- tont wurde, die Stadt mtt ihren damals 31000 Einwohnern mit einem zeitgemäßen Verkehrsmittel zu versehen. Die Aussprache endete mit dem Be- schluß, bie Straßenbahn zu bauen und sogleich bte beiden vor geschlagener Linien einzurichten. Damit war im Grundsatz die Entscheidung f ü r bas neue Derkchrsmtttel gefallen. Die folgenden Monate waren ausgefüllt mit den Maßnahmen zur Verwirklichung des Beschlusses. In ben Erörterungen spielte von Anfang an ber Gebanke eine Rolle, den Betrieb der Straßenbahn zunächsi wenigstens für einige Jahre an die mtt dem Bau beauftragte Fivma zu verpachten, um ber Stadt das Anfangsrisiko zu ersparen, ihr aber eine von ber Betriebsfirma zu zahlende Jahrespacht als feite Einnahme zu sichern. Um ben Bau entstaub ein scharfer Wett- bewerb zwischen ben Siemens-Sckuckert-Werken unb ber Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft (AEG.) Berlin. Am 11. Februar 1909 würbe von ber Stabt- verorbnetenversammlung bie Bauvorlage beschlossen mit ber Maßgabe, daß die Stadt selbst die Gleisanlagen ausführen, die Oderleituna aber sowie die Motorwagen von den Siemens-Schuckert-Werken geliefert werden sollten. Für das Gelamtobjekt wurde ein Kredit von 600 000 Mark zur Verfügung gestellt. Eine Dsrpachtuna der Straßenbahn wurde abgelehnt, baaegen bie Uebemahme bes Betriebs in städtische Regie einstimmig gutgeheißen. Nunmehr waren die Wege für den Straße-nbahnban Linst mit „Hafenuolor" und Moll - jetzt mit Obus in Gießen Erinnerungen an die Entwicklung der Gießener Verkehrsmittel. mauerdurchbrüchen auf die Mieter bis zu einem bestimmten Prozentsatz ber Jahresmiete anteilsmäßig umzulegen. Desgleichen konnten Mietminde- rungsbeträqe auf bie Gesamtheit der Mieter umgelegt werden, bie sich daraus ergeben, baß ein Mieter feine gewerblichen ober Wohnräume für Luftschutzraumzwecke zur Verfügung stellen muß. Schließlich konnten auch bie Betriebskosten für bie Heizung und unter bestimmten Umständen auch für die Beleuchtung umgelegt werden. Alle diese Umlagemöglichkeiten sind durch einen neuen Erlaß des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers ber Luftwaffe mit Rückwirkung vom 1. Oktooer 1940 aufgehoben worden. An die Stelle des Umlagerechts tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1940 ein Erstattungsanspruch des Hauseigentümers gegen das Deutsche Reich. Der Erstattungsanspruch erstreckt sich auch auf bie Beträge, bie bie Eigentümer im Rahmen der Richtlinien selbst tragen müßten. Die näheren Vorschriften über bas Erstottungs- Seitdem Großdeutschlanbs sieggewohnte Truppen den Marsch neuer, unvorstellbarer Leistungen unb Erkol-ge angetreten haben, wird ber gute Freund aufgeschlossener Volksgenossen, die tägliche Zeitung, ungeduldiger und brennender denn ie erwartet. Jeder möchte die Einzelheiten großer Ereignisse, die der Rundfunk verkündete, kennen lernen, möchte in den PK-Berichten den Siegesflug der kämpfenden Kameraden verfolgen. Wer aber feine Zeitung nach her Lettüre achtlos weawirft ober gar in ben Dien steckt, schäbigt die deutsche Kriegswirtschaft und übt Vorrat an ben Kameraden der Front. Jede gelesene Zeitung gehört, sofern sie nicht an die Front abgeht, an einen bestimmten Sammelplatz, wo sie regelmäßig durch die Schuljugend abgeholt wird, um erneut der Wirtschaft zugeführt zu werden. Diele Väter und Mütter iamrneln die bebilderten Zeitschriften, damit ihre Kinder später einmal aus Ihren Seiten und Bildreiben bie Größe beutschen _ v , Freihettskampfes ersehen sollen. In den seltensten schönen deutschen Wald. Gruneke. DuhnenbiL: Karl Löftler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Außer Miete. Dienstag, 6. Mai: „Hans Helling", Oper von Heinrich Marfchner. Z0. Dienstag-Miete. Mittwoch, 7. Mai: „Clavigo". Trauerspiel von Goethe. 29. Mittwoch-Miete. . Freitag, 9. Mai: „Hans Helling", Oper von Hem- rid) Marschner. 29. Freitag-Miete. Sonntag 11. Mai: Zum letztenmal: „Die ungarische Hochzeit", Operette von Nico Dostal. Außer Miete! 1 VS'SMklllWfl M W öntfl 3tenöe Achtung! Briefmarkensammler! Am Sonntag, dem 4. Mal 1941, vormittags 10 Uhr, finbet im „Württemberger Hof" eine Zusammenkunft aller KöF-Briefmarkenfammler statt. Pg. Jaenicke von ber Gaubienststelle wird grundsätzliche Ausführungen über das Tauschverfahren und ben Neuheitenbezug geben. 2052V Gäste sind willkommen. Maisingen. Gfs. Die Kindergruppe der NS.-Frauenschaft Gießen-Süd hat am 1. Mai ben Kreisleiter mit fröhlichem Singen überrascht. Schon um halb neun Uhr morgens trat die Gruppe, festlich mit Blumen und Kränzchen geschmückt, an und freute sich sehr auf bie Überraschung. Hell klangen die kindlichen Stimmen. „Wir sind die Kleinsten im Adolf-Hitler- Reoiment" war bas erste Lied. Manch ftöhliches Frühlingslied folgte. Groß war die Freude des Kreisleiters über bie kleine Gesellschaft, und sehr stolz waren bie Kinder über ihre Leistung. Beschenkt mit Plätzchen zoa bie muntere Schar glückstrahlend nach Hause. Wie vergnügt werben die Kinder erst fein, wenn sie nun einmal zum Zoo nach Frankfurt fahren dürfen? Freilich, alles hn Leben muß man sich erst verdienen, so dürfen zu diesen Festtagen auch nur die Kinder kommen, die auch sonst treu ihren Dienst tun. Keine Umlagen mehr für Lustsckmtzräume. In den Richtlinien bes Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe über Art und Umfang des Beitraoens bei der Ausführung von behelfsmäßigen Luftschutzräumen unb von Branb- mauerburchbrüchen war das Reckt des Hauseigentümers niedergelegt, die nach Ausschöpfung aller Selbsthilfemaßnahmen ber Luftschutzgemeinschaft noch entstehenden Kosten für bie Herrichtung von Luftschutzräumen und bie Ausführung von Brand- MONDAMIN Darin noch den Soft oder da» Fcnchtsieisch mehrerer Apfelsinen oder Zitronen hinzu (nachdem die Speise gekocht ist), so bietet sie ihren Lindern eine wirklich gesnnde Lost mtt einem reichen Vrhrit an 4B#«rinG Die HanSfran und Mutter von heute bemüht sich, nicht nur abwechslungsreich, sondern auch gesund zu kochen. Sie benutzt deshalb gern di- Gelegenheit, ihren Lindern setzt im Frühjahr solche Speisen auf- zntischen, die auch vitaminreich sind, also sütze Milchspeisen mit vpftst Pnen-, Zitronensäften usw. Für die Zubereitung dieser Mllchspelsen verwendet die HauSftM mtt Borliebe daS zarte, reine, blütenweitze Mondamin. Mondamin ist ein reine» Kohlehydrat und deshalb besonder» leicht verdauliche Mtoett sri) schmackhaft. Gibt sie bei diesen Milchspeisen «S Mane • drir ha. Än. r ba. ’ und Wen« iWwia Ober, fnoer. -Dor. ti'MM 40 000 chkma Olarkt. '- Bei 1 gute sit bt. 31000 Wei m tze. ich die Damit 5 neue Ronate r Der. NIMM Qt, ben ns für iftraflte tfan^s« ckiebs. wohin« r Wett. Wetten MT.) r Stabt» fchloslea i Gleis» wie hie Wetten itiobjett rfügimfl i mürbe Betriebs l. Nm» bahnixm «vif. ber "»cht 9 roirrbe nhn «- chnho'- Strafe ’ -Mnttt» ;j ber 1909 mittel in ■ ermeifter i toerorb. • M Er« , n^terei* fmwen dhof am e L Nlwem» iröffmmg lieben qe» dem Be« ar außer» uitmerfe iefe Au?» i en schuld, ii, und dir n schmun» lch TT:nrmt ) vielleicht eichen der verfolgen, ihnen um •ften W Nebenbei Xoa wohl r sich Der senlich 6amM fbe Petto» t Am dar» chl ber b* 1954 Zahl' der 6fr» daß 2 e °u^ rntöen alten-® ? raen 6®" *«-12 feine S^1 1/U» 10» V u<* hatte, war an jenem Sonntagmittog kein Stück mehr vorhanden gewesen. Besonders mteressant ist noch, daß die erste Geldeinnahme der Elektrischen Straßenbahn, ein lO-Pf.-Stück, von Oberbürgermeister Mecum dem Museum des Ober» hessischen Gesckichtsvereins als Andenken übergeben wurde, roofür der damalige Museumsdirektor Kramer in einem Schreiben vom 23. November 1909 ben herzlichen Dank des Museums aussprach. Nach dem' Kriege 1914/18 kamen auch für die Straßenbahn, die immer ein Zuschußbetrieb der Stadt war, schwierige Zeiten. 3m 3ahre 1919 wurde der Betrieb w:gen Kohlenknappheit für einige Zeit taaeweise und einmal sogar auf drei Wochen eingestellt. Unter der Einwirkung der Inflation mit ihren schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, den Straßen- bahnbetrieb vom 27. Oktober 1923 bis zum 30. Juni 1924 völlig stillzuleaen. Vom 1. Juli 1924 ab wurde der Betrieb zunächst auf der Bahnhofstraßen-Linie wieder ausgenommen. Eine erneute Stillegung machte sich für die Zeit vom 2. Januar 1931 bis »um 29. November 1932 erforderlich. Von da ad lief der Verkehr wieder auf Leiden Strecken normal. Das Jahr 1932 wurde au einem besonderen Markstein in der Geschichte der Straßenbahn, denn im Sommer jenes Jahres kam die Fraae des Straßen- bahnbaues nach Wiefeck, die früher schon einmal erörtert woren war, erneut in Fluß Im Spätsommer 1932 wurde mit dem Erweiterungsbau vom Wie- seckerweg nach Wieseck begonnen. Am 22. Dezember 1932 konnte die erweiterte Straßenbahnlinie Gießen—Wieseck dem Verkehr übergeben werden, die sich dann im Laufe der Jahre au einer besonders wirtschaftlichen Strecke entwickelte. Nun steht die Straßenbahn vor der endgültigen Stillegung der Hälfte ihre Betriebes, der sog. roten Linie. ♦ Das neue Verkehrsmittel unserer Stadt ist der Obus (Oberleitungsomnibus). Wie die Straßenbahn, hat auch er die Elektrizität als Antriebskraft. Gegenüber der guten alten „Elektrischen" bietet er jedoch vielfache Vorzüge. Darüber haben wir im „Gießener Anzeiger" Nr. 96 vom 23. April 1941 bereits näher berichtet. In diesen Tagen fahren die neuen Wagen schon durch unsere Straßen, allerdings sind es zunächst noch Ausbildungsfahrten für die Männer, die zur Lenkung der großen Fahrzeuge eingesetzt werden. Diese Ausbildungsfahrten werden jedoch in etlichen Tagen beendet sein, und dann werden wir die neuzeitlichen Fahrzeuge hoffenllich bei allen Fahrten vollbesetzt im Dienste des Verkehrs sehen. \ B- Glehener Dochenmarklprelse. \ Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A-Ware Für 8-Ware oder abfallende Wart sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger • Gießen. 3. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stuck 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 46, Weißkraut, % kg 10, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 18, Spargel 60 Rpf. bis 1,20 RM., Unterkohlrabi 6 Rpf., Meerrettich 50 bis 70, Rhabarber 16 bis 20, Aepfel 45, Lauch 24, Sellerie 21, Salatgurken 70, Salat, das Stück 15 bis 35 Rpf. Wer-Ägend in der Freiwilligen Feuerwehr. Erster Hitler-Zugend-Feuerwehrlehrgang an der Landesfeuerwehrschule Hessen in Ma.nz-Kastel. Die Hiller-Jugend bietet der Jugend die Möglichkeit, sich auf allen Gebieten grundlegende Kenntnisse zu erwerben. Bekannt sind die Motor-HI., die Marine-HI., die Flieger- und Nachrichten-HI. Eine Feuerwehr-HI. kennen wir nicht. Nach einer Vereinbarung zwischen dem Reichsführer ff und dem Reichsjugendführer stellt die Hitler-Jugend Ersatzkräfte für die Freiwilligen Feuerwehren. So ist der Jugend Gelegenheit gegeben, sich auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens zu betätigen. Entweder bildet sie eine geschlossene Feuerwehrschar oder die Jungen haben, in der Wehr verteilt, die Lücken der durch die Wehrmacht einberufenen Feuerwehrmänner gefüllt. In der Woche vom 20. bis 26. April fand der erste Hitler-Jugend-Feuerwehrlehrgang für das Land Hessen an der Landesfeuerwehrschule in Mainz- Kastel statt. 39 Hitlerjungen aus dem Lande Hessen haben an dem Lehrgang teilaenommen. Mit Freude und Begeisterung waren sie dabei, galt es doch, sich die Kenntnisse anzueignen, die ein Feuerwehrmann haben muß, um der großen Aufgabe, die an ihn besonders in ber Kriegszeit gestellt wird, gewachsen zu fein. Der achttägige Lehrgang, bei freier Verpflegung und Unterkunft — auch der Verdienstausfall wird vergütet —, soll ben Hitlerjungen soweit ausbilben, baß er sich im Kampf gegen bis Elemente einsetzen tarnt. Der Lehrplan ist sehr reichhaltig unb umfaßt neben bem praktischen Teil, wie Gerätedienst, Einsatzübungen unb Fußbienst ben theoretischen Teil. So wirb an ber Schule gelehrt: Feuerlöschtaktik, Verhalten ber Baustoffe im Feuer, Baukonstruktionen, Löschwasserversorgung unb Gerätetechnik. Zu ber Prüfung, die am Samstag von 8.30 bis 12 Uhr währte, waren Vertreter ber Landesregierung. Abt. II, des Amtes für Freiwillige Feuerwehren, Berlin, der Hitler-^ugend-Gebietsführung, bh* Polizeipräsibenten Mainz unb Darmstadt und andere mehr erschienen. Es war eine Freude, zu sehen, wie die Jungens das ihnen in den letzten acht Tagen gebrachte Stoffgebiet beherrschten. Der Jüngste von ihnen, ein Hitlerjunge aus bem Landkreis Erbach, hatte derart gute Leistungen erzielt, baß ihm burch ben Vertreter des Amtes für Freiwillige Feuerwehren bas erste Hitler-Jugenb-Feuer- wehrabzeichen überreicht würbe. Voller Stolz werben bie Hitlerjungen Leistungen vollbringen, um ebenbürtig bem Kameraben an ber Front zu fein. In diesem totalen Kriege stehen auch sie mit ben alten Feuerwehrmännern zusammen, nunmehr ein Gllß, an ber Front zur Erhaltung beutschen Dolksvermögens, zur Rettung von Mensch unb Vieh unb zum Schutz ber beutschen Heimat. ** Wochenschau-Sonbervorstellun- g e n, in benen ber Siegeszug unserer Wehrmacht im Sübosten gezeigt wirb, finben am morgigen Sonntagvormittag unb am Montagnachmittag im Gloria-Palast statt. Karl Linck in Schotten f. • Schotten. 3. Mai. Am gestrigen 2. Mai ist im Alter von 79 Jahren ber hier im Ruhestand lebende Lehrer und DHC.-Veteran Karl Linck verstorben. Mit bem Tobe bieses Mannes hat ein Stück vielseitigen Wirkens für den Vogelsberg und feine Bevölkerung seinen Abschluß gefunben Karl Linck stammte aus Crumbach (Kreis Biebenkopf), wo er am 18. April 1862 geboren war. In Butzbach, wohin seine Mutter nach dem Tode ihres Mannes mit ihren Kinbern verzogen war. besuchte er bie Dolksschille, spater bie Höhere Bürgerschule. Dann trat er in bas Lehrerseminar in Friedberg ein, bas er 1882-nach dem Examen verließ. Nach kurzer Lehrtätigkeit in Bab-Nauheim kam er nach Rudingshain bei Schotten,«wo er 44% Jahre lang als Lehrer außerorbentlich segensreich wirkte. In jener Zeit war er mitbeteiligt an ber Grünbung ber Vogelsberger Dolksbank (1906) unb ber Molkerei-Genossenschaft Hoherobskopf in Schotten, beten Direktorposten er lange Jahre neben seinem Schulamt betleibete. lieber 42 Jahre lang leitete er ben früheren Kreis- und Bezirkslehrerverein. Ganz befonbers oerbient machte er sich um die Jbeale des Vogelsberger Höhen-Elubs unb um bie Schaffung ber Clubhäuser auf dem Hoherobskopf, bes Bismarckturms, bes Denkmals auf der Herchenhainer Höhe unb die Einführung des Skisports im Vogelsberg. Lange Jahre leitete er bie DHC.-Zeitschrift „Frisch Auf" in hervor- ragenber Weise. » Sein vorbildliches ehrenamtliches Wirken fanb vielfache wohlverbiente Ehrungen unb Anerkennungen. Seit Oktober 1928, nach feinem Uebertritt in ben Ruhestanb, wohnte er in Schotten, wo er sich bis in bie letzten Tage feines Lebens hinein noch fsir alle Dinge bes öffentlichen Lebens unb ins- befonbere für bie Ereignisse unserer großen Zeit stark interessierte. Das Anbeuten an biefen vielfach bewährten Freund unb Förberer bes Vogelsbergs unb seiner Menschen wirb dankbar fortleben. Acht Stunden Gegelflug. Lpd. Hirzenhain, 2.Mai. Einige bemerkenswerte Flugleistungen würben jüngst wieber im Hirzenhainer Seaelfliegerlager erzielt. So absolvierte ber Fluglehrer vom Sturm 10/75 Baumann aus Herborn am Hirzenhainer Hang einen Dauerflug von 5 Stunben. Diese Leistung würbe noch übertroffen durch bie bes Flugschülers Schupp (Herborn), ber sich im Rahmen eines Sonderlehrgangs etwa ach t Stunden mit einem Segelflugzeug in der Lust hielt. Briefkasten der Uedaktton. Stammtisch „Fraukfurler Hof", Gießen. Die fraglichen Besuchsdaten finb: 1. Mai 1906. — 25. April 1907. — 23. April 1913. G A.-Gpori. Die Bezirksklasse am Sonntag. Arn morgigen Sonntag findet in ber Bezirks« klasse nur das Spiel 1900 gegen Wetzlar 05 statt. Bei desern Spiel müssen die Wetzlarer nur einen Punkt gewinnen, um Meister zu fein. Diese Aufgabe werden sie lösen können. Das Spiel Burgsolms gegen Marburg wurde abgesetzt, da die Marburger zu einem Städtespiel an. treten. 1900 — 05 Wetzlar. Zum Abschluß der diesjährigen Meisterschaftsspiele empfangen bie Blau-Weißen ben Sportverein 05 Wetzlar. Obwohl bie Wetzlarer io gut wie als Meister anzusehen sind, dürste das Spiel nicht weniger von Interesse sein, als wenn diese Frag« noch offen wäre. Die Wetzlarer haben bis jetzt nämlich nur fünf Minuspunkte: vier davon gingen auf fremden Plätzen verloren, der fünfte wurde ausgerechnet von ben Blau-Weißen aus Wetzlar entführt. Und bas zu einer Zeit, als der Sportverein gerabe eine mehr als friedensmäßig besetzte Elf zur Stelle hatte. Morgen ist dies nicht ganz der Fall, doch mit dem Stamm Koob Meinhardt, Hahn, Blech, Zampedri, Diddlapp, Möbs, Rodhe usw. ist bie Besetzung nicht viel schlechter. Für bie Blau-Weißen bebarf es {ebenfalls aller Anstrengungen, um eine einigermaßen gleichstarke Mannschaft zu stellen, wenn das Ergebnis wiederholt werden soll. Vfv.-Reichsbahn in Hanau. Die VfB.er haben mit Reichsbahn Hanau ein Gesellschaftsspiel in Hanau abgeschlossen. Der Gastgeber gehört ebenfalls ber Bezirksklasse an. Zu einem Vergleich ber beiderseitigen Spielstarke fehlen notroenbige Anhaltspunkte. Der Ausgang bes Spieles ist offen. Die Gießener fahren mit einigen neuen Leuten. Man hofft, baß biefe eine Verstärkung ber Mannschaft barstellen. Fußball-Turnier In Daubrlngea. Am kommenden Sonntag veranstaltet ber Sport- Club 1921 Saubringen ein Jugend-Fußballturniec, Es nehmen 4 Mannschaften daran teil, unb zwar Löhnberg, W.-Steinberg, D. f. B. R. Gießen unb Daubringen. Gespielt wird 2 x 40 Minuten. Die beiden siegreichen Mannschaften bestreiten das Endspiel. Löhnberg war 1939 Bannmeister, drittbeste Mannschaft des Gebietes Hessen-Nassau und beste Jugend- Mannschaft des Sportgaues Hessen. W.-Steinberg hatte schon immer eine gute JugendmannschafL V. f. B. R. Gießen stellt eine technisch gute Mannschaft, bie in allen Reihen gut besetzt ist. Daubringen war in biesem Jahr Gruppenmeister bei ben Spielen um bie Bannmeisterschaft und hatte die besten Aussichten auf ben Bannmeistertitel. Nur durch Pech mußten sie vorzeitig ausscheiben. Vec Optiker am galjnhof ] ftuf Wunsch vieler Verbraucher gibt es henko, Henkel s Cmroeich- unö Cnthärtungsmittel, jetzt auch im doppelpaket. Preis 25 Rpf. Gießen, den 1. Mal 194L Wilhelm Stork Heinrich Gerlach gegangen. In tiefer Trauer: 2036 D Am 1. Mai 1941 verstarb nach langem, schwerem, mit Geduld eitiagenem Leiden, doch unei wartet, mein herzensguter Mann, unser Heber Bruder, Schwager und Onkel Hans Schmitt, Friseurmeister. Meine treue, gute Lebensgefährten, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Omi. Schwester Schwägerin und Tante Frau Paula Jughardt, geb. Stein ist am 29. April nach schwerem Leiden für immer von uns Heinrich Jughardt Annl Verron, geb. Jughardt Heinz Jughardt e Alfred Verron Fränzel Jughardt, geb. Schroeder. Gießen (Hindenburgwall 20), Düsseldorf. Die Trauerfeier fand in der Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen Georg Dehus und Frau, geb. Gerlach Marie Gerlach Wwe. Ernst Gerlach und Frau Katharine Schlehenbäcker Wwe. Heinrich Schneider und Frau, geb. Gerlach. Gießen (Krofdörfer Str. 12), Neuyork, Heuchelheim, Fellingshausen, Krofdorf, den 3. Mai 1941 Die Beerdigung findet am Montag, dem 5. Mai, umVI4.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 01542 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Julie Schmitt, geb. Vogel. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt 01538 Am Freitag, dem 2. Mai, 8 Uhr, verschied nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden in der Med. Klinik meine mnigstgeliebte, herzensgute Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwägerin, Tante und Patin FrauMargarethe Gerlach, geb. Jung kurz nach Vollendung ihres 59. Lebensjahres. Die trauernden Hinterbliebenen: Nach Gottes Ratschluß entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden in der Universitäts-Klinik zu Gießen, im nahezu vollendeten 58. Lebensjahr, unsere liebe, gute, unvergeßliche Schwester, Schwägerin und Tante Katharina Lölkes Krankenschwester 1. R-, aus Treis a. d. Lumda. in tiefer Trauer: Die Geschwister. Gießen und Staufenberg, den S. Mai 1941. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 4. Mai, nachmittags 8.45 Uhr, in Treis a. d. Lumda statt. 2061 D Stottern Auskunft über Beseitigung durch natürliche Methode erhalten Sie sofort kostenlos u unverbindlich von ehemalig, schweren Stotterer, der selbst durck^die Tiefen seelischer Zerrüttungen gegangen ist. 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S Professor ? er Rechte u Referent bw Direktor der staatlichen Stelle für Reich», u Preuhlschen Hiintfterium für Naturdenkmalpflege Wissenschaft,Erziehung u.vo kebilduag tn «Preußen 16D Seiten, in Leinen gebunden RM. 3.60. — Dieser mtsführlirf* Jtomment« bet neuen bebe tungsvollen -leichvnaturschuhgesetze» au» der Feder d r besten Sachkenner, aufgebaut nach nati^nalsozial stiichen Grundsätzen, wird In besonderem Matze berufen sein, die Auswirk ngen dieses Gesetze» jedem ve ständtich nahegu- brtngen, dem die Sicherung deutscher Na urschöndei» nicht nur von Yeruf» oder Amts wegen anoertreut, sondern dem sie auch wirklich Herzensangelegenheit ist.— He matpneoe und Heimotschutz find Dori ehmste Pflicht jebe» veroniwortungsSe. wußten Volksgenossen. Da» gante deutsche 2>olk muh erkennen, datz Naturschutz Dienst an Volk und Vaterland bedeutet. gu beziehen durch febe Buchhandlung 1 Hugo Bermühler Verlag • VerUn-Ltchterfelde Meine Verlobung mit Fräulein Ursula Presch er gebe ich bekannt Ernst Niemann SS.-Untersturmführer der Waffen-SS. Berlin-Tempelhof, 8. Mai 1941 Berlin SW. 68 Friedr.-Wilh.-Str. 89 Friedrichstr.lS, b.Holz x 2040 D / Ihre Vermählung geben bekannt Matthias Bretz, Lehrer und Frau Elisabeth, geb. Krauskopf Burg Gießen (Mosel) Friedrichstr. 5 4. Mai 1941 _______ ________________________________01553 / Ihre Vermählung geben bekannt Karl Heß, Unteroffizier Lieselotte Heß, geb. Becker Romrod Gießen z. Z. im Felde Friedensstr. 13 3. Mai 1941 ___________________________2055 D / Ihre Vermählung geben bekannt Herbert Meierkordt, Oberfeldwebel Anni Meierkordt, geb. Bolz z. z im Felde Am Kugelberg 59 Gießen, den 3. Mai 1941 _________________2037D / ---\ Ihre Vermählung geben bekannt Ludwig Schmittgall und Frau Edith, geb. Goß Wernerwall 7 Aulweg 40 Gießen, 8. Mai 1941 _____________________01523 / Ihre Vermählung geben bekannt Walter Pfaff, Ingenieur Käthe Pfaff, geb. Leisler Friedberg Gießen Hanauer Str. 22 Neuen weg 16 3. Mai 1941 ♦ __________________________01536 / Für die anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Melchior Paulus und Frau Elisabeth, geb. Schott Gießen, den 2. Mai 1941 ___________01537 / Wert- und Gtammholzverkauf Tanzunterricht jlL A /\ Unser diesjähriger Aj Sommerkursus ffl beginnt Mittwoch, den 7. Mai, 20 Uhr. WJ Vorherige Anmeldung erbeten. Tanzschule Bäulke Fernruf 3835 Wolf Straße 31. Ig das rassig. herbe Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 2977 A J.Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. «*• hoke A«<*i d* bi** •» Mm DtAL ._£»XA-S<*rW» de« erfolg d« QUALITÄT UND rexZJSKDN ßeneralvartreiünfi: Sannis s Treibig (Heben Bahnhof str.26 Rui 3700. 399 D Werbe-Drucksachen I bei Brühl. Schulstr. 1 Landwirte! 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St. Chamberlain und die deutsche Goetheforschung“ Mittwoch, 7. und 21. Mai, 18.Juni, 2., 16/ und 30. Juli. Jeweils 20 bis 21 y2 Uhr, im Hörsaal 34 der Universität. — Der Eintritt zu diesen Vorträgen ist frei. 2044D Hühneraugen solltet: Sie niemals selbst schneiden, weil Sie sich dadurch der Gefahr einer Blutvergiftung aussetzen. ES gibt eine einfache, sichere Methode: S AH U KV-Hühneraugen- Tropfen entfernen in 6 Lagen schmerzlos Hühneraugen, Ballen und harte Haut mit Stumpf und Stiel. Packung 65 Pf. Zu haben bekr Drogerie Bornemann Babnbosstrahe 17 Central-Drogerie Emil Karn/ Schulstrahe Löwen-Drogerie M. Pierenkemver, Seltersweg 69 der Zürst zu Solms-Lich'schen Oberförsterei L ich. Montag, den 12. Mai, 10 Uhr vormittags, wird im Saale des Gasthauses „Aum Löwen" in Lid) folgendes Wert- und Stammholz verkauft: fm Wert- holz: Kiefer (2b—4): 40, Lärche (2b-3b) 4, Fichte (Abfchn. 6. 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Scandell, Hugo Distler und eine „Eicben- dorff-Kantate“, bearbeitet von Kurt Thomas für Chor, Orchester und Baritonsolo 100 Mitwirkende Eintritt: RM. 1.50, 2.-, 2.75, 3.50. Karten im Vorverkauf in der Kartenverkaufsstelle der NSG. „Kraft durch Freude“, Seltersweg 60 (Ruf 2141), und in der Musikalienhandlung Challier, Neuenweg 10 (Ruf 2671) ___. 2057D Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Ein unschätzbares Mittel im Kampf gegen den Kleiderverderb Wer einfach in den Tag hineinlebt und nicht mit der nötigen Sorgfalt auf Erhaltung seines Kleider- und Wäschevorrats bedacht ist, dem kann es trotz der Kleiderkarte passieren, daß sich eines Tages empfindliche Lücken bemerkbar machen. Wer dagegen ein bißchen Gefühl für Kleider und Wäsche hat und dementsprechend handelt, der wird seine helle Freude an der langen Lebensdauer seiner Sachen haben. Das Wichtigste für die Feinwäsche ist' und bleibt die richtige Waschbehandlung. Peinlich darauf achten, daß keine faserschädigenden Mittel herankommen! Für alle Sachen aus Wolle und Seide, aus Zellwolle und Kunstseide ausschließlich das völlig neutrale „Waschmittel für Feinwäsche" verwenden I Nur so besteht die Möglichkeit, daß Sie von Ihren Kleidern und von Ihrer Wäsche länger, als Sie wohl erwarten konnten, guten Nutzen haben. Feinwäsche